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Sonntag, 30. September 2012, 17:39 Uhr

Wild mit Steinbrück

Peer Steinbrück habe ich nur einmal getroffen. Es war im November 2003, als Steinbrück noch NRW-Ministerpräsident war und ich noch nicht Berater seines Herausforderers Jürgen Rüttgers. Steinbrück lud einen kleinen Kreis von Politikberatern, Meinungsforschern und Politikwissenschaftlern zum Mittagessen in die NRW-Landesvertretung in Berlin. Es gab Wild.

Das Interessante an dem Treffen war, dass Steinbrück einen ganz heterogenen Kreis geladen hatte – von Hans Eichels Vertrauten Schmidt-Deguelle bis zu Andreas Fritzenkötter, dem langjährigen Medienberater von Helmut Kohl. Steinbrück machte sich damals – und wie sich später herausstellte – zu recht Sorgen, dass ihm Gerhard Schröder die NRW-Wahl im Mai 20o5 verhageln könnte.

Der SPD-Politiker nahm sich selbst sehr zurück, gab nur Stichworte und hörte zu. Ich erinnere mich, dass ich damals bezweifelte, dass Schröder und damit die SPD bis 2005 aus ihrer schweren Vertrauenkrise herausfinden können. Ich riet ihm, sich von Berlin mehr abzusetzen.

Zum zweiten wollte Steinbrück ein paar Ratschläge, wie er sich bei der Landtagswahl positionieren und wie er sein Image verbessern könne. Nicht unclever, denn diese Tipps beim Mittagessen waren kostenlos.

Es änderte aber nichts daran, dass seine Wahl in dem Moment verloren war, als die Zahl der Arbeitslosen im Frühjahr 2005 die Fünf-Millionen-Grenze überschritt.

Hinterher gab es, wie es in der SPD so üblich ist, interne Vorwürfe, wie sich Steinbrück Rat “bei solchen Leuten” holen könne.

P.S. Mit Steinbrück verbindet mich noch etwas: Wir haben einen gemeinsamen Freund und sind beide anlässlich dessen 60. Geburtstag auf einer Gratulations-CD in Form einer nicht ganz ernsten Tagesthemen-Sendung verewigt.

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2 Kommentare

1) Horst Klohocker, Dienstag, 02. Oktober 2012, 11:28 Uhr

Peer Steinbrück, der Mann der mit 37,1% das schlechteste Wahlergebnis einer SPD in NRW seit 1954 einfuhr, soll mit Hilfe seiner Berater die deutsche Sozialdemokratie nun retten!?? Klingt absonderlich, ist aber so!

Die Berater von Frau Merkel werden es dagegen leicht haben. Sie müssen nur die Erinnerungen der SPD Klientel auffrischen, dass dieser Herr Steinbrück ja mitverantwortlich für die Agenda 2010 und damit Hartz IV ist und schon gehen die Umfragewerte der SPD in den Keller. Eventuell geht Peer Steinbrück dann in die Geschichte ein als der Mann, der das schlechteste Wahlergebnis einer SPD in Deutschland einfuhr und dieser negative Rekord wird sicher für sehr lange Zeit seine Gültigkeit behalten.

2) m.g.t., Dienstag, 02. Oktober 2012, 20:07 Uhr

Soso, die Tipps waren also kostenlos.. waren Sie aber auch umsonst? Sich von Berlin abzugrenzen, das ist ja wohl immer ein beliebter Vorschlag – jedenfalls dann, wenn es den eigenen Leuten im Bund schlecht geht. Die CSU hat ein Dauerabo in dieser Diszipln. Siggi Pop 2003 hat man aber vorgeworfen, sich zu sehr von Schröder abzuwenden… was jetzt?
Wenn man mal zurückdenkt an die damalige Zet, als es auch im Bund zu Neuwahlen kam, konnte sich auch der viel bessere Wahlkämpfer Gerhard Schröder kaum gegen Angela Merkel wehren, bis diese den “Professor aus Heidelberg” hervorzauberte. Tja, Genosse Trend war eben gegen “SuPeer” und ähnlich peinliche Spielchen.
Was aber viel interessanter an dem Artikel ist als die Menüfolge, ist, dass sich Steinbrück Profis ohne Rücksicht auf parteipolitische Ausrichtung einlud. Das spricht für ihn und macht Hoffnung – ganz egal, wie die Wahl ausgeht. Denn dann wird es eine ausgeglichene Wahlplattform geben – zumindest in den Gedanken des Chefwahlkämpfers.

@Herrn Klohocker Nr. 1
Die Agenda 2010 ist dann elf Jahre alt, 5 Millionen Arbeitslose sind lange her. Aber wenn Sie davon betroffen sind, dann fällt mir dazu in Anlehnung an Kurt Beck (waschen und rasieren, dann klappts auch mit dem Job) nur der Tipp ein, mal von ihrem hohen Thron äh Ross herunterzusteigen.

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