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Freitag, 01. März 2013, 12:06 Uhr

Klartext gegen Nebelwand

Er ist ein schwieriger Kandidat, seine Kampagne gilt als gescheitert, keiner will mehr eine Flasche Pinot Grigio für fünf Euro auf seinen Sieg bei der Bundestagswahl wetten. An diesem Punkt war Peer Steinbrück angekommen, bevor er die  “Clowns” in Italien entdeckte.

Clowns könnten jetzt eine Wendepunkt für seine Kampagne werden, zumindest ein Strohhalm, an dem er versuchen könnte, aus dem tiefen Tal herauszuklettern. Frei nach dem alten Sponti-Motto: Ich habe keine Chance, also nutze ich sie.

Denn in Sachen Clowns hat er ausgesprochen, was eine große Mehrheit der Deutschen über Berlusconi und Co. denkt. Genauso sagte er die Mehrheitsmeinung, als er den deutschen Clown Stefan Raab als Moderator für das Kanzlerduell ablehnte.

Klartext-Peer im Einklang mit der Mehrheit, undiplomatisch zwar, aber was zählt das schon im deutschen Duell. Da wird nicht nur in den Kaviar-Etagen gekämpft, die Steinbrück mit seinen Vorträgen über Gebühr bedient hat, sondern auch in den Leberkäs- und Currywurst-Etagen. Und an Stammtischen.

Und dort kommt undiplomatischer Klartext an. Eine Zeit lang war dieser hinter seinen Nebeneinkünften und seinen instinktlosen Äußerungen übers Kanzlergehalt verschwunden, jetzt aber könnten die Clowns den Blick wieder frei geben auf die Stärke Steinbrücks. Einer, der sagt, was er denkt, und denkt, was er sagt – das hatte ihn populär gemacht, bevor er mit seinen Nebeneinkünften den Start als Kanzlerkandidat verstolperte.

Die CDU/CSU scheint langsam kapiert zu haben, dass ihre Angriffe gegen Steinbrück wegen der Clowns zum Eigentor werden könnten. Sie werden schon weniger und verhaltener. Berlusconi, den Mann ohne Anstand und Moral, zu verteidigen, wenn auch nur indirekt, das ist nicht populär. Wenn die CDU in Kampagnenkategorien denkt, dann muss sie jetzt ihre aufgeregten Außenpolitiker zurückpfeifen. Und die SPD auch.

In Wahlkämpfen ist es wichtiger, die Stärken zu stärken, als sich zu lange mit den Schwächen aufzuhalten.

“Klartext gegen Nebelwand” – das könnte das Motto für Steinbrücks Aufhol-Kampagne gegen Angela Merkel sein. Ergänzt mit seinen Kernkompetenzen Finanz- und Wirtschaft,  die bei einer sich wieder verschärfenden Euro-Krise an Bedeutung gewinnen. Der Deutliche gegen die Nebulöse, der Ungestüme gegen die Übervorsichtige, der Treiber gegen die Getriebene, der Stürmer gegen die Verteidigerin.

Der Versuch der SPD, ihn zum Sozial-Guru umzuschminken, ist ohnehin schon gescheitert. Ein Steinbrück wird keine Mutter Teresa mehr. Natürlich muss er die klassischen SPD-Themen bedienen, aber sie sind nicht sein Markenkern.

Steinbrücks Markenkern ist Klartext. Ihn aufzupolieren, ist zwar mit hohen Risiken verbunden, eine schwierige Gratwanderung zwischen Absturz und Gipfelanstieg, aber es ist seine letzte Chance, nicht jetzt schon das Handtuch werfen zu müssen.

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64 Kommentare

1) Olaf, Freitag, 01. März 2013, 12:24 Uhr

Meine volle Zustimmung zu Peers Äußerungen und fast meine volle Zustimmung zum Kommentar, denn das Kanzlergehalt ist auffallend niedrig.
Spitzenparlamentarier, die sich bei Lobbyverbände etwas dazu verdienen und das in diesem Fall auch noch teilweise spenden, sind ja üblich in allen Parteien, das haben wir ja gesehen.
Und ein Clown ist ein Clown ist ein Clown.
Dass Peer Steinbrück früher ein besseres Verhältnis zu Banken hatte, sie angeblich in der sog. Finanzkrise protegierte, war damals konsensual opportun und wird ihm heute genau so vorgeworfen, wie nun das Gegenteil – na was nun?
So, was habt Ihr Kampagner sonst noch zu bemängeln? Nur an Teflonkanzlerinnen bleibt nichts hängen…

2) Ulli, Freitag, 01. März 2013, 12:24 Uhr

das ließe jetzt Gedanken zur Frage der Beziehung zwischen Klartext und Populismus interessant erscheinen …

3) Frank Reichelt, Freitag, 01. März 2013, 12:42 Uhr

@ m.spreng

Geben sie es zu, es reizt sie schon, Steinbrücks Wahlkampfmanager zu sein! Ich glaube sogar, dass sie ein paar gute Ideen haben und seine Kampagne befeuern könnten.

Ich habe mich hier ja schon öfter als Steinbrück-Fan geoutet, ich finde seine Clowns-Bemerkung klasse! Wie man daraus eine Beleidigung des italienischen Volks ableiten kann, ist mir ein Rätsel. Ein Essen mit dem italienischen Staatspräsidenten hat nicht stattgefunden, wie schrecklich! Ich nehme mal stark an, die beiden sind an dem Abend trotzdem nicht hungrig ins Bett gegangen. Den Krieg werden uns die Italiener auch nicht gleich erklären.

Steinbrück hat Recht und war sich nicht zu fein es auszusprechen, gut der Mann!

4) egal, Freitag, 01. März 2013, 12:49 Uhr

Der Beitrag klingt nach einem untauglichen Versuch eines Journalisten das Gute aus einer schlechten Sache herauszulesen.

Dass Steinbrück mal wieder voll daneben gelegen hat, ist ja nun keine Nachricht mehr wert. Weder in der Sozial- und Arbeitspolitik, weder in der Frauen- und Informationspolitik noch in der Bildungspolitik schafft er es zu überzeugen. Jetzt ist wieder ein Ressort hinzukommen: Er kann nicht mal Außen. Und das als Kanzlerkandidat in einem zunehmend wieder mehr sozialdemokratischeren Europa. Peinlich, Peer!

In der Sache selbst liegt Peer auch falsch, denn der eine “Clown” ist durchaus ein ernstzunehmender Politiker mit einem interessanten Paket Abgeordnete. Da sitzen recht viele junge, intellektuelle, oft auch weibliche Abgeordnete. Etwas ganz anderes als man bisher vom italienischen Parlament kennt. Aber das fällt einem Peer natürlich auf, denn Peer sagt ja viele Dinge von denen er nur die Hälfte kennt und haut dann seine Kalauer-Sprüche, getarnt als “Klartext”, in die Mäuler der gierig warten Journalistenschaft.

Dass er mit der Berlusconi-Schmähung dann auch gleich dessen eigentlich nicht mehr denkbares Comeback abwertet, ist auch beachtet. Denn es lässt auf eine Grundhaltung der Verachtung der Wähler schließen. Diejenigen, die keinen kalten Technokraten haben wollen und sich lieber einem Vielversprecher und einer Vaterfigur hingeben wollen, sind gleich dumm und der Kandidat gleich ein Clown. So ist das also. Dann lieber einen herzlosen, technokratischen Steinbrück, der auch die Massen wie Monti verschreckt mit seiner Ignoranz der sozialen Verhältnisse.

Was die “erfolgreiche” Politik betrifft, kann sich sicherlich Steinbrück keinerlei Überheblichkeit erlauben, seine Bilanz als Finanzminister war zwar nicht so verheerend wie die von Hans Eichel, aber viel ist ihm nicht gelungen und die Sünden aus NRW und aus dem Bund holen ihn immer mehr ein.

Es ist schon ein Trauerspiel, was sich die SPD mit diesem Kandidaten antut.

5) jmb, Freitag, 01. März 2013, 12:50 Uhr

Als “Peerlusconi” hat der Kandidat wohl kaum Aussichten weiter im Rennen zu bleiben.
Wenn es der bösen Journaille gelingt, dem Kandidaten diesen Spitznamen nachhaltig zu verpassen, ist die Wiederwahl von Merkel gesichert. Die oft geäußerte Meinung, dass der Kandidat von der Bankenlobby zu teuren Vorträgen gebeten wurde, um seine wenig sozialdemokratischen Ambitionen zu unterstreichen, bleibt daneben natürlich bestehen. Peerlusconi hat fertig.

6) Slicey Drops, Freitag, 01. März 2013, 13:06 Uhr

Die meisten ihrer Kommentare , Herr Spreng, zeichnen sich durch brillianten politischen Scharfsinn aus, dieser aber leider nicht.

Erstens hieße Klartext sprechen, Berlusconi zu nennen was er wirklich ist: ein Demagoge! Und nicht die völlig unscharfe und unpolitische Kategorie “Clown” zu verwenden.

Zweitens betreibt Steinbrück ein Spiel mit dem Feuer, denn gibt es in Italien Neuwahlen, könnte ein Solidarisierungseffekt in der italienischen Bevölkerung – quasi eine Anti-Steinbrück-Front – Berlusconi den Wahlsieg verschaffen. Und der reisst Europa dann endgültig in den Abgrund. Dank Wahlhelfer Peer Steinbrück mit seinem Klartext! Wollen Sie als erfahrener Politikberater diese Art unpolitischen Klartext Steinbrück tatsächlich empfehlen?

7) Jochen Fuchs, Freitag, 01. März 2013, 13:09 Uhr

Steinbrück’s Markenkern ist in erster Linie “Automatismus” und dann erst “Klartext” – er kann nicht gegen seine Natur, seinen “Automatismus” ankämpfen.

Aber wenn schon “Klartext”, muss Klartext auch automatisch gleichbedeutend sein mit “persönlicher Herabsetzung” – und zwar in diesem Fall sowohl der beiden Kandidaten als auch ihrer Wähler?
Auch bei weitgehender inhaltlicher Zustimmung in der deutschen Bevölkerung, musste Steinbrück’s Wortwahl ausgerechnet auf den “Clown” fallen?
Kann man von einem Kanzlerkandidaten nicht erwarten, dass er sich seiner Wortwahl a priori wenigstens etwas bewusster wird?
Muss innenpolitische Profilierung und Eindämmung der eigenen Markenkernschmelze (siehe Ihr Text) automatisch durch Griechen-, Schweizer- und Italiener-Bashing erfolgen?

Warum möchte ich mir mittlerweile gar nicht mehr vorstellen, wie ein Bundeskanzler Steinbrück gegenüber dem Ausland auftritt?

8) CitizenK, Freitag, 01. März 2013, 13:16 Uhr

Dass er Grillo auf eine Stufe mit Berlusconi gestellt hat – das ist Herrn Spreng keine Zeile wert? Immerhin haben die 5Sterne fast genau so viele Wähler erreicht wie der Medienmogul. Dabei haben diese auch einen Markenkern: Gegen korrupte, selbstbezogene und überprivilegierte Politiker vorzugehen – also gerade gegen Berlusconi.

Gut, über die Grillini weiß der Stammtisch wenig. Selbst in den sogenannten Qualitätsmedien ist er nur der “Komiker”.

Aber statt diesen platten (und falschen) Vergleich zu wählen, hätte Steinbrück jetzt tun können, was er von der Kanzlerin angeblich verlangt: Aufklärung über Tatsachen und Kosten der als Euro-Rettung getarnten Bankensanierung. Dies war neben der Korruptionsbekämpfung das Hauptmotiv von Grillos Bewegung.

Wer den (Wahlkampagnen-) Hammer in der Hand hat, sieht überall nur (Wählerstimmen-) Nägel.

9) hjsbi-nrw, Freitag, 01. März 2013, 14:49 Uhr

Steinbrück und die SPD sind meines Erachtens ohnehin nicht mehr zu “retten”!
Sie haben skrupellos den Sozialstaat demontiert und glauben anscheinend, daß
die Wählerschaft das bereiits vergessen hat!
Das wird sich als ein folgenschwerer Irrtum erweisen. Diese ehemalige “Volkspartei”
wird für den Verrat an der Bevölkerung bei der Bundestagswahl 2013 wieder einmal
eine Quittung erhalten, die sich “gewaschen” hat.
Dieser desolate Haufen kann sich sich wiieder einmal darüber Gedanken, wie man
sich das Wahlergebnis “schönrechnen” kann!

10) manni.baum, Freitag, 01. März 2013, 15:15 Uhr

wenn die Mehrheit so sehr für Klartext ist wieso hat sie 16 Jahre Kohl gewählt der immer nur gesagt hat : entscheidend ist was hinten rauskommt – rausgekommen ist Schuldenstand Bund 1983 – ca.350 Milliarden, 1998 – ca. 1450 Milliarden. Dazu der kleine Adjutant : die Rente ist sichä – ob 60% oder 40% vom letzten Einkommen hat er nicht gesagt.

11) Jaccomo, Freitag, 01. März 2013, 15:18 Uhr

Ob Sie sich da vielleicht täuschen?

1) Die Mehrheit (wenigstens der jüngeren) scheint mir hier eher pro Raab zu sein. Sind viele nicht dem borniert-ehrfürchtigen-heilig-politischen Getue überdrüssig und wünschen sich einen etwas ungezwungeneren Umgang mit politischen Themen? “Politik ist eine ernste Sache” – OK, aber muß ich mir vor Ehrfurcht immer gleich in die Hosen machen?

2) Bzgl. der italienischen Clowns hat Steinbrück zwar ausgesprochen, was die Mehrheit denkt. Aber es ist zum Einen offenkundig und zum Anderen belanglos. Es handelt sich ja nicht um gebrochenes Tabu, dem jetzt endlich die Aufarbeitung und Lösung folgt sondern um ein folgenloses Stammtischgepoltere. OK die zwei sind Clowns, wissen wir alle, und nun? Nutzen kann ihm nur, wenn die Italiener das jetzt womöglich ernst nehmen und zurückgiften. Das würde ihn aufwerten. Erst dadurch könnte ein Thema daraus werden. Würden sie ihn einfach ignorieren und damit ins Leere laufen lassen, wäre das Thema morgen bereits erledigt uns Steinbrück aufs Neue als Luftnummer blamiert.

12) Dierk, Freitag, 01. März 2013, 15:50 Uhr

Das, was Steinbrück und seine spin doctors ‘Klartext’ nennen – in Wirklichkeit nur ungehobelte Rüpelschreierei -, kommt zwar in Stammtischmomenten gut an und hilft möglicherweise in der einen oder anderen Wochenumfrage. Ich bin aber recht sicher, dass Wähler so etwas nicht bei einem Kanzler oder Außenminister wollen. Noch weniger wollen sie einen Mann oder eine Frau, die sich nicht im Zaum halten können, stattdessen lieber im ungeeigneten Moment einen dummen Witz reißen [den eh niemand komisch findet].

Wähler sind nicht so blöd, wie es manch Parteifunktionär gerne hätte. Wehner hätte als Kanzlerkandidat nie eine Chance gehabt. Die CxU hatte 1979/80 nicht diese Einsicht*. Raubautze wie FJS, Wehner oder Steinbrück werden gerne in der zweiten Reihe gesehen, als Parteichefs oder Fraktionsführer – und genau da gehören sie hin.

*OK, zum Teil schon, aber dieser Teil konnte sich nach Kohls Verlust 1976 selbstverständlich nicht durchsetzen.

13) Politikverdruss, Freitag, 01. März 2013, 16:51 Uhr

Welch eine ungeheure politische „Klartext-Leistung“, einen Mann wie Berlusconi als „Clown“ zu bezeichnen. Man ist beeindruckt. Und nun wird da auch noch hineininterpretiert, die Deutschen würden jetzt erkennen, was sie an „Klartext-Peer“ haben. Dabei häutet sich Steinbrück ständig, von Klarheit keine Spur. Vom „Agenda-Flügel-Vertreter“ mit guten Bankverbindungen zum „Sozial-Guru“. Und nun zum Hoffnungsträger als „Klartext-Peer“. Der wievielte Neuanfang im Wahlkampf ist das eigentlich? Nun muss man bereits dazu übergehen, die zielsicher erreichten „Fettnäpfchen“ positiv umzudeuten.

Seine „Popularität“ stamme daher, dass „er sagt, was er denkt, und denkt, was er sagt.“ Man erschrickt unwillkürlich bei dem Gedanken, er würde sich auch bei den zahlreichen Euro-Rettungsgipfeln so verhalten. Nicht umsonst wird ja von ihm behauptet, dass er schneller reden als denken könne. Man mag gar nicht daran denken, was auf den zahlreichen Euro-Rettungsgipfeln, die sicherlich noch vor uns liegen, so alles beschlossen wird, wenn der deutsche Kanzler alles sagt, was er denkt und dabei das Gesagte dem Denken weit voraus eilt.

14) Doktor D, Freitag, 01. März 2013, 17:51 Uhr

“Steinbrücks Markenkern ist Klartext.” – Nö, Steinbrücks Markenkern ist Fettnapf-Tauchen. Die Messe ist gelesen, falls überhaupt jemals jemand in der SPD ernsthaft auf Sieg gespeilt hat. Was ich nicht glaube.

15) Don Corleone, Freitag, 01. März 2013, 18:33 Uhr

Ein kleiner Blick auf die nicht nur rhetorischen Gemeinsamkeiten zwischen Silvio Berlusconi und Peer Steinbrück kann nicht schaden:

Beide bedienen — keineswegs versehentlich — die Unterkante der Biertische, an denen sie zu Recht ihre Wähler vermuten, zumindest einen stimmhaften Teil davon.
Beide führen bis zum Erbrechen das hoffnungslos überlutschte Gummiwort “sozial” im Mund, das in beiden Ländern zu unseligen Zeiten Namensbestandteil menschenverachtender und mörderischer Parteien war — und (wie damals) so diffus in beliebige Richtungen gedehnt werden kann, dass es als buzz word für alle pawlow’schen Hunde funktioniert.
Beide versprechen dem durchaus zu passiver Bestechung per Wahlzettel bereiten Publikum — das man ja auch jahrzehntelang dazu erzogen hat — einen Himmel auf Erden, einen von der Wiege bis zur Bahre ohne spürbare Gegenleistung fürsorgenden Staat, der seinen Bürgern jedes private und berufliche Risiko abnimmt.
Damit, wie nicht erst jüngst bewiesen, kann man bei Wahlen locker & flockig punkten.

Beide verschweigen aber tunlichst, wer dieses angeblich unerschöpfliche Füllhorn bezahlen muss, mit welcher Steuerlast und Verschuldung es erkauft, wie schmerzhaft die Abwanderung der dadurch global nicht mehr konkutrrenzfähigen Unternehmen sein wird, und wie viele spätere Generationen die Zeche für den Stimmenkauf bezahlen müssen. (Nebenbei: auch für die Euro-”Rettung”, die nur eine sündteure Verlängerung des Aufenthalts in der prämortalen Intensivstation ist.)

Und nun dazu, was Steinbrück und Berlusconi unterscheidet, zumindest für einen Zaungast des täglichen Jahrmarkts und dieses Blogs wie mich:
Steinbrück ist dröge und nicht wirklich der große Bringer in der heutigen Medienlandschaft, die sich nicht entblödet, unappetitliche TV-Peinlichkeiten wie “Dschungelcamp” und “Bachelor” an die massentaugliche Rotzglocke zu hängen.
Berlusconi, der ehemalige Bänkelsänger und heutige Milliardär, letzteres nicht grundlos (Details ersparen wir uns, obwohl abseits diverser Mauscheleien interessant), hat einen deutlich höheren Unterhaltungswert. Und er kann lachen, auch über sich selbst.

Diesbezüglich hat Peer Steinbrück einiges aufzuholen.

16) Baden-Baden, Freitag, 01. März 2013, 19:20 Uhr

Wo Steinbrück Recht hat, hat er Recht.

Endlich ein Politiker, der nicht lügt und schön redet wie die anderen Politiker

Diplomatie ist etwas für Regierende, nicht für “normale” Politiker

Steinbrück sagt, was er denkt – das ist selten und sollte unterstützt werden.

Dass es gleichzeitig unterhaltsam ist, macht Politik endlich wieder interessant und amüsant.

Wann fanden wir Merkel interessant und amüsant ?

17) Peter Christian Nowak, Freitag, 01. März 2013, 19:41 Uhr

Klartext ist und wäre schön. Die Probleme ansprechen, die Bürgern auf den Nägeln brennen. Da darf es auch mal “political incorrectly” ausgesprochen sein.
Ob dann am Ende was bei rum kommt hängt davon ab, wie ernst es einer meint. Und ob er das per Ordre de Mufti überhaupt darf. Nämlich, irgendetwas ändern.
Es ist schon ein Erlebnis, sich mit Camcorder und Tongerät in die aktuellen Brennpunkte von Duisburg, Mannheim, Dortmund, Berlin aufzumachen. Dort hört man unisono wo der Schuh drückt. Dort ist viel Pulver in der Ladung.

Deutschland hat meiner Meinung nach weniger Defizit an Stammtischen, sondern eher am konsequenten Handeln. Volkes Stimme ist, so gescholten sie auch wird, oftmals weiter. Und spricht sehr oft das aus, was sich in einem funktionierenden Gemeinwesen ändern müsste. Sie ist sozusagen der Lakmustest einer Demokratie. Gäbe es sie nicht, müssten sie erfunden werden. An der Politik ist es, möglichst allgemein nachvollziehbare Kriterien zu finden, die nachvollziehbaren Lösungsansätzen führen. Soll heißen: Der Problematik gerecht werden.

Die Politik wird den Problemen, die die Menschen haben, nicht mehr gerecht.

Es wird um den Brei herumgeredet. Deutlich gemacht wird nichts. Deutlich wird´s nur dann, wenn Sakrilege, Tabus berührt werden. Betulich umgeht man sie. Diese Betulichkeit ist zuweilen auch bei den Politikern erkennbar, die ansonsten nicht zimperlich mit Sprache umgehen. So mein Eindruck: Es geht letztlich nur darum Tabus auf keinen Fall – insbesondere vor Kameras – zu brechen. Selbst wenn man gerne anders wollte. Hier wird auch ein Herr Steinbrück die rote Linie, die ihm gesetzt ist, nicht überschreiten dürfen.

Auch an Zypern sollt Ihr sie erkennen! – Die Politiker! Frage: Für wen sind die eigentlich in erster Linie da? Doch nicht Schaden vom deutschen Volk abzuwenden?

Warten wir ab. Nebelkerze gegen Schnoddermaul. Am Ende Schnoddermaul plus Nebelkerze?

18) Hühner Horst, Freitag, 01. März 2013, 22:29 Uhr

der Irrwisch gegen die Souveräne .. jetzt hat das Blinde Huhn ein Korn gefunden, und das soll zum Kanzler reichen? Im Leben nicht.

19) Walther Gruschel, Samstag, 02. März 2013, 08:18 Uhr

Endlich mal einer der sich traut die Wahrheit zu sagen!
Sonst wird ja nur rumgeschwurbelt um ja zu verhindern, das man auf eine Aussage festgelegt werden kann.

Meinen Dank an Steinbrück

20) M.M., Samstag, 02. März 2013, 10:32 Uhr

Nun wird demnächst, auf Kosten Deutschlands natuerlich, der Rettungsschirm weiter erhöht werden muessen. Dem Herrn von der SPD sei Dank.

PS: Wenn er noch was Nützliches fuer Deutschland tun will und um das geht es doch wohl bei Bundestagswahlen, dann kann er sich intensiv um die Verschwendung von EU Milliarden zu Lasten Deutschlands kümmern. Da könnte er jeden Tag in der Presse präsent sein! Das wäre Klartext!

21) Frank Reichelt, Samstag, 02. März 2013, 12:18 Uhr

@ Jochen Fuchs, 7

Selbstverständlich würde Steinbrück als Bundeskanzler anders auftreten als jetzt im Kandidatenmodus. Wenn man ein verantwortungsvolles Amt übertragen bekommt ändert sich doch automatisch die innere Einstellung, das ist jedenfalls bei einigermaßen intelligenten Leuten so, zu denen darf man Steinbrück wohl zählen.

Er wird einen großen Stab von Beratern und Fachleuten um sich scharen, einen fähigen Kanzleramtsminister ernennen, mein Favorit ist Thomas Oppermann. Er wird vor jeder Auslandsreise und vor jedem Gipfeltreffen “gebrieft” und mit Dossiers über seine Gesprächspartner gefüttert.

Er wird natürlich wissen, wie er sich als Regierungschef einer der größten Industrienationen zu benehmen hat!

Die Angst vor einem neuen Wilhelm II. ist völlig absurd und geradezu lächerlich!

22) rundertischdgf, Samstag, 02. März 2013, 12:30 Uhr

Das Problem ist es, daß niemand, der Grillo verurteilt, dessen politische Vorstellungen kennt. Im Vergleich zu dem Sprücheklopfer der Bochumer Stadtwerke hat dieser Politiker klare politische Ziele. Davor schlottert unserem politischen Milieu in den Parlamenten und den Gazetten die Knie. Aber plötzlich von gestern auf heute wird aus dem Demagogen und Clown Grillo ein Prostestpolitiker. Steinbrück dagegen kommt aus seiner Rolle des deutschen Clowns nicht mehr heraus.

http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/03/02/grillo-gestern-noch-als-clown-und-demagoge-beschimpft-heute-plotzlich-ernst-zu-nehmender-protestpolitiker/

23) bäuerle, Samstag, 02. März 2013, 12:36 Uhr

genau! die gleichen gedanken habe ich gestern am stammtisch geäußert – und keiner hat mir geglaubt. wie immer in bayern wollen die bürger kräftig angelogen werden. das ist das erfolgsgeheimnis der csu.

24) peterpan, Samstag, 02. März 2013, 14:22 Uhr

Ich bin nicht ganz einverstanden, denn in wesentlichen Fragen spricht auch Peer Steinbrück m.E. keinen Klartext, z.B. was die faktische Schulden-Union Europas betrifft, die weitgehende Ohnmacht selbst der Bundesregierung gegenüber der sog. Armuts-Einwanderung von Unions-Bürgern oder die Ausstattung von EZB und ESM mit faktisch politischer Macht, die beiden Institutionen in der Demokratie nicht zustehen. Kurzum: Während Politik aller etablierter Parteien auf offener Bühne hingebungsvoll über Nebensächlichkeiten streiten, und die Bürger von den Rängen aus zuschauen, birst das Fundament.

25) Michael A. Nueckel, Samstag, 02. März 2013, 15:29 Uhr

Klartext kann manchmal ganz nett, unterhaltsam und kurzfristig nützlich sein, mehr als eine Beimischung ist es wohl aber nicht. Auf Seiten der SPD auch nicht Neues, gab es schon immer, man denke nur an Wehner, Schmidt Schnauze und den Basta Kanzler. Erst recht ist Klartext keine sinnstiftende Methode, wie auch kein Programm. Klartext verbraucht sich zu schnell, ständig müßte man nachliefern. Auf diese Weise wird Steinbrück über gewisse Achtungserfolge nicht hinaus kommen. Das macht ihn auch nicht wählbar(er). Eine Nebelwand weiß auch damit womöglich auch umzugehen. Insoweit ist Klartext im Wahlkampf augenscheinlich nicht mehr als eine Art rhetorischer Nebelkerze.

@ 17) Peter Christian Nowak,
Meine uneingeschränkte Zustimmung zu Absatz/Satz 3. Nach meiner Einschätzung haben sich viele politische Mandats-/Entscheidungsträger von den die breite Masse kennzeichnenden Lebensumständen derart entfernt, als das sie schlichtweg unwissend sind. Ich hatte vor ca. 2 Monaten in einer Bürgersprechstunde die Gelegenheit, einen ca. 40-jährigen MdB, der es mittlerweile zum parlamentarischen Staatssekretär gebracht hat, zu erleben. Über seine Lebensfremdheit zu einfachen Abläufen in der Arbeitswelt war ich schockiert. Völlig mechanistisch anmutende Denkweisen, da wird doch tatsächlich geglaubt, die Gesetze, die da in Berlin gemacht werden, lassen sich 1:1 umsetzen. Das war für mich “vom Kreissaal in den Hörsaal ab in den Plenarsaal” in real time. Kürzlich hat der ex französische Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire in einem Buch “Klartext” gesprochen und ein schonungsloses Bild gezeichnet, siehe FAZ v. 24.2.2013: “Politik vor dem Kollaps – Blindflug, Selbstlob, Wortbruch, Lüge” siehe http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/politik-vor-dem-kollaps-blindflug-selbstlob-wortbruch-luege-12092975.html.

26) Cato, Samstag, 02. März 2013, 16:48 Uhr

Der Bluffer Steinbrück schwätzt über den Blender Berlusconi!
Und das soll lustig sein? Oder interessant?
Zwei Schaumschläger buhlen um die Meinungen?
Weit sind wir gekommen daß wir solche “Spezialisten” in der
Politik zulassen!

27) Peter Christian Nowak, Samstag, 02. März 2013, 21:00 Uhr

@6) Slicey Drops,

Ich finde, dass Sie Steinbrücks Formulierung etwas zu hoch bewerten. Er hat satirisch umkleidet, was seiner Meinung nach in Italien so abgeht. Ich glaube jedenfalls nicht, dass so was zum Untergang des Heiligen Römischen Reiches führen wird. (…weil, das ist schon untergegangen). Man erinnere sich, wie Italiens Presse schon mit Merkel umgegangen ist, ganz zu schweigen Griechenland.
Allerdings bin ich schon der Meinung, dass so eine Figur wie Berlusconi sein Come-Back feiern darf… das provoziert sicher jeden, der noch alle Tassen im Schrank zu wissen glaubt.
Vielleicht gehen in Italien die Uhren etwas anders und die Italiener ticken irgendwie anders… Brat´ mir einer einen Storch…
Die Reaktion vom italienischen Staatspräsidenten war für mich überzogen und schon lange nicht diplomatisch.
Da hätten unsere Bundeswehrsoldaten in der Türkei mehr Grund zum Protest!

28) Lesezeit, Samstag, 02. März 2013, 22:25 Uhr

Schmidt wurde mit Schnauze Kanzler, Steinbrück wird es auch werden, denn bei schwarz-gelb gehen so klammheimlich die Lichter aus. Das muss man sehen und daher das Geschrei auf die Person bezogen.

29) Peer Steinbock, Samstag, 02. März 2013, 22:57 Uhr

@19: “Endlich mal einer, der sich traut, die Wahrheit zu sagen!”
War das nicht der Sarrazin?

30) Politikverdruss, Sonntag, 03. März 2013, 12:01 Uhr

Nun war ja Steinbrücks letzte Hoffnung, der deutsche Michel würde die Verunglimpfung der italienischen Wahlsieger unterstützen. Weit gefehlt!

Laut einer Emnid-Umfrage halten 56 Prozent der Befragten eine Entschuldigung von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück für angebracht. Rund 40 Prozent meinen, eine Entschuldigung sei nicht nötig. 72 Prozent der Befragten sind aber der Meinung, ein Kanzlerkandidat dürfe sich nicht so über Spitzenpolitiker befreundeter Staaten äußern. Unter den SPD-Wählern sind es sogar 78 Prozent.

Da scheint die Rechnung derer, die den „Klartext“-Schwadroneur jetzt zum „Tabubrecher“ der Nation hochstilisieren wollen, wohl nicht aufzugehen.

31) Oma Kloster, Sonntag, 03. März 2013, 12:24 Uhr

So langsam wirds wirklich peinlich. Wenn der Steinbrück morgens zum Frühstück grobe Leberwurst essen würde, hätte wohl auch das Fleischerhandwerk demnächst größere Probleme.

Was mich an der ganzen Sache aufregt, ist das völlig verdrehte Spiel mit der politischen Correctness und der Meinungsfreiheit hier in Deutschland. Grade die sonst so weinerlichen “Das darf man doch wohl noch sagen dürfen”-Typen, die Ihre sozial-, ausländer- und religionsfeindliche “Wahrheit” mit einem Hauch des Widerstands gegen den Zeitgeist unters Volk bringen wollen, zeigen sich plötzlich am meisten echauffiert. Für den demokratiefeindlichsten Dreck wird Meinungsfreiheit eingefordert, dafür gibts bei der Bezeichnung “Clown” einen Aufschrei ohne Gleichen.

32) Hannes67, Sonntag, 03. März 2013, 12:39 Uhr

Berlusconi ist kein Clown sondern ein Verbrecher und Grillo ist kein Clown (mehr) sondern ein Systemveränderer. Was also ist wahr an Steinbrücks Äußerungen, nichts, Dampfplauderei ohne Bezug zur Realität.

33) Wolf-Dieter, Sonntag, 03. März 2013, 13:39 Uhr

Aus Steinbrücks unsortiertem Gerede noch Aspekte für einen Wahlkampf abzuleiten — da spricht der Vollprofi unter den Politik-Beratern.

Mir wird allerdings übel, wenn Sie Recht haben. (Mit Rücksicht auf die anwesenden minderjährigen vekneife ich einen eingedeutschten polnischen Fluch.)

34) Erika, Sonntag, 03. März 2013, 14:57 Uhr

@20) M.M., Samstag, 02. März 2013, 10:32 Uhr
“Nun wird demnächst, auf Kosten Deutschlands natuerlich, der Rettungsschirm weiter erhöht werden muessen. Dem Herrn von der SPD sei Dank.”

Der Herr von der SPD ist einfacher Oppositions-Abgeordneter im Bundestag. Sie sollten sich besser bei der Regierungschefin der letzten 7 1/2 Jahre bedanken.

Spannend wird wie sich die Beteiligten im Falle Zypern verhalten werden.

35) karel, Sonntag, 03. März 2013, 15:45 Uhr

26) Cato
Den einen “Schaumschläger” hatten wir schon in der Politik:

http://www.wiwo.de/politik/deutschland/eurokrise-finanzministerium-rechnet-mit-ex-chef-steinbrueck-ab/7861464.html

Und genau dieser “Schaum” macht Deutschland heute schwer zu schaffen.
Nach Meinung vieler “Experten” braucht es wohl noch mehr “Schaum”.

Für viele unserer Mitstreiter und Mitstreiterinnen
“Schäumt” weiter.
“Träumt” weiter.

36) Frank Reichelt, Sonntag, 03. März 2013, 17:53 Uhr

Ich finde es ja amüsant, welche argumentativen Kapriolen die Steinbrück-Gegner hier schlagen müssen, nur damit ihr Weltbild intakt bleibt!

Es war eine launige Bemerkung auf einer SPD-Veranstaltung. Wenn das in diesem Land nicht mehr möglich ist, haben wir unseren Ruf der absoluten Humorlosigkeit wirklich zu recht!
Selbst die Engländer sind auf Steinbrücks Seite und die haben ja wohl Humor!

37) .W., Sonntag, 03. März 2013, 22:07 Uhr

@m.spreng: Fallen Sie bitte nicht auf Steinbrücks “expectation management” herein! Die Erwartungen an ihn wurden in der Öffentlichkeit soweit heruntergefahren, dass er sie nur noch übertreffen kann. Amerikanisches Vorbild wäre bspw. die Rommneykampange… O tempora o mores ;)

38) M.M., Montag, 04. März 2013, 00:56 Uhr

@34 Erika
Steinbrück braucht sich zu Zypern gar nicht zu aeussern. Auf sein Geschwafel kann Deutschland getrost verzichten.

39) Erika, Montag, 04. März 2013, 09:28 Uhr

@38) M.M., Montag, 04. März 2013, 00:56 Uhr

Also müssen wir uns doch nicht bei Steinbrück bedanken, wenn

” nun wird demnächst, auf Kosten Deutschlands natuerlich, der Rettungsschirm weiter erhöht werden muessen. Dem Herrn von der SPD sei Dank.”???

Dann sind wir ja hier einer Meinung.

“Kein Cent für Griechenland”, auf dieses “Geschwafel” hätte man besser verzichtet.

Seit fast 3 Jahren versucht Merkel, Europa und die EZB dieses “Geschwafel”, das das Vertrauen der Märkte zerstörte, wieder einzufangen.

Leider hat Robert von Heusinger(April 2010) immer noch Recht:

“Was als Mahnung den Griechen galt, kam als Verunsicherung an den Kapitalmärkten an und untergrub das Vertrauen in den Euro. Als dann noch am Wochenende alle drei Koalitionsparteien zu laut über eine Partizipation der Anleger an den Kosten der Rettungen plauderten und damit das längst geschnürte Hilfspaket konterkarierten, da war´s um den Euro geschehen. Da kam es zum Flächenbrand.

Ob diese irrationale Panik wieder in Vertrauen gekehrt werden kann, welche Worte und wie viele Billionen Euro an Garantien notwendig sein werden, das werden erst Historiker wissen. ”

http://www.fr-online.de/schuldenkrise/leitartikel-zu-griechenland-merkel-verantwortet-die-euro-krise,1471908,2778592.html

40) riskro, Montag, 04. März 2013, 11:22 Uhr

Der Aussage, dass Steinbrücks „Äußerungen“ zu hoch bewertet werden kann ich mich nur anschließen. Das gilt aber generell für Spitzenpolitiker. Je nach der jeweiligen politischen Einstellung, erfolgt die Bewertung solcher Äußerung.

Nehmen sie den Beitrag von „rundertischdgf““,. Ein Beitrag, der vor Hass trieft und unsachlich ist. Für mich wäre es spannend zu wissen, wie er diese Äußerung bewertet hätte, wenn Dobrindt oder Brüderle oder Kauder oder Trittin oder Gisy , sie geäußert hätten. Wetten, dass er sagt: genau so! Den Wahrheitsgehalt kann man nicht prüfen. Alle diese genannten Personen sind auch schon durch grenzwertige Äußerungen aufgefallen, die auf Zustimmung bezw. Ablehnung gestoßen sind.

Die Wahl im EU-Land Italien wirft schon einige Fragen auf und Steinbrück ist nicht Kanzler und kann seine Meinung noch unverblümt sagen, Merkel in ihrer Position nicht. Übrigens eine Meinung, die die meisten Deutschen (auch CDU`ler) ebenfalls vertreten. Ich habe mich auch gefragt, spinnen die in Italien den Bunga Bunga-König wieder eine politische Plattform zu bieten.

Auf Grund von Äußerungen von Personen darauf zu schließen, dass diese für den einen oder anderen Posten nicht geeignet sind, ist für mich unredlich und Spekulation.

Eine Wahl sollte sich in erster Linie nach dem Programm richten, dass der sich zur Wahl Stellende vertritt und nicht danach ob mir der Kandidat sympathisch ist. Was nutzt eine sympathische Person, die den Karren an die Wand fährt, bzw. von der man nicht weiß wofür sie steht.

41) Politikverdruss, Montag, 04. März 2013, 12:19 Uhr

Ich finde es auch amüsant, mit welchen Verrenkungen die Steinbrück-Freunde versuchen, den „Clown-Schwachsinn“ positiv umzudeuten.

„Der größte Verlierer dieser Wahlen ist der Journalismus“, schreibt Petra Reski im TAGESSPIEGEL in einem lesenswerten Artikel. http://www.tagesspiegel.de/kultur/ex-komiker-beppe-grillo-eine-bewegung-aus-dem-nichts/7869708-2.html

42) Don Corleone, Montag, 04. März 2013, 14:07 Uhr

@ 38) M.M., Montag, 04. März 2013, 00:56 Uhr

“Auf sein [Peer Steinbrücks] Geschwafel kann Deutschland getrost verzichten.”

D’accord! Hartes Urteil, aber gerecht. Leider ist Herr Steinbrück nur einer von vielen tausend Schwaflern in den politischen Gefilden ganz Europas, alle Parteien eingeschlossen. Mehr als heiße Luft ist nicht erforderlich, um dem Publikum ein Mindestmaß an Aktivität vorzugaukeln. Davon lässt sich gut leben, wie wir sehen.

Medien und Wähler geben sich mit diesen verbalen Nebelkerzen, hinter denen die wahren Probleme und Baustellen bewusst verborgen werden, dankbar zufrieden: Journalisten ahnen oder kennen die Wahrheit, wollen sich’s aber mit den Einheitsparteien nicht verderben. Und die Bürger, denen an der Wahlurne eh keine Alternativen mehr geboten werden, fühlen sich wohl in einem Wolkenkuckucksheim, das sie vor der bitteren Realität bewahrt.

Friede, Freude, Eierkuchen — solange die Kuckucke jedweder Couleur zur vollen und zur halben Stunde ihre hölzernen Schnäbel aufklappen, uns irgendwas vollkommen Nebensächliches in die Ohren jodeln und als “Klartext” andrehen, ist unsere Welt noch in Ordnung. Obwohl ich alles andere denn ein Pessimist bin: Dieses “noch” wird mit jedem Tag kleiner und flüchtiger.

43) Thomas, Montag, 04. März 2013, 14:15 Uhr

Gibts die Stammtische heute eigentlich noch? Wäre auch mal eine interessante Frage, wohin sich die traditionelle Volksdiskussion eigentlich verlagert hat im Zeitalter neuer Medien… und wie sich das auf die Demokratie auswirkt.

44) kleinErna, Montag, 04. März 2013, 14:36 Uhr

Man muss kein Steinbrück-Fan sein, um seine Äußerungen über Berlusconi und Grillo gut zu finden. Grillo von Berufs wegen Komiker, ist er mit dem “Clown” eigentlich noch besser gestellt als mit dem Komiker) und Berlusconi wäre mit seinen diversen kriminellen Handlungen und Aussagen eigentlich völlig anders zu betiteln als mit der Bezeichnung “Clown” (vielleicht beschwert sich Grillo ja auch nur, weil er mit Berlusconi auf eine Stufe gestellt wurde, was ich durchaus nahvollziehen könnte?).

Wie schon erwähnt sind die, die Steinbrück wegen dieser Äußerung kritisieren (und es sind ja doch eine ganze Menge) zu fragen, ob ihnen von Politikerseite Lügen lieber sind, als klare, verständliche und wahre Worte? Sagt einer die Wahrheit (oder annähernd eine solche) wird er denunziert und verurteilt. Lügt er oder sagt er gar nichts, scheint er wohl der Größte zu sein (wie viele Beispiele an der Spitze unserer Berliner Republik beweisen).

Und dann gibt es da noch etwas, was Herrn Spreng betrifft:
Ihre Formulierung “seine instinktlosen Äußerungen übers Kanzlergehalt” ist eigentlich eine Frechheit, wenn man weiß, unter welchen Umständen er was gesagt hat. Sie bedienen mit einer solch sträflichen Falschaussage (Ihrerseits) genau die Form von Populismus, die Steinbrück-Gegner gerne sehen.
Was wollen Sie eigentlich damit bezwecken? Hochheben, fallen lassen, wieder hochheben und wieder fallen lassen. Sie möchten mit Ihren Aussagen wohl auch nicht gerne Position beziehen um später, egal bei welchem Wahlausgang immer sagen zu können, Sie hätten es ja schon immer gesagt und gewusst . . . Feigling!

45) Peter Christian Nowak, Montag, 04. März 2013, 15:41 Uhr

@25) Michael A. Nueckel,

Sie sprechen mir aus der Seele.

Ihre Erfahrung mit Politikern deckt sich mit den meinen. Ich könnte Ihnen ein Dutzend Kollegen nennen, die die gleichen Erfahrungen gesammelt haben.
Was glauben Sie wie oft man Interviews zu brisanten Themen hinterherhechelt! Stellt man dann endlich den Minister, die Ministerin, weil man ärgerlich über den Umgang mit Fernsehteams bzw. der Öffentlichkeit hat, und weil man als Journalist Verantwortung für die Öffentlichkeit trägt,so bügeln die einen glatt ab. So sieht oft der Alltag der Informationsarbeit aus. Wenn Minister/in die Argumente ausgehen entblöden Sie sich entweder in Platituden, oder in Ignoranz! Und am Ende bekommt man von der Presseabteilung des zuständigen Ministers Antworten, mit denen man nichts anfangen kann.
Zuweilen fallen auch ziemlich deftige Beleidigungen seitens der Politiker – wenn die Kamera aus ist.
Totschweigen und Ignorieren von wichtigen Fragen sind die gängigen Kommunikationstechniken dann, wenn Politik nicht mehr weiß, was sie sagen soll.

46) Don Corleone, Montag, 04. März 2013, 16:46 Uhr

Zum Thema Steinbrück, ganz neu:
Schadensbegrenzung im Willy-Brandt-Haus, geschildert bei “Spiegel Online”. Interessant — einschließlich der Leserkommentare eines normalerweise SPD-freundlichen Publikums.

47) Erwin Gabriel, Montag, 04. März 2013, 18:25 Uhr

@ 41) Politikverdruss, Montag, 04. März 2013, 12:19 Uhr

>> Ich finde es auch amüsant, mit welchen Verrenkungen die
>> Steinbrück-Freunde versuchen, den „Clown-Schwachsinn“ positiv umzudeuten.

Steinbrück-Freunde, schon recht. Wenn einer eine andere Meinung vertritt, nicht argumentieren, sondern Klischee-Etikett drauf.

Es gibt einige eigenartige Äußerungen der Kanzlerin (etwa zum Tod Obamas), wo viele gesprungen kommmen, um zu erläutern und Verständnis zu äußern. Und es gibt viele Äußerungen Steinbrücks, die normal und richtig sind (“die Kanzlerin verdient zu wenig”), wo die gleiche Truppe dahergesprungen kommt, um sie zu verkürzen und negativ zu interpretieren.

Information, Aufklärung, seriöser Journalismus, Fairness geht anders.

48) Matze, Dienstag, 05. März 2013, 11:09 Uhr

Klartext hin oder her…es wäre für Steinbrück so einfach gewesen, mit 2 – 3 Sätzen hätte er die Italienwahl auf das Merkelsche Fehldiktat der Austerität abstempeln können (gerne noch mit der Aussage: die Wahl dieser beiden Kandidaten war wohl ‘alternativlos’). Das war eine Steilvorlage, die viel (auch internationale) Zustimmung hätte auslösen können. Doch jemand der ‘3 Meter vor dem Tor noch den Ball daneben semmelt’ – so eine Chance auslässt, hat einfach kein politsches Gespühr. Eine Grundvorraussetzung für den Job den Er anstrebt.

Wenn er jetzt noch die geforderte Entschuldigung unterlässt, mit derer Hilfe er nochmal die richtige Aussage (im zweiten Versuch sozusagen) zwichen den Zeilen platzieren könnte. Hätte er vollends versagt.

49) albertus28, Dienstag, 05. März 2013, 11:43 Uhr

Hallo Herr Spreng,

lese soeben,der tolle Steinbrück,der mit dem Klartext als Markenkern….Sie erinnern sich ???
wurde von Nahles(sic) an die Leine gelegt.Nun darf er nur noch von Nahles geprüfte Texte vorlesen.
Wäre doch der richtig Mann für Brüssel oder auf internationalem Parkett als Bundeskanzler…..muß mal eben die Nahles anrufen,welche Meinung ich habe und was ich sagen darf.
Peer bleibt für die CDU der Wahlkämpfer des Monats.Mit und ohne Zensur-Nahles.

50) Politikverdruss, Dienstag, 05. März 2013, 12:07 Uhr

@Erwin Gabriel, 04.März 2013, 12:19 Uhr,

Steinbrücks neuerlicher „Fettnapftreffer“ steht doch außer Frage! Deswegen musste er sich von dem Staatspräsidenten eines befreundeten Landes „abwatschen“(Flegel) lassen.

Und im Willy-Brandt-Haus? Dort darf nun Frau Nahles den SPD-Wahlkampf leiten. Nachdem der SPD-Vorsitzende Gabriel noch Anfang des Jahres die Wahlkampfleitung selbst übernehmen wollte, weil man Frau Nahles die Leitung nicht zutraute. http://www.welt.de/politik/deutschland/article13792553/Gabriel-entzieht-Nahles-Wahlkampf-Fuehrung.html

Und Steinbrücks Wahlkampfteam? Das ist nun entmachtet und Frau Nahles seine Wahlkampfleiterin.http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-03/spd-wahlkampf-nahles-steinbrueck

Und noch vor gar nicht langer Zeit entschuldigte er sich öffentlich für eine missliebige Äußerung gegenüber SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles in dem Zusammenhang, wonach sein Leben ohne Nahles genauso reich sei wie heute. http://www.tagesspiegel.de/politik/spd-steinbrueck-entschuldigt-sich-bei-nahles/7226594.html

Soviel zu den innerparteilichen Auswirkungen der „normalen und richtigen Äußerungen“ vom Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück.

Darüber hinaus noch ein anderer Aspekt. Steinbrück hat den Wahlausgang in Italien überhaupt nicht verstanden. Das jedenfalls behauptet Jakob Augstein: „Er(Steinbrück) begreift ja selbst nicht, was um ihn herum vor sich geht. Steinbrück beschimpft den Wahlsieger Beppe Grillo als “Clown” und hat gar keine Ahnung von den italienischen Verhältnissen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/schweizer-anti-abzock-gesetz-die-wahren-clowns-sind-wir-deutschen-a-886689.html

Ich bin überzeugt, Jakob Augstein hat Recht. Steinbrück kann es nicht und die SPD auch nicht!

51) Peter Christian Nowak, Dienstag, 05. März 2013, 20:12 Uhr

Ich stimme Ihnen zu, Herr Gabriel. Irgendwie scheint die CDU sich in der Deckung eines imaginären Rettungsschirmes der Öffentlichkeit zu befinden. Von der Partei kann noch so viel Blödsinn kommen – man wird es ihr nachsehen!
Aber es kommt noch eines hinzu: Zur Zeit werden einige Journalisten indirekt und manchmal auch direkt darauf getrimmt, Wahlkampfhilfe für Merkel zu leisten. Will heißen: Schreib´ was Gutes über die CDU und schau mal, was du bei Steinbrück Negatives findest. Das trifft auch für die Linkspartei zu. Gysi an den (wiederholten) Pranger wegen Stasi-Mitarbeit, derweil “Erika” und ihre Akten bei der Stasi-Aufarbeitungsbehörde bleiben unter Verschluß!

52) Erwin Gabriel, Mittwoch, 06. März 2013, 07:00 Uhr

50) Politikverdruss, Dienstag, 05. März 2013, 12:07 Uhr

>> Ich bin überzeugt, …Steinbrück kann es nicht und die SPD auch nicht!

Für die SPD glaube ich das auch. Für Steinbrück bin ich mir nicht sicher. Leicht macht er es sich nicht, aber das ist letztendlich das, was positiv für ihn stehen sollte. (Für wie katastrophal ich die Bilanz von Frau Merkel halte, habe ich schon öfter geschrieben).

Unabhängig davon wird Peer Steinbrück nicht nach den gleichen Maßstäben gemessen wie die Kanzlerin.

Zu Augstein: Mehr und mehr entpuppt er sich in meinen Augen als einer dieser Journalisten, die glauben, Recht zu haben, nur weil man sie für ihre veröffentlichte Meinung bezahlt. Anderen Leuten vorzuschreiben, wie sie ticken müssten, um ‘Sozialdemokrat’ zu sein, ist nur noch peinlich.

Und was die ‘Beschimpfung’ angeht: Puzzeln Sie mal zusammen, was Italiens (ehemaliger) Regierungschef Berlusconi schon über Angela Merkel gesagt hat. Da ist der Begriff ‘Clown’ noch sehr höflich. Herrn Grilo in den gleichen Sack zu stecken war aber ein Fehler.

53) Politikverdruss, Mittwoch, 06. März 2013, 11:17 Uhr

@ Erwin Gabriel(52), 05.März 2013 12:07 Uhr,

In puncto Berlusconi: Zustimmung! Und bei der Verunglimpfung unserer Bundeskanzlerin durch das „befreundete“ Ausland wünschte ich mir auch manchmal etwas mehr „Gegenfeuer“ von unseren „Freunden“ in Europa. Stattdessen entdecke ich klammheimliche Zustimmung.

Der Punkt, um den es hier geht, und den Steinbrück, aber auch die deutschen Medien nicht verstanden haben, ist die stark zunehmende Erosion des politischen Europas. Die Italien-Wahl hat dies verdeutlicht. Wenn 50 Prozent der Bürger eines der EU-Gründungsländer sich so gegen Europa aussprechen, sollte dies zu denken geben. Oder nehmen Sie die Ankündigung eines Referendums in GB und die Entscheidung der Polen, den Euro nicht einzuführen

Man macht sich darüber aber keine Gedanken, sondern glaubt, man könne die Krise mit „Mehr-Europa“ beherrschen. Die eigenen Maßnahmen erklärt man für „alternativlos“ und die zu „Rettenden“ samt und sonders für „systemrelevant“ nach dem Motto: die Erde ist eine Scheibe. Das werden die Menschen nicht länger mitmachen! Das hat die Italien-Wahl gezeigt.

Sie haben ja Recht, wenn Sie die mediale „Schonung“ von Frau Merkel hervorheben. Nur das gehört zum „Spiel“ der Hochfinanz: „Rettet unsere Milliarden“. Ich bin überzeugt, dass das gegenwärtig errichtete „europäische Kartenhaus“ am demokratischen Willen der Bürger Europas zerbrechen wird. Und das ist deshalb gut so, weil die Menschen in ihren demokratischen Verankerungen bleiben und dabei nicht von „alternativlosen Systemrelevanzen“ abhängig sein wollen.

54) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 06. März 2013, 12:43 Uhr

@50) Politikverdruss,

Wie geschickt perfide die FDP die öffentliche Meinung manipuliert lesen Sie hier:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=16400#more-16400

Weil dem sachlich nichts mehr hinzuzufügen ist, erspare ich mir weitesgehend den Kommentar.

Die Bewertung macht es aber zwingend erforderlich über die wahre Politik der FDP nicht nur nachzudenken. Addiert man alles zusammen, kommt man zu folgendem: die FDP hat nun auch jetzt wieder gezeigt (Manipulation des Armuts- Reichtumsbericht der Bundesregierung), dass sie konsistent eine Umverteilungspolitik von unten nach oben verfolgt. Sie hat aus der Geschichte des Landes nichts gelernt. Acht Jahre FDP und ihre Regierungsteilhabe haben schwerste sozialpolitische Verwerfungen im Land prodziert. Die FDP hat nichts zu einer wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen und ist Chefbremser für jegliche Weiterentwicklung der Bundesrepublik Deutschland. Diese Partei ist ein Sicherheitsrisiko auf allen Politikfeldern. Rösler hat eine ausnehmend zerstörerische Wirkung auf das Land. Die FDP muß weg.

55) Politikverdruss, Mittwoch, 06. März 2013, 19:22 Uhr

@ Peter Christian Nowak(54), 06.03.13 12:43Uhr,

ich glaube nicht, dass die FDP die Macht besitzt, die öffentliche Meinung zu manipulieren. Die Manipulateure sitzen ganz woanders. Zum Beispiel hier: http://www.nachdenkseiten.de/?p=7828 oder hier: http://www.kepplinger.de/files/Innere_Pressefreiheit.pdf

Auch bei der Manipulation des Armutsberichtes kann ich Ihnen nicht folgen. Die Fakten sprechen kaum für Manipulation: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/armut-und-reichtum/wir-pruefen-die-fakten-was-stimmt-im-armutsbericht-12104771.html

Man mag ja zu den Liberalen stehen wie man will. Dass nun aber die einzige liberale Partei des Landes „weg muss“, ist für mich nicht nachvollziehbar.

56) meuma, Donnerstag, 07. März 2013, 13:02 Uhr

Für mich ist Steini eine Kreuzung aus Onkel Dagobert und Alfred Tetzlaff. Beide habe ich mir gerne angeguckt und herzlich gelacht, aber als Kanzler möcht ich so eine Figur nicht haben.

57) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 07. März 2013, 19:58 Uhr

Ich weiß nicht, wo Sie die FDP als “liberal” sehen. Ich könnte Ihnen jetzt eine ganze Latte von Indizien aufweisen, nach der die FDP sich sicherlich nicht sich mit diesem Attribut schmücken kann.

Die Freiheit der FDP – resumiert man -bezieht sich in erster Linie auf den Klientelbereich, für die die Partei ausschließlich und vor allem Politik macht.

Zum Bericht: Der Armutsbericht wurde im Oktober seitens der Bundesregierung fertiggestellt.
Danach ging zwischen der FDP und der CDU ein regelrechter Streit los, wie denn dieser Armutsbericht ausformuliert werden soll. Die Brisanz des Inhalts sollte durch entschärfende Wortwahl moderiert werden. Darum ging es.

Wer bei der Bundespressekonferenz dabei war spricht von „Hofberichterstattung durch v.d.Leyen“

Es war belämmernd, dass viele hochkarätige Journalisten kaum gewagt haben auf die Widersprüchlichkeiten und „Schwachstellen“ des Berichtes zu reagieren und knifflige Fragen zu stellen. Im Großen und Ganzen war diese Pressekonferenz seitens der Bundesregierung geplant als Monolog v.d.Leyens mit inhaltlicher Absprache zwischen Rösler und Merkel. Pappe ums Maul der Journalisten. die haben dann auch wie gewünscht reagiert und kritische Fragen erst gar nicht gestellt. Der Tenor: Armut in Deutschland ist kein gravierendes Problem, mit kleinen marginalen noch zu beackernden Problemfeldern. Dies hat aber Merkel und Co.fest im Griff!
In Summe bekannter Fakten eine verheerende Täuschung. Darauf hätte reagiert werden müssen.
Die Anwesenheit war für wenige der Journalisten vertane Zeit. Es schien, dass Kritik fürs erste unerwünscht war – seitens der Bundesregierung aber auch und vor allem: seitens der Verlage! Und Mann/Frau, so mein Eindruck, hielten sich dran. Schließlich geht es um den Job!

So was nennt man wohlverhaltenen Journalismus .

Alle Fakten und Ungereimtheiten waren zuvor jedem Anwesenden – seit Herbst 12 – bekannt. Und man hätte alle Zeit der Welt gehabt, sich auf notwendige Fragen vorzubereiten.

Stattdessen hat man sich einer Kulisse der Hofberichterstattung geradezu unterworfen und sich der Funktion eines antizipierenden Auditoriums hingegeben. Für einen Journalisten/In einfach nur eine Bankrotterklärung gegenüber seinem oder ihrem Berufsethos.

Ich führe dieses erbärmliche Verhalten auch darauf zurück, dass sich viele der Journalisten in mehr oder weniger prekären Beschäftigungsverhältnissen befinden und viele der tätigen Redakteure froh sind, überhaupt noch einen einigermaßen zufriedenstellenden Arbeitsplatz haben. Sich in so einer mehr oder weniger ungeklärten beruflichen Situation zu befinden, da drängt man eher danach, sich wohlverhalten dem Verleger oder Verlagseigner zu zeigen.
Journalisten, die für CDU/CSU oder FDP nahestehenden Verlegern arbeiten (z.B. Die Welt, FAZ) fragten, gemäß der politischen Parteipräferenz ihrer Chefredaktionen, nach der Begriffsdefinition von „Armut“ und aus welchen statistischen Elementen sie sich zusammensetzt.
Fragenden Journalisten war offenbar noch nicht einmal der Unterschied zwischen dem Median- und dem Durchschnittseinkommen präsent. Im Prinzip ist die Frage per Definitionem so gar nicht lösbar, sondern die Lösung ergibt sich eher im authentischen Lebensbereich: 3.20 Euro für einen erwachsenen Menschen für Ernährung, der sich im Alg II-Bezug befindet, zeichnen deutlich die Konturen von Armut ab. Authentizität ist die eigentliche „mathematisch-statistische“ Größe, wie Armut zu definieren ist. Für jeden großen Hund wenden die Bürger, die diesen Regelsatz für ausreichend halten, mehr auf. Das nur als Beispiel.

Skandalös fand ich die regelmäßig wiederkehrende Relativierung, wenn es um die Deutung von Armut geht, sozusagen den Bezug auf die relative Größe von Armut: Wenn Haiti oder Griechenland die Größenordnung ist, bei der Armut anfängt, so muss man den Reichtum vergleichend gegenüberstellen.

58) Erwin Gabriel, Donnerstag, 07. März 2013, 22:06 Uhr

@ 53) Politikverdruss, Mittwoch, 06. März 2013, 11:17 Uhr

Es sind hier zwei Punkte auseinander zu halten. Zum einen der Kommentar von Steinbrück: Der ließ die Clowns-Zeilen vor einer Versammlung von Journalisten ab, die in diesem Moment nichts dagegen einzuwenden hatten, nicht nachfragten, nicht “ja, aber” sagten, die den Inhalt des Kommentars teilten und (wie Meister Spreng) gut fanden, dass einer Tacheles redet. Erst im Laufe des nächsten Tages änderte sich das Bild, nachdem das Ganze in den Redaktionen gründlich durchgekaut worden war. Jetzt fanden die gleichen Journalisten das Ganze “Peer Peinlich”. Ein sehr, sehr eigenartiger Vorgang, das Ganze.

Zu Europa: Ich mag meine Nachbarn und komme gut mit ihnen aus. Wenn man mich nun zwingen würde, alles mit ihnen zu teilen, ihre Schulden zu bezahlen etc, und ich im Gegenzug deren Einkaufszettel zusammenstreiche, ist das gute Verhältnis ruckzuck hin. Europa und der Euro in seiner jetzigen Form ist eine Fehlgeburt.

59) Erwin Gabriel, Donnerstag, 07. März 2013, 22:42 Uhr

@ 53) Politikverdruss, Mittwoch, 06. März 2013, 11:17 Uhr

PS:
Heute gab es ein umfassendes Meeting aller Beteiligten zum Thema Energiewende (die immerhin schon Mitte 2011 beschlossen ist). Die coolen Ergebnisse lauten: Es gebe keinen Zweifel, dass alle eine erfolgreiche Energiewende wollen, und dass man jetzt einmal im Jahr zusammenkommen werde.

PPS:
Die EU hatte In Sachen Vorzugsbehandlung von Strom-Großverbrauchern eine Untersuchung wg. unzulässiger Staatshilfe eine Prüfung in Gang gebracht, und das Düsseldorfer OLG hatte in gleicher Sache die Unzulässigkeit des Strom-Sponserings festgestellt. Die Bundesregierung muss nun reagieren, aber, wie Frau Merkel schon sagte, nicht zu doll, da viele dieser Unternehmen im internationalen Wettbewerb stünden. Die Süddeutsche titelzeilt dazu “Merkel will Netzentgelte reformieren”. Das ist die Botschaft, die hängen bleiben soll. Aber Frau Merkel will nicht – sie muss! So viel zum Thema ‘Qualitätsjournalismus’

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/stromintensive-firmen-in-der-energiewende-merkel-will-netzentgelte-reformieren-1.1618060

60) Politikverdruss, Freitag, 08. März 2013, 12:23 Uhr

@ Erwin Gabriel (58/59)

„Zu Europa“: Stimme Ihrer Bewertung voll zu!

Zur „Energiewende“: Kosten 1 Billion Euro!
Eine Billion hat die Wiedervereinigung gekostet und wie viel Billionen uns der „Euro“ kosten wird, ist noch gar nicht abzusehen.

Die Außenhandelsüberschüsse Deutschlands sind Brüssel doch schon immer ein Dorn im Auge gewesen. Jetzt nehmen sie Einfluss auf die Stellschraube für Energiekosten und damit auf unsere Produktivität. Martin Schulz hat vor „Frankenstein Europa“ gewarnt. Er hält die EU-Kommission für eine undemokratische Einrichtung. Sie handle wie eine Regierung, sei aber nicht vom Volk gewählt. So Schulz. http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/06/eu-ein-monster-praesident-schulz-warnt-vor-frankenstein-europa/

Ich hab ihm so viel Einsicht gar nicht zugetraut, bis ich dann den ganzen Artikel gelesen hatte und feststellte, dass es sich um Wahlkampfgetöse handelt. Schulz will Nachfolger von Barroso werden und will sich den nationalen Regierungen andienen, indem er ihnen eine „weniger mächtige EU-Kommission anpreist.“ Ich kann nur für uns sagen: „Ein Himmelreich für einen Cameron.“

61) Politikverdruss, Freitag, 08. März 2013, 21:28 Uhr

@ Peter Christian Nowak (57),

Hier noch ein wirklich lesenswerter Artikel über Manipulation im ZDF (Lanz): http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/08/die-stunde-der-polit-kommissare-zdf-verhoehnt-die-waehler-in-italien/

Die entlarvende Frage von Herrn Lanz an Martin Schulz : „Wie erklären Sie sich das seltsame Wahlverhalten der Italiener?“ Mit dieser Frage wird das Wahlverhalten eines souveränen Volkes pauschal als „seltsam“ hingestellt. Unglaublich, wie sehr sich im Verlauf der Euro-Krise die demokratischen Maßstäbe schon verschoben haben.

Jetzt wissen wir endlich, warum wir eine „Demokratie-Abgabe“ an die ÖR zu entrichten haben. Und zum Schluss auch noch die Lobpreisungen auf das neue Buch von Martin Schulz: „Sie beschreiben das alles sehr eindrucksvoll in diesem Buch, wie sehr wir alle von Europa profitieren und warum es wichtig ist, für die europäische Idee zu kämpfen!“

Nach dem Lesen des Artikels konnte ich mich nur noch in mein Sauerstoffzelt schleppen.

62) Peter Christian Nowak, Samstag, 09. März 2013, 21:20 Uhr

@61) Politikverdruss

Lanz ist kein ernsthafter Journalist. Er ist sozusagen für alle Opis und Omis der ideale Schwiegersohn. So wie der Jauch. Rentner bringen das eine oder andere Mal die gewünschten Einschaltquoten. Die gucken Lanz. Wenn noch ein paar Mädels dabei sind, die Lanz nur wegen seines smarten Aussehens gucken, dann stimmt die Richtung schon.
Das antrainierte Blendaxlächeln, die wohl gescheitelte Kurzhaarfrisur sind sein Markenkern. Darauf ist er stolz. Weniger darauf, dass er ein guter Journalist ist. Muß er auch nicht. Aber angepasst ist er.
Das reicht.
Hauptsache die Zuschauer klatschen, wenn das grüne Lämpchen angeht…

63) Politikverdruss, Sonntag, 10. März 2013, 13:24 Uhr

@Peter Christian Nowak (62),

ja, dass Lanz kein ernst zu nehmender Journalist ist, stelle ich nicht in Frage. Deshalb heißt es ja in dem Artikel auch: „Er (Lanz) war nicht vorbereitet, sondern programmiert.“ Und weiter heißt es treffend:

„Der Lanz-Talk offenbarte: Die staatsfinanzierte Elite beweist ihre system-erhaltende Qualität, indem sie alle ihr zur Verfügung stehenden Register zieht. Nicht die arme Marionette Lanz ist das Problem. Das Problem ist auch nicht, dass die Redakteure der Sendung eine bestimmte Haltung haben.
Der Skandal ist, dass Scherz, Satire und die knallharte politische Agenda bewusst vermischt werden, um eine andere politische Auffassung zu diskreditieren. Das ist Manipulation in Reinkultur.“

64) Peter Christian Nowak, Sonntag, 10. März 2013, 17:05 Uhr

@63) Politikverdruss

Diese Einschätzung teile ich auch. Seriöse Journalisten beklagen einhellig, dass diese Art der Information, verbrämt mit Scherz und Satire, die Diskreditierung befördert – hier die politische Auffassung der italienischen Wähler.

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