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Sonntag, 13. Januar 2013, 11:57 Uhr

Ein Buch für Wowereit

Klaus Wowereit hätte die 29,80 Euro nicht scheuen sollen, um ein für ihn wichtiges Buch zu kaufen. Dann hätte er seinen Nebenjob als Aufsichtsratsvorsitzender der Berliner Flughafen-GmbH wahrscheinlich schon vor längerer Zeit niedergelegt.

Ich war auch einmal in einem Aufsichtsrat, in einem kleinen Unternehmen. Gleich bei der ersten Sitzung stellte sich heraus, dass es in der Firma drunter und drüber geht, dass sie völlig überschuldet ist und die Bilanz nicht rechtzeitig vorgelegt werden konnte.

Nach diesem Schock kaufte ich mir für besagte 29,80 Euro ein Buch über Rechte und Pflichten von Aufsichtsräten. Und stellte zu meinem naiven Erschrecken fest, dass Aufsichtsräte auch haftbar und schadenersatzplichtig gemacht werden können. Daraufhin legte ich mein Mandat nieder, denn ich hatte keine Lust, meine Existenz zu gefährden.

Wowereit hätte sich dieses Buch auch kaufen sollen.

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9 Kommentare

1) rainer, Sonntag, 13. Januar 2013, 13:02 Uhr

….ja..das weiss man doch, wenn man so ein Mandat anniemmt, dafür bedarf es keines Buchs…..

…übrigens, bitte mal das “Deutsch” in verschiedenen Sätzen beachten….lach

2) rainer, Sonntag, 13. Januar 2013, 13:03 Uhr

…annimmt….muss es natürlich heissen….lach

3) Gregor Keuschnig, Sonntag, 13. Januar 2013, 15:57 Uhr

Naja, die Häme gegenüber Wowereit vergisst, dass es generell im deutschen Aktienrecht ein Problem ist, wie Aufsichtsräte in AGs besetzt und konzipiert sind. Häufig übernehmen ehemalige Vorstände Posten im Aufsichtsrat, was de jure zwar möglich, aber doch sehr der ursprünglichen Intention eines Aufsichtsrats widerspricht. Die Politiker unternehmen hier u. a. deswegen nichts, weil ihnen diese Situation gelegen kommt: Sie sitzen ja selber sehr gerne (und zahlreich) in Aufsichtsräten.

Bei der Betreibergesellschaft zum BER ist die Lage noch anders: Hier ist es eine GmbH, die streng genommen keinen Aufsichtsrat kennt. Dieser ist zwar implementiert, aber die Aufgaben dürften nicht ausreichend definiert sein. Vermutlich ist “Aufsichtsrat” eine Metapher für “Controlling”. Klingt nur besser.

4) Gisbert Armhelf, Montag, 14. Januar 2013, 11:47 Uhr

@Gregor Keuschnig: Ihre Ausführungen zum GmbH-Aufsichtsrat finde ich arg verkürzt und irreführend. Zum einen kennt die GmbH sehr wohl einen Aufsichtsrat (siehe §52 GmbHG), zum anderen ist er üblich, ggf sogar zwingend, wenn die öffentliche Hand Initiator ist, weil man über den Gesellschafterkreis hinaus weitere Personen beratend und steuernd einbinden möchte – Missbrauch dieser Konstruktion natürlich nicht ausgeschlossen;-)

5) Michael Schneider, Montag, 14. Januar 2013, 16:14 Uhr

Was ist der Unterschied zwischen einer Hundehütte und einem Aufsichtsrat?
Die Hundehütte ist für den Hund, der Aufsichtsrat ist für die Katz.
(Hermann Josef Abs (1901-94), dt. Bankier)

Jetzt weiß ich auch, warum Banken „systemrelevant“ sind. Damit Politiker in den Aufsichtsräten nicht haftbar und/oder schadensersatzpflichtig gemacht werden müssen.

6) Gregor Keuschnig, Dienstag, 15. Januar 2013, 09:13 Uhr

@4/Gisbert Armhelf
Ein Aufsichtsrat in einer GmbH ist in der Privatwirtschaft absolut unüblich. Wenn die öffentliche Hand eine Gesellschaft gründet, muss man sich fragen, wieso sie eine GmbH gründet, der dann – da haben Sie recht – ein AR übergestülpt werden soll. Normalerweise macht man so etwas im Rahmen einer GmbH & Co. KG. Man könnte auch eine GbR gründen, die dann natürlich weitgehendere Haftungen vorsähe (das wollen die Herren Politiker ja nicht, da sie sich ja als “Organe” und nicht als Privatpersonen verstehen). Da aber die Verluste dieser Unternehmungen sowieso sozialisiert werden, kann man auch gleich auf solche Mätzchen verzichten.

7) Petra, Mittwoch, 16. Januar 2013, 12:49 Uhr

Hätte nichts genützt. Sie sind ja nicht Wowereit.
Der übernimmt die Verantwortung und haftet auch: an seinem Thron.
Mit dem Segen der ihn umgebenden Heerscharen.
Man möchte nur noch erbrechen.

8) Frank Reichelt, Donnerstag, 17. Januar 2013, 09:46 Uhr

Tritt jemand nicht zurück, klebt er an seinem Sessel! Tritt jemand zurück, stiehlt er sich aus der Verantwortung!

Ich mach´ mir die Welt, wie sie mir gefällt!

9) ferri, Samstag, 19. Januar 2013, 22:52 Uhr

Prof. Hankel wurde in seiner Eigenschaft als Aufsichtsrat zu Schadenersatz verurteilt, weil er die Öffentlichkeit nicht früh genug vor den Machenschaften der Firma gewarnt hat.
So mit über 80 ein Aufsichtsradmandat zu übernehmen ist nicht anzuraten.
Ich hätte in ähnlicher Lage, bei vorzeitigen Warnungen der Öffentlichkeit von der Firma erfolgreich auf Schadenersatz verklagt zu werden , für sehr hoch gehalten.

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