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Dienstag, 21. August 2012, 12:46 Uhr

Ein Freund, ein guter Freund

Christian Wulff soll 18.000 Euro im Jahr mehr “Ehrensold” erhalten – eine Folge der Gehaltserhöhung für den amtierenden Bundespräsidenten. Die automatische Erhöhung für Wulff ist ärgerlich, aber nicht das eigentliche Problem. Das Hauptärgernis ist nach wie vor, dass er überhaupt einen “Ehrensold” von künftig 217.000 Euro im Jahr erhält.

Wie wenig er ihn verdient hat, zeigt die “Spiegel”-Veröffentlichung über seine Vernehmung bei der Staatsanwaltschaft in der Causa seines ehemaligen “siamesischen Zwillings” Olaf Glaeseker. Er tut so, als habe er sein alter ego, ohne das er überhaupt nicht in politische Spitzenämter gekommen wäre, kaum gekannt.

Wulff: Sein langjähriger Sprecher und Spin-Doctor sei kein Vertrauter im wechselseitigen Sinne gewesen, habe ihm nichts von seinen Urlauben erzählt und sei häufig unterwegs gewesen, ohne dass er, Wulff, gewusst habe, was er treibe. Wulff behauptet das, obwohl an den Urlauben bei Eventmager Manfred Schmidt auch Wulffs Ex-Frau und seine Tochter teilnahmen.

Wulff macht sich, wie der Volksmund sagt, einen schlanken Fuß. Um sich nicht selbst zu belasten, lässt er seinen Freund und Zwillingsbruder fallen. Das toppt noch die charakterlichen Defizite, die von Wulff bisher bekannt waren.

Seine Einlassungen, deren Inhalt nur vom Staatsanwalt oder – nach Akteneinsicht – von Glaeseckers Verteidigung stammen können, beweisen wieder einmal, wie notwendig sein Rücktritt war. Sie sind genauso unglaubwürdig wie die Aussage, das Geld, das er Filmunternehmer David Groenevold für einen Sylt-Hotelaufenthalt in bar übergeben haben will, stamme von der Mutter seiner Frau und sei von Bettina Wulff mehr als acht Monate zu Hause aufgehoben worden.

Wulff geht mit seiner Verteidigungsstrategie einen riskanten Weg. Denn neben den laufenden Ermittlungen wegen Bestechlichkeit könnte ihm auch ein neues Verfahren wegen uneidlicher Falschaussage im Fall Glaeseker drohen.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

35 Kommentare

1) Minassian, Dienstag, 21. August 2012, 13:03 Uhr

Es ist schon erstaunlich, bei welchen Veranstaltungen Wulff wieder zu sehen ist und vor allem in welcher Gesellschaft… Als wäre nie etwas geschehen. Man kann nur hoffen, dass er gerichtlich überführt wird und diesen ‘Ehrensold’ zur Gänze verliert. Es ist einfach nur noch charakterlich widerlich, wie er sich nun von seinem ehemaligen engsten Vertrauten abzusetzen versucht, als hätte er ihn nicht mal gekannt. Ausgerechnet der sog. Saubermann Wulff, der doch immer so gerne mit erhobenem Zeigefinger Moral und Anstand anmahnte. Da fehlen mir weitere druckreife Worte ….

2) Gregor Keuschnig, Dienstag, 21. August 2012, 13:22 Uhr

Nein, das “toppt” nicht die charakterlichen Defizite Wulffs, Herr Spreng. Es zeigt sie nur umso klarer. Aber: Nennen Sie einen Politiker, der sich anders verhalten würde! Einen. Bitte.

3) der Herr Karl, Dienstag, 21. August 2012, 13:27 Uhr

“m.spreng, Montag, 20. August 2012, 12:10 Uhr:
Und der ewigen BILD-Klischees bin ich müde.”

Ach, Herr Spreng, wenn Sie zum Thema Wulff-Ehrensolderhöhung geschwiegen hätten, hätte ich Sie für einen Paulus gehalten…

4) W. Zimmer, Dienstag, 21. August 2012, 13:57 Uhr

#3 der Herr Karl

Hallo Herr Karl,

hier muss ich ausnahmsweise mal Herrn Spreng in Schutz nehmen, denn die Causa “Wulff” wurde ja nicht nur von der BILD-Zeitung der geneigten Leserschaft präsentiert, sondern wurde tatsächlich – völlig zu recht, wie ich übrigens finde – von fast allen Online- und Printmedien aufgegriffen. Natürlich wurde die Berichterstattung auch nicht immer fair geführt (Unschuldsvermutung). Es hat sich aber ein Bild über Herrn Wulff herauskristalisiert, das bis heute nichts von seinem Fremdschämfaktor eingebüßt hat. Vor diesem Hintergrund finde ich es auch legitim, Herrn Wulff auf seinem (Irr-)Weg durch die deutsche Justiz zu begleiten. Was jetzt nämlich an die Öffentlichkeit dringt, dürfte es auch den letzten noch verbliebenen Verteidigern von Herrn Wulff schwer machen, ihm seine Solidarität zu versichern. Zu unglaubwürdig sind die Aussagen Wulffs zum Verhältnis zu seinem engsten Mitarbeiters.

Was mich allerdings noch viel nachdenklicher macht und wo ich noch viel mehr Sprengkraft (scnr ob dieses Wortspiels) sehe, ist die Beteiligung der niedersächsischen Landesregierung unter Herrn Wulff beim sog. Nord-Süd-Dialog. Leider scheinen aber auch hier beteiligte Personen der Landesregierung unter akuter Amnesie zu leiden, unter anderen der Finanzminister, der gerade lt. FOCUS eine Mitteilung der Staatsanwaltschaft Hannover zu dem Umstand, dass das Passwort des Rechners von Herrn Glaeseker bis heute noch nicht geknackt sei, an die Öffentlichkeit tragen durfte. Das sind diese absonderlichen, kleinen Geschichten, die in mir Gedanken auslösen, die über ein Nachdenken über eine unabhängige Justiz enden und noch vieles mehr. Als gebürtiger Niedersachse, der nach wie vor auch in diesem Bundesland lebt, bin sehr wohl an einer Politik interessiert, die in erster Linie dem Bürger dienlich ist und nicht deren politischen Erfüllungsgehilfen.

5) Don Corleone, Dienstag, 21. August 2012, 15:27 Uhr

Naive Frage am Rande: Sind diese 217.000 Eulen p.a. brutto wie netto zu sehen, also steuerfrei?
Oder fließen ein paar Krümlein davon zurück, also aus Steuerzahlers Tasche ans Finanzamt? Ich finde keine Informationen darüber.
Und wie schaut’s aus mit den zusätzlich anfallenden Kosten für Büro, Repräsentation, Sekretariat und Mitarbeiter, Bodyguards und Chauffeure im Wechseldienst, gepanzerte Limousinen und Flugtickets?
Angeblich betragen die Gesamtkosten pro aktivem oder Altpräsidenten (Ehrensold plus Nebengeräusche) deutlich mehr als eine halbe Million € p.a.

Ich brenne darauf zu erfahren, ob diese aktiven oder emeritierten Staatsoberhäupter irgendwelche Steuern bezahlen müssen — oder so viel Charakter und Fairness haben, wenigstens einen Teil ihrer fürstlichen Apanage karitativen Zwecken zu widmen. (Was eine gutmenschliche Frage ist, die mir normalerweise moralinsauer aufstößt. Aber da sie ausnahmsweise von mir selbst kommt … :-) )

Ich vertraue darauf: Herrn Sprengs Forum (oder der Hausherr selbst) kann mir sicher auf die Sprünge helfen.
Herzliche Grüße!

6) Olaf, Dienstag, 21. August 2012, 15:47 Uhr

Hallo Herr Spreng,
Häme, so wie in Ihrer Überschrift, ist beim Thema Wulff nicht angebracht. Hier läuft einer geistig Amok, der seit Monaten unter dem Druck steht, dass sein Selbstverständnis von kaum jemandem geteilt wird.
Sein hochmoralisches Schwarz-weiß-gut-böse ist zusammengestürzt unter der Last seiner Unmoral.
Lassen wir es dabei – er ist eine tragische, gehetzte Figur.
Für diesen geistigen, medialen und nun juristischen Amoklauf gibt es kaum Mitstreiter (wo ist Pastor Hintze?), nur gut bezahlte Anwälte, um ihn zu unterstützen. Anwaltsunterstütung ist wie das Schmeicheln einer Prostituierten, irgendwie opportunistisch.
Kein Missverständnis: Mitleid wäre auch falsch.
Vorsicht ist angebracht, dass uns nicht noch viele Wulff, Mappus, Guttenberg, Rösler, Röttgen und Pofalla hochgejubelt und gewählt werden, die dann von ihrer eigenen Partei irgendwann, aber zu spät abgesäbelt werden.
Die Folge der schlechten Personalauswahl lesen wir leider im Kommentar 2, nur Pauschalaussagen frustrierter Bürger…

7) Dieter Carstensen, Dienstag, 21. August 2012, 16:21 Uhr

Lieber Michael Spreng,

Herr Wulff war und ist eine Katastrophe für die gesamte Bundesrepublik. Er bekommt ja nicht nur “Ehrensold”, sondern wie alle Ex Bundespräsidenten auch noch einen Dienstwagen, Chauffeur, Leibwächter, ein eigenes Büro und Bürokräfte auf Kosten aller Steuerzahhler bezahlt.

Und das bis zum Lebensende. Aber was haben wir als Gegenleistung dafür bejkommen?

Wulff kostet uns alle grob geschätzt alles in allem ca. 700.000 € jährlich.

Da kann man schon sauer werden, wenn man sich das überdenkt.

Und er zockt weiter rum, schiebt, wie Sie zu recht konstatieren, seine eigene Schuld, sein eigenes Vollversagen auf andere ab. Charakterfaktor bei Wulff? Weit unter null Prozent, finde ich, aber auch er eist ein Ziehkind der MERKELKRATIE,

M.f.G.

8) Erika, Dienstag, 21. August 2012, 16:42 Uhr

Ja und unsere “Beliebteste”, die uns diese “Lichtgestalt” ausgesucht und durch 3 Wahlgänge hindurch durchgesetzt hat, hat mit Herrn Wulff als Bundespräsidenten nichts zu tun – 0 % Merkelfaktor

Nur Merkel konnte Wulff durchsetzen – Gauck wurde damals durch Merkel verhindert.

All dies (kosten und Ansehensverlust) hätten wir Deutschland ersparen können.

9) Horst Klohocker, Dienstag, 21. August 2012, 17:33 Uhr

Gratulation Herr Kurzzeit-Bundespräsident! Eine Erhöhung der Bezüge um ca. 9% – wer erhält das schon?

Nicht erhalten tun Dies: Rentner, LKW-Fahrer, Beschäftigte der Zeitarbeitsbranche, Hausfrauen, Hartz IV Empfänger, Krankenschwestern und Pastoren. Diese Liste ließe sich beinahe unendlich fortsetzen und alle hätten 9 % weitaus mehr verdient und Viele auch weitaus nötiger als Herr Wulff!

Am 11. September soll das beschlossen werden. Dann wird auch der 11. September in die deutschen Geschichtsbücher negativ eingehen – als der Tag an dem der letzte Ziegel der Fairness brach und das Gebäudes der Gerechtigkeit in Deutschland einstürzte und hierzu mussten uns nicht einmal irgendwelche Bin Ladens Flugzeuge schicken. Nur ich bin ziemlich geladen, wenn ich an die 9 % für Wulff denke!

10) kopfstoss, Dienstag, 21. August 2012, 17:44 Uhr

Mein Fazit:

In Zukunft lese ich nur noch BILD -
die Wiederholungen in sprengsatz spare ich mir.

11) mambo, Dienstag, 21. August 2012, 20:24 Uhr

wenn die infamie unserer politischen klasse ein gesicht hätte ,dann das von herrn wulff !

auch eine neue brille macht aus ihm keinen edelmann.
in meinen augen ist er der größte sozialschmarotzer und parasit ,
den dieses land je erlebt hat.
dieses vokabular hat übrigens herr clement als bundesarbeitsminister gegenüber
abeitslosen offiziell und pauschal benutzt,auf herrn wulff trifft es auf jeden fall zu.
dieser herr hat keinen charakter und keinen anstand !

solange die causa wulff nicht in dem sinne geregelt ist ,dass der herr im sinne von fördern und fordern einer nützlichen arbeit zugeführt wird ,erübrigt sich jede diskussion über rente mit 67 ,
etc.

12) Der Doctor, Dienstag, 21. August 2012, 20:30 Uhr

Für die Erkenntnis,das Wulf als Bundespräsident nicht tragbar war,habe ich damals schon keine BILD gebraucht.Das war er auch schon als Ministerpräsident von Niedersachaen nicht.Was wäre los gewesen,hätten die Beschäftigten des ÖD 9% mehr Lohn gefordert,wo schon für die 6,3% bei 14 Mon. Laufzeit 2 Warnstreiks erforderlich waren.Aber für einen ehemaligen Buprä ist das kein Problem.

13) GW, Dienstag, 21. August 2012, 21:05 Uhr

Sie legen den Finger in die Wunde, auch wenn Herr Wulff bei einer Vernehmung vor der Staatsanwaltschaft (zumal als Beschuldigter) kein Aussagedelikt begehen kann. Als Beschuldigter unterliegt er zu keinem Zeitpunkt der Wahrheitspflicht. Von möglichen anderen strafrechtlichen Risiken und so altmodischen Dingen wie Charakter und Ehre mal abgesehen. Dass er sich allerdings anscheinend einer solchen Vernehmung gestellt hat, ist riskant und erstaunlich zugleich. Die Sache bleibt spannend.

14) W. Zimmer, Dienstag, 21. August 2012, 23:33 Uhr

@10) Wollen Sie sich versündigen?

BILD lesen führt zu Hirnschwund, oder so ähnlich. Ich würde mir das an ihrer Stelle gründlich überlegen, das ist fürwahr rausgeschmissenes Geld.

15) nuggi, Mittwoch, 22. August 2012, 00:03 Uhr

Kann das ganze Wulff bashing nicht bitte endlich mal aufhören? Der Singende auf dem Gelben Wagen und ähnliche waren auch nicht gerade ein Zierde für diese unsere Republik, von Gazprom Gerd mal ganz zu schweigen. Ich jedenfalls kann es nicht mehr hören bzw. lesen….

16) Bert, Mittwoch, 22. August 2012, 01:33 Uhr

@ Don Corleone
Ja, auch ein Ehrensold muss versteuert werden.

@ Klohocker
Die Argumentation geht so, dass die Bezüge seit 10 Jahren nicht erhöht wurden. Aber nicht falsch verstehen, ich stimme Ihnen im Wesentlichen zu, zumal Herr Wulff den Ehrensold ja auch nicht schon seit 10 Jahren in gleicher Höhe bezieht.
Vor allem muss die Frage erlaubt sein, ob es angemessen ist, den Ehrensold überhaupt zu erhöhen.

17) Erwin Gabriel, Mittwoch, 22. August 2012, 08:29 Uhr

@ m.spreng

Kein Mensch ist zu 100 % schlecht oder gut, schwarz oder weiß.
Ansonsten klären die Gerichte, geht alles seinen Gang, und das Ergebnis geht durch alle Medien.

Si tacuisses…

18) Doktor Hong, Mittwoch, 22. August 2012, 09:31 Uhr

Ich habe mal von einer Studie gelesen, nach der die meisten Menschen “doppelte Buchführung” halten.

Während sie eigenen Fehltritten recht gelassen gegenüberstehen oder diese nicht einmal als solche erkennen – und dafür sind Wulff und Gutenberg exzellente Beispiele – sind sie recht schnell dabei, andere zu verurteilen – auch dafür sind die Genannten sehr gute Beispiele.

Die Politik scheint auch, aber nicht nur, Menschen anzulocken, bei denen eine gewisse charakterliche Disposition zum Selbstbetrug stärker ausgeprägt ist als im Durchschnitt der Bevölkerung.

19) Sven Garber, Mittwoch, 22. August 2012, 14:02 Uhr

Neben Wulff bekommen auch die Herren Herzog und von Weizsäcker den höheren Ehrensold, das sollte bitte bedacht werden. Hat aber keine Zeitung in der Überschrift getan. Vor allem nicht die Springer-Presse, die irgendwarum Wulff zum Hassobjekt Nr. 1 erkoren hat. Vielleicht weil er die Chuzpe hatte, einen amtierenden BILD-Chef auf dem Handy zu bedrohen und der eitle Herr Dieckmann so etwas nicht toleriert? Wie auch immer, auch Sie, Herr Spreng, fallen hier leider auf BILD-Niveau zurück. Denn die Überschriften suggerieren immer wieder, dass nur Wulff irgendwas bekommt, was ihm angeblich nicht zusteht.

Dass ein Politiker seine Dreunde fallen lässt, um seine Haut zu retten, ist seit ca. 2000 Jahren nichts Neues. Und kam auch in den letzten Jahren oft genug vor. Hier nur Wulff einen Vorwurf draus zu machen, ist populistisch und halbherzig. Oder meinen Sie, ein Johannes Rau oder ein Richard von Weizsäcker wären ganz ohne Leichen im Keller Bundespräsident geworden und wären stets rein von jedem Tadel gewesen? Vielleicht fiel es nur hier und da nicht so auf, weil es noch kein Internet gab und eine Presse, der wirklcihe Ereignisse wichtiger waren als Sensationsmache….

20) t.albrecht, Mittwoch, 22. August 2012, 14:20 Uhr

Jeder ist zu etwas nutze – und sei es als schlechtes Beispiel. 18.000 Euro mehr im Jahr für gewesene und aktive Bundespräsidenten wäre kaum eine Meldung wert, wenn eben nicht Christian Wulff das Geld auch bekäme. Jetzt wissen die Steuerzahler, was ihre politische Spitze wert ist. Die öffentlich diskutierten Ereignisse (vermeintlich) falscher Staatsausgaben häufen sich. Bald haben wir soviele Finanzpolitiker in Deutschland, wie Fussballbundestrainer bei Weltmeisterschaften.

21) rainer, Donnerstag, 23. August 2012, 08:00 Uhr

….unser Sprengmeister legt mal wieder eine Ladung an….und es wird ne Fehlzündung……

22) Günter Springer, Donnerstag, 23. August 2012, 09:07 Uhr

Hier noch einen Kommentar abzugeben ist müßig und zeugt eigentlich von der Ohnmacht unserer Gesellschaft, Ordnung in das Getriebe zu bringen.
Die Politiker, voran die “Beliebtesten” machen doch was sie wollen und die Gerichte helfen dabei.
Es würde eines helfen: bei der nächsten Bundestagswahl die Verantwortlichen abwählen bis auf 5-6%, erst dann würde bei ihnen das Nachdenken einsetzen.

23) thanny, Donnerstag, 23. August 2012, 12:36 Uhr

@ mambo

“wenn die infamie unserer politischen klasse ein gesicht hätte ,dann das von herrn wulff!

Danke für diese Zusammenfassung der Zustände. mehr gibts dazu auch nicht zu sagen.
Diesen Satz sollten Sie sich patentieren lassen. ;-)

24) Don Corleone, Donnerstag, 23. August 2012, 19:44 Uhr

21) rainer, Donnerstag, 23. August 2012, 08:00 Uhr

So ein klitzekleines Argumentchen, rainer, würde Ihre Behauptung ein wenig stützen. Aber so, einfach nur hingerotzt, bleibt letztere so luftleer und nutzlos wie ein gefaltetes Schlauchboot der Pioniere.
Da ich dort (lehrreich und menschlich gewachsen übrigens, nach anfänglichem Widerstand) zum Leutnant der Reserve gedieh — die hart erarbeiteten Muckis schlagen heute noch jeden Fitness-Club —, kann ich Ihnen versichern: Fehlzündungen gibt’s bei Profis nicht, und wir können Brücken nicht nur sprengen, sondern auch bauen.
Dem Hausherrn dieses Blogs trau’ ich dies ebenfalls zu.(Keine Anbiederung, sondern angst- und wertfreie Beobachtung. Wie bei der Armee gelernt, wofür ich dankbar bin.)

25) Ibocar Bayer, Donnerstag, 23. August 2012, 23:48 Uhr

Der Sprengmeister hat mal wieder recht und die Wulff-Verteidiger und Verfehlungs-Kleinredner keine Ahnung!

Auch sind mir die suspekt, die immer von “DEN POLITIKERN” schreiben und Alle in einen Topf werfen. Da gibt es, gottseidank, schon noch erhebliche Unterschiede und es ist wie immer im Leben, die paar windigen und miesen Typen, die es natürlich gibt, bringen den gesamten Politiker-Stand in Verruf. Das ist nicht nur ungerecht, sondern auch saublöd!

Auch das “alle Ex-Bundespräsidenten auf eine Stufe mit Wulff stellen” ist so eine Ungeheuerlichkeit! Alle Anderen Ex-Präsidenten haben wenigstens eine Wahlperioden von fünf Jahren (Einige mehr!) ohne Beanstandungen absolviert, nur Wulff hat nach erheblichen (vorerst zumindest einmal moralischen) Verfehlungen (alles Weitere werden die laufenden Untersuchungen noch ergeben) schon nach 1,5 Jahren das Handtuch werfen müssen und kassiert denselben Betrag, wie z.B. Richard von Weitzäcker nach 10 Jahren Amtszeit.

Es ist zur Tradition derer geworden, die selber in ihrem Leben nichts oder nicht viel auf die Reihe bekommen haben, auf “denen da oben” herum zu trampeln, sie Alles nennen und heißen zu dürfen und in Wirklichkeit keine Ahnung davon zu haben, was z.B. ein “durchschnittlicher Abgeordneter” und noch mehr eine Mitglied der Regierungsmannschaft zu leisten hat (wie gesagt, Ausnahmen bestätigen die Regel).

Alle hier und in anderen Foren sind immer so furchtbar klug. Es ist wie beim Fussball und den anschließenden Diskussionen am jeweiligen Stammtisch und (!) natürlich auch wieder im Internet! Vielleicht sollten wir uns künftig wirklich nur jeweils zu den Themen äußern, von denen wir wirklich Ahnung und auch das nötige Wissen haben. Das könnte dann vielleicht zu einer positiven Veränderung in unserer Gesellschaft führen. So weit wird es aber wohl nie kommen!

26) Markus Schmid, Freitag, 24. August 2012, 04:04 Uhr

“…eine Mitteilung der Staatsanwaltschaft Hannover zu dem Umstand, dass das Passwort des Rechners von Herrn Glaeseker bis heute noch nicht geknackt sei…”
Lach mit tot… wie bitte? Wer einen Bundestrojaner programmieren kann, bzw. die entsprechenden Spezialisten hierfür bezahlt, der kennt niemanden der ein wind(ows)iges Rechner-Passwort knacken kann? Ein funktionierende Anleitung gibt es z.B. auf Youtube…
Aber ich glaube ja, dass man am Ende die Festplatte beim Versuch sie mit einem Schweißbrenner zu öffnen, aus Versehen kaputt gemacht hat… und leider sind dabei auch die Daten endgültig verschütt gegangen…

27) Erwin Gabriel, Freitag, 24. August 2012, 09:39 Uhr

@ 25) Ibocar Bayer, Donnerstag, 23. August 2012, 23:48 Uhr

>> Der Sprengmeister hat mal wieder recht und die
>> Wulff-Verteidiger und Verfehlungs-Kleinredner
>> keine Ahnung!
>> Auch sind mir die suspekt, die immer von “DEN POLITIKERN”
>> schreiben und Alle in einen Topf werfen.

M. Spreng könnte jeden Tag zwei moralisierende Anklagen gegen Christian Wulff veröffentlichen, hätte auch irgendwie jedesmal “Recht” – aber wem und was sollte das bringen…?

Und: Wer Politiker in einen Topf wirft, ist Ihnen suspekt? Wer alle Wulff-Kritiker in einen Sack steckt, mir auch.

Ich finde es weißgott nicht toll, was er abgezogen hat – das ist für mich das eine. Gut, dass es endlich vor Gericht geht!

Doch mit welch verqueren Moralvorstellungen auch immer – selbst Christian Wulff ist ein Mensch.
Das es viele Journalisten, Politiker und auch Kommentatoren bei der Wulff-Hetze nicht unbedingt um Fakten, Wahrheit und Aufklärung, sondern um Sensationen, Meinungsmache, Fertigmachen, einfach mal Auskotzen und um die eigene (bessere) Selbstdarstellung ging, finde im genau so abstoßend.

Bedauerlicherweise war er der einzige Politiker von Rang, der eindringlich gegen den Euro-Wahnsinn aufgetreten ist. Dass sein Abschuss genau in dem Moment erfolgte, als er sich gegen Euro-Vertragsbruch und Milliarden-Hilfen aussprach, macht mich angesichts der Jagdmethoden Merkels schon sehr misstrauisch.

So, nun finden Sie mal die passende Schublade für mich. Ich hab sie nämlich noch nicht gefunden.

PS: Dem Rest Ihres Kommentars stimme ich gerne zu

28) Hannes66, Freitag, 24. August 2012, 13:14 Uhr

@Markus Schmid
wenn die Festplatte von Glaeseker z.B. Truecrypt verschlüsselt ist und ein einigermaßen langes Passwort hat, wird man das niemals finden.

Und für so blöd, die Daten lediglich mit einem Windowspasswort zu schützen, dürfen sie noch nicht mal diesen Glaeseker, den der Wulff in wenigen Monaten nicht mal mehr gekannt haben wird, halten.

29) Bernhard Paul, Freitag, 24. August 2012, 23:14 Uhr

@2) Gregor Keuschnig

Ihre Einlassung impliziert, dass alle Politiker moralische Wildsäue sind. Es soll aber noch Politiker geben, die gar nicht erst in die moralische Schieflage des Christian Wulff geraten. Insofern wäre ihre Bitte an Herrn Spreng obsolet.

30) Günter Springer, Samstag, 25. August 2012, 08:59 Uhr

25) Ibocar Bayer
Auch wenn Sie hier viele Kommentatoren beschimpfen ob ihrer Einlassungen zum Fall Wulff ändert das nichts an der riesengroßen Schweinerei, die dort passiert!
Wenn Sie meinen, das viele , die sich hier auslassen, “nichts oder nicht viel auf die Reihe gebracht haben”, dann sollten Sie mal daran denken, daß diese Leute sicher ehrlich geschuftet und treu ihre Steuern gezahlt haben und gerade deshalb so erbost über solche Typen wie Wulff sind!!!
Schon mal in diese Richtung gedacht?
Trotzdem: Guten Tag!

31) Frank Reichelt, Samstag, 25. August 2012, 09:04 Uhr

@ Hannes66

Sie müssen es machen wie Mappus, sie bringen ihre persönliche Festplatte mit ins Amt und nach dem ausscheiden vernichten sie dieselbe mit allen sensiblen Daten! Auf Nachfrage geben sie sich leutselig und antworten: Wieso, war doch mein Eigentum, damit kann ich machen was ich will!

32) Ibocar Bayer, Samstag, 25. August 2012, 14:25 Uhr

30) Günter Springer

Alles richtig was Sie schreiben, nur, wo bitte habe ich etwas Anderes behauptet bzw. geschrieben?

33) Werner Berger, Sonntag, 26. August 2012, 16:29 Uhr

Warum hinterfragen Sie nicht, mit welcher Rechtfertigung Joachim Gauck nach nur neun Monaten im Amt eine Gehaltserhöhung von 9 % erhält?

Ein Verfahren wegen uneidlicher Falschaussage kann Wulff nicht drohen, da Falschaussagen bei der Staatsanwaltschaft nicht strafbewehrt sind. Einen “riskanten Weg” vermag ich in Wulffs Verhalten nicht zu erkennen – als Zeuge in der Sache Glaeseker steht ihm ein Auskunftsverweigerungsrecht nicht zu.

Schön, dass Sie so genau wissen, wie es zwischen Wulff und Glaeseker wirklich war.

Im vorletzten Absatz bringen Sie etwas durcheinander: der “Sylt-Hotelaufenthalt” war vom 31.10. bis 03.11.2007, und Bettina Wulff will das Geld dafür wenige Tage vorher, am 25.10.2007, aus Anlass Ihres Geburtstages von ihrer Mutter erhalten haben, also nicht “acht Monate” vorher. Mit “acht Monaten” nehmen Sie Bezug auf einen Aufenthalt in einem Appartement im Jahre 2008, nicht in einem Hotel. Zum Glück leben wir in einem Rechtsstaat, in dem die Gerichte nicht nach dem urteilen, was wem auch immer “glaubwürdig” erscheint, sondern, in dem nur Beweise zählen.

Den Ehrensold erhält Wulff, weil die gesetzlichen Voraussetzungen vorgelegen haben, insbesondere der Rücktritt aus politischen Gründen. Ob zugleich auch persönliche Gründe für den Rücktritt vorgelegen haben, ist rechtlich irrelevant, auch wenn es ein namhafter “Parteienkritiker” – besser: “Politikerverreißer” – nicht wahrhaben will. Wulff muss sich den Ehrensold nicht “verdienen”, eine Verknüpfung zwischen Altersruhegeld einerseits und dem Wahrheitsgehalt von Aussagen vor der Staatsanwaltschaft andererseits kennt unsere Rechtsordnung nicht. Oder meinen Sie, dass jeder, der tatsächlich einer Falschaussage vor Gericht oder eines Meineides überführt ist, seiner Rente oder Pension verlustig gehen soll?

34) Günter Springer, Sonntag, 26. August 2012, 17:10 Uhr

@) Ibocar Bayer, 25.August
Ihren 4.Absatz habe ich zum Anlass meines Kommentares genommen, dabei bleibe ich.
Ihre anderen Äußerungen habe ich nicht kritisiert, und werden von mir auch nicht kritisiert.
Guten Tag auch.

35) Klaus, Dienstag, 28. August 2012, 10:00 Uhr

“…impliziert, dass alle Politiker moralische Wildsäue sind.”

Das ist f e i n beobachtet.

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