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Donnerstag, 31. Januar 2013, 17:28 Uhr

Duell ums Duell

Jetzt geht das Spielchen wieder los: Peer Steinbrück fordert zwei Fernsehduelle mit Angela Merkel. Sie lehnt wie 2005 und 2009 ab. Die SPD wirft ihr vor, sie kneife. Same procedure as every four years.

Natürlich würde sich Steinbrück gerne zweimal mit der Merkel duellieren. Denn die TV-Duelle mit Einschaltquoten wie WM-Spiele werten den Herausforderer auf. Er ist wenigstens für zwei Stunden auf Augenhöhe mit der Kanzlerin. Und genau deshalb lehnt Merkel ab.

Zwei Duelle gab es nur einmal: 2002, als sie erfunden wurden. Zur Verblüffung von Edmund Stoiber ging Gerhard Schröder auf zwei Termine ein. Und zum Schaden Stoibers: denn nach Stoibers respektablen Abschneiden im ersten Duell, für das sich der “Medien-Kanzler” kaum vorbereitet hatte, zog Schröder beim zweiten Duell bestens präpariert und gecoacht in die Schlacht und siegte.

Und das war fatal, denn TV-Duelle können den zum Zeitpunkt  der Auseinandersetzung herrschenden Trend verstärken oder abschwächen. In diesem Fall verstärken. Denn Stoiber war durch die Flut im Osten und die Irak-Kampagne Schröders schon ins Hintertreffen geraten, so dass das zweite Duell den Abwärtstrend verstärkte.

Also kann Steinbrück möglicherweise froh sein, dass es nur zu einem Duell kommt. Denn er sollte Merkel nicht unterschätzen: in ihrer unaufgeregten, sachlichen Art ist sie vom Herausforderer kaum aus der Reserve zu locken. Und Steinbrück wiederum, der jetzt schon Ironie-Verbot hat, ist immer in Gefahr, durch eine flapsige Äußerung alles zu verspielen.

Deshalb gehe ich davon aus, dass es ein sehr sachliches, diszipliniertes, möglicherweise übercoachtes Duell wird, bei dem es am Ende nur noch um die Deutungshoheit darüber geht, wer mehr Arbeitsplätze und sozialen Ausgleich geschaffen hat, beziehungsweise mehr verspricht. Wenn es bis zu diesem Zeitpunkt keine Abwahl- und Wechselstimmung gibt, wird sie auch ein gut aufgelegter Steinbrück nicht herbeizwingen können.

P.S. Und bitte nicht wieder Zwangsfernsehen auf vier Kanälen mit vier Duell-Moderatoren. ARD und ZDF reichen völlig.

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25 Kommentare

1) Anonym, Donnerstag, 31. Januar 2013, 18:08 Uhr

TV-Duelle haben durchaus erheblichen Einfluss und deswegen kann es durchaus riskant sein, nur ein Duell durchzuführen. Andererseits kann, wer dieses Duell gewann, einen deutlichen Vorteil in die Wahl mitnehmen. Denn worum geht es beim Duell? Es geht doch darum, dem Bürger seine Inhalte zu präsentieren und dabei zu belegen, dass der Gegner mitsamt seiner Inhalte schwächer ist. Aber ob nun ein oder 2 Duelle: Herr Steinbrück wird unter Garantie keines davon gewinnen. Denn seine Partei bewirbt einen komplett konträren Kurs zu demjenigen, den sie zuvor im Parlament bejaht hat, insbesondere in der Europapolitik. Bislang hat noch kein SPD-Politiker alleine hier erfolgreich antworten können, warum er im Parlament die Regierungspolitik mitgetragen hat und jetzt der Regierung totales Versagen vorwirft. Und auch Peer Steinbrück kann das nicht. Angela Merkel ist momentan von niemandem, der keine 100%ige Alternative darstellt, die auch glaubwürdig ist, zu schlagen. Und die SPD ist im Moment so ziemlich alles, aber definitiv nicht glaubwürdig, und im Besonderen gilt dies für Peer Steinbrück, der von seinem eigenen Parteigenossen, Klaus Kocks, als “pissiger Peer” bezeichnet wurde und über den bei Anne Will schon 2 Mal ohne CDU/CSU/FDP Vertreter debattiert worden ist, da er eine so schlechte Figur gemacht hat.

2) FK, Donnerstag, 31. Januar 2013, 18:19 Uhr

Ich finde allein die fairness gebietet, dass es 2 duelle gibt, quasi als hin- und rückspiel.

3) Frank Reichelt, Donnerstag, 31. Januar 2013, 19:20 Uhr

Ich sehe dem TV-Duell mit großer Spannung entgegen, schließlich werden dann zwei Fragen von überragender nationaler Bedeutung beantwortet: Welche Farben die Krawatte des Herausforderers und der Blazer der Bundeskanzlerin haben und was bedeutet das für Deutschlands Zukunft?

4) hjsbi-nrw, Donnerstag, 31. Januar 2013, 19:49 Uhr

P. Steinbrück braucht m. E. erst garnicht gegen Frau Merkel anzutreten!
Die SPD hat doch seit den Schröder’ schen Zeiten ihre Glaubwürdigkeit bis heute komplett ver-spielt weil sie die “Agenda-Protagonisten” noch immer in ihrer Führungsriege beläßt. So verliert
sie seit Jahren eine Wahl nach der anderen, aber das wird weiterhin einfach ignoriert. Sonderef-fekte wie in Bremen, Hamburg und zuletzt jetzt in Hannover deuten diese Leute weiterhin unbeirrt als “Trendwende”!
Noch ein Satz zu Steinbrück: Der hat doch sein ganzes politisches Leben nichts anderes gemacht als “Poliltik” für die “Pfeffersäcke” im Lande. Das haben die “kleinen Leute” bis heute nicht verges-sen!!! Vermutlich “rettet” sich die SPD wieder in eine “große Koalition”. Dann können sich wenig-stens einige “Genossen” wieder an diversen “Pöstchen” laben und die “kleinen Leute” wieder mal die Zeche bezahlen!
Ich bin schon mal gespannt auf die Mär, die uns im Herbst nach einer weiteren “vergeigten” Bundes-tagswahl “aufgetischt” werden wird!
hjsbi-nrw

5) peterpan, Donnerstag, 31. Januar 2013, 20:41 Uhr

Ich vermute dass ohnehin mehr und mehr Wähler diese bizarre Art von Show-Duell durchschauen und ablehnen, egal wie Steinbrück zuckt, wenn Merkel punktet, oder umgekehrt, denn die Unterschiede zwischen der CDU/CSU und der SPD sind minimal, gemessen an dem, was in Europa gerade abgeht. Mich bekümmert jedenfalls das Fehlen einer “echten Opposition” in Deutschland, z.B. zur Frage, ob man die EZB und den ESM mit politischer Macht ausstatten durfte, weil man die Bürgerinnen und Bürger schon längst nicht mehr von neuen Hilfspaketen überzeugen konnte.

6) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 31. Januar 2013, 20:47 Uhr

Ein Mitarbeiter aus einer bekannten Presseagentur flüsterte mir diesen Satz: ” Steinbrück ist wie Lucky Luke. Der zieht den Colt schneller als sein Schatten nachkonmt.”
Merkel hat rhetorisch gegen Steinbrück nichts drauf. Sie spricht die Sprache der sprichwörtlichen schwäbischen Hausfrau. Die mag beruhigende Wirkung auf ihre Klientel, den bürgerlichen Mittelstand haben, solange Merkel deren Sparbücher sichert. Das sind ihre Wähler.
Inhaltlich sagt die Frau nichts. Vor allem nichts über den Zustand dieser Republik. Der ist miserabel. Besonders für die, die die Kosten für die Bankenrettungen tragen müssen. Das sind die ganz unten. Die Beratungen zum Sparheushalt heute zeigen es.
Merkel ist nichtssagend. Außer, dass man sie wählen soll. Warum man sie wählen soll sagt sie nicht. Warum soll man sie dann wählen?
Merkel ist dem Steinbrück rhetorisch unterlegen. Das einzige, was Merkel hat, ist Machtinstinkt und eine Gefolgschaft in der CDU, die schon hündisch ist. Für selbständig denkende Menschen recht ungewöhnlich. Irgendwie fällt mir dabei der Kant´sche Kategorische Imperativ ein.
Querdenker sind in der Fraktion unerwünscht. Von Wolfgang Bosbach lernen. Der ist abgewatscht worden – von seinen Leuten.
Merkel wird es nicht schaffen die SPD links zu überholen. Ob es Steinbrück ernst meint? Neuerdings hat Merkel die “soziale Seite” der CDU entdeckt. Eine Frechheit! Für wie blöd hält sie mich eigentlich?

7) Leberecht von Trottwitz, Donnerstag, 31. Januar 2013, 22:46 Uhr

Herr Spreng, ich hab nochmal eine Verständnisfrage zu zwei Aussagen der letzten Tage:

Zitat aus “Wer zu viel Blut spendet…” am 20.01.

“Auch und gerade nach der Niedersachsen-Wahl heißt der nächste Kanzler voraussichtlich wieder Angela Merkel.”

Zitat aus “Bundesrat kein Wahlkampfinstrument” am 25.01.

“Die Bundesratsmehrheit könnte nur gegenüber einer neuen Bundesregierung in Stellung gebracht werden. Diese aber stellt entweder Rot-Grün oder die SPD oder die Grünen sind daran beteiligt. Nur im unwahrscheinlichsten Fall kommt es wieder zu Schwarz-Gelb.”

Steh ich auf der Leitung oder wird Merkel die Partei wechseln?

8) M.M., Donnerstag, 31. Januar 2013, 23:35 Uhr

Zitat:”Abwahl- und Wechselstimmung”

Was ist das für ein Vokabular ?

Ein Finanzfachwirt der SPD aus Südhessen, ein hochgelobter Nachfolger des pensionierten jahrzehnte amtierenden SPD Bürgermeisters Gölzenleuchter, wurde durch einen auswärtigen CDU-Mann völlig zurecht ersetzt. – Selbst Südhessen wird schwarz. Bürgermeister in Gross-Gerau ist ein Schwarzer, mit 74 Prozent gewählt!

Von Wechselstimmung hin zur SPD kann nun wirklich nicht die Rede sein….
Selbst die oertlichen “roten Medien” wollen auch diese Entwicklung noch unterdruecken.
Lüge, wohin man schaut. – Die Wahlbeteiligung aktuell auf dem Tiefpunkt, unter 50 Prozent.

9) Al Rhein, Donnerstag, 31. Januar 2013, 23:55 Uhr

Lieber Herr Spreng,
Zitat “Und das war fatal, denn TV-Duelle können den zum Zeitpunkt der Auseinandersetzung herrschenden Trend verstärken oder abschwächen”.
Ja, so ist das wohl bei Duellen. Einer kann verlieren, der andere gewinnen. Wie im Uebrigen auch bei Wahlen. Darum geht es doch.
Und es ermoeglicht dem Waehler, doch beide Kandidaten direkt zu vergleichen. Es ist also ein absolut legitimes Mittel der politischen Willensbildung und im Sinne des oeffentlich-rechtlichen Bildungsauftrages unseres gebuehrenfinanzierten Fernsehens.
In anderen Laendern (USA) mit einer eindeutig laengeren demokratischen Tradition ist ein solches Duell (oder sollte man nicht besser Praesentation sagen) der beiden wesentlichen Kandidaten eine Selbstverstaendlichkeit.
Da muessen wir wohl noch ein bisschen lernen…

10) m.spreng, Freitag, 01. Februar 2013, 08:20 Uhr

@ 7) Leberecht von Trottwitz

Bei drei der vier genannten Möglichkeiten ist Merkel (CDU) Kanzlerin. Ich hätte zur Verdeutlichung vor dem ersten “oder” einen Gedankenstrich einfügen sollen.

11) Horst Klohocker, Freitag, 01. Februar 2013, 10:11 Uhr

Irgendwie erinnert mich das Ganze an die beiden „Boxkämpfe“ von Stefan Raab gegen Regina Halmich – ich glaube es war 2001 und 2010! Vorher hatte der Mann die große Fresse und hinterher gab es was auf Selbige. Auch bei einem oder zwei TV Duellen wird Peer S. wohl die größere Schnauze beweisen und hinterher beim Boxkampf – hier Wahl genannt – gibt es den beinahe K.O.. Am Ende gibt es das „Shake Hands“ was in diesem Fall wohl Große Koalition bedeutet.

12) Seraja Ten, Freitag, 01. Februar 2013, 10:39 Uhr

Am besten wäre es, wir würden auf diese Art der Präsentation vollständig verzichten. Niemand hat einen Nutzen daraus, dass mögliche Kanzlerkandidaten oder zukünfigte Exkanzlerinnen sich von irgendwelchen PR-Fuzzis Allgemeinplätze auf die Hinweiskärtchen platzieren lassen.

Dieses Blabla kriegt man doch schon mehr als genug zu hören.
Fakt ist, mit Angela wählt man auch TINA und ihre ewig gleiche Eintönigkeit der mangelnden Alternativen.
Und Herr Steinbrück mag sein soziales Gewissen unterm Bett hervorgekramt haben um auch nur als halbwegs wählbare Alternative durchzugehen, seine schlechten Angewohnheiten aus der Zeit um Schröder und die nachgewiesene neoliberale Denke wird er schnell wieder vorleben sobald er an der Macht ist.

Keiner der beiden Kandidaten hat ernsthaftes Interesse an der Zukunft dieses Landes. Hier geht es nur um das Gefühl der Macht.

13) Erwin Gabriel, Freitag, 01. Februar 2013, 10:50 Uhr

@ 6) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 31. Januar 2013, 20:47 Uhr

>> Besonders für die, die die Kosten für die Bankenrettungen
>> tragen müssen. Das sind die ganz unten.

Also die Gleichen, die die kosten der Nicht-Bankenrettung getragen hätten. Im Falle eines Banken-Crashs wären die Ersparnisse der kleinen Leute weg, der zwangsläufig folgende Versicherungs-Crash hätte die Renten gekillt.

>> Merkel wird es nicht schaffen die SPD links zu überholen.

Die SPD wird sich schwer tun, noch weiter nach links zu rücken – der Platz ist (mit nicht allzu viel Erfolg) von der Linkspartei besetzt. Auf der anderen Seite steht die Kanzlerin und übernimmt jedes Thema, mit dem die SPD punktet. Und ihr Killer-Argument: SPD und Grüne können als Opposition nur fordern, Merkel als Regierungschefin kann handeln.

Die linken Forderungen sind bei ihr etwas weniger weitgehend, die Themen selbst verpackt sie etwas weniger krass und ist damit auch für die Wähler eine Alternative, denen die SPD-Forderungen zu weit gehen. So deckt ihre CDU ein größeres Spektrum ab als die SPD. Und wer will ihr den verbalen Linksruck verwehren? An der rechten Flanke hat sie derzeit nichts zu befürchten.

Es geht Frau Merkel überhaupt nicht darum, die SPD links zu überholen. Ihr reicht es doch schon, nur diesen Eindruck zu erwecken. Und das wird ihr gelingen.

14) manni.baum, Freitag, 01. Februar 2013, 12:57 Uhr

schon traurig – wenn sogenannte mündige Wähler überhaupt ein Duell brauchen um “jahrelang exponierte” Politiker zu beurteilen, daher nicht mehr über die Anzahl der Nichtwähler jammern, es gehen noch sehr viele ohne Ahnung zur Wahl.

15) JG, Samstag, 02. Februar 2013, 02:29 Uhr

Ich lese hier von Fairness. Wirklich fair – und viel mehr der Information der interessierten Wähler dienend – wäre es, wie dereinst die Spitzenkandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien zu einer Diskussion zu bitten. Dieser “Duell”-Blödsinn ist aus den USA übernommen, einem Land, dessen massive Probleme nicht zuletzt aus seinem unseligen Zwei-Parteien-System herrühren, in dem es immer nur Entweder-Oder-Entscheidungen zu geben scheint. Und es entspricht natürlich den Bedürfnissen einer Medienlandschaft, die immer mehr im Boulevardjournalismus versinkt, mit dem entsprechend hysterischen Herumgekreische und dem Berichten über Dinge, die man sich gerade selbst ausgedacht hat (wenn ich höre, worüber “ganz Deutschland” angeblich “aktuell diskutiert”…).

Bei den letzten Bundestagswahlen haben CDU/CSU und SPD zusammen nicht einmal 60 Prozent der Wählerstimmen erhalten. Man darf davon ausgehen, daß es auch beim nächsten Mal höchstens um die 70 Prozent sein werden. Ich werde ganz bestimmt nicht zu diesen zählen. Daher interessiert mich das “Duell” der Alphatiere auch nur sehr begrenzt.

16) StefanP, Samstag, 02. Februar 2013, 09:57 Uhr

@15) JG

Wirklich fair – und viel mehr der Information der interessierten Wähler dienend – wäre es, wie dereinst die Spitzenkandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien zu einer Diskussion zu bitten.

Tut man ja. Wussten Sie das nicht? Das Duell der Spitzenkandidaten der Volksparteien und ein zusätzliches, schließlich kann nur einer Kanzler. Nicht zwei und nicht drei. In Frankreich lief das übrigens ganz genauso.

Wieso ist ein Duell Blödsinn? Auch in einer Demokratie kommt es zu Entscheidungssituationen, wo es allein auf die Person an der Spitze ankommt. Das beginnt bei der Zusammenstellung des Kabinetts und endet längst nicht bei der Feststellung der Unregierbarkeit (Vertrauensfrage). Das war schon bei den alten Römern so, die immerhin auf fast 500 Jahre Demokratieerfahrung zurückblicken konnten. Und das gilt natürlich für die USA. Solche Systeme sind entscheidungsfähiger, was in einer sich schnell wandelnden Welt ein absolutes Plus ist.

In Kontinentaleuropa benötigt man von dem Erkennen eines Problems in Wissenschaft und Forschung bis zu ersten Lösungsansätzen 15-20 Jahre, in angelsächsischen Ländern geht das weit schneller. Beispiele sind hier die Alterung der Gesellschaft, die Entstehung von Sockelarbeitslosigkeit in den 70er und 80er Jahren, strukturelle Defizite im Bildungssystem, Anpassung von Infrastrukturen aufgrund von verändertem Wohnverhalten, Probleme hoher Staatsverschuldung.

17) G. Seifert, Montag, 04. Februar 2013, 14:31 Uhr

Lieber Herr Spreng,
nix für ungut, aber da kann ich mir eine kleine Bosheit nicht verkneifen: solange nicht Sie die Beratung übernehmen wie weiland bei Stoiber, kann ein zweites TV-Duell für Steinbrück schon vorteilhaft sein ;-)

Aber im Ernst: natürlich ersetzen TV-Duelle nicht eine ernsthafte Befassung mit den verschiedenen politischen Konzepten von Parteien oder Personen; und natürlich wäre es schön, wenn alle Wähler sich ausgiebig sachlich informieren, bevor sie ihre Wahlentscheidung treffen.
Die Realität ist aber so, dass ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung spontan und wohl eher nach Bauchgefühl wählt. Und da könnten die Fernseh-Rededuelle durchaus bewirken, dass das diffuse Pro-Merkel-Empfinden (das ja wohl vor allem durch Gewöhnung zu Stande kommt) teilweise wegbröckelt.

Natürlich kann das auch nach hinten losgehen, bei Steinbrück weiß man ja nie … aber er hat ja (aus jetziger Sicht) scheinbar sowieso keine Chance, also auch nichts zu verlieren.

Warum also nicht ein Duell bei ARD und ZDF, und ein zweites bei der privaten Konkurrenz? Vielleicht motiviert man so ja wenigstens ein paar zusätzliche Wähler.

Wobei die spannendste Frage für mich ja ist, wer im September Koalitionspartner der Grünen wird :-) Also müsste man ja eigentlich Jürgen Trittin auch mit zum “Triell” einladen …

18) wschira, Montag, 04. Februar 2013, 15:47 Uhr

@16) StefanP

Für das Nichterkennen all der von Ihnen aufgezählten Probleme und keine oder unzureichende Lösungsansätze (von wegen “in angelsächsischen Ländern geht das weit schneller”) sind ja wohl die USA und Grossbritannien “leuchtende” Beispiele.

19) Carlos Manoso, Montag, 04. Februar 2013, 17:20 Uhr

„Deshalb gehe ich davon aus, dass es ein sehr sachliches, diszipliniertes, möglicherweise übercoachtes Duell wird, bei dem es am Ende nur noch um die Deutungshoheit darüber geht, wer mehr Arbeitsplätze und sozialen Ausgleich geschaffen hat, beziehungsweise mehr verspricht.“

Herr Spreng,
TV-Events wie „Angela gegen Peer“ demonstrieren Anno 2013 nur noch, wie abgefuckt hohl derartige Medienspielchen sind, die dann unverfroren und dreist auch unter dem Logo „Demokratie“ verkauft werden.

20) karel, Dienstag, 05. Februar 2013, 12:22 Uhr

Rede-Duelle!
letzte Quelle
aller Blender,
auch der Gender.
Gequassele,
Gedaddele,
Boni und Gier,
Des Heute Zier.

21) cosmopolitan, Dienstag, 05. Februar 2013, 14:33 Uhr

Man soll von derartigen Fernsehduellen nicht viel erwarten,die sind für die Massen gedacht,die nicht auf Inhalte Prioritäten setzen, sondern auf das Nebensächliche wie Aussprache-Bekleidung-Benehmen ect.
P€€R $teinbrück setzt auf seine Sprachgewandheit, Intellekt, scharf formulierte Thesen, das sind aber gleichzeitig auch seine Nachteile, da die breite Bevölkerungsschicht ihn dann auch nicht mehr versteht.
Was will er denn Fr. Merkel vorwerfen? Er hat doch seinerzeit alles mitgemacht.
Ich glaube, es wird alles so hinauslaufen,wie damals mit der MwSt: 0% – 2% = 3%
Das ganze Wahlsystem in D. ist generalüberholt: verbietet die Parteispenden-schafft alle Privilegien der Parteien und Politiker ab-volle Transparenz, damit auch die unabhängige, parteilose Kandidaten auch ihre Chanchen auf das höchste Amt bekommen.
Wir brauchen kein Land der übermächtigen Parteien, sondern ein wirklich demokratisches Land nach dem schweizer Vorbild.

22) cashca, Dienstag, 05. Februar 2013, 14:37 Uhr

Das Duell…..Merkel… Steinbrück…

ob die sich duellieren,,., ob sie diskutieren …sich umwerben oder an die Gurgel gehen, das alles ist mir sowas von egal.
Das sind alles Personen, Politiker, die sich all die Jahre über Lügen, täuschen und Machenschaften ohne Rücksicht auf Verluste hochgekrochen haben.
Solche Leute sind für mich uninteressant und längst auf der Abschussliste.
Was die mit Europa,, den Banken, der Finanzpolitik auf Kosten der Bürger treiben, das spottet jeder Beschreibung.
Wie die mit den Bürgern Schindluder treiben, sie belügen, die Nation in den Schuldenabgrund treiben, wie unsere Kinder die Zeche zahlen, das ist nur noch zu verachten.
Diese Typen höre ich mir gar nicht mehr an, jedes zweite Wort, jeder zweite Satz ist ohnhin gelogen und natürlich … “alternativlos” , alles nur sinnloses Gesabbel.

23) Carlos Manoso, Dienstag, 05. Februar 2013, 17:39 Uhr

Peer Steinbrück, im SPIEGEL werbend für die „Große Koalition“ der SPD mit Angela Merkel: “Ich kann nicht verstehen, warum Merkel sich drückt. Wir werden nach mitteleuropäischer Art anständig miteinander umgehen, so viel ist doch klar. Ich werde weiter mindestens zwei Duelle fordern. Das Publikum hat daran ein hohes Interesse. Die Duelle versprechen gute Einschaltquoten. Und es gibt mehr zu besprechen als in eine Sendung passt. Die Menschen können sehen, wo wir beide vielleicht sogar ähnliche Ziele verfolgen, aber vor allem, wo wir uns unterscheiden. Das ist wichtig in einer Demokratie, dies sollte auch Frau Merkel einsehen.”

24) riskro, Mittwoch, 06. Februar 2013, 11:10 Uhr

22) cashca, schreibt:<<<>>>>

Leider ist es so. Aber alternativlos ist es nur in den Augen einiger Politiker. Alternativlos nur in ihrem Handeln zur Machterhaltung.

Problem ist, dass die Politiker nicht nur “Lügen”, sondern die Medien sich noch zum Büttel der Politik machen und die Lügen, obwohl sie wisen, dass es Lügen sind, verbreiten.
Macht beherrscht und steuert die Pressefreiheit.
Man erinnere sich an der Aussage von Seehofer an Mister Tagesschau: Sie “dürfen” das alles senden, was ich gesagt habe.
Oder im Falle Steinbrücks Äußerung zum Kanzergehalt, soll sein persönlicher Referent die brisants der Aussage, die dem Referent mit der Bitte (zur Zensur) zugesandt wurde, ob die Stellungnahme so veröffentlicht werden darf, nicht erkannt haben.

Das Problem liegt für mich in der “Abhängiigkeit”. Die Medien sind im großen Maße abhängig von der Politik. Die Politik der Parteien -insbesondere, die der sogenannten ethablierten- ist abhängig von den Lobbyistenverbänden und ihren Spenden. Es geht kein Weg daran vorbei: “Geld regiert die Welt”!

Das alles wird noch verschärft durch die sich breitmachende Politikverdrossenheit und den Mitgliederschwund der Parteien. Die Parteien sind hoch verschuldet, dadurch verschärft sich die Abhängigkeit noch mehr. Insoweit bin ich bei 21) cosmopolitan.

25) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 06. Februar 2013, 19:03 Uhr

@24) riskro
Es geht in der Politik nicht mehr nach den Bedürfnissen der Bürger, sondern lediglich nach den Bedürfnissen derer, die wirklich die Macht haben. Und das sind nicht die Politiker.

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