Sonntag, 21. April 2013, 14:14 Uhr

Verdrängung oder eiskalte Doppelmoral?

Es ist immer wieder erstaunlich, zu welchen Verdrängungsleistungen die menschliche Psyche in der Lage ist. Denn anders ist auch der Fall Uli Hoeneß kaum zu erklären. Einerseits der mitfühlende Bürger, der gesellschaftliche Kritiker, auf der anderen Seite der eiskalte Steuerhinterzieher, also der sozialschädliche Bürger.

Das kann so lange nur deshalb funktioniert haben, weil Hoeneß seine Steuerhinterziehung offenbar verdrängte, sie in den Tiefen seines Gedächtnisses verschloss. Oder ist er doch ein Vertreter der klassischen Doppelmoral?

Auf jeden Fall rächt es sich jetzt, dass er sich öffentlich über eine Reichensteuer beschwerte und noch 2005 erklärte, alle Steuern zu bezahlen. Jedes Wort holt ihn jetzt wieder ein. Was ging in ihm vor, als er sich so exponierte? Wieso hat ihn nicht die Angst übermannt?

Auf jeden Fall kann jetzt Christoph Daum seine späte Genugtuung genießen, den Hoeneß einst wegen seiner Kokainsucht geißelte und fast vernichtete. Denn was ist schädlicher für die Gesellschaft: Kokainschnupfen oder Steuerhinterziehung? Daum hatte in erster Linie sich selbst geschädigt, Hoeneß betrog alle.

Für Uli Hoeneß kommt jetzt der bittere Absturz. Wenn die angeblich hinterzogenen Summen nur annähernd stimmen, dann muss er mit Gefängnis rechnen. Denn ab einer Million hinterzogener Steuern lässt der Bundesgerichtshof keine Bewährungsstrafe mehr zu. Da hilft auch nicht die Strafmilderung durch die Selbstanzeige. Bayern München braucht jetzt auf jeden Fall sehr schnell einen neuen Präsidenten.

Und der Fall zeigt auch, wie falsch das von der schwarz-gelben Regierung geplante Steuerabkommen mit der Schweiz war. Hätte es die SPD nicht verhindert, wäre Hoeneß nie aufgeflogen, hätte anonym seine Strafsteuern bezahlt und wäre eine geachteter Bürger geblieben. Und es gibt noch viele Hoeneße.

Nachtrag: Mir ist bei diesem Kommentar ein Fehler unterlaufen. Dafür entschuldige ich mich. Eine korrekte Selbstanzeige führt auch bei hohen Hinterziehungssummen nicht zu strafrechtlichen Ermittlungen, also droht in diesem Fall auch kein Gefängnis. Voraussetzung für die Hausdurchsuchung bei Hoeneß muss aber ein  Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft gewesen sein. Der Fall hat also die Sphäre der nicht strafbewehrten Selbstanzeige verlassen. Deshalb droht Hoeneß jetzt möglicherweise auch Gefängnis.

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85 Kommentare

1) StefanP, Montag, 22. April 2013, 15:05 Uhr

47) wschira

Also schauen wir uns mal die Fakten an, und zwar solche, die unbestreitbar sind:

1. Herr Hoeneß hat sich selbst angezeigt. Das hat er sicher nicht getan, weil er den Drang zur Ehrlichkeit verspürte, sondern nach Konsultation mit (wie ich mal unterstelle) den besten Steueranwälten, die ihm zur Verfügung standen.

Sie spekulieren und verkaufen das als Fakt. Diese Mutmaßung steht Ihnen nicht zu, da Sie gar nicht die Mittel besitzen, die Motivlage des Bayern-Präsidenten zu ergründen.

Die Vermutung ist, dass es sich entweder um Schwarzgeld, also nicht versteuertes Einkommen handelt oder dass er Zinserträge, die angefallen sind, nicht versteuert hat. Nur in einem dieser Fälle (oder möglicherweise auch beiden) ist die Selbstanzeige plausibel.

Auch falsch. Selbstanzeigen können steuerrechtlich Sinn ergeben, wenn man über einen Steuersachverhalt nach Erlass eines Steuerbescheids unsicher ist. Theoretisch möglich.

Es geht nicht darum, ob Herr Hoeneß Steuern hinterzogen hat (..), sondern ob seine Selbstanzeige vollständig und rechtzeitig kam. In diesem Fall wäre die Angelegenheit eine Sache des zuständigen Finanzamtes.

Ja…

Wie Sie da von pauschalen Vorverurteilungen und Kampagnen reden können, ist mir schleierhaft.

Eben deshalb – siehe oben. Wenn es eine Sache zwischen Hoeneß und dem Finanzamt ist, warum dann dieser Furor in dieser Form?

2) Benjamin, Montag, 22. April 2013, 15:40 Uhr

Ich bin nur vollkommen überrascht, dass Personen in solchen Positionen meinen, es käme nie etwas raus. Die Fallhöhe ist doch gewaltig und das muss doch jedem intelligenten Menschen (also auch Hoeness) klar sein. Man kann sich das wohl wirklich nur mit einer Zockermentalität erklären („mich erwischt man nie…“), logisch ist es nicht.

Ich bin kein Hoeness- oder FCB Fan, aber ich hätte es bei ihm, gerade aufgrund seiner doch sozialen Ader und der Neigung, schonungslos in Debatten zu sein, nicht erwartet.

Merkel ist nun enttäuscht und Schwarz-Gelb will weiter an dem Schweizabkommen festhalten. Spitze, unsere Regierung…

3) Peter Christian Nowak, Montag, 22. April 2013, 17:50 Uhr

5) Journalist

Noch so paar Journalisten wie Sie, Herr Journalist, und die Zunft ist total versaut! Kein Wunder, dass der Journalismus mitunter so in Verruf gekommen ist!

Herr Journalist, was Sie da zum Besten gegeben haben, mag zwar ihre Meinung sein, aber die von Ihnen verwendeten Fakten stimmen nicht. Natürlich hat Herr Höneß klammheimliche Zustimmung wie möglicherweise aktive Hilfe aus der Politik gehabt. So zum Beispiel hat er und die Politik fest mit dem Inkrafttreten des Steuerabkommens mit der Schweiz gerechnet. Leider….leider…haben CDU/CSU/FDP keine Mehrheit im Bundesrat mehr….und futsch ist das schöne schöne Abkommen…und ihr lieber Herr und König aller Fußballbayern…das ach so moralisch handelnde Vorbild für alle, nicht nur für die Elite…ist nun in die Kuhsch…gefallen.

Stefan P.

pffff………Dass bei Ihnen einiges durcheinander geht,….. sorgt immer wieder für herzliche Lacher….

4) Peter Christian Nowak, Montag, 22. April 2013, 17:55 Uhr

31) Frank Reichelt,

So singen nur Bayern-Fans….habe schon bessere Kritiken von Ihnen gelesen.

5) riskro, Montag, 22. April 2013, 18:10 Uhr

31) Frank Reichelt,

Mag ja sein! Damit ist aber der Tatbestand der Steuerhinterziehung nicht vom Tisch.

Ein G`eschäckle ist es auch den Moralapostel zu spielen und selbst Dreck am Stecken zu haben. Das und nichts anderes holt ihn jetzt ein. Kürten meint H. als intelligenten Menschen zu kennen. Er meint wohl, dass Menschen, die Geld haben auch intelligent sein müssen. Für mich ist es Dummheit und Selbsüberschätzung, andere öffentlich zu attakieren wenn ich selbst Dreck am Stecken habe. Da halte ich mich doch zurück oder meint er mit Geld alles regeln zu können. So falsch liegt er damit wohl nicht. Man kennt sich gut vom Golfplatz. Eine Krähe hakt der anderen kein Auge aus. Fakt ist auch, H. stellt nur die Spitze eines Eisberges dar. Spannend wird es auch, wann der Erste den Bogen zu Peer Steinbrück schlägt.

6) Frank Mauerhofer, Montag, 22. April 2013, 20:07 Uhr

War Peter Graf Wiederholungstäter (3 Jahre, 9 Monate)? War Breno Wiederholungstäter (3 Jahre, 9 Monate)? Kamen durch Peter Graf Menschen zu Schaden (3 Jahre, 9 Monate)? Verletzte im Fall Breno (3 Jahre, 9 Monate)? Im Fall Kohl fielen Spendernamen unter den Tisch. Offenbar hat Hoeneß nicht alle Kontoauszüge auf den Tisch gelegt. Sonst hätte es keine Hausdurchsuchung gegeben. Mir tut der Sohn und die Tochter leid. Durch Vaters Dummheit richtet sich der Fokus auch auf ihr Leben. Steuererklärungen sind wie Rechenschaftsberichte. Mehrheit im Bundestag/-rat? Steuerhinterzieher müssen das Doppelte abführen, was sie laut den Steuervorschriften zu bezahlen hätten (AO-Strafe).

7) Hannes66, Montag, 22. April 2013, 20:58 Uhr

@39 StefanP

Ich habe Herrn Hoeness in keiner Weise herabgesetzt, sondern lediglich wiederholt, was er selbst gesagt hat:: Er wollte die Sache mit seinen hinterzogenen Steuern regeln nachdem das Steuerabkommen mit der Schweiz Gesetzeskraft erlangt habe.

Also ist doch richtig, dass er keine Selbstanzeige gemacht hätte, wenn das Gesetz in Kraft getreten wäre. Mehr habe ich nicht behauptet. Offenbar ist ihm, nachdem das Gesetz gescheitert ist, der Boden zu heiß geworden und er hat seine Straftat durch eine Selbstanzeige zugegeben, ob vor oder nachdem die Staatsanwaltschaft bereits ermittelte, wird sich zeigen, man kann für ihn nur hoffen, dass er das rechtzeitig getan hat, sonst geht für ihn an einigen Jahren hinter Gittern kein Weg vorbei.

8) Journalist, Montag, 22. April 2013, 21:33 Uhr

@ 16) Bernhard Paul, Sonntag, 21. April 2013, 19:39 Uhr

“ Nein, das ist keineswegs anmaßend von Spreng. Anmaßend ist allenfalls, wie Sie die helle und die jetzt bekanntgewordene dunkle Seite des Uli Hoeneß zu verrechnen suchen und Spreng eine Tendenz unterstellen, die aus seinem Kommentar nicht herauszulesen ist.“

M. Spreng zeigt keine „Tendenz“. Er urteilt. Dass er das ohne weitere Faktenkenntnis tut, ist anmaßend. Dass er den Fall Daum mit dem Fall Hoeness kombiniert (mit Verharmlosung von Daums Koks-Konsum), zeigt, dass es ihm nur um die Wirkung oder gar um die Beschädigung der Person Hoeness geht, nicht um die Sache. Das ist einfach unseriös.

„Die guten Seiten des Uli Hoeneß kennen wir alle, deshalb darf man jetzt zuerst einmal fassungslos sein …“

Vielen sind die „guten“ Seiten des Uli Hoeness nicht bekannt, bestenfalls seine Leistungen als Manager des FC Bayern München. Aber fassungslos und enttäuscht war ich auch.

9) Journalist, Montag, 22. April 2013, 21:43 Uhr

@ 52) Peter Christian Nowak, Montag, 22. April 2013, 17:50 Uhr

„Noch so paar Journalisten wie Sie, Herr Journalist, und die Zunft ist total versaut! Kein Wunder, dass der Journalismus mitunter so in Verruf gekommen ist!“

Ich betätige mich weder im politischen noch im sportlichen Journalismus. Sie können auch nicht sagen, ob und welche Artikel Sie von mir gelesen haben. Dennoch beurteilen Sie mich als Journalisten. Das ist das gleiche Niveau wie im Beitrag des Blogbetreibers.

Es ist nicht meine Art von Arbeit, die den Journalismus in Verruf bringt. M. SPrengs Beitrag versucht nicht, einen Sachverhalt aufzuklären, sondern ohne Kenntnisse der Faktenlage eine populäre Meinung zu erzeugen. Er weiß selbst am besten, wie das einzuordnen ist.

10) wschira, Montag, 22. April 2013, 21:58 Uhr

50) StefanP

Ach Gott, Herr Pietsch, was soll das Gebrabbel.

„Sie spekulieren und verkaufen das als Fakt. Diese Mutmaßung steht Ihnen nicht zu, da Sie gar nicht die Mittel besitzen, die Motivlage des Bayern-Präsidenten zu ergründen.“

Ich spekuliere nicht, Tatsache ist, dass Hoeness sich selbst angezeigt hat. Da ich ihn nicht für bescheuert halte, ist an der Tatsache der Steuerhinterziehung nichts herumzuinterpretieren.

„Auch falsch. Selbstanzeigen können steuerrechtlich Sinn ergeben, wenn man über einen Steuersachverhalt nach Erlass eines Steuerbescheids unsicher ist. Theoretisch möglich.“

Es ist kein Steuerbescheid ergangen, also kann er auch nicht über einen Steuersachverhalt unsicher sein, zumal er selbst die ganze Sache ins Rollen gebracht hat. Theoretisch ist vieles möglich, aber praktisch ist das dummes Zeug und reine Spekulation von Ihnen.

Folgerung: Si tacuisses (wieder einmal).

11) Erwin Gabriel, Montag, 22. April 2013, 22:45 Uhr

@ 28) Walher Gruschel, Montag, 22. April 2013, 07:11 Uhr

>> Ich bin erschrocken, wie viele Kommentare hier sich damit befassen
>> den Herrn Höneß oder auch andere Steuerhinterzieher rein zu waschen.
>> Sind das alles Leute der gleichen Sorte?

Ich glaube, es geht da nicht ums Reinwaschen oder Entschuldigen. Steuerhinterziehung ist ein Straftatbestand, also haben sich die entsprechenden staatlichen Stellen damit zu befassen. Sie werden untersuchen, prüfen, urteilen. Auch Uli Hoeness wird eine Strafe erhalten, die von Staats wegen seinem Vergehen zugeordnet ist, und das ist in Ordnung so. Aber ein paar Nebenbemerkungen sind doch angebracht.

Wenn jemand auf der einen Seite sein Geld ehrlich verdient und versteuert hat, und hat nachweislich in vielen Fällen gemeinschaftsdienlich gehandelt, ist er genauso einzustufen wie jemand, der abzockt und Schwarzgeld hortet?

Wenn beide ihr Geld auf eine Schweizer Bank tragen, die eine Summe ehrlich verdient und versteuert, die andere Summe Schwarzgeld, und beide versteuern die Zinsen nicht, sind beide gleich hart zu bestrafen?

Der eine versucht, sein Geld zu verstecken und schickt es quer durch die Welt. Der andere hofft auf eine von der Exekutive versprochenen Lösung und zeigt sich, als die ausbleibt, selbst an. Sind beide gleich hart zu bestrafen?

Hier urteilen viele, dass beide Personen an dieser Stelle gleich schuldig sind. Jemand hat die Gemeinschaft geschädigt, und muss demzufolge bestraft werden. Aber wenn das Prinzip ausschlaggebend ist, gehört auch jeder Schwarzarbeiter oder jeder, der seine bezahlte Parkzeit überzieht, jeder, der die Sozialsysteme über seinen Bedarf hinaus ausnutzt, genauso bestraft – und mit gleicher Wucht öffentlich als Gesellschaftsschädling geoutet. Denn auch so jemand schädigt die Gesellschaft, vielleicht in der Summe nicht so groß, aber dafür öfter. Genauso gehören die Staatsdiener verfolgt, verurteilt, und an den öffentlichen Pranger gestellt, die Steuergelder verschwenden – das sind alles Sozialschädlinge.

Es geht nicht darum, die Taten Uli Hoeness‘ reinzuwaschen. Er wird seine Strafe bekommen. Aber ein Urteil steht den Gerichten zu, die nach Vorlage aller Fakten urteilen. Nicht sensationsgeile Journalisten oder verblendeten „Die da oben“-Hassern, die ohne jeden Anstand oder Selbstreflektion, aber mit einer Mischung aus Sozialneid und Selbstmitleid immer dann zum Halali blasen, wenn mal wieder es gegen einen Promi oder Reichen geht. Dieses an den Pranger stellen finde ich empörend und widerlich.

12) Erwin Gabriel, Montag, 22. April 2013, 22:57 Uhr

@ 45) m.spreng, Montag, 22. April 2013, 13:33 Uhr

>> Falls Sie mich damit meinen: Woher wissen Sie das eigentlich?

Auch falls er Sie meint, hat Herr Reichelt keine Behauptung aufgestellt und keine Fakten, kein Wissen präsentiert, sondern lediglich einen „These“ (also eine Annahme).

Ansonsten bin ich auch der Meiniung, dass die aktuell vorliegende Informationslage gegen Uli Hoeness eine derartige Verunglimpfung nicht rechtfertigt. Ich halte das für grob fahrlässig.

Im Fall des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff streitet man um eine Summe von (wenn ich das im Radio richtig aufgeschnappt habe) etwa 700 bis 800 Euro, die ein Filmproduzent für Wulff übernommen haben soll. Alles andere Schall und Rauch bzw. Beschuldigungen, die sich nach monatelangen Ermittlungen Dutzender Ermittler nicht aufrecht erhalten ließen. Aber Ruf, Ehe, Karriere, Leben von Christian Wullff sind unwiederbringlich zerstört.

Aber alle an der Hatz beteiligten Journalisten (Sie, vermute ich, auch) werden sich einreden, dass sie eine wichtige Aufgabe wahrnehmen. Wo bleibt da die Verantwortung?

13) Frank Reichelt, Dienstag, 23. April 2013, 00:30 Uhr

@ m.spreng

Natürlich weiss ich es nicht, denn:

These = behauptend aufgestellter Satz, der als Ausgangspunkt für die weitere Argumentation dient.
(Duden)

14) Rainer N., Dienstag, 23. April 2013, 06:02 Uhr

Mein Verdacht: Hoeness nimmt die Schuld auf sich, um seinen Verein zu decken.

Wie war das im Januar? Es wurde veröffentlicht, in der Schweiz gäbe es ein Konto mit über einer halben Milliarde seit 2000 bis 2009 das in Verbindung mit dem Fußball stehe.

Am Sonntag dem 13.1. soll die Selbstanzeige erstellt worden sein, der Stern berichtete in seiner Ausgabe vom 16.1. darüber.

Eines dürfte klar sein, der Artikel wurde VORHER erstellt. Und sicher wurde auch bei Bayern München nachgefragt, ob … und das war doch wohl der Weckruf für die Selbstanzeige!

Was wäre geschehen, wenn nach dem Artikel bei allen Vereinen eine „Buchprüfung“ erfolgt wäre, um den Steuersünder zu enttarnen, wenn dann Bayern München …

Denn wenn Hoeness 2000 ein Darlehen von 10 – 15 Millionen erhalten hat, wie sollen daraus in 8 Jahren 650 Millionen geworden sein – durch „Spekulation“ oder „Zinsgewinnen“?

Ein 65- bis 43faches der ursprünglichen Summe! Solche „Renditen“ erzielt man doch nicht legal.

Vielleicht wird deshalb genau gesucht. Ist das Geld wirklich Vermögen von Hoeness?

Ich vermute, das Geld gehörte dem Verein. Und Hoeness mit seinem „Guten Image“ nimmt das auf seine Kappe. Was kann dem schon geschehen. Dafür wird man ihn dann auch noch bewundern, wenn es sich als Realität herausstellt. Er hat alles für seinen Verein geopfert … bis zuletzt.

*

15) HERDIR, Dienstag, 23. April 2013, 08:11 Uhr

Ich bin froh, dass das Steuerabkommen mit der Schweiz nicht zustande gekommen ist. Ich bin enttäuscht von Herrn Hoeneß, da ich ihn obwohl ich eher ein reservierter Bayernfreund bin (und kein Fußballfan) als Mensch und Unternehmer respektierte.

Leider hat er das Vertrauen verspielt. Es ist mir unbegreiflich, wie jemand sein Geld vor dem Staat versteckt und ohne augenscheinliche Reue anderen Leuten in die Augen sehen kann. Ich werde das (wahrscheinlich) nie begreifen.

Ich bin für eine Steuerstrafverfolgungsbehörde die solche Fälle identifiziert, aufklärt und die Schuldigen vor Gericht bringt. Kein Staat kann sich solche Reichen leisten, die Steuerflucht begehen.

Herrn Hoeneß wünsche ich mir, dass er deutlich weniger Häme aushalten muss, als ich gerade für ihn empfinde. Durch das Tal der Tränen muss er durch. Ich hoffe, dass er die richtigen (entschuldigenden) Worte für das deutsche Volk, die Bayern, seine Anhönger usw. finden wird.

16) Erika, Dienstag, 23. April 2013, 09:54 Uhr

63) Rainer N., Dienstag, 23. April 2013, 06:02 Uhr

<<"Ich vermute, das Geld gehörte dem Verein. Und Hoeness mit seinem “Guten Image” nimmt das auf seine Kappe. Was kann dem schon geschehen. Dafür wird man ihn dann auch noch bewundern, wenn es sich als Realität herausstellt. Er hat alles für seinen Verein geopfert … bis zuletzt."<<

Da stellt sich dann aber auch die Frage: Wer hatte denn im Verein die Verantwortung?

@60) Erwin Gabriel, Montag, 22. April 2013, 22:45 Uhr

<<" Aber wenn das Prinzip ausschlaggebend ist, gehört auch jeder Schwarzarbeiter oder jeder, der seine bezahlte Parkzeit überzieht, jeder, der die Sozialsysteme über seinen Bedarf hinaus ausnutzt, genauso bestraft – und mit gleicher Wucht öffentlich als Gesellschaftsschädling geoutet. "<<

Wenn der Scharzarbeiter, der Parker oder der Sozialbetrüger erwischt werden, werden sie doch bestraft. Sie zahlen dann ein Bußgeld oder erhalten eine Sanktion gemäß einer Verordnuung oder einem Gesetz. Bei Steuerhinterziehung von mehreren Millionen ist die Strafe laut Gesetz eben Gefängnis. insofern ist es doch das gleiche Prinzip im Rahmen der Verhältnismäßigkeit.

<>

Sie werden ja nicht gleich behandelt. Ist die Selbstanzeige bedingungsgemäß erfolgt, geht der „reuige“ Steuerhinterzieher ziemlich unbeschadet aus der Sache. (Ob dies gerecht ist, ist nochmal eine andere Frage). Jetzt ermittelt aber die Staatsanwaltschaft und wenn man Herrn Kubicki bei Jauch folgt, ist dies in einem solchen Fall eher ungewöhnlich.

Mir gefällt es nicht, wenn die“ Exekutive“ “ Lösungen“ für Steuerhinterzieher „verspricht“. Die Probleme in vielen Ländern (z.b. Griechenland) gäbe es so nicht, wenn die Steuerhinterzieher ihre Steuern bezahlen würden.

17) Erika, Dienstag, 23. April 2013, 09:58 Uhr

zu 65) Erika

Das Zitat ist irgendwie verloren gegangen:

<<"Der eine versucht, sein Geld zu verstecken und schickt es quer durch die Welt. Der andere hofft auf eine von der Exekutive versprochenen Lösung und zeigt sich, als die ausbleibt, selbst an. Sind beide gleich hart zu bestrafen?"<<

18) Matze, Dienstag, 23. April 2013, 10:16 Uhr

Es werden hier eigentlich mehrere strafrechtlich relevante Sachverhalte vermischt bzw. nicht aufgedröselt…

1. Wurde nicht versteuertes Geld in die Schweiz beiseitegebracht ?
2a. Wie ist die Motivation dazu / Welche Quelle -> im Sinne von Bestechungsgeld oder Vorteilsnahme eines günstigen privaten Kredites o.ä.
2b. Wenn es eine externe Geldquelle gab, wie geht diese mit dem Kapitalabfluss um ? Gibt es hier eine sStrafrechtliche oder steuerrechtliche Relevanz ? (-> Addidas/Bayern München Deal)
3. wurden hierbei im Laufe der Zeit entstandendenen Zinseinkünfte dieses Kapitals der steuerlichen Behandlung vorenthalten ?

Wer weiss denn, aufgrund welchen Sachverhalts die Hausdurchsuchungen stattfanden ?
– Punkt 2a oder 2b
– Offenlegung nicht vollständig (Punkt 1 und 3)

19) W. Zimmer, Dienstag, 23. April 2013, 10:54 Uhr

Verdrängung oder eiskalte Doppelmoral?
fragt die Überschrift. Meine Antwort: Gier.

20) frau u., Dienstag, 23. April 2013, 11:00 Uhr

FOCUS und BILD jetzt mit der „kontrollierten“ Offensive, um der Affäre um Steuerhinterzieher Hoeneß schnell einen anderen Spin zu geben. Der arme „kranke“ Uli, jetzt Götze Transfer.
BILD Draxler muss halt die Amigos seiner CDU Staatssekretärin schützen. Sonst wird er auch nicht mehr eingeladen, wenn die Großen sich in ihren geheimen Lounges treffen und kann anschließend „exclusiv“ in einem vermeintlichen BILD“Artikel“ berichten, was eigentlich eine Pressemitteilung ist.

Die Sportpresse entblödet sich nicht, die Drohung! des Abbruchs der Bayern PK hinzunehmen, anstatt dies zum Anlass zu nehmen, einfach mal nicht zu berichten! Meine Güte, mit Journalismus hat es in vielen Branchen (Sport, Auto, Mode) sowieso schon lange nichts mehr zu tun. Kein Wunder, dass die meisten „denkenden“ Menschen sich abwenden.

Auch wenn der bayrische Dreiklang „absurd-Fehler-unbewußt“ auf Hochtouren läuft „sind wir nicht alle ein bisschen Hoeneß“, wird er als Präsident und AR zurücktreten. Und zwar dank der Internet“bürger“, Meinungen der sonst schweigenden „Mehrheit“, bei denen der Wertekanon noch funktioniert und gelebt wird.

21) Journalist, Dienstag, 23. April 2013, 11:02 Uhr

@ 24) Olaf, Sonntag, 21. April 2013, 22:36 Uhr

„ Frage: Ihre Maxime ist, Altruisten sind vom Gemeinwesen ausgenommen? Nett provoziert! Dann darf der liebe Pfarrer und Heimleiter ja auch die Kinder gernhaben…“

Nein, das ist meine Maxime nicht, habe ich auch nicht geschrieben. Und ja, Pfarrer und Heimleiter dürfen die Kinder auch gern- und liebhaben – mißbrauchen dürfen sie die Kinder nicht.

„BEENDET DIE HEXENJAGD AUF STEUERFAHNDER!“
Ja: Beendet die Hexenjagd. Eine einfache Jagd mit rechtsstaatlichen Mitteln reicht.
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@ 27) Hannes66, Montag, 22. April 2013, 01:29 Uhr

„Sie scheinen wirklich zu glauben, dass Herr Hoeness die Selbstanzeige aus eigener Einsicht in sein Fehlverhalten gemacht hat. Obwohl dieser Herr die Begründung für diese Selbstanzeige ja gleich mitgeliefert hat.“

Das ist genau der Punkt: Was Sie oder ich glauben, spielt keine Rolle. Eine Verurteilung sollte nach Faktenlage erfolgen, nicht nach dem Glauben von Nichtwissern
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@ 35) riskro, Montag, 22. April 2013, 10:44 Uhr

„Eine Straftat und das liegt hier eindeutig vor, damit zu entschuldigen, dass er doch auf anderen Gebieten Großes geleistet hat, ist schon eine sehr abenteuerliche Rechtsauffassung.“

Ich entschuldige garnichts. Ich bin auch für eine gerechte Bestrafung, über die allerdings Gerichte zu entscheiden haben.

Ich finde es aber sehr schlimm, dass der nach Selbstanzeige unbestreitbare Fakt der Steuerhinterziehung von M. Spreng mit Themen aufgebauscht wird, die nichts mit Hoeness‘ Steuerhinterziehung zu tun haben – bis hin zur Verharmlosung von schweren Drogendelikten. Die Überschrift „Verdrängung oder eiskalte Doppelmoral?“ zwingt den Leser in eine der beiden Möglichkeiten, eine wie auch immer geartete dritte Möglichkeit scheidet aus. Selbst wenn M.Spreng keine dritte Variante einfiel, ist das doch hoch manipulativ.

M.Spreng beherrscht das journalistische Handwerk aus dem FF. Er weiß leider ganz genau, was er da tut und wie er die gewünschte Wirkung erzielen kann.

22) Olaf, Dienstag, 23. April 2013, 11:36 Uhr

#60: volle Zustimmung für Ihren letzten Absatz!

23) Erwin Gabriel, Dienstag, 23. April 2013, 14:04 Uhr

@ 65) Erika, Dienstag, 23. April 2013, 09:54 Uhr

>> Wenn der Scharzarbeiter, der Parker oder der Sozialbetrüger
>> erwischt werden, werden sie doch bestraft. Sie zahlen dann
>> ein Bußgeld oder erhalten eine Sanktion gemäß einer Verordnung
>> oder einem Gesetz. Bei Steuerhinterziehung von mehreren
>> Millionen ist die Strafe laut Gesetz eben Gefängnis. Insofern ist es
>> doch das gleiche Prinzip im Rahmen der Verhältnismäßigkeit.

Die Bestrafung, durch Ämter oder Gerichte ausgesprochen, liegt wohl im Rahmen der Verhältnismäßigkeit. So ist es gut, so soll es bleiben. Aber ein Schwarzarbeiter wird nicht derart stigmatisiert, wie es gerade bei Hoeness oder zuvor schon bei Zumwinkel geschah. Diese scheinheilige Berichterstattung mit dem einzigen Ziel, eine Person zu vernichten, das „Wild“ zu „erlegen“, ist zutiefst unanständig.

24) wschira, Dienstag, 23. April 2013, 18:07 Uhr

@72) Erwin Gabriel

Herr Gabriel, wir sind zwar oft nicht einer Meinung, aber im Allgemeinen kann ich mit Ihnen vernünftig argumentieren. Aber in diesem Fall, wo Sie so grosse Krokodilstränen über den armen stigmatisierten Herrn Hoeness vergiessen: Haben Sie schon einmal verfolgt, wenn die Bildzeitung eine widerliche Kampagne nach der anderen fährt gegen H IV- Bezieher oder die Schmutzschleudern von RTL ins gleiche Horn pusten? Diese Leute (die sich auch noch nach einem Puff-Kaffeefahrtenorganisator benennen lassen müssen) haben, selbst wenn manche den Staat bescheissen, bei weitem nicht so einen grossen Schaden verursacht und haben weit weniger Möglichkeiten sich zu wehren als Herr Hoeness. Wo war da Ihr Aufschrei gegen scheinheilige Berichterstattung?

25) Peter Christian Nowak, Dienstag, 23. April 2013, 18:38 Uhr

@58) Journalist,

Na, dann bin ich aber für die Zunft des Journalismus froh, dass sie den „Journalisten“ lediglich als Metapher sozusagen für „Nichtssagend“ am Revers tragen.

Ich stimme Ihnen zu, wenn der Beitrag nicht einen juristischen Sachverhalt aufklärt, sondern einen gesellschaftspolitischen, hier der Umgang mit Steuerpflichten. Eine juristische Aufklärung ist pflichtgemäß anderen überlassen.Dafür sind Wirtschaftsprüfer und Steueranwälte zuständig, und gegebenenfalls im Anschluss Richter und Staatsanwalt. Wenn Sie aber den Artikel als Kritik an einer angeblich vorbildlich handelnden Elite verstehen wollen, die der Mehrheitsgesellschaft als Beispiel vorgehalten wird, dann haben sie auch meine Zustimmung. Diese Kritik hat Herr Spreng wohl an der (öffentlichen) Person Höneß festmachen wollen. Genauso gut hätte er es mit anderen Prominenten tun können.
Man korrigiere mich, falls ich falsch liege…

26) Erwin Gabriel, Dienstag, 23. April 2013, 20:04 Uhr

@ 73) wschira, Dienstag, 23. April 2013, 18:07 Uhr

Ich weine keine Krokodilstränen, ich fordere nur einen fairen Umgang. Siehe Olivers Beitrag No. 20, dem ich nur zustimmen kann. Mir geht es nicht darum, Herrn Hoeness reinzuwaschen. Er hat eine Strafe verdient, die Gerichte auch gegen ihn verhängen werden. Aber damit ist eigentlich gut.

Mir sind die Methoden der BILD zutiefst zuwider. Aber die spielen hier im Blog nur sehr selten eine Rolle, jedenfalls durch Herrn Spreng. Wenn Sie der Meinung sind, dass die BILD gegen Hart-IV-Bezieher Hetzkampagnen fährt, und wenn Sie das verurteilen, warum ziehen Sie dann hier mit? Wenn Sie hier mittun, warum regen Sie sich dann über die BILD-Kampagnen auf? Das passt für mich nicht zusammen.

Entweder ist akzeptabel, dass jeder gegen jeden nach eigenem Gusto wüst vom Leder zieht, beleidigt, in den Dreck zieht, oder man verurteilt die Methode als solche. Ich verurteile die Methode als solche, egal von wem, egal gegen wen.

27) Journalist, Dienstag, 23. April 2013, 20:15 Uhr

74) Peter Christian Nowak, Dienstag, 23. April 2013, 18:38 Uhr

>> Na, dann bin ich aber für die Zunft des Journalismus froh,
>> dass sie den “Journalisten” lediglich als Metapher sozusagen für
>> “Nichtssagend” am Revers tragen.

Einmal mehr abfällig geäußert, ohne Wissen und Argumente?

Es tut mir für Sie leid, dass Sie sich immer wieder zu derartigen Kommentaren genötigt sehen.

28) Moon, Mittwoch, 24. April 2013, 09:35 Uhr

@Erwin Gabriel

Nicht sensationsgeile Journalisten oder verblendeten „Die da oben“-Hassern, die ohne jeden Anstand oder Selbstreflektion, aber mit einer Mischung aus Sozialneid und Selbstmitleid immer dann zum Halali blasen, wenn mal wieder es gegen einen Promi oder Reichen geht.

Schön zu sehen, dass Sie weiterhin niemandem irgendwas unterstellen.

Aber Ruf, Ehe, Karriere, Leben von Christian Wullff sind unwiederbringlich zerstört.

Was natürlich rein gar nichts mit seinem Verhalten (davor und danach!) zu tun hat.

29) wschira, Mittwoch, 24. April 2013, 14:53 Uhr

75) Erwin Gabriel

Herr Gabriel, ich glaube, Sie haben nicht ganz verstanden, was ich ausdrücken wollte. Ich ziehe nicht über die Bildzeitung her (jedenfalls nicht in erster Linie und obwohl man das mit jeder Äusserung machen müsste), und mit Herrn Spreng hatte mein Kommentar schon gar nichts zu tun. Ich wollte damit nur ausdrücken, dass Sie hier so beredt Klage führen über die „Kampagne“ gegen Herrn Hoeness (nebenbei gefragt, warum ziehen Sie dann hier mit? :-)), ich aber noch nie etwas von Ihnen gehört habe, wenn Kampagnen von irgendwelchen Dreckschleudermedien gegen irgendwelche Gruppen geführt werden (nebenbei gesagt, das passt für mich nicht zusammen :-)).

30) anonym, Mittwoch, 24. April 2013, 16:50 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

eine kurze Anmerkung: Mit der Kokserei hat sich Herr Daum nicht im Wesentlichen selbst geschadet. Er wird einen Preis bezahlt haben für seine Ware. Wenn man den Weg der Ware und des Kaufpreises zurückverfolgen würde, stieße man auf Dinge…

Der zweite Teil des Satzes, dass U.H. im Wesentlichen anderen geschadet hat… Der Staat funktioniert auch ohne die Millionen des Herrn H. und wird sein rechtswidriges Verhalten ahnden. Er selbst hat sich mit seinem Handeln der öffentlichen Vernichtung preis gegeben. Jetzt können alle die im Glashaus sitzen Steine werfen.

MfG

31) Melanie Kunzel, Mittwoch, 24. April 2013, 17:09 Uhr

Jedem Bundesbürger entsteht pro Jahr ein Schaden von rund 1.250 Euro, weil ein kleiner Teil der Bevölkerung massiv Steuern hinterzieht. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung der Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) hervor, die auf Zahlen der OECD basiert. Danach kostet Steuerflucht die Bürger jedes Jahr mehr als 100 Milliarden Euro. Deutliche Steuersenkungen für die Mittelschicht wären längst möglich, wenn es nicht ein solches Ausmaß an Steuerhinterziehung gebe. Die IESM spricht sich für wirksame Steuerreformen, mehr Steuerfahnder und eine zentrale Steuerverwaltung aus.

Kein anderes Land biete so viele Möglichkeiten einer Steuerflucht wie Deutschland. Steuerfahnder schätzen, dass rund 485 Milliarden Euro von deutschen Anlegern schwarz auf Bankkonten im Ausland liegen. Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt, sondern Betrug an der Allgemeinheit. Für die Bürger wären nicht nur Steuersenkungen längst möglich, wenn alle Steuerbetrüger ehrlich zahlten. Durch die milliardenschweren Verluste fehle dem Staat außerdem Geld für notwendige Investitionen, wie zum Beispiel dem Bau von Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und Straßen. Das geltende Recht lädt geradezu zur Steuerflucht ein und muss deshalb dringend verbessert werden.

Steuerfahndung und Steuerprüfung seien seit Jahren überlastet. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Steuerbetrüger entdeckt wird, liege heute bei unter zehn Prozent. Die IESM fordert deshalb deutlich mehr Personal und eine zentrale Steuerverwaltung. Bundesweit würden rund 6.000 Steuerfahnder, Betriebsprüfer und Mitarbeiter im Innendienst benötigt. Eine Investition, die sich für die Allgemeinheit lohnt: Jeder Prüfer sorgt bereits bisher im Schnitt für Steuernachzahlungen in Höhe von 1,5 Millionen Euro.

Die IESM spricht sich auch künftig für den Ankauf von CDs mit den Daten mutmaßlicher Steuerbetrüger aus. Dieses Vorgehen ist in Deutschland rechtlich möglich und lohnenswert, wie das Beispiel Nordrhein-Westfalen zeigt. Das Bundesland hat bisher für den Kauf von Steuer-CDs einen einstelligen Millionenbetrag ausgegeben und dadurch im Gegenzug mehr als 300 Millionen Euro an entzogenen Steuern für die Bürger eingenommen.

Wie ernst das Problem Steuerflucht ist, zeigt folgender Vergleich: Der Schaden, der jährlich durch Sozialbetrug bei Hartz IV entsteht, liegt bei rund 72 Millionen Euro. Die jährliche Steuerhinterziehung gibt die OECD dagegen mit über 100 Milliarden an. Anders ausgedrückt kommen in Deutschland auf 1 Euro Sozialbetrug fast 1.400 Euro an hinterzogenen Steuergeldern. Vor diesem Hintergrund Hartz-IV-Empfänger als Sozialschmarotzer zu bezeichnen, sei geradezu absurd.

32) Erwin Gabriel, Mittwoch, 24. April 2013, 17:57 Uhr

@ 77) Moon, Mittwoch, 24. April 2013, 09:35 Uhr

Zum einen glaube ich, dass es schon einen Unterschied macht, ob der eine gegen den anderen hetzt, oder ob ein Dritter auf die Hetze hinweist. Letzteres ist auch keine Unterstellung. Zum anderen: Ein Christian Wulff hat weder Ihr noch mein leben noch das Dritter durch Kampagnen zerstört. Das, was mit ihm passiert ist, mag mit seinem Verhalten zu tun haben. Aber das genau ist der Punkt: Hat er gefehlt, kommen Gerichte und bestrafen ihn. Damit sollte es gut sein. Aber das geltendes Recht ausgeübt wird, reicht offenkundig vielen Mitmenschen nicht.
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@ 78) wschira, Mittwoch, 24. April 2013, 14:53 Uhr

Hab und hatte schon verstanden. Nun, keiner von uns kann permanent gegen jede Schweinerei auf der Welt seine Stimme erheben. Ich äußere mich hier im Blog zu Beiträgen, die hier im Blog geschrieben werden, nicht zu anderen Sachen, die ich „doof“ finde. Sie haben ja schon den einen oder anderen Beitrag von mir gelesen und wissen also auch, dass ich mich auch bei anderen Themen in gleicher Tonalität äußere. Es ist mir einfach ein Anliegen.

33) Thomas, Donnerstag, 25. April 2013, 23:55 Uhr

IHnen ist noch ein weiterer Fehler unterlaufen: Hoeneß hat nie Daum fertig machen wollen. Die Sache kam durch ein falsches Zitat eines Münchener Journalisten ins Rollen, in dem Hoeneß zitiert wurde, Daum nähme Kokain. Die anderen Dinge bezogen sich nicht auf Daums Kokainkonsum, sondern auf die generelle Haltung der Gesellschaft, einen Drogensüchtigen als Bundestrainer zu akzeptieren.

34) riskro, Freitag, 26. April 2013, 16:53 Uhr

Die angebliche soziale Seite des Herrn H. erschließt sich mir nicht. Er hat Millionenprofit aus Steuerhinterziehung gezogen, davon 1 Million zu spenden um sein schlechtes Gewissen zu mildern, ist ein weiterer Betrug an der Gesellschaft, die ihn deshalb noch als sozialen Gönner feiert.

Auch seine angeblichen großen Verdienste für den Fußball sind ein zweischneidiges Schwert.
Er hat maßgeblichen Anteil an der Einführung eines brutalen rüchsichtslosen Fußballkapitalismus in Deutschland. Dies hat zu einer Zweiklassengesellschaft im Ligafußball, zum Nachteil der übrigen Fußballclubs, geführt.

Wer kann mir seine Verdienste nennen?

35) Peter Christian Nowak, Freitag, 26. April 2013, 18:50 Uhr

@80) Melanie Kunzel,

Das Steuer-Abkommen mit der Schweiz nach US-amerikanischem Modell mit der Kurzformel FACTA.

Und so funktioniert es:

Die Schweizer Banken haben sich entschlossen sich am – von den US-Behörden weltweit vorangetriebenen FACTA-Abkommen – zu beteiligen.

Die Amerikaner haben der Schweiz ein Angebot gemacht, was sie nicht ausschlagen konnten.

Und das heißt für die Schweiz: Eventuelle juristische Hindernisse werden beseitigt. Die Banken werden ihren amerikanischen KundInnen mit US-Bezug eine Erklärung zusenden, die die Banken autorisiert, ihre persönlichen Daten an den US-Fiskus übermitteln zu dürfen. Das Bankgeheimnuis gilt fortan nicht mehr für amerikanische Kunden.

Wer sich dieser höflichen Bitte widersetzt, gilt als “störrisch”. Das ist so wie bei Hartz IV-Empfängern, die ihrer gesetzlichen Mitwirkungspflicht nicht nachkommen: sie werden sanktioniert!

Die Schweiz erlaubt außerdem den US-Behörden, an die Schweizer Behörden eine Gruppenanfrage nach den Ungehorsamen zu stellen.

Hier ist meiner Meinung nach die Lücke im System: Was machen die USA, wenn die Banken die Daten der Ungehorsamen nicht oder nur unvollständig übermittelt? Aber OK.– haben die sich sicherlich auch vorher schon überlegt.

Die Daten der Widerspenstigen werden dann in die USA übermittelt. Das Vorgehen gilt nicht nur für Kontoinhaber in der Schweiz, sondern auch für Tochterfirmen in Drittstaaten. Also ist nicht nur etwa die UBS Schweiz erfasst, sondern auch UBS Singapur, HongKong, usw.

Das erfreuliche Fazit: Die Transparenz für US-SteuerbürgerInnen ist durch Schweizer Banken hergestellt. Die Anonymität wird beendet.

Ende der Durchsage.

Und Schäuble vollführte mal wieder einen Tanz auf in Sachen Steuerflucht und ihre Bekämpfung, dass Herr Steinbrück sich schon genötigt sah, die Kavallerie in die Kantone zu schicken. Nun blasen es die Alphörner von der Ruetli-Alm…weiter Steuer-CDs ankaufen!

36) Holger Lippner, Dienstag, 18. März 2014, 18:35 Uhr

So, nach all den Diskussionen, hat man gesehen, wie unser Rechtsstaat funktioniert. Im Fall Uli Hoeneß ist meines Erachtens alles richtig gemacht worden. Nur schade für mich, dass ich ihn vorher bewundert habe. Es bewahrheitet sich somit immer wieder. Nicht nur vor den Kopf schauen.
Übrigens hat sich Herr Daum im Augenblick super verhalten. Keine Häme oder ähnliches. So muss es sein und unsere Gesellschaft wird wieder harmonischer

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