95 Kommentare
1) Toertjex,
Samstag, 16. Juni 2012, 11:43 Uhr
Da kann man der Opposition nur gratulieren und hoffen, dass die Koalition dieses schwachsinnige Betreuungsgeld endlich über Board wirft. Dem Rest Europas das Sparen verordnen und selber sinnlos Geld raushauen… kein Mensch kann das nachvollziehen.
2) Michael H.,
Samstag, 16. Juni 2012, 12:04 Uhr
Der Auftritt von Gröhe und Dobrindt war an Peinlichkeit wirklich kaum zu überbieten. Vor allem der CSU-Mann hatte ja förmlich Schaum vorm Mund. “Ein kleines dreckiges Foul”. Nun ja, das ist die Wortwahl in einer Koalition, die sich seit ihrer Wahl jeden Tag ein bisschen mehr demontiert und in ihrem eigenen Saft zersetzt. “Wildsau”, “Gurkentruppe”, “ich kann deine Fresse nicht mehr sehen” … so sind also die Umgangsformen der konservatien, “bürgerlichen” Parteien. Aus all diesen Äußerungen, genauso wie aus dem lautstark geäußerten Frust über die gestrige Blamage im Bundestag, spricht eigentlich nur eines: die nackte Verzweiflung. Ohnmächtig müssen CDU/CSU/FDP mitansehen, wie ihnen alles, aber auch wirklich alles verhagelt wird, was sie an Politik bis 2013 auf den Weg bringen wollten. Das meiste davon aus eigener Schuld. Und Mutti, der Todesengel der Konservativen, kuckt zu und schweigt.
3) Siggi,
Samstag, 16. Juni 2012, 12:16 Uhr
Kann mir mal jemand erklären warum nicht einmal die zuständige Ministerin im Bundestag war?
Das kann doch wahr sein.
Diese Dame ist echt an Peinlichkeit nicht zu überbieten!
4) peterpan4670,
Samstag, 16. Juni 2012, 12:32 Uhr
Also, das Betreuungsgeld ist einfach der “letzte S…..”, und das sagen alle, die die Erfahrungen sowohl in Skandinavien oder in Thüringen auswerten: Es schadet Kindern aus bildunsfernen Elternhäusern, weil sich deren Eltern zumeist für das Geld entscheiden, damit das Geld quasi “in der Familie bleibt”. Insofern finde ich es richtig und wichtig, dass die Opposition nichts unversucht lässt, um das Betreuungsgeld zu stoppen. Mit scheint es in diesem Punkt wirklich so, dass die Parlamentarier aus echter Überzeugung handeln, und nicht allein, um der Regierung eins auszuwischen, was bloß ein schöner Neben-Effekt ist.
Ich fühle mich erinnert an die letzten Monate von Helmut Kohl als Kanzler, als es u.a. um die 80 Prozent Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ging. Ich denke, SPD und Grünen können sich auf das kommende Jahr freuen, wenn sie auf allen Märkten und Plätzen gegen das Betreuungsgeld Stimmung machen können, nach dem Motto “Wählt uns, wir schaffen diesen Unsinn wieder ab”.
5) Dieter Carstensen,
Samstag, 16. Juni 2012, 12:47 Uhr
Lieber Michael Spreng,
manchmal, aber nur manchmal, scheint unsere Denokratie ja doch noch ein wenig zu funktionieren. Die absolute Mehrheit der Bevölkerung will das Betreuungsgeld nicht, die Zahlen der Gegner schnellen in den Wählerumfragen immer weiter nach oben.
Sie haben recht, so sehe ich das auch, mit Ihrer Aussage:
“SPD und Grüne haben ein Karussell des Unsinns erst einmal gestoppt.”
Wird die Regierung wirklich so dumm sein und nach der Sommerpause wirklich weiter versuchen, dieses Projekt durchzupeitschen?
Zutrauen würde ich es der Regierung, da sie sich in der Koalition verbunden hat, aber beim verbinden nutzt man bekanntlich Stricke und manche Stricke können zu Fallstricken werden.
M.f.G.
6) Horst,
Samstag, 16. Juni 2012, 12:50 Uhr
Diese Koalition wird nicht bis Sept. 2013 halten, da bin ich mir sicher. Diese Bundesregierung ist an Peinlichkeit und Fehlentscheidungen in der Europapolitik nicht zu überbieten. Da kommt dieser Boykott gerade recht und drückt aus, wie ferngesteuert und realitätsfremd dieses Gespann ist. Auch die Opposition gehört in dieselbe Riege, weil sie die Sinnhaftigkeit ihrer Parteiausrichtigung verloren hat. Noch nie hatten wir so eine schlechte Bundesregierung mit absolut schlechten Politikern. Das deutsche Volk wird über die Europapolitik verraten und verkauft, die Lebensbedingungen verschlechtert, Demokratie langsam abgeschafft.
Es wird Zeit, daß diese Regierung scheitert und Neuwahlen ausgerufen werden. Merkel und Schäuble müssen gestürzt und angeklagt werden. Wo sind die Staatsanwälte, die Anklage wegen Verhöckerung von Steuergeldern zukünftiger Generationen erheben? Ich warte.
7) Petra,
Samstag, 16. Juni 2012, 12:54 Uhr
@ 3) Siggi
Natürlich war sie nicht da. Es ist ja auch nicht ihr Betreuungsgeld, sondern ihr Ministerium wurde dazu “vergattert” diesen Gesetzesentwurf auszuarbeiten.
Das Betreuungsgeld ist eine Zusage an die CSU, die in CDU-/FDP-Kreisen ebenso rückwärts gewendet daherkommt wie ihr Spitzname “Herdprämie”.
Mir tut ein bisschen der Herr Grosse-Brömer leid. In Ermangelung von Personal muss jetzt auch die 3. Reihe antreten. Ich warte nur auf den Tag, an dem Herr Pofalla Entwicklungsminister wird….
8) symm,
Samstag, 16. Juni 2012, 13:14 Uhr
Wo bloß die ganzen ferngebliebenen Abgeordneten der Regierungsfraktionen waren: Haben die zufällig ihre Kinder in den Kitas zum Mittagessen besucht? Am besten mit Kamera- und Reporterteam … ach wäre das ein Kunststück an passivem Widerstand … Aber soweit reicht deren Chuzpe dann doch nicht. Schade.
9) der Herr Karl,
Samstag, 16. Juni 2012, 13:34 Uhr
So funktioniert halt Demokratie: Die Möglichkeiten werden ausgenutzt, wie bei VW und Porsche.
Anstelle einer Eisenstange hätt’ es einen Teppich womöglich auch getan…
10) @karstenluke,
Samstag, 16. Juni 2012, 14:15 Uhr
Der Opposition ist kein Vorwurf zu machen. Die Koalition hat es versäumt sich zu organisieren und politische Eintracht im Vorwege herzustellen. Alle Klagen aus dem Regierungslager sind letztlich nur Verzweiflung und politische Abwehr. Das die Generalsekretäre dies tun, gehört zu ihrem Geschäft, aber auch einfache Abgeordnete wie Peter Tauber versuchen sich hier in hanebüchenen Erklärungen zur Funktionalität des Parlaments – mehr dazu:
Peter Tauber erklärt den Bundestag – leider nicht!
http://kielspratineurope.eu/?p=813
11) Eddi,
Samstag, 16. Juni 2012, 14:37 Uhr
Man sollte diesen Hammelsprung jetzt auch nicht überbewerten. Dass freitags viele Abgeordnete früh ins Wochenende “flüchten” ist nicht so neu. Dss sieht man auch so in vielen Behörden…so auch im Bundestag.
Viele Abstimmungen finden unter mehrheitlicher Zustimmung der Opposition statt, in stiller Kenntnis der Majorität ihrer Abgeordneten.
Ich denke dieses 3er-Bündnis von CDU, CSU und FDP hat sich endgültig aufgebraucht, denn ein globaler inhaltlicher Konsens hat nie stattgefunden und wird es auch nicht.
Wenn sich 2 Parteien mal auf etwas geeinigt haben, ist immer die 3. Partei die quer schießt udn es kommt zu einer Verwässerung… damit muss Schluss sein!
Und auch die Kanzlerin weiß das schon lange, dass mit DIESER Koalition kein Staat mehr zu machen ist! Sie richtet sich sicherlich insgeheim schon auf ne Große Koalition unter ihrer Führung ein..denn darum geht es ihr…MACHTERHALT für die CDU und letztlich für sich selber.
Alles was die SPD dann tun kann, ist die Verhinderung von Merkel, indem sie ein Szenario aufbaut, indem sie lieber in die Opposition geht, statt unter FRAU MERKEL zurück in die Marginalisierung gedrängt zu werden(*)…so wie sie es schon mal erlebt hat udn so wie es die FDP auch gerade erlebt
* falls die SPD nicht selbst stärkste Kraft im nächten Bundestag wird
Versprengten Gruß nach Berlin
12) kurtiklaas,
Samstag, 16. Juni 2012, 14:48 Uhr
Frau Schröder gehört sicher zu den Ausfällen in dieser Regierung, aber einmal fand ich sie großartig.
Als sie nämlich frank und frei zugab, mit einem vielsagendem Lächeln, dass sie und ihr Ministerium die Vorgabe der Koalitionsrunde zum Betreuungsgeld nur umgesetzt hat.
Da ist es doch nahe liegend, dass sie der Abstimmung fernblieb. Es ist nicht ihr Gesetz.
Umso peinlicher, dass die Koalition es nicht hinbekommen hat für ihre Mehrheit zu sorgen.
Das “kleine dreckige Foul” ist der Versuch, diese Blamage der Opposition in die Schuhe zu schieben. Wenn man was vergeigt hat, sollte man dazu stehen Herr Dobrindt
13) Ekkehard von Weiher,
Samstag, 16. Juni 2012, 15:09 Uhr
Wie sagte Herbert Wehner einmal zutreffend:
„Wer rausgeht, muss auch wieder reinkommen!“
Wenn nun nicht mal mehr die Strippen-Zieherei um
die parlamentarische Mehrheitsbeschaffung für eine
offensichtlich nicht mehrheitsfähige Politik funktioniert,
und nicht einmal die zuständige Ministerin ihr Fähnchen
dafür im Bundestag hochhalten möchte, dann ist Schluss
mit Lustig und die SPD betätigt sich – zu Recht als Bremser
an der sich überschlagenden Schiffschaukel der Koalitionäre.
14) Michael A. Nueckel,
Samstag, 16. Juni 2012, 15:53 Uhr
Allenfalls ein taktisches Foul, eher ein Verfahrenstrick – oder um in der Sprache dieser Tage zu bleiben, eine raffiniert praktizierte Abseitsfalle. Und auf seine Art ein stiller Mißtrauenserweis an die Kanzlerin.
15) Willi Bauer,
Samstag, 16. Juni 2012, 17:01 Uhr
Danke, Herr Spreng, dieser Artikel ist hervorragend und bringt das Thema auf den Punkt!
16) JG,
Samstag, 16. Juni 2012, 17:29 Uhr
Sie, sehr geehrter Herr Spreng, haben wieder einmal besonders schöne Sätze und Bilder gefunden. Und: Ja, man hat den Eindruck, das Geschrei der Strippenzieher von Schwarz-Gelb nach dem gestrigen Ereignis ist deshalb so schrill, weil sie davon ablenken wollen, daß sie erstens versagt haben und zweitens ihre eigenen Schäfchen nicht zusammenhalten können.
In seiner Verzweiflung donnert man dann gar, man werde künftig nicht mehr mit der Opposition zusammenarbeiten – was ja eine gute Nachricht wäre, weil uns dann vor allem die Ausstellung weiterer ungedeckter Euro-Rettungs-Schecks erspart bliebe.
17) Erwin Gabriel,
Samstag, 16. Juni 2012, 17:46 Uhr
@ 3) Siggi, Samstag, 16. Juni 2012, 12:16 Uhr
>> Kann mir mal jemand erklären warum nicht einmal die zuständige Ministerin
>> im Bundestag war?
Ja, kann ich: Die will das Betreuungsgeld auch nicht..
___________________________
@ 7) Petra, Samstag, 16. Juni 2012, 12:54 Uhr
>> Ich warte nur auf den Tag, an dem Herr Pofalla Entwicklungsminister wird….
Dirk Niebel hielt dieses Ministerium vor seinem Amtsantritt für überflüssig. Offenbar hat er seine Meinung nicht geändert und kämpft nun mit genau so viel Phantasie für dessen Abschaffung wie die Opposition gegen das Beteuungsgeld.
Ein Minister, der aus Geiz einen Teppich direkt vor Ort in Afghanistan kaufen will, der sich den Teppichhändler in die Botschaft bestellt, der anschließend die Dreistigkeit besitzt, die Botschaftsräume als Zwischenlager und später BND-Mitarbeiter und ein offizielles Dienstflugzeug zum Transport für persönliches Eigentum zu missbrauchen, der dadurch Staatsbedienstete zu Handlangern für Zollbetrug und Steuerhinterziehung macht, der will offenbar nicht länger Minister sein.
18) Moin,
Samstag, 16. Juni 2012, 20:32 Uhr
Es ergibt sich für mich die Frage, was Sie bei 1-2 jährigen groß an Bildung fördern wollen. Unser 15 Monate alter Sohn hat kein Bedürfnis nach Bildung sondern nach Bindung – und das geht in der Regle am Besten zuhause. Ich bin es langsam leid, wegen dieser Meinung als “von gestern” oder “unmodern” abgestempelt zu werden, nur weil andere der Ansicht sind, dass alle Kinder ab 1 in der Kita besser aufgehoben sind. Was die Kosten angeht, so kann ich nur sagen, dass es deutlich unsinnigere Ausgaben gibt, bei denen es sich lohnen würde bzw. gelohnt hätte, Abstimmungen zu Fall zu bringen: Abwrackprämie, Riester-Rente, U-Boote für Israel, Bankenrettung. ESM, Fiskalpakt. Aber beim Betreuungsgeld kann man ja zeigen, wie mutig man als Abgeordneter ist. Es trifft ja sowieso nur die Eltern, die sich weigern, nach den gängigen Meinungen aus Wirtschaft und Presse zu funktionieren. Die braucht man ja nicht zu vertreten.
Was die Wahlchancen der SPD angeht, bin ich sehr pessimistisch. Wegen des Betreuungsgeldes werden die nicht gewählt, solange sie Hartz 4 und Rente mit 67 unverdrossen verteidigen.
Statt dieser Spielchen ums Betreuungsgeld, sollten sich die Abgeordneten lieber um die Selbstentmachtung des Parlaments durch den Fiskalpakt und die damit festgezurrte Demokratieschwächung kümmern. Da wäre Widerstand und kontroverse Diskussion auch innerhalb der Regierung angebracht. Geht der Fiskalpakt durch, werden sich die Krippenbefürworter wundern, wenn es auf einmal gar kein Geld mehr für solche Dinge gibt.
19) Politikverdruss,
Samstag, 16. Juni 2012, 22:27 Uhr
Mit der bisher stillschweigenden Übereinkunft der im Parlament vertretenen Parteien, auch dann die Beschlussfähigkeit im Parlament nicht in Frage zu stellen, wenn im Plenarsaal nur ein paar Abgeordnete präsent waren, dürfte es nun vorbei sein. Und auch bei dieser Trickserei der Opposition dürfte die Lebensweisheit gelten, dass man sich im Leben immer zweimal trifft.
In letzter Zeit hatte das BVerfG die Abgeordneten mehrfach aufgefordert, ihren grundgesetzlichen Aufgaben nachzukommen. Bereits diese „Zurechtweisung“ der Legislative durch die Judikative zeigte, dass es mit dem Selbstverständnis der deutsche Parlamentarier nicht zu Besten zu stehen scheint. Davon, dass das Parlament sich zunehmend zu einem „Abnickerverein“ entwickle, berichteten die Medien. Die Art und Weise, wie die Opposition nun ein Gesetz „verhindert“ hat, ist mit der Würde des „Hohen Hauses“ sicherlich nicht vereinbar. Und ich bin mal gespannt, ob den Damen und Herren Abgeordneten auch so viel „kreativer Widerstand“ einfällt, wenn es darum geht, das ESM-Gesetz zu verhindern.
20) Werner Berger,
Sonntag, 17. Juni 2012, 00:23 Uhr
Die Abgeordneten werden nicht dafür bezahlt, dass sie einer Bundestagssitzung vorsätzlich fernbleiben und die Beschlussunfähigkeit des Parlamentes bewusst herbeiführen. Das gilt vollkommen unabhängig davon, was man vom Gegenstand der Beratung hält. Die Begeisterung über das Verhalten der Opposition kann ich somit nicht teilen. Die Gegner des Betreuungsgeldes frönen offenbar dem Satz “Der Zweck heiligt die Mittel.” Und Norbert Lammert sollte gründlich überdenken, ob er das Schwänzen einer Sitzung wirklich für “zulässig” hält. Ein peinlicher Ausspruch des Präsidenten, der doch die Arbeitsfähigkeit des Parlamentes aufrechterhalten soll.
21) Minassian,
Sonntag, 17. Juni 2012, 06:24 Uhr
MP Seehofer wird die Koalition platzen lassen – wenn er nicht wieder aus lauter Opportunismus die Kehrtwende macht, wie so oft. Man spürt an allen Ecken und Enden, daß diese Koalition nicht paßt.
Als Wähler ist man absolut ratlos, welche eigentlich passen würde. Auch Rot/Grün ist keine Alternative mit diesen Protagonisten. Linke und FDP sind weg – es wird nur die Große Koalition bleiben – mit allen Risiken und Nebenwirkungen, wer besser glänzt. Ergebnis : Stillstand, weil jeder vermeintliche Erfolge für sich selbst reklamieren möchte für die nächsten Wahlen.
22) FH,
Sonntag, 17. Juni 2012, 09:01 Uhr
@18, Moin: es geht doch gar nicht darum, dass Sie Ihr Kind gern zu Hause haben. Es geht darum, dass Sie, weil Sie eine staatlich geförderte Einrichtung nicht besuchen (lassen – in diesem Fall die KITA), Geld bekommen sollen. Das ist Quark.
23) JoCap,
Sonntag, 17. Juni 2012, 09:04 Uhr
@14, Minassian
es wird nur die Große Koalition bleiben – mit allen Risiken und Nebenwirkungen, wer besser glänzt. Ergebnis : Stillstand
Nein, es wird keinen Stillstand geben. Sie werden dort weitermachen, wo sie beim letzten mal aufgehört haben. Sie werden das Land komplett zerstören und katastrophale Bedingungen für die Menschen einführen.
Das alles unter Applaus der angeblichen vierten Gewalt, die hat ja ihr LSR bekommen und somit kann man schnell Kritiker mundtot machen.
Der obrigkeitshörige Deutsche wird das ohne Widerstand hinnehmen, da ja alles nochmals in der super kritischen Talkshow erklärt wird, wie er über seine Verhältnisse gelebt hat.
Aber die große Koalition wird bei den Wahlen für die meisten Alternativlos sein. Mutti war doch gut zu uns.
Wetten dass!?
24) JoCap,
Sonntag, 17. Juni 2012, 09:10 Uhr
@14 – meinte @21
Sorry, wollte ohne Lesebrille protzen 
Jetzt habe ich sie auf.
Noch ein kleiner Anhang:
Ich sehe sehr schwarz für dieses Land und die komplette EU.
Wer möchte überhaupt noch so eine EU, egal wie alles ausgeht.
Ein System das bei einer Krise zuerst die Demokratie aushebelt.
Die Demokratie aber nicht an der Krise schuld ist. Die Verursacher,
ja es immernoch eine Bankenkrise, weitermachen und und noch den Ton angeben.
Staatlich geschützt wohlbemerkt. Ich empfinde für diese Politiker nur noch Verachtung!!!
25) Dieter Carstensen,
Sonntag, 17. Juni 2012, 09:55 Uhr
Lieber Michael Spreng,
die Ereignisse überschlagen sich mal wieder, Horst Seehofer droht ja nun aktuell sogar mit Koalitionsbruch, wenn die CSU Forderung nach dem Betreuungsgeld nicht umgesetzt wird.
Ein Leserkommentar von einem Leser, der sich den Nicknamen “irgendwer” gegeben hat, zu Horst Seehofers Gebaren brachte mich zum Schmunzeln. Der Leser schrieb:
“Mich erinnert das Ganze an ein Kind, das laut im Laden schreit und ein Eis will.
Und der Rest hat nicht genug Mumm um diesem Kind mitzuteilen, dass Winter ist und es kein Eis gibt.
Armes Deutschland.”
Quelle: http://www.rp-online.de/politik/deutschland/seehofer-droht-mit-koalitionsbruch-1.2873650?commentview=true#commentsField-2030169
Besser kann man den polituschen Blödsinn zu “Horstis” Aussaagen zum Betreuungsgeld schon garnicht mehr konterkarieren, finde ich, als dieser Leserkommentar.
M.f.G.
26) StefanP,
Sonntag, 17. Juni 2012, 10:49 Uhr
Es war ein billiger Sieg der Oppositionsparteien, wie er immer wieder mal in Legislaturperioden erzielt wird. Langzeitwirkung hat so etwas nie, aber danach ist das politische Klima zwischen den Volksvertretern eine Weile vergiftet. Denn wer lässt sich schon gerne vorführen?
Ein Karussell des Irrsinns ist höchstens, in einer Gesellschaft mit einer Geburtenrate von traditionell 1,3 Kindern pro Frau, wovon Bildungsferne mehr, Hochqualifizierte weniger bekommen, einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz einzuräumen. Wenn das gesellschaftliche Problem der geringe bzw. schlechte soziale Kontakt von Kindern aus bildungsfernen Schichten ist, dann hieße die logische Konsequenz eine Pflicht zur staatlichen Ganztagsbetreuung genau dieser Gruppen. Statt dessen schenkt man jenen Mittelklassefamilien das kostenlose Angebot der Kinderbetreuung, die sich im Zweifel den Platz selber leisten könnten. 1.100 EUR pro Kind und Monat ist dies dem Staat wert.
71 Prozent aller befragten Bundesbürger (also 1.000 repräsentativ Auserwählte) lehnen das Betreuungsgeld ab. Sehr witzig. In Deutschland gibt es rund 41 Mio. Haushalte, aber nur in 8 Millionen leben Kinder, die wiederum nicht stimmberechtigt sind. 21 Mio. von 62 Mio. wahlberechtigten Bürgern sind im Alter um Eltern zu sein, kommen also überhaupt als Adressaten der Sozialleistung in Frage. Mit anderen Worten: Bei der Umfrage hat eine Mehrheit darüber abgestimmt, was für eine Minderheit richtig und passend ist.
Wir wollen eine Gesellschaft schaffen, wo junge Menschen Kinder bekommen, auf dass sie diese schnell in staatliche Obhut geben. Was für eine Perversion der Biologie, der ethischen Einstellung, der Humanität! Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Kleinkinder, die Vollzeit in einer Kita untergebracht sind, einer starken Stressbelastung eingesetzt sind.
Laut der noch laufenden ” Wiener Krippenstudie ” zeigen Kinder unter zwei Jahren bereits zehn Wochen nach Krippeneintritt ungünstige Stressreaktionen. “Mit fortschreitender Krippenbetreuung sinkt der morgendliche Cortisolwert, die Tagesprofile werden flacher, die Stressverarbeitung wird ungünstiger”, so Studienautorin Tina Eckstein. Je jünger ein Kind sei, desto empfindlicher reagiere es auf Stress.
Doch das Kindeswohl spielt bei der Frage “Betreuungsgeld – ja oder nein?” die geringste Rolle. Es geht darum, wie wir unsere Patchwork-Lebensweisen (zum Glück gibt’s kein deutsches Wort dafür) optimieren und trotz Familie Single bleiben können.
Der Rechtsanspruch auf staatliche Kinderbetreuung hat bisher nur zu einem Ergebnis geführt: selbst Erzieherinnen, die über eine bestenfalls mäßige Qualifikation verfügen, haben heute beste Jobchancen. Es ist ja keineswegs so, dass der Beruf bisher schlecht bezahlt war, nach 2 Jahren theoretischer Ausbildung und einem Praxisjahr, in dem die meisten weniger arbeiten als ein Azubi im Lehrlingsberuf, kann man nach ein paar Jahren ein durchschnittliches Gehalt erwarten. Wäre es allen Beteiligten tatsächlich ernst, die Qualität der Betreuung zu heben, müsste man mehr als ein Jahrzehnt eine gravierende Splittung der Gehälter akzeptieren. Eine unmögliche Vorstellung in einem Land, dass bereits eine international durchschnittliche Einkommensverteilung als Skandal der sozialen Gerechtigkeit schmäht.
27) riskro,
Sonntag, 17. Juni 2012, 10:53 Uhr
Zum Beitrag 17) Erwin Gabriel
Werter Erwin, haben Sie den Grund des Teppichkaufes vergessen? Er wollte doch nur das Gewerbe vor Ort stützen. Das sollte nicht von uns angeprangert werden, im Gegenteil man sollte Niebel für diese Guttat das Bundesverdienstkreuz verleihen.
Im Bezug auf das Betreuungsgeld fordern die FDP-Abgeordneten von Brüderle den „Fraktionszwang“ aufzuheben. Das stützt meine These, dass wir ein Parteiendiktatur sind –genau wie es die DDR auch war. Man scheut sich nicht, öffentlich zu zugeben, dass der Fraktionszwang Art 38 (1) GG bricht. Nach dieser Rechtnorm ist der Abgeordnete an Anträgen und Weisungen nicht gebunden und nur seinem Gewissen unterworfen. Wenn dem so wäre, bedarf es „Keiner Aufhebung des Fraktionszwanges“!
Wie lange wollen wir uns noch von solch dummen Menschen an der Nase rumführen lassen
28) der Herr Karl,
Sonntag, 17. Juni 2012, 13:43 Uhr
@ 26) StefanP
“Wir wollen eine Gesellschaft schaffen, wo junge Menschen Kinder bekommen, auf dass sie diese schnell in staatliche Obhut geben. Was für eine Perversion der Biologie, der ethischen Einstellung, der Humanität!”
Dass in vielen Familien wegen zu kleinen Löhnen beide Elternteile arbeiten müssen, ist genau die logische Folge der neoliberalen Politik, die niemand anders vehementer verteidigt, als Sie selbst.
Was Sie mit dem obigen Zitat als Perversion darstellen, ist genau das, was die Konzerne zur Erreichung geringer Lohnstückkosten anstreben: Lohnsklaven, welche ihre Kinder bereits mit 13 Monaten in Kitas abgeben können resp. müssen.
Sie lassen hier Krokodilstränen rollen…
29) karel,
Sonntag, 17. Juni 2012, 15:46 Uhr
Zu 26: Stephan P.
Einer der selten gewordenen, nachdenkenswerten Beiträge.
Danke dafür.
Ansonsten geht mir diese “mediale Schrill-Kultur” längst auf den “Keks”.
Instrumentalisierung der Kleinsten,
das geht nur, wenn die “Großen” längst instrumentalisiert sind.
Das Schlimme ist, sie bemerken das nicht einmal.
Traurig, traurig.
30) Günter Springer,
Sonntag, 17. Juni 2012, 17:36 Uhr
Danke Herr Spreng, man kann es nicht treffender beschreiben, wie sie es getan haben!
31) Olaf,
Sonntag, 17. Juni 2012, 19:22 Uhr
Lieber Mitdiskutant “StefanP”, natürlich hat auch diesmal “eine Mehrheit darüber abgestimmt, was für eine Minderheit richtig und passend ist.”
Das nennen wir Demokratie. Leider hat unsere verdedelte Fassung dieser, parlamentarische, also repräsentative Demokratie genannt, scheinbar den Willen der Mehrhait nicht umsetzen wollen, oder etwa doch?
32) Aelpele,
Montag, 18. Juni 2012, 06:05 Uhr
Ich bin derselben Meinung wie StefanP: Man kann sich nicht immer nur nach der sog. Volksmeinung und schon gar nicht ausschließlich nach den sog. Bildungsfernen richten. Man sollte vielmehr fördern, daß Vater oder Mutter sich um Ihre kleinen Kinder persönlich kümmern, bis sie ca. 3 Jahre alt sind. Hat denn von den Gegnern des Betreuungsgeldes noch niemand beobachtet, wie die ganz Kleinen bei jedem Kummer den Trost und Schutz der Mutter suchen? Statt dessen werden sie im Kinderwagen früh um 7 Uhr, auch bei Eis und Schnee, zur KITA “gekarrt”. Und das soll die Bildung der Kinder fördern?
33) Maren P.,
Montag, 18. Juni 2012, 09:37 Uhr
Nr. 11) Eddi schrieb: >>Und auch die Kanzlerin weiß das schon lange, dass mit DIESER Koalition kein Staat mehr zu machen ist! Sie richtet sich sicherlich insgeheim schon auf ne Große Koalition unter ihrer Führung ein..denn darum geht es ihr…MACHTERHALT für die CDU und letztlich für sich selber.<<
An der Rolle der CSU würde auch ein Koalitionswechsel nichts ändern! CDU und CSU sitzen in Fraktionsgemeinschaft im Bundestag. Wollte der Bayern-Horsti die Koalition aufkündigen, müsste er auch die Fraktionsgemeinschaft aufkündigen und säße als bayerische Regionalpartei im Bundestag! Dann hätte er gar niemanden mehr für sein Betreuungsgeld. Denn die FDP ist jetzt schon nur aus Koalitionsräson dafür, aus Vernunft eigentlich dagegen. Mit wem will also die CSU koalieren? Alles semantische Sommergewitter!
Deshalb war der Auftritt der Parteisekretäre (nicht der Fraktionsgeschäftsführer) an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Schwarz-Gelb hat fertig!
34) Quentin Quencher,
Montag, 18. Juni 2012, 10:54 Uhr
Im Beitrag wird die Rolle des neuen Unions-Fraktionsvorsitzenden beim Versagen in dieser Abstimmung genannt. Wenn der es nicht schafft, die Fraktion zusammen zu halten, dann drohen noch ganz andere Probleme. Die Machtbasis der Kanzlerin stände in Frage. Es ist ja nicht nur das Betreuungsgeld welches die Unionsfraktion spaltet, die Energiewende gehört auch dazu. Auf dem Wirtschaftstag hat sich der der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende, Michael Fuchs, ziemlich deutlich geäußert:
Agenda 2010 und die Energiewende – Teil 2
Zurück zu Betreuungsgeld: Der Ausdruck “Kita-Fernhalteprämie” trifft es ganz gut, obwohl ich eigentlich kein Freund der Kitas bin, es für besser halte, wenn die Kinder die ersten drei Jahre bei der Mutter, oder beim Vater, bleiben. Manchmal wollen das die Eltern aber nicht, meist aus beruflichen Gründen. Hier muss man beginnen und nachfragen, sind die Kitas auch wirklich geeignet, den Eltern einen Vollzeitjob zu ermöglichen. Zumindest was die Kindergärten betrifft, so trifft dies auf die meisten nicht zu. Viele schließen schon Freitag Mittag, was schon wieder Schwierigkeiten beim Job mit sich bringen kann.
Was nützt es mir, wenn ich mein Kind in die Kita bringen kann, aber dennoch meinen Job nicht wieder aufnehmen kann. Die Bedürfnisse der Eltern müssen mehr beachtet werden. Solange dies nicht geschieht, ist das Betreuungsgeld tatsächlich nur eine Kita-Fernhalteprämie.
35) Tom A.,
Montag, 18. Juni 2012, 11:11 Uhr
@ 26
Sie diskreditieren die Ausbildung der Erzieher und behaupten, diese würden nach ein paar Jahren ein durchschnittliches Gehalt erwarten können. Ihre Pauschalisierung stimmt so nicht.
In vielen Kitas existieren schon lange keine gültigen Tarifverträge mehr.
Und was spricht Ihrer Ansicht nach dagegen, dass jemand nach einer dreijährigen Fachschul-ausbildung und einem pädagogisch sehr anspruchsvollem Beruf, nach ein paar Jahren ein durchschnittliches Gehalt erwarten kann?
36) riskro,
Montag, 18. Juni 2012, 13:47 Uhr
Werter StefanP
Wie bekannt hat jede Medaille zwei Seiten. Wie oft liegt eine mögliche Lösung in der Mitte.
Aus meiner Sicht haben Sie mit Ihren Ausführungen Recht und wiederum nicht Recht. Der Beitrag ist „meiner Meinung“ nach an vielen Stellen sehr pauschal und populistisch gehalten.
Bildungsferne mehr Kinder, Hochqualifizierte/Qualifizierte weniger Kinder, stimmt nur bedingt.
von der Leyen 7 Kinder, Jauch 4 Kinder, Pilawa 4 Kinder und und. In meinen Bekanntenkreis sieht es bei weniger prominenten aber durchaus hochqualifizierten/qualifizierten Familien ähnlich aus. Weniger gebildete Familien haben wiederum oftmals keine Kinder. Ich glaube auch, dass nicht wenige Bürger ähnliche Erfahrungen und Beispiele aus ihrem sozialen Umfeld machen können.
Ihre Aussage, dass! Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Kleinkinder, die Vollzeit in einer Kita untergebracht sind, einer starken Stressbelastung eingesetzt (ausgesetzt?) sind, mag stimmen, vielleicht aber auch nicht Ich behaupte wissenschaftliche Studien nennen zu können, die zu einem anderen Ergebnis kommen. Solche Studien sind immer mit Vorsicht zu genießen. Es kommt nämlich darauf an, von welcher Seite man ein Problem untersucht. Umfassende Studien, die Alle Seite eines Problems untersuchen und abhandeln, gibt es nicht. Bei Studien ist es wie bei Statistiken. Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.
Ihre Ausführungen zu der Erzieher(innen)ausbildung sind gelinde gesagt populistisch und diffamierend. .Könnten direkt von Sarrazin sein.
Diese Ausbildung ist aufgebaut wie die Lehrerausbildung. Studium u. Referendarzeit. Erzieher(innen)ausbildung:
Vorbildung nach Schulausbildung
• praktische Erfahrung in der Form eines einschlägigen Vorberufs aus dem Sozial-
und Gesundheitswesens oder einer einjährigen geeigneten Tätigkeit unter fachlicher
Anleitung.
Ausbildung in drei Jahren (sog. Vollzeitausbildung)
• Schulische Präsenzabschnitte und fachpraktische Ausbildung in Praxisstätten im
Wechsel oder
• zweijährige schulische Ausbildung mit nachfolgendem einjährigem Berufspraktikum
Somit liegt man schon bei 4 Jahren Ausbildungszeit.
Wo raus ziehen Sie die Erkenntnis, dass Erzieher(innen) im Praxisjahr weniger arbeiten als ein Azubi im Lehrberuf? Wenn Sie es daran festmachen, dass man kein gefertigtes Produktionsstück sehen kann, haben Sie wieder recht. Heißt das, dass für Sie die Anwendung des in der Theorie Gelernten keine Arbeitsleistung ist? Oder könnte es vielleicht sogar schwieriger sein, das in der Theorie Gelernte in einem Gruppenverbund mit z.B. 15-20 eigenständigen Persönlichkeiten und Charaktere zu vermitteln und umzusetzen?
Für mich ist eine Entschuldigung an Erzieher(innen) von Ihrer Seite fällig.
Recht haben Sie, dass das Kindeswohl bei der Frage “Betreuungsgeld – ja oder nein?” die geringste oder keine Rolle spielt. Aber um die Patchwork-Lebensweisen geht es auch nicht, werter StefanP. Der Politik geht es zur Machtdemonstration darum, Ihre Vorstellungen auch wenn sie noch so schwachsinnig sind, durchzusetzen. Die andere Seite sieht sich genötigt zur Macherhaltung den Blödsinn mitzumachen, notfalls, um die dritte Seite willfähig zu machen, in dem man weiteren steuermittel kosteten Schwachsinn auf den Weg bringt. Die Kuh soll ruhig sein und zahlen.
Noch eine Frage: Wie definieren Sie bildungsfern?
Zum Schluss, es kann nicht Aufgabe der einen oder anderen Seite sein, dafür zu sorgen, dass die Abgeordneten des politischen Gegners zu einer Abstimmung erscheinen.
In diesem Sinne
37) Sigmund,
Montag, 18. Juni 2012, 14:24 Uhr
@StefanP
“Bei der Umfrage hat eine Mehrheit darüber abgestimmt, was für eine Minderheit richtig und passend ist.”
Das gilt aber auch bei der Einführung von Hartz IV oder bei dem Minarettverbot in der Schweiz.
Da hat sie es aber nicht gestört.
38) StefanP,
Montag, 18. Juni 2012, 15:30 Uhr
@ 28) der Herr Karl
@ 32) Aelpele
@ 29) karel
Danke für das Feedback und eventuell auch Unterstützung. Ich bin weder für noch gegen das Betreuungsgeld, aber ganz sicher bin ich aus erziehungstheoretischen, freiheitstheoretischen sowie organisatorischen Gründen gegen einen Rechtsanspruch auf staatliche Kinderbetreuung.
Die Freiheitstheorie sowie unser darauf basierendes Grundgesetz räumen den Staat nur geringe Möglichkeiten ein, in die Lebensführung seiner Bürger steuernd einzugreifen und bestimmte Lebensformen zu begünstigen. Eine solche Ausnahme gilt namentlich für das Institut von Ehe und Familie. Die großkoalitionären Parteien sowie Grüne und Linkspartei unterstützen einseitig die Lebensform der staatlichen Unterbringung von Kindern in Grippen und Horten. Diese Subventionierung ist ihnen weit über 1.000 EUR pro Kind und Monat für einen bestimmten Zeitraum wert. Das Konkurrenzmodell dagegen erhält derzeit keine besondere Förderung. Das ist ein so gravierendes Missverhältnis, dass diese Parteien sich kaum freiheitsorientiert bezeichnen dürfen, selbst wenn alle das im Parteiprogramm führen.
Der Vergleich mit Autobahnen ist dabei ein solcher Unsinn, dass man sich wundert, dass vernünftige Menschen damit überhaupt argumentieren. In keinem Land der westlichen Welt ist es gelungen eine Straßeninfrastruktur ausschließlich aus privaten Mitteln zu finanzieren. Das ist schlichtweg unmöglich und damit sind öffentliche Strassen ein öffentliches Gut, weil ein Markt sich nicht bilden kann. Für die Kinderbetreuung gilt das nicht, viele private Initiativen zeigen das. Somit ist die flächendeckende Versorgung mit Kindergartenplätzen kein natürliches öffentliches Gut. Wir möchten es jedoch aus Gründen der Bequemlichkeit, um finanzieller Vorteile wegen und aus erziehungsideologischen Gründen.
Ein 2jähriges Kind ist bei einer ganztägigen Unterbringung in einem Hort einer Stressbelastung ausgesetzt, die der von missbrauchten Kindern entspricht. Plakativ formuliert: die genannten Parteien unterstützen den flächendeckenden, staatlich geförderten Missbrauch von Kindern. Im Fokus steht nicht, was dieser absurde Rechtsanspruch mit uns als Erwachsene macht. Wir sind, verglichen mit den USA, Frankreich oder Luxembourg eine äußerst kinderfeindliche Gesellschaft.
Nachdem meine Frau in Gemeindekindergärten, Behindertenstätten und Einrichtungen privater Träger gearbeitet hat, ist sie heute bei einem Kindergarten einer zentralen Bank in Frankfurt beschäftigt. Die Kinder dort kommen aus bestens situierten Familien und die Bank gewährt mit öffentlichen Geldern eine Versorgung, die unter sozialpolitischen Aspekten skandalös ist. Die Rundumversorgung der Bankangestellten bzw. deren Kinder führt jedoch nicht dazu, dass die Eltern sich nach getanem Tagewerk in Ruhe ihrem Nachwuchs widmen. Statt dessen begegnen sie häufig ihren Kindern mit Desinteresse und lassen sie selbst in ihrer Freizeit von morgens früh bis abends 20 Uhr in der Einrichtung versauern. Diese Beobachtung zieht sich durch alle Schichten, denn auch auf dem Land haben Eltern kein dringenderes Bedürfnis als ihren Sohn oder Tochter selbst dann im Kindergarten zu plazieren, wenn dazu kein Anlass erkennbar ist. Zwischen den Jahren mit den Kindern spielen? Iwo!
Wir haben es verpasst, eine soziale, zukunftsgerichte Gesellschaft jenseits staatlicher Eingriffe zu erhalten. Nun sollte die Debatte über das Betreuungsgeld Anlass geben, über genau eine solche Gesellschaft nachzudenken.
39) StefanP,
Montag, 18. Juni 2012, 15:59 Uhr
@34) Sigmund
Sie lesen mich offensichtlich nicht oft. Ich bin ein Gegner weitgehender plebiszitärer Elemente. Die Festlegung des Existenzminimums ist zu Recht einem repräsentativ gewählten und dem Gemeinwohl verplichteten Parlament zu übertragen und der direkten Demokratie entzogen.
40) Politikverdruss,
Montag, 18. Juni 2012, 16:27 Uhr
@riskro, 36.
Sie behaupten, Studien zu kennen, die „zu anderen Ergebnissen kommen“. Lassen Sie uns bitte daran teilhaben und nennen Sie die betreffenden Studien!
41) StefanP,
Montag, 18. Juni 2012, 17:13 Uhr
@36) riskro
Einen Moment hatte ich Ihren Beitrag übersehen, aber es war ein Genuss, Ihre Replik zu lesen. An mehreren Stellen musste ich herzhaft lachen, aber das war nur bedingt Ihre Schuld:
Ihre Ausführungen zu der Erzieher(innen)ausbildung sind gelinde gesagt populistisch und diffamierend. .Könnten direkt von Sarrazin sein.
Woraus ziehen Sie die Erkenntnis, dass Erzieher(innen) im Praxisjahr weniger arbeiten als ein Azubi im Lehrberuf?
Für mich ist eine Entschuldigung an Erzieher(innen) von Ihrer Seite fällig.
Dazu ich:
Nachdem meine Frau in Gemeindekindergärten, Behindertenstätten und Einrichtungen privater Träger gearbeitet hat, ist sie heute bei einem Kindergarten einer zentralen Bank in Frankfurt beschäftigt.
Ich glaube, ich habe hier den besten Einblick von allen in die Branche.
Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Kleinkinder, die Vollzeit in einer Kita untergebracht sind, einer starken Stressbelastung ausgesetzt sind, mag stimmen, vielleicht aber auch nicht Ich behaupte wissenschaftliche Studien nennen zu können, die zu einem anderen Ergebnis kommen. Solche Studien sind immer mit Vorsicht zu genießen.
Genau diese Studie ist derzeit bei Erziehern und in der anhängenden Wissenschaft das heiße Thema. Nur eins wird nicht debattiert: dass die Studie gefälscht sei. Eins sollten wir doch noch aus der eigenen Kindheit wissen: wer will denn einen ganzen Tag bespasst werden? Und es gehört nicht viel dazu, zu erkennen, dass 2jährige kaum 10-12 Stunden am Tag einer Gruppe ausgesetzt sein möchten.
Sie wollen nicht ernsthaft Prominente als Beispiele für die Gebärfreudigkeit von Gebildeten anführen? Bildungsferne sind Menschen mit einfachem oder ohne Bildungsabschluss (OECD).
Ich kenne natürlich die Erzieherinnen-Ausbildung und weiß, dass man heute 3-5 Jahre benötigt, bis man sich Erzieher nennen darf. Die Änderung und Verlängerung in Hessen ist z.B. erst wenige Jahre her. Zu den Gehältern: die meisten Einrichtungen sind staatlich organisiert und die Gemeinden sind an den geltenden Tarif gebunden. In privaten Einrichtungen wird mehr und weniger bezahlt, je nach der Qualifikation und Einrichtung. Pauschalierung hilft da nicht. Außerdem dürfen Sie nicht vergessen, dass die meisten Erzieherinnen jung sind und nach einigen Jahren aus dem Job ausscheiden. Demzufolge können sich gehaltstechnisch gar nicht so hoch klettern, insbesondere wenn sie halbtags arbeiten.
42) Günter Springer,
Montag, 18. Juni 2012, 17:32 Uhr
@38) Stefan P,
Sie schreiben: ” Wir sind, verglichen mit den USA,Frankreich,oder Luxenbourg eine äußerst kinderfeindliche Gesellschaft”
Ja, woran liegt den das???
Eltern, die keinen 8-Stundentag haben sondern ständig Überstunden machen müssen, ja müssen, haben zu wenig Zeit, sich mit ihren Kindern zu befassen, hinzu kommt noch der Stress der Arbeit, den sie mit nach Hause nehmen.
Hier müßte angesetzt werden.
Wo lassen den alleinerziehende Mütter oder Väter ihre Kinder während der Arbeitszeit, wohin bringen Eltern, die beide arbeiten müssen um ihre Familie durchzubringen, ihre Kinder?
Warum gibt es bei uns keine geregelten und strikt eingehaltenen Arbeitszeiten?
Gäbe es sie würden viele Probleme der Familien gelöst werden können.
43) Erwin Gabriel,
Montag, 18. Juni 2012, 19:46 Uhr
Lieber Herr P,
ich schließe mich dahingehend riskro an, der Ihnen Recht und Unrecht gibt.
Auf der einen Seite bin ich gegen das Betreuungsgeld, genauso wie ich gegen eine Nicht-Studienprämie, gegen eine Autobahn-Nichtbenutzungsprämie etc bin. Der Staat muss nicht, sollte nicht und darf nicht alles regeln.
Auf der anderen Seite stört mich an Ihren Darstellungen (wie auch an herrn Karl, Beitrag 28) das Verallgemeindernde (unter besonderer Berücksichtigung der eigenen Wertvorstellungen).
Es gibt Eltern, die ungewollt Kinder kriegen und zu unreif für die Erziehung des Nachwuchses sind – hier sind gut geführte Kitas klar die bessere Lösung. Auch wenn (sehr überspitzt formuliert, aber was ist schon ein guter Freund gegen einen guten Spruch) durch den Wohlstand verdorbene Jung-Liberale von den üppigen Boni sich lieber Freizeit kaufen, statt sich um das Wohl ihrer Kinder zu kümmern, mag eine Kita-Betreuung die für das Kind beste Variante sein.
In einer Zeit, in der auf der einen Seite zuviel Wohlstand (ob selbst erlebt oder “nur” angestrebt) und ein Übermaß an Freizeit-Angeboten (auch Fernsehen, Internet) bei gleichzeitiger Überförderung durch den Staat die Eigenverantwortlichkeit immer weiter einschränkt, bedeuten Kinder in der Regel (oft als überflüssig empfundene) Arbeit und Wohlstandsverlust. An den unteren Enden der Gesellschaft wiederum raubt der zunehmend härter werdende Lebenskampf die nötige Zeit, die nötige Kraft und das nötige Geld.
Das sind keine Probleme, die man mit dem verallgemeindernden Herbeten von Statistiken oder Theorien in den Griff kriegt.
44) wschira,
Montag, 18. Juni 2012, 20:40 Uhr
@20, Berger
ich glaube, Sie haben die parlamentarischen Gepflogenheiten noch nicht so richtig begriffen. Die Opposition ist nicht dafür verantwortlich, die Beschlussfähigkeit des Parlaments herzustellen. Dafür ist die Regierungskoalition selbst veramtwortlich. Die gegenwärtige Koalition hat eine absolute Mehrheit, und wenn die für ein so “wichtiges” Gesetz organisiert worden wäre, hätte die Opposition können “hammelspringen” oder der Abstimmung fernbleiben oder was auch immer, sie hätte die Regierung nicht stoppen können. Wenn ich es richtig mitgekriegt habe, haben etwa 110 Abgeordnete der Koalition gefehlt. Wenn die Opposition richtig fies gewesen wäre, hätte sie die Beschlussfähigkeit des Parlaments herbeigeführt und dann das Gesetz mit ihrer zu dieser Zeit herrschenden Mehrheit abgelehnt. Aber auch das wäre kein Missbrauch des Parlaments gewesen, sondern nur die legale Ausnutzung parlamentarischer Möglichkeiten.
@StefanP
Ihre Beiträge kann ich noch nicht einmal unter der Rubrik “Neoliberaler Hardliner” einordnen, es ist unterste KKK-Ideologie (Kinder, Kirche, Küche).
“Ein 2jähriges Kind ist bei einer ganztägigen Unterbringung in einem Hort einer Stressbelastung ausgesetzt, die der von missbrauchten Kindern entspricht. Plakativ formuliert: die genannten Parteien unterstützen den flächendeckenden, staatlich geförderten Missbrauch von Kindern. ”
Gehts noch? Wo stammt denn diese Ungeheuerlichkeit her? Ist das auf Ihrem eigenen Mist gewachsen oder haben Sie im völkischen Schlamm gebuddelt? Bisher habe ich Sie für einen stramm Rechtsliberalen gehalten, dessen Ansichten ich nicht einmal im Ansatz teile, aber mit dem man diskutieren kann. Aber bei dieser Aussage ist die Satisfaktionsfähigkeit unterschritten.
45) Friddi,
Montag, 18. Juni 2012, 20:56 Uhr
Also Kinder werden in der Kita vergewaltigt? Wer soll so einen Müll glauben?
Im Ernst nennen Sie doch bitte Ross und Reiter bei SO einer Studie. Das eine KiTa-Unterbringung nicht nur Vorteile hat ist ja klar, aber das ist doch viel zu starker Tobak.
Desweiteren erscheint mir das Beispiel mit den schlechten Eltern auch als konstruiert. Da liegt ja das Problem bei den Eltern und nicht bei der KiTa. Das ist die Externalisierung von Schuld.
46) tanne,
Montag, 18. Juni 2012, 22:29 Uhr
Da gerade Fußball läuft und die schwarz-gelben Lautsprecher das Verhalten der Opposition als dreistes Foul bezeichnet haben: Das war eben ein klassischer Fall von Abseitsfalle, in die die Regierungskoalition getappt ist. Ich hätt’ mich kringeln können! Das war für mich mal wieder ein Beitrag zur temporären Überwindung meiner Politikerverdrossenheit.
[...die bis heute Abend anhielt, als Seehofer Überlegungen anstellt, das Votum der Münchner gegen die dritte Startbahn auszuhebeln. Aber das ist ein neues Thema.]
47) StefanP,
Montag, 18. Juni 2012, 22:44 Uhr
@Michael Spreng
Die dunkle Seite der Kindheit:
Indes entbrannte in den Vereinigten Staaten gleichfalls in den achtziger Jahren eine Debatte über die Frage, ob kleine Kinder in diesem grundlegend veränderten Umfeld nicht womöglich Schaden nähmen. Wissenschaftliche Untersuchungen erbrachten zunächst uneinheitliche Ergebnisse. Für Unruhe sorgte die Längsschnittstudie des Entwicklungspsychologen Thomas Achenbach (Universität Vermont), der an mehr als 3000 Schülern einen deutlichen Rückgang sozioemotionaler Kompetenzen feststellte. Im Vergleich zu den Siebziger Jahren waren amerikanische Kinder 15 Jahre später verschlossener, mürrischer, unglücklicher, ängstlicher, depressiver, aufbrausender, unkonzentrierter, fahriger, aggressiver und häufiger straffällig. Sie zeigten bei 42 Verhaltensindikatoren schlechtere Ergebnisse, bei keinem Kriterium schnitten sie besser ab.
Um diese auch als „child care wars“ bezeichneten Auseinandersetzungen zu befrieden, wurde eine Großstudie ins Auge gefasst. Unter der Regie des renommierten National Institute of Child Health and Development (NICHD) entwickelte eine Gruppe weltweit führender Spezialisten für frühkindliche Entwicklung Anfang der neunziger Jahre ein ausgefeiltes Untersuchungsdesign, in dem nahezu alle Faktoren berücksichtigt wurden, die für die kindliche Entwicklung relevant sind. Daraufhin wurden mehr als 1300 Kinder, überwiegend aus weißen Mittelschichtfamilien, im Alter von einem Monat in die Studie aufgenommen. Über einen Zeitraum von fünfzehn Jahren wurden sodann die kognitive Entwicklung und das Verhalten der Kinder detailliert gemessen. Ebenso wurden überdies der Bildungsstand, der sozioökonomische Status und der Familienstand der Eltern, dazu verschiedene Dimensionen der Eltern-Kind-Interaktion sowie eine Vielzahl an Daten zur außerfamiliären Betreuung wie Art der Einrichtung, Besuchsdauer und Betreuungsqualität. Dieser weltweit einzigartige Datensatz wurde bis heute in über 300 wissenschaftlichen Publikationen ausgewertet und steht auch externen Forschern für eigene Analysen zur Verfügung.
http://www.nichd.nih.gov/publications/pubs/upload/seccyd_051206.pdf
Lieber Herr Spreng, wenn Sie die Studie über die verhängnisvolle, um nicht zu sagen desaströse, Langzeitwirkung der Krippenbetreuung gekannt hätten, wäre Ihr Kommentar so ausgefallen wie er ausgefallen ist? Halten Sie im Angesicht solcher Studien (die Wiener ist nur eine neue, die die umfangreichen Daten der Amerikaner bestätigt) den Krippenausbau weiterhin für sinnvoll?
Die Autoren der NICHD-Studie leiteten aus diesen Ergebnissen zahlreiche Empfehlungen ab. Kurz gefasst lauten diese: Die Qualität der Betreuung müsse gesteigert werden, die Dauer der Betreuung sei zu reduzieren, während die Eltern in ihrem Erziehungsauftrag gestärkt werden müssten. In den Vereinigten Staaten hat sich allenfalls des ersten Punktes angenommen. In Deutschland wiederum sind die Politiker auf dem besten Weg, die erste und dritte Empfehlung nicht ernst zu nehmen und die zweite Empfehlung – die Verringerung der Betreuungsdauer – in ihr Gegenteil zu verkehren.
48) Fassmann,
Montag, 18. Juni 2012, 23:46 Uhr
Und wer wirft die Stange ins ESM-Getriebe? Gegen die Kosten dieser Ideologie sind die des Betreuungsgeldes ein Sonderangebot, scheint aber wohl egal, Hauptsache im Urlaub kein Geld wechseln müssen……
49) Minassian,
Dienstag, 19. Juni 2012, 08:32 Uhr
Das Dilemma ist der Föderalismus. Da können die Damen von der Leyen, Schröder und Schavan sich noch so austoben. Populisten wie MP Seehofer werden immer dann blockieren oder forcieren, wenn sie ahnen, woher Volkes Stimme weht. Es geht weniger um die Sache, als über den Stammtisch Stimmen zu fischen. Die Betroffenen selbst zählen da kaum noch – die Kinder ! Es geht nur noch darum – wer glaubt,
am meisten zu punkten bzw. sich zu ‘profilieren’. Da ist es Seehofer und Dobrindt um der Macht willen doch völlig wurscht, was der Betroffenen Meinung ist. Sie persönlich sind immer auf der sicheren Seite.
50) StefanP,
Dienstag, 19. Juni 2012, 08:50 Uhr
@44) wschira
@45) Friddi
Die Verlinkung zu dem Zitat habe ich unter 47) nachgeholt.
Jene Cortisol-Tagesprofile, wie sie bei Kleinkindern in Kinderkrippen nachgewiesen wurden, lassen sich am ehesten mit den Stressreaktionen von Managern vergleichen, die im Beruf extremen Anforderungen ausgesetzt sind. Bei Kindern liegen die Hormonwerte weit jenseits der milden und punktuellen Aktivierungen des Stresssystems, die als entwicklungsförderlich anzusehen sind.
Wie sich diese Überforderung im späteren Leben auswirken kann, lässt sich mittlerweile der NICHD-Studie entnehmen. Kürzlich wurden die morgendlichen Cortisol-Werte der inzwischen 15 Jahre alten Studienteilnehmer gemessen. Bei den Probanden, die schon früh ganztags betreut worden waren, zeigten sich die gleichen Veränderungen wie Kindern, die in der Familie emotional vernachlässigt oder misshandelt worden waren. Besonders fällt auf, dass die Effekte in beiden Gruppen gleich stark waren, dass die Veränderungen unabhängig von der Qualität der Betreuung auftraten und dass sich die Stresseffekte von Tagesbetreuung und familiärer Vernachlässigung addierten. Mit anderen Worten: Die Krippenbetreuung wirkte sich weder kompensatorisch noch schützend aus. Alles in allem steht damit fest, dass Krippenbetreuung die Stressregulation auch langfristig negativ beeinflusst. Und: Das in der Öffentlichkeit verbreitete Mantra ist falsch, alle Probleme der Krippenbetreuung ließen sich alleine mit Qualität lösen.
Kann natürlich sein, dass die führenden Wissenschaftler alles strenge Rechtsliberale sind, die man nicht ernst zu nehmen braucht. Das könnte aber auch eine Außenseitermeinung Ihrerseits sein. Halten Sie mich bitte nicht für so dumm, dass ich mich bei einem Thema ohne Grundlagen weit aus dem Fenster lehne, dass ich nicht selber studiert habe. So, jetzt müssen Sie den umfangreichen Fakten erstmal etwas ernst zu Nehmendes entgegen setzen.
51) StefanP,
Dienstag, 19. Juni 2012, 09:14 Uhr
@42) Günter Springer
@43) Erwin Gabriel
Amerikaner sind weit mehr zeitlich an den Arbeitsplatz gebunden als Deutsche. Das Problem der Kinderfeindlichkeit ist keins der Arbeitszeiten oder Stressbelastung der Eltern. Es ist eins der grundsätzlichen Einstellungen unserer Gesellschaft zu etwas, das in “Freigehegen” kaum mehr stattfindet. Es ist das Ergebnis einer Gesellschaft, wo Rentner Kindern zahlenmäßig überlegen sind.
Immer noch leben und arbeiten die meisten Menschen in einem 20-50 km-Radius von dem Ort, wo sie aufgewachsen sind. D.h. ihr familäres Umfeld ist prinzipiell erreichbar und kann in die Kinderbetreuung eingebunden werden. Doch Oma und Opa sind bei besserer Fitness auch nicht mehr das, was sie früher waren.
52) Erika,
Dienstag, 19. Juni 2012, 09:51 Uhr
Sehr geehrter Herr Spreng,
da bleibt mir nur noch einen Satz von Ihnen zu zitieren:
“Berlin bräuchte endlich einen Bürgermeister, der die Stadt und ihre Probleme ernst nimmt, einen Pflichtmenschen, keinen Spieler.”
Möchte nur das Wort Bürgermeister durch das Wort Kanzlerin ersetzen und die Stadt durch die Menschen.
Wo ist die Verantwortung der Kanzlerin und ihre Richtlinienkompetenz? Lassen Sie Merkel nicht länger “präsidial über den Parteiniederungen schweben.”
53) Erwin Gabriel,
Dienstag, 19. Juni 2012, 10:26 Uhr
@ 47) StefanP, Montag, 18. Juni 2012, 22:44 Uhr
Liebende Eltern, feste Bezugspersonen und klare Regeln sorgen automatisch für die beste Kindererziehung. Dafür braucht man doch keine Studie, das zeigt einem jeder Hund und jede Katze.
Diese Theorien, Studien, Statistiken und Untersuchungen sowie die ständigen Versuche, politisch geprägte Ideologien durchzusetzen, haben schon viel Schaden angerichtet.
54) riskro,
Dienstag, 19. Juni 2012, 10:30 Uhr
Werter StefanP, man sollte mit der Behauptung den besten Eindruck hier im Blog in die Branche der Erzieherinnen zu haben, vorsichtig sein.
Meine Frau, 65 Jahre jung, war ab Ihrem 25.Lebensjahr jahrelang als Kindergartenleiterin mit angeschlossenen Hort im Sozialen Brennpunkt, verantwortlich tätig. Die letzten 12 Jahre, bis zu ihrem Eintritt mit 60. Jahren in den Ruhestand auf grund einer Zusatzausbildung, im Grundschulbereich, ebenfalls an einer Schule im Sozialen Brennpunkt. Ob “ich” dadurch mehr Ahnung habe als andere Kommentatoren hier im Blog kann ich nicht sagen, jedoch meine ich auf grund zahlreicher Gespräche und auch kontroverser Diskussionen mit meiner Frau, eine fundierten Einblick zu haben. Übrigens war meine Frau mit 25 bereits höchstbezahlte Kindergärtnerin in einer Stadt von 400.000 Einwohner.
55) Sukram71,
Dienstag, 19. Juni 2012, 11:38 Uhr
Wir können nur hoffen, dass die CSU nicht locker lässt und das Theater bis zum Bundestagswahlkampf weiter geht.
Damit die Merkel, die Totengräberin Europas, endlich weg kommt.
56) StefanP,
Dienstag, 19. Juni 2012, 12:21 Uhr
@54) riskro
Okay, wir könnten das natürlich wie früher beim Autokartenspiel machen: die beiden Tanten meiner Frau waren auch zeitlebens im Erziehungswesen, die eine als Ausbilderin und eine dritte(Verwandtschaftsgrad weiß ich jetzt zum Glück nicht) ist ebenfalls Erzieherin (eine der minderen Qualität). Zu meiner Entlastung kann ich jedoch anführen, dass meine Frau ursprünglich etwas anderes gelernt hatte, wo die Karrierechancen weit besser waren. Als sie sich umentschied, hatten wir in jungen Jahren eine sehr heftige Auseinandersetzung, da ich sie nicht zeitlebens subventionieren wollte. Es hat nichts genützt.
Aber das ist nicht der Punkt. Die Frage ist, was dieser seltsame Rechtsanspruch in der Branche angerichtet hat und was er in unseren Köpfen anrichtet. Jedes kostenlose oder zu geringen Kosten bereitgestellte Angebot wird auch genutzt und so kommt es halt sehr leicht, dass man die Zeit am Ende des Jahres oder auch nur nach Feierabend nicht als erstes mit den eigenen Kindern nutzt, sondern mit den Freunden oder auch alleine. Der Nachwuchs ist ja gut aufgehoben.
Erzieherinnen sind keine besseren Erwerbstätigen, die meisten besitzen bestenfalls einen durchschnittlichen Realschulabschluss, eine vielversprechende Karriere in einem renommierten Unternehmen oder Branche ist damit ausgeschlossen und wird zumeist auch nicht angestrebt. Man findet dort genauso faule wie idealistische Leute, intrigante wie engagierte Persönlichkeiten. Seit dem der Anspruch im Gesetzesblatt steht und damit Staatsziel ist, haben sich nicht mehr Menschen für den Ausbildungsberuf entschieden. Der Staat erhöht aber dramatisch die Nachfrage nach Erziehern. Die Folge ist klar: keine Möglichkeit der Träger, bei unterdurchschnittlichen Bewerbern den Lohnanspruch zu drücken und breites Angebot an freien Stellen für alle. Selbst die 1a-Kindergärten in Frankfurt suchen derzeit händeringend nach Kandidatinnen. Wie sieht das erst bei den nicht so attraktiven Einrichtungen aus?
Ich kenne Ausbilder(innen), die für ihre Schützlinge die Abschlussarbeiten praktisch nachgeschrieben haben. Das gibt es in keinem anderen Ausbildungsberuf außerhalb des Sozialen. So werden Nieten zu guten Erzieherinnen gemacht.
Die NIHCD-Studie schreibt als internationale Handlungsempfehlung:
Die Qualität der Betreuung müsse gesteigert werden, die Dauer der Betreuung sei zu reduzieren, während die Eltern in ihrem Erziehungsauftrag gestärkt werden müssten. In den Vereinigten Staaten hat sich allenfalls des ersten Punktes angenommen. In Deutschland wiederum sind die Politiker auf dem besten Weg, die erste und dritte Empfehlung nicht ernst zu nehmen und die zweite Empfehlung – die Verringerung der Betreuungsdauer – in ihr Gegenteil zu verkehren.
57) karel,
Dienstag, 19. Juni 2012, 13:35 Uhr
___unterste KKK-Ideologie (Kinder, Kirche, Küche).___
wer Klischee´s dieser Art in Diskussionen ernsthaft benutzt,
weiß offenbar nicht, daß er selbst ein ganz ganz großes Problem hat.
Abseits der Diskussion um das Betreuungsgeld, ob sinnvoll oder nicht,
ist allein die Verwendung des Wortes “Herdprämie” in dem beabsichtigten Sinne
eine grenzenlose Verachtung vieler Frauen und Mütter.
Im gleichen Atemzuge womöglich noch von Diskriminierung zu sprechen,
ja, das wäre ein grandioses Dokument der hierzulande herrschenden
Familien- und Zukunftsfeindlichkeit.
Geht´s noch?
58) karel,
Dienstag, 19. Juni 2012, 15:57 Uhr
Sehr geehrte Frau Erika,
Was unsere jetzige Kanzlerin für Deutschland und Europa leistet,
sind die kollossalen Reparaturarbeiten für eine Runde rot-grün in der Vergangenheit.
Was der aktuelle Mainstream zu dem Thema da absondert, spottet jeder Beschreibung.
Ein autarkes Europa, unabhängig von den bevormundenden Finanzmärkten dieser Welt
war nur zu erreichen durch die Einhaltung der Stabilitätskriterien. Genau dieser Weg
wurde durch die o.g. Runde regelrecht torpediert. Das ehemalige Regierungsmitglied
Michael Naumann spach in diesem Zusammenhang selbst von der “Ahnungslosigkeit der Linken”
Erst die “Heuschrecken” hereinlassen, um dann ablenkend laut lärmend dies zu reklamieren.
Den Konzernen und der Finanz- und Invenstmentbranche Steuergeschenke in zweistelligen
Euro-Milliarden gewähren, um wegen der dann fehlenden Steuereinnahmen den Stabilitätspakt zu brechen, zusammen mit Frankreich.
Hauptsache, wir erkennen den “Kundenfang” mit den “Hoteliers-Vergünstigungen”.
Vergünstigungen, die zu einem großen Teil der Modernisierung des Hotel- und Gaststätten-
gewerbes dienen.
Hauptsache, wir glauben den Medien den “Abgesang” auf unsere Kanzlerin.
Armes Deutschland. Weiter so.
Ein autarkes Europa zu schaffen in diesem “Nest der Eitelkeiten und advokaten Kleinkariertheiten”,
eine Herkulesaufgabe, die heutzutage nur noch eine unglaublich starke Frau leisten kann.
Männer, in den letzten 40 Jahren der Feminisierung, Fehlanzeige……
59) karel,
Dienstag, 19. Juni 2012, 16:06 Uhr
Was muß das nur für ein Menschenbild sein?
Da läßt diese Gesellschaft die Tötung werdenden Lebens zu Hunderttausenden zu,
um anschließend der dezimierten Generation die grandiosen Alterungslasten der Gesellschaft
per hemmungsloser Schuldenmacherei aufzuhalsen.
Da ruft diese Gesellschaft nach Einwanderung, unfähig, egoistisch, feige, sinnsuchend im Matereriellen, selbst der Generationenfrage gerecht zu werden.
Da sollen andere Länder mit großem Aufwand Kinder großziehen, um diese nach erfolgter
“Fertigstellung” möglich bestens ausgebildet Deutschland überlassen, um deren “Defizite”
auszubügeln.
Was muß das nur für ein Menschenbild sein……..
60) Don Corleone,
Dienstag, 19. Juni 2012, 17:28 Uhr
Ich berichte — auch mit Bezug auf StefanP.s Argumente und Auszüge aus wissenschaftlicher Empirie, die schwerlich zu widerlegen sind — aus der Praxis eines dreifachen Vaters. Allerdings aus vergleichsweise paradiesischen Verhältnissen: intakte Ehe, Wohnsitz auf dem Land, inmitten anderer Familien mit Kindern, allesamt gut & lustig befreundet … Vater in der Lage, die Seinen mit seinem Gehalt zu ernähren, nicht gerade fürstlich, aber so, dass treues Weib ihren Beruf für 10 Jahre ad acta legen konnte, um sich ausschließlich dem Nachwuchs zu widmen.
Es gab einen riesigen Spielpaltz, von den Eltern gemeinschaftlich gebaut und erhalten, auf dem sich etwa 25 Kinder zwischen 3 und 12 Jahren tummelten. Wo auch die für ein ganzes Leben abhärtende “Dreckimpfung” und die wichtigen kleinen Rangeleien stattfanden, die heutigen Kindern weder von Kitas noch von Eltern gestattet werden. Buben durften Buben sein, Mädchen Mädchen, und eine Schramme war eine Schramme, Teil der Wirklichkeit.
Daheim gab’s Erzählen, Vorlesen, Gutenachtgeschichten, Blödeln und Wortspiele in zwei Sprachen — und eine entspannte Innigkeit, die bis heute ungebrochen ist. (Die Kinder machen jetzt Abi bzw. studieren.)
Als sie vier waren, kamen schriftliche Einladungen der Gemeinde, sie in den Kindergarten zu schicken, zwecks Sozialisation mit Gleichaltrigen und “padagogischer” Vorbereitung auf die Grundschule. Na klar, wir brachten wir sie hin. — Aber alle drei hatten nach ebenso vielen Wochen keine Lust mehr: Jede harmlose Rangelei um eine Puppe oder einen Legostein rief dort irgendeinen panischen Über-Pädagogen auf den Plan, der die Kinder einen ganzen Nachmittag lang mit Friedens- und Ökoparolen am Spielen hinderte.
Worauf unsere Kinder ihr Kita-Gastspiel beendeten und zurückkehrten in die turbulente Welt der Wiesen und Wälder, die sie mit jüngeren und älteren Kindern teilten und die sich selbst regulierte — unter maximal rudimentärer Elternaufsicht.
In dieser frühen Zeit fiel der unselige Satz eines Politikers (war’s einer der SPD-”Stones”? Ich weiß es nicht mehr, aber der Satz fiel), der da lautete: “Wir wollen die Lufthoheit über den Kinderbetten.”
Ein Staat, der das will (der Satz impliziert ja eine frühe Indoktrinierung der Kinder), hat sich als totalitär demaskiert; aber so was fällt ja kaum noch auf. Die frühe Entfernung der Kinder aus der elterlichen Obhut, wie heute propagiert, ist eine Vertiefung dieser üblen Ideologie.
Ein möglichst intaktes Elternhaus ist durch nichts zu ersetzen. Dort erfahren Kinder bedingungslose, ideologiefreie Zuneigung, Vertrauen, Verlässlichkeit und Verständnis: Rüstzeug für ein ganzes selbstbestimmtes Leben. Keine staatliche Institution, keine politisch-soziale Zuwendung wird diese unentbehrliche, ungefilterte Innigkeit je ersetzen können.
Die Familie galt einst als Keimzelle der Gesellschaft oder gar des Staates. Heute gilt diese Ansicht als unmodern, die alleinerziehende Mutter als Prototyp, die staatliche Übernahme elterlicher Aufgaben als fortschrittlich. — Aber Keimzellen widersetzen sich beharrlich der künstlichen Befruchtung. That’s the name of the game.
61) Don Corleone,
Dienstag, 19. Juni 2012, 17:46 Uhr
P.S.: Auch die Ansichten von karel (58 und 59), erst jetzt entdeckt, halte ich für klug und augenöffnend. Auch für einen wertvollen Denkanstoß.
62) Günter Springer,
Dienstag, 19. Juni 2012, 18:19 Uhr
58) Karel
Sie schreiben: “Was unsere jetzige Kanzlerin für Deutschland und Europa leistet, sind die Kollossalen Reparaturleistungen für eine Runde rot-grün in der Vergangenheit”
Frage : aus welcher Klamottenkiste haben Sie denn diese Erkenntnis? Wie verträgt sich diese ,Ihre Aussage mit Ihrem Beitrag unter 59) ?
Nun ist wohl zu diesem Menschenbild der Gesellschaft, das Sie beschreiben die jetzige Kanzlerin, die Sie ja als unglaublich starke Frau sehen, mit ihrer Richtlinienkompetenz nicht mehr zugegen.?
Ja, wo is sie denn???
63) Günter Springer,
Dienstag, 19. Juni 2012, 18:24 Uhr
51) StefanP.
Mir scheint Sie betrachten die Situation der Kinder und Kindererziehung sehr theoretisch und vom Hörensagen. Die Praxis sieht leider, leider anders aus.
64) Erika,
Dienstag, 19. Juni 2012, 23:20 Uhr
@58) karel, Dienstag, 19. Juni 2012, 15:57 Uhr
Sehr geehrter Herr Karel,
Wenn ich die Berichterstattung “aktuelle Mainstreamt absondert” ansehe, stimme ich Ihnen ausdrücklich zu. Merkel wurde die letzten 2 Jahre für jeden ihrer Rettungsgipfel persönlich in der Presse gefeiert. Allerdings wurde bisher nur Zeit gekauft und wie man an Spanien, Zypern und Italien sieht ist die Krise keineswegs gestoppt. Trotzdem geht die Presse doch äußerst pfleglich mit Angela Merkel um.
Heute bekam Angela Merkel zwar ein Urteil vom Bundesverfassungsgericht über die Mitwirkungsrechte des Parlaments und vor kurzem ein Urteil wegen dem neuen Wahlrecht aber richtig große Aufmacher gegen Angela Merkel war dies bisher in den Medien nicht. Warten wir mal die nächsten Tage ab.
Auf dem Gipfel in Mexiko wurde zwar nur wenig Verbindliches beschlossen, aber die große Bühne konnte mal wieder gut genutzt werden. Und am Ende ist Angela Merkel wieder die Beliebteste.
Die Stabilitätskriterien besagen unter anderem, dass die Gesamtverschuldung 60 % des Bruttoinlandsprodukts nicht übersteigen darf, zur Zeit sind wir bei ca. 80 % und die Regierung Merkel macht weiter neue Schulden, obwohl wir zur Zeit noch wirklich gute Konjunkturzahlen haben.
Rot-Grün hatte zur Gegenfinanzierung der Steuersenkungen das “Steuervergünstigungsabbaugesetz” beschlossen. Dies wurde von der damaligen Opposition blockiert und Roland Koch machte zusammen mit Angela Merkel Wahlkampf in Hessen: “Rot-Grün plant 39 Steuererhöhungen” (das genaue Zitat weiß ich nicht mehr). Als Kanzlerin hat Angela Merkel den Abbau dieser Steuervergünstigungen, die sie damals abgelehnt und blockiert hat, zwischenzeitlich beschlossen und umgesetzt. Es ging ihr damals nur darum “Rot-Grün” zu schaden, das darf sie als Oppositionsführerin. Dass dies auch zum Bruch des Stabiltätspakts beigetragen hat, hat sie wohl billigend in Kauf genommen.
Wenn für Sie eine unglaublich starke Frau bedeutet einen gesellschaftlichen Konsenz wie bei der Atomkraft aufzukündigen, die Laufzeiten für die Kernkraftwerke zu verlängern und dann aus wahltaktischen Gründen sofort auszusteigen (Tsunami-Gefahr in Deutschland) und die enormen Kosten dafür ebenfalls wieder billigend in Kauf zu nehmen, dann stimmt unsere Definition von unglaublich starken Frauen nicht überein. Dies ist übrigens die andere Baustelle, die uns die Regierung Merkel hinterlassen wird.
65) Frank Reichelt,
Mittwoch, 20. Juni 2012, 09:55 Uhr
Bei einigen Kommentatoren, Herrn Spreng eingeschlossen, scheint es Unklarheit darüber zu geben, was letzten Freitag im Bundestag tatsächlich passiert ist.
1. Der Hammelsprung wurde nicht zur Feststellung der Beschlussfähigkeit des Parlaments angesetzt, sondern weil es über eine vorangegangene Abstimmung Uneinigkeit im Prasidium über die Mehrheitsverhältnisse gab.
2. Die Abstimmung gab es zu einem Antrag der OPPOSITION, die durch die vorsätzliche Nichtteilnahme am folgenden Hammelsprung ihren eigenen Antrag torpediert hat.
3. Es waren keineswegs zu wenig Abgeordnete im Parlament und frühzeitig ins Wochenende gereist, wie hier populistisch behauptet wird, sondern bei einer vollzähligen Teilnahme der anwesenden Abgeordneten am Hammelsprung wäre die Beschlussfähigkeit problemlos hergestellt worden.
4. Es ging zu keiner Zeit inhaltlich um das Betreuungsgeld, dieses sollte zu einem späteren Tagesordnungspunkt debattiert werden, die Teilnahme der zuständigen Ministerin war zu diesem Zeitpunkt also überhaupt nicht notwendig.
5. Viele Abgeordnete, die sich die Woche über in Berlin aufhalten, haben Freitagabend und Samstags Termine in ihren Wahlkreisen, verabschieden sich sich also nicht ins Wochenende um die Beine hochzulegen.
Bei sachlicher Betrachtung verliert der angebliche Skandal also völlig an Fahrt, es handelt sich lediglich um einen durch die Geschäftsordnung des Bundestages gedeckten technischen Trick um die Sitzung abzubrechen, natürlich mit dem Ziel, das Betreuungsgeld über die Sommerpause zu heben, verhindern kann man es dadurch letztlich aber nicht.
66) Erika,
Mittwoch, 20. Juni 2012, 10:34 Uhr
@)60) Don Corleone, Dienstag, 19. Juni 2012, 17:28 Uhr
Sehr geehrter Don Corleone,
Wer sollte Ihnen widersprechen, dass ihre paradiesischen Verhältnisse, paradiesische Verhältnisse waren. Aber ein Betreuungsgeld von 100,– € – / 150,– € für einen begrenzten Zeitraum, hätte daran ja wohl auch nicht wirklich etwas geändert.
Dass Ihr ” treues Weib ihren Beruf für 10 Jahre ad acta legen konnte” und dann wieder einsteigen konnte, ist ein weiterer Glücksfall.. Wem gelingt dies wirklich?
Leider haben nicht ALLE diese Bedingungen und deshalb müssen Betreuungsmöglichkeiten geschaffen werden. Das Geld sollte nicht für die Verbesserung der paradiesischen Verhältnisse eingesetzt werden, sondern für die, die es nicht so gut getroffen haben.
Erika
P.S. Das mit der Lufthoheit, sagte 2002 der damalige Generalsekretär der SPD Olaf Scholz. Aber es war nicht die Regierung Schröder, die es zum Gesetz gemacht hat.
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/familienpolitik-die-verlorene-lufthoheit-der-spd-1412504.html
67) StefanP,
Mittwoch, 20. Juni 2012, 10:54 Uhr
@60) Don Corleone
Es hätte mich schon interessiert, inwieweit solche wissenschaftlichen Studien, in diesem Fall die breiteste und langfristigste ihrer Art weltweit, Einfluss auf die Meinungsbildung hat. Michael Spreng hat dieses Wissen sicher nicht gehabt, als er den Kommentar über das Betreuungsgeld schrieb. Für die, welche fachlich mit dem Thema zu tun haben, hat es jedenfalls tiefen Eindruck gemacht.
Meine Frau arbeitet wie gesagt in einer noblen und großen Krippe. Aufgrund dieser Studie haben sie eine Selbstreflexion gemacht. Tatsächlich sind die Kinder, welche über die empfohlene Stundenzahl von maximal 20 pro Woche betreut werden, verhaltensauffällig. Besonders kritisch ist es bei jenen, die 50 Stunden und mehr untergebracht sind.
Es ist ja auch bezeichnend, dass diese Studie, schon ein paar Jährchen alt, erst jetzt in Deutschland durchtickert. Da sind Verschwörungstheoretiker nicht aktiv.
Blogger, die bei jeder politischen Maßnahme fragen: wem nützt es?, stellen sich hier stumm. Wieso wurde diese Studie, aufgesetzt in den 1980er Jahren, in den von der GEW dominierten wissenschaftlichen Zweigen bisher weitgehend negiert? Wieso stützt man sich vorrangig auf sozio-ökonomische Studien aus den skandinavischen Ländern? Wem nützt der Rechtsanspruch und das hohe Investment des Staates in einem Land, wo die Zahl der zu betreuenden Kinder stetig abnimmt und man doch gleichzeitig keine verpflichtende Betreuung für Kinder aus Problemhaushalten möchte?
Materiell nützt es in erster Linie den Mittelklassefamilien, die das eigene Budget schonen, sowie die Klientel der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Dann ziehen all jene einen Vorteil, die versuchen, Genderstreaming in unserer Gesellschaft einzuführen. Das sind vorne weg Spitzenpolitiker wie Ursula von der Leyen. Diesen Personenkreisen waren die Studien mit Sicherheit bekannt, in der Öffentlichkeit wurden jedoch bis heute nicht die Auswirkungen auf das Verhalten von krippenbetreuten Kindern debattiert, geschweige denn erwähnt. Bis heute ist die Diskussion allein von sozioökonomischen Wirkungen und Familien- also Lebensmodellen dominiert.
Betroffene sind als erstes Kinder und erst in zweiter Linie Eltern. Zeit zu debattieren. Und Zeit, den eigenen Standpunkt zu überdenken. Lieber Herr Spreng, es wäre wirklich hochinteressant, wie Sie inzwischen darüber denken.
68) Erwin Gabriel,
Mittwoch, 20. Juni 2012, 11:22 Uhr
56) StefanP, Dienstag, 19. Juni 2012, 12:21 Uhr
>> Erzieherinnen sind keine besseren Erwerbstätigen,
>> die meisten besitzen bestenfalls einen
>> durchschnittlichen Realschulabschluss …
Autsch…
nicht nur ein unnötig abfälligen Kommentar (einen “bestenfalls durchschnittlichen” Realschulabschluß), sondern auch ein recht dummer. Um Kinder “erfolgreich” großzuziehen, sind Empathie und Persönlichkeit der Erzieher(innen) deutlich wichtiger als deren Schulbildung (zumindest über den Realschulabschluß hinaus).
Mir ist eine einfühlsame und verständnisvolle Kindergärtnerin, die sich auf Deutsch und die vier Grundrechenarten beschränkt, deutlich lieber als jemand mit Abitur / Studium / Examen, der an seinen Schützlingen irgendwelche Erziehungs-Theorien ausprobiert.
PS: Ihrer Meinung zum Betreuungsgeld kann ich mich ja anschließen. Ist und bleibt dummes Zeug.
69) Erwin Gabriel,
Mittwoch, 20. Juni 2012, 11:53 Uhr
@ 58) karel, Dienstag, 19. Juni 2012, 15:57 Uhr
>> Was unsere jetzige Kanzlerin für Deutschland und Europa leistet,
>> sind die kollossalen Reparaturarbeiten für eine Runde rot-grün
>> in der Vergangenheit.
Ein CDU-Kanzler namens Helmut Kohl hat sich 16 Jahre lang nötigen Reformen verweigert, um seine Wähler nicht zu verschrecken. Da hat Rot-grün ordentlich Aufräumarbeit leisten müssen (und auch geleistet, wenngleich nicht in berauschender Qualität). Nun ist auch Frau Merkel schon einige Jahre an der macht, hat einige Fehler von Rot-grün ausgebessert, einige verstärkt, einige eigene Fehler gemacht, und ansonsten im Stile Kohls den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.
Zu Beginn der Griechenland-Krise hat sie sich sehr dilettantisch verhalten und sich (einmal mehr und gegen den eindringlichen Rat von Finanzminister Schäuble) vor nötigen Entscheidungen gedrückt mit dem Ergebnis, dass das Land mit der Wirtschaftskraft Hessens ganz Europa in den Abgrund zu ziehen droht.
Nicht, dass ich Vertrauen in die Politik der SPD hätte. Aber soweit ich das mit meinen bescheidenen Kenntnissen beurteilen kann, hat noch kein anderer Kanzler unserem Land solchen finanziellen Schaden zugefügt, den nächsten Generationen derart große Probleme hinterlassen, den internationalen Ruf derart ruiniert, so unkalkulierbar regiert (u.a. Bundeswehr-Reform, Wiederein- und Wiederausstieg aus der Atomkraft), so viele gute Leute über die Klinge springen lassen.
Die Heuschrecken gab es vor Gerhard Schröder, und es wird sie auch nach Frau Merkel geben. Das ist, soweit es ein Problem ist, kein deutsches, sondern ein weltweites Problem. Und die kolossalen Aufräumarbeiten haben eher wenig mit der in dieser Form unnötigen Liberalisierung der Finanzmärkte durch die SPD zu tun (Widerstand dagegen kam übrigens bestenfalls von Oskar Lafontaine, nicht von der CDU), sondern durch Merkels anfängliche Passivität in der Griechenland-Krise, die für ziemlich viele Spekulanten eine unwiderstehliche Einladung zum Abzocken darstellt.
PS
Um zum Thema zurück dieses Sprengsatzes zurückzukommen:
Ceterum censeo pecuniam juviaminis esse delendam
70) Michael A. Nueckel,
Mittwoch, 20. Juni 2012, 11:57 Uhr
@ StefanP. 38), 56)
Mehrfach erkenne ich unzutreffende rechtliche Begründungsversuche: “Seit dem der Anspruch im Gesetzesblatt steht und damit Staatsziel ist” (#56) stellt eine sehr kühne Behauptung dar und ist in dieser Schlußfolgerung (Staatsziel) abwegig. Auch basiert das GG auf keiner “Freiheitstheorie” (#38), sondern geht u.a. von einem (fundierten) Freiheitsbegriff aus. Ich rege eine sorgfältigere Recherche für einen verantwortungsvolleren Gebrauch dieser und anderer Fachtermini an, um wohlklingende, fachlich allerdings unzutreffende Effekte zu vermeiden.
71) StefanP,
Mittwoch, 20. Juni 2012, 14:38 Uhr
@68) Erwin Gabriel
Ich mag ja Ihre Kommentare, weil Sie fest im Leben stehen. Ich respektiere auch die Kritik an meiner Argumentation.
Die Beschreibung, dass die meisten Erzieherinnen bestenfalls einen durchschnittlichen Realschulabschluss besitzen, ist eine – breite – Beobachtung, damit allerdings natürlich nicht repräsentativ. In dieser erwähnten Frankfurter Einrichtung gibt es natürlich auch Mitarbeiterinnen mit akademischen Hintergrund. Diese arbeiten jedoch entweder nur übergangsweise im Rahmen eines Praktikums oder Anerkennungsjahres oder sind im Studium gescheitert, besitzen also keinen Hochschulabschluss.
Der Gesetzgeber formuliert im SGB 8 einen hohen Anspruch an fachliche Einrichtungen. In §22a heißt es:
Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sollen die Qualität der Förderung in ihren Einrichtungen durch geeignete Maßnahmen sicherstellen und weiterentwickeln. Dazu gehören die Entwicklung und der Einsatz einer pädagogischen Konzeption als Grundlage für die Erfüllung des Förderungsauftrags sowie der Einsatz von Instrumenten und Verfahren zur Evaluation der Arbeit in den Einrichtungen.
Heutige Erzieher müssen demzufolge nicht nur über ausreichende praktische Erfahrung, sondern auch theoretische Kenntnisse verfügen. Empathie reicht bei Weitem nicht aus, selbst wenn es Ihnen Genüge tut. Wir Menschen sind ja ab einem gewissen Alter nicht sonderlich wissbegierig. Selbst die meisten Akademiker verfügen in mittleren Jahren bestenfalls noch über sehr veraltetes theoretisches Wissen ihrer Profession. Nur bei Berufsgruppen, die aufgrund von standesrechtlichen Regelungen zur Weiterbildung verpflichtet sind, wie z.B. Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Rechtsanwälte, Ärzte, verfügen noch im Alter von 45, 50 Jahren über ein breites theoretisches Fundament. Die wenigsten Erzieherinnen werden den hohen qualitativen Ansprüchen des Gesetzgebers und der Öffentlichkeit dauerhaft gerecht.
Das TIME Magazine titelte letztes Jahr, dass selbst Mütter unter ihren Kindern Lieblinge haben. Der Beruf der Erzieherin ist in der Tat ein emphatischer, d.h. er lebt von der Symphathie zu den Mitmenschen, in diesem Fall zu Kindern. Es ist wenig wahrscheinlich, dass eine Erzieherin jedes Kind mit der gleichen Sorgfalt und Liebe behandelt, wenn selbst Mütter Unterscheidungen machen. Und in der Tat hat jede Erzieherin ihre Lieblinge und andere, die weniger gelitten sind. Das werden Sie als Eltern niemals erfahren, Ihr Kind kann nicht darüber berichten und keine Berufsangehörige würde das in offener Rede zugeben. Also sehen Sie das hier als internen Bericht an. Übrigens sind die meisten Lieblinge Mädchen. Wenn Sie also einen Sohn haben, erziehen Sie ihn lieber selber.
Die zitierte Langzeitstudie offenbart, dass eine intensive Krippenbetreuung sich nachteilig auf die spätere Lebensführung der jungen Erdenbürger auswirkt. Andere Studien zeigen, dass eine Krippenbetreuung sich vorteilhaft auf die Karriere der Frauen und das Haushaltseinkommen der Familie bemerkbar machen. Die öffentliche Debatte ist auf das Wohlergehen der Erwachsenen ausgerichtet. Bedarf es noch eines Belegs für eine kinderfeindliche Gesellschaft?
72) StefanP,
Mittwoch, 20. Juni 2012, 15:01 Uhr
@70) Michael A. Nueckel
Natürlich ist die flächendeckende Möglichkeit der staatlichen Kinderbetreuung kein Staatsziel im verfassungsrechtlichen Sinne. Mehr und mehr geht der Gesetzgeber jedoch dazu über, Ziele außerhalb der Verfassung in Gesetzen unterzubringen. Diese regeln nicht mehr einfach das Zusammenleben, sondern setzen über die Normen hinaus Ziele.
Das Bundesministerium für Familie, Frauen Senioren und Jugend (BMFSFJ) – nicht für Männer – formuliert:
[2013] wird jedes Kind mit Vollendung des ersten Lebensjahres einen Rechtsanspruch auf Förderung in einer Kindertageseinrichtung oder in der Tagespflege haben. Nach § 16 Abs. 4 SGB VIII soll zum gleichen Zeitpunkt für diejenigen Eltern, die ihre Kinder nicht in Einrichtungen betreuen lassen wollen oder können, ein Betreuungsgeld eingeführt werden.
Das ist ein Ziel und da die Regierung des Staates sie umschreibt, ein Staatsziel. Das Grundgesetz folgt neuzeitlichen Freiheitstheorien von Hume, Rousseau, Kant und Hegel und formuliert genauso Begrenzungen der Freiheit.
73) Frank Reichelt,
Mittwoch, 20. Juni 2012, 15:36 Uhr
Nach der Lektüre von 72 Kommentaren zum aktuellen Artikel muss man wohl konstatieren:
StefanP. hat diesen Blog jetzt endgültig friedlich übernommen, Herzlichen Glückwunsch Stefan, steter Tropfen höhlt den Stein!
74) Michael A. Nueckel,
Mittwoch, 20. Juni 2012, 16:40 Uhr
@ Frank Reichelt, 65)
Danke für die Klarstellung inkl. Rückführung der Diskussion zum Ausgangspunkt – doch wie wäre eine Abstimmung nach der 1. Lesung (wg. Überweisung an die Fachausschüsse) ausgegangen? Meines Wissens haben 110 Abgeordnete der Regierungskoalition gefehlt, weshalb sich die Frage stellt, Wochenendtermin im Wahlkreis oder bewußtes Fernbleiben wg. ablehnender Einstellung zum Betreuungsgeld? Waren alle von der CSU anwesend? Hat die Koalition für dieses Gesetz eine Mehrheit bei Anwesenheit aller MdB´s?
75) karel,
Mittwoch, 20. Juni 2012, 18:57 Uhr
Im aktuellen Focus beleuchtet der Artikel “Trennung statt Familie” das Problem Betreuungsgeld.
Befürwortend.
Dort heißt es:
Moderne Eltern stecken ihre Kinder möglichst in die Krippe.
Weil es gut für sie und die Wirtschaft ist.
Ob es gut ist für die Kinder, fragt kaum jemand.
Und zm Schluß:
Aber diese Gesellschaft richtet sich bequem ein in einem Alltag, deren Elternschaft auf ein paar Stunden sogenannter Quality-Time reduziert. Wer sich darüber hinaus nicht selbst mit seinen Kindern beschäftigen mag oder kann, soll es delegieren. Demnächst an Arbeitssuchende, die in Crash-Kursen zu Erziehern werden. Kann man machen.
Nur möge man das bitte nicht “Kinderfreundlich” oder “familienfreundlich” nennen.
Nur eine Lese-Empfehlung……
76) karel,
Mittwoch, 20. Juni 2012, 19:33 Uhr
@ 69) Erwin Gabriel, Mittwoch, 20. Juni 2012, 11:53 Uhr
H. Kohl scheint nicht ihr Freund zu sein. Muß er ja auch nicht.
Die Mehrheit der Deutschen jedenfalls wollte ihn im Amte sehen. 16 Jahre.
Sehr zum Leidwesen des medialen Mainstreams.
Und der politischen Gegner.
Bis heute
Es ist und bleibt dem Ausland vorbehalten,
seine Leistungen für Deutschland zu sehen und zu würdigen.
Dabei will ich es bewenden lassen. Es führt eh zu nichts.
@ Erika
Das Steuervergünstigungsabbaugesetz trat 2003 in Kraft.
Meines Wissens hat Fr. Merkel in ihrer Zeit als Oppositionsführerin
lediglich ein Gesetzesvorhaben von rot-grün blockiert.
Lafontaine, Schröder, Scharping pflegten Ende der 90er dagegen die Totalblockade.
Das Griechenlandproblem war für Europa eine neue Herausforderung, für die es
kein Patentrezept gab. Die vielen klugen Ratschläge von beflissener Seite füllen Bände.
Daß Europa bislang von einer Finanz- und Wirtschaftskatastrophe verschont blieb, dürfte
auch der Umsicht von Fr. Merkel geschuldet sein. Nicht nur die griechischen Staatsschulden, auch die
Bankschulden waren groß genug, beim Totalausfall große europäische, insbesondere französische Bankinstitute zu vernichten.
Damit will ich es bewenden lassen.
77) Doktor Hong,
Donnerstag, 21. Juni 2012, 02:40 Uhr
Das ist ein Ziel und da die Regierung des Staates sie umschreibt, ein Staatsziel.
Die Regierung ist nicht der Staat. Das mag in totalitären Systemen so sein, in denen man gar eine politische Partei mit dem Staat oder sogar den Willen einer einzelnen Person zur Staatsräson erhebt.
In Deutschland ist die Bundesregierung ein Verfassungsorgan, wobei die Bevölkerung als Souverän – explizit erwähnt in Art. 20 (2): “Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus” – und die anderen Verfassungsorgane wie z.B. der Bundestag, das Bundesverfassungsgericht etc. in ihrer Gesamtheit unser Staatswesen bilden.
Die Definition ist klar: Staatsziele haben Verfassungsrang, wobei die konkrete Implementation der gesetzgeberischen Tätigkeit obliegt.
Es gibt verschiedene Ansätze für Politik, und nach meinem Dafürhalten ist es sinnvoll, wenn eine bestimmte Politik auch ein Ziel verfolgt. Man kann sicher über die Ziele inhaltlich streiten, denn das ist das Wesen des Pluralismus.
Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Rechtsstaat – das übrigens ist tatsächlich ein Staatsziel. (Art.20 (3)). Da das Führerprinzip nach 1945 in Deutschland ein wenig außer Mode gekommen ist, – sehr zu Recht, wie ich finde – setzt man seit 1949 eine Politik um, indem man Gesetze formuliert, die zudem verfassungskonform sein müssen. Deswegen wird nicht jede zielgerichtete Politik gleich zum Staatsziel.
78) Erwin Gabriel,
Donnerstag, 21. Juni 2012, 03:58 Uhr
@ 71) StefanP, Mittwoch, 20. Juni 2012, 14:38 Uhr
Gelegentlich betreiben Sie einen enormen Recherche- und Argumentationsaufwand, um …. um was?
Um festzustellen, dass wir eine kinderfeindliche Gesellschaft haben? Oder um festzustellen, dass die meisten Erzieherinnen nicht studiert haben? Ich bitte Sie….
Gute Eltern schlagen schlechte Erzieher, gute Erzieher schlagen schlechte Eltern. Gute Eltern und/oder gute Erzieher bringen Kinder nach vorne, schlechte nicht. Und natürlich werden nicht alle Erzieherinnen nicht alle Kinder gleich behandeln können. Wie auch, sind doch auch nicht alle Kinder gleich.
Manchmal hilft ein kleines Löffelchen gesunder Menschenverstand mehr als eine ganze Kanne Intellekt.
79) Erika,
Donnerstag, 21. Juni 2012, 09:09 Uhr
@ 76) karel, Mittwoch, 20. Juni 2012, 19:33 Uhr
http://www.baulinks.de/webplugin/2003/0263.php4
http://www.baulinks.de/webplugin/eigenheimzulage.php4
Die Eigenheimzulage z.B. wurde dann in der großen Koalition unter Kanzlerin Merkel abgeschafft.
http://www.buzer.de/gesetz/7056/index.htm
“Warum nur hat die Kanzlerin die Sorgen um Griechenland vor zwei Monaten nicht mit acht simplen Worten zerstreut? “Seien Sie beruhigt, zur Not helfen wir Griechenland!” Das hätte damals wohl noch gereicht. Kein Cent Hilfe hätte fließen müssen, weil das Vertrauen dagewesen wäre. Aber in ihrem Versuch, Hilfen erst dann zu gewähren, wenn Griechenland in Vorleistung beim Sparen tritt und die NRW-Wahl überstanden ist, hat sich Kanzlerin Merkel verhoben.
Was als Mahnung den Griechen galt, kam als Verunsicherung an den Kapitalmärkten an und untergrub das Vertrauen in den Euro. Als dann noch am Wochenende alle drei Koalitionsparteien zu laut über eine Partizipation der Anleger an den Kosten der Rettungen plauderten und damit das längst geschnürte Hilfspaket konterkarierten, da war´s um den Euro geschehen. Da kam es zum Flächenbrand.
Ob diese irrationale Panik wieder in Vertrauen gekehrt werden kann, welche Worte und wie viele Billionen Euro an Garantien notwendig sein werden, das werden erst Historiker wissen. Wir Zeitgenossen wissen nur eines: Die Euro-Krise hat eine Hauptverantwortliche – Angela Merkel.
Dies schrieb Robert von Heusinger am 28.4.2010 – ziemlich weitsichtig der Mann!
80) Peter Christian Nowak,
Donnerstag, 21. Juni 2012, 19:55 Uhr
@79) Erika,
Die Hilfspakete werden nicht ausreichen. In Griechenland ist die Lage viel dramatischer, als ich vorher geglaubt habe. Sie schlägt alles in den Schatten, was ich vorher nur vom Hörensagen aus kannte. So schwer es mir fällt: entweder, die Politik schafft die Europäische Integration im Schnelldurchgang, mit allen bekannten daraus erwachsenden innenpolitischen Problemen, oder der Euro wird zusammenbrechen. Nimmt man noch die Target-2 Problematik hinzu, wäre das Schaffen einer politischen Union nach Vorbild der USA noch die amüsantere Variante einer Lösung. Denn der Zusammenbruch der Eurozone käme dem finanziellen Zusammenbruchs Deutschlands gleich.
81) Erwin Gabriel,
Donnerstag, 21. Juni 2012, 20:23 Uhr
9) Erika, Donnerstag, 21. Juni 2012, 09:09 Uhr
>> Wir Zeitgenossen wissen nur eines: Die Euro-Krise hat
>> eine Hauptverantwortliche – Angela Merkel.
Sehe ich auch so.
82) Günter Springer,
Freitag, 22. Juni 2012, 17:42 Uhr
@78)Erwin Gabriel,
Ihr letzter Satz: -Manchmal hilft ein kleines Löffelchen gesunder Menschenverstand mehr als eine ganze Kanne Intellekt.-
Kann ich in diesem Falle nur zustimmen und füge hinzu. – Grau ist alle Theorie- und wenn sie in noch so langen Artikeln verpackt sind.
83) schwarzkopf,
Freitag, 22. Juni 2012, 23:50 Uhr
Hier spiegelt sich das niedrige niveau in sachen kompetenz und arbeitsmoral bei den rot-grünen parteien mal wieder. einfach nicht hingehen, sich lieber einen schönen tag machen, die steuerfinanzierten diäten fließen ja trotzdem. und dann wird noch alles als eine romantik des passiven wiederstandes verkauft.
Kein wunder, dass die wirtschaft und der wohlstand immer dann nach oben gingen, wenn menschen mit der notwendigen moral die regierung stellten.
84) wschira,
Samstag, 23. Juni 2012, 02:15 Uhr
StefanP, @50
Also, Herr Pietsch, es ist schon sehr merkwürdig, mir ideologische Verblendung vorzuwerfen. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Sie wollen Argumente? Bitte sehr, sollen Sie haben.
1. Wiener Krippenstudie
Diese Studie wurde von der Fakultät für Psychologie der Universität Wien unter Leitung von Professor Wilfried Datler und Professor Lieselotte Ahnert im Jahre 2007 begonnen und 2010 beendet. Der Abschlussbericht wurde April 2011 fertiggestellt. Die Absicht war, Eingewöhnungsverhalten von Kleinkindern zu erfassen und Möglichkeiten und Methoden zu erarbeiten, dieses Eingewöhnungsverhalten zu verbessern. Es wurden zunächst 65 Kleinkinder im Alter unter 2 Jahren in diese Studie einbezogen, diese Zahl wurde später auf 105 erweitert. Es wurden dabei sowohl Kitas in Österreich als auch in Deutschland einbezogen mit Schwerpunkt Österreich. Dieser Studie gingen mehrere Studien voraus, auf die in der Wiener Studie Bezug genommen wurde.
http://www.univie.ac.at/bildungswissenschaft/papaed/forschung/x1_FWF_Eingewoehnungsphase_in_KinderKrippe.htm
Da ich keinen Zugriff auf den Abschlussbericht selbst habe, habe ich mehrere Fachreferate ausgewertet, die von Professor Ahnert und Professor Datler über die Wiener Studie gehalten wurde.
(http://www.pdfk.de/KrippenTagung/Vortrag2_Ahnert_19.11.2009_Krippentagung.pdf
http://liga-kind.de/fruehe/111_datler.php
http://www.dieuniversitaet-online.at/beitraege/news/kinderkrippen-studie-kleine-schritte-ins-grosse-unbekannte/10/neste/187.html
Diese Fachreferaten stellen die Methodik und Intentionen der Wiener Studie vor, aus denen ganz klar hervorgeht, dass die Studie gedacht war, die Eingewöhnung von Kleinkindern zu verbessern und keinesfalls dafür, irgendwelche ideologisch begründete Räuberpistolen zu verbreiten. So ist es auch auffällig, dass die von Herrn Pietsch so in den Vordergrund geschobenen Stressreaktionen mit vermehrtem Cortisolausstoss in den Referaten kaum vorkommen und mehr Randerscheinungen sind. Um es mal ganz plakativ auszudrücken: Natürlich haben Kinder Stressreaktionen bei der Trennung von der Mutter, die erste dieser Stresssituationen ist schon die Geburt. Stresssituationen durch Trennungsschmerz kommt immer wieder vor, und die Wiener Gruppe hat versucht, durch ihre Studie Verbesserungen dieser Situationen zu erreichen.
Einiges von den Erkenntnissen der Studie:
- Bei Bewältigung dieser Eingewöhnung kommt es sehr auf die Qualität der Kitas an (!!)
- Österreichische Kitas sind im Allgemeinen besser auf diese Aufgaben vorbereitet.
- Man kann den Kindern durch liebevolle Pflegerinnen sehr bei dieser Eingewöhnung helfen.
- Nicht oder kaum gefunden habe ich die von Herrn Pietsch verbreiteten Schauergeschichten.
Aber Herr Pietsch hat diese Schauergeschichten auch nicht aus der Studie entnommen, da er ebenso wenig darauf Zugriff gehabt haben dürfte wie ich. Die Studie muss wohl käuflich erworben werden. Die Erkenntnisse schöpft Herr Pietsch hauptsächlich aus einer Quelle, auf die er auch verlinkt: Einem Artikel in der „Welt“ vom 10.10.2011 von Birgitta vom Lehn. Nun muss man wissen, dass Frau vom Lehn eine führende Mutterkreuzzüglerin ist und häufig mit Artikeln entsprechender Tendenz insbesondere im Springerverlag in Erscheinung tritt. Er hat wortwörtlich aus diesem Artikel zitiert, ohne das zu erwähnen, und könnte daher auch Plagiator genannt werden. Aber selbst Frau von der Lehn hat sich nicht zu solch abenteuerlichen Thesen wie Herr Pietsch hinreissen lassen. Die hat er wiederum aus anderen Quellen.
Wenn man in eine Suchmaschine den Begriff „Krippenstudie“ eingibt, bekommt man ungefähr 1500 Ergebnisse. Darunter beziehen sich viele auf die Wiener Studie, man kommt auch zu anderen Studien zu diesem Thema, die z. B. frühkindliche Kitas enthusiastisch verteidigen (besonders für Herrn Pietsch: verfasst von renommierten Professoren) und man kommt zu einer Sorte von Beiträgen, die man normalerweise nicht mit der Beisszange anfassen möchte. Darunter stechen insbesondere Beiträge aus dem Kopp-Verlag hervor. Sollte jemand nicht wissen, was das ist: In diesem Verlag erscheint haufenweise Völkisches, nicht verbotene, aber wohl grenzwertige Naziliteratur und Ähnliches. Eine weitere Person, die bei so einem Thema natürlich nicht fehlen darf, ist Eva Herman. Die tourt seit dem „Welt“-Artikel mit Schaum vor dem Mund und geifernd mit eben diesen Behauptungen, die auch Herr Pietsch verbreitet, dass nämlich Kita-Unterbringung von Kleinkindern mit Vergewaltigung von Kleinkindern vergleichbar ist, durch die Lande. Aus diesem Pfuhl dürften auch die Erkenntnisse von Herrn Pietsch stammen.
Da ich mir nicht vorstellen konnte, dass ein renommierter Professor für Psychologie und Jugendpsychiatrie so einen Unsinn verbreitet, habe ich per email angefragt, wie seine Meinung zu dieser Gleichsetzung von Kita-Unterbringung und Vergewaltigung von Kleinkindern ist. Er hat noch nicht geantwortet, sollte er das tun, werde ich seine Antwort nachreichen.
2. US-Krippenstudie Nichd
http://www.nichd.nih.gov/publications/pubs/upload/seccyd_051206.pdf
Auch diese Studie zeigt nichts von diesen WC-Parolen, mit denen Herr Pietsch hausieren geht. Auf der ersten Seite ist eine Zusammenfassung des Inhaltes:
Major Findings from the study
Children who were cared for exclusively by their mothers did not develop differently than those who were also cared for by others.
children in higher quality non-maternal child care had somewhat better language and cognitive development during the first 4½ years of life. they were also somewhat more cooperative than those who experienced lower quality care during the first 3 years of life.
children with higher quantity (total combined number of hours) of experience in non-maternal child care showed somewhat more behavior problems in child care and in kindergarten classrooms than those who had experienced fewer hours.
children who attended child care centers had somewhat better cognitive and language development, but also showed somewhat more behavior problems in child care and in kindergarten classrooms than children who experienced other non-maternal child care arrangements.
Wer mehr wissen will, kann obigen Link benutzen. Die Studie ist frei.
Als Letztes bleibt die Frage zu klären, wieso gerade jetzt, wo das Betreuungsgeld von nahezu allen wissenschaftlichen Institutionen, die sich mit diesem Themenkreis befassen, von der Mehrheit der Bevölkerung Ablehnung erfährt und selbst in der Koalition sehr umstritten ist, von Herrn Pietsch so vehement verteidigt wird. Cui bono?
85) StefanP,
Samstag, 23. Juni 2012, 10:19 Uhr
@84) wschira
Danke für Ihre sehr langen Ausführungen, denen es jedoch wie häufig an den Geboten der Fairness und Objektivität mangelt. Wissenschaftlich ist es egal, wo politisch ein Think Tank positioniert ist, solange er sich den Regeln der Wissenschaft unterwirft. Das gilt für die Hans-Böckler-Stiftung und den Wirtschaftsweisen Peter Bofinger genauso wie für das IW. Sie möchten nur solche Einrichtungen gelten lassen, die sich politisch Ihnen genehm bekennen oder so äußern. So funktioniert das aber nicht. Und was soll das, in jedem zweiten Satz meinen Klarnamen anzuführen?
Auf die Wiener Gruppenstudie habe ich aus einer Sekundärquelle verwiesen, das habe ich auch deutlich gemacht. Beim Stressverlauf kommt es nicht darauf an, dass Kinder Stress haben, wie Sie verniedlichend anführen, sondern wie der Verlauf, Ausmaß sowie Langzeitwirkungen sind. Schließlich macht man dafür eine Langzeitstudie, oder? Es geht also nicht nur darum, wie gewöhnt sich das Kind kurzfristig in der Krippe ein, wie kommuniziert es, sondern auch, wie sieht seine Entwicklung nach 15 Jahren aus. So habe ich bis zum Alter von 5 Jahren kaum gesprochen, doch nicht mal Sie würden behaupten, ich wäre nicht beredet.
Zusammenfassung der Ergebnisse:
Kürzlich wurden die morgendlichen Cortisol-Werte der inzwischen 15 Jahre alten Studienteilnehmer gemessen. Bei den Probanden, die schon früh ganztags betreut worden waren, zeigten sich die gleichen Veränderungen wie Kindern, die in der Familie emotional vernachlässigt oder misshandelt worden waren. Besonders fällt auf, dass die Effekte in beiden Gruppen gleich stark waren, dass die Veränderungen unabhängig von der Qualität der Betreuung auftraten und dass sich die Stresseffekte von Tagesbetreuung und familiärer Vernachlässigung addierten.
Der Vergleich mit der Vernachlässigung stammt nicht von mir, wie Sie falsch und unfair unterstellen.
Sie:
Die Erkenntnisse schöpft Herr Pietsch hauptsächlich aus einer Quelle, auf die er auch verlinkt: Einem Artikel in der „Welt“ vom 10.10.2011 von Birgitta vom Lehn.
Tatsächlich habe ich bis auf ein Zitat ausschließlich auf den wissenschaftlichen Artikel des Kinder- und Jugendarztes Dr. med. Rainer Böhm in der F.A.Z. “Die dunkle Seite der Kindheit” zurückgegriffen. Dr. Böhm war Tagungspräsident der 63. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie.
Er hat wortwörtlich aus diesem Artikel zitiert, ohne das zu erwähnen, und könnte daher auch Plagiator genannt werden.
Das Zitat ist unter 26) kursiv geschrieben und der Artikel im Satz zuvor verlinkt. Entschuldigung Ihrerseits für den Plagiator?
Da Sie selektiv lesen, hier ein Zitat aus der amerikanischen Studie Seite 23:
one of the most important and consistent predictors of child cognitive and social development was the quality of the mother-child interactions. the more sensitive, responsive, attentive, and cognitively stimulating the mother was during observed interactions, the better the children’s outcomes. this result was the same when researchers examined attachment security, language development, pre-academic letter and number skills, and social behavior.
In general, mothers who were more educated, lived in more economically advantaged households, experienced fewer symptoms of depression, and had more positive personalities were more likely to provide the type of mother-child interactions linked to better developmental outcomes for the Study children.
Mit anderen Worten: Gebildete Frauen sind die besseren Mütter. Hartz-IV-Frauen sollten keine Kinder bekommen, sie verursachen auch hier hohe gesellschaftliche Kosten.
Als Letztes bleibt die Frage zu klären, wieso gerade jetzt, wo das Betreuungsgeld von nahezu allen wissenschaftlichen Institutionen, die sich mit diesem Themenkreis befassen, von der Mehrheit der Bevölkerung Ablehnung erfährt und selbst in der Koalition sehr umstritten ist, von Herrn Pietsch so vehement verteidigt wird.
Unter 38) habe ich einleitend geschrieben:
Ich bin weder für noch gegen das Betreuungsgeld, aber ganz sicher bin ich aus erziehungstheoretischen, freiheitstheoretischen sowie organisatorischen Gründen gegen einen Rechtsanspruch auf staatliche Kinderbetreuung.
Sie haben mich mehrmals falsch, verfälschend und sinnwidrig wiedergegeben. Wissenschaftlich ist das ein strafwürdiges Vergehen.
86) Doktor Hong,
Samstag, 23. Juni 2012, 11:40 Uhr
Ich möchte mal nachreichen, wie die Realität in den ach so kinderfreundlichen USA aussieht:
http://www.ardmediathek.de/das-erste/weltspiegel/usa-der-24-stundenkindergarten?documentId=9789554
Ein neoliberaler Traum!
Sollte es etwa so sein, dass jene, die das Betreuungsgeld forcieren, gar nicht das Allgemeinwohl im Blick haben, sondern nur ihresgleichen ein paar Euros aus den überschuldeten Haushalten zuschanzen wollen, und zwar unter dem Deckmantel des “Kinderwohls”?
Niemals! Schließlich haben unsere Politiker einen Eid geschworen.
87) wschira,
Samstag, 23. Juni 2012, 14:35 Uhr
85) StefanP
Versuchen Sie nicht abzulenken von Ihren abenteuerlichen Thesen. Nur die von mir erwähnten obskuren Quellen (Kopp-Verlag, Eva Herman) vertreten die Vergewaltigungshypothese.
Ich habe Sie nirgends falsch oder verfälschend oder sinnwidrig wiedergegeben, sondern nur so, wie Sie sich dargestellt haben. Dass jemand Ihr Geschwurbel als solches entlarvt, ist Ihnen natürlich unangenehm, ist aber weder unwissenschaftlich noch strafwürdig.
Ich habe mich auch an Professor Ahnert um Stellungnahme gewendet, sollte Sie antworten, werde ich auch das weitergeben.
Bei meinen Recherchen über Krippenstudien habe ich gefunden, dass es jede Menge davon gibt, die von totaler Ablehnung von Krippen und KKK (Kirche, Kinder, Küche) bis zu absoluter Überzeugung reichen, dass Kripprn das Nonplusultra für die Entwicklung von Kleinkindern sind, das meiste von Koriphäen verfasst. So kann sich jeder heraussuchen, was zu seiner Überzeugung passt. Sehr wissenschaftlich ist das alles nicht.
Sie werfen mir immer wieder Ihre eigenen Sünden gegen die Wissenschaftlichkeit vor, z. B. ich würde nur das selektiv auswerten, was mir in den Kram passt. Das steht aber im krassen Gegensatz zu Ihrer eigenen Vorgehensweise. Sie haben sich aus der amerikanischen Studie ein paar Bröckchen herausgepickt, die zu Ihren abstrusen Thesen zu passen scheinen. Ich habe die einleitende Zusammenfassung zitiert, die etwas ganz anderes besagt, als Ihre Thesen. Im Übrigen habe ich einen Link auf diese Studie gesetzt, sodass sich jeder selbst ein Bild machen kann und nicht auf die Linie Pietsch-Welt-Eva Herman angewiesen ist.
Im Übrigen haben Sie mich zuerst perönlich angegriffen, indem Sie mir ideologische Verblendung unterstellt haben. Ich kann aber nur in Ihnen einen ideologisch verblendeten Hardliner erkennen. Und Sie sollten mir auch nicht unterstellen unwissenschaftlich zu arbeiten, schliesslich bin ich Ingenieur und kein Pseudowissenschaftler wie z. B. Wirtschaftswissenschaftler.
88) Der Doctor,
Samstag, 23. Juni 2012, 14:51 Uhr
@Stefan P
“Mit anderen Worten: Gebildete Frauen sind die besseren Mütter. Hartz-IV-Frauen sollten keine Kinder bekommen, sie verursachen auch hier hohe gesellschaftliche Kosten.”
Danke für diese Selbstentlarvung.Besser kann man den antidemokratischen,faschistoiden Charakter der Politik der Neolibsekte nicht dokumentieren.Gleichzeitig offenbaren sie damit ein perverses Menschenbild:Menschen ,die meist unverschuldet in diese bittere Not gekommen sind ,sind für sie unwertes Leben.Geht´s noch? Das ist purer Sozialdarwinismus.
Bezeichnend übrigens ,das es ihnen lieber ist,das viele alleinerziehende Frauen in Hartz IV landen ,als das sie ihre Kinder für ein paar Stunden in staatliche Kitas oder Krippen geben,um den Lebensunterhalt zu verdienen.Und dann müssten sie nach ihrer (Un)Logik ihre Kinder abgeben und dürften auch keine mehr bekommen,da sie da sie dann ja höhere gesellschaftliche Kosten verursachen.Für mich ist es gleichermaßen respektabel ,wenn eine Frau Kinder und Beruf vereinigen möchte,wie wenn sie als Hausfrauen ihre Kinder zuhause erzieht.Die Entscheidung muß aber allein bei der Frau liegen und dazu braucht es kein Betreuungsgeld.Ach ja und ich glaube jede Mutter wird ihr Kind gleichermaßen lieben,egal ob sie nun ein Abi ,einen Hauptschulabschluss oder keinen Schulabschluß hat.Die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind hängt nicht von ihrer Bildung ab.
89) StefanP,
Samstag, 23. Juni 2012, 17:15 Uhr
@83) Wschira
Den ganzen Text lang substanz- bzw. beleglose Vorwürfe? Wenn ich schreibe, dass ich weder für noch gegen das Betreuungsgeld sei, verteidige ich selbiges vehement. wenn ich sämtliche wissenschaftliche Ergebniszusammenfassungen breit und ausführlich einem wissenschaftlichem Text aus der FAZ entnehme und nur als Aufhänger einen WELT-Artikel nehme, so sauge ich selektiv aus einer obskuren Quelle. Und nein, Sie haben mich zuerst als KKK-Ideologen und nicht satisfaktionsfähig bezeichnet. Sehen Sie das nicht als persönlichen Angriff?! Ich reagiere üblicherweise nicht auf solche Schärfe, nur wenn Sie noch kommen ich hätte Sie als erstes beleidigt, dann wird’s zu bunt.
Sie haben behauptet, ich hätte nicht zitiert, wo ich zitiert habe. Sie schaffen es nicht mal, das richtig zu stellen, das wäre ziemlich billig zu haben gewesen. Wie war das mit nicht satisfaktionsfähig?
Lieber Herr Spreng, ich werde das an dieser Stelle beenden, es bringt nichts, wenn anderen die Argumente fehlen. Danke für Ihr Verständnis!
90) StefanP,
Samstag, 23. Juni 2012, 17:23 Uhr
@ 88) Der Doctor
Ich entschuldige mich bei allen zweisprachig aufgewachsenen, alleinerziehenden Akademikerinnen, die nach einer vielversprechend begonnenen Karriere wegen ihrem Kind in Hartz-IV gelandet sind. Allerdings halte ich den Kreis der Betroffenen für überschaubar.
Aber vielleicht können Sie sich Gedanken machen, warum die Zahl der Alleinerziehenden stetig wächst, obwohl über 90% direkt im ALG 2 landen und warum es in Ostdeutschland doppelt so viele Alleinerziehende gibt wie im Westen. Wie sind die eigentlich zu ihren Kindern gekommen? Eigenbefruchtung?
91) wschira,
Samstag, 23. Juni 2012, 20:09 Uhr
@Der Doctor, 88)
dem ist nichts hinzuzufügen. Herr Pietsch outet sich immer mehr nicht nur als neoliberaler Hardliner, sondern als Völkisch Bewegter. Siehe auch seine unsägliche Gleichsetzung von Kitabesuch von Kleinkindern und Missbrauch von Kleinkindern.
92) Doktor Hong,
Samstag, 23. Juni 2012, 21:01 Uhr
Mit anderen Worten: Gebildete Frauen sind die besseren Mütter.
Das ist ja ganz starker Tobak, und grenzt an Diffamierung übelster Sorte.
Ohne ins Detail zu gehen, möchte ich dazu nur anmerken, dass meine Mutter zwar nach formalen Standards nicht als gebildet gelten würde, aber mit mir immerhin einen Akademiker mit einem Abschluss in den MINT-Fächern großgezogen hat.
Das ist die Art von Chancengleichheit, die ich erfahren durfte, und die ich für die kommenden Generationen in diesem Land erhalten wissen möchte.
Wie Der Doctor bereits anmerkte, ist dieser Satz bis ins Mark entlarvend. Sie spricht Bände über die Werteorientierung der Neoliberalen, die unter dem Deckmantel der “Wirtschaftlichkeit” in Wahrheit nur soziale Privilegien zementieren und anderen den Zugang zu höherer Bildung verwehren wollen, um auf diese Weise eine Abschottung der eigenen Privilegien zu erreichen.
Diese Wertehaltung ist von jedem Menschen mit Sinn für Anstand und Gerechtigkeit strikt abzulehnen. Ja, ich maße mir an, meine eigene Wertehaltung derart pauschal zu formulieren, und kündige schonmal an, das mir jegliche Kritik an dieser universalistischen Formulierung am Arsch vorbeigehen wird.
(Deswegen mache ich mich regelmäßig auch über sog. “Wertediskussionen” lustig. Als ob man weiter begründen müsste, warum man nicht stehlen, lügen, betrügen oder andere krankenhausreif prügeln soll. )
Bevor ich mich weiter aufrege und noch mehr Fussball verpasse, nur noch eine kurze Anmerkung an
@wschira
Ich muss auch immer schmunzeln, wenn BWLer oder VWLer tatsächlich glauben, sie seien Wissenschaftler, oder meinen, angesichts eines Differentialgleichungssystems müsste jeder vor Ehrfurcht erstarren.
93) wschira,
Sonntag, 24. Juni 2012, 04:24 Uhr
Hier ist wie versprochen meine Anfrage und die Antwort von Frau Professor Ahnert. Das sollten sich insbesondere diejenigen anschauen, die Herrn Pietsch immer noch für brillant halten und glauben, dass seine Beiträge auf höchstem Niveau sind und er das Blog übernommen hätte. Zum Niveau von Herrn Pietsch siehe seine abstrusen Thesen und meine Erwiderung darauf, sowie insbesondere auch @88, Der Doctor.
Sehr geehrte Frau Professor Ahnert,
in einem Blog in Deutschland hat ein Diskutant mit ausdrücklichem Bezug auf diese Studie, bei der Sie massgeblich mitgewirkt haben, folgende These aufgestellt:
Ein 2jähriges Kind ist bei einer ganztägigen Unterbringung in einem Hort einer Stressbelastung ausgesetzt, die der von missbrauchten Kindern entspricht. Plakativ formuliert: die genannten Parteien unterstützen den flächendeckenden, staatlich geförderten Missbrauch von Kindern.
Da mir die Studie nicht zur Verfügung steht, habe ich mir einige Ihrer Vortragsprotokolle über diese Studie angesehen und konnte nirgends etwas entdecken, das auch nur annähern diese absurde Darstellung stützen würde. Könnte es wirklich möglich sein, dass jemand eine solche Folgerung aus Ihrer Studie zieht?
Mit vorzüglicher Hochachtung
Wolfgang Schira
Lieber Herr Schira,
leider werden aus der gegenwärtigen Stressforschung, die im Zusammenhang mit der außerfamiliären Betreuung von Kleinkindern gemacht werden, die absurdesten Schlussfolgerungen abgeleitet.
Das Forschungsgebiet ist dazu leider sehr kompliziert und unterbeforscht.
Bitte beachten Sie schon wie unakzeptable die Zusammenhänge dargestellt sind ……….. kein zweijähriges Kind wird in einem Hort untergebracht; Stressanalysen sind sehr aufwändig und nur richtig einschätzbar, wenn man eine Baseline vor einem Stressereignis (Missbrauch?) erhebt ……….. usw.
Die Wiener Krippenstudie ist noch nicht veröffentlicht; der Abschlussbericht wird gerade geschrieben.
Ich weiß natürlich, dass diese Auskunft unbefriedigend für Sie sein muss und lege deshalb einen jüngsten Beitrag aus der NZZ bei, die bei uns ebenfalls angefragt hatte.
Mit herzlichem Gruß,
Lieselotte Ahnert.
Univ.-Prof. DDr. Lieselotte Ahnert
Arbeitsbereich Entwicklung
Institut für Angewandte Psychologie:
Gesundheit-Entwicklung-Förderung
Der folgende Link ist zu dem von Frau Professor Ahnert erwähnten Artikel in der NZZ.
http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/nzz_equity/wie-stressig-sind-krippen-fuer-die-kinder-1.16993799
94) StefanP,
Sonntag, 24. Juni 2012, 11:48 Uhr
Abschließend nochmal zurück auf den Zusammenhang zwischen dem Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz, der ab den 01. Juli 2013 gilt und dem Betreuungsgeld. Der Gesetzgeber hat 2008 hierzu explizit einen rechtlichen Zusammenhang hergestellt.
Nach §4 Kinderförderungsgesetz sind Kindertageseinrichtungen unter anderem Krippen, die eine ganztägige Betreuung von Kindern unter 3 Jahren gewährleisten. Der Gesetzgeber garantiert ab nächstem Jahr also allen Eltern, die das möchten, die Unterbringung ihres Sprößlings 5 Tage die Woche für 8-10 Stunden am Tag. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, bezweifelt, dass der Gesetzgeber diesen Anspruch einlösen kann, da die Nachfrage bei weitem das geplante Angebot übersteigt. Angeblich wollen 2/3 aller Eltern diesen Anspruch wahrnehmen, während der Staat nur für 1/3 der Berechtigten Plätze zur Verfügung stellen kann.
Nun stellt die Forschung zur Krippenbetreuung folgendes fest (dem sich offensichtlich auch Frau Professor Ahnert anschließen kann):
Die Folgen [der frühkindlichen Betreuung] sind von der Anzahl der Stunden pro Tag und der Gesamtdauer pro Woche, der Qualität der Einrichtung, dem Betreuungsverhältnis und der Konstanz der Betreuer, aber auch dem Alter des Kindes, seiner Persönlichkeit und familiären Bindungen allgemein abhängig.
(..) Eine grosse Studie aus den USA, die seit Anfang der neunziger Jahre die Folgen der Krippenbetreuung bei über 1000 Kindern bis ins Teenageralter verfolgt hat, zeige, dass Kinder verhaltensauffällig würden, wenn sie im ersten Lebensjahr mehr als 30 Stunden in der Woche ausserhalb der Familie betreut wurden, sagt der Depressions- und Schlafforscher Serge Brand von den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel. Ob ein Kind auch unterhalb dieser Zahl psychische Probleme bekäme, sei abhängig davon, wie stark das familiäre Gesamtsystem belastet sei. Die Krippe könne hier ein drückender Faktor sein.
Eine Krippenbetreuung kann also nur empfohlen werden, wenn Spitzenzeiten von 20-30 Stunden pro Woche nicht überschritten werden, die Einrichtung eine sehr hohe Qualität aufweist und ein Betreuungsverhältnis von 1:2 bis 1:4 gewährleistet wird. Aus verschiedenen Gründen werden diese Prämissen nicht erfüllt werden können. Eine Betreuungszeit von 20-30 Stunden ist bei weitem nicht ausreichend, um beiden Elternteilen eine ganztägige Berufstätigkeit zu ermöglichen. Und ein Betreuungsverhältnis von 1:4 ist angesichts der heutigen Kosten für einen Kindergartenplatz schlicht illusorisch. Welcher volkswirtschaftliche Vorteil sollte daraus noch entstehen?
Daraus folgen zwei alternative Handlungsmöglichkeiten des Staates: er verzichtet auf den bereits eingeräumten Rechtsanspruch des Staates gegenüber Eltern oder er führt eine Entschädigungsleistung für jene ein, die auf den Rechtsanspruch verzichten.
@wschira, @ Doktor Hong
Sie haben schon einen Humor, der Ihnen gar nicht bewusst ist:
Ich muss auch immer schmunzeln, wenn BWLer oder VWLer tatsächlich glauben, sie seien Wissenschaftler (..).
Und Sie sollten mir auch nicht unterstellen unwissenschaftlich zu arbeiten, schliesslich bin ich Ingenieur und kein Pseudowissenschaftler wie z. B. Wirtschaftswissenschaftler.
Die Wirtschaftswissenschaften gehören bekanntlich zu den Sozialwissenschaften, also der Verhaltensforschung. Als Leumund benennen Sie Frau Dr. Ahnert, ihres Zeichens Professorin für Angewandte Psychologie. Auch dieser Bereich gehört zu den Sozialwissenschaften und damit ist in Ihren Augen eine Pseudo-Wissenschaftlerin. Solch eine Dialektik muss man wirklich drauf haben. grins
Nebenbei hat Ihr Leumund nicht der zugespitzten Behauptung widersprochen, weswegen Sie sie eigentlich kontaktiert haben. Eigentlich enttäuschend, oder?
95) wschira,
Sonntag, 24. Juni 2012, 15:52 Uhr
Ach Gott Herr Pietsch,
die Nebelwände, die Sie aufrichten, könnte sicher die 6. US-Flotte verbergen. Im Übrigen sollten Sie nicht von Dingen reden, von denen Sie wirklich nichts verstehen, z. B. von Naturwissenschaften. Frau Professor Ahnert ist nicht nur Professorin für Angewandte Psychologie, was mit Sicherheit in die Naturwissenschaften hineinreicht, sondern auch Biologin, was mit Sicherheit Naturwissenschaft ist. Das Eröffnen von Nebenkriegsschauplätzen durch Sie ist zu durchsichtig. Diese Kette von Professor Ahnert zu Pseudowissenschaft durch Sie ist absoluter Nonsens.
Noch einmal zu den von Ihnen aufgestellten Cortisolausschüttungen. Sie bringen sie schon nicht mehr in Ihren neuesten “Wissenschaftlichen Erkenntnissen”. Warum wohl? Nun, ich gebe Ihnen eine kleine Hilfe. In dem Artikel der NZZ wird auf ein Interview eingegangen, das diese Zeitung mit der Wiener Gruppe geführt hat. Daraus zitiere ich nicht wörtlich (da ich dann erst diese Seite aufrufen müsste) aber sinngemäss:
“Der erhöhte Ausstoss von Cortisol besagt, für sich allein gesehen, überhaupt nichts. Cortisol wird auch ausgeschüttet, wenn der Körper sich auf erhöhte körperliche oder geistige Anstrengungen vorbereitet. ”
Das hat auch schon Frederic Vester in den siebziger Jahren in mehreren populärwissenschaftlichen Büchern über Stress beschrieben. Sie sollten diese erst einmal lesen, bevor Sie grosse Töne spucken, Vester schreibt allgemeinverständlich, und es dürfte sogar für Sie zu verstehen sein.
Ach Gott, und mein Leumund, womit Sie Frau Professor Ahnert meinen? Das ist nun wirklich lustig, denn die Studie, die Frau Professor Ahnent und Professor Datler erstellt haben, war indirekt (via “Welt”) das, worauf Sie Ihren Unsinn stützten. Nur gibt die Studie kaum etwas von Ihren “Wissenschaftlichen” Erkenntnissen her, weshalb Sie sie kräftig in Ihrem Sinn frisiert haben. Gipfel der Wissenschaftlichkeit (Aber dazu sagt das von Ihnen angeführte Zitat von Doktor Hong schon alles). Ja, Frau Professor Ahnert äussert sich zurückhaltend, aber in der verklausulierten Sprache der Wissenschaft, die Sie ja angeblich kennen, ist es ein vernichtendes Urteil über Ihr Geschreibsel.
Mit Ihrem Wortgeklingel haben Sie nichts von meinen Aussagen widerlegt (geht ja auch nicht, da ich mich im Gegensatz zu Ihnen nur an Fakten halte, die nachgeprüft werden können).
Sie haben einen Haufen Unsinn in die Welt gesetzt und winden sich jetzt wie ein Aal um da raus zu kommen, geht aber nicht, da das Internet festhält, was es sich einmal ainverleibt hat, und so werden Ihre ergüsse auf unabsehbare zeit für jedermann zugänglich sein.
Ich habe Sie immer nur für einen Pseudoliberalen Hardliner gehalten, aber Ihre jetzigen Aussagen zu der Krippenstudie und die Unfähigkeiten von Hartz-IV- Müttern, für Ihre Kinder eine fürsorgliche Mutter zu sein und sie deshalb besser keine Kinder haben sollten (wie denn, sollen sie sterilisiert werden?) könnten auch aus irgendeiner NPD-Postille oder dem “Völkischen Beobachter” entnommen sein. Im Gegensatz zu @der Doktor, 88, halte ich Sie zwar auch im höchsten Grad für antidemokratisch, aber nicht wie er für faschistoid, sondern für offen faschistisch. Auch hier gilt der alte Spruch: “An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen.”