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Freitag, 08. Februar 2013, 11:49 Uhr

Grenzdebil?

Wenn der hessische FDP-Vorsitzende Jörg-Uwe Hahn kein Rassist ist, wie ihm “der asiatisch aussehende” Philipp Rösler bescheinigt, und wenn er auch nicht “grenzdebil” ist, wie der FDP-Bundestagsabgeordnete Lars Lindemann meint, was ist er dann? Einer, der eine “notwendige Debatte” führen will, wie die Jungen Liberalen erklären?

Es lohnt sich, Hahns Äußerung etwas genauer zu analysieren. Er stellte die Frage, “ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren”. Wenn Sprache noch einen Sinn macht, dann ist das “auch noch länger” interessant. Also bisher hat “die Gesellschaft” Rösler akzeptiert, künftig aber nicht mehr? Hat es einen plötzlichen rassistischen Schub in Deutschland gegeben?

Oder will ihn nur der erklärte Rösler-Gegner Hahn ” nicht länger” akzeptieren? Natürlich nicht aus rassistischen Gründen. Warum sagt er dies dann nicht ohne diesen rassistischen Unterton? Oder will er sagen, der Niedergang der FDP sei mit dem Rassismus asiatenfeindlicher Wähler zu begründen? Das wäre eine ganz neue Erklärung für der Absturz dieser Partei. Will Hahn diese Debatte ernsthaft führen?

Hahns Äußerung ist so verquast, dass er sich gefallen lassen muss, dass jeder das hineininterpretiert, was er hineininterpretieren will. Damit ist er – ob gewollt und ungewollt – auch zum Stichwortgeber fremdenfeindlicher Stammtische und Büttenredner geworden.

Deshalb zur Klarstellung: In der FDP gibt es weder Sexisten noch Rassisten. Und die Erde ist eine Scheibe.

Nein, das ist zu böse.

Also noch einmal: In der FDP gibt es weder Sexisten noch Rassisten. Und die FDP ist eine moderne liberale Partei mit klugen Köpfen.

Auch nicht gut. Vielleicht doch “grenzdebil”? Oder Karneval  nach Art der FDP?

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

59 Kommentare

1) W.Zimmer, Freitag, 08. Februar 2013, 12:05 Uhr

Sehr schön, Herr Spreng :-)

Ich habe auch gerätselt, was der gute Herr Hahn uns wohl eigentlich sagen wollte. Wenn er etwas positives über Herrn Rösler sagen wollte, dann ist das gründlich in die Hose gegangen. Ich glaube nicht, dass Herr Hahn ein Rassist ist, der hatte gerade nur ein wenig N(i)ebel im Hirn. Auf jeden Fall eine Steilvorlage für Urban Priol. Auf die nächste “Anstalt” bin ich gespannt, genug Stoff gibt es ja.

2) irgendeiner, Freitag, 08. Februar 2013, 12:08 Uhr

“ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren”
…unterstellt Hahn da nicht auch der Gesellschaft Rassismus?

Das die Linie von Röslers Genen teilweise eine andere geographische Zuordnung hat, als die meisten des Phänotyps mit dem Attribut “deutsch” (die Nationalität ist nicht in den Genen kodiert, auch wenn manche Leute das einfach nicht wahrhaben wollen), hat null und nichts damit zu tun, dass er einfach ein Unsympath ist. Das ist einzig und allein seinen Äusserungen geschuldet.

3) tess, Freitag, 08. Februar 2013, 12:25 Uhr

Der Herr Hahn hat sicher vorher asiatisches Hühnchen gespeist und Sodbrennen vom Glutamat bekommen. Armer Mann. So oder so.

4) Gregor Keuschnig, Freitag, 08. Februar 2013, 12:26 Uhr

Glaubt den hyperventilierenden Medien besteht Deutschland nur noch als Antisemiten, Sexisten oder Rassisten. Geht es vielleicht auch ab und zu mal ein bisschen kleiner?

5) Simon, Freitag, 08. Februar 2013, 12:31 Uhr

Wer in diesen Ausschnitt Rassismus hinein liest, der tut dies entweder aus Bösartigkeit oder aus Dummheit. Ist jetzt schon der rassistisch, der auf Rassismus hinweist?

Dazu die Frankfurter Neue Presse, die ja das Original-Interview geführt hat: http://www.fnp.de/fnp/region/hessen/wie-ein-skandal-gemacht-wird_rmn01.c.10459176.de.html

Wer glaubt, die Abneigung gegen Rössler habe nicht zumindest zu einem kleinen Teil mit seiner Herkunft zu tun, der schaue sich doch einfach mal ab und zu die Witze von Stefan Raab über ihn an oder stellt sich an einen Wahlkampfstand der FDP (Zitat des Chefs der Jungen Liberalen: “Ich bekomme am Wahlkampf-Stand in der Fußgängerzone zu hören: Ich würde euch ja wählen, aber dafür müsste erst einmal der Chinese weg.”).

6) Michael A. Nueckel, Freitag, 08. Februar 2013, 12:36 Uhr

Das Phänomen FDP ist viel schlichter, als man gemeinhin anzunehmen bereit ist. Eine Vielzahl der Kaderleute denkt schlichtweg nicht – warum so auch immer. Das ist schlimmer und auf gewisse Weise auch aussichtsloser als grenzdebil.

Ich hatte mich einmal als Kandidat für den Kommunalwahlkampf aufstellen lassen und war erschrocken, wie blass die FDP-Kandidaten auf der entsprechenden Homepage präsentiert wurden. Es musste ein Foto des Einzelnen im Wahlbezirk (neben den Kandidaten aus den anderen Bezirken) ausreichen, verbunden mit dem Hinweis „unten finden Sie nähere Informationen über unsere Kandidaten“.

Und was stand da an Info? Der Name, mehr nicht (!).

Das ist die FDP.

Ungeachtet der Unhaltbarkeit Hahns Äußerungen, man wirft Perlen vor die Säue, das Verhalten der FDP-(Führungsriege) näher erklären zu wollen. Die wissen gar nicht, was Rassismus (oder Sexismus) ist. Hahn betreibt daher “nur” ein für die FDP recht typisches Mobbing durch Äußerungen, deren Folgen er nicht abzuschätzen fähig ist. Man kann das auch Dünnbrettbohrerei oder intellektuelle Flachfliegerei nennen. Auf diese Weise bleibt er dem mickrigen Markenkernimage der FDP treu.

7) Frank Reichelt, Freitag, 08. Februar 2013, 12:36 Uhr

Herr Spreng stellt sich wieder mal für einen billigen Gag absichtlich dumm! Selbstverständlich bezog sich das “noch länger” in Hahns Aussage auf die Bundestagswahl, bei der sich Rösler erstmals Bundesweit als Vorsitzender dem Wählervotum stellen muss.

Die “Frankfurter Neue Presse”, die das Interview mit Hahn führte, äußert sich wie folgt:

“Einen rassistischen Zungenschlag hat die Redakteursrunde in diesen Sätzen nicht wahrgenommen, ganz im Gegenteil: Die Kollegen verstanden die Äußerung des FDP-Manns als Hinweis darauf, dass die deutsche Gesellschaft heute hoffentlich so weit sei, auch Menschen nicht-deutscher Herkunft in politische Verantwortung zu wählen.”

(Frankfurter Neue Presse, Wie ein Skandal gemacht wird, 07.02.2013)

Herr Spreng befindet sich also in schlechter Gesellschaft, wenn er wie viele andere Journalisten auf den anrollenden Skandalzug aufspringt und in den Chor der “Rassismuskreischer” von SPD, Grünen und Linken einstimmt.

In diesem Fall wurde, wie so oft in letzter Zeit, nur heisse Luft produziert, ein Skandal ist selbst bei Grenzdebilität vieler Journalisten nicht erkennbar!

8) T. Schneider, Freitag, 08. Februar 2013, 12:37 Uhr

Lesen bildet:
http://www.fnp.de/fnp/region/hessen/wie-ein-skandal-gemacht-wird_rmn01.c.10459176.de.html

Aber warum in die Tiefe gehen, wenn der “Skandal” so schnell gemacht ist.

9) Peer Steinbock, Freitag, 08. Februar 2013, 13:05 Uhr

Was ist Rassismus?

10) Hilarius, Freitag, 08. Februar 2013, 14:03 Uhr

Bei der FDP scheint die Steigerungsform “Feind-Todfeind-Parteifreund” nach Franz-Josef Strauß besonders hoch im Kurs zu sein.
Schon der notorische Rainer Brüderle faselte von der Eiche, die im Gegensatz zum Bambus in Deutschland heimisch sei.
Ein Schlag ins Gesicht für jeden Migranten, der einer imaginären deutschen Leitkultur zu entsprechen versucht, aber einer so genannten “sichtbaren Minderheit” angehört, was bei Philipp Rösler der Fall ist.

Willkommen im Rassismus der Mitte! Weit weg von der NPD ist dieser rhetorisch aber auch nicht mehr…

Ansonsten: Besser kann man es nicht sagen, Herr Spreng!

11) Holger Dieske, Freitag, 08. Februar 2013, 14:14 Uhr

Ich fass es nicht das ein FDP-Landesvorsitzender eine solche Debatte lostritt. Wenn`s Blödheit ist, ist es blöde, wenn`s Kalkül ist, ist es das letzte.
Ich bin ein Sympatisant der FDP (jedenfalls der Grundlagen einer liberalen, marktwirtschaftlichen Ordnung), es fällt mir aber immer schwerer…
Nun gut, ich hoffe mal, dass es Blödheit ist ;-)

12) suki11, Freitag, 08. Februar 2013, 14:49 Uhr

Vielleicht hat er sich ja einfach nur verquasselt. Das kann jedem passieren. Kann man das nicht was tiefer hängen?

13) TuxDerPinguin, Freitag, 08. Februar 2013, 15:02 Uhr

Die Rassismus Vorwürfe gingen zu weit. Er wollte “nur” mobben. Da ist die FDP der Piratenpartei auch sehr ähnlich. Wenn man etwas on den Spitzenleuten hört, dann ist es das Mobbing anderer Spietzenleute…

andererseits spielt Hahn ja auch mit dem Rassismus für sein Mobbing. Rösler müsse weg, weil in Deutschland ja nur asiaphobische (gibts das Wort?) Rassisten rumlaufen würden… das lese ich da raus. …

Wenn die FDP bei den nächsten Wahlen Erfolg hat, melden sich die anderen Parteien…
CDU “ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, eine Frau und einen körperlich behinderten an der Spitze weiter zu akzeptieren”?
Grüne “ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen Bundesminister mit türkischen Wurzeln zu akzeptieren?”
Linke “ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, die DDR nicht mehr zu diffamieren?”
SPD “ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen weißen, christlichen, fußballiebenden, reichen Mann an der Spitze zu akzeptieren?”

zugegeben. die SPD hätte es mit Peer schwer.

14) Heiner Braesig, Freitag, 08. Februar 2013, 15:46 Uhr

Endlich greift heute mal jemand das grenzdebil benutzte Wort “noch” hier auf, was habe ich gewartet aber bin von den grossen schlauen Zeitungen und dem Rundfunk mal wieder enttaeuscht worden. Kann denn keiner mehr Texte analysieren und in den Kontext stellen?

15) Lothar Zielger, Freitag, 08. Februar 2013, 16:29 Uhr

Wer in einem Interview eine solche Aeusserung als “Antwort” lanciert, – ohne dass das Thema Ethnie von Herrn Roesler in irgendeiner weise zur Debette steht, ist fuer mich eindeutig rechtsextrem.
Ich dachte, so was gibt es nur bei der Teaparty in den USA – Ich bin nur noch traurig.

16) Olaf, Freitag, 08. Februar 2013, 16:35 Uhr

Ein Bundesvorsitzender stellt sich dem Wählervotum bei einer Bundestagswahl?
Wohl nur sehr indirekt, falls Wahlprogramm und Spitzenkandidat mal wieder ausfallen, oder?
Es geht der F.D.P. um den Parteitag.
Natürlich ist Herr Hahn nicht als Rassist entdeckt sondern nur als…ähem …exponierter Politiker der F.D.P., wundert uns da noch etwas?

Alles mal niedriger hängen:
Universal gilt, man wirft -ismus nur den wirklichen -isten vor, sonst verblasst das Etikett bis zur Unkenntlichkeit.

17) StefanP, Freitag, 08. Februar 2013, 17:30 Uhr

Ein Kommentar, der sich bestenfalls auf Büttenniveau bewegt. Ohne Lacher.

18) Debe, Freitag, 08. Februar 2013, 17:47 Uhr

Soviel Aufmerksamkeit wie in den letzten Tagen hat die FDP schon lange nicht mehr genossen… noch etwas üben, dann kriegt man es vielleicht auch hin, diese Aufmerksamkeit mit politischen Inhalten zu erzeugen.

19) Kristian, Freitag, 08. Februar 2013, 17:51 Uhr

“Wenn Sprache noch einen Sinn macht, dann ist das “auch noch länger” interessant.”

Wenn Sprache noch einen Sinn ergeben soll, dann sollte dieser inzwischen wirklich omnipräsente und mir schon seit jeher unerträgliche Anglizismus “Sinn machen” bitte nun nicht auch noch in den ansonsten wohlgeratenen Texten renommierter und allseits geschätzter Journalisten wie Ihnen, Herr Spreng, Einzug halten…

20) R.F., Freitag, 08. Februar 2013, 18:29 Uhr

Ja, ja… der Ferne Osten rückt mit riesen Schritten näher. Ist doch der Vostand der wichtigsten Bank Deutschlands auch kein Deutscher, sondern ein englischer Inder!

21) Don Corleone, Freitag, 08. Februar 2013, 19:06 Uhr

Geschenkt! Schavan, Brüderle, Hahn — alles Spiegelfechtereien, um das p.t. Publikum von den wahren und brennenden Problemen der Bundesrepubkik und der EU abzulenken.
Brot und Spiele haben an abstumpfendem Unterhaltungswert verloren: Die DFB-Bundesliga hat schon jetzt einen Meister, die “Tatorte” in der Glotze sind noch fader als eh schon immer, das “Dschungel-Camp” muss sich nach seiner atemlosen Geschmacklosigkeit kreativ erholen, die Erwärmung der Erdatmosphäre hält seit 12 Jahren inne, das Wetter ist naturgemäß winterlich, die Strompreise steigen in unbezahlbare Regionen, der Staatsfunk darf jetzt Steuern erheben … Und so weiter.

Also amüsieren die herrschenden Volksbeglücker ihre Arbeitgeber, sprich: die Wähler, auf dass deren unübersehbar nachlassendes Interesse an austauschbaren talking heads und deren ebenso austauschbaren Sprechblasen nicht völlig erlahme, mit irrelevanten sweet nothings, die lächerliche Nichtigkeiten zu staatstragenden Themen aufpusten.

Ich wage zu bezweifeln, dass derlei Provinztheater-Kapriolen (die die Presse interessanterweise aufschnappt wie ein verhungernder Straßenköter) hilfreich für eine relativ junge Demokratie, ihre Bürger oder deren Wahlbeteiligung sind. Wir brauchen keine Schmierenschauspieler, sondern Volksvertreter, die mit uns Tacheles reden.. Und die den Mut dazu haben.

22) adi gold, Freitag, 08. Februar 2013, 19:24 Uhr

mit verlaub herr spreng,sie sind dumm.

23) Picknicker, Freitag, 08. Februar 2013, 21:35 Uhr

> Oder will er sagen, der Niedergang der FDP sei mit dem Rassismus asiatenfeindlicher Wähler zu
> begründen? Das wäre eine ganz neue Erklärung für der Absturz dieser Partei. Will Hahn diese Debatte
> ernsthaft führen?

Schätze er wollte FDP-Kritikern mal kurz die Rassismuskeule um die Ohren hauen, die ihn jetzt stattdessen leider selbst erwischt hat. Dass das eine grosse Sache wird, und man ernsthaft Debatten dazu führen muss, war wohl eher nicht geplant…

24) Thomas Feiner, Freitag, 08. Februar 2013, 21:36 Uhr

Nachdem Herr Brüderle nun aus dem Fettnäpfchen raus ist, hat ein weit weniger bekannter Politiker der FDP eine Debatte an der Backe. Danke liebe FDP, die du die Talkshows mit immer neuen Themen befeuerst, wirklich prima Leistung, nur weiter so. Ich werde dich jedenfalls nicht wählen, du bist mir eindeutig zu blöd. Oder besser gesagt – du bist eine Beleidigung meiner Intelligenz. Und lieber Phillip Rösler, sag mal ehrlich: Sie sind doch nicht im Ernst mit dem Einverstanden, was Ihr Parteikollege da von sich absondert. Wie schrecklich muss das Kleben an Ihrem Posten Ihren Charakter verformt haben, dass Sie eine derartige Beleidigung von Ihrem Parteifeind nicht mit einem anständigem “so nicht mein Freund” erwidern können! Sie waren mir sympathisch, gerade weil Sie anders aussehen und weil Sie z.B. Herrn Gauck ins Amt verholfen haben und damit sich mutig gegen Frau Merkel gestellt haben. Wo ist ihr Mut jetzt?

25) Alex, Freitag, 08. Februar 2013, 23:55 Uhr

Herr Spreng, ernsthaft? Das ist ein Thema?

Eine Stern Reporterin instrumentalisiert einen Kommentar von Brüderler an der Hotelbar (Herr Spreng, wäre alles von Ihnen an der Hotelbar zitierfähig?) und es kommt zum #Aufschrei. Und dann weisst ein FDP Politiker darauf hin, dass sein Parteivorsitzender unter Rassismus leiden muss und er ist selbst ein Rassist? Ich kann verstehen, wenn manch FPD Verantwortlicher da paranoid wird, wenn es denn Paranoia ist.

Wenn ich mal die innenpolitischen Themen in diesem Jahr betrachte, die eher dem Boulevard genügen, ist das Jahr 2013 eher eine Medienkrise, und die begleitenden Diskussionen um
Zeitungssterben und Kritik an der “Demokratieabgabe” sind eher eine Qualitätsdiskussion als eine innenpolitische Betrachtung.

Allein der Begriff “Leihstimmen” bei der Niedersachsenwahl ist eine Beleidigung an die Wähler. #Aufschrei ohne Thematisierung der Zwangsehen und “Ehrenmorde” ist unvollständig, Schavan ohne Beleuchtung der politischen Hintergründe der Uni Düsseldorf unvollständig (die Uni ist nicht in der Exzellenzinitiative, während dessen wird Schavan Dr. hc der Uni Lübeck). Augstein ist laut Presse kein Antisemit, aber Brüderle ein Sexist?

“Die verlorene Ehre der Katharina Blum” ist wie das “Millionenspiel” Realität geworden, wenn auch nicht so existenziell, so doch wesentlich konsequenter und flächendeckender in ihrer Ausbrägung.

26) m.spreng, Samstag, 09. Februar 2013, 08:34 Uhr

@ 19) Kristian

Leider ist mir das schon zum zweiten Mal passiert. Die Umgangssprache ist doch verführerisch.

27) Claus Drullmann, Samstag, 09. Februar 2013, 09:00 Uhr

Betablocker, eingeworfen mit Alkohol?! So oder so ähnlich.

28) alivenkickn, Samstag, 09. Februar 2013, 10:54 Uhr

“Die Gesellschaft ist natürlich nie “so weit” für irgendwas, nicht für Frauen, die Auto fahren, ein eigenes Konto führen oder wählen möchten, nicht für Behinderte, die dankend darauf verzichten, sich als Menschen zweiter Klasse behandeln zu lassen, nicht für Schwule, die offen leben und sich nicht im Schrank verstecken, gar gleiche Rechte für sich einfordern und auch für Leute aus Mittelmeerstaaten oder Asien ist die Gesellschaft nicht “weit genug”.
Ob das im Umkehrschluss heisst, dass man sie mit dem dusseligen Rassismus eines Herrn Hahn bestrafen muss, “Nein”.

Herr Rösler stellt sich hinter Herrn Hahn und trötert demonstrativ, jener sei kein Rassist. Klar, wird er in der übelsten Form wohl auch nicht sein. Was Alltagsrassismus ist, scheint er wohl weitestgehend ausgeblendet zu haben.

Das erinnert mich an Schwuppen aus eher konservativen Kreisen, die der Meinung sind, dass es eines Antidiskriminierungsschutzes nicht bedarf. Klar, die meisten haben genügend Kohle, sich eine Welt zurechtzubasteln, in der sie mit den Lattenzäunen von Ausgrenzung und Ablehnung nicht in Berührung kommen werden.

Oder jenem rollstuhlfahrenden Minister, der seinen Chauffeur, sein Behindertenklo und barrierefreien Arbeitsplatz hat und für den Nachteilsausgleiche für Behinderte kein wirkliches Thema sind.

Mit viel Geld, einflussreichen Netzwerken und der gehörigen Portion Glück im Leben kann man sich das kaufen – die Gnade wegschauen und ausblenden zu dürfen. Nicht mehr und nicht weniger drückt die Haltung Herrn Röslers aus. Und weiter: Wenn Ihr in der unglücklichen Lage seid, dass Euch Diskriminierung etwas “ausmacht”, dann habt Ihr einfach etwas nicht “richtig” gemacht im Leben!

Kommt doch in unser Lager der Reichen, die weggucken und ausblenden können, es ist soooo schön hier . . .

Der Kommentar eines Freundes, wie er treffender nicht zu formulieren ist . . .

29) Erwin Gabriel, Samstag, 09. Februar 2013, 11:18 Uhr

@ 21) Don Corleone, Freitag, 08. Februar 2013, 19:06 Uhr

>> … derlei Provinztheater-Kapriolen (die die Presse interessanterweise
>> aufschnappt wie ein verhungernder Straßenköter)

In dem Satz steckt deutlich mehr seriöser Journalismus als in dem Beitrag von Journalist Spreng.

Mal wieder etwas aus dem Zusammenhang gerissen, verkürzt dargestellt, böswillig überinterpretiert unter die Leserschaft gebracht und den Volkszorn abgeheizt. Nach dem gleichen Prinzip arbeitet man auch anderswo. Die Erregung weiter Teile der islamischen Welt über die Mohammed-Karikaturen der Jyllands-Posten lag auch nicht daran, dass diese dänischen Zeitung in Pakistan, Afghanistan, Indonesien etc von den vielen dort lebenden dänischsprachigen Muslimen gelesen wurde.
.

@ 26) m.spreng, Samstag, 09. Februar 2013, 08:34 Uhr

>> Die Umgangssprache ist doch verführerisch.

Vielleicht sollten Sie ebenfalls auf Überschriften verzichten, die auch in anderer Hinsicht auf Ihre Beiträge passen.

30) m.spreng, Samstag, 09. Februar 2013, 11:47 Uhr

Um die Sache noch einmal auf den Punkt zu bringen: Herr Hahn, als Rösler-Gegner bekannt, war nach der politischen Zukunft Röslers befragt worden und sagte dann die umstrittenen Sätze. Er thematisierte (oder erfand) damit ein bisher öffentlich nie angesprochenes rassistisches Vorurteil gegen Rösler, um es innerparteilich zu instrumentalisieren.

31) peterpan, Samstag, 09. Februar 2013, 11:48 Uhr

Ich habe mich eine Sekunde gefragt, ob das Ganze nicht abgekartet sein könnte, also insofern, dass Jörg-Uwe Hahn absichtlich diese skandalträchtige Äußerung getan hat, damit Phillip Rösler ihm nach einigen Tagen jovial und gönnerhaft vergeben kann, wodurch er (Rösler) seine Position in der Partei festigt, denn künftig muss sich jeder Kritiker von Rösler den Vorwurf anhören, er sei Rassist und störe sich vielleicht an Röslers “asiatischen Aussehen”? Aber wenn Sie sagen, Herr Spreng, Jörg-Uwe Hahn gehöre bekanntermaßen zu Phillip Röslers Gegner in der Partei, dann hab ich da wohl etwas zu viel in die Sache hinein interpretiert.

32) Otto Hildebrandt, Samstag, 09. Februar 2013, 12:06 Uhr

Lieber Herr Speng,

es sind diese Art von Kommentaren, die einem immer wieder daran erinnern, dass Sie ihr Handwerk bei der Bild-Zeitung gelernt und keine der Unarten, die man dort pflegt, verlernt haben. Die Aussage von Herrn Hahn enthält doch eine einfache politische Wahrheit, auch wenn das ihrer Art von Meinungsjournalismus nicht in den Kram passt. Rösler kommt politisch nicht in die Gänge, warum? Mangelnde Sacharbeit, kein Charisma, zu jung, zu weich etc… All diese Begründungen werden genannt. Oder spielt es eine Rolle, dass er fremdländische Gesichtszüge hat und deshalb bei den Wählern – und vielleicht auch bei den Journalisten – nicht recht ankommt? Die Annahme ist sicher nicht sehr weit hergeholt. Sie läßt sich nur schlecht beweisen. Ob es klug ist, das politisch anzusprechen, ist eine andere Frage. Aber so ist eben Herr Hahn.
Dasselbe Phänomen haben wir doch auch bei Westerwelle. Bekannter maßen hat er seine Homosexualität dem breiten Publikum lange verborgen. Sich immer mit blonden Frauen in der Öffentlichkeit gezeigt (Pieper, Koch-Merin, seine Schwester). Dann hat er, als Außenminister, ein wahres Schwulen-Bekehrungsprogramm für die Welt entwickelt. Ein Ausenminister fordert von der Welt die Anerkennung seiner persönlichen Vorlieben! Ein wirklich wichtiges Anliegen der deutschen Außenpolitik.Und so populär. Die Folgen sind bekannt. Binnen Wochen Absturz ins politische Nichts. Die politische Karriere ging abrupt zu Ende. Nur die unklare Gefechtslage in der FDP hat ja seinen Außenministerposten gerettet. Und da Westerwelle das Gesicht der FDP war, ist die gleich mit abgestürzt. In unserem repräsentativen System verlangen die Deutschen von ihren Politikern an exponierter Stelle eben gewisse Verhaltensweisen und Eigenschaften. Sehen sie sich in ihren Erwartungen getäuscht, reagieren sie entsprechend. Egal, was man in Hamburger Redaktionsstuben darüber denkt. Als Meinungsmacher können sie das ignorieren. Als ernst zu nehmender politischer Analyst sollten sie es nicht.

33) Frank Reichelt, Samstag, 09. Februar 2013, 12:12 Uhr

@ m.spreng

Das Thema wurde öffentlich angesprochen, wie Kommentator “Simon” oben zitiert hat:

(Zitat des Chefs der Jungen Liberalen: “Ich bekomme am Wahlkampf-Stand in der Fußgängerzone zu hören: Ich würde euch ja wählen, aber dafür müsste erst einmal der Chinese weg.”).

Noch öffentlicher als in einer Fußgängerzone geht es ja wohl nicht!

Aber leider arbeiten sie immer noch nach dem alten Bonner und jetzigen Berliner Muster, jede Politikeraussage erstmal auf ihre Skandalträchtigkeit zu untersuchen! Haben sie noch nicht gemerkt, dass die Internetgeneration dieses “Auflagengeile” Verhalten durchschaut und der Printpresse alsbald zu ihrem Ruhestand verhelfen wird. Mit Artikeln wie dem obigen schaufeln sie emsig an ihrem eigenen Grab!

34) StefanP, Samstag, 09. Februar 2013, 12:23 Uhr

@30) m.spreng

Um es mal auf den Punkt zu bringen: der Bundesvorsitzende der Jungliberalen, Lasse Becker, hat gerade öffentlich gemacht, mit welchen rassistischen Kommentaren und Angriffen FDP-Vertreter an öffentlichen Ständen angegangen werden. Genauso öffentlich waren die Pöbeleien eines Juso-Vertreters gegen Rösler beim Drei-Königs-Treffen. Das sind rassistische Übergriffe von außen.

Jörg-Uwe Hahn ist sicherlich kein Freund des Parteivorsitzenden, so wie er kein Freund von Westerwelle war. Seine Aussage ist jedoch interpretierbar und nicht zwangsläufig in einem Sinne des persönlichen Affronts gemeint. Der Niedersachse legt jedenfalls eine bemerkenswerte Gelassenheit und Belastbarkeit an den Tag, die manchem Spitzenpolitiker gut zu Gesichte stehen würde. Übrigens macht Philipp Rösler von Zeit zu Zeit selber gern Anspielungen auf seine Herkunft.

35) m.spreng, Samstag, 09. Februar 2013, 15:38 Uhr

@ 32) Otto Hildebrandt

Zu fast allen Anmerkungen habe ich meine Meinung schon in meinem Kommentar geschrieben. Ich kenne übrigens keinen einzigen Journalisten, der sich an Röslers Herkunft stört. Und mein journalistisches Handwerk habe ich bei der “Frankfurter Neuen Presse” gelernt.

36) Rainer N., Samstag, 09. Februar 2013, 15:48 Uhr

SCNR

Der Name lädt gerade dazu ein, folgenden Satz zu schreiben:

Wenn der Hahn kräht auf dem Mist …

oh, wollte doch schreiben:

Wenn der Hahn spricht im Interview, ändert sich die Politik oder nicht.

Sie ändert sich garantiert nicht – es bleibt bei der bekannten Steigerung:

Freund, Feind, Parteifreund.

37) Frank Reichelt, Samstag, 09. Februar 2013, 17:51 Uhr

Übrigens:

Wenn Herr Rösler die Aussagen Hahns gelassen nimmt und nicht als Rassismus einstuft, können das eigentlich alle anderen auch.

Um aber ihr aufgeregtes Gegacker zu rechtfertigen, unterstellen die Journalistenhühnchen dem FDP-Vorsitzenden jetzt natürlich Kalkül, oh Sancta simplicitas!

38) Peter Christian Nowak, Samstag, 09. Februar 2013, 18:36 Uhr

(…)asiatenfeindliche Wähler(…)

Irgendwie muß man doch schmunzeln. Klingt irgendwie nach Fassnacht. Vielleicht hätte Herr Hahn die Zote unserer Altvorderen von der “Gelben Gefahr” wiederbeleben sollen.
Herr Rösler höchst persönlich hat ja Herrn Hahn einen persönlichen Freund genannt (nach der Berichterstattung im Deutschlandradio) und ist damit für ihn in die Bresche getreten. Er erteilte ihm sozusagen die Absolution.
Allerdings gebe ich auch zu bedenken, dass bei der FDP alles möglich ist. Auch Äußerungen des “grenzdebilen Bereichs”. Oder auch ein bisschen Karneval. Helau, Alaaf und Ahoi!

39) Erwin Gabriel, Samstag, 09. Februar 2013, 19:07 Uhr

@ 35) m.spreng, Samstag, 09. Februar 2013, 15:38 Uhr

>> Und mein journalistisches Handwerk habe ich bei der
>> “Frankfurter Neuen Presse” gelernt.

Das schreibt Wikipedia über Sie:

… Schon während der Schulzeit schrieb er für die lokale Berichterstattung der Frankfurter Neuen Presse. Nach seinem Abitur legte er bis 1970 dort auch sein Volontariat ab. Parallel dazu schrieb er für die Welt am Sonntag. 1971 wurde er Redakteur bei der Welt und bei Bild, wo er zunächst im Bereich der Innenpolitik schrieb und später stellvertretender Büroleiter und stellvertretender Chefredakteur der Bild wurde. Von 1983 bis 1989 war er Chefredakteur des Boulevard-Blatts Kölner Express. 1989 kehrte er zum Springer-Verlag zurück und war bis zum Jahr 2000 Chefredakteur der Bild am Sonntag …

Liegen die falsch, oder haben Sie seit 1970 nichts mehr dazu gelernt?

40) Christian Ewald, Samstag, 09. Februar 2013, 22:15 Uhr

Gut, klammern wir für einen Moment die Unterstellung aus, Hahn sei ein Rassist. Was er dort zu bedenken gibt ist doch folgendes: “Die FDP könnte mehr Wählerstimmen erhalten, wenn wir uns mehr an die Rassisten anbiedern würden – was nicht geht, da denen der Phänotyp unseres Bundesvorsitzenden nicht gefällt.” Danke, das Kalkül wird auch ohne den Rassismus Vorwurf klar. Die FDP hat es auch in der Vergangenheit mitgemacht, dass Jürgen Möllemann mit Antisemitismus Wahlkampf machen wollte. Wenn es um Wählerstimmen geht, kann die Partei anscheinend nicht mehr wählerisch sein.

41) JG, Sonntag, 10. Februar 2013, 01:25 Uhr

Sie, verehrter Herr Spreng, weisen auf etwas hin, worüber die meisten Kommentatoren achtlos hinweggegangen sind: Der eigentliche Skandal liegt in dem “auch noch länger”, der aus diesen – in einem gegengelesenen und gedruckten – Interviewäußerungen ein Musterbeispiel für perfide Demagogie macht. Was oberflächtlich als dringende Sorge um die Toleranz unserer Gesellschaft verkauft werden kann, dürfte bei manchen ankommen als “Wie lange wollen wir es uns noch bieten lassen, daß dieses Schlitzauge Vizekanzler spielt?”. Wobei es Herrn Hahn womöglich gar nicht darum geht, eigene Ressentiments zu befriedigen – es soll wohl eher gegen jemanden Stimmung gemacht werden, indem man etwas Augenfälliges thematisiert (das groß zu thematisieren bislang kaum jemand für notwendig befunden hat). Das macht den Vorgang so besonders widerwärtig.

42) m.spreng, Sonntag, 10. Februar 2013, 08:37 Uhr

@ 39) Erwin Gabriel

Herr Gabriel, langsam werden Sie unverschämt. Lesen Sie doch einfach meinen Lebenslauf unter “Spreng wer?” und diskutieren Sie ansonsten zur Sache.

43) Frank Reichelt, Sonntag, 10. Februar 2013, 09:31 Uhr

@ 42, m.spreng

Wenn Sprache noch einen Sinn macht, muss man hier unterstellen: Getroffene Hunde bellen!

44) jmb, Sonntag, 10. Februar 2013, 09:47 Uhr

@StefanP
Wenn Sie (!) nicht lachen können, bin ich nicht besorgt. In der närrischen Zeit, sollte man schon grenzdebil für grenzwertig verwenden dürfen. Dass Teppichhändler sich bei asiatischer Gewürzeinlage Gedanken über den Geschmack des Publikums machen, bzw. unsicher werden angesichts der unfreundlichen Demoskopiezahlen verwundert nicht? Nur, selbst Mobbing will gelernt sein (vorher besser beim stern informieren!). Niebel, Westerwelle und die anderen mainstream-Dreamliner scheinen allmählich zu begreifen, dass Philipp zwar nicht besser beim TV-Publikum ankommt als zu erwarten war, dass er aber Pattex schon kann. Dass er nicht Wirtschaftsminister kann, ist kein Beinbruch, wer kann das heute schon? Brüderle, jedenfalls hat den Kopf bereits eingezogen, ein weis/ßer Mann. Die Frage ist doch, wie will sich die FDP verkaufen, wenn Merkel unverhohlen den Grünen Avancen macht und darauf setzt, dass die Parteienlandschaft bei weniger Akteuren “neue Herausforderungen” auf den Plan ruft. Da sollte man Rösler be-raten und nicht ver-raten? Hahns Äußerungen sind allemal grenzdebil, wenn nicht gar “grenzenlosdebil”, was aber nicht den diskursiven Standards der PC entspräche. Ich finde, Herr Spreng hat mit seiner Wortwahl eine glückliche Hand bewiesen, seine Argumenation war allerdings etwas dünn, was die Motivation der streamliner bertrifft.

45) Erwin Gabriel, Sonntag, 10. Februar 2013, 11:36 Uhr

@ 42) m.spreng, Sonntag, 10. Februar 2013, 08:37 Uhr

>> Herr Gabriel, langsam werden Sie unverschämt. Lesen Sie doch
>> einfach meinen Lebenslauf unter “Spreng wer?” und diskutieren
>> Sie ansonsten zur Sache.

Lieber Herr Spreng,

wie hätten Sie wohl erst reagiert, wenn ich Ihnen Begriffe wie “Lachnummer” oder “Grenzdebil?” zugeordnet hätte …?

46) m.spreng, Sonntag, 10. Februar 2013, 11:51 Uhr

@45) Erwin Gabriel

Mein Gott, soll das jetzt so weiter gehen? “Grenzdebil” hat der FDP-Politiker Lindemann in die Welt gesetzt und “Lachnummer” war eine Prognose für den Fall, dass Frau Schavan nicht zurückgetreten wäre.

47) Bernhard Paul, Sonntag, 10. Februar 2013, 15:06 Uhr

Bitte, bitte, meine Herren Gabriel, Reichelt und andere, immer und immer wieder auf Sprengs Springer-Vergangenheit zurückzukommen, wird weder dem Sprengmeister des Jahres 2013 gerecht noch ist es erfrischend für die Mitleser und -kommentatoren.

Sie müssen weder mitkommentieren noch mitlesen, wenn Sie sich an Spreng reiben. Der kommentiert, wie er es als renommierter Journalist seinem Ruf auch schuldig ist, pointiert und zugespitzt. Täte er das nicht, käme sofort die Reaktion: “Ach wie langweilig, Herr Spreng, nicht schon wieder!”

Es gibt im übrigen auch Verjährungsfristen für Vergangenes …

48) Peter Christian Nowak, Sonntag, 10. Februar 2013, 20:32 Uhr

@ Erwin Gabriel

Lieber Herr Gabriel! Wieso so aufgeregt? Schauen Sie, was haben Sie davon? Und…das noch zur Fassenacht? Es ist doch wirklich nicht die Zeit zum Lachen in den Keller zu gehen…
Lohnt es sich wirklich, sich so nervenaufreibend – auch nur für irgendeine Parte – einzusetzen?
In diesem Sinne: Helau aus Wiesbaden!

49) Frank Reichelt, Montag, 11. Februar 2013, 10:02 Uhr

@ Bernhard Paul

Solange Herr Spreng z.B. mit der typischen perfiden “BILD”-Boulevard Überschrift mit Fragezeichen arbeitet, wird er sich seine Springer-Vergangenheit vorwerfen lassen müssen.

Im übrigen sind es doch gerade die Journalisten, die nichts vergangenes verjähren lassen und bei jeder unpassenden Gelegenheit längst vergebenes wieder hervorkramen, sie tarnen das dann mit dem dämlichen Begriff “journalistische Sorgfalt”!

Herr Spreng sagt, er hätte den Begriff “Grenzdebil” vom FDP-Politiker Lindemann übernommen. Jetzt frage ich sie: Muss man sich denn jeden Stuss, den jemand von sich gibt zu eigen machen nur um sich eine pointierte Überschrift zu basteln?

50) Erwin Gabriel, Montag, 11. Februar 2013, 11:05 Uhr

@ 48) Peter Christian Nowak, Sonntag, 10. Februar 2013, 20:32 Uhr

>> Lieber Herr Gabriel! Wieso so aufgeregt?

>> Lohnt es sich wirklich, sich so nervenaufreibend –
>> auch nur für irgendeine Parte – einzusetzen?

:-)

Wenn Sie sich meine Beiträge noch einmal durchlesen, werden Sie merken, dass die Aufgeregtheit nicht auf meiner Seite liegt.

Und ich setze mich nicht für irgendeine Partei ein – ich wüßte derzeit auch gar nicht, für welche. Ich bin nur immer wieder über die Leichtfertigkeit betroffen, mit der pauschalisierend und ohne weitere Reflexionen teilweise hammerharte Vorwürfe rausgehauen werden.

51) Erwin Gabriel, Montag, 11. Februar 2013, 11:17 Uhr

@ 47) Bernhard Paul, Sonntag, 10. Februar 2013, 15:06 Uhr

>> Bitte, bitte, meine Herren Gabriel, Reichelt und andere, immer und immer
>> wieder auf Sprengs Springer-Vergangenheit zurückzukommen,
>> wird weder dem Sprengmeister des Jahres 2013 gerecht noch ist es
>> erfrischend für die Mitleser und -kommentatoren.

Ich habe schon in mehreren Kommentaren zu anderen Theman darauf hingewiesen, dass die Gleichsetzung Spreng = BILD unzutreffend ist. Dieser Beitrag stotzt jedoch vor boulevardesken Vereinfachungen und Überspitzungen. Von BILD erwarte ich nichts anderes, von Herrn Spreng eigentlich schon. Vermutlich habe ich mich deswegen zu meiner aggressiven Formulierung hinreißen lassen.

Ich habe mich bei Herrn Spreng schon per Email für meinen Ton entschuldigt, und entschuldige mich hiermit noch einmal in aller Öffentlichkeit.

52) Peter Christian Nowak, Montag, 11. Februar 2013, 18:43 Uhr

50) Erwin Gabriel
Was der Gebrauch der Leichtfertigkeit in Journalistenkreisen betrifft, gebe ich Ihnen Recht. Nebenbei: es gibt auch andere, die sich für guten nicht nur einsetzen, sondern sie auch leisten. Das nur am Rande.
So weit ich aber Herrn Spreng verstanden habe ging es ihm darum, Herrn Rösler nicht auschließlich auf sein Aussehen reduziert zu sehen. Aufgrund der Hahn´schen Äüßerung sah er sich offenbar dazu veranlasst.
Was mich an Herrn Rösler stört ist nicht sein Aussehen, sondern seine Leistung in einem Ressort, dass eigentlich zu den wichtigsten im politischen Alltagsbetrieb gehört. Ich sehe bei ihm nicht die Fähigkeit, die für dieses wichtige Amt notwendig ist. Es scheint aber in der Politik guter Brauch zu sein, dass jeder Labbeduddel gleichwohl jedes Ministerium übernehmen kann, ohne jegliche Qualifizierung. Bewerben Sie sich mal für eine exponierte Stellung auch nur im mittleren Management ojne die geforderten Qualifikationen – das nur als Anmerkung.

53) Erwin Gabriel, Dienstag, 12. Februar 2013, 11:20 Uhr

@ 52) Peter Christian Nowak, Montag, 11. Februar 2013, 18:43 Uhr

>> Was mich an Herrn Rösler stört ist nicht sein Aussehen, sondern
>> seine Leistung in einem Ressort, dass eigentlich zu den wichtigsten
>> im politischen Alltagsbetrieb gehört. Ich sehe bei ihm nicht die Fähigkeit,
>> die für dieses wichtige Amt notwendig ist.

Ich glaube nicht, dass das Amt des Wirtschaftsministers noch von herausragender Bedeutung ist. Kostet es Geld oder geht es um Besteuerung, hat der Finanzminister das letze Wort. Geht es um allgemeine Richtlinien, reden die Bundesländer oder die EU mit. Geht es um Gesetze, die Arbeiter und Angestellte betreffen, muss der Arbeits- und Sozialminister abnicken.

Was bleibt, ist vor Industrie und Verbänden Reden zu schwingen oder Investoren aus dem Ausland für den Standort Deutschlandzu begeistern. Und speziell für letzteres ist Philip Rösler sicherlich besser geeignat als manch anderer, etwa als Rainer Brüderle.

Ist ähnlich beim Aussenministerium: Die “wichtige” Aussenpolitik (EU, USA, China) wird im Kanzleramt bestimmt, für den Aussenminister selbst bleibt nur der Rest, den er sich auch noch mit dem Entwicklungshilfeminister teilen muss.

Philip Röslers Image wird wohl eher durch den Parteivorsitz der FDP bestimmt. Seit Guido Westerwelle diesen Job los ist, stiegen seine Sympathiewerte immer weiter an – vermutlich, weil er nicht mehr zu jedem Senf die offizielle FDP-Meinung verkünden muss.

54) Doktor Hong, Mittwoch, 13. Februar 2013, 00:17 Uhr

Also ich finde es ziemlich eindeutig, was Herr Spreng uns sagen will.

Er sagt ja nicht, dass Hahn Rassist sei. Er fragt nur, warum Hahn rassistische Ressentiments ins Spiel bringt.

Vielleicht machen analog gestrickte Bemerkungen den Sachverhalt klar.

Fiktiver Politiker 1 über fiktive Politikerin 2: “Gleichberechtigung ist eine feine Sache. Nummer 2 ist eine kompetente Politikerin. Aber man muss sich fragen, ob die Gesellschaft noch länger willens ist, eine Frau auf diesem Posten allein wegen der Quotenregelung zu akzeptieren.”

Fiktiver Politiker 3 über fiktiven Politiker 4: “Auch Homosexuelle genießen in Deutschland alle Rechte. Aber man muss sich fragen, ob diese Gesellschaft noch länger willens ist, einen Homosexuellen auf einem Ministerposten zu akzeptieren.”

Subtext: “ICH bin ja kein Frauenfeind/homophob/Rassist. ABER die ganzen Wähler sind ja dagegen, also müssen wir mal diskutieren, ob diese Frau/dieser Mann die/der Richtige für diesen Posten ist.”

Das ist sehr subtiler Sprachgebrauch, und ziemlich heimtückisch.

Spreng sagt ja nicht, dass Hahn Rassist sei. Er zeigt nur auf, wie Hahn durch seine Äußerung Rassismus in Bezug auf Rösler ins Spiel bringt.

Im Endeffekt bringt er Rassismus als Argument gegen Rösler ins Spiel, ohne sich direkt die Finger schmutzig zu machen.

Es ist ein Verdienst von Herrn Spreng, darauf hinzuweisen. Ich habe jedenfalls in puncto heimtückischer Verbalangriffe hinzugelernt.

55) Erwin Gabriel, Mittwoch, 13. Februar 2013, 09:43 Uhr

@ 54) Doktor Hong, Mittwoch, 13. Februar 2013, 00:17 Uhr

Das Thema ist so wichtig, dass man das sachlich diskutieren sollte.

Ansonsten bin ich kein Freund der Methode, eine einzelne Formulierung aus einem wie auch immer gestrickten Zusammenhang zu reißen, um damit einen Menschen als Mensch abzuqualifizieren.

56) NorJakob, Mittwoch, 13. Februar 2013, 19:12 Uhr

Eine sehr richtige Analyse. Vor allem in der Formulierung “noch länger” steckt die Gemeinheit oder die Dummheit – egal, beides ist für einen Minister keine Auszeichnung. Übrigens: Der Versuch der “Frankfurter Neuen Presse”, den Fauxpax von Hahn auszubügeln, könnte etwas damit zu tun haben, dass sein Pressesprecher Dr. Hans Liedel dort lange leitender Redakteur war.

57) Doktor Hong, Freitag, 15. Februar 2013, 00:37 Uhr

@ 55) Erwin Gabriel

Sie haben absolut recht, insbesondere mit dem zweiten Teil Ihres Kommentars. Nur leider ist es in unserer Kultur, und nicht nur in den Medien, allgemeiner Usus, sich Teilaussagen herauszupicken, um jemanden gezielt zu diffamieren. Das sind die verbalen Waffen, und man benutzt sie ohne schlechtes Gewissen.

Was glauben Sie denn wohl, warum ich hier nicht mit Klarnamen poste. Ich bin sicher, dass es in meinen Kommentaren genügen Halbsätze gibt, die geeignet sind, mich in jede beliebige Ecke zu stellen. Ich habe ganz einfach keine Lust darauf, in 10 Jahren unter die Nase gehalten zu bekommen, was ich heute im Internet geschrieben habe.

Schauen Sie sich doch dieses lächerliche, alberne Idioten-Theater an, das um Äußerungen von Peer Steinbrück veranstaltet wird. Schauen Sie sich an, wie Günter Grass als größter Antisemit seit Joseph Goebbels ans mediale Kreuz genagelt werden sollte. Das gibt einem zu denken, und im kleinen Kreis setzen sich solche albernen Spielchen fort, sorgsam anerzogen von politisch überkorrekten, aber immerhin wohlmeinenden Lehrern.

Gleichwohl achte ich darauf, auch unter Pseudonym keine Dinge zu schreiben, hinter denen ich (im Gesamtzusammenhang!) nicht auch mit meinem richtigen Namen stehen könnte. Alles andere ist oben gesagt.

P.S. Als Kind habe ich ein Plagiat eines Kinderbuchautors festgestellt. Er hat eine lange Textstelle aus einer Zeitschrift übernommen, und zwar wörtlich, ohne dies kenntlich zu machen. Wo kann ich ihn anprangern? :)

PPS. Das ist kein Witz mit dem Plagiat, das anprangern schon :)

58) Doktor Hong, Freitag, 15. Februar 2013, 00:37 Uhr

@ 56) NorJakob

Eine interessante Verbindung, die mir nicht bekannt war.

59) Erwin Gabriel, Dienstag, 19. Februar 2013, 10:31 Uhr

@ 57) Doktor Hong, Freitag, 15. Februar 2013, 00:37 Uhr

Ich habe bei gewissen Thenmen ein Vertrauen in den Lauf der Dinge. Beispiel Christian Wulff: Was er strafrechtlich relevant getan oder nicht getan hat, klärt die Staatsanwaltschaft. Die Medien haben sich sehr bemüht, ihren Teil dazu beizutragen. Nur muss zu jedem Faktum eine Beleidigung gepackt werden? Auf diese Weise macht man aus jedem gelegentlichen Falschparker, also aus jedem, ruckzuck einen asozialen Soziopathen.

Gerade bei Themen wie Fremdenfeindlichkeit oder Antisemitismus (Grass ist ein sehr gutes Beispiel dafür) sollten Beschuldigungen und Vorwürfe sehr vorsichtig formuliert werden. Denn da lässt sich, was man auf die wilde Meute losgelassen hat, nicht mehr zurückholen.

PS: Kann das auch sein, das die Zeitschrift vom Kinderbuchautoren odr beide von einem Dritten abgeschrieben haben?

Wie ist Ihre Meinung?

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