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Sonntag, 27. Januar 2013, 12:37 Uhr

Der Schrecken der Wahlforscher

Er ist der Schrecken der politischen Meinungsforschung, weil sie ihn vor einer Wahl nicht zu fassen bekommen: der Last-Minute-Wähler. Er entscheidet sich erst  in den letzten Tagen oder Stunden vor einer Wahl, manchmal sogar erst, wenn er den Wahlzettel in die Hand gedrückt bekommt. Er entscheidet taktisch, situativ oder nach Lust und Laune.

Der Last-Minute-Wähler ist nicht zu fassen. Erst bei der Nachwahlbefragung vor den Wahllokalen, die sonntags um 18 Uhr als Prognose veröffentlicht wird, gibt er sich zu erkennen.

Deshalb ist jetzt wieder Häme angesagt über die unfähigen Meinungsforscher, die bei der Niedersachsenwahl mal wieder voll daneben gelegen haben. Wenn man es genauer untersucht, dann stimmt das nur, was die FDP betrifft und bei ihr auch nur, was die Höhe ihres Ergebnisses betraf.

Denn zwei Tage vor der Wahl ermittelten die beiden großen Institute, die für die ARD und ZDF arbeiten, in ihren unveröffentlichten Umfragen für die FDP zwischen sechs und acht Prozent. Und sie sagten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Rot-Grün und Schwarz-Gelb voraus.

Wer am Wahltag dann die Nase mit ein paar tausend vorne haben wird, das kann auch der beste Wahlforscher nicht vorhersagen.

Das Problem also war die FDP. Da sie aber kaum noch Stammwähler hat, ist sie auch die unfassbarste Größe bei den Umfragen. Ihre Wähler kommen nur noch wie Flugsand oder verwehen wie dieser. Und, wenn die Nachwahlbefragungen stimmen, dann haben sich  25 Prozent aller Wähler erst am Samstag oder Sonntag entschieden, wem sie ihre Stimme geben.

Das heißt in der Konsequenz: die Wahlforscher müssten künftig ihre Vorhersagen mit noch mehr Warnhinweisen als bisher versehen, die allerdings von den Medien so gut wie nie veröffentlicht werden. Heute schon ist jede Prozentzahl mit dem Hinweis zu begleiten: es könnten auch 2,5 Prozent mehr oder weniger sein. Bei kleinen Parteien 1,5 Prozent. Künftig müsste es korrekterweise zusätzlich heißen: und wir wissen nicht, wie sich ein  relevanter Teil der Wähler noch in letzter Minute entscheiden wird.

Diese Schwankungsbreite öffnet Tür und Tor für Manipulationen. So können Meinungsforscher, die auf publizistische Show-Effekte aus sind, Nachrichten produzieren, indem sie – nach eigenem Gusto – die Schwankungen einseitig ausreizen und Parteien oder Kandidaten fallen und aufsteigen lassen.

Wählerbefragungen sind noch mehr als bisher reine Aussagen zu den Großtrends, Details erst nach der Wahl. Wenn es jetzt wieder Umfragen zur FDP in Höhe von nur vier Prozent gibt, heißt das in Wirklichkeit: ohne die taktischen Wähler, die vielleicht noch (in Niedersachsen ermuntert durch die CDU) hinzukommen. Das kann für die Bundestagswahl auch bedeuten, dass keine hinzukommen oder nur ein oder zwei Prozent, wenn die CDU eine klare Zweitstimmenkampagne in eigener Sache führt.

Die Meinungsforschung, auch die einigermaßen seriöse,  ist endgültig an ihre Grenzen gestoßen. Und das ist auch gut so. Es macht den Kopf frei für eigene, weniger von Vorhersagen beeinflusste Entscheidungen.

Völlig unseriös sind übrigens Umfragen, die bei gerade mal tausend Befragten noch angebliche Detail-Meinungen der FDP-Wähler veröffentlichen – bei einer Zahl von 40 Antworten, die für die FDP votierten.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

49 Kommentare

1) StefanP, Sonntag, 27. Januar 2013, 13:33 Uhr

Mit “Unseriös” könnte man auch den Wochenkommentar überschreiben. Die historischen Daten der letzten Dekade zeigen, dass die Stammwählerschaft der FDP deutlich größer geworden ist. Bis in die 1990er Jahre wurde deren Stammklientel mit 3% geschätzt, folglicherweise musste die Partei den Rest zum Überleben auf dem freien Wählermarkt holen. Und man müsste sich nur die Wahlanalyse zur Bundestagswahl 2009 ansehen, um eine solche These zum Unsinn der Woche zu ernennen. Oder man müsste sich mit der soziologischen Struktur Deutschlands beschäftigen, um wenig Substanz in der Aussage zu finden.

Eine Partei, die über keine Stammwählerschaft verfügt, ist nicht in der Lage mehrmals zweistellige Ergebnisse bei Wahlen einzufahren. Eher trifft für die Liberalen ein anderes Phänomen zu: Parteien, die in der öffentlichen und veröffentlichten Wahrnehmung mit negativen Etiiketten beschrieben werden, schneiden in Umfragen schlechter ab als am Wahlsonntag. Gerade im Westen Deutschlands entscheiden sich die Bürger nach grundsätzlichen Überzeugungen, drei von vier sind Stammwähler, die ihrer Partei über mehrere Wahlen die Treue halten. So ist der Wähler, der sich erst mit dem Wahlzettel in der Hand für eine Partei entscheidet, eher ein Mythos. Doch selbst wenn man dem folgt, schlagen gerade in der Kabine die grundsätzlichen Einstellungen durch.

Eine Woche vor der Wahl sollen ein Drittel der Wahlberechtigten noch unentschieden gewesen sein. Wer dies in einem Wahlkampf glaubt, der polarisierend ausgerichtet war und als Test für den bundesweiten Entscheid im Herbst ausgerufen war, der glaubt auch, dass 2009 vor allem an der Großen Koalition Verzweifelte Gelb gewählt haben.

2) Gregor Keuschnig, Sonntag, 27. Januar 2013, 13:37 Uhr

Umso schlimmer ist es, dass die sogenannten Wahlforscher und deren mediale Appendizes mit dem Brustton der Überzeugung ihre Erhebungen absolut setzen und damit die Effekte erst erzeugen, die sie abbilden möchten. Das ist auf perfide Art manipulativ. Am Wahlabend kramen sie dann Statistiken hervor, die das, was se vorher nicht gesehen haben, eindeutig als gegeben ausweist. Das ist das Niveau von Kartenlegern auf dem Rummelplatz. Als ernsthafter Journalismus dies im Zentrum seiner Wahlberichterstattung setzt, ist lächerlich.

3) m.spreng, Sonntag, 27. Januar 2013, 13:53 Uhr

@ 1) StefanP

Starke Meinungen ersetzen keine Kenntnis. Wer keine Ahnung von Wahlforschung hat, sollte sich hüten, Analysen als “unseriös” oder “Unsinn der Woche” zu bezeichnen.

4) StefanP, Sonntag, 27. Januar 2013, 14:19 Uhr

@3) m.spreng

Mag sein, dass ich von Demoskopie keine Ahnung habe. Das trifft so auf 99 Prozent der Bevölkerung zu. Allerdings war ich in Statistik ziemlich gut und mit Analyse verdiene ich mein Geld. Ich argumentiere aber nicht aus der Wissenschaft der Demoskopie, sondern aus der Verknüpfung von langen Zeitreihen und historischen Kenntnissen. Und ich hüte mich davor, allein aus meiner inneren Überzeugung heraus zu argumentieren.

Würden Sie bestreiten, dass die FDP von 2000 bis 2009 ihren Wähleranteil bei Landtags- als auch bei Bundestagswahlen kontinuierlich gesteigert hat? Kann man das in einer langen Reihe als “zufällig” bezeichnen? Außerhalb der Demoskopie würde das kein anderer Wissenschaftszweig tun. Und die Demoskopie hat 2009 selber aufgezeigt, dass sich der liberale Wähler, damals immerhin 15 Prozent der Wahlgänger, sich in ihren Interessen und Überzeugungen deutlich vom Durchschnitt unterscheidet. Und dann muss man sich die soziologische Forschung ansehen, welche die Bevölkerung weit genauer unterteilt, als dies in der publizierten Wahlforschung zum Ausdruck kommt.

Wie gesagt, ich mag von Wahlforschung keine Ahnung haben. Aber in diesem Blog habe ich eine Woche vor der Wahl, wo die FDP in Umfragen bei 3-4 Prozent rangierte, ein Ergebnis von um die 6% vorhergesagt, obwohl es dazu von der Demoskopie keine Anhaltspunkte gab. In meinen Überlegungen hatte ich keine “Leihstimmen” berücksichtigt. Nimmt man die 100.000 von der Union gewanderten Stimmen weg, so war das die beste Schätzung, die hier abgegeben wurde.

Aber ich habe keine Ahnung von Wahlforschung.

P.S.: Für die Bundestagswahl 2013 habe ich vor 2 Jahren in diesem Blog 7-8 Prozent prognostiziert.

5) Gregor Keuschnig, Sonntag, 27. Januar 2013, 14:24 Uhr

@1/StefanP
…der glaubt auch, dass 2009 vor allem an der Großen Koalition Verzweifelte Gelb gewählt haben.
Exakt das glaube ich. Und nun?

6) Panther, Sonntag, 27. Januar 2013, 15:28 Uhr

@1)Stefan P- sehen Sie, Meister der Trolle, hier liegt Ihr Problem. Statt sachlich und mit Fakten einen Kommentar zu schreiben, werten Sie ab und lassen, wie so häufig, jeden Respekt für Andere vermissen.
Kommen Sie nun nicht mit der Phrase von der Pointierung.Beim Überspitzen geht es darum, etwas zu überzeicnen, um damit eine argumentative Wirkung zu erzielen, aber nicht jemand herabzusetzen.Scheinbar fühlen Sie sich besonders gut, wenn Sie Foristen oder Meister Spreng heruntermachen.Wie Sie mit dieser Art jemals Führungsverantwortung wahrgenommen haben, wie Sie so gern andeuten, entzieht sich mir.Da heisst es: integrieren und nicht separieren. Und das geschieht vorrangig durch Wertschätzung anderer Meinungen und Einstellungen, auch wenn sie nicht der eigenen entsprechen. Im Übrigen halte ich den Artikel für ausgewogen, fair und nachvollziehbar.

7) Martin, Sonntag, 27. Januar 2013, 15:55 Uhr

Also, in der letzten Zeit haben die Meinungsforscher doch immer sehr gut gelegen. Wann war denn die letzte Wahl, die komplett anders als vorhergesagt ausgegangen ist?
Auch bei dieser Nds-Wahl wurde das Ergebnis doch abolut korrekt vorhergesagt: Vorausgesagt wurde, dass beide Lager ca. 46 % bekommen werden, und dass es sehr knapp wird. Genau so ist es gekommen! Und dass die FDP reinkommt, war doch klar. Und ob sie jetzt mit 5 % reinkommt oder fast 10% (dafür aber die CDU weniger Stimmen erhält) ist doch für die Mehrheit im Landtag unerheblich.

8) K.H., Sonntag, 27. Januar 2013, 20:15 Uhr

Dass eine präzise Wahlvorhersage möglich ist, zeigt in den USA seit ca. 6 Jahren Nate Silver mit seinem (der New York Times zugeordneten) Blog http://fivethirtyeight.blogs.nytimes.com/

In den USA ist das Phänomen des bis kurz vor der Wahl unentschlossenen Wählers nach allem was man liest ja noch verbreiteter als bei uns, und dennoch hat Nate Silver alle Bundesstaaten der aktuellen und 49 von 50 Bundesstaaten der letzten Präsidentschaftswahl korrekt vorhergesagt.

Er erreicht diese Genauigkeit durch eine Meta-Analyse existierender Umfragen, die er gewichtet und hinsichtlich ihrer (in der Vergangenheit gezeigten) Abweichungen korrigiert. Das scheint sehr gut zu funktionieren: Während in den USA die meisten Medien ein Kopf-An-Kopf-Rennen zwischen Romney und Obama prophezeiten, wussten Leserinnen und Leser von fivethirtyeight.com schon Wochen vor der Wahl, dass das Rennen gelaufen war.

Es ist also durchaus NICHT so, dass Umfragen notwendigerweise Kaffeesatzleserei sind. Man muss es nur RICHTIG machen.

9) Hans Schröder, Sonntag, 27. Januar 2013, 21:04 Uhr

@ 1) StefanP

Träum nur weiter von der Stammwählerschaft der FDP – aber warum ist sie denn dann insbesondere 2011 in so vielen Landtagswahlen gescheitert, z.B. in der Hauptstadt mit 1,8 % sowie im Saarland mit 1,2 % sogar noch deutlich hinter der Familienpartei mit 1,7%? Gerade einmal einen Monat lang war die FDP in 2011 in allen Landtagen vertreten, nun ist sie nur noch in 10 von 16. Und im liberalen Stammland Baden-Württemberg hat die FDP mit einer reinen Männerriege gerade einmal 5, 3 % erreicht.

10) peer, Montag, 28. Januar 2013, 09:42 Uhr

Das Ergebnis in Niedersachsen zeigt, wie sehr Wahlprognosen die Wahkl beeinflussen. Die CDU-Wähler, die ihre Zweitstimme der FDP gegeben haben, hätten das sicher nicht getan, wäre die FDP in den Prognosen klar drin gewesen.
Ähnliches beobachtete man in Berlin, wo es vor der Wahl schon imlizit hieß, dass alles entschieden sei. Resultat: Extrem niedrige Wahlbeteiligung.
Hier liegt das eigentliche Problem imho (Nicht das ich eine Lösung wüsste…)

11) Gregor Keuschnig, Montag, 28. Januar 2013, 10:23 Uhr

@8/K. H.
Wahlanalysen für die USA sind zum einen viel einfacher, da es nur jeweils zwei dominierende Lager gibt (REP und DEM). Wenn man dann noch das Mehrheitswahlrecht anwendet, ist die Vorhersage noch einfacher, da es keine Rolle spielt, ob das Verhältnis in einem Bundesstaat 51:48 oder 55:44 oder 49:48 beträgt – the winner takes it all.

Anders die Situation inzwischen in Großbritannien aus. Zwar gibt es auch hier ein Mehrheitswahlrecht, aber die Wahlkreisuntersuchungen sind viel schwieriger. Auch müssen sich – anders wie in den USA – die potentiellen Wähler nicht registrieren lassen. Und es gibt inzwischen eine dritte, teilweise eine vierte politische Kraft.

Je mehr Parteien Chancen auf Mandate haben, desto schwieriger ist die Vorhersage; das ist eigentlich banal.

Es zeugt von einer großen Portion Weltfremdheit, wollte man die potentielle Anhängerschaft der FDP aufgrund von Landtags- und Bundestagswahlergebnissen festmachen. Vielfach ist die FDP als Korrektiv gewählt worden (das begann übrigens schon 1972 im Bund und endete im Verrat 1982). Ich erinnere an Herrn Sprengs Posting zur BTW 2009, in dem er mehr oder weniger eindeutig erklärt, warum er FDP gewählt hat – nämlich um eine erneute Große Koalition zu vermeiden. Ähnlich sah die Gemengelage in anderen Bundesländern aus. In Hessen kam die FDP auf über 16%, weil viele “bürgerliche” Wähler Koch nicht mehr wollten, aber auch mit der Post-Ypsilanti-SPD nichts mehr zu tun haben wollten. In Bayern strafte man die CSU entweder mit FW oder eben FDP.

12) Dierke, Montag, 28. Januar 2013, 11:40 Uhr

Als das Politbarometer des ZDF nach dem Heute-Journal am Freitag, 25.01.2013 die FDP bundesweit bei 4% sah, um damit den Leihstimmenbeweis vorzustellen, dachte ich an Ihre “seriösen” Meinungsforschungsinstitute, Herr Spreng. Ist es nicht völlig egal, ob die FDP Stammwähler hat oder nicht ? Die Hauptsache ist für uns als “ausgewiesene” Stammwähler, dass die FDP überhaupt in Parlamenten vertreten ist. Ein Rückblick zeigt, dass die FDP in den 60 Jahren Bundesrepublik oft aus den Landesparlamenten herausgeflogen ist. 1969 erreichte sie sogar mit 5,9 % ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl.

Es ehrt die FDP, dass Sie sich in Ihrem Blog so ausführlich und immer wieder mit dem Schicksal der FDP beschäftigen. Ihr Untergangsszenario kann aber auch den gegenteiligen Effekt bewirken, und das ist “gut so”.

13) StefanP, Montag, 28. Januar 2013, 11:54 Uhr

@6) Panther

Michael Spreng ist nicht gerade zimperlich, wenn es um die Charakterisierung öffentlicher Personen gilt. Gerade zuletzt hat er, natürlich nur zitierend, einen FDP-Politiker als “Joey” bezeichnet, was aktuell für nichts anderes steht als Forest Gump der Politik. Ich bin anders gepolt, ich mache keinen Unterschied zwischen öffentlicher und privater Person, wobei Beleidigungen nicht zum meinem Repertoire gehören.

Der Leitkommentar bringt eine zentrale These ohne den geringsten Hinweis, wie der Autor zu der Ansicht gelangt, zumal langfristige Trends und demoskopische Erhebungen eher dagegen sprechen. Die Wahlen in den letzten 12 Monaten legen nahe, dass Michael Spreng in der Bewertung der Piraten, der Linkspartei und eventuell der SPD richtig liegt. So sehen die bekannten Fakten aus. Fur die FDP gilt das nicht. So meinte Michael Spreng kurz vor der Niedersachsenwahl, es lohne sich nicht, noch viele Worte über “die paar tausend” FDP-Anhänger (?) zu machen. Am Ende stimmten 355.000 Niedersachsen für die Liberalen, bundesweit sind es so 2,5 bis 3 Millionen Bürger. Ich wurde vor ein paar Tagen angepflaumt, mich würden 300.000 (Aufstocker) nicht interessieren. Und obwohl es sich nicht lohne, sich damit zu beschäftigen, kommen in schneller Folge zwei weitere Kommentare zur FDP. Da bestehen deutliche Diskrepanzen zwischen Fakten, Handeln und Einschätzung.

Ich habe Quellen und Fakten genannt, nicht das Markenzeichen von Trollen (übrigens streng genommen eine Beleidigung). Und falls Sie meinen, in der Unternehmenswelt ginge es zimperlich zu, gerade auf Management-Ebene, so irren Sie. Fehler und falsches Verhalten werden da nicht so einfach verziehen.

14) StefanP, Montag, 28. Januar 2013, 12:05 Uhr

@9) Hans Schröder

Ich träume nicht von einer Stammwählerschaft der FDP, sondern versuche Resultate realistisch einzuschätzen. Die Liberalen werden nicht in Großstädten gewählt, falls Sie das für eine umwerfende, neue Erkenntnis halten, so haben Sie einigen Nachholbedarf in der Analyse von Wahlergebnissen. Der typische FDP-Wähler findet sich in ländlichen Regionen und in den wohlhabenden Speckgürteln der der Großstädte. In Hessen sind das z.B. Kronberg, Wiesbaden und Bad Homburg, in Baden-Württemberg ist die Partei vor allem im mittleren Teil des Landes stark, nicht in Stuttgart-Mitte.

Das Saarland gilt nicht gerade als FDP-Hochburg, ebensowenig wie Hamburg oder Berlin. in diesen Bundesländern hatten die Liberalen immer um ihr parlamentarisches Überleben zu kämpfen. Auf diesen selektiven Daten eine Grundsatzdebatte aufzubauen, ist unseriös. Wie gesagt, die FDP hat ein Problem in den Ballungsräumen und da es seit einer Dekade einen starken Trend zu den Großstädten gibt und deren Einwohner andere Interessen als die Landbevölkerung haben, stellt dies eine Partei vor grundsätzliche Überlegungen. So macht man einen Schuh.

15) Doktor Hong, Montag, 28. Januar 2013, 12:37 Uhr

@8) K.H.

Das ist ein sehr interessanter Hinweis. Vielen Dank dafür. Hoffentlich finde ich Fingerzeige auf die verwendeten mathematischen Verfahren, mit deren Hilfe diese Genauigkeit erzielt wird.

16) StefanP, Montag, 28. Januar 2013, 12:54 Uhr

@5) Gregor Keuschnig

Exakt das glaube ich. Und nun?

Auf Basis welcher Daten begründen Sie das? Demokratie ist keine Glaubensveranstaltung, dafür sind Kirchen da.

17) m.spreng, Montag, 28. Januar 2013, 13:15 Uhr

@ 10) StefanP

Ich habe lediglich Herrn Kubicki zitiert, den Vertreter einer von Ihnen offenbar hoch eingeschätzten Partei. Daraus lässt sich keine Beleidigung herauslesen. Im übrigen haben Sie Ihr Ziel wieder erreicht: es dreht sich fast aller wieder um Sie – wie unbelegt Ihre Meinung aus sein mag. Glückwunsch. Hauptsache Aufmerksamkeit.

18) Gregor Keuschnig, Montag, 28. Januar 2013, 14:01 Uhr

@/StefanP
Wo sind denn Ihre Fakten?

Ich lese:
drei von vier sind Stammwähler
Das stimmt schon mal nicht; nicht einmal im Westen. Es sei denn, Sie verwenden Material aus den 80er Jahren. Die Stammwählerschaften bei den Großparteien liegen Erhenungen nach zwischen 16% und 20%. Alle anderen wechseln zuweilen. Warum auch nicht.

Ich lese:
Und die Demoskopie hat 2009 selber aufgezeigt, dass sich der liberale Wähler, damals immerhin 15 Prozent der Wahlgänger, sich in ihren Interessen und Überzeugungen deutlich vom Durchschnitt unterscheidet.
Das ist Blödsinn. Das Wahlergebnis ist auf die Tatsache zurück zu führen, dass die Mehrheit der Wähler keine Große Koalition mehr wollten. CDU/CSU-Wähler sind zum Teil zur FDP gegangen; es gab fast 5% Zweitstimmen von CDU/CSU zur FDP; SPD-Wähler zu Hause geblieben oder haben die Linke gewählt. 2009 erhielt die “Große Koalition” gerade einmal knapp 57% der Zweitstimmen. Die 14,6% für die FDP verbuchen Sie doch nicht ernsthaft auf das Konto einer “liberalen” Wählerschaft?

Ich lese von Ihren Zahlen und Belegen – aber es gibt keine. Bzw.: es gibt keine, die nicht mit den gleichen demoskopischen Methoden erzeugt wurden, die sie selber verteufeln.

Praktisch seit 1972 stimmt die FDP im Bund das Mitleidslied an. Erst in der sozial-liberalen Koalition, als es hieß, man müsse FDP wählen, damit man über die 5%-Hürde kommt. Dann kam der Verrat 1982, als die FDP mit der klaren Koalitionsaussage SPD/FDP in den Wahlkampf ging und zur CDU/CSU wechselte. Danach war die Partei fast immer an Anhängsel von Kohls CDU; ihr Stimmenanteil bei den BTW schwankte immer zwischen 6% und 9%, außer 1990 mit Genschers gelbem Einheits-Pullover, da gab es 11%. Und das obwohl die Wirkung der FDP bei Kohl geradezu neutralisiert wurde. Es gab niemals den EU-Subventionsabbau, der Sozialstaat wurde mit Blüm weiter ausgebaut statt zurückgefahren. Alle Punkte des Lambdsdorff-Papiers waren fünf Minuten nach der Wahl von Kohl über das Misstrauensvotum Makulatur. Die FDP verkam zum Appendix von CDU/CSU. Im Grunde genommen steckt sie da heute immer noch. (Mit Brüderle sah ich kurzzeitig Hoffnung auf eine Ampel-Möglichkeit; aber das dürfte sich erledigt haben.)

Das änderte sich erst ein wenig mit Westerwelle. Aber auch dies waren eher Anti-Wahlkämpfe: Zumeist wählte man in den Ländern mit der FDP schwarz-gelb (zuletzt in Hessen, als der zum Unsympath gewordene Koch und die Post-Ypsilanti-SPD für den “bürgerlichen” Wähler keine Optionen mehr waren). Mit der FDP konnte man nicht viel falsch machen; ihre Wirkung war fast immer gen null. Im Osten trat sie als Protestpartei auf und wurde dann auch prompt ein paarmal ganz gut bedacht. Das änderte sich schlagartig mit der BTW 2009; Stichwort: Hotelsteuerbefreiung. Mit einem Schlag rückte die Partei als Klientel- und Lobbygruppe in den Fokus. Es war – nachträglich betrachtet – ein Danae-Geschenk von Merkel an die FDP. Westerwelles Gequatsche um römische Dekadenz tat ein übriges.

Um es kurz zu machen: Die Stammwählerschaft der FDP dürfte im Bund zwischen 6% und 8% liegen. Das hat natürlich nichts mit der Klientel zu tun, die die FDP vermeintlich anspricht. Das verwechseln Sie: Das Potential mag theoretisch höher liegen, wird aber niemals ausgeschöpft werden können. Resultate wie 2009 sind Ausreisser; die bitteren Folgen dieser Angst vor der Großen Koalition hat Deutschland seit dreieinhalb Jahren zu tragen: Es bewegt sich nichts mehr, noch nicht einmal dezidiert in die falsche Richtung. Die FDP wird in den Bundestag einziehen, daran habe ich keine Zweifel. Sofern sie eben diese 6%-8% mobilisieren kann.

Im übrigen können Sie sich Ihr lächerliches Großkotzgehabe einmal abgewöhnen. Wenn Sie nicht mehr zu bieten haben, bewerben Sie sich doch als FDP-Generalsekretär. Die aktuelle Figur ist ja eine Beleidigung für jeden menschen mit einem IQ > 90.

19) wschira, Montag, 28. Januar 2013, 14:02 Uhr

@m.spreng, Nr. 3

Herr Spreng, Sie dürfen das nicht so eng sehen, es gibt noch jede Menge mehr Gebiete, eigentlich ahnnähernd alle, wo der Herr Pietsch keine Ahnung hat und trotzdem glaubt, seinen Senf dazugeben zu müssen.

20) G. Seifert, Montag, 28. Januar 2013, 14:07 Uhr

Volle Zustimmung, Herr Spreng! Die seriöse Meinungsforschung sollte noch viel öfter auf die prinzipiellen Limits ihrer Prognosen hinweisen: schon rein mathemetisch bleibt bei den typischen Umfragen an ca. 1000 Personen eine (absolute) Unsicherheit von plus/minus 1% bei kleinen und 2-3% bei den größeren Parteien. Und selbst diese Limits sagen ja nur aus, dass knapp 70% der genommenen “Stichproben” darin liegen. Also muss man umgedreht davon ausgehen, dass 30%, d.h. 3 von 10 Umfragen, noch weiter vom “wahren Wert” (dem späteren Wahlergebnis) entfernt liegen.

Und bis hierher ist das nur die reine Statistik; die nur unter der Annahme stimmt, dass die Befragten wirklich zufällig ausgewählt sind, und nicht etwa bestimmte Wählergruppen (Rentner, Stadtbewohner, …) überproportional vertreten sind. Und selbst wenn man solche Abweichungen erfasst, und diese mit den Erfahrungen aus der Vergangenheit zu korrigieren versucht, bleibt eine ganz große Unwägbarkeit: kreuzt jeder am Wahltag wirklich das an, was er in der Umfrage zu Protokoll gegeben hat?

Ich behaupte: nein. Da sind zum einen die eigentlich noch Unentschlossenen, die aber am Telefon dann doch eine bestimmte Partei nennen. Oder auch der Kollege Trend: wenn es aktuell ‘in’ ist, eine Partei niederzuschreiben (so wie seit längerem die FDP) , dann will sich auch so mancher Wähler nicht telefonisch zu ihr bekennen. Irgendwie ist so ein Interview ja doch – zumindest gefühlt – nicht so richtig anonym ….

Es wäre ja schön, wenn diese ganzen Unsicherheiten sich in den Köpfen von Politikern und Journalisten festsetzen würden, und wir vielleicht bis zur kommenden Bundestagswahl tatsächlich mal einen Wahlkampf um Sachthemen erleben dürften (träumen ist ja erlaubt …) – und nicht um die Frage, ob Angela Merkel oder Peer Steinbrück beliebter ist.
Denn, mit Verlaub: wenn man sich im Beruf seinen Chef wählen dürfte, würde man ja auch nicht unbedingt danach entscheiden, mit wem man lieber mal ein Bierchen trinken möchte, sondern von wem man sich für den Erfolg der Firma (und damit die Sicherheit des eigenen Jobs) am meisten verspricht.

21) m.spreng, Montag, 28. Januar 2013, 14:27 Uhr

Um meinen Standpunkt noch einmal zu verdeutlichen: alle Wahlforscher gehen von einem Stammwählerpotenzial der FDP von drei bis vier Prozent aus. Das heißt: was dann hinzukommt, sind taktisch denkende Funktionswähler oder Proteststimmen. Oder Wähler, die sich durch ein Thema vorübergehend angesprochen fühlen.

So wie 2009: der Erfolg der FDP speiste sich aus drei Quellen: Wähler, die die große Koalition beenden wollten, Wähler, die durch den konturlosen Einschläferungswahlkampf der CDU zur einzigen bürgerlichen Alternative getrieben wurden, und Wähler, die dem Versprechen auf Steuersenkungen glaubten. Zumindest das erste und das dritte Motiv gibt es 2013 nicht mehr.

Allerdings könnten Funktionswähler die FDP dann wieder über fünf Prozent hieven, wenn kurz vor der Wahl Schwarz-Gelb als glaubhafte Machtoption erscheint. Oder wenn sie glauben, die FDP werde bei späteren Wahlen noch gebraucht, um eine linke Dominanz zu verhindern.

22) Doktor Hong, Montag, 28. Januar 2013, 15:37 Uhr

@17) m.spreng

Googeln Sie mal “DSM-IV 301.81″ oder “ICD-10 F60.8″.

Unter diesen Stichwörtern finden Sie eine interessante Auflistung von Verhaltensweisen.

23) Sabine Zielke-Esser, Montag, 28. Januar 2013, 16:54 Uhr

Ich lese hier einige despektierliche Kommentare zu StefanP. Da er hier schon vor geraumer Zeit den Kapitalismus zum Naturgesetz erklärt hat, muss es sich bei StefanP um ein gottähnliches Wesen handeln, dem wir huldigen sollten. Es ist doch mittlerweile erkennbar, dass er uns ALLEN in ALLEM überlegen ist. Dass er trotz seiner zeitraubenden Managementtätigkeit uns Ignoranten noch immer zu jeder Tages- und Nachtzeit mit seinen Zahlen und anderen selbstgewonnen Erkenntnissen beglückt, sollte uns dankbar machen.

PS: StefanP veröffentlicht demnächst ein Buch mit dem Titel: „Wie ich den Sprengsatz okkupierte“. Das Buch erscheint im FDP-eigenen Verlag Neue Brutale Marktwirtschaft.

24) Horst Klohocker, Montag, 28. Januar 2013, 17:30 Uhr

Auch ich darf mich zum Schrecken der Wahlforscher zählen, denn ich muss gestehen, dass ich heute noch nicht weiß, wen ich bei der Bundestagswahl im September wähle. Nur eines ist sicher: FDP werde ich nicht wählen. Deshalb kann es dann wohl auch nicht an mir liegen, wenn die Wahlforscher bei der FDP wieder daneben tippen.

Ich weiß es noch nicht, weil ich mir noch nicht sicher bin, was wohl das kleinste Übel ist. Ich wähle also nicht aus Überzeugung und ich denke, dass es Vielen genauso geht. Die Qual der Wahl und schon jeder Dritte zählt zur Gruppe der Nichtwähler. Viele entschließen sich ganz kurzfristig, denn eigentlich ist nicht wählen undemokratisch!

Bleibt also am Schluss die Frage, wer wohl der größere Schrecken für Wen ist!? Die Nichtwähler für unsere Wahlforscher oder die derzeitige Politiker Garde jeglicher Couleur für uns Wähler bzw. auch für die Nichtwähler und damit für alle Bürger von Deutschland.

25) Doktor D, Montag, 28. Januar 2013, 17:35 Uhr

in Baden-Württemberg ist die Partei vor allem im mittleren Teil des Landes stark, nicht in Stuttgart-Mitte.

Ähem… mal in die Wahlergebnisse geluaget, wie wir hier sagen? Stuttgart war ziemlich lange eine FDP-Hochburg, wie fast alle großen und mittleren Städte in Baden-Württemberg. In der letzten Landtagswahl hat sich die FDP überall halbiert: Möglicherweise weil hier ein echter Lagerwahlkampf gelaufen ist und die FDP hier wirklich nur noch ein Wurmfortsatz der CDU ist – mit einem Personal, das sich noch nicht mal mehr bemüht, die alte schwäbische Liberalität wenigstens darzustellen.

26) Günter Springer, Montag, 28. Januar 2013, 17:54 Uhr

Herr Spreng,
wenn das so weiter geht mit StefanPklinke ich mich aus diesem Forum aus. Das
wird für dieses Forum siche r kein Verlust sein.
Letzte Bemerkung: ich frage mich nur wie die Bundesrepublik und darüberhinaus Europa in eine derart mißliche Lage geraten können angesichts so kluger Köpfe wie der von StefanP?
Man darf ja wohl noch fragen dürfen.

27) Panther, Montag, 28. Januar 2013, 18:03 Uhr

@13) StefanP. Sie drehen sich die Dinge so, wie Sie wollen. Ihr Vergleich mit Sprengs Joey hinkt, das sind Äpfel mit Birnen. Sie werten persönlich ab und wollen auf jeden Fall recht behalten. Ich habe nicht behauptet, dass es auf Management Ebene zimperlich zugeht, sondern beschrieben, was gute Führung heißt und wie sie handelt. Doch wenn Sie gern den Seehofer machen und glauben, dass es zu etwas führt, dann viel Freude.
Mein letzter Kommentar an Sie, denn wo Einsicht und Reflektion fehlen, ist alles vergeblich.

28) Peter Christian Nowak, Montag, 28. Januar 2013, 18:23 Uhr

Herr Pietsch, Sie stehen ja mächtig unter Sperrfeuer. Na, dann nehmen Sie mal den Hut runter, verehrter Herr Pietsch, sonst trifft man Sie besser!
An alle anderen: Herr Pietsch trollt so den ganzen lieben langenTag im Internet. Offensichtlich hat er nichts Besseres zu tun. Seine Professionsausübung reduziert sich einzig und allein auf diese Tätigkeit. Sein “Wissen” und seine Befriedigung bezieht er ausschließlich aus dem Internet. Seine Argumente sind dementsprächend. So wie der Mann sich in peinlicher Arroganz hier und anderswo aufführt, die Attacken die er nicht nur gegen den Autor des Sprengsatzes führt, kennzeichnet seine Gemütslage: er ist traurig, dass “seine” neoliberale FDP kaum mehr Akkzeptanz in der Bevölkerung findet.

Einfach ignorieren!

29) Erwin Gabriel, Montag, 28. Januar 2013, 18:24 Uhr

@ 4) StefanP, Sonntag, 27. Januar 2013, 14:19 Uhr

>> Und ich hüte mich davor, allein aus meiner inneren Überzeugung heraus
>> zu argumentieren.

:-)

Je nach Standpunkt machen Sie es dem anderen immer wieder sehr leicht oder sehr schwer.

30) Olaf, Montag, 28. Januar 2013, 18:34 Uhr

Wie albern: mmer wieder Zahlen mit kuehnen Behauptungen zu ergaenzen und als Thesen zu verkaufen. Unkultiviertheit bleibt schlechtes Benehmen, auch wenn man sich auf ein ominoeses Management beruft. Alles CLEAR?

31) riskro, Montag, 28. Januar 2013, 19:24 Uhr

Hallo Horst Klohocker, wählen Sie die Linken, da können Sie nichts falsch machen.

32) Bernhard Paul, Montag, 28. Januar 2013, 22:02 Uhr

Nicht doch, es ist gut mit Stefan P. Lasst ihn mal.

Er ist offenbar noch recht jung, sonst müsste er aus dem Gedächtnis wissen, ohne lange googeln zu müssen, dass die FDP in den sechziger bis achtziger Jahren stets höhere Werte hatte als heute, im Bund und in den meisten Ländern, besonders m Stammländle B-W, und eine stabile, eigenständige politische Kraft war. Sie hatte mindestens eine doppelt so hohe Stammwählerschaft wie heute, auf die sie sich verlässlich stützen konnte.

Dies nur als Anmerkung, wenn Stefan P. von stetiger Steigerung der FDP-Stammwählerschaft” in einer langen Reihe” spricht und schreibt (@1 und 4). Das ist schlichtweg falsch.

33) M. Boettcher, Montag, 28. Januar 2013, 22:35 Uhr

Se haben das Grundproblem der “Wahlprognosen” leider nicht ansatzweise erfasst. Die Lüge beginnt bei der Behauptung, die Befragten würden “repräsentativ” ausgewählt, in Wahrheit werden sie per Lotterie ermittelt, ihre Aussagen zum eigenen Wahlverhalten haben damit keine echte Relevanz. Und sie endet nicht erst bei der Vorspiegelung von Seriösität und Wissenschaftlichkeit.
Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich die Stärke aller Parteien auf 1% genau ermitteln lässt, wenn man nur ca. 1000 Bürger anruft, liegt bei ca. 0,1%. Richtige Trendaussagen daraus sind naturgemäß nicht möglich. Wie sollte man auch, wenn sich die Zustimmung z. b. zur SPD zwischen 25 und 35 Prozent ergibt. Damit kann man keine Meldung verfassen. Da helfen auch keine Warnhinweise, weil diese “Prognosen” schlicht keine sind. Sondern man schmeisst einfach die Umfrageergebnisse weg und schreibt stattdessen die Wahlergebnisse der Vergangenheit fort, was man dem dummen Leser und Fensehzuschauer als neue, wissenschaftliche Prognose verkauft. Es geht folglich fast immer um Manipulation. Das wissen und wollen auch die Auftraggeber, die nur zu gern glauben wollen, dass diese gelingt. Dumm nur, dass sich das Wahlvolk gelegentlich nicht an die Stabilität hält, die ihm von den “Wahlforschern” fälschlich unterstellt wird.

34) Asterich, Dienstag, 29. Januar 2013, 14:34 Uhr

Zwei Dinge fallen auf:
1.Wenn die Umfragen schlechte Werte für eine Partei signalisieren, sind Umfragen nur Momentaufnahmen, die nichts über den künftigen Wahlausgang aussagen. Wenn die Umfragen hohe Werte signalisieren, wird dies als Vertrauen der Wähler in die eigene Partei interpretiert.
2. Umfragen, an denen z.B. Herr Güllner mitarbeitet, sollten generell mit Vorsicht behandelt werden. Seine Äusserungen zu den Grünen im Stern lassen die notwendige Distanz vermissen, ungeachtet dessen ob er vielleicht Recht mit seiner Sichtweise hätte.
Die Angabe der objektiven Erhebungsparameter lassen sich aus den Umfragen ebenfalls nicht ableiten. Nicht von ungefähr gibt es zwischen verschiedenen Umfrageinstituten Differenzen bei den prgnostizierten Ergebnissen.

Wie schnell mal zur Makulatur wird haben die Piraten im ZDF gesehen, wo sie zu Beginn der Hochrechnungen noch als eigenständige Partei gewertet wurden um anschliessend unter “sonstige” zu verschwinden.
Ob das bei gleichem Stimmenanteil auch mit der FDP passiert wäre?!
Ich bezweifle das.

35) Peter Christian Nowak, Dienstag, 29. Januar 2013, 17:59 Uhr

Herr Spreng und andere Leser hier werden sich noch an den Wahlkampf Schröder/Stoiber erinnern. Ich bin mir sicher, nicht jede Meinungsumfrage ist nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten seriös gemacht.

http://www.meinungsumfragen-info.de/archiv/sonntagsluege.pdf

36) Gregor Keuschnig, Dienstag, 29. Januar 2013, 20:03 Uhr

@32/Berhard Paul
dass die FDP in den sechziger bis achtziger Jahren stets höhere Werte hatte als heute, im Bund und in den meisten Ländern
Das ist schlicht falsch. Hier die Resultate aller BTW, hier exemplarisch NRW (vor allem 1970, 1980, 1985), hier exemplarisch Niedersachsen. EiInzig bei Baden-Württemberg haben Sie Recht.

37) Anonym, Dienstag, 29. Januar 2013, 21:51 Uhr

Es ist ja nicht vollkommen neu, dass Demoskopen daneben gelegen haben. Das passiert übrigens auch regelmäßig im Ausland. Aber es hat auch einen bitteren Beigeschmack: In Zukunft dürfte man noch weniger davor zurückschrecken, die Meinung des Volkes in Umfragen zu ignorieren, da man sagt, diese Leute würden am Wahltag sowieso anders wählen. Gleichzeitig wird immer mehr versucht, populistisch oder auch heuchlerisch aufzutreten und sich somit vor seriöse Menschen zwar lächerlich zu machen, aber einfacher gestrickte Leute, die von Politik eher wenig Ahnung haben, leicht hinters Licht zu führen. Beides kann man sich also als Wählerin oder Wähler nicht wirklich wünschen. Auf der anderen Seite kann so aber noch bis zum Wahlabend gekämpft und durch die Presse beeinflusst werden. Man sollte diese Instrumente, wenn man sie denn nutzen möchte, aus meiner Sicht jedoch primär dazu einsetzen, die Debatten seriöser und niveauvoller zu führen und Standpunkte klar gegeneinander abzutrennen, statt immer wieder so zu tun, als seien die Wählerinnen und Wähler dämlich. So etwas geht langfristig schief.

38) StefanP, Mittwoch, 30. Januar 2013, 08:38 Uhr

@18) Gregor Keuschnig

Nun, bei den Fakten möchte ich mich an die Thesen anlehnen, die Michael Spreng verbreitet. Danach speist sich der Erfolg der FDP 2009 aus 3 Quellen:

Wähler, die die große Koalition beenden wollten

Nach einer Studie der Universität Bamberg wurde die Arbeit der Großen Koalition einigermaßen solide bewertet, eine echte Wechselstimmung gab es nicht. Dabei wurden die Erfolge der Regierungsarbeit zu zwei Drittel der Union und nur zu einem Drittel der SPD zugerechnet. Die Anhänger der Unionsparteien waren demgemäß auch außerordentlich zufrieden mit der von ihnen präferierten Partei. Anders verhielt es sich mit den Anhängern der kleinen oppositionellen Parteien, die demgemäß alle von der Unzufriedenheit profitierten. In der Tendenz war dies kein Effekt, der die liberale Partei weit überdurchschnittlich begünstigte.

Ergebnis: Die These trifft nur in Teilen zu.

Leihstimmen des bürgerlichen Lagers

Die Universität Bamberg bemerkt dazu (Seite 10):
Wie Abbildung 2 zu entnehmen ist, steigt mit zunehmender Zufriedenheit mit der Großen Koalition die Wahrscheinlichkeit, dass sich Unionsanhänger für CDU oder CSU entscheiden, von gut 30 Prozent auf beinahe 80 Prozent an. (..) Dieses Ergebnis spricht dafür, dass die Leistungsbewertung der Großen Koalition Unionsanhänger motivierte, bei der Bundestagswahl 2009 im Einklang mit ihrer
Parteibindung zu votieren.

“Leihstimmen” aus dem Unionslager waren also eher die Ausnahme. Dafür sprechen noch andere Faktoren. Die Wählerschaft von Union und FDP unterscheiden sich inzwischen merklich. Wie müsste man sich den “typischen” Funktionswähler, wie ihn Michael Spreng skizziert hat, wohl vorstellen? Wahrscheinlich so wie ihn selber: Älteren Datums (sorry!), überdurchschnittlich gebildet, in gehobenen Positionen. Der typische FDP-Wähler 2009 sah anders aus. Die Bundeszentrale für politische Bildung schrieb:

Die FDP schneidet in beiden Landesteilen bei den unter 45-jährigen Wählerinnen und Wählern deutlich besser ab als in höheren Alterskategorien. Dies gilt vor allem im Westen für Männer unter 30 Jahren (20 %); in den neuen Bundesländern wird sie von jungen Männern wie Frauen gleichermaßen gewählt. Bei den unter 30-Jährigen kommt sie auf 17 % (plus 5); bei den 30- bis 44-Jährigen kann sie am meisten dazu gewinnen und kommt auf 16%(plus 6).

Wenig wurde die FDP dagegen von den Altersjahrgängen den Michael Spreng gewählt.

Bildungsunterschiede im Wahlverhalten zugunsten der FDP haben sich im Vergleich zu 2005 nivelliert, da sie vor allem bei jüngeren Wählerinnen und Wählern mit niedrigeren Bildungsabschlüssen zulegen konnte. So kommt die FDP bei den Wählerinnen und Wählern mit Hauptschulabschluss auf 13 % (plus 5) und bei denjenigen mit Mittlerer Reife auf 15 % (plus 5).

Dies erklärt weit mehr, warum die Liberalen so viel Unterstützung verloren haben. Gerade junge Menschen sind politisch weit weniger festgelegt und wechseln, sobald ihre Vorstellungen nur geringfügig enttäuscht werden. Genauso wie geringer Qualifizierte neigen sie weit häufiger zur Wahlenthaltung.

Während die meisten Unionswähler die konservativen Parteien wählten, weil sie Merkel gut fanden, verlor sie jedoch deutlich an Kompetenz. Der FDP dagegen wuchs entsprechend Kompetenz in der Wahrnehmung der Wähler zu:

Keiner Partei wurde, von allem Befragten, eine so hohe Kompetenz in Wirtschaftsfragen attestiert wie der FDP. Ausgerechnet die Wirtschaftspolitik spielte diesmal für die Wähler im bürgerlichen Lager eine wahlentscheidende Rolle. 56 Prozent der neuen FDP-Wähler gaben in Umfragen an, ihre Wahlentscheidung basiere auf der kompetenten Wirtschaftspolitik, das Hoffen auf eine Steuererleichterung nannten nur 32 Prozent als ausschlaggebend.

Ergebnis: Auch diese These ist kaum zutreffend.

Die Aussicht auf Steuererleichterungen

Selbst wenn die Partei in der Regierung keine nennenswerten Erleichterungen durchsetzen konnte, spricht dies nicht dafür, jetzt andere Parteien zu wählen, sondern bestenfalls in die Wahlenthaltung zu gehen. Wie schon im vorherigen Absatz angeführt, hatte das Thema keine überragende Bedeutung.

Die Union erreicht derzeit in Umfragen bis zu 42 Prozent und bei der letzten Bundestagswahl 35 Prozent. Nach einer Studie des Allensbach-Instituts im Auftrag des Konrad-Adenauer-Hauses kann die Union jedoch nur noch auf 28,5 Prozent Stammwähler zählen. Wie man angesichts solcher Daten auf “Leihstimmen” für die FDP kommen will, ist mir schleierhaft. Den Rest holt anscheinend auch die Union über “Funktions- und Protestwähler”.

39) StefanP, Mittwoch, 30. Januar 2013, 08:41 Uhr

@32) Bernhard Paul

Meine These lautet, dass die FDP im letzten Jahrzehnt bis zu ihrem Absturz nach gewonnener Bundestagswahl deutlich an Popularität gewonnen habe. Michael Sprengs These lautet, das Wahlergebnis der FDP bei der Bundestagswahl 2009 ein Einmaleffekt aufgrund einer Sondersituation gewesen sei. Ansonsten blieben die Liberalen eine Funktionspartei.

Um zu untersuchen, ob im Vergleich zu früheren Dekaden eine signifikante Veränderung eingetreten ist, betrachten wir jeweils aufgeschlüsselt nach Bundestags- und Landtagswahlen die Zeiträume 1970-1999 sowie 2000-2009. Wir beschränken uns dabei auf die westlichen Bundesländer, da Ost-Deutschland eine soziologische Sonderentwicklung ist. Dort hat sich erst seit Ende des letzten Jahrtausends langsam eine Struktur herausgebildet, die individualistischen Parteien wie eben den Liberalen oder den Grünen ein Wählerfundament bietet. Des weiteren wollen wir zwischen großen Flächenstaaten und Diaspora-Gebieten wie Hamburg und Bremen unterscheiden. Berlin ist wegen dem Mix von West- und Ost-Impressionen ebenfalls ein Sonderfall, hier betrachten wir als Referenz den Zeitraum 1990-1999.

Bundestagswahlen
Bei den Bundestagswahlen fallen im langfristigen Trend mit 1980 und 1990 zwei Ausreißer-Ergebnisse auf. 1980 entschieden sich sogar zahlreiche CDU-Wähler für die Liberalen, da sie den bayrischen Löwen Franz-Josef Strauß als Kanzler ablehnten, selbst um den Preis der Stärkung der sozialliberalen Koalition. 1990 war die wahrscheinlich einzige Persönlichkeitswahl für die FDP. Scharenweise bescherten die ehemaligen DDR-Bürger einer Partei ein Rekordergebnis, mit deren Programmatik sie nichts anfangen konnten. Danach schrumpften die Gelben wieder auf ihre “normale” Größe von 6-7,5 Prozent.

Nach der verlorenen Bundestagswahl 1998 ist ein klarer Aufwärtstrend zu verzeichnen mit dem Schub 2002 (18 Prozent-Projekt) auf 7,5%. Interessant ist insbesondere das Wahlergebnis 2005 mit knapp 10 Prozent: obwohl die CDU mit einem “neoliberalen” Programm von Kopfpauschale bis Bierdeckel-Steuerreform ins Rennen ging, avancierte die härte bürgerliche Konkurrenz zum eigentlichen Wahlsieger. Schon damals tat sich die CDU mit dem Neidargument “Leihstimmen” schwer.

Zwischenfazit: Die FDP hat bei drei aufeinander folgenden Bundestagswahlen deutlich über dem Trend gewonnen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ergebnisse_der_Landtagswahlen_in_der_Bundesrepublik_Deutschland
In Hessen, Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz lagen die Liberalen im letzten Jahrzehnt im Schnitt teils deutlich über den Ergebnissen in den vorangegangenen Dekaden. In NRW fuhr man inklusive 2012 zweimal extrem hohe Stimmanteile ein. Das gleiche Bild zeigt sich bei Hamburg und Berlin. Selbst im Saarland erreichte man 2009 das zweitbeste Resultat in 40 Jahren.

Fazit: meine These hat sich erhärtet, die FDP hat im Zeitraum 2000 – 2009 bei Bundestags- und Landtagswahlen deutlich gegenüber dem historischen Durchschnitt zugelegt. Dies lässt sich nicht mit “Frust an der Großen Koalition” und “Funktionswählern” begründen. Auch neigen bürgerliche Wähler selten zum Protest, wie er für bildungsferne Schichten und Geringverdiener typisch ist.

Das einzige Argument, das man ins Feld führen könnte, um diese Entwicklung nicht mit soziologischen Veränderungen im Westen zu begründen, wäre die veränderte parlamentarische Rolle der FDP: von 1998 – 2009 befand sich die liberale Partei im Bund in der Opposition. Aber das war gerade nicht das Argument von Michael Spreng.

40) Gregor Keuschnig, Mittwoch, 30. Januar 2013, 12:04 Uhr

@StefanP
Es wäre sinnvoller, sich mit meinen Thesen zu beschäftigen. Im übrigen sind die Postulate einer Universität. genauer gesagt: Es ist wohl dieser Aufsatz auf den Sie sich beziehen – hier zu finden – dessen Datenlage sehr schwer nachzuvollziehen ist (s. S. 3).

Der Text, den Sie großzügig mit “Bundesanstalt für politische Bildung” umschreiben, stammt von drei Forschern der FG Wahlen (exakt eines jener Institute, denen Sie ansonsten Unseriosität vorwerfen). Er ist hier nachzulesen. Zitat aus diesem Text: ” Im bürgerlichen Lager vermittelte die eindeutige Koalitionsaussage der FDP unionsnahen Wählern, welche die große Koalition ablehnten, die Gewissheit, mit ihrer Stimme für die FDP Schwarzgelb und Kanzlerin Merkel zu unterstützen. Um eine erneute große Koalition zu verhindern, hatten koalitionstaktisch ausgerichtete bürgerliche Wähler bei rationalem Abstimmungsverhalten keine andere Wahl, als für die FDP zu stimmen. [..] Damit profitierten die Linke ebenso wie die FDP zu einem erheblichen Teil von der Koalitionskonstellation; ihr starkes Abschneiden kann nicht nur als inhaltliches Votum für die Programmatik dieser beiden Parteien gewertet werden.”

Träumen Sie ruhig weiter.

41) StefanP, Mittwoch, 30. Januar 2013, 12:36 Uhr

@40) Gregor Keuschnig

Sie haben mit vielen Punkten nicht unrecht und ich wüsste nicht, dass ich dagegen argumentiert hätte. Allerdings schätze ich die FDP-Anhängerschaft nicht ganz so hoch wie Sie. Während bis in die 1990er Jahre der Anteil der Hardcore-Fans mit 3% (die Größenordnung, die MIchael Spreng genannt hatte) angegeben wurde, haben sich gerade durch das Aufkommen der New Economy, der Entwicklung eines neuen Bürgertums mit gewachsenem Interesse an beruflicher Selbständigkeit sowie durch die mit der Agenda 2010 einhergehenden Umwälzungen in der erwerbstätigen Bevölkerung tektonische Verschiebungen in politischen Einstellungen ergeben.

Dennoch gehe ich aufgrund der soziologischen Zusammensetzung der deutschen Bevölkerung mit ihren ihren Grundüberzeugungen eher von einer Stammwählerschaft von 5 bis bestenfalls 6 Prozent aus. Ansonsten käme ich auch kaum zu einer Wahlprognose von 7-8 Prozent für die Bundestagswahl 2013, was immerhin weit schlechter wäre als im Jahre 2005.

Zitat aus einer, inzwischen schon etwas älteren, Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung:
Die Leistungsindividualisten (11 % Anteil an der Wahlbevölkerung) sind Gegner staatlicher Eingriffe und wollen eine Gesellschaft, die sich in erster Linie am Leistungsprinzip orientiert. Zwei Drittel sind männlich. Politisch bevorzugen sie das bürgerliche Lager und überdurchschnittlich die FDP.

42) Gregor Keuschnig, Mittwoch, 30. Januar 2013, 14:00 Uhr

“Leistungsindivudualisten” klingt wie ein Euphemismus für Ellenbogengesellschaft. Bullshit.

43) wschira, Mittwoch, 30. Januar 2013, 16:11 Uhr

@42) Gregor Keuschnig

Haben Sie noch nicht gemerkt, dass StefanP irgendwelche Behauptungen aufstellt, die falsch oder nicht belegt sind und darauf hofft, dass es niemand auffällt? Und wenn die Behauptungen nicht seinen ideologischen Standpunkt stützen, werden sie zurechtfrisiert.

44) StefanP, Donnerstag, 31. Januar 2013, 09:55 Uhr

@42) Gregor Keuschnig
@43) wschira

Ihre Statler und Waldorf-Nummer nervt mich zunehmend. Ich habe ja Verständnis, wenn Ihr PC so alt ist, dass er Hyperlinks nicht in in der Form abbildet, um sie erkennen zu können. Das ist kein Grund rumzumotzen. Erstens habe ich Ihnen in Recht gegeben, zweitens die renommierte, SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung zitiert. Wenn Sie deren, aufgrund der soziologischen Forschung fundierte, Einteilung als “Bullshit” ansehen, bitte. Für Ihre Beschwerde wenden Sie sich bitte an:

Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.
Godesberger Allee 149
D-53175 Bonn

Ich bin die falsche Adresse. Das Gleiche gilt, wenn Sie meinen, ich hätte falsche oder nicht belegte Behauptungen aufgestellt. Nur verschonen Sie mich bitte. Sie würden offensichtlich selbst dann nölen, wenn ich Ihren Beitrag ganz toll fände.

Das nervt. Aber das sagte ich bereits.
(Falls Sie das jetzt “großkotzig” oder “arrogant” fanden, meinetwegen)

P.S.: Ich empfehle Ihnen, den Link zu öffnen, um ein besseres Bild auf soziale Gruppen zu bekommen. Bildung hat noch nie geschadet.

45) wschira, Donnerstag, 31. Januar 2013, 18:04 Uhr

@44) StefanP

Man sollte sich nicht so weit aus dem Fenster legen, die Gefahr eines Absturzes ist gross. Sie stellen fortwährend falsche Behauptungen in den Raum, um Ihr ulkiges Weltbild zu stützen in der Hoffnung, niemand merkt das. Beispiel gefällig? In dem Thread “Symmetrische Demobilisierung” stellen Sie unter Nr. 85 folgende Behauptung auf:

“Deutsche Arbeitslose erhalten 60 bzw. 67 Prozent des letzten Bruttolohns….”

Jeder, der sich nur etwas mit Sozialgesetzgebung befasst, weiss, dass das falsch ist. Aber Sie sind ja nach eigenen Angaben ein gut verdienender Leitender und es ist nicht unbedingt vorauszusetzen, dass Sie da Bescheid wissen. Aber es ist schon merkwürdig, dass ein Superanalyst wie Sie nicht den Unterschied zwischen Brutto und Netto kennt.

Ihre Behauptung war grottenfalsch, und diese Art der Diskussion zieht sich durchgehend durch Ihre Beiträge. Es werden falsche Behauptungen aufgestellt oder frisiert, um zu Ihrem kruden Weltbild zu passen. Im Folgenden nochmals die Definition der BA, damit auch Sie das mitbekommen:

“Der Leistungssatz beträgt 67% beziehungsweise 60% des pauschalierten Nettoentgeltes (Leistungsentgeltes). Ein erhöhter Leistungssatz von 67% wird gewährt, wenn Sie oder Ihr nicht dauernd getrennt lebender Ehegatte oder Lebenspartner, der ebenfalls unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist, ein Kind haben.

Leistungsentgelt
Das auf der Grundlage beitragspflichtiger (Brutto-) Arbeitsentgelte ermittelte kalendertägliche Bemessungsentgelt wird um die
· Lohnsteuer nach der auf der Lohnsteuerkarte eingetragenen Steuerklasse und Solidaritätszuschlag (bei Steuerklasse IV, ggf. unter Berücksichtigung des eingetragenen Faktors),
· Sozialversicherungsbeiträge pauschaliert mit insgesamt 21%
vermindert.”

46) StefanP, Freitag, 01. Februar 2013, 09:29 Uhr

@45) wschira

… aber Sie wissen schon, dass wir hier über das Thema “Der Schrecken der Wahlforscher”, die FDP und die wahrscheinliche Stammwählerschaft der Freien Demokraten debattiert haben. Und Sie wissen auch, dass Sie auf einen Kommentar von Gregor Keuschnig reagiert haben, in dem er die Bezeichnung und Eingrenzung einer gesellschaftlichen Gruppe als “Leistungsindivudualisten” als “Bullshit” bezeichnet hat?

Gut, dass Sie noch wissen, worauf Sie kommentiert haben…

47) wschira, Freitag, 01. Februar 2013, 15:44 Uhr

@46) StefanP

Ich weiss, worauf ich kommentiert habe. Sie hingegen haben entweder keine Ahnung von dem, was Sie von sich geben (wie mein Beitrag Nr. 46 belegt) ode, was schlimmer ist, Sie frisieren Fakten, bis sie zu Ihrer Meinung passen.

48) Rolf Kepper, Mittwoch, 17. Juli 2013, 18:21 Uhr

Der Begriff Schwarmintelligenz ist schon länger in aller Munde. Er beschreibt das Phänomen, dass die Summe vieler einzelner Meinungen, auch wenn sie untereinander stark von einander abweichen, im Durchschnitt sehr nah an die tatsächliche Realität heranreicht. Auf Wahlen bezogen sorgt dieses Prinzip dafür, dass auf Basis vieler unterschiedlicher Ergebnisvoraussagen das tatsächliche Wahlergebnis sehr genau prognostiziert werden kann.

Dabei gibt es einen entscheidenden Unterschied zu herkömmlichen Wahlumfragen, die von verschiedenen Umfrageinstituten regelmäßig durchgeführt werden. Dort heißt die Frage nämlich: Welche Partei würden Sie wählen, wenn nächsten Sonntag Wahl wäre? Bei der Wahlwette hingegen wird gefragt: Wie denken Sie, wird das Wahlergebnis der nächsten Wahl ausfallen? Es wird also nicht die politische Orientierung des Befragten anvisiert, sondern seine Einschätzung, wie sich die Gesamtheit der Bevölkerung positionieren wird.
Beispiele von Gruppenentscheidungen

Aus der Wirtschaftstheorie ist der von John M. Keynes entwickelte Schönheitswettbewerb bekannt, der beweisen soll, dass menschliche Entscheidungen in wirtschaftlichen Fragen nicht so sehr von eigenen Einschätzungen abhängen, sondern vielmehr von den vermuteten Einschätzungen aller Beteiligten. Keynes benutzte zur Verdeutlichung ein Preisausschreiben zu einem Schönheitswettbewerb, bei dem derjenige gewinnt, der das Foto auswählt, das auch von den meisten anderen Teilnehmern als schönstes gewählt wurde.

Ein Teilnehmer, der das Preisausschreiben gewinnen möchte, wird also nicht das nach eigenem Geschmack schönste Foto wählen, sondern das mit der höchsten Gewinnchance, also das, von dem er erwartet, dass es auch von den anderen Teilnehmern ausgewählt wird. Zudem wird er möglicherweise in Betracht ziehen, dass andere Teilnehmer nach dem gleichen Kriterium auswählen. So steht eine komplexe Reflektion über die Situtation vor der eigentlichen Entscheidung.

Dieser Prozess lässt sich auch sehr gut am Aktienmarkt beobachten. Nicht selten werden Aktien entgegen rationeller Erkenntnisse gekauft, nur auf Grund der Meinung, dass andere Marktteilnehmer diese Aktie für wertvoller halten, als man selbst und man dies zum eigenen Vorteil ausnutzen kann.

Ein weiteres Beispiel für die Weisheit der Vielen wurde von Francis Galton, einem französischen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, beschrieben. Er wollte nämlich auf einem Viehmarkt, anlässlich eines Schätzspiels bezüglich des Schlachtgewichts eines Ochsen, beweisen, wie dumm die Masse ist. Dazu notierte er die Schätzungen aller Teilnehmer, um dann festzustellen, dass die Summe aller abgegebenen Schätzungen ziemlich genau das tatsächliche Gewicht traf. Die meisten Tipps stammten von einfachen Marktbesuchern, also fachlichen Laien. Dennoch war der Durchschnittswert sogar besser, als der von anwesenden Fachleuten, wie z.B. Viehzüchtern und Metzgern.
Wie kommt es zu genauen Wahlprognosen durch eine Wette?

Die Antwort steckt in jedem Individuum, das durch Teilnahme an einer Wahlwette ein Stück Information frei werden lässt. Jeder Mensch bewegt sich in bestimmten sozialen Kreisen, seiner Familie, seiner Freunde, seinem Fußball- oder Kleingartenverein. Gleichzeitig versorgt er sich mit spezifischen Informationen, er liest Zeitungen, schaut fern, schnappt Gespräche auf und diskutiert mit Verwandten, Freunden und Kollegen. Aus alldem bildet sich eine Ahnung über die politische Lage – allerdings nicht der wirklichen, sondern seiner ganz persönlichen. Natürlich färben diese individuellen Eindrücke das Empfinden für den Wahlausgang. Machen genügend Menschen bei einer Wahlwette mit, verschwimmen die subjektiven Eindrücke zu einem Gesamtbild der Wirklichkeit.

Der Mittelwert bringt all diese Eindrücke zusammen und wiegt sie gegeneinander auf. Für eine gute Schätzung des Wahlausgangs müssen die Personen jedoch über ein Mindestmaß an Information verfügen. Sind sie völlig ahnungslos, kann auch der Mittelwert nichts mehr ausrichten.
Wahlumfrage vs. Wahlwette

Die Öffentlichkeit nimmt die Wahlforschung als exakte Wissenschaft wahr. Für die akademische Wahlforschung spielt die Erstellung von Wahlprognosen jedoch nur eine untergeordnete Rolle, nicht jedoch für die kommerzielle Meinungsforschung. Die Qualität umfragebasierter Wahlprognosen hängt zudem stark vom statistischen Fundament und der praktischen Durchführung der Umfrage ab. Die dabei unvermeidlich auftretenden Probleme müssen regelmäßig zu ungenauen Prognosen führen.

Unser eigentlicher Kritikpunkt ist aber, dass die Ergebnisse von Wahlumfragen, transportiert über die Massenmedien, eine Exaktheit suggerieren, die mit herkömmlichen Umfragemethoden nicht zu leisten ist. Hier möchte die Idee Wahlwette ansetzen und einen zusätzlichen neuen Weg anbieten, um den Ausgang von Wahlen zu prognostizieren.

Quelle http://www.wahlwette.net/die-idee-wahlwette.html

49) Rolf Kepper, Samstag, 21. September 2013, 11:32 Uhr

Die Berliner Zeitung DER TAGESPIEGEL hat gestern eine aktuelle Übersicht aller Umfragen und Wahlprognosen gebracht. http://www.tagesspiegel.de/politik/umfragen-wahlwetten-prognosen-kann-die-demoskopie-wahlen-entscheiden/8819130.html – Man fragt sich schon wie bei gleicher Fragestellung so unterschiedliche Ergebnisse zustande kommen. Interessant sind auch die Wahlprognosen vom Spiegel und wahlwette.net, die da aufgeführt werden. Im Gegensatz zu der üblichen Sonntagsfrage “Was würden Sie wählen” wird hier nach der Erwartung der Anderen gefragt. Es wird hier also nicht nach der Wahlabsicht gefragt sondern um eine Prognose gebetten wie man einschätzt dass die Anderen wählen. Angeblich führt eine sogenannte Schwarmintelligenz dann zu brauchbaren Ergebnisses. Wird man ja morgen abend sehen ob das hinhaut. http://www.wahlwette.net

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