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Samstag, 08. September 2012, 12:17 Uhr

Der Mut der Bettina Wulff

Bettina Wulff ist eine mutige Frau. Mit ihren Klagen gegen Berichte über ihre angebliche Rotlichtvergangenheit nimmt die Ehefrau des Ex-Bundespräsidenten in Kauf, dass diese Verleumdungen den Raum des Internets verlassen und die gesamte Öffentlichkeit erreichen. Aber ihre Ehre ist ihr wichtiger als eine mögliche zusätzliche  Belastung ihrer Reputation. Dieser Mut verdient großen Respekt.

Aber auch am Tag der Berichte über Bettina Wulffs Feldzug gegen die Verleumder reichen bei Google schon die drei Buchstaben “Bet”, um “Bettina Wulff Escort” (14.300 Einträge) und “Bettina Wulff Prostituierte” (44.400 Einträge) aufscheinen zu lassen. Erst an vierter Stelle kommt bei “Bet” das Betreuungsgeld.

Diese Reihenfolge sagte viel über das häufig idealisiert gepriesene Internet. Es ist neben seiner aufklärerischen Funktion auch eine riesige Denunziations- und Verleumdungsmaschine, häufig sogar vor der Information. Die Freiheit des Internets gilt eben nicht nur für syrische Blogger, sondern auch für einen 88jährige Hamburger Rentner und eine niedersächsische FDP-Frau, die die Verleumdungsmaschine gegen Bettina Wulff in Gang gesetzt haben.

Und williger Helfer ist immmer die Suchmaschine Google, die – völlig neutral natürlich – jedem Verleumder die Plattform verbreitert und die Verleumdung ins Unendliche potenziert. Es ist nicht nur Bettina Wulff, sondern allen Opfern von Verleumdungen und üblen Nachreden zu wünschen, dass ihre Klage gegen Google Erfolg hat und alle Einträge gelöscht werden müssen.

Und es wäre ein – hoffentlich – abschreckendes Beispiel, wenn neben den Verursachern auch Google zu einem hohen Schadensersatz verurteilt werden würde.

Es ist eben etwas anderes, ob ein klatschsüchtiger Politiker einem Journalisten von den Gerüchten erzählt, der sie dann zu verifizieren versucht und, weil eine Verleumdung nicht verifizierbar ist, auf eine Veröffentlichung verzichtet, oder ob sich das Internet der Gerüchte bemächtigt.

Im freien Netz gibt es keine Kontrolle und journalistische Sorgfaltspflicht. Das haben nicht nur Bettina Wulff erlebt, sondern tausende oder zehntausende nichtprominenter Menschen, die im Internet gemobbt, denunziert und verleumdet werden.

Und das meist unter dem Schutz der Anonymität. Auch in meinem Blog tauchten immer wieder – natürlich anonyme – Kommentare über Bettina Wulffs angebliches Vorleben auf. Da jeder Kommentar von mir genehmigt werden muss, konnte ich sie alle löschen. Wenn eine solche Instanz fehlt, gelangt jede Verleumdung sofort ins Netz.

Aber der Fall Wulff zeigt auch, dass die journalistische Sorgfaltspflicht verletzt worden ist. Durch die “Berliner Zeitung” und Günther Jauch. Beide hatten auf dem Umweg über ein Zweitgerücht (In Berlin werde gemunkelt, BILD könne mit einem Bericht über das frühere Leben Bettina Wulffs aufwarten) die Verleumdungskampagne befeuert. Aber, so die verlogene Ausrede des netten Herrn Jauch, er habe doch nur eine Zeitung zitiert. Hoffentlich ist Bettina Wulff auch in diesem Fall erfolgreich.

Die Konsequenz aus dem Fall Bettina Wulff kann nur sein, das Internet endlich kritischer zu sehen und nicht bei jedem Versuch, unsere Rechtsordnung auch dort durchzusetzen, reflexartig Zensur zu rufen. Es wäre ein zivilisatorischer Rückschritt, wenn es im Internet weiter erlaubt würde, die Regeln unseres Zusammenlebens außer Kraft zu setzen.

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147 Kommentare

1) rafaela, Samstag, 08. September 2012, 12:24 Uhr

Ist es großartig anders, wenn Qualitätsjournalisten die Unwahrheit schreiben und die Gegendarstellung wochen später auf Seite 30 gedruckt wird? Die Verleumdung ist also früher ebenso viel mehr publik geworden, als die uninteressante Wahrheit.

2) Markus Schmid, Samstag, 08. September 2012, 12:29 Uhr

“Es wäre ein zivilisatorischer Rückschritt, wenn es im Internet weiter erlaubt würde, die Regeln unseres Zusammenlebens außer Kraft zu setzen”
Herr Spreng, Sie haben meine vollkommene Zustimmung. Das Internet darf nicht alles was möglich ist. Was ist denn mit der Freiheit der unrechtmäßig denunzierten? Wobei es natürlich auch kein rechtmäßiges Denunzieren geben darf. Das Problem ist m.E. wirklich, dass es eine Instanz geben muss, sich gegenüber Einträgen, welche das persönliche Ansehen gefährden, bzw. es sogar zerstören, zur Wehr setzen zu können. Eine Schlichtungsstelle oder was auch immer müsste her. Nur was ist dann mit Inhalten, die auf irgendeinem Server in einem Land liegen, dessen Besitzer nur virtuell existiert und damit keinerlei Zugriff möglich ist?

3) Jim, Samstag, 08. September 2012, 12:41 Uhr

Und wieder versucht einer von der Papierfraktion so zu tun als wäre das Netz das Problem. Keiner hetzt und hasst so laut und ekelhaft wie die BILD. Angeblich ja ach so streng qualitätskontrolliert.
Und die arme doch mutige Frau Wulff hat ja, wie man problemlos aus der Presse entnehmen kann schon recht erfolgreich unsere Rechtsordnung im Netz durchgesetzt. Nur ist Google m.E. der falsche Gegner. Die Vorschläge ergeben sich m.W. aus den populärsten Suchen. Aber Frau Wulff kann ja gerne gegen die deutsche Öffentlichkeit ins Feld ziehen. Ich bin jedenfalls froh, dass Frau Gernegroß sich jetzt an jemandem mit der finanziellen Schlagkraft versucht, der so eine Sache auch zu Ende verfolgen kann…

4) Markus, Samstag, 08. September 2012, 12:49 Uhr

Dank Ihnen wird Fr. Wulff jetzt auf den Google-Seiten als noch ein bisschen relevanter als das Betreuungsgeld eingestuft.

Hoffen wir einmal dass Sie nicht auch auf Unterlassung verklagt werden, schließlich verwenden Sie ja auch die bösen Worte Wulff und Escort in einem Absatz.

Übrigens: Vor Ihrem Blogeintrag wusste ich nichts von der Schmierenkomödie…

Schönes Wochenende noch,
Markus

5) Heinz, Samstag, 08. September 2012, 12:49 Uhr

Die riesige Denunziations- und Verleumdungsmaschine:

“Er will vor “Sex-Fallen” gewarnt worden sein – und ist doch in eine getappt. So sieht das jedenfalls Julian Assange selbst. Das zu beweisen, dürfte dem wegen Vergewaltigung verhafteten Wikileaks-Gründer jedoch schwerfallen. ”
Süddeutsche 08.12.2010

6) Markus, Samstag, 08. September 2012, 13:00 Uhr

Nachtrag:

Bei der taz und der FR muss ich erst scrollen, um die Geschichte zu finden, bei FAZ, Süddeutsche und Spiegel springts mich an, bei Bild guck ich gar nicht erst.

Ach, die konservative Qualitätsjournaille ;-)

7) m.spreng, Samstag, 08. September 2012, 13:11 Uhr

@ 4) Markus

“Süddeutsche” Seite 1 und die ganze Seite 3 plus BILD-Schlagzeile sind kaum zu übersehen. Ohne die Berichte hätte ich nicht über dieses Thema Geschrieben.

8) Carsten P., Samstag, 08. September 2012, 13:20 Uhr

“Und williger Helfer ist immmer die Suchmaschine Google, die – völlig neutral natürlich – jedem Verleumder die Plattform verbreitert und die Verleumdung ins Unendliche potenziert.”

Wie Jim bereits in Kommentar 3 dargelegt hat, setzen sich die Autocomplete Vorschläge bei Google aus den häufigsten Suchanfragen zusammen.

Zudem ist es mehr als fraglich, wie Google (oder jeder andere Dienst, der automatisierte Verfahren einsetzt) erkennen soll und kann, ob die Autocomplete Vorschläge denunziatorisch sind oder nicht. Hätte sich Bettina Wulff z.B. für oder gegen Prostituierte eingesetzt, gäbe es an den Autocomplete Vorschlägen mit Sicherheit nichts auszusetzen.

9) Frank Reichelt, Samstag, 08. September 2012, 13:25 Uhr

Bezüglich Google.

Wie argumentiert die amerikanische National Rifle Association immer: Es ist nicht die Waffe die schießt, sondern die Hand die den Abzug betätigt”!

10) Christoph, Samstag, 08. September 2012, 13:27 Uhr

“Und es wäre ein – hoffentlich – abschreckendes Beispiel, wenn neben den Verursachern auch Google zu einem hohen Schadensersatz verurteilt werden würde.”

Wann lernt die Öffentlichkeit endlich, dass die Anonymität des Internets WICHTIG ist, und im Endeffekt die Freiheit mehr Gewicht hat, als einige wenige, die dabei unter die Räder geraten? Denn nur mit einem anonymen Netz können politisch Verfolgte oder anderweitig unterdrückte Minderheiten die eigene Meinung kund zu tun.

Und in diesem Kontext sieht man wieder einmal schön, wie der Streisand-Effekt funktioniert. Kaum wendet sich Frau Wulff an die Öffentlichkeit, ist sie Schlagzeile Nr. 1. Und wenn dann die Zahl der Googleeinträge über eine mögliche zwielichtige Rotlichtvergangenheit explodiert, ist das auch ein Ausdruck der Berichterstattung der “alten” Medien.

11) symm, Samstag, 08. September 2012, 13:44 Uhr

Da trifft der Streisand-Effekt auf kognitive Dissonanz. Genussvoll.

Geschickt Beitrag: Da sind schon mal alle wesentlichen Rhetorik-Punkte abgehakt, die man braucht, damit Diskussionen bloß nicht nicht rational verlaufen können. Wir brauchen mehr Komplexreduzierung, Polarisierung, Zuspitzung, Dramatisierung, Emotionalisierung etc.
Und natürlich ist wieder mal “das Internet” an allem Schuld. Das wirkt irgendwie so hilflos. Und natürlich das willige Google, weil dessen ach so dämonische Algorithmen dummerweise nur genau das machen, wofür sie entwickelt wurden. Aber nein, es ist viel einfacher: Da sitzen abertausende Menschen vor dem Google-Altar und tippen böswillige Suchvorschläge ein, nur um Menschen zu denunzieren und so freche Sache. Computer und “das Internet” funktioniert nicht wie in Tron. Machen Sie die armen Elektrotierchen nicht für etwas verantwortlich, was immer noch in der Gesellschaft seinen Ursprung hat. “Das Internet” mobbt nicht, Menschen mobben. “Das Internet” hat keine Telefonnummer und Adresse für Beschwerden. Aber Menschen.

Mittlerweile ist es fast schon gespenstisch, wie Sie, Herr Spreng, ja gar nicht mal im Ansatz versuchen wollen zu verstehen, wie “das Internet” oder konkreter Google eigentlich funktioniert (Webcrawler, Vorschlagfunktion, SEO …). Aber sowas könnte ja auch kognitive und psychische Dissonanz auslösen und zu Selbstreflexion mit anschließender Depression führen, weil man so lange völlig falsch lag. Und dann die ganzen Arztbesuche, Medikamente, der Alkohol und die Leberzirrhose … nur weil die Realität nicht mehr meinem Vorstellungen im Kopf entspricht … Grauenhaft! Da bleib ich doch lieber bei meinen Vorurteilen und belästige die Welt damit …

Vor allem: “Mit ihren Klagen gegen Berichte über ihre angebliche Rotlichtvergangenheit nimmt [Frau Wullf] …in Kauf, dass diese Verleumdungen den Raum des Internets verlassen und die gesamte Öffentlichkeit erreichen. …. und eine niedersächsische FDP-Frau, die die Verleumdungsmaschine gegen Bettina Wulff in Gang gesetzt haben.” und dann kommen da Jauch und die BZ ins Gespräch.
Ja, entscheiden Sie sich mal. Hat “das Internet” jetzt das Gerücht im Umlauf gesetzt, quasi wie eine Botschaft von Gott, oder war dafür greifbare Personen aus der Realität verantwortlich für? Und wo bzw. wem hat diese ominöse FDP-Frau das wohl zuerst erzählt? In einem Blog, Tweet, bei Gesichtsbuch … oder einem zugänglichen Journalisten (Sie als “Spin-Doctor sollten eigentlich schlauer sein, um das durchschauen zu können)? Und ist Günther Jauch neuerdings nur ein Avatar, also gar keine reale Person der Öffentlichkeit?
Und welche FDP-Frau soll denn die Initiatorin sein? Warum schießen sie sich nicht auf diese ein? Oder sind sie noch am “verifizieren”? Sollte diese Frau nicht lieber Schadensersatz zahlen, damit sie nur noch von Brot und Wasser leben kann anstatt Google für etwas verantwortlich zu machen, was in den emotionslos und objektiv nach festen Vorgaben arbeitenden Algorithmen liegt?

Es ist eine geradezu naive Verklärung und Glorifizierung von Bettina Wulff, wenn man ihr “Mut” attestieren will, weil sie von ihrem Recht gebraucht macht. Guter Maßstab!

Es gibt sovieles, was an ihrem Beitrag irgendwie stutzig macht und den Einruck erweckt, dass sie gar nicht drüber nachdachten, sondern nur einen Vorwand suchten, um ihre unterschwelligen Aggressionen gegen “das Internet” loswerden zu wollen.
Selbst wenn sie nur auf den Umstand hinweisen wollen, dass sich das Gerücht viel zu schnell und angeblich unkontrollierbar verselbstständigt habe, wie erklären Sie sich dann die bisherigen Erfolge bei den Unterlassungsklagen? Ist das Internet doch nicht so der rechtsfreie Raum, für den Sie ihn immer halten?
Was war eigentlich die Aussage Ihres Beitrages? Dass Journalisten mal ihre Arbeit richtig machen sollten?

Mal schauen, in welche scheinheilig-heuchlerische Richtung die Diskussion hier noch abdriften wird.

12) der Herr Karl, Samstag, 08. September 2012, 13:52 Uhr

Wie jetzt, die Berliner Zeitung und Günter Jauch hätten die journalistische Sorgfalt verletzt, aber die bösen anonymen Kommentatoren im Internet sind noch schlimmer, weil sie verleumderische Gerüchte verbreiten?
Schön, dass Sie im Fall Wulff immer auf der Seite der Objektiven und Besonnen gestanden haben…

“Und noch ein Wort zur vielgescholtenen Presse, die angeblich eine Hetzjagd auf Wulff veranstaltet hat. Sie ist, wie die neue Entwicklung beweist, hervorragend ihrer Pflicht nachgekommen, die Mächtigen unnachsichtig zu kontrollieren. Chapeau.” (M. Spreng, 16. Februar 3012)
http://www.sprengsatz.de/?p=3815

13) der Herr Karl, Samstag, 08. September 2012, 13:55 Uhr

Korrektur: Februar 2012

14) Sol, Samstag, 08. September 2012, 14:03 Uhr

Die Ordnung der Google-Vorschlaege ergibt sich ueber die Anzahl der Suchen, nicht zwangsweise ueber die tatsaechliche Popularitaet eines Themas. Anders ausgedrueckt, je mehr Leute nach denen von Ihnen zitierten Begriffen suchen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie automatisch vorgeschlagen werden. Das nennt sich Suchalgorithmus und hat wenig mit Verleumdung o.ae. zu tun.

Im Uebrigen, mir ist das Thema erst durch Ihren Eintrag aufgefallen, ohne diesen Eintrag haette ich vermutlich nie davon gehoert.

15) Lars, Samstag, 08. September 2012, 14:06 Uhr

Herzlichen Glückwunsch. Mit diesem Artikel müssten es dann 44.401 Artikel sein die bei Google unter den von ihnen angegebenen Suchbegriffen gefunden werden. Ihre Forderung das Google Schadenersatz zahlen müsste ist Unsinn.
Hat Google diese besagten Artikel geschrieben oder findet die Suchmaschine nur jene Artikel welche von den Onlineablegern der Presse geschrieben wurde?

16) Gregor Keuschnig, Samstag, 08. September 2012, 14:09 Uhr

Frau Wulffs Klagen sind doch wohlfeil. Die Denunziationen sind Monate alt. Wenn jemand wie Jauch dies als Gerücht erwähnt, ist es noch längst keine Denunziation. Ich habe die Sendung noch im Kopf, als die anderen Diskutanten diesen Gerüchten energisch widersprachen. Was wär die Alternative? Totschweigen? Vielleicht. Eine Kontrolle, die nachher außer Kontrolle gerät? Wohl eher nicht.

Es gibt wichtigere Fälle als den der Bettina Wulff, die nur ihr Buch vermarkten möchte. Im Netz gibt es Zigtausende von Seiten die Nazi-Verbrechen leugnen, Verschwörungstheorien ausbreiten, Lügen potenzieren.Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Welt diese Formen der Verleumdungen und Lügen ganz gut aushält. Wir müssen mit Paranoikern, Schwachköpfen und Denunzianten leben, ob es einem passt oder nicht. Wer das glauben will glaubt es auch ohne Google, Jauch oder “Berliner Zeitung”. Ich hoffe, dass Frau Wulff keinen Erfolg hat. Das glaubt sie womöglich selber nicht, aber es bringt eben ein bisschen PR.

17) karl, Samstag, 08. September 2012, 14:15 Uhr

Ich glaube, da hat jemand nicht ganz verstanden, wie das Internet funktioniert. Aber macht nichts, das hat Frau vdLeyen mit ihren Stoppschildern damals auch nicht und sich sogar bei Missbrauchsopfern lächerlich gemacht. So wird es Frau Wulff (und Journalisten, die ihr gut zureden von wegen “Hoffentlich muss Google …”) auch gehen …

Ach ja, wie war das noch mal mit diesem Bing StreetView? Achso, war ja nicht von Google, da kann man sich nicht so gut profilieren.

18) karl, Samstag, 08. September 2012, 14:17 Uhr

Ach ja, weil ich’s gerade in den Kommentaren sehe: Auch ich wusste bisher nichts von diesen Anschuldigungen und bin nur durch diesen Bericht hier drauf aufmerksam geworden – ich werds aber auch gleich wieder vergessen, im Gegensatz zur Tatsache, dass du hier über Dinge (“Internet”) geschrieben hast, ohne zu wissen, worum’s geht ;) [Wichtig: Das ist jetzt kein persönlicher Angriff oder böse gemeint, klingt aber leider etwas hart, da nur Text, ein Problem, das Journalisten wohl auch kennen...]

19) JMK, Samstag, 08. September 2012, 14:24 Uhr

Jetzt muss ich doch schmunzeln. Nehmen sie oder Frau Wulff an, dass die Autovervollständigung Googles ein journalistisches Leistung ist. Selbst wenn diese Google verboten würde, die darauf verweisenden Seiten sind immer noch aktiv.
Natürlich gibt es Verleumdungen und Denunzierungen, sollte Sie als ehemaliger BILD-Redakteur doch wissen (nicht dass ich Ihnen das unterstelle!). Aber wir sollten endlich mit der Unterscheidung Print/Internet aufhören und uns den Inhalten widmen.
Treppenwitz der Geschichte: wären die Behauptungen nur im Internet unter Bloggern geblieben wüsste bis heute niemand von den Vorwürfen an Frau Wulff, erst nachdem die großen Print und TV-Sender dies zu ihrem Thema machten, wurde eine große Story daraus.

P.S. Ob Frau Wulff vom Streisand-Effekt weiß?

20) nona, Samstag, 08. September 2012, 14:41 Uhr

Tschuldigung wenn ich nörgele, aber da steht jetzt dann doch soviel unverständiger Quatsch, dass mein Kopfschütteln mich zum Kommentieren zwingt.

Erstens: Nicht Google ist das Problem. Und nicht das Internet ist das Problem. Das Problem sind Menschen, die auf Gerüchte anspringen. Google ist ein automatisches Werkzeug, das eine wichtige Funktion erfüllt, nichts weiter. Google reflektiert automatisch das, was Menschen im Internet veröffentlichen und wie sie die Information verknüpfen. Dafür soll Google zu Schadenersatz verurteilt werden? Erschiesst den Boten, der auf andere Boten verweist, die unliebsame Nachrichten bringen? Hallo, geht’s noch?

Zweitens: Wer Google verklagen zu müssen glaubt (was an sich schon absurd genug ist), der muss auch Bing und Yahoo verklagen, denn deren Suchvorschläge und Ergebnisse unterscheiden sich nicht wesentlich was das “Verleumdungspotenzial” angeht. Dass sich mal wieder auf Google eingeschossen wird zeugt von Unkenntnis, Ahnungslosigkeit, und irgendwo auch von Geltungssucht. Und meines Erachtens nicht zuletzt von beträchtlicher Dummheit, denn es zeugt von einer altbackenen Mentalität im Sinne von “meine Ehre wird angegriffen, ich verklage das Internet!” – sowas ist bar jegweden Realitätssinns.

Drittens: Wir erleben hier natürlich ein Reinkultur-Beispiel für den Streisand-Effekt. Zum Einen verschwindet das Gerücht natürlich nicht, indem man den Boten laut und in aller Öffentlichkeit erschiesst. Es verschwindet nur der Bote. Im Internet bleibt das Gerücht trotzdem, ebenso wie die Verknüpfungen. Zum Anderen wird dadurch natürlich das unangenehme Gerücht erst weiter getragen. Ich z.B. hatte von all dem noch garnichts gehört, erst auf die Berichterstattung über die Klage hin wurde ich des Ganzen gewahr. Und ob Frau Wulff eine Rotlichtvergangenheit hat, gehabt haben soll, haben könnte, oder nicht, ist mir herzlich wurscht. Nicht wurscht ist mir aber wenn sie glaubt, zwecks Stabilisierung ihres Egos die freien Information und die freie Meinungsäusserung attackieren zu müssen. Irgendwelche “Ehre” wird dadurch nicht gerettet.

Viertens: Bettina Wulff ist eine Person des öffentlichen Lebens, die in gewissem Rahmen auch mit unliebsamen Gerüchten, Meinungen und Meldungen über sich zu leben hat, ob ihr das gefällt oder nicht. Das ist nicht zu vergleichen mit nicht-öffentlichen Privatpersonen, die öffentlich oder gar nur im privaten Rahmen Opfer von Verleumdungen oder Denunziationen oder Mobbing oder dergleichen wurden. Das sollte ja wohl offensichtlich sein.

21) MarkS, Samstag, 08. September 2012, 14:42 Uhr

Warum sollte Google Schadenersatz zahlen sollen? Etwa dafür, Gerüchte nicht unterdrückt zu haben? Und wie soll Google dann bitte mit der jetzt wieder aufflammenden Berichterstattung in den Medien umgehen? Sollen diese Berichte auch gelöscht werden, weil sie die zu unterdrückenden Gerüchte indirekt wiederbeleben?

Ich kann mir keine Technik vorstellen, die Gerüchte von Fakten zu trennen weiß. Google erfasst ja nur, was Menschen beschäftigt. Diese unzähligen Einträge inhaltlich zu bewerten, würde redaktionelle, regelmäßig wiederkehrende Betreuung erfordern.

Als Blogger kann man Kommentare freischalten oder löschen. Aber Google ist wohl kaum in der Lage, angesichts der Datenmassen Vergleichbares zu leisten.

22) Andreas, Samstag, 08. September 2012, 14:56 Uhr

Aber ist der Bericht über den “Umweg über ein Zweitgerücht” nicht ein Standard-Verfahren von Bild und anderen Medien um Gerüchte zu verbreiten? Gerade im Fall Christian Wulff wurde das von Bild erfolgreich praktiziert.

Ich finde es in der Tat zweifelhaft Suchergebnisse zu manipulieren – grundsätzlich. Ja, ich finde es schlimm, dass dies geschieht, ob aus politischen, religiösen oder privatrechtlichen Gründen und ich bin froh, dass ich damit offenbar nicht alleine bin.

23) Markus Schmid, Samstag, 08. September 2012, 14:58 Uhr

@MarkS

aus SPON “….In anderen Ländern hingegen musste der Konzern in ähnlichen Fällen Niederlagen einstecken. Ein Italiener bekam Recht, weil hinter seinem Namen im Suchschlitz automatisch die Wörter “Betrug” und “Betrüger” auftauchten. Google müsse die Autocomplete-Vorschläge filtern, beschloss ein Mailänder Gericht. Einen ähnlichen Fall gab es in Frankreich: Hinter dem Namen eines Mannes erschienen automatisch Wörter wie “Satanist” und “Vergewaltiger”. Auch er konnte sich vor Gericht durchsetzen….”

24) Jürgen Braatz, Samstag, 08. September 2012, 15:10 Uhr

Kompliment und Dank, Herr Spreng, dass Sie Verleumdungen Verleumdungen nennen und nicht erneut “Gerüchte” wie andere Medien heute.

Zum Thema Google: Google sollte anzeigen was “ist” und nicht was Menschen suchen.

25) der Herr Karl, Samstag, 08. September 2012, 15:21 Uhr

@ Lars 15)

Der Sprengsatz ist beileibe nicht der einzige namhafte Politblog, der die Klage der Frau Wulff thematisiert; auch der Feynsinn hat heute einen “Artikel” dazu geschrieben: “Bettina Wulff benutzt kein Rotlicht”
http://feynsinn.org/?p=15381

26) Volker Heitkamp, Samstag, 08. September 2012, 15:30 Uhr

Lieber Herr Kollege Spreng,

Die Frage ist doch viel mehr, ob wir einen bestechlichen Bundespräsidenten hatten, der nicht nur

Falschaussagen gegenüber der Staatsanwaltschaft Hannover macht, sondern der zusammen mit

seiner Frau lügt und Deckgeschichten für das eigene fragwürdige Verhalten erfindet, bis sich die

Balken biegen.

Jetzt soll auch noch die legitime öffentliche Berichtersattung eingeschüchtert werden.

Beide Wulffs leben seit Jahren sehr gut von unseren Steuergeldern. Ist doch durchaus legitim zu

hinterfragen, wessen Geistes Kind da waltet.

Das gerichtlich untersagen zu wollen ist scheinheilig und schon fast selbst wieder kriminell.

Ein öffentlicher Nebenkriegsschauplatz über die angeblich in Frage gestellte “Ehre” der Bettina Wulff?

Welche Ehre? Die Frage ist die nach Straftaten und Bestechlichkeiten im Amt und ihrer Beteiligung

dabei.

Die Quelle der angeblichen Gerüchte findet sich übrigens in den Reihen der CDU und das wissen Sie

selbst sehr genau. Viel heuchlerischer kann man eine Dabette gar nicht mehr führen. Aber dafür sind

die ach so christlichen Demokraten ja die eigentlichen Spezialisten. Amigo- und Spezlwirtschaft mit

halbseidenem Milieu betreiben und dann anderen die Schuld dafür gegen wollen. Die Straussens,

Guttenbergs und Stoibers haben es genau so versucht und werden damit GOTT SEI DANK nicht

durchkommen.

Die eigentliche Frage ist, ob der Präzedenzfall ihres Ehemannes nicht noch weiter Geschichte

schreibt und er für sein Verhalten auch noch strafrechtliich verurteilt wird. Wie weit seine Frau dabei

die eigentlich treibende Kraft war, wird dann auch gerichtsöffentlich zu klären sein.

Übrigens gilt meines Wissens Artikel V des Grundgesetzes für alle Medienformen.

Mit den besten Grüßen aus Hannover

Volker Heitkamp

27) Peter van Bedaf, Samstag, 08. September 2012, 15:52 Uhr

Kann es sein, das Bettina Wulf sich an das Internet rächen will? Es ist doch so dass die Suchmaschine Google bei der Aufklärung der Straftaten ihres Mannes auch wesentlich dazu beigetragen hat, dass die Wahrheit ans Tageslicht kam. Und will Sie der Presse und Internet [Google] einen Maulkorb verpassen? Vielleicht sind wir wieder auf dem besten Weg einer Meinungsdiktatur. Es dauert nicht mehr lange, dann wird das Internet nur noch so zu nutzen sein zum wohle der verkommenen Prominenz.

28) Jeff, Samstag, 08. September 2012, 16:05 Uhr

@ 21) Mark: Dann darf Google eben keine Dienstleistung wie autocomplete anbieten, die der Verleumdung Tür und Tor öffnet. Autocomplete bildet eben nicht nur neutral ab, wonach Leute suchen, sondern sie sorgt dafür, dass sobald eine gewisse kritische Masse erreicht ist, auch unzählige Leute auf Begriffskombinationen aufmerksam gemacht werden, die sie überhaupt nicht im Sinn gehabt haben. Wenn diese dann aus Neugier auf die häufigsten Vorschläge gehen, dreht sich die Spirale immer weiter. Es gibt so eine gewisse Tendenz in der Netzgemeinde, google zu verherrlichen. Google hat, so groß, bedeutend, genial es auch immer sein mag, nicht das Recht, Verleumdungen Vorschub zu leisten beziehungsweise die Verleumdungswelle, wenn sie einmal angestoßen wurde (nicht von google selbst zugegebenermaßen), immer größer anschwellen zu lassen. Und genau das tut die autocomplete-Funktion.

29) Don Corleone, Samstag, 08. September 2012, 16:38 Uhr

Schon im 19. Jahrhundert, ganze Äonen vor dem Internet, schrieb Mark Twain:

“A lie can travel halfway around the world while the truth is putting on its shoes.” (In deutschen Print-Übersetzungen meist so wiedergegeben: “Während die Wahrheit sich die Schuhe zubindet, ist die Lüge schon in Siebenmeilenstiefeln um die halbe Erde gereist.”)

Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Multi-Moderator Jauch hat zwar bereits die Segel vor Bettina Wulffs Fregatte gestrichen, aber Google sitzt auf einer Kriegskasse von Dutzenden Milliarden Dollar, was jeden Rechtsstreit des Unternehmens zu einem Peanuts-Kostenfaktor und jeden Kläger zu einem David wider den Goliath macht. Google wird den Deibel tun und seine Suchalgorithmen ändern — egal, wer dies durchzusetzen versucht. (Google-Tochter YouTube verhält sich bezüglich der Urheberrechte an Clips und Videos nicht minder störrisch, obwohl dieser Content astronomische Werbeeinnahmen generiert.)

Ich halte es für ziemlich wahrscheinlich, dass die über Frau Wulff lancierten Gerüchte ihr Unrecht zugefügt haben. Aber es wird ihr nicht gelingen, sie im Internet auszuradieren.

30) Elliott, Samstag, 08. September 2012, 17:11 Uhr

Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein, aber wir brauchen die Anonymität. Es ist heute eben nicht möglich, z.B. im Bezug auf zukünftige Arbeitsgeber, seine Meinung zu äußern, ohne das man dadurch Nachteile erwarten kann. Auf vielen Seiten, wie auch hier, werden Kommentare über Jahre gespeichert. Ich selbst bin im Netz auschließlich unter Pseudonymen unterwegs. Natürlich mißbrauchen viele Menschern diese Freiheit, um ihrer Wut freien lauf zu lassen, etwas das sie sich im realen Leben nicht trauen würden. Das Internet ist jedoch ein zu kostbares Medium, als das wir die Anonymität deswegen einschränken dürften. Was Bettina Wulff angeht -> sie als mutig zu bezeichnen ist falsch. Eine Frau, die sich so sehr im Glanz des Rampenlicht einer Präsidentengattin gesonnt hat wie sie, kann sich nicht beschweren, wenn die Kritik an ihrem Mann auch auf sie ausgeweitet wird.

31) Doktor Hong, Samstag, 08. September 2012, 17:17 Uhr

Was Bettina Wulff angeht: Ich persönlich gehe davon aus, dass es sich um eine üble Verleumdungskampagne handelt. Ich finde solche Diffamierungen absolut abscheulich, selbst wenn ich von Christian Wulff nicht die allerbeste Meinung gehabt habe.

Ich selber habe von den Gerüchten durch Günther Jauch in seiner Sendung erfahren. Ich erinnere mich, dass daraufhin auf diesem Blog Kommentare erschienen sind, die auf diese Gerüchte bezug nahmen. Davon habe ich damals schon nicht viel gehalten.

Dennoch meine ich, dass man die Dinge ruhig differenzierter sehen könnte. Google Suggest ist kein Filter, sondern macht Vorschläge aufgrund der Häufigkeit von getätigten Suchanfragen. Daraus abzuleiten, dass Google aktiv an der Verbreitung von Gerüchten mithilft, ist recht phantasievoll, um es höflich zu formulieren.

Die Realität im Internet ist, dass jeder Schwachkopf seinen Mist veröffentlichen kann, sodass er weltweit eingesehen werden kann. Der Urheber der Gerüchte ist verantwortlich, und niemand sonst. Wo soll denn das enden? Sollen Microsoft und die Mozilla Foundation verklagt werden, weil sie den Internet Explorer und Firefox programmiert haben, mit denen man die Gerüchte lesen kann?

Und, Herr Spreng, was die Anonymität angeht, die Sie so schmähen: sie ist ein zweischneidiges Schwert. Zum einen kann sie für Zwecke missbraucht werden, wie Sie sie schildern. Zum anderen kann sie aber eben auch als Schutz dienen. Unsereins ist klar, dass man sich im Leben weiter entwickelt und im Laufe der Zeit anfängt, die Dinge anders zu sehen.

Früher war das nicht weiter schlimm, aber heute kann jeder Depp mit Google jede Äußerung ans Tageslicht fördern. So kann einem ein Leben lang vorgehalten werden, was man mal in jungen Jahren gesagt hat.

Das war eben zu papiernen Zeiten anders, Herr Spreng. Zwar war es möglich, aber nur unter erheblichem Aufwand. Heute kostet es einen Sekunden, das ist der Unterschied.

Und Herr Spreng, Sie wissen doch selber aus Ihrer Lebenserfahrung ganz genau, wie scheinheilig die Menschen sind. Gerade die, die am meisten Dreck am Stecken haben, zeigen am wildesten auf andere. Ich sehe es daher als legitim an, sich als unbedeutende Privatperson vor solchen Subjekten durch Pseudonymität zu schützen.

32) zat, Samstag, 08. September 2012, 17:18 Uhr

Böses, böses Internet.
Wenigstens hat Herr Jauch eine Zeitung zitiert. Eine richtige Zeitung.
Und das Internet gibt die Suchanfragen all derer wieder, die wissen wollen, ob es wahr ist oder nicht.
Böses, böses Internet.

33) Max Winde, Samstag, 08. September 2012, 17:28 Uhr

Genau! Lasst uns alle Google verklagen, sie besitzen die Frechheit Algorithmen einzusetzen, vielleicht sogar Mathematik! Jeder weiß, das Algorithmen nur erfunden worden sind um Bettina Wulffs Ehre zu zerstören.

(Warum kann man hier eigentlich nicht, wie sonst bei WordPress üblich, nicht die Adresse seines Blogs hinterlassen?)

34) Andy, Samstag, 08. September 2012, 18:00 Uhr

Es ist herrlich, wie ihr alle auf die Wullf-PR reinfallt. Bald erscheint ihr neues Buch und das genau jetzt genau sowas passiert ist kein Zufall, sondern gut geplant. Bettina Wulff kommt aus der PR-Branche und weiß: Auch schlechte PR ist PR

35) Bastian Brinkmann, Samstag, 08. September 2012, 18:41 Uhr

Spreng schreibt: “Es ist nicht nur Bettina Wulff, sondern allen Opfern von Verleumdungen und üblen Nachreden zu wünschen, dass ihre Klage gegen Google Erfolg hat und alle Einträge gelöscht werden müssen.”
Das passiert doch bereits: Google sagt, dass ‘dass man bereits seit einem halben Jahr mit Wulffs Anwälten Gespräche führe. Immer, wenn diese eine Verfügung gegen ein Medium oder eine bestimmt Berichterstattung erwirkt hätten, seien die entsprechenden Einträge aus dem Suchindex entfernt worden. Vor Wulffs Klage gegen die Autovervollständigung habe es keinen Antrag auf eine einstweilige Verfügung dagegen gegeben.’ Steht hier: http://sz.de/1.1462570
Felix Schwenzel hat gerade ein Beispiel dafür gefunden: http://wirres.net/article/articleview/6485/1/6/
‘für die suchwortkombination „bettina wulff katzenpisse“ findet google übrigens neun resultate. eins davon wurde aus „rechtsgründen“ entfernt.’

36) Marita, Samstag, 08. September 2012, 18:51 Uhr

Ich halte Bettina Wulffs Schritt nicht für mutig, sondern für unklug und fragwürdig von den Motiven her. Es war längst Gras über die Geschichte gewachsen und keiner hat mehr daran geglaubt. Wozu das Ganze jetzt ausgraben: um das Buch zu promoten, Entschädigungen zu kassieren? An das vorrangige Motiv der Wiederherstellung der Ehre glaube ich nicht. Dafür kommt das alles zu spät. Vielleicht haben die Wulffs auch nur einen neuen Berater – da Herr Glaeseker ja inzwischen definitiv ausfällt -, der an der Geschichte auch noch etwas verdienen will.

37) Ste, Samstag, 08. September 2012, 19:15 Uhr

Ich möchte auf ein Blog-Beitrag von Sascha Lobo hinweisen:

http://saschalobo.com/2012/08/31/funf-entscheidende-fragen-zum-leistungsschutzrecht/

Siehe dort Punkt 4, was das LSR mit Wulff zu tun hat. Ich finde darin ist die Linie besser gezogen, als Sie es, Herr Spreng, tun. Nicht das ominöse Internet ist böse, sondern immernoch die WIllkür der Menschen, insbesondere mancher Blätter, wie die Bild, es wurde auch schon in anderen Kommentaren erwähnt. Ich bezweifle dass eine Art Radiergummi für das Internet hilfreich gegen Dummheit und naives Flüstern über Pornografie und Sexualität, die noch immer als Privatsache verhandelt und somit eher noch verkrampft stigmatisiert wird.

38) mambo, Samstag, 08. September 2012, 19:22 Uhr

das vorleben von frau wulff interessiert mich nicht.

unehrenhaft und empörend ist es jedoch ,
dass die wulffs sich weiterhin ohne jedes schamgefühl vom steuerzahler alimentieren lassen,
statt endlich einer geregelten arbeit nach zugehen.
statt ehrensold empfehle ich die anwendung des sgb auf das “glamour” -paar:

ein jahr arbeitslosengeld und dann hartz IV !!
was für das volk gut ist ,kann für die wulffs nicht schlecht sein !

39) Philipp Hähnsen, Samstag, 08. September 2012, 20:04 Uhr

Lieber Herr Spreng,

welche “Einträge” soll Google denn löschen? Die Auflistung einzelner Websites in der Liste der Suchergebnisse? Die Websites selbst? Ich glaube, Bettina Wulff geht es darum, dass bestimmte SUCHANFRAGEN

40) Philipp Hähnsen, Samstag, 08. September 2012, 20:27 Uhr

Lieber Herr Spreng,

welche “Einträge” soll Google denn löschen? Die Auflistung einzelner Websites in der Liste der Suchergebnisse? Die Websites selbst? Ich glaube, Bettina Wulff geht es darum, dass bestimmte SUCHANFRAGEN nicht mehr vorgeschlagen werden, sobald man “Bettina W” in das Feld tippt.

Das ist ihr gutes Recht. Sie dagegen, Herr Spreng, suggerieren, dass Google diese Suchanfragen willentlich vorschlägt, um bestimmte Gerüchte zu verbreiten – welchen Nutzen das Unternehmen auch immer davon haben sollte. Leider stimmt das nicht. Google zeigt dem Nutzer automatisch die populärsten Suchanfragen, die sich mit den eingetippten Buchstaben decken. Diese Vorschläge werden zum Teil zensiert, wenn dort sittenwidrige oder pornographische Dinge stehen. Aus diesem Grund geht es im Fall B. Wulff auch um Worte wie “Escort”, die im Vergleich zu dem, was man noch dazu sagen könnte, eher harmlos klingen. Offensichtlich hat Google also bereits die schmutzigsten Anfragen herausgefiltert.

Das Unternehmen wird nicht deshalb verklagt, weil es Informationen verbreiten würde, sondern weil es die Unmengen Informationen, die zum Nutzen der User automatisch transportiert werden, nicht sorgfältig genug zensiert. Nimmt man aber Suchmaschinen in die Pflicht, die Anfragen zu jeder prominenten Person zu analysieren und Unwahres, Unangenehmes herauszufiltern, stellt man ihnen nicht nur eine rein praktisch unlösbare Aufgabe. (Soll man “Schröder Haare färben” filtern? Soll man “Kohl bestechlich” filtern? Soll man “Möllemann Selbstmord” filtern? usw.) Nein, diese Filter-Pflicht wäre sogar eine offizielle Ermächtigung Googles. Man würde dem Konzern künftig die Verantwortung dafür übertragen, welche Suchanfragen schicklich sind und welche nicht.

Wenn Google Pornographisches aus den Suchvorschlägen entfernt, stößt das noch auf den gesellschaftlichen Konsens, dass Kinder und Jugendliche im Internet nicht mit Pornographie bombardiert werden sollen. Was ist aber, wenn ein Gesetz Google künftig dazu verpflichtet, jeden Suchvorschlag zu löschen, der negative Aspekte einer bestimmten Person betrifft? Der Suchmaschine würde die Macht übertragen, über ambivalente und gesellschaftlich umstrittene Inhalte zu urteilen – und er würde sich verpflichtet fühlen, Phrasen zu löschen wie zum Beispiel: “Steinmeier langweilig”, “Stoiber schlechter Redner” oder “Spreng Internetfeind”.

Besten Gruß, Philipp Hähnsen

P.S. Ihr Lob für Bettina Wulffs Courage teile ich. Es ist ihr gutes Recht, sich zu wehren. Ich werde nur traurig, wenn es bei jeder Gelegenheit wieder gegen “das Internet” geht, so als müsste man künftig auch das Papier verdammen, weil Menschen mal Gutes, mal Schlechtes in die Zeitung schreiben.

41) sol1, Samstag, 08. September 2012, 20:35 Uhr

Es ist unsinnig, von Google zu erwarten, sämtliche Ergebnisse zu filtern, die verleumderischen Inhalts sein könnten.

Etwas anderes ist die Autocomplete-Funktion. Google schiebt hier letztendlich seine eigene Verantwortung auf die niedrigsten Instinkte seiner Nutzer ab. Da sehe ich durchaus rechtlichen Klärungsbedarf.

42) Bert Grönheim, Samstag, 08. September 2012, 20:55 Uhr

Ich sehe hier keine Ausschließlichkeit oder überwiegende Ausschließlichkeit der Verbreitung über das Internet. Es gab nicht umsonst früher den Begriff “Käseblättchen”. Auch wird hier durch die Abmahn- und Klagewelle etwas am Leben gehalten, was sich sonst möglicherweise schnell wieder verlaufen hätte. Wenn im Falle von Herrn Jauch angeblich 10 Monate alte Begebenheiten abgemahnt werden, ist der Gedanke an eine Marketingkampagne für das Buch der Frau Wulff naheliegend. Frau Wulff mag die scheinbare späte Genugtuung geniessen, nachdem ihr Mann und sie längere Zeit Tagesthema waren, mit den bekannten Folgen. Für mich ist die Causa Bettina Wulff genau so kalter Kaffee wie die ihres Mannes. Ich wünsche ihr alles Gute und werde ihr sicher Aufmerksamkeit schenken, wenn sie mal im Bereich Charity, Friedensarbeit, Umweltschutz oder auf anderen, allgemein interessierenden Sektoren von sich Reden macht.

43) W.Buck, Samstag, 08. September 2012, 21:14 Uhr

Zum einen bin ich der Meinung, dass derart schwerwiegender Rufmord in Deutschland zu milde bestraft wird. Es wäre nötig Schmerzensgeld für Verleumdungen mehr an das Vermögen des Beklagten und (im Falle von Boulevard Geschichten zB) auch vom erzielten Gewinn abhängig zu machen.

Andererseits habe ich während des ganzen Artikels auf eine Erklärung gewartet warum die Suchmaschine Google für ihre Arbeit verklagt werden sollte. Eine Suchmaschine kann beim besten willen nicht den Wahrheitsgehalt ihrer Ergebnisse ermitteln.

Mit der gleichen Logik müsste der Volkswagenkonzern auf Schmerzensgeld verklagt werden wenn ich mutwillig mit einem VW Golf einen Passanten umfahre. Irgendwie eine irrsinnige Forderung.

44) Steffen, Samstag, 08. September 2012, 21:41 Uhr

Das der ehemalige Chefredakteur eines der in meinen Augen gerüchtestreuensten, mobbensten Wurstblätter, dass die deutsche Zeitungslandschaft bishher hervorgebracht hat, sich über das böse gerüchtestreuende, mobbende Google/Internet aufregt, entbehrt an sich ja nicht einer gewissen Komik, aber sei’s drum.

Interessant finde ich hier, wie von (fast) allen Seiten wieder der Beißreflex ein- und das denken aussetzt. “Böses Google, zeigt an, was andere gesucht haben, obwohls doch so unwahr ist”, “Streisandeffekt!!!” auf der einen Seite. “Blöde(r) Wulff, Spreng etc. verstehen Google nicht. Das sind doch alles neutrale Algorithmen” auf der Anderen.

Herr Niggemeier hat in meinen Augen die richtige Frage hier gestellt [1] “Aber gibt es einen Anspruch darauf, zu verhindern, dass andere erfahren, wonach alle anderen gesucht haben?” Das es für Google unmöglich ist zu entscheiden, ob die Suchtreffer nun zu Gerüchten führen oder nicht, ist doch eigentlich unstrittig. Bleibt eigentlich nur noch Abschalten der Funktion.

Als letzte Anmerkung noch: Mittlerweile sollte eigentlich allen Beteiligten klar sein, dass Google hochgradig personalisierte Ergebnisse liefert. In “meinem” Google.de z.B. wird mir für “Bet” erst an zweiter Stelle “Bettina Wulff” vorgeschlagen und das ohne irgendwelche “Escord”-Zusätze. Alle anderen Vorschläge sind nichtmal Personen. Erst bei “Betti” ist Frau Wulff dann dreimal vertreten (mit Rotlicht u.A.) und bei “Bettina” wird die Auswahl zu Frau Wulff wieder weniger. Soviel zu den bösen drei Buchstaben…

[1] http://www.stefan-niggemeier.de/blog/barbra-wulff

45) Janus, Samstag, 08. September 2012, 21:52 Uhr

“Und williger Helfer ist immmer die Suchmaschine Google, die – völlig neutral natürlich – jedem Verleumder die Plattform verbreitert und die Verleumdung ins Unendliche potenziert.”

Wenn Sie Google als “willigen Helfer” bezeichnen, obwohl wir hier von einem willen- und seelenlosen Algorithmus (der sarkastische Unterton bei “völlig neutral” ist ziemlich unangemessen – genau so ist es!) sprechen, ist das nicht selbst eine böse und falsche Unterstellung? Das einzige, das mir der Suchvorschlag von Google sagt, ist, dass viele andere Leute nach dem Thema googeln, es stellt keine Behauptung auf, und das wissen m.E. die meisten Nutzer auch.

Ich gehe noch weiter: Wenn eine Verschwörungstheorie einfach nur von irgendwelchen anonymen Gestalten auf Blogs, Webseiten oder Foren verbreitet wird, dann wissen die meisten erwachsenen Internetnutzer mit einem Intelligenzquotienten oberhalb der 50 inzwischen, dass sie das auch genau so einzuschätzen haben – als unseriöse Verschwörungstheorie. Damit so etwas den Anschein von Respektabilität bekommt, müssen die einflussreicheren Massenmedien erst einmal darauf aufspringen, und diese halten dann gegenüber der verleumdeten oder verunglimpften Person tatsächlich alle Trümpfe in der Hand: Muss ein Privatblogger etwa im Zweifelsfall noch damit rechnen, aufgespürt und in finanziell ruinöser Weise belangt zu werden, übernimmt für den typischen Journalisten das Organ, in dem er publiziert, die presserechtliche Verantwortung und ist – bei großen Massenmedien – finanziell und anwaltlich gut abgesichert.
Googelt man denn wirklich einmal den Vorschlag “Prostituierte” in der aktuellen Affäre, so ist der erste Treffer derzeit zwar ein Blogeintrag, doch dieser verweist ziemlich schnell auf die “Berliner Zeitung” als das Blatt das “den Stein ins Rollen gebracht” habe.

Und noch etwas: Die Medien formen, einmal als Gesamtheit betrachtet, so etwas wie die “akzeptable Mainstreammeinung”. Weniger fein ausgedrückt, sie maßen sich, ich glaube besonders in Deutschland, mit besonderer Penetranz und besonderer Gleichförmigkeit untereinander an, uns zu erzählen, was wir denken sollen. Auch im Internet sieht man zwar, was die anderen in ihrer Masse denken, und somit gibt es einen (etwas anders gearteten) Anpasungsdruck – er wird aber dadurch abgemildert, dass man mit nahezu jeder Meinung zu nahezu jedem Thema irgendwo online Gleichgesinnte finden wird. Geformt werden diese Ideen immer noch weitgehend von den großen “Mainstream-Medien”, egal ob digital oder analog. Das hat übrigens auch der Fall des Mannes von Frau Wulff gezeigt:

Auch wenn es am Ende Anschuldigungen gegen ihn gab, die zu einem Ermittlungsverfahren geführt haben, waren die Anfangsvorwürfe ziemlich schlecht begründet, und das war eigentlich auch offensichtlich. (Freunde, die man seit der Schulzeit kennt, sind nicht auf einer Stufe mit politischen Mauschel- und Scheinfreunden; ein Privatkredit für eine Person mit der Bonität des Bundespräsidenten ist nicht vergleichbar mit den Durchschnitsszinsen eines normalen Kredits; usw.) Aber die deutschen Fernseh und Printmedien erzählten uns mit einer unglaublichen (soll heißen: “auflagen- und quotensteigernden”) Geduld, was wir dazu meinen sollten, und warfen zugleich immer mehr Exkremente an die Wand, bis schließlich dann doch einige möglicherweise berechtigte Vorwürfe kleben blieben. Als man damit fertig war, klopfte man sich auf die Schulter, wie mutig und investigativ man doch sei, und rechtfertigte die ursprüngliche tendenziöse Berichterstattung damit, dass andernfalls ja auch die nicht-lächerlichen Anklagepunkte nicht ans helle Licht der Öffentlichkeit gezerrt worden wären, so als wäre das eine Entschuldigung. (Siehe zum Thema auch: http://www.tagesspiegel.de/meinung/kontrapunkt-wie-ein-skandal-gemacht-wird/6046546.html)

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wie gerne professionelle Journalisten mit Steinen auf das Internet werfen, obwohl der Glaskäfig um sie selbst herum ihrem geschulten Blick doch eigentlich auffallen müsste.

46) Erika, Samstag, 08. September 2012, 22:00 Uhr

Frau Wulff hätte “Ehre”, wenn sie und Ihr Ehrenmann auf den Ehrensold verzichten würden.
Das wäre mutig!

47) Hans-Jochen Schmadtke, Samstag, 08. September 2012, 23:27 Uhr

nein. Herr Spreng, Frau Wulf ist nicht mutig.

Sie fährt meiner Meinung nach eine kalt berechnete PR-Strategie, zeitlich passend zur -vorgezogenen- Buchveröffentlichung.. Warum erst gegen “kleine” Blogger vorgehen, die fix alles unterschreiben, um die horrenden Abmahm- und sonstigen Gebühren abzuwenden und nicht gleich gegen die Großen vorgehen?

Klage gegen Jauch und google macht Schlagzeile. Klage gegen Max Musterblogger interessiert niemanden.

Frau Wulff kann sich (denkt sie, gegen google muß sie erstmal gewinnen, was auch bei Herrn Buske am LG Hamburg nicht gewährleistet ist, bytheway) mit Hilfe teurer Anwälte zu wehren versuchen. Die google-Argumente (wir rechnen nur aus, was die Nutzer so nachfragen) sind durchaus stichhaltig. Käme sie damit durch, wäre google als hallbwegs neutrale Suchmaschine diskreditiert, weil sich im Umkehrschluß zB Firma X oder Individuum Y sich per Gericht auch einen für sie positiven “Suchvorschlag” durchsetzen könnte.

Davon abgesehen, halte ich es für wesentlich dringender, gegen das Mobbing in sog. “social networks”, insbesondere bei Facebook vorzugehen. Stichwort “Emden”. Stichwort “Schülermobbing”

Leider sind die Betroffenen in der Regel nicht in der Lage, sich teure Anwälte und lange Prozesse gegen im Ausland ansässige Betreiber leisten zu können.

Damit könnte Frau Wulff punkten. So bleibt leider ein (gewohnt) schaler Beigeschmack.

48) BruceMangee, Samstag, 08. September 2012, 23:55 Uhr

Realsatire pur.
Je öfter Wörter in einem Online Artikel im Zusammenhang genutzt werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass Google sie einem vorschlägt. Dieser Teile des Algorithmus sollte einem bei Google klar sein.

Oder anders ausgedrückt, sie versuchen etwas zu bestrafen, was sie jetzt selber verursachen.

Schönes Wochenende …

49) Katja Neutze, Samstag, 08. September 2012, 23:59 Uhr

Mir hatte mal jemand den Blog von einem Michael Spreng empfohlen.
Also gegoogelt, “Michael Spreng”.
Aber hallo: Google bot mir gleich an “Michael Spreng Sprengsatz”. Gut, dass ich vor Indoktrination rechtzeitig gewarnt wurde, der Typ ist ein Terrorist! War er vielleicht für den 11. September verantwortlich?
Hmm, OK, der Spreng hat sich “Sprengsatz” selbst ausgesucht. Aber woher soll ein dummer Google-Algorithmus das wissen? Google kann allenfalls wissen, dass der Begriff Sprengsatz in Verbindung mit einem Menschen potentiell ein sehr gefährliches Suchergebnis ist: Hier kann ganz schnell jemand als Terrorist verleumdet werden. Also wird Google solche Begriffe wie “Sprengsatz” aus den Ergebnislisten verbannen (müssen). Denn sonst droht ja ein hoher Schadensersatz, so wie er von Ihnen im Fall Bettina Wulff gefordert wird, Herr Spreng.

50) Sören, Sonntag, 09. September 2012, 00:04 Uhr

Mir sind diese Leute (das Ehepaar Wulff), trotz dass die ehemalige, “junge First Lady sogar tätowiert ist” (kann sich jemand an diesen schwachsinnigen Hype erinnern) völlig egal. Und selbst wenn an den Gerüchten etwas dran wäre – meine Güte: Frau Wulffs Sache. Das müsste sie dann mit ihrem Gatten klarmachen.
Dieses Streuen von Gerüchten, die “Hintergrundgespräche”, das Durchstechen von Informationen/Gerüchten, um dem politischen Gegner zu schaden und um die eigene Position zu stärken ist widerlich, fällt aber in der Hoffnung auf Auflage/Leser/Klicks immer wieder auf fruchtbaren Boden. Ob Print oder Online, verehrter Herr Spreng, ich sehe da keinen großen Unterschied. Systemimmanent ist es allerdings wohl auch.
Ich habe tatsächlich zum ersten Mal davon durch die aktuelle Berichterstattung erfahren. Liegt wohl daran, dass ich mir den überaus sympathischen Herrn Jauch nicht anschaue und schon gar nicht “Bettina Wulff” google. Nun will sie also, lese ich, das mächtige Google und den Lieblingsschwiegersohn der Deutschen verklagen! Zwei Namen, die wohl JEDER, ob jung oder alt, in Deutschland kennt. Geht’s noch ‘ne Nummer größer? Eigentlich nicht, oder? Was gibt das für eine Schlagzeile! Und hey, die hat ja Mut, die Bettina Wulff, wenn sie mit den ganz Großen in den Ring steigt! Und ich lese auch, dass beklagte Veröffentlichungen schon länger zurückliegen und, welch Zufall, dass Frau Wulff demnächst ein Buch veröffentlicht. Nachtigall, ick hör dir trapsen!
Ob aktive oder ehemalige Politiker, deren Angehörige oder A-, B- oder C-Promis – sie alle versuchen die Medien zu benutzen, um ihre ganz eigenen Ziele (Karriere, neue Platten, neue Bücher, …) zu erreichen. Das wissen Sie besser als ich und die meisten Kommentatoren hier. Die einen gehen ins Dschungelcamp, die anderen zerren jemanden öffentlichkeitswirksam vor den Kadi. Manche schaffen’s und landen bei allen relevanten Medien auf Seite 1, andere eben nicht. Mit Mut hat das m.E. nichts zu tun, Herr Spreng. Frau Wulff wird Risiko und Nutzen abgewogen und festgestellt haben, dass sie nur gewinnen kann. Und wenn sie nur mal wieder in den Nachrichten ist. Im Zusammenhang mit einem angebotenen Produkt? Umso besser!
Für mich selbst verweise ich noch einmal auf meinen ersten Satz. Im Allgemeinen funktioniert es aber sehr gut.

51) Werner Berger, Sonntag, 09. September 2012, 00:42 Uhr

Herr Spreng, ich stimme Ihnen weitestgehend zu. Nur mit dem Schadensersatz (oder meinen Sie Schmerzensgeld?) von Google wird es wohl nichts werden, die Entscheidung über den Unterlassungsanspruch dagegen ist aus meiner Sicht vollkommen offen. Google verweist zwar darauf, dass in Deutschland vergleichbare Klagen keinen Erfolg gehabt hätten, im Ausland jedoch soll es durchaus schon Entscheidungen im Sinne von B. Wulff gegeben haben. Wenn Google wollte, könnte es sehr wohl wie von Wulff verlangt die Autovervollständigung abändern.

Über Günther Jauchs Ausrede kann ich nur den Kopf schütteln, habe mich schon damals bei seiner Talk-Show im Dezember über diese Andeutungen sehr geärgert (der er dann auch noch eine Abstimmung seiner Studio-Gäste darüber folgen ließ, ob Wulff zurücktreten solle).

Was mich wirklich erschreckt, sind manche der überwiegend kritischen Kommentare hier. Der Streisand-Effekt wird erwähnt. Als ob jemand jemand deswegen auf Rechtsschutz verzichten solle oder gar “selber schuld” sei. Meinung und Verleumdung können “offensichtlich” nicht auseinander gehalten werden. Verleumdungen muss eine Person des öffentlichen Lebens genausowenig hinnehmen wie eine “Privatperson”. “Unverständigen Quatsch” erkenne ich nur in dem einen oder anderen Kommentar. Und wo die Vorzüge der Anonymität missbraucht werden, ist sie fehl am Platze.

52) Sven, Sonntag, 09. September 2012, 02:07 Uhr

Wow, da sieht man wieder, wie sich bestimmte “Journalisten” mit dem Internet auskennen. Die Suchhilfen bei der Google suche kommen ja nicht einfach so, sondern sie entstehen dadurch, dass viele Menschen nach genau diesen Dingen suchen. Wenn also 100.000 deutschsprachige Menschen nach eben diesen Begriffen suchen, dann macht Google daraus eine Suchhilfe (Zahl ist nur ein Beispiel). Google greift da nicht ein, vergibt diese Suchhilfen auch nicht, sondern das passiert automatisch. Auslöser ist also nicht Google, sondern der, der 100.000 Menschen auf die Idee bringt, nach solchen Dingen zu suchen. Bei Google die Schuld suchen ist aber anscheinend der einfachste weg….

53) Moon, Sonntag, 09. September 2012, 07:20 Uhr

Google und Schadenserstz? Da kommt wohl doch wieder der konservative CDUler durch, der das Internet nicht verstanden hat. Peinlich.

54) Minassian, Sonntag, 09. September 2012, 08:03 Uhr

Die z.T. ausführlichen Beiträge amüsieren mich, gehen aber an der Sache vorbei. Fakt wird sein : der Verlag hat als Bestandteil des Vertrages rechtzeitige Promotion vor Erscheinen des Buches verlangt, wie das bei allen derartigen Veröffentlichungen der Fall ist. Man wird nun Frau Wulff die Talk-shows durchlaufen sehen, damit der Verkauf angekurbelt wird. Wer läse es sonst ? Es geht nicht um Ehre, Richtigstellung oder ähnliches : der schlichte Kommerz ist es, der BW dazu verpflichtet. Glaubt denn jemand im Ernst an zeitliche Zufälle ? Daß sich selbst so angesehene Journalisten wie die Herren Leyendecker und Spreng vor diesen Karren spannen lassen, enttäuscht mich. Sie beide kennen dieses Geschäft doch seit Jahrzehnten…..

55) ThomasS, Sonntag, 09. September 2012, 09:35 Uhr

Wirklich mutig von Frau Wulff genau in dem Moment wo ihr von vielen sehnsüchtig erwartetetes Buch vorzeitig erscheinen wird die PR-Maschine anzuwerfen. Wann fanden die “Verleumdungen” bei Jauch und in der Berliner Zeitung statt? 2011? Und dafür soll Google die Autocomplete-Funktion (die ja bekanntermaßen nur das wiedergibt was die Suchenden eingeben) in Zukunft überwachen bzw. manipulieren???? Alles klar, Herr Spreng und wie durchschaubar Frau Wulff….

56) die chris hier…, Sonntag, 09. September 2012, 09:37 Uhr

…meiner Meinung nach muss Frau Wulff vor ihrer Buchveröffentlichung noch mal ins Rampenlicht, ist sicher vörderlich für den Umsatz…

…ich habe erst gegoogelt nachdem ich jetzt davon in der Zeitung gelesen habe, ich wäre sonst nie auf die Idee gekommen…

57) Walther Gruschel, Sonntag, 09. September 2012, 10:40 Uhr

Als erstes möchte ich hier mal sagen, das jedwede Verleumdung oder Denunziation grundsätzlich verwerflich sind.
Das aber Frau Wulff wegen eines Gerüchtes, das schon mehrere Monate im Umlauf ist, plötzlich an die Öffentlichkeit muss um diverse Verbreiter zu verklagen, halte ich doch auch eher für einen Reklamegag!
Niemand sprach in den letzten Wochen von Frau Wulff und nun höre ich sie veröffentlicht ein Buch.
Da muss ich doch herzhaft lachen, von wegen Reputation wieder herstellen. Der Name muss an die Öffentlichkeit, damit so ein Buch verkauft wird.
Warum hat sie die Leute, welche das Gerücht aufgebracht haben nicht sofort verklagt?
Heute steht das Internet voll mit Artikeln über ihr Vorleben, berechtigt oder nicht, sie kann nichts dagegen tun. Google verklagen, das ich nicht lache!

Alles Reklame.

58) m.spreng, Sonntag, 09. September 2012, 12:35 Uhr

Wie so oft ist der zentrale Vorwurf gegen mich, ich verstünde nichts oder nicht genug vom Internet. Das mag sein, aber ich verstehe etwas von unserer Rechtsordnung, von dem Recht jedes Menschen, vor Verleumdung und Denunziation geschützt zu werden.

Wenn das Internet ein rechtsfreier Raum ist, in dem diese Rechtsordnung auch mithilfe der vielgepriesenen Anonymität außer Kraft gesetzt ist und es keinen Schutz vor automatisierter Verleumdung gibt, dann muss das eben geändert werden, z.B. indem Google gezwungen wird, die autocomplete-Funktion abzuschalten. Sie hat für Information und Aufklärung ohnehin keinen Mehrwert, sondern zeigt nur die Häufigkeit von Suchanfragen an und potenziert damit auch den Schmutz, den andere gesucht haben.

Deshalb hoffe ich, dass Bettina Wulff mit ihrer Klage gegen Google Erfolg hat.

59) unglaublich, Sonntag, 09. September 2012, 12:43 Uhr

Alle Indizien, die das Gerücht untermauern könnten, werden systematisch gelöscht . Warum ?

Das jahrzehntelange Hantieren mit Schwarzen Kassen durch Bundeskanzler Kohl wurde von Journalisten nie recherchiert. Nach seinem Rücktritt stand es plötzlich in den Medien. Warum ?
Das hätte Kohl jetzt nach der Verbreitung des Internet nicht mehr machen können. Und das ist gut so.
Auch sie, Herr Spreng, können stolz sein. Damals bei Kohl und jetzt bei der Affäre Wulff.
Über Frau Wulff ist offiziell ungewöhnlich wenig bekannt und das macht mißtrauisch.

60) Lena Heisler, Sonntag, 09. September 2012, 12:47 Uhr

….der nette Herr Jauch…..
pfui Teufel!

61) Batz, Sonntag, 09. September 2012, 13:10 Uhr

@Spreng
Zitat Wikipedia: “Verleumdung bedeutet [...], dass jemand ehrverletzende Behauptungen aufstellt, obwohl er weiss, dass sie unwahr sind.” Das StGB schreibt dazu: “Wer wider besseren Wissen in Bezug auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet [...]”
Mich würde nun interessieren, wieso das aufzeigen der Suchanfragen der vielen Nutzer in irgendeiner Form eine automatisierte Verleumdung sein so. Mich würde dahingehend auch eine Definition des Begriffs “automatisierte Verleumdung” interessieren. Google stellt in keinster Weise eine (eigene) Behauptung auf. Und ich denke mal, dass sie mir Recht geben müssen, dass ein Algorithmus wohl kaum “wider besseren Wissens” arbeiten kann. Google gibt nur das wider, was die Leute interessiert. Und in dieser Hinsicht würde ich auch mal die Gegenthese aufstellen, dass man darin durchaus eine Information findet, die auch durchaus aufklärerisch sein kann.

Aber gut, da diese Funktion für Sie irrelevant ist, kann man sie ja getrost fallen lassen. Wer weiss, vielleicht sehen Sie ja auch irgendwann Suchmaschinen im Allgemeinen als irrelevant an – schließlich gibt es Qualitätsjournalisten.

62) m.spreng, Sonntag, 09. September 2012, 13:14 Uhr

@ 62) Batz

Suchmaschinen sind für meine Arbeit sehr wertvoll, nicht aber die autocomplete-Funktion. Im Gegenteil: ich ärgere mich jedes Mal, wenn ich etwas Konkretes suche, dass Google mir vorgeben will, was ich suche und mich nicht einmal meine Suchanfrage ungestört zu Ende schreiben lässt.

63) Philipp Hähnsen, Sonntag, 09. September 2012, 13:38 Uhr

Lieber Herr Spreng,

wenn Sie Google ohne die autocomplete-Funktion benutzen wollen, benutzen Sie künftig diesen Link zu Google:

https://www.google.de/webhp?complete=0

Und wenn Sie tatsächlich glauben, das Internet sei ein rechtsfreier Raum, dann nehmen Sie sich bitte einen Moment und lesen diese zwei kurzen Artikel.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/phrasen-kritik-das-internet-ist-kein-rechtsfreier-raum-a-632277.html

http://www.zeit.de/online/2009/27/niggemeier-blog-kommentare

64) manni.baum, Sonntag, 09. September 2012, 13:38 Uhr

im Internet wird viel intelligentes Wissen und viel “dummes Zeug” verbreitet – die Zielgruppe für dummes Zeug/Sensationsberichterstattung ist halt wesentlich größer.

65) Bernhard U., Sonntag, 09. September 2012, 14:12 Uhr

Ich hätte Bedenken, wenn es so eine “Kontrollinstanz” im Internet gäbe. Denn wer soll sich denn in diese Rolle begeben? Google selbst spiegelt in der Vorauswahl der Suchergebnisse nur das Interesse der Nutzer an gewissen Inhalten wider.

Ändert sich das Interesse der Suchenden wird sich auch der Autofill wieder anders darstellen. Sowas durchbricht man nicht durch wahllose Zensur. Denn was die Leute umtreibt ist ja nicht unbedingt nur reine Sensationsgeilheit (die es sicher auch gibt), sondern ggf. der reine Wille sich selbst ein Bild über den Zustand von Frau Wulff zu machen.

Ist das nicht legitim? Sollte hier ein Großer Zensor den Informationswillen der Bevölkerung blockieren? Als mündiger Bürger, den Konservative immer wieder gern beschwören, weil es nichts kostet, würde ich mich hier bevormundet fühlen.

Es ist eine Sache gegen Lügner vorzugehen. Aber ein Algorithmus ist an sich keine Instanz mit freiem Willen und schon gar nicht böswillig. Derartiges Verhalten ist menschlich und nicht mathematisch.

Wenn Sie etwas gegen die Sensationsgeilheit gewisser gesellschaftlicher Schichten unternehmen wollen haben Sie meinen Segen. Aber setzen sie doch bitte da an, wo die Ursache liegt und doktorn sie nicht an irgendwelchen Sympthomen rum.

Aufklärung wäre hier etwas sinnvolles. Bildung könnte behilflich sein. Keine Scheininformationen wie es in der Springerpresse gerne betrieben wird. U. a. die BILD-Zeitung hat sicher einiges am Interesse am Lebenswandel von Frau Wulff beigetragen.

Eine Zeitung der Sie selbst Herr Spreng geraume Zeit ihren Stempel aufgedrückt haben…

66) Meyer, Sonntag, 09. September 2012, 15:51 Uhr

Warum wird nicht die echte Urheberin verklagt? Die ist doch schuld. Die Klage gegen Goolge ist ein Witz. Jeder kann sich ausmalen was Menschen wie G.W.Bush und Co dann für Klagen im Internet anstreben werden. Und by the way, Wullf ist eine arme Frau die von Hartz4 leben muss und nie in der Öffentlichkeit stand noch diese bessute aus eigenen verlangen gesucht hat? Google Klage ist ein Witz.

67) m.spreng, Sonntag, 09. September 2012, 16:10 Uhr

Na also, langsam wird die Debatte spannend. Wenn jemand sich bei Google über das Betreuungsgeld informieren will, Betriebskrankenkassen oder das Bethanien-Krankenhaus sucht oder den Begriff Betschwester googeln will, dann bekommt er jedes Mal, wenn er nur die ersten drei Buchstaben eingegeben hat, “Bettina Wulff Prostituierte” oder “Bettina Wulff Escort” angeboten.

Dies kann doch nur jemand verteidigen, dessen Urteilsvermögen durch übergroße Internet-Scheuklappen massiv eingeschränkt ist. Nur weil Technik und Mathematik (in diesem Fall ein programmierter Algorithmus) etwas können, ist es doch nicht moralisch gerechtfertigt. Rechtlich schon gar nicht.

Ein Alogrithmus übrigens ist von Menschen geschaffen und kann auch von Menschen geändert oder abgeschafft werden. In anderen Ländern hat dies Google auch getan. Warum nicht in Deutschland?

68) Rischeck, Sonntag, 09. September 2012, 17:58 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng, in Kenntnis aller bis dato bekannten Umstände das Verhalten von Frau Wulff als “mutig” zu bezeichnen, kann wohl nur, wer die gängigen Moralmaßstäbe außer Acht lässt. Diskutieren Sie mal mit der Familie von Graf Stauffenberg über den Begriff.

Dass Sie sich dann auch noch damit brüsten, sich erst an der Verbreitung dieser Geschichte beteiligt zu haben, nachdem Blätter wie SZ und BILD den Fall publik machten, ist billig. Gleichzeitig aber das Denunzianten-Gerücht über “eine niedersächsische FDP-Frau” weiterzuverbreiten, ohne den Mumm zu haben, deren Namen zu nennen, ist nach meiner Meinung einfach nur feige. Und ein krasser Fall gelebter Doppelmoral.

Da ihr Urteilsvermögen über Internet und Google ohnehin nicht von ausreichender Sachkenntnis und Sachlichkeit bestimmt ist, sollten Sie auf solche Themen künftig verzichten. Es würde Ihrem Ansehen garantiert nicht zum Schaden gereichen.

69) Wikinger, Sonntag, 09. September 2012, 18:05 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

natürlich rückt jetzt bei Google bet in den Vordergrund da man diese Geschichte mal wieder wie die Sau durchs digitale Dorf treibt. Natürlich kann man Algorithmen ändern, nur wo ist dann die Grenze? Darf ich dann nicht mehr bei Otto Graf Lambsdorff Steuerhinterzieher stehen haben oder bei Schäuble Schwarzgeld? Was ist wenn Firmen sich ein sauberes Image auf diese Weise verschaffen wollen oder bei Spendenaufrufen ein eventuelles Problem mit den Spenden nicht genannt werden darf? Hat die Papierpresse nicht auch genügend Gerüchte gestreut, gerade ihr alter Arbeitgeber ist doch ein Paradebeispiel dafür. Riesenschlagzeilen und der Widerruf steht dann Monate später als 3-Zeiler auf Seite 5 unter ferner liefen.

In meinen Augen ist diese ganze Geschichte nur eine Werbung für ihr Buch. Wie die Geschichte ausgeht ist ja schon abzusehen, schließlich ist die Pressekammer Hamburg ja berühmt-berüchtigt in diesen Sachen. Auch ist bekannt dass diese Urteile dann in der Regel höchstrichterlich wieder kassiert werden.

Also im Endeffekt alte Damen und Herren aus der Papierwelt treffen auf Web 2.0. Die alte Geschichte, jetzt fehlt nur noch uns Ursel mit dem Schrei nach Websperren.

70) Erwin Gabriel, Sonntag, 09. September 2012, 18:14 Uhr

@ m. spreng

Hab mit viel Interesse das Pro und Contra verfolgt, um mir eine noch nicht bestehende Meinung zu bilden. Spannend und durchaus nicht so klar, wie ich anfangs dachte.

Ihre Sicht zur Anonymität im Netz kann ich zwar immer noch nicht teilen, aber hier haben Sie mich überzeugt.

Wie weiter oben beschrieben, ist natürlich nicht die Waffe der Mörder, sondern der Typ, der abdrückt. Weil aber nur der Typ mit Waffe überhaupt abdrücken kann, werden Waffen nicht an jeden ausgegeben, der eine haben will. Es gibt Gesetze, Regularien, Selbstbeschränkungen etc. Hier aber nicht?

Ich verstehe auch, was Google macht und warum. Ist oft ein Nutzen, geht manchmal schief. Und in diesem Fall ist es eben auch die Verantwortung von Google. Dann muss Google das abstellen und eventuell Schadensersatz leisten.

PS: Bettina Wulff geht schon seit Aufkommen der Gerüchte gegen diese vor (also seit Monaten), und nicht erst, seitdem “das Buch” kurz vor der Veröffentlichung steht. Wer hier eine Werbemaßnahme unterstellt, hat sich weder informiert noch sich Gedanken über die eigene Reaktion gemacht, falls das Gleiche über ihn oder die eigene Frau im Internet zu lesen wäre.

Und Kommentare der Art “selbst schuld, warum hat sich ihr Mann auch derart daneben benommen und lebt trotzdem auf Staatskosten” disqualifizieren sich selbst. Wenn mir jemand die Brieftasche klaut, haue ich doch auch nicht dessen Frau aufs Maul. Eigenartige Vorstellung von `”Gerechtigkeit”.

71) riskro, Sonntag, 09. September 2012, 18:15 Uhr

Herr Spreng, es gibt wichtigere Themen. B. W. wehrt sich und das ist gut so. Damit ist jetzt aber genug, wie es ausgeht wird die Zukunft zeigen.
Wichtig ist was Sarrazin über die EZB schreibt. Was sagen Sie dazu?

72) Wachhholder, Sonntag, 09. September 2012, 18:16 Uhr

ich hab mir damals einen Wechsel wirklich gewünscht. Aber man erkennt hier, dass Sie der Medienberater von Stoiber waren. –> Tschuldigung: letztes Jahrhundert und nicht einsichtig. Und nur die Öffentlichkeitsarbeit war damals extrem schlecht. Das wettern gegen automatische Suchmaschinen ist peinlich. Außerdem wird in einem Politik-Blog “logischerweise” purer Boulevard aufgenommen.

Die Vergangenheit von einer EX-EX EX interssiert doch eigentlich nicht politisch!

73) Janus, Sonntag, 09. September 2012, 18:42 Uhr

@ 67) m. spreng:
“Dies kann doch nur jemand verteidigen, dessen Urteilsvermögen durch übergroße Internet-Scheuklappen massiv eingeschränkt ist.”

Dies kann nur jemand angreifen, der sich nicht klarmacht, worin die Aussage besteht, die er aus dem Suchvorschlag entnehmen kann. Wie oben schon von mehreren Leuten ausgeführt wurde, ist diese NICHT: “Bettina Wulff hat eine Rotlichtvergangenheit.”, sondern: “Viele Leute googeln nach einer Rotlichtvergangenheit.” Sofern das der Fall ist, ist der Schaden für die betroffene Person bereits von ganz anderen Leuten angerichtet worden (die auch zur Verantwortung gezogen werden sollten!).

Der Nutzen der Autocomplete-Funktion ist m.E. übrigens sehr wohl vorhanden und zweifach: Erstens spart er Zeit, weil die wahrscheinlichsten Suchvorschläge rein statistisch gesehen genau das sind, was besonders viele Nutzer googeln wollen und ihnen die Tipparbeit abnimmt. Zweitens hilft sie Nutzern, die Informationen über ein bestimmtes Thema wollen, sich aber noch nicht ganz schlüssig über die besten Suchbegriffe dafür sind (z.B. suchen sie eine bestimmte Person, ohne sich genau an den Namen zu erinnern) mit einigen Vorschlägen aus.

“In anderen Ländern hat dies Google auch getan. Warum nicht in Deutschland?”

Google ist im Interesse seines wirtschaftlichen Überlebens sogar “flexibel” genug um sich chinesischen oder iranischen Zensurmaßstäben anzupassen, das bedeutet aber noch nicht, dass man sich darüber freuen muss.

74) Markus Fiermann, Sonntag, 09. September 2012, 19:14 Uhr

Die braven Google-Beführworter zugunsten des über alle rechtlichen Einwände erhabenen
Algorithmusses mögen einmal “Google misst mit zweierlei Maß”, http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/google-diese-treffer-und-vorschlaege-streicht-die-suchmaschine-a-854772.html, zur Kenntnis nehmen – es geht also doch anders (!). Hinter jeder und sei es noch so technisch anmutenden Handhabe steht nämlich eine menschliche Entscheidung – die sich hier auftuende rechtliche Macht- und Ahnungslosigkeit vieler unkritischer Google-Mitläufer kann ich mir nur noch als trauriges Zeichen digitaler Demenz erklären.

Die Causa Wulff ./. Google wird Rechtsgeschichte schreiben, und das ist gut so, wie überfällig.

@ 68) Rischeck:
Ihr Beitrag zeigt, wie sehr Sie einer Sichtweise für angemessene Beurteilungen einschließlich der Fähigkeit, fundierte Kritik sachlich darzustellen, entbehren. Ihr Erguß ist vielmehr billig, weshalb Sie den M. Spreng angeregten Verzicht für sich selbst erwägen sollten. Oder sind Sie gar D.C.? Dann erst recht.

75) irgendeiner, Sonntag, 09. September 2012, 19:37 Uhr

“dass diese Verleumdungen den Raum des Internets verlassen und die gesamte Öffentlichkeit erreichen”
Diese Gerüchte sind nicht im Internet entstanden. Es ist bekannt, *wer* sie in die Welt und somit auch “in’s Internet” gesetzt hat. An diese Adresse sollten die Klagen gehen.

“Es ist neben seiner aufklärerischen Funktion auch eine riesige Denunziations- und Verleumdungsmaschine, häufig sogar vor der Information”
Sie haben vollkommen recht. So war’s aber auch mit Büchern und Tageszeitungen. Sie können ein gesellschaftliches Problem nicht der Technik anlasten.

“Und williger Helfer ist immmer die Suchmaschine Google, die – völlig neutral natürlich – jedem Verleumder die Plattform verbreitert und die Verleumdung ins Unendliche potenziert. Es ist nicht nur Bettina Wulff, sondern allen Opfern von Verleumdungen und üblen Nachreden zu wünschen, dass ihre Klage gegen Google Erfolg hat und alle Einträge gelöscht werden müssen.”
Herr Spreng, es wäre grandios, wenn Sie einen Programmierkurs belegen würden. Wenn Sie auch nur ansatzweise Einblick in die Funktionweise von Programmierung hätten, würden sich Ihre Thesen und Forderungen bzgl. Netzwelt ändern (es geht nicht darum, programmieren zu können, sondern darum, ein Verständnis für Softwaretechnik zu gewinnen). Bitte sehen Sie das nicht als Beleidigung an, aber es kommt mir öfters so vor, als ob jemand, der nur Dreirad fahren kann, den Luftverkehr regeln will. Flugzeuge haben (aus der Ferne betrachtet) ja auch nur drei Räder, also wird bedenkenlos Dreirad geregelt.

“…oder ob sich das Internet der Gerüchte bemächtigt.”
Genau. Moralisch verkommene Menschen haben diesen Mechanismus erkannt und nutzen ihn aus.

“Es wäre ein zivilisatorischer Rückschritt, wenn es im Internet weiter erlaubt würde, die Regeln unseres Zusammenlebens außer Kraft zu setzen.”
Das ist auch “im Internet” keineswegs erlaubt. Ein gewisses Hamburger Gericht beweist immer wieder, das “im Internet” sogar Rechtsbeugungen möglich sind.

Wird eigentlich nur Google angegegangen oder auch andere Suchmaschinenbetreiber? Wahrscheinlich nur Google, es geht ja letztendlich nur darum, “die Papierfraktion” zu manipulieren. Es soll ja schliesslich ein Buch verkauft werden. Und das diese Art der Generierung von Aufmerksamkeit funktioniert ist kein zivilisatorischer Rückschritt, sondern ein gesellschaftlicher.

76) Anonym, Sonntag, 09. September 2012, 19:37 Uhr

Herr Spreng, sie verwundern mich immer wieder. Die Analyse ist wieder einmal so brillant wie gnadenlos: Es gibt eine Kampagne, diese Kampagne verbreitet sich durch das Netz, folgerichtig ist das Netz mitschuldig. Ja, das ist es. Und trotzdem ist die kritische Betrachtung des Netzes kontraproduktiv, weil dies zum Beispiel den Erfolg der Piraten noch befeuert. Es wäre deswegen auch völlig kontraproduktiv, wenn etwa CDU/CSU auch nur auf die Idee kämen, diesen bedauerlichen Vorfall für eine Verschärfung geltender Gesetze nutzen zu wollen.

Jede Person, die in der Öffentlichkeit steht (aus welchem Grunde auch immer), die muss immer wieder damit rechnen, am öffentlichen Pranger zu landen. Das war schon damals so und ist heute schlicht nicht anders. Das Internet fördert dies nur in gewissem Maße, was übrigens nicht nur Nachteile mit sich bringt (z.B. Sturz von zu Guttenberg oder Silvana Koch-Mehrin). Ob es moralisch gerechtfertigt ist, dies auch auf die Frau eines Politikers (wie etwa Frau Wulff) oder dessen Tochter (z.B. Veronica Saß), welche selbst gar keine Politikerin ist, auszudehnen, ist eine andere Frage. Aber am Pranger landen können übrigens auch Privatleute ohne Bekanntheitsgrad. Insofern verwundert mich, warum jetzt wieder die Debatte verschäft geführt wird, ausgerechnet bei Bettina Wulff als Opfer. Eine solche Verleumdung ist, egal ob bei einer unbekannten Person, der Ehefrau/dem Ehemann einer öffentlichen Person oder einer öffentlichen Person an sich bereits jetzt strafbar. Faru Wulff hat jedes Recht dazu, sich selbst zu verteidigen und dagegen vorzugehen, genau wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger.

Was wir also kritisch betrachten sollten, ist nicht das Netz an sich oder die Suchmaschiene Google, sondern unser eigenes Verhalten. Jeder User hat das Recht und in der Regel auch ein eigenes Interesse daran, seine Quellen sorgsam auszuwählen. Wer beispielsweise einer Zeitung aufgrund häufiger Falschmeldungen nicht (mehr) traut, sollte sie nicht oder zumindest nicht als alleinige Quelle nutzen. Ohnehin sollte man zur Sicherheit immer möglichst mehrere Quellen recherchieren. Um Überhaupt Quellen zu finden, ist Google übrigens äußerst praktisch. Man kann Google ja für vieles kritisieren, aber die Frage, ob bestimmte Inhalte der Wahrheit entsprechen oder nicht, dies zu prüfen kann nicht Aufgabe von Google sein. Es ist die Aufgabe desjenigen, der Inhalte benutzen will.

77) Karma, Sonntag, 09. September 2012, 20:16 Uhr

Was für ei Quatsch. Google unterstützt absolut gar nichts. Wer sowas behauptet, hat doch null Ahnung, wie eine Suchmaschine funktioniert… o.O Abgesehen davon ist Google nicht die einzige Suchmaschine… Meine Güte.

Ein satirischer Kommentar zu der Sache hier: http://www.paramantus.net/?p=6090

78) Ovid, Sonntag, 09. September 2012, 20:55 Uhr

Es ist hier der Begriff Doppelmoral gefallen, 68) Rischeck. Was auch immer Herr Spreng hier schreibt, es ist seine Meinung, und die ist richtig, unabhängig davon was er vorher alles machte und welche Jobs er hatte. Es steht den Leuten die hier kommentieren besser zu Gesicht, wenn sie unser GG mal aufschlagen, Artikel 1 u. 5.
Aber scheinbar darf Frau Wulff nicht darauf hoffen, “einigermaßen fair” behandelt zu werden. Es ist ekelhaft, wie manche Mitbürger ohne viel nachzudenken diese Kommentare schreiben. Aber es ist so, wenn die Schule nichts gebracht hat in diesem Bereich, was nicht ungewöhnlich ist, hat immer noch das Elternhaus die Möglichkeit, ethische Grundsätze zu ziehen. Da aber meistens beide versagen, Schule wie Elternhaus, Beispiel hier im Forum erbracht, wird solch ein Mist geschrieben wie hier klar zu lesen ist. Das ist ein Hauptgrund, weshalb unsere Gesellschaft nicht richtig funktioniert, es mangelt an gegenseitigem Respekt in vielen Bereichen. Und so weiter…

79) Steve, Sonntag, 09. September 2012, 21:06 Uhr

Bei mir reicht schon die Eingabe von “B” um “Bettina Wulff Escort” und “Bettina Wulff Prostituierte” aufscheinen zu lassen. Google merkt sich die persönliche Suchhistorie und passt die Autovervollständigung individuell an.

80) Markus Schmid, Sonntag, 09. September 2012, 21:32 Uhr

Nach allen Kommentaren, die ich hier gelesen habe und den anderen Quellen, sehe ich es genau so:
Das ist alles PR für Frau Wulffs neues Buch. Gibt es einen anderen Grund? Die Sache liegt zu lange zurück. Die Debatte ist der angewandte Streisand-Effekt und jetzt sollen die Kassen klingeln. Nur Dumme fallen auf den Trick herein und das ist die Mehrheit. Die Talkshows werden sich gierig auf Frau Wulff stürzen und das gibt noch mehr Publicity. Zu gerne würde ich aber noch Argumente lesen, warum dies nicht so sein sollte…
Aber Respekt vor dieser Art von Mut: Das ist schon schlau, nicht nur mutig! Und das ist m.E. die höchste Form des Mutes. Wie heißt es doch so schön: Die Klugen sind zu feige und die Mutigen zu dumm…Man braucht die richtige Mischung!

81) Don Corleone, Sonntag, 09. September 2012, 21:41 Uhr

68) Rischeck, Sonntag, 09. September 2012, 17:58 Uhr

Sie schreiben an Herrn Spreng:
“Da Ihr Urteilsvermögen über Internet und Google ohnehin nicht von ausreichender Sachkenntnis und Sachlichkeit bestimmt ist, sollten Sie auf solche Themen künftig verzichten. Es würde Ihrem Ansehen garantiert nicht zum Schaden gereichen.”

Mit Verlaub: Die einst erforderlichen Insider-Kenntnisse zur Nutzung von eMail, Internet und Suchmaschinen sind längst Geschichte. Heute kann jeder Siebenjährige diese Vehikel intuitiv bedienen und, sofern einigermaßen alphabetisiert, in fast vollem Umfang nutzen, unter- und überschätzen. Oder danach (leider, wie ich in meinem Umkreis sehe) süchtig werden, weil immer igendwas Neues aufflackert und von der Konzentration auf wirklich wichtige Aufgaben ablenkt, so flüchtig, irrelevant und überflüssig es auch sei. (Die Zahl derer, die sich mit einem Pseudowissen aus geschluderten und vielfach tendenziösen Wikipedia-Artikeln schmücken, ist Legion — und bringt so manchen Lehrer zur Verzweiflung, sofern er sich nicht selbst damit begnügt.)

Herr Spreng braucht keine Claqueure, und Sie können sich darauf verlassen, dass auch ich keiner bin. Ihm aber die Beherrschung des elektronischen kleinen Einmaleins unserer Zeiten quasi ex cathedra und vollmundig abzusprechen, halte ich für arrogant und altmodisch.

P.S.: Upon second thoughts, wie wir Briten sagen, halte ich Bettina Wulffs juristische Ausflüge, viele Monate post festum angetreten, mittlerweile (wie zahlreiche andere hiesige Poster) für eine konzertierte PR-Kampagne, die einem offenbar seeeehr langweiligen Buch die Steigbügel halten soll.

82) Maren P., Sonntag, 09. September 2012, 21:50 Uhr

Hallo Herr Spreng,
ich respektiere Ihre Meinung, teile Sie jedoch nicht. Was ich jedoch noch viel mehr bedaure, ist, dass ich sie nicht verstehe. Mit so einer läppischen PR für Bettina Wulff und ihr demnächst erscheinendes Buch hätte ich Sie bisher spontan eher nicht in Verbindung gebracht. Schade. Da hilft es auch nicht, die Gelegenheit zu nutzen und mal wieder das “freie” Internet zu diskreditieren. Ein untauglicher Versuch. Das Internet bedroht unsere Rechtsordnung nicht, es müssen sich in Deutschland nur alle Menschen und Medien an die geltenden Gesetze halten. Bettina Wulff in diesem Zusammenhang als “mutig” zu bezeichnen, ist vielleicht ironisch gemeint?

83) Peter Marteau, Montag, 10. September 2012, 01:47 Uhr

Ich gehöre auch zu denen, denen regelmäßig vorgeworfen wird, daß deren “Urteilsvermögen durch übergroße Internet-Scheuklappen massiv eingeschränkt ist” sei. Lustigerweise werfen mir das immer die Leute vor, die, wie Sie (s. ihr Komm. Nr. X), sich damit brüsten vom Internet und allem was dazu gehört, keine Ahnung zu haben. Es gibt sicher Fälle, in denen ich mir manche der von diesen Personen kommenden Argumente mal näher anschaue und die mich zum Nachdenken anregen, etwa in der ganzen Analog/Digital/Kopie/Plagiat/Urheber(rechts)-Debatte. Aber diese Argumentation kann ich nicht mal im Ansatz nachvollziehen.
Wenn bei googles Autocomplete-Funktion nach den drei Buchstaben “bet” das zu den bekannten Anzeigen führt, dann heißt das doch nicht, daß google das als ‘Tatsachenbericht’ hinstellt. Es bedeutet lediglich, daß das die Worte sind, die am meisten danach von Menschen(!) eingegeben werden. Wie man daraus eine Klage basteln will, ist mir schleierhaft. Genausowenig vertritt googles autocomplete übrigens die Meinung, daß Feministinnen alle häßlich sind, nur weil dort, wenn man “Feministinnen sind” eingibt, “häßlich” ergänzt wird oder Schwule “krank”, “eklig” oder “falsch” seien.

Aber gut, nehmen wir mal an, bei google kriegt man Angst vor Imageschäden, weil noch Menschen mit aus Pergament selbst gebastelteten Scheuklappen in der Welt herumlaufen, die sowohl vom Internet als auch vom Recht keine Ahnung haben und aber trotzdem ihre Meinung kund tun und so die eh schon mehr dunkelgraue als weiße Weste des Unternehmens beflecken könnten. Bei google ruft der Chef also in der morgendlichen Konferenz: “Scheiße, die könnten uns, wenn die in Hamburg klagen, echt am Arsch kriegen. Also Leute, Ideen her!” Woraufhin einer der Mitarbeiter plötzlich “Heureka!” schreit und folgenden Plan entwirft: “Wir lassen einfach vor allen irgendwie möglicherweise ehrabschneidenden Begriffe wie ‘häßlich’, ‘eklig’, ’schwäbisch’, ‘Nazi’, ‘Pussy’, ein zusätzliches ‘nicht’/kein(e) anzeigen. Kostet den Programmierer zehn Sekunden. Und lassen das ‘nicht’ bei der Suche einfach unberücksichtigt. In den Quellcode gucken dürfen die eh nicht. Schon gar nicht bei einer Zivilklage in Deutschland. Außerdem schreiben wir der werten Frau einen Brief, in dem wir beschreiben, wie Sie durch unsere Suche all die Schmierfinken ausfindig machen lassen kann, die Sie dann verklagen kann. Weil wir so nett sind.” So wurde es gemacht und sobald man “bet” bei google eingab, wurde auch noch 2112 im autocomplete angezeigt, daß “Bettina Wulff keine Prostituierte” war. Ihre Ehre war für immer gerettet!

84) M.M., Montag, 10. September 2012, 02:29 Uhr

Das Internet hat einen grossen Nachteil. Das Netz kennt keine Reue und keine Vergebung und auch keine Umkehr.
Die deutsche Gesellschaft erkennt “Umkehr” im uebrigen auch nicht an. Das sieht man an Straftätern, die ihre Strafe verbuesst haben und ein neues Leben beginnen wollen. Wo sollen diese Menschen in Deutschland denn wohnen. Niemand will sie in seiner Umgebung haben.

85) Tim Krause, Montag, 10. September 2012, 08:52 Uhr

Oh – der erste Artikel in diesem Blog, mit dem ich inhaltlich nicht übereinstimme. Die Frau will Bücher verkaufen – sonst garnichts…

86) Olaf, Montag, 10. September 2012, 09:11 Uhr

Das “Wehren” der zweiten Frau eine heutigen Ehemaligen Bundespräsidenten erfolgt zeitgleich mit der Veröffentlichung eines Buchs, das ihren Namen als Autorin trägt. Der Mitleidsfaktor sinkt dadurch erheblich.

BILD schlagzeilte am Samstag in gleicher Schriftgröße die Worte “Wulff” und “Huren”. Das war für mich der auffälligste und wichtigste Beitrag zu diesem Thema, denn es bleibt also noch eine Menge kleben an Frau Wulff.

Google bietet nicht nur vermeintlich die häufigsten, prominenten Sucheinträge der Netzgemeinde, besonders im automatischen Komplettieren, sondern liefert auch dem individuellen Nutzer diejenigen Einträge, die er/sie selbst am häufigsten eingaben, sofern diese Funktion nicht bei jeder Nutzung gezielt deaktiviert wurde. Man darf sich also nicht erwischen lassen, wenn man Schmuddelthemen eingibt und dann von einer Häufung sprechen möchte.

87) Anna, Montag, 10. September 2012, 09:37 Uhr

Bisher haben Andere über Frau Wulff geredet, anonym oder hinter vorgehaltener Hand, nun nimmt sie ihr Leben wieder selbst in die Hand und redet über sich selber, in einem Buch.
Es ist ihr gutes Recht, all das was sie verletzt hat und ihre eigene Sicht in einem Buch mitzuteilen, wen das stört, der sollte sich selbst mal fragen, warum es ihn stört.

88) Sven Garber, Montag, 10. September 2012, 10:20 Uhr

Ich sehe das Internet auch vielfach kritisch und ganz im Gegensatz zu den Piraten bin ich für viel mehr Kontrolle bin (ich habe z.B. nie verstanden, warum es seinerzeit um sperren ODER löschen ging, ich hätte ein sperren UND löschen richtig gefunden). Ich finde es vor allem beschämend und peinlich, was manche User unter dem Deckmantel der Anonymität posten. wer frustiert oder unzufrieden ist, möge seine Meinung sagen und dazu stehen oder zum Psychiater gehen, wenn er anders kein Seelenheil oder keine Ruhe findet. Dennoch kommt mir die Rolle der Boulevard-Medien in Ihrem Beitrag, Herr Spreng, etwas zu kurz. Ich selber, der nicht in Berlin lebt und Jauch nie schaut (ich kann mit diesen Talkshows nichts anfangen), habe beim Brötchenkauf durch das Lesen der BamS-Schlagzeile überhaupt nur mitbekommen, dass da was war. “Klage gegen Jauch: Bettina Wulff wehrt sich gegen Prostitutionsvorwürfe” oder so war da zu lesen. Ja, es ist eine Nachricht, aber ist sie wirklich einen Aufmacher wert? das habe ich mich aber in der ganzen Wulff-Affäre immer wieder gefragt: Hat die Welt nichts Wichtigeres zu diskutieren? Und muss man ein paar Leuten wie denen, die die Bettina-Wulff-Geschichte losgetreten haben, wirklich noch das Forum bieten, das sie gerne hätten?

89) Martin, Montag, 10. September 2012, 11:28 Uhr

Zum einen ist Google nicht “das Internet”. Google selbst hat in diesem Fall keine eigenen Inhalte, sondern verweist auf fremde Inhalte (das ist ja auch der Grund, weshalb die Verlage sich so beklagen).
D.h. wenn “das Internet” gesäubert werden soll, sollten die eigentlichen Quellen auf Unterlassung verklagt werden, nicht Google.
Google Auto Suggest (die Vervollständigung einer Suchanfrage) spiegelt auch nicht die Meinung von Google wider, sondern die letzten Suchanfragen der Nutzer. D.h. nicht Google ist böse, sondern die klatsch- und tratschfreudigen User von Google. Das reduziert das Problem wieder auf die altbekannte (Offline-)Welt.

Google sollte zwar in der Lage sein, Suchergebnisse zu manipulieren. Allerdings stellt Google ja nur automatisiert den Inhalt des Webs zur Verfügung (natürlich mit eigenen Algorithmen gewichtet).
“Das Internet” sollte man als erfahrener Nutzer schon immer kritisch sehen, wobei “das Internet” ja nur technische Infrastruktur ist, die erst von Menschen missbraucht “böse” wird. D.h. es sind die einzelnen Webseiten, die gut oder schlecht sind. Und da sollte man als medienkompetenter Mensch schon immer beurteilen können, welchen Meldungen man traut oder nicht. Das Gleiche gilt aber auch offline – wenn die Meldungen über Frau Wulff von Boulevard-Zeitungen/Zeitschriften initial verbreitet wurden… Auch hier muss man wissen, wie viel man z.B. der BILD-Zeitung glaubt.

Im Übrigen hat das Vorgehen von Frau Wulff meiner Meinung nach nicht viel mit ihren (natürlich ihr zustehenden) Rechten zu tun, sondern lediglich mit Werbung für ihr Buch. Sonst wäre sie dem schon viel früher entgegen getreten.

90) nocheiner, Montag, 10. September 2012, 11:45 Uhr

@ 67) m.spreng

Jetzt wird es lustig: Hat denn keiner – auch Sie Herr Spreng wohl nicht – gemerkt, dass bei der Sucheingabe “bet” von Hr. Spreng die Autovervollständigung “Bettina Wulff Prostituierte” vor allem Herrn Sprengs ganz persönliche Such-Historie widerspiegelt?? Also bei mir, und auf unterschiedlichen Rechnern auch unterschiedlich, wird da ganz anderes autovervollständigt. Und Bettina Wulf kommt erst an 6 oder 7. Stelle und das ganz ohne Rotlicht!
Wahrscheinlich haben Herr Spreng sowie Bettina Wulff und ihre Anwälte eben schlicht laufend “Bettina Wulff Prostituierte” gegoogelt und sich dann gewundert, dass sie dann auch bei der Suche nach “Bet … schwestern” immer das Bäh-Wort vorgeschlagen bekamen. Tja, wie man in den Wald hineinruft …

91) Frank Reichelt, Montag, 10. September 2012, 11:50 Uhr

@ m.spreng

Komisch, die Höhler können sie nicht leiden aber für die Wulff machen sie Werbung!

92) Peter Christian Nowak, Montag, 10. September 2012, 12:11 Uhr

@71) riskro,

Warum ist Sarrazin so wichtig? Wer ist das überhaupt? Wichtig ist sicherlich die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes. Aber ich kann Ihnen jetzt schon sagen, dass dieses Urteil den ESM-Vertrag nicht grundsätzlich ablehnen wird. Es wird ein “Ja”, mit dem Zusatz …”aber”. Hoffe, ich habe Ihnen die Spannung auf den Mittwoch nicht verdorben. Sie sollten sie behalten dürfen.

93) Carlos S., Montag, 10. September 2012, 14:32 Uhr

Ach ja, die arme Frau Wulff…

Auch hier wird es so sein, wie es immer bei Wulffs ist: erst kommen Gerüchte auf, diese werden dementiert und der Maulkorb ausgepackt – dann wird weiter gewühlt und am Ende ist die Wahrheit noch um einiges Schlimmer als anfangs befürchtet.

94) Kay Jürgensen, Montag, 10. September 2012, 15:31 Uhr

Herr Spreng, die Vorwürfe sind doch nicht neu. Die zeitliche Nähe der wohl richtigen Vorgehensweise von Frau Wulff zu ihrem neuen Buch lassen eher die Vermutung zu, dass sie jetzt abrahmen will, nachdem er “fertig” hat. Why not?

95) Jonas, Montag, 10. September 2012, 17:29 Uhr

Man muss nicht seinen Böll gelesen haben um zu wissen, dass diese Dinge nicht erst im Internet entstanden sind. Das Problem sind wie immer die Menschen, nicht die von ihnen genutzten Werkzeuge.

96) Chris M., Montag, 10. September 2012, 17:50 Uhr

Erstaunlich, wie ein sonst so scharfsinniger Kopf bei einer Einschätzung so dermaßen weit daneben liegen kann.

Nicht zu verstehen, wie Google funktioniert, kann man einem “alten Medienmann” vielleicht noch nachsehen. Wenn auch nur ungern. Denn es ist recht einfach zu verstehen, wenn man nur will.

Aber den mehr als offensichtlichen Zusammenhang zwischen der bevorstehenden Veröffentlichung einer Biografie und einer medienwirksamen Kampagne durch Unterlassungsklagen nicht zu sehen, das ist für einen Spin Doctor schon mehr als peinlich.

Auf meiner persönlichen Skala rauschen Sie als kritischer Publizist durch diesen Beitrag ziemlich weit in den Keller. Schade.

97) Thomas Hillebrand, Montag, 10. September 2012, 18:05 Uhr

Google sagt hier nicht die Wahrheit, wenn es von “einem Algorithmus” spricht, der “ohne menschliches Zutun” nur Eingaben der Suchmaschinenuser widergebe! Es gibt diverse Fällen von redaktionellen Änderungen der Autovervollständigung, teilweise gerichtlich durchgesetzt, teilweise außergerichtlich mit öffentlichem Druck, teilweise aus Eigeninteressen von Google selbst (ich habe dazu gebloggt unter polkomm.net). Gerichte müssen sich endlich trauen geltendes Recht auch im Web einzufordern, wie Sie ganz richtig schreiben!

http://www.polkomm.net/blog/?p=613

98) Doktor Hong, Montag, 10. September 2012, 18:44 Uhr

@90) nocheiner

Jetzt wird es lustig: Hat denn keiner – auch Sie Herr Spreng wohl nicht – gemerkt, dass bei der Sucheingabe “bet” von Hr. Spreng die Autovervollständigung “Bettina Wulff Prostituierte” vor allem Herrn Sprengs ganz persönliche Such-Historie widerspiegelt??

Hmm. Das stimmt so nicht. Google selbst schreibt:

Während Ihrer Eingabe werden mithilfe des Google-Algorithmus basierend auf den Suchaktivitäten anderer Nutzer und auf Inhalten der von Google indexierten Webseiten Suchanfragen vervollständigt und angezeigt.

Ich habe in meinem Leben mit Sicherheit z.B. noch niemals nach Jonny dem Depp gegoogelt, trotzdem erscheint das nach Eingabe von “jo” direkt an zweiter Stelle – selbst wenn ich mit Google Chrome suche und auf Google Mail angemeldet bin.

Der Subtext Ihres Postings ist klar: Sie wollen allen jenen, denen Google Autocomplete diesen Vorschlag macht, unterstellen, dass diese in der Vergangenheit oft die genannten Suchbegriffe eingegeben hätten – sogar indem Sie etwas anderes behaupten als Google.de.

99) Doktor Hong, Montag, 10. September 2012, 18:52 Uhr

Bettina Wulff hat ein Buch geschrieben?

Worüber denn überhaupt? Die ist doch noch nicht mal 40?

100) riskro, Montag, 10. September 2012, 19:06 Uhr

92) Peter Christian Nowak, schreibt

@71) riskro,
Warum ist Sarrazin so wichtig? Wer ist das überhaupt?
Meine Antwort
Einer der Wenigen, die sich trauen die Wahrheit zu sagen/schreiben, auch wenn einige die nicht hören wollen und sie unbequem ist. Das bedeutet für mich nicht dass alles was er von sich gibt richtig ist, genauso wenig wie dies bei anderen Politikern/oder sonstigen selbsternannten Experten der Fall ist.
Weiter kann ich Sie beruhigen, Sie haben mir in keinster Weise die Spannung im Bezug auf Mittwoch genommen. Ich rechne auch mit einem ähnlichen Urteil wie Sie.

In diesem Sinne
Guten Abend

Ps: interessant wird die heutige Nachricht aus Athen

101) wachholder, Montag, 10. September 2012, 19:10 Uhr

Gääähhn.. jetzt kommt es sogar im TV auf Gallileo. Vorher wars im Radio etc. etc. pp.
Bald glaub ich an ein Kartell zum Verkauf von Büchern bei “journalisten”! Bähh :-(

102) Frank, Montag, 10. September 2012, 19:53 Uhr

Herr Spreng,

Ihr Beitrag ist völlig unausgewogen. Als PR-Experten muss Ihnen doch das Zusammentreffen der Buchveröffentlichung und der “mutigen” Klage sofort aufgefallen sein. Und dennoch erwähnen Sie diesen Aspekt mit keinem Wort.

Hätten Sie einen vergleichbaren Beitrag nach der entsprechenden Sendung von Günther Jauch oder den BILD-Schlagzeilen damals geschrieben, wäre er bemerkenswert gewesen. Heute reiten Sie auf der Welle der Heuchelei mit, die dieses Thema in den Medien umgibt.

103) Aras Orhon, Montag, 10. September 2012, 20:03 Uhr

Diesen Satz kann man nur bekräftigen:

Im freien Netz gibt es keine Kontrolle und journalistische Sorgfaltspflicht. Das haben nicht nur Bettina Wulff erlebt, sondern tausende oder zehntausende nichtprominenter Menschen, die im Internet gemobbt, denunziert und verleumdet werden.

Ich hoffe, dass die Sache nicht im Vergleich erledigt sondern einmal grundsätzlich und höchstrichterlich geklärt wird. Auch die Firma Google, die wir alle natürlich lieben, sollte begreifen, dass ethische Prinzipien mehr zählen als beispielsweise der Kommerz.

104) H.F., Montag, 10. September 2012, 21:39 Uhr

#Die Konsequenz aus dem Fall Bettina Wulff kann nur sein, das Internet endlich kritischer zu sehen und nicht bei jedem Versuch, unsere Rechtsordnung auch dort durchzusetzen, reflexartig Zensur zu rufen.#

Hallo Herr Spreng,

ich stimme Ihnen zu. Das Internet und die Boulevardpresse dürfen kein rechtsfreier Raum sein.

105) Bernd, Montag, 10. September 2012, 23:15 Uhr

Herr Spreng, ich kann mich über sie nur wundern. Sie behaupten einen Politikblog zu betreiben und befeuern darin ein typisches Boulevard Thema. Angereichert wieder einmal mit einer Tirade gegen das Internet. Sie haben schon in früheren Beiträgen gezeigt, daß sie dabei gern eine steile These und mangelnde Sachkenntnis kombinieren.
Dabei ist es so einfach! Es ist September, die Buchmesse in Frankfurt naht und Bettina Wulff hat zufällig gerade ein Buch geschrieben. Was machen da folgerichtig die Autorin und ihr Verlag, sie sorgen für verkaufsfördernde Publizität und sie Herr Spreng, machen auch mit.

106) Heiko G., Dienstag, 11. September 2012, 03:18 Uhr

Und? Wer steckt hinter den ganzen Intrigen?
Vielleicht Merkel samt Sekretariat?
Fragen über Fragen. Es ist ja alles so kompliziert!

CDU: Wir stellen uns dumm und schwimmen einfach mit.

107) W. Zimmer, Dienstag, 11. September 2012, 08:35 Uhr

@94) Herr Jürgensen

Ich pflichte Ihnen bei, hätte diesen Umstand aber eher in “schönere” Worte gekleidet. ;-)

Wie sagte heute Dieter Nuhr: ” Die Vorwürfe gegen Frau Wulff können nicht stimmen, schliesslich hat Christian Wulff noch nie für etwas bezahlt.”

Heute morgen wurde auf NDR2 einige Passagen aus dem Buch besprochen…..u.a. beschreibt Frau Wulff in ihrem Buch die Begebenheiten mit Herrn Groenevold auf Sylt und wie die Rechnung hinterher in bar – aus Barmitteln ihrer Eltern – beglichen wurde. Mag sich nun jeder selbst sein Urteil über den Wahrheitsgehalt dieses Buches machen.

108) Julia, Dienstag, 11. September 2012, 11:13 Uhr

Und mit der gleichen Begründung, dass das Internet bzw. Google “nur” Werkzeug ist, mithin per se unschuldig, kann ich dann auch den Waffen- oder Drogenverkauf freigeben, Fahren ohne Führerschein erlauben, die Grenzen öffnen? Und wenn es schief geht, stets wäre ausschließlich das fehlende Individuum schuld?

Die Freiheit des Einen hört stets da auf, wo die Freiheit des Anderen anfängt. Wenn ich Fehlverhalten und Unrecht durch Ändern der Umstände einschränken kann, dann mache ich das doch, sonst mache ich mich mitschuldig.

109) nocheiner, Dienstag, 11. September 2012, 11:53 Uhr

@98) Doktor Hong
Ich unterstelle das nicht nur, ich habe es ja ganz offen geschrieben:

Die Autosuggest-Funktion greift auch auf die Suchhistorie des einzelnen Anwenders zurück!

Kann jeder ganz einfach ausprobieren, ein paar Mal nach einem Nonsens-Begriff suchen und schon bekommt man ihn dauernd vorgeschlagen.

Beispiel: 3x nach “Drahtzahn” googeln und schon bekommen Sie schon bei der Eingabe nur von “D” von Google “Drahtzahn” vorgesetzt. Wenn also jemand bereits beim ersten “B” den bekannten Rest vorgeschlagen bekommt, dann wird er schon mal danach gesucht haben.

110) m.spreng, Dienstag, 11. September 2012, 11:59 Uhr

@90 und 108) nocheiner

Sie haben mir unterstellt, die Vorschläge von Google würden mein eigenes Suchverhalten widerspiegeln. Das ist a) falsch und b) unverschämt.

111) Frank Reichelt, Dienstag, 11. September 2012, 12:09 Uhr

@ 108, nocheiner

Ich muss Herrn Spreng recht geben!
Ich sah bisher keine Veranlassung nach Bettina Wulff zu googeln, habe es aber nun spasseshalber getan und kam nach nach den ersten 3 Buchstaben zu den hier oft zitierten Begriffen, erst an vierter Stelle kam “bet and win”.

Es spiegelt also mitnichten mein persönliches Suchverhalten wider, sondern das, was hunderttausende User vor mir gegoogelt haben.

112) H.F., Dienstag, 11. September 2012, 13:17 Uhr

Also ich habe es auch gerade probiert und inzwischen reicht bereits ein “be”, um einen Wulff-Treffer auf Position drei zu erhalten.

Bei Bing sind es fünf Buchstaben, die man eingeben muss.

113) irgendeiner, Dienstag, 11. September 2012, 14:24 Uhr

Hier verwechselt jemand die personalisierten Suchergebnisse mit der Autocomplete-Funktion. Die *Suchergebnisse* sind personalisiert (weswegen man sich tunlichst nicht auf eine einzige Suchmaschine verlassen sollte, https://support.google.com/accounts/bin/answer.py?hl=de&answer=54041).

114) Martin, Dienstag, 11. September 2012, 14:34 Uhr

@m.spreng
> Sie haben mir unterstellt, die Vorschläge von Google würden mein eigenes Suchverhalten
> widerspiegeln. Das ist a) falsch

Da hilft die Doku von Google weiter:

“Während Ihrer Eingabe werden mithilfe des Google-Algorithmus basierend auf den Suchaktivitäten anderer Nutzer und auf Inhalten der von Google indexierten Webseiten Suchanfragen vervollständigt und angezeigt. Wenn Sie in Ihrem Google-Konto angemeldet sind und das Webprotokoll aktiviert haben, können Sie auch Suchanfragen von relevanten Suchen sehen, die Sie in der Vergangenheit durchgeführt haben.”
(Quelle: http://support.google.com/websearch/bin/answer.py?hl=de&answer=106230)

Es ist also durchaus *möglich*, dass das eigene Suchverhalten die Vorschlagsliste beeinflusst. In der Regel (wenn man nicht ständig dasselbe sucht) wird aber das Suchverhalten anderer Nutzer ausgewertet.

Aber das zeigt auch wieder. Google stellt die Liste nicht aktiv zusammen, sondern sie ergibt sich aus dem Verhalten der Menschen. Man kann daraus also ableiten, in welchem Zusammenhang Suchbegriffe häufig verwendet werden. Google selbst ist aber nicht schuld daran, dass Menschen nach Bettina Wulff suchen.

115) StefanP, Dienstag, 11. September 2012, 15:12 Uhr

@m.spreng

Interessant: Während Sie sich sonst bei Debatten im Forum äußerst zurückhalten, intervenieren Sie hier, bei einem relativ seichten Thema, ziemlich häufig, inzwischen schon 5 mal, um Ihre Position weiter zu klären.

Obwohl ich weitgehend mit der Position wider der Anonymität im Netz konform gehe, gewinne ich mehr den Eindruck, Bettina Wulff habe auf geschickte, aber auch perfide Weise eine Marketingkampagne gezündet. Der Wunsch nach Anonymität im Netz lässt sich nicht mit dem Verweis auf Meinungsunterdrückung in Timbuktu rechtfertigen.

Stefan Pietsch

116) olaf aus niederaula, Dienstag, 11. September 2012, 16:59 Uhr

Bettina braucht Geld.
Bettina Wulff ist sich selbst treu. Mit ihren Klagen gegen Berichte über ihre angebliche Rotlichtvergangenheit möchte die Frau, dass diese Verleumdungen den Raum des Internets verlassen und die gesamte Öffentlichkeit erreichen. Der Absatz Ihres Buches ist Ihr wichtiger als der Ruf Ihres Mannes. Wir werden das Buch lesen und berichten.

117) H.F., Dienstag, 11. September 2012, 17:02 Uhr

Was mich noch von einigen Kommentatoren interessieren würde:

es ist sehr schwierig nach dem Wort “nicht” in Google zu suchen. Man findet “nicht lustig” und “nichtlustig”. Allgemein jedoch verwendet man dieselben Suchwörter, egal, ob man nach einem bestimmten Begriff oder demselben Begriff mit “nicht” sucht.

Warum bedeuten für manche Kommentatoren die Suchwörter “Bettina Wulff Prostituierte” eigentlich nicht

Bettina Wulff NICHT Prostituierte?

Die Google Treffer liefern (soweit ich verfolgt habe) zumindest überwiegend mehrheitlich, wenn nicht sogar fast ausschließlich Treffer zur letzteren Variante.

Sogar ein Wikipedia Artikel wird verlinkt, bei dem das Wort “Prostituierte” überhaupt nicht vorkommt.

118) Erwin Gabriel, Dienstag, 11. September 2012, 17:58 Uhr

@ 102) Frank, Montag, 10. September 2012, 19:53 Uhr

>> Als PR-Experten muss Ihnen doch das Zusammentreffen
>> der Buchveröffentlichung und der “mutigen” Klage sofort
>> aufgefallen sein. Und dennoch erwähnen Sie diesen Aspekt mit keinem Wort.

Ist kein Aspekt: Frau Wulff geht seit erstem Aufkommen der Verleumdungen juristisch dagegen vor, nicht erst, seitdem die Öffentlichkeit von ihrem Buchprojekt weiß.

119) Minassian, Dienstag, 11. September 2012, 18:30 Uhr

Ich fühle mich in meinem Beitrag bestätigt, daß es nämlich ausschließlich darum geht, das Buch von Frau BW zu promoten. Vier fast zeitgleichen Interviews in Magazinen mit Ausbreitung des mittlerweile problematischen Ehelebens bis hin zur Paartherapie, werden nun sicher die diversen Talkshows folgen. Eine Auflage von 100 000 will ja schließlich verkauft werden… Da ist das sog. Google-Problem doch nur Vorwand. Herr Spreng : wo sehen Sie da einen Mut von Frau BW, die lediglich den Vorgaben ihres Verlages folgt, den Verkauf zu befeuern ? Zudem partizipiert die Dame ja auch vom sog. Ehrensold ihres Ehemannes. Paßt doch alles ! KT zu Guttenberg mag ja ein Plagiator gewesen sein, aber er und seine Frau haben sich wenigstens weitgehend aus dem Rampenlicht gehalten.

120) Günter Springer, Dienstag, 11. September 2012, 18:37 Uhr

Haben wir wirklich keine anderen Sorgen als der Ruf der Bettina Wulff?
Was hat sie für Verdienste erworben, um ihr hier noch ein Podium einzurichten, von dem sie quasi die Öffentlichkeit mißbraucht um ihren Ruf zu wahren.
Es ist schon erstaunlich wie viele auf diesen PR-Rummel reinfallen.

121) irgendeiner, Dienstag, 11. September 2012, 19:01 Uhr

…in den Beiträgen 113 und 114 einfach die schliessende Klammer der URLs (letztes Zeichen) in der Adressleiste des Browsers löschen, dann funktionieren sie.

@114Martin
“Es ist also durchaus *möglich*, dass das eigene Suchverhalten die Vorschlagsliste beeinflusst.”
…dazu muss man aber angemeldet sein.

122) Toertjex, Dienstag, 11. September 2012, 19:44 Uhr

“einen 88jährige Hamburger Rentner und eine niedersächsische FDP-Frau, die die Verleumdungsmaschine gegen Bettina Wulff in Gang gesetzt haben”

…und schon das nächste Gerücht

123) StefanP, Dienstag, 11. September 2012, 21:01 Uhr

Neues – Persönliches – von der Blonden: Bettina Wulff distanziert sich von ihrem Ehemann

Dazu ist mir nur ein Wort eingefallen, das aber hier nicht veröffentlicht würde. Zu Recht.

124) Peter Christian Nowak, Dienstag, 11. September 2012, 21:10 Uhr

@100riskro

Hallo! Das BVerfG wird einiges zum Budgetrecht des Deutschen Bundestages sagen. Hier wird man den Klägern entgegenkommen wollen. Grundsätzlich aber stellt es den ESM nicht in Frage. Warum? Das Gericht wird sich nicht den Schuh anziehen wollen, Totengräber für Europa und den Euro zu sein. Europa und sein “spirit” sind Staatsraison in der politischen Agenda einer jeden deutschen Regierung. Wir Bürger haben zu oft weggeschaut, wenn Blödsinn aus Brüssel kam. Viel Korruption und viel Quecksilber in Glühlampen, sozusagen, begleiten uns in die friedvolle Welt der europäischen Idee. Mehr Kritik aus unseren Reihen wäre daher vonnöten gewesen. Anlaß gab es deren viele.
Das Urteil wird in seiner Formulierung sorgfältig darauf bedacht sein keinen nachhaltigen Schaden in Europa anzurichten. Auch wenn sich die Entscheidung auf lange Sicht nachteilig für Deutschland auswirken würde.

125) wschira, Dienstag, 11. September 2012, 21:24 Uhr

@StefanP, Nr 115

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Ich muss Ihrem Beitrag vollinhaltlich zustimmen!

126) Marita, Dienstag, 11. September 2012, 22:33 Uhr

Bettina Wulff gibt Interviews, plaudert aus dem Nähkästchen.

Nichts dazugelernt, kann man da nur sagen. Da braucht es gar keine Verleumdungen mehr und kein böses Google. Sie schadet sich ganz alleine mehr als genug.

127) Markus Schmid, Mittwoch, 12. September 2012, 00:12 Uhr

Mittlerweile reicht ein b aus bei Google und ich bekomme als 4. Suchvorschlag Bettina Wulff Prostituierte. Ich schwöre, ich habe nie diese Wörter in einem Zusammenhang gegoogelt, sondern wenn dann bin ich höchstens den Vorschlägen gefolgt. Das Zeigt doch aber, dass immer mehr Leute diese Begrifflichkeiten eingeben. Was man Wulff zugute halten kann ist, dass Sie eine sehr interessante und wichtige Debatte über die Suchfunktion der Google-Suchmaschine entfacht.
Es ist erstaunlich wie dadurch eine Art künstliche Realität geschaffen wird. Ich frage mich wirklich, ob diese Funktion von Google so wichtig ist. Wieso diese Beeinflussung? Warum muss ich wissen, was die meisten suchen, vermischt mit meinen eigenen Vorlieben (mehr oder weniger) wenn ich etwas suche. Ich werde hier manipuliert und mir etwas vorgegaukelt. Letztlich ist es auch eine Einschränkung meiner Freiheit, denn wenn ich nur einen bestimmten Ausschnitt der Realität bekomme, dann beeinflusst das subtil meine Freiheit der Gestaltung. Da Viele unserer Handlungen ohnehin unbewusst ablaufen, geschieht hier ständig mit Millionen von Menschen eine ganz subtile Art der Steuerung. Gut – das passiert zwar auf vielen anderen Ebenen auch, aber interessant immerhin, wie es Google schafft auf der Klaviatur der Beeinflussung zu spielen. Es sind diese kleinen Schritte – und wir merken nicht wie sehr wir bereits umgarnt werden. Das alles passiert nicht zu unserem Vorteil, sondern soll ja Konsumverhalten auslösen, bzw. kanalisieren. Dass das funktioniert scheint auf der Hand zu liegen, denn sonst würde es Google nicht machen. Solange es sich lohnt, werden wir eben weiter manipuliert und auch weiter glauben, dass wir von deren Segnungen profitieren.

128) Joey, Mittwoch, 12. September 2012, 03:52 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

ich bin zwar auch nicht der Meinung, dass im “Netz” alles möglich sein soll, aber ich finde es ist besser eine Freiheit zu haben als gar keine,…
Ich finde es eher schlimm, dass Journalisten, die sich teilweise als seriös ausgeben, nicht selber recherchieren, sondern nur googeln und einfach abschreiben….
Ebenso finde ich es verwerflich in den Printmedien wie euch Telemedien, dass diese keine eigenen Recherchen mehr anstellen, sondern nur noch (meist) die Nachrichten von den selben Quellen einkaufen (dpa, reuthers usw.)…

Bei diesen Medien kann man sich das evtl. aus Kostengründen erklären, aber dass auch öffentlich rechtliche Medien kaum noch eigene Recherchen durchführen…ist ebenso bedenklich, (=Gleichschaltung aller Medien, das gabs im letzten JAhrhundert unter anderen politischen Umständen schon einmal)…

Sie sprachen die syrischen Rebellen an, als eine Art Sprachrohr im Internet an…
Ja, das ist alles schön und gut…aber auch das wird in unseren Medien sehr einseitig dargestellt…
Ich habe mir auch einige Sachen angeschaut…manches kann ich nicht beurteilen, wer bei den Massakern den Hut auf hatte,…

Aber wie sollten Massaker der Rebellen von der Regierungsseite dargestellt werden…
auf die gleiche “billige” Weise wie die der Rebellen? …wohl nicht….

aber auf die Ex-First-Lady sprechen zu kommen:
Ich habe mich nie für Sie Interessiert…ich habe auch in den Medien (obwohl ich doch diesbezüglich sehr engagiert bin) nie etwas großes gelesen…
Die Meldung die, wer auch immer, als Gerücht ins Netz stellte, niemanden Interessiert hat,…

Und, da stellt sich für mich die Frage, wenn es im Netz eine Zeitlang niemand interessiert hat, warum brauchte die Ex-First-Lady diesbezüglich psychiatrische Hilfe? Eheberatung?

Und warum wird, diese vorher unscheinbare Geschichte plötzlich in den Medien hochgepuscht?

Sicher um das Buch besser vermarkten zu können, dreckige Wäsche reinzuwaschen….weil vermutlich die 199Tsd Ehrensold /a nebst Erhöhung) für den gewohnten Wohlstand nicht ausreicht…

Denn als Sie mit dem Buch angefangen haben muss, war das Gerücht bei quasi niemandem bekannt…

Ich finde, egal wie es lief…es ist Mitleid für eine Person, die es nicht verdient….

Joey

129) Markus Fiermann, Mittwoch, 12. September 2012, 07:35 Uhr

@ 120) Günter Springer u.a.

Die angekündigte Klage gegen Google “nur” mit PR zu erklären, erscheint mir zu kurz gegriffen. Es ist wohl -wie so oft- eher ein multikausaler Erklärungsansatz erforderlich. Innerhalb dessen mag das aktuelle Timing sodann ein Teil der Strategie zu sein. Warum nicht? Wenn schon, dann bitte richtig.

Schließlich hat sie sich zeitgleich als PR-Beraterin selbständig gemacht; und bis Februar 2012 war es undenkbar, gegen die Verunglimpfungen als Ehefrau des BPräs. vorzugehen, währenddessen danach interne Aufräumarbeiten und Konsolidierung wohl anstanden. Das man sich Google zuletzt nach allen kleineren Fischen (Bloggern) und der Presse vornimmt, macht auch sehr viel Sinn.

Ich glaube auch nicht, das die ihr unterstellte PR das Verfahren gegen Google annäherungsweise zutreffend erklären kann. Nach allem Ermessen kann das ein langer Rechtsstreit werden, an dessen Ende eine wichtige Entscheidung (für viele aktuell und zukünftig Betroffene) steht – und so ein wenig Rechtsgeschichte schreibt. Es besteht ein erhebliches Kostenrisiko, zumal RA Gernot Lehr wohl kaum für die gesetzlichen Gebühren arbeitet. Da kommt also vieles zusammen, und sei es, womöglich die Buchhonorare die Finanzierung ihres Anwalt gewährleisten.

Kurzum: Für die in der Tat mutige Inangriffnahme der Klärung dieser (teuren) Rechtsfrage sollte man Bettina Wulff dankbar sein (!).

130) Erwin Gabriel, Mittwoch, 12. September 2012, 08:13 Uhr

@ 119) Minassian, Dienstag, 11. September 2012, 18:30 Uhr
@ 120) Günter Springer, Dienstag, 11. September 2012, 18:37 Uhr
@ etc

Das Fazit von M. Spreng war, dass das Internet kein rechtsfreier Raum sein darf (@ H.F.: Zustimmung – die Boulevardpresse auch nicht).

Nun sind hier Äußerungen zu lesen,
- dass das alles nur Promotion ist und dass Frau Wulff die Öffentlichkeit mißbraucht (ein Buch kommt, und man weiß ja, wie diese Promis sind: Alle geil auf Promo),
- dass die Vorwürfe stimmen und Frau Wulff selbst schuld sei (schließlich habe sie einen Mann geheiratet, der die Taschen aufhielt).

Heilige Einfalt. Aber mit einer selektiven Wahrnehmung lassen sich alle Weltbilder bestätigen, auch Menschen verachtende…

131) kantig, Mittwoch, 12. September 2012, 08:14 Uhr

Wer, wie Frau Wulff, die Öffentlichkeit frei- und willig sowie bedingungslos sucht und gebraucht, dann sich medial “verteidigt”, darin frei- und willig sowie bewusst ihre Kinder und Ehe (wir haben therapeutische Hilfe gebraucht, mein Ehemann hat mich missachtet …) in die Öffentlichkeit 1bringt, der ist sich bewusst, dass es Begleiterscheinungen gibt. “Negative” Werbung wird positiv – auch für das Konto. Wahrscheinlich hat sie diese auch 1-geplant, denn Frau Wulff ist PR-Frau-Mensch durch und durch. Dazu die FTD.de am 10.09.2012: “Bettina Wulff rührt für ihr neues Buch die Werbetrommeln.” So findet das Buch das Schlüssel-Loch für die lesende Voyeur-Schicht. Und wer noch nichts von und über Frau Wulff wusste, der wulfft jetzt mit.
Schade, dass Sie – Michael Spreng – MIT-wulffen und dabei vergessen, es gibt Wichtigeres zu Spreng-Bloggen. Zum Beispiel: Frau Dr. Merkel die Schulden-Königin des Landes.

132) Escape, Mittwoch, 12. September 2012, 08:17 Uhr

Wen interessiert Bettina Wulff? Sie hat es wieder geschafft, in die Medien zu kommen. Das war ihr Ziel. Nicht mehr und nicht weniger. Und ihr werden ausreichend Plattformen geboten. Auch hier.
Wenn DAS unsere Probleme sind ….. Gute Nacht Deutschland!

133) StefanP, Mittwoch, 12. September 2012, 08:54 Uhr

@125) wschira

Vielleicht ist das mal ein Ansatz? ;-)

134) Frank Reichelt, Mittwoch, 12. September 2012, 10:40 Uhr

@ m.spreng

Wenn sie sich die Entwicklung dieser Geschichte bis hin zur Vorabveröffentlichung des Buches in der “BILD” ansehen, finden sie Frau Wulff dann immer noch mutig? Mir fällt zu allererst der Begriff “berechnend”, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, ein.

135) H.F., Mittwoch, 12. September 2012, 11:11 Uhr

@130) Erwin Gabriel

#Nun sind hier Äußerungen zu lesen,
- dass das alles nur Promotion ist und dass Frau Wulff die Öffentlichkeit mißbraucht (ein Buch kommt, und man weiß ja, wie diese Promis sind: Alle geil auf Promo),#

Das Timing spricht dafür.

#- dass die Vorwürfe stimmen und Frau Wulff selbst schuld sei (schließlich habe sie einen Mann geheiratet, der die Taschen aufhielt).#

Also dass die Rotlichtvorwürfe stimmen, das habe ich noch von keinem gelesen. Herr Spreng wird wissen, ob der dafür oft löschen musste, aber ich glaube, bei “normalen” Diskutanten eher nicht. Dass die beanstandeten Stichwörter bereits bei Eingabe von einem “b” in der Autovervollständigung landen, das ist dem momentanen Medienrummel zu verdanken, da kann es keinen Zweifel geben. Als ich vor einiger Zeit zum ersten Mal von dem Gerücht las, da war es noch gar nicht so einfach, passende Suchbegriffe zu finden, bei denen auf die Gerüchtquellen verwiesen wurde. Damals reichte der Name Bettina Wulff nicht aus, heute reicht das “b”, als der Artikel verfasst wurde, war es “bet”.

136) Dierke, Mittwoch, 12. September 2012, 12:18 Uhr

und das Buch, aus dem heute in der Neuen Osnabrücker Zeitung wie ebenfalls aus den zahlreichen Interviews, die Frau Wulff in “Brigitte”, in “Gala” etc.gegeben hat, zitiert wurde, taugt eben nur für den Mülleimer.

Wie gut, dass die Wulffs nicht mehr im Schloss Bellevue residieren. Es zeigt sich, wie überflüssig das Amt des Bundespräsidenten ist, wenn solche dummen Menschen Deutschland vertreten !!

137) Olaf, Mittwoch, 12. September 2012, 13:36 Uhr

Ich lach` mich schlapp; es gibt noch Humor auf dieser Welt; siehe “vorgeschlagene Artikel”:
Viel ernster brauchen wir dieses Thema doch nicht mehr zu nehmen, oder?

http://www.amazon.de/Jenseits-Protokolls-Bettina-Wulff/dp/3868832734/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1347449427&sr=8-1

138) Volker Heitkamp, Mittwoch, 12. September 2012, 14:44 Uhr

Lieber Herr Spreng,

wenn es nicht so ernst wäre und die Angriffe auf die grundgesetzlich garantierte Presse- und Meinungsfreiheit nicht nur von uns Journalisten, sondern direkt auch auf die der allgemeinen Bürgerinnen und Bürger dieses Landes geführt würde, könnte man lauthals auflachen.

Es ist schäbig und schändlich, was da aus reiner persönlicher Profit- und Raffgier (braucht es neben der Apanage aus Schloss Belvue tatsächlich für den finaziellen Lebensstil-Bedarf der Bettina Wulff noch dieses Buch oder weitet sich das ganze zu einer veritablen öffentlichen Scheidungsszenerie aus und Sie sind der Begleiter?) versucht wird.

Gerne-Gross bekommt den Halsnicht voll und dafür scheint jedes, aber auch jedes Mittel recht. Und ihr Artikel hier zu disem Thema ist weit unter ihrem eigenen Niveau. Und ich glaube, das wissen Sie auch.

Nebenbei bemerkt, wurde der gesamte Aufstieg gesellschaftliche Aufstieg von Frau und Herrn Wulff, Ihr Lebensstil und erst Recht die Mittel mit denen nun fleissig geklagt wird, aus Steuergeldern und öffentlichen Mitteln bezahlt. Sagen Sie selbst, wie verlogen oder soll man gleich sagen, wie mental und/oder tatsächlich korrupt ist das denn?

Die CSU-Mafia-Mentalität ist nix dagegen. Niedersachsen schlägt wieder mal alles. Berlusconi lässt grüssen. Aber auch Ihnen wird es nicht gelingen, die Öffentlichkeit von der Sie jahrelang so sehr auf der Sonnenseite profitiert haben, nun juristisch einschränken wollen.

Die Gedanken sind frei….

Volker Heitkamp

139) Erwin Gabriel, Mittwoch, 12. September 2012, 16:50 Uhr

135) H.F., Mittwoch, 12. September 2012, 11:11 Uhr

>> Also dass die Rotlichtvorwürfe stimmen, das habe ich noch von keinem gelesen.

Beitrag 93): “… dann wird weiter gewühlt und am Ende ist die Wahrheit noch um einiges Schlimmer als anfangs befürchtet.”

Wie auch immer: Hier wurde geschrieben, dass man ja auch VW nicht dafür verantwortlich machen kann, falls jemand sich einen Golf schnappt und jemanden absichtlich überfährt. Natürlich kann man dem nur zustimmen.

Dass dennoch das Internet “nur” ein Medium ist, mithin frei von aller Schuld, und niemals nichts dafür kann, was der eine oder andere böse User fabriziert, ist dennoch meiner Meinung nach grenzwertig.

Eine Straße ist auch nur eine Straße, ein Auto auch nur ein Auto, beides per se frei von Schuld. Dennoch gibt es Vorschriften zur Benutzung, um Verkehrsteilnehmer zu schützen, und bei Verstössen gibt es strafen. Soll nicht heißen, dass jeder Google-Benutzer seine charakterliche Eignung für den Gebrauch einer Suchmaschine nachweisen muss, aber ganz so leicht sollte Google es sich nicht machen.

Es ist beispielsweise schon seit Längerem klar, dass es sich um gezielt gestreute Verleumdungen handelt. Dennoch hat beispielsweise Herr Jauch erst nach Einreichen der Klage einen Rückzieher gemacht – da ist für mich nachvollziehbar, das dieser Schritt gegangen wird.

Herr Wulff als Ministerpräsident war für mich weitgehend eine Enttäuschung. Als Bundespräsident war er ein wichtiger Mahner gegen den Euro-Wahnsinn. Allgemein, als Politiker, hat er sich auf eine Art daneben benommen, die ich nicht für möglich gehalten habe. Seine Frau ist mir, ehrlich gesagt, egal.

Was mich in jedem Falle bei vielen Kommentatoren stört, ist die Leichfertigkeit, Schäden oder üble Nachrede bei anderen Menschen zu tolerieren oder gar zu beklatschen, “nur” weil man diese Menschen nicht mag. Das ist unanständig. Wie groß dass Gejammer, wenn im Büro oder in der Nachbarschaft über einen selbst ein böses Gerücht gestreut wird, und wer sich über selbiges im Internet beschwert, hat das Netz nicht verstanden und will die Freiheit unterdrücken? Wie schlicht gedacht. Unrecht bleibt Unrecht, auch wenn es einen bösen Buben oder dessen Frau trifft.

Sollte übrigens in gleichem Maße für Revolverblätter wie BILD gelten.

140) H.F., Mittwoch, 12. September 2012, 19:33 Uhr

@139) Erwin Gabriel

aber was ist Ihr Vorschlag? Dass ein Gericht Google verurteilt, die Autocomplete bei Frau Wulff zu ändern wäre kein rechtsfreier Raum Internet. Sondern ganz im Gegenteil eine normale, nach Recht und Gesetz abgewickelte Situation.

Alternativ könnte man natürlich die Anforderungen derart durch ein Gesetz senken, dass verleumdete Personen es leichter haben, gegen Verleumder vorzugehen. Das würde dann auch die Boulevardpresse treffen. Außer, man begrenzt dieses Gesetz auf das Internet.

141) Marcel Weber, Mittwoch, 12. September 2012, 20:02 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

wenn ich Ihren Einlassungen zum Thema Frau Wulff und Google folge und vernehme, dass Sie die Kommentare hier auf Ihrem Blog mit anderen Worten “prüfen” und entscheiden, ob sie veröffentlicht werden sollen oder nicht, so bin ich doch erstaunt. Sie fordern doch schliesslich nichts anderes als dass Google ebenfalls mgl. Suchergebnisse zunächst “prüfen” sollen, bevor sie als öffentliche Suchergebnisse zugängig sind. Glauben Sie wirklich, dass wir einem monopolistischen Unternehmen wie Google diese Aufgabe aufbürden sollten? Würden wir, sofern Google dem sogar mit bestem Wissen und Gewissen nachkäme, nicht skandieren, das Unternehmen sei meinungsbildend tätig? Ich bin sicher, dass Sie das so nicht gemeint haben werden, Wie aber ist Ihre Schlussfolgerung aus dem oben Geschriebenen?

Mit besten Grüssen aus München,
Marcel Weber

142) W. Zimmer, Donnerstag, 13. September 2012, 14:12 Uhr

Ich würde das nicht als Mut bezeichnen, was die ehemalige “First Lady” zur Wiederherstellung ihrer Reputation dort betreibt. Auf der einen Seite sich über die “Medienhetze” beklagen, auf der anderen Seite in gleich 4 Interviews gegenüber der Regenbogenpresse weiteres über ihr Seelenleben an die Öffentlichkeit bringen. Etwas mehr Selbstreflektion täte der Dame ganz gut, etwas weniger Öffentlichkeit und Präsenz in der Presse täte uns gut.

143) Erwin Gabriel, Freitag, 14. September 2012, 15:09 Uhr

@ 140) H.F., Mittwoch, 12. September 2012, 19:33 Uhr

>> Alternativ könnte man natürlich die Anforderungen derart durch
>> ein Gesetz senken, dass verleumdete Personen es leichter haben,
>> gegen Verleumder vorzugehen. Das würde dann auch die
> Boulevardpresse treffen. Außer, man begrenzt dieses Gesetz auf das Internet.

Ich stimme zu: BILD und Co gehören da natürlich mit rein. Schlechtes Verhalten ist schlechtes Verhalten, ob man es auf Papier druckt oder ins Netz stellt.

144) Frank Reichelt, Samstag, 15. September 2012, 18:42 Uhr

@ m.spreng

Wie ich eben auf “Stern.de” lesen durfte, sollten sie nächste Woche bei “Maischberger” zusammen mit Bettina Wulff und Alice Schwarzer über Frau Wulffs Buch diskutieren. Sie hat die Sendung und weitere Medientermine abgesagt. Schade, jetzt können sie ihr nicht persönlich sagen wie mutig sie sie doch finden.

145) Frank Reichelt, Sonntag, 16. September 2012, 09:27 Uhr

@ m.spreng

Ich habe soeben “Unter den Linden” vom 03.09.12 mit ihnen und Ulrich Deppendorf gesehen. Die Sendung ist wirklich eine Perle unter den Talks im Fernsehen. Man kann heutzutage tatsächlich noch ruhig und sachlich über Politik diskutieren.
Was meinen sie, werden sie zu Stefan Raabs neuem und provokantem Talk eingeladen? Würden sie hingehen?

146) m.spreng, Sonntag, 16. September 2012, 12:39 Uhr

@Frank Reichelt

Warum nicht? Ich bin 64 und muss an die Rente denken.

147) Ramon, Montag, 17. September 2012, 16:03 Uhr

Bei Bettina Wulff paaren sich unfassbare Naivität in Fragen der PR und der Seiteneffekte einer Politikerehe in Verbindung mit Selbstüberschätzung und Larmoyanz angesichts der Leiden der Familie W., die sowohl um tiefe Kerben auf dem Ego als auch um eine komfortable Absicherung reicher ist.

Aus der Entfernung ist das kaum zu fassen. Allein der frühe Zeitpunkt des Buches. Bereits Guttenberg hat hier die Halbwertzeit des öffentlichen Gedächtnisses falsch bemessen…und muss nun noch einige Ehrenrunden drehen. Für Frau Wulff dürfte das sehr lange dauern. Als PR-Expertin hat sie einen Offenbarungseid geleistet.

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