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Mittwoch, 30. Januar 2013, 11:02 Uhr

Danke, Grimme-Institut!

Kack die Wand an, da kriegst du Karneval im Kopf: das altehrwürdige Grimme-Institut hat endlich Anschluss an das Fernsehen von heute bekommen. Eine überfällige Korrektur. Das Grimme-Institut verharrt nicht länger in den antiquierten Qualitätsmaßstäben des vergangenen Jahrhunderts, sondern stellt sich mutig an die Spitze des Zeitgeistes.

Was den Feuilletons recht ist, ist dem Grimme-Institut billig: “Ich bin ein Star – holt mich hier raus!” ist das Qualitätsfernsehen von heute. 8,64 Millionen Zuschauer können nicht irren. Danke für die  Nominierung des Dschungel-Camps für den Grimme-Preis. Das ist der Respekt vor dem Zuschauer, den wir so lange vermisst haben.

Menschenversuche im Fernsehen – diesen Trend hatte das Institut lange verschlafen. Wie konnte das nur passieren ? Es gibt doch nichts Anregenderes und Erhabeneres für den Kulturschaffenden von heute als eine Sendung, in der elf Vertreter des Showprekariats aufeinander gehetzt und mit Ekelprüfungen gequält werden. Warum wurde so lange nicht erkannt, wie preiswürdig eine Show ist, in der Menschen ihre Würde gegen eine große Hand voll Euro an RTL verkaufen?

Aber warum auf halbem Wege stehen bleiben? Was ist mit den “Geissens” für die beste Dokumentation, was ist mit all den wunderbaren Formaten wie “Bauer sucht Frau”, “Frauentausch” oder “Schwiegertochter gesucht”? Und wie konnte es passieren, dass “Berlin – Tag & Nacht” nicht auf Eurer Liste auftaucht? Noch ist vieles nicht ausgezeichnet. Warum habt Ihr Euch halbherzig nur für ein Format entschieden? Das wäre doch eine neue Kategorie wert.

Lasst Euch ja nicht auf Eurem Weg irre machen von zurückgebliebenen Kritikastern, die immer gedacht hatten, Marl sei das letzte gallische Dorf des deutschen Fernsehens. Ihr seid endlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die Preisträger der vergangenen Jahre werden es Euch danken.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

55 Kommentare

1) Wolfgang Gerster, Mittwoch, 30. Januar 2013, 11:12 Uhr

Danke, Michael Spreng!

2) Wolfgang Gerster, Mittwoch, 30. Januar 2013, 11:14 Uhr

Sorry, vielleicht hätte ich hinzufügen müssen, dass mein Kommentar nicht sarkastisch gemeint ist!

3) Erwin Gabriel, Mittwoch, 30. Januar 2013, 11:30 Uhr

O Tempora, o mores

4) Matthias, Mittwoch, 30. Januar 2013, 11:31 Uhr

Unter den Preisträgern der vergangenen Jahre befindet sich übrigens auch das zurecht vergessene “Extreme Activity”. Von daher wäre es sogar nur konsequent, jetzt auch das Camp auszuzeichnen. Bushido erhielt ja auch einen Bambi für Integration, jetzt sieht sich wohl das Grimme-Institut unter Zugzwang.

5) Superlupo, Mittwoch, 30. Januar 2013, 11:36 Uhr

Bitte hier weiterlesen: http://www.dwdl.de/meinungen/39379/im_grimmedschungel_schluss_mit_der_emprung/

6) Walther Gruschel, Mittwoch, 30. Januar 2013, 11:50 Uhr

“Kack die Wand an” ??? Herr Spreng, das ist ja fast auf dem Niveau von RTL.

7) Kai B, Mittwoch, 30. Januar 2013, 11:54 Uhr

Hallo Herr Spreng,

ich glaube nicht, dass man bei “Ich bin ein Star – holt mich hier raus” seine Würde verliert, verkauft oder auch nur vermietet. Dazu müsste die komplette Situation authentisch sein, oder der Zuschauer müsste dies zumindest glauben. Der weiß aber, dass es sich um eine vollkommen künstliche Situation handelt. Tatsächlich ist das Vehikel, das diese Sendung darstellt, durchaus auch von den Protagonisten als solches identifiziert und genutzt worden.

Ich habe Menschen jedenfalls bei ganz anderen Handlungen ihre Würde verlieren sehen, als bei irgendwelchen Ekelprüfungen. Meist reichen dazu Worte. Dann ist es wesentlich schlimmer.

Auf der anderen Seite ist das Format – auch ohne mir fehlenden Dirk Bach immer noch – einfach eine brillante Show.

8) Frank Reichelt, Mittwoch, 30. Januar 2013, 12:00 Uhr

Über diese ganze Angelegenheit gab es in den letzten Tagen eine interessante Diskussion auf Stefan Niggemeiers Blog. Ich setze keinen Link, wer möchte findet es schon.
Hoffentlich wiederholt sich das nicht hier in ebenso epischer Breite, Kai.B hat schon leise damit angefangen!

9) Olaf, Mittwoch, 30. Januar 2013, 12:16 Uhr

Dass so ein verlogener Preis in einem Ort wie Marl verliehen wird, provoziert ja schon, dass mit der Nominierungsliste Schlagzeilen erschaffen werden.
Beim Fernsehen habe ich doch ganz besonders den Eindruck, dass eine Branche sich selbst feiert; schlechtes Produkt, Mörderwerbung.
Da stehen wir heute: Ein stotternder, israelverneinender Schauprovokant ist integriert und Schirrmachers Scientologe hat Courage.

10) Sebastian Heintz, Mittwoch, 30. Januar 2013, 12:45 Uhr

Seit seinem zu frühen Tod wird Dirk Bachs Moderatorendienst im “Dschungel” feuilletonistisch verklärt.
Aber Mist bleibt Mist und wird nicht zu Gold, wenn der Esel weitergezogen ist.
An diesem und am Beispiel des angeblichen Intellektuellendenkmals Harald Schmidt stellen wir fest, dass Brillanz nicht absolut festgestellt wird, sondern leider nur am Durchschnittsmist gemessen wird.

11) Artur Minassian, Mittwoch, 30. Januar 2013, 13:06 Uhr

Die inflationären Preisverleihungen von ehemals angesehenen Instituten passen sich immer häufiger dem ‘Niveau’ der nominierten Sendungen an. Wann werden Paul Panzer und Dieter Bohlen nominiert ? Heidi Klum und die ‘Geissens’ wären eigentlich nächstes Jahr dran !? Vergessen wir nicht die Katzenberger !
Es ist nur noch ein einziger Jammer, wie degeneriert das ganze Medienkartell verkommt….. Alle preiswürdigen Gewinner müssten eigentlich aus Solidarität ihren Preis zurückgeben, um nicht mit diesem trash auf eine Stufe gestellt zu werden.

12) SchwarzerPeter, Mittwoch, 30. Januar 2013, 13:29 Uhr

Von mir ein DANKE dazu, lieber Herr Spreng,
“Hoch lebe der Kulurverfall!”
Mehr Worte erübrigen sich bei einem derartigen Nonsens

13) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 30. Januar 2013, 13:56 Uhr

So eine Kritik tut gut, Herr Spreng. Ich kenne die amerikanische Medienlandschaft sehr gut. Wir als Deutsche übernehmen gerne den Müll, der über den Ozean schwappt. Vieles davon ist hier angekommen seit es die Privaten gibt. Leider. Ihre Kritik findet bei allen Film- und Fernsehschaffenden, die noch Fernsehen hoher Qualität machen wollen, fruchtbaren Boden.

Dass der Grimme-Preis auf eine Programmformat der Menschenverachtung fäll,t läßt viele negative Rückschlüsse auf das Gremium zu, das solch eine widerliche Entscheidung trifft. Aber vielleicht findet dieses Gremium die Ermutigung im Zustand der Gesamtgesellschaft. Sind wir als Gesellschaft tatsächlich schon so verkommen dekadent, dass nichts mehr zählt als Voyerismus, Schadenfreusde und letztlich die Access-Ratings als Maßstab für Profit? Jeder Medienmacher, der auch nur ein bisschen Rückrat hat, wird diesen Preis in Zukunft ablehnen, sofern er denn nominiert würde. RTL ist ein Sender der abartigen Art. Für so einen Sender arbeiten zu müssen, zu sollen, wäre die Kotze rückwärts wieder einlöffeln zu müssen. Mit Ihrer Kritik haben Sie, Herr Spreng, etwas angesprochen, was längst überfällig war. Danke für Ihre direkte, ungeschminkte Aussage!

14) suki11, Mittwoch, 30. Januar 2013, 14:10 Uhr

Das Dschungel Camp kann man zwar vordergründig als “Ekel-TV” oder den Untergang des Abendlandes abtun.

Gleichzeitig schafft es “Ich bin ein Star – holt mich hier raus!” aber neben dem Voyeurismus und beißendem Spott bei ernsten Themen mit dem nötigen Feingefühl vorzugehen, wie man es aus anderen Sendungen schon gar nicht mehr kennt.

Selbst ein Michael Spreng guckt das Dschungel-Camp. “Kack an die Wand!” war nämlich der Kommentar vom (ausrastenden) Joey Heindle zum Gewinn der Sendung. Und als RTL dann unerwartet seine Freundin eingeflogen hatte, da war er so sprachlos, da standen auch mir die Tränen in den Augen.

Die Grimme-Nominierung ist wirklich verdient. Ich kann dem oben verlinkten Kommentar bei 5. ( http://www.dwdl.de/meinungen/39379/im_grimmedschungel_schluss_mit_der_emprung/ ) nur beipflichten.

15) Amigo Seure, Mittwoch, 30. Januar 2013, 14:51 Uhr

Diese “Preise” im journalistischen und künstlerischen Bereich sollte man ignorieren. Das ist die reinste (altmodisch ausgedrückt) Vetternwirtschaft.
Den nächsten “Henri” hat sich bereits Laura Himmelreich “verdient”.

16) CitizenK, Mittwoch, 30. Januar 2013, 14:55 Uhr

Das wirkliche Motiv der Preisverleihung: Endlich traut sich die schweigende Intellektuellen-Mehrheit offen zugeben, das geguckt zu haben. So geschehen in meinem Bekanntenkreis: intelligente, gebildete, sympathische Menschen. So ein Outing reduziert kognitive Dissonanzen und mindert psychische Verspannungen. Die Preisverleihung dient also der Volksgesundheit.

Aber ich würde doch gern verstehen, was den Reiz dieser Sendung ausmacht. Vielleicht können es Suki 11 und Kai B. erklären?

17) Don Corleone, Mittwoch, 30. Januar 2013, 15:11 Uhr

Die Franzosen haben einen knackigen Begriff dafür: la nostalgie de la boue, das Heimweh nach dem Dreck. Millionen Fliegen, die sich auf jeden Dreckhaufen setzen, teilen dieses Heimweh — nicht anders als das Grimme-Institut.
Nur eine Frage der Zeit, bis auch die hehren öffentlich-rechtlichen, zwangsfinanzierten und auf ihren Kultur- und Bildungsauftrag pochenden Beglückungsanstalten ein Vollbad in der quotenträchtigen Kloake nehmen werden.

18) JG, Mittwoch, 30. Januar 2013, 15:55 Uhr

Ich gehe selbstverständlich davon aus, Sie – wie die anderen erregten Kritiker, die wieder einmal meinen, das Abendland könnte noch untergehen – haben sich einige Folgen dieser Show angeschaut und begründen Ihr Verdikt nicht nur auf Informationen aus zweiter bis dritter Hand (“Da werden Insekten gegessen, igitt” und “Ich habe es immer nur ein, zwei Minuten ausgehalten und als gebildeter, kultivierter Mensch dann weggeschaltet”)?

Und Sie kennen auch den Bericht, daß sich NWDR-Generaldirektor Grimme entsetzt darüber geäußert haben soll, daß etwas derart Niveauloses wie das Ohnsorg-Theater ausgestrahlt wird?

Nebenher: Sehen Sie es doch mal insofern positiv, als nur noch selten über eine Fernsehsendung (und auch Fernsehen generell) so lange, so intensiv von so vielen Menschen diskutiert wird wie über diese. Oder über den Grimme-Preis, der ja gefühlt meist an irgendwelche vorschriftsgemäß trübsinnigen Dramen über krebskranke, mit alten und neuen Nazis konfrontierte Frauen geht, die bei einem zehnminütigen Zwischenstopp in Kabul schwerst traumatisiert wurden, woraufhin sie entdecken, daß man ihnen als Kind Arges angetan hat.

19) Horst Klohocker, Mittwoch, 30. Januar 2013, 16:12 Uhr

Das Dschungel Camp soll den Grimme Preis erhalten bzw. wurde dafür vorgeschlagen. Als ich das las warf ich einen Blick auf meinen Kalender und musste feststellen, dass wir nicht den 1. April haben. Wenn also Kakerlaken fressen oder in Nashorn Urin baden das ist, was der Deutsche von heute sehen möchte, dann scheine ich eines der Exemplare zu sein, welches aus der Zeit gefallen ist.

Was kommt jetzt wohl als Nächstes? Wird Mahmud Ahmadinedschad für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen oder zieht sich irgendwann Alice Schwarzer für den Playboy aus? Irgendwie scheint dieses Deutschland etwas aus den Fugen geraten zu sein und wenn ich aus Heinrich Heines Gedicht „Denk ich an Deutschland in der Nacht“ den Satz „Deutschland hat ewigen Bestand, Es ist ein kerngesundes Land“ zitiere, so ist es wohl vor allem die geistige Gesundheit, an welcher ich immer mehr zweifle.

20) wschira, Mittwoch, 30. Januar 2013, 16:18 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

ich hätte mir gewünscht, dass Ihr Beitrag im Realen nur so sarkastisch klingt, wie er daher kommt. Leider ist es aber kein Sarkasmus, sondern die Realität des Pisa-Landes.

21) theo, Mittwoch, 30. Januar 2013, 16:25 Uhr

Uwe Kammann, Direktor Grimme, gegenüber zeit.de:

“Anfangs galt die Show als prollig und ekelerregend. Man musste sich erst daran gewöhnen, weil es so etwas bisher nicht gab. Das hat sich jetzt gelegt.”

Ja. Hundekacke riecht nach einiger Zeit auch nicht mehr so streng.

Siehe auch:

http://www.sueddeutsche.de/medien/reaktionen-auf-rtl-dschungelcamp-alles-nur-spaaahass-1.1576021

22) Günter Springer, Mittwoch, 30. Januar 2013, 17:20 Uhr

Und damit man in Zukunft den ganzen Mist finanzieren kann , werden den Sehern, auch wenn sie es nachweisbar nicht sehen, eine neue Gebührenordnung aufgeschwartet.
Hoch lebe die Demokratie, fast so gut wie die Diktatur der ehemeligen DDR.
Da kann einem nur noch speiübel werden.

23) Rainer N., Mittwoch, 30. Januar 2013, 17:55 Uhr

Der Titel der Sendung ist von der Logik her doch total falsch!

Also nach dem derzeitigen Motto ist der letzte Teilnehmer der Verlierer. Weil er eben KEIN Star sein kann, denn die Stars wurden ja vorher “rausgeholt”.

Da müsste RTL doch dem “letzten Verlierer” keinen Preis überreichen, sondern der, der als Erster aus dem Camp gewählt wird, das ist der “größte Star”, dessen Hilferuf seine Fans gehört haben. Der ist der eigentliche Gewinner, dadurch dem Sadismus des Senders zu entweichen.

Oder sind das alles Masochisten, die sich gerne quälen lassen.

Da wäre dann das Motto treffender: lasst mich drinnen, ich will gequält werden.

Obwohl ich diese Sendungen nicht schaue – ich bevorzuge THE BIG BANG THEORIE – Sheldon sei Dank – würde ich vorschlagen, für die nächste Folge wird die Jury die den Grimme-Preis vergibt eingeladen. Damit die die Qualität der Sendung besser beurteilen können … also eine Selbsterfahrung ist doch immer besser als nur zuzusehen.

Bitte Herr Kamman – hin zu RTL und das Angebot unterbreitet, ICH bin ein “GRIMMESTAR” lasst mich rein. Die Jury bringe ich auch mit. Ich verspreche, dann werde ich mir die Sendung auch einmal anschauen. Mal sehen, wer von den Jurymitgliedern dann am “besten” abschneidet.

24) Claudia, Mittwoch, 30. Januar 2013, 19:22 Uhr

Für wenn halten Die´ uns eigentlich ? ?

Einfach nur dummes Prokram. !!!! Derjenige der das gestalltet (Leitet) wie auch immer, wird warscheinlich keine richtige Ausbildung haben was diesen bereich ” Medien,Unterhaltung” betrifft. Und da sind wir wieder auf dem punkt < (billige arbeitskräfte) auf unsere Kosten. Puh schande über Euch……. !!

25) Don Corleone, Mittwoch, 30. Januar 2013, 20:37 Uhr

18) JG, Mittwoch, 30. Januar 2013, 15:55 Uhr

Vielen Dank! Selten eine so treffende Diagnose gelesen wie diese:

“Oder über den Grimme-Preis, der ja gefühlt meist an irgendwelche vorschriftsgemäß trübsinnigen Dramen über krebskranke, mit alten und neuen Nazis konfrontierte Frauen geht, die bei einem zehnminütigen Zwischenstopp in Kabul schwerst traumatisiert wurden, woraufhin sie entdecken, daß man ihnen als Kind Arges angetan hat.”

Womit Sie so gut wie alle Plots, aber auch die flächendeckend gutmenschliche Dramaturgie deutschsprachiger TV-Produktionen in einem einzigen Satz untergebracht haben. Aber Vorsicht! Die Talentsucher der Degeto sind überall. :-)

26) W.Herrmann, Mittwoch, 30. Januar 2013, 20:58 Uhr

Hab das mit dem Grimme-Preis-Vorschlag erst für einen Scherz gehalten..traurig…traurig

27) Mark, Mittwoch, 30. Januar 2013, 21:00 Uhr

Naja, das Grimme-Institut folgt nur dem vom Nobelpreis-Kommitee eingeschlagenen Weg… Friedensnobelpreise für Obama und die EU? Dann geht auch der Grimme-Preis für das Dschungelcamp. Und wenn nächstens einer mit seinem Grimmepreis herumprahlt, einfach auf die Kakerlaken-Show hinweisen, und gut.

Danke für diesen schönen Artikel, Herr Spreng.

28) Rischeck, Mittwoch, 30. Januar 2013, 21:41 Uhr

Großartiger Kommentar. Habe herzlich gelacht. Jetzt bitte noch so etwas über #Aufschrei, dann sind auch Sie reif für einen Grimme-Preis. Und ihn dann ablehnen. Das wäre großes Kino. Jedenfalls in Marl.

29) Vector, Mittwoch, 30. Januar 2013, 21:47 Uhr

Vielleicht dachte das Grimme-Institut an Qual-itätsfernsehen?

30) karel, Mittwoch, 30. Januar 2013, 21:54 Uhr

20) wschira

Wie sagte doch Sloderdijk:
Eine verwirrte Generation gibt Verwirrung weiter….

Und die Uschi Obermaier läßt grüßen.

31) H.F., Mittwoch, 30. Januar 2013, 23:14 Uhr

Hallo Herr Spreng, @5)

so ganz habe ich Ihren Kommentar nicht verstanden. War das Ironie? Hier

http://www.dwdl.de/meinungen/39379/im_grimmedschungel_schluss_mit_der_emprung/

steht eine ziemlich gegenteilige Meinung zu dem Thema.

Sind Sie da nicht mehr mit 20% beteiligt? Oder geht sowas einfach nicht anders?

32) krischn, Mittwoch, 30. Januar 2013, 23:19 Uhr

Ach Herr Spreng, schon klar dass Sie das nich so doll finden aber zwischen IBESHMHR und den von Ihnen angeführten Verbrecherformaten besteht ja mal ein himmelweiter Unterschied… (mit Hinblick auf #24 kennzeichne ich das mal als “kein Sarkasmus”).

Off-topic: Was ist denn eigentlich aus Olivia’s “Es war doch nur einmal!” bzgl. Wowi geworden, hat man (d.h. ich) jetzt nix mehr von gehört. Reden Sie doch mal aus dem Nähkästchen, schließlich sitzen Sie doch an der Quelle…

33) Mark, Mittwoch, 30. Januar 2013, 23:43 Uhr

Herr Spreng, Frau Sass sieht das genau wie sie und ich freue mich, dass es noch Leute gibt, die sich da öffentlich drüber aufregen. Allerdings ist Frau Sass’ Aufreger noch deutlich energischer als ihr Beitrag hier. Videobeweis: http://www.youtube.com/watch?v=kBM2qYe31LY

34) Matthias, Donnerstag, 31. Januar 2013, 10:27 Uhr

Das Fazit des DWDL-Artikels:
“Mit alledem setzen sich die Kritiker der Sendung natürlich nicht auseinander. Mehr als die Maden scheinen viele von ihnen im RTL-Dschungel nicht zu sehen. Oder nicht sehen zu wollen. Eine differenzierte Auseinandersetzung findet jedenfalls bisweilen gar nicht statt, wie man nun einmal mehr an den Kommentaren zur Grimme-Nominierung eindrucksvoll bestaunen kann. Warum auch? Die gespielte Empörung lässt sich eben viel einfacher an den Mann bringen.”

Wie wahr, wenn es an etwas nicht mangelt, dann an undifferenzierter Kritik.
Ich kann da auch krischn nur zustimmen, diese Show und die von Hr. Spreng genannten anderen RTL-Formate in einen Topf zu werfen und da keinerlei Unterscheidung oder Differenzierung vorzunehmen, ist unsinnig und eben dies, undifferenziert.
Ich finde es ausgesprochen verwunderlich, dass bei dieser Show bei vielen so ein Beißreflex einsetzt, sich gleichzeitig aber die Kritik an den wirklich üblen und tatsächlich menschenverachtenden Formaten im RTL-Programm so verhalten ausnimmt.

35) theo, Donnerstag, 31. Januar 2013, 11:24 Uhr

Hier ein Link zu einem aktuellen Hörfunk-Interview mit dem Direktor des Grimme-Instituts vom 30.01., 15.21 Uhr:

http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=1&broadcast=196861&playtime=13595556

Sehr unterhaltsam und aufschlussreich. Ab etwa 2.30 Minuten kann er sich nicht mehr daran erinnern, was er selbst einmal über die Sendung gesagt hat.

36) Henning, Donnerstag, 31. Januar 2013, 11:31 Uhr

Ich verstehe die Aufregung nicht. Die Nominierung geht völlig in Ordnung und ich bin da ganz bei einem der Autoren der Sendung:
http://www.derwesten.de/staedte/castrop-rauxel/als-sei-roesler-gerade-kanzler-geworden-id7542007.html

37) Maren P., Donnerstag, 31. Januar 2013, 11:59 Uhr

Danke, Michael Spreng! *seufz*

38) Udo Weinrich, Donnerstag, 31. Januar 2013, 12:15 Uhr

Lieber Herr Spreng, ich kann Ihnen nachfühlen, dass Sie diese Entscheidung des Grimme-Instituts (Wer sitzt da eigentlich herum? “Experten”, die immer schon “irgendetwas mit Medien” machen wollten?) mit Zynismus kommentieren.

Ich erwarte, dass ARD und ZDF demnächst auch das “Dschungelcamp” für sich entdecken. Es geht ja um die Quote.

Ist es ein Zufall, dass gestern weder die ARD noch das ZDF sich dazu durchringen konnte, die Gedenkstunde des Bundestages zum Jahrestag der Befreiung des KZs Ausschwitz zu übertragen, die ganz bewusst auf den 80. Jahrestag der Machtübertragung an Hitler gelegt worden war? Es gäbe ja “Phoenix” ließ man ausrichten.

Wir, die wir am Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens festhalten, sind schon längst aus der Zeit gefallen. Es zählt nur noch Quote, Quote, Quote. Zerstreuung ist angesagt. Die neuen Bewusstlosen sind unter uns. Daran ändern auch Nischensender und Dokumentationen nach 23 Uhr nichts mehr.

Sollte das “Dschungelcamp” den Grimme-Preis bekommen, dann hoffe ich, dass Personen, die vom Institut einmal ausgezeichnet wurden, ihren Preis zurückgeben. .

39) Rainer, Donnerstag, 31. Januar 2013, 12:17 Uhr

Ich musste diesem Verein sofort eine email senden:

Guten Tag,

ich finde es beschämend, unter aller Würde und bar jeder Intellektualität das Sie das menschenverachtende Format
“Ich bin ein Star – holt mich hier raus” in die Liste der Nominierungen aufgenommen haben.
Haben Sie einmal darüber nachgedacht, dass eine zunehmende gesellschaftliche Verrohung und Empathieverlust
wesentliche Gründe für die hohen Einschaltquoten sein könnten? Ist es nicht denkbar, dass die gleichen Triebfedern,
die nun die Menschen vor den Fernseher bringen diese in noch größerer Anzahl zum Konsum solcher Machwerke
motivieren würden, wenn zusätzlich Sex und Gewalt geboten würde?
Ich versuche meinen Kindern Heine nahe zu bringen und Sie heben solch einen Abfall menschlichen Tuns auf einen Thron!
Schämen Sie sich.

Rainer Thomas
Bad Münster Ebernburg

40) Politikverdruss, Donnerstag, 31. Januar 2013, 13:40 Uhr

Hier eine sehr treffende Bewertung der gegenwärtigen Sexismus-Debatte: (http://www.cicero.de/berliner-republik/aufgeblasene-medien-debatte-wo-bitte-ist-der-sexismus-ladies/53340?seite=2)
„Und warum beschwert sich eigentlich niemand über jene sexistischen Botschaften, die die Medien selbst verbreiten? Über die allzu leicht bekleideten, barbusigen Damen, wie sie regelmäßig auf Stern-Titeln zu finden sind? Und ist die Nominierung des „Dschungelcamps“ für den Grimme-Preis nicht auch genau das: ein leiser Siegeszug des Sexismus? In einer Gesellschaft, in der Silikon-Brüste und sexistische Lagerkoller einer RTL-Ekel-Show möglicherweise zum preisverdächtigen Kulturgut zählen, aber keine einzige Journalistin aufmuckt, muss irgendetwas aus dem Lot geraten sein.“

41) Henning, Donnerstag, 31. Januar 2013, 14:12 Uhr

@ #32 H.F.
Was hat der Gesellschafter Spreng mit seiner hier geäußerten Meinung zu tun? Nur weil er dort Gesellschafter ist, darf er keine andere Meinung vertreten (oder, was noch schlimmer wäre, gar umgekehrt)?

42) dirk, Donnerstag, 31. Januar 2013, 15:51 Uhr

schön zu lesen, dass Ihnen bei den sich näherenden einschlägen(sie sind ja quasi auch so etwas wie ein medienschaffender und damit betroffen) auch nurnoch sarkasmus übrig bleibt. wirtschaftlich/politisch interessierten geht das ja seit der”krise”schon längst so, zumindest wenn man die foren verfolgt
da bleibt wohl nur der trost in einer sonntagsrede von gauck anlässlich der “weißen rose” vom 30.1.13
Die Menschen könnten im stillen Kämmerlein klagen über die Dinge, die sie für falsch und verbesserungswürdig hielten – oder könnten sie da ansprechen, wo Veränderung möglich sei. „Ich kann beiseite stehen – oder handeln. Meine Wahl ist – verglichen mit damals – unendlich viel risikoloser“, sagte Gauck.
ist nur die frage, ob man sich freiwillig öffentlich-wenn auch nur medial-niedermetzeln lassen möchte wie hr. sarrazin, hr. gauweiler, hr. schäffler, weidmann und div. andere wenn man”die dinge mal anspricht”, oder ob es nicht doch besser ist zu warten, bis sich die welle gebrochen hat und alle erkennen, das der kaiser nackt ist.
also viel spaß auf der preisverleihung, und immer brav klatschen…

43) tagesschau, Donnerstag, 31. Januar 2013, 16:27 Uhr

Foltercamp
TV live aus dem Mittelalterverlies von Schloß Stolzenpein am Rhein

Moderator (smart mit Kastenbrille, betont unrasiert): Ja, herzlichen willkommen im Foltercamp bei RTL super plus! Heute werden bei uns wieder Prominente und solche, die es unbedingt werden wollen, freiwilig gefoltert. Ja, das haben alle unterschrieben.

Sonja (im superkurzen Kettenhemdchen, hochglanzpoliert): Ja. (Schwingt wild eine Peitsche) Wer wird Folterkönig? Der wird dann ans Kreuz geschlagen und bekommt die Dornenkrone aufs blutige Haupt gedrückt! Ausserdem 1 Million Euro. Und Werbeverträge. Echt total fett. Deshalb machen ja alle hier den ganzen Scheiß.

Moderator: Apropos – Was waren Jesus letzte Worte am Kreuz?

Sonja (zieht das Kettenhemdchen neckisch ein bißchen hoch): Weiß ich nischt!

Moderator: Mehr Nägel, ich rutsche!

Sonja: Harr, harr.

Folterknecht (aus dem Hintergrund): Ich mach schon mal das Pech heiss.

Roberto (springt lächelnd aus dem Hintergrund in den Vordergrund): Und ich bin hier der Prominente!

Folterknecht: Mir egal. Ich bin hier nur Praktikant.

Roberto: Pech ist gut. Besser als die Kamelpenisse neulich. Die waren so lang und zäh. Da hab ich stundenlang drauf rumgekaut.

Sonja: Obwohl es rein biologisches Tomatenketchup dazu gab als Geschmacksabrundung.

Roberto: Das Bio-Ketchup schmeckte noch scheusslicher als die ollen Kamelpenisse!

Moderator (empört): Das ist doch einer unserer Sponsoren!

Roberto: Tschuldigung, wusst ich jetzt echt nicht.

Sonja: Was macht denn das Pech!

Folterknecht: Das Feuer braucht noch ein wenig!

Moderator: Dann können unsere Zuschauer ja schon mal anrufen für unseren Roberto, der gleich in den heißen Topf steigen wird! Die Nummer wird jetzt eingeblendet. Für alle, die nicht lesen können: Wenn ihr den Roberto jetzt rausvoten wollt, dann wählt die 110 112 110 112. Viel Spaß!

Folterknecht: Pech ist schon heiß!

(leise) – Pech kochen, Kaffe kochen, als Praktikant bis du hier der letzte Heuler!

Roberto zieht sich aus und klettert nackt in den Topf. Der Folterknecht rührt langsam. Moderator und Sonja springen um den Topf rum. Die Musik spielt: “Ein bißchen Spaß muss sein!” und wird immer lauter.

Dann läuft das Voting. Roberto wird klar rausgewählt. Er kettert aus dem Topf und schreit. Der Folterkecht stülpt Roberto den Topf über den Kopf. Sonja peitscht Roberto aus dem Verlies.

Man hört Roberto hintrer der schweren Verliestür schluchzen und stöhnen.

Roberto: Scheiße! Jetzt muss ich wieder Sozialhilfe beantragen! Und dafür hab ich mir schwer den Schwanz verbrannt.

Moderator: Pech gehabt!

Und jetzt kommt Werbung: Dranbleiben!

Praktikant/Folterknecht (pechverschnmiert): Ich koch uns dann mal’n echt starken Kaffee …

Sonja: Kannste mir vorher mein Kettenhemdchen ölen?

Irgendwie quietsch ich heut so …

44) Cato, Donnerstag, 31. Januar 2013, 16:55 Uhr

Blöd gemachte Menschen brauchen auch blöde TV Sendungen!

45) Nick, Donnerstag, 31. Januar 2013, 17:07 Uhr

Hier formiert sich eine Facebook-Gruppe zum Thema: Kein Grimme-Preis für das Dschungelcamp – https://www.facebook.com/groups/402708259824283/

46) Werner Berger, Donnerstag, 31. Januar 2013, 17:24 Uhr

Als nächstes die “Goldene Kamera” für die Katzenberger …

47) Tyler Durden Volland, Freitag, 01. Februar 2013, 00:17 Uhr

Bringen sie da jetzt nicht etwas durcheinander?

“Das ist der Respekt vor dem Zuschauer, den wir so lange vermisst haben.”

Warum sollte vor Zuschauern, von denen wieviele Millionen gerade diesen Mist angesehen haben, jemand Respekt haben?

Diese Niminierung und diese Zahl repräsentiert UND respektiert doch die ganz reale Bevölkerung des Landes. Jene die bei freien Wahlen in einer Demokratie trotzdem die letzten 30 Jahre lang Kohl, Schröder und Merkel wählen?

Und sie beschweren sich in so einem Blog darüber? Statt dafür dankbar zu sein, dass die Niminierung das eigentliche Problem des Landes ganz offen vorzeigt?

Ach so? Der Gedanke, dass die grosse Mehrheit der Deutschen völlig verblödet ist, der ist politisch nicht korrekt genug, sowas darf ein Gut-Mensch nicht ausprechen und ganz bestimmt nicht irgendwo öffentlich hinschreiben, wenn sein Ziel ist, von 46 Foristen bestätigt zu bekommen, dass sein Blog gut und wahr und richtig schreibt?

Naja, jedem sein Businessmodell in dieser neo-liberalen Welt…

Ach, sie dachten sie sind kein Teil dieses Systems?

So und nun zeigen sie noch ihre wahre gegnerschaft zu diesem system indem sie die Sache des Guten und wahren fördern, indem sie alle anderen Medien des Kandes brav zensieren.

Lassen sie mich zum Schluss noch Hermann Hesse zitieren:

“Ein grosses, bedeutendes Volk, die Deutschen, wer leugnet es? Das Salz der Erde vielleicht. Aber als politische Nation – unmöglich! Ich will ein für allemal, mit ihnen als solcher nichts mehr zu tun haben.”

Sollten sie mal drüber nachdenken, könnte was dran sein….

48) Matthias, Freitag, 01. Februar 2013, 01:13 Uhr

Hat denn schon mal einer der (künstlich) Empörten daran gedacht, dass hinter der Nomminierung des Grimme Institues eine gewisses Kakül steckt? Die Sendung ist doch ‘nur’ nominiert. Aber schon die Nomminierung reicht aus, um den Grimmepreis mit einem Schlag wieder in aller Munde zu bekommen. Eine bessere PR-Strategie kann es doch gar nicht geben.
Und die Strategie geht auf, denn sogar all die Intellektuellen Medienprofis beteiligen sich daran und schreien es bis ins letzte Eck des Internets, dass es mal wieder Medienpreise aus Marl gibt.

49) Martin, Freitag, 01. Februar 2013, 20:04 Uhr

Herr Spreng,

ich hätte die Ironie beinahe nocht erkannt ;)
Aber ehrlich: Das Dschungelcamp ist tatsächlich die beste Unterhaltungsshow, die es zur Zeit im deutschen TV gibt. Es ist sehr unterhaltsam, und eben nicht entwürdigend wie manch andere Reality Formate, da die Situationen im Dschungelcamp immer wieder ironisch und augenzwinkernd gebrochen werden, es ist eine Sendung, die sich selbst nicht ernst nimmt, und das tut sehr gut.
Ich habe nie das Gefühl, das dort jemandem seine Würde verletzt wird.
Früher fanden es ja auch einige unmöglich, wenn in einem Spielfilm geküsst wurde, oder jemand mal kurz nackt zu sehen war…das galt damals auch als enwürdigend, und die Darstellerinnen wurden beschimpft…

50) Wolf-Dieter, Samstag, 02. Februar 2013, 10:59 Uhr

Habe Ihre Polemik genossen. Deswegen brauche ich ihr aber nicht zuzustimmen.

Das Dschungelcamp trägt keine Schuld am Untergang des Abendlands. Entweder besteht die Gefahr nicht, oder es ist sowieso zu spät.

Dass ich selbst die Sendung nicht sehe, liegt schlicht daran, dass sie mir zu langweilig ist. Sonja Zietlow und Dirk Bach selig liefer(te)n saubere Kommentare, aber die Stars sind mir Wurscht, und Handung gibts sowieso keine. Ich bevorzuge Krimis (mit Action, ohne Liebesszenen) sowie Forschung und Technik.

Und generell entscheide ich selber, wann ich das Abendland untergehen lasse.

51) Peter Christian Nowak, Samstag, 02. Februar 2013, 21:28 Uhr

@48) Matthias,

Ihre Theorie setzt voraus, dass das Grimme-Institut ebenso wie Sie kalkulativ denkt. Denkt es aber nicht. Es “denkt” gar nicht, schon gar nicht kalkuliert, sondern passt sich dem an, was wir neumodisch “main-stream” nennen. Das Grimme-Institut kultiviert sozusagen das, was die Mittelmäßigkeit der Konsumenten hergibt. Mehr nicht. Und das ist das eigentliche Armutszeugnis, was sich das Grimme-Institut mit der “nur” Nominierung ausgestellt hat.

52) Doktor Hong, Sonntag, 03. Februar 2013, 18:29 Uhr

Naja, immerhin habe ich dadurch erfahren, dass es einen Grimme-Preis gibt.

Ist doch auch was.

Wer den Untergang des Abendlandes befürchtet: An diese Menschen kann ich nur die Bemerkung richten, dass sie vielleicht eher ihrer Romantisierung der Vergangenheit zum Opfer fallen.

Einst mag Deutschland ja das “Land der Dichter und Denker” gewesen sein – 99.9% waren aber trotzdem Bauern und konnten mit Goethe, Schiller und dergleichen nichts anfangen, so sie denn überhaupt lesen konnten.

Kultur wird immer nur von einigen wenigen geschaffen und getragen, und auch nur von wenigen konsumiert. Der Rest von uns will unterhalten werden, und das ist dann doch etwas anderes.

Ich persönlich verstehe unter gelungener Unterhaltung auch etwas anderes als Dschungel-Camp, aber das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Man sollte immer daran denken, dass “Schadenfreude” auf Englisch “schadenfreude” heißt. Hierzulande ist man glücklich, wenn es den anderen dreckig geht, und das sollte man als Wesenzug unseres Nationalcharakters auch offensiv nach außen tragen – zumal der Krieg doch schon solange zurück liegt. Da kann man auch mal einer Schadenfreuden-Voyeurismus-Sendung einen Kulturpreis verleihen.

53) Doktor Hong, Sonntag, 03. Februar 2013, 18:31 Uhr

Hmm, den letzten Absatz hatte ich mit Sarkasmus-Tags versehen. Scheint Wordpress entfernt zu haben.

54) nurmalso, Mittwoch, 06. Februar 2013, 12:47 Uhr

OMG

Das Abendland geht unter und die Kulturpessimisten hyperventilieren um die Wette (wobei … eigenartig – es guckt ja keiner von den Bildungsbürgern).

Ich gebe zu, ein treuer Fan der ersten Staffel zu sein und nach diesem Geständnis zum Lerchenberg zu pilgern und Buße zu tun.

55) C.P.Boenigk, Donnerstag, 07. März 2013, 07:46 Uhr

So, nun ist das passiert,was in unserem Lande eigentlich immer passiert : nach der Aufregung haben sich die Gemüter beruhigt, sprich, die Gesellschaft hat sich an den Unsinn ( in diesem Fall die Nominierung des ,Dschungelcamp’ für den Grimmepreis ) gewöhnt und ihn geschluckt. Jetzt wollen wir eine Weile warten, bis wir der nächsten Unsinn oder Müll erleben, dann geht das Spielchen von vorne los. Das Auditorium frisst eigentlich alles was man ihm vorsetzt -, solange der Brocken nicht zu groß ist. Aber in kleinen Scheibchen verabreicht. so, wie wir es seit Jahrzehnten erleben, schlucken wir alles. Und in der Summation bis heute ein ganz schöner Haufen Mist zusammengekommen, bis zum ,Dschungelcamp’ – Niveau. Keine Sorge, die nächste Sauerei wartet schon.

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