Dienstag, 02. Oktober 2012, 12:38 Uhr

Der kalte Kandidat?

Peer Steinbrück ist ein tough guy, ein harter Hund. Schnell im Kopf, hart im Austeilen, provokativ, polemisch, witzig, ironisch und selbstironisch. Einer nach dem Motto: lieber einen guten Freund verlieren als eine gute Pointe. Ein Typ, dem man gerne zuhört – Unterhaltungswert garantiert. Aber reicht das für Kanzler?

Gut, er ist auch sachkundig, kann regieren oder mitregieren, ist krisenerprobt, führungstark. Aber reicht das, um Kanzler zu werden?

Dafür müssen erst noch andere Fragen beantwortet werden: Ist Steinbrück auch mitfühlend? Hat er Herz? Ist er sympathisch? Oder ist er der kalte Kandidat?

Diese Fragen offenbaren seine Achillesferse. Denn schon einmal ist ein Kandidat gescheitert (Edmund Stoiber, ich kann da mitreden), der zwar als kompetent wahrgenommen wurde, aber nicht als sympathisch. Und das, obwohl Stoiber nachweislich mehr soziale Kompetenz besaß als sie jetzt bei Steinbrück wahrzunehmen ist. Dafür fehlten Stoiber aber Steinbrücks Rhetorik, Witz, Ironie und vor allem Selbstironie.

Wenn Steinbrück Kanzler werden will, muss er an seiner Persönlichkeit nacharbeiten oder bisher versteckte Seiten zeigen – wenn das nicht bei einem 65jährigen zu spät ist. Steinbrück muss „raus aus den Kaviaretagen, rein in die Leberkäsetagen“ (oder Currywurst-Etagen), wie es einmal Franz Josef Strauß  formulierte.

Bei Bankern, Versicherungsbossen, Sparkassenchefs hat Steinbrück genug gesessen und geredet. Er muss in die Jobcenter, Behindertenwerkstätten, Ausbildungsbetriebe, Sportvereine (nicht im Aufsichtsrat), Kleingartenvereine, Jugendzentren. Er muss dorthin, wo die Wähler leben und arbeiten, die am Ende die Wahl entscheiden. Fremdelt er da oder kann er das? Seine ersten TV-Auftritte nach seiner Nominierung verstärken die Bedenken.

Hat Steinbrück einmal öffentlich Hartz-IV-Empfängern, die nach einem langen Arbeitsleben in die Arbeitslosigkeit gerutscht sind, für ihre Lebensleistung gedankt? Hat er den Unternehmenschefs, die ihre Produktion mit Zeitarbeitern und Kettenverträgen verbilligen, einmal ins Gesicht gesagt, wie asozial ihr Verhalten ist? Hat er in Jobcentern einmal die Verzweiflung der Arbeitssuchenden und der Arbeitsvermittler erlebt? Hat er seiner Friseurin nicht nur ein Trinkgeld gegeben , sondern auch ihrer Chefin gesagt, dass sie von dem Hungerlohn keiner leben kann?

Akademisch hat er das eine oder andere sicher schon gesagt, aber mit echter Empathie? Weiß einer, der von der „driftenden Einkommens- und Vermögensentwicklung“ spricht, was die immer größere Kluft zwischen Arm und Reich real bedeutet?  Angela Merkel weiß das wahrscheinlich auch nicht. Aber sie ist schon Kanzlerin (wenn auch weniger aus eigenem Verdienst), sie ist den Wählern offenbar sympathisch in ihrer zurückgenommenen, uneitlen Art.

Steinbrück hat gesagt, er habe aus „Eitelkeit, Ehrgeiz und Bestätigung“ die Kanzlerkandidatur angestrebt. Das ist ehrlich und vielleicht selbstironisch. Aber es zeigt auch die Defizite. Und es kann ja wohl kaum die Überschrift über seine Kampagne und seine Botschaft sein. Er selbst reicht als Botschaft nicht aus.

Steinbrück braucht keine machiavellistischen Wahlkampfberater. Er braucht einen Empathie-Coach. Sonst scheitert er nicht nur an Merkel und den Umständen, sondern an sich selbst.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

73 Kommentare

1) Erika, Donnerstag, 04. Oktober 2012, 09:31 Uhr

26) Wolfgang Wabersky, Dienstag, 02. Oktober 2012, 23:20 Uhr

„Seinem Einfluss ist es zu verdanken, dass 2005 in der Großen Koalition weitere Deregulierungen zu Gunsten der Finanzwirtschaft vereinbart wurden. Die Finanzkrise und deren Auswirkungen hat er gar nicht kommen sehen und unterschätzte sie in der Folge viel zu lange. “

Und „seine“ Kanzlerin hat sich mit aller Macht dagegen gewehrt und er musste sie fesseln und foltern?

Vielleicht geht es ja Steinbrück so, wie Merkel im Fall Gorleben:

„damals war ich noch nicht so perfekt, wie heute“

2) riskro, Donnerstag, 04. Oktober 2012, 10:21 Uhr

47) Peter Christian Nowak schreibt: Er wird krachend scheitern.

Was für ein Demokratieverständnis. Wenn er nicht die Mehrheit erhält um mit welcher Koalition auch immer eine Regierung stellen zu können, ist er nicht krachend gescheitert, sondern nicht gewählt worden.
Nochmal ich bin nicht unbedingt ein Steinbrück-Fan, aber auch kein Merkel-Fan. kleinErna 46) hat zu recht darauf hingewiesen, dass Merkel innenpolitisch das Feld ihrer überforderten Ministerriege überlassen, mit dem Ergebnis: Chaos in allen Bereichen. Innenpolitik ist aber genau so wichtig wie Außenpolitik.
Diese reale Situation nicht zur Kenntnis zu nehmen, heißt ebenfalls die Augen vor der Wirklichkeit verschließen.
Auch wenn man Nicht- Fan der SPD ist, gehört es zum fröhlichen Miteinander dazu, sich nicht vor der Wahrheit blind und taub zu stellen.

3) FF, Donnerstag, 04. Oktober 2012, 10:39 Uhr

Steinbrück? Pffffft… Er soll „an seiner Persönlichkeit nacharbeiten“, sich gar richtiggehend ändern?

Bißchen viel verlangt für einen notorisch selbstverliebten 65jährigen, finden Sie nicht, Herr Spreng?

Der zweitgrößte Hamburger Staatsmann aller Zeiten überzeugt ja nicht mal seine eigenen Leute. Und diejenigen, die er vielleicht überzeugt, wählen noch im Grab CDU oder FDP.

Und dann noch dieses gräßlich autoritäre, rechthaberische, hochfahrende, ellbogenschonerhafte Gehabe des aufgerückten Büroleiters…

Nee, das wird nix. Nie und nimmer.

4) Günter Springer, Donnerstag, 04. Oktober 2012, 11:38 Uhr

@47) Peter Christian Nowak,
ich habe mir Ihren Beitrag durchgelesen und ich muß sagen Ihr Beitrag steckt voller Haß.
Ihre Meinung, daß Herr Steinbrück für das Europa-Desaster verantwortlich ist, ist geradezu lächerlich!
Wo war denn die vielgepriesene Bundeskanzlerin zu Zeiten der großen Koalition? Wohl mit dem Geldköfferchen auf Reisen?
Die Politik der Regierung bestimmt immer noch der Kanzler, da für ist er schließlich da und er ist verantwortlich für das, was die Regierung tut. So war es jedenfalls in allen Regierungen vorher. Seit der Aera Merkel ist das nicht mehr so und sie wird in ihren Versuchen oft in Deckung zu bleiben ja ausgiebig von den Medien unterstütz. Weitere ausgiebige Unterstützung erfährt sie ja von der Großindustrie und den Banken, die sich damit dankbar zeigen , da ihnen von Seiten der Merkel kein Schaden entstehen wird.
Gerade auf diesem Gebiet hat der Herr Steinbrück eine andere Haltung als die Frau Merkel, damit wird er zu unbequem für die Schichten in Deutschland, die (Ausnahmen bestätigen die Regel) unverdientermaßen den Reichtum einstreichen, im Ausland bunkern und damit den ehrlichen deutschen Steuerzahler prellen. Mit Verlaub, eine Sauerei, die nicht mehr zu überbieten ist.
Ich wünsche, daß Herr Steinbrück die Bundestagswahlen gewinnt und Kanzler wird.
Noch eines: dieses platitüdenhafte >der Euro muß gerettet werden, dann ist Europa gerettet> aus dem Munde von Frau Merkel erinnert mich sehr an die Aussprüche der Regierung der ehemaligen DDR. Dort hieß es auch > es ist alles der Sicherung des Friedens geschuldet<.
Danke, wohin wir damit gekommen sind, kenne ich aus eigener Erfahrung.

5) Gregor Keuschnig, Donnerstag, 04. Oktober 2012, 12:42 Uhr

@17/m. spreng
Flutkatastrophe und Irakkrieg – beides ist sicherlich wichtig gewesen. Aber deswegen hat Stoiber nicht verloren. Der entscheidende Punkt war, dass die PDS an der 5%-Hürde scheiterte, die sie 1998 mit 5,1% noch knapp erreichte (auch bei 4,9% wäre sie 1998 im Bundestag gewesen, da sie 4 Direktmandate gewann statt 2 wie 2002). Sie verlor ein fünftel ihrer Stimmen (knapp 500.000 Wähler). Nur die SPD büßte noch mehr Stimmen ein (knapp 600.000). Mit einer starken PDS-Fraktion hätte es schon damals eine Große Koalition gegeben. Die kulturellen Unterscheide zwischen Schröder und Stoiber waren zwar virulent, werden aber m. E. überbewertet. Tatsächlich litt Stoiber viel zu lange an rhetorischen Defiziten, die nicht zu kompensieren waren. Das linke Lager mißtraute damals schon Schröder, blieb aber entweder zu Hause oder wählte Grün.

Wenn Sie für eine empathiegewaschenen Steinbrück eintreten, so müssten Sie wissen, dass er damit erst recht scheitern wird: Niemand wird ihm glauben. Interessant in den Kommentaren ist, dass diejenigen, die Steinbrück Hochmut und Rechthaberei attestieren, selber hochmütig und rechthaberisch sind.

6) Gela, Donnerstag, 04. Oktober 2012, 15:11 Uhr

Ihr Beitrag ist ganz wunderbar… er benennt, was vielen Politikern abgeht: echte Empathie. Dafür gibt es viel zu viel Ich, Ich, Ich.

Aber im Zeitalter des Narzissmus ist das kein Wunder, und bei (vielen) Politikern schon gleich gar nicht. Oder?

7) H.F., Donnerstag, 04. Oktober 2012, 17:14 Uhr

#Dafür müssen erst noch andere Fragen beantwortet werden: Ist Steinbrück auch mitfühlend? Hat er Herz? Ist er sympathisch? Oder ist er der kalte Kandidat?

Diese Fragen offenbaren seine Achillesferse.#

Nicht nur diese Fragen, die Diskussion über seine Nebeneinkünfte offenbaren noch ander Achillesfersen: Ist er integer?

Mag sein, dass es zu früh ist hier negative Spekulationen zu äußern. Aber vom Tisch wischen kann man mit der Heimlichtuerei diese Fragen nicht. Und dass er die Einkünfte seiner Frau nicht veröffentlichen will, kann man zwar verstehen, aber vielleicht sollte sie in diesem Fall darauf verzichten, Kanzlergattin zu werden.

8) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 04. Oktober 2012, 20:24 Uhr

@52)Günter Springer
@50) riskro,

Steinbrück wird Ihre Wünsche nach einer gerechteren (Innen)- Politik nicht erfüllen. Dass er nach Merkel der Wunschkandidat vieler ist, mag für den einen oder anderen verständlich sein.
Sie greifen zu kurz in Ihren Gedanken zu Steinbrück. Im Gegensatz zu Ihnen sehe ich Anzeichen, dass Steinbrück von den Medien in den nächsten Monaten hoch geschrieben werden wird. Und zwar, weil er als Antipode zur Merkel als Alternative für eine Merkel-überdrüsssigen Wählerschaft gehandelt wird. „Merkels gefährlichster Gegner“, war unlängst in der SZ zu lesen. Steinmeier bekommt allüberall Zustimmung, weil man vergessen hat, welchen erheblichen Anteil er an der Krise hat
„Denn Peer Steinbrück täuscht: Er gibt sich als unabhängig und kritisch gegenüber Banken und Spekulanten – und ist doch einer der ihren. Er gebärdet sich als schnoddrig, aber gradlinig und verantwortungsbewusst – tatsächlich leugnet er Verantwortung. Er wird als guter Wahlkämpfer dargestellt – doch er war es nicht und wird es auch nicht sein.“ (der Freitag)
Sie übersehen in Ihren beiden Bewertungen, welchen Anteil Steinbrück an den Deregulierungen der Finanzmärkte hat. Eines der schlagendsten Argumente gegen Steinbrück. Mir völlig unverständlich warum Sie das übersehen. Die völlig sinnlose Rettung von IKB und HRE kostet die Wählerschaft dreistellige Milliardenbeträge. Die Banken seien „systemisch“. Bei tausendmaliger Wiederholungen dieser These bleibt es bei unbewiesenen Behauptungen, mit dem Effekt, dass die Leute es glauben. Das Ziel ist erreicht.

Steinbrück war Finanzminister zu Beginn der Krise. Er kämpfte vehement für die Deregulierungen auf dem Finanzmarkt. Das war 2005 und im Kontext der Koalitionsvereinbarungen. Unter anderem forderte er den Verbriefungsmark. Die Kontrollfunktion der BaFin hat er per ordre de mufti eingeschränkt, wohl wissend, dass ansonsten die BaFin für derlei Betrugsgeschäfte kein Verständnis haben dürfte. Er wollte den Finanzplatz Deutschland zu einem Prestige trächtigen Platz machen, ähnlich der London City oder der Wall Street. Steinbrück musste zu diesem Zeitpunkt über die drohende Krise längst unterrichtet sein. Denn Warnungen kamen aus allen Richtungen. Der Zustand der HRE und IKB, schon frühzeitig von Experten erkannt, war der Beginn einer sich abzeichnenden Krise. Über die Erkenntnisse von Fachleuten setzte sich Steinbrück einfach hinweg. Damals war sogar schon die Rede von einer Bad Bank, die notwendigerweise gegründet werden müsse. Das war zu Schröders Zeiten. Steinbrück war gewarnt. Heute schiebt er die Schuld auf die Vereinigten Staaten. Sie seien die Ursache.
Steinbrück ist wie auch Merkel in den Fängen der Finanzwirtschaft. für Josef Ackermann ist er der Wunschkandidat. Hier wiederhole ich mich. Insofern bleibe ich dabei, dass Steinbrück zu Merkel keine Alternative bietet. Diejenigen, die ihn als Hoffnungsträger sehen, werden enttäuscht werden, und mit einem deja-vu konfrontiert sein: Schröder und Rot/Grün nach ´98.

9) H.Dieske, Donnerstag, 04. Oktober 2012, 20:39 Uhr

Das ist eine sehr gute Einschätzung der Wirkung Steinbrücks auf die Masse der Wähler. Ich glaube, dass ihm genau dies bei ebendieser Masse daß „Genick brechen“ wird.
-Holger Dieske-

10) Mark, Freitag, 05. Oktober 2012, 08:40 Uhr

Steinbrück wird eine harte Zeit haben bis zur Bundestagswahl. Der Streit um seine „Nebeneinkünfte“ (die in Wahrheit ja seine Haupteinkünfte sind, da sie ein vielfaches der Abgeordnetenbezüge darstellen) wird lauter.

SPON meldet gerade: „Nebeneinkünfte Transparency International rügt Steinbrück / Die Kritik an Peer Steinbrück wird lauter: In den Streit um die Nebeneinkünfte des SPD-Kanzlerkandidaten schaltet sich jetzt auch Transparency International ein. Die Anti-Korruptions-Wächter fordern ihn auf, seine wahren Auftragnehmer offenzulegen.“

Wie lange (und wie?) wird Peer Steinbrück sich dem Druck der Öffentlichkeit entziehen können? Wird er schon genervt zu Wahlkampfveranstaltungen gehen und mit angewidertem Gesichtsausdruck Fragen danach barsch zurückweisen (das gibt schöne Bilder!)? Wird er die Fragen mit einem Lächeln ignorieren?

Es ist wie bei Wulff und vielen anderen: Wenn die Öffentlichkeit mal einen Fisch an der Angel hat, dann lässt sie in der Regel nicht mehr los. Tja, und nun scheint also Steinbrück der Fisch zu sein.

Nein, die SPD hat sich keinen Gefallen getan mit Steinbrück. (Allerdings hat sie sich auch keinen Gefallen mit ihrer Politik getan, worin ich den größten Schwachpunkt sehe.) Blöd nur, dass die Alternativen genauso schlimm sind. Steinmeier? Schonwaschgang mit Weichspüler bitte. Gabriel? Zu unbeliebt, zu oft schwafelnd. So gewinnt man keine Wahlen!

Es bleibt spannend.

11) Mark, Freitag, 05. Oktober 2012, 09:17 Uhr

Nee, wirklich. Steinbrück macht m.E. alles falsch, was man nur falsch machen kann.

Nicht nur, dass er sich jetzt schon in seinen Nebeneinkünften zu verheddern scheint, nein, jetzt will er auch noch Gerhard Schröder (ja, den Gerhard Schröder!) als Wahlkampfhelfer in die Arena nehmen:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article109633948/Das-Image-vom-Gruenenfresser-ist-konstruiert.html

Es würde ihn freuen, so Steinbrück im Interview, wenn Gerhard Schröder in seinem Wahlkampf aufträte. Meine Schlußfolgerung: Steinbrück hat wirklich wenig verstanden und ist absolut nicht in der Lage, die Stimmung in der Bevölkerung zu erkennen. Holt er tatsächlich Schröder in den Wahlkampf, dann wird sich die SPD über ein Ergebnis von 20% noch freuen dürfen. Wobei, warum nicht? Ich sehe da vor meinem geistigen Auge schon einen Steinbrück, der sich nach der Wahl ausgibig bei den Wahlhelfern bedankt und die 20% als unglaublichen Sieg betitelt. Daraufhin minutenlanger, frenetischer Applaus im Willy-Brandt-Haus und hunderte von Menschen, die „Danke, Peer!“-Schildchen in die Kameras halten…

Oh Mann, womit haben wir das bloß verdient?

12) riskro, Freitag, 05. Oktober 2012, 10:08 Uhr

56) Peter Christian Nowak, Sie haben meinen Kommentar 50 wohl gelesen, aber nicht verstanden.
Gelesen heißt nicht gleichzeitig verstanden. An keiner Stelle habe ich eine gerechtere Innenpolitik gewünscht. Sondern nur aufgezeigt, das Politik aus Innen und Außenpolitik besteht, für Frau Merkel anscheinend nur aus Außenpolitik.

ich sollte mir wohl doch überlegen, Steinbrück zu wählen,wenn Ackermann ihn für den richtigen Mann hält. Sachverstand kann man Ackermann ja nicht absprechen (Sie vielleicht doch) und da er nicht mehr an der Spitze der Deutschen Bank steht, unterliegt er keinen Interessenkonflikt.
Ansonsten gibt ihr Kommentar außer nicht bewiesenen Behauptungen nichts her und über die Richtlinienkompetenz der Kanzlerin gehen Sie geflissentlich hinweg.

13) Alexander, Freitag, 05. Oktober 2012, 11:16 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie sich der ehemalige Walhkampfleiter Edmung Stoibers zu gewissen Themen äussert. Gibt es also tatsächlich – unabhängig von link und rechts – so etwas, wie den gesunden Menschenverstand? Der scheint bei Ihren Beiträgen jedenfalls federführend zu sein und auch der Grund, warum sie so lesenswert sind.

Ich frage mich, warum bei mir das gleiche Gefühl selten bis nie bei aktiven Politikern vorkommt – egal welcher Partei sie angehören. Ist die Politik also kein Ort der Vernunft? Das wäre eine traurige Erkenntnis.

Ich glaube Sie werden deshalb oft von (traditionell eher linken) Bloggern und Nachrichten zitiert, weil sehr viele Menschen sich durch eine Sache mit Ihnen verbunden fühlen, nämlich den gesunden Menschenverstand. Und der ist glücklicherweise parteilos.

Liebe Grüsse,
Alex

14) Erwin Gabriel, Freitag, 05. Oktober 2012, 11:36 Uhr

@ 56) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 04. Oktober 2012, 20:24 Uhr

Einiges von dem, was Sie schreiben, ist nicht von der Hand zu weisen: Natürlich hat sich Peer Steinbrück energisch für eine Deregulierung der Finanzmärkte eingesetzt. Aber: Die Liberalisierung der Finanmärkte in Deutschland hat mit der Finanz- (und der daraus folgenden Euro-)Krise nur sehr, sehr wenig zu tun: Dieser Mist wurde in den USA produziert, in der deutsche Gesetzte deutlich weniger Auswirkungen haben als amerikanische Gesetze hier. Dazu scheint er verstanden zu haben, dass das ein Fehler war und Banken an die Kette zu legen sind.

Letztendlich verhält es sich so: Merkel oder Steinbrück sind die beiden zur Wahl stehenden Kanzlerkandidaten (es werden Parteien gewählt, ich weiß, aber einen der beiden läuft es letztendlich hinaus). Und letztlich mache ich mein Kreuz für die SPD, wenn Peer Steinbrück mir lieber ist oder von mir als kleineres Übel angesehen wird. Oder ich mache mein Kreuz bei irgend einer anderen Partei, etwa den Linken, den Rechten, den Piraten, den Liberalen, den Grünen. Dann helfe ich direkt oder indirekt dabei, Angela Merkel eine weitere Kanzlerschaft zu sichern.

Das ist die Situation, das ist die Wahl, die wir haben.

15) Alex2, Freitag, 05. Oktober 2012, 11:48 Uhr

56) Peter Christian Nowak

Vielen Dank, Herr Nowak, für Ihren fundierten Kommentar, den ich nur zustimmen kann.

Das zackige Auftreten, der „klare Kante“-Stil von Herrn Steinbrück gefallen mir ja insgesamt sehr gut. Politikdarstellung und die Entwicklung und Umsetzung von Politik-Strategien sind zwei völlig unterschiedliche Dinge – leider! Der beste Selbstdarsteller ist niemals auch der beste fachlich geeignete Politiker. Diese Lektion lese/lerne ich aus diesem Blog und den vielen Kommentaren.

Die in sich zerstrittene SPD, die profilneurotischen SPD-Linken werden schon alles tun, um Steinbrück im Wahlkampf zu blockieren oder aber ihn als Bundeskanzler so viele Knüppel zwischen die Beine werfen, dass er nicht weit kommt.

Und wie wir sehen, sind die SPD-Linken schon fleißig dabei. Steinbrück ist gerade mal eine Wche Kanzlerkandidat und hat schon die ersten Knüppel von den SPD-Linken mit der Aufschrift „Nebeneinkünfte“ zwischen den Beinen bekommen.

Das Kasperletheater kann losgehen!

16) riskro, Freitag, 05. Oktober 2012, 12:10 Uhr

59) Mark, wie wär es wenn Sie sich als sein Wahlkampfhelfer zur Verfügung stellen. Dann wäre ihm der Sieg 2013 nicht mehr zu nehmen. Wäre zwar nur dadurch gut, dass wir Angie los wären.

17) Rainer Braendlein, Freitag, 05. Oktober 2012, 13:12 Uhr

Vorwort Friedrich’s des Großen (König von Preußen, Förderer der positiven Aufklärung) zu seinem Buch “Antimachiavel”:

“Der Fürst” (ein Buch von Machiavelli) bedeutet auf dem Gebiet der Moral, was das Werk von Benedikt Spinoza im Bereich des Glaubens darstellt: Spinoza untergrub die Fundamente des Glaubens und versuchte nichts Geringeres, als die Religion insgesamt umzustürzen; Machiavelli verdarb die Politik und unternahm es, die Gebote der gesunden Moral zu vernichten. Die Irrtümer des Einen waren nur Irrtümer der Spekulation, die des Anderen der Praxis. Dennoch haben Theologen gegen Spinoza Sturm geläutet und Alarm geschlagen, ist sein Werk in aller Form widerlegt und die Gottheit gegen die Angriffe des Ungläubigen bewiesen worden, während Machiavelli nur von einigen Moralisten zur Rede gestellt wurde und er sich ihnen zum Trotz und ungeachtet seiner verhängnisvollen Moral bis heute auf dem Lehrstuhl der Politik gehalten hat.

Ich wage es, zur Verteidigung der Menschheit gegen ein Ungeheuer anzutreten, das sie zerstören will; und ich habe mich erkühnt, meine Überlegungen zu seinem Buch Kapitel für Kapitle darzulegen, daß sich das Gegengift gleich neben dem Gift befindet.

Ich habe Machiavellis “Fürsten” immer als eines der gefährlichsten Werke betrachtet, die in der Welt verbreitet sind. Es liegt in der Natur dieses Buches, daß es den Fürsten und den Liebhabern der Staatskunst in die Hände fallen muß. Und da es sehr leicht geschieht, daß ein ehrgeiziger junger Mann, dessen Herz und Verstand noch nicht reif genug sind, um Gutes und Böses zu unterscheiden, durch Maximen verdorben wird, die seinen ungestümen Leidenschaften schmeicheln, muß man jedes Buch, das dazu beitragen kann, als ganz und gar schädlich und dem Wohl der Menschen abträglich halten.

Wenn es schon schlimm ist, die Unschuld eines einzelnen Menschen, der die Angelegenheiten der Welt nur wenig beeinflußt, zu verführen, dann ist es umso schlimmer, die Fürsten – die Völker regieren, für Gerechtigkeit sorgen und ihren Untertanen ein Vorbild sein sollen – zu verderben, Fürsten, die berufen sind, durch ihre Güte, Großmütigkeit und Barmherzigkeit sichtbare Abbilder der Gottheit zu sein und die weniger durch ihre Standeshoheit und ihre Macht als vielmehr durch ihre persönlichen Eigenschaften und ihre Tugenden zu Königen werden.

Überschwemmungen, die ganze Landstriche verwüsten, ein Blitz, der ganze Städte in Asche legt, das tödliche und ansteckende Gift der Pest, das Provinzen entvölkert, all das ist für die Welt nicht so verhängnisvoll wie die gefährliche Moral und die zügellosen Leidenschaften bei den Königen. Denn wenn sie den Willen haben, Gutes zu tun, dann haben sie auch die Macht dazu, und wenn sie das Böse wollen, dann hängt es auch allein von ihnen ab, es zu tun.

Wie beklagenswert ist doch die Lage der Völker, die alles vom Missbrauch der Herrschermacht zu fürchten haben, wenn ihr Hab und Gut zur Beute der Habgier ihres Fürsten wird, ihre Freiheit seinen Launen, ihre Ruhe seinem Ehrgeiz, ihre Sicherheit seiner Tücke und ihr Leben seiner Grausamkeit ausgeliefert ist! Das jedenfalls wäre die Beschreibung eines Reiches, in dem ein politisches Ungeheuer, wie Machiavelli es zu formen sich anmaßt, regieren würde.

Selbst wenn das Gift des Autors nicht bis zum Thron vordringen würde, behaupte ich, das eine einziger Schüler Machiavellis und Cesare Borgias Anlass genug ist, ein derart abscheuliches Buch mit Entrüstung zurückzuweisen. Manche haben zwar gemeint Machiavelli beschreibe eher das, was die Fürsten tun, als das, was sie tun sollen. Dieser Gedanke fand Anklang, weil er richtig zu sein scheint. Man hat sich freilich mit einer glänzenden Fehleinschätzung zufrieden gegeben und sie wiederholt, weil sie einmal ausgesprochen war.

Es sei mir erlaubt, für die Fürsten und gegen ihre Verleumder das Wort zu ergreifen, um diejenigen vor der abscheulichsten Anklage in Schutz zu nehmen, deren einzige Aufgabe es ist, für das Glück der Menschheit zu arbeiten.

Diejenigen, die ein derartiges Urteil über die Fürsten gefällt haben, sind zweifellos durch das Beispiel schlechter Fürsten, von denen einige bei Machiavelli erwähnt werden, verleitet worden oder durch die Geschichte kleiner italienischer Fürsten zu Machiavellis Zeiten und das Leben einiger Tyrannen, die nach solchen bedenklichen Staatslehren gehandelt haben. Ich möchte indes daran erinnern, daß es in jedem Land anständige und unanständige Menschen gibt, so wie in jeder Familie neben den schön Gewachsenen auch Bucklige, Blinde oder Hinkende zu finden sind. Und so gab es zu jeder Zeit und wird es zu jeder Zeit unter den Fürsten Ungeheuer geben, die nicht würdig sind, diesen heiligen Namen zu tragen. Ich könnte noch hinzufügen, daß die Versuchung auf dem Thron außerordentlich groß ist, und daß es einer aúßergewöhnlichen Tugend bedarf, um ihrer zu widerstehen. Kein Wunder also, daß es so wenige gute Fürsten gibt. Dennoch sollten sich alle, die so leichtfertig urteilen, daran erinnern, daß es neben Caligula und Tiberius auch Titus, Trajan und die Antonine gibt; es wäre nämlich eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit einem ganzen Stand das zuzuschreiben, was nur für einige seiner Mitglieder zutrifft.

In der Geschichte sollte man nur die Namen der guten Fürsten aufbewahren und die anderen mit samt ihrer Trägheit und ihrem Unrecht dem Vergessen überlassen. Die Geschichtsbücher würden dann zwar um vieles schmäler werden, aber die Menschheit könnte nur gewinnen und die Ehre, im Gedächtnis weiter zu leben, wäre dann einzig und allein die Belohnung der Tugend, Machiavellis Buch würde nicht länger die Schulen der Politik vergiften, man würde lernen, den kläglichen Widerspruch, in dem er immer mit sich selber liegt, zu verachten, und erkennen, daß die wahre, nur auf Gerechtigkeit und Güte gegründete Staatskunst der Könige sich erheblich vom zusammenhangslosen System voller Grauen und Falschheit unterscheidet, das Machiavelli die Dreistigkeit besaß, der Öffentlichkeit vorzulegen.

(Ende von Friedrich’s Vorwort)

Was hat Politik mit einer christlichen Website ( http://glaubereal.wordpress.com ) zu tun?

Es gibt heute keine öffentlich bekannten politischen Führer, die für ihre Gerechtigkeit, Güte, Tugend, usw. bekannt wären. Es entsteht in der Gesellschaft immer mehr ein Klima, das zu dem Schluß verführt, Gerechtigkeit, Güte, Tugend, etc. würden nicht mehr belohnt werden, sondern im Gegenteil, wer sich korrekt verhält, der wird am Ende der Dumme sein.

Wir brauchen wieder Politiker wie Friedrich der Große, die durch und durch tugendhaft sind und die Tugendhaftigkeit auch in den führenden Schichten der Gesellschaft durchsetzen, sodaß so etwas wie eine staatstragende Schicht entsteht, wie sie es im alten Preußen noch gab.

Es ist wirklich schwer und deprimierend in einer Gesellschaft als Christ zu leben, wo es immer mehr als Schwäche und Dummheit oder gar fast als Behinderung bzw. Naivität gilt, tatsächlich als Christ im Alltag zu leben. “Lieber einer ist Junky oder Alkoholiker, als Christ.” Wir kommen allmählich wieder im heidnischen römischen Reich an.

Möge jeder Politiker den Antimachiavell von Friedrich lesen, damit er erkennt, was seine wahre Aufgabe ist: Nicht sein Volk melken, sondern es glücklich machen. Glück kommt durch Güte, Gerechtigkeit, Tugend, usw.. Es muß wieder der Mensch zum Leitbild werden, der nicht mit allen Mitteln nach Macht, Reichtum, Ruhm und Ehre strebt, sondern seine Mitmenschen liebt und ihr Glück und ihre Wohlfahrt sucht in Verbindung mit Tugend und Gerechtigkeit

18) Tiedgen, Freitag, 05. Oktober 2012, 16:49 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

es hat so seine Tücken, von der „coolen Art“ und der „stoischen Mimik“ bzw. der Neigung zur verbalen Zuspitzung auf die innere Verfassung und die emotionale Kompetenz eines Mannes in einer Führungsposition zu schließen. Ein Teil dieses Habitus´ ist der Rolle geschuldet, um negative Assoziationen zu vermeiden (schwach, ängstlich, weinerlich …). Und ein anderer Grund kann auch der emotionale Selbstschutzes sein.
Wenn ich Sie mir so bei Talkshow-Auftritten anschaue, dann wirken Sie dort ebenfalls cool, zeigen kaum eine mimische Regung und neige zu verbalen Zuspitzungen. Dennoch würde ich mir nicht anmaßen, ein Urteil über ihre emotionale Kompetenz abzugeben.

Als Familienangehörige und Freundin vieler „cooler“ Typen kenne ich auch die innere Seite von Männern, die von Außenstehenden als „cool“ eingestuft worden sind. Die, die ich kennengelernt habe, können in anderen sozialen Situationen auch ganz anders agieren.

Zudem: ein Kandidat, der „Klartext“ redet, dem kann man auch „Klartext“ zumuten. (Ich stelle mir da ein Gespräch zwischen Herrn Steinbrück und Herrn Buschkowsky vor). Es steht doch allen Wahlbürgern und Funktionären frei, offen ihre Meinung zu sagen.
Ich halte Herrn Steinbrück für einen der wenigen klugen Politiker, die kontinuierlich ihr inneres Modell der Welt der Realität anpassen und sich nicht in hohle Phrasen oder in elitäre Kreise zurückziehen. Genauso wie die Menschen von ihm lernen, weil er konplexe Sachverhalte anschaulich auf den Punkt bringen kann (zuweilen auch undipkomatisch: die „Kavallerie“), Allein die Statements im Wahlkampf werden sicher ein Erkenntnisgewinn (oder eine Anregung zum eigenständigen Denken) für eine breite Bevölkerung darstellen. Da gibt es durchaus einiges aus der altuellen Politik zu hinterfragen.

Im übrigen: Diese Wählerbefragungen, welche Person man als Kanzler bevorzugen würde, sind sehr eingeschränkt in ihrer Aussagekraft. Auch wenn sie nach statistischen Gesichtspunkten „repräsentativ“ sind (nach einzelnen Kriterien: Alter, Geschlecht etc.), so stellen sie immer nur die Meinung von max. einigen Tausend Menschen dar (die man zur Befragung erreicht hat), aber die vielen Millionen Wahlbürger könnten auch ganz anders denken.

Wer 2013 Kanzler wird(bleibt, zeigt sich erst NACH der Wahl.

19) Peter Christian Nowak, Freitag, 05. Oktober 2012, 19:30 Uhr

@)62) Erwin Gabriel,
Und am Ende des Tages wird sich nicht viel geändert haben. Kein Wunder also, wenn immer die gleichen (wenigen) Leute zur Wahl gehen.

@60) riskro
Merkel hat sehr wohl mit ihren Entscheidungen eine innenpolitische Agenda verfolgt. Die stringente Austeritätspolitik hat natürlich Auswirkungen auch auf die wirtschaftliche Entwicklung im Innern. Sie sollten wissen, dass sich Zusammenhänge aus Entscheidungen ergeben und nicht wie sie ettiketiert werden. Ansonsten verliert man schnell den Überblick, welche Konsequenzen sich aus ihnen ergeben.

20) H.F., Samstag, 06. Oktober 2012, 10:09 Uhr

@45) riskro

#H.F. Haben Sie vielleicht vergessen, dass Steinbrück Finanzminister im Kabinett Merkel war.
Laut GG bestimmt immer noch der Kanzler(in) die Richtlinien der Politik. Merkel hat 2008 ins Mikrofon gesprochen. Steinbrück stand rechts hinter ihr.
Wäre es dann nicht an der Zeit, dass sich auch Frau Merkel rehabilitiert. Kann Deutschland sich Merkel weiter leisten!#

Nein, habe ich nicht vergessen. Aber wenn Sie jeden, der daran beteiligt war, aufzählen wollen, dann bitte sehr: tun Sie es.

Herr Steinbrück war Finanzminister und hat nichts Wirksames getan. Das ist sein Versagen. Dass andere ebenfalls beteiligt waren und Frau Merkel sich ebenfalls rehabilitieren müsste, gehört nicht unter die Überschrift „Steinbrück“ ist jedoch fraglos sachlich richtig.

21) Erwin Gabriel, Samstag, 06. Oktober 2012, 14:26 Uhr

@ 67) Peter Christian Nowak, Freitag, 05. Oktober 2012, 19:30 Uhr

>> Und am Ende des Tages wird sich nicht viel geändert haben.
>> Kein Wunder also, wenn immer die gleichen (wenigen) Leute zur Wahl gehen.

Ja

22) riskro, Sonntag, 07. Oktober 2012, 10:24 Uhr

68) H.F. schreibt: Nein, habe ich nicht vergessen. Aber wenn Sie jeden, der daran beteiligt war, aufzählen wollen, dann bitte sehr: tun Sie es.
12) H.F. schreibt: Diesmal können wir uns kein Versagen leisten. Ende

Es liegt mir fern, Jeden, der daran beteiligt war, aufzuzählen. Nur hätten Sie der Fairness halber ihm nicht „Alleine“ einen eventuellen Fehler anlasten dürfen. Für mich ist der Träger der Richtlinienkompetenz in erster Linie für Fehler seines Kabinett verantwortlich, ansonsten können wir sie uns sparen.
Führungsstärke zeigt sich auch darin, frühzeitig evtl. Fehlern entgegen zu wirken und gegebenenfalls personelle Konsequenzen zu ziehen.

Ich bin kein Freund vom Nachkarten, wie es regelmäßig von welcher Seite auch immer im Falle eines Reg.-Wechsel geschieht.
Eine Entscheidung kann zu dem Zeitpunkt zu dem sie getroffen werden muss, immer nur auf der Grundlage der zur Zeit vorliegenden Fakten erfolgen. Im Nachhinein ist es durchaus möglich, dass sich die Entscheidung als falsch herausstellt kann.
Wollen Sie ernsthaft behaupten, Merkel und Steinbrück haben damals „wissentlich“ einen Fehler begangen?
Fehler haben alle Regierungen, angefangen bei Adenauer gemacht. Diese aber nur einer Person eines Kabinetts anzulasten, ist unfair.

23) Peter Christian Nowak, Freitag, 19. Oktober 2012, 17:52 Uhr

Das Thema Steinbrück wird wohl in den kommenden Monaten noch mehr als gehabt in den Focus der Öffentlichkeit rücken. Zwangsläufig. Steinbrück ist der Kandidat der SPD.
Zu Steinbrück: Man muß sich nicht entschuldigen dafür, wenn die eigene Meinung dahin tendiert, dass Steinbrück jemand ist, der keine grundsätzlich andere Politik fahren wird zu Merkel. Rente, und die durch das Schleifen der Rente bedingte Altersarmut, die bewußte Privilegierung der Versicherungswirtschaft, um einige wichtige zu nennen.
Alles Themen, die der Wähler in die Waagschale seiner Abwägung werfen wird, bevor er sein Kreuzchen macht….
Die Europakrise steht per se in direkter Verbindung zu innenpolitischen Themen. Deren Lösung ist davon abhängig, wie sich die Finanzkrise Europas weiterentwickeln wird. Und ob Steinbrück den Mut hat, von einer Politik des Neoliberalismus abzurücken. Ansonsten stehen nicht mehr Instrumente zur Lösung zur Verfügung, als Merkel. Das liegt dann an der Ähnlichkeit von Lösungsmodellen beider Politiker. Gerade auch in den Kernfragen, den innenpolitischen wie europapolitischen. Beide verfolgen die gleiche neoliberale Ideologie. Steinbrück wird nicht den Mut haben der neoliberalen Ideologie den Rücken zu kehren. Damit hat er für seine Partei die Wahl schon verloren.
Zum Thema Armut im Alter:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=14782#more-14782

24) Horst, Freitag, 26. Oktober 2012, 16:33 Uhr

Für mich ist Steinbrück unwählbar, da er der Politiker mit den höchsten Nebeneinkünften ist. Und das noch vor den üblichen Verdächtigen von der Union. Wo ist das die soziale Ader, die die SPD so gerne betont?

Er hat auch nie in der Wirtschaft ordentlich gearbeitet. Sondern immer nur bei Vatter Staat oder der Partei. Natürlich hat er damit in NRW verloren. Er hat nie eine Wahl zum Ministerpräsidenten gewonnen. Er hat immer nur von der Partei seine Posten erhalten. Selten einen verqueren Kandidaten gesehen.

25) Peter Christian Nowak, Samstag, 27. April 2013, 21:48 Uhr

zu 71)
Deutschlands Renten:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/oecd-studie-deutsche-rentner-bekommen-weniger-als-andere-12162202.html

Wie ist Ihre Meinung?

Kommentar schreiben


Ihr Kommentar *


* Pflichtfelder


granny - the social agency from Berlin