Samstag, 18. August 2012, 12:21 Uhr

Die CDU-Männer und der Merkel-Faktor

Merkel-Kritiker Josef Schlarmann hat wieder das Klischee von Angela Merkel als männermordender Frau belebt, die alle starken Männer aus dem Weg räumt, indem er sagte, wer bei ihr nicht mitgehe, werde „aussortiert“. Es „sei unmöglich“ für einen potenziellen Nachfolger, im System Merkel nach oben zu kommen.

Deshalb lohnt es sich, dieses Klischee noch einmal zu überprüfen und zu untersuchen, wie hoch der Merkel-Faktor beim jeweiligen Scheitern der CDU-Männer war.

Friedrich Merz wurde tatsächlich nach einer Absprache mit Edmund Stoiber von Merkel 2002 aus dem Fraktionsvorsitz vertrieben. Merz war aber auch ein Opfer seiner strategischen Fehleinschätzung und früherer arroganter Auftritte gegenüber Merkel, mit denen  er deutlich gemacht hatte, dass er sie nicht ernst nimmt.

Merkel-Faktor: 80 Prozent.

Ein Überblick über die Bundesländer:

In Schleswig-Holstein stürzte der Ministerpräsidenten-Kandidat Christian von Boetticher über seine Affäre mit einer 16jährigen.

Merkel-Faktor: Null Prozent.

In Hamburg warf der amtsmüde und gelangweilte Ole von Beust das Bürgermeisteramt weg wie einen alten Schuh.

Merkel-Faktor: Null Prozent.

Aus Niedersachsen kommt Christian Wulff („Ich bin keine Alpha-Tier“), der als Bundespräsident über seine Mit- und Annehmerqualitäten stürzte.

Merkel-Faktor: Null Prozent.

In Nordrhein-Westfalen wurde Jürgen Rüttgers nach einem von CDU-Intrigen zerstörten Wahlkampf abgewählt.

Merkel-Faktor: Null Prozent.

Sein Nachfolger als Spitzenkandidat, Norbert Röttgen, stürzte über seine verfehlten Wahlkampf, seine desaströse Niederlage und die daraus resultierende politische Wirkungslosigkeit. Allerdings hätte Merkel, wenn sie unbedingt gewollt hätte, ihn als Umweltminister halten können.

Merkel-Faktor: 40 Prozent.

In Hessen flüchtete Roland Koch in die Wirtschaft, um einer Abwahl bei der nächsten Landtagswahl zuvorzukommen und deshalb, weil ihm durch Merkel der weitere Karriereweg nach oben versperrt war.

Merkel-Faktor: 10 Prozent.

In Rheinland-Pfalz musste der sich philosophisch gebende Christoph Böhr wegen andauernder Erfolglosigkeit gehen

Merkel-Faktor: Null Prozent.

In Baden-Württemberg ließ sich Ministerpräsident Günther Oettinger von Merkel (auf Druck der dortigen CDU) nach Brüssel wegloben. Er ist heute der Kanzlerin sicher dankbar. Denn er hat komfortabel überlebt.

Merkel-Faktor: 50 Prozent.

Anschließend scheiterte Oettingers Nachfolger Stefan Mappus an den Umständen (Fukushima), seinem Fehlverhalten (S 21) und an seiner Selbstüberschätzung. Wie groß sie war, zeigen die Enthüllungen in der EnBW-Affäre.

Merkel-Faktor: Null Prozent.

In Berlin scheiterte Friedbert Pflüger an dem Intrigantenstadl CDU.

Merkel-Faktor: Null Prozent.

So viel zu Merkel und den „starken Männern“ in der CDU. Sie sind fast alle ein Opfer ihrer selbst.

Das Ergebnis: Bis auf den Wolfgang Schäuble, Thomas de Maiziére und Norbert Lammert gibt es heute in der CDU keine Männer mehr von Statur. Dem letzten Vollblut-Landespolitiker David McAllister droht im Januar die Abwahl.

Die CDU hat kein Problem mit den Frauen (oder einer Frau), sondern mit den Männern. Die größte Nachwuchshoffnung der CDU ist übrigens eine Frau: Julia Klöckner aus Rheinland-Pfalz.

Dass Angela Merkel die CDU bis zur völligen Konturlosigkeit zum Kanzlerinnen-Wahlverein gemacht hat, steht auf einem anderen Blatt.

P.S. Und der große Hoffnungsträger aus Bayern, Karl-Theodor zu Guttenberg, stürzte ebenfalls ausschließlich über sich selbst.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

58 Kommentare

1) wschira, Dienstag, 21. August 2012, 15:04 Uhr

Ach ja, Herr Gabriel, möglicherweise habe ich mich ja missverständlich ausgedrückt. Ich wollte eigentlich nur sagen, dass ich diejenigen verstehen kann, die solche Anspielungen machen, da ich selbst bei dem Namen Spreng einmal ähnlich reagiert habe. Heute sehe ich das anders. Aber ich denke, dass Herr Spreng das, im Gegensatz zu Ihnen, auch so verstanden hat. Sie brauchen also nicht als Rächer der Enterbten aufzutreten. 🙂

2) Euro, Dienstag, 21. August 2012, 16:15 Uhr

Lieber Herr Spreng….

Sie sind Schuld! Ich habe mich auf die sprichwörtliche Zunge beissen müssen beim lesen des Kommentars Nr 48 und schlimm verletzt! Aber ich bleibe mannhaft stark: nun denn, ich schweige still! – Auch, wenns schlichtweg nur noch weh tut…..nun auch körperlich! Aua……

3) Erwin Gabriel, Dienstag, 21. August 2012, 16:49 Uhr

@ 48) Dieter Carstensen, Dienstag, 21. August 2012, 11:02 Uhr

>> Die “Katherimini”, eine konservative Zeitung wohlgemerkt,
>> kennt nur noch Hohn und Spott für die deutsche Merkel Regierung.

Die hätten sich seit Jahren um ihre eigene Regierung kümmern sollen, anstatt jetzt über unsere zu schimpfen.

4) Erwin Gabriel, Mittwoch, 22. August 2012, 22:06 Uhr

@ 51) wschira, Dienstag, 21. August 2012, 15:04 Uhr

>> Ach ja, Herr Gabriel, möglicherweise habe ich mich ja missverständlich ausgedrückt.

Nein, haben Sie nicht, ich habe Ihre Intention schon richtig mitbekommen. Ich habe mich ja auch nicht über Sie geärgert – sorry, wenn ich diesen Eindruck erweckt haben soltle. Ich denke, wir liegen hier schon auf gleicher Wellenlänge.

5) DeepThought, Freitag, 24. August 2012, 10:08 Uhr

@Dieter Carstensen:

Leider finde ich Ihre Homepage nicht mehr. Ist sie permanent offline? Oder kann es sein, daß Sie auf einen griechischen Provider umgestiegen sind? Ich vermute mal, daß wir leider auf absehbare Zeit nicht mehr viel von Ihnen hören werden. Schade.

Grüße nach Griechenland

6) Trollinger, Freitag, 24. August 2012, 17:10 Uhr

@ 55) DeepThought, Freitag, 24. August 2012, 10:08 Uhr

Don‘ feed the Troll

7) Dieter Carstensen, Freitag, 31. August 2012, 06:30 Uhr

@ 55 Deep Thought

Liebe(r) Deep Thought, lieber M.Spreng,

auf meiner Homepage hatte ich bereits im Juli angekündigt, dass ich diese schliessen werde. Und genau das habe ich getan. Ich definiere mich nicht über das Internet. Mir geht es gesundheitlich sehr schlecht, ich möchte mit meiner Partnerin die Tage hier in Griechenland geniessen.

Es gibt Tage, da bin ich topfit, aber es gibt auch Tage, wo ich kaum noch laufen kann. So ist das eben, bei meiner Erkrankung.

Ich werde den Teufel tun und mich hier über irgendwelche dämlichen Kommentare zu meiner Person ärgern, geschweige denn auf soviel menschliche Boshaftigkeit und Dummheit reagieren, wie sie in manchen mich angreifenden Kommentaren zutage tritt.. Dazu ist mir meine Zeit zu schade.

Interessant ist, wieviel Mühe sich manche Leute scheinbar machen, um z.B. meine Aktivitäten bei twitter etc. zu verfolgen. Da könnte ich ja fast draus schliessen, dass ich ein VIP bin 🙂

Neider langweilen mich und ich gehe eben gerne Tintenfische jagen und dabei trifft man hier eben manchmal auch Blauhaie, weil die Gewässer zwischen der Insel Kithira und der Stadt Neapolis auf dem südöstlichen Peloponnes aufgrund besonderer Meeresströmungen zu den fischreichsten Regionen im Mittelmeer zählen. Und wo Beutefische sind, gibt es eben auch Haie und Delfine.

Jedenfalls ist es so, dass hier unten die deutschen Touristen, die Gedanken von m.spreng zum Merkelfaktor wirklich heiss diskutieren. Die meisten haben in ihren teuren Wohnmobilen auch Internet und ich hatte sie mal auf auf den Artikel „Merkelfaktor“ aufmerksam gemacht.

Gestern abend sagte ein scheinbar sehr wohlhabender Immobilienmakler aus Passau, strammer CSU Wähler, ich schätze sein Wohnmobil auf mindestens ca. 750.000 Euro, da fehlt nichts drin, Luxus pur, zu meiner Partnerin und mir:

„So langsam reicht es! Wir von der CSU versuchen gute Politik für Bayern zu machen und die Merkel versaubeutelt uns das alles.“ Was sollte ich dazu sagen?

Ich danke Ihnen @Deep Thought von Herzen für Ihre freundlichen Worte, darüber habe ich mich wirklich gefreut.

M.f.G.

8) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 07. Februar 2013, 19:02 Uhr

Apropos, Stoiber. Seine Reden hat auch so manchen politisch nicht Interessierten zum herzhaften Lachen gebracht. Der Schlagzeuger Jonny König aus Mannheim hat sich für seine Abschlußprüfung Schlagzeug was ausgedacht, wovon er selbst nicht geglaubt hätte, dass über YouTube ein wahrer Begeisterungssturm losbrechen könnte.
Stoiber´s bekannte Transrapid-Rede wird hier zu einem rhytmisierten Gesamtkunstwerk erhoben:

http://www.youtube.com/watch?v=9Vg2h_nW0bA

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