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Freitag, 05. Oktober 2012, 12:04 Uhr

Die Dummheitsschwelle

Es gibt eine Dummheits- und Diffamierungsschwelle, die darf auch ein Generalsekretär der CSU nicht überschreiten. Alexander Dobrindt von der CSU tut es aber immer wieder. Er habe den “Verdacht, Steinbrück sei ein Produkt der Finanzindustrie, Es kann der Eindruck entstehen, dass Steinbrück der Liebling der Spekulanten ist”, so Dobrindt. Und: Jeder könne sich ein objektives Urteil bilden, “ob da Abhängigkeiten entstanden sind”.

Dobrindt bezieht sich auf die Tatsache, dass der SPD-Kanzlerkandidat mehrere dutzend Vorträge vor Vertretern und Gästen der Finanzwirtschaft gehalten hat, dotiert mit mindestens jeweils 7.000 Euro, wahrscheinlich deutlich mehr. Wo soll ein ehemaliger Finanzminister denn sonst sprechen? Vor Vertretern der Geflügelwirtschaft, vor  bayrischen Landfrauen oder vor Vorständen der Abfallentsorgung?

Wenn sich eine Ex-Finanzminister, der lediglich einfacher Abgeordneter ist, entschließt, Vorträge zu halten, dann doch wohl vor Vertretern, Gästen und Kunden der Finanzwirtschaft. Wenn, dann müsste Dobrindt bezahlte Vorträge von Ex-Politikern ganz verbieten. Das will er natürlich nicht, das ginge rechtlich auch gar nicht.

Aber daraus einen Generalverdacht abzuleiten, ist reine Diffamierung. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Steinbrück bei jedem Vortrag seine unverblümte, bankenkritische Meinung gesagt hat. Und mit seinem Bankenpapier eine scharfe Regelierung des Bankensektors und die Zerschlagung der Deutschen Bank vorschlägt. Aber auch dafür hat Dobrindt eine Erklärung: das Bankenpapier sei ein “Feigenblatt”, so, als wolle Steinbrück damit von seiner Abhängigkeit vom Finanzsektor ablenken.

Die Debatte um Steinbrücks Vortragseinnahmen ist – neben der Diffamierungsabsicht – eine reine Neiddebatte. Wieso kriegt der so viel Geld? Warum nicht ich?

Alexander Dobrindt dürfte kaum Vortragsanfragen erhalten, außer von Kreisverbänden der CSU, weil er nicht Interessantes zu sagen hat. Und aus der CSU war auch nichts zu hören, als Helmut Kohl nach seinem Abschied vom Kanzleramt von Leo Kirch 600.000 Mark erhielt – für nichts.

P.S. Es spricht allerdings sehr viel dafür, die Transparenzregeln des Bundestags schärfer und konkreter zu fassen. Aber das ist nicht das Problem Steinbrücks, sondern des ganzen Bundestages.

PPS. Ich habe auch schon vor Kunden und Gästen von Sparkassen Vorträge gehalten. Bin ich deshalb ein Produkt der Finanzindustrie? Oder vor den Pressesprechern der Bundesliga. Bin ich deswegen ein Fußball-Lobbyist?

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69 Kommentare

1) manni.baum, Freitag, 05. Oktober 2012, 12:45 Uhr

keine Dummheit – er bedient nur seine Stammtisch-Zielgruppe für die Landtagswahl.

2) Dirk Beier, Freitag, 05. Oktober 2012, 12:48 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

Ihr Kommentar zu Steinbrück geht leider am Kern vorbei. Es ist nicht die Frage, ob Steinbrück Voträge vor Banken in dieser Menge halten darf. Die Frage ist: darf so eine Person Kanzlerkandidat werden?

Steinbrücks Honoararhöehe rechtfertigt sich doch nicht wegen eines Erkenntnisgewinns für die Bankent. Seine Botschaften kann man im Internet nachlesen. Wenn ein Abgeordneter nahezu für diese Zielgruppe tätig ist, ist dies nicht vergleichbar mit Ihren sporadischen Vorträgen vor der Finanzindustrie.

Diese Symbiose ist nicht verboten, aber Kanzler sollte er nicht mehr werden.

3) Mark, Freitag, 05. Oktober 2012, 13:10 Uhr

> Wo soll ein ehemaliger Finanzminister denn sonst sprechen?

Am besten: gar nicht.

Egal, ob er Hinterbänkler ist oder Minister. Er sollte sich (meiner Meinung nach) eigentlich uneingeschränkt um das öffentliche Amt, für das er (gar nicht mal soo schlecht) bezahlt wird, bemühen. Er sollte Arbeit für die Bürger und Wähler leisten und nicht einen Zehntausender nach dem anderen einstreichen und gleichzeitig auch noch im Bundestag schwänzen.

“Wasser predigen, Wein saufen” – Diese Aussage mag bei vielen Politikern zutreffend sein, aber durch Peer Steinbrück wird sie exemplarisch verkörpert.

> Neiddebatte

Nein, nein. Es ist eine Korruptionsdebatte, zumindest in der Bevölkerung. (Dobrindt mag Steinbrück die Vorträge neiden, aber das ist nicht der Punkt.) Die zentrale Frage ist: Versuchen die Auftraggeber, den Vortragenden zu bestechen durch hochbezahlte Vorträge? Sobald auch nur ein Restrisiko besteht, dass dies der Fall sein könnte, dann müssten eigentlich Gesetze geschaffen werden, um dies zu verhindern.

Entweder durch völliges Verbot von Nebeneinkünften (bei gleichzeitiger Anhebung der “Diäten”), ausgenommen -vielleicht- das Veröffentlichen von Büchern, die jeder Bürger in Buchhandlungen kaufen oder bestellen kann. Oder durch bedingungslose Offenlegung der einzelnen Tätigkeiten mit genauer Honorarangabe.

Dann kann sich jeder Bürger ein Bild davon machen, womit der Abgeordnete seine Zeit so verbringt.

4) Adrian, Freitag, 05. Oktober 2012, 13:15 Uhr

Das eigentliche Problem bei Steinbrück ist ja scheinbar, dass er die parlamentarische Arbeit gleichzeitig ziemlich vernachlässigt hat. Schade dass dieser Aspekt so untergeht zwischen der ganzen Moralhuberei.

( “Seit der Bundestagswahl 2009 hat er (Stand 17. August 2010) an 12 von 19 wichtigen Parlamentsabstimmungen nicht teilgenommen.” sagt Wikipedia mit Quellenangabe Abgeordnetenwatch und Spiegel Online.)

5) Savard, Freitag, 05. Oktober 2012, 13:18 Uhr

Nun ja, Peer Steinbrück konnte während der Kreise bisher weder durch besondere Sachkenntnis glänzen, noch fiel er durch für die Bankenbranche unbequeme Maßnahmen auf, ganz im Gegenteil. Warum jetzt ausgerechnet so einer der Nebeneinkunftschampion des Bundestages sein soll, und das vor allem dank einiger Vorträge bei der Finanzindustrie, das gehört ja wohl sehr kritisch hinterfragtl.

Steinbrück glänz jahrelang dadurch, dass er die Banker mit Samthandschuhen anfasst, und *NICHTS* was zuvor angekündigt war umsetzt, um in der Zeit danach (m.W.) mehr als eine Million Euro für Vorträge abzukassieren!?

Und Herr Spreng findet das ganz normal?

Arme Demokratie.

6) theo, Freitag, 05. Oktober 2012, 13:42 Uhr

Dobrindt ist ein Hofhund, der fürs wüste Bellen ernährt wird, ohne dass derjenige den Sinn seines Bellens wirklich hinterfragt. Das Amt, welches er bekleidet, ist bei der CSU immer schon so ausgeübt worden. Man tut ihm einen Gefallen, wenn man ihn ernst nimmt.

Infam ist m.E. auch, was andere Leute wie z.B. Jens Berger tun. Berger schreibt auf den “Nachdenkseiten” sinngemäß, dass ein Beamter im Dienst sich mit solchen Vorträgen strafbar gemacht hätte. Für Ex-Beamte gilt dies nicht, aber das zu erwähnen vergisst er dann. Wer solche Vergleiche zieht wie Jens Berger, entzieht sich einer seriösen Diskussion.

Man kann durchaus der Meinung sein, die Einkünfte von Parlamentariern transparenter zu gestalten. Ich wäre dafür. Nicht aber kann man Steinbrück worwerfen, er hätte Unlauteres getan. Vor allem dann nicht, wenn man – wie Herr Spreng es tut – auf mal auf die Inhalte dessen schaut, was Steinbrück gesagt hat. Es gibt reichlich Abgeordnete, die bezahlte Lobbyisten sind. Auch in der CSU. Weil die aber gerade nicht so sehr im Fokus stehen wie Steinbrück, ist es denn auch kein aktuelles Problem. Da ist sie dann wieder, die Scheinheiligkeit der Kritiker.

7) Mathis, Freitag, 05. Oktober 2012, 13:57 Uhr

Ich stimme zu, vor allem was die Regeln des Bundestages angeht.

Es ist nicht einzusehen, warum Volksvertreter(innen) nicht dazu bereit sind, Nebeneinkünfte einigermaßen präzise offen zu legen. Wenn alle MdBs verpflichtet wären, ihre Einkommen aus Reden oder Aufsichtsratsmandaten genau zu veröffentlichen, hätten weder Auftraggeber noch Politiker mehr Interesse an auffallend hoch dotierten Verträgen. Der soziale Druck würde somit automatisch zu weniger (potentieller) Abhängigkeit und “Geschmäckle” führen.

Das sage ich nicht aus Sozialneid. Ich finde einfach, dass das Mandat für MdBs sowohl zeitlich als auch finanziell den deutlichen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit darstellen sollte. Im Gegenzug können wir gerne die Diäten erhöhen.

8) Henning, Freitag, 05. Oktober 2012, 14:08 Uhr

Leider schreiben Sie in dieser Verteidigung des SPD-Kandidaten knapp am Thema vorbei: “Denn dass Steinbrück angesichts von inzwischen 81 Vorträgen, seiner Autorentätigkeit (“Unterm Strich”), einer Lesereise sowie zwei Aufsichtsratsmandaten noch in der Lage war, sich angemessen um seinen Fulltime-Job Bundestagsabgeordneter zu kümmern, konnte niemand ernsthaft behaupten.” (abgeordnetenwatch.de)

9) Bernd Kleiter, Freitag, 05. Oktober 2012, 14:34 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

Sie sprechen mir aus dem Herzen, treffender kann man das peinliche Gefasel eines Herrn Dobrindt nicht charakterisieren. Ich war noch nie ein Freund der CSU, aber als Sie noch Wahlkampfmanager von Stoiber waren, hatte man noch wenigstens ernst zu nehmende Gegner. Das, was die CS U heute bietet, ist nur noch provinziell, populistisch und teilweise einfach nur noch dumm. Das Sie als ehemaliger Wahlkämpfer dies so offenlegen, spricht Bände nicht nur über den Niedergang der CSU, sondern über den Qualitätsverfall des politischen Personals im allgemeinen. Gruß Bernd Kleiter

10) albertus28, Freitag, 05. Oktober 2012, 14:46 Uhr

Nein ,lieber Herr Spreng,Sie sind (vermutlich) nicht Lobbyist der Verbände unter “PS und PPS”,aber das ist im Sinn-Zusammenhang mit Steinbrück auch nur eine von Ihnen gestellte s Nonsensfrage.
Sie sind allerdings auch nicht Kanzlerkandidat der SPD und Bundestags-Honorar-König,sowohl nach Entgelthöhe und auch zeitlichem Umfang,so das er auch mehr nur ein virtueller MdB war,
und Sie haben auch als BFinMinster a.D. keine hochbezahlten Vorträge vor Mitarbeitern einer Anwaltskanzlei gehalten,die für S. als er Finanzminster tätig waren und Gesetze gegen Entgelt geschrieben haben.
Wie nennt man denn das…Eine Hand wäscht die andere,oder Win – Win-Geschäft.
Was hat denn dieser Laut -und Klare- Kantesprecher erwartet.Und so kann man schon verstehen, dass die SPD die K-Frage möglichst lange herauszögern wollte.
Nur ,wer die Hitze nicht vertragen kann,sollte die Küche meiden.

11) Marc, Freitag, 05. Oktober 2012, 15:45 Uhr

Das sind so Sätze von Generalsekretären, da frage ich mich immer, ob man die nicht einfach ignorieren könnte. Denn geschert daher reden ist deren Job. Das muss keine Substanz haben, Hauptsache ist, dass der politische Gegner sich ärgert.

12) Don Corleone, Freitag, 05. Oktober 2012, 16:11 Uhr

Steinbrücks Nebeneinnahmen sind nur eine weitere Facette des europaweit geschürten Neidkomplexes gegen (nur leicht übertrieben gesagt) fast jeden, der nicht mit einem Hut zwischen den Knien in der Fußgängerzone sitzt; die Penunzen seien Herrn Steinbrück gegönnt. Außerdem fließen sie, anders als seine Politikerbezüge und Pensionsansprüche, nicht aus dem Portemonnaie der Steuerzahler.

Was seine Kanzler-Ambitionen weit schmerzlicher durchkreuzen könnte, ist seine Wechselreiterei bezüglich der Euro-Rettung, deren unwägbare Kosten mittlerweile auch zu den politisch eher uninteressierten Bürgern durchgedrungen sind, die mit den biederen vier Grundrechenarten besser vertraut sind als so mancher Minister und Parlamentarier:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/wolfgang-muenchau-peer-steinbrueck-und-seine-groesste-fehleinschaetzung-a-859295.html

Wolfgang Münchau, hauptberuflich FTD-Journalist, ist weder der konservativen noch der liberalen Geisteshaltung zuzurechnen, aber auch nicht der linken. Dass die keineswegs unlinke SPON-Redaktion ihn mit dieser Einschätzung Steinbrücks veröffentlicht, deutet auf unerwartete Verwerfungen in der medialen Symbiose zwischen Schreibern und Politikern hin. Dies könnte dem traditionell kurzen Gedächtnis der Wähler auf die Sprünge helfen, was Herrn Steinbrück nicht sonderlich erfreuen dürfte:

Kurz nach der Lehman-Pleite haben Merkel und Steinbrück zusammen die bislang verheerendste politische Entscheidung in der Euro-Krise getroffen. Als man sich am 12. Oktober 2008 zum ersten Euro-Gipfel überhaupt in Paris traf, einigte man sich auf deutschen Druck hin darauf, dass jedes Land für sich einen Schutzschirm über das eigene Bankensystem spannen sollte. Diese Entscheidung war der Auslöser der Euro-Krise. Denn dadurch setzte ein Teufelskreis zwischen einer Bankenkrise und einer Staatsschuldenkrise ein. (Zitait aus dem Münchau-Artikel)

13) Adi, Freitag, 05. Oktober 2012, 16:53 Uhr

wenn wir nur endlich auch in Bayern CDU wählen könnten!

14) Beate, Freitag, 05. Oktober 2012, 16:55 Uhr

Die Zusammenhänge sind alles andere als einfach.

Wer das Rentenniveau senkt, BELEBT die Geschäftstätigkeit von Finanzinstitutionen.

Steinbrück will das Rentenniveau absenken.

Es ist gar nicht notwendig aus demografischen Gründen , wie dieser Beitrag zeigt.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/152922

Was Herr Steinbrück da macht, ist einfach nur widerlich!

15) Erika, Freitag, 05. Oktober 2012, 16:57 Uhr

“Es gibt eine Dummheits- und Diffamierungsschwelle, die darf auch ein Generalsekretär der CSU nicht überschreiten.”

Und Herr Spreng,

was jetzt? Machen wir alle “DUDUU!” oder was schlagen Sie als Konsequenz vor?

16) Cato, Freitag, 05. Oktober 2012, 17:35 Uhr

Wers noch immer nicht begriffen hat: Diese Cadokraten und Schaumschläger sind der gewollte
Untergang der dt. Demokratie!

17) Stefan_G., Freitag, 05. Oktober 2012, 17:37 Uhr

Lieber Herr Spreng,
das sehe ich anders: Die Transparenzregeln des Bundestages sind für mich bei diesem Thema nicht entscheidend; sie wurden ja wohl auch eingehalten. Wenn ein Ex-Minister sich aber entschließt, nach der aktiven politischen Karriere seine Erfahrungen und Fähigkeiten zu versilbern (das ist sein gutes Recht) und dann später doch noch Bundeskanzler werden will, möchte ich wissen, wer ihn in den letzten Jahren bezahlt hat. Daran habe ich als Wähler ein nachvollziehbares und berechtigtes Interesse. Dass Herr Steinbrück dem nun nachkommt, finde ich zwingend und richtig.
P.S.: Dass Herr Dobrindt versucht, diesen Punkt zu machen, kann ich verstehen. Dass er dazu nicht in der Lage ist, ist bitter.

18) FF, Freitag, 05. Oktober 2012, 17:42 Uhr

Doch, doch: ein CSU-Generalsekretär darf (und muß) diese ominöse Schwelle beliebig unterschreiten.

In diesem Fall gilt jedoch: Kinder, Narren (und CSU-Sekretäre) sagen mitunter mal was Wahres – aus welchen Gründen immer.

Herr Steinbrück mag ein hochdotierter Redner-Darsteller sein, und darf es von mir aus lange bleiben, – aber als Kanzlerkandidat, zumal der sPD, ist er ein Treppenwitz der Geschichte.

19) Horst, Freitag, 05. Oktober 2012, 17:54 Uhr

Wer sich ständig zu Vorträgen einladen läßt, hält nicht einfach nur eine Rede. Der Verdacht liegt nahe, daß er mit den wichtigsten Finanzexperten/Industriellen/Bänkern 4Augengespräche führte und rege Kontakte pflegte. Sein Insider-Wissen spricht Bände, zumal auf einmal Ackermann auch dafür ist (Bankentrennung). Das stinkt gewaltig nach Korruption. Bild, Spiegel, Stern sollten die Verbindungen und Gefälligkeiten aufdecken. Wer für eine Rede 7000 Euro (und mehr) erhält, ist ein Freund, Gleichgesinnter, Helfer usw. Es kann mir keiner erzählen, daß diese Honorare normal sind, wenn nicht eine Gefälligkeit erwartet würde. Unabhängigkeit sieht anders aus. Wulff hat man gehängt, Steinbrück läßt man laufen? Niemals. Die Nebeneinkünfte werden ihm das Genick brechen.

20) Mark, Freitag, 05. Oktober 2012, 18:00 Uhr

@ 12) Don Corleone, Freitag, 05. Oktober 2012, 16:11 Uhr

> Außerdem fließen sie, anders als seine Politikerbezüge
> und Pensionsansprüche, nicht aus dem Portemonnaie der Steuerzahler

Oh, genau deshalb wollen wir Bürger ja Einsicht erhalten in die “Nebentätigkeiten” unserer Politiker. Denn es wäre ja denkbar, dass ein Politiker, der z.B. Banken mit Steuergeld (d.h. mit UNSEREM Steuergeld!) “rettet”, sich eben “revanchieren” möchte für all die schönen Vorträge, für die er ordentlich Geld gescheffelt hat.

Das ist das Problem, und nicht ob ein Politiker nun 100.000, 200.000, oder 500.000 Euro verdient (wobei das schon arg viel wäre).

21) Günter Springer, Freitag, 05. Oktober 2012, 18:10 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,
Alle Achtung, Sie haben sich aber sehr zurückgehalten, ich glaube nicht, daß ich mich da irre.
Nun kann die Öffentlichkeit, vor allem die Medien und auch eine ganze Reihe von Kommentatoren hier ihren Frustmüll auf Per Steinbrück ausschütten, wirklich erstaunlich diese Schuldzuweisungen und Unterstellungen.
Eigentlich müßten Sie ja dankbar sein, das er sich als Zielscheibe zur Verfügung stellt.
Umsomehr kann man die derzeit Regierenden allen voran die Merkel schonen, denn die sind ja nur auf das äußerste Wohl des Volkes bedacht, sollte ich mich da vielleicht irren?
Alle die immer wieder Per Steinbrück verantwortlich machen wollen für die Finanzkrise: wo war die Merkel als Chefin der Regierung???

22) Peter Christian Nowak, Freitag, 05. Oktober 2012, 19:14 Uhr

Schätzungsweise 580 Tausend Euro hat Herr Steinbrück dafür erhalten, dass er das sagt, was die Linke seit Jahren fordert: die Zerschlagung von systemrelevanten Banken. Alle Achtung!
Und noch was: Der Mann will Bundeskanzler werden. Wenn jemand Bundeskanzler werden will, sollte er sich, was seine Einkünfte betrifft, offen zeigen. Ansonsten läge der Verdacht nahe, dass er sein Amt durch Querverbindungen zur Wirtschaft ausschließlich zu deren Gunsten missbraucht. Das muss nicht sein, ist aber in den meisten der Fällen so. Mit Neidhammelei hat die Forderung nach mehr Transparenz nichts zu tun.

23) Maren P., Freitag, 05. Oktober 2012, 19:18 Uhr

Was Dobrindt von sich gibt, interessiert mich nicht. Was Steinbrück verschweigt, allerdings schon. Ein “lediglich einfacher Bundestagsabgeordneter”, wie Sie das nennen, erhält Diäten und steuerfreie Aufwandspauschale für seine Arbeit zum Wohle des deutschen Volkes. Für sein eigenes Wohl kann Steinbrück danach immer noch sorgen. Machen seine Vorgänger ja auch.
Eine Neiddebatte ist nirgendwo zu erkennen, außer vielleicht bei Dobrindt selbst. Aber für den interessiert sich eben außerhalb der CSU niemand.
Vielleicht sollten Sie, Herr Spreng, mal kurz die Wulff-Affäre Revue passieren lassen und stellen dann schnell fest, dass Intransparenz mögliche Abhängigkeiten verschleiert. Das mag für einen “einfachen” Abgeordneten vorerst hinnehmbar sein. Für einen Kanzlerkandidaten geht das absolut gar nicht!

24) Michael Sonntag, Freitag, 05. Oktober 2012, 23:48 Uhr

Steinbrück ist also ein radikaler Bankenkritiker, der für seine unverblümten Worte (oder doch eher für seine Taten?) von eben diesen Konzernen mit siebenstelligen Honoraren belohnt wird und wer das bei einem Spitzenpolitiker und Kanzlerkandidaten problematisch findet, der führt natürlich nur eine typisch deutsche Neiddiskussion, klar. Billiger geht’s nun wirklich kaum..

Darüber, dass Herr Dobrindt (ausgerechnet er!) mit seiner Kritik im abgeschmacktesten Boulevardstil andere Ziele verfolgt braucht man sicherlich kein Wort zu verlieren aber das ändert nichts daran, dass Steinbrücks Verhalten wunderbar illustriert, wieso immer weniger Bürger an die Mär von der Repräsentation ihrer Interessen glauben.
War in diesem Blog nicht erst vor Kurzem ein Artikel zu lesen, in dem der Verfasser sich angesichts des unverblümten politischen Egoismus von hochrangigen Bankern in Hintergrundgesprächen mit Stoiber so überrascht gezeigt hat? Genau diese Leute zahlen dem Kanzlerkandiaten also Unsummen dafür, damit er ihnen sein wahnsinnig “radikales” Anti-Banken-Programm erklärt, das in jeder Zeitung nachzulesen ist? Und das ist alles völlig unproblematisch?

Und ob ein Herr Spreng für viel Geld vor Bankern oder Balltretern redet ist solange irrelevant, bis er in diesen Bereichen hohe politische Ämter anstrebt. Ist eigentlich gar nicht so schwer zu verstehen.

25) Bernhard Paul, Freitag, 05. Oktober 2012, 23:53 Uhr

Ein Generalsekretär darf alles. Sogar Satire. Und er darf auch dobrindten, das heißt, dümmlich schwätzen.

In der Tat hatte die CSU noch keinen so schwachen Generalsekretär. Sogar der biedere Bernd Protzner war da noch besser.

26) Sigmund, Samstag, 06. Oktober 2012, 00:32 Uhr

Ich kann dieses Totschlagsargument “Sozialneid” nicht mehr hören. Es zeigt, das diejenigen, welche es verwenden, nichts anderes mehr einfällt, um etwas zu rechtfertigen, was anders (also mit richtigen Argumenten) nicht mehr wegzudiskutieren ist.

Man stelle sich nur mal – rein hypothetisch natürlich – vor, es würde herauskommen, das Steinbrück Nebenerwerbsquelle der Mädchenhandel ist. Würde man dann der sicherlich auch aufkommenden Kritik daran entgegnen: “Du bist ja nur neidisch, weil du keine Frauen verschleppst und deshalb auch nicht reich bist!”? Wohl kaum.
Es ist nicht das Geld, sondern wofür er es bekommt. und das ist nicht seine engelsgleiche Stimme.

Darf ich mal daran erinnern, das Walter Riester nach seinem Ausscheiden aus dem Ministeramt sicvh mit Vorträgen ‘ne goldene Nase verdient hat?
Bestimmt wegen seiner Rhetorik und seinem Charisma. Man nennt ihn ja auch deshalb den “deutschen Bill Clinton”.

P.S. und warum habt ihr euch dann (bis heute) über Gerhard Schröder beschwert.
(Und die Pipeline ist garantier nützlicher als die “Finanzprodukte” und die Riesterrente.)

27) Tilman_s, Samstag, 06. Oktober 2012, 00:37 Uhr

Gegengift:
Immer wenn ich mich über Dobrindt mal so richtig aufgeregt habe, dann schaue ich diesen HSS-Ausschnitt (er ist nicht gefaked, es gab den selben auch noch vom BR-Magazin quer). Danach geht’s mir besser.

http://www.youtube.com/watch?v=ADK1WMxfH5U

28) Bert Grönheim, Samstag, 06. Oktober 2012, 02:03 Uhr

Das Akteure im Politikbetrieb auf uralte Methoden zurückgreifen stört mich schon länger. Das ganze Repertoire von Monologen, sobald man einmal ein Mikro vor der Nase hat, ausweichende Antworten, Beschimpfungen in verschiedene Richtungen, lässt fast vergessen, daß Politiker eigentlich im Amt sein sollten, um sich um möglichst hochwertige Lösungen zu bemühen. Das klappt häufig bereits auf regionaler Ebene nicht, warum dann im Bund? Die CSU spielt momentan diese alte Leier, leider. Ich halte die Diskussion um Herrn Steinbrück, die aus der politischen Ecke verzweifelt angefacht wird, für höchst langweilig. Im Gegensatz zu einem möglicherweise noch in Erinnerung befindlichen Protagonisten des Politikbetriebes dürfte Herr Steinbrück seine Vorträge und sonstigen Einsätze nicht in einem Dunkelfeld abgehalten haben. Auch die Beträge, die er vereinnahmt hat, dürften zwar nicht armutsfördernd aber auch nicht so spektakulär gewesen sein, daß ernsthaft von einem Abhängigkeitsverhältnis gesprochen werden kann. Die CSU mag endlich beginnen, sich thematisch mit Herrn Steinbrück auseinanderzusetzen. Das gegenseitige Ausgraben angeblicher Schmuddelgeschichten nervt und hat sich für mich längst überlebt. Wobei man der CSU zu Gute halten sollte, daß dies keine bayerische Spezialität ist. Der momentanen Welle fehlt für mich nur deutliche das intelektuelle Niveau, das man einem Franz-Josef Strauß nie völlig absprechen konnte, selbst wenn er mal wieder richtig daneben gelegen hatte.

29) horst scharnhorst, Samstag, 06. Oktober 2012, 08:52 Uhr

a) Harderthauer, b) Guttenberg, c) Dobrindt. Die vergangenen drei Generalsekretäre der CSU verbindet maßlose Stillosigkeit in Form von a) Hämischem Stinkefinger für Journalisten, b) Erschleichung von akademischen. Titel, c) Münchhausen-Geschichten über Europa und die politischen Gegner.

Unter diesen drei Generalsekretären verliert die CSU Mehrheiten. Die CSU sollte ich fragen, ob platte Beschimpfungen, Täuschungen und Münchhausen-Geschichten tatsächlich die richtigen Mittel für die Wählerwerbung sind.

30) H.F., Samstag, 06. Oktober 2012, 10:42 Uhr

#Die Debatte um Steinbrücks Vortragseinnahmen ist – neben der Diffamierungsabsicht – eine reine Neiddebatte. Wieso kriegt der so viel Geld? Warum nicht ich?#

Hallo Herr Spreng,

Sie haben recht, es handelt sich fraglos um Neid. Dieses Argument wird leider viel zu oft in den Hintergrund gedrängt, weil sich die Argumentatoren nicht richtig damit auseinandersetzen. Ich finde es sehr schade, dass die Neider dem Beneideten ihren Neid nicht eingestehen. DANN könnte nämlich eine Diskussion SACHLICH geführt werden.

Neid ist eine Charakterschwäche. Dennoch ist sie Teil des Menschen. Wer darauf herumhackt, der könnte genau so gut auf anderen Charakterschwächen herumhacken. Zb.ist die Bereitschaft zur Vorteilsnahme eine solche.

ABER: Ist Neid sachlich gerechtfertigt? Naja, die Frage #Wieso kriegt der so viel Geld? Warum nicht ich?# dürfte wohl kaum von der Hand zu weisen sein.

Die offizielle Antwort lautet: Herr Steinbrück leistet mehr, also verdient er mehr. Nun sind die Neider ausgespielt und müssen sich mit ihrem Neid in der Ecke verkriechen und selbst damit klarkommen. Wir alle dürfen Schadenfreude empfinden, dass die Charakterschwachen so wundervoll durch ihre eigene Schwäche bestraft wurden.

Würde die Antwort jedoch lauten, dass sich Herr Steinbrück NICHT mehr anstrengen müsste und NICHT mehr leisten würde, trotzdem jedoch mehr verdienen würde, so würde der Fall anders liegen. Dann wäre zwar nicht die Charakterschwäche “Neid” weniger schwach, aber der auslösende Faktor “irgendwas ist da ANDERS” der verlangt nach Aufklärung.

#Aber daraus einen Generalverdacht abzuleiten, ist reine Diffamierung. #

Das sehe ich nicht so. Die Frage nach der GEGENLEISTUNG für das Honorar stellt sich durchaus, wenn das Honorar außergewöhnlich hoch ist. Das ist kein GENERALVERDACHT, sondern ein Anfangsverdacht.

#PPS. Ich habe auch schon vor Kunden und Gästen von Sparkassen Vorträge gehalten. Bin ich deshalb ein Produkt der Finanzindustrie? #

Bislang dachte ich das nicht. Haben Sie denn ähnlich hohe Honorare erhalten? Wären Sie denn überhaupt in der Lage, der Finanzindustrie gleichartig wertvolle Dienste zu erbringen? Kann man Sie vielleicht in Zukunft ebenfalls als Kanzlerkandidat bewundern? (Ich würds Ihnen gönnen, ganz ohne Neid)

Um es ganz deutlich zu sagen, für den Teil, den Herr Steinbrück durch seine Gegenleistung verdient, beneide ich ihn nicht, für den Teil, den er “gegenleistungslos” bzw. durch nicht dem Vortrag erbrachte Leistungen erhält, beneide ich ihn schon. Wie groß dieser Anteil ist, möchte ich durchaus gerne wissen. Auch für SIE ist das interessant, denn wenn Sie schon den Neid-Vorwurf machen, dann sollten wir doch beide wissen, wie viel Neid es denn nun genau ist!

Ja, sollte sich eine bloße “Nähe” finanziell auszahlen, dann bin ich NEIDISCH.

31) Gregor Keuschnig, Samstag, 06. Oktober 2012, 11:01 Uhr

Manchen Kommentatoren hier gelingt es, das Niveau von Herrn Dobrindt noch spielend zu unterbieten. Und das will schon was heißen.

32) manni.baum, Samstag, 06. Oktober 2012, 11:20 Uhr

Zitat Django Asül (sinngemäß) : der Dobrindt ist ja so dünn geworden, er ist Eintracht von Geist und Körper ein Stück näher gekommen.

33) Michael, Samstag, 06. Oktober 2012, 11:54 Uhr

“Es gibt eine Dummheits- und Diffamierungsschwelle, die darf auch ein Generalsekretär der CSU nicht überschreiten.”

Hat er doch auch nicht. Abgesehen davon fällt mir kein Politiker ein der der dazu fähig wäre die Dummheitsschwelle (von unten) zu überschreiten – einschließlich Herrn Steinbrück.

Abgesehen davon sagt selbst die SPD, dass Steinbrück ein Gegenkandidat zu Merkel sein soll.
Also mit anderen Worten nur eine mehr oder weniger gute Kopie von Merkel. Wobei wir wieder beim Thema Dummheit angekommen wären.

34) m.spreng, Samstag, 06. Oktober 2012, 12:30 Uhr

Wenn ich die Äußerungen von Katja Kipping zu Steinbrücks Vortragseinkünften (und manchen Kommentar) neben die Anwürfe von Herrn Dobrindt stelle, dann fällt mir ein französisches Zitat ein: Les extremes se touchent.

35) Erwin Gabriel, Samstag, 06. Oktober 2012, 14:51 Uhr

Peer Steinbrück konnte nach seinem Ausscheiden aus der großen Koalition und dem Zustandekommen der CDU/FDP-Regierung weder von der politischen Entwicklung noch vom Alter her damit rechnen, nochmal als Kanzlerkandidat nominiert zu werden. Wenn er sich da mit Vorträgen ein paar Euro zusammenholt (und seien es 500 000 Euro, die sicherlich korrekt versteuert wurden), sei ihm das von Herzen gegönnt. Er hat sicherlich seinen Unterhaltungswert, hat seine Meinung (siehe aktuelles Bankenpapier) nicht geändert, und hat somit für mich, im Gegensatz etwa zu Herrn Riester, kein Geschmäckle. Und im Vergleich zu Strauß und Kohl ist Steinbrück ein Waisenknabe.

Transparenz muss ein Kanzlerkandidat allerdings leifern. Doch bevor herr Dobrint seine Klappe aufreisst, sollte er doch bitte klarstellen, dass es CDU und CSU sind, die seit Jahren eine verpflichtende Offenlegung der Nebeneinkünfte verhindern.

@ m.spreng:
ich glaube nicht, dass Dobrint die Dummheitsschwelle unterschreitet. Der macht das nicht aus Versehen, sondern aus berechnender Absicht. Die Diffamierungsschwelle ist dagegen weit unterschritten. Es zeigt einmal mehr, dass das “C” im Namen der Partei nur reine Volksverdummung ist (um kein schlimmeres Wort zu gebrauchen). Und ob hier oder in den USA, stets sind es die “Konservativen”, die die Anstandsschwelle tiefer und tiefer legen.

36) riskro, Samstag, 06. Oktober 2012, 17:10 Uhr

<>

War für Steinbrück zum Zeitpunkt der Reden absehbar, dass er Kanzlerkandidat werden wird?

Wenn man Transparenz fordert, dann bitte für “Alle” Abgeordneten und Mandatsträgern. Geschäckle Hin oder Her, massgeblich ist doch hat er gegen Recht oder sonstige Regelungen verstossen. Hier dürfte wohl ein Unterschied zur Wulff-Affäre liegen. Wenn ja, dann muss man rechtlich dagegen vorgehen. Da diesbezüglich bis her nichts zu vernehmen ist, gehe ich davon aus, dass er sich im rechtlichen Rahmen bewegt hat. Was soll also das Gerede.
tWenn seine Abgeordetentätigkeit vernachässigt hat, ist die Fraktion bzw. unter Umständen das Bundestagpräsidium gefordert, ihn darauf hinzuweisen.

Jedem ist doch frei gestellt Steinbrück nicht zu wählen. Warum muss man dafür nach an Haaren herbeigezogenen Gründen suchen, es nicht tun zu müssen. Gründe, ihn zu wählen oder nicht zu wählen sollten sich nach dem Programm richten, dass er im Falle seiner Wahl umsetzen will, nicht danach, was er in der Vergangenheit gesagt, bzw wie er in bestimmten Situationen gehandelt hat. Die Zukunft ist wichtig.
Darüber hinaus behaupte ich, dass die Kritiker, nicht beurteilen können, ob er richtig oder falsch z.B. im Zusammenhang mit der WestLB oder der HRB gehandelt hat, dazu fehlt uns Detailwissen, das zum Zeitpunkt , zu dem eine Entscheidung erforderlich war vorgelegen hat. Die BayernLB kann man ihm nicht anhängen.
Fehler, die er angeblich in den Augen seiner Kritiker als Fiananzminister gemacht hat, sind dann aber auch Fehler der Kanzlerin (Richtlinienkompetenz). Daran führt kein Weg vorbei.

Wie sagte Adenauer doch: Was interessiert mich mein Geschätz/Tun von gestern.

37) theo, Samstag, 06. Oktober 2012, 17:27 Uhr

Horst (19)

Du schriebst: Wer für eine Rede 7000 Euro (und mehr) erhält, ist ein Freund, Gleichgesinnter, Helfer usw. Es kann mir keiner erzählen, daß diese Honorare normal sind, wenn nicht eine Gefälligkeit erwartet würde.

Ich könnte es dir erzählen, andere könnten es auch. Solche Honorare sind für Prominente üblich. Aber wie du selbst sagtest, macht es keinen Sinn, dir mit Belegen zu kommen. Deine Meinung steht fest, dann wollen wir dich auch nicht mit Tatsachen verwirren. Ist ja heutzutage so einfach, anonym mal eben einen Menschen als Kriminellen zu bezichtigen, ohne auch nur einen Hauch an Beweisen auffahren zu können. Das allerdings hat selbst Dobrindt sich nicht getraut.

38) Peter Christian Nowak, Samstag, 06. Oktober 2012, 18:48 Uhr

Welche Extreme sich berühren entscheidet auch derjenige, der möchte, dass sie sich berühren.
http://www.sueddeutsche.de/politik/bankenregulierung-pflicht-zur-wiedergutmachung-1.1486230

Hier wird auch die (extreme) Widersprüchlichkeit von Journalisten deutlich, die zuvor eine ganz andere Meinung vertreten haben.
http://www.sueddeutsche.de/politik/spd-kanzlerkandidat-warum-steinbrueck-die-beste-wahl-ist-1.1482175

39) Erika, Samstag, 06. Oktober 2012, 20:32 Uhr

Es ist wie immer in diesem Land:

Merkel richtet Ackermann eine Geburtstagsfeier im Kanzleramt aus.

Steinbrück wird massivst in den Medien kritisiert, weil er gegen Honorar, das er gemäß den Vorschriften angegeben hat, bei Banken seine Reden (durchaus kritisch) gehalten hat.

das ist wie Anno 2005

im Wahlkampf als Ulla Schmidt wegen ihrem Dienstwagen über Tage hinweg als 1. Meldung bei den öffentli. rechtlichen lief. Zur gleichen Zeit weilte Angela Merkel ebenfalls im Urlaub. Da rief sie die Flugbereitschaft, stieg in den Hubschrauber um und lies sich zur Autogrammstunde für ihr privates Buch nach Sylt fliegen. Die wenigen Zeitungen, die sich trauten überhaupt darüber zu berichten, haben ihre Artikel bald zurückgezogen. Im Fernsehen wurde darüber nicht berichtet.

Ulla Schmidt hat ihr Direktmandat verloren. Angela Merkel ist noch immer ohne jeden Makel.

40) Julian Brenner, Samstag, 06. Oktober 2012, 20:33 Uhr

Wenn mir jemand für einen Vortrag 7.000 Euro bieten würde, würde ich das Geld zwar annehmen. Mir wäre aber klar, dass ich es nicht deshalb kriege, weil der Vortrag so interessant ist.

Steinbrück (und viele andere) haben völlig den Bezug zur Realität verloren. 7.000 Euro bekommt ein Hartz-IV-Empfänger in zwei Jahren, Steinbrück kassiert es 90 Minuten – und das 1-2mal wöchentlich. Das müsste ihn doch stutzig machen?! So viel kann selbst ein Helmut Schmidt oder Willy Brandt nicht wert sein.

41) dLTexid, Sonntag, 07. Oktober 2012, 02:10 Uhr

kindergartenk…e… solch Wahlkampfschlechtmacherei zeigt einigen meiner Generation, daß es denen nicht mehr um uns geht. Ich verstehe grad Lukianenkos Anton. Ähnlich wie er weiss ich nicht mehr wer uns eigentlich führt. Und ich selbst, obwohl ich mein Recht auf Wahl wahrnehme, weiss nicht mehr, wem ich trauen kann. Wer meine um ein Drittel verkürzte Unterschrift in Form eines X empfängt. Ich gebe zu, es verdriesst mich was da überall oben passiert.

Ich hoffe, ich lieg da falsch. Wirklich.

42) Ausgleichende Gerechtigkeit, Sonntag, 07. Oktober 2012, 05:43 Uhr

Verehrte Kommentatoren,
natürlich kann Jeder seine Meinung haben, aber die darf man dann auch kritisieren, wenn man eine andere hat. Im vorliegenden Fall gebe ich Herrn Spreng unumwunden Recht und finde gleichzeitig die Versuche von so manchem Kommentator, die Tatsachen so zu verdrehen, dass doch irgendwie noch etwas Negatives für (oder gegen) Peer Steinbrück herauskommt, lächerlich und zudem unredlich!
Es waren nicht zuletzt die Union und die FDP, die bisher eine strengere Regelung der Nebeneinkünfte von Abgeordneten erfolgreich verhindert haben. Die SPD wollte das, die Grünen und die Linken ebenfalls, schom lange! Es ist also lächerlich, sowohl von Marktschreiern der schwarz-gelben Koalition, wie auch von teils ziemlich vernagelten Schreibern hier, das Verhalten von Steinbrück, der sich offenbar zu 100% an die derzeit gültigen Regeln hält, zu kritisieren. Ich kenne eine ganze Reihe von z.T. mittlerweile ehemaligen Abgeordneten (aber nich nur), die auch während ihrer Abgeordnetenzeit genauso “hingelangt” haben, wie Steinbrück und über die heute kein Mensch auch nur ein Wort verliert. Der Unterschied ist vielleicht nur der, dass Steinbrück auch noch unentgeltliche Vorträge dort hält, wo kein Geld verdienbar ist, er aber der Meinung ist, dass dort auch entsprechender Informationsbedarf besteht.
Zu Dobrindt speziell möchte ich mich über das von Herrn Spreng Geschriebene hinaus nich weiter äußern. Für den wre es besser, er würde in seiner Heimat Peissenberg ab und zu mal wallfahrten und büßen gehen. Es ist schon recht, dass von einem Generalsekretär Polemik erwartet wird, was aber Dobrindt abliefert, ist in der CSU bisher nie dagewesen ( noch nicht einmal bei einem ehemals aus dem Frankenland stammenden GS, der mittlerweile hochgradig straffällig geworden und aus der Politik verschwunden ist).
Das Messen mit zweierlei Maß gehört nicht in die Politik, wie so manch Anderes auch. Also, liebe Steinbrück-Hasser, nehmt Euch erst mal die Leute vor, die zu Euerem eigenen Dunstkreis gehören undwenn Ihr die auf einen Pfad der Tugend geführt habt, dann dürft Ihr auch an Eueren politischen Gegner ran, vorher aer nicht!

43) Mark, Sonntag, 07. Oktober 2012, 08:38 Uhr

Hahaha, die Ereignisse überschlagen sich ja geradezu.

Steinbrück versucht, den Geist wieder zurück in die Flasche zu bekommen. Wohl vergebens, denn er ist nun mal kein sympathischer Typ, dem man auch mal einen Fehler durchgehen liesse. Ganz im Gegenteil! Er ist der Typ, der gerne andere oberlehrerhaft maßregelt (Stichwort: “Kavallerie”), und bei dem wir Normalos einfach nur Schadenfreude empfinden, wenn er auf der Bananenschale ausrutscht. Darufen wir nur: “Pech gehabt, Herr Steinbrück!” und gehen kichernd weiter. Da ist nur wenig Mitleid, dazu ist er einfach zu unsympathisch.

Die Presse, die Steinbrück zunächst augenscheinlich mochte, scheint gerade einen sanften Richtungsschwenk durchzuführen. Möglicherweise sind die Beziehungen in die Lobbyverbände ja doch intensiver als bisher gedacht und bekannt? Oh ja, da gibt es viel zu recherchieren! Ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch nicht mehr lang dauern wird, da werden erste Sprecher-Abrechnungen auftauchen, vielleicht auch Videomitschnitte, die Umfang und Art seiner Auftritte dokumentieren. Vielleicht werden alle Auftrittsorte und -termine gesammelt, und man schaut, wie Herr Steinbrück von A nach B gekommen ist, und vor allem: wer dafür bezahlt hat? Auch der “wissenschaftliche Dienst” des Bundestages hat möglicherweise interessantes berichten (hinter vorgehaltener Hand).

Steinbrück mit seiner Art zieht soetwas geradezu magisch an. Da gibt es sicher viele “einfache” Leute, denen er schon über den Mund gefahren ist, und die viel zu erzählen haben. Hahahaha.

Wir haben es gesehen bei zu Guttenberg, Wulff, und Beck: Die Nummer mit der Salamitaktik zieht heute weitgehend nicht mehr. Erzählte Wulff nicht sogar im Fernsehen etwas davon, dass er alle Dokumente lückenlos im Internet offenlegen wolle? Jaja, vielen Dank für’s Gespräch. Nein, für Bürger und Medien ist es allemal interesanter, einen Politiker vom Thron zu stürzen als weiterhin weichgespülte PR über ihn zu lesen oder zu verbreiten. Auflage wird mit Konflikt gemacht. KTzG und Wulff waren wenigstens noch sympathische Typen, die “irgendwie nett” rüberkamen (bei KTzG sogar bis zum Schluß!). Dieser Bonus fehlt einem Steinbrück. Das rächt sich jetzt.

Wohlan, denn! Lasset uns das Popcorn holen und der endgültigen Demontage dieses fürchterlichen Oberlehrers beiwohnen! Mitleid gibt’s von mir nicht. Er hat sich alles, aber auch wirklich ALLES, selbst zuzuschreiben.

44) Erwin Gabriel, Sonntag, 07. Oktober 2012, 10:12 Uhr

@ 40) Julian Brenner, Samstag, 06. Oktober 2012, 20:33 Uhr

>> Wenn mir jemand für einen Vortrag 7.000 Euro bieten würde,
>> würde ich das Geld zwar annehmen. Mir wäre aber klar, dass
>> ich es nicht deshalb kriege, weil der Vortrag so interessant ist.

Autsch! Fussballspieler wie Lionel Messi verdienen 20 bis 33 Millionen Euro im Jahr. Schauspieler wie George Clooney oder Julia Joberts bekommen zwischen 10 und 20 Millionen Dollar pro Film. Warum? Vor eine n Ball treten kann fast jeder, und schmalzig gucken auch.

Sicherlich hat Peer Steinbrück seine Meinung, die man “irgendwie kennt”. Das kann ich in jeder Tageszeitung, hier im Blog, überall nachlesen. Aber das aus seinem eigenen Mund zu hören, sicherlich unterhaltend vorgetragen, könnte durchaus 7000 Euro Wert sein (was sich im übrigen auf vielleicht 70 oder 140 Leute verteilt, die im Publikum sitzen).

45) Ein Leser, Sonntag, 07. Oktober 2012, 10:16 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

natürlich ist es anrüchig, wenn Steinbrück sechsstellige Summen dafür bekommt, dass er den Bankstern die Leviten liest. Soviel sind die Vorträge Steinbrücks nicht wert (er offenbart ja kein Geheimwissen, über das außer ihm niemand verfügt). Bankster sind auch keine Masochisten. Und Steinbrücks Unterhaltungswert ist auch nicht so hoch, dass jemand dafür mehrere Tausend Euro zu zahlen bereit wäre. Nein, das ist alles ist nur Kasperletheater, das erhaltende Geld ist die Vergütung bereits erwiesener Dienste bzw. Vorschuss. Steinbrück ist eine Mogelpackung. Ich hoffe, dass seine Kandidatur scheitert.

P.S.: Dass Dobrindt eine heuchlerische Pfeife ist, ist allerdings zutreffend.

46) Erwin Gabriel, Sonntag, 07. Oktober 2012, 10:27 Uhr

@ 43) Mark, Sonntag, 07. Oktober 2012, 08:38 Uhr

Wenn Sie Peer Steinbrück nicht leiden können, dürfen Sie das gerne sagen.

Aber diese “Hoffnung”, dass man ihn “irgendwie” drankriegt, dieses Einreihen zu überführten Übeltätern wie Wulff und zu Guttenberg… Es ist für mich bitter, einen solch naiven, kurzsichtigen Kommentar zu lesen. Nicht, weil ich eine andere Meinung habe, sondern weil mir diese Methodik so unglaublich zuwider ist.

Es sollte eine Gesellschaft wie die unsere auszeichnen, dass die anzuwendenden Methoden und Maßnahmen für alle gleich sich. Das ist hier einmal mehr nicht der Fall (siehe etwa Kommentar 39. von Erika).

Sie mögen sich drüber freuen, weil es jemanden erwischt, den Sie nicht mögen, und weil Sie offenkundig nicht verstehen, was so etwas für die Demokratie oder uns bedeutet. Vielleicht bin ich da zu idealistisch, aber mir dreht sich bei dieser Hetz- und BILD-Methodik á la Mark, á la Dobrint etc nur noch der Magen um.

47) Stefan_G., Sonntag, 07. Oktober 2012, 10:31 Uhr

Ich wüsste gerne, wer die 80 Reden in einem Jahr vorbereitet und geschrieben hat; ganz alleine wird Herr Steinbrück das ja wohl nicht gemacht haben. Gab es Mitarbeiter, die er für seine “gewerbliche” Vortragstätigkeit eingestellt hat? Oder hat Herr Steinbrück dafür den wissenschaftlichen Dienst des Bundestages und seine “normalen” Mitarbeiter des Abgeordnetenbüros in Anspruch genommen? Am besten bittet Herr Steinbrück neben der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft auch gleich die Bundestagsverwaltung um eine Überprüfung. Wenn die Ergebnisse dann Ende Oktober vorliegen, kann er sich ja wieder um seinen Wahlkampf kümmern.
PS: Mich ärgert am meisten, dass Herr Steinbrück die Menschen nicht ernst nimmt (für blöd hält?): Die Kritik ist “dämlich”, “Transparenz gibt es nur in Diktaturen”, “es ist fast unmöglich, die Einzelhonorare offenzulegen”, “gemeinsame steuerliche Veranlagung mit seiner Frau” verhindert eine Offenlegung der Einnahmen…

48) theo, Sonntag, 07. Oktober 2012, 11:07 Uhr

Mark, #43:

Sie schreiben immer “wir”. Warum schreiben Sie nicht “ich”? Vielleicht, weil dann der Satz

“bei dem ich Normalo einfach nur Schadenfreude empfinde, wenn er auf der Bananenschale ausrutscht. Da rufe ich nur: “Pech gehabt, Herr Steinbrück!” und gehe kichernd weiter”

ihre eigene Haltung als – sagen wir mal – nicht sonderlich souverän charakterisiert?

49) riskro, Sonntag, 07. Oktober 2012, 11:16 Uhr

40) Julian Brenner schreibt: >>Steinbrück (und viele andere) haben völlig den Bezug zur Realität verloren. 7.000 Euro bekommt ein Hartz-IV-Empfänger in zwei Jahren, Steinbrück kassiert es 90 Minuten – und das 1-2mal wöchentlich. Das müsste ihn doch stutzig machen?! So viel kann selbst ein Helmut Schmidt oder Willy Brandt nicht wert sein.

Sind Manager und Sportler die zig Millionen, die sie verdienen Wert?

43) Mark schreibt: Ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch nicht mehr lang dauern wird, da werden erste Sprecher-Abrechnungen auftauchen, vielleicht auch Videomitschnitte, die Umfang und Art seiner Auftritte dokumentieren. ………Da ist nur wenig Mitleid, dazu ist er einfach zu unsympathisch.>>

Hass ist ein schlechter Ratgeber. Er trübt objektiv gesehen, den subjektiven Blick.

Ihre hellseherischen Fähigkeiten in Ehren, meinen Sie, dass Ihre persönliche Aversionen hier hin
gehören. Ist nicht zum Lachen.

50) Mark, Sonntag, 07. Oktober 2012, 11:32 Uhr

Oh, und dann die Freude, wenn Peer Steinbrück auf die ersten großen Wahlkampfveranstaltungen kommt, wo echte SPD-Stammwähler dabei sind. Wird er diesem Publikum auch was von “Nebeneinkünften” erzählen? Nach wie vielen “Buh”-Rufen wird er wohl das Weite suchen? Wird er dabei vor den versammelten Kameras ein gutes Bild machen? Oder wird er genervt sein Mikro in die Menge pfeffern?

Na, und wir dürfen nicht vergessen, dass ja auch noch die offizielle Bestätigung durch den Parteitag aussteht. Hmmmmm. Wieder so eine Bananenschale. Man stelle sich vor, Steinbrück käme als einziger Kandidat trotzdem nur auf z.B. 33% der abgegebenen Stimmen. Hahahaha!

Potzblitz, wer hätte gedacht, dass die SPD für so viel Unterhaltung gut ist?

Nein. Das wird er sich doch alles nicht antun. Ich denke, er wird in vier bis sechs Wochen einen Rückzieher machen und als Privatier der Politik den Rücken kehren. Vielleicht hält er noch den einen oder anderen Vortrag (gegen Gebühr), und er wird auch gerne als “gescheiterter Politiker” zu Talkshows eingeladen werden (gegen Gebühr), aber wir brauchen uns seinen Namen für die Politik nicht zu merken.

Bleibt die Frage: Wer macht’s bei der SPD? Gabriel? Steinmeier? Die chancenlose Nahles? Oder erbarmt sich doch Hannelore Kraft?

Köstlich. Einfach köstlich.

51) KleinErna, Sonntag, 07. Oktober 2012, 12:11 Uhr

43) Mark
Hoffentlich holt Sie auch mal Jemand mit einem derartigen Mist von Ihrem Sockel, Sie alter (oder junger?) Hetzer.
Alles trieft bei Ihnen vor Worten wie “es scheint”, “man müßte”, “ICH bin mir ziemlich sicher”, “vielleicht (mehrfach)”, “möglicherweise” und Ähnliches mehr. Alles Vermutungen, oder noch schlimmer, Verleumdungen, die ein hasserfüllter Steinbrück-Gegner wie Mark in die Welt setzt, nur um ihm zu schaden.
Sie stammen wohl aus der ehemaligen DDR, wo man auf diese Weise unliebsame Zeigenossen denunziert hat?
Sollen wir uns Ihrer Meinung nach nun Alle damit beschäftigen, was alle unsere Abgeordneten 24 Stunden am Tag so treiben? Da meine ich, kämen eine Menge an Unzulänglichkeiten ans Tageslicht und ich kann Ihnen “versichern”, bei welchen Parteien da besonders viel zutage treten würde ha-ha!
Die Zeiten, mein Lieber, sind längst vorbei, in denen Sie sich noch zuhause fühlen. Gottseidank!
Lassen Sie also Ihre Brandstifter-Vermutungen in Zukunft schön zuhause in Ihren vier Wänden und verschonen Sie uns mit Ihren Hetzkampagnen, die ich im Übrigen genauso anprangern würde, wenn Sie gegen einen anderen Kandidaten und eine andere Partei gerichtet wären.
Wenn Sie Steinbrück unsymphatisch finden, dann fiele mir für Sie kein passendes Wort mehr ein, aber auch das sind Animositäten, die nicht hierher gehörten (das nur zu Ihrer Information).

52) RCB, Sonntag, 07. Oktober 2012, 12:15 Uhr

Zu 43)Mark fällt mir eigentlich nur in Abwandlung ein: “Dummheitsschwelle überschritten!”

53) H.F., Sonntag, 07. Oktober 2012, 12:52 Uhr

@43) Mark

#Wohlan, denn! Lasset uns das Popcorn holen und der endgültigen Demontage dieses fürchterlichen Oberlehrers beiwohnen! Mitleid gibt’s von mir nicht. Er hat sich alles, aber auch wirklich ALLES, selbst zuzuschreiben.#

Erstmal – jeder hat sich alles selbst zuzuschreiben.

Leider geht es nicht nur um ihn, sondern auch darum, dass jemand uns aus der Finanzkrise führt. Abseits des fehlenden MItleids für eine nicht besonders sympathische Person – für den Fall ausreichender Integrität, worüber gerade diskutiert wird, fachlich könnt ich ihn mir schon vorstellen (von meiner entfernten Position aus). Vom Popcorn essen, um nachher meine eigene Pleite zu bewundern halte ich nicht viel.

Wer wäre Ihrer Meinung nach besser geeignet?

54) m.spreng, Sonntag, 07. Oktober 2012, 12:53 Uhr

Die Reaktionen auf Mark verletzen zum Teil die Grenzen der erlaubten Auseinandersetzung. Ich bitte darum, sich zu mäßigen.

55) Politikverdruss, Sonntag, 07. Oktober 2012, 14:16 Uhr

Ich kann nicht erkennen, dass es sich um eine Hetzkampagne gegen Peer Steinbrück handelt.

„Nebenverdienste“ eines Sozialdemokraten, möglicherweise in Millionenhöhe, der sich anschickt Bundeskanzler zu werden, sollten „rechtzeitig“ unter die Lupe genommen werden. http://www.tagesspiegel.de/politik/fuenfstelliges-honorar-fuer-eine-rede-zeitung-steinbrueck-erhielt-insgesamt-ueber-eine-million-euro/7224630.html

Seine „Nähe zu Lobbyorganisationen“ und zu Kanzleien, die in vielfältiger Weise während seiner Zeit als Finanzminister mit seinem Ministerium „zusammenarbeiteten“, sollte ebenfalls genauer betrachtet werden. Selbst von der Automatenwirtschaft ließ er sich gegen „Honorar“ engagieren. So der SPIEGEL! http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spiegel-steinbrueck-pflegte-naehe-zu-bankenlobbyisten-a-859871.html

Auffällig ist doch, dass nur „wenige Parteigrößen Steinbrück beistehen.“ http://www.welt.de/politik/deutschland/article109673803/Steinbruecks-Probleme-sorgen-fuer-Unruhe-in-der-SPD.html. Parteiintern kritisiert man sein Krisenmanagement. In der Tat erinnern seine Ausfälle, die in dieser Sache geäußerte Kritik sei „absurd“ und „dämlich“, ein wenig an seine „Bullshit“-Argumentation in der Sendung bei Jauch.

Ich fürchte, mit der Kandidaten-„Sturzgeburt“ hat sich die SPD keinen großen Gefallen getan. Dass der „“Nebenverdienst“-Hintergrund“ eines Kanzlerkandidaten durchleuchtet wird, ist jedenfalls keine Hetzkampagne, sondern in einer Demokratie gang und gäbe.

56) Mark, Sonntag, 07. Oktober 2012, 14:47 Uhr

OK, OK, OK.

Ich habe den Anteil der Steinbrück-Fans hier deutlich unterschätzt und werde mich nach diesem Kommentar auch wieder vom Acker machen. :-)

Allerdings bleibt objektiv folgendes festzustellen:

1. Peer Steinbrück hat nichts Illegales getan. Aber er ist eine der Schlüsselpersonen in der Finanzkrise 2008 gewesen. Es bleibt für mich moralisch anrüchig, dass er mit Steuergeldern eine Industrie “gerettet” hat, die ihn später mit lukrativen Nebenjobs beauftragt. Wie gesagt: nicht illegal , aber moralisch völlig daneben. Er hat aus meiner Sicht eine falsche Vorstellung der ihm übertragenen Aufgaben; er verkörpert die totale Entkoppelung von Politikern von der Realität der meisten Normalbürger.

2. Er hätte als guter Politiker ahnen können und müssen, dass seine Kanzlerkandidatur -insbesondere in linken Kreisen- eine gewisse Aufruhr schüren würde. Er hätte im Vorfeld potentielle Leichen im Keller finden können und sich argumentativ vorbereiten können. Dies hat er augenscheinlich nicht getan (er findet das alles moralisch in Ordnung, so wie es ist). Deshalb ist er für mich kein guter Politiker. Mit Aussagen wie “Transparenz gibt es nur in Diktaturen” redet er sich dazu noch unüberlegt um Kopf und Kragen. Und DAS soll ein guter Bundeskanzler sein? Nicht für mich.

3. Eine generelle Transparenz von Abgeordneten hinsichtlich der Einkünfte und Zuwendungen erscheint mir mehr als geboten. Durch Transparenz liesse sich das Vertrauen der Bürger in die Politik zu einem guten Teil wieder herstellen. Wenn Abgeordnete überhaupt Nebeneinkünfte haben dürfen (darüber liesse sich ja auch diskutieren!), dann möchte ich wenigstens wissen, wer meinem Abgeordneten wann wieviel hat zukommen lassen, und wofür. Die Bewertung kann dann jeder Bürger (oder gerne auch die Medien) vornehmen; und wenn ich den Verdacht habe, dass ich es mit einer lobbyhörigen Marionette zu tun habe, dann werde ich ihn und seine Partei nicht wählen. Das tue ich zwar so auch nicht, aber die Transparenz würde meine Entscheidung deutlich erleichtern. (Ich verstehe natürlich, dass dies nicht im Interesse der etablierten Politiker ist. Aber ehrlich: Diese Interessen sind für mich unwichtig.)

4. Ich verurteile die Methoden der Meinungsmache im Fall Steinbrück. Ich halte es für schlecht, wenn ein Kandidat aus unerfindlichen Gründen zunächst hochgeschrieben wird, nur um ihn dann mit einem lauten Krachen vom Thron zu stürzen. Besser wäre eine sinnvolle Auseinandersetzung mit der SPD-Troika VOR dem Abspringen der beiden anderen Kandidaten gewesen. – Andererseits hege ich immer noch ein Fünkchen Hoffnung bezüglich unserer Medien: Mögen sie bitte recherchieren, analysieren, diskutieren, aufdecken, dass die Redaktion dampft! Das ist ihre verdammte Aufgabe, und nicht das wohlfeile Nachplappern von Partei-PR. Das braucht kein Mensch.

5. Natürlich waren meine Beiträge überspitzt formuliert. Andererseits ruft die Person Steinbrück eben diese Reaktion bei mir hervor. Aus meiner Sicht ist er kein Mann des Mittelmaßes, des Mittelweges, des Ausgleiches, der Besonnenheit, der Integration. Er will polarisieren, und es gelingt ihm durch Auftreten und Wortwahl auch. Ist alles OK, aber dann muss er eben auch ein dickes Fell haben und eine gewisse Häme der Bürger ertragen. So ist das nun mal. Wenn er sich nun mimosenhaft weigert, Transparenz herzustellen, dann ruft das förmlich nach Einspruch!

6. Mir persönlich sind Peer Steinbrück und die SPD heute ziemlich egal. Ich stamme aus einem SPD-Stammwähler-Haushalt und wurde entsprechend erzogen. Dennoch habe ich die SPD 1998 zum letzten Mal gewählt. Um Kohl loszuwerden. Wer konnte ahnen, dass es Schröder nicht viel besser machen würde (von Merkel ganz zu schweigen)? Wo wären wir heute, wenn Schröder damals verloren hätte? Hätten wir immer noch einen Spitzensteuersatz von 53%? Wäre Griechenland in die Eurozone aufgenommen worden? Wären die Maastricht-Kriterien aufgeweicht worden? Wir werden es nie erfahren. – Aber ICH werde gewiss nie wieder die SPD wählen. Und auch den Rest der Blockparteien (CDU/CSU, FDP, Grüne) nicht. Von daher ist es mir eigentlich egal, was die SPD für einen Zirkus veranstaltet. Natürlich wäre mir eine ordentliche sozialdemokratische Partei mit ebensolcher Politik lieber! Aber wenn’s dazu nicht reicht (warum auch immer), dann sollte es mich wenigstens unterhalten. Und das tut’s. Das mag man schäbig finden oder nicht, mir ist und bleibt’s egal. :-)

Einen schönen Sonntag noch.

57) Flip, Sonntag, 07. Oktober 2012, 16:00 Uhr

Danke, Herr Spreng!

Sie haben genau ins Schwarze getroffen.

Die meisten Kommentare zu Ihrem Artikel kommen mir dagegen vor wie das Geschwätz von Literaturkritikern, die einen Autor zwar “zerreißen” können, selbst aber noch nie einen auch nur halbwegs intelligenten Text zusammengebracht haben.

58) H.F., Sonntag, 07. Oktober 2012, 17:30 Uhr

@56) Mark

#Ich habe den Anteil der Steinbrück-Fans hier deutlich unterschätzt #

Was heißt Fans? Schon mal das Wort “alternativlos” gehört?

59) wschira, Sonntag, 07. Oktober 2012, 17:58 Uhr

Es ist merkwürdig, da werden Hasstiraden ausgetauscht (wie mir scheint in der Mehrheit von Steinbrück-Enthusiasten) um irgendwelche Nebeneinkünfte (so anrüchig sie sein mögen im Lichte der Tatsache, dass sie überwiegend von Verbänden der durch Steinbrücksches Wirken Begünstigten kommen) und die Hauptfrage vergessen: Könnte Steinbrück ein guter Kanzler sein?
Er könnte es nicht. Er wird aus durchsichtigen Gründen als “Finanzexperte” hochgejubelt und ist alles Andere als das. Er hat als Finanzminister das Finanzdesaster durch Schrottimmobilien, Lehmanpleite und Anderes nicht kommen sehen, als es von “Linken Spinnern” wie Krugman und Anderen schon lange thematisiert war. Er hat mit seinem famosen Adlatus Asmussen für die “Aufwertung des Finanzplatzes Deutschland” durch Möglichkeit der Verbriefung der Schrottpapiere gesorgt. Für die Steuerfreiheit der Veräusserungsgewinne von Kapitalgesellschaften war er zusammen mit Asmussen auch wesentlich mitverantwortlich. Soweit zur Kompetenz des Kandidaten. Dass seine Einschätzung der Wähler in der Art liegt, wie sie von Mitt Romney vertreten wird, darf unterstellt werden. Einschlägige Aussagen vor Mikrophonen gibt es über den Prediger der klaren Kante.

Aber es ist auch völlig unerheblich, ob Merkel oder Steinbrück oder sonstwer aus dieser Kamarilla Bundeskanzler wird, sie sind alle nur Marionetten der tatsächlichen Machthaber.

60) zboson, Sonntag, 07. Oktober 2012, 20:49 Uhr

Steinbrück ist jetzt schon eine “lame duck”. Ihn als Kanzlerkandidaten aufzustellen, zeigt gewisse unpolitische Tendenzen bei der SPD, die man auch im fehlenden Oppositionsgebaren sieht. Alle Probleme mit ihm waren weit vorher bekannt, seine mangelnde Teilnahme an Sitzungen des Bundestages, ausschweifende Nebentätigkeiten, schnodderige persönliche Art, Umgang mit Bürgern bei Abgeordnetenwatch. Er bietet viel zu viel Angriffsfläche.

http://www.heise.de/tp/artikel/37/37767/1.html

Ich schätze ihn so ein, dass es noch weiter Stress, einen “Shitstorm” geben wird, bis er mit einem “Machts doch alleine” in den Sack haut.

Wenn er weitermacht: wie will er gegen Merkel punkten? Sozialer Ausgleich :-D ? Er war doch in maßgeblichen Stellen an allem beteiligt. Vom Saulus zum Paulus? Sorry, dafür wirkt er einfach unglaubwürdig. Da genügt es nicht, sich ein Paper schreiben zu lassen, man muss es auch vertreten können.

Steinbrück als Löser der Finanzkrise? Unglaubwürdig, HRE, Universalgarantie etc.

Und egal, wie man zu Merkel politisch steht: persönliche Bereicherung würde ihr wohl niemand vorwerfen. Und das ist ein massiver Pluspunkt in der heutigen Zeit.

61) Klaus Minhardt, Sonntag, 07. Oktober 2012, 21:11 Uhr

verehrter Herr Spreng,

bezüglich des dauerpeinlichen Dobrindt stimme ich Ihnen gern zu. Allerdings sollten Abgeordnete nicht das dreifache ihrer Diäten durch Vorträge und Editorials in Geschäftsberichten einnehmen. “Wes Brot ich ess, des Lied ich sing …” führt zu dem Schluss, dass der Bundestag für Herrn Steinbrück eine finanziell unbedeutende Rolle spielt.

Wer einmal seine Redebeiträge in den letzten drei Jahren im Bundestag sucht, der wird sich schwer tun. Ohne fürstlichen Stundenlohn gibt es bei Steinbrück nichts. Für das läppische Abgeordnetensalär setzt er sich höchstens ein paar Mal im Jahr ins Plenum.

Auch spielt es eine Rolle, dass Steinbrück den Heuschrecken die Türen geöffnet und die Regeln für die Banken gelockert hat. Für mich sind die üppigen Vortragshonorare eher als Belohnung für seine bisherigen Geschenke an die Finanzindustrie zu sehen und nicht als Vorleistungen für künftiges Wohlverhalten.

Auch die bankenkritischen Aussagen haben bei der SPD Tradition. Im Wahlkampf 1998 hat Gerd Schröder eine Beschneidung der Macht der Banken angekündigt und z.B. die Begrenzung der Beteiligung von Banken an anderen Unternehmen auf 5% versprochen und das Gegenteil gemacht. Es war halt Wahlkampf und genauso wird es auch jetzt kommen.

Steinbrück verspricht, was der Wähler hören möchte und hinterher kann man es halt wegen des Koalitionspartners nicht halten. Das wird auch einfach sein, da Steinbrück ja eh der Kandidat ohne Chance ist.

Das wahre SPD Konzept lautet:
Der neoliberale Steinbrück soll Wähler von CDU und FDP binden. Durch seine Weigerung mit CDU/CSU, FDP, Piraten und Linken zu koalieren, bleibt nur die sehr unwahrscheinliche Koalition mit den Grünen. Das verhindert die Abwanderung von Gegnern einer großen Koalition von der SPD zu den Grünen. Auch Linke würden dann SPD wählen, da es ja keine große Koalition geben soll. Auf diese Weise kann man an beiden Enden Wähler einsammeln.

Da Merkel 10 % Vorsprung mitbringt und ständig SPD und Grünen die Themen klaut, kann man kaum einen Erdrutsch erwarten. Am Ende reicht es folglich für die SPD mit den Grünen nicht und es kommt zu einer großen Koalition für die Steinbrück nicht zur Verfügung steht. Jetzt wird Steinmeier Vizekanzler und alles wird gut. Würde man ehrlicherweise gleich mit Steinmeier in den Wahlkampf ziehen, würde Steinmeier viele Wählerstimmen verlieren und am Ende als Wahlverlierer mit Merkel verhandeln.

Es spielt also keine Rolle, ob Steinbrück jetzt beschädigt wird oder nicht, er war eh als Verlierer vorgesehen. Vielleicht hilft das Ganze aber wenigstens zu mehr Transparenz im Bundestag und zu einer Beschränkung der Nebentätigkeiten.

62) Erwin Gabriel, Sonntag, 07. Oktober 2012, 22:55 Uhr

@ 56) Mark, Sonntag, 07. Oktober 2012, 14:47 Uhr

>> 1. Peer Steinbrück hat nichts Illegales getan. Aber er ist eine der Schlüsselpersonen
>> in der Finanzkrise 2008 gewesen. Es bleibt für mich moralisch anrüchig, dass er mit
>> Steuergeldern eine Industrie “gerettet” hat, die ihn später mit lukrativen Nebenjobs beauftragt.
Wie Sie selbst sagen: „Einer der“, nicht „Der“. Und „lukrativ“ ist relativ. Verglichen mit einem Hartz-IV-Empfänger ist es viel (selbst wenn der, meist unfreiwillig, „nur“ daheim sitzt). Verglichen mit einem Fußballspieler á la Messi oder Ronaldo, die über 80000 Euro am Tag verdienen, eher wenig.

>> 2. …Er hätte im Vorfeld potentielle Leichen im Keller finden können und sich
>> argumentativ vorbereiten können. Dies hat er augenscheinlich nicht getan (er findet das
>> alles moralisch in Ordnung, so wie es ist).
Wenn er es moralisch in Ordnung findet (was ich auch tue), warum soll er sich dann „vorbereiten“, und auf was? Sie verlangen (mit welchem Recht auch immer), dass sich ein Peer Steinbrück Ihren moralischen Vorstellungen unterwirft. Warum sollte er das tun? Unterwerfen Sie sich seinen?

>> 3. Eine generelle Transparenz von Abgeordneten hinsichtlich der Einkünfte und
>> Zuwendungen erscheint mir mehr als geboten.
Mir auch. Es sind die Parteien CDU, CSU und FDP, die sich dagegen sträuben. SPD, Grüne und die Linke sind dafür.

>> 4. Ich verurteile die Methoden der Meinungsmache im Fall Steinbrück. Ich halte es für schlecht,
>> wenn ein Kandidat aus unerfindlichen Gründen zunächst hochgeschrieben wird, nur um ihn
>> dann mit einem lauten Krachen vom Thron zu stürzen.
Zustimmung. FOCUS & Co betreiben hier eine eigene Politik, statt ihrer Journalistenpflicht (neutrale Berichterstattung) nachzukommen.

>> 5. Natürlich waren meine Beiträge überspitzt formuliert. Andererseits ruft die
>> Person Steinbrück eben diese Reaktion bei mir hervor. Aus meiner Sicht ist er kein
>> Mann des Mittelmaßes, des Mittelweges, des Ausgleiches, der Besonnenheit, der
>> Integration. Er will polarisieren, und es gelingt ihm durch Auftreten und Wortwahl auch.
>> Ist alles OK, aber dann muss er eben auch ein dickes Fell haben und eine gewisse Häme der
>> Bürger ertragen. So ist das nun mal. Wenn er sich nun mimosenhaft weigert,
>> Transparenz herzustellen, dann ruft das förmlich nach Einspruch!
Meiner persönlichen Einschätzung nach haben Sie nicht nur überspitzt, sondern sind heftig gehässig. Schade eigentlich. Ansonsten ist Peer Steinbrück, wie er ist. Dieses Rüde an ihm mag ich auch nicht (ich weiß auch nicht, ob ich ihn wählen werde). Aber obwohl er verbal des Öfteren aus der Hüfte schießt, glaube ich nicht, dass er politisch unberechenbar ist. Das ist eher Merkels Revier (Europa, Wehrpflicht, Atomkraft). Ihrer Forderung nach Transparanz schließe ich mich an.

63) Erwin Gabriel, Sonntag, 07. Oktober 2012, 23:36 Uhr

das schreibt die Schweizer “Neue Züricher Zeitung”:

“…Gegen Steinbrück liegt nichts Strafrechtliches vor, es geht um Stimmungsmache im Vorwahlkampf, und es ist nach wie vor befremdlich, wie leichtfertig viele Akteure beim Versuch mitmachen, einen Unbescholtenen politisch zu erledigen. Dass Steinbrück viel Geld mit Reden und Vorträgen verdient hat, ist kein Verbrechen. Seine Forderungen, dass Deutsche in der Schweiz ihre Guthaben anständig versteuern und dass die Banken den Investmentbereich vom Kundengeschäft trennen, sind nachvollziehbar und haben mit seiner Vortragstätigkeit nicht das Geringste zu tun. Auch dass Steinbrück das Steuerabkommen mit der Schweiz ablehnt, tut nichts zur Sache. Was er fordert, betrifft das Verhältnis zwischen Bürger und Staat und nicht das zwischen Bürgern und Bürgern. Dass er seine Privatsphäre – und damit die aller Bürger – verteidigt, leuchtet ein….”

http://www.nzz.ch/aktuell/international/die-stunde-der-pharisaeer-1.17668707

64) Frank Reichelt, Montag, 08. Oktober 2012, 09:01 Uhr

@ 63, Erwin Gabriel

Wie immer braucht es den Blick aus dem Ausland um die Debatte wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen! Diesen Artikel der NZZ sollten sich alle hysterischen Steinbrück-Kritiker über das Bett hängen. Das diese Versachlichung gerade aus der Schweiz kommt, die ja bis dato nicht gerade im Verdacht stand, Steinbrück freundlich gesonnen zu sein, ist umso beschämender!
Im Gegensatz zu ihnen habe ich meine Entscheidung schon getroffen, ich werde Steinbrück wählen!

65) StefanP, Montag, 08. Oktober 2012, 09:23 Uhr

@ 56) Mark

Sie machen das nicht ungeschickt, aber unehrlich wie die meisten Menschen: Sie mögen Peer Steinbrück persönlich nicht (ohne ihn zu kennen), weswegen alles Negative hochwillkommen zur Bestätigung der eigenen Ansicht ist.

Ich weiß nicht, wo Sie die letzten Jahre gelebt haben, jedenfalls werden Sie sich kaum intensiver mit der politischen Szenerie befasst haben. Dass Peer Steinbrück fleißig bezahlte Vorträge in der Finanzindustrie hielt statt unbezahlte im Bundestag, war nicht mal ein offenes Geheimnis – es stand im SPIEGEL (wird hier seit Neuestem ja nicht mehr gelesen), in der F.A.Z., in der Süddeutschen, in der WELT. Zu der Zeit war Steinbrück lediglich ein Ex-Finanzminister, der sich bis auf sein Abgeordnetenmandat von allen politischen Ämtern verabschiedet hatte und keine neuen anstrebte. Welche gekaufte Lobbyarbeit sollte so jemand noch erbringen, zumal in einer Partei, in der er weitgehend nur geduldet wird?

Bill Clinton bekam, nachdem er Ex-Präsident geworden war, bis zu 1 Millionen Dollar pro Vortrag. Nimmt man bei Steinbrück einen Bestwert von 20.000 US-$ an, so ist ein amerikanischer Alt-Präsident 50mal mehr wert als ein aussortierter Bundesfinanzminister. Das sind die Tarife, wo schon ein leidlich begabter Rhethoriker zwischen 700 und 2.000 EUR für einen Vortrag erhält – gänzlich ohne Promistatus. Vielleicht tummeln Sie sich auch mal in den Boulevardblättern (mag unter Ihrer Menschenwürde sein, aber trotzdem), dann erfahren Sie, dass die Gegenwart von Sternchen wie Pamela Anderson oder Paris Hilton mehr als 100.000 Dollar wert sein kann. Auf Sex müssen Sie dabei dennoch verzichten, der ist im Preis nicht enthalten.

Peer Steinbrück tischt Ihnen seit Jahren sozialistische Lieblingsthemen auf: Erhöhung des Spitzensteuersatzes (zugegeben: nicht hoch genug), Vermögensteuer, Mindestlohn, Bankenregulierung, Finanzmarkttransaktionssteuer. Gut, er sieht Hartz-IV und die Rente mit 67 als richtig an, das hat er aber mit der Mehrheit der SPD-Anhänger und SPD-Wähler gemeinsam. Nur nicht mit der Mehrheit der Funktionäre, die allerdings so oder so davon nicht betroffen sind.

Also, was wollen Sie eigentlich? Schließlich haben die Linken Oskar Lafontaine auch die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung ohne vollen Lohnausgleich verziehen. Ihr Hero hat dafür dies nie wiederholt.

66) Peter Christian Nowak, Montag, 08. Oktober 2012, 23:24 Uhr

@56)Mark&59)wschira

Einigen SPD-Fans scheinen Sie ja mächtig auf die Schläppchen getreten zu sein. Das “Aua” folgte denn auch auf den verwundeten Füsschen.
Habe mir den Steinbrück bei Jauch angesehen. Dem steht der Sinn nicht nach mehr “Sozial-Demokratie”, sondern ist sozusagen ein Opfer der Treibjagd der Parteilinken, die endlich den Geruch einer Partei loswerden will, die mehr nach CDU, als nach SPD riecht.
Die “Beinfreiheit”, die er für sich beansprucht ist ein Hilferuf und gleichzeitig Appell an den linken Flügel, notfalls auch mit der FDP zusammengehen zu dürfen. Der Mann ahnt, es wird ihm und den Grünen nicht reichen. Wie ich schon sagte, Merkel wird Kanzlerin bleiben. Und zwar deswegen, weil diese bockige SPD von folgendem Starrsinn nicht ablassen kann: “Eine Koalition mit Beteiligung der Partei die Linke schließe ich kategorisch aus!”.
Na, dann viel Spass, Herr Steinbrück!

PS:Die Entrüstung der Leser ist nur deshalb so groß, weil der Mittlelstand so sehnsüchtig auf Erlösung wartet. Endlich die Angst vor sozialem Absturz loswerden! Steinbrück ist für sie so etwas wie der Messias, ähnlich wie weiland zu Guttenberg.
Jemanden Besseren haben die nicht. Haben Sie daher Verständnis für die Entrüstung.

67) Erwin Gabriel, Dienstag, 09. Oktober 2012, 09:27 Uhr

@ 66) Peter Christian Nowak, Montag, 08. Oktober 2012, 23:24 Uhr

StefanP hat Recht

Mark hetzt nur, wschira spekuliert. Was hat man einem Gerhard Schröder vorher zugetraut, was einer Angela Merkel? Und bitte nicht nur den Kanzler danach beurteilen, ob er ihre ganz persönliche Vorstellung von der Welt (Deutschland allein reicht nicht, wie wir spätestens seit Lehman wissen) in zwei bis drei Jahren durchsetzen kann – ohne Garantie übrigens, dass solch eine Welt für alle anderen auch funktionieren würde.

Als Bundeskanzler braucht ich ein Grundgerüst und Spezialisten. So, wie die Vorstandschefs von Audi, BMW, Mercedes und VW ihre autos nicht selbst zusammenschrauben – sie müssen nur (mit Hilfe von Spezialisten) dafür sorgen, dass es geschieht.

Als Bundeskanzler muss man erkennen, welchen Spielraum man hat, um ihn optimal ausnutzen zu können. Man muss in der Lage sein, getroffene Entscheidungen durchsetzen zu können. Das traue ich Herrn Steinbrück mehr zu als einer Angela Merkel, einem Frank-Walter Steinmeier, oder gar einem Oskar Lafontaine.

Ich habe bei Mark und Ihnen den Eindruck, dass Sie das “kleinere Übel” nicht akzeptieren und statt dessen das “große Übel” wollen, um zu zeigen, wie schlimm es wirklich ist. Hat eine Spur von Wildbad Kreuth…

68) Peter Christian Nowak, Dienstag, 09. Oktober 2012, 19:22 Uhr

67) Erwin Gabriel

Das Problem ist nur, dass sich die Ansätze von Problemlösungen eines Herrn Steinbrück nicht wesentlich von denen einer Frau Merkel unterscheiden würden – wäre er denn Kanzler. Da entsprechen die Lösungsansätze eines Herrn Lafontaine eher den wissenschaftlichen Erkenntnissen. Steinbrück war schon einmal in Regierungsverantwortung. Die Fehler als Finanzminister, die er machte, waren so eindeutig, daß für mich persönliche Ressentiments bei der Wahl keine Rolle spielen werden.

69) Erwin Gabriel, Mittwoch, 10. Oktober 2012, 21:20 Uhr

@ 68) Peter Christian Nowak, Dienstag, 09. Oktober 2012, 19:22 Uhr

>> Das Problem ist nur, dass sich die Ansätze von Problemlösungen
>> eines Herrn Steinbrück nicht wesentlich von denen einer Frau Merkel
>> unterscheiden würden – wäre er denn Kanzler.

In vielen Bereichen sicherlich nicht, da stimme ich zu. In anderen Bereichen schon, etwa im Umgang mit den Banken. Die Aufsplittung in Geschäfts- und Investment-Bank hatte die CDU noch nicht vorgeschlagen. Nachdem Steinbrück sein Papier vorgelegt hat, heißt es auf einmal, “da reden wir seit Monaten drüber”. Aber wiederum kein weiteres Statement, keine detaillierte Ausführung wie bei Steinbrück.
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>> Da entsprechen die Lösungsansätze eines Herrn Lafontaine
>> eher den wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Ein brillianter Kopf, fürwahr, ich war lange Jahre ein großer “Fan” von ihm. Seitdem er die SPD verlassen hat, weder im Land noch im Bund in Regierungsverantwortung steht, ist er nach meiner Meinung zu sehr in die Theorie abgeschwenkt. Ich gewinne immer den Eindruck, dass er (wie die meisten westdeutschen Linken) Opposition um der Opposition willen macht. So, als wolle er nicht die Linken nach vorne, sondern die SPD nach hinten bringen (ich hoffe, ich kann halbwegs rüberbringen, was ich meine). Sonst wäre Rot-Rot-Grün schon lange an der Regierung.
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>> Steinbrück war schon einmal in Regierungsverantwortung.
>> Die Fehler als Finanzminister, die er machte, waren so eindeutig,
>> daß für mich persönliche Ressentiments bei der Wahl keine Rolle
>> spielen werden.

Die Förderung der Spekulation war, im Nachhinein betrachtet, sicherlich ein Fehler. Wie sich das Ganze im Vorfeld von Lehman betrachten und berechnen ließ, vermag ich nicht zu beurteilen, wohl aber, dass er nicht allein entschied. Sein Verhalten in der Bankenkrise war ein Segen fürs Land, selbst wenn ich bei den Milliarden, die man damals den Banken in den Rachen schmeißen musste, die Nachrichten nur mit der Spuktüte ertrug.

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