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Freitag, 15. Februar 2013, 12:34 Uhr

Wieviel Show darf in der Politik sein?

Politik kann und soll auch Spaß machen, aber sie ist kein Teil der Spaßgesellschaft. Es ist bemerkenswert, dass sich jetzt ausgerechnet der “ernste Mann für ernste Zeiten” an die Spitze dieser Spaßgesellschaft gestellt hat.

Der Vorschlag Edmund Stoibers, Stefan Raab solle das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück moderieren, ist ein durchsichtiger PR-Gag der Sendergruppe ProSieben/Sat1, deren Beiratsvorsitzender Stoiber ist. Und er hat gezündet, weil die Medien und ein Teil der Politik darauf eingestiegen sind. Respekt vor dem Marketing-Mann Stoiber.

Dennoch ist es kein ernsthafter Vorschlag, Für ein paar jüngere Zuschauer mehr ist der Preis zu hoch, die wichtigste Informationsverstaltung des Wahlkampfes zur Show-Bühne eines Multi-Entertainers zu machen. Das TV-Duell ist eine ernsthafte Sache, keine Wok-WM. Und es wird zwischen Fragen auch nicht mit Fäusten geboxt.

Dass darüber überhaupt so intensiv diskutiert wird, zeigt nur, wie verunsichert und verwirrt viele Medien schon sind. Und welche Rolle politischer Journalismus bei ProSieben/Sat1 noch spielt. Politik nur nicht zu ernst nehmen, das Publikum könnte gelangweilt sein. Fachleute stören nur. Hauptsache Spaß.

Wenn Politik zur Show verkommt, dann heißt es häufig, das sei eine Amerikanisierung des Wahlkampfes. Das stimmt bei den TV-Duellen überhaupt nicht. Das sind in den USA hochkonzentrierte politische Sendungen ohne jeden Show-Effekt. Die besten sind die Duelle mit nur einem Moderatoren.

Daraus sollten die deutschen Wahlkämpfer und Medien lernen. Denn die Duelle 2005 und 2009 waren keine Sternstunden: Zwangsfernsehen von gleich vier Sendern mit vier Moderatoren. Das Schaulaufen der Moderatoren war am Ende fast wichtiger als die politische Auseinandersetzung.

Dies würde bei einer Teilnahme Raabs ins Unerträgliche gesteigert. Deshalb wäre es sinnvoll, das Duell nur bei ARD und ZDF zu übertragen, moderiert von nur zwei Spitzenjournalisten – zum Beispiel Maybrit Illner, Anne Will oder Frank Plasberg.

Die Privatsender sollten das tun, was sie sonst auch machen, wenn bei ARD und ZDF wichtige Informationsveranstaltungen laufen – mit Film und Show dagegenprogrammieren. Das Publikum hätte auch in diesem Fall die Wahl.

Junge Wähler gewinnt man nicht, indem man Show-Stars Politik moderieren lässt, sondern durch Politiker, die junge Menschen ernst nehmen,  die eine verständliche Sprache sprechen, die sich glaubwürdig mit den Themen und Problemen jüngerer Wähler auseinandersetzen. Und vielleicht bringt es etwas, wenn die öffentlich-rechtlichen Sender eine Parallelübertragung im Internet und den Digitalkanälen mit eingeblendeten Tweets ausprobieren.

P.S. Ich bin gespannt auf die Einschaltquoten von Stefan Raabs nächster Polit-Talkshow bei ProSieben. Vielleicht hat sich das Thema dann von selbst erledigt.

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76 Kommentare

1) Gerd, Freitag, 15. Februar 2013, 12:53 Uhr

“Junge Wähler gewinnt man nicht, indem man Show-Stars Politik moderieren lässt, sondern durch Politiker, die junge Menschen ernst nehmen, die eine verständliche Sprache sprechen, die sich glaubwürdig mit den Themen und Problemen jüngerer Wähler auseinandersetzen.”

Wozu auch Auseinandersetzung, wenn glaubwürdigen Bullshit reden reicht? Sieht man ja schön am Sprengsatz – geht es doch nie um wirkliche Themen, sondern immer nur um Außenwirkung, aktuelle Agitation, Personaliendebatten und “Wählbarkeit”. Politik ist eine TV-Show zum Entertainment der Konsumenten während der globalen Umverteilung. Und alle spielen begeistert mit im Rausch der großen Freiheit. Der Österreicher brauchte dafür noch überdimensionierte Fahnen, Lebensraumgequatsche und Fackelumzüge, heute reichen iPhones, Iran und Eurovision Song Contests.

Lasst einfach den Raab ran im Kampf gegen das Zeitungssterben.

2) Fohle, Freitag, 15. Februar 2013, 13:00 Uhr

Hallo Herr Spreng,

ich gabe Ihnen Recht, dass vier Moderatoren mindestens zwei, wenn nicht sogar drei zu viele sind.

Die ganze Sache wäre allerdings wesentlich unproblematischer, wenn Frau Merkel nicht so feige wäre und sich zwei Duellen stellt.

Wovor hat sie Angst?

Die Sache mit Raab kann man so oder so sehen. Letztendlich spielt es kaum eine Rolle, welcher Moderator da mitmischen kann. Es sind ohnehin zu viele und es kommt auf die Kandidaten an.

3) Frank Reichelt, Freitag, 15. Februar 2013, 13:00 Uhr

Anne Will und Maybrit Illner sind Spitzenjournalisten? Meiner Ansicht nach sind die beiden Damen höchstens Spitzentalker!

Eigentlich müßten doch für ARD und ZDF Ulrich Deppendorf und Bettina Schausten als Leiter der Hauptstadtstudios die Fragen stellen, warum tun sie es nicht? Die beiden hätten schon eher die Bezeichnung “Spitzenjournalisten” verdient, auch wenn sich Frau Schausten bei dem legendären Interview mit Christian Wulff nicht gerade für den Pullitzer-Preis beworben hat!

Wenn Will, Illner oder Plasberg “nominiert” werden, muss die von Herrn Spreng proklamierte Ernsthaftigkeit der Veranstaltung bezweifelt werden, da würde Raab doch prima reinpassen!

4) michbech, Freitag, 15. Februar 2013, 13:04 Uhr

Keine Ahnung ob Raab daraus eine Spaßveranstaltung machen würde… aber nur weil er TV-Total moderiert und sich die Wok-WM ausgedacht hat, muss das ja nicht heißen, das er zu keiner ernsthaften Moderation in der Lage wäre.

Ich würde Raab durchaus zutrauen, das besser zu machen als die selbstbezogenen Talk-Egomanen von ARD/ZDF.

5) michbech, Freitag, 15. Februar 2013, 13:09 Uhr

Nachtrag:
“Spitzenjournalisten – zum Beispiel Maybrit Illner, Anne Will oder Frank Plasberg”

Ich bitte Sie Herr Spreng… wenn DAS unsere Spitzenjournalisten sind, dann kann man das auch den Kerner moderieren lassen

6) Gregor Keuschnig, Freitag, 15. Februar 2013, 13:10 Uhr

moderiert von nur zwei Spitzenjournalisten – zum Beispiel Maybrit Illner, Anne Will oder Frank Plasberg
Sorry für die vielleicht unterschwellige Polemik in meiner Frage, aber: Wo sind denn da die “Spitzenjournalisten”?

7) Olaf, Freitag, 15. Februar 2013, 13:31 Uhr

Ohne ein Fan S. Raabs zu sein, allein wegen der schlechten Qualität vergangener Kandidatenduelle, finde ich den Vorschlag E. Stoibers nicht ungewöhnlich. Stoibers Motive werden unwichtig, so bald die Parteien sich darauf einlassen.
Spaßpolitik haben wir doch eh schon in großen Teilen, z.B. durch Sommerlochattacken von Hinterbänklern und peinlichen Wahlkampagnen, “an`s Volk `ran schmeissen”.
TV-Duelle scheinen unvermeidlich, sind aber dringend und generell zu hinterfragen: was bringen sie denn außer Einschaltquoten?
Sollen wir nur die schönen und eloquenten Kandidaten wählen?

8) Markus, Freitag, 15. Februar 2013, 13:43 Uhr

Welches Interesse haben IM Erika und Steinbrück in den letzten Jahren bei den jungen Wählern denn erzeugt? Irgendwas zwischen Null und gar nichts.
Und wie kann eine Angela Merkel mit ihrer Konfliktvermeidungsstrategie denn überhaupt irgendein Interesse erzeugen?

Es fehlt eine politische Debatte über die Killerdrohnen der Bundeswehr, die EU, den EU Haushalt, die fehlende Umsetzung der UN-Richtlinie zur Beamtenbestechung und noch so viele wichtige Themen mehr. Von der Politik kommt nichts als Schweigen.
Einen solchen Betrieb kann man nicht mehr beschämen oder beschmutzen, er tut es von ganz allein.

Raab ist ein Schritt in eine Richtung. Ob vor oder zurück wird man sehen. Aber wenigstens tut sich was in diesem verstaubten Betrieb.

9) guzolany, Freitag, 15. Februar 2013, 14:02 Uhr

“Spitzenjournalisten”…

Bei Plasberg wäre es wenigstens lustig zu beobachten, ob er Steinbrück in Sachen Eitelkeit noch überstrahlt… Frau Illner ist hingegen sympathisch, aber überschätzt und sehr berechenbar und vor allem zu sehr von der Recherchequalität ihrer Redaktion abhängig. Soll Frau Will es machen, und vom ZDF könnte man als Quotenfrau Frau Schausten (“Kompetent in Prozent”) dazustellen, die schadet ja nicht, aber kann so schön streng tun.

Aber sind Sie im Grundsatz wirklich der Ansicht, dass ein “Duell” der Polit-Marionetten für das übergeordnete Spiel irgendeine Relevanz hat? Es ist doch der Fäden ziehenden Hochfinanz völlig gleichgültig, wer unter ihr Kanzler(in) ist, und weder bei Merkel noch bei Steinbrück besteht doch irgendeine Gefahr mangelhafter “Compliance”…

Um wieder einmal die selige Emma Goldman zu bemühen: “If voting changed anything they would make it illegal.” Nur dass sich dieser Umstand bei uns natürlich (noch) viel subtiler zeigen muss, als es in Unrechtsregimen nötig wäre.

Schönes WoE,
guzolany

10) Horst Klohocker, Freitag, 15. Februar 2013, 14:03 Uhr

Unser Papst Benedikt XVI tritt am Rosenmontag zurück und Stefan Raab moderiert das Kanzlerduell! Vieles ist möglich in unserer Gesellschaft – ob das lustig wird, wage ich zu bezweifeln. Raab kann nämlich auch seriös und das hat er schon öfters bewiesen – anno 2010 gewann er mit Lena diesen europäischen Schlagerwettbewerberb.

Auch vermeintliche Komiker können ernste und seriöse Fragen stellen – oft besser, denn sie wissen, wie man mit einem gewissen Maß an Ironie und Satire würzt! Also lasst ihn machen und solange er es nicht alleine macht, wird es bestimmt gut. Jetzt bleibt aber nur zu hoffen, dass RTL nicht Dieter Bohlen als Co-Moderator schickt, denn Fragen der Art: „Ej, Alter – wie willste denn mit dem Kopf Politik machen?“ wäre dann für den Teil der Bevölkerung mit etwas intellektuellem Hintergrund doch nicht mehr im Bereich des Tolerierbaren.

11) Michael A. Nueckel, Freitag, 15. Februar 2013, 14:42 Uhr

Der Vorschlag schien mir allenfalls als Karnevalsscherz etwas zu taugen – ich kann mich bis heute mit diesem Gedanken nicht anfreunden, die Idee erscheint mir nahezu widerwärtig zu sein. Wie ich mir auch sicher bin, Raab übernimmt sich ganz gewaltig – so stünde wenigstens ein Verlierer schon fest. Und ein bißchen Entzauberung könnte diesem Typen gut zu Gesicht stehen. Dennoch hoffe ich noch inständig, die verantwortlichen Kandidaten einigen sich auf ein anderes Format.

12) m.spreng, Freitag, 15. Februar 2013, 14:45 Uhr

Den m. E. besten Duell-Moderator habe ich nicht genannt, weil er beim Gerangel keine Chanchen hat: Es ist Thomas Walde vom ZDF. Er fragt unerschrocken, lässt sich nicht mit Floskeln abspeisen und hakt konsequent nach.

13) Klaus Klausen, Freitag, 15. Februar 2013, 15:46 Uhr

Die Titanic hatte ein Foto mit den vier Spitzenjournalisten nach dem letzten TV Duell mit ‘Deutschlands dümmste Zuschauer’ tituliert, und m.E. zu recht. Unvergessen die Illnersche “Tigerenten-Koalition”

14) Erika, Freitag, 15. Februar 2013, 16:09 Uhr

Thomas Walde wäre auch meine 1. Wahl.
Es tut richtig gut, wenn er “Dienst” hat.

15) Perplex, Freitag, 15. Februar 2013, 16:14 Uhr

Oh je, Herr Spreng! Diese drei sind Spitzenkandidaten? Die rutschen doch auf der Schleimspur bei Fragen an Merkel aus. Bei Steinbrueck dagegen koennte man ja so “richtig” fragen, um ihn von einem bereitgestellten Fettnaepfchen ins naechste zu jagen.
Aber zum Glueck ist Ihnen noch Thomas Walde eingefallen.

16) Don Corleone, Freitag, 15. Februar 2013, 16:25 Uhr

Ich plädiere für Harald Schmidt als einzigen Moderator des Kandidatenduells. Nur er hat den nötigen Punch, die Respektlosigkeit, aber auch die Bildung, um die Kontrahenten aus der Reserve zu locken. Ansonsten langweilen die uns wieder mit ihren öden, auswendig gelernten und vielfach gecoachten Schachtelsätzen aus den Federn diverser spin doctors.

Nur Dirty Harry würde etwas Leben in die Quasselbude bringen. Im Unterhaltungswert, nicht nur dank Mut zur politischen Unkorrektheit, sowieso unschlagbar.

17) Perplex, Freitag, 15. Februar 2013, 17:00 Uhr

Ich habe mich vertan. Es um die sogenannten Spitzenjournalisten – Illner, Will und Plasberg.

18) Roger Gerhold, Freitag, 15. Februar 2013, 17:00 Uhr

Wenn eine Knallcharge wie Raab bei den Privaten das “Duell” moderieren soll, könnten die Öffentlich-Rechtlichen die beiden Kandidaten ja bei “Wetten, dass!” auftreten lassen. Mutti wettet “An mir bleibt nichts hängen.”, Steinbrück”Ich erkenne EURO-Scheine am Geruch.”.

19) Hilarius, Freitag, 15. Februar 2013, 17:09 Uhr

Prinzipiell haben Sie recht, Herr Spreng. Politik sollte nicht zum Klamauk a la Stefan Raab verkommen.
Zumal seine Omnipräsenz einem doch sehr auf die Nerven gehen kann.

Allerdings frage ich mich, ob Stoibers Vorschlag in der Sache vielleicht sogar einfach nur konsequent ist.
Den peinlichen Politischen Aschermittwoch hätte auch Herr Raab erfinden können. Die Äquidistanz zwischen Politik und Kabarett verschwimmt auch etwas, wenn z.B. Mathias Richling und Ulla Schmidt gut befreundet sind.

Sie hätten gerne einen oder zwei Spitzenjournalisten? Die von Ihnen genannten sind es sicherlich nicht und vom Auftreten und Talkformat eher ein Abklatsch von Sabine Christiansen, die wesentlich dafür verantwortlich ist, dass Politik zu reinem “Palaver” (siehe das wunderbare Buch von Walter van Rossum zum Thema) mit Phrasendreschrerei und leeren Worthülsen wurde.

Wie wäre es mit Peter Zudeick oder Nikolaus Brender?
Wie Sie schon sagen: Die wirklich Guten haben da keine Chance.

20) Dierke, Freitag, 15. Februar 2013, 17:38 Uhr

Es ist völlig egal, wer moderiert !! Seit Jahren gibt es in unserem teueren deutschen Fernsehen überhaupt Spitzenjournalisten mehr!! Insofern kann man die Präsentation der Kandidaten getrost schon heute wegen totaler Langeweile und Überflüssigkeit abschalten. Und wenn es denn schon sein muss, dann bitte nur in e i n e m Sender! Schlimm genug, dass unsere Rundfunk – und Fernseh – “Steuern” für einen solchen Unfug rausgeworfen werden !!

21) manni.baum, Freitag, 15. Februar 2013, 17:40 Uhr

man könnte glauben : die Idee kommt von Merkel selbst. Wenn Raab Frohsinn verbreitet wird die Lage nicht so schlecht beurteilt, das nützt der aktuellen Regierung.

22) nona, Freitag, 15. Februar 2013, 17:52 Uhr

Das TV-Duell IST eine Amerikanisierung des Wahlkampfs. Die Idee kommt aus den USA. Über die Umsetzung oder die Qualitäten und ob es für die deutsche Politiklandschaft taugt oder nicht mag man streiten, aber nicht über die Herkunft. Allerdings, das ganze als “wichtigste Informationsverstaltung des Wahlkampfes” zu bezeichnen halte ich, höflich formuliert, mal für äusserst gewagt. Informationsveranstaltung? Wohl kaum. “Profilierungsgerangel” wäre richtiger. Mit viel Coaching und wenig Verlässlichkeit, ob das Gesagte nach der Wahl noch gilt. Inwiefern dieses Tamtam “wichtig” sein soll kann ich nicht erkennen. Ich fand das alles bislang immer eher abschreckend.

Zu den “Spitzenjournalisten” haben sich ja andere schon geäussert. Die genannten sind alles mögliche – omnipräsent, hochbezahlt, etc. Aber definitiv nicht “spitze”, selbst über die Wortwahl “Journalisten” könnte man da diskutieren.

23) W.Buck, Freitag, 15. Februar 2013, 19:41 Uhr

“Wenn die Politik dem Showbusiness gleicht, dann kommt es nicht darauf an, überragende Leistungen, Klarheit und Redlichkeit anzustreben, sondern darauf, den Eindruck zu erwecken, man täte es – und das ist etwas ganz anderes. Was dieses ganz andere ist, lässt sich mit einem Wort sagen: Reklame.”
(Zitat Neil Postman)

Politik ist schon längst zum Showbiz verkommen. Es geht nur noch darum Personen zu verkaufen. Die Inhalte sind abgesehen von den LINKEN ohnehin überall die Gleichen: Bankenrettung, Hausfrauenhaushaltspolitik, Kriegsgetöse…mal gelb, mal schwarz, mal grün, mal rot gestrichen. Schöne neue Einheits-Konsumer-Welt.

24) Michael, Freitag, 15. Februar 2013, 19:52 Uhr

Die traurige Wahrheit ist: Im deutschen Fernsehen gibt es derzeit keinen einzigen “Spitzenjournalisten”. Es sind alles Leute, an die sich die Zuschauer lediglich gewöhnt haben, weil wirklich gute Journalisten im Proporz-System der öffentlich-rechtlichen Anstalten nicht mehr nach oben kommen (oder nicht kommen wollen, weil sie das System abschreckt). Bei den Privatsendern ist ebenfalls weit und breit niemand zu sehen. Der letzte fernsehtaugliche politische Spitzenjournalist in Deutschland war der 1999 verstorbene Johannes Gross. Seither herrscht im Polit-TV nur noch Seichtnis, zumeist in linksgrünpopulistischer Darreichungsform.

25) CitizenK, Freitag, 15. Februar 2013, 21:11 Uhr

Steinbrück gilt schon als Spielverderber, weil er sich nicht darauf einlassen wollte. Stoiber (und Merkel) können sich sich ins Fäustchen lachen. Perfidie in Vollendung.

26) karel, Freitag, 15. Februar 2013, 22:49 Uhr

H. Spreng.
Tut mir leid.

Politik ist Show.
Talkshow its go.
Öffentlich rechtlich.
Zu offensichtlich.
“Blöd” wird “gefeiert”,
seriöses “gefeuert”.
“The Best” landet im “Medien-Keller”
Bejubelt wird der Selbstdarsteller.

Helau

27) Doktor Hong, Samstag, 16. Februar 2013, 03:53 Uhr

Ich dachte, Merkel und Steinbrück sollen debattieren und nicht Lieder vortragen und Rollschuh laufen.

Habe ich schon wieder etwas verpasst?

28) Minassian, Samstag, 16. Februar 2013, 08:26 Uhr

Dschungelcamp nominiert für den Grimme-Preis, Raab als Moderator für das TV-Duell : geht’s noch ? Nächstens Cindy aus Marzahn Nachfolgerin von Frau Schavan ?
Wenn das PR-Genie Stoiber in Brüssel mit ähnlichen Vorschlägen kommt, ist ja bald alles entrümpelt !?
Herr Spreng, mit Verlaub : mit Thomas Walde haben Sie sich gerade noch in die Glaubwürdigkeit gerettet, alle genannten TV-Talker als ‘Spitzenjournalisten’ zu bezeichnen, war ja völlig daneben.
Warum eigentlich nicht Jakob Augstein und Nikolaus Blome ?

29) Anonym, Samstag, 16. Februar 2013, 08:53 Uhr

Man kann ja von Stefan Raab halten, was man will, aber Peer Steinbrück hat ja nachträglich zugestimmt, ihn als Moderator zu nehmen. Insofern ist das schon ok. Und was das TV-Duell angeht: Es wird sich kaum von Raabs Talkshow unterscheiden. Denn das, was man an Raabs Sendung kritisieren kann, war ja, dass anders als etwa bei den Sendungen von Frank Plasberg, Maybrit Illner oder auch Anne Will einfach zu wenig Zeit für ein an sich größeres Thema bleibt. So sind die Debatten einfach auf einem recht flachen Niveau geblieben, etwa so wie bei Markus Lanz. Und das ist bei einem TV-Duell auch nicht viel anders; diese Sendungen sind eben nicht so stark spezialisiert wie einzelne Themen der klassischen Polittalks und wenn es nur ein Duell geben wird, können die Komplexe nicht einmal gesplittet werden wie etwa in den USA bei dort 3 Duellen. Das entscheidende wird daher sein, dass Raab sich seine Witze wie bei der Premiere seiner Show verkneifen sollte wie etwa “Fuchs du hast die Gnas gestohlen” bei Herrn Fuchs von der CDU oder bei Herrn Kubicki die Anspielung auf Philipp Rösler bezüglich des asiatischen Hintergrundes. Das wäre in der Tat vollkommen unseriös und da stimme ich Ihnen, Herr Spreng, absolut zu. Wenn die Politik junge Leute wieder verstärkt an die Urnen holen will, dann muss sie jungen Leuten verständlich machen, warum sie so handelt wie sie handelt und wie sie die Situation von Schülern, Auszubildenden, Studenten, Absolventen und Berufseinsteigern verbessern will.

30) Robert Schmidtke, Samstag, 16. Februar 2013, 09:00 Uhr

Mögliche Fragen im TV-Duell: 1. Kommt nach dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz jetzt ein Wachstumshöchstgeschwindigkeitsgesetz (selbstredend schuldenfinanziert) ? Und wenn das nicht reicht, dann ein Wachstumsunendlichkeitsgesetz? 2. Einen Pakt schließt man in der Regel mit dem Teufel. Trifft das auch auf den Fiskalpakt zu? 3. Die Abkürzung für Hartz IV lautet HIV. Warum? 4. Wer entwickelt die Strompreisbremse? Bosch? 5. Will der Bürger nach der Wahl lieber weiter ausgeMERKELt werden oder doch geSTEINBRÜCKt? 6. Keine Panik. Wir finden noch rechtzeitig eine zweite Erde für ein weiteres Experiment…

31) Claus Drullmann, Samstag, 16. Februar 2013, 09:01 Uhr

Warum denn nicht? In einem Land, einer Zeit und einer weltumspannenden postdemokratischen Ökonokratie, in der nahezu alles und jeder kommerzialisiert wird, ist das absolut in Ordnung.

Aber schön fände ich es, wenn es KEINE Zuschauer im Studio gäbe. Keine gekauften Claqueure z.B. der Feudalen Partei Deutschlands. Dann könnte ich mir das einmal ganz in Ruhe reinziehen. Eine Linie P.S., why not?!

Leute, die gern König von Deutschland wär’n, find’ ich immer interessant. Gehöre ja schließlich selbst zu denen.

32) horst scharnhorst, Samstag, 16. Februar 2013, 09:10 Uhr

Ein Blick nach USA zeigt, daß kommerzielle Sendesysteme sehr wohl gute – also verständliche – Polkt-Talks durchführen können. Herr Raab scheint zunehmend die Rollle des “Ausputzers” für das lahme Staatsfernsehen ARDZDF übernehmen zu müssen. Nach jahrzehntelanger Agonie führte er den ARDZDF “European Song Contest” zum Erfolg – und jetzt auch die Polittalks? Man fragt sich: wo bleibt der 10 Millionen Euro Gagen ARD-Star Günter Jauch? Und die zweite Frage; was leistet das 8 Mrd. Euro fteure Staatsfernseh-System ARDZDF, wenn es noch nicht einmal publikumsattraktive Moderatoren “ausbrüten” kann, um Spitzenpolitiker publikumsattraktiv zu interviewen. Diese Frage steckt doch eigentlich hinter dem Vorschlag von Frau Merkel, die kürzlich ARD und ZDF kritisierte. Zu Recht.. Also eine weitere Peinlichkeiit für die Staats-Journalismus-Beamten in Mainz, München und Hamburg. Wir brauchen dringend die grundlegende Reform von ARDZDF – denn das System hat den Kontakt zur Gesamtbevölkerung verloren. Nur Alte. Stephan Raab hat die Jungen. Die Jungen sind Zukunft. Das ist das Thema – nicht der vermeintliche Klamauk.

33) Doktor Hong, Samstag, 16. Februar 2013, 09:23 Uhr

Oder soll jetzt Stefan Raab bis zu den Wahlen als Bundeskanzler ernannt werden und Merkel und Steinbrück spielen eine politische Version von “Schlag den Raab”?

Erste Runde: Wer verdient am meisten bei öffentlichen Auftritten? Mal schauen, ob Peer dann immer noch so gierig dasteht, höhö.

Soso, und die Idee kam also von Steuber. Ahja.

34) Erika, Samstag, 16. Februar 2013, 09:58 Uhr

Stoiber schlägt vor – Merkel stimmt zu (Seibert: Die Kanzlerin spreche sich weder für noch gegen einen bestimmten Moderator aus. Die Journalisten, die die Fragen stellen, werden selbstverständlich von den Fernsehsendern benannt). Daraufhin sagte Steinbrück der Bild-Zeitung: “Wenn Angela Merkel (..) auch mit Stefan Raab einverstanden ist, wird es so geschehen”.

Die Artikelüberschrift dazu heute in meiner Tageszeitung:

“Auch Steinbrück gibt Okay für Raab
TV-Duell. Entertainer möglicherweise für Pro-Sieben-Sat1 in Moderatorenriege – SPD-Kandidat gibt nach”

man hätte auch schreiben können:

“Merkel mit jedem Journalisten einverstanden, der vorgeschlagen wird –
Steinbrück: Wenn Merkel mit Raab einverstanden ist, wird es so geschehen”

35) StefanP, Samstag, 16. Februar 2013, 10:40 Uhr

Zielsicher hatte Peer Steinbrück das nächste verfügbare Fettnäpfchen angesteuert und sich in einer Sache positioniert, bei der er nicht gewinnen konnte. Für einen erfahrenen Politiker ist das schon ziemlich …. Die Auswahl der Moderatoren liegt in der Hand der übertragenden Sender und soweit Politiker versuchen, hier einzugreifen, holen sie sich blaue Flecken. Das geht höchstens in Italien. Auch die Begrenzung der Übertragung auf die öffentlich-rechtlichen Sender kann man eher als Anschlag auf den Meinungswettbewerb verstehen. Viel zu selten stellen sich die politischen Protagonisten nicht von der Politik bezahlten Journalisten.

Anne Will und Maybritt Illner gehören auch nicht (mehr) zur Creme de la Creme der Journalistenschar, entgleitet ihnen doch allzu oft die Führung ihrer eigenen Sendung und lassen sie sich von Politikern auf der Nase rumtanzen. Die Kanzlerduelle im Fernsehen ähneln einem Stellungskrieg beim Schach und waren zuletzt selbst für politische Interessierte eher unergiebig. Ein Springer kann das Spiel auflockern. Soviel wird Stefan Raab im Begleitschutz von 3 arrivierten Journalistenkollegen nicht falsch machen können.

Wer war nochmal Stefan Limbourg?

36) jan, Samstag, 16. Februar 2013, 13:34 Uhr

wenn es raab wirklich macht gibts bestimmt SMDSFFDKKD*

zuschauer von tvtotal müssen sich zum kandidatenfragencasting bewerben und abenteuerliche spiele bestehen. der gewinner aus den vorvorentscheid, dem vorentscheid und dem finale stellt dann eine frage, die stefan raab im tv-duell den kandidaten stellen muss.

hoffentlich gewinnt jaqueline aus bottop mit der frage: “hol’n sie mir ma ne flasche bier?”

* = schick mir deine super frage für das kanzler kandidaten duell

37) Rainer N., Samstag, 16. Februar 2013, 13:43 Uhr

Meines Erachtens wären die von Ihnen genannten auch nicht gerade berauschend.

Mein Vorschlag – nicht nur in diesem Blog:

Sonia Seymor Mikich

oder – was Merkel ablehnen dürfte:

Rob Savelberg

der wäre auch mutig genug unbequemer Fragen zu stellen.

38) jmb, Samstag, 16. Februar 2013, 15:30 Uhr

@ Hrn. Spreng: Zustimmung auf der ganzen Linie

Man stelle sich einmal die Herrn Sloterdijk und Safranski als Alternative zu dem Multitalent S.R. vor. Das Gespräch zwischen Merkel und Steinbrück könnte für beide völlig peinlich verlaufen, wer möchte das schon. Es gibt nun offensichtlich Themen, die Raab einfach nicht stellen wird. Bei Denkern, denen die gesellschaftliche Befindlichkeit vielleicht selbst zweifelhaft erscheinen könnte, würde es für beide “Spitzen”-Politiker möglicherweise recht ungemütlich. Man erinnere sich nur daran, dass die beiden Denker aus dem ZDF gewiesen wurden, als darüber anfingen zu sinnieren, welche Auswirkungen die Euro-Retterei nehmen könnte. Wer eine interessante Gesprächsrunde wünscht, würde sich auch interessante Moderatoren vorstellen. Die Infantilisierung des politischen Gesprächs kann bei ein paar Maß Bier noch toleriert werden, aber wenn sie auf die Kompetenzen von Poltikern ausgerichtet ist, muss sie bestenfalls als Parodie, ggf. sogar als Verdummung scheitern.

39) Rainer N., Samstag, 16. Februar 2013, 15:33 Uhr

@ 35 Stefan P.

ich kenne genügend Menschen die keine privaten Sender schauen.

Die “Grundversorgung” liegt nun einmal in den Händen der ÖR-Anstalten.

Abgesehen davon halte ich solche Rededuelle für Unsinn. Um die Wahlmüdigkeit zu verringern müssten nur die Wahlgesetze verändert werden. Mehr sowie gerechtes und gleiches Gewicht für die Wählerstimmen! Ich habe da zur Zeit eine Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht laufen. Das Verwaltungsgericht hat doch tatsächlich den Mut gehabt zu schreiben:

Die Wahlprüfungsentscheidung des Beklagten stütz sich auf das NKWG, dessen Gültigkeit, insbesondere Verfassungsmäßigkeit von Verwaltungsgerichten des Landes Niedersachsen in Streitigkeiten über Wahlprüfungsentscheidungen nicht in Frage gestellt wurde und nicht in Frage zu stellen ist.

Ich vertrete die Ansicht, das NKWG steht nicht auf dem Boden des Grundgesetzes, da schon das BVerfG geurteilt hat, das ein Stimmengleichgewicht bestehen muss. Aus meiner Sicht besteht ein Verstoß gegen den Grundsatz der Stimmengleichheit. Die Weigerung das vom Staatsgerichtshof prüfen zu lassen beraubt mich meiner Rechte, mich gegen aus meiner Sicht rechtswidrige Gesetze wehren zu können.

Aus dem BVerfG Urteil vom 13.02.2008 unter 2 BvK 1/07

“Der Grundsatz der Gleichheit der Wahl sichert die vom Demokratieprinzip vorausgesetzte Egalität der Staatsbürger. Die Gleichbehandlung aller Staatsbürger bei der Ausübung des Wahlrechts ist eine der wesentlichen Grundlagen der Staatsordnung … Der Grundsatz der Gleichheit der Wahl gebietet, dass alle Staatsbürger das aktive und passive Wahlrecht möglichst in formal gleicher Weise ausüben können. Er ist im Sinne einer strengen und formalen Gleichheit zu verstehen … Aus dem Grundsatz der Wahlgleichheit folgt für das Wahlgesetz, dass die Stimme eines jeden Wahlberechtigten grundsätzlich den gleichen Zählwert und die gleiche rechtliche Erfolgschance haben muss. Alle Wähler sollen mit der Stimme, die sie abgeben, den gleichen Einfluss auf das Wahlergebnis haben.”

Das Wahlrecht muss im Übrigen den Wahlrechtsgrundsätzen entsprechen. Der Gesetzgeber ist bei der Gestaltung des Wahlrechts gehalten, die Gleichheit der Wahl innerhalb des jeweiligen Wahlsystems zu wahren. Er muss, wenn er sich für ein Wahlsystem entschieden hat, die im Rahmen des jeweiligen Systems geltenden Maßstäbe der Wahlgleichheit beachten

Der Wahlbewerber kann nach diesen Regelungen nur Stimmen aus einem einzelnen Wahlbereich auf sich vereinigen. Die wahlgebietsbezogene faktische Sperrklausel wird durch eine auf den einzelnen Wahlbereich bezogene Sperrklausel verstärkt. Diese ergibt sich aus dem Verhältnis der Mindeststimmenzahl zur Zahl der im Wahlbereich abzugebenden Stimmen. Die Mindeststimmenzahl bleibt dabei als Quotient von Gesamtstimmen und Sitzzahl konstant. Die im Wahlbereich erreichbare Stimmenzahl nimmt aber mit dessen Größe zu. Deshalb wird die “lokale faktische Sperrklausel” mit jeder Vergrößerung des Wahlbereichs reduziert, aber bei dessen Verkleinerung erhöht.

Wenn es erlaubt wird, in den einzelnen Wahlbereichen bis zu 25% Unterschiede bei den Wahlberechtigten einzuteilen, wird dadurch nur das Stimmenungleichgewicht festgeschrieben. Ich halte deswegen die Abweichungsgröße für rechtswidrig. Meine Argumente zur Stimmenungleichheit, bei einer erlaubten Abweichung von bis zu 25% der Wahlberechtigten, müsste als Beleg für die Verfassungswidrigkeit dieser Norm angesehen werden. Ich halte deswegen die Weigerung mit meiner Klage den Staatsgerichtshof einzuschalten für einen Verstoß gegen das Urteil:

BVerfG 2 BvR 2500/09 Absatz 160:

“Das Unterlassen einer Vorlage verstößt gegen Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG, wenn sich dem Fachgericht die entscheidungserhebliche Verfassungswidrigkeit einer Norm in einer Weise aufdrängen musste, dass das Absehen von einer Vorlage willkürlich war (vgl. BVerfGE 75, 223 ; 117, 330 ).”

Die aus meiner Sicht vorgetragenen und in dieser Beschwerde aufgeführten verfassungsrechtlichen Argumente wurden bisher ignoriert. Das besagt schon die zitierte Aussage:

dessen Gültigkeit, insbesondere Verfassungsmäßigkeit von Verwaltungsgerichten des Landes Niedersachsen in Streitigkeiten über Wahlprüfungsentscheidungen nicht in Frage gestellt wurde
und nicht in Frage zu stellen ist.

Noch offenen kann man seine Verfassungsfeindlichkeit nicht formulieren.

40) m.g.t., Samstag, 16. Februar 2013, 17:37 Uhr

…etwas Polemik, die die anderen Kommentatoren auch schon verbreitet haben:
Wer von BILD kommt, für den ist Anne “Will aber kann nicht” schon Spitzenjournalistin?
Wie definiert man dann schlechten Journalismus? Die Bäckerblume oder die Apothekenrundschau?

Man sollte mal davon abkommen, zu behaupten, dass die Sender, die Florian Silbereisen und Veronica Ferres in der Heavy Rotation haben, zur politischen Willensbildung beitragen würden oder im Politischen besonders qualifiziert seien.

Nein, Raab ist ganz okay. Sein Teil wird der beste sein, weil er am wenigsten bereit sein wird, den Majestäten zu huldigen. Schnoddernase Steinbrück wird sich von ihm in ein paar Fallen locken lassen (und wenn nicht, dann vor Angst versteinert untergehen), und Mutti wird als die kaltschnäuzige Mechanikerin der Macht erscheinen, die sie ist.

Mal ganz ehrlich: Wer von den anderen Moderatoren wird sich denn trauen, eine Frage zu den Pleitegriechen (bzw. den restlichen EU-Südstaaten) zu stellen?

Im Übrigen: Politik ist Zirkus. Und Kabarett ist viel politischer als Bundestag. Denn für Politik galt schon immer: Mundus vult decipi. (Die Welt will betrogen sein).

41) 222 Remy. Mgn., Samstag, 16. Februar 2013, 18:58 Uhr

Peer Steinbrück:”Wenn Angela Merkel dann auch mit Stefan Raab einverstanden ist,wird es geschehen.
Auf SPON 15.02.2013
Wieder ein Minuspunkt für den Peer. So nach dem Motto: Ich war ganz lieb,bekomme ich jetzt auch ein Bonbon? Das soll Wahlkampf sein ? Es fügt sich ein Mosaiksteinchen zum anderen. Peer Steinbrück will, wird und kann nicht Kanzler !!!

42) Tiffy, Samstag, 16. Februar 2013, 19:12 Uhr

So negativ finde ich die Idee mit Raab als Co-Moderator nicht. In seiner Sendung stellt er den Gästen immer ausgezeichnete Fragen, das kann man nicht mit dem jämmerlichen Niveau von Markus Lanz vergleichen. Und zwei politische Journalisten sich um die Wette wichtig tun und Dinge wie die Tigerenten-Koalition erfinden, sollte man besser ihn nehmen.

Ein Vierer-Befragungsteam finde ich auch ganz blöd, schon allein das Verhältnis Zahl der Befragten : Zahl der Fragenden ist da viel zu unausgewogen.

Bei Raabs Polittalk Absolute Mehrheit wundert mich, dass es überhaupt eine zweite Ausgabe gibt. Das Konzept ist Mist. Drei Themen in einer Stunde, da bleibt für den Politiker zu wenig Zeit, sich zu äußern. Die können einfach um das Thema drumherum reden und ausnutzen, dass die Zeit abläuft. Es müsste irgendwie eine Open-End-Show sein, damit das nicht passieren kann.
Außerdem ist es blöd, dass in der ersten Runde der Sendung schon Politiker herausfallen. Die können weiter mitreden, es wird aber nicht gewertet – das ist doch Schwachsinn. Und für so eine Show müsste sich Raab auch besser vorbereiten.

43) Howie Munson, Samstag, 16. Februar 2013, 20:11 Uhr

Das TV-Duell ist eine ernsthafte Sache

Nö, ernsthaft wird keiner das sagen, was er nach der Wahl wirklich tun wird. Und ARD und ZDF sollten so konsequent sein, es nur auf phoenix auszustrahlen, da es kein analoges terrestrischen Fernsehen mehr gibt, gibt es keinen technischen Grund die Unterhaltungkanäle zu benutzen.

44) Erika, Sonntag, 17. Februar 2013, 09:14 Uhr

“Vielleicht hat sich das Thema dann von selbst erledigt.”

Wohl eher nicht:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/tv-duell-prosiebensat-1-schickt-raab-zu-merkel-und-steinbrueck-a-883758.html

aber wer den Fettnapf bekommt ist auch klar:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/tv-duell-prosiebensat-1-schickt-raab-zu-merkel-und-steinbrueck-a-883758.html

45) Erika, Sonntag, 17. Februar 2013, 09:18 Uhr

Sorry Herr Spreng,

gemeint war als zweiter Link:

http://www.tagesspiegel.de/medien/wirbel-um-tv-duell-steinbruecks-peinliche-raab-posse/7792904.html

46) Tilman, Sonntag, 17. Februar 2013, 09:19 Uhr

Ich würde neben Raab Jakob Augstein, Nikolaus Blome und Benjamin von Stuckrad-Barre setzen.

47) StefanP, Sonntag, 17. Februar 2013, 10:38 Uhr

@39) Rainer N.

Ich bin nicht Richter und nicht Anwalt, folglich habe ich die Auszüge aus Ihrem Schriftsatz nicht gelesen. Für die Argumentation in einem politischen Forum taugt das nämlich nicht.

Sie begründen die Wahlmüdigkeit der Deutschen mit dem Wahlrecht. Na, das finde ich mal eine originelle Argumentation, die allerdings alleine Ihrem gesonderten Blickwinkel entspricht. Wie begründen Sie dann die deutlich größere Wahlmüdigkeit der Ost- gegenüber den Westdeutschen, die der Amerikaner, die der Briten, Kanadier? Die haben alle ein anderes Wahlrecht, sogar andere Parteien.

Könnte man da eigentlich nicht den Schluss ziehen, dass Wahlmüdigkeit im Allgemeinen weniger mit Parteien und Wahlsystemen, denn den Menschen an sich zu tun hat? Könnte es nicht sein, dass die zunehmende Abstinenz von – übrigens meist jungen – Menschen mit einer anderen Interessenlage, ja, mit der Trivialisierung von Interessen zu tun hat? Sie führen an, Sie würden viele Menschen kennen, die keine Privatsender schauen. Witzig. Es gibt viele unter 35jährige, die keine öffentlich-rechtlichen Sender schauen. Und diese wählen zufällig eher selten. Komisch, gibt es da einen Zusammenhang? Und zur Grundversorgung gehören also Champions League und Daily Soaps. Ich dachte, das bieten schon private Sender an.

Doch um sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, die wahrlich Komplexität beinhalten, bedürfte es einen Blick über die eigenen Schriftsätze. Und ob Sie Rededuelle unsinnig finden, ist völlig Banane. Sie sind bestenfalls einer von 66 Millionen Wahlberechtigten. Zu wenig, um die eigene Meinung wichtig zu nehmen.

48) Doktor Hong, Sonntag, 17. Februar 2013, 16:20 Uhr

@ m.spreng

Mal eine Zwischenfrage, raucht Ihr ehemaliger Schützling ebenfalls Zigarre, wie Schröder? Und wenn ja, raucht er wenigstens die “Edmundo”? :)

Das wäre auch ein super Marketing-Gag im Duell gewesen :)

“Jo mei – ih rauch ja wenigstens Zigarren, die heißen joh wenigstens wie ih!”

(Man möge mir meine mangelnde Übung im Transkribieren ins Bayerische verzeihen)

49) symm, Sonntag, 17. Februar 2013, 22:41 Uhr

“Das TV-Duell ist eine ernsthafte Sache”
Da bin ich ja fast am Abendbrot erstickt vor Lachen.

@Rainer N. (Kommentar 39)
Wenn Sie Ihre Anliegen (“Mehr sowie gerechtes und gleiches Gewicht für die Wählerstimmen!”) vor Gericht ähnlich konfus vorgetragen haben (Was ist z.B. ein “Stimmengleichgewicht”? Gleicher Zählwert oder auch gleicher Erfolgswert?), wie in Ihrem Beitrag, dann hätte ich es als Richter auch abgelehnt, weil ich schlicht nicht erkennen kann, worin nun Ihr konkretes Problem liegt und gegen welchen Aspekt, Paragraph etc. es im (Wahl)Gesetz verstoßen soll.
Anders gesagt: Falls ich Ihren Beitrag bzw. Ihr angemahntes Problem richtig verstehe, dann liegt in Ihrem Fall höchstwahrscheinlich kein Verstoß gegen die Wahlgrundsätze (hier Aspekt der gleichen Wahl) vor, sondern ein Missverständnis über die Funktionsweise des Wahlsystem/-rechts bzw. personalisierten Verhältniswahlrechts.

Doch was stört Sie nun? Sind es die Einteilung der Wahlkreise? Ist es der inverse Erfolgswert (vulgo negatives Stimmgewicht mit dem Aspekt der Erfolgswertgleichheit der Stimmen; das BWahlG wird dahingehend gerade vom BMI nach dem SPD-Ausgleichsmodell ausgearbeitet)? Oder ist Ihr Problem/Anliegen viel tief liegender (Repräsentationsprinzip, Entscheidungsprinzipien, technische Elemente wie die Sperrklausel oder das Sitzzuteilungsverfahren)?

Im Übrigen: Für Wahl(prüfungs)beschwerden sind zunächst die jeweiligen Parlamente zuständig (der Gesetzgeber (=Parlament] entscheidet sich für ein konkretes Wahlsystem und Wahlrecht (Art. 38 Abs 3 GG; vgl. etwa vgl. Art. 8 Abs. 5 Niedersächsische Verfassung), das jeweilige Parlament ist also der erste Ansprechpartner), erst danach (nach Ablehnung der Wahlprüfungsbeschwerde) sind die jeweiligen Verfassungsgerichte zuständig. Ein direkter Gang vor’s Gericht, erst Recht vor ein Verwaltungsgericht wird daher abgewiesen. Ihre zitierte Abweisung hat also nichts mit “Verfassungsfeindlichkeit” zu tun.
(“Die Wahlprüfungsentscheidung des Beklagten stütz sich auf das NKWG, dessen Gültigkeit, insbesondere Verfassungsmäßigkeit von Verwaltungsgerichten des Landes Niedersachsen in Streitigkeiten über Wahlprüfungsentscheidungen nicht in Frage gestellt wurde und nicht in Frage zu stellen ist.” = Wir, ein Verwaltungsgericht, sind nicht zuständig für Ihre Beschwerden zum Wahlgesetz. Der Nächste bitte.)

50) Rainer N., Sonntag, 17. Februar 2013, 23:08 Uhr

Ich halte es da eben mit Moliere –

wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.

Sie übersehen eines – ein Mensch kann alles erreichen – selbst als einer von 80 Millionen – wenn der Weg der richtige Weg ist. Ich habe leider nicht das Charisma eines Gandhis. Trotzdem!

Wie steht auf der Geburtstagskarte – die ich erhalten habe – Nur wer sein Ziel kennt findet den Weg. (und der Text dazu) Lieber Rainer, dass Dein Weg oft ein anderer ist, weniger gut gepflastert, darauf bist Du ja auch ein bisschen stolz.

Nun, stolz würde ich nicht sagen – ich bin überzeugt das der Weg richtig ist. Deswegen gehe ich meinen Weg. Ich habe den Beitrag übrigens nur geschrieben, damit andere Leser vielleicht auch einmal auf die Idee kommen, sich gegen Wahlgesetze zu wehren, die zu falschen Ergebnissen führen.

Deswegen ist meine Klage gegen das NKWG erforderlich. Für die Stadt NAME mit 60.124 Wahlberechtigten werden 42 Ratsmitglieder gewählt. Die Ungleichheit der Stimmen entsteht durch die Addition der Stimmen in den vier Wahlbereichen nach dem dann die Verteilung der Mitglieder des Rates berechnet wird. Die Wahlberechtigten verteilen sich wie folgt: Bereich 1 = 14.244 / Bereich 2 = 15.651 / Bereich 3 = 16.422 / Bereich 4 = 13.807.

Um eine Stimmengleichheit zu gewähren müssten die 42 Ratsplätze entsprechend der Quotienten vergeben werden. Die Methode Hare-Niemeyer ergibt folgende Zahlen: 9,95 – 10,93 – 11,47 – 9,64.
Nach den Vorkommastellen müssten 9 – 10 – 11 – 9 Mandate (39) verteilt werden. Die drei verbleibenden Plätze müssen nach den Nachkommastellen vergeben werden, 1 – 1 – 0 – 1. Somit müssten 10 – 11 – 11 – 10 Ratsmandate verteilt werden um ein Stimmengleichgewicht zu erhalten. Durch die im NKWG erlaubte Addition der Stimmen und Berechnung der Sitze werden aber 8 – 14 – 12 – 8 Ratsmandate vergeben.

Dieser Verstoß gegen das Stimmengleichgewicht – das vom BVerfG gefordert wird – hat mich dazu bewogen, eine Klage gegen das NKWG einzureichen, nachdem meine Eingabe abgewiesen wurde. So wähle ich eben immer den Rechtsweg, wenn ich der Ansicht bin, das etwas nicht richtig ist. Das sehe ich als meine Bürgerpflicht an, die leider von zu wenigen Menschen umgesetzt wird.

(Was mich verwundert hat, die CDU hätte 12 statt 11, die Grünen 7 statt 6 die Piraten und Unabhängigen hätten jeweils 3 stat 2 Kandidaten in den Rat entsenden können, war denen aber egal.)

51) S1, Montag, 18. Februar 2013, 00:13 Uhr

Hier stimme ich Herrn Spreng zu 100 Prozent zu!

52) jmb, Montag, 18. Februar 2013, 17:11 Uhr

>> Wieviel Show darf in der Politik sein, die Zweite

Für Raab gilt, er kann einem Gespräch zwisachen Merkel und Steinbrück als Moderator nicht die Aura eines politschen Gesprächs verleihen. Die Veranstaltung versandet damit zwangsläufig in einer Alibiveranstaltung und dient dann offenkundig anderen Zwecken als der Erkundung der politischen Grundhaltungen oder der vorgeblichen Lösungsansätze. Die Verantwortlichen in den Parteien solten diesen Zusammenhang ernstnehmen. Authentizität des politischen Gesprächs verlangt nach adäquaten Akteuren, je unabhängiger desto besser. Vielleicht begreifen das auch Merkel und Steinbrück selbst? Es darf aber weiterhin daran gezweifelt werden. Die Politikdarsteller fühlen sich auf der Ebene von Showtime und Claqueuren einfach weniger angreifbar als auf einem Forum mit vielleicht sogar kritischen Stimmen. Das Thema sollte “weiterstrapaziert” werden, denn an ihm wird die Befindlichkeit der Akteure besonders leicht erkennbar.

53) Doktor Hong, Dienstag, 19. Februar 2013, 00:26 Uhr

@50) Rainer N.

Grobe Verzerrungen sind eine Sache; perfektes Verhältnis zwischen Stimmen und Abgeordneten eine andere. Letzteres gibt es einfach nicht.

Nur wenn die Stimmverhältnisse rein zufällig so sind, dass sie durch Brüche aus dem Zahlenraum der Abgeordnetenzahlen dargestellt werden können, haben Sie perfekte Verhältnisgerechtigkeit.

Es ist und bleibt eben ein Problem, festzulegen, was 0,36 Abgeordnete zu bedeuten haben, wo die Zahl der Abgeordneten nun einmal diskret und ganzzahlig ist.

Wobei ich ehrlich gesagt nicht der Meinung bin, dass mathematische Feinheiten im Wahlrecht dafür verantwortlich für die Politikverdrossenheit ist – übrigens ein Wort, das schon seit den frühen 90er Jahren des letzten Jahrhunderts durch die Medien geistert.

Dazu müsste man überhaupt erst die Problematik verstehen, was über Dschungelcamp-Niveau hinausgeht und ergo schon viel zu hoch für die allermeisten Leute ist. Man sieht doch schon an Polit-Talks wie Illner oder Anne Will, wo diese eingreifen und das Niveau flachhalten, sobald ein Gast ein wenig ans Eingemachte gehen will (“Das wird jetzt zu kompliziert für den Zuschauer”).

Was ich im Fernsehen vermisse sind echte Informationssendungen. Es wird rumgesabbelt und Bullshit-Bingo gespielt, aber mir ist keine Sendung bekannt, die erklärt, was der ESM ist, wie er funktioniert, was die Streitpunkte sind, etc. etc.

Das ist etwas, das mich persönlich verdrossen macht. Meine Freizeit ist begrenzt und man kann mir nicht zumuten, dass ich mir über alles und jedes die Informationen mühsam aus dem Netz und der Fachliteratur zusammenklauben muss. Da hätte ich schon gerne mal eine fachlich fundierte Dokumentation gesehen, die über den “60-Sekunden-Check” oder wie das auch immer heißt hinausgeht.

54) Michael A. Nueckel, Dienstag, 19. Februar 2013, 10:37 Uhr

@ 52) jmb,
Gerade mit dem einleitenden Satz sehr schön auf den Punkt gebracht – danke!

@ 53) Doktor Hong,
Insbesondere Ihre beiden letzten Absätze treffen ebenfalls den Nagel auf dem Kopf.

55) Erwin Gabriel, Dienstag, 19. Februar 2013, 10:47 Uhr

@ 47) StefanP, Sonntag, 17. Februar 2013, 10:38 Uhr

>> Ich bin nicht Richter und nicht Anwalt, folglich habe ich die Auszüge
>> aus Ihrem Schriftsatz nicht gelesen. Für die Argumentation in einem
>> politischen Forum taugt das nämlich nicht.

Warum denn immer so schnöselig, junger Mann? Erfreuen Sie sich an Ihrer sicherlich vorhandenen intellektuellen Überlegenheit, aber lassen Sie uns doch nicht dauernd darunter leiden.
.

>> Könnte man da eigentlich nicht den Schluss ziehen, dass Wahlmüdigkeit
>> im Allgemeinen weniger mit Parteien und Wahlsystemen, denn den
>> Menschen an sich zu tun hat?

Nein. Ich vermute eher, dass es ein Problem des Angebots als ein Problem der Nachfrager gibt, sonst hätten Parteien wie die Piraten oder (schon länger her) die Grünen keine Chance bekommen.

56) StefanP, Dienstag, 19. Februar 2013, 12:36 Uhr

@55) Erwin Gabriel

Ich hatte gebeten, den Bogen weiterzuspannen. Für die Ostdeutschen gibt es die gleichen Parteien im Angebot wie für die Westdeutschen. Sie gehen aber signifikant seltener wählen und haben geringere Parteibindungen. Die Wahlenthaltung in andereren Demokratien ist teilweise weit größer, die Amerikaner haben sogar die Möglichkeit, sämtliche Exekutivorgane, inklusive Richter und Sheriffs, direkt zu wählen – und machen weit seltener Gebrauch davon.

Wenn dieses Phänomen in jeder Demokratie anzutreffen ist, können Sie eigentlich unmöglich formulieren, es läge am Angebot. Wenn Parteien, Funktionsträger und Wahlsysteme in einer Vielfalt angeboten werden und die Reaktionen sich dennoch ähneln, bleibt als Problemstelle nur der Wähler selbst. Es schmeckt nicht.

57) Politikverdruss, Dienstag, 19. Februar 2013, 14:54 Uhr

@Doktor Hong 53)

Zustimmung! Hier eine Studie über die „Boulevardisierung“ der Medien. http://www.nachhaltigkeitsrat.de/uploads/media/Studie_TV-Medien_und_Nachhaltigkeit_Juli_2004_06.pdf

Sie sei zum beherrschenden Prinzip geworden. „Dass es gegenwärtig keine Sendungen im fiktionalen Bereich mit Nachhaltigkeitsinhalten gibt, hängt auch damit zusammen, dass man sich nicht traut, dem Publikum etwas Anspruchsvolles vorzusetzen; man hält es für ungebildet in naturwissenschaftlicher oder ökonomischer Hinsicht.“

58) Rainer N., Dienstag, 19. Februar 2013, 15:51 Uhr

@ 53 Doktor Hong

Nachdem das Bundestagswahlgesetz vom BVerfG “kritisiert” wurde, habe ich mich mit dem NKWG beschäftigt. Als dann die Landesregierung die Stichwahl zur OB-Wahl abgeschafft hat, war für mich der Punkt erreicht, gegen dieses Gesetz anzugehen.

So habe ich VOR der Wahl jeweils beim Landeswahlleiter als auch dem am Ort eine Eingabe zugestellt, die von beiden Stellen ignoriert wurden. Deswegen habe ich nach der Wahl das Ergebnis zerpflückt und die Zusammensetzung des Stadtrats als Fehlerhaft im Sinne der Stimmengleichheit angefochten.

Dabei ist mir dann aufgefallen, dass durch die ungleiche Verteilung der Wahlberechtigten das Ergebnis verfälscht wird. Als ich dann lesen musste, dass eine Abweichtung von 25 % der Stimmen erlaubt wird, erkannte ich das dadurch gesetzlich erlaubte Stimmenungleichgewicht. Mir ist klar, dass nicht alle Wahlkreise die genau gleiche Wählerschaft haben können, aber die Abweichung muss auf ein geringeres Verhältnis gesetzt werden, um annähernde Gleichheit zu erreichen.

Zwei Ratsmitglieder haben meine Argumente für zutreffend erachtet, mir wurde ein Fachanwalt für Verwaltungsrecht genannt, der mich unterstützen könnte. Der ist auch bereit. Aber das Verwaltungsgericht hat die Beiordnung abgelehnt, mit der Erklärung:

Die Wahlprüfungsentscheidung des Beklagten stütz sich auf das NKWG, dessen Gültigkeit, insbesondere Verfassungsmäßigkeit von Verwaltungsgerichten des Landes Niedersachsen in Streitigkeiten über Wahlprüfungsentscheidungen nicht in Frage gestellt wurde und nicht in Frage zu stellen ist.

Wenn also ein Bürger die Verfassungsmäßigkeit in Frage stellt, wird das nicht geprüft? Nur weil bisher noch kein Gericht das in Frage gestellt hat? ICH stelle das in Frage, das ist mein Recht. Und meine Argumente müssen beachtet und geprüft werden!

- zu 49 – ich habe eine Petition eingereicht, die abgeweisen wurde. Eine direkte Verfassungsbeschwerde beim Staatsgerichtshof in Bückeburg ist nicht möglich, erklärte der Anwalt, deswegen habe ich unter anderem beantragt:

1. Das Niedersächsische Kommunalwahlgesetz (NKWG) als verfassungswidrig zu verurteilen
5. Eine eventuell notwendige Eingabe als Verfassungsbeschwerde an den Staatsgerichtshof in Bückeburg vorzulegen

Die Klage ist noch offen – das Verwaltungsgericht hat nur den Antrag auf PKH und Beiordnung abgewiesen – dagegen läuft meine Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht.

Es ist die Aufgabe von Gerichten sich an Gesetze zu halten – dabei besteht eine “Rangordnung”. Das “oberste Gesetz” ist nun einmal das Grundgesetz – und das wird in Urteilen des BVerfG geschützt. Somit ist das Urteil des BVerfG über die notwendige Stimmengleichheit auch im Land Niedersachen von Gerichten zu beachten.

Als aufrechter Bürger sehe ich es als meine Verpflichtung, mich gegen Gesetze einzusetzen, die ich für Verfassungswidrig halte.

Übrigens – die SPD will die Stichwahl wieder einführen. Nur weil zum Zeitpunkt meiner Petition die Machtverhältnisse im Parlament ungünstig waren …

Ich betrachte übrigens das “Kommunalwahlgesetz” in Bremen als vorbildlich! Das wurde auch von den Menschen in Bremen erreicht, die sich dafür eingesetzt haben. So setze ich mich eben für ein gerechtes Wahlverfahren in Niedersachsen ein. Einer muss das ja mal machen.

Da greift mein Motto – Moliere – wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.

Verantwortung – tragen wir im Grunde genommen alle – nur die wenigsten sind dazu auch bereit.

Leider!

Mir wurde schon vorgehalten, ich sei wie Don Quixote. Aber mir ist klar, ich kämpfe nicht gegen Riesen, sondern gegen Windmühlen. Deswegen benutze ich ein “Trebuchet” um meine Argumente gegen die Grundmauern zu schleudern.

Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren. Ich kämpfe noch!

Denn ich will auch den Rest meines Lebens in einer echten Demokratie verbringen.

59) Michael A. Nueckel, Dienstag, 19. Februar 2013, 17:51 Uhr

@ 55) Erwin Gabriel,
Ihre wohlwollende Hypothese der Überlegenheit ist womöglich eher Ausdruck eines inneren Bedürfnisses der Abwertung Dritter (siehe nur die persönlichen “Spitzen” im Beitrag zu 47), an dem der von Ihnen Genannte in allererster Linie “leidet”.

60) Doktor Hong, Mittwoch, 20. Februar 2013, 09:53 Uhr

@ 55) RainerN

Ich halten Ihnen gar nichts vor, auch nicht, Sie seien Don Quixote.

Mir entgehen die groben Unstimmigkeiten bei der Anwendung der Sitzverteilungsverfahren auch nicht. Da muss man dann auch einschreiten. So z.B. bevorteilt das t’Hondt-Verfahren in Bayern regelmäßig die großen (bzw. die große) Partei; so bekam sie 2002 landesweit 81 Sitze mehr, als ihr eigentlich nach dem Verhältniswahlrecht zustand.

Unverständlich fand ich auch, dass zu Zeiten der Großen Koalition das BVG das Wahlrecht kassiert hat, dass in seiner Form die CDU bevorteilte. (Ich meine durch die Wahlkreiseinteilungen und die dadurch entstehenden Überhangmandate, aber so genau weiß ich das nicht mehr).

Die SPD hätte mit FDP, Grünen und Linken eine Mehrheit gehabt, ein verfassungskonformes Wahlrecht zu verabschieden, hat aber darauf verzichtet. Sogar Schröder fand das unverständlich.

Und jetzt wundert sich die SPD, dass sie als mutlos wahrgenommen wird und ihr keiner zutraut, dieses Land zu führen.

Das ist das eine. Ich wollte eben nur darauf hinweisen, dass es perfekte Verhältnisgleichheit nur dann geben kann, wenn die abgegebenen Stimmen zufällig Erweiterungen der Brüche sind, die man aus den Abgeordnetenzahlen bilden kann. Sonst muss man immer mit Ungenauigkeiten leben.

61) Doktor Hong, Mittwoch, 20. Februar 2013, 10:07 Uhr

Nachtrag: Kommunalwahlen in Bayern; nicht Landtagswahlen.

62) Doktor Hong, Mittwoch, 20. Februar 2013, 10:35 Uhr

57) Politikverdruss

Leider stimmt die These von der Unbildung ja oft auch, und zwar quer durch alle formalen Bildungsschichten.

Nun sollten sich die Leute von den öffentlich-rechtlichen mal fragen, ob sie die Situation besser machen, indem sie sich vom Niveau her den Privaten nähern und auf Bildungsinhalte zunehmend verzichten.

Ich kann das Dilemma durchaus verstehen. Die Gebühren werden zwangsweise erhoben. Wenn immer weniger die öffentlich-rechtlichen anschauen, dann sinkt die Legitimität der Zwangsgebühren in der Bevölkerung immer mehr, ist doch klar. Schon jetzt gibt’s viele Leute, die nur Privatfernsehen schauen und sich deswegen über GEZ-Gebühren ärgern.

Die Frage ist nur, wem damit gedient ist, wenn die öffentlich-rechtlichen mit den Privaten in einen Wettbewerb der Komplettverblödung treten, und ob man auf diese Weise seiner Pflicht und seiner Verantwortung gegenüber den Gebührenzahlern gerecht wird.

63) Erwin Gabriel, Mittwoch, 20. Februar 2013, 12:22 Uhr

@ 56) StefanP, Dienstag, 19. Februar 2013, 12:36 Uhr

>> Ich hatte gebeten, den Bogen weiterzuspannen.

Entschuldigung, mein Fehler. Das hole ich hiermit nach
.

>> Für die Ostdeutschen gibt es die gleichen Parteien im Angebot wie für
>> die Westdeutschen. Sie gehen aber signifikant seltener wählen und
>> haben geringere Parteibindungen.

Nein. Die Ost-Linke ist eine komplett andere Partei als die West-Linke, auch die anderen Parteien sind auf Landesebene anders ausgerichtet. Selbst der dort auftretende Politiker-Typus ist ein anderer – deutlich ruhiger und unaufgeregter. Und mit zwei, drei Generationen, die im “Einheitsstaat” konditioniert wurden, und mit den Folgejahren der Einheit, wo viele Jahre nach dem Zusammenbruch der ostdeutschen Wirtschaft der Staat weiterhin der lebensbestimmende Faktor war, gibt es bessere Erklärungen.

Selbst wenn der Mensch an und für sich, evolutionstechnisch gesehen, sich eher um sein persönliches Wohlergehen als um Wahlurnen sorgt – politisches Interesse haben die Ostdeutschen 1989 wohl mehr als deutlich gezeigt, und auch im Westen gibt es immer wieder Aufreger, Themen und Entwicklungen, die “das Volk” an die Wahlurne bringt.

Wenn mir heute allerdings jede Zeitung und jede TV-Sendung erklärt, dass Frau Merkel Kanzlerin bleibt und Herr Steinbrück keine Chance hat, würde ich mir als Anhänger der einen oder das anderen auch überlegen, zur Wahl zu gehen.

QED

64) gabriele, Mittwoch, 20. Februar 2013, 19:06 Uhr

Nur mit Erwin Pelzig alias Frank-Markus Barwasser
würde ich mir dieses “Duell” anschauen.
Erst sollen sie die Bowle trinken
und dann
die Fragen zu Goldmann-Sachs beantworten.

65) Otto Natal, Mittwoch, 20. Februar 2013, 23:09 Uhr

Ich finde ja schon, dass man sich auch neue Wege überlegen sollte, wie man die Politik für Jüngere atraktiver machen kann. Die entsprechenden Inhalte müssen natürlich dennoch rüber kommen sonst bringt ja alles nichts. Ich könnte mir vorstellen, dass dies ein Satiriker als Moderator könnte. Bei Stefan Raab basierend auf dem was ich bis jetzt von ihm gesehen habe kann ich mir dies eher nicht vorstellen http://www.youtube.com/watch?v=MNbRIx2rsrk

66) Rainer N., Mittwoch, 20. Februar 2013, 23:48 Uhr

@ Dr. Hong

nicht alles war “gegen Sie” gerichtet. Das mit Don Quixote wird mir im “Offlineleben” von einigen vorgehalten. Auch, auf einem Klassentreffen, ich sei ein Revoluzzer.

Vielleicht sollten Sie in Bayern auch einmal das Kommunalwahlgesetz anfechten.

Mein Vorbild ist eben das Kommunalwahlgesetz aus Bremen. Das hätte ich sogar gerne in allen Bundesländern. Schade, als ehemaliger Bremen (jetzt Niedersachse) wäre ich gerne wieder Bremer. Geht leider nicht – als SGB-Sklave kann man nicht so leicht umziehen.

Nicht an Sie gerichtet – sondern nur als Argument gegen die Abschaffung der Stichwahl bei der OB-Wahl:

Dort wurde von der CDU (auch von der nun im Landtag sitzenden Direktkandidatin meines Wahlkreises) erklärt, bei der Stichwahl sei die Wahlbeteiligung zu gering.

Mein Gegenargument – schon bei der Wahl dem Bürger die Alternativen anbieten – also mehrere Stimmen bei der Wahl. Angenommen es treten vier Kandidaten an nenne wir die A, B, C und D. Dann könnte ein Stimmzettel so aussehen:

A (x)
B ( )
C ( )
D ( )
A (x) – B ( )
A (x) – C ( )
A (x) – D ( )
B ( ) – C (x)
B ( ) – D (x)
C (x) – D ( )

Wer den Kandidaten B nicht mag und A bevorzugt.

Dann würden auch alle Stimmen der Wähler in die Stichwahl einfliessen.

Einziges Problem, je mehr Kandidaten antreten, um so länger wird der Stimmzettel. Aber das sollte doch im Sinne der Wahl möglich sein.

Dieser Vorschlag in meiner Petition wurde von der alten Landesregierung abgelehnt.

Inzwischen halte ich die Idee so einen Kandidaten zu wählen auch für die Landtags – und Bundestagswahl des Direktkandidaten für gerechter. Der Wähler hätte die Gewissheit, mit seiner Stimme tatsächlich zur Entscheidung beizutragen. Das dürfte die Wahlmüdigkeit eventuell beenden.

Auch bei der Wahl der Partei könnte das mehr Stimmengerechtigkeit bringen. Dort könnte der Wähler dann seiner Partei die Stimme geben, und wenn die Partei unter 5 % bleibt wüde die “Alternativstimme” doch noch ein Gewicht erhalten.

Zwar würde der Stimmzettel umfangreicher, aber mündige Bürger könnten dann ihre Entscheidung besser abwägen und eine größere Wirkung mit ihrer Stimme erreichen.

Das ist mein Endziel – Wahlgerechtigkeit!

Leider steht die Parteidisziplin dem gegenüber. Denn wenn real existierende (jüngere) Ratsmitglieder unter vier Augen diese Idee durchaus akzeptieren, innerhalb ihrer Parteien ist die Idee kein Thema. (Durch meine ehrenamtliche Tätigkeit und meiner Teilnahme an Beiratssitzuingen habe ich einige Kontakte.) Gespannt sind aber alle auf das Ergebnis meiner Klage.

Ich auch!

67) Bernhard Paul, Donnerstag, 21. Februar 2013, 00:12 Uhr

@ 60) Doktor Hong

Nur zur Klarstellung; In Bayern gilt das Hare-Niemeyer-Verfahren bei Landtagswahlen. d’Hondt ist out.

68) Doktor Hong, Donnerstag, 21. Februar 2013, 08:56 Uhr

@67) Bernhard Paul

Gut möglich, der mir vorliegende Artikel aus Spektrum der Wissenschaft, der diese Problematik aufzeigte, ist aus dem Jahre 2002.

Offenbar galt zu diesem Zeitpunkt t’Hondt, und die Rede war von Gemeinde- und Landkreiswahlen.

http://www.spektrum.de/alias/wahlen-teil-iv/wahlgleichheit-muster-ohne-wert/829158

Wahrscheinlich gibt es neuere Abhandlungen zu dieser Problematik; es war leider diese Artikelserie, die ich damals gelesen hatte, an die ich mich erinnerte und auf die ich mich hier bezog.

69) Don Corleone, Donnerstag, 21. Februar 2013, 12:30 Uhr

Nichts gegen die ausführlichen, oft kundigen Diskurse zu politischer Show-Zuckerwatte und Wahlarithmetik.Aber allmählich sehne ich mich nach einem neuen Thema. Wir wär’s denn mit einem, das uns fast täglich tiefer in die Geldbörse greift und kostbare Arbeitsplätze in die Emigration treibt, Herr Spreng?
Arbeitstitel etwa: “Wunsch und Wirklichkeit der Energiewende: Gewinner und Verlierer”.

70) Olaf, Donnerstag, 21. Februar 2013, 18:43 Uhr

Wieviel Show in der Politik sein darf, stelle ich als Frage gerne den Beteiligten der TV-Sendung “Ich kann Kanzler” anheim.

71) Ingo Wuttke, Donnerstag, 21. Februar 2013, 19:54 Uhr

Ich bin der Meinung, dass die Verpflichtung von Stefan Raab als Mit-Moderator dem TV-Duell nur nützen kann!

Zur Erinnerung: Das letzte TV-Duell 2009 zwischen Merkel und Frank-Walter Steinmeier geriet dermaßen dröge und uninteressant, dass man einer Neuauflage im Wahljahr nicht gerade entgegenfiebert. Was allerdings auch an dem starren Korsett dieses TV-Formates liegt mit seinem Zwang zur Ausgewogenheit.

Die Verpflichtung von Stefan Raab als Mit-Moderator könnte nun tatsächlich dazu beitragen, dass ein jüngeres Publikum erreicht wird, das sonst eher einen Bogen um das Thema Politik macht. Der ehrgeizige Raab würde seine Sache auch bestimmt ordentlich machen und sich entsprechend vorbereiten, um neben den Illners, Plasbergs und Klöppels zu bestehen.

Siehe auch mein Post zum selben Thema: http://glossariumblog.blogspot.de

72) Peter Christian Nowak, Freitag, 22. Februar 2013, 18:10 Uhr

69) Don Corleone,

Ja, es ist schon bemerkenswert, mit welcher Hingabe die Diskutanten sich mit Stefan Raab und dem Thema überhaupt beschäftigen. Ein Indiz für politische Bildung?
Vielleicht, so ahne ich, hängt das irgendwie damit zusammen, dass man nicht mehr in der Lage ist, die Politik nach Wichtigkeit, nach Bedeutung, und den Auswirkungen auf das Privatleben zu beurteilen. Da ist so jemand wie Stefan Raab so etwas wie eine willkommene Ablenkung für die Politiker, eine Art Ikone der Unterhaltung (Brot und Spiele). So lenkt man medial-politisch von den wahren Schweinereien ab, die sich die Politik leistet. – Manchmal frage ich mich, ob es in Deutschland mehr willenlose Zombies, als denkende Menschen gibt. So wird Politik für Politiker leicht. Na toll!
Hier in Deutschland braucht es kein Ermächtigungsgesetz wie es in weiland Nazi-Deutschland gab. Hier geben die Bürger freiwillig die Löffel ab!

So wird Stuttgart21 weiter gebaut, blockiert die Bundesregierung ein vernünftiges Rentenkonzept, werden Mieter von Heuschrecken (Hedge-Fonds) natürlich ganz legal und mit Segen der Regierung ins Elend gestürzt – um nur ein paar Beispiele aus Merkels Erfolgsportfolio zu nennen.

Und jetzt können sich die Diskutanten weiterhin mit dem tollen Stafan Raab und seine Eignung als Sekundant für eine billige Polit-Show beschäftigen!

Falls es dennoch jemanden interessieren sollte:

http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2013/0221/rente.php5

73) Rischeck, Freitag, 22. Februar 2013, 23:33 Uhr

Anne Will und Frank Plasberg als Spitzenjournalisten zu bezeichnen ist irre komisch. In Wirklichkeit ist doch deren erschütternde Mittelmäßigkeit die Ursache dafür, dass ein Stefan Raab überhaupt ins Gespräch gebracht werden kann. Oder war ihre Wertung ironisch gemeint?

74) Bernhard Paul, Freitag, 22. Februar 2013, 23:55 Uhr

@68 Doktor Hong

Was die Kommunalwahlen in Bayen betrifft, haben Sie recht. Hier gilt Hare/Niemeyer erst ab den nächsten Kommunalwahlen (Gemeinde- und Landkreiswahlen) 2014. Aber Sie bezogen sich auf die Landtagswahlen, da galt das Verfahren nach d’Hondt letztmals bei den Wahlen 1994.

75) Wolfgang Wabersky, Samstag, 23. Februar 2013, 15:46 Uhr

Weshalb soll die Attraktivität von Politik bei Jungwählern geweckt werden, wenn gleichzeitig Hunderttausende von Alt-Wählern aus berechtigten Gründen nicht oder bewusst ungültig wählen. Die politische Bildung in großen Teilen der Bevölkerung ist mehr als dürftig. (Fragen Sie mal nur z. B. nach der Bedeutung der Zweitstimme!) Deswegen muss ein Raab in der K-Kandidatenrunde nicht als Talker eingesetzt werden. Aber Politik ist längst zu einem verlogenen und unwürdigen Kasperletheater verkommen, und da braucht es jemanden, der Fragen stellt, die das Volk wirklich interessieren. Ich kennen keinen der hier im Forum angesprochenen Talker, der bereit wäre, bei den vorher abgesprochenen und abgesegneten Fragen wirklich nachzuhaken. Zu groß ist die Sorge um die eigene Karriere, aber auch die Bereitschaft, sich dem offiziellen Sprachjargon anzupassen. Ein Mann wie Raab aber könnte solche Fragen stellen. Ansonsten darf man sich auf Schlafmützenrunden gefasst machen, denn den Wählern werden nur Sprachhülsen vorgesetzt, die er längst schon kennt. Ein gedanklicher Zugewinn ist niemals zu erwarten. Mich wundert nur, dass Frau Merkel sich überhaupt auf ein Duell einlässt – sie muss sich überhaupt nicht bewegen, Peer treibt ihr die Wähler in Scharen zu, denn sie gilt vielen als das kleinere Übel.

76) Doktor Hong, Samstag, 23. Februar 2013, 22:22 Uhr

@74 Berhard Paul

Beachten Sie bitte meinen Kommentar Nr. 61.

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