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Dienstag, 16. April 2013, 12:38 Uhr

Flexi-Merkel

Was ist ein CDU-Pogramm wert? Nichts. Auf dieses kurzes Nenner lässt sich die Haltung der CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzlerin Angela Merkel bringen. Sie hat schon seit längerem CDU-Programme zur taktischen Verfügungsmasse erklärt. Gemacht wird, was machttaktisch nützt. Was schert mich mein Geschwätz und mein Beschluss von gestern. Merkel auf Adenauers Spuren.

Es fing an mit den Volten zur Kernkraft, zur Wehrpflicht und zum dreigliedrigen Schulsystem, es ging weiter mit Merkels Versuch, gegen das gerade beschlossene  CDU-Programm die steuerliche Gleichbehandlung homosexueller Partnerschaften durchzusetzen, und es endet vorerst mit der gesetzlichen Frauenquote, die vor sechs Monaten von Merkel und der CDU noch ausgeschlossen wurde.

Und was ist es also wert, wenn etwas neu ins CDU-Wahlprogramm geschrieben werden soll? Ebenfalls nichts. Wahlprogramme gelten nur bis zum Wahltag. Taktisch könnte das morgen schon wieder anders sein, wenn es zum Beispiel wieder zu einer schwarz-gelben Regierung kommen sollte.

In der Sache sind sicher alle Veränderungen richtig und gesellschaftlich überfällig, aber wie soll eine Partei noch verstehen, dass sie immer wieder dem Gegenteil von dem folgen soll, was sie gerade noch beschlossen hat. Was ist innerparteiliche Demokratie in der CDU noch wert, wenn Beschlüsse von oben konterkariert werden?

Jetzt als gesetzliche Frauenquote statt Flexi-Quote, ohnehin nur ein Placebo-Begriff. Bis 2020 sollen 30 Prozent der Aufsichtsräte großer Unternehmen mit Frauen besetzt werden. So soll`s ins CDU-Wahlprogramm. Nicht aus Überzeugung, sondern, um Ursula von Leyen und die anderen CDU-Frauen ruhig zu stellen, um abweichendes Stimmverhalten und einen Koalitionskrach mit der FDP zu verhindern. So leicht gehen Grundsätze bei der CDU über Bord.

Für Ursula von der Leyen, die zierliche Eisenharte, mag das ein Sieg und ein großer Schritt sein. Für die Frauen ist es nur einer kleiner Schritt. Denn erstens wissen sie nicht, ob überhaupt und wie lange dieser CDU-Programmpunkt jetzt gilt, und zweitens ist die Frauenquote für Aufsichtsräte nur  ein bescheidener Anfang. Und bis 2020 sind es noch sieben verlorene Jahre. Wichtiger sind die Vorstände sowie mittlere und höhere Managementebenen. Dort müssen die Frauen hin. Notfalls auch gesetzlich, wenn die Männernetzwerke weiter mauern.

Und dafür braucht es flächendeckend kostenlose Kitas, damit Frauen Karriere machen können und den Druck von unten erhöhen, und kein Betreuungsgeld. Wer für die Frauenquote ist, muss auch gegen die Berufsfernhalteprämie sein. Beides zusammen geht nicht.

Bei der CDU aber schon. Und das ist das Problem der Partei, weil die Schlacht Konservative gegen Modernisierer immer noch nicht entschieden ist und Merkel sie auch nicht entscheiden will. Die Partei bietet zwei gegensätzliche Frauenbilder an. Genauso zwei Meinungen zur Homo-Ehe. Und eine janusköpfige Vorsitzende: mal Modernisiererin, mal Bremserin. Aber immer taktisch flexibel. Flexi-Merkel.

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42 Kommentare

1) wschira, Dienstag, 16. April 2013, 13:00 Uhr

Herr Spreng,

Sie haben natürlich völlig recht mit Ihrer Beurteilung. Aber um das zu erkennen, braucht niemand Politikwissenschaften studiert zu haben. Ein bisschen Nachdenken reicht aus. Deshalb ist es mir völlig unbegreiflich, wie die Frau Merkel zu ihren Umfragewerten kommt. Entweder sind die Umfragen getürkt (möglich ist alles), oder die Befragten sind bescheuert (was ich eigentlich nicht annehmen möchte), oder sie sind durch ständige mediale Berieselung total gehirngewaschen, was ich als wahrscheinlich annehme.

2) Peter Christian Nowak, Dienstag, 16. April 2013, 18:46 Uhr

Fleximerkel gleich ` political flexicurity´. Flexible Response a la Merkel wird vom Wähler aus der Mittelschicht in finanziellen Krisenzeiten für positiv empfunden. Mit der Mittelschicht werden Wahlen gewonnen. Solange das vermeintlich funktioniert sind die aus der Mittelschicht zufrieden. Und vor allem, sie (Merkel) benutzt ein Wort nicht: “Steuererhöhungen”.

3) Tiedgen, Dienstag, 16. April 2013, 20:24 Uhr

@ wschira

wie kommen Umfragen zustande? Man kontaktiert (meist telefonisch) eine gewisse Anzahl an Menschen, (x Hunderte oder Y Tausene) und befragt sie. Alle Menschen, die den ganzen Tag arbeiten gehen, die abends sich mit Freunden treffen, die das Telefon überhören o.ä. erreicht man nicht. Deren nciht bekannte Statements gehen in die Umfrage gar nicht mit ein. Stattdessen erreicht man eine Menge Menschen, die aus den verschiedensten Gründen tagsüber zuhause sind. Deren Meinung prägt dann die Umfrage.
Formal sind diese repräsentativ, wenn sie bestimmten Kriterien (wie Alter, Geschlecht, Einkommen und Bildungsniveau o.ä.) erfüllen und die Umfrage in allen Kategorien Umfragebeteiligte aufweisen.

Aber wie ist das mit den Befragungen in der Praxis? Als Wahlhelfer z.B. sieht man ca. 60% der Wahlberechtigten des Bezirkes, die sich überhaupt zur Wahl aufgerafft haben (bzw. von Nachbarn gezielt ermutigt wurden). Die Nichtwähler sieht man nicht und ein nennenswerter Teil davon hat eine miserable Meinung von Politikern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese an einer Umfrage zur Wahl teilnehmen. Da sehe ich eher ein Potential an Protestwählern.

Umgekehrt gibt es vielbeschäftigte Menschen, denen man wirklich ausgiebig hinterhertelefonieren (und gut zureden) muß, um von Ihnen Angaben zu erhalten. Nur wenn die Befragten festgelegt sind (z.B. beim Mietenspiegel), dann werdListen dagegen wird der nächste ausgewählt.

FAZIT:

Es gibt immer ein größere Gruppe an Personen, deren Meinung in diese Umfrage nicht einfließen wird. Deshalb ist eine Umfrage auch nur ein vager Indikator dafür, wie eine Wahl wirklich ausgehen wird.

Wenn ich mir die Nachrichten und politischen Sendungen so anschaue, dann werden dort die Umfragen als klare Aussagen zur Beliebtheit von Politkern gewertet. Und dann müssen sich Politiker wegen ihrer schlechten Umfragewerte rechtfertigen. Und der potentielle Wähler dieses Politikers gewinnt den Eindruck, den geborenen Verlierer vor sich zu haben. (Die Sozialwissenschaftler haben doch bereits festgestellt, dass Menschen ungern einen “Verlierer” wählen.)

Es erinnert mich ein wenig an die Vorstandsvorsitzenden von börsennotierten Aktienunternehmen, die zu einem schlechten Aktienkurs befragt werden. Denen unterstellt man Fehler in der Geschäftsführung, weil der Kurs so niedrig ist. Dabei haben die vielleicht ein florierendes Unternehmen und irgendeine Gruppe von zockenden Bankern hat gerade einen Deal durchgezogen, um sich bei den Aktien billig einkaufen zu können.

Ich finde es viel spannender, darüber zu spekulieren, wieviele CDU-Nichtwähler es gibt, die sich auf Grund der Merkel´schen Politik aus der Politik zurückgezogen haben. Da gibt es ja nicht nur wirtschaftsaffine Ex-Politiker, die in die Privatwirtschaft gewechselt sind, sondern auch deren ehemalige Sympathisanten. Wer weiß, ob die im September wieder zur Wahl gehen. Dann hätten wir vielleicht eine höhere Wahlbeteiligung und die Stimmenverhältnisse könnten sich deutlich verändern. Gerade im SW von Deutschland scheint ja einiges in Bewegung zu sein.

4) Linki, Dienstag, 16. April 2013, 21:19 Uhr

http://merkelsmeinung.tumblr.com/

5) Wolfgang Wabersky, Dienstag, 16. April 2013, 21:54 Uhr

Unverständliche Umfragewerte

Wie passt Merkels katastrophale Euro-Rettungsschirmorgie zu ihren hohen Beliebtheitswerten? Dass sie die Verschuldung Deutschlands exorbitant in die Höhe getrieben hat, wollen viele Bürger nicht wahrhaben. Erst wenn die ersten Wechsel aus dem Club Med vorgelegt werden, dürfte das böse Erwachen anstehen. Die hohen Zustimmungswerte verdankt Frau Merkel ihrem von der mainstream-Presse gepflegtem Image als angeblich ruhige und besonnene Politikerin. Das kommt besser an als der polternde Peer. Frau Merkels bisherige Leistungsbilanz ist ein echtes Desaster, sprunghaft und nur dem eigenen Machtkalkül verpflichtet. Ohne die Springerpresse wäre sie längst demaskiert.

6) JG, Dienstag, 16. April 2013, 22:28 Uhr

Die jüngste Entwicklung ist natürlich schlimm für die Frauen. Denn ungelöst zu bleiben droht damit das dringendste (womöglich sogar einzige) Problem, welches Frauen in Deutschland zu haben scheinen – zumindest wenn man dem Geschrei glaubt, das seit längerem und in den letzten Tagen wieder besonders intensiv von den meisten Medien und gewissen Politikerinnen und Lobbyistinnen veranstaltet wird:

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Bessere Vereinbarkeit von Mutterschaft und Berufstätigkeit? Höhere Anrechnung von Erziehungszeiten bei der Rente? Ein Ende der Ausbeutung durch “Minijobs” u.ä.? Schutz vor Diskriminierung und Gewalt? – Alles Kinkerlitzchen! Eine Frauenquote in den Aufsichtsräten und Vorständen großer börsennotierter Unternehmen ist das, was die Frauen in Deutschland brauchen und wollen.

Und besonders schlimm für die Quotenfrauen-Aktivisitinnen: Vorerst vom Tisch geräumt wurde ihr Thema von der mächtigsten Frau Deutschlands, ja, der mächtigsten Frau, die es in Deutschland je gab.

Komisch, daß diese böse Ironie von unseren unabhängigen Medien praktisch nicht zur Sprache gebracht wird?

7) Peer Steinbock, Mittwoch, 17. April 2013, 00:45 Uhr

Es lebe die Quote!
30 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten bis 2020.
20 Prozent Frauen bei den katholischen Priestern bis 2050.
30 Prozent Männer als Kindergärtner bis 2030.
10 Prozent Toilletten für Nicht-Eindeutige bis 2040.
50 Prozent Frauen als Bundespräsident ab 2017.
50 Prozent Männer als Bundeskanzler ab Herbst 2013.

8) Erwin Gabriel, Mittwoch, 17. April 2013, 02:43 Uhr

>> Was schert mich mein Geschwätz und mein Beschluss von gestern.
>> Merkel auf Adenauers Spuren.

Ein in vielerlei Hinsicht unpassender Vergleich. Natürlich hat sich Konrad Adenauer im Tagesgeschäft pragmatisch verhalten und seine Richtung immer wieder mal wieder an die herrschende Situation angepasst. Er hat die Bindung an die Westmächte forciert und dabei die Abspaltung der DDR riskiert. Er hat aus diesem Grund Wiederbewaffnung und Nato-Beitritt erzwungen und sich mit dem “Erzfeind” Frankreich versöhnt.

Pragmatisch war Adenauer bei dem Versuch, andere dazu zu bringen, seinem Kurs zu folgen. Aber er hatte stets eine Vorstellung davon, wo er sich befand, und wo er hinwollte. Er hatte einen Kurs, und er wußte ihn zu halten.

Weder das eine noch das andere ließe sich über Angela Merkel behaupten. Ich kenne keine zwei Kanzler, die weiter voneinander entfernt sind.

9) RCB, Mittwoch, 17. April 2013, 04:48 Uhr

Man kann @:wschira und natürlich dem Sprengmeister nur recht geben, die CDU verkörpert fast alle im Bundestag vertretenen Parteien in Einer, nämlich in der CDU selbst und sie tanzt ganz und ausschließlich nach Merkels Pfeife. Es.ist geradezu eheiternd, wenn man sieht, wie in der einen und andren Situation die Herren Gröhe, Kauder, oder der / die eine oder andere Minister(in) mit verzerrten Fratzen (Gesichter kann man das schon nicht mehr nennen) Neuigkeiten verkünden, ja sogar begründen und vertreten, die sie tags zuvor noch um 180 Grad anders herum vehement vertreten haben. Ein willenloser Haufen Parteimitglieder ohne Ehrgefühl und Rückgrat, der nur tut, was Mutti will, um weiter die Macht zu erhalten.
Auch mir ist schleierhaft, woher die Umfragewerte von Angela Merkel stammen und ob es dabei mit rechten Dingen zugeht. Andrerseits erlebe ich täglich in meinem Umfeld die tollsten Statements von ansonsten durchaus ernst zu nehmenden Mitbürgern, die erst zu denken beginnen, wenn man intensiv beginnt nachzufragen. Dann sind diese Herrschaften oft bass erstaunt, welchen Unsinn sie noch kurz zuvor verzapft haben, oder sie verrennen sich hinein ins Uferlose und strecken urplötzlich die Waffen,, weil sie nicht mehr weiter wissen.
Da ist mir dann doch der noch immer in Kritik stehende Peer Steibrück lieber, der eine fundierte Meinung hat, diese auch sagt und darnach handelt, egal wie die “angebliche” Mehrheit dazu steht. Bei ihm weiß man zumindest woran man ist und muss nicht befürchten, dass er tags darauf das Gegenteil behauptet.
Von der FDP haben wir in diesem Zusammenhang noch gar nicht gesprochen. Die versucht sich mittlerweile an dieser gallertigen CDU zu profilieren, was nicht schwer ist und schafft, wenn es so weiter geht am Ende doch wieder den Einzug in den Bundestag, in dem sie nach all den Fehlleistungen in dieser Legislaturperiode nun wirklich keine Existenzberechtigung mehr hat.
Summa summarum ist festzuhalten, dass wir seit es diese schwarz-gelbe Regierungskoalition gibt, politisch zu einer Bananenrepublik verkommen sind und zwar innen-, wie aussenpolitisch und ich wünsche mir dringend einen Regierungswechsel hin zu rot-grün, die Vieles besser machen könnten, aber zumindest nichts schlechter!

10) StefanP, Mittwoch, 17. April 2013, 08:28 Uhr

Wahlprogramme gelten nur bis zum Wahltag.

Das würde ich mir für die Wahlprogramme von SPD und Grünen wünschen. Ich fürchte jedoch, es wird beim Wünschen bleiben.

Können wir in Deutschland nicht mit dieser Sch… Symbolpolitik aufhören?!? Seit vielen Jahren gefallen wir Deutsche uns darin, symbolische Sachen zu fordern, die im besten Fall nichts bringen und im schlechtesten Fall Wohlstand, Arbeitsplätze und Zufriedenheit kosten?

Populär sind Forderungen, dass Menschen von einem Vollzeitjob leben können. Dabei interessiert es niemanden mehr, dass nur 400.000 Menschen aufstocken müssen. Und hiervon tut das wiederum nur ein Teil, weil das Wohngeld weit weniger lukrativ ist.

In Deutschland gibt es rund 23.000 eingetragene Lebenspartnerschaften, dass sind 46.000 Menschen. Dagegen leben soviele Menschen in einer heterosexuellen Ehe, dass das Statistische Bundesamt dies nicht mal als Zahl an prominenter Stelle ausweist. Millionen gegenüber ein paar Tausend. Doch wir machen uns Gedanken, ob ein paar homosexuelle Paare in Deutschland benachteiligt sind.

Nun die Frauenquote in Aufsichtsgremien großer Unternehmen. Die Zahl der Betroffenen wird noch kleiner, nun reden wir um ein paar hundert Frauen, denen man mittels Gesetz einen Aufsichtsposten verschaffen will. Schaut man nach Norwegen, so sieht man, dass das Gesetz dort lediglich zu einer Bündelung von AR-Posten bei sehr wenigen Frauen geführt hat. An anderer Stelle hat man solche Multifunktionsträger kritisiert und das sogar in den Corporate Governance Code der Bundesregierung aufgenommen. Doch Politik zu machen, die sich gegenseitig aufhebt, sind wir Deutschen nun wirklich Weltmeister.

Dabei gibt es etwas zu tun, nur dafür gibt es keine Schlagworte. Vor allem sehen Gleichstellungsbeauftragte und Homo-Verbände dort kein Betätigungsfeld. Seit vielen Jahren steigt der Anteil von Mädchen, die Abitur machen, weit über 50 Prozent. Wenn man noch nicht völlig gendergestreamt ist, müsste man hier eigentlich ein klares Indiz erkennen, dass Jungs in unserer Gesellschaft immer mehr abgehängt werden. Ursache ist eine Gesellschaft, die männliches Verhalten zunehmend als gestört ansieht.

Doch das eignet sich leider nicht für ein Wahlprogramm.

P.S.: zu meinem männlichen, heterosexuellen Verhalten gehört hier die erstmalige Verwendung eines Kraftausdrucks.

11) Erwin Gabriel, Mittwoch, 17. April 2013, 10:46 Uhr

@ 10) StefanP, Mittwoch, 17. April 2013, 08:28 Uhr

>> In Deutschland gibt es rund 23.000 eingetragene Lebenspartnerschaften,
>> dass sind 46.000 Menschen. Dagegen leben soviele Menschen in einer
>> heterosexuellen Ehe, dass das Statistische Bundesamt dies nicht mal als
>> Zahl an prominenter Stelle ausweist. Millionen gegenüber ein paar Tausend.
>> Doch wir machen uns Gedanken, ob ein paar homosexuelle Paare in
>> Deutschland benachteiligt sind.

Wenn Sie glauben, dass man sich nicht um Benachteiligte kümmern bräuchte, weil sie nur einige wenige sind im Vergleich zur großen, unbenachteiligten Menge, haben Sie ein entscheidendes Element in unserem Wertesystem nicht verstanden.

Ansonsten, wenn ich nicht ganz in Demenz verfallen bin, lautete das Thema “Flexi-Merkel”. Da hätte ich von Ihnen etwas mehr erwartet als den Hinweis, das SPD und Grüne ein aus Ihrer Sicht doofes Wahlprogramm haben. Sie haben immerhin eins und werden versuchen, sich daran zu halten.

Von Frau Merkel ist ausser einer weitgehend geräuschlosen Verwaltung auf dem (politischen) Stand von vor zehn Jahren nichts zu erwarten. Ich bin immer wieder erstaunt, dass Ihnen das genügt.
.

PS: Nur ein in ernst- und wohlgemeinter Rat – zu Ihrem männlichen, heterosexuellen Verhalten sollte zukünftig auch gehören, dass Sie mal aus dem Fenster schauen und nicht nur in den Spiegel, und dass Sie gelegentlich eine Nacht über Ihre Formulierungen schlafen.

12) Gregor Keuschnig, Mittwoch, 17. April 2013, 10:50 Uhr

Die Umfragewerte erinnern stark an den Wahlkampf 2005, als Merkel schier uneinholbar vorne lag – und sich dann mit 0,1% Vorsprung in die Große Koalition rettete. Das Desaster für die SPD 2009 verdeckte ja, dass auch CDU/CSU Stimmen eingebüsst hatten. Im Vergleich zu 2002 verloren CDU/CSU fast 5 Mio. Stimmen. Fällt nur nicht so auf, weil die SPD 8 Mio. verloren hatte.

13) CitizenK, Mittwoch, 17. April 2013, 12:52 Uhr

Ich frage mich zunehmend, warum die SPD eigentlich an die Regierung will.

Wenn Merkels Kartenhaus zusammenbricht – womit nicht nur hier die Mehrheit rechnet – und die “Wechsel” präsentiert werden mit den auch für Deutschland schlimmen Folgen, wird die dann regierende Partei haftbar gemacht, nicht die vorherige.

Die Charts, die Wirtschaftsdaten (Wachstum, Inflation, Arbeitslosigkeit usw.) mit Legislaturperioden kombinieren, werden dann “beweisen”. Wenn die Sozen dran sind, geht´s uns schlecht (den. Spruch kenne ich noch aus den70er Jahren). Dann wird es wieder heißen: Die Sozis können halt nicht mit Geld umgehen.

14) manni.baum, Mittwoch, 17. April 2013, 15:19 Uhr

“die Schlacht Konservative gegen Modernisierer” SOLL gar nicht entschieden werden, beim Anteil von 50 zu 50% würden dann beim unterlegenen Flügel zu viele Wähler wegfallen.

15) Sigmund, Mittwoch, 17. April 2013, 17:11 Uhr

@ Stefan P:
Wenn man die billige Forderung nach einer Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen Ehe einführt, dann gibt es auch das Theater darum nicht mehr. An diese einfache Lösung haben Sie wohl nicht gedacht.

Und lustig ist auch: Wenn irgendwo (hier: Chefetage) immer nur die Männer gewinnen, dann ist das keine Diskriminierung, dann sind die Frauen halt einfach nicht gut genug und sollen mal nicht rumheulen.
Wenn aber in irgendeinem anderen Bereich (hier: Schule) das männliche Geschlecht mal nicht gewinnt, dann wird sich sofort über Benachteiligung empört. Dabei kann (theoretisch und im Gegensatz zu Aufsichtsratssitzen) jeder Abi machen, also mehr Mädchen bedeuten nicht automatisch weniger Jungs.

@ G. Keuschnig:
Stimmt, aber die heutige SPD hat ja nicht den WahlKÄMPFER Schröder. :-)
Und ja, das ärgert mich auch immer, wenn die ganzen Deppendorfs nur mit den Prozentzahlen herumfuchteln, welche suggerieren, das Merkel immer mehr Stimmen hat, dabei zieht sie die Union auch immer mehr runter. 2009 waren es fast 3 Mio. weniger Wähler als 1998, und as galt damals als “historische” Niederlage.

16) Don Corleone, Mittwoch, 17. April 2013, 17:47 Uhr

Sobald die AfD auf eine demoskopisch ermittelte potentielle Zuneigung von 10% kommt, was nicht gerade unwahrscheinlich ist, wird Angela Merkel sich auch dieses Mäntelchen anziehen und nach dem Wind hängen. Ich trau’ mich darauf zu wetten. Warum? Weil sie’s schon immer so gemacht hat; sie knüpft ihre Politik an Meinungsumfragen. (Allerdings ist diese Flexibilität in Baden-Württemberg kläglich in die Hose gegangen.)
Immerhin wird diese neue Volte nicht so kontraproduktiv und teuer ausfallen wie die Energiewende.

17) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 17. April 2013, 18:11 Uhr

@Stefan P.

(…)Ursache ist eine Gesellschaft, die männliches Verhalten zunehmend als gestört ansieht.(…)

Ich möchte das lieber nicht kommentieren, weil ansonsten mich Herr Spreng zur Ordnung rufen muss.
Auch wenn´s mich piekt vor Lachen.

…Sie lassen schon Bolzen los, lieber Stefan P., die sind irgendwie ja doch… sei´s drum…aber lachen, dass darf man doch wohl. Und manch einer hier wird herzlich mitlachen.

18) Gundi, Mittwoch, 17. April 2013, 19:09 Uhr

Lieber Herr Spreng, wer braucht eine Frauenquote? Eine Quote ist diskriminierend. Oder sind sie dafür dass eine Frau einen Arbeitsplatz bekommt nur weil sie eine Frau ist.

19) Erwin Gabriel, Mittwoch, 17. April 2013, 19:15 Uhr

@ 10) StefanP, Mittwoch, 17. April 2013, 08:28 Uhr

Hallo Herr P.,

mein Kommentar liest sich dann doch etwas härter, als es von mir gemeint war.
Sorry

E.G.

20) Rhododendron, Mittwoch, 17. April 2013, 20:07 Uhr

@CitizenK.
Ja, Sie haben vollkommen recht, unsere mom. noch weit über Euro-Niveau stehende ausgesprochen gute wirtschaftliche Lage ist ja noch der letzten rot-grünen (und nur ein bisschen noch auch der schwarz-roten) Koalition zu verdanken. Es entwickelt sich halt Alles wie einst zu Sauriers-Zeiten mit erheblicher Verzögerung.
Trotzdem kann man dieses Land nicht einfach absaufen lassen, nur um “aus dem letzten Loch pfeiffend” dann Frau Merkel und die CDU/CSU/FDP sichtbar den Spiegel vorhalten zu können und sie des verursachten Desasters zu beschuldigen.
Da lass ich mich (als SPD) doch lieber beschimpfen, wie Gerhard Schröder für sein 2010 und tu was für die Gesellschaft (mit Spätwirkung) und weiß mich wenigsten von einigen Intelligenten bestätigt.

So isses nun mal, wir Deutschen sind zwar ein fleißiges Volk, politisch sind die meisten Deutschen eher etwas “benachteiligt”. Woher das kommt, kann ich leider auch nicht sagen.

21) tanne, Mittwoch, 17. April 2013, 21:11 Uhr

Genau treffend formuliert und auf den Punkt gebracht. – Und was folgt daraus? Für mich die Unwählbarkeit der CDU.

22) Anonym, Mittwoch, 17. April 2013, 22:14 Uhr

Besser hätte ich es nicht auf den Punkt bringen können. Unter Angela Merkel steht die CDU innen- und gesellschaftspolitisch für keine klaren Positionen mehr ein. Deswegen wird sie auch aufgrund solcher Positionen noch nicht einmal von Konservativen noch gewählt werden können. Während man außenpolitisch zumindest scheinbar auftrumpft, kommt innenpolitisch nichts vernünftiges dabei herum.

Aber was die Quote angeht, muss ich schon sagen, dass diese auch für mich keine langfristige Lösung sein kann. Die langfristige Lösung muss vielmehr darin bestehen, dass man gar keine Quote mehr braucht, sondern dass sich ein automatischer gesellschaftlicher Wandel vollzieht. In Teilen liegt dieser übrigens durchaus schon vor. Aber ich will auch nicht, dass wir irgendwann Zustände erreichen, in denen um jeden Preis eine Frau eingestellt wird, nur weil sie eine Frau ist und eine Quote unbedingt erfüllt werden muss. Oder gar eine Quote von 50% Frauen, die bedeutet, dass bei ungraden Posten es automatisch mehr Frauen als Männer geben muss (das ist interne Regel bei Grünen und Linken, aber deswegen muss es nicht Modell für die gesamte Wirtschaft werden). Eine Quote kann und sollte nur eine Übergangslösung sein, um Zustände extremster Diskriminierung abzumildern. Aber der gesellschaftliche Wandel wird sich nicht hierdurch alleine vollziehen, sondern nur dadurch, dass Frauen solche Chancen nutzen und irgendwann eben nicht mehr aufgrund einer Quote, sondern vielmehr aufgrund eigener Qualifikation und Leistung ausgewählt werden. Wenn das erreicht worden ist, kann und sollte man eine Quote auch wieder abschaffen, um so zu signalisieren. dass die Frauen in Führungspositionen eben nicht ihres Geschlechts und einer Quote, sondern ihren Fähigkeiten und Präsentationen wegen ausgewählt wurden,

23) Doktor Hong, Donnerstag, 18. April 2013, 08:10 Uhr

Ich frage mich, warum sich die progressiven Frauen nicht um eine Frauenquote bei Kanalarbeitern oder Müllentsorgern prügeln, oder auch auf dem Bau. Das sind Berufe, die sehr von Männern dominiert sind. Wäre es nicht ein toller Fortschritt für die Gesellschaft, wenn in der Reinigung von Abwasserkanälen endlich Gleichberechtigung herrschte? Warum schreitet der Gesetzgeber nicht endlich ein und ermöglicht es den Frauen, in diesen Berufen Fuß zu fassen?

Damit man mich nicht falsch versteht: Ich bin sehr dafür, dass in dieser Gesellschaft jeder die Chance hat, etwas zu werden, so er denn hart arbeitet und auch ein wenig Talent mitbringt. So finde ich auch, dass fähige Frauen DAX-Vorstände werden sollten.

Aber ob eine Quote korrekt ist, da habe ich meine Zweifel. Ich habe auch den Verdacht, dass manche Leute Gleichberechtigung mit Rosinenpickerei verwechseln. Wenn nicht, dann sollte man auch konsequent sein und eine Männerquote bei Erziehern und Lehrern vorschreiben.

24) StefanP, Donnerstag, 18. April 2013, 08:56 Uhr

@11) Erwin Gabriel

Ich glaube, Sie haben an dem demokratischen Gedanken etwas Grundsätzliches missverstanden. Demokratie ist die Erkundung des Mehrheitswillens um im Sinne dieser Mehrheit zu regieren. Der Minderheitenschutz ist abgeleitet aus der Dominanz der Mehrheit. Wir machen aus der Dominanz der Mehrheit eine Herrschaft der Minderheiten. Das Thema Homoehe ist gerade in den Großstädten wichtig. Warum wohl? Weil in den Großstädten Homosexuelle weit überproportional vertreten sind und in manchen Szenevierteln tonangebend sind. Warum denn gilt Köln (1 Mio. Einwohner) als Hochburg der Schwulen und Lesben? Oder schauen Sie mal nach San Francisco. Homosexuelle machen aber nicht mal 5-6 Prozent der Gesellschaft aus. Und noch weniger als die Durchschnittsbevölkerung sind sie bindungsbereit. Dennoch überlegen wir uns, wie sie sich in unserer Gesellschaft keinesfalls benachteiligt fühlen können. Leider haben wir nicht die gleiche Empathie für Leute, die 100.000 EUR im Jahr verdienen und statt in Szeneviertel rumzutanzen, tolle Lofts zu bewohnen, eine Familie durchbringen.

Die Deutschen mögen weder Ideologen noch Kanzler, die sklavisch an einem Wahlprogramm kleben. Zwei der momentanen Koalitionspartner haben eine umsatzsteuerliche Ausnahme für Hoteliers versprochen. So richtig goutiert wurde es nicht. 2005 erhielt die CDU mit ihrem Konzept einer Kopfpauschale 35 Prozent, die SPD erreichte mit dem konkurrierenden Modell einer Bürgerversicherung 34 Prozent. In demoskopischen Befragungen teilten die Bürger ihrer neuen Regierung mit: “Ach, dann gießt das doch zusammen!”

2002 machte Bundeskanzler Schröder mit zwei Punkten Wahlkampf: Beseitigung der Schäden durch das Elbehochwasser und keine Beteiligung am Irakkrieg. Das brachte die Wende. Doch was macht man, wenn am Ende die Wasserschäden nicht so hoch und die Amerikaner alleine in den Krieg gezogen sind? Regieren? Schauen Sie bitte mal ins Grundgesetz, so Artikel 62 folgende oder Artikel 38 rein. Da steht z.B. irgendetwas, dass die Abgeordneten (alle!) Vertreter des ganzen Volkes sind, obwohl sie von einer Partei nominiert wurden. Wie will ein Abgeordneter aber das Wahlprogramm einer Partei vertreten, wenn er Politik für <das gesamte Volk (vor allem nicht für Miniminderheiten) machen soll? Sie werden darauf sicher eine Antwort wissen. Ich halte das für logisch schwierig.

Von Frau Merkel ist außer einer weitgehend geräuschlosen Verwaltung auf dem (politischen) Stand von vor zehn Jahren nichts zu erwarten.

Was ist denn der politische Stand des Jahres 2003? Will Frau Merkel Hartz-IV auflösen und das Renteneintrittsalter wieder sukzessive auf 65 Jahre zurückführen? Verweigert sie die Beteiligung am Irakkrieg? Oder ist eine Homoehe fortschrittlich, wo es doch angeblich immer Homosexuelle gab? Oder ist die Anzahl der Homosexuellen plötzlich gewachsen? Ich kann es auch kurz formulieren: Ich verstehe die Frage nicht.

Wenn Sie wüssten, wo ich alles reinschaue…

Ach, kurze Frage: wissen Sie, wie hoch der Anteil der Akademikerinnen unter den 40-60jährigen ist, die ein “Karrierefach” studiert haben und einen lückenlosen Lebenslauf vorlegen können? Nein? Das ist aber schade… Wie können Sie dann in Fragen der Quote urteilen?

P.S.: Ich bin nicht empfindlich. ;-)

25) StefanP, Donnerstag, 18. April 2013, 09:23 Uhr

15) Sigmund

Sie können sich der Frage, die ich Herrn Gabriel gestellt habe, anschließen:

Wissen Sie, wie hoch der Anteil der Akademikerinnen unter den 40-60jährigen ist, die ein “Karrierefach” studiert haben und einen lückenlosen Lebenslauf vorlegen können?

Gerade verweist Frau Göring-Eckardt bei Anne Will darauf, dass Frauen häufiger Abitur machen. Gerade so, als würde man von der Schulbank direkt auf die AR-Bank wechseln. Jahrzehntelang hat man den niedrigen Anteil von Mädchen im Abitur als Benachteiligung dargestellt. In der Zeit kam niemand auf den Gedanken, den hohen Männeranteil an der Spitze mit den Schulabschlüssen zu begründen.

Kleine persönliche Erfahrung: Während meines Studiums bis zu den Examina habe ich ein paar Frauen kennengelernt, die nur so lange studierten, bis sie den passenden Mann gefunden hatten. Umgekehrt ist mir kein männlicher Kommilitone begegnet, der auf das richtige Mädel wartete. Ich habe Karrierefächer studiert. In denen war zu meiner Zeit der Männeranteil meilenweit über 50 Prozent (unter Berücksichtigung heiratswilliger Frauen). Ich gehöre zu der Generation, die nun stark in Vorständen und Aufsichtsräten vertreten ist. Als ich in einem Beruf und in einer Branche anfing, aus der sich ein Teil des heutigen Führungsnachwuchses rekrutierte, erhielten die Frauen zu Beginn exakt das gleiche Gehalt wie ihre männlichen Kollegen.

Was machen wir eigentlich, wenn die heutigen überproportional weiblichen Jung-Immatrikulierten ihr Studienverhalten beibehalten und Maschinenbau, Elektrotechnik und Ingenieurwesen meiden und nach ihrem Bachelor / Master lieber im Human Resources, Marketing oder Buchhaltung anfangen statt in den Vertrieb, die Produktion und ins Controlling zu gehen? Sagen wir dann, gut, dann muss der Vorstandsvorsitzende halt eher sich aus dem HR rekrutiert werden als die Produkte, den Markt und die Kunden zu kennen? Sozialpädagoginnen sind manchmal nett. Zum Vorstandsposten qualifiziert das Studium nicht.

Michael Spreng beweist bei Anne Will Humor: um mehr Frauen in Toppositionen zu bringen, wären mehr Teilzeitjobs, Heimarbeitsplätze, Jobsharing notwendig. Meiner Erfahrung nach sind Führungsjobs immer mit dem Führen von Mitarbeitern und enger Kommunikation verbunden. Als Spezialist kann man vieles zuhause erledigen, als Führungskraft mit Kontakt zum Team, zu Kunden und Märkten geht das nicht. Erst recht nicht mit 20 Arbeitsstunden in der Woche.

Auch Michael Spreng: manchmal brächte es Symbole. 2006 wurde eine sogenannte „Reichensteuer“ eingeführt, auf den Namen war man ganz besonders stolz. Die brachte zwar wenig, aber trotzdem. Argument: Es braucht ein Symbol, dass die Reichen an der Rückführung des strukturellen Defizits mitwirken, starke Schultern mehr als schwache tragen. Ein paar Jahre weiter sind wir soweit, dass einige Parteien nach weiteren Symbolen für die gleiche Klientel rufen, weil sich die Reichen bisher nicht beteiligen mochten. Die Symbole heißen diesmal Vermögensteuer, Spitzensteuersatz, Begrenzung hoher Einkommen. Manche sagen dazu auch einfach: Schröpfen. Klingt nicht so schön, trifft die Sache aber auch.

Ausgerechnet Michael Spreng hat rumgejammert, dass die Chefredakteure des SPIEGEL alle männlich seien. Der SPIEGEL schickt fast ausschließlich Männer in die Öffentlichkeit, z.B. zum Presseclub. Das letzte prominente Gesicht war Tina Hildebrand, die ist aber längst weg und war zu jung. Wann war eigentlich der letzte aus dem Controlling Chefredakteur? Wie hieß der letzte Mann auf dem Chefsessel bei der taz oder Emma? Es gibt Frauen, die Männermagazine wie den Playboy leiten. Es gibt keine Männer, die Frauenmagazine leiten.

26) Erwin Gabriel, Donnerstag, 18. April 2013, 09:56 Uhr

@ Stefan P

Ich sprach nicht von Demokratie, sondern von unserem Wertesystem.

Es liegt in der Natur der Sache, dass die große Menge etwas stärker auf die schaut, die sich von der großen Menge wie auch immeer abheben. Homosexuelle wurden lange Zeit verfolgt und ausgegrenzt. Jetzt normalisiert sich das Ganze etwas. Mitten in einem solchen Prozess ist es schwer zu sagen, ob es zu wenig ist oder ob man übertreibt.

Zu Frau Merkel: Sie verstehen die Frage nicht – verständlich, ich habe nicht gefragt. Ich habe nur festgestellt, dass Frau Merkel (anders als Gerhard Schröder) nichts voranbringt. Ein bisschen hin und her vielleicht bei Punkten, die Sie für nicht so wichtig halten.

Dem Rest der Argumentation kann ich nicht folgen. Sie haben zu anderen Gelegenheiten schon (fast möcht’ ich sagen: in reichlich belehrendem Ton) arg darauf herumgeritten, dass Sie Ihre Stimme nach dem Wahlprogramm abgeben, dass Ihnen am besten mundet. Und nun sagen Sie , dass “die Deutschen” es nicht mögen, wenn sich jemand an Wahlprogramme hält, und kommen Sie mir mit Artikel 38? Ein guter Arzt ist für alle da, selbst wenn er nur die behandelt, die zu ihm kommen oder wenn er, etwa in einem Krankenhaus, Herzchirurg und nicht Krebsspezialist ist und sich deshalb nur um Herz-OPs kümmert.

Ich fühle mich bei Ihren Argumentationen immer wieder an meine noch jungen Töchter erinnert. Durchaus scharfer Verstand, aber mangelnde Erfahrung. Keine klare Linie außer der eigenen Bequemlichkeit. Insofern sind Sie wahrscheinlich bei Frau Merkel gut aufgehoben. Die hat in ihrer Regierungszeit auch noch keinen Plan gefunden und will deshalb nochmal vier Jahre auf die Suche gehen.

27) Erwin Gabriel, Donnerstag, 18. April 2013, 10:06 Uhr

@ 23) Doktor Hong, Donnerstag, 18. April 2013, 08:10 Uhr

>> Ich frage mich, warum sich die progressiven Frauen nicht um eine
>> Frauenquote bei Kanalarbeitern oder Müllentsorgern prügeln, oder
>> auch auf dem Bau.

Da prügeln sich auch die “progressiven” Männer nicht drum. Mag sein, dass diese körperliche Arbeit etwas zu hart ist? Ich habe aber auch noch nicht so viele Männer an den Supermarkt-Kassen gesehen, die sind da auch eher die Ausnahme.

>> Aber ob eine Quote korrekt ist, da habe ich meine Zweifel. Ich habe
>> auch den Verdacht, dass manche Leute Gleichberechtigung mit
>> Rosinenpickerei verwechseln. Wenn nicht, dann sollte man auch
>> konsequent sein und eine Männerquote bei Erziehern und Lehrern vorschreiben.

Das ist ein starkes Argument, dem kann ich folgen. Der ganze Vater-Mutter-Kind-Komplex wird von der Gesetzgebung über die Rechtsprechung über die Unterhaltssituation über die Betreuung etc. so einseitig von und für Frauen dominiert und zu Lasten der Männer ausgelegt, dass es fast schon kriminell ist. Hier wäre ein kleiner Ruck in Richtung Gleichberechtigung durchaus vonnöten.

28) StefanP, Donnerstag, 18. April 2013, 11:16 Uhr

@22) Anonym

Eine Quote kann und sollte nur eine Übergangslösung sein, um Zustände extremster Diskriminierung abzumildern.

Der Gesetzentwurf über eine Quote in Aufsichtsräten (demnächst Vorständen) betrifft eine absolute Elite von Menschen für die Toppositionen dieser Gesellschaft. In diesen Rängen kommt es ganz wesentlich auf Durchsetzungsfähigkeit an, nicht auf fachliche Stärken oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wer sich da diskriminiert fühlt, sollte sich vielleicht andere Lebensziele setzen.

Wir machen inzwischen sogar top-qualifizierte, top-honorierte, extrem ehrgeizige Menschen zu Opfern von Diskriminierung. Das ist für mich gesellschaftlich krank.

29) karel, Donnerstag, 18. April 2013, 11:57 Uhr

Ich zitiere einige Sätze von Berthold Kohler, Mitherausgeber der FAZ vom 08.03.13.

: „Da hat eine ganze Generation gegen den tausendjährigen Muff unter den Ehebettsteppdecken gekämpft, ihre besten Jahre in Kommunen dem Modell der freien Liebe geopfert, und nun das: Die Ehe ist wieder in aller Mund…
. die Ehe ist gesellschaftspolitisch wieder en vogue, weil nun auch gleichgeschlechtliche Paare in ihren Hafen einlaufen wollen….
Jetzt fordert die gesellschaftspolitische „Avantgarde“: „Ehe für alle“.

Es ist schon echt beeindruckend, wie sich da so eine ganze Generation “verrannt” hat.
Und nicht nur in Sachen Ehe und Familie.

Helau

30) StefanP, Donnerstag, 18. April 2013, 16:07 Uhr

@27) Erwin Gabriel

Sie haben zu anderen Gelegenheiten schon (..) arg darauf herumgeritten, dass Sie Ihre Stimme nach dem Wahlprogramm abgeben, dass Ihnen am besten mundet.

Einspruch! Wenn es danach ginge, würde ich die Partei Bibeltreuer Christen wählen. Ich bin eben kein Befürworter des Urteils nach Wahlprogrammen. Eine Wahlentscheidung erfolgt nach grundsätzlichen Einstellungen (konservativ, sozialistisch, liberal), dem Vertrauen in die Kompetenz des Personals und nach den politischen Prioritäten der zu wählenden Partei. In dieser Reihenfolge. Deswegen habe ich mich bei Steinbrück auch so gewendet. Der Kanzlerkandidat der SPD hat, so kann man aus seiner Vita und seinem Buch “Unterm Strich” herauslesen, eine Mischung aus liberalen und christlich-/sozialdemokratischen Einstellungen. Vom Wesen her ist er zwar Sozialdemokrat konservativer Prägung, wirtschaftsnah. Nun hat er jedoch aufgrund politischer Schwäche ein Programm als Regierungsagenda aufgedrückt bekommen, von dem er nicht so leicht wieder wegkommt. Sein Koordinatensystem gefällt mir, allerdings hat er sich als öffentliche Person als nicht genügend “tragfähig” erwiesen, weshalb ein Wahlprogramm an Gewicht gewinnt, mit dem ich ganz und gar nicht konform gehe. Angela Merkel hingegen hat christlich-liberale Werte, keine Visionen und einen extrem pragmatischen Politikansatz, dafür aber weit mehr politisches Standing.

Sind Sie eigentlich schon auf die Idee gekommen, dass Menschen nicht regiert werden wollen? Das ist eine These, die mich seit längerem treibt. Für mich gilt sie nicht, aber es gibt Indizien, dass die Mehrheit so empfindet. Grundsätzlich wählen Bürger in nachgelagerten Wahlen oft so entgegengesetzt, dass das Regierungshandeln der Bundes-/Zentralregierung enorm erschwert wird. Die Belgier haben vor kurzem ein ganzes Jahr darauf verzichtet, eine Regierung zu bekommen. Ähnlich verhält es sich nun in Italien, wo das Wahlergebnis (zufällig?) so war, dass aufgrund der grundsätzlichen Einstellungen und Ziele der führenden Köpfe keine Regierungsbildung möglich ist.

Würde diese These zutreffen, so ergeben sich Schlussfolgerungen daraus: die Menschen wollen den Status quo, egal welchen Lagern sie anhängen, weitgehend erhalten und Veränderungen lediglich in homöopathischen Dosen. Sie wollen mehrheitlich keine Umerziehung, wozu meist linke Parteien neigen. Diese können zwar oft auf den Mehrheitswillen laut Umfragen verweisen, bekommen aber selten eine regierungsfähige Mehrheit. Das führt uns c) zu dem Punkt, dass nicht zufällig ideologische Kanzler mit einem eher lockeren Verständnis für Wahlaussagen Wahlen gewinnen: Adenauer, Schmidt, Kohl, Schröder, Merkel. In diese Reihe, wenn auch auf anderem Niveau, passt in Italien Berlusconi, der nie sein Wahlprogramm umsetzte.

31) Doktor Hong, Donnerstag, 18. April 2013, 16:22 Uhr

@27) Erwin Gabriel

Sie sagen es, um erwähnte Kanalarbeiterjobs prügeln sich weder Frauen noch Männer. Aber niemand stört sich daran, dass “schmutzige”, gefährliche und anstrengende Arbeiten weit überwiegend von Männern erledigt werden. Nein, wenn schon, dann müssen es Vorstandsposten für Frauen sein.

Ich möchte nur an jene Frau erinnern, die vor dem Europäischen Gerichtshof auf Anstellung bei der Bundeswehr klagte und gewann. Das fanden die Frauen alle toll. Während junge Männer Wehr- oder Zivildienst leisten mussten, konnten sich die Frauen bei der Bundeswehr eine Anstellung gerichtlich erzwingen. “Überraschenderweise” erblickte keine Frau darin eine Ungerechtigkeit.

Was mich am meisten wundert ist, dass nun auch Männer in den Abgesang einstimmen und erklären, wie minderwertig doch die Männer sind. So Theo Koll vom “auslandsjournal”, der eine Sendung über den Vormarsch der Frauen machte und süffisant die ganzen Männer, die darin vorkamen, als Deppen darstellte.

Der beste Chef, den ich je hatte, war eine Chefin. Aber Respekt hatte ich nur deswegen, weil sie fachlich kompetent war. Meine Partnerin ist eine starke, unabhängige, beruflich erfolgreiche Frau, die ihr eigenes Geschäft führt. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen kann ich nicht verstehen, warum manche Männer ins Horn “Frauen sind die besseren Männer” stoßen.

Wer das Leistungsprinzip ernst nimmt, kann nicht für die Frauenquote sein.

32) Doktor Hong, Donnerstag, 18. April 2013, 16:25 Uhr

@m.spreng

Sie erwähnten bei Anne Will, dass Christine Schröder eine dreifache Quotenfrau ist. Ich erinnere mich auch an Ihre Kolumne “Wie man Ministerin wird”.

Ich würde gerne wissen, ob Sie Frau Schröder für eine hervorragende, äußerst erfolgreiche Besetzung halten.

Nicht, dass das ein Argument für eine Quote wäre, denn dann hätte sie sich, wie auch Frau Dr. Merkel, auch selber durchgesetzt.

33) Leo Aul, Donnerstag, 18. April 2013, 16:35 Uhr

Die Frage: “Was ist ein CDU-Programm wert?” könnte genauso gut lauten; “Was sind Parteiprogramme überhaupt Wert?”

1. Es wird in ihnen von den Urhebern, den Mitgliedern, den Wählern und den Gegnern immer zuviel hinein interpretiert.
2. Parteiprogramme sollen die langfristig zu vermutende Richtung wiedergeben.
3. Sie sollen mit dem “täglichen Politikgeschäft” vereinbar sein und sie sollen auch noch
4. den höchsten ethischen und moralischen Ansprüchen genügen.

Alles nahezu unerfüllbare Gegensätze. Ohne total unglaubwürdig zu werden, bedarf es in diesem “Verhau” der Forderungen einer Flexibilität, wie sie uns Frau Merkel zeigt. Da hat es die Opposition immer leicht. Sie kann, ohne großen öffentlichen Gesichtsverlust von einem Thema zum anderen und von einer Forderung zur nächsten wankelmütig die Grenzen ausloten. “Flexi-Merkel” ist unter den gegebenen Bedingungen eine Auszeichnung. Starrköpfe, die nicht zu lernen bereit sind, gibt es genug. Welche Irrlichternden Richtungswechsel haben uns schon FDP und SPD geboten! Und die GRÜNEN ducken sich schnell weg, wenn es mit ihren eigenen Forderungen ungemütlich werden könnte. Bei Revolutionen weis man nie wie sie ausgehen. Alle waren so schnell wie irgend möglich für den Alleingang einer deutschen Energierevolution der gesamten deutschen Volkswirtschaft. Man hat Frau Merkel vor sich hergetrieben. Auch da war sie flexibel. Flexibel darf sie also nur sein, wenn es den Gegnern passt! Verlogener geht es ja wohl nicht. Und wetten, dass sie, sollte die Energiewende nicht gelingen, alleine dasteht? Dann sind die Hasardeure auch sehr ungeahnt flexibel. Dann sind sie es nie gewesen.

34) Erwin Gabriel, Donnerstag, 18. April 2013, 18:21 Uhr

@ 30) StefanP, Donnerstag, 18. April 2013, 16:07 Uhr

>> >> Sie haben zu anderen Gelegenheiten schon (..) arg darauf ,
>> >> herumgeritten, dass Sie Ihre Stimme nach dem Wahlprogramm
>> >> abgeben, dass Ihnen am besten mundet.

>> Einspruch! Wenn es danach ginge, würde ich die Partei Bibeltreuer Christen wählen.

Sie wollen mir wirklich das Wochenende versauen, indem Sie mich Meister Sprengs Blog nach Ihren entsprechenden Kommentaren durchsuchen lassen? Wie unsportlich…
.

>> >> Sind Sie eigentlich schon auf die Idee gekommen, dass Menschen
>> >> nicht regiert werden wollen?

Ich will nicht regiert werden. Meine Frau sagt, ich brauche das trotzdem…
Gilt umgekehrt übrigens auch.

Mal ernsthaft: Meiner Meinung nach strebt das Gros der Menschen letztendlich nicht nach Freiheit und Selbstbestimmung, sondern nach Bequemlichkeit.

35) Erwin Gabriel, Donnerstag, 18. April 2013, 18:35 Uhr

@ Dr Hong

Ich bin ja irgendwie der Überzeugung, dass die Natur (oder, wenn man denn so will, der liebe Gott) ein paar Sachen aus gutem Grund so eingerichtet hat. Die unterschiedlichen Ausprägungen von Logik, Wahrnehmung, Datenverarbeitung, Aggressivität etc hatten allesamt den Zweck, die Auslese der besser geeigneten Exemplare des Homo sapiens zu fördern.

Nun wird der Kampf um Nahrung, Weibchen etc nicht mehr mit Fäusten ausgetragen – die etwas höherer Aggressivität von Männern und ihr (zumindest bei vielen) permanentes Balz- und Protzverhalten in verschiedensten Ausprägungen sind trotzdem noch einprogrammiert. Und auch, wenn in unseren vergleichsweise zivilierten Zeiten nicht bei jedem Streit die Gefahr besteht, dass der Nachwuchs unter die Räder bzw. Fäuste und Füße kommt, streben die meisten Mütter (in jedem Falle alle, die ich kenne) dennoch nach Frieden durch zahlreiche soziale Kontake (= viel miteinander Reden).

Moderne Zeiten halt, in der die einprogrammierten EIgenschaften längst nicht mehr so viel nutzen. Und eine neue Runde “Formen durch Anpassung” läuft. Der eine stellt sich quer, der andere macht sich glatt….

In ein paar hundert oder tausend Jahren sind wir etwas klüger, was die bessere Variante war :-)

36) Erwin Gabriel, Donnerstag, 18. April 2013, 18:43 Uhr

@ 33) Leo Aul, Donnerstag, 18. April 2013, 16:35 Uhr

>> “Flexi-Merkel” ist unter den gegebenen Bedingungen eine Auszeichnung.

Flexibilität bedeutet für mich, beispielsweise beim Thema Energiewende möglichst offen nach dem besten Weg zum angestrebten Ziel zu suchen.

Flexibilität bedeutet für mich nicht, kein Ziel zu haben, dann wg. einer Landtagswahl in Baden-Würtemmberg und einem Erdbeben in Japan die Energiepolitik eines Landes kurzfristik auf den Kopf zu stellen und sich anschließend keinen Kopf mehr zu machen. Wer am wirksamsten krakelt, kriegt seinen ihren Willen. Und die Verantwortlichen, ob Röttgen, ob Altmeier, stehen letztendlich im Regen. Die dadurch entstehenden, aber eigentlich unnötigen Kosten trägt der Bürger.

Das ist nicht “flexibel”, das ist verantwortungslos.

37) Gundi, Freitag, 19. April 2013, 00:29 Uhr

Eine Frauenquote ist nicht nur diskriminiert und ein Angriff auf die Wirtschaft, sondern eine Herabsetzung der Frau. Mit Gleichberechtigung hat eine Frauenquote nichts zu tun. Wer hoch hinaus will soll es mit Leistung beweisen.

38) Doktor Hong, Freitag, 19. April 2013, 01:21 Uhr

@35) Erwin Gabriel

Moderne Zeiten halt, in der die einprogrammierten EIgenschaften längst nicht mehr so viel nutzen. Und eine neue Runde “Formen durch Anpassung” läuft. Der eine stellt sich quer, der andere macht sich glatt….

In ein paar hundert oder tausend Jahren sind wir etwas klüger, was die bessere Variante war :-)

Da haben Sie recht. Nur: erstens zweifele ich an, dass zur Steinzeit innerhalb der Gruppe Konflikte so gewalttätig geregelt wurden, wie das vielfach behauptet wird. Dagegen spricht, dass in einer von wilden Tieren geprägten Umgebung Kooperation zwischen Menschen DER entscheidende Überlebensvorteil gewesen ist.

Zweitens zweifele ich an, dass die Gewalt zwischen verschiedenen heute Gruppen so viel gezähmter und zivilisierter ist als in der Steinzeit. Ich nenne als Beispiele: den Holocaust, den Atomwaffeneinsatz gegen Hiroshima und Nagasaki, den Vietnamkrieg (Einsatz von Napalm gegen Menschen), den jugoslawischen Bürgerkrieg, den Terror in Irland und GB, den Israel-Palästinenser-Konflikt, den Völkermord in Ruanda. Ganz zu schweigen von Folter und Unterdrückung Oppositioneller in vielen Ländern der Erde.

Auch die prügelnden Hooligans und Mörderbanden wie die NSU lasse ich mal weg.

Das alte Rom war immerhin eine Demokratie und ein Rechtsstaat. Mag sein, dass die Römer alles andere als zimperlich mit ihren Kriegsgegnern gewesen sind. Aber ich glaube wirklich nicht, dass man sich in Rom selbst ständig mit den Schwertern umgesäbelt hat. Warum sprachen die Römer von ihrem Staatsgebilde stets stolz als Zivilisation? (Übrigens ein lateinisches Lehnwort.)

Aber: Sie haben sicher nicht ganz unrecht mit der Beobachtung, dass die heutige Welt nicht immer unserem evolutionären Erbe optimal angepasst ist.

Ich bin absolut für Gleichberechtigung. Trotzdem sollte man sich mal fragen, ob ein (männlicher) DAX-Vorstand mal drei Jahre Elternzeit genommen hat, stets um 16 Uhr bei seiner Familie ist und mittags die Kinder von der Schule abholt, oder ob er sehr viel Zeit und Energie in seine Karriere im Unternehmen investiert und investiert hat.

Ob ein Mann, der wegen Arbeitslosigkeit drei Jahre aus dem Beruf war, einfacher wieder Fuß fassen kann als eine Frau, die drei Jahre wegen Elternzeit aus dem Beruf geschieden ist.

Ich sehe sehr wohl, dass manche Umstände für Frauen sehr schwierig sind. Aber manche Dinge liegen in der Natur der Sache, und nicht im Geschlechterunterschied. Daraus eine Geschlechterdiskriminierung zu stricken, halte ich für intellektuell unehrlich, um mal einen Anglizismus zu benutzen.

39) Doktor Hong, Freitag, 19. April 2013, 01:23 Uhr

@35) Erwin Gabriel

Ach ja, und denken Sie mal an die Geburtenraten und wie diese sich entwickelt haben; und inwiefern unsere kulturellen Vorstellungen allein zahlenmäßig Verbreitung durch Erziehung finden werden in den nächsten hundert Jahren. :)

40) StefanP, Freitag, 19. April 2013, 09:00 Uhr

@34) Erwin Gabriel

Ich wusste doch, dass Sie wochenends nichts zu tun haben. ;-)

Das ist doch ein typisch deutsches Vorgehen: Ich will beweisen, dass der Diskussionspartner etwas anderes gesagt hat, um ihn daran zu überführen. Statt seine tatsächliche Meinung herauszufinden. Selbst wenn Sie etwas finden, dass nach Ihrem Verständnis etwas anderes nahelegt: Nützt Ihnen das etwas? Wir drücken uns oft missverständlich aus, der eine sagt A, bei dem anderen kommt B an. Müssen wir dann darüber diskutieren, ob der andere nun B gesagt hat, obwohl er doch A meinte? Oder geht es nicht darum, herauszufinden, ob er nun wirklich A oder B meinte? Aus diesem Grund halte ich mich beruflich höchst selten mit Schuldzuweisungen auf, sondern versuche herauszufinden, wie ein Fehler passieren konnte und noch mehr, wie man ein Problem löst.

Ihre Frau hat Recht, wie sympathisch! Sie aber auch… Ich jedenfalls habe einen unbändigen Freiheitsdrang und -willen, schon von Kindheit an.

41) Erwin Gabriel, Freitag, 19. April 2013, 10:58 Uhr

39) Doktor Hong, Freitag, 19. April 2013, 01:23 Uhr

>> Ach ja, und denken Sie mal an die Geburtenraten und wie diese sich
>> entwickelt haben; und inwiefern unsere kulturellen Vorstellungen allein
>> zahlenmäßig Verbreitung durch Erziehung finden werden in den nächsten
>> hundert Jahren. :)

Der war echt gut. :-) :-)

42) Erwin Gabriel, Freitag, 19. April 2013, 11:05 Uhr

38) Doktor Hong, Freitag, 19. April 2013, 01:21 Uhr

>> Nur: erstens zweifele ich an, dass zur Steinzeit innerhalb der Gruppe
>> Konflikte so gewalttätig geregelt wurden, wie das vielfach behauptet wird.

Ich denke, dass lief ab wie in heutigen Tierrudeln: Man balgt sich schon als Bub mit den anderen, und im Teenager-Alter ist die Hierarchie eigentlich schon klar. Und falls überhaupt gekämpft wurde, dann nur solange, bis einer nachgab, nicht länger. Es ging um den besten Teil der Beute, nicht darum, andere zu verletzen.

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