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Grenzdebil?

Wenn der hessische FDP-Vorsitzende Jörg-Uwe Hahn kein Rassist ist, wie ihm „der asiatisch aussehende“ Philipp Rösler bescheinigt, und wenn er auch nicht „grenzdebil“ ist, wie der FDP-Bundestagsabgeordnete Lars Lindemann meint, was ist er dann? Einer, der eine „notwendige Debatte“ führen will, wie die Jungen Liberalen erklären?

Es lohnt sich, Hahns Äußerung etwas genauer zu analysieren. Er stellte die Frage, „ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren“. Wenn Sprache noch einen Sinn macht, dann ist das „auch noch länger“ interessant. Also bisher hat „die Gesellschaft“ Rösler akzeptiert, künftig aber nicht mehr? Hat es einen plötzlichen rassistischen Schub in Deutschland gegeben?

Oder will ihn nur der erklärte Rösler-Gegner Hahn “ nicht länger“ akzeptieren? Natürlich nicht aus rassistischen Gründen. Warum sagt er dies dann nicht ohne diesen rassistischen Unterton? Oder will er sagen, der Niedergang der FDP sei mit dem Rassismus asiatenfeindlicher Wähler zu begründen? Das wäre eine ganz neue Erklärung für der Absturz dieser Partei. Will Hahn diese Debatte ernsthaft führen?

Hahns Äußerung ist so verquast, dass er sich gefallen lassen muss, dass jeder das hineininterpretiert, was er hineininterpretieren will. Damit ist er – ob gewollt und ungewollt – auch zum Stichwortgeber fremdenfeindlicher Stammtische und Büttenredner geworden.

Deshalb zur Klarstellung: In der FDP gibt es weder Sexisten noch Rassisten. Und die Erde ist eine Scheibe.

Nein, das ist zu böse.

Also noch einmal: In der FDP gibt es weder Sexisten noch Rassisten. Und die FDP ist eine moderne liberale Partei mit klugen Köpfen.

Auch nicht gut. Vielleicht doch „grenzdebil“? Oder Karneval  nach Art der FDP?