Donnerstag, 09. August 2012, 12:26 Uhr

Ein wahrhaft christlicher Politiker

Es lohnt sich, sich noch einmal mit dem denkwürdigen Interview des bayrischen Finanzministers Markus Söder in „Bild am Sonntag“ zu beschäftigen. Unabhängig von seinen politischen Aussagen. Denn man erfährt einiges über das christliche Menschenbild des christlich-sozialen Politikers, dessen Lebensziel das Ministerpräsidentenamt in Bayern ist. Die Auswahl seiner Metaphern ist entlarvend.

Der christliche Söder will Menschen (in diesem Fall den Griechen) „die Zähne zeigen“, an ihnen „ein Exempel statuieren“ und ihnen „das Rettungsseil kappen“. So sei das in den Bergen üblich, um das eigene Leben zu retten.

Die Menschenverachtung, die aus diesen Bildern spricht, entlarvt Söder als wenig christlichen Menschen. Denn derjenige, der vom Seil abgeschnitten wird, stürzt in den Tod. Bei politischen Seilschaften in der CSU mag das so üblich sein. Übertragen aufs wahre Leben heißt das aber, das eigene Leben geht immer vor. Darwinismus á la CSU?

Die Kindererzieherin, die dem Jungen in den 25 Meter tiefen Schacht hinterhersprang und dadurch rettete, war in den Augen Söders wahrscheinlich ein Volltrottel. Und der Schriftsteller, der in den reißenden Fluss sprang, um seinen Hund zu retten und dabei selber ertrank, ein Obervolltrottel. Das will Söder natürlich nicht sein. Deshalb statuiert er Exempel und schneidet Menschen vom Seil ab.

Danke für diesen Ausflug in das christliche Welbild eines christlich-sozialen Karrieristen.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

73 Kommentare

1) Ernst K., Samstag, 11. August 2012, 11:32 Uhr

Lieber Herr Spreng,

bitte versuchen Sie, die Dinge nicht einseitig zu betrachten.

Herr Söder hat (vielleicht nur aus Kalkül) auch das Wohl derer im Sinn, die „mit runtergezogen“ würden.

Schauen Sie sich im Land um, hunderttausenden wird der Strom gesperrt, weil sie ihn nicht mehr bezahlen können. Suppenküchen haben Zulauf.

Es gibt reichlich prekäre Arbeitsverhältnisse.

Wer bitte kümmert sich um diese Menschen? Wo sind die Politiker, die sich um die _eigenen_ Leute _zuerst_ kümmern?

Diese fehlen fast vollständig und spielen den Rechtsextremen in die Karten.

Wenn Sie einen Autowaschjob für 5 Euro zu vergeben hätten, wen würden Sie zuerst fragen: den möglicherweise auch ärmeren Nachbarsjungen oder Ihren eigenen Sohn?

Mit freundlichen Grüßen

K.

2) Ernst K., Samstag, 11. August 2012, 11:35 Uhr

noch ein p in die Suppe

3) manni.baum, Samstag, 11. August 2012, 13:40 Uhr

der griechische Reeder, der noch nie Steuern gezahlt hat und der deutsche Steuerhinterzieher, der seine Millionen via UBS nach Asien transferiert sind jedenfalls BEIDE begeistert wenn Söder ausschließlich ein Nord-Süd-Problem aufbauscht,die Arbeitmehmer in DE und GR gegeneinander aufhetzt, man kann dann schön davon ablenken dass die Mittelschicht mit Steuergeldern die Vermögen schützen muss.

4) Kritiker, Samstag, 11. August 2012, 13:47 Uhr

@ 36) riskro : Herrlich! Hab mich köstlich amüsiert. In Ihrem Kommentar sehe ich keinerlei Beleidigungen. Sie schreiben lediglich das zusammen, was der Viel-Kommentator Dieter C. so alles von sich gibt. Allerdings haben Sie dabei noch den schleswig-holsteinischen Oberlandesgerichtspräsidenten vergessen, einen alten Onkel von ihm. Oder so….

Und siehe da: schon greift er in Kommentar Nr. 43 den Blogbetreiber selbst an. So kennt man ihn in der Welt der Blogs. Irgendwann ist er immer raus aus dem Spiel. Schuld?? Immer die andern!! 😉

5) Don Corleone, Samstag, 11. August 2012, 17:39 Uhr

46) Dieter Carstensen, Samstag, 11. August 2012, 06:19 Uhr

Seien Sie beglückwünscht zu Ihren einzigen Problemen: „… ob ich heute beim Tavli (griechisches Backgammon) wieder gegen meine griechischen Freunde gewinne, oder ob ich heute meinen Freund Jiogos bei der Tintenfischjagd mal übertrumpfe, was mir seit 1987 aber noch nie gelungen ist.“

Niemand führt hier „eine Kampagne“ gegen Sie, soweit ich das mit dem unbewaffneten Auge sehen kann. Und verzeihen Sie bitte: Tintenfische sind ein Thema, der Euro und sein (für uns alle, nicht nur für die Griechen!) sündteures Ableben ein anderes.

Ethik und Charakter von Politikern sind das Thema dieses Threads. Zumal Sie ja die Hellenen innig kennen und lieben — erforschen Sie doch einfach einmal diese menschlichen Wesensmerkmale griechischer Politiker. Und lassen Sie dieses Forum davon wissen!

Das könnte interessanter sein als jeder Kommentar von ARD- und ZDF-Korrespondenten, die ihre Sprechblasen an der Hotelbar ihrer gebührenbezahlten Fünfsternehotels (mangels Griechischkenntnissen) von CNN und BBC beziehen müssen — um sie uns dann als „eigene Recherche“ zu verkaufen.

Herzliche Grüße!

6) DerBayer, Samstag, 11. August 2012, 18:12 Uhr

@Dieter Carstensen (unter mehreren Nummern Un-lesbar)
Verehrter Herr Carstensen, ich verfolge diesen Blog seit ungefähr 2 Jahren und mir fallen ca. 6-10 Dauerschreiber auf, die zu ziemlich jedem Thema ihren Senf dazu geben. Sie gehören bdauerlicher Weise dazu und Sie sind bei Gott nicht zimperlich dabei. Sich jetzt beleidigt an Herrn Spreng zu wenden um vermeintliche Beleidigungen fremdabwehren zu lassen, ist billig und passt zu Ihrem Character (abzulesen aus Ihren Kommentaren). Sie sind ein ganz schöner Feigling und der von Ihnen angegebene Name „Dieter Carstensen“ ist ebenfalls falsch und nur ein Pseudonym (also regen Sie sich nicht über Andere auf!).

Ich darf auf Ihren Kommentar unter Ziffer 5 (alle Weiteren versuchen nur Andere für blöd hinzustellen!) verweisen und feststellen, dass Sie von Bayern keine Ahnung haben.
1) Franken ist auch Bayern,
2) Cham liegt nicht bei Regensburg (65 km entfernt), da liegt Tschechien mit ca. 25 km viel näher),
3) „So oa hinterfotzig Lumperl“ hat mit „bayrischer Sprache“ überhaupt nicht zu tun; mit keinem der
bayerischen Dialekte!
4) Dass Sie nicht Antichrist sind, wissen wir alle, es gibt nämlich nur einen „Antichrist“ und das ist
„der Teufel“ persönlich und dafür hängt Ihnen der …. etwas zu weit unten
5) Dass Sie Söder nicht leiden könnenl, macht Sie ebenfalls nicht einzigartig, denn auch hier
schwimmen Sie mit in der Suppe der Mehrzahl der zu Befragenden.
6) Und abschließend, würden Sie hier in München wohnen, könnten Sie sich gar nicht retten vor
Bekannten und Freunden, die sich in der Politik tummeln und gerade deshalb würden Sie, falls
Sie Verantwortung tragen, regelmäßig wählen gehen, um den Einen oder Anderen zu fördern,
oder künftig zu verhindern.

Sie scheinen ein kleines Spießerlein zu sein, das immer und überall verbal seinen Senf dazu gibt, aber ja keine Verantwortung tragen möchte. Ihre arme oberpfälzer Freundin, sie tut mir leid!

7) m.spreng, Samstag, 11. August 2012, 18:38 Uhr

So, meine Geduld ist am Ende. Die Auseinandersetzung mit und um Herrn Carstensen ist jetzt beendet. Andernfalls droht endgültiger Platzverweis. Das gilt für ihn und seine Kritiker.

8) Kritiker, Samstag, 11. August 2012, 20:44 Uhr

Vielleicht brauchen wir uns ja bald nicht mehr mit den Bayern, Franken oder egal was immer, rumärgern, wenns nach Bayernkurier-Scharnagel geht!

Eigentlich keine ganz so irre Idee, oder? 😉

http://www.welt.de/politik/deutschland/article108574266/CSU-Politiker-fuer-Bayerns-Abspaltung-von-Deutschland.html

9) Jaheira, Sonntag, 12. August 2012, 15:15 Uhr

Das C in CDU und CSU steht nicht für Jesus, Nächstenliebe, Vergebung oder Respekt auch für Verlierer. Es steht für „Mitglied im überlegenen christlichen Abendland“ und dient zur Abgrenzung von Muslimen, Ausländern, Unterschichtlern, Homosexuellen und Linken. Die Cs werden also nicht nur bleiben, sie werden eifrig herausgestellt.

10) Benjamin, Sonntag, 12. August 2012, 15:36 Uhr

Naja, ein C in einem Namen heißt nicht viel, ebenso wenig, wenn sich jemand Christ nennt und angeblich christliche Werte lebt (freilich oft nur, wenn es einem passt). Taten sprechen immer lauter als Worte. Und wenn jemand zum Wohle der Allgemeinheit handelt, Verantwortung, Courage und Mitgefühl zeigt, ist es mir egal, welchem politischen Schützenverein er angehört. Nebenbei: das Beispiel von Herrn Spreng mit der Betreuerin fand ich auch sehr bewundernswert. Man weiß nie, wie man sich selbst verhalten würde, bis es soweit ist. Hut ab.

11) gelegentlich, Montag, 13. August 2012, 18:15 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

in der Hektik des Alltags haben Sie etwas mißverstanden. Söder ist kein Christ, daher ist die Ansprache falsch adressiert. Er ist ein Neo-Christ. Ein kleiner, aber wichtiger Unterschied.

12) mkveits, Montag, 13. August 2012, 18:16 Uhr

Flassbeck – eine Stimme der Vernunft

Ohne Söder u.a. beim Namen zu nennen, beklagt der Chef-Volkswirt der UNCTAD die unterirdische politische Kultur. Wie kein anderer erklärt er die Ursachen der Krise und beklagt, dass Griechenland als „Schießbudenfigur“ herhalten muss.

Sehr lesenswert
http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/?p=4831

13) Politikverdruss, Dienstag, 14. August 2012, 11:32 Uhr

@mkveits 61),

Hier mal ein paar Auszüge eines von Ihnen als „lesenswert“ eingestuften Interviews mit Heiner Flassbeck:

Heiner Flassbeck: „Und deswegen bin ich inzwischen fast der Meinung, dass man sagen muss: Hört auf damit, das ist der Euro nicht wert. Der Euro ist nicht wert, dass damit alle übrigen Werte, die man sich in Europa über die letzten 50 Jahre aufgebaut hat, zerstört werden.“

Frage Wirtschaft und Gesellschaft: „Von der extremen Rechten, über die SPD, bis hin zur Linken taucht jetzt die Forderung nach einem Volksentscheid, einem Plebiszit über die Übertragung von nationalen Souveränitätsrechten auf die Europäische Ebene auf. Ist das inmitten einer tiefen Krise mit millionenfacher Arbeitslosigkeit und großer sozialen Unsicherheit wie auch weit verbreiteter Uninformiertheit über die Ursachen und Folgen der Eurokrise verantwortbar?“

Antwort Heiner Falssbeck: „Nein, das ist unverantwortlich.“

Wenn er behauptet, dass es der Euro nicht wert sei, unsere „übrigen Werte“ zu zerstören, dann ist ihm deutlich zuzustimmen! Wenn er allerdings meint, ein Volksentscheid zur Frage der Übertragung von Souveränitätsrechten sei „unverantwortlich“, dann offenbart das bei ihm die „unterirdische politische Kultur“, die er anderen vorwirft.

14) Erika, Dienstag, 14. August 2012, 12:05 Uhr

@61) mkveits, Montag, 13. August 2012, 18:16 Uhr

Danke für den wirklich lesenswerten Link

Herrn Flassbeck kannte ich bis dato nicht. Aber gerade was Propaganda „faule“ Griechen und Verhalten der Presse angeht, habe ich auch in diesem Forum bereits mehrfach versucht mit meinen einfachen Worten hinzuweisen.

Die Regierung nach Merkel, wenn es sie überhaupt gibt, wird es schwer haben dagegen anzuregieren.
Es freut mich wirklich sehr in den letzten Wochen Herr Spreng mit seinen Einschätzungen zu lesen, die doch eine klare Sprache sprechen. Herr Spreng sieht dies mit der Macht der Presse wohl etwas anders.

Daher gefällt mir die Passage von Herrn Flassbeck besonders gut:

„Vom ersten bis zum letzten Medium wird tagtäglich diese Hetze veranstaltet. Man muss ja nur Heute Journal oder Tagesthemen gucken. Es ist unglaublich, was dort geboten wird. Wenn mir jemand vor zehn Jahren gesagt hätte, dass es im deutschen öffentlichen Rundfunk und Fernsehen – von den Privaten ganz zu schweigen – möglich ist, dass man einen ganzen Beitrag über fünf, sechs, sieben Minuten im Heute Journal sendet, in dem nichts anderes stattfindet, als ein anderes Volk zu verunglimpfen, der Grieche zum Schimpfwort schlechthin gemacht wird; oder dass angesehene Zeitungen wie die Süddeutsche Zeitung eine vollkommen einseitige Weltsicht über drei Jahre durchhalten und nicht einmal auf die Idee kommen, zu sagen: Es gibt auch noch ganz andere Vorstellungen und es gibt noch ganz andere Ideen, die wir auch diskutieren müssen, wenn wir schon mit den alten Ideen überhaupt nicht weiter kommen. Das alles hätte ich nicht für möglich gehalten. Was aber heißt Pressefreiheit, was heißt Meinungsfreiheit, wenn die Medien offensichtlich von einer kleinen Schar von Verlegern dominiert werden, die alle in die gleiche Richtung marschieren und es der Bevölkerungsmehrheit vollkommen unmöglich machen, sich objektiv zu informieren.

15) dirk, Dienstag, 14. August 2012, 12:55 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

schade wenn sie sich so auf das oberflächliche stürzen anstatt mal mit argumenten zu argumentieren. Sie sind also für“den totalen euro“, retten bis der arzt kommt, und wenn jmd mal seinen eigenen verstand benutzt, dann stellt man ihn sofort als euro-gegner hin?
dann hoffe ich mal dass demnächst die einkommensteuer für selbstständige berater und spin-doktoren ordentlich angehoben wird, dann können sie beweisen wie lange sie bereit sind sich vom seil strangulieren zu lassen. aber ich bin sicher bevor dass passiert werden wir eher von ihnen aus singapore hören.
sie haben doch letztens treffend beschrieben wie die“hochfinanz“ beim essen mit stoiber ihre interessen durchsetzt, und dafür wollen sie auchnoch fleißig steuern zahlen und glauben es kommt bei den“bedürftigen“an? schauen sie sich mal die geschichte der lateinischen münzunion an, und welches land diese zuerst verlassen hat, und dann sagen sie nochmal dass manche vorurteile falsch sind… vorurteile sind die abkürzungen des denkens(manche kommen halt lieber über einen umweg zum gleichen ziel?), und souverän ist, wer seinen verstand benutzt. frohes steuerzahlen

16) Peter Christian Nowak, Dienstag, 14. August 2012, 19:16 Uhr

50) Ernst K.,

Nein, Herr Söder hatte mit seinen Bemerkungen sicher nicht die im Auge, denen es verdammt dreckig in diesem Land geht – die am allerwenigsten. Herr Spreng wandte sich gegen schmutzigen Opportunismus der kommenden Wahl wegen. Mit Recht!
Ansonsten stimmen Ihre Beobachtungen.

17) JohannRoth, Dienstag, 14. August 2012, 20:09 Uhr

Im Sport merkt man es schneller. Wer verlor gegen die Südländer? Der FC Bayern (Champions Leage), die deutsche Nationalmannschaft (Europameisterschaft), Vettel in der Formel1 (Alonso/Spanien-Ferrari/Italien) und bei der Olympiade war die Zielsetzung völlig absurd.

Mit den örtlichen griechischen Gastwirten hier bin ich hoch zufrieden. Die sind richtig fleißig. Einer betreibt seit vielen Jahren den „Pleitegeier“. Alle Gastwirte vor ihm haben haben hier pleite gemacht. Nur der Grieche hats geschafft. Jetzt hat der Tüchtige auch noch das Glück, dass an dieser verkehrsreichen Ecke der Verkehr beruhigt wird.

Im übrigen gibts in Nürnberg noch die Ausdrücke „Unterste Schublade“ und die „die Türken kommen nicht, die sind schon in Gostenhof“.

18) Der Doctor, Dienstag, 14. August 2012, 20:21 Uhr

@Politikverdruss

Wieso geben sie die Antworten nicht vollständig weiter?

Thorsten Hild: Herr Flassbeck, lassen Sie uns heute ganz auf die Eurokrise konzentrieren. Als wir Ende vergangenen Jahres miteinander sprachen, gaben Sie zu verstehen: „Die Überlebenschancen für die Eurozone sind extrem gering“ – und zwar aufgrund der weiter auseinander laufenden Wettbewerbsfähigkeit zwischen den Euro-Ländern. Ich fürchte, Sie haben wenig Anlass, Ihre Aussage zu revidieren?

Heiner Flassbeck: Ja, das ist sicher richtig. Die Chancen werden von Tag zu Tag geringer. Und es ist ja nicht allein mehr das ökonomische Problem; hinzu gekommen ist eine weitere Dimension: Die politische Kultur ist ins Unterirdische abgeglitten. Dadurch haben wir jetzt auch eine politische Dimension des Problems bekommen.

Wenn es so weiter geht, dass deutsche Politiker in der Art und Weise, wie wir es in den letzten Tagen und Wochen gesehen haben, über andere Länder herziehen, dann gefährdet diese Debatte ja nicht nur den Euro, sondern gefährdet den gesamten Zusammenhalt, nicht nur in der Eurozone, sondern in Europa. Sie gefährdet das friedliche Zusammenleben in Europa, und sie gefährdet die Demokratie. Und deswegen bin ich inzwischen fast der Meinung, dass man sagen muss: Hört auf damit, das ist der Euro nicht wert. Der Euro ist nicht wert, dass damit alle übrigen Werte, die man sich in Europa über die letzten 50 Jahre aufgebaut hat, zerstört werden.

Flassbeck meint ,das man mit der Hetze gegen Länder ,wie Griechenland aufhören soll,weil sie den europäischen Zusammenhalt gefährdet.Man muss es schon im richtigen Kontext lesen.

on der extremen Rechten, über die SPD, bis hin zur Linken taucht jetzt die Forderung nach einem Volksentscheid, einem Plebiszit über die Übertragung von nationalen Souveränitätsrechten auf die Europäische Ebene auf. Ist das inmitten einer tiefen Krise mit millionenfacher Arbeitslosigkeit und großer sozialen Unsicherheit wie auch weit verbreiteter Uninformiertheit über die Ursachen und Folgen der Eurokrise verantwortbar?

Nein, das ist unverantwortlich. Vor allem nicht in einer Situation, in der die Hetze gegenüber anderen Völkern selbstverständlich geworden ist, wo Schuldzuweisungen primitivster Art an der Tagesordnung sind. In einer solchen Situation den Deutschen erklären zu wollen, dass sie jetzt ihre Souveränität abgeben sollen an „die Faulenzer im Süden“, damit die uns überstimmen bei jeder einzelnen Frage. Das ist vollkommen abwegig.

Flassbeck meint mit“das ist unverantwortlich“ nicht die Volksabstimmung,sondern die Übertragung von Souverinitätsrechten nach Brüssel,das geht aus der kompletten Antwort auch hervor.Ach und bevor sie damit kommen:beachten sie das“ die Faulenzer im Süden“ in Anführungszeichen steht.
Mit Verlaub:Sie nehmen einzelne Sätze aus dem Interview,reißen sie aus ihren Zusammenhängen und konstruieren sich neue Zusammenhänge hieraus.DAS ist unterirdisch.

19) Carsten Sinß, Mittwoch, 15. August 2012, 02:07 Uhr

Meine Meinung dazu: Söder raus aus der EU http://carsten-sinss.blogspot.de/2012/08/soder-raus-aus-der-eu.html

20) Fassmann, Mittwoch, 15. August 2012, 10:40 Uhr

Was kuemmert mich was da ein Politclown der da recht gut auf Kosten der Allgemeinheit lebt salbadert?
Letztlich ist es unser Geld welches von diesen Schranzen zum Zwecke der Bonisicherung der Banken da verbraten wird. Hier so zu tun als ginge es um humanitaere Hilfe welcher sich in verbrecherischer Weise einige versagen wollen ist lediglich rotzfreche Propaganda!

21) Politikverdruss, Mittwoch, 15. August 2012, 12:29 Uhr

@Doctor 67),

ich verstehe Ihren „Vorwurf“ nicht. Der Artikel liegt doch allen vor. Auch die „Antworten“. Die „Weitergabe“ haben wir doch schon @mkveits zu verdanken. Ich habe wie geschrieben „Auszüge“ gebracht.

Weiterhin behaupten Sie: „Flassbeck meint mit”das ist unverantwortlich” nicht die Volksabstimmung,sondern die Übertragung von Souverinitätsrechten nach Brüssel,das geht aus der kompletten Antwort auch hervor.Ach und bevor sie damit kommen:beachten sie das” die Faulenzer im Süden” in Anführungszeichen steht.“

Da liegen sie falsch! Bitte nochmals lesen. Kern der Frage ist, ob die „Forderung nach einem Volksentscheid verantwortbar“ sei“. Darauf antwortet H. Flassbeck klar mit: „Nein, das ist unverantwortlich.“

Wie sehr einigen missfällt, dass es in Deutschland zu einem Volksentscheid in puncto Souveränitätsübertragung kommen könnte, zeigt ein Artikel aus dem Tagesspiegel. http://www.tagesspiegel.de/politik/euro-krise-kein-harakiri-mit-der-europa-idee-/6996102.html

Dort mischt sich der luxemburgische Außenminister in die deutsche Innenpolitik ein und „erklärt einen deutschen Volksentscheid für verfehlt“. Was meinen Sie, was los wäre, wenn dies umgekehrt geschehen wäre. Der deutsche Außenminister aber hat sich nicht einmal gegen diese Einmischung verwahrt. Vielleicht aber wollte Herr Asselborn die Karlsruher Verfassungsrichter auch „nur“ bei der Urteilsfindung „unterstützen“. Ein kleiner Vorgeschmack auf ein „Zentralisiertes Europa“.

Halten Sie mich nicht für unhöflich, wenn ich nicht auf Ihre Pöbeleien eingehe. Aber halte das für „unterirdisch“.

22) Erika, Mittwoch, 15. August 2012, 15:09 Uhr

@68) Carsten Sinß, Mittwoch, 15. August 2012, 02:07 Uhr

Vielleicht muss Söder einfach die Wähler in Bayern etwas ablenken:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/gutachten-deckt-unbekannte-zahlungen-auf-neues-milliardenrisiko-fuer-die-bayernlb-1.1441038

23) Erika, Mittwoch, 15. August 2012, 15:52 Uhr

Die Propaganda von Merkel geht jedenfalls weiter::

Vor gut zwei 2 Jahren sagte sie: „Kein Cent für Griechenland“

jetzt ist es halt: http://www.spiegel.de/politik/ausland/griechenland-krise-merkel-pocht-auf-einhaltung-der-absprachen-a-850200.html

Wer werden weiter zuschauen können, wie sie dem deutschen Volk erzählt, sie würde für die deutschen Steuergelder kämpfen und dann ??

Warten wir es einfach ab und beobachten die „Leitmedien“.

24) Steve, Samstag, 25. August 2012, 18:14 Uhr

Nun ja, ich teile zwar nicht Söders Wortwahl, aber ein bischen Druck in der Richtung kann nicht schade. Denn in der Tat wird durch die vermeintlichen Queschüsse aus der CSU und FDP in Wirklichkeit die Verhandlungsposition der Kanzlerin gegenüber den Griechen gestärkt. Das gilt genauso für die zurückhaltende Position des BVerfG zum ESM. Denn was muss das Ziel deutscher Politik sein? Es gilt die Finanz- und Währungspolitischen Vorstellungen der Geberländer durchzusetzen und sich einer Verschuldungs- und Politik des billigen Geldes entgegenzustämmen und mittelfristig die Finanzhoheit über die EU-Haushalte in die Hände einer unabhängigen Behörde zu übergeben. Nur so macht die Währungsunion überhaupt einen Sinn für Deutschland. Die alternative wäre der Austritt Deutschlands aus der Währungsunion, aber das ist ja politsch nicht gewünscht.

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