Kommentare
32
Tagcloud
BILD Bild am Sonntag CDU CDU/CSU Christian Wulff CSU Der Spiegel Die Linke FDP Grüne große Koalition Hartz IV Kohl Linkspartei Merkel Philipp Rösler Rüttgers Schäuble Schröder Schwarz-Gelb Seehofer Sigmar Gabriel SPD Steinbrück Steinmeier Steuersenkungen Stoiber Wahlkampf Westerwelle zu Guttenberg
Montag, 20. August 2012, 12:03 Uhr

Höhlers Merkel-Komplex

Die Autorin und Unternehmensberaterin Gertrud Höhler hat sich wieder einmal an Frau Merkel vergriffen. In ihrem neuesten Buch, aus dem die FAZ einen Vorabdruck veröffentlichte, wirft sie Merkel vor, ein autokratisches System entwickelt zu haben, Ethik und Moral zu mißbrauchen und kommt zum Ergebnis: “Sie arbeitet am Zerfall der Demokratie”.

Höhepunkt des Buches: Höhler stellt die Frage, ob Merkels Politikerkollegen die Erfahrung vergessen hätten, “die im 20 Jahrhundert zwei Diktaturen mit Deutschen zugelassen hat”. Das Buch heißt “Die Patin” (Ähnlichkeiten sind sicher nicht zufällig) und soll nächste Woche erscheinen.

Dieser Hass ist nur noch persönlich zu erklären. Mangelnde Beachtung durch die Kanzlerin dürfte der eine Grund sein. Möglicherweise hängt die Obsession von Frau Höhler aber auch damit zusammen, dass  sie die verwegene Idee hatte, Bundespräsidentin werden zu wollen – als Nachfolgerin von Johannes Rau. Angela Merkel aber entschied sich für Horst Köhler.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

32 Kommentare

1) nona, Montag, 20. August 2012, 13:08 Uhr

Wirkt irgendwie etwas merkwürdig, wenn ausgerechnet eine Gertrud “ich vermiete auch an Nazis” Höhler anderen Leuten ausgerechnet etwas über Demokratie, Autokratie, Ethik oder Moral hindozieren zu müssen glaubt.

2) Bert Grönheim, Montag, 20. August 2012, 13:49 Uhr

Das Zitat im 2. Absatz Ihres Artikels ist für mich unklar. Wahrscheinlich so unklar wie das ganze Buch. Ansonsten hat Frau Höhler für mich den Zeitpunkt verpasst, an dem man noch gesagt hätte, schade, daß sie sich in die 2. Reihe zurückzieht.

3) Mauerfall89, Montag, 20. August 2012, 14:41 Uhr

Wer ist, wer war nochmal Frau Höhler? Stimmt, die hatte doch in Zwickau Büroräume an die NPD vermietet (sicher zur Stärkung der Demokratie). Man kann AM ja vieles vorwerfen, aber am Zerfall unserer Demokratie arbeiten auch unsere sog. “Eliten” fleißig mit. Danke für diesen Kommentar, Herr Spreng.

4) Bom Cabedal, Montag, 20. August 2012, 16:04 Uhr

Jetzt wissen wir aber noch immer nichts vom Buch. Welche Schnitzer Frau Höhler auch persönlich begangen haben darf , wir konnten doch jedenfalls versuchen ihr Buch auf eigenem Wert zu beurteilen? Es kann alles immer noch Blödsinn sein, natürlich, aber ihr Urteil darüber interessiert mich doch mehr als die Biographie der Autorin.

5) gabriele, Montag, 20. August 2012, 16:31 Uhr

Ich halte Frau Höhlers gewählten Buch-Titel: “Die Patin” für vermessen.

Und ob das so clever ist, bzw so bleiben kann?
Denn:
Es gibt schon ein Buch in der tralala-Literatur: “Die Patin” von Kerstin Gier.
Thema: Baby-Boom in der Vorstadt
und einen Film:
RTL-Dreiteiler “Die Patin”: Mutti beim Morden – SPIEGEL ONLINE 14. Dez. 2008 –
Sind Hausfrauen die besseren Verbrecher?
Im Mafia-Thriller “Die Patin” wird Veronica Ferres als Vorort-Lady zum Gangster-Boss.
Man wird sehen.

6) Olaf, Dienstag, 21. August 2012, 11:25 Uhr

Ich verstehe nicht, wieso Frau Höhler für ein Amt in Frage kommen sollte oder sich selbst dafür geeignet hält. Wer sie in Talkshows gesehen hat und sich erinnert, weshalb sie damals ihren Lehrstul verloren hat, wundert sich doch jetzt wirklich. Dann lieber ein paar Nummern kleiner und uneitler.

7) W. Zimmer, Mittwoch, 22. August 2012, 08:38 Uhr

Ich habe bisher nur den Auszug in der Online-Ausgabe der FAZ gelesen und fand eigentlich , dass Angela Merkel im wesentlichen so beschrieben wurde, wie ich sie selbst auch einschätze. Mag sein, dass Frau Höhler stellenweise über ihr Ziel hinausschiesst, aber wie gesagt….der Grundtenor ist m.E. richtig. Auch Herr Schlarmann hat in seiner Kritik an der CDU-Vorsitzenden einiges geäussert, was sich in ähnlicher Form bei Frau Höhlers Darstellung wiederfindet. Hier noch einmal zum nachlesen: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/der-politikstil-der-kanzlerin-das-system-m-11841711.html

8) Erika, Mittwoch, 22. August 2012, 09:27 Uhr

http://www.steinhoefel.de/blog/2012/08/angela-merkel-die-totengraberin-unserer-demokratie.html

Frau Höhler ist nicht allein!

Für mich ist es unfassbar, wie jemand der seine Meinung sagt, diffamiert wird “Dieser Hass ist nur noch persönlich zu erklären. Mangelnde Beachtung durch die Kanzlerin dürfte der eine Grund sein.” anstatt sich mit der Kritik in der Sache auseinanderzusetzen.

Mit “Hybris der Macht” waren Sie schon mal weiter, Herr Spreng!

9) Erika, Donnerstag, 23. August 2012, 00:37 Uhr

“Angela Merkel aber entschied sich für Horst Köhler.”

Ein interessanter Satz, den Sie da schreiben, Herr Spreng. Ob Frau Höhler 2004 Bundespräsidentin werden wollte, welches Recht sie zu haben meinte, das weiß ich nicht, habe auch im Internet nichts diesezügliches gefunden.

Aber, wenn man etwas in der Zeit im Zusammenhang mit dem Bundespräsidentenkandidaten recherchiert stößt man auf interessante Artikel und auch einige Details fallen einem wieder ein. Sehr schön beschreibt diese ganze Kandidatenkür Herr Schirrmacher von der FAZ

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ein-bundespraesident-wird-ernannt-westerwelle-stoiber-merkel-am-kuechentisch-der-macht-1979631.html

Der Kandidat hat sich dann auch prompt für seine “Macherin” eingesetzt:

http://m.faz.net/aktuell/politik/inland/bundespraesidentenamt-heftige-kritik-an-koehler-wegen-parteinahme-fuer-merkel-1144734.html

Die Unionsspitze hatte damals offenbar Herrn Schäuble als Kandidaten bevorzugt. Mit der Unterstützung von Westerwelle konnte dieser verhindert werden und Köhler wurde erfunden.

http://www.sueddeutsche.de/politik/wahl-des-neuen-bundespraesidenten-schaeuble-favorit-der-union-1.419453

Als Köhler zum Kandidat wurde ging es Angela Merkel vor allem um die persönliche Machtperspektive, damals war sie noch gar nicht Kanzlerin. Insofern konnte sowieso keine Frau Präsidentin werden, weil damals die Zeit für 2 Frauen an der Spitze der BRD noch nicht reif war.

Man kann zu Frau Höhler stehen wie man will, aber ihre Thesen zu Angela Merkel sollte man ernst nehmen. Und wenn man sich kritisch mit der Vergangenheit von Frau Höhler (die kein öffentliches Amt hat) auseinander setzt, sollte man dies doch erst recht bei der amtierenden Kanzlerin tun.

Und beim Deutschlandfunk war im Vorfeld natürlich Angela Merkel das arme Opfer:

“Es geht nicht um die Frage, wer ist der beste Kandidat, die überzeugendste Persönlichkeit, es geht nur noch um die Machtfrage in der Union. Heute prescht Glos vor – am Wochenende schon bot Stoiber den Liberalen einen Kuhhandel an. Einziges Ziel: Angela Merkel soll mit Duldung vieler CDU-Landesfürsten beschädigt – nein demontiert werden. Ein unwürdiges Schauspiel um das höchste Amt in Deutschland.

Mit aller Kraft beteiligt sich daran die FDP, die sich mit Blick auf die nächste Bundestagswahl wieder einmal als Mehrheitsbeschaffer sieht. Guido Westerwelle gibt den starken Mann und zeigt die Muskeln. Der Union könnten wir ja auch einen eigenen Kandidaten präsentieren, sagt er gestern und redet heute mit den Grünen. Macht er sich etwa neue Zukunftshoffnungen? Nein – er beteiligt sich an der Demontage von Frau Merkel – ohne Rücksicht auf Verluste auch in den eigenen Reihen.”

Wie es geendet hat, kann man ja oben bei Schirrmacher nachlesen.

Gute Nacht!

Erika

10) Gregor Keuschnig, Donnerstag, 23. August 2012, 11:32 Uhr

Gestern wurde über Höhlers Buch “Die Patin” in der 3sat “Kulturzeit” berichtet. Die Moderatorin sagte anschließend ein bisschen schnippisch, dass man eigentlich nun ein Gespräch mit Frau Höhler senden wollte. Diese sei auch im Studio, hätte es aber im letzten Moment abgelehnt, sich den “kritischen Fragen” zu stellen.

11) Marc, Donnerstag, 23. August 2012, 15:37 Uhr

@10) Das passt, wenn man sich ihr Interview im Deutschlandradio anschaut. Als der Moderator nachhakte, schweifte Frau Höhler ab: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1833653/

12) Tim, Donnerstag, 23. August 2012, 19:27 Uhr

Die Neidkeule ist wirklich arm. Merkel ist keine Demokratin!

Alternativlos sind nur die Naturgesetze und selbst da bin ich mir noch nicht so sicher.

13) Erika, Freitag, 24. August 2012, 09:33 Uhr

@ 11) Marc, Donnerstag, 23. August 2012, 15:37 Uhr

Zwei Zitate von Merkel mit Blick auf Werte:

“Ich habe keinen wissenschaftlichen Mitarbeiter eingestellt.”

“Ich freue mich, dass es gelungen ist, Osama bin Laden zu töten.”

Beide Zitate sollten nicht aus dem Munde der Regierungschefin eines Rechtsstaates kommen, schlimm genug, dass es im Kopf der Regierungschefin ist.

Wo “schweifte” Frau Höhler denn Ihrer Meinung nach ab?

14) Erwin Gabriel, Freitag, 24. August 2012, 09:55 Uhr

7) W. Zimmer, Mittwoch, 22. August 2012, 08:38 Uhr

Ich finde es gut, den Link noch einmal zu nennen, statt nur darüber zu reden – Danke und ansonsten Zustimmung.
___________________________

9) Erika, Donnerstag, 23. August 2012, 00:37 Uhr

Finde ich auch: Mag Frau Höhler dubios sein (ich kann das nicht beurteilen) – man sollte das Buch über Frau Merkel erst gelesen haben, bevor man “Hass” der Autorin konstatiert.

15) Erika, Freitag, 24. August 2012, 09:57 Uhr

Frau Höhler heute im Morgenmagazin:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/446#/beitrag/einzelsendung/1715228/Morgenmagazin-vom-24-August-2012

Interessant ist die Nachdenklichkeit in den Gesichtern der Zuschauer.

16) Tiffy, Freitag, 24. August 2012, 11:34 Uhr

Oh, sogar Bundespräsidentin und nicht nur Ministerin im Kabinett Kohl.

Vielleicht sollte man auch noch daran erinnern, dass sie erst ihre Professur für Literatur aufgegeben hat und dann auf einmal eine für Unternehmensberatung haben wollte.

Wann immer diese Frau in Talkshows auftritt, kommt sie nur mit wirren Aussagen vor, praktisch das Gegenteil von dem Niveau Jörges / Prantl / Spreng.

Aber diese Woche ist doch noch von einen weiteren weltbewegenden Buch die Rede, jenes, dass den Austritts Bayerns aus der BRD beschreibt. Mich erinnert es an die langjährigen Pläne der westfälischen CDU, NRW in zwei Bundesländer aufzuteilen. Aus denen wurde nie etwas. Könnten Sie vielleicht einmal darstellen, wie wahrscheinlich das Szenario von Scharnagl ist.

17) Gregor Keuschnig, Samstag, 25. August 2012, 10:31 Uhr

@Tiffy #16
Scharnagls Buch ist rein strategisch.

18) Erika, Montag, 27. August 2012, 09:38 Uhr

Der Schutzschirm der Presse für Merkel funktioniert.

Anstatt über die Thesen von Frau Höhler zu diskuttieren, diskuttiert man über Frau Höhler.

http://www.spreezeitung.de/2812/gertrud-hoehler-und-der-geballte-zorn-der-medien/

Auch dies schadet der Demokratie!

19) Marita, Montag, 27. August 2012, 16:48 Uhr

Der Hass ist vielleicht nicht nur persönlich zu erklären, sondern die Reaktion einer Erzkonservativen, die ihre Felle davonschwimmen sieht. Alles, wofür sie ihr Leben lang stand, soll auf einmal nicht mehr gelten. Das ist für engagierte Menschen nur schwer zu verkraften, und es ist auch mit großen Ängsten verbunden. Das führt zu Überreaktionen. Frau Höhler, von der ich mal eine Zeit lang eine ganz gute Meinung hatte, ist für mich völlig inakzeptabel geworden. Und nicht, weil sie Merkel kriitsiert, sondern weil mir klar geworden ist, wie weit rechts sie tatsächlich steht.

20) Erwin Gabriel, Dienstag, 28. August 2012, 10:56 Uhr

@ 19) Marita, Montag, 27. August 2012, 16:48 Uhr

>> Der Hass ist vielleicht nicht nur persönlich zu erklären…
Hass ist so ein großes Wort. Antipathie oder Abneigung würde doch reichen (wenn es denn wirklich so wäre – könnte aber auch wirklich nur Sorge über den Kurs “ihrer” CDU sein).

>> … sondern weil mir klar geworden ist, wie weit rechts sie tatsächlich steht.
Politisch “rechts” sollte grundsätzlich genau so wenig ein Problem sein wie politisch “links”. Ist “nur” eine andere Meinung. Wobei auch mir Frau Höhler ein klein wenig suspekt ist.

Aber: unabhängig davon, ob Sie oer ich Frau Höhler nun mögen oder nicht, ob Frau Höhler Frau Merkel hasst oder nicht – ihre Thesen sind nicht aus den Fingern gesogen. Frau Merkel verhält sich, soweit ich das aus der Ferne betrachten kann, genau so wie von Frau Höhler beschrieben.

21) Erwin Gabriel, Dienstag, 28. August 2012, 10:59 Uhr

@ 18) Erika, Montag, 27. August 2012, 09:38 Uhr

http://www.spreezeitung.de/2812/gertrud-hoehler-und-der-geballte-zorn-der-medien/
>> Auch dies schadet der Demokratie!

Ich stimme zu. Und Danke für den Link.

22) Scherzbischof, Dienstag, 28. August 2012, 11:21 Uhr

Höhler scheint mir eine von den (Erz-)Konservativen die ständig von der Sozialdemokratisierung der Union schwafeln. In Wirklichkeit ist doch das Gegenteil der Fall: Die SPD ist so stark nach rechts gedriftet und der CDU soweit auf den Pelz gerückt, dass Merkel nur noch wenig Manövrier-Spielraum hat ohne ins rechte Abseits zu treiben.

Eine “lupenreine” “Demokratin” wie Merkel weiss doch, dass sie das was sie am rechten Rand gewinnen kann, dopppelt am linken an die SPD und Grünen verliert.

23) Frank Reichelt, Dienstag, 28. August 2012, 12:30 Uhr

@ Erwin Gabriel

So sehr ich ihre differenzierten und ausgewogenen Beiträge sonst schätze, in diesem Punkt irren sie meiner Ansicht nach, die von Frau Höhler in ihrem Buch vertretenen Ansichten sind meiner Meinung nach hanebüchener Unsinn und nur aus Marketinggründen auf Krawall angelegt, Sarrazin läßt Grüßen!

24) Erwin Gabriel, Mittwoch, 29. August 2012, 12:25 Uhr

@ 23) Frank Reichelt, Dienstag, 28. August 2012, 12:30 Uhr

>> die von Frau Höhler in ihrem Buch vertretenen Ansichten
>> sind meiner Meinung nach hanebüchener Unsinn und nur
>> aus Marketinggründen auf Krawall angelegt, Sarrazin läßt Grüßen!

Teilweise kann ich dem zustimmen: Sarrazin lässt grüßen. Auch er hat ein offensichtliches Problem, das von offizieller Seite bewusst totgeschwiegen wird, mit überspitzten Formulierungen thematisiert. Die eine Hälfte schreit “Endlich einer, der es ausspricht”, die andere Hälfte schimpft auf den Autoren. In jedem Falle rollt der Rubel.

Zu Frau Höhler selbst: Die Parallelen zu Sarrazin sind durchaus erstaunlich. Auf der einen Seite bemerkenswerte Leisungen, auf der anderen Seite immer wieder Auslassungen, die einen dazu bringen, sich am Kopf zu kratzen. Beider besten Zeiten sind schon das eine oder andere Jahrzehnt vorbei. Bei beiden wirkt es auch ein wenig wie der Versuch, nicht ganz ins Vergessen abzurutschen.

Wie auch immer – die von Theo Sarrazin zusammengetragenen Fakten fand ich nachvollziehbar und entsprechen meiner Wahrnehmung, selbst wenn ich Sarrazins Schlußfolgerungen in weiten Teilen nicht zustimmen konnte. Das, was ich von Frau Höhler zum Thema Merkel gehört und gelesen habe, entspricht ebenfalls meiner Wahrnehmung:

* Ehemals wichtige politische Positionen der CDU wurden aufgelöst bzw. durch Positionen der Schröder’schen SPD ersetzt, mit leichten Einfärbungen durch die Grünen.

* In vielen Fällen hat Frau Merkel ihre ursprüngliche Position ins Gegensätzliche verdreht: Ob Bundeswehr, Atomkraft oder Griechenland – bei derart vielen und derart wichtigen Themen eine 180°-Kehre durchzuführen, ohne das vorher auch nur ansatzweise in der Partei auszudiskutieren, ist schon ein starkes Stück.

* Viele Euro-Entscheidungen wurde ohne Zustimmung und Mitwirkung des Bundestags entschieden bzw wurde gezielt angestrebt, den Bundestag zu umgehen. Das ist hochgradig undemokratisch!

Man könnte endlos weitermachen ….

Was ich Frau Merkel voller Respekt zutraue, ist der Punkt “Manager der Macht”. Wenn ich aber in meine Krempelkiste der eigenen Überzeugungen gucke, sehe ich nichts, was mit Frau Merkel in Deckung zu bringen ist, bzw. nur Standpunkte, die sie genau so schnell aufgeben könnte, wie sie sie eingenommen hat. Für mich war sie deswegen schon vor dem Höhler-Auftritt nicht mehr wählbar.

Ihren Zweifeln zur Person Höhler kann ich schwerlich widersprechen, die Beweggründe für das Buch sind mir eigentlich egal. Frau Höhlers Thesen wiederum, soweit ich sie bis jetzt kenne, sind für mich nachvollziehbar.

25) Erika, Mittwoch, 29. August 2012, 16:33 Uhr

Mein Erlebnis mit dem Buch von Frau Höhler.

Mit dem Hinweis von 10) Gregor Keuschnig, Donnerstag, 23. August 2012, 11:32 Uhr wurde ich auf den Blog aufmerksam:

http://blog.zdf.de/3sat.Kulturtube/2012/08/23/hochverehrte-frau-professor-dr-hoehler/

Dieser Blog beginnt mit einem “netten” Brief von Herrn Armin Conrad an Frau Höhler. Als ich ihn gelesen habe, habe ich ziemlich spontan am 23.8. um 22.08 einen Kommentar abgegeben. Am nächsten Morgen waren bereits viele Kommentare, die nach dem meinen abgegeben wurden, online. ich habe daraufhin um Veröffentlichung gebeten. Mir wurde dann erklärt, man habe keinen Kommentar gelöscht oder mein Kommentar wäre breits online. Einen Tag später erhielt ich eine Antwort von einem Forumsteilnehmer:

“Sind wir ein bisschen hysterisch und leiden unter (Zensur-)Verfolgungswahn? Oder nehmen wir uns einfach nur selber zu ernst?! Wie peinlich ist das denn?
Ernst Kolonaka | 25. August 2012 | 10:25 | Antworten”
—————————————————————————————————————————

Diesem wollte ich gerne antworten: Mein Kommentar ist auch eingegangen:

Ihr Kommentar wird moderiert. Bitte haben Sie etwas Geduld.

Sehr geehrter Herr Kolonaka,

wenn es Sie wirklich interessiert:

23.08. – 22.08 Uhr
Kommentar: Was ist ihre Funktion?
24.08. – 10.37 Uhr
Viele spätere Kommentare waren bereits online die Frage: Wo ist mein Kommentar?
24.08. ca. 10.37 Uhr (habe es mir nicht aufgeschrieben)
Link zum Morgenmagazin
24.08. – 11.55 Uhr (Redaktion)
Link wäre falsch und daher nicht freigeschaltet
24.08. – 12.25 Uhr
Kommentar war nach wie vor nicht online
habe erneut um Freischaltung gebeten
Hinweis, wie man Beiträge im Morgenmagazin findet, daraufhin wurde Link zum Morgenmagazin freigeschaltet.
24.08. ca. 14.30 (habe es mir nicht aufgeschrieben)
Kommentar vom 23.08. um 22.08 Uhr war nicht online
daraufhin habe ich erneut Kommentar geschrieben, in Auszügen:
—–
“Ich kann mich nur wundern, angeblich wurde mein Kommentar veröffentlicht, was bis dato nicht passiert ist, mein Link
zum Morgenmagazin war angeblich falsch, kennt man sich mit den Funktionen beim eigenen Sender nicht aus.

Für mich gibt eine solche Kulturredaktion kein gutes Bild ab.

Trotzdem wäre ich Ihnen dankbar, wegen Meinungsvielfalt, wenn Sie diesen Kommentar veröffentlichen würden.

Ich kopiere diese jetzt immer vorher!

Mit freundlichen Grüßen”

——————————————————-
24.08. – 14.44 Uhr (Redaktion) steht ja oben vor ihrem Kommentar – Kommentar war dann endlich freigeschaltet. “Wir moderieren Blogs, weil wir aus rechtlichen Gründen zur Sorgfaltpflicht angehalten sind – das hat nichts mit Zensur zu tun.
Beste Grüße, Ihre Kulturzeit-Redaktion”

Ich finde es peinlich, wenn ich belogen und hingehalten werde. Mein Kommentar hat niemand persönlich beleidigt und ich habe nicht zu einer Straftat aufgerufen. Ich habe lediglich den Redakteur gefragt: “Was seine Funktion ist?”

Wenn Sie dies für hysterisch halten, ist mir dies ehrich gesagt egal. Aber ich finde man sollte für die Meinungsfreiheit in diesem Land kämpfen!

Schönen Abend noch

Erika Herzog
Erika Herzog | 26. August 2012 | 21:47 | Antworten
—————————————————————————————————————————

Am 24.08. um 16.31 Uhr hat Frau Claudia Cornelsen als “Zeugin” ihre Sicht der Dinge geschildert.

Am 27.08. um 11.00 Uhr hat Herr Armin Conrad dann auch Frau Corneisen geantwortet und ich habe mir erlaubt ganz kurz zu kommentieren:

Ihr Kommentar wird moderiert. Bitte haben Sie etwas Geduld.

Es tut mir leid. Aber es bleiben die “Merkel”-verteidigenden Fragen. Sie sind Partei, das sollte man als Moderator nicht sein.
Erika Herzog | 27. August 2012 | 17:33 | Antworten

Am 27.08. um !5.34 Uhr gab es einen Kommentar von Ralf Rättig Kulturzeit-Redakteur, dieser endete mit dem Satz

“Doch Frau Höhler & ihrer PR-Managerin ist es gelungen, soviel Staub aufzuwirblen, dass daran nicht zu denken ist. Noch nie gab es in den Medien so viele Verteidigungsschriften, so viel Rückendeckung für Merkel. Die Bundeskanzlerin ist die strahlende Siegerin dieses missglückten PR-Coups. Ein Kollateralschaden.”

Ralf Rättig, Kulturzeit-Redakteur
Ralf Rättig | 27. August 2012 | 15:34 | Antworten

Ihr Kommentar wird moderiert. Bitte haben Sie etwas Geduld.

http://www.spreezeitung.de/2812/gertrud-hoehler-und-der-geballte-zorn-der-medien/

“Man kann Gertrud Höhler vorwerfen, was man will. Nicht aber, dass sie Anzeichen für mögliche Fehlentwicklungen nicht anspricht. Diesem Vorwurf muss sich allenfalls später einmal eine Presse stellen, die im Eifer des Zorns gerne einmal die eigenen Defizite aus den Augen verliert.”
Erika Herzog | 27. August 2012 | 17:40 | Antworten

Meine Kommentare sind bis jetzt 29.08. – 16.00 Uhr nicht veröffentlicht.

Ist das die vielgerühmte freie Meinungsäußerung in Deutschland?

Sehr geehrter Herr Spreng,

vielleicht gehört dies nicht hierher, aber ich habe mir jetzt die Mühe gemacht es zu dokumentieren und ich schätze ihren Blog sehr, insbesondere für den fairen Umgang und die Möglichkeit seine Meinung äußern zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Erika Herzog

PS. Ich habe nicht vor mir das Buch zu kaufen, aber es wäre viel gewonnen in diesem Land, wenn man über den FAZ Artikel offen diskuttieren würde.

26) klaus baum, Donnerstag, 30. August 2012, 09:41 Uhr

ich finde es sehr schade, dass das sich-an-die-macht-morden, wie wir es aus shakespeares königsdramen kennen, aus der mode gekommen ist.

27) Oliver Beck, Samstag, 01. September 2012, 21:10 Uhr

Das Ihr Statement zu Gertrud Höhler in “Anekdote der Woche” steht ist wohl kein Zufall. Mit dem Buch beschäftigen Sie sich ja nicht wirklich. Ohne dass ich die innere Befindlichkeit von Frau Höhler einschätzen kann, halte ich es für vollkommen albern anzunehmen, dass eine über 70-jährige sich wegen mangelnder Beachtung in weit zurückliegenden Jahren rächen will. Dafür, so denke ich, ist Frau Höhler nun wirklich zu klug.
Die Beobachtungen die die Autorin gemacht hat sind doch praktisch Punkt für Punkt zutreffend und sind im übrigen auch schon in den allermeisten Medien, ich denke auch im Sprengsatz, thematisiert worden (Frau ohne Eigenschaften, Kanzerin der Beliebigkeit, Chefin ohne Machtwort etc etc etc). Mag sein dass einzelne Schlussfolgerungen die gezogen werden etwas weit hergeholt sind. Auch die Anlehnung an Ihre Herkunft finde ich etwas gewagt.
Alles in Allem ein richtiges und m E auch wichtiges Buch, dem man nur viele Leser wünschen kann.

28) Erika, Sonntag, 02. September 2012, 10:18 Uhr

@27) Oliver Beck, Samstag, 01. September 2012, 21:10 Uhr

Was weiß “man” über das Leben von Angela Merkel?

Wir wissen zum Beispiel seit diesem Sommer, dass ihre (Merkels) Kindheit im Herbst nach Kartoffeln im Dämpfer riecht. Versuchen Sie etwas über ihre (M) FDJ-Mitgliedschaft etwas zu finden, landen sie meist in irgendwelchen Blogs, früher konnte man vieles bei Wikipedia nachlesen. Als ich das letzte mal im Internet nach Informationen suchte, fand ich eigentlich nur noch ein Artikel in der sz:

“Zu ihrer Vergangenheit in der SED-Nachwuchsorganisation Freie Deutsche Jugend (FDJ) sagte Merkel: “Ich habe dazu oft genug Stellung genommen. Ich war selbstverständlich und viele Jahre in der FDJ.” Solche Vorhaltungen seien “nicht der deutschen Einheit dienlich”.”

http://www.sueddeutsche.de/politik/merkel-und-die-stasi-anwerbung-bekenntnisse-einer-plaudertasche-1.453404

Es gibt noch ein “Überbleibsel” vom Schweiz Magazin:

http://www.chronik-berlin.de/news/stasi-spitzel_merkel.htm

und ein Kommentar über die Aussagen von Rolf Schneider

http://www.messitschbyburns.de/archives/454

Seit diesem Sommer wissen wir, dass die Kindheit von Angela Merkel nach Kiefern und Heu riecht, aber nichts über ihre Vergangenheit.

http://www.bild.de/politik/inland/angela-merkel/ihre-letzten-geheimnisse-25591160.bild.html

29) Oliver Beck, Sonntag, 02. September 2012, 19:38 Uhr

@Erika
ich mag Frau Merkel nicht. Halte Ihre Politik (wenn man das was sie tut so nennen will) auch in weiten Teilen für falsch. Ich vermute einfach es ist hoch spekulativ ihre heutige Handlungsweise in einen direkten Kontext zu ihrer weit in der Vergangenheit liegende Zeit und Ihr Handeln in der DDR zu setzen.

30) Doktor Hong, Sonntag, 02. September 2012, 23:48 Uhr

Zum Haare waschen gehört es scheinbar, dass diese dabei nass werden.

Es gibt nur ein Bundeskanzleramt in diesem Staate und das wird – vermute ich – von dem einen oder anderen Politiker langfristig angestrebt. In jedem Fall unterstelle ich, dass es zu jedem Zeitpunkt mehr als einen Aspiranten auf dieses Amt gibt.

Also muss sich der erfolgreiche Amtsinhaber gegen andere Aspiranten erfolgreich durchgesetzt haben, und vermutlich werden da mitunter ganz harte Bandagen angelegt. Ich habe schon Intrigen und Verleumdungskampagnen mit angesehen, in denen es um sehr viel weniger als das Bundeskanzleramt ging. Daher habe ich wenig Grund anzunehmen, dass es in der Politik immer sauber und lieb zuginge.

Die genannten Personen, die Merkel gemordet haben soll, ja nun. Welchen Zuschnitts waren die denn? Koch macht in Hessen Wahlkampf mit “hartem Vorgehen gegen Kriminalität”, nachdem er Polizei- und Richterstellen im Land reduziert hat. Und das soll eine Kapazität gewesen sein? Jeder möge sich seinen Teil denken.

Adenauer soll ziemlich gehässig mit Erhardt umgesprungen sein, und wenn man mal die Reden Schmidts auf YouTube anschaut, dann sieht man, dass der Mann alles andere als zimperlich mit seinen Gegnern umgesprungen ist. Genauso wenig wie Kohl, und auch Schröder wird sich knallhart durchgeboxt haben.

Aber, so wie man sich beim Haare waschen selbige nass macht, gehört wohl auch Scheinheiligkeit zur politischen Diskussion.

31) Erika, Montag, 03. September 2012, 10:46 Uhr

@29) Oliver Beck, Sonntag, 02. September 2012, 19:38 Uhr

“Ich vermute einfach es ist hoch spekulativ ihre heutige Handlungsweise in einen direkten Kontext zu ihrer weit in der Vergangenheit liegende Zeit und Ihr Handeln in der DDR zu setzen.”

Da stimme ich Ihnen zu, es wäre auch egal. Was mich stört, ist, dass es kaum bis keine Artikel, keine Veröffentlichungen oder gar Diskussionen über die politische Vergangenheit von Frau Merkel in der Öffentlichkeit gibt. Aber man in vielen Zeitungen vor kurzem lesen konnte, wie ihre Kindheit riecht.

Hin und wieder findet man noch einen Artikel eines “Zeitzeugen”:

http://www.stern.de/politik/deutschland/schnauze-wessi-system-streber-gene-1681660.html

32) ÜV, Dienstag, 04. September 2012, 17:24 Uhr

Hohl
Höhler
Gertrud

Wie ist Ihre Meinung?

Kommentar schreiben


Ihr Kommentar *


* Pflichtfelder


apparent media - iPhone Apps aus Berlin