Montag, 27. August 2012, 15:48 Uhr

Der Abschied vom „Spiegel“ rückt näher

Bindungen an eine Zeitung oder Zeitschrift sind Beziehungsgeschichten. Man hängt aneinander oder man lebt sich auseinander. Manchmal dauert die Beziehung ein Leben lang, in anderen Fällen sind es nur Lebensabschnittspartnerschaften.

Jetzt stehe ich wieder einmal vor der Frage, ob ich einen solchen, langjährigen Lebensabschnittspartner verabschiede.

Es geht um den „Spiegel“, den ich seit meinem 13. Lebensjahr lese, aus dessen Geschichten ich mir als Jugendlicher ein politisches Privatarchiv aufgebaut hatte. Früher nahm ich ihn mehrmals in die Hand: in der ersten Lesung die vier oder fünf spannendsten Artikel, in der zweiten und dritten fast den ganzen Rest. Mindestdauer: drei bis vier Stunden. Heute bleibt es bei einer Lesung und die dauert kaum eine halbe Stunde.

Nehmen wir den neuesten „Spiegel“. Schon der Titel ist ein Signal: Kauf mich nicht! „Aufstand der Bundesbank“ mit dem blassen Bankbürokraten Jens Weidmann auf dem Titel, Chef einer einflusslosen Behörde, die personell so aufgebläht ist wie der griechische Staatsapparat.  Aha, sage ich mir, eine Maus klopft von unten gegen den Tisch. Lesen muss ich das nicht, denn die Ansichten des Bundesbank-Chefs sind mir aus der Tagespresse weidlich bekannt.

Nach den üblichen dpa-Zusammenfassungen der Woche bleibe ich bei dem bewegenden Interview mit Wolfgang Bosbach hängen – über Krebs, Leben, Tod und die politische Sucht, die den Nichtraucher und mäßigen Alkoholtrinker nicht loslässt.

Warum ist das keinen Titel wert? Das Schicksal eines der bekanntesten deutschen Politikert, der Bilanz zieht. Das hätte man vertiefen können, daraus hätte man mehr machen können. Oder ist das zu boulevardesk?

Mehr, außer zwei Personalien und der Würdigung Georg Lebers in den Todesnachrichten, war in der ersten Lesung nicht drin. Ich bezweifle, ob ich das Blatt noch ein zweites Mal zur Hand nehme. So weit geht die alte Liebe nicht. Zwingen will ich mich nicht.Trotz der 4,20 Euro.

Ich frage mich, bin ich inzwischen ein desinteressierter alter Sack oder ist der „Spiegel“ von Jahr zu Jahr, von Woche zu Woche uninteressanter und langweiliger geworden? In der letzten Ausgabe zum Beispiel war mir nur die Wulff-Geschichte wirklich wichtig. Ansonsten viel Kolportage und Routine.

In der eigentlichen Wulff-Affäre lebte der „Spiegel“ von BILD-Brosamen, die letzte relevante Enthüllung war der geplante Verkauf deutscher Leopard-Panzer an Saudi-Arabien. Und das ist mehr als ein Jahr her. Die Vorabmeldungen werden immer mehr, der Inhalt immer dünner.

Zeitungs- und Zeitschriftenmacher pflegen eine wohlfeile Lebenslüge: das Internet nimmt uns die Leser weg, besonders die jüngeren. Das stimmt zwar zum Teil, aber die meisten Käufer und Leser vergraulen die Journalisten selbst. Der „Stern“ zum Beispiel seit Jahren.

Ihn zu lesen, ist schon lange keine Pflicht mehr. Seine Titel sind unverständlich, seine Stories abgehangen wie ein Steak, das seit drei Monaten an der Wäscheleine hängt (zum Beispiel die Reportage über Mitt Romney).

Die „Stern“-Macher verleihen einen Henri-Nannen-Preis, wissen aber nicht mehr, wie der brillante Provokateur die Leser bewegt hat.Den „Stern“ kaufe ich nur noch wegen der Hans-Ulrich-Jörges-Kolumne und der Rätsel, worauf meine Frau besteht. Ein bisschen wenig für 3,50 Euro.

Dass es auch anders geht, beweisen die beiden wichtigsten, an- und aufregendsten Blätter der Republik: die „Süddeutsche“ und die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (FAS). Sie präsentieren die exklusiven News, die im „Spiegel“ schon lange nicht mehr stehen, und überraschen die Leser mit Themen, die kein anderer hat.

Für beide gilt der Satz: „Guter Journalismus zeigt sich darin, dass ich etwas lese, wovon ich vorher nicht wusste, dass es mich interessiert“. Ein Werktag ohne „Süddeutsche“, ihren blendend geschriebenen Reportagen, ihren fundierten Hintergrundberichten, Analysen und Kommentare ist ebenso ein armer Tag wie ein Sonntag ohne FAS.

Lesen muss auch Spaß machen, neue Einsichten bringen, muss die Gedanken anregen, den Leser länger beschäftigen als nur die Zeit der Lektüre. Diesen Anspruch erfüllen beide Blätter. Vom „Stern“ und „Spiegel“ rückt der Abschied näher. Unsere Wege werden sich trennen. Leider.

P.S. Meine Lektüre besteht zurzeit aus den genannten Blättern sowie „Spiegel-Online“ (unverzichtbar!), Google-News, DWDL.de (ein Medienmagazin), BILD und der immer noch guten alten Tante  FAZ, die manchmal erfrischend jung ist.. Wenn ich viel Zeit habe auch noch aus der FTD und dem „Tagesspiegel“.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

144 Kommentare

1) Wes Brot ich ess, des Lied ich sing, Donnerstag, 30. August 2012, 10:21 Uhr

Am Schluss entwertet der Autor den eigenen Artikel selbst, wenn er schreibt: „…P.S. Meine Lektüre besteht zurzeit aus den genannten Blättern sowie […] BILD…“

mfg
Wes Brot ich ess, des Lied ich sing

2) Bruno, Donnerstag, 30. August 2012, 10:24 Uhr

Vor 7 Jahren geschrieben:

http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2005/09/17/a0015

und keinen Tag gealtert.

3) Martel Alt, Donnerstag, 30. August 2012, 11:49 Uhr

@87) StefanP

Ironie = versteckter (feiner) Spott. Quelle: DUDEN

4) wschira, Donnerstag, 30. August 2012, 12:14 Uhr

@StefanP, 59

Nichts da. Die Semantik eines Satzes (oder auch mehrerer) bin ich durchaus in der Lage zu erfassen. Und in Logik bin ich auch ganz gut. Nun bin ich aber nicht dazu da, Herrn Spreng zu verteidigen, der kann das schon selbst. Im Übrigen, warum regen Sie sich auf? Das war doch nur ein augenzwinkernder Beitrag, den Sie doch immer anmahnen 🙂
Dass Sie in einem anderen Beitrag einem Mitdiskutanten Unhöflichkeit attestieren, ist gemessen an Ihrer Diktion, köstlich. Man kann auch sagen: You made my day.

5) StefanP, Donnerstag, 30. August 2012, 12:34 Uhr

@86) Doktor Hong

Absolut nicht off-topic, schließlich ist ein wesentlicher Vorwurf an den SPIEGEL, er sei zu „neoliberal“ geworden.

Ich weiß nicht, ob die Wirtschaftswissenschaften wirklich so von Dogmen durchzogen sind und die Konkurrenz von Ländern umfasst eher das, was Daron Acemoglu und James A. Robinson in ihrem Werk „Why Nations Fail“ umreißen, nämlich die Schaffung guter Lebensbedingungen, unter denen Wohlstand entsteht. Man weiß auch, dass der Markt nicht immer perfekt ist, aber das beste Suchinstrument zum Finden von problemorientierten Lösungen. Außerdem zeigen die politischen Debatten in Deutschland immer wieder, dass es nicht um ein Minimum an Staat geht, sondern dass der Staat seine Beute nicht mehr rausrückt, selbst wenn Gesetze und Verfassung dagegen stehen. Beredete Beispiele sind hierfür zuletzt die Abzugsfähigkeit von Vorsorgeaufwendungen, „kalte Progression“ und aktuell die Diskussion um die gesetzlich vorgeschriebene Senkung der Rentenbeiträge. Nein, wir sind sicher nicht auf dem Weg zu zuwenig Staat.

Diejenigen, die alles als „neoliberal“ beschimpfen, meinen eigentlich den frühen Liberalismus. Dummerweise ist das Wort jedoch positiv besetzt und in Deutschland will jede Partei irgendwie liberal sein. Hilfsweise bedient man sich also eines anderen Wortes, das allerdings etwas anderes meint.

Übrigens: bei der Bahn behindert der Staat gerade die Entwicklung eines echten Marktes, da er sich nicht dazu durchringen kann, die Infrastruktur von seinem Staatsunternehmen Bahn zu trennen. Leidtragende sind die Bürger in Form von suboptimalem Service, hohen Preisen und Zweckentfremdung von Steuergeldern. Dann lieber dreifache Autobahnen, die es übrigens in manchen Gegenden gibt. 😉

6) Wolfgang Kreuz, Donnerstag, 30. August 2012, 12:51 Uhr

Zu Ihrem Beitrag und dem Kommentar 35 von siddartha möchte ich folgendes anmerken.
Bereits um 1850 aüßerte sich ein Wessi aus Trier, Dr. der Philosophie, in seiner
Schrift „Die Deutsche Ideologie“ wie folgt über die Deutsche Presselandschaft:
„Die herrschende Meinung ist stets die Meinung der Herrschenden“.
Burda, Bauer, Bertelsmann, Springer und Holtzbrink belegen diese These.
Ein Journalist, Paul Sethe, (besimmt kein Anhänger des Philosophen aus Trier)
sagte in den 60er Jahren: „Pressefreiheit ist die Freiheit von 160 reichen
Menschen sich die Meinung zu sagen“.
Lesen Sie doch mal die Jungle World oder riskieren Sie einen Blick auf die Nachdenkseiten!
Gruß aus Berlin

7) Mark, Donnerstag, 30. August 2012, 12:55 Uhr

@ 94) Jekob, Mittwoch, 29. August 2012, 21:55 Uhr

> Was mich ernsthaft interessieren würde ist eine Diskussion
> darüber, warum der SPIEGEL […] so an Qualität eingebüßt hat.

Dieses Phänomen betrifft meiner Meinung nach nicht nur den SPIEGEL. Es betrifft nahezu alle ehemaligen „Vorzeigepublikationen“ im Print-Bereich.

Zum einen hat sich das Leserverhalten -auch wegen des Internet- grundsätzlich geändert. Gab es damals (also: vor etwa 1996/97) nur wenige Möglichkeiten, sich unabhängig und umfassend zu informieren, so stellt sich die Situation heute gänzlich anders dar: Auf Knopfdruck kann ich Nachrichten und Analysen aus (vermeintlich) seriösen Quellen zu nahezu jedem Thema in gefühlter Echtzeit abrufen, und das in vielen Fällen auch noch kostenlos. Je größer der zeitliche Abstand die Nachricht eines Ereignisses vom eigentlichen Ereignis ist, umso wertloser wird die Nachricht für den Leser.

Ich sage immer: „Das Produkt ‚die Nachrichten von gestern schon heute‘ ist fast wertlos.“ Umso mehr betrifft das ein wöchentlich erscheinendes Blatt. Da liegt der durchschnittliche Abstand zwischen Ereignis und Bericht schon bei 3,5 Tagen (im Vergleich zu 12 Stunden bei einer Tageszeitung und wenigen Minuten in der Online-Welt).

Als Schlußfolgerung müsste ein Blatt, das wöchentlich erscheint, die Probleme der Aktualität kompensieren durch ANDERE Produkteigenschaften. Als Beispiel seien hier genannt:

* Investigative Berichte („Enthülluingen“)
* Exklusive Berichte mit neuen, frischen Aspekten
* Aufwändige Recherchen mit Tiefgrund („Referenzartikel“)
* Standpunkte, die von allgemein verfügbaren, generischen Standpunkten abweichen („Kontrastartikel“)
* Besondere Neutralität (Klare Trennung von Nachricht und Meinung)

All dies gelingt dem SPIEGEL (und anderen) nicht. Die Frage ist: Warum?

Investigative Berichte – Haben den Nachteil, dass man Dinge enthüllt, die andere lieber nicht enthüllt sehen wollen. Das macht den Reiz für den Leser aus. Wenn dann auch noch die Mächtigen im Fadenkreuz der Journalisten sind, wird’s richtig spannend (auch was die Auflage angeht). Dumm nur, dass man damit den Mächtigen (bzw. der „Elite“) auf die Füsse treten muss. Und das kann unerwünscht sein, weil man dann den Zugang verlieren könnte (z.B. zu Politikern, Parteien, Anzeigenbudgets…). Die Furcht vor diesem Verlust scheint inzwischen so groß zu sein, dass nur mehr „politisch korrekt“ berichtet werden darf. Alles, was irgendwie anecken könnte (und eben Politiker, Parteien, Wirtschaftsführer verschrecken könnte), wird nicht gebracht. Die Konsequenz ist: langweiliges, uninspiriertes Zeug, das man überall lesen kann.

Exklusive Berichte mit neuen, frischen Aspekten – Nun ja, wenn es schon nicht mit den investigativen Stories klappen will, so könnte man es wenigstens mit deren kleiner Schwester versuchen, den exklusiven Berichten. Dinge zeigen, die abweichen vom Mainstream, die den Geist anregen, die inspirieren, die aufwühlen, die Alternativen aufzeigen. Aber auch hier ist das Mittelmaß der Feind des Guten, denn: Eine Anregung des Geistes findet i.d.R. über konträre Ansichten und Meinungen statt. Konträr, das haben wir oben schon gesehen, ist aber schlecht, weil man eben Dinge kritisch beleuchten muss. (Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Nehmen wir mal an, jemand erfände einen tollen Weg, aus Solarenergie und Sand Benzin zu schaffen. Das ist sicherlich hochinteressant und würde viele, viele Menschen brennend interessieren. Ich sehe eine tolle Titelgeschichte mit dem Mann, der die Welt vor dem Energiekollaps rettet. Blöd nur, dass die Erdöl-Produzenten das nicht mögen. Und die Stromkonzerne auch nicht. Und das eine oder andere Land hätte wohl auch etwas dagegen. Also wird nicht oder nur „klein, unten rechts“ berichtet.) Pfffft.

Aufwändige Recherchen mit Tiefgrund – Gehen also 1) und 2) nicht, kann man sich immerhin noch als „Referenzmagazin“ versuchen. Der SPIEGEL punktet hier ganz ordentlich, weil sie so ein gigantisches Archiv haben. Da kann man zu jedem Thema soviel Background-Informationen herausholen, dass man immer eine gewisse „Tiefe“ erlangt. Blöd nur, wenn es wieder Themen betrifft, die kritisch oder investigativ sind. Dann greift wieder die Regel, dass man ja niemanden verschrecken darf. Warum kann z.B. der SPIEGEL nicht bei der ganzen Euro-Rettungsdiskussion ganz neutral alle Auswege bewerten OHNE selbst Stellung zu beziehen? Warum wird z.B. die Möglichkeit des Austrittes Deutschlands aus der Währungsunion nicht als gangbare, gleichberechtigte Alternative angeboten und analysiert? Eben. Man möchte das einfach nicht. Der Austritt Deutschlands aus der Währungsunion wird verteufelt.

Standpunkte, die von allgemein verfügbaren, generischen Standpunkten abweichen – Nun gut, da klingt ja schon Rebellion mit. Die FAZ ist z.B. so gut, weil sie völlig problemlos mit allen Seiten (z.B. in der Euro-Krise) redet und auch Kommentare mit allen Standpunkten und Meinungen zuläßt. Da werden die allmonatlich geschönten Zahlen der Arbeitsagentur ebenso abgedruckt wie die scharfe Kritik an eben diesen geschönten Zahlen. Zumindest scheint es keinerlei Denkverbote zu geben. Fein! Der SPIEGEL schafft das nicht. Man wird das Gefühl nicht los, dass man immer in eine bestimmte Richtung gedrückt werden soll.

So, und das war’s auch schon. Andere Optionen gibt es nicht. Womit sonst will man den Verlust der Aktualität kompensieren?

Die Misere verschlechtern noch durch Jungjournalisten, die nicht mehr aus Berufung („ich will die Mächtigen kontrollieren“) den Beruf ergreifen, sondern sich nach Coolness und Ruhm sehnen („ich will auf die ABC-Party gehen, weil ich dort BCD und XYZ interviewen kann“). Die anderen, die durchaus noch soetwas wie Berufsehre haben, haben oft auch eine Familie zu ernähren. Da überlegt man sich zweimal, welche Themen und Ansichten man in der Redaktionskonferenz vorschlägt. Man weiß ja, dass Redakteure im Print nicht gerade zu einer besonders nachgefragten Berufsgruppe gehören. Also tut derjenige, der heute einen Job hat, gut daran, an ihm festzuhalten. Sonst geht’s schnell in die dauerhafte Arbeitslosigkeit.

Und der omnipräsente Kostendruck ist ebenfalls nicht förderlich für die Produktqualität. Bei sinkender Auflage sinken v.a. die Anzeigenerlöse. Und irgendwann MUSS das Produkt an Qualität einbüßen, entweder durch: (a) geringeren Umfang, z.B. 80 statt 96 Seiten, oder (b) höhere Effizienz der Redaktion z.B. dadurch, dass weniger Redakteure den gleichen Umfang schaffen müssen. Beides merken die Leser irgendwann: „Huch, das XYZ-Magazin wird ja auch immer dünner“, „Da steht auch nix interessantes mehr drin“, „Ach, die müssen jetzt schon Bilder aus Wikipedia abdrucken. Mein Gott, geht’s denen soo schlecht?“ – Als Folge setzt ein Teufelskreis ein: Die Produktqualität sinkt – die Käufer bleiben aus – die Auflage wird nach unten korrigiert – die Kosten müssen sinken – die Produktqualität sinkt… und so weiter und so fort.

Es geht auch anders: Schauen Sie sich an, welche Print-Titel lt. IVW zulegen. Sie werden feststellen, dass vor allem Hochglanz-Lifestyle-Titel mit regionalem, ländlichen Bezug massiv zulegen (z.B. Landlust, Landliebe, Landleben). Das ist NEU. Das ist FRISCH. Das ist SCHÖN. Das ist unpolitisch. Das ist unkritisch. Bumms: Die Auflage geht durch die Decke.

@ m.spreng: Sorry für den langen Kommentar, aber ich denke das geht angesichts der Frage, was denn eigentlich falsch läuft, in Ordnung. 🙂

8) unbequemer, Donnerstag, 30. August 2012, 13:04 Uhr

Es war einmal … schreiben einige, das sie den Spiegel gelesen haben. Die habe ich nur mal beim Arzt während der Wartezeit gelesen, nie gekauft.

Auch wenn das Format unbequemer war und ist, ich habe DIE ZEIT gelesen. Aber das ist auch schon etwas länger her, dass ich die im Abo hatte. Gelegentlich kaufe ich mir die noch.

Und zur Presselandschaft allgemein – da hat August Strindberg Recht.

Ein Lesebuch für die niederen Stände

(Zweites Hauptstück – Die Lügen der Oberschicht)

Erster Artikel: Die Religion

Da halte ich es mit Lukrez, nachdem ich >Die Wende< von Stephen Greenblatt gelesen habe.

Strindberg hat das früher erkannt.

Zweiter Artikel: Politk!

Das dort die Lüge (nicht erst seit Bimbeskanzler) zu erkennen ist, hat ja schon Machiavelli beschrieben.

Mündige Bürger! Das Schreckgespenst für Unterdrücker! Deswegen halten sich die Parteien schon lange nicht mehr an das Grundgesetz – Artikel 21 (1) – Sie wirken NICHT an der Willensbildung des Volkes mit, sie ignorieren den Willen der Bevölkerung.

Manchmal ist es vielleicht sogar besser, da es zu viele "unmündige Bürger" gibt. Aber daran tragen die Parteien die Verantwortung.

Ein weiterer Punkt, da kommt Henry David Thoreau zu Wort: Die Mehrheit hat nicht automatisch Recht. Und wenn ich dann an Gandhi denke, der auch, aber nicht nur, durch die Schriften Thoreaus geprägt wurde, wie Martin Luther King ebenfalls, halte ich einen humanistisch orientierten "Diktator" im Grunde für gerechter, als eine Mehrheitsentscheidung aus egoistischen Motiven. Denn der Unterschied wird oft übersehen, eine Diktatur KANN eine Tyrannis sein, ist es aber nicht automatisch. Auch eine Demokratie kann tyrannisch sein, wenn EINE Mehrheit immer EINE Minderheit unterdrückt. Das erlebt das "Prekariat" seit vielen Jahren.

Wenn es ginge – haltet die Welt an, ICH will aussteigen. Schade, als "Anhalter" durch die Galaxis zu reisen … geht leider auch nicht.

Und weil so mancher meint, an anderer Stelle gelesen, Kommentatoren würden sich hinter einem Pseudonym verstecken, was würde es bringen, (m)einen Realnamen zu benutzen? Denn den gibt es unzählige Mal und so würde ein "Namensvetter" in den Verdacht geraten. Und ob die angegebenen Namen auch echt sind, ist eine andere Frage. Es kommt nicht auf den Namen an, sondern auf den Inhalt des Kommentars.

9) glaubdir, Donnerstag, 30. August 2012, 13:11 Uhr

hi zusammen,

sternenklar herausgesehen, aus dem forum alter kinder,
spiegelig ergibt es sich, dieses immer gleiche bild,
immer zeit für nebenplätze, „du bist doof“ in manchem sätze,
dreht sich ewiggleich die welt, und mit ihr die lügenpressen,
wahrheitsüberrollend gar, was war thema, achja, zeitung,
dieser reim ist wunderbar. 😉

sonnige grüße
glaubdir 😉

10) Erika, Donnerstag, 30. August 2012, 16:58 Uhr

@106) Mark, Donnerstag, 30. August 2012, 12:55 Uhr

Nehmen Sie z.B. von und zu Guttenberg. Als Guttenberg Wirtschaftminister wurde, gab es einen regelrechten Medienhype.Es war in vielen Medien nachzulesen, dass er Erfahrungen als Geschäfsführer eines mittelständigen Unternehmens habe.

http://www.youtube.com/watch?v=Sb4Qkg0ihlM

Auch oben besagter Herr Jörges vom Stern hatte dies als Information in seiner Kolumne.

Herr von und zu Guttenberg hat offenbar auch selbst den Schein erweckt, dass er diese Qualifikation hätte, also sich besser dargestellt hat als es den Tatsachen entsprach. Damals hatte ich mir die Mühe gemacht die Redaktion von Herrn Jörges per e-mail anzuschreiben und auf die Falschinformation hinzuweisen. Nach einigem Hin und Her, erhielt ich von Herrn Kinkel die Mitteiliung, dass sie dies in Zukunft nicht mehr schreiben würden. Damit war der Fall für die Stern-Redaktion erledigt. Eine Richtigstellung oder ein vorsichtigeres Umgehen mit den Angaben von Herrn von und zu Guttenberg fand nicht statt. Der Medienhype ging ungebrochen weiter.

Wie soll eine Demokratie unter diesen Bedingungen funktionieren?

11) Claus Drullmann, Donnerstag, 30. August 2012, 18:53 Uhr

Lieber Herr Spreng, sie sind halt vorbei, die „guten“ alten Zeiten, da nur an jedem Donnerstag ein mehr oder weniger heftiges Erdbeben drohte. Nun gibt es campact, attac, transparency, peta, occupy, avaaz, … Und die Transmissionsriehmen Twitter und Facebook sind ohnehin unschlagbar.

12) Dieter Carstensen, Donnerstag, 30. August 2012, 19:23 Uhr

Lieber Michael Spreng,

fast 17 Jahre hatte ich den SPIEGEL abonniert, aber dann 2001 abbestellt. Er langweilte mich nur noch. Ähnlich ergeht es mir auch mit der Zeitung DER FREITAG des selbstgefäliigen Jakob Augstein, dessen Zeitung ich niemals abonnieren würde, da er dieselbe Sebstgefälligkeit wie sein Vater an den Tag legt. Die Sendung „Augstein und Blome“ auf Phönix empfinde ich nur als billige Effekthascherei, an inhaltlicher Substanz ist sie kaum zu unterbieten.

Spätestens als der FOCUS auf dem Markt erschien, verlor der SPIEGEL an Substanz, versuchte sich darin, gegen den mehr boulevardmässig aufgemachten Focus durch Anpassung zu punkten, in der Hoffnung, die Marktanteile zu halten.

Ich würde sagen, das ist schief gelaufen.

„Spieglein, Spieglein an der Wand ….“

M.f.G.

13) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 30. August 2012, 20:08 Uhr

@)94) Jekob,

Sie werden im Kreis Intellektueller immer wieder den „Spiegel“ als Aushängeschild für angeblich kritischen Journalismus finden. Dort gilt er nach wie vor als kritisches Organ. Bei objektiver Betrachtung nimmt der „spiegel“ aber ungeprüft (oder gewollt) neoliberale Positionen ein. Er verbreitet im Namen der Versicherungswirtschaft zum Beispiel die Slogans (unter anderem), die von selbigen Inserenten auch erwartet werden. Er deklariert bestimmte Meldungen nicht als „persönliche“ Meinungsäußerungen, sondern erwartet vom Leser sie als Doktrin, sozusagen als unverbrüchliche Wahrheit anzunehmen. So beteiligt sich der „spiegel“ an Meinungsmanipulationen, die in die Meinungsbildung der Mehrheit der Bevölkerung eingehen sollen. Aus Sicht seriöser Kommunikationswissenschaftler ist das, was der „spiegel“ als korrekt und für durchaus wissenschaftlich tragfähig hält, in Wahrheit Kampagnenjournalismus. Das wird z.B. hier deutlich: In den statistischen Verzerrungen, die der Mathematiker und Statistiker Prof.Bosbach in ausführlichen Studien nachgewiesen hat, wird der Kampagnenjournalismus des „spiegel“ auch unbedarften Lesern klar.
Der Einfluss der Versicherungswirtschaft, aber auch der von Banken (selbst in der Bankenkrise) auf „Spiegel“ (wie „Focus“ auch) zeigt sich hier am deutlichsten. Darüberhinaus wirkt die Einflussnahme aus allen Richtungen wirtschaftsliberaler Interessengruppen Stilistische Komponenten aus dem Werkzeugkasten für übertriebene Dramatisierungen kennzeichnen nicht nur Layout der Titelseiten, sondern bestimmen auch die Semantik. Das war so bei Gabor Steingart (Buchautor „Abstieg eines Superstars“) und ist bis heute so.
Erst wenn sich die Leser mehr auf ihre Fähigkeit zur Kritik besinnen, nicht alles ungeprüft zu glauben, nur weil es im „spiegel“ steht, werden sich auch Magazine wie der „spiegel“ eines Besseren besinnen. Die rückgängige Auflage sollte eigentlich schon Indiz zur Rückbesinnung und Nachdenklichkeit sein.

14) Doktor Hong, Donnerstag, 30. August 2012, 21:24 Uhr

@104) StefanP

Ich muss zugeben, dass ich die ökonomische Fachliteratur nicht in dem Maße verfolge wie die meines eigenen Gebiets. Dazu habe ich einfach die Zeit nicht, schließlich muss ich hier ja meinen Senf dazugeben 🙂 Was ich mitbekomme, ist, dass es sicher verschiedene Strömungen in der Ökonomie gibt, aber scheinbar die Marktradikalen der Chicagoer Schule den Mainstream abgeben. Das ist mein persönlicher Eindruck, der auch falsch sein kann.

Ich denke, wir brauchen über Sinn und Unsinn des Marktes und seiner Beschränkungen nicht diskutieren, da liegen wir nahe genug beieinander.

Der Spiegel hat sich ja massiv in die Rentendiskussion eingeschaltet. Ich bin mal in die Archive gegangen und habe folgende Ausgabe aus dem Jahre gefunden: Titel: Sterben die Deutschen aus?

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41521215.html

Nicht nur der Hamburger Hobby-Anthropologe Jürgen Rieger, nach eigenem Bekunden „national gesinnt“, hat solche Erkenntnis für das nächste Jahrtausend extrapoliert: Danach müßte der „Volksbestand“ der Republik in etwa 30 Jahren auf 37 Millionen geschrumpft und in 300 Jahren ganz und gar verschwunden sein.

Nun, 2005 waren die Deutschen nicht bloß 37 Millionen, und trotzdem könnte vorhergehendes Zitat aus eben diesem Jahre 2005 stammen.

Zu den vielschichtigen Ängsten der Deutschen scheint wohl auch zu gehören, ständig auszusterben.

Aber trotzdem war der zitierte Artikel sehr lehrreich für mich, er enthält einige Betrachtungen darüber, wie der Trend zu weniger Kindern zustande kommt und ob wirklich bloß das Aufkommen der „Pille“ dafür verantwortlich zu machen sei.

Diese Art der Diskussion vermisse ich in den heutigen Spiegel-Artikeln völlig. Das meinte ich, als ich schrieb, dass früher der Spiegel immer auch eine Bereicherung meiner Allgemeinbildung darstellte.

Inzwischen bin ich nicht mehr so recht davon überzeugt, ob sich ein derartiges realwirtschaftliches Problem wie die Schrumpfung und Alterung der Bevölkerung durch private Versicherungen lösen lässt. (Es lässt sich auch nicht mit einem staatlichen System lösen.) Ich vermute, da wird einiges auf uns zukommen, wo wir einfach durch müssen.

Und was die Bahn angeht: Wir sind vielleicht von der Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der alten Bundesbahn verwöhnt. Wir haben hohe Ansprüche an unsere Bahn. Eine englische Freundin sagte einmal zu mir: „Ihr Deutschen habt ja gar keine Ahnung, wie gut eure Bahn im Vergleich zu unserer funktioniert. Ich fahre sehr gern in Deutschland Bahn; in England ist es fast eine Katastrophe.“

Tatsächlich hat der Kostendruck bei der englischen Bahn dazu geführt, dass Wartungsarbeiten gespart wurden und dadurch die Unfallquote rasant angestiegen ist. Das kann auch nicht im Sinne des Erfinders sein.

Wenn Sie eine Bahntrasse hinlegen, dann liegt die da für 100 Jahre. Sie stellt auch massive Eingriffe in das Privateigentum vieler Menschen dar, z.B. indem ihre Häuser durch den Verlauf einer Bahntrasse nahezu wertlos werden. Ich sehe nicht, wie man solche Fragen, bei solchen Zeithorizonten, irgendwie marktwirtschaftlich lösen sollte. Kaum ein Marktsignal kann doch in annehmbarer Zeit durch den schnellen Bau einer Trasse beantwortet werden. Da muss man tatsächlich einfach planen und hoffen, dass die Planungsannahmen wenigstens halbwegs eintreten werden.

15) Frank Reichelt, Freitag, 31. August 2012, 08:40 Uhr

Früher hat der SPIEGEL mit interessanten Artikeln und Interviews regelmäßig über die Sportart Schach berichtet, in den letzten Jahren überhaupt nicht mehr.
Das mag einigen nicht so wichtig erscheinen, mir aber schon, denn der SPIEGEL hatte im Gegensatz zur Schachpresse einen unvoreingenommenen und kritischen Blick auf die deutsche und internationale Schachszene. Ein kleiner Baustein in meiner Entscheidung, die Printausgabe des SPIEGEL nicht mehr zu lesen!

16) CitizenK, Freitag, 31. August 2012, 09:53 Uhr

@ Doktor Hong, 86

Nicht OT, im Gegenteil. Das Autobahn-Beispiel ist plakativ, aber erhellend. Danke dafür.

Kaum einer der Groß-Ökonomen, in Deutschland kein einziger, würde Ihren Kernsatz sagen: Unser Modell war Mist, bauen wir ein neues.

17) StefanP, Freitag, 31. August 2012, 13:42 Uhr

@113) Doktor Hong

Was ich mitbekomme, ist, dass es sicher verschiedene Strömungen in der Ökonomie gibt, aber scheinbar die Marktradikalen der Chicagoer Schule den Mainstream abgeben.

Eher nein. In den USA ist die Struktur sehr heterogen und sehr pragmatisch. Natürlich gibt es auch dort den ewigen Kampf zwischen der (neo-) klassischen / (neo-) libertären und der keynesianischen Schule und auch in Kontinentaleuropa haben die Keynesianer sehr an Boden gewonnen, sichtbar beim Weisenrat und der Neuausrichtung des bedeutensten Think Tank DIW.

Inzwischen bin ich nicht mehr so recht davon überzeugt, ob sich ein derartiges realwirtschaftliches Problem wie die Schrumpfung und Alterung der Bevölkerung durch private Versicherungen lösen lässt. (Es lässt sich auch nicht mit einem staatlichen System lösen.)

Damit liegt die Lösung auf der Hand, oder? Das ist übrigens auch die vorherrschende Lehransicht – beides.

Nun, 2005 waren die Deutschen nicht bloß 37 Millionen, und trotzdem könnte vorhergehendes Zitat aus eben diesem Jahre 2005 stammen.

Nun, das war wohl ein kleiner Trick, oder? Der Artikel ist von 1975, ohne Berücksichtigung der Wiederveinigung haben wir so 60 Millionen Menschen in West-Deutschland, hiervon sind jedoch sieben Millionen ausländischer Staatsangehörigkeit, dazu kommen seit den 1970er Jahren 2,1 Millionen Eingebürgerte. Somit kämen wir auf gut 50 Millionen „reinrassige“ West-Deutsche aus der Perspektive 1975. Ich bin den Artikel ob der Länge nur überflogen, doch so nähern sich die Zahlen an, was dennoch eine deutliche Fehlertoleranz ergibt.

Ich bin durchaus dafür zu gewinnen, sehr große Infrastrukturprojekte in staatlicher Hand abzuwickeln. Auf und mit dieser Infrastruktur sollten dann jedoch Private agieren können – wie das schließlich im Luft- und Straßenverkehr auch stattfindet. England ist in Teilen ein schlechtes Beispiel für Privatisierung solcher Verkehrsträger. Ich habe mich zuwenig mit dem britischen Markt beschäftigt, um die Gründe dafür nennen zu können, schließlich gibt es bei London Underground auch ein sehr positives Beispiel im Osten. Ein großes Problem der Deutschen Bahn ist die logistische Vernetzung verschiedener Transportwege, also mit Anschlusszügen längere Strecken zu bewältigen.

Davon abgesehen: meine Erfahrung mit Journalisten ist generell nicht sonderlich positiv. Sie haben generell Schwierigkeiten, sich in sehr komplizierte Prozesse einzufinden, sie zu beschreiben und sie dann so verständlich zu machen, dass der Wesenskern nicht verfälscht wird. Das gilt z.B. für das Finanzmarktgeschehen oder die Umsatzbesteuerung in ausgewählten Fällen (Stichwort: Hotelgewerbe). Wie in den meisten Bereichen gibt es viel zu kritisieren, Fehlentwicklungen etc. Leider treffen jedoch Politik und Medien selten den Punkt. Sie kritisieren das Falsche und loben das Falsche als richtig.

18) sakia, Freitag, 31. August 2012, 15:09 Uhr

Für den Begriff „Neoliberalismus“ kann ich diesen Nicht-SPON Artikel empfehlen:
http://ad-sinistram.blogspot.de/2012/08/es-gibt-keine-missstande.html

19) nachdenkseiten.de-Leser, Freitag, 31. August 2012, 15:12 Uhr

…und ich lese täglich die nachdenkseiten.de !!!
Das ist aufklärend und mir auch eine Fördermitgliedschaft wert, mehr als jedes Zeitungsabo!
Übrigens verlinken die NDS auch immer öfters Artikel vom „Sprengsatz“ 😉

20) Martel Alt, Freitag, 31. August 2012, 15:28 Uhr

OT
Der „Spiegel“ ist ja (hoffentlich) eine bewusst gewählte Metapher. Der Betrachter sieht darin sich selbst und das, was sich von hinten anschleicht. Und das hat M. Spreng klar benannt: SPON, Google, BILD und ein paar alte Tanten. Schöne Aussichten das.

21) Dieter Carstensen, Freitag, 31. August 2012, 23:19 Uhr

Lieber Michael Spreng,

selbst hier unten auf dem Südostpeloponnes in Griechenland kann man den SPIEGEL kaufen, in der Stadt Neapolis, ist ca. 20 km von dem kleinen Dorf entfernt, wo wir uns zur Zeit befinden. Die Wohnmobiltouristen fahen da eh zum Einkaufen, da der kleine Dorfladen hier nur ein sehr begrenztes Angebot hat.

Heute hatte ein sehr sympathischer Zahnarzt aus Garmisch-Partenkirchen den SPIEGEL mit am Strand. Ich habe ihn freundlich gefragt, ob ich den auch mal lesen dürfe. Hier liegen die Touristen am Strand mindestens mit 300 m Abstand zueinander, es ist Natur pur und alle wollen ihre Ruhe.

Hier mal ein Foto, wie es hier am Strand aussieht, rechts unten auf dem Foto liegt meine Jessica in der Sonne:

http://twitpic.com/ae6ztp

Aber man kennt sich hier untereinander und trifft sich beim Strandwandern, Schwimmen oder abends in einem der beiden Esslokale des Dorfes.

Jedenfalls habe ich dann am Strand den aktuellen SPIEGEL gelesen und konnte der Lektüre ehrlich gesagt nur wenig abgewinnen. Ich habe den Zahnarzt dann gefragt, warum er sich denn den SPIEGEL gekauft hätte? Seine Antwort war, wörtlich wiedergegeben:

„In der Not frisst der Teufel Fliegen“.

Die Auswahl der hier angebotenen deutschsprachigen Zeitungen hier ist begrenzt, da gibt es keine grosse Auswahl. Ich habe dann Ihren Kommentar erwähnt, er hatte ihn dann wohl auch in seinem Wohnmobil im Web 2.0 gelesen und abends war unser Thema dann der SPIEGEL. Wir sitzen abends immer in grosser Runde zusammen und hier sind nur recht wohlhabende Touristen, oberer Mittelstand, Bildungsbürgertum.

Wir sind hier die Ausnahme, wir haben kein teures Wohnmobil. sondern hier ein schönes Zimmer mit Meerblick in einer der beiden kleinen Pensionen gemietet.

Hier macht eigentlich die klassische SPIEGEL Leserschaft Urlaub. In der Diskussion ging es hoch her, aber in einem waren wir uns alle einig: Den heutigen SPIEGEL kauft man höchstens noch im Urlaub als Notlösung, wenn nichts anderes zu bekommen ist, das seine inhaltliche Qualität dermassen nachgelassen hat.

Und bei dem Wort FOCUS haben alle nur gelacht, der sei ja noch schlimmer, er sei, so formulierte es Jochen, emiritierter Professor für Philosophie wörtlich: „Der FOCUS ist der SPIEGEL für die geistig etwas minderbemitteltere Klasse, aber der SPIEGEL gibt sich alle Mühe, dieses Niveau ebenfalls zu erreichen.“

Daraufhin brach die ganze Runde in schallendes, zustimmendes Gelächter aus und ich musste dann den griechischen Freunden mühsam übersetzen, worum es ging, sie wollten ja wissen, warum wir so lachten.

M.f.G.

22) der Herr Karl, Samstag, 01. September 2012, 10:46 Uhr

@Dieter Carstensen

Ich habe zunehmend den Eindruck, dass es bei Ihren Kommentaren mehr darum geht, Ihren Aufenthalt in Griechenland zu beweisen, als etwas zum Thema beizutragen. Alle Ihre auf Twitter veröffentlichten Fotos sind entweder aus dem Internet (Google, Fotocommunity) oder standen schon seit Jahren auf Ihrer inzwischen gelöschtes Homepage. Es sind immer die sechs, sieben gleichen Bilder.
Wenn ich Sie um wenigstens 1 aktuelles Bild von Ihnen in Griechenald bitte dürfte…?
Langsam mache ich mir echt Sorgen um Sie.

23) gabriele, Samstag, 01. September 2012, 11:28 Uhr

@ 111) Dieter Carstensen, Donnerstag, 30. August 2012, 19:23 Uhr
Zitat: „DER FREITAG des selbstgefäliigen Jakob Augstein, dessen Zeitung ich niemals abonnieren würde, da er dieselbe Sebstgefälligkeit wie sein Vater an den Tag legt“
Hihi..wessen Vaters Selbstgefälligkeit meinen Sie denn, die von Martin Walser, dem leiblichen Papa,
oder die von R.Augstein dem Ziehvater?
Uiuiui…da läßts sich´s nu aber heftig über Gene vs. Umfeld grübeln.

Ich lese den Spiegel seit meiner Jugend.
Spannend und wichtig fand ich DAMALS das Gefühl zu den „Bescheidwissern“ zu gehören.
Man wurde mit dem sog. Spiegeljargon in die Falle gelockt.
Die Journalisten schrieben so – als säße man mit ihnen in der Westentasche,
gar im Hirn des jeweiligen Protagonisten: Herr Sowieso dachte….
Das ärgerte mich schon damals.
Ich kaufte IHN also nicht mehr. Doch der Spiegeljargon wirkte!
Das vermeintliche „NICHT-Bescheidwissen“ erzeugte „Entzugs“- Erscheinungen.

Nur: Informieren kann man sich halt heutzutage übers Internet.

Ich erwarte also von einer Wochenzeitung Hintergrund und Diskurs.

Das Spiegel-Format finde ich prima, man kann es in jede Tasche stecken,
unterden Arm klemmen und dann überall lesen…
OHNE ein RASCHEL RASCHEL als Distinktionsgebaren,
dass mancher kluge Kopf hinter den Blättern einem aufnötigt.

Also – ich will ein Zeitungsleser sein – ich will das es Zeitungen gibt,
also kaufe sie auch. Doch das geht ins Geld, bei ca. 1000€ Einkommen.

Um so mehr hasse ich es durch schnippische Praktikantenschreibe abgespeist zu werden.
Ich will beim Lesen (einer Wochenzeitung) mich auch an der Sprache erfreuen.
Die gibt es zum Glück (noch)
Ich schaue nie Fussball, das infernalische Geschrei und die nationalistischen Auswüchse
widern mich an…
aber ich lese gerne gute Fußballgeschichten, jaja.

Noch was: ich habe auf einem Flohmarkt eine alte Zeitschrift LETTRE (von 2004!) erworben.
Wunderbar gestaltet und formuliert und heute (noch) sehr interessant:
„Spaniens Europa, Europas Spanien – von Eduardo Subirats“

24) Bernhard Paul, Samstag, 01. September 2012, 21:38 Uhr

122) gabriele

Sehr schön! Musste auch ein wenig schmunzeln bei Dieter C. und Vater Augstein.

Es gab einmal die typische Spiegel-Sprache, den typischen Spiegel-Stil, der von den Ober-Spiegelanern immer als nichtexistent zurückgewiesen wurde. Aber es gab ihn, die Leser nahmen ihn wahr, die Sprachwissenschaftler wiesen ihn nach – oder versuchten es. Allein der war schon faszinierend. Von den Infos, über die der Spiegel verfügte, ganz zu schweigen. Oder dass man in der Westentasche sitzen durfte oder mittendrin im geheimen Zirkel.

Dagegen ist die heutige Spiegel-Sprache einfach gewöhnlich und leer. Es ist schade, dass sich auch von der Sprache nichts gehalten hat.

@121) der Herr Karl

Pianissime! Zwischendurch hat mich Freund Dieter C. auch genervt. Mittlerweile kann ich mich wieder prächtig amüsieren.

25) Politikverdruss, Samstag, 01. September 2012, 22:22 Uhr

@ gabriele 122,

LETTRE erworben, wie können Sie nur? Wissen Sie denn nicht, dass Herr Sarrazin in LETTRE veröffentlicht. Ein bisschen Sensibilität kann man schon erwarten.

26) Dieter Carstensen, Sonntag, 02. September 2012, 07:11 Uhr

@ 111 gabriele

Liebe Gabriele,

danke für Ihren Hinweis 🙂

Ich wusste wirklich nicht, dass Jakob Augstein der leibliiche Sohn von Martin Walser und nicht der leibliche Sohn von Rudolf Augstein ist. Durch Ihren Kommentar habe ich etwas dazu gelernt, ich habe nach dem Lesen erstmal gegoogelt und dann die Bestätigung Ihrer Aussagen gefunden unter

http://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Augstein

Ich meinte, so besehen, dass Jakob Augstein die Allüren und Selbstgefälligkeit seines Ziehvaters Rudolf Augstein übernommen hat, zumindest empfinde ich das so.

Leider habe ich nicht Ihre profunden Kenntnisse über den SPIEGEL, aber Ihr Kommentar hatte inhaltlich was zu bieten, ich habe ihn sehr interessiert gelesen und er hat mir etwas gegeben 🙂

Ich habe nie behauptet alles zu wissen und lerne auch mit 55 Jahren immer noch gerne dazu.

Herzliche Grüße,

Ihr Dieter Carstensen

27) Dieter Carstensen, Sonntag, 02. September 2012, 10:39 Uhr

Mal ein kleiner Tipp, ausser der Reihe:

Wer Problem mit meinen Kommentaren und Aussagen hat, dem empfehle ich die kostenfreie Telefonnummer 0800 / 111 0 111. Da hört rund um die Uhr jemand zu, egal welchen Blödsinn man auch mitzuteilen hat.

Dort anzurufen könnte sinnvoller sein, als seinen unrelektierten Fruststuss hier auf dem Blog von Michael Spreng abzugeben.

Dieser Tipp von mir ist selbstverständlich kostenfrei, man tut für seine Mitmenschen halt was man kann.

28) Helmut Badekow, Sonntag, 02. September 2012, 11:34 Uhr

Mit dem „Spiegel“ ging und geht es mir ganz genauso. Aber wieso ist „spiegel online“ unverzichtbar?

29) CitizenK, Sonntag, 02. September 2012, 11:43 Uhr

@ Bruno

Danke für den taz-Link.

Kernsatz: Die journalistische Freiheit wird in der Bundesrepublik heute viel weniger durch obrigkeitsstaatliche Pressionen bedroht als durch die weiche Knechtschaft einer eitlen Selbstverliebtheit.“

30) CitizenK, Sonntag, 02. September 2012, 13:10 Uhr

Eben im Presseclub war der SPIEGEL-Mann (Michael Sanga) noch derjenige, der beim Thema Rente am ehesten sozial(demokratisch) argumentierte.

31) Doktor Hong, Sonntag, 02. September 2012, 21:47 Uhr

@ 116) StefanP

Als Trick war das nicht gedacht; ich war mir auch nicht sicher, ob der „national gesinnte“ Amateur die Deutschen aus der DDR mit einbezogen hat oder nicht.

Aber selbst wenn er das nicht tat, wäre die Schätzung immer noch massiv zu niedrig gewesen. Sich mal um 20 Millionen Menschen zu vertun, ist kein vernachlässigbarer Fehler.

Was lernen wir daraus? Es gilt wohl immer noch das alte Bonmot, dessen Urheber mir gerade nicht einfällt: „Prognosen sind schwierig, insbesondere, wenn sie die Zukunft betreffen.“

32) Doktor Hong, Sonntag, 02. September 2012, 23:25 Uhr

Steve Jobs hat in einem Interview mal etwas sehr Richtiges gesagt.

Es ging um die Frage, warum im amerikanischen Fernsehen nur so ein Schrott zu sehen ist. (Inzwischen hat unser eigenes Fernsehen durchaus nachgezogen.)

Er meinte, dass die Fernsehsender kommerzielle Organisationen sind, die maximalen Profit machen wollen. Und der Grund, warum sie so einen Schrott senden, ist, weil eben die Menschen so einen Schrott sehen wollen.

Ich meine, er hatte Recht. Wenn also der Spiegel die Auflage erhöhen will, um die Gewinne hochzuschrauben, dann muss der Inhalt so gestaltet werden, dass er von breiteren Schichten gekauft wird. Und das bedeutet eben, bräsiger zu schreiben.

Dass Leute wie meine Mitdiskutanten und der Blog-Inhaber dadurch zunehmend abgestoßen werden, fällt für die Verkaufsquote nicht weiter ins Gewicht. Eher vermute ich das Gegenteil.

Man kann ja von Steve Jobs halten, was man will. Aber wo er Recht hatte, hatte er Recht. Daran sollte man denken, wenn man das nächste Mal die Nase über die BILD rümpft. Sehr viele Leute wollen genau so etwas lesen, sonst würden sie sie nicht kaufen.

33) Dieter Carstensen, Montag, 03. September 2012, 09:00 Uhr

@ 131 Doktor Hong

Liebee Doktor Hong,

ich schätze Sie als fairen Mitsdiskutanten bei unserem lieben Michael Spreng, meist haben Ihre Aussagen hier eine wirkliche inhaltliche Qualität, jedendalls lese ich Ihre Kommentare immer mit zugeneigtem Interesse.

Was mir allerdungs zu Ihrem letzten Kommentar einfällt ist Folgendes:

Computer sind dumme Rechenmaschinen, sie arbeiten nur mit 0 für Stromfluss aus und 1 für Stromfluss ein. wer sich mal mit der Funktionsweise menschlicher Gehirne beschaäftigt hat, weiss, das unsere Gehiirne ähnlich funktionieren, nur kommen zu den rein elektrischen Impulsen auch noch biocehmische Impulse hinzu, ich mchte da mal die chemischen“Glücksbotenstoffe“ für unser Gehiirn, wie Serotin, Endorfine, Dopamin und Noradelanin erwähnen.

Wer sich damit beschäftigen will, hier ein Link zum Thema:

http://www.brain-effect.com/de/botenstoffe-gehirn

er führt auf die Seite des wissnschaftlich in der Sozialmedizin allseits anerkannten “ Institut für Glücksforschung (IFG) „in München.

Es ist interesant, dort zu lesen, wie Computer entstanden und welchen Sinn sie für das menschliche Leben wirklich bringen. Wen interessiert ein Steve Jobs wirklich? Er hat bei Apple nur die Computerprogrammiersprache von 0 und 1 etwas verfeinert, mehr nicht.

Ist das eine wirklich lobenswerte Leistung, einfache mathematische Logarithmen in eine für moderne Computer taugliche Computersprache umzuwandeln?

Das wage ich zu bezweifeln, ich meine, es gehört nicht besonder viel Intelekt dazu, aus 0 und 1 bei der Compterprogrammierung etwas evtl. sinnvolles herzustellen.

Man muss nur wíssen, wie es von der Grundstrktur her geht und mit traumwandlerischer Sicherheit schaffen es jährlich Millonen von sog. „Hackern“ in fremde Computersysteme eindringen und diese dann lahm zu legen.

Ich verzichte auf die Auflistung von Beispielen, jeder der „Googeln“ kqnn, wird es selber nachlesen können.

M.f.G.

34) Mark, Montag, 03. September 2012, 09:13 Uhr

@ Doktor Hong

> Dass Leute wie meine Mitdiskutanten und der
> Blog-Inhaber dadurch zunehmend abgestoßen
> werden, fällt für die Verkaufsquote nicht weiter
> ins Gewicht. Eher vermute ich das Gegenteil.

Naja, also nach den vorliegenden Informationen ist die Auflage des SPIEGEL weiterhin auf Sinkflug:

http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/IVW-Einzelverkaeufe-von-Spiegel%2C-Stern-und-Focus-brechen-ein_108795.html

Es ist also nicht etwa so, dass die wegbrechenden Leser durch Leser, die auf eine „bräsigere“ Schreibe stehen, kompensiert werden. Ich denke eher, dass sich die Leser einfach nur vom Produkt abwenden. Gründe sind in Herrn Sprengs Artikel und den vielen Kommentaren reichlich genannt.

(Zugegeben, wir wissen wenig über das tatsächliche Kaufverhalten und die zugrundeliegende Motivation. Es könnte natürlich sehr wohl eine Kompensation stattfinden, d.h. ohne eine Anpassung auf andere Zielgruppen würde der Verlust noch schlimmer ausfallen. Dies glaube ich aber nicht, denn der SPIEGEL trägt immer noch eine Aura des intellektuellen, schwierigen mit sich. Das schreckt auch weiterhin neue Zielgruppen zuverlässig ab.)

35) Doktor Hong, Montag, 03. September 2012, 14:58 Uhr

@132) Dieter Carstensen

Persönlich würde ich die Leistungen von Steve Jobs nicht so schmälern wollen. Darüberhinaus meine ich nicht, dass es so einfach ist, gute Software zu schreiben, wie vermutlich jeder Benutzer eines Computers täglich feststellen kann, wenn einmal wieder etwas nicht funktioniert.

Nun ging es aber in seiner Bemerkung nicht um Computer, sondern um Marktkräfte und deren Zusammenhang mit dem Angebot von Fernsehsendungen in den USA. Seine Kernaussage war, dass deswegen soviel Mist gesendet wird, weil die Leute eben Mist sehen wollen.

Darüberhinaus würde ich seine Ansichten zu Bildung und Lernen nicht unterschätzen. Er sagte sehr viele richtige Dinge, lange bevor es sich zu Leuten wie Precht und seinem Talk-Gast gestern abend herumgesprochen hat.

Sie können gerne der Meinung sein, dass es höchst trivial sei, Smartphones, Tablets, PCs und Großrechenanlagen zu konstruieren. Vielleicht meinen Sie auch, nichts sei einfacher, als gute Programmiersprachen zu entwerfen und effiziente Übersetzer zu implementieren, von guten APIs und guter Software ganz zu schweigen. Ich bin diesbezüglich absolut nicht Ihrer Meinung.

36) wschira, Montag, 03. September 2012, 16:33 Uhr

@ 130) Doktor Hong,

Das Zitat stammt von dem grossen bayrischen Komiker Karl Valentin.

37) Journalist, Dienstag, 04. September 2012, 12:35 Uhr

@ 132) Dieter Carstensen, Montag, 03. September 2012, 09:00 Uhr

>> ich meine, es gehört nicht besonder viel Intelekt dazu,
>> aus 0 und 1 bei der Compterprogrammierung etwas evtl.
>> sinnvolles herzustellen.

Ein Bildhauer, der aus einem riesigen Felsblock ein gewaltiges Denkmal von einem Löwen erschuf, wurde gefragt, wie er denn dieses Meisterwerk habe erschaffen können. Die Antwort des Künstlers: „Ich habe alles weggehauen, was nicht nach Löwe aussah“.

Spaß beiseite: Es gehört immer viel mehr Intellekt dazu, eine geistige Leistung zu erbringen, als sie madig zu machen.

38) Doktor Hong, Dienstag, 04. September 2012, 15:48 Uhr

@ 135) wschira

Vielen Dank für den Quellenhinweis.

Da sieht man mal, dass es komisch sein kann, lediglich die Wahrheit auf den Punkt zu bringen. Jon Stewart macht in seiner Daily Show nichts anderes, und es ist wahnsinnig komisch. Er sagt auch selber, dass er keine politische Agenda hat, sondern nur die Absurditäten der öffentlichen politischen Kommunikation bloßstellen will. Das macht er wirklich meisterhaft 🙂

Über den deutschen Abklatsch kann ich meistens leider nicht lachen.

39) Ovid, Dienstag, 04. September 2012, 21:09 Uhr

Vollkommen richtig Herr Spreng, aber die Agonie der Parteien ist leicht zu erklären, die haben einfach keine Ideen, ihre Miseren zu ändern. Die sind so paralisiert von dem Euro-Chaos, dass sie über andere Dinge nur bedingt nachdenken können. Wenn sie dann denken, kommt solch eine klägliche Idee wie bei von der Leyen heraus. Linke Tasche, rechte Tasche. Neue, ungewöhnliche Ideen lassen sie aber auch nicht zu, wie ich feststellen musste. Die sind dermaßen beratungsresistent, dass wir eigentlich nur noch nach Berlin marschieren sollten um die Ämter zu besetzen.
Gruß Ovid

40) Peter Michael, Samstag, 08. September 2012, 01:08 Uhr

BILD und SPON? Naja, wer das liest kann sich über SPIEGEL nicht beschweren.

41) zboson, Dienstag, 11. September 2012, 08:21 Uhr

Für die Titelgeschichte des neuen SPIEGEL auch mal ein Lob von mir: das ist der „alte“ SPIEGEL, der ein Problem beleuchtet, dass seit der Rot/Grünen-Regierung für mich sehr brennend ist: die ungehemmte Eigenvermarktung von Spitzenpolitikern an jeden, der genug bezahlt, trotz Übergangsgeld, Pensionen und ähnlichem.

Vielleicht wird es ja doch irgendwann mal Regelungen geben, um diese Auswüchse einzudämmen.

Ein frommer Wunsch 🙂

42) m.spreng, Dienstag, 11. September 2012, 08:39 Uhr

@ 140) zboson

Dazu empfehle ich Ihnen ein Frühwerk von mir:“ Wie Politiker ihre soziale Frage lösen“ vom 2. Februuar 2009

43) Doktor Hong, Dienstag, 11. September 2012, 14:31 Uhr

Letzte Woche war ja auch wieder super: „Droge Zucker“

Wer soll den so einen sch** noch ernst nehmen?

Bin mal gespannt, was als nächstes kommt:

„Nahrungsmittel – Die neue Sucht“ – „Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass 99% der Menschen täglich essen – und das mehrmals! Hinzu kommt eine schwere Abhängigkeit von Wasser oder wasserhaltigen Getränken. Die Entzugserscheinungen wiegen so schwer, dass die meisten Menschen bereits nach ca. 3 Tagen verenden. – Wie es anders geht, zeigt der indische Guru Sri Schmu Quacksalbonanda, der sich nur von Licht ernährt.“

Naja. Das Gehirn kann eben nur Glucose verstoffwechseln. Komisch, dass Diabetiker bei akuter Unterzuckerung ins Delirium fallen. Komisch also, dass Zucker so gut schmeckt. Aber man kann ja nicht davon ausgehen, dass das Gehirn bei jedem Menschen das wichtigste Organ ist, wie man an solchen Titelgeschichten sehen kann.

44) Sammy 61, Dienstag, 11. September 2012, 16:16 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng!

IchMit Ihrer Spiegel-Kritik ist Ihnen offensichtlich ein Volltreffer gelungen, da er eine große Resonanz hatte und viele Spiegel-Leser sich Ihnen anschlossen. Ihre Analyse ist jedoch im Gegensatz zu den Anmerkungen im Forum wohltuend sachlich und zeigt immer noch eine gewisse Grundsympathie für das Hamburger Magazin. Ich lese den Spiegel regelmäßig seit etwa 40 Jahren und habe sehr viel von der Lektüre profiitiert. Er ist m.E. immer noch das Flaggschiff im deutschen Journalismus. Daran ändern auch gelegentlich schwache Titelgeschichten nichts. Das Konkurrenzblatt Focus bringt fast jede Woche einen Titel mit Nutzeffekt für die Leser, z.B. Deutschlands beste Mediziner oder Wie schütze ich mein Geld? Der Stern ist eine Illustrierte mit hohem Werbeanteil, also auch kein klassisches Nachrichtenmagazin. Bleibt der Spiegel. Die Redakteure des Spiegel haben in den langen Jahren seiner bisherigen Existenz viele Skandale und Missstände aufgedeckt. Leider ist die Welt nicht besser geworden, da ständig neue unschöne Dinge ans Tageslicht kommen und der Eindruck entstehen könnte, dass engagierte Journalisten zu wenig tun. Und die Leute vom Spiegel dafür besonders in Haftung genommen werden. Meine Meinung: Die Lektüre des Spiegel lohnt nach wie vor. Lesen Sie „Mayers Krieg“ von Alexander Osang (diese Woche), eine sachliche und daher wirkungsvolle Reportage über einen Offizier, der seine Leute auf Afghanistan vorbereitet. Sie werden nichts Besseres finden.

45) Petterson, Montag, 09. Dezember 2013, 11:37 Uhr

Der Eindruck täuscht nicht. Die aktuelle Aust-Personalie erinnert wieder daran, ab dem Ausscheiden Austs aus dem Spiegel wurde das Magazin immer uninteressanter. Ich lese es immer noch, weil es nichtsdestotrotz immer noch das wichtigste deutsche Wochenmagazin ist, aber die Tendenz zum langweiligen Wurstblatt ist leider klar erkennbar.

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