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Sonntag, 16. September 2012, 12:28 Uhr

Gabriels Agenda 2017

Sigmar Gabriel ist – bei allen Schwächen – ein cleverer Kerl. Das Rennen um die Kanzlerkandidatur der SPD für die Bundestagswahl 2013 hat er geschickt eingefädelt -  nicht unbedingt für die SPD, auf jeden Fall aber für seine eigene Karriereplanung. Denn, unabhängig davon, wie die Wahl ausgeht, er wird auf jeden Fall gewinnen. Gabriel ist der einzige Sieger der SPD, der heute schon feststeht.

Seit er vor mehr als einem Jahr die Troika Steinmeier/Steinbrück/Gabriel installierte und inszenierte, lässt er bewußt den Eindruck zu, dass er sich selbst auch zum Kreis der möglichen Kanzlerkandidaten zählt. So erhält er maximale öffentliche Aufmerksamkeit und behält die Fäden der Macht in der Hand. Ohne ihn und an ihm vorbei wird es keinen Kanzlerkandidaten geben. Kurt Beck grüßt aus dem Hintergrund.

Es hieße aber, Gabriels Cleverness zu unterschätzen, wenn man ihm unterstellt, er habe ernsthaft an eine eigene Kandidatur gedacht. Klug wie er ist, kennt er die alte Regel, dass nicht der Kanzlerkandidat gewählt, sondern der amtierende Kanzler abgewählt wird. Und für eine Abwahl Angela Merkels gab es vor einem Jahr kaum Anzeichen und heute erst recht nicht.

Gesucht wird also in Wirklichkeit ein Zählkandidat, der sich seine Niederlage abholen oder bestenfalls die SPD erneut in eine große Koalition führen darf. Beides ist nichts für Gabriel. Wie alle Spitzenpolitiker treibt auch ihn der Ehrgeiz, Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland zu werden.

Und das geht für einen SPD-Kandidaten frühestens 2017, wenn die Deutschen Merkels überdrüssig werden,  und nicht schon 2013. Deshalb hat er auch schon frühzeitig ausgeschlossen, nach der Wahl ein Ministeramt anzunehmen.

Und, Angela Merkel hat`s vorgemacht, dafür muss man heute schon die Vorkehrungen treffen. Sie hatte beim berühmten Wolfratshausener Frühstück Edmund Stoiber für die Unterstützung seiner Kandidatur die Zusage abgetrotzt, sie – unabhängig vom Wahlausgang – dabei zu unterstützen, Fraktionsvorsitzende zu werden. Doppelchef – das ist die beste Voraussetzung für die Kanzlerkandidatur bei der dann folgenden Bundestagswahl.

Dafür muss Gabriel einen Kanzlerkandidaten auswählen, der den eigenen Ambitionen für 2017 nicht im Weg steht. Das wäre bei Peer Steinbrück am einfachsten. Er will Kanzler werden oder gar nichts. Fraktions- und Parteiämter reizen ihn nicht. Zudem könnte er ein Ergebnis einfahren, das wenigstens respektabel ist.

Mit Frank-Walter Steinmeier, dem heutigen Fraktionsvorsitzenden,  ist das etwas schwieriger. Mit ihm müsste er noch frühstücken. Gabriel müsste Steinmeier für die Kanzlerkandidatur die Zusage abringen, nach der Wahl 2013 auf den Fraktionsvorsitz zu verzichten. Würde Steinmeier Vizekanzler und Außenminister einer großen Koalition, wäre der Weg für Gabriel ohnehin frei.

Gabriel ist tatsächlich recht clever. Die Wahl 2013 hat er für seine Karriereplanung abgehakt. Jung genug ist er dafür. Er hat eine Agenda 2017.

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48 Kommentare

1) Erika, Sonntag, 16. September 2012, 13:57 Uhr

Man wird sehen, ob sich der Wähler noch ein Jahr mit “Worthülsen” und netten Propagandabildchen beim Fussball zufrieden geben wird.

Die Probleme in Europa,und mit der Energiewende sind groß. Wir haben kein verfassungsgemäßes Wahlrecht. Zusätzlich wird die Konjunktur zurückgehen und die damit verbundenen Probleme sichtbar werden. Interessant wird sein, wie lange die Presse Merkel noch stützt. Ein Jahr ist lang und egal wer der nächste Kanzler oder Kanzlerin wird, diese Person ist nicht zu beneiden,

Die Stimmen gegen Merkel in der Presse werden hörbarer:

http://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/bundeshaushalt-die-doppelmoral-der-kanzlerin/6808734.html

2) Petra, Sonntag, 16. September 2012, 14:51 Uhr

Wenn Gabriel die Alternative ist, wird Merkel auch 2017 nochmal gewählt.
Nie im Leben wird der Kanzler! Dazu ist er viel zu unbeliebt. Mit Recht, wie ich finde.
Sein Opportunismus, die ständig wechselnden Positionen, die PR-Show mit Mariechen, die er seinem Ehrgeiz ausliefert, – alles hochgradig unangenehm.

3) Gregor Keuschnig, Sonntag, 16. September 2012, 15:19 Uhr

Gabriel bleibt auch 2017 Gabriel. Seine Weigerung nicht in ein Kabinett einzutreten ist Unsinn, da er ja schon zu Zeiten der Großen Koalition als Umweltminister mit Frau Merkel gut auskam. Er hofft vielleicht, dass sich Steinbrück als Kanzlerkandidat aufreibt (und scheitert) wie schon Steinmeier. Er würde dann womöglich 2017 als “Notnagel” Kanzlerkandidat werden. Gegen einen de Maizière dürfte er jedoch auch dann keine Chance haben. (In Wahrheit zeigt Ihr Planspiel wie ausgedünnt die Personaldecke in der SPD ist.)

4) Jack, Sonntag, 16. September 2012, 15:48 Uhr

Richtig, es fehlt die Wechselstimmung. Die Deutschen wollen und erwarten eine große Koalition (lt. Politikbarometer). Schon vergessen, wie das war…?

2013 geht’s für die SPD also um den Vizekanzler, erst 2017 wird richtig interessant. Gabriel hat dann nicht viel Konkurrenz zu erwarten. Hannelore Kraft vielleicht, wenn sie will, aber vielleicht bleibt sie lieber Landesmutti. Die Personaldecke der SPD für Spitzenämter ist dünn. Aber das sieht bei den anderen Parteien auch nicht besser aus.

5) Der Doctor, Sonntag, 16. September 2012, 17:02 Uhr

Um 2017 Kanzler zu werden müsste Gabriel aus der SPD wieder eine sozialdemokratische Partei machen.Um eine Kanzlermehrheit zu erringen müßten die Sozen eine Politische Alternative zur Union darstellen,und zwar nicht nur in Sonntagsreden.Im Moment sind sie jedoch nur eine schlechte Kopie von CDU/CSU und da wird der Wähler sich im Zweifel für das Original entscheiden.Daher werden sie wohl nach der Wahl 2013 höchstens als Juniorpartner regieren.

6) symm, Sonntag, 16. September 2012, 17:12 Uhr

Ihre Analyse ist interessant und scheint plausibel. Es wirft jedoch kein gutes Licht auf Gabriel.
Unter der Annahme, ihre Ausführungen würden zutreffen, dann geht es Gabriel also nur um sich selbst und nicht um die Politik, seine Partei oder den einzelnen SPD-Wähler. Ansonsten müsste er ja mal Taten folgen lassen und von der Voodoo-Oppositionspolitik abrücken. Statt die politisch-parlamentarischen Mittel zu nutzen, um Merkel bzw. die Regierung in Bedrängnis zu bringen (tendenziell eigene Mehrheit im Bundesrat und desöfteren notwendig gewordene 2/3-Mehrheiten) und die SPD nach vorne zu bringen, kommt immer wieder der Kniefall.
Auf den NachDenkSeiten ist des öfteren auf diese zwielichtige, zweigleisige Politik der SPD eingegangen worden.

Was mich aber insgesamt an der Troika der drei Fragezeichen und dem drumherum stört: Wir Bürger wählen immer noch Wahlkreiskandidaten und Parteien und keinen Kanzler. Dafür ist der Bundestag zuständig. Aber was stört uns schon das Wahlgesetz (jetzt trollt mich nicht wegen der Sache mit der immer noch verfassungswidrigen Regelung zu den Überhangmandaten) und die Wahlfunktion des Bundestages, wenn wir es stumpf und einfach haben wollen in der Medienwelt.

Wichtiger als – und das haben sie völlig richtig beschrieben – die Zählkandidatur eines SPD-Kanzlerkandidaten ist mir immer noch die Programmatik. Und gemessen an dem, was die Spezialdemokraten sich so leisten und was insbesondere diese drei Clowns vertreten/symbolisieren, sollten sie lieber eine Ente aufstellen. Wirkt authentischer.
Es muss doch von vornherein skeptisch machen, wenn die Medien so obsessiv alles nur auf eine Person reduzieren wollen und alles andere dabei ausblenden. Und wenn die Parteien, in dem Fall SPD, bei dem Quark mitmachen. Von der Richtung dieses Wirkmechanismus mal abgesehen.
Ich frage mich bei dem ganzen Bohei immer wieder, ob wir in einer Einpersonenführerdemokratie leben. Wir sollten alle wissenschaftlichen Lehrbücher umschreiben und den Medien und nicht der Realität anpassen!

7) Frank Reichelt, Sonntag, 16. September 2012, 18:31 Uhr

Wie, ich dachte 2017 tritt Hannelore Kraft für die SPD an!

8) riskro, Sonntag, 16. September 2012, 18:55 Uhr

stimme erika zu! bis zur wahl 2013 fließt noch viel wasser den rhein runter, wo rin man ertrinken kann.

9) Wolfgang Wabersky, Sonntag, 16. September 2012, 23:26 Uhr

Von den drei „Spitzenkräften“ der SPD

ist keiner wählbar. Steinbrücks extrem überhöhtes Selbstbild steht in krassem Gegensatz zu seinem tatsächlichen Fähigkeiten. Er hat die Finanzkrise am Anfang nicht erkannt, erhöhte als MP die Schulden in NRW und wurde flott abgewählt; unter ihm verlor die SPD ihr Stammland NRW. Bei der letzten BT hat er nicht mal seinen Wahlkreis gewonnen. Steinmeier, Schröders Ex-Kofferträger und Mitarchitekt der Agenda 2010 strebt ersichtlich nur den Vizekanzlerposten unter Merkel an, gegen die er bereits die letzte BT-Wahl völlig vergeigte. Versteht sich von selbst, dass er bisher nie eine Wahl (außer innerparteiliche) gewonnen hat. Gabriel musste 2003 nach einer Wahlniederlage aus dem Amt scheiden und versucht gegenwärtig allein durch platten Populismus zu punkten; ein tragfähiges sozialdemokratisches Konzept haben er und seine Kumpanen nicht. Auch weil die SPD als Oppositionspartei völlig versagt und den Kurs von Frau Merkel alternativlos abgenickt hat, ist diese Partei auf Bundesebene absolut überflüssig geworden. Die SPD schafft sich durch ihr Taktieren gerade selbst ab und kann nur auf ein Überleben in einer Großen Koalition hoffen. Der Wähler sollte dem Trio infernale zeigen, dass das letzte Ergebnis von 23 % noch unterboten werden kann. Die SPD ist ohne Profil und ihre Matadore wollen nur eins: an die Futtertröge, und das, ohne dafür etwas zu leisten. Eine CDU-light braucht nun wirklich niemand.

10) manuel woltmann, Montag, 17. September 2012, 07:22 Uhr

Lieber Herr Spreng,

ich lese aus Ihren spannenden Ausführungen, dass Herr Steinbrück und auch Herr Steinmeier gut beraten wären, die Annahme der Kanlerkandidatur dankend abzulehnen. Dann wäre der Ball wieder im Spielfeld von Herrn Gabriel. Wir wollen hoffen, dass die vorgenannten Herren Ihren Blog nicht lesen :-) .

11) Sophie-D. Fleisch, Montag, 17. September 2012, 08:13 Uhr

Mir kommt es so vor, als habe die SPD komplett vergessen/verdrängt, daß sie mit Steinmeier bereits eine Bundestagswahl verloren hat… Seinerzeit machte er m.E. eine äußerst schlechte Figur. Die Niederlage war nicht nur bedingt durch seine Gegnerin Merkel, sondern auch dadurch, daß er einfach als “Kanzler” nicht rüberkam… was Wunder, er ist einfach zu bieder… und die Kandidatur ihn mehr gestresst als motiviert hatte. Das wäre ja wohl kein Zufall, falls er dennoch Kandidat werden sollte: Die SPD will die Wahl gar nicht gewinnen!

12) Erika, Montag, 17. September 2012, 09:02 Uhr

@ 2) Petra, Sonntag, 16. September 2012, 14:51 Uhr

“Mit Recht, wie ich finde.
Sein Opportunismus, die ständig wechselnden Positionen, die PR-Show mit Mariechen, die er seinem Ehrgeiz ausliefert, – alles hochgradig unangenehm.”

Es wäre hilfreich, wenn sie diese Behauptungen mal an etwas konkreten festmachen würden!

Atomkraft: Wer von beidern vertritt seit Jahren den Ausstieg aus der Kernenergie?
Eurokrise: Wer hat zu Beginn gesagt: “Die Griechen sind faul und erhalten keine deutschen Steuergelder?
Ganztagsschulen / Krippenplätze: Wer beschließt da gerade das Betreuungsgeld?
Mindestlohn: Wer versucht das Thema gerade populistisch zu besetzen?
Steuergesetzgebung: Wer hat im Koalitionsvertrag Steuersenkungen von 24 Mrd. € beschlossen?
Wehrpflicht: im Koalitionsvertrag war noch von Verkürzung die Rede
Irakkrieg: Wer ist zur Unterstützung von Bush nach Amerika gereist?
Finanztransaktionssteuer: Erst keine und jetzt?

Nur ein kleiner Tip Gabriel ist es nicht.

Wenn in diesem Land jemand eine PR-Show betreibt mit massiver Unterstützung der Medien, dann ist dies Angela Merkel. Gabriel ist “frischer” Vater, soll er sein Kind todschweigen? Ich lese viel, aber ich habe in den Medien, die ich benutze, noch nicht sehr viel über “Mariechen” erfahren.

Aber in nahezu allen Zeitungen konnten wir vor kurzem Lesen, wie die Kindheit von Angela Merkel riecht? 30 Prominente durften eine Frage an Angela Merkel stellen, die sie gnädigerweise dann nach einigen Tagen beantwortet hat. Perfektioniert hat sie es allerdings beim Fußball. Am Wochenende schnell mal als “Schirmherrin” beim Spitzenspiel. Nette Bilder in Sportschau und in der Presse, allerdings ihre Rede scheint laut Zeigler nicht ganz perfekt gewesen zu sein.

Seit ich den Film “Invictus” gesehen habe, begreife ich, was Merkel mit dem Fußball macht. Mandela setzt die Rugby Nationalmannschaft bewusst dafür ein, das Land zu einen. Angela Merkel benutzt die Fußball-Nationalmannschaft um für sich Propaganda zu machen.

Ich weiß nicht, ob Gabriel ein guter Kanzler wäre, was mir allerdings auffälllt, ist, dass er permanent eine schlechte Presse und u.a. auch deshalb sehr schlechte Umfragewerte hat. Gleichzeitig zeigt es aber auch, dass die Untersützer von Frau Merkel wohl am meisten Angst vor Gabriel haben, weil er die Dinge, im Gegensatz zu Merkel, sehr gut auf den Punkt bringen kann. Eine wichtige Eigenschaft für den Wahlkampf.

13) dennis raschke, Montag, 17. September 2012, 09:22 Uhr

Ich befürchte, dass wenn Frau Merkel nicht freiwillig irgendwann weit, weit in der Zukunft abtritt uns die Ära Kohl wie ein leichter Hautausschlag vorkommen wird. An ihr bleibt ja echt nichts, aber auch gar nichts haften.

Was die Sozen angeht…wenn Sigmar Gabriel tatsächlich eine Alternative sein soll, die auch wählbar ist – also nicht nur als Vize-Kanzler – wird sie noch 100 Jahre regieren dürfen. Es mangelt einfach an Alternativen.

14) Horst Klohocker, Montag, 17. September 2012, 10:26 Uhr

Glaube keiner Umfrage, welche Du nicht selber gefälscht hast und nach der Wahl gilt lange nicht mehr das, was vor der Wahl gesagt und geschrieben wurde. Spannend ist es daher, wer uns nach der Bundestagswahl 2013 regiert. Zur Zeit reicht es zumindest weder für rot-grün noch schwarz-gelb – immer laut Umfrage!!!!!

Also regiert wohl, wer die meisten Kompromisse eingehen kann. Dass Frau Merkel das kann, hat sie in der Vergangenheit mehrfach bewiesen – Herr Gabriel kann das gewiss auch. Wie wäre es z.B. mit Rot-Grün und etwas Piratenkult. Deutschland verändert sich und das ist gut so.

15) riskro, Montag, 17. September 2012, 11:08 Uhr

9) Wolfgang Wabersky schreibt u.a.:Eine CDU-light braucht nun wirklich niemand.

Hallo Herr Niemand, der eine CDU-light nicht braucht. So gesehen brauche ich auch keine CDU,CSU,Grüne, 4-%Partei und SPD. Keine dieser Partei vertreten das Volk.

N-Tv berichtet gerade Merkel beliebt wie nie. Logisch, solange die Medien unsere Finanz- und Wirtschaftskanzlerin gebetsmühlenartig Hochjubeln, glaubt der Deutsche Wahlmichel dies mit der Zeit
(steter Tropfen höhlt den Stein).
Nach dem Urteil des Verfassundsgerichtes stellt sich Merkel hin und behauptet:
Ein guter Tag für Deutschland, ein guter Tag für Europa!

Gemeint hat sie ein guter Tag für die Bankenwelt!

Jede Medaillie hat zwei Seiten, das heißt eine Gute und eine Schlechte. Die schlechte Seite betrifft uns Bürger. Wer glaubt das eine Deckelung der Haftung bei 190 Mrd. das Ende der Fahnenstange ist, glaubt wohl auch noch an den Weihnachtsmann.
Der Abnickverein mit seinen Vereinsräumen im Lügentempel Berlin wird wenn erforderlich alternativlos alles abnicken. Der Fraktionszwang läßt grüßen.
Wer aus der Reihe tanzen will: Der kriegt eins in die Fresse.
Gerade beginnt die Bundespressekonferenz in einem Raum des Lügentempels mit Merkel.

16) Oliver, Montag, 17. September 2012, 11:41 Uhr

Richtig, es fehlt die Wechselstimmung. Die Deutschen wollen und erwarten eine große Koalition (lt. Politikbarometer). Schon vergessen, wie das war…?

Die Deutschen sind Realisten. Eine Mehrheit einer anderen Koalition aus zwei Parteien ist schlicht unwahrscheinlich. Und 2013 wird kaum geeignet sein, ein Experiment mit einer wackeligen Regierung zu unternehmen.

17) FF, Montag, 17. September 2012, 14:16 Uhr

Das Personal-Desaster hat einen Namen: Steinmeierbrückgabriel

Ach, die sPD. Alle drei Herren waren passable Hinterbänkler – und alle drei sind sie es geblieben.

Steinbrück, Steinmeier: würde man durchaus zutrauen, als zweite oder dritte Offiziere nicht weiter negativ aufzufallen. Meinetwegen auch als Leiter eines Supermarkts, Chef eines Autohauses oder Direktor eines mittleren Arbeitsamtes.

Aber Gabriel? Jenseits der “Politik” eigentlich nur als Hausmeister, Busfahrer oder Heizungsbauer vorstellbar. Kanzler 2017? Lange nichts Lustigeres gehört.

Ferner Frau Nahles? (Wer?) Ginge am ehesten noch als Krankenschwester, Politesse oder Kellnerin durch. Wenn’s hoch kommt: Grundschullehrerin.

Arme, arme sPD. Schluchz.

18) Alex, Montag, 17. September 2012, 16:45 Uhr

Ich halte Frank Steinmeier für die beste Wahl. Er ist ein hervorragender Fachpolitiker, sehr seriös und hat die intellektuelle Qualität, komplexe politische Problemstellungen zu erfassen UND geeignete Lösungsstrategien zu entwickeln und umzusetzen. Siehe Agenda 2010 – sein Meisterwerk. Ohne diese Agenda 2010 wären wir heute soweit wie Griechenland. Leider ist Herr Steinmeier aber kein guter Wahlkämpfer, leider leider!!!

Herr Steinbrück hat im Gegensatz zu Herrn Steinmeier noch keine wegweisenden politischen Weichen gestellt. Er hat mehrere Wahlen (Schleswig-Holstein, NRW, BT) vergeigt. Auch ist mir Herr Steinbrück zu arrogant und er hat in der SPD keine Hausmacht. Das bedeutet, dass bei einem Kanzler Steinbrück die SPD meutert. Und ohne SPD ist er machtlos.

Und Herr Gabriel ist mir zu sehr der typische clevere, gerissene Machtpolitiker und viel zu wenig der Fachpolitiker, der solide neue Reformen anpackt und erfolgreich umsetzt. Mit Herrn Gabriel kommen wir nicht wirklich weit.

Also bitte Herrn Steinmeier die Stange halten und nicht auf das Wahlkampf-Gegackere der beiden Mitbewerber hören!

19) Anonym, Montag, 17. September 2012, 18:35 Uhr

Herr Spreng, wie Sie finde ich auch, dass es eigentlich relativ egal ist, wer Kanzlerkandidat der SPD 2013 oder 2017 wird. Denn so oder so, wird die SPD keine wesentlich andere Politik mehr machen können, außer vielleicht einen Schuldentilgungsfonds. Durch den in der ganz großen Koalition mit allen Parteien außer den Linken beschlossenen ESM ist unsere Politik weitestgehend machtlos, weil der eingeschlagene Weg jetzt kaum noch umgekehrt werden kann. Und da alle 3 SPD-Kandidaten daran beteiligt waren, sind sie auch alle mit verantwortlich dafür. Wenn jetzt Herr Steinmaier und andere auf Frau Merkel draufhauen und sagen, dass ihre Politik falsch war, dann ist das nichts als Heuchelei, Populismus und der Versuch, das Volk zum Narren zu halten, und alleine deswegen hat derzeit keiner eine ernsthafte Chance, weil keiner dem Volk erklären kann, warum er eine Politik erst unterstützt, um dann zu sagen, sie sei falsch und unter ihm sei alles anders und besser. Dieses Manöver durchschaut das Volk, denn Frau Merkel ist populärer denn je, obwohl viele den ESM ablehnen. Wenn überhaupt einer von ihnen ein einigermaßen vernünftiger Kandidat wäre, dann Peer Steinbrück, und zwar mit der Prämisse, den Haushalt endlich in Ordnung zu bringen, denn in der letzten großen Koalition ist er immerhin damit schon recht weit gekommen. Dafür muss er aber von einem Schuldentilgungsfonds oder von Eurobonds dringend Abstand nehmen. Zudem sollte er auf weitere peinliche Auftritte mit Helmut Schimidt verzichten; Altbundeskanzler Schmidt ist zwar eine respektable Persönlichkeit, aber ist offenbar auch nicht mehr der, der er mal war, und an seiner Seite kann man sich heute nicht mehr als “Idealkanzler” darstellen.

Herr Spreng, Sie haben aber leider eine wichtige Dame vergessen: Hannelore Kraft. Sie kommt auch als Kanzlerkandidatin der Zukunft in Frage, denn sie ist als Ministerpräsidentin von NRW a) populär und b) ist sie auch nicht durch die Heuchelei verbrannt, einerseits die Regierung in allen wichtigen Entscheidungen erst zu unterstützen und dann, sobald die Entscheidungen getroffen wurden, populistisch draufzuhauen. Es mag ja sein, dass Herr Gabriel hofft, 2017 Kanzler zu werden, aber Frau Kraft würde ich für die Zukunft nicht abschreiben. Wenn die Herren weiterhin verlieren, sie aber ihre Popularität halten kann, dann könnte auch die SPD eine Kanzlerkandidatin aufstellen.

20) Doktor Hong, Montag, 17. September 2012, 19:25 Uhr

Endlich wieder einmal eine Analyse von politischer Strategie und persönlicher Machtdynamik, für die ich den Sprengsatz kennen und schätzen gelernt habe.

Gerade diese Überlegungen, mögen sie nun zutreffen oder nicht, finde ich in ihrer inneren Logik äußerst lehrreich.

Besten Dank für diese Kolumne, Herr Spreng!

21) Bernd, Montag, 17. September 2012, 20:56 Uhr

Bravo, Herr Spreng, da haben sie endlich mal wieder ein Thema gefunden, das ihnen richtig gut liegt und von dem sie sehr viel verstehen. Es hat nur einen Schönheitsfehler, es ist für die meisten Menschen in diesem Land noch nicht wichtig.
Eine Ausnahme sind sie, Herr Spreng, denn sie wollen ja Wahlkampfberater von Sigmar Gabriel werden, so glaube ich jedenfalls http://www.sprengsatz.de/?p=3884#comments 6). Die Überschrift hätte also auch heißen können, Spreng’s Agenda 2017, aber sie bleiben ja bescheiden!

22) Frank, Dienstag, 18. September 2012, 07:14 Uhr

Ich glaube, Herr Spreng, Sie verwechseln Ursache und Wirkung. Die Schwäche des SPD Spitzenpersonals ist Merkels Stärke. Eigentlich bietet Schwarzgelb Angriffsflächen ohne Ende.

Und was 2017 sein wird, womit wir uns dann hier beschäftigen (müssen), ist nicht absehbar.

23) Günter Springer, Dienstag, 18. September 2012, 08:19 Uhr

1) und 12) Erika und
15) riscro
beiden Beiträgen kann ich zustimmen. Sie treffen die gegenwärtige Situation bei uns sehr genau.
Alles , was sonst gegenwärtig vor allem von den Medien als Lobhudelei über Frau Merkel losgelassen wird ist Kriecherei hoch 10.

24) Günter Springer, Dienstag, 18. September 2012, 08:31 Uhr

Es sei mir ein kleiner Nachsatz als guten Gebrauch für das Wahlvolk gestattet: Erich Kästner ist nach wie vor aktuell mit seinerMahnung:
Was auch geschieht:
Ihr sollt so tief nicht sinken,
von dem Kakao,
durch den man Euch zieht,
auch noch zu trinken.

25) Erika, Dienstag, 18. September 2012, 08:54 Uhr

@17) Frank, Dienstag, 18. September 2012, 07:14 Uhr

“Die Schwäche des SPD Spitzenpersonals ist Merkels Stärke. ”

Das stimmt insoweit, dass die SPD bei der Proopaganda für die Massen wirklich schwach ist.
Kein grüner Sacko umrahmt von bunten Papageien – keine Promintentenfragen über nette Dinge, kein Küsschen auf “roten” Teppichen .- kein zweimal getragenes Abendkleid als Ausdruck von Sparksamkeit und Ökologie – kein Pinguinen füttern in Stralsund, kein Lob für zahlreiche Rettungsgipfel für den Euro, obwohl keiner dieser Gipfel den Euro gerettet hat, keine Jubelbilder beim Fußball (ich stelle mir mal vor, der Fussballer Schröder hätte sich präsentiert wie Merkel, was da wohl losgewesen wäre? ) keine eigene Mehrheit im Bundestag aber “mächtigste Frau” der Welt,.

Wenn die SPD eine Feinheit bei Hartz IV ändert, schreit es laut aus allen Medien, die SPD distanziert sich von Schröder! Wenn Merkel, die Atomkraftwerke abschaltet, die Wehrpflicht aussetzt, kann man Dinge lesen, wie man habe “neue Erkentnisse”.

Was hat die Opposition dagegen für Möglichkeiten. Eine Rede im Bundestag, von der vielleicht 2 Sätze gesendet werden und ab und zu ein Interview. Der Wahlkampf kommt ja erst noch.

Aber, wie bereits oben geschrieben, die Presse wird hörbarer:
http://www.stern.de/politik/deutschland/kanzlerin-vor-der-bundespressekonferenz-merkel-laviert-um-mohammed-schmaehvideo-1896130.html
http://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/bundeshaushalt-die-doppelmoral-der-kanzlerin/6808734.html
http://www.berliner-zeitung.de/meinung/leitartikel-zu-merkel-pflege-einer-legende,10808020,16866982.html

und ich bin gespannt ob Frau Höhler schon aufgegeben hat.

26) Alex, Dienstag, 18. September 2012, 08:58 Uhr

@22) Frank

Ich sehe es genauso wie Sie: Wir haben eine permanent schwache Bundesregierung, die konsequent intern zerstritten ist. Das permanente Kasperletheater zwischen FDP und CSU müsste für jede Opposition doch ein echter Leckerbissen sein. All die peinlichen Auftritte der Herren Rösler, Guttenberg, Röttgen und Seehofer sind doch für jede Opposition ein echte Steilvorlage. Die SPD hätte diese Regierung jagen müssen. Statt dessen ist von der SPD nur ein bißchen Gemeckere zu vernehmen.

27) Frank Reichelt, Dienstag, 18. September 2012, 09:09 Uhr

@ 17, FF

Ich kann ihnen nur aus vollem Herzen zustimmen!

Ich lache mich auch regelmäßig kaputt, wenn ich sehe, das Menschen mit minderwertigem Schulabschluß es zu nichts anderem als Heizungsbauer, Busfahrer, Krankenschwester oder Grundschullehrerin gebracht haben.

Ich bedauere diese armen Kreaturen, die mit ihren unnützen Berufen am unteren Ende des gesellschaftlichen Ansehens dahinvegetieren!

Ich bewundere ihren Mut, das was alle denken endlich einmal offen ausgesprochen zu haben!

28) riskro, Dienstag, 18. September 2012, 10:09 Uhr

17) FF, Montag1

FF, alles ehrbare Berufe.

Für die sich unsere derzeitigen Minister: Rössler, Westerwelle, Niebel, Bahr, Aigner, Ramsauer, Friedrich, Schröder, von der Leyen, die Länderminister und sonstige Parteiengrößen lasse ich weg, noch nicht mal eignen würden. Wann begreifen wir Deutschen endlich, dass polemische Diffamierungen Einzelner zu nichts führt. Es werden nur Nebenkriegsshow-Plätze ins Spiel gebracht, was anderen wieder in die Karten spielt und von den eigentlichen Problemen ablenkt. Diskussionen werden angeheizt, in denen nur subjektive Meinungen -wie von Ihnenn FF- in Ihren Beitrag auch. Wie wäre es mal auf einer Ebene zu diskutieren, die ohne Diskriminierungen Anderer geführt wird.

Mit Absicht wurde der erste Satz, der auch Diskriminierungen zum Inhalt hat, gewählt. FF, weil Sie mit Ihren Beiträgen in dieser Form nur Gegenstandpunkte herauf beschwören, die dann meistens an der Sache vorbeizielen.

29) knus horlanski, Dienstag, 18. September 2012, 12:56 Uhr

heh. komische logik. würde gabriel was auf sich halten, würde er sich nie zum kanzlerkandidaten machen lassen, da mit dieser partei sowieso keine wahl mehr gewonnen werden kann.

warum? ganz ehrlich: bei der altersstruktur, die die volksparteien und ihre stammwähler haben, wäre jeder ernstzunehmende versuch, auf zeit zu spielen, zum scheitern verurteilt. halten wir fest: alle mitt-siebziger die jetzt noch von der spd überzeugt sind, sind 2017 gar nicht mehr in der lage, auf den wahlzetteln klar zu sehen. wenn am wahltag unerwarteterweise glatteis ist, sind vielleicht sogar die grünen vorne.

ohne das jetzt quantifizieren zu wollen: der demographische faktor kann jede medial induzierte wechselstimmung total zerhauen. die paar prozent zwischen zweitem und ersten platz sind weniger vom kandidaten abhängig, sondern vom verkehrsmittel, mit dem die rentner zur wahlurne geschafft werden.

und da hat vermutlich auch 2017 die cdu noch die nase vorn, weil auf dem land die leute auto fahren, bis sie weder gucken noch hören können.

30) Erika, Dienstag, 18. September 2012, 14:01 Uhr

@) 26) Alex, Dienstag, 18. September 2012, 08:58 Uhr

Das mit dem “Jagen” ist gar nicht so einfach.

Die SPD veranstaltet am Wochende einen Zukunftskongress – Merkel besucht am Montag die Bundespressekonferenz. Herr Fried schreibt dazu heute einen Artikel und erklärt auch gleich Angela Merkel zur Siegerin. Über die Pläne der SPD hingegen liest man nur sehr wenig.

http://www.sueddeutsche.de/politik/merkel-gegen-die-spd-troika-sie-kann-es-sich-leisten-1.1470671?commentCount=24&commentspage=5#kommentare

31) Peter Christian Nowak, Dienstag, 18. September 2012, 14:39 Uhr

Man darf niemals “nie” sagen. Aber eines steht jetzt schon fest: Die SPD wird nicht den Kanzler stellen. Steinbrück wird kein Kanzler. Steinmeier erst recht nicht. Und Gabriel, so wie es auch im Sprengsatz steht, wird es auch nicht werden. Denn es spielt vermutlich für die Wähler in der Krise keine Rolle, ob jemand aus der Troika der SPD das Charisma dafür hätte, oder ob Herr Gabriel seinen persönlichen Karriereplan verwirklichen möchte.
Die Wähler kleben nicht mit Überzeugung an der CDU, sondern halten sich krampfhaft an Gewohntem fest. Sie suchen den zuverlässigen Halt in der Krise. Sie sehnen ihn geradezu herbei. Also tut Frau Merkel so, als sei bei ihr und ihrer Partei dieser Halt zu finden. “Hier weiß man, was man hat”.

Der präsidiale Regierungsstil von Frau Merkel ist eine wunderbare Taktik das Volk zunächst einmal zu beruhigen. Und wenn das kollektive Erwachen ohne Zweifel kommen wird, ist die Frau schon längst wieder in der nächsten Legislaturperiode. Und Steinbrück – als Adju – wird ihr die Aktentasche ins Kanzleramt tragen.

Herr Gabriel wird kein Kanzler, die übrigen Kandidaten auch nicht. Warum? Weil der Wähler lieber das Original wählt, als das Plagiat. Die Unterschiede zwischen CDU/SPD sind, wenn überhaupt, marginal.
An ihren Gedanken sollt Ihr sie erkennen: Gabriel nennt Deutschland einen „Musterknaben“. Er suggeriert, dass es hierzulande wirtschaftlich rund um gut geht. 7,4 Millionen AlgII-Bezieher (inkl. Aufstocker) sprechen hier eine deutliche Sprache.
Er spricht von sehr gutem Wirtschaftswachstum. Grotesk. Sein Horizont reicht offenbar nicht über Wolfsburg und die Auftragslage bei VW hinaus.
Gabriels hammerfeste Sentenz: „Ausgerechnet Deutschland“ halte es nicht für nötig, durch den Abbau der Staatsverschuldung in guten wirtschaftlichen Zeiten die Spielräume zu schaffen, die das Land, aber auch Europa bitter nötig haben wird, wenn es zu einem beschleunigten wirtschaftlichen Abschwung kommen sollte“. Soviel zu seinen makroökonomischen Kenntnissen.
Da 2011/12 gerade mal die Wirtschaftstätigkeit von 2008 widerspiegelt, die ja auch nicht überwältigend war….Rest spar´ ich mir.
Und dann: angesichts weltweiter Rezession in wirtschaftliche Schwierigkeiten bis ins Desaster gewissermaßen hinein zu sparen…den Rest spar´ich mir hier auch.
Gabriel glaubt, es würde jetzt im Angesicht einer weltweiten Rezession Sinn machen zu sparen. Davon, dass konjunkturpolitische Maßnahmen Zeit brauchen, dass also wegen der weltweit kritischen Entwicklung expansive Maßnahmen jetzt angesagt wären, hat dieser Parteivorsitzende keine Ahnung. Wie die SPD ihre makroökonomische Kernkompetenz früherer Jahre verspielt hat, ist schon bemerkenswert. Hier ist kein Unterschied zu erkennen, weder zur CDU-Mutti, noch zu der viel gelobten schwäbischen Hausfrau.
Und sein Armutsrenten-Konzept: Also, dafür braucht man wirklich nicht Herrn Gabriel als Kanzler. Legt man die beiden Plots von CDU/SPD übereinander, bekommt man eine wunderbare Kongruenz. Aber hallo!
Und zum Schluss: Die Fiskalunion, zu der Herr Gabriel auch ein wundervolles Verhältnis hat und er gerne dafür seine volle Zustimmung gegeben hat, sie wird Deutschlands endgültiger Untergang sein.
Also, worin unterscheidet sich die SPD zur CDU?

32) riskro, Dienstag, 18. September 2012, 16:59 Uhr

31) Peter Christian Nowak, fragt: worin unterscheidet sich die SPD zur CDU?

Zuvor hat er die Antwort schon gegeben und meint kein Unterschied.

Also wählen wir diesmal SPD, vielleicht liegt ja N. mit seiner Meinung falsch und sie machen es besser, da zu heute ja kein Unterschied besteht, können wir Wähler ja nichts falsch machen.

33) FF, Dienstag, 18. September 2012, 17:20 Uhr

Frank Reichelt, 27; riskro, 28:

Vielleicht habe ich mich unpräzise ausgedrückt: ich wollte keinesfalls irgendwelche Berufsgruppen diskriminieren – ganz im Gegenteil.

Vertreter dieser “ehrlichen Berufe” kämen niemals auf die Idee, den Spitzensteuersatz zu senken, die Agenda 2010 zu “erfinden” oder von “Rente ab 67″ zu schwadronieren.

Ich wollte nur veranschaulichen, daß die gesamte derzeitige sPD-Spitze nie und nimmer die Schuhe ausfüllt, die sie großspurig für sich beansprucht. Zwerge, die sich als Riesen ausgeben…

34) Doktor Hong, Dienstag, 18. September 2012, 23:05 Uhr

Wenn ich eine Vermutung bezüglich des wahrscheinlichsten Szenarios äußern darf: Große Koalition unter Führung Angela Merkels, aus zwei Gründen:

1. Angela Merkel hat womöglich die Faxen ihrer Koalitionspartner dick

2. Nach Wechselstimmung sieht es nicht aus. Möglicherweise überholt Merkel noch den Rekord ihres Ziehvaters Helmut Kohl.

Ähnliches steht ja auch bereits in der Kolumne.

35) m.spreng, Mittwoch, 19. September 2012, 08:49 Uhr

@ 7) Frank Reichelt

Hannelore Kraft kann 2017 nicht Kanzlerkandidatin werden, weil 2017 Landtagswahlen in NRW sind.

36) Frank Reichelt, Mittwoch, 19. September 2012, 08:57 Uhr

@ m.spreng

Ist mir bekannt.
Allerdings findet die Landtagswahl voraussichtlich im Frühjahr 2017, die Bundestagswahl im Herbst statt. Sollte Frau Kraft bei ihrer Wahl ein herausragendes Ergebnis erzielen, würden die Rufe nach einer Kanzlerkandidatur doch sofort laut werden. Es wäre doch nicht das erste mal, dass ein Wahlsieger auf Länderebene sich anschließend nach Berlin verabschiedet. (Schröder 1998)

37) Erika, Mittwoch, 19. September 2012, 09:08 Uhr

@ 32) Doktor Hong, Dienstag, 18. September 2012, 23:05 Uhr

Womöglich haben ihre Koalitionspartner auch die Faxen von Frau Merkel dick?

38) StefanP, Mittwoch, 19. September 2012, 10:58 Uhr

Obwohl die Union scheinbar uneinholbar vorne liegt, könnte Angela Merkel’s Macht am Ende von der siechen FDP abhängen. Erstens bekennen sich derzeit in Umfragen weniger Befragte zum kleinen Koalitionspartner als am Ende Stimmen gezählt werden. Sowohl in Schleswig-Holstein als auch in NRW lag das tatsächliche Wahlergebnis mehr als 1%-Punkt über der letzten Prognose. So könnten die Liberalen eine Sperrminorität erreichen. So soll die Kanzlerin ihre Koalition noch nicht aufgegeben haben. 39 Prozent für die Unionsparteien und 7 Prozent für die Liberalen könnten reichen, wenn die Piraten an der 5%-Hürde scheitern sollten.

Anders könnte ein Kandidat Steinbrück die Stimmen für die SPD holen, die für eine Ampelkoalition reichen könnten. Allerdings sieht es dafür momentan nicht gut aus, besetzt Angela Merkel doch das derzeit alles überragende und beherrschende Thema Europa. Hier scheint sie unangreifbar, zumal die Deutschen in ihrer Mehrheit Kompetenzverlagerungen nach Brüssel goutieren. Es müsste also trotz der schwachen Regierungsperformance sehr viel schief laufen, damit die Sozialdemokraten einen überzeugenden Sieg einfahren könnten. Entsprechend zerstritten präsentiert sich die Partei. Gegen jede Vernunft bekämpft ein Teil weiterhin die Rente mit 67, verspricht den Bürgern weiter deutlich steigende Belastungen, will man weiterhin vor allem die Mittelschichten schröpfen.

Das wäre nicht mal ein Sterben in Schönheit.

39) Markus Fiermann, Mittwoch, 19. September 2012, 11:12 Uhr

Die Kür eines Kanzlerkandidaten ist m.E. die Spitze einer funktionierenden, gut im Saft stehenden Partei. Die SPD dagegen erscheint mir aktuell derart handzahm, weshalb ich ihr das Potenzial für eine Regierungspartei absprechen möchte. Dieser Befund liegt auch in dem Fraktionsvorsitzenden Steinmeier begründet. Ein guter Ministerialbeamter (Kanzleramt), später Außenminister, kann im Amte eines Oppositionsführers eine Fehlbesetzung sein. Ich sehe auch ansonsten kein ministrables Personal in den Reihen der SPD. Über die Frage “wer macht es 2017?” hinaus muß die SPD sich vollständig neu als Oppositionspartei aufstellen, und sei es dafür Sorge tragen, als schlagkräftige Opposition wahrgenommen zu werden. Andernfall ist die SPD auf ihre Art durch Unterlassen auch ein Kanzlerwahlverein (pro Merkel). Die isolierte Frage der Kanzlerkandidatur hieße dagegen “das Pferd beim Schwanz aufzäumen”. Das ist auch für 2017, mag es dann Gabriel sein wollen, schlichtweg zu wenig.

40) m.spreng, Mittwoch, 19. September 2012, 12:24 Uhr

@ 36) Frank Reichelt

Dann müsste aber Frau Kraft – wie Schröder 1998 in Niedersachsen – die NRW-Wahl zur Volksabstimmmung über ihre Kanzlerkandidatur machen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das (“Der nächste Bundeskanzler muss ein NRW-Bürger sein”) in größten Bundesland funktioniert.

41) Maren P., Mittwoch, 19. September 2012, 15:37 Uhr

@ 40) Herr Spreng

Andersrum wird vllt. doch ein Schuh draus: “Wir haben die Kraft zur Kanzlerin”?

42) Doktor Hong, Mittwoch, 19. September 2012, 15:55 Uhr

@37) Erika

Auch das ist durchaus möglich. :)

Allerdings haben diese keine realistische Machtoption, Frau Merkel mit der SPD schon, und zwar ohne dass es zu Neuwahlen kommen müsste.

43) Doktor Hong, Mittwoch, 19. September 2012, 16:03 Uhr

@40) m.spreng

“Die nächste Kanzlerin muss ‘ne Westfälin sein” klingt doch besser…

Allerdings schwer zu sagen, was der durchschnittliche Kölner, Bonner und Düsseldorfer davon halten würde :)

Meinen Sie als Politikberater, es wäre eine gangbare Strategie, Düsseldorf gegen Frau Kraft aufzustellen, damit die Kölner dann aus Prinzip dafür sind? :)

Genug geflachst, so schlimm ist es ja nicht. :)

44) J. M. Robertson, Mittwoch, 19. September 2012, 17:11 Uhr

Dieses sinnlose Palaver über wer oder wie, schwarz oder rot, gelb und grün, bringt doch nichts.
Die Wähler sind doch nicht blöd. Was sagen uns diese Parteien eigentlich !! Nichts, außer leeren Versprechungen. Da sind sie alle gleich. Wer schließlich auf dem Thron sitzt und welche Farbe dominiert, ist für die meisten Bürger am Ende bedeutungslos. Dieses Machtgerangel im Namen der Demokratie geht dem Bürger langsam am Arsch vorbei. Ob Erika Merkel gewinnt, oder Steinbrück und Co. das Rennen machen, was ändert sich schon in Deutschland.!! Gruss Putin

45) Don Corleone, Mittwoch, 19. September 2012, 17:22 Uhr

Die SPD ist mit ihrem Troika-Eiertanz falsch beraten, auch wenn dieses Ballett nolens volens stattfindet. Kein einziges Kasperltheater konnte je einen Zuwachs an Zuschauern erzielen, indem es drei statt einem Kasperle “Seid ihr alle da?” krächzen ließ.
Auch als Antagonist war ein einziges Krokodil stets dramaturgisch wirksamer. Und dieses eine — wobei Angela Merkel nicht mal andeutungsweise mit einem Reptil verglichen sei — tritt für den ungeliebten Koalitionspartner, dem man gleichwohl willfährig diente, vor den Vorhang.

46) Erika, Donnerstag, 20. September 2012, 09:23 Uhr

Steinbrück geht in die Offensive und Merkel macht was sie immer macht:

“Steinbrück mag in der kommenden Woche die Schlagzeilen dominieren, die Kanzlerin aber hält schon dagegen. Wie so oft in den vergangenen vier Jahren hebt sie bei populären sozialdemokratischen Themen, von der Energiewende bis zum Mindestlohn, den Finger und sagt: Das mach ich jetzt auch.

Selbst wenn die SPD am Ende verliert, könnte das Land also gewinnen.

So endet ein Artikel auf zeit-online: http://www.zeit.de/2012/39/Deutsche-Bank-Bankenregulierung-Finanzmarkt

An all die Merkel-Fans: “Wollen wir in der Krise wirklich weiterhin eine Kanzlerin, die hauptsächlich Propaganda kann?

47) S1, Donnerstag, 20. September 2012, 19:10 Uhr

Was Herr Spreng hier unterschlägt, 2017 machen es Olaf Scholz und Hannelore Kraft unter sich aus wer Kanzlerkandidat wird. Also ändern Sie ihre Zahlen in 2021 :D

Beste Grüße

48) Günter Springer, Freitag, 21. September 2012, 08:16 Uhr

An alle Merkel-Fans: Was würde wohl passieren wenn Frau Merkel ein Jahr abwesend wäre?
Ich glaube: Nichts!.

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