Freitag, 22. März 2013, 11:47 Uhr

Auch Vertrauen kann enteignet werden

Fünfzig Prozent der Deutschen haben Angst um ihr Erspartes, aber 59 Prozent vertrauen Angela Merkel, ermittelte Infratest-Dimap. Wie passt das zusammen? Denn diesselbe Angela Merkel hat zusammen mit Peer Steinbrück für die Spareinlagen garantiert und diese Garantie gerade von ihrem Regierungssprecher bekräftigen lassen. Großes Vertrauen in Merkel, aber wenig in ihre Versprechen?

Vertrauen in eine Person ist allgemein, bei Versprechungen aber wird es konkret. Diese Lücke sollte der Kanzlerin zu denken geben. Denn sinkendes Vertrauen in politische Zusagen führt in Regel zu sinkendem Vetrauen in die Person. Insofern könnte der Fehler, einer Teilenteignung zypriotischer Kleinsparer zuzustimmen, zumindest nicht zu widersprechen, ein folgenschwerer für Merkel sein.

Noch hat die Kanzlerin ein hohes Vertrauenskapital, aber auch ihr droht eine Teilenteignung. Sollten die Zypern-Rettung scheitern mit der Folge einer neuen Griechenland- und Euro-Krise, dann wird sich zeigen, dass auch scheinbar stabiles Vertrauenskapital schwinden kann.

Der fatale Zypern-Rettungsplan A könnte eine Wende der Kanzlerschaft Merkels eingeleitet haben. Merkel hat allerdings Glück, dass das unverantwortliche und bizarre Verhalten der Politiker in Zypern die Diskussion ums Ersparte  in den anderen Euroländen überdeckt.

Und zu einer Wende im deutschen Wahlkampf gehören zwei, also auch eine politische und personelle Alternative, der Vertrauen entgegengebracht wird. Und diese gibt es nicht. Nur 16 Prozent der Deutschen vertrauen der SPD, die Euro-Schuldenkrise managen zu können. Deshalb kann Merkel noch einiges Vertrauenskapital verspielen, bevor es ernst für sie wird. Aber einen Anfang hat sie gemacht. Bis zur Bundestagswahl sind es immerhin noch sechs Monate.

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43 Kommentare

1) Erika, Freitag, 22. März 2013, 12:47 Uhr

Man stelle sich mal vor: Die Presse würde mit den „Handeln“ von Angela Merkel nur annähernd so kritisch umgehen, wie mit den sogenannten „Fettnäpfchen“ von Peer Steinbrück.

Zur Zeit jährt sich gerade 10 Jahre der Beginn des Irak-Krieges. Es wird Bilanz gezogen aber komischerweise wird dabei die Rolle von Angela Merkel nicht reflektiert.

Man blickt zurück auf die Agenda 2010. Die Fehlentwicklungen werden klar benannt und verantwortlich ist rot/grün. Aber wenig liest man darüber, dass Angela Merkel über den Vermittlungsausschuss die Maßnahmen verschärft und die stärkere Senkung der Steuersätze (Von 45 % auf 42 %) durchgesetzt hat.

Schröder wird nach all den Jahren immer noch in vielen, vielen Beiträgen mit seinem „ja“ auf die Frage von Beckmann in der Talkshow: „Halten Sie Putin für einen lupenreinen Demokraten?“ konfrontiert. Die Anbiederung Merkels an Bush ist kein Thema inclusive „privaten“ Grillfest und Gegenbesuch auf der Ranch.

Die einseitige Parteinahme für Sarkozy im Wahlkampf ist , im Gegensatz zu dem Ausdruck „Clown“ für Berluscony, kein Problem.

Bei Steinbrück wird im Detail alles durchsucht. Wo bleibt die Transparenz bei allen Abgeordneten mit Nebeneinkünften?

„Keine Eurobonds, solange ich lebe“ mit diesem Populismus kommt Merkel in den Medien durch, obwohl durch den Ankauf von Anleihen durch die EZB längst die gemeinschaftliche Haftung besteht.

Für wieviele „Euro-Rettungen“ wurde Merkel eigentlich in der Presse schon gefeiert und wieviel ist substanziell tatsächlich gelungen? Ich stelle mir gerade vor, jemand anders als Merkel hätte den „Kompromiss“ mit der Belastung der kleinen Spareinlagen akzeptiert………..

„Nur 16 Prozent der Deutschen vertrauen der SPD, die Euro-Schuldenkrise managen zu können. “

Das ist doch traurig, Es steht fest: „Merkel kann es nicht!“ und die politische Alternative hat keine Chance. Tolle Medien-Demokratien, wie man nicht nur am Beispiel von Italien sieht.

2) Politikverdruss, Freitag, 22. März 2013, 13:28 Uhr

Losgelöst von parteipolitischem Gezänk stellt sich die Frage, ob auch in Deutschland ein derart direkter Zugriff auf die Ersparnisse der Bürger möglich ist.

Er ist möglich: „Europarechtler sind sich weitgehend einig, dass die Pläne im fernen Zypern weder gegen eine Vorschrift des Europarechts noch gegen die zyprische Verfassung verstoßen. Rein rechtlich wäre ein solcher Milliarden-Coup auch in der Bundesrepublik möglich. Bitter aber eigentumsrechtlich irrelevant nennt der Europarechtsprofessor Christian Calliess von der Berliner Freien Universität die Geldbeschaffungsaktion. Was von empörten Bankkunden und kritischen Politikern als versuchte „Teilenteignung“ der zyprischen Sparer gebrandmarkt wird, ist nicht mehr als eine besonders schmerzhafte Steuer auf Bankguthaben. Eine solche Sonderabgabe kann jeder Staat erheben – wenn er dazu ein ordentliches Gesetz macht, das nicht einzelne Gruppen von Kontoinhabern diskriminiert oder Individuen dermaßen hart trifft, dass ihre wirtschaftliche Existenz bedroht ist.“ http://www.spiegel.de/wirtschaft/warum-der-zugriff-auf-zyprische-bankkonten-legal-ist-a-889957.html

Dabei wird im Zusammenhang mit der Einlagensicherung darauf verwiesen, dass diese ja nur für den Fall von Bankenpleiten gelten soll. Als Umgehung dieser Bestimmung reicht es infolgedessen aus, Banken für systemrelevant zu erklären, um dann damit die staatlichen „Eingriffe“ in die Privatvermögen der Bürger zu rechtfertigen. Eine solche Maßnahme wird man als „alternativlos“ hinstellen, weil man ja sonst „alles“ verlieren würde.

Der Zugriff des Staates auf die Ersparnisse der Bürger ist also möglich und die Vorbereitungen dazu haben bereits begonnen. Spanien, Neuseeland und Großbritannien haben still und leise damit begonnen, die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Zwangs-Abgaben zu schaffen. http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/22/zwangsabgabe-heimliche-vorbereitungen-haben-weltweit-begonnen/

Wie so etwas „umgesetzt“ werden kann, darüber berichtet das Handelsblatt: „Zyperns Bürger sollten nach dem Willen der EZB für eine längere Zeit nur einen begrenzten Betrag an Bargeld an Geldautomaten abheben können. Zusätzlich sei im Gespräch, die Spareinlagen vollständig einzufrieren und Überweisungen nur mit einer vorherigen Genehmigung der nationalen Zentralbank zu erlauben. Wie lange die Gelder auf den Sparkonten gesperrt werden, sei noch nicht entschieden, hieß es dem Bericht zufolge.“ Fragt man sich, woher die nicht gewählte EZB eigentlich die demokratische Legitimation nimmt, derart weitreichend in die Besitzverhältnisse der Bürger eines Staates einzugreifen.

Immer deutlicher wird: Die „Euro-Rettung um jeden Preis“ zerstört Europa. Der schon eingetretene Vertrauensverlust in Europa und seine Institutionen ist jetzt schon gewaltig. Die Rettung einer ökonomisch untauglichen Währung wird über die „Herrschaft des Rechts“ gestellt und dabei „heiligt der Zweck alle Rettungsmittel“. Das wird nicht gut gehen!

3) ricbor, Freitag, 22. März 2013, 13:28 Uhr

„Der fatale Zypern-Rettungsplan A könnte eine Wende der Kanzlerschaft Merkels eingeleitet haben.“

Absolut nicht. Der einzige Fehler, den sie machen könnte wäre, der Erpressung durch Zypern nachzugeben. Sie weiß schon, wie die überwältigende Mehrheit in Deutschland über den Fall Zypern denkt.

4) Erwin Gabriel, Freitag, 22. März 2013, 13:54 Uhr

Ich habe Jürgen Trittin in einer Diskussionsrunde gehört. Der sagte allen Ernstes zu dem Thema, dass „Kleinsparer“ zur Kasse gebeten werden sollen, dass man Leute mit 100.000 Euro auf dem Konto ja nicht gerade als „Kleinsparer“ betiteln könne. Autsch. „Unter 100.000 Euro“ bedeutet auch 3000 Euro oder nur 500 Euro.

Und so einer will Minister werden?

5) wschira, Freitag, 22. März 2013, 15:39 Uhr

Herr Spreng, im Grunde haben Sie recht. Nur sehe ich das ein bisschen anders. Das hohe Vertrauen in die Bundeskanzlerin ist nicht in tatsächlicher Politik begründet, sondern in dem Hype, der durch ihre Hofschreiber von Springer und anderswo ausgelöst wird. Ich würde jede Wette eingehen: Sobald Frau Merkel bei Friede Springer und Liz Mohn in Ungnade fallen würde und entsprechende Kampagnen losgetreten würden, wäre sie schneller unten, als man gucken könnte. Aber das ist ein hypothetischer Fall und wird nicht passieren. Deshalb müssen das die Deutschen wohl auf die harte Tour lernen.

6) horst scharnhorst, Freitag, 22. März 2013, 15:56 Uhr

Die langfristigen Negaitv-Folgen der Kanzlerschaft Merkel sind kaum abschätzbar. Wir sehen heute schon starke Verwerfungen in der EU. Wir erkennen, daß der Süden Europas in einem desolaten Zustand ist. Wir erleben, daß Frankreich unter dem Spardiktat leidet. Merkels Regierung werden überall schlechte Zeugnisse ausgestellt z.B. in Bezug auf unterbliebene Reformschritte etwa eine grundlegende Steuerreform. Fünf Jahre „Rettung“ durch Merkel. Unterm Strich bleibt nichts. Richtigerweise erkennen Sie, Herr Spreng, deutlich, daß Alternativen fehlen. Steinbrück ist die Bonsai-Ausgabe von Merkel ohne erkennbaren Politikansatz. Die Grünen sind noch nicht massenfähig. Der Rest ist indiskutabel. Das ist Deutschland 2013. Das Gestaltungs-Versagen der Politik ist unfaßbar groß.

7) Horst Klohocker, Freitag, 22. März 2013, 17:02 Uhr

Mangel an besseren Alternativen – also haben wir die Verpflichtung Frau Merkel erst dann abzuservieren, bis sich was Besseres findet. Zur Zeit ist da auf Seiten der Sozialdemokratie überhaupt nicht viel existent. Einzig Frau Kraft aus NRW wäre da zu nennen – doch sie will Ministerpräsidentin bleiben. Sie halte ich für vertrauenswürdig – so vertrauenswürdig, dass die Bürger im bevölkerungsreichsten Bundesland darauf vertrauen können, dass sie ihre Ministerpräsidentin bleibt.

Meine Bank halte ich durchaus für vertrauenswürdig – ist ja eine Genossenschaftsbank, an welcher ich sogar ein wenig beteiligt bin und welche nach dem Motto: „Schuster bleib bei deinen Leisten!“ arbeitet – also das macht, was kleinere Banken machen. Keine Vertrauenswürdig genießen bei mir Großbanken, Rating-Agenturen und alles was mit Börse zu tun hat. Nur wenn es unseren verantwortlichen Politikern gelingt, sie an die Leine zu legen, riskante Spekulationen nicht mehr abzusichern und wieder aufs Volk anstatt auf Vorstände zu hören, werden auch Politiker wieder vertrauenswürdig.

Doch auch die Medien können ihren Teil dazu beitragen. Was soll der tägliche Bericht im TV von der Börse, wenn die Allerwenigsten von uns Deutschen Aktien besitzen!? Warum wird überhaupt noch veröffentlicht, wie Rating-Agentur ein bestimmtes Land einstufen? Weshalb behaupten ein bedeutender Teil von Rundfunk und Presse ständig, dass wenn wir die Banken nicht retten es Auswirkungen auf unsere gesamte Volkswirtschaft haben könnte und Bankenrettung wird uns als Rettung eines ganzen Volkes verkauft?

Auch hier muss Vertrauenswürdigkeit in die Medien wieder hergestellt werden. Gerne möchten wir alle an neutralen und objektiven Journalismus glauben, doch die momentane Realität unterstreicht immer wieder, dass die Tatsachen zur Zeit anders sind. Möglich sind die vielen Missstände wohl auch deshalb, weil in der Politik derzeit keine Persönlichkeit vorhanden ist, welche das abändern könnte und so lange das der Fall ist bleibt uns nichts anders übrig als Frau Merkel zu behalten.

8) Christoph Koch, Freitag, 22. März 2013, 21:01 Uhr

„Fünfzig Prozent der Deutschen haben Angst um ihr Erspartes, aber 59 Prozent vertrauen Angela Merkel, ermittelte Infratest-Dimap. Wie passt das zusammen?“

Hat Infratest auch gesagt, dass es dieselben ca 50 Prozent sind? Vermutlich nicht. Also passt es doch logisch wunderbar …

9) karel, Freitag, 22. März 2013, 21:52 Uhr

4) horst scharnhorst
Die langfristigen Positiv-Folgen sind in der Tat kaum abschätzbar.
Die Kanzlerschaft Merkel hat uns bisher vor einem gigantischen Desaster,
nämlich dem Zusammenbruch der Euro-Banken und nachfolgend vieler Staaten
und somit bislang die Vernichtung der Guthaben des „kleinen Mannes“ bewahrt.

Ein Joschka Fischer, Verfasser des Buches „Risiko Deutschland“, geschrieben vor seiner Zeit als Außenminister, sah die Notwendigkeit, aus Deutschland soviel Geld wie irgend möglich abfliessen zu lassen zur Reduzierung seiner Stärke in Europa und der Welt.
Offenbar war die Aufnahme verschiedener MED-Staaten unter SPD-Verheugen als EU-Erweiterungskommissar wohl eine der logischen Folgerungen. Ich mag es einfach nicht glauben,
Die mit der rot-grünen Finanzmarktreform verbundenen Steuerausfälle in 2-stelliger Milliardenhöhe, auch die damit möglich gewordenen Belastung deutscher Bankbilanzen mit wertlosen Papieren in 3-stelliger Milliardenhöhe……ich mag es einfach nicht glauben.
Die geniale EEG-Geld-Umverteilungsmaschinen-Erfindung in Richtung China und den Reichen mit mangelhafter „Bauplanung“, fast wie BER, wohl der Ahnungslosigkeit geschuldet, deren Folgekosten heute schon auf 1 Bio Euro taxiert werden,….ich mag es einfach nicht glauben…

Wie schrieben Sie freundlicherweise: das Gestaltungsversagen der Politik ist unfaßbar groß.

Gottseidank ist Unfähigkeit noch nicht massenfähig.
In der Wirtschaft hätte das in der Tat schon längst verheerende Folgen.

10) Meyer, Samstag, 23. März 2013, 07:38 Uhr

Ich habe nie CDU gewählt und werde es auch nie, aber eher vertraue ich der CDU/Merkel bei der Eurokrise als SPD oder Grüne, die die totale Verallgemeinschaftung der Schulden durch Euro-Bonds/Tilgungsfond/Euro-Bills einführen wollen und überhaupt erst diese Krise möglich gemacht haben. Bisher haben weder SPD noch GRÜNE gesagt, ob sie uns Bürger per Volksabstimmung dann dazu befragen würden. Ich werde „Alternative für Deutschland“ wählen obwohl ich den Euro behalten will, aber die Euro-Märchen aus dem Bundestag bin ich leid, entgültig. Ich würde grün wählen, wären die bösen Euro-Bonds bei den Grünen nicht so beliebt. Ich kann keine Finanzmärkt regulieren wenn ich anschließend über den Euro genau diese Märkt und Banken uneingeschränkt mit Steuergeldern versorgen will. Euro-Bonds, Bankenunion – alles Dinge um ans Vermögen von uns Deutschen zu kommen. Europa und Euro, ja, aber nicht mehr so! Ich habe die Faxen nach Zypern entgültig dicke!

11) Uwe, Samstag, 23. März 2013, 11:26 Uhr

Irgendwie fehlt mir das Verständnis für die ganze Krise.

Für mich sieht die Eurokrise so aus :

Bank A gibt Land A Kredite zu 2 % Zinsen.
Bank A meint nun, das ist mir zuwenig und schreit, Land A kann das nicht bezahlen .
Land A wird runtergestuft, bekommt von Bank A neues Geld, zahlt dafür aber 6 % Zinsen.
Bank A grinst sich eins, Land A geht den Bach runter.

Land B ( Zypern ) geht nun auch den Bach runter, weil es wirtschaftlich von Land A ( Griechenland ) abhängig ist.

Bank A reibt sich schon mal die Hände, weil in Zypern eine Menge Geld liegt,
das nun anderwärts ein sicheres Heim sucht.

Wieso stellt niemand die Fragen, die das ganze Problem aufdröseln :
Wem nützt es ?
Oder ganz profan : folge dem Geld, wohin fliesst es wirklich ?

Wieso is das Ganze alternativlos ?
In Island ging es auch anders ..

12) Frank M., Samstag, 23. März 2013, 11:48 Uhr

In meinem Umkreis vertrauen vor allem diejenigen Frau Merkel, die nicht verstehen -und auch nicht mehr verstehen wollen- was da eigentlich vor sich geht. Sie fühlen sich deshalb ausgeliefert und hoffen, dass ihr Vertrauen in Merkel bestätigt wird.

Und genau das ist die Strategie von Merkel/Seibert.

13) StefanP, Samstag, 23. März 2013, 12:31 Uhr

Wieso sollten die Euro-Mitglieder Zypern retten? Dort wohnen 1,1 Millionen Menschen, die vor allem Finanzgeschäfte mit Russen und Griechen betreiben. Oder, wie es die ZDF heute-show ausdrückte: sie nahmen das Geld der Oligarchen zu hohen Zinssätzen und legten es in Griechenland an. Keine gute Idee. Vernunftsbegabte Politiker gehören dagegen nicht zum Geschäftsmodell der Mittelmeer-Insel.

Das Modell, das auch Länder wie Frankreich betreiben, nämlich mit Banken Industriepolitik zu betreiben, ist am Ende. Die deutsche Politik hat das schon vor über 10 Jahren begriffen, in dem sie mit der Steuerfreiheit auf Veräußerungserlöse die Überkreuzverflechtungen der Deutschland AG auflöste. Andere brauchen länger.

Die Konsequenz ist klar, die Banken werden unter eine gemeinsame Aufsicht gestellt. Dann muss allerdings auch klar sein, dass Europarecht nationales Recht schlägt. Es wird interessant zu beobachten, ob das ein Francois Hollande kapiert. Doch so weit ist es noch längst nicht.

Eine Garantie ist so stark wie der Garantiegeber. Für Bankeinlagen haftet im Zweifel der Staat. Zypern wie Griechenland, Italien und Spanien sind schwache Staaten, die Garantien entsprechend wenig wert. Das ist ein wesentlicher Grund, warum Anleger flüchten und ihr Geld lieber zu Null-Zinsen in Old-Germany anlegen. Deutschland dagegen ist einer der besten Garantiegeber der Welt, solider sogar als das nominell reichste Land der EU, Luxemburg, da sein Bankensektor beherrschbare Größen hat.

Das wissen die Akteure an den Finanzmärkten und die Sparer. Blogger wissen das nicht. Der Euro kommt möglicherweise an ein Ende, das hat aber nichts mit Zypern zu tun. (Zu) viele Europäer sehen Solidarität als Einbahnstraße – und damit haben sie etwas mit den deutschen Sozialhilfeempfängern gemeinsam. Angela Merkels Konzept „Solidarität nur gegen Solidität“ wird oft nicht akzeptiert. Doch das ist die Grundlage jeden Zusammenlebens. Wenn das nicht geht, sollte man sich von der Gemeinschaft verabschieden.

14) manni.baum, Samstag, 23. März 2013, 13:17 Uhr

sehr geehrter Spreng fahren Sie mal ÖPNV dann wird vieles klar (auch die Beurteilung durch die 59%). Aussage Dieter Nuhr (sinngemäß) : neulich bin ich Strassenbahn gefahren und habe mich mal umgeschaut, um Gottes Willen, die dürfen alle wählen.

15) Peter Christian Nowak, Samstag, 23. März 2013, 18:03 Uhr

„Auch Vertrauen kann enteignet werden“. Richtig beobachtet.
In einer Welt, in der ganze Nationen von ein paar wenigen, aber mächtigen Finanzkapitalisten regiert werden, ist Vertrauen eine vernachlässigbare Größe. Allenfalls ein politisches Projekt, dass man mit entprechender Rhetoik unterlegt, an deren Worte man sich aber nicht zu halten braucht. Vielleicht ist das Beispiel aus der Werbung hinreichend: mehr versprechen, als das Produkt hält.Versprechen sind in diesem mangelhaften Zustand der Durchkapitalisierung des Menschen kaum mehr wert, als die giftigen Verbriefungen, oder die merkwürdigen Geschäftsmodelle in einer sich mehr und mehr verselbständigenden Finanzwelt. Ganze Nationen sind auf die Droge eine Parallellwelt des schnellen Geldes hereingefallen.
Gefangen in diesem Algorithmus der wirklich Mächtigen, reagiert auch unsere Regieung nach deren Plan. Dieser Plan, längst von der Allgemeinheit akzeptiert, bekommt Merkel von derselben Zutimmung, weil die Allgemeinheit längst nach jenem Algorithmus funktioniert.
Jeder,der es anders machen möchte, würde als Außenseiter bezeichnet. Die Definition von Vernunft wird apodyktisch interpretiert und lässt keine Alternativen zu. Man lässt denken, statt selbst zu denken. Merkel lässt denken. Da kommt es mitunter auf Vertauensverlust nicht an, soweit die breite Masse diesen Vertrauenverlust für sich nicht sieht.

16) kleinErna, Samstag, 23. März 2013, 18:38 Uhr

4) Erwin Gabriel.
Hier erfreuen Sie uns heute, wie so oft, mal wieder mit Ihrem unfassbaren Unsinn. Wie kommen Sie nur auf solche Zahlen? Kurzschluss, oder Methode?

Machen Sie weiter so, wir warten bei jedem neuen Sprengsatz schon immer auf Ihre Geistesblitze 🙂 .

17) Peter Christian Nowak, Samstag, 23. März 2013, 20:23 Uhr

@2) Politikverdruss,

Der vorläufig letzte, aber einer der bedeutendsten Akte überhaupt seit der Finanzkrise, scheint begonnen zu haben: Das Einsammeln gigantischer Liquidität, die weltweit im Umlauf ist. Offenbar wissen sich die Politiker nicht mehr anders zu helfen, als diesen Weg zu gehen…
Also, auszuschließen ist das, was Sie schreiben nicht!

Wundere mich schon seit langem über die hohen Dax- und DowJones-Stände. Die sind doch völlig irre. Die spiegeln doch nicht den wirklichen Zustand der Ökonomie wieder! Die Anleger wissen wohl nicht mehr wohin mit ihrem Geld. Nur so kann ich mir die Börsenentwicklung erklären…

18) Erika, Sonntag, 24. März 2013, 01:08 Uhr

@ 10) Meyer, Samstag, 23. März 2013, 07:38 Uhr

Es war Frau Merkel, die (um Wahlkampf) sagte: „Kein Cent für Griechenland“.
Sie wissen was daraus geworden ist?

„Keine Eurobonds, solange ich lebe.“

Dazu ein Auszug aus dem Sondergutachten des Sachverständigenrates:

„Eine erneute Finanzkrise oder gar ein Auseinanderbrechen des Euro-Raums sind dann nur mit
erheblicher Liquiditätsbereitstellung von Seiten der EZB zu verhindern. In der Tat hat sie bereits
in großem Umfang Staatsanleihen gekauft und den Märkten dadurch Liquidität zur Verfügung gestellt. Im Ergebnis ist die gemeinsame Haftung ohne jede Konditionalität auf ein hohes Niveau angewachsen. Die Grenze zwischen Geld- und Fiskalpolitik wurde in ordnungspolitisch bedenklicher Weise verwischt.“
http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/download/publikationen/sg2012.pdf

Merkel gelingt es, obwohl wie der Sachverständigenrat ausführt „Im Ergebnis ist die gemeinsame Haftung ohne Konditionalität auf ein hohes Niveau angewachsen“ ist, so zu tun als gäbe es diese gemeinsame Haftung nicht, obwohl sie ohne „Konditionialität“ sprich ohne Bedingung existiert.

„Eurobonds“ (populistische Ausdrucksweise von Merkel) besser der Schuldentilgungsfonds (Begriff des Sachverständigenrates):

„20. Der Vorschlag des Schuldentilgungspakts sieht vor, dass die Mitgliedstaaten des Euro-Raums, die sich nicht bereits in einem Anpassungsprogramm befinden, ihre Schulden, die zu einem Stichtag die Maastricht-Grenze von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts überschreiten, in einen europäischen Schuldentilgungsfonds mit gemeinschaftlicher Haftung auslagern.
Im Gegenzug gehen die teilnehmenden Mitgliedstaaten Zahlungsverpflichtungen gegenüber
dem Schuldentilgungsfonds ein, die durch die Höhe der Auslagerung bestimmt werden,
und so festzulegen sind, dass dieser in etwa 25 Jahren vollständig getilgt ist. Somit tilgt
jedes Land die von ihm ausgelagerten Schulden vollständig selbst und bleibt für seine Schulden
im Tilgungsfonds verantwortlich.“

wäre auf Dauer vielleicht die einzige gangbare Lösung.

Aber Merkel wird im Wahlkampf den populistischen Begriff „Eurobonds“ nicht mehr hergeben.

Steinbrück hat sich auch hier klar geäußert (aus meiner Erinnerung): „Er werde kein Mittel ausschließen, das er zur Lösung des Problems eventuell benötigen wird.“

Leider ist schon wieder viel kostbare Zeit vergangen und auch diese Art der Problemlösung wird dadurch immer schwieriger. Ich habe keinerlei Vertrauen in die Lösungskompetenz von Frau Merkel.

Und was Zypern angeht, das Geschäftsmodell ist definitiv falsch, aber die Krise entstand durch den Schuldenschnitt in Griechenland, das sollte man nicht ganz außer Acht lassen.

19) Rainer N., Sonntag, 24. März 2013, 06:25 Uhr

Merkel fragt sozusagen die Deutschen – Wollt ihr den totalen Krieg – äh die totale Eurorettung?

Totaler als ihr es euch vorstellen könnt!

Ich hoffe, dass bis zum Bundestagswahltag das Chaos herrscht – vielleicht erkennen die abhängig Beschäftigten, die von ihrem Einkommen leben müssen, wohin der Weg führen würde, wenn sie der sogenannten Einheitspartei mit vier Flügel – welch grandiose IST-Beschreibung – noch einmal ihre Stimme geben.

Ach, im Moment überdenke ich eine vorherige Eingabe an den Bundeswahlleiter … das bestehende Wahlgesetz anzufechten.

20) unglaublich, Sonntag, 24. März 2013, 09:19 Uhr

Eigentlich ist das Retten der Banken verboten und das interessiert niemanden.
Rechnerisch hat jeder Luxemburger über 1 Mill. Forderungen innerhalb Europas.
So Prof. Sinn.
Und der ehemalige Luxemburger Ministerpräsident leitet die Kommission zur Rettung der Banken.

21) Simon, Sonntag, 24. März 2013, 11:37 Uhr

Gestern berichteten einige Medien,dass Land Brandenburg Teile des Rentenfonds für Beamte in zyprischen Staatsanleihen angelegt hat. Es ist noch nicht bekannt,ob die anderen Bundesländer das
auch getan haben.Es geht mal wieder um den deutschen Bürger.Die zyprischen Staatsanleihe sind 2010 gekauft worden.Jeder hätte sich damals schon auf Grund der griechischen Probleme denken können, dass das eine Dummheit ist.Frau Merkels Aktionismus war schon sehr verdächtig, nur man wußte nicht den Hintergrund.Nun,muss Zypern jetzt gerettet werden,ansonsten muss wieder der deutsche Steuerzahler gerade stehen.
Ich glaube dieser Regierung kein einziges Wort mehr.

22) Erwin Gabriel, Sonntag, 24. März 2013, 11:50 Uhr

@ 16) kleinErna, Samstag, 23. März 2013, 18:38 Uhr

>> Hier erfreuen Sie uns heute, wie so oft, mal wieder mit Ihrem
>> unfassbaren Unsinn. Wie kommen Sie nur auf solche Zahlen?
>> Kurzschluss, oder Methode?

Hallo KleinErna (netter Nickname übrigens)

„Meine“ Zahlen bedeuten lediglich, dass 3000 Euro oder 500 Euro weniger als 100.000 Euro sind (für so unfassbaren Unsinn halte ich das jetzt nicht). Auch Sparer mit einem solch kleinen Guthaben wären durch den ursprünglichen Plan der zypriotischen Regierung mit einer Abgabe von 6,75 Prozent belastet worden.

Die von mir genannte Aussage Herrn Trittins zum Thema „Kleinsparer“ traf er in der Sendung Anne Wills vom 20. März dieses Jahres. Das ist also nicht auf meinem Mist gewachsen.

23) Erwin Gabriel, Sonntag, 24. März 2013, 12:02 Uhr

@ 12) Frank M., Samstag, 23. März 2013, 11:48 Uhr

>> In meinem Umkreis vertrauen vor allem diejenigen Frau Merkel, die nicht
>> verstehen – und auch nicht mehr verstehen wollen – was da eigentlich
>> vor sich geht. Sie fühlen sich deshalb ausgeliefert und hoffen, dass ihr
>> Vertrauen in Merkel bestätigt wird.

>> Und genau das ist die Strategie von Merkel/Seibert.

Das befürchte ich auch. Dazu das:
http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2013/maerz/die-maerkische-marktfrau

Ich muss mich auch der Schlußfolgerung von 10) Meyer anschließen, dass man mit den anderen potentiellen Regierungsparteien an dieser Stelle auch nicht besser dran ist.

24) Erwin Gabriel, Sonntag, 24. März 2013, 12:23 Uhr

2) Politikverdruss, Freitag, 22. März 2013, 13:28 Uhr

>> Losgelöst von parteipolitischem Gezänk stellt sich die Frage,
>> ob auch in Deutschland ein derart direkter Zugriff auf die
>> Ersparnisse der Bürger möglich ist.

Ich befürchte, das wird irgendwann angestrebt werden. Wenn der Staat Geld braucht, hat er es sich noch immer von denen geholt, die etwas haben, und dabei immer von unten angefangen.

Das Thema „Goldreserven“ gehört zwar nur ganz aussen am Rande dazu, ist aber trotzdem spannend. Denn es ist offenbar nicht wirklich sicher geklärt, ob „die Deutschen“ vollen Zugriff auf ihre in den USA gelagerten Goldreserven haben.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/2048510/

Wenn sich als wahr herausstellt, was hier ganz, ganz dezent angedeutet wird, mögen derartige Maßnahmen irgendwann „unvermeidlich“ und „alternativlos“ sein.

25) Politikverdruss, Sonntag, 24. März 2013, 12:57 Uhr

Hier ein paar Hintergrundinformationen zum Zypern-Desaster, auf die man in unseren „Qualitätsmedien“ erst nach längerem Suchen stößt. Danach ist die EZB längst nicht mehr Problemlöser, sondern Teil des Zypern-Problems:

„Viele Beobachter fragen sich, warum die Euro-Retter im kleinen Zypern nicht dasselbe machen wie in Griechenland: Dort gab es einen Schulden-Schnitt für die Investoren in griechische Staatsanleihen. Beim Zypern-Deal bleiben die zypriotischen Staatsanleihen außen vor: Sie sind nicht vom Haircut betroffen. Auch die Bond-Inhaber von Banken-Anleihen werden nicht zur Kasse gebeten.

Der Grund ist einfach: Der überwiegende Teil der Staatsanleihen Zyperns sind bei EZB als Sicherheiten hinterlegt. Die Papiere wurden bei der EZB als Pfand für neue Schulden hinterlegt. Das heißt: Zypern gehört längst nicht mehr sich selber, sondern der EZB.

Im Klartext: Das Schlimmste für Mario Draghi wäre eine Staatspleite in Zypern. Dann hätte die EZB einen Verlust von etwa 12 Milliarden Dollar. Das gesamte Eigenkapital der EZB betrug nach Berechnungen von Hans-Werner Sinn etwa 31 Milliarden Euro. Mit einer Zypern-Pleite würde das Eigenkapital der EZB folglich dramatisch reduziert.

Über Target 2 ist das natürlich auch ein Thema für die Bundesbank: Im Falle eines Verlustes müssten die europäischen Staaten frisches Kapital in die EZB pumpen. Für Deutschland wären das immerhin vermutlich etwa 3 Milliarden Euro. Alle anderen Euro-Staaten müssten den Rest aufbringen.

Auch die Kapitalverkehrs-Kontrollen in Zypern sind ein klarer Bruch des europäischen Rechts. In den Verträgen von Maastricht ist die Errichtung von Kapitalverkehrs-Kontrollen ausdrücklich untersagt. Nun wird Zypern zum Rechtsbruch gezwungen.“ http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/24/ezb-schieflage-draghi-braucht-das-geld-der-bank-kunden-in-zypern/comment-page-3/#comments

Wenn man das liest und zur Kenntnis nimmt, dass Herr Schäuble sich damit brüstet, er lasse sich von „nichts und niemandem“ erpressen, dann wird klar, wie abgrundtief wir ach so glücklichen Euro-Profiteure schon in diesem Sumpf einer völlig verkorksten Gemeinschaftswährung stecken und wie sehr auch Herr Schäuble schon längst nicht mehr Herr seiner Entscheidungen ist. Was wir dringend brauchen, ist eine „Alternative“.

26) Politikverdruss, Sonntag, 24. März 2013, 13:16 Uhr

Zum Thema „Vertrauensentzug“ noch eine Information, die wirklich tief blicken lässt: „Die Zypern-Krise bereitet auch den Politikern in Potsdam Sorgen. Nicht so sehr wegen der Gefahr für die Europäische Einheit. Der brandenburgische Finanzminister Helmuth Markov von der Partei Die Linke hat nach Angaben des RBB 98 Prozent des 260 Millionen schweren Pensionsfonds für die Beamten des Landes im Ausland angelegt. Markov bestätigte dem Sender, dass darunter auch Staatsanleihen von Zypern sind: „etwa“ 1,9 Millionen sollen es sein. Markov sagte, er sei sicher, dass der Wert dieser Staatsanleihen bis zu ihrem Ablaufdatum 2013 wieder nach oben gehen werde.“ http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/23/pensionsfonds-brandenburg-hat-mit-zypern-bonds-spekuliert/

Wüsste man doch gerne, in welchen „Finanzparadiesen“ die Linken sonst noch so rumzocken.

27) Peter Christian Nowak, Sonntag, 24. März 2013, 17:08 Uhr

@14) manni.baum

(…) neulich bin ich Strassenbahn gefahren und habe mich mal umgeschaut, um Gottes Willen, die dürfen alle wählen.

Ja, leider. Allerdings auch die, die auf der Autobahn mit ihren Panzern rechts überholen…

28) ScherzBischof, Sonntag, 24. März 2013, 23:32 Uhr

@ 19) Rainer N.

Vielleicht würde das Ding sogar fliegen – wenn nicht alle vier Flügel auf der rechten Seite wären.

29) Politikverdruss, Montag, 25. März 2013, 09:54 Uhr

@Peter Christian Nowak (17) 23.März 2013

Ich bin mir nicht sicher, ob das „Einsammeln der Liquidität“ schon begonnen hat. Die FED und die englische und japanische Zentralbank pumpen ja weiter Geld in die Märkte. Und nicht zu vergessen die EZB mit dem Billionen-Tender.

Aus deren Sicht doch nachvollziehbar: Inflation ist das Ziel auch zu Lasten Europas. Die Nebenwirkungen und die Abwertungen der Währungen, nimmt man gerne in Kauf, weil die Exporte dadurch stärker werden. Die EZB würde auf diesem Gebiet gerne noch viel stärker mitmachen. „Leider“ (aus angelsächsischer Sicht) und „gottlob“ (aus deutscher Sicht) ist sie der Geldwertstabilität verpflichtet.

30) Erika, Montag, 25. März 2013, 10:03 Uhr

23) Erwin Gabriel, Sonntag, 24. März 2013, 12:02 Uhr

„Ich muss mich auch der Schlußfolgerung von 10) Meyer anschließen, dass man mit den anderen potentiellen Regierungsparteien an dieser Stelle auch nicht besser dran ist.“

Und was schlagen Sie vor?

31) simon, Montag, 25. März 2013, 11:19 Uhr

zu 26) Politikverdruss

habe ähnlichen Beitrag geschrieben, Herr Spreng hat ihn aus für mich unerklärlichen Grund zensiert (gelöscht).Ich dachte,man kann sich in diesem Blog frei äußern,das ist nicht die feine englische Art, Herr Spreng.

32) Politikverdruss, Montag, 25. März 2013, 12:24 Uhr

@Erwin Gabriel, (23) 23.März 2013,

vielen Dank für die kompakten Informationen. Ja, nicht auszuschließen, dass sich erneut ein „Hagen von Tronje“ über den „Schatz der Deutschen“ hergemacht hat. Was ich nicht begreife, da liegen an verschiedenen Orten knapp 140 Milliarden in Gold rum und kein Mensch kontrolliert das. Wozu haben wir eigentlich Bundes-und Landesrechnungshöfe, die doch sonst alles peinlichst genau kontrollieren.

33) m.spreng, Montag, 25. März 2013, 12:48 Uhr

@ 31) simon

Ich habe meinen Papierkorb und die Spams durchsucht und keinen Kommentar von Ihnen gefunden, den ich gelöscht haben soll.

34) Erwin Gabriel, Montag, 25. März 2013, 15:49 Uhr

@ 30) Erika, Montag, 25. März 2013, 10:03 Uhr

>> Und was schlagen Sie vor?

Ganz ehrlich, ich habe überhaupt keinen Plan. Angela Merkel geht für mich nicht, aus den schon öfter genannten Gründen. Peer Steinbrück traue ich Führung grundsätzlich zu, und mit einer anderen SPD im Nacken wäre er wohl mein Kandidat. Aber bei für mich wichtigen Punkten (Euro / Energie / Afghanistan) liegt die SPD (wie auch die Grünen) zu eng bei der CDU. Und für eine gleiche oder sehr ähnliche Politk brauche ich keine andere Regierung wählen.

Es gibt ein paar Positionen, die mir durchaus bei den Linken gefallen, an anderen Punkten geht es für mich gar nicht. Und ich habe so meine Zweifel an der Fähigkeit dieer Partei, auf nationaler Ebene Entschlüsse zu finden und umzusetzen.

Ähnliches gilt aus meiner Sicht für die FDP: Mit Frau Leutheusser-Schnarrenberger und Herrn Kubicki könnte ich mich wohl anfreunden, die haben noch ein Mindestmaß an Bodenhaftung. Die Brüderles, Niebels und die anderen Lobbyisten kommen für mich überhaupt nicht in Frage.

Über die Piraten weiß ich inzwischen mehr, als mir lieb ist, über die AfD für ein Urteil noch zu wenig.

Nicht leichter wird das Ganze für mich dadurch, dass sich die meisten Parteien nach der Wahl relativ wenig um ihr Wahlprogramm scheren. Ist ja noch ein bisschen hin zur Wahl – derzeit wüßte ich nicht, wo ich mein Kreuzchen machen sollte.

35) karel, Montag, 25. März 2013, 18:45 Uhr

34) Ewin Gabriel

Wie wäre es, einer Partei im Bundestag mal wieder zur absoluten Mehrheit zu verhelfen?
Eine positive Folge wäre ja, dass politisch wieder die Fronten sichtbarer werden.

36) Peter Christian Nowak, Montag, 25. März 2013, 19:25 Uhr

@29) Politikverdruss

Vielleicht ist Zypern wirklich nur ein Einzelfall, bei dem man sich für die Lösung des „Einsammelns“ entschlossen hat, weil man glaubt, hier das Risiko berechenbar einschätzen zu können
Irgendwie scheint die ganze Europa-Krise (seit gestern) immer intransparenter zu werden. Die Meinungen über die weitere Entwicklung des Euros (heute in „Kontrovers“ des DLF) gehen immer weiter auseinander.

37) Erika, Dienstag, 26. März 2013, 12:10 Uhr

„Noch hat die Kanzlerin ein hohes Vertrauenskapital..“

Woher kommt denn dieses Vertrauenskapital? Liegt es an der gradlinigen, durchdachten Poltik? Liegt es daran, dass sie tut, was sie sagt? Liegt es daran, dass sie klar sagt, was sie will?

Doch wohl eher nicht.

Als ich heute früh meine Tageszeitung aufschlug, war es wie so oft. Merkel kommt im Politikteil so gut wie gar nicht vor. Es gibt mehrere Artikel über die Zypernkrise. In dem Artikel „Zypern kostet Kraft“ . Da steht dann im 2. Absatz: “ Auch die Kanzlerin spricht beim Besuch des Mehrgenerationenhauses in Bayern von einer gerechten Lastenverteilung. Wohlwissend, dass das Eurogebäude nur knapp vor dem Einsturz bewahrt wurde.
Eigentlich könnten Merkel und Schäuble zurfrieden sein, wurden doch wesentliche Forderungen der Bundesregierung und der Oppostition in dem Last-Minute-Kompromiss erfüllt.“

Und dann blättere ich eine Seite um und dann sehe ich ein großes Foto von einer entspannt vor sich hin „häkelnden“ Merkel und ein Artikel mit der Überschrift: „Merkel besucht Mehrgenerationenhaus in Mittelfranken.“

Das ist es, woher das „Vertrauenskapital“ von Merkel kommt. Gutgemachte Propaganda und eine überwiegend wohlwollende Presse.

Hier ein paar Beispiele:
http://www.sz-online.de/nachrichten/kinderstricken-mit-der-kanzlerin-2538711.html
http://www.stern.de/politik/deutschland/merkel-beeindruckt-von-mehrgenerationenhaus-1988768.html
http://www.fr-online.de/politik/merkel-beeindruckt-von-mehrgenerationenhaus,1472596,22205424,view,asTicker.html
http://www.br.de/nachrichten/merkel-mehrgenerationenhaus-langenfeld-100.html

Dankenswerterweise hat ARD Tagesthemen gestern die Propaganda mal aufgezeigt, ab 16.Min.

http://www.ardmediathek.de/das-erste/tagesthemen/tagesthemen?documentId=13865108

Krisenmanagement und Vertrauensaufbau a la mama.

38) Rainer N., Dienstag, 26. März 2013, 13:13 Uhr

@ 35 Karel

Wie wäre es, wenn im Parlament wirklich nur so viele Abgeordnete sitzen würden, wie auf die Wählerstimmen entfallen, und eben nicht die abgegebenen Wählerstimmen so zu behandeln, als seien das 100 %.

Wenn dann bei Entscheidungen trotzdem die notwendige Mehrheit erforderlich ist, die in einem vollbesetzen Parlament notwendig wäre.

Dann hätten die Wähler wirklich die Macht, aber auch die Verantwortung, die ihnen zukommt.

39) Peter Christian Nowak, Dienstag, 26. März 2013, 17:09 Uhr

Was hat Straßenverkehr mit dem Vertrauensverlust in der Politik zu tun? Auf den ersten Blick nichts, aber vielleicht auf den zweiten: Verletzte Maßstäbe, sich nicht an Regeln halten wollen, wenn Gier nach Selbstüberschätzung das Maß aller Dinge ist, dann dient eine rote Ampel lediglich zur hübschen aber überflüssigen Illuminierung von Verkehrswegen.
Wie sich im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte eine ähnliche Hirnentwicklung in Richtung eines missverstandenen Freiheitsbegriffs entwickelt hat, beschreibt der Essay von Götz Eisenberg „Lackierte Kampfhunde“.
Mit maßloser Intensität auf der Suche nach dem ständigen Kick, nämlich der Befriedigung von Gier und Adrenalin, sowie den anderen als Rivalen nicht nur von der Straße zu fegen, sondern ihn gleich möglichst von der Bildfläche, so (ver)bildet sich Ellbogengesellschaft, kreiert den Freiheitsbegriff neu und nimmt für sich in Anspruch, sie, die Neoliberalen, seien im 21. Jahrhundert das Maß für Freiheit.
Neoliberalismus und Verkehrsverhalten finden so ihre Gemeinsamkeiten, innerhalb derer Regelverletzungen der Traditionsgesellschaft durchaus für rechtens erklären. Das Recht leitet sich stets vom Willen des Stärkeren ab, so meinen sie. Dies sei der Ausdruck ihrer Freiheit, die sie für sich beanspruchen.

„Der Verkehr ist neben dem Sport zu einer wichtigen Ventilsitte geworden“, schreibt Götz Eisenberg in seinem essayistischen Beitrag..
Und weiter: „Ventilsitten führen Wut und Aggression auf eine Weise ab, die den Fortbestand des herrschenden Systems nicht gefährden“
Mein Freund, der Regisseur Alex Gibney, gibt in seiner Film-Dokumentation „740 Park Avenue“ zu bedenken, „dass der extreme Reichtum einer kleinen Gruppe von Menschen dazu genutzt wird, dem restlichen Amerika ihre Ideen aufzuzwingen.“ (3sat)
Götz Eisenbergs „Ventilsitten“ sind hier erprobte Blitzableiter, mit denen man Politik vor Überspannungen schützt.
Aber wohlgemerkt, der Straßenverkehr, auf welchem sozialen Niveau er sich auch immer bewegen mag, er ist nur ein Indiz unter vielen für eine sich mehr und mehr ins Egomane verändernde Gesellschaft. Vertrauen scheint dann aber nicht mehr ihren angestammten Platz zu haben. Sie ist obsolet. Der Einsatz für sie lohnt offenbar immer weniger, sofern man sich ständig im Konkurrenz- und damit im Existenzkampf befindet. „Wer seine Gesellschaft kennenlernen will, muss in die Gefängnisse gehen“ (Nelson Mandela), oder in Deutschland, auf die Autobahn.

Das Essay von Götz Eisenberg:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=16666#top

40) M.M., Mittwoch, 27. März 2013, 01:45 Uhr

Bei Hart aber Fair sahen wir Altsozi aus Nordhessen Eichel der meinte, 100000 pro Konto reichen für die „Grundsicherung“ als Rentner auf Zypern. So spricht ein Sozi der seine Rente einklagt und mit runtergezogenen Mundwinkeln 15000 Euro Rente mitnimmt. PRO MONAT.
Ein Heuler am Rednerpult und nun sowas. Widerlichhhhhhhhhhhhhhhh!!!

41) Albanese, Mittwoch, 27. März 2013, 18:30 Uhr

Die beschriebene Diskrepanz lässt sich durchaus erklären: Die Bevölkerung hält den Euro für ein derart gefährliche Konstruktion, dass nicht einmal die äußerst integere und kluge Kanzlerin gegen dessen Gefährdung ankommt.

42) karel, Freitag, 29. März 2013, 17:16 Uhr

Was ist denn nun los?
Zeit für nette „Ostergeschenke“?

http://www.focus.de/politik/deutschland/wie-stachelschweine-sich-lieben-ganz-vorsichtig-schroeder-lobt-merkels-sanften-kurs-in-der-euro-krise_aid_950800.html

43) Wolfgang Wabersky, Freitag, 29. März 2013, 20:16 Uhr

Die sich momentan häufenden Umfragen zeigen die Kanzlerin stets in einem Stimmungshoch, obwohl die Leistungsbilanz ihrer Regierung mehr als dürftig ist. Es scheint vielen Befragten unbekannt zu sein, dass sie es ist, die die Richtlinien der Politik bestimmt. Wie nun ist die Riesendiskrepanz zwischen ihren persönlichen Zustimmungswerten und ihrer tatsächlich desaströsen Politik zu erklären?

1. Vermutlicherweise sind einige Umfragen gefaked, weil i. d. R. keine Rahmenbedingungen zur Entstehung mitgeteilt werden (z. B. leitendes Interesse, konkreter Fragenkanon). Sicher aber erklären sich die hohen Zustimmungswerte durch die pausenlose Wiederholung devoter Journalisten und willfähriger Medien. Frau Merkels bisherige Leistungsbilanz ist ein einziges Desaster; ohne die Springerpresse wäre sie längst demaskiert. Die Meinung jenes Teils des Volkes, den der Kabarettist Georg Schramm als „Urnenpöbel“ bezeichnet hat, zeigt, dass die obrigkeitshörige Haltung des Michel von den Hofschranzen geschickt bedient wird. Zugleich zeigt sich darin auch das Ausmaß einer fehlenden politischen Grundbildung vieler Wähler.

2. Vor allem jene, die aus intellektuellen Gründen nicht nachdenken wollen oder können, werden beschwichtigt von dem aussitzenden Regierungsstil der Kanzlerin, der in einer immer hektischer werdenden Welt (z. B. um die Finanzen) als wohltuend und beruhigend wahrgenommen wird. Nach dem in einigen Leitmedien aufgebauten Hype verkörpert sie einen unaufgeregten Politikstil und orientiert sich scheinbar am Machbaren. Deshalb bringen viele Bürger sie nicht oder nur am Rande mit ihrer fatalen Politik in Verbindung. Neben dem unglaubwürdigen SPD-Kandidaten erscheint sie vielen Bürgern daher auch als das kleinere Übel.

3. Merkels unsägliche „Rettungspolitik“ wird von vielen Bürgern einfach nicht durchschaut. Wenn ein Fehler sich an den anderen reiht und jede Fehlentscheidung als alternativlos erklärt wird, entsteht beim obrigkeitshörigen Michel die Vorstellung, dass hier ein geschlossenes Konzept vorzuliegen scheint. Da er das nicht erkennen kann, verlegt er sich darauf, der Kanzlerin blind zu vertrauen. Es ist ein Grundsatz der Massenpsychologie, dass die eigentlichen Loser sich gern auf die Seiten der angeblich Stärkeren schlagen.

Frau Merkels persönliche Umfragewerte sind letztlich ein Witz. Sie fallen in dem Moment in sich zusammen, an dem die ersten Bürgschaften aus dem Club Med fällig werden und Michel plötzlich erkennt, wie viel und wofür er alles gebürgt hat.

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