Sonntag, 05. August 2012, 12:23 Uhr

Minister und die soziale Kompetenz

Soziale Kompetenz hat man oder man hat sie nicht. Sie ist auch nicht dadurch zu erlernen, dass man Minister wird. Dies haben in den vergangenen Wochen zwei Bundesminister bewiesen, Kristina Schröder und Hans-Peter Friedrich. Beide haben im Umgang mit Untergebenen genau die soziale Kompetenz vermissen lassen, die ein Minister noch mehr braucht als ein Wirtschaftsboss.

Begleitet wird diese Inkompetenz meist von der Unfähigkeit zur Kommunikation. Aber wie soll man auch etwas erklären, was offenbar nicht zu erklären ist?

Familienministerin Schröder feuerte ihre Abteilungsleiterin für Gleichstellung, ohne dafür bis heute eine Erklärung zu liefern oder liefern zu können. Deshalb schießen Mutmaßungen ins Kraut. War die Gefeuerte zu emanzipiert für den Geschmack der Ministerin? Zu beliebt bei den weiblichen CDU-Abgeordneten – im Gegensatz zur Ministerin?

So bleibt nur festzustellen: eine Frau, die für Emanziption kämpft, zum Beispiel in Form einer Frauenquote,  ist zu emanzipiert für das Frauenbild von Frau Schröder.

Der zweite ist Bundesinnenminister Friedrich, der die drei obersten Chefs der Bundespolizei feuerte, ebenfalls ohne erklären zu können, warum. Während die Medien schon die Ablösung meldeten, hatte Friedrich keine Zeit und keine Worte gefunden, um den obersten Polizisten zu erklären, warum sie gehen müssen. Er reagierte nicht einmal auf den Gesprächswunsch des Chefs der Bundespolizei. Der nach seiner Ablösung zu recht darauf hinwies, wie “unwürdig” das Ganze sei.

Für Friedrich und Schröder endete das Trauerspiel erwartungsgemäß in einem Kommunikationsdesaster . Selbst dann, wenn sie plausible Gründe für die Entlassungen gehabt hätten, wären diese heute nicht mehr zu vermitteln.

Wenn es drei entscheidende Kriterien für die Führung eines Ministeriums gibt, dann haben die beiden schon zwei (soziale Kompetenz, Kommunikationsfähigkeit) nicht erfüllt. Das dritte Kriterium (fachliche Kompetenz) wird von vielen auch bezweifelt. Ein Trost: Untergebene, Kollegen und Wähler müssen die beiden aber nur noch gut ein Jahr ertragen.

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47 Kommentare

1) Andreas Moser, Sonntag, 05. August 2012, 12:37 Uhr

Das Fehlen von 2 bis 3 wesentlichen Kompetenzen fällt aber auch zurück auf diejenige, die diese Minister ausgewählt hat.

2) albertus28, Sonntag, 05. August 2012, 12:45 Uhr

Lieber Herr Spreng,was ist denn los,es menschelt ja richt….so eine Mitleidstour ist man in der Tat bei Ihnen nicht gewohnt.
Zum einen wissen die gefeuerten Damnen und Herren,dass sie ohne Angabe von Gründen jederzeit entlassen werden können und zum anderen, werden sie sicherlich nicht zu Hartz IV – Empfängern.
Beide Minister sind sehr gut beraten,einfach zu schweigen.Glauben Sie allen Ernstes,wenn eine Erklärung käme,dass M. Spreng,Gabriel,Oppermann,etc,etc,verständnisvoll und freundlich diese entgegennäme bzw.dieses zu Protokoll gäbe.
Und “Kommunikationsdesaster” ….haben Sie es nicht ne Nummer kleiner.

3) Frank Reichelt, Sonntag, 05. August 2012, 12:47 Uhr

Ich war bisher immer der Meinung, die Eignung für einen Ministerposten orientiert sich primär an folgenden Kriterien:

1. Parteizugehörigkeit
2. Landsmannschaftliche Ausgewogenheit
3. Geschlechterquote

Nach meiner Beobachtung war Fach- oder Sozialkompetenz noch nie der entscheidende Grund für die Besetzung eines Ministerpostens. Dafür gibt es doch schließlich die Mitarbeiter in den Ministerien, die ja wegen ihrer fachlichen Eignung selbst bei Regierungswechseln oftmals auf ihren Posten verbleiben können, selbst wenn sie dann das “falsche” Parteibuch haben.

4) rainer, Sonntag, 05. August 2012, 13:37 Uhr

….warum das so ist?…ganz einfach…..diese Typen sind eben nur drittklassisch……

5) Chambord, Sonntag, 05. August 2012, 14:29 Uhr

Dämlich ist ja auch, dass die beiden Minister durch ihr ängstliches Schweigen den Geschassten und anderen die Interpretation der Vorfälle überlassen. Das ist doch nicht nur menschlich sondern auch strategisch völlig unklug.

6) Doktor Hong, Sonntag, 05. August 2012, 14:40 Uhr

Tja, wer braucht schon soziale Kompetenz, wenn er exekutive Kompetenz hat.

Dann entfernt man halt einfach die Leute, mit denen man nicht klarkommt.

7) Dieter Carstensen, Sonntag, 05. August 2012, 15:07 Uhr

Lieber Michael Spreng,

spöttisch formuliert würde ich es so ausdrücken:

Minister UND soziale Kompetenz? Zwei Welten begegnen sich!

M.f.G.

8) Bernhard Paul, Sonntag, 05. August 2012, 15:26 Uhr

Ein Minister, eine Ministerin, muss – was ich im übrigen für antiquiert halte – seine Entlassungsgründe nicht mitteilen, aber er täte gut gut daran, um das unwürdige Procedere für alle Beteiligten zu vermeiden. Ich denke, dass das Schweigen weniger mit sozialer Kompetenz zu tun hat, sondern mit der Angst, öffentlich zerpflückt zu werden und eine Dauerdebatte loszutreten, die sich schnell gegen die eigene Person richten wird, wie es #2 albertus schon andeutet. Im Falle Friedrich ist das sogar eindeutig so.

Zumindest den CSU-Minister Friedrich hat aber nicht die Kanzlerin ausgewählt, er belastet also nicht ihr Konto, wie #1 Andreas Moser vermutet.

9) Günter Springer, Sonntag, 05. August 2012, 17:37 Uhr

Herr Spreng Ihr letzter Satz:
Ein Trost: Untergebene, Kollegen und Wähler müssen die beiden aber nur noch gut ein Jahr ertragen.
möge sich in das Ohr und den Verstand der Mehrheit der Wähler einpflanzen, sonst sehe ich kohlrabenschwarz, tiefschwarz oder noch schwärzer.
Es ist kaum noch zu ertragen und bitte stechen Sie weiter in die Pestbeule!

10) Walther Gruschel, Sonntag, 05. August 2012, 17:44 Uhr

Und wer bitte feuert nun Frau Merkel?
Da kann man doch Gründe genug angeben.

11) Dierke, Sonntag, 05. August 2012, 17:57 Uhr

Seit Jahren gibt es in der Politik vor allem Drittklassigkeit. Bitte, Herr Spreng, das gilt für alle Parteien und wird sich kaum mit der Bundestagswahl im nächsten Jahr ändern !! Warum erwähnen Sie mit keiner Silbe die skandalöse Nürburgring-Pleite von Kurt Beck, der schon vor 3 Jahren hätte geschsst werden müssen ???

12) Tim Landscheidt, Sonntag, 05. August 2012, 18:12 Uhr

Wie man eine Kündigung dagegen professionell und unzweideutig begründet, findet man in dem SPIEGEL-Archiv unter http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-17436582.html.

13) karel, Sonntag, 05. August 2012, 19:25 Uhr

Schon mal die “Sozialkompetenz” eines Herrn Schily oder Herrn Fischer oder, oder, oder
hinterfragt?

Mir kommen ja fast die Tränen ob der “bösen” CDU-Minister……..

Unter rot-grün wurde reihenweise “in den Ruhestand” versetzt.
Und wen hat´s interessiert…….

14) Winfried, Sonntag, 05. August 2012, 22:10 Uhr

Unsere Gesellschaft schrumpft und die Ursache einer Fertilität von 1,3 wird nie diskutiert.
Vieleicht ist es ja die Emanzipation?
Nun dann wird auch diese Kultur austerben!

15) Norbert, Sonntag, 05. August 2012, 22:59 Uhr

Herr Spreng, heute stimme ich Ihnen nicht – oder nur teilweise – zu.
Es mag sein, dass es moralisch fragwürdig ist, wie die Entlassungen ausgeführt wurden. Anders als Sie schreiben, läge die Lösung aber nicht in der öffentlichen Begründung derselben.
Ein Unternehmer mag öffentlich begründen, warum ein Werk geschlossen wird, aber warum eine Einzelperson ihre Stelle verliert, geht der Öffentlichkeit nichts an.

16) Christian Himberger, Montag, 06. August 2012, 00:56 Uhr

Etwas Besseres konnte dem Chef der Bundespolizei doch gar nicht passieren. Der hat für den Rest seines Lebens ausgesorgt.

17) senta rieger, Montag, 06. August 2012, 02:56 Uhr

Führungsstärke macht sich -leider- auch manchmal daran fest, ob jemand entscheiden kann- und unangenehm schnell im Wege des Durchgriffs entscheiden kann. Ob das in den o. erwähnen Beispielen der Fall war, werden wir nicht erfahren. Führungsschwäche macht sich häufig durch Panikaktionen bemerkbar, ob das hier so war, werden wir nie erfahren.
Gehen wir doch erstmal davon aus, dass es für Entscheidungen solcher Reichweite Ursachen und Gründe geben muss.
So oder so.

18) mphjz, Montag, 06. August 2012, 07:10 Uhr

“Ohne Angabe von Gründen” muß nicht heißen, daß es keine Gründe gibt. Sie gehören vielleicht nur nicht in die Öffentlichkeit.

19) Lektor, Montag, 06. August 2012, 07:55 Uhr

Bitte, bitte immer noch mal korrekturlesen…

> eine Frau, die für Emanziption kämpft, zum Beispiel
> in Form einer Frauenquote, ist zu emanzipiert ist für
> das Frauenbild von Frau Schröder.

Hier müssen wir ein “ist” abziehen, leider. 😉

> Wenn es drei entscheidende Kriterien für die
> Führungs eines Ministeriums gibt,

Hier ist ein “s” zuviel.

Inhaltlich voll einverstanden. Sie glauben also, dass in einer Großen Koalition das Innenministerium und das Familienministerium von de SPD besetzt werden wird, oder weshalb glauben Sie, dass wir Schröder und Friedrich nur bis zur nächsten Wahl ertragen müssen? Es bleibt der Trost, dass es danach (in der Großen Koaliton) kaum schlimmer werden kann.

20) gabriele, Montag, 06. August 2012, 10:04 Uhr

@19) Lektor, Montag, 06. August 2012, 07:55 Uhr
ein intaktes Hirn vermag sogar Buchstabensalat wie diesen richtig zu lesen: unlguablihc
Besonders kreative Hirne lesen Texte einfach richtig. 🙂
Nur Lehrer können das nicht.
Sprechen auch von sich in der 3.Person.

21) Maren P., Montag, 06. August 2012, 10:12 Uhr

Hätten die Ministerin Schröder oder der Minister Friedrich zumindest nach innen, in ihren Häusern kommuniziert, dass sie jemanden abgelöst haben, und zugleich die “Neuen” angekündigt, wäre der öffentliche Aufschrei sicher unterblieben. So haben beide Minister die Debatte pro und contra einfach monatelang treiben lassen. Das ist in jeder Hinsicht unprofessionell.

22) Journalist, Montag, 06. August 2012, 10:39 Uhr

12) Tim Landscheidt, Sonntag, 05. August 2012, 18:12 Uhr

Da haben Sie aber tief gegraben … 🙂

Michael Spreng war zu seinen Zeiten als Bild-am-Sonntag-Chefredakteur für die meisten Springer-Chefs zu “links” (für unsereinen also gemäßigt konservativ). Das hat besonders den Großaktionär Leo Kirch gestört, der immer wieder und mit wachsendem Erfolg versuchte, sich in die politische Berichterstattung von BILD, WELT etc einzumischen (etwa bei der Berichterstattung zum Verbot von Kruzifixen in Schulen).

Dagegen setzte sich ein selbstbewusster Chefredakteur wie Michael Spreng, der zumindest damals ein richtig sturer Hund und harter Knochen sein konnte, gekonnt und robust zur Wehr (deutlich erfolgreicher als die meisten anderen). Für viele damalige Springer-Redakteure, auch für mich, war Michael Spreng im geteilten Verlagshaus (Springer-Schule gegen Kirch-Gänger) deshalb ein Idol.

Andere schüttelten verständnislos den Kopf, machten ihren Kotau und anschließend Karriere. Kai Dieckmann wurden wie angekündigt Chefredakteur der Bild, und die Nennung von Claus Strunz aus dem von Leo Kirch dominierten Aufsichtsrat zeigt auch, wer den neuen Chefredakteur der Bild am Sonntag ausgesucht hat.

Der Erfolg- und Leistungsnachweis einer Zeitung bzw. eines Chefredakteurs, die verkaufte Auflage, rauschte bei der der Bild am Sonntag unter dem blassen und ideenlosen Spreng-Nachfolger Claus Strunz übrigens recht schnell und nachdrücklich in den Keller.

23) Erwin Gabriel, Montag, 06. August 2012, 11:00 Uhr

@ 18) mphjz, Montag, 06. August 2012, 07:10 Uhr

>> “Ohne Angabe von Gründen” muß nicht heißen,
>> daß es keine Gründe gibt. Sie gehören vielleicht
>> nur nicht in die Öffentlichkeit.

Dem stimme ich grundsätzlich zu. Aber:

Auch ich habe mich gefragt, was das soll, und nichts Vernünftiges dazu gefunden. In einer Situation, in der durch Ermittlungspannen rechter Mord und rechter Terror nicht verhindert, vielleicht sogar gefördert wurden, kann ich mir nur zwei Meinungen bilden.

* Die drei Top-Beamten haben mitgeschlampert und mitvertuscht, und das soll aus Image-Gründen nicht bekannt werden. Dann müsste man aber den Beamten klarmachen, dass man auch in ihrem Interesse schweigt, und dass deshalb auch sie schweigen sollten.

* Minister Friedrich versucht, durch Aktionismus sein eigenes Versagen in der Affäre auf Kosten der Beamten zu kaschieren. Dann könnte ich verstehen, dass nichts begründet wird (weil es nichts zu begründen gibt), und das Verhalten der Beamten wäre verständlich.

In jedem Fall hat Herr Spreng recht: Das ist ein erhebliches Kommunikationsdesaster, was da angerichtet wurde.

PS: Mich erinnert die aktuelle Situation der Regierung an die abgehobene spätrömische Dekadenz – nur dass diesmal keine Barbaren vor der Tür stehen, um die Reste aufzusammeln.

24) Carsten Blöcker, Montag, 06. August 2012, 12:16 Uhr

Was für ein Wind über ganz alltägliche und normale Vergänge. Aus meiner Sicht wäre es verwerflich, wenn ein Vorgesetzter seine Kündigungsgründe öffentlich macht, die Betroffenen haben auch ein Recht auf Schutz. Verehrter Herr Spreng, einer Ministerin oder einem Minister sollte man zutrauen, solche Entscheidungen sachlich, korrekt und vertraulich zu treffen. Ein bisschen mehr Zutrauen, ein bisschen weniger Heissluft, wäre angebracht.

25) PPHBLN, Montag, 06. August 2012, 14:20 Uhr

Das ist falsch.

Die Herren Ministerriege hat nicht irgendeinen Heinzelmann entlassen, sondern im Falle des BM Friedrich mal eben die gesamte Führungsspitze der größten deutschen Polizeibehörde.

Die Gründe dafür sind m.E. so relevant für den Souverän, dass diese entsprechend genannt gehören. Sonst bleibt nämlich der Makel der Ablösung aus politischen Gründen, weil die Nase oder das Parteibuch ein Dorn im Auge des Ministers waren.

Das geht gar nicht.

26) rundertischdgf, Montag, 06. August 2012, 16:02 Uhr

Beim Innenminister Friedrich liegt es vielleicht daran, daß er grundsätzlich dem Gedankengut eines Anderen mißtraut. http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/08/05/friedrich-der-gedankenjager/

27) JoCap, Montag, 06. August 2012, 16:14 Uhr

@24-C. Blöcker
einer Ministerin oder einem Minister sollte man zutrauen, solche Entscheidungen sachlich, korrekt und vertraulich zu treffen

Sie meinen im Hinterzimmer das Bauernopfer per Streichholz ziehen?

Ein bisschen mehr Zutrauen

Nö, auf keinen Fall. In welchem Land leben Sie, um diesen Vertrauens Vorschuß zu rechtfertigen?

ein bisschen weniger Heissluft, wäre angebracht.

Von Ihnen vieleicht. Ich kann der Argumentation des Herrn Spreng folgen.
Sie aber haben gar keine Argumentation, außer Ihrem Glauben. Glaube an was eigentlich?
An das Gute im Menschen? Das reicht leider nicht, auch wenn ich es löblich finde.
Und ein hochrangiges Ministeramt ist etwas anderes wie in der Privatwirtschaft gekündigt zu
werden. Das Volk muß erfaren warum hochrangige Minister, eben mal so, abgesetzt werden.
Das gehört dazu. Gerade in einer Demokratie, oder liegt dort für Sie das Problem?

28) Meko, Montag, 06. August 2012, 17:57 Uhr

Nicht nur Herr Friedrich (CSU) und Frau Schröder(CDU) sind in ihren Positionen total überfordert. Wo sind die besseren Amtsinhaber/innen???
Die Arroganz der Macht ist groß, kann mangelnde Befähigung und fehlende Humanität nicht ersetzen. Haben wir nicht alle in kindlicher Weise mal gedacht, Politiker/Innen könnten Vorbilder im positiven Sinne sein?

29) Hannes66, Montag, 06. August 2012, 19:03 Uhr

Ein Minister schafft es nicht, seinen Spitzenbeamten ins Gesicht zu sagen, dass er sie nicht weiter an der Spitze haben will, ganz egal aus welchem Grund, sondern lässt zu, dass diese ihre Entlassung zuerst über die Medien erfahren?

Was für ein Charakterschwächling!

30) CitizenK, Montag, 06. August 2012, 20:24 Uhr

Erinnert mich sehr an jenen CSU-Minister, bei dem die von Erwin Gabriel formulierte Variante 2 inzwischen als erwiesen gelten kann.

Die soziale Kompetenz führender CSU-Politiker zeigt sich aktuell ja Thema Europäische Union.

31) Thomas Friedrichs, Montag, 06. August 2012, 21:57 Uhr

Sie sind wirklich der Meinung, für eine Frauenquote eintreten hieße, für Emanzipation einzutreten? Für mich ist eine solche Quote ein Schlag ins Gesicht jeder tatsächlich leistungsfähigen Frau. Übrigens werde ich ohnehin immer skeptisch, wenn ein Mann, ob tatsächlich oder vermeintlich, allzusehr die Partei der Frauen ergreift – glauben Sie etwa auch, daß Frauen hier und heute noch “diskriminiert” würden?

32) Bernhard Paul, Montag, 06. August 2012, 22:29 Uhr

Ich muss hier einigen Kommentatoren entschieden widersprechen: Zum Schutz eines Entlassenen ist bei Vorfällen dieser Dimension mit erheblichem öffentlichem Interesse niemals zu schweigen! Das hat bei Vorfällen von geringem oder keinem öffentlichem Interesse zu geschehen. Was wir aber hier erleben, ist ein Politikum ersten Ranges.

Friedrich schweigt, wie schon erwähnt, zu eigenem Nutz und Frommen (was er als Minister darf). Dann ist es schnell ausgestanden. Oder glaubt jemand, dass sich der geschasste Bundespolizeichef derart extrem im Interview aus dem Fenster lehnen und den Minister angreifen könnte, wenn er selbst Dreck am Stecken hätte?

Mit der Kanzlerin hat das Ganze nichts zu tun. Hier greift das Ressortprinzip.

33) Erwin Gabriel, Dienstag, 07. August 2012, 00:41 Uhr

1) Thomas Friedrichs, Montag, 06. August 2012, 21:57 Uhr

>> glauben Sie etwa auch, daß Frauen hier und heute noch “diskriminiert” würden?

Ja, an bestimmten Stellen und in bestimmten Situationen durchaus. An genügend anderen Stellen, in genügend anderen Situationen halt die Männer.

Gleichberechtigung bedeutet nicht, dass beide Seiten fair behandelt werden, sondern gleich 🙂

34) DerBayer, Dienstag, 07. August 2012, 00:46 Uhr

Ist es nicht so, dass wir Alle (die, die Führungskompetenz besitzen und Personalverantwortung tragen) mal den Einen oder Anderen gerne los werden würden. Oft scheint das nur zu berechtigt, aber es stehen die Arbeitsschutzgesetze dagegen. Das hat natürlich auch etwas für sich, aber es ist in Einzelfällen eben auch lästig und oft nervig! Meist, ja eigentlich immer, handelt es sich dabei um Personen, die man gar nicht selber eingestellt hat, sondern die schon vor Einem da waren, oder die einem aus irgendwelchen anderen Bereichen “zugeteilt” wurden und eben nicht so funktionieren, wie man es im eigenen Zuständigkeitsbereich gerne hätte.

Auch wenn ich nicht auf Linie der genannten beiden Minister(innen) liege, ich kann verstehen, dass es auch dort so etwas gibt und ich kann nachvollziehen, dass man unter Umständen so handelt, wenn dies dort rechtlich möglich ist. Die “Geschassten” fallen ja “weich” und werden nicht arbeitslos. Sie erleiden allerdings einen Imageverlust und müssen ggf. Häme und Spott ertragen; im kleinen Kreis. Vielleicht sind sie aber (und das scheint im einen oder anderen Fall sogar wahrscheinlich) auch selbst nicht ganz unschuldig an ihrer neuen Lage und vielleicht ist der Eine oder die Andere sogar froh über den neuen Status. Wir haben sie ja nicht befragt (und, würden sie es dann zugeben?).

Ich glaube, man sollte nicht immer so tun, als sei man selber ohne Fehl und Tadel, als würde man in gleicher Position und Situation nicht auch dasselbe (oder Ähnliches) tun oder lassen. “Gelegenheit macht Diebe” heißt ein wahrer Spruch und ohne entsprechende Gelegenheiten ist es sehr einfach, Andere zu kritisieren und zu diffamieren und sich selber als den wahren Meister der Gerechtigkeit darzustellen. Man tut es (ich auch) immer wieder, aber es wird dadurch nicht richtiger!

35) Erwin Gabriel, Dienstag, 07. August 2012, 00:47 Uhr

@ 32) Bernhard Paul, Montag, 06. August 2012, 22:29 Uhr

>> Mit der Kanzlerin hat das Ganze nichts zu tun. Hier greift das Ressortprinzip.

Glauben Sie wirklich, Minister Friedrich haut während aktulell laufender Nazi-Ermittlungen die Polizeispitze weg, ohne die Kanzlerin vorher gefragt zu haben?

Das wäre ziemlich abgefahren …

36) Dieter Carstensen, Dienstag, 07. August 2012, 05:14 Uhr

Liebe Mitdiskutierende,

lohnt es sich denn überhaupt noch, sich über diese Regiierung oder Gedanken zu machen?

Meine Meinung ist: Dieser Chaosverein gehört WEG und das ganz schnell!

M.f.G.

37) mphjz, Dienstag, 07. August 2012, 07:36 Uhr

Soziale Kompetenz für alle !

38) Bernhard Paul, Dienstag, 07. August 2012, 15:35 Uhr

@32) Erwin Gabriel

Natürlich hat Friedrich vorher die Kanzlerin informiert. Die würde ihm sonst schön was husten. Aber es ist Usus, dass Regierungschefs die Personalentscheidungen ihrer Ressortchefs akzeptieren und mittragen.

39) Bernhard Paul, Dienstag, 07. August 2012, 17:27 Uhr

@36 Dieter Carstensen

Warum sind Sie denn immer so rabiat defätistisch? Ich habe von Ihnen noch nie auch nur im Ansatz etwas Positives über Regierungen, Kanzlerin, Minister, die politische Klasse insgesamt, gelesen, immer nur Negatives, Vernichtendes. Ist das Ihr Menschenbild? Sind Sie einfach nur ein Misanthrop?

Spreng hat hier eine klare Bewertung abgegeben über zwei Regierungsmitglieder. Dem können Sie zustimmen oder nicht. Anscheinend lohnt es sich doch noch, sich Gedanken über diese Regierung, diese Politik, diese Gesellschaft zu machen und Verantwortung zu zeigen. Das zumindest könnte man von einem couragierten Staatsbürger erwarten.

Aber wenn niemand die Kunst der Politik beherrscht und hinter die Kulissen blickt außer Ihnen, warum machen Sie es dann nicht selber? Ich traue Ihnen hohe Staatskunst zu.

40) Johnny, Dienstag, 07. August 2012, 22:40 Uhr

ZUSTIMMUNG! Leider ist nach dem Jahr nicht gesagt das es neue Minister gibt. Außerdem bin ich nicht sicher ob andere FACHLEUTE diese Kompetenzen haben… Politik bleibt ein Trauerspiel…

41) Frank Reichelt, Mittwoch, 08. August 2012, 08:34 Uhr

@ m.spreng

Sie meinen also die beiden Minister haben ebenso wenig Sozialkompetenz bewiesen wie
Gus “say Gus to me” Fischer?

42) Dieter Carstensen, Mittwoch, 08. August 2012, 09:15 Uhr

@ Bernhard Paul

Lieber Bernhard Paul,

glauben Sie mir, ich würde lieber positive Kommentare über unsere Politiker abgeben, nur leider sehe ich keinen Anlass dazu.

M.f.G.

43) Carsten Blöcker, Donnerstag, 09. August 2012, 02:30 Uhr

@24 JoCap: “Das Volk muss erfa(h)ren warum hochrangige Minister, eben mal so, abgesetzt werden”
Hab ich da was verpasst? Welche Minister wurden denn entlassen?

44) Dieter Carstensen, Donnerstag, 09. August 2012, 11:45 Uhr

Wenn Minister soziale Kompetenz hätten, könnte Deutschland glatt zu einem echten Sozialstaat werden 🙂

45) Erwin Gabriel, Freitag, 10. August 2012, 17:12 Uhr

@ 44) Dieter Carstensen, Donnerstag, 09. August 2012, 11:45 Uhr

>> Wenn Minister soziale Kompetenz hätten, könnte Deutschland
>> glatt zu einem echten Sozialstaat werden 🙂

Gott bewahre. Es gibt nichts unsozialeres als einen “echten” Sozialstaat.

46) Ovid, Mittwoch, 15. August 2012, 23:00 Uhr

Lieber Herr Spreng,

lese Ihre Kommentare in den letzten Wochen seit Kenntnis des Blogs mit Interesse. Hier mit der sozialen Kompetenz liegen Sie aber total falsch, weil ein Minister seine Entschlüsse, auch Entlassungen, nicht öffentlich erklären sollte und auch nicht muss. Das liegt daran, wie man Strategien entwickelt. Wer seine Strategie erklären muss, hat schon verloren. Strategien werden grundsätzlich immer erst hinterher besprochen, was falsch was richtig war. Wer Strategien vorher erklärt wir z.B. Apple, bevor sie ein Produkt in den Markt geben, werden gnadenlos kopiert. Wer Entlassungen vorher erklärt, wird von Leuten wie Spreng, Bildzeitung, Focus, Spiegel, unseren Kasper von der Süddeutschen wollen wir nicht vergessen, nieder gemacht. Alle schreiben dann noch mehr als üblich, wo wir doch wissen, alles ist total überflüssig, wir sollten das Papier sparen, der Umwelt zuliebe.
Sonnige Grüße aus dem nördlichen Niedersachsen
Ovid

47) Sepp Matook, Sonntag, 19. August 2012, 09:38 Uhr

Wie Erich Kästner sagte:

“Macht und Vernunft sind ein Paar, das niemals heiraten wird.”

Viele Grüße

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