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Mittwoch, 05. Dezember 2012, 18:47 Uhr

Steinbrück in der Grube

Erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu. Entweder gilt für Peer Steinbrück diese alte Fußballerweisheit oder er will gar nicht Kanzler werden. Oder zumindest seine Berater wollen es nicht. Nur so ist die bizarre Abfolge von Ereignissen um Steinbrücks Vortragstätigkeit zu erklären.

Am Dienstag hatte Steinbrücks Sprecher Michael Donnermeyer Presseberichte bestätigt, wonach Steinbrück noch drei Tage vor seiner offiziellen Nominierung zum SPD-Kanzlerkandidaten einen Vortrag auf einer Verkaufsveranstaltung der Schweizer Privatbank Sarasin halten werde. Das ginge nichts anders, weil bei einer Absage eine Konventionalstrafe drohe. Das Honorar in Höhe von 15.000 Euro wolle Steinbrück spenden.

So weit, so schlecht. Ein Musterbeispiel an politischer Instinktlosigkeit. Denn, um mit Steinbrück zu sprechen, bei einer auf deutsche Kunden spezialisierten Schweizer Privatbank lässt man besser die Steuerkavallerie einreiten und nicht einen leibhaftigen SPD-Kanzlerkandidaten, der gerade eine Anti-Banken-Wahlkampf anführen soll.

Vertragstreue hin oder her, Steinbrück hätte den Vortrag absagen müssen. Der finanzielle Schaden wäre geringer gewesen als der politische. Außerdem wird sich eine Schweizer Bank dreimal überlegen, einen SPD-Kanzlerkandidaten mit Konventionalstrafen zu traktieren.

Aber es kam noch schlimmer. Denn am Mittwoch veröffentlichte die “Süddeutsche Zeitung” eine Meldung im Wirtschaftsteil, wonach genau diese Bank im Zentrum eines gigantischen Steuerbetrugs zu Lasten des deutschen Staates stehe. Die Büros der Bank wurden durchsucht.

Erst jetzt kapierten Steinbrück und seine Berater. dass sie den Vortrag absagen müssen. Da war es aber schon zu spät: Steinbrück sitzt in der Grube, die er selbst gegraben hat. Er stolpert bis zuletzt auf dem Weg zur Kanzlerkandidatur. Was ihm an politischem Instikt fehlt, müssten seine Berater haben. Aber Steinbrück scheint von Ratlosen umzingelt zu sein.

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51 Kommentare

1) Carsten Blöcker, Mittwoch, 05. Dezember 2012, 19:25 Uhr

Steinbrück hätte sich rechtzeitig bei Stoiber erkundigen sollen, der hatte als Kanzlerkandidat den richtigen Berater.

2) Steffen Seitz, Mittwoch, 05. Dezember 2012, 19:56 Uhr

Bei all der Diskussion um Steinbrück, poppt bei mir als dummen Wähler immer eine Frage hoch: Ist nicht eigentlich entscheidend, was Steinbrück bei all seinen Reden sagt? Leider findet sich dazu ziemlich wenig in den Medien zu finden.

Wie wäre es denn, er ginge zu der Bank und erzählt ihr beispielsweise kurz als designierter Kanzlerkandidat der SPD: Wenn ich Kanzler werde, dann wird es kein Steuerabkommen geben. Dann werden wir auf das härteste Steuerhinterziehung verfolgen.

Das wäre natürlich eine inhaltliche Auseinandersetzung, und bedeutet vor allem einen Rechercheaufwand. Das kann man natürlich in unserer heutigen schnelllebigen Zeit nicht mehr erwarten.

Viele Grüße, ein überzeugter Nichtwähler der SPD!

3) Flo, Mittwoch, 05. Dezember 2012, 20:33 Uhr

@1) Carsten Blöcker:
Eben jener Stoiber verlor gegen einen Schröder und dessen Berater Machnig.
Und genau der soll ja jetzt auch Steinbrück beraten…

Beim 1.Absatz dachte ich noch an eine kleine Retourkutsche von Stoibers (Ex-)Berater,
aber danach wurde der Beitrag wirklich gut.

4) Politikverdruss, Mittwoch, 05. Dezember 2012, 20:52 Uhr

Wir halten fest: Erstens die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Sarasin-Bank wegen Steuerbetrugs. Zweitens soll Ausgangspunkt ein „schlecht gemachtes Steuergesetz“ sein. Drittens, dieses „schlecht gemachte Steuergesetz“ entstand unter dem damaligen Finanzminister Steinbrück. Viertens, Steinbrücks „Ministeriumsbeamten ließen sich von Lobbyisten des Bankgewerbes die Hand führen“. Und schließlich fünftens beabsichtigte Steinbrück in diesen Tagen bei der Sarasin-Bank einen Vortrag zu halten.
http://www.welt.de/politik/deutschland/article111829493/Steinbrueck-sagt-Vortrag-bei-Schweizer-Privatbank-ab.html

Und Andrea Nahles schwärmt unverdrossen von ihren Wahlkampfplänen. Als ein “neues Element” hebt sie sogenannte “Dialogboxen” hervor. Die Parallelwelt von Frau Nahles.

5) JG, Mittwoch, 05. Dezember 2012, 21:02 Uhr

Heute erklärt Gabriel, Steinbrück sei kein “Problem-Peer”. Dieses Wortspiel hat hoffentlich nicht der SPD-Chef in die Welt gesetzt?

P.S.: Dilettantismus hat weder etwas mit Dill noch mit Tanten zu tun (Eselsbrücke, die mir immer hilft).

6) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 05. Dezember 2012, 21:14 Uhr

(…) Denn, um mit Steinbrück zu sprechen, bei einer auf deutsche Kunden spezialisierten Schweizer Privatbank lässt man besser die Steuerkavallerie einreiten und nicht einen leibhaftigen SPD-Kanzlerkandidaten, der gerade eine Anti-Banken-Wahlkampf anführen soll.(…)

Der Satz hat was!…. köstlich!
Aber mal ehrlich, der Mann ist ja wirklich nicht so abgewichst, wie die meisten denken, als daß er “so´n Pech”verdient hätte. Da gibt es, glaube ich, viel schlimmere Figuren in der Politik, denen ich “Peer´s Pech” mehr wünschen würde. (In Anlehnung an das Märchen “Die Pechmarie”).

7) SK, Mittwoch, 05. Dezember 2012, 22:00 Uhr

Er hätte auch den geplanten Vortragstext umschreiben können.

Ist die Bank doch selbst schuld, wenn sie den SPD-Kanzlerkandidaten auf ihrer Veranstaltung reden lässt.

Aber die Sozialdemokraten … , naja, vergesst es.

8) Heiko G., Mittwoch, 05. Dezember 2012, 22:02 Uhr

Aber Steinbrück tritt doch nur als Vizekanzlerkandidat an. Und er kooperiert gut mit den Banken. Genau wie die prinzipienlose und wertelose Merkel, die sich gerne als alternativlos verkauft. Es soll sogar Leute geben die ihr das abkaufen.
Wie konnte man in diesem Zusammenhang kürzlich lesen? Im Alter fallen die Menschen leichter auf Betrüger herein, weil dann die Menschenkenntnis geringer ausgeprägt ist. Ach ja, deshalb das alles.

Mit Merkel und Steinbrück kommt dann auch zusammen was zusammengehört. Gleich und Gleich gesellt sich gern. Tango korrupti!

9) Werner Berger, Mittwoch, 05. Dezember 2012, 23:05 Uhr

Es macht keinen guten Eindruck, wenn Sie jemand als Dilettant beschimpfen, das Wort dabei aber falsch schreiben.

10) kleinErna, Mittwoch, 05. Dezember 2012, 23:32 Uhr

Ich hab schon erheblich viel Schlimmeres erlebt!

Im Übrigen ist es doch so, dass jeder von Steinbrück verdiente Euro von ihm versteuert wird. In dieser Hinsicht hat er doch Alles aufgedeckt und belegt, dass alles korrekt bei ihm über die Bühne gebracht wurde. Wenn dem so ist, dann hat er mit seinen Steuern das Gehalt für sein Bundestagsmandat gleich mehrfach an den Staat zurück bezahlt.

Es können nicht Viele derer, die im Bundestag sitzen von sich behaupten, dass sie durch ihr Bundestagsmandat dem Staat gar nicht zur Last fallen, sondern sich selbst bezahlen (ausser vielleicht ein paar ganz wenigen CDU-CSU- und FDP- Abgeordneten)!

Was sollen also diese dauernden Attacken (auch von Ihnen, Herr Spreng!) gegen Peer Steinbrück?

11) Christian Himberger, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 01:19 Uhr

Stoiber hat verloren. Trotz Spreng.

12) Erika, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 01:59 Uhr

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medien_politik_wirtschaft/steinbrueck241.html

Wissen Sie, Herr Spreng, was die Rede von Peer Steinbrück beinhaltet hätte? Dort die richtige Rede gehalten und einen Mitschnitt ins Netz gestellt, wer weiß?

Ach, was ist eigentlich aus der “Büchse der Pandora” geworden. Fordert noch jemand die Offenlegung der Nebeneinkünfte? Wo ist das Thema in der Presse?

Es wird noch viele Gelegenheiten für den Satz geben: “Dies ist die beste Regierung seit der Wende” und die Medien werden es gerne immer wieder transportieren und irgendwann verfängt die Propaganda und die Menschen werden es dann vielleicht sogar glauben. Auch in Amerika sollen ja bis heute viele Bürger glauben, Saddam Hussein hätte etwas mit Al Kaida zu tun gehabt.

13) S1, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 05:06 Uhr

@Carsten Blöcker: Stoiber hatte vielleicht den Spreng, was aber alle seine Berater verpennt haben, war die richtige Einschätzung über die Dimension der Flutkatastrophe. Schröder hatte die Gummistiefel parat. Stoiber und Spreng nicht! Sei’s drum! Man lernt immer dazu. :-)

14) m.spreng, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 08:22 Uhr

@ 2) Werner Berger

Ich habe den letzten Satz ohnehin geändert. Da war ich beleidigend geworden, was mir leid tut.

15) Claus Drullmann, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 09:24 Uhr

Da ist tatsächlich was dran. Ich nannte diese abetakelte alte Dame bis jetzt Schamlose Partei Deutschlands. Ratlose triffts genauso gut. So wird eine Demokratie ausgehöhlt und eingerissen. Nach und nach.

Leider ist diese, neben weiteren fundamentalen Schwächen dieser bislang zweitstärksten Partei im Bundestag, gleichzeitig auch die größte Stärke der CDSU und der FDP.

Deutschland marschiert als Ganzes schier unaufhaltsam immer weiter nach rechts. Das ist für mich extrem besorgniserregend.

16) Erika, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 09:55 Uhr

@4) Politikverdruss, Mittwoch, 05. Dezember 2012, 20:52 Uhr

“Die Beamten des Bundesfinanzministeriums haben sich 2006 von Lobbyisten des Bankgewerbes die Hand führen lassen. Die damalige Begründung zur Änderung eines Steuergesetzes ist zu großen Teilen identisch mit einem Schreiben des Bundesverbandes deutscher Banken aus dem Jahr 2002. Nach Recherchen der ZEIT übernahmen die Beamten über lange Passagen wortwörtlich die Formulierungen der Verbandsexperten. Damaliger Bundesfinanzminister war der heutige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück”

Das ist die Information aus der “Zeit”. Um welche Passagen es sich handelt, verrät die “Zeit” uns nicht.

Viel interessanter ist meiner Meinung nach doch, dass die Wünsche der Banken wohl schon im Jahre 2002 der Regierung Schröder vorlagen. Aber erst 2006 unter der Kanzlerin Merkel wurde (was auch immer die Passagen sind?) es zum Gesetz. Es würde mich wundern, wenn derart wichtige (?) Gesetzesänderungen ganz ohne den Regierungschef oder die Regierungschefin gingen. Noch dazu, wenn man sich daran erinnert, wem Frau Merkel eine Feier zum 60sten Geburtstag spendiert hat.

17) Politikverdruss, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 10:49 Uhr

Goethe sieht den Dilettantismus positiv: „Es bedeutet einen Liebhaber der Künste, der nicht allein betrachten und genießen, sondern auch an ihrer Ausübung Theil nehmen will.“

Lässt sich diese positive Deutung des Begriffes auf Steinbrück übertragen? Ich bin mir nicht sicher. Steinbrück ist ja nicht ein „Liebhaber der Politik“, sondern ein Voll-Profi. Ein Vollblutpolitiker, der nach eigenen Angaben eitel ist, der, gemessen an seiner politischen Arbeit (z.B. NRW, WestLB etc.), nicht gerade auf Erfolge verweisen kann und der gerade mit dem Peter-Prinzip Bekanntschaft macht. Frau Höll (Phoenix-Runde 08.11.12) erkannte sogar Gier im Verhalten von Peer Steinbrück. Auch seine fachliche Kompetenz ist immer wieder in Frage gestellt worden (Stichworte: Susanne Schmidt „Hedgefonds“ und seine Bullshit-Argumentation bei Jauch). Ist dieser Kanzlerkandidat der SPD auf den „Leib“ geschneidert?

Nein, hier wird gerade jemand entzaubert und die Frage, ob er wirklich „Kanzler“ kann, ist längst nicht mehr eindeutig zu beantworten.

18) Günter Springer, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 10:51 Uhr

Herr Spreng,
Ihren Artikel kann ich nur so verstehen, daß Sie uns reizen wollen oder haben Sie etwa die Absicht sich irgendwo anzudienen?
Die ständigen Attacken auf Per Steinbrück nehmen doch schon langsam groteske Formen an.
Ihrige jetzige Kritik könnten Sie doch eher auf den Parteitag der CDU anwenden.
Wo wenn ich fragen darf bleibt die sachliche Auseinandersetzung mit dem was Per Steinbrück sagt?
Wo bleibt in den Medien die forsche, nachdrückliche Forderung an die anderen Politiker zur Offenlegung deren Nebeneinkünfte?
Mit Verlaub, man wird ja noch mal fragen dürfen?!

19) Anna Loog, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 11:47 Uhr

“Erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu.”

Glück hatte der Kandidat schon. Von Schmidt protegiert, von der Partei zähneknirschend getragen, die Beinfreiheit nach Gusto bekommen. All dies obwohl er sich fast selbst zum KK kürte. Und von Pech kann nicht die Rede sein. Dummheit, Ignoranz und Selbstüberschätzung träfe es besser. Spätestens nach dem er zum KK ausgerufen wurde, hätte ihm aufgehen können und müssen, dass seine Nehmerqualitäten gepaart mit Schnoddrigkeit nicht unbedingt Symphatiewerte hochschnellen lässt. Nicht jeder seiner Fehlgriffe einzeln, sondern die Summe dessen, was er verzapft, macht ihn zum Looser. Zurecht!

@ klein Erna

Wir alle erleben *SCHLIMMERES*. Das macht Schlimmes allerdings nicht besser. Steinbrück gab nie und nirgends aus Einsicht nach. Jedesmal erst auf Druck der Öffentlichkeit.
Kein Grund also, ihn als Held der Steuerzahler und Selbstversorgen zu ehren ;-)

20) 4nonymu5, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 12:55 Uhr

@18)
Wo wird sich denn heute bitte noch sachlich mit etwas auseinandergesetzt?
Ich glaube nirgends, das ist nicht mehr das Anliegen der Massenmedien. Das Wählverhalten der Masse wird durch 2minütige Tagesschau Berichte und dem Lesen von Spiegel-online-Artikel Überschriften bestimmt.
Das haben die Medien gut erkannt.
Ich bezweifel das Merkel noch Kanzlerin wäre (oder überhaupt gewurden wäre) würden sich die Medien sachlich mit ihr und ihrem Kabinett befassen.
So gesehen hat Spreng schon Recht. Steinbrück ist anscheinend von Ahnungslosen umgeben. Mit Inhalten wird die SPD keinen Erfolg haben.

21) Doktor Hong, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 13:20 Uhr

Ein Kommunikations-Desaster, keine Frage.

Gegen die Bank Sarasin besteht also ein Verdacht.

Weil Peer Steinbrück dort einen Vortrag hält, gerät er also auch in Verdacht? Warum?

Kniffelig wird es, wenn Peer Steinbrück als ehemaliger oberster Finanzherr den Banken Tipps gibt, wie sie effektiver deutschen Steuerhinterziehern helfen können, ihr Geld am Fiskus vorbei ins Ausland zu bringen.

Deswegen meine ich schon, dass der Inhalt dieser Vorträge schon eine gewisse Relevanz besitzt.

Alles andere ist billige Manipulation; ich befürchte allerdings, bei dem durchschnittlichen, verbreiteten sprachlich-analytischen Vermögen, dass solche Manipulationen erfolgreich sein werden.

Der Subtext ist ja: Steinbrück hält Vorträge bei verdächtiger Bank – also folgt, Stienbrück ist selber verdächtig.

Aber in einem Punkt muss ich Herrn Spreng beipflichten: Man muss es dem Gegner ja nicht so dermaßen leicht machen und ihm so viele Angriffsflächen bieten.

22) KleinErna, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 13:48 Uhr

@Anna Loog

Um Steinbrück Dummheit zu unterstellen sollte man selbst intelligenter sein. Und?

Um die “Schnoddrigkeit” von Steinbrück nachvollziehen zu können, sollte man die Hamburger und ihre Mentalität kennen und verstehen.

Und zuletzt sollte man sich an die Regierungszeit des Helmut Schmidt, der heute allseits so hochgelobt wir, erinnern. Er wurde aus denselben Gründen von seiner SPD nicht mehr unterstützt und musste abtreten, wirde allerdings eben aus den gleichen Gründen von der Union mit dem Satz zitiert “ja wenn er nur bei uns und nicht bei der SPD wäre, dann wär er genau der Richtige für uns”. Es ist also Alles ein bisschen verkehrte Welt.

Ich glaube, Steinbrück wäre für alle der Richtige, weil er in der Sache weitgehend recht hat, weil er ein ” sturer Hund” ist, der durchsetzt, was er sich vornimmt und wenn er dabei nich Allen liebenswert erscheint, dann haben Manche eben Pech gehabt. Es geht um die Sache, nicht um Liebe (wie bei Frau Merkel)!

23) Wolfgang Wabersky, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 18:28 Uhr

Einen Politiker muss man an seinen Taten (nicht Worten) messen

Einige Foristen meinen, PS käme in der Öffentlichkeit besser weg, wenn man ihn nach politischen Inhalten befragen würde, statt dauernd seine hemdsärmeligen Instinktlosigkeiten vorzuführen. Als ob es darauf ankäme, was Peer zu sagen hat. Entscheidend ist doch, wie er in seiner Laufbahn bisher immer gehandelt hat. Wenn man die Riesendiskrepanz zwischen seinem Denken und Handeln erkennt, dann müssten noch ganz andere Attacken gegen diesen Dampfplauderer geritten werden. Dieser Mann ist ein begnadeter Selbstinszenierer, und von denen treiben sich bereits viel zu viel in Berlin herum. Er sah die Finanzkrise nicht kommen, scheiterte als Finanzminister und Ministerpräsident von NRW (WestLB; Erhöhung der Landesschulden) in überzeugender Weise und fiel auch nicht durch fachliche Kompetenz auf (kannte keine „Hedgefonds“, die zu bekämpfen er vollmundig ausgab; außer einer Bullshit-Argumentation bei Jauch hatte er nichts Fachliches beizusteuern). Immer kooperierte er mit den Banken, die er in seinen Reden an die Leine zu legen versprach. 2008 erklärte er ihnen wegen deren hoher Boniausschüttungen den Krieg, während er sich privat und parallel zur Bundestagsarbeit lukrative Zubrote verschaffte. Schaut man genau hin, handelte er stets als Interessenwahrer der Banken. Peer Steinbrück kann keine Glaubwürdigkeit und Integrität vermitteln. Es ist unwichtig, was der Mann zu erzählen hat. Für Frau Merkels Machtfestigung allerdings ist er ein absoluter Volltreffer.

24) Don Corleone, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 19:48 Uhr

Gideon Böss in seinem “Welt”-Blog …

http://boess.welt.de/

… rundet die Persönlichkeit des SPD-Kanzlerkandidaten auf kundige, aber auch höchst amüsante Weise ab. Wer heute oder morgen abend unverbissen und mit einem Lächeln auf den Lippen einschlafen mag, wird sich freuen, diesen Böss gelesen zu haben.

25) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 20:17 Uhr

23) Wolfgang Wabersky,

Stimme Ihnen zu. Leider finden sich Dampfplauderer in allen Parteien. Es ist unglaublich, wie einfach es ist, mit ein bisschen rhetorischer Begabung in die Politik zu kommen. Es gibt so verdammt viele gute Leute in Deutschland, von denen man sich wünscht, sie würden in die Politik gehen. Es sind begabte Querdenker, keine Dampfplauderer, denen man den Job zutrauen könnte. Aber gerade die wollen nicht. Sie wollen sich nicht “von irgendwelchen Parteideppen mit suboptimaler Intelligenz verschleißen lassen”. (O-Ton).
Dass eine Frau Merkel sich so lange am Ruder halten kann, z.B. ein Rösler Vizekanzler ist, hat viel mit der Tatsache zu tun, dass der Durchschnittswähler weniger von den politischen Fähigkeiten beeindruckt ist, als mehr von der Frage, wie es ihm derzeit mit dem oder jenen Politiker/in geht. Geht es ihm einigermaßen – trotz Krise – dann wechselt er nicht und bleibt bei dem, was er hat.
Steinbrück hat nicht die geringste Chance Merkel aus dem Kanzleramt zu werfen, so lange Merkel auch nur einigermaßen den Lebensstandart der Mittelschicht bis zum Wahltermin erhält. Da die untersten 30% der Gesellschaftsschicht weniger zur Wahl gehen, werden Wahlen in der Mitte gewonnen. Die Unterschicht ist sich also selbst schuld, wenn sie sich mit ihren berechtigten Forderungen keine Resonanz erhält.
Steinbrück hätte nur dann eine Chance auf Kanzler, wenn er mit der Linkspartei und natürlich den Grünen zusammenginge. Denn in einem Jahr fragt kein Mensch mehr nach seinen Vortragsreisen.

26) Anonym, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 20:48 Uhr

Die Performance von Herrn Steinbrück war nie schlechter als jetzt, wo er Kanzlerkandidat ist. Das ist ziemlich traurig, denn es beweist, dass er, sobald er im Mittelpunkt des Interesses steht, einer moralischen Durchleuchtung nicht standhält. Man kann ja Angela Merkel viel vorwerfen (was, auch Sie, Herr Spreng, wiederholt getan haben), aber Sie vermeidet zumindest erfolgreich eine enge Verwicklung in die Wirtschaft. Für Steinbrück wird durch all die Skandale die Mobilisierung der eigenen Klientel noch schwieriger werden. Ganz zu schweigen davon, dass er Vertrauen bei der Bevölkerung zurückgewinnen muss, und dafür darf einfach nicht ständig etwas neues herauskommen, was nicht zu seiner inhaltlichen Positionierung passt.

27) lorbär, Freitag, 07. Dezember 2012, 07:26 Uhr

ach, die spd hat doch eh keinen bock auf regieren und schon garnicht auf kanzler. es lebt sich doch ganz gut als juniorpartner der union. und opposition betreibt die spd schon lange nicht mehr. mit dem unsympath steinbrück lässt sich auch keine wahl gewinnen.
die einheitspartei aus union, fdp, spd und den grünen erscheint, mit ihrem handeln und auftreten, heute mehr wie die volkskammer und wird auch dem horrorbild immer ähnlicher, welches im westen deutschlands über die ddr verbreitet wurde und immernoch verbreitet wird.

28) Erwin Gabriel, Freitag, 07. Dezember 2012, 09:57 Uhr

26) Anonym, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 20:48 Uhr

>> Die Performance von Herrn Steinbrück war nie schlechter als jetzt,
>> wo er Kanzlerkandidat ist. Das ist ziemlich traurig, denn es beweist,
>> dass er, sobald er im Mittelpunkt des Interesses steht, einer
>> moralischen Durchleuchtung nicht standhält.

Nicht bös sein, Anonym, das ist dummes Gesabbel.

Hier wird, wie des öfteren nicht nur von Erika vorgetragen, mit zweierlei Maß gemessen.

* Eine ‘Performance’ hat nichts mit ‘Moral’ zu tun.
* Die Reden (bzw. das damit verdiente Geld wäre im Falle einer CDU-Mitgliedschaft Peer Steinbrücks nicht problematisch. Dass auf eine bezahlte Rede fast vier unbezahlte kommen, dass er seine Einnahmen versteuert hat etc., fällt in unserer Neidhammel-Gesellschaft regelmäßig unter den Tisch.
* Seine Reden sind außerdem harmlose Nebentätigkeiten, die keine Änderungen der Politik zum Nachteil der Bevölkerung nach sich ziehen – im Gegensatz zum weitverbreiteten Lobbyismus bei FDP und CDU, die Ihnen wohl nicht so sehr am Herzen liegen.
* Die Performance eines Peer Steinbrück beurteilen Sie nach der Tonlage, mit der er gelegentlich zurückbeißt, wenn er mal wieder von irgendeinem hohlen Journalisten mit hohlen Fragen bombardiert wird, die weder mit seinen politischen Vorstellungen noch mit den aktuellen politischen Problemen zu tun haben. Dass er als einziger “Großverdiener” seine Nebentätigkeiten offenlegt, zählt wohl nicht dazu.

Wenn Ihnen täglich 5 Journalisten die Frage vorlegen, ob Ihre Kommentare mit mangelnder Intelligenz zu tun hat, werden Sie – zu Recht, wie jeder von uns – irgendwann auch patzig antworten. Und lesen am nächsten Tag in der Zeitung: “Dummer Kommentator wird aggressiv”. Das würde allerdings nichts über Ihre Aggressivität oder Intelligenz aussagen, sondern, wie nicht nur im Falle Peer Steinbrück, nur über die fehlende Qualität der Medien.

Und wenn Sie Performance beurteilen wollen, nehmen Sie doch sich mal jemanden vor, der vorgibt, etwas geleistet haben: Angela Merkel. Aber deren Pleiten und Pannen, Fehl- und Luftentscheidungen, die resultierenden Schäden und Folgen für unser Land und Europa aufzuzählen, würde, wenn das Wortspiel gestattet ist, den Sprengsatz sprengen.

29) Erika, Freitag, 07. Dezember 2012, 10:14 Uhr

@24) Don Corleone, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 19:48 Uhr

Sie haben recht, ein amüsanter Beitrag.

Ich habe den Artikel von Frau Steinbrück nicht gelesen, aber offenbar hat sich Herr Steinbrück letztendlich durchgesetzt. Er ist Kandidat und die Familie hat an der Entscheidungsfindung mitgewirkt. Also mir ist dies zunächst einmal sympathisch.

Bei Herrn Sauer habe ich immer so das Gefühl, er macht genau das, was er will. Beim Neujahrkonzert in Wien auf bestem Platz oder regelmäßig bei Wagner in Bayreuth, da ist es dem Musikliebhaber Sauer schon ganz recht. Ansonsten kann ich mich nur an die “unwürdigen Aktivitäten” wie das “private” Wildsaugrillen in Trinvillershagen für den Verantwortlichen für Folter und Lügner im Irak-Krieg und den “privaten” Gegenbesuch auf der Ranch des Herrn Bush erinnern. Aus staatspolitischen Gründen wären beide Veranstaltungen nicht notwendig gewesen. Ich hätte mir gewünscht, ein “beherzter Familienrat” hätte dies verhindert.

@26) Anonym, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 20:48 Uhr

Vielleicht wird bei Merkel auch nur anders darüber berichtet? Stellen Sie sich einmal vor, Steinbrück hätte Herrn Ackermann im Finanzministerium eine Geburtstagsfeier ausgerichtet, oder wäre mit dem Hubschrauber aus dem Urlaub zum Kaffeekränzchen zu den Mediendamen Mohn und Springer geflogen.

Sehr geehrter Herr Spreng,

Ich habe Sie gestern bei Maybritt Illner gesehen und Ihre faire, sachbezogene Argumentation hat mir wirklich gut gefallen.

Übrigens mich (ich wähle oft SPD) stören die Einkünfte des Herrn Steinbrück nicht und ich sehe auch nicht, dass die Diskussion über die Einkünfte von sozialdemokratischen Wählern befördert wird, sondern eher von Presse (siehe Link aus Kommentar) und politischen Mitspielern. Die “tagesschau” zeigte während des Parteitages der CDU einige Male über den Tag verteilt, Einspielungen von Kauder mit dem Inhalt, Steinbrück wolle gar nicht Kanzler werden, er mache dies alles nur um hinterher besser absahnen zu können. Das war doch Wahlkampf pur mit persönlicher Diffamierung des Herrn Steinbrück. In der Tagesschau um 20.00 Uhr wurde dies dann zum Glück nicht mehr berichtet. Oder erinnern wir uns an gestern abend, wie Herr Geisler immer wieder die “Fälle” Steinbrück und Wulff in einen Topf werfen wollte. Gut hätte ich gefunden, wenn einer der Teilnehmer darauf hingewiesen hätte, dass der “arme” Herr Wulff für seinen “tiefen Fall” doch lebenslang eine wirklich großzügige Entschädigung bekommt.

Mit freundlichen Grüßen
.
Erika

30) StefanP, Freitag, 07. Dezember 2012, 12:47 Uhr

@21) Doktor Hong

Kniffelig wird es, wenn Peer Steinbrück als ehemaliger oberster Finanzherr den Banken Tipps gibt, wie sie effektiver deutschen Steuerhinterziehern helfen können, ihr Geld am Fiskus vorbei ins Ausland zu bringen.

Bei allem Respekt vor Ihnen und vor Peer Steinbrück: Ein Bundesfinanzminister hat sicher weniger Ahnung vor den Verästelungen des internationalen Steuerrechts als ein Beamter in der Abteilung internationales Steuerrecht. Umgekehrt verfügen große internationale Konzerne über genügend interne und externe Expertise, um diese nicht in einem Vortrag eines Politikers präsentiert bekommen zu müssen.

Eine solche Studie von PwC, E&Y, KPMG, BDO oder D&T und anderen kostet je nach Umfang zwischen 60.000€ und mehreren 100.000€ und wird gewöhnlich nicht durch das gesprochene Wort, sondern in elektronischer Form überreicht. Da hat es auch Substanz, damit sich damit arbeiten lässt. Ein Vortrag, von dem die Zuhörer bestenfalls 10% behalten, ist dafür definitiv kein Medium.

Solche Verdächtigungen stützen höchstens die Ahnungslosigkeit der meisten über äußerst komplexe rechts- und betriebswirtschaftliche Fragen.

31) Ulrich62, Freitag, 07. Dezember 2012, 17:36 Uhr

Da haben die Medien aber ihren Spaß. Erst wir die Troika so lange geprügelt,
bis das der Kandidat vorzeitig gekürt wird, dann zählt man den an und dann versucht
man ihn abzuschießen. Sucht Herr Spreng einen neuen Job?
Jetzt drehen wir den Spieß mal um und sagen, laß doch mal schwarz-grün das machen!
Merkel mit Trittin und Söder das hätte doch etwas,oder nicht?
Dann kommt 2017 Hannelore Kraft und fährt die Ernte ein,vorher kann sie ja nicht.

32) Ulrich62, Freitag, 07. Dezember 2012, 17:47 Uhr

In Deutschland darf jeder/jede MinisterIn werden,wenn er/sie über 18 und noch
nicht verurtelt wurde. Eine besondere Qualifikation bracht es nicht. So sinngemäß
sagt es das Gesetz! Da sieht man dann auch.
Jeder gute Mittelständler würde solche doch nicht einstellen, nicht mal als Pförtner!!
Da wäre der Sachbearbeiter bei der Bewerbung doch schon am Lachen!!
Und Merkel in einem Vorstand? Wo denn bitte?

33) Günter Springer, Freitag, 07. Dezember 2012, 17:50 Uhr

28) Erwin Gabriel,
Ihr Beitrag weckt bei mir Genugtuung. ehrlich!
Danke Ihnen.

34) horst scharnhorst, Freitag, 07. Dezember 2012, 18:56 Uhr

Herr Steinbrück scheint aus der Zeit gefallen. Wahlen hat er nie gewonnen. Auch die nächste Bundestagswahl wird nicht dazugehören. Herr Steinbrück präsentiert keine Themen, keine Ideen, er präsentiert sich als “Bonsai-Millionär”. Es ist beschämend, daß die SPD nur diese eine Person zu bieten hat.

35) Doktor Hong, Freitag, 07. Dezember 2012, 19:33 Uhr

@30) StefanP

Sie haben mit Sicherheit Recht mit dem, was Sie sagen. Meine Aussage war mehr pars pro toto zu verstehen.

Die Argumentation, die sogar Herr Spreng (korrekterweise) gestern bei Illner als verlogen charakterisiert hat, geht ja in die Richtung, Herrn Steinbrück und seine Vortragstätigkeit für Banken so aussehen zu lassen, als sei er für Banken käuflich oder sonst irgendwie anrüchig.

Daher eben mein Beispiel, das zugegebenermaßen aus der Luft gegriffen war, dass es einen Unterschied macht, ob er ihnen Tipps zum Steuerbetrug gibt (z.B.!) oder ihnen ehrlich sagt, was er mit ihnen vorhat, wenn er Kanzler wird.

Nach Peter Drucker gibt es Leute, die besser lesen, und andere, die besser zuhören können. Als prominente Beispiele nannte er Eisenhower, der ein Leser war, und mit dem aufkeimenden Fernsehjournalismus nur schlecht zurecht kam, Kennedy, der ein Leser war und Johnson, der ein Zuhörer war, aber Kennedys Stab behielt von von diesem nur ellenlange Memoranda erhielt, mit denen er nur wenig anfangen konnte, während er vieles über das Telefon regelte.

Warum erwähne ich das? Weil es mich doch sehr erstaunt, dass für Vorträge so viel Geld geboten wird. Ich bin ein Leser und hielt Schulunterricht und Vorlesungen für recht nutzlose Veranstaltungen, solange ich alles nachlesen konnte. Deswegen schaue ich auch nur sehr wenig Fernsehen und mache dabei stets irgend etwas anderes. Mir fällt bei Vorträgen und Interviews auf YouTube immer auf, dass selbst bei einer Rededauer von 1,5 Stunden gewöhnlich der Inhalt auf ein Papier reduziert werden kann, das man in 10 Minuten durchliest.

Aber wie gesagt, es gibt eben auch viele Leute, die lieber einem Redner zuhören, und dann kommt wohl so viel Geld zusammen.

Welche Vorteile soll den ein Minister AUßER DIENST einem Vortragskunden bieten sollen? Das wird doch langsam absurd!

Ich bin durchaus dafür, dass man Korruption schwer bestraft. Aber Steinbrück ist höchstens ein Tölpel, wenn überhaupt, aber kein korrupter Politiker.

36) 68er, Freitag, 07. Dezember 2012, 19:41 Uhr

Ich frage mich schon seit 40 Jahren, welche schwarze Macht es mit der SPD so böse meint und regelmäßig Antisozialdemokraten die Fußstapfen Willy Brandts zerwühlen lässt.

Es fing an mit dem Barmbeker Wehrmachtsoffizier mit den bekannten Sekundärtugenden, der heute auch Steinbrück protegiert. Ging weiter mit der laufenden Klarsichthülle Jochen Vogel….

37) Peter Christian Nowak, Freitag, 07. Dezember 2012, 20:21 Uhr

26) Anonym
(…)Man kann ja Angela Merkel viel vorwerfen (was, auch Sie, Herr Spreng, wiederholt getan haben), aber Sie vermeidet zumindest erfolgreich eine enge Verwicklung in die Wirtschaft. (…)

Jeder dritte Deutsche hat kein Vertrauen mehr in die demokratische Staatsform, in Ostdeutschland sind es sogar 53 Prozent. Das hat auch damit zu tun, dass die Politik den Richtlinien der Wirtschaft folgt, und nicht mehr dem allgemeinen Interesse der Gesellschaft. Es werden Partikularinteressen bedient.

Die mangelhafte Umsetzung der Energiewende mit ihren explodierenden Stromkosten ist so ein Beispiel. Merkel walzt über die ärmeren Menschen einfach hinweg. Sie interessiert es überhaupt nicht, ob die Menschen die Strompreise noch zahlen können. Sie sieht, sie sind völlig mit den Strompreisen überfordert. Und dennoch, das interessiert weder sie noch Altmeier. Ein Zeichen von unglaublicher Skrupellosigkeit. Es beweist auch, wer in der Energiewende und deren Umsetzung das Sagen hat. Die Unternehmen, die von der Befreiung von der EEG-Umlage profitieren ist lang: 60 Meter Papier, wenn man die sich ausdruckt. Es ist beschlossene Sache zwischen CDU und FDP: die Privatverbraucher alleine werden auf Dauer mit den Kosten der Energiewende belastet.
Und so wird das Primat der Politik nicht nur von der Energiewirtschaft ausgehebelt, sondern auch bekanntermaßen von der Finanz- und Realwirtschaft. Ein Beispiel: Die Rettung der HRE und IKB wurde auf Betreiben von Herrn Ackermann durchgeführt. Auch Steinbrück zeichnete für diese falsche Entscheidung verantwortlich. Steinbrück war außerdem für die Deregulierung der Finanzprodukte und die Zulassung von Hedge-Fonds in Deutschland Co-akteur. Heute will er nichts mehr davon wissen. In der damaligen falschen wie bis heute teuren Entscheidung trifft unglaubliche Ahnungslosigkeit wie Kompetenzmangel auf übermäßiges Vertrauen in die Ratschläge der Wirtschaft. Angeblich seien die Banken systemrelevant, die das ganze Banksystem gefährden würden, falls sie nicht gerettet würden. Aber wenig später kam heraus, trotz versuchter Geheimhaltung, wer letztlich mit den 140 Milliarden (HRE-Rettung), inklusive der Verstaatlichung der Bank, gerettet wurde. So unter anderem auch die Rendite der Deutschen Bank neben japanischen und amerikanischen Pensionsfonds usw. Will nicht alle hier aufzählen (siehe Süddeutsche Zeitung). Ackermann konnte das seinen Aktionären am folgenden Tag stolz verkünden.
Ackermann hat immer dann nach dem Staat gerufen, wenn die Finanzwirtschaft sich verzockt hat – und er sich natürlich auch. Irgendwo hier habe ich den Artikel sogar verlinkt – zu jedermanns Kenntnisnahme.

So ein Regierungsvorgehen ist eigentlich nur möglich, solange der bürgerliche Mittelstand noch nichts von Krise spürt – und die Auswirkungen inkompetenter Entscheidungen ihre Geldbeutel (noch) verschont.
Das bleibt aber nicht so. Da gehe ich jede Wette. Spätestens nach der nächsten Bundestagswahl wird´s ernst.
Die enge Verwicklung einer Frau Merkel mit den Interessen Wirtschaft, besonders dem Shareholder Value der Konzerne dienlich zu sein, ist eher Fakt als Vermutung. Soviel zur „Sozialliberalisierung“ der CDU. Die CDU ist zwar gespalten zwischen den Betonköpfen des Neoliberalismus und dem sozialen Flügel der Partei. Aber aufgrund des Zusammenschlusses mit der FDP würde eine grundlegende Richtungsänderung in allen Ressorts sofort im Keim erstickt werden. Die FDP sitzt sozusagen im Bremserhäuschen. Und vor allem: die Verbindung mit einer Partei wie die FDP, die ausschließlich neoliberalen Ideologie dient, macht einen überfälligen Richtungswechsel so gut wie unmöglich. Merkel weiß das. Etwas mehr „Sozialliberalismus“ machte ihr Regieren leichter. So mit der SPD. CDU wie SPD sind Parteien, die das Primat in ihren politischen Entscheidungen weitestgehend aufgegeben haben.

38) kiezneurotiker, Samstag, 08. Dezember 2012, 10:11 Uhr

Alles um den Kanzlerkandidaten der SPD herum ist schon so kreuzdämlich, dass es fast schon wie Absicht aussieht. Die logische und vielleicht auch gewollte Konsequenz: Unwählbar. Natürlich. Niemand, der bei Verstand ist, macht da sein Kreuz.

39) Peter Christian Nowak, Samstag, 08. Dezember 2012, 13:46 Uhr

Steinbrück möchte die Wahl gewinnen. Daher muß er sich an dem messen lassen, was er spricht und was er möglicherweise wirklich denkt. Ich habe den Eindruck, er denkt anders als es ihm seine Partei erlauben würde das Gedachte in Worte zu fassen. Und vielleicht sind seine Vorträge eher mit seiner persönlichen Neigung und Nähe zur Wirtschaft und Finanzen zu erklären. Diese Nähe, die per se nichts Schlimmes sein muß, sofern er die notwendige Distanz nicht unterschreitet, die liegt ihm glaube ich eher als die zum sozialen Aspekt seiner SPD.
Steinbrück hat sich in vergangenen Jahren verschieden geäußert zu bestimmten Themen.
Hier ein Ausschnitt: “Best of Steinbrück”.

http://www.annotazioni.de/post/1045

40) G. Hänsel, Samstag, 08. Dezember 2012, 13:56 Uhr

… es wird schwerer in der heutigen Zeit. Medien vergessen nichts. Fettnäpfchen gibts a mass. Abwertung des politischen Gegners mit crowd effekt dient der Auseinandersetzung. Wie sollen wir uns noch zurechtfinden, wobei eine Subkultur aus kommerziellen Interessen wie z.B. Presse und politischen Machtbedürnissen wächst, wenn Werte wie Vertrauen und Zutrauen immer mehr mit den Füssen getreten werden?

41) kleinErna, Samstag, 08. Dezember 2012, 14:30 Uhr

Lieber Sprengmeister, bei Maybrit Illner haben Sie sich aus Ihrer o.g. Fehleinschätzung wieder ganz schön “rausgemogelt”. Gottseidank! Siehe auch 10)

42) Erwin Gabriel, Sonntag, 09. Dezember 2012, 11:04 Uhr

21), 35) Doktor Hong, 30) StefanP,

Ich kann Ihnen nur zustimmen. Steinbrück ist a) vom Wissen her nicht der Typ, der das Wissen der Banken zum Thema Steuerhinterziehung / -umgehung wirklich nach vorne bringen könnte, erst recht nicht in Form einer halbwegs öffentlichen Rede.

Ich habe in irgendeiner Nachrichtensendung (einen Link dazu habe ich leider nicht gefunden) einen Ausschnitt von einer Steinbrück-Rede vor einem Bankengremium gesehen. Sinngemäß sagte er in dem Ausschnitt, dass die Banken zu weit gehen mit dem, was sie treiben, und wenn sie sich nicht selbst vernünftig regeln, käme der Staat und würde das tun etc.

Was mich maßlos ärgert, ist, wie sich jeder Journalist, jeder CDU- und jeder SPD-Wähler auf diese harmlosen Reden stürzt, wie von der Industrie bezahlte Lobbyisten aus CDU und FDP Peer Steinbrück in die gleiche Ecke wie Christian Wulff drängen. Für mich ist das einfach nur schäbig, Wahlkampf hin oder her.

Zeitgleich vergeigen Merkel und Co die überstürzt durchgezogene Energiewende mit Fehlentscheidungen und Verzögerungen, die uns Bürger Milliarden Euro kosten wird, während Großverbraucher gesponsort und gepimpert werden, wo es nur geht. Nicht zu vergessen, dass Frau Merkel nicht nur durch ihre dämlichen Aussagen die Euro-Krise ausgelöst hat und in anderen Ländern dadurch riesige Schäden verursachte. SIe versucht das dadurch auszubügeln, indem sie uns in eine Schuldenunion mit ganz Europa führte, was uns (und noch viel schlimmer betroffen: die nächsten Generationen) auf Dauer unseren Wohlstand kosten wird.

Schaut Euch Deutschland an, wie es jetzt ist. Was immer Ihr zu kritisieren findet, so schön wird es nie wieder werden, so gut wird es uns nie wieder gehen. Und das liegt mit Sicherheit nicht daran, dass Peer Steinbrück eine Rede vor einer Bank gehalten hat, gegen die wg. Steuervergehen ermittelt wird.

43) StefanP, Sonntag, 09. Dezember 2012, 12:12 Uhr

@35) Doktor Hong

Ich habe in der Vergangenheit ein paar Klasse-Vorträge gehört, welche die Firmen zwischen einem 4 bis 5-stelligen Betrag gekostet haben. Es sind Vorträge, worüber man noch am Folgetag nachdenkt. Das können Sie kaum mit 08/15-Vorträgen vergleichen, dafür zahlt niemand viel Geld. Solche teuren Veranstaltungen sind eher Intermezzi, weg vom Tagesgeschäft. Dazu gehören Persönlichkeit, Charisma, Eloquenz ein faszinierender Ansatz im Vortrag und erklärt, warum Bill Clinton Rekordbeträge kassiert und Bush weit dahinter zurückbleibt.

Ich habe eine komplette Vorlesung im Studium geschmissen, weil der Prof schlicht unfähig war, mit dem gesprochenen Wort irgendeine Information rüberzubringen. Die Wirtschaftsinformatikklausur im Examen war dann eine meiner besten.

Dass Steinbrück in manchen Kreisen als käuflich erscheint, könnte man natürlich als erstes im selbst zurechnen. Es hat aber eben sehr viel damit zu tun, dass die meisten Menschen über viele Dinge keine Ahnung haben und keine Lust sich unvoreingenommen ein Bild zu machen.

44) Ralf S., Sonntag, 09. Dezember 2012, 15:19 Uhr

@Erwin Gabriel: Ich gebe Ihnen vollkommen Recht, insbesondere kann ich Ihren letzten Satz vorbehaltlos unterschreiben.
Aber warten wirs jetzt mal ab, es könnte sein das die Merkel-Murkser bald vor einer ganz neuen Herausforderung stehen – was nämlich, wenn Don Sivio Berlusconi es tatsächlich schaffen sollte, die Regierungsmehrheit in Italien zu erreichen? Dann haut die christliberale Traumwelt plötzlich nämlich nicht mehr hin – und dann war es nicht zuletzt die deutsche Bundesregierung mit ihrer gnadenlosen Egoismus-Politik, die dem Medienmogul den längst fälligen Knastaufenthalt erspart und den derzeitigen erfolgreichen Regierungschef in die Wüste geschickt hat. Das drittgrösste EU-Land kann man nicht behandeln wie Griechenland, das könnte Merkel noch deutlich vor der Bundestagswahl lernen müssen. Und dann wärs ziemlich schnell aus mit dem öffentlichen Bildnis der Eisernen Lady und ihrer Blechbüchsenarmee. Dann kostet das Geld, viel Geld – und das sehr bald.

45) Jakobiner, Sonntag, 09. Dezember 2012, 18:01 Uhr

Merkel, Steinbrück, Trittin-macht das wirklich einen Unterschied—in der wichtigsten Frage, der Eurokrise gibt es ohnehin keine Alternative zum Pro-Euro-Einheitsblock der etablierten Parteien. Für den Euro und den ESM sind alle, für Eurobonds SPD, Grüne, Linke–Merkel erklärt zwar mal: Nicht solange ich lebe, aber Schäuble korrigiert dann wieder im SPIEGEL-Interview: Eurobonds vielleicht doch,wenn der Fiskalpakt steht.Die einzige Alternative scheinen die Freien Wähler Aiwangers, die aber im Bundesgebiet nicht einmal auf 1% kommen und über die wohlweislich auch nicht berichtet wird.

46) Erwin Gabriel, Montag, 10. Dezember 2012, 11:14 Uhr

@ 45) Jakobiner, Sonntag, 09. Dezember 2012, 18:01 Uhr

Ich denke, dass es zwei gute Wege gab, die Euro-Krise zu lösen:

1) Als sich das Desaster abzeichnete, hätte man sofort sagen müssen: Es gibt kein Bail-out, und dabei bleibt es. Man lässt Griechenland erst in den Konkurs und dann in die Drachme gehen, und leistet anschließend die Milliarden-Hilfe in starken Euro. Hätte man direkt so gehandelt, wäre Griechenland aus dem Gröbsten fast schon wieder raus.

2) Als sich das Desaster abzeichnete, hätte man sagen können: Kein Euro-Staat wird fallen gelassen, wir kümmern uns intern. Dann wäre das Drama in dieser Form erst gar nicht passiert, für Griechenland, Portugal und Spanien würde es deutlich besser stehen.

Jedes dieser beiden Verfahren hat Vor- und Nachteile und kostet viel Geld.

Der von Frau Merkel gewählte Weg, erst mit “Kein Bail-out” die Krise kräftig voranzutreiben und anschließend in die Schuldensozialisierung zu gehen sowie gleichzeitig jede mögliche Entscheidung massiv zu verzögern, vereint die Kosten und Nachteile der beiden Varianten, bietet aber keinen einzigen Vorteil.

So, wie es gelaufen ist und immer noch läuft, ist es für uns der teuerste und für Europa schlechtestmögliche Weg.

47) Satzzeichenfehler, Dienstag, 11. Dezember 2012, 07:35 Uhr

Ich bin Steuerzahler. Und Wähler. Und als solche kann ich mir das ganz einfach machen, das mit dem Steinbrück. Der Wähler hat ihn gewählt, als Abgeordneten in den Bundestag. Der Steuerzahler hat ihm dafür die einem Abgeordeten zustehenden Diäten bezahlt. Ein Arbeitsverhältniss also, irgendwie.
Das wofür er von mir, vom Steuerzahler bezahlt wurde hat Steinbrück allenfalls teilweise geleistet, er war selten in Bundestagssitzungen, hat kaum (überhaupt?) in Ausschüssen mitgearbeitet und hat, wie wir inzwischen wissen, außerhalb des hohen Hauses mehr Reden gehalten als darin und im Rahmen des mit Wähler und Steuerzahler eingegangenen Verhältnisses. Ein klassicher Fall von Schlechtleistung also. Steinbrück ist, aus Wähler und Steuerzahlersicht, ein Schlechtleister.

Und so einen befördere ich doch nicht ! Warum denn ? Vielleicht in der Hoffnung, dass er mit dem Salär eines Kanzlers besser hinkommt und dann seiner Arbeit nachkommt statt sich dauernd seinem Nebenerwerb zu widmen ? Das ist eher unwahrscheinlich, bedenkt man doch, dass der Mann nebenher an zwei Abenden das einnimmt was er als er als Kanzler im ganzen Monat zu erwarten hätte.

Mag ja sein, dass Steinbrück was von Wirtschaft versteht. Ich glaub’ ihm gerne, dass er rechnen kann. Und deshalb wähle ich ihn nicht.

48) Erika, Dienstag, 11. Dezember 2012, 11:44 Uhr

@47) Satzzeichenfehler, Dienstag, 11. Dezember 2012, 07:35 Uhr

“Und deshalb wähle ich ihn nicht.”

Wir sind ein freies Land und jeder darf aus jedem Grund jemand wählen oder nicht.

Aber vielleicht sollten Sie das eine oder andere noch bedenken?

Peer Steinbrück ist 65 Jahre alt. Laut Bildzeitung:
“Daneben absolvierte Steinbrück 237 unbezahlte Vorträge – vor der Friedrich-Ebert-Stiftung, in Schulen, gemeinnützigen Organisationen. Hinzu kamen rd. 250 Veranstaltungen in seinem Wahlkreis Mettmann (NRW). Die Nebeneinkünfte erhielt Steinbrück zusätzlich zu Bezügen als Bundestagsabgeordneter: Er hat Anspruch auf 7960 Euro Diäten im Monat, die sämtlich mit Steinbrücks Pensionsansprüchen verrechnet werden. Dazu kommen 4029 Euro/Monat steuerfreie Kostenpauschale für „mandatsbedingte Ausgaben“ (z. B. Zweitwohnung, Bürokosten etc.).

Als Beamter, Ex-Staatssekretär, -Landesminister (Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen), früherer NRW-Ministerpräsident und Bundesminister hat Steinbrück auch diverse Pensionsansprüche. Sie sollen sich laut Berechnungen des Bundes der Steuerzahler auf 9330 Euro belaufen, werden aber zum großen Teil verrechnet. Rentenexperten schätzen, dass Steinbrück zurzeit Anspruch auf rd. 1800 Euro Pension/Monat hat.”

Also, wenn dies so ist, wie die Bild-Zeitung schreibt, spart Herr Steinbrück dem Steuerzahler sogar Geld, weil die Diät mit der Pension verrechnet wird. Also säße ein anderer Abgeordnete an seiner Stelle, müsste eine zusätzliche Diät bezahlt werden.
Wie man auch aus dem kurzen “Bildausschnitt” sieht, hat Herr Steinbrück auch sehr viele Vorträge (237) und vor allem in seinem Wahlkreis (ca. 250) einfach so geleistet. Interessant wäre doch, wie andere Abgeordnete hier abschneiden, weil auch dies zu den Aufgaben eines Abgeordneten gehört.
Zudem kann man davon ausgehen, dass Herr Steinbrück für seine “bezahlten” Verträge einen nicht unerheblichen Teil an Steuern gezahlt hat.

Wenn es Herrn Steinbrück ausschließlich um Geld gehen würde, hätte er doch einfach seine Reden weiterhalten können und richtig absahnen. Schlechter stellen würde sich Steinbrück durch die Kanzlerschaft allemal.

Da Ihnen ja, das Geld des Steuerzahlers, das Wichtigste zu sein scheint, hätte ich ein Beispiel für Sie über das Sie auch nachdenken könnten. Wegen Machttaktischer Spielchen von Angela Merkel hatten wir für 18 Monate einen Bundespräsidenten, der bis zum Ende seines Lebens “Ehrensold” in nicht unerheblicher Höhe erhält. Ich wünsche der Familie Wulff ein langes und angehmes Leben, aber der “Machtwille” von Angela Merkel wird den Steuerzahler noch einiges kosten.

Also, wenn “Schlechtleistung”, dann nicht nur bei Steinbrück.

49) Erwin Gabriel, Mittwoch, 12. Dezember 2012, 13:25 Uhr

@ 47) Satzzeichenfehler, Dienstag, 11. Dezember 2012, 07:35 Uhr

>> Ich bin Steuerzahler. Und Wähler. Und als solche kann ich mir das
>> ganz einfach machen, das mit dem Steinbrück.

Ja. Ob Wähler oder nicht, einfach machen kann es sich jeder, der will.

>> Das wofür er von mir, vom Steuerzahler bezahlt wurde
>> hat Steinbrück allenfalls teilweise geleistet, er war selten in
>> Bundestagssitzungen …..

Sehr eigenartige Argumentation, weil …

… Peer Steinbrück wie alle anderen Abgeordneten nicht für seinen Arsch bezahlt wird, sondern für seinen Kopf. Die reine Aufenthaltszeit im Plenum ist also nicht ausschlaggebend für die geleistete Arbeit.

… es viele andere Abgeordnete gibt, die ebenfalls aus unterschiedlichen Gründen fehlen. Sich nur auf Peer Steinbrück einzuschießen, weil man den Namen gerade kennt, geht also am Problem vorbei (so es überhaupt ein Problem gibt / ist).

… Peer Steinbrück auch als Redner im Sinne der Partei / des Bundestags / Deutschlands wirkt, nicht nur als Im-Bundestag-Sitzer (immerhin hat er für zwei bezahlte Reden sieben unbezahlte Reden gehalten)

… Sie gar nicht beurteilen können, zu welcher Zeit Peer Steinbrück seine Reden gehalten hat, mithin auch nicht sagen können, inwieweit er seine “Pflichten” als Bundestagsabgeordneter überhaupt vernachlässigt hat.

etc etc etc

Aber wie heißt es so schön: Lassen wir doch die Fakten einfach mal beiseite.

Wie Sie zurecht schrieben, kann man es sich als Wähler auch leicht machen. Und da Sie da nciht der Einzige sind, geht es hier im Land eben zu, wie es zugeht.

Nix für ungut.

E.G:

50) riskro, Mittwoch, 12. Dezember 2012, 17:20 Uhr

26) Anonym, Donnerstag, 06. Dezember 2012, 20:48 Uhr schreibt:

Die Performance von Herrn Steinbrück war nie schlechter als jetzt, wo er Kanzlerkandidat ist. Das ist ziemlich traurig, denn es beweist, dass er, sobald er im Mittelpunkt des Interesses steht, einer moralischen Durchleuchtung nicht standhält. Man kann ja Angela Merkel viel vorwerfen (was, auch Sie, Herr Spreng, wiederholt getan haben), aber Sie vermeidet zumindest erfolgreich eine enge Verwicklung in die Wirtschaft. Ende

Ihre Verwicklungen werden (siehe Geburtstagsprty für Ackermann) von den gesteuerten Medien nicht aufgegriffen, daran liegt es, nicht in einer angeblichen Vermeidung. Steter Tropfen höhlt den Stein!

51) karl august, Sonntag, 06. Januar 2013, 17:56 Uhr

Steinbrück ein gewissenloser Mensch; eine Schande für Deutschland!

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