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Sonntag, 21. April 2013, 14:14 Uhr

Verdrängung oder eiskalte Doppelmoral?

Es ist immer wieder erstaunlich, zu welchen Verdrängungsleistungen die menschliche Psyche in der Lage ist. Denn anders ist auch der Fall Uli Hoeneß kaum zu erklären. Einerseits der mitfühlende Bürger, der gesellschaftliche Kritiker, auf der anderen Seite der eiskalte Steuerhinterzieher, also der sozialschädliche Bürger.

Das kann so lange nur deshalb funktioniert haben, weil Hoeneß seine Steuerhinterziehung offenbar verdrängte, sie in den Tiefen seines Gedächtnisses verschloss. Oder ist er doch ein Vertreter der klassischen Doppelmoral?

Auf jeden Fall rächt es sich jetzt, dass er sich öffentlich über eine Reichensteuer beschwerte und noch 2005 erklärte, alle Steuern zu bezahlen. Jedes Wort holt ihn jetzt wieder ein. Was ging in ihm vor, als er sich so exponierte? Wieso hat ihn nicht die Angst übermannt?

Auf jeden Fall kann jetzt Christoph Daum seine späte Genugtuung genießen, den Hoeneß einst wegen seiner Kokainsucht geißelte und fast vernichtete. Denn was ist schädlicher für die Gesellschaft: Kokainschnupfen oder Steuerhinterziehung? Daum hatte in erster Linie sich selbst geschädigt, Hoeneß betrog alle.

Für Uli Hoeneß kommt jetzt der bittere Absturz. Wenn die angeblich hinterzogenen Summen nur annähernd stimmen, dann muss er mit Gefängnis rechnen. Denn ab einer Million hinterzogener Steuern lässt der Bundesgerichtshof keine Bewährungsstrafe mehr zu. Da hilft auch nicht die Strafmilderung durch die Selbstanzeige. Bayern München braucht jetzt auf jeden Fall sehr schnell einen neuen Präsidenten.

Und der Fall zeigt auch, wie falsch das von der schwarz-gelben Regierung geplante Steuerabkommen mit der Schweiz war. Hätte es die SPD nicht verhindert, wäre Hoeneß nie aufgeflogen, hätte anonym seine Strafsteuern bezahlt und wäre eine geachteter Bürger geblieben. Und es gibt noch viele Hoeneße.

Nachtrag: Mir ist bei diesem Kommentar ein Fehler unterlaufen. Dafür entschuldige ich mich. Eine korrekte Selbstanzeige führt auch bei hohen Hinterziehungssummen nicht zu strafrechtlichen Ermittlungen, also droht in diesem Fall auch kein Gefängnis. Voraussetzung für die Hausdurchsuchung bei Hoeneß muss aber ein  Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft gewesen sein. Der Fall hat also die Sphäre der nicht strafbewehrten Selbstanzeige verlassen. Deshalb droht Hoeneß jetzt möglicherweise auch Gefängnis.

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85 Kommentare

1) egal, Sonntag, 21. April 2013, 14:35 Uhr

Die Selbstanzeige ist strafbefreiend, wenn man alles offen legt. Insoweit wird gerade die Selbstanzeige erfolgt sein, um diese Strafgefahr auszuräumen. Mit den ganzen Steuer-CDs & Co. kann sich zum Glück keiner mehr so sicher sein, dass Schwarzgeld in Europa unentdeckt bleibt.

Die Ansicht zum Steuerabkommen kann ich nur bestätigen. Gerade der Fall Hoeneß zeigt doch, dass Anonymität und dazu dann noch das öffentlichen Gerieren eines moralisch gefestigten Menschen die generelle gesellschaftliche Moral nur weiter geschädigt hätte.

Insoweit sollte hier der Ermittlungsdruck erhöht werden, der Geldtransfer innerhalb Europas besser kontrolliert werden und auch die Vermögenssteuer wieder eingeführt werden, damit der Staat mehr Steuerdaten am Ende hat.

2) Bert Grönheim, Sonntag, 21. April 2013, 15:01 Uhr

Habe beim eiligen Surfen irgendwo Schlagzeile gesehen, demnach ein Deal in trockenen Tüchern sein soll, 6 Millionen oder so. Ansonsten habe ichs kaum wahrgenommen. Diese Art Fall kommt in einem Tempo auf den Tisch, das ich nicht mehr hinterherkomme.

3) W.Buck, Sonntag, 21. April 2013, 15:36 Uhr

In “diesen Kreisen” gilt es eben nicht als Verbrechen Steuern zu hinterziehen. Allenfalls als Kavaliersdelikt. Und viele sehen in Steuerhinterziehung gar eine Art “Notwehr”.

Und die Medien fördern ja noch dieses Sichtweise (siehe BILD). Ein ALG II Empfänger, der den Staat um hundert Euro prellt oder wird zum Schmarozer und Verbrecher der medial gejagt wird. Superreiche, die Millionen verschieben (ich erinnere mich an den Unternehmer Würth) die die Gesellschaft weit aus mehr schaden werden zu oft zu Opfern aufgebaut. Mal sehen wie die “Causa Hoeneß” in den nächsten Wochen medial aufgenommen wird.

4) Peter Christian Nowak, Sonntag, 21. April 2013, 15:40 Uhr

Wette, dass der Mann nicht in den Knast kommt!

Bayern ist Steuerparadies. Dafür hat Herr Fahrenschon seinerzeit als Finanzminister gesorgt:
Steuerfahndern wurden Knüppel in die Speichen geworfen, falls sie zu ambitioniert die Gegend um den Starnberger-See prüfen wollten.

“Steuerhinterziehung ist nur bei Vorsatz strafbar. Vorsatz ist gegeben, wenn der Steuerpflichtige von der Steuerhinterziehung wusste und eine solche auch begehen wollte (Wissens- und Wollenselement des Vorsatzes).”

Und: “In der steuerstrafrechtlichen Praxis bietet gerade das subjektive Tatbestandsmerkmal des Vorsatzes immer wieder gute und erfolgreiche Ansätze bei einer steuerstrafrechtlichen Verteidigung.”

Zitate aus einer Anwaltskanzlei für Steuerrecht

Klar, Herr Hoeneß hat natürlich keinen festen Vorsatz gehabt, jemals überhaupt Steuern zu hinterziehen!
Die Bayern-Fans können also ganz beruhigt sein!

5) Journalist, Sonntag, 21. April 2013, 16:00 Uhr

Lieber Herr Spreng,

Was für ein anmaßender Kommentar. Sie sollten es inzwischen besser wissen.

Uli Hoeness hat vielen Personen auf eigene Kosten geholfen, etwa dem damals alkoholkranken gerd Müller, dem er (zusammen mit Franz Beckenbauer) auf eigene Kosten in die Entziehung schickte. Hoenss’ Verdienste um den Deutschen Fußball sind unbestritten, die Hilfeleistungen an St. Pauli, an Hannover 96, an Borussia Dortmund oder 1860 München inklusive. Er ist außerdem persönlich sehr stark in Wohltätigkeiten jeder Art involviert.

Dann Christoph Daum: Es war zwar Uli Hoeness, der damals bei der anstehenden Berufung Daums zum Bundestrainer (der stets als wichtige Galionsfigur in die Anti-Drogen-Kampagne eingebunden ist) sehr dezent auf Daums Drogenprobleme hingewiesen hat. Aber das Aufplustern, die Hetze erfolgte damals durch die Medien – und zwar gegen Uli Hoeness. Wenn überhaupt, hat Daum sich in seinem damaligen Kokswahn selbst “fast vernichtet”. Daum hat sich übrigens bei Uli Hoenss später entschuldigt. Den fast schon öffentlichen Drogenkosum im Vergleich zur Steuerhinterziehung als Quasi-Bagatelle abzutun, ist dumm, schädlich und auch schäbig. Das hat nichts mehr mit Journalismus zu tun.

Nun mögen Sie vielleicht einwenden, dass all die positiven Leistungen als Mensch und Geschäftsmann eine Steuerhinterziehung nicht wettmacht. Aber ebenso macht die Steuerhinterziehung (die ja nur durch das eigene Geständnis bekannt wurde) die zahlreichen positiven, menschenfreundlichen Leistungen eines Uli Hoeness nicht wett. Dass und wie Sie das gegeneinander aufrechnen und versuchen, einen Menschen als verbrecher abzustempeln, ist schlichtweg unseriös. Das ist aus meiner Sicht der peinlichste Beitrag, den sie je geschrieben haben.

Ganz schlimm …

6) I. Wengel, Sonntag, 21. April 2013, 16:03 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

Sie haben völlig Recht mit der Anmerkung: »Es ist immer wieder erstaunlich, zu welchen Verdrängungsleistungen die menschliche Psyche in der Lage ist.«

Ihre diesbezügliche Empörung zur angeblichen Steuerhinterziehung durch Uli Hoeneß in allen Ehren, aber zum Thema ein paar echte Spengsätze statt im Grunde – wohl der Unkenntnis geschuldeter – unsubstantiierter Polemik (und bedenken Sie bitte während der Lektüre Ihre o.a. Anmerkung):

1. Uli Hoeneß hat gemäß Art. 20 Abs. 3 GG das gemäß Art. 79 Abs. 3 GG unabänderliche und gemäß Art. 1 Abs. 3 GG alle staatliche Gewalt bindende unmittelbar geltende Grundrecht auf die ausschließliche Anwendung von geltenden Gesetzen, in diesem Falle durch die Finanzverwaltung.

2. Als Gesetzesgrundlage für die Erhebung von Einkommensteuern (auch für Uli Hoeneß) bemüht die Finanzverwaltung das Einkommensteuergesetz.

3. Das Einkommensteuergesetz trat am 16.10.1934 in Kraft und wurde von Adolf Hitler persönlich erlassen und unterzeichnet auf der Grundlage des »Gesetzes zur Behebung der Not von Volk und Reich« (RGBl. I S. 141), dessen Artikel 1 bestimmte: »Reichsgesetze können außer in dem in der Reichsverfassung vorgesehenen Verfahren auch durch die Reichsregierung erlassen werden.«, und welches vom Reichspräsidenten von Hindenburg, dem Reichskanzler Adolf Hitler, dem Reichsminister des Innern Frick, dem Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath sowie dem Reichsminister der Finanzen Graf Schwerin von Krosigk unterzeichnet, jedoch nicht verfassungsgemäß nach Art. 68 Abs. 2 WRV vom Reichstag erlassen wurde, sondern von der Reichsregierung.

4. Art. 68 Abs. 2 der Weimarer Reichsverfassung vom 11.04.1919 verfügte dementgegen: »Die Reichsgesetze werden vom Reichstag beschlossen.« Eine Änderung des Art. 68 der Weimarer Reichsverfassung wurde zu keinem Zeitpunkt beschlossen.

5. Das Kontrollratsgesetz Nr. 1 betreffend die Aufhebung von NS-Recht vom 20. September 1945 verfügte in Art. I 1.: »Folgende Gesetze politischer Natur oder Ausnahmegesetze, auf welchen das Nazi-Regime beruhte, werden hierdurch ausdrücklich aufgehoben, einschließlich aller zusätzlichen Gesetze, Durchführungsbestimmungen, Verordnungen und Erlasse: a) Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich vom 24. März 1933, RGBl. I/141,«.

6. Als ein solches zusätzliches, weil auf ihm beruhendes Gesetz zum Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich ist das Einkommensteuergesetz vom 16.10.1934 demzufolge – über sein verfassungswidriges Zustandekommen hinaus – durch das Kontrollratsgesetz Nr. 1 aufgehoben worden.

7. Gemäß Art. 139 GG werden »Die zur ›Befreiung des deutschen Volkes vom Nationalsozialismus und Militarismus‹ erlassenen Rechtsvorschriften«, zu denen das Kontrollratsgesetz Nr. 1 betreffend die Aufhebung von NS-Unrecht gehört, »von den Bestimmungen dieses Grundgesetzes nicht berührt«, weshalb die Aufhebung des Gesetzes zur Behebung der Not von Volk und Reich als Ermächtigungsgrundlage für den Erlass des Einkommensteuergesetzes vom 16.10.1934 nach wie vor und solange über Rechtskraft verfügt, wie das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland deren ranghöchstes Gesetz ist, an welches die Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung gemäß Art. 20 Abs. 3 GG gebunden sind.

8. Dementsprechend stellte auch das Tribunal Général de la Zone Francaise d’Occupation in Rastatt nach den Vorgaben des Kontrollratsgesetzes Nr. 10 vom 20. Dezember 1945 in seinem Urteil zum Fall »Tillessen« vom 06.01.1947 (Journal Officiel 1947, S. 606 ff.) mit Bindung der geltend gemachten rechtlichen und tatsächlichen Entscheidungsgründe für alle deutschen Gerichte und Verwaltungsinstanzen (inter omnes) u.a. in Bezug auf Art. 68 der WRV: »Die Reichsgesetze werden vom Reichstag beschlossen.«, fest, dass zu Unrecht behauptet wird: »… daß die Hitlerregierung bis zum 14. Juli 1933 verfassungsgemäß war, daß im Gegenteil feststeht, daß die Wahl zum Reichstag vom 05. März 1933 unter Umständen zustande gekommen ist, die eine offenkundige, von der Regierung begangene Gesetzeswidrigkeit und Gewaltanwendung darstellen, daß das sog. Ermächtigungsgesetz vom 23. März 1933 entgegen der Behauptung, daß es der Verfassung entspreche, in Wirklichkeit von einem Parlament erlassen worden ist, daß infolge Ausschlusses von 82 ordnungsgemäß gewählten Abgeordneten eine gesetzwidrige Zusammensetzung hatte und daß es durch die Vereinigung aller Vollmachten in der Hand von Hitler alle wesentlichen Voraussetzungen einer ordnungsmäßigen und normalen Rechtsgrundsätzen entsprechenden Regierung verletzt.« und erklärte weiterhin; »… daß die Regierung Hitlers weder vor noch nach dem 21. März sich auf ein Vertrauensvotum eines ordnungsgemäß zusammengesetzten Parlaments gestützt hat, ein Erfordernis, daß von der damals geltenden Verfassung vom 11. August 1919 aufgestellt war, …«

9. Wenn demnach die Hitlerregierung weder vor noch nach dem 21. März 1933 parlamentarisch legitimiert war, so gilt diese Tatsache ebenfalls für alle ihre Handlungen wie den Erlass von Gesetzen, Verordnungen etc. pp.

10. Es ist hier im Ergebnis festzuhalten, dass das Einkommensteuergesetz vom 16.10.1934 nicht nach den Vorschriften der Weimarer Reichsverfassung zustande kam, durch das Kontrollratsgesetz Nr. 1 als zusätzliches Gesetz zum Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich aufgehoben wurde und durch das Urteil des Tribunal Général de la Zone Francaise d’Occupation allgemeingültig die Verfassungswidrigkeit der Regierung Hitlers und des Gesetzes zur Behebung der Not von Volk und Reich (als Grundlage des Einkommensteuergesetzes vom 16.10.1934) festgestellt wurde.

11. Den oben aufgeführten Tatsachen nach sind auch alle im Nachhinein erfolgten bloßen Änderungen des Einkommensteuergesetzes vom 16.10.1934 als nichtig zu betrachten, da nicht von der Weimarer Verfassung legitimierte und später aufgehobene Gesetze nicht durch bloße Änderungen wieder aufleben können oder ohne erneuten Erlass nach den Vorschriften zur Gesetzgebung der Artikel 70-82 GG, an welche der Gesetzgeber alsEs ist immer wieder erstaunlich, zu welchen Verdrängungsleistungen die menschliche Psyche in der Lage ist. besonderes Organ der Volksvertretung auch gemäß Art. 79 Abs. 3 GG gebunden ist, in den Willen des Bundesgesetzgebers aufgenommen werden können, da hierzu die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen fehlen. Eine Berufung auf die Bestimmungen des Art. 123 GG erübrigt sich hier, da dementsprechend Recht aus der Zeit vor dem Zusammentritt des Bundestages nur dann fortgilt, soweit es zu diesem Zeitpunkt über Rechtskraft verfügte und dem Grundgesetze nicht widerspricht und Art. 123 GG insoweit keinen Erlaubnistatbestand darstellt, aufgrund dessen nach Belieben erloschenes Recht aus der Zeit vor dem erstenEs ist immer wieder erstaunlich, zu welchen Verdrängungsleistungen die menschliche Psyche in der Lage ist. Zusammentritt des Bundestages exekutiert werden könnte. Beide Voraussetzungen treffen auf das Einkommensteuergesetz vom 16.10.1934 nicht zu, denn weder verfügte es zum 23. Mai 1949 über Rechtskraft noch richtet es sich nach den Vorschriften des Grundgesetzes; hier insbesondere nach den Gültigkeitsvoraussetzungen für Grundrechte einschränkende Gesetze gemäß Art. 19 Abs. 1 GG.

12. Weiterhin wurde bis heute kein neues Einkommensteuergesetz in einem ordnungsgemäßen Gesetzgebungsverfahren gemäß der Artikel 76, 77 GG vom Deutschen Bundestag als Gesetzgeber erlassen.

13. Da Art. 103 Abs. 2 GG unmissverständlich verfügt, dass eine Tat kann nur bestraft werden kann, wenn die Strafbarkeit gesetzlich bestimmt war, bevor die Tat begangen wurde, und es sich den o.a. Tatsachen nach bei dem Einkommensteuergesetz vom 16.10.1934 nicht um ein geltendes Gesetz im Sinne des Art. 20 Abs. 3 GG handelt, kann Uli Hoeneß nicht wegen Steuerhinterziehung gemäß § 370 AO (Abgabenordnung) bestraft werden, da keine für die Erhebung von Einkommensteuern geltende gesetzliche Grundlage existiert.

Bleibt abschließend die Frage zu stellen: Ist nun Uli Hoeneß ein eiskalter Steuerhinterzieher oder die deutsche Finanzverwaltung ein eiskalter Exekutor der Befehle Adolf Hitlers, welche verfassungswidrig dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland widersprechen?

7) IANAL, Sonntag, 21. April 2013, 16:04 Uhr

Danke Herr Spreng, sehr treffend.

Ich bin übrigens schon auf die hämischen Kommentare aus Spanien gespannt. War es nicht Hoeness, der sich bitter über die wettbewerbsverzerrende Toleranz des spanischen Fiskus gegenüber den Steuerschulden der Fußballclubs beklagt hat und das in den Kontext der Euro-Rettung gestellt hat? Nicht, dass er damit in der Sache Unrecht gehabt hätte, aber moralisch fällt auch das jetzt auf ihn zurück.

8) StefanP, Sonntag, 21. April 2013, 16:07 Uhr

Dieser Vorgang zeigt auch, wie problematisch unser Steuerstrafrecht ist. Ein Rechtsstaat baut immer auch auf die Einsicht und Reue seiner Bürger, denn das ist nur zu menschlich. Ohne Zahlen verfügbar zu haben, zeigt sich aus meiner subjektiven Wahrnehmung jedoch eine Diskrepanz zwischen dem Gestehen einer Steuerstraftat und dem sonstiger Vergehen. Das passt sicherlich ins Bild, das Linke haben: Wohlhabende sind halt korrupter, Geld verdirbt den Charakter.

Es ist ja de facto nicht richtig, dass ein Steuerstraftäter “straflos” ausgeht. Die komplette Besteuerung wird natürlich nachgeholt, in dem die Steuerbescheide nachträglich angepasst werden. Doch darüber hinaus fallen Verzugszinsen an und das auch noch in einer Höhe, die so am Markt nicht sicher erwirtschaftet werden kann. Um ein häufig genutztes Bild gerade zu hängen: das wäre so, als müsste ein Bankräuber nicht nur seinen Raub komplett zurückgeben, sondern auf das gestohlene Geld noch saftige Zinseszinsen zahlen, selbst wenn er das Geld verbuddelt hatte.

Diesem Dilemma versuchen die Gesetzgeber in vielen OECD-Ländern durch Steueramnestien Rechnung zu tragen. In Deutschland gab es die letzte unter dem Finanzminister Hans Eichel zur Zeit der rot-grünen Koalition. Die nächste wäre das Steuerabkommen mit der Schweiz gewesen.

Wir urteilen heute mit dem Gestus des moralischen Verständnisses des Jahres 2013. Doch die meisten Schwarzgeldkonten wurden weit früher in den Gründungs- und Boomjahren der alten Bundesrepublik begründet. Manches ist längst vererbt worden. Die Eigner und Erben haben nach den Regeln der Abgabenordnung nur die Möglichkeit, sich ehrlich zu machen und eben weitgehend ohne Vermögen zu leben, für die sehr lange gearbeitet wurde – oder illegal ein gewisses strafrechtliches Risiko zu akzeptieren. Ich kenne ein paar solcher Leute und immer fiel die Entscheidung zu Gunsten der Illegalität. Damit sind wir wieder an dem Punkt: sind wohlhabende Menschen moralisch schlechter?

Sie, Herr Spreng, urteilen binnen Stunden ohne bestätigte Informationen zu haben. Für einen aufgeklärten Bürger ist das schlicht verwerflich. In der Bibel gibt es dafür einen altertümlichen Ausdruck.

9) Frank Reichelt, Sonntag, 21. April 2013, 16:10 Uhr

Uli Hoeneß wird sich auf einiges gefasst machen müssen. Nachdem die ersten Kommentare quasi unter Schockstarre noch relativ moderat waren, wird sich die mediale Hatz in den nächsten Wochen solange steigern, bis das Wild erlegt ist!

Prima, wir haben wieder eine Prominentenjagd, auf ihn mit Gebrüll!

By the way, weswegen musste Christian Wulff nochmal vom Amt des Bundespräsidenten zurücktreten?

10) symm, Sonntag, 21. April 2013, 16:34 Uhr

Im Nachhinein sind wir natürlich alle schlauer, aber bei all dem Auftreten von Herrn Hoeneß war es nun auch nicht wirklich verwunderlich gewesen: Er spielt gern den großen einflussreichen, gönnerhaften Patron (Welcher Vermögende mit einer gewissen Öffentlichkeit gefällt sich nicht in dieser Rolle?) und hielt sich dabei scheinbar doch nicht mehr ans (Steuer)Gesetz, weil für ihn selbst längst und nur noch die Eigenen galten?!

Es ließe sich ja jetzt vieles ableiten und sagen über die Straftat Steuerhinterziehung im Fall Uli Hoeneß`, aber ein bisschen weiter gedacht frag ich mich: Woher bzw. wie und in welchem Zeitraum hat Herr Hoeneß solch ein Privatvermögen als ehemaliger Fußballprofi (zu einer Zeit, als es noch keine Millionenhonorare gab) und – fraglos – erfolgreicher Sportfunktionär auf den Schweizerkonten ansammeln können? Die Rede ist ja von “einigen Millionen” bis hin zu einem dreistelligen Millionenbetrag und immerhin soll er ja mit der Selbstanzeige schon 5-6 Mio. € mit überwiesen/nachgezahlt haben. Was sind also die Bezugsquellen gewesen? Und jetzt kommt mir nicht mit seiner von seinen Kindern geleiteten Wurstfabrik; die machte 2010 “nur” 45 Mio. € Umsatz.*
Ist hier jemand etwa genauso korrupt und bestechlich (etwa bei der Vergabe-Mitentscheidung von Sponsorenverträgen oder Übertragungsrechten) wie der einst vom ihm kritisierte Joseph Blatter und dabei dummerweise aufgeflogen?**
Auch hier ist nur die Spitze der Spitze des Eisberges offenbart worden. “Es gibt noch viele Hoeneße.”

* http://www.business-on.de/weser-ems/hoeness-manager-mitarbeiter-geschaefte-familienunternehmen-howe-_id17337.html ; http://www.brandeins.de/magazin/rechnen/der-kaufmann.html
** http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/vorwurf-der-steuerhinterziehung-hoeness-glaubwuerdigkeit-ist-extrem-erschuettert-12156290.html

11) Cornfeld, Sonntag, 21. April 2013, 17:09 Uhr

Herrlich,
es bereitet mir doch eine klammheimliche Freude, wenn ich daran denke, wie den vielen rechtschaffenen Leserbriefschreibern der FAZ, die so gerne auf die unredliche Erlangung etwaiger Steuer-CDs hinweisen, der Ar… so langsam auf Grundeis geht. Die Zahl der Selbstanzeigen wird wohl deutlich ansteigen. Hoffentlich ist es für viele zu spät und diese Massenheuchelei wird etwas publiker.

12) haselberger, Sonntag, 21. April 2013, 17:53 Uhr

Peinlich

13) haselberger, Sonntag, 21. April 2013, 17:56 Uhr

Wenn die angezeigte Summe stimmt und vorher keine Erkenntnisse bei den Steuerbehörden vorhanden war,gibt es keine Strafe sondern nur Steuernachzahlung incl.6% Zinsen.Der bereits nachgezahlte Betrag muss aber der Steuerschuld entsprechen sonst ist es zu spät.

14) Sabine Zielke-Esser, Sonntag, 21. April 2013, 18:07 Uhr

Alpha-Tiere werden nicht geboren, sie entwickeln sich. Im Laufe des Lebens haben sie Erfolg, werden einflussreich, können Entwicklungen voraussehen und werden von der Realität bestätigt. Das hat etwas übermenschliches. Das Alpha-Tier beginnt, seine Gesetze selbst zu bestimmen, selbst zu entscheiden, was gerecht ist. Helmut Kohl gehört dazu mit seinem Ehrenwort, Peter Graf mit der Plastiktüte, Christian Wulff mit seinem klebrigen Hatschibatschi. Und nun auch Uli Hoeneß. Der sich von Krümelmonstern nicht vorrechnen lassen wollte, wie viel Steuern er zu zahlen habe. Ich glaube nicht, dass es ihm um Bereicherung ging, eher darum, den Bürokraten, Paragraphen-Reitern und unfähigen Politikern, also den Omega-Tieren, ein Schnippchen zu schlagen.

Ich habe Uli Hoeneß immer geschätzt, daran wird sich nichts ändern. Er wird alles, was kommt, tragen, als neue Lebenserfahrung.

15) StefanP, Sonntag, 21. April 2013, 19:33 Uhr

@5) Journalist

Volle Zustimmung. Sie haben einiges in der Aufzählung vergessen, was eben auch nicht den Weg in die Öffentlichkeit findet. Journalisten lassen es ab zu und zu durchblicken. Vor allem hat er sich um einige lang und regelmäßig gekümmert.

Auf der anderen Seite: Boulevard-Journalist bleibt offensichtlich Boulevard-Journalist.

16) Bernhard Paul, Sonntag, 21. April 2013, 19:39 Uhr

Man ist fassungslos. Ausgerechnet Hoeneß!

@5) Journalist
Nein, das ist keineswegs anmaßend von Spreng. Anmaßend ist allenfalls, wie Sie die helle und die jetzt bekanntgewordene dunkle Seite des Uli Hoeneß zu verrechnen suchen und Spreng eineTendenz unterstellen, die aus seinem Kommentar nicht herauszulesen ist.
Die guten Seiten des Uli Hoeneß kennen wir alle, deshalb darf man jetzt zuerst einmal fassungslos sein …

17) RCB, Sonntag, 21. April 2013, 20:05 Uhr

Verehrter Sprengmeister,
das Verheerende an dieser Angelegenheit ist, dass sich Uli Höneß öffentlich so maßlos über Steuerhinterzieher aufgeregt hat und so ganz erheblich an Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit verloren hat. Ein gefundenes Fressen für alle Die, die sowieso immer auf ihm und dem FC Bayern herumgehackt haben.
Was allerdings Christoph Daum anbelangt, so würde ich diese geradezu hilflose Retourkutsche für seine eigenen Lügereien, egal wen oder wieviel er damit geschädigt hat oder nicht, nicht gelten lassen und auch nicht Ihre Einschätzung dieses Vorganges.
Genauso bin ich nicht Ihrer Meinung, dass sich der FCB nun schnellstens einen neuen Präsidenten suchen muss. Erst einmal abwarten, was aus der Selbstanzeige und Allem, was damit zusammenhängt, wird.
Und noch etwas: Wer “von uns” hat denn noch nicht bei seiner Steuererklärung versucht zu tricksen und damit auch zu betrügen? Die Größenordnung alleine macht es nicht! Gelegenheit macht einfach Diebe und ich bin überzeugt davon, dass sehr sehr Viele unter uns (sicher nicht Alle!), hätten Sie die Mittel und die Gelegenheit dazu, sich ähnlich verhalten würden wie die Höneß, Zumwinkel, und wie sie Alle heißen. Es liegt an unserer Politik (Gesellschaft), dass das Delikt der Steuerhinterziehung bis vor noch nicht allzulanger Zeit als Kavaliersdelikt verstanden wurde. Da sind wir Alle gefragt und auch mit schuldig (was jeoch die Verfehlung eines Uli Höneß noch lange nicht schmälert).

18) Doktor Hong, Sonntag, 21. April 2013, 20:06 Uhr

Und der Fall zeigt auch, wie falsch das von der schwarz-gelben Regierung geplante Steuerabkommen mit der Schweiz war. Hätte es die SPD nicht verhindert, wäre Hoeneß nie aufgeflogen, hätte anonym seine Strafsteuern bezahlt und wäre eine geachteter Bürger geblieben.

Ich bin mir sicher, dass man Peer Steinbrück auch daraus einen Strick drehen wird.

Zu Hoeneß: Es ist traurig, dass ein Mensch, der soviel soziales Engagement bewiesen hat, über solche Dinge nun stolpern muss. Aber er war ein großer Junge und wusste, welches Risiko er eingegangen ist.

19) Doktor Hong, Sonntag, 21. April 2013, 20:09 Uhr

@8) StefanP

Mit Bibelzitaten soll man vorsichtig sein, auch wenn man gerne hin und wieder mit Salon-Katholizismus kokettiert.

So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!

Matthäus 22:21

P.S. Es ist ausnahmsweise mal nicht Franz Beckenbauer gemeint, auch wenn es sich hier um Uli Hoeneß dreht.

20) Oliver, Sonntag, 21. April 2013, 20:32 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

es gibt Verbrechen, die an sich unmoralisch sind: Mord, Vergewaltigung, Raub, …

Und eben Verbrechen, die aus Verstößen gegen staatliche Regeln entstehen. Steuerhinterziehung gehört dazu. Sie ist in viel geringerem Maße unmoralisch als andere Verbrechen.

21) Namensvetter, Sonntag, 21. April 2013, 20:56 Uhr

Warum Hoeneß sich so exponiert hat? Ihm kann nicht viel passieren.

Leute wie Hoeneß sind systemrelevant, weil sie durch den Katalysator Sport die Sympathie des Proletariats für die Finanzkriminalität der Oberschicht gewinnen, und auch im Übrigen ihren Anteil zum Konzept “Brot und Spiele” beisteuern.

Vielleicht ist es gerade ein gelungener Coup der Union, zu demonstrieren, dass das Steuerabkommen dem altruistischen Sportsmann, von dessen Großtaten jeder berichten kann, der ihn mal im Fernsehen gesehen hat, doch eine faire, sportliche Behandlung eröffnet hätte, während die “mediale Hetzjagd” nun jeden Kicker-Leser zu Tränen rühren muss.

22) Don Corleone, Sonntag, 21. April 2013, 20:59 Uhr

Die Tintenstrolche (Karl Kraus’ Bezeichnung für die meisten Journalisten) quälen sich einen ab, um wieder einmal einen, den sie selbst hochgejubelt haben, an den Marterpfahl zu nageln; die Fallhöhe stimmt ja endlich. Und welche Zahlen da kolportiert werden! Bis zu “einer halben Milliarde Euro” soll Uli Hoeneß steuerhinterziehend bei der Schweizer Vontobel-Bank versteckt haben.

O,K., der Mann ist ein erfolgreicher Fußballmanager und Wurstproduzent, der zweifellos viel Geld verdient. Aber woher soll eine halbe Milliarde kommen? Selbst wenn Hoeneß bei Vontobel zusätzlich auch Gelder von Bayern München vor dem deutschen Fiskus verborgen haben sollte — diese Summe ist schlicht absurd.

Die Nebel werden sich lichten. Und bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung hat das rechtsstaatliche Prinzip zu gelten: “In dubio pro reo.” (Und wir sind von einer Anklage noch weit entfernt.)

23) Naja, Sonntag, 21. April 2013, 21:10 Uhr

Es ist zwar noch nichts genaues bekannt, aber es wird kräftig spekuliert.
100 Millionen, Gefängnis, etc. pp.
Wo bleibt eigentlich die Sorgfalt?
Soweit ich die Meldungen verfolgt habe, gibt es eine Selbstanzeige und eine Durchsuchung.
Alles anderes ist Spekulation.
Aber natürlich will jeder was schreiben und was immer toller Dinge. Der Verweis auf ein anderes Pressopfer erfolgte bereits.

24) Olaf, Sonntag, 21. April 2013, 22:36 Uhr

@Journalist: auf Ihre etwas exzentrische Meinung zielt der eingehende Kommentar ab, offenbar folgenlos. Frage: Ihre Maxime ist, Altruisten sind vom Gemeinwesen ausgenommen? Nett provoziert! Dann darf der liebe Pfarrer und Heimleiter ja auch die Kinder gernhaben…
BEENDET DIE HEXENJAGD AUF STEUERFAHNDER!

25) Guido Hartmann, Sonntag, 21. April 2013, 23:23 Uhr

Wenn man einige Kommentare hier liest, dann scheinen Steuern ja etwas zu sein, was nur in Diktaturen erhoben wird und in bürgerlich-demokratischen Rechtsstaaten nicht vorkommt.
Ohne Steuern gibt es aber keinen Staat – gar keinen, nicht einmal eine popelige libertäre AfD-Nachtwächterdemokratie.

Und ob Hoeneß nun ein guter Mensch ist, oder nicht. Es gibt jede Menge gute Menschen in diesem Land, die ihre Steuern zahlen.

Beste Grüße
Guido Hartmann

26) StefanP, Sonntag, 21. April 2013, 23:59 Uhr

@19) Doktor Hong

Det kann ich auch:

Wer unter euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein (..).
Johannes 8,2–11

Uli Hoeneß hat nach unseren Regeln sein Unrecht eingesehen und sich schuldig bekannt. Er hat dies öffentlich gemacht, wo die Selbstbezichtigung im Steuerrecht doch anonym ist.

Übrigens: Jesus unterschied nicht zwischen Straftat, Ordnungswidrigkeit und moralischem Vergehen. Michael Spreng hat schon geurteilt ohne – bis auf die Selbstanzeige – einen einzigen Fakt zu kennen. Da wollte anscheinend wieder jemand ganz schnell sein…

27) Hannes66, Montag, 22. April 2013, 01:29 Uhr

@Journalist:
Sie scheinen wirklich zu glauben, dass Herr Hoeness die Selbstanzeige aus eigener Einsicht in sein Fehlverhalten gemacht hat. Obwohl dieser Herr die Begründung für diese Selbstanzeige ja gleich mitgeliefert hat.

Hätte das Steuerabkommen mit der Schweiz Gesetzeskraft erlangt, hätte er den Teufel getan und Selbstanzeige erstattet. Er wäre “billig” und vor allem anonym davongekommen. Offenbar hatte er jetzt Angst davor, entdeckt zu werden, nur deshalb das Schuldeingeständnis.

@StefanP:
Woher kommt denn ihre Vermutung, es würde sich bei dem in der Schweiz gebunkerten Geld um Schwarzgeld handeln? Fakt ist doch lediglich das Schuldeingeständnis des Herrn Hoeness, über einige Jahre hinweg Steuern hinterzogen zu haben, die dem deutschen Fiskus zugestanden hätten.

Da ist es doch selbstverständlich, dass er, wie jeder andere Schuldner, der seine Zahlungsfristen versäumt, Verzugszinsen zu zahlen hat.

28) Walher Gruschel, Montag, 22. April 2013, 07:11 Uhr

Ich bin erschrocken, wie viele Kommentare hier sich damit befassen den Herrn Höneß oder auch andere Steuerhinterzieher rein zu waschen.
Sind das alles Leute der gleichen Sorte?

29) Olaf, Montag, 22. April 2013, 08:51 Uhr

@8: wer nach Selbstanzeige die Steuerschuld mit Zinsen nachzahlt, der geht in der Tat straflos aus. Was soll das denn sonst sein?

Einzig bei fiskalischen Delikten ist eine Selbstanzeige mit folgender Straflosigkeit möglich. Bei keinem anderen Delikt! Das zeigt einerseits gute Lobbyarbeit betroffener Kreise, als auch die Hilflosigkeit von Legislative und Exekutive.

Bitte erts Steuern zahlen, dann Gutes freiwillig leisten, und schon stimmt es mit dem guten Ansehen!

dazu passend @6, ähnlich wirr: Oh Herre, dann klagen Sie gerade in Karlsruhe, oder sind Sie noch nicht aufgeflogen?

30) Cato, Montag, 22. April 2013, 08:53 Uhr

Der Mann ist doch nur einer von der Spitze der Blutsauger!

31) Frank Reichelt, Montag, 22. April 2013, 08:54 Uhr

Natürlich hat es ein gewisses G´schmäckle, wenn ein ehemaliger Springer-Bub nun hier die Moralkeule schwingt! Auch eine beachtenswerte Verdrängungsleistung!

Ich wage mal die steile These, dass Uli Hoeneß in einem Jahr mehr für das Gemeinwesen geleistet hat, als so mancher Journalist, der sich jetzt wortreich und heuchlerisch echauffiert, in seinem ganzen Leben!

32) Alex, Montag, 22. April 2013, 09:21 Uhr

Nicht die Steueroasen sind das Problem, sondern die Steuerwüste Deutschland!

Das deutsche Steuersystem ist ein aufgeblähter Dinosaurier, der nicht mehr in die heutige Zeit passt.

Inzwischen sind gut 80% aller Steuergesetze und Verordnungen weltweit in deutscher Sprache verfasst, der Bürger wird vom Finanzamt drangsaliert und kujoniert, dass sich die Balken biegen. Inzwischen benehmen sich Finanzamt und die Ermittlungsbehörden fast schon so dreist wie die Stasi zu DDR-Zeiten. Kein Wunder also dass viele Bürger aus der Steuerwüste fliehen.

Und es sind im Wesentlichen ja die Leistungsträger, also diejenigen denen Deutschland seinen Wohlstand zu verdanken hat, die dann ihre erwirtschafteten Einnahmen in den Steueroasen investieren.

Es ist einfach eine Zumutung, wenn diese Leistungsträger zusehen müssen, wie ein aufgeblähter Sozialstaat von den hart erwirtschafteten Geldern viel zu viele Hartz4-/Sozialhilfe-Bezieher finanziert.

Nicht der Hoeness gehört auf die Anklagebank, sondern vielmehr unsere Finanzpolitiker, die solch ein Steuersystem nicht reformieren!

33) rainer, Montag, 22. April 2013, 09:26 Uhr

….ganz egal nun mal…ob Selbstanzeige oder nicht…wirksam (also keinen Knast) oder nicht….es zeigt nur eines mal wieder ganz deutlich:

diese sogenannten Eliten in diesem Land sind der letzte Dreck

34) Oliver, Montag, 22. April 2013, 10:16 Uhr

“Sind das alles Leute der gleichen Sorte?”

Ja, potenziell schon. Die Liebe zum Staat als Institution ist politisch sehr ungleich verteilt.

Es gibt in diesem Fall kein moralisches Prinzip, dessen Verletzung einzusehen ist. Eine Regel des Steuerrechtes ist verletzt worden. Diese Regel ist zur Funktion des Staates notwendig, also so gerechtfertigt. Aber außer der rein pragmatischen Notwendigkeit gibt es aber keine moralische Rechtfertigung dieser Regel. Es gibt nichts Ethisches hier.

Es gibt nun mal einen Konflikt zwischen dem Staat und dem Steuerpflichtigen. Da ist kein höheres Prinzip reinzulesen. Er hat es probiert, aber es hat nicht geklappt. Wenn es nicht klappt, gibt es festgelegte Sanktionen. Die werden angewendet werden. Das war es.

35) riskro, Montag, 22. April 2013, 10:44 Uhr

5) Journalist schrieb: Ganz schlimm
Ihr Beitrag ist nicht weniger schlimm.
Eine Straftat und das liegt hier eindeutig vor, damit zu entschuldigen, dass er doch auf anderen Gebieten Großes geleistet hat, ist schon eine sehr abenteuerliche Rechtsauffassung. Es gibt viele z. B. Staatsmänner, die grausiges zu verantworten haben, aber auch in den Augen von Anderen oder Sympasisanten auf anderen Gebieten gutes getan haben, entschuldigen Sie. Journalist. dies auch?
ihrem Rechtsverständnis nach müssten Sie das!
Wir haben ein Rechtssystem, dem wir uns zu unterwerfen haben und Gesetze die wir einzuhalten haben.
Vor dem Gesetz sollen Alle gleich sein. Geld zu haben soll sie nicht Gleicher machen. Peter Graf wurde gleich behandelt. Ich bin gespannt was hier bei rauskommt. Nicht viel. Die Politik und Justiz Kumpane werden ihn schon aus Eigeninteresse nicht fallen lassen. H. ist nur die Spitze eines Eisberges.

36) riskro, Montag, 22. April 2013, 10:57 Uhr

26) StefanP,

Wow, Gott hat gesprochen. P. wollte ich nicht mehr kommentieren, lohnt sich nicht. Aber nachdem er auch noch seine Bibelfestigkeit zum Ausdruck bringen musste, konnte ich mich doch nicht zügeln, gelobe aber Besserung. Es gibt wirklich kein Feld, dass unser S.P. -wenn auch nur seiner Meinung nach- nicht beherrscht.

37) Rudi, Montag, 22. April 2013, 11:07 Uhr

Klar, Steuerhinterziehung ist nicht ok und gemäß den geltenden Gesetzen zu behandeln ggf. zu bestrafen. Aber eine moralische Dimension kann man dem Steuerrecht doch nicht zusprechen, würde dies doch voraussetzen, daß das Steuersystem selbst moralisch ist. Ein junger Ingenieur im mittleren Tarifbereich zahlt auf sein Weihnachtsgeld nicht nur Spitzensteuersatz sondern auch noch 20% Sozialabgaben, also ca. 70% Abzug. Der Vorstand seines Unternehmens, der das 20- oder 200-fache verdient, zahlt auf seinen Bonus ebenfalls “nur” Spitzensteuersatz. Das nennt sich dann “Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit”.
Also Steuerrecht und Moral sind zwei paar Schuhe! Einfach mal Neid und Häme außen vorlassen und sachlich bleiben!

38) Aachen, Montag, 22. April 2013, 11:20 Uhr

Herr Spreng, erst mal danke für Ihre Richtigstellung der Thematik Selbstanzeige und Straffreiheit. Ich wollte schon los legen.

Sie überschreiben Ihren Artikel mit “Verdrängung oder eiskalte Doppelmoral?” und führen auch aus, dass Sie davon ausgehen, dass nur entweder eine Verdrängung oder eine Doppelmoral vorliegen könne. Beides wären aktives bewusstes Handeln und liegt vielleicht auch nahe.
Ich sehe eine weitere Möglichkeit, die “hinter” diesem Handeln stehen kann. Ich denke, dass Menschen wie U. Hoeneß sich gar nicht bewusst sind, dass Sie der Gesellschaft unrecht tun. Diese Menschen leben in einer dermaßen abgehobenen eigenen Welt, dass für Sie, wie in diesem Fall, die Steuern keine Solidarleistung an der Gesellschaft darstellen, sondern eine Strafe für Ihre ach so großen Leistungen bedeuten oder gar, dass man ihnen das Vermögen nicht gönne und man es in Sicherheit bringen muss. In Sicherheit, wie z.B. das verschließen einer wertvollen Uhr in einem Tresor. “Das ist mein Ball” und hält Ihn mit aller Kraft fest.
Man mag solches Verhalten bei “hochkarätigen” Managern nichts vermuten, aber was treibt sonst dieses Verhalten an, außer offensichtliche kriminelle Energie? Ich bin davon überzeugt, dass die moralischen Ansprüche, die H. an andere stellt, ehrlich gemeint sind und er auch meint, diese zu leben.
Ich bin auch davon überzeugt, dass U.H. selbst über sein Handeln zu tiefst erschrocken ist und mit sich selbst hart ins Gericht geht. Die Realität, seine Realität wird nun von der allgemeinen Realität eingeholt und passt nicht überein.
Zu Recht, denn, auch wenn ich das Verhalten eher menschlich verstehen möchte, so erfüllt es den Tatbestand der Steuerhinterziehung und wie in diesem Fall wohl auch noch mehr.
Ja, es war richtig, das Steuerabkommen mit der Schweiz im Bundesrat zu kippen. Es stellt sich nun raus und es wird nicht bei diesem Fall bleiben, dass die Bundesregierung genau das mit dem Abkommen beabsichtigte, das entkommen Lassen der großen Steuerhinterzieher in die Anonymität.

39) StefanP, Montag, 22. April 2013, 11:33 Uhr

@27) Hannes66

Ich wollte nicht spekulieren. Es baute auf der AZ / Süddeutschen auf, es handle sich um ein Vermögen von über einer halben Milliarde EUR.

Woher kennen Sie allerdings die Motive von Herrn Hoeneß? Formal gilt das Ziel des Steuerpflichtigen, sich ehrlich zu machen. Alles andere ist im Zweifel Sache eines Gerichts. Solche Spekulationen wie Sie sie anstellen, sind herabsetzend.

@28) Walher Gruschel

Es geht nicht darum, Steuerhinterziehung “rein zu waschen”. Ganz nebenbei: Momentan befinden wir uns im Bereich des Verdachts. Selbst wenn Uli Hoeneß sich selbst angezeigt hat, gilt für ihn die Unschuldsvermutung. Ich weiß, mit solchen Rechtsansichten haben viele Probleme, gerade wenn es sich um Prominente und Vermögende handelt. Is’ aber so.

40) StefanP, Montag, 22. April 2013, 11:46 Uhr

@25) Guido Hartmann

Es gibt aber zu wenige Menschen wie Uli Hoeneß, die sich sozial engagieren. Die ehrenamtliche Tätigkeiten übernehmen, die regelmäßig spenden, die sich nicht in Wohlfühloasen zurückziehen. Ohne Menschen wie Uli Hoeneß hätten wir kein Gemeinwesen (sic!). Mit Geld können Sie zwar viel kaufen, nicht jedoch Engagement und Empathie, die sich in mehr erschöpft als Kommentare in Blogs zu schreiben. Dem Gemeinwesen mangelt es nicht an Geld, sondern an Personen, die mehr als Steuern zahlen.

41) Thomas S., Montag, 22. April 2013, 11:51 Uhr

Ich verurteile Uli Hoeneß nicht,wenn man bedenkt,was dieser Staat an Steuergeldern verschwendet.
Man muß sich auch von diesem Räuberstaat schützen können,hätte an seiner Stelle dasgleiche getan.
Lieber gezielt spenden als sinnlos abliefern.

42) wschira, Montag, 22. April 2013, 12:10 Uhr

28) Walher Gruschel

Es sind alles Leute derselben Sorte!

43) Tiedgen, Montag, 22. April 2013, 12:53 Uhr

Herr Hoeness ist zunächst einmal ein mutmaßlicher Steuerhinterzieher, der einige Millionen Euro auf einer Schweizer Bank deponiert hat. Wenn es sich um versteuertes Einkommen handelt, kann er das bei der Bank seiner Wahl legal einzahlen, sollte es sich um “Schwarzgeld” handeln, ist er ein tatsächlicher Steuerhinterzieher und hat sich strafbar gemacht. (Es sei denn, der Kommentar 6 von Wengel würde gelten.)

Ich könnte mir genausogut vorstellen, dass so ein “sozial engagierter Unternehmer”, der so exzessiv moralisch argumentiert (und keiner Konfrontation aus dem Weg geht) nicht unbedingt bigott sein muß, sondern auch einfach im komplexen Steuervorschriften-Dschungel fahrlässig (unwissend?) aufs Glatteis geraten ist. Wer so ein großes Vermögen hat, braucht auch Steuerberater und Anlageprofis, um dieses solide anzulegen. Und wer da die Falschen engagiert, hat dann später vielleicht ein “Steuerproblem”.

Offenbar bemühen sich jetzt auch die Schweizer Banken (z.B. Credit Suisse), dubiose Kunden loszuwerden. Sicherlich gibt es bei denen interne Prüfungen, um Geldwäscher und Schwarzgeldkonten zu identifizieren.

Wenn ich Herrn Kubicki gestern richtig verstanden habe, ist es gerade die Aufgabe von Steueranwälten, diese Probleme durch eine Selbstanzeige wieder ins Lot zu bringen. Deshalb gibt es wohl auch eine hohe Abschlagszahlung, um alle Risiken auszuschließen.

Und die Aufgabe der Steuerbehörden ist es dann, genau zu prüfen, ob es sich um eine (strafbare) vorsätzliche Steuerhinterziehung handelt. Die werden sich sicherlich alle relevanten Unterlagen (s. Hausdurchsuchung) verschafft haben und jetzt in “deutscher Gründlichkeit” (s. Staatsanwaltschaft Hannover) die Geschäfte des Unternehmers Uli Hoeness´ prüfen.

Wenn die Steuerbehörden irgendwann in ein paar Monaten zu einem Ergebnis gekommen sein werden, wird die Persönlichkeit Hoeness schon längst “medial geschlachtet” worden sein. So wird ein tüchtiger Fußballer, Unternehmer und Manager zu einer “persona non grata”, deren Lebensleistung hinter einem medial aufgebauschten Skandal verschwunden ist. Das wird gerade für ihn besonders bitter sein.

Es ist schon eigenartig, dass gerade in Deutschland, das eine jahrhundertelange Tradition an global agierenden metallverarbeitenden Unternehmen (im Westen und Südwesten) und international agierenden Handelsunternehmen (speziell die Schiffahrtsunternehmen) hat, “die Unternehmer” so sehr angefeindet werden. Das nimmt geradezu pseudo-religiöse Züge an, so wie früher bei der Inquisition.

Ich bin mir sicher, dass etliche europäische Länder oder die USA sofort den roten Teppich ausrollen würden, wenn so ein Unternehmen Interesse an einer Standortverlagerung zeigen würde. Dabei sind sicher nicht alle Unternehmer wirklich vorbildlich, aber ich finde, sie haben zumindest eine faire Beurteilung verdient.

Ich bin ein Anhäger der ausgewogenen Urteilfindung, statt gleich zur pauschalen Vorverurteilung zu greifen. Und Polemik sollte man bei Fakten einsetzen und nicht, um Kampagnen loszutreten.

44) Wolfgang Wabersky, Montag, 22. April 2013, 13:20 Uhr

Wie immer auch die Gesetze liegen, ein Honeß wird niemals ein Gefängnis von innen sehen. In der Bussi-Bussi-Gesellschaft Münchens (und auch anderswo) galt und gilt Steuerhinterziehung als legitime Notwehr gegen einen gierigen Staat. Diese Reichen und Superreichen haben ein Selbstverständnis, dass sie zu Recht da stehen wo sie stehen. Höneß ist der typische Vertreter dieser Doppelmoral, die alles für sich beansprucht und sich selbstgefällig zu allen möglichen Problemen äußert. [Er suchte immer die Presse, im Moment aber wohl nicht so sehr! Der dünnhäutig gewordene Uli will einige Blätter wegen vermeintlicher "Darstellungsexzesse" sogar verklagen!]
Der Fall Höneß kann gleichwohl was Gutes bringen, wenn man endlich daran geht, die Vereine für die Polizeieinsätze an den Wochenenden zur Kasse zu bitten. Höneß hat diese eigentliche Selbstverständlichkeit stets bekämpft. Das Geld sollte auch in diesem Fall nicht in die Staatskasse fließen, sondern besser in exorbitante Gehälter von Vereinspräsidenten oder überbezahlten Spielern. – Im schlimmsten Fall wird Höneß in den nächsten Wochen begehrter Talk-Gast auf allen Kanälen.

45) m.spreng, Montag, 22. April 2013, 13:33 Uhr

@ 39) StefanP

Bei Ihnen geht einiges durcheinander: Die Unschuldsvermutung gilt nur für den möglichen strafrechtlichen Teil. Die sozialschädliche Hinterziehung von Millionen Euro Steuern dagegen ist durch die Selbstanzeige und die Nachzahlung Fakt.

@31 Frank Reichelt

Falls Sie mich damit meinen: Woher wissen Sie das eigentlich?

46) toddimonster, Montag, 22. April 2013, 13:42 Uhr

@Thomas S.
Egal, ob einem gefällt, was der Staat mit den Steuergeldern macht oder nicht, müssen wir Steuern zahlen. Wem das Vorgehen des Staates nicht gefällt, hat die Möglichkeit, auf die Nutzung der Steuergelder Einfluß zu nehmen und sich politisch zu engagieren.

Außerdem halte ich es für eine ziemlich einfach Ausrede, dem Staat die Vernunft abzusprechen, mit Geld umgehen zu können, nur um das Geld dann selbst zu behalten.

47) wschira, Montag, 22. April 2013, 13:49 Uhr

30) Tiedgen

“Ich bin ein Anhäger der ausgewogenen Urteilfindung, statt gleich zur pauschalen Vorverurteilung zu greifen. Und Polemik sollte man bei Fakten einsetzen und nicht, um Kampagnen loszutreten.”

Also schauen wir uns mal die Fakten an, und zwar solche, die unbestreitbar sind:

1. Herr Hoeness hat sich selbst angezeigt. Das hat er sicher nicht getan, weil er den Drang zur Ehrlichkeit verspürte, sondern nach Konsultation mit (wie ich mal unterstelle) den besten Steueranwälten, die ihm zur Verfügung standen. Wäre das Geld auf seinem oder seinen Konten schon versteuertes Einkommen gewesen, wie manche der Weisswäscher hier unterstellen, wäre gar keine Selbstanzeige nötig gewesen, weil alles seine Ordnung gehabt hätte. Die Vermutung ist, dass es sich entweder um Schwarzgeld, also nicht versteuertes Einkommen handelt oder dass er Zinserträge, die angefallen sind, nicht versteuert hat. Nur in einem dieser Fälle (oder möglicherweise auch beiden) ist die Selbstanzeige plausibel.

2. Herr Hoeness hat nach eigenem Eingeständnis, wie der Focus berichtet, mehrere Millionen auf die zu erwartende Steuerschuld als Abschlag bezahlt. Das bedeutet aber, dass die Steuerschuld ein mehrfaches dieser Summe ist (je nachdem, welcher Steuersatz zur Anwendung kommt).

3. Es geht nicht darum, ob Herr Hoeness Steuern hinterzogen hat (er hat nach eigenem Eingeständnis), sondern ob seine Selbstanzeige vollständig und rechtzeitig kam. In diesem Fall wäre die Angelegenheit eine Sache des zuständigen Finanzamtes. Falls aber seine Selbstanzeige nicht rechtzeitig und vollständig kam, wäre es eine mit Gefängnis ohne Bewährung bedrohte Staftat.

Wie Sie da von pauschalen Vorverurteilungen und Kampagnen reden können, ist mir schleierhaft.

48) dierke, Montag, 22. April 2013, 14:45 Uhr

@ 32) alex als Ergänzung folgendes : Unsere Schuldenmacher in Berlin und Bundesländern gehören auf die Anklagebank! Mehr als 30 Millarden Euro werden lt. Schwarzbuch jedes Jahr “vergeudet”, ohne dass auch nur einer dieser politischen Schuldenmacher vor Gericht steht.

49) StefanP, Montag, 22. April 2013, 14:54 Uhr

@45) m.spreng

Ich hoffe nicht, dass einiges durcheinander geht. Soweit ich mich beim Finanzamt anzeigen würde, bliebe dies absolut diskret zwischen Behörde und meiner Person. Das ist ein gravierender Unterschied zu einem Gerichtsverfahren, wo alle Unterlagen öffentlich sind.

Nun bin ich nicht Uli Hoeneß, ich kann Sozialleistungen in Höhe von 100% erschleichen und niemanden interessiert’s. Ja, am Ende werde ich noch zu den “Guten” gezählt, die mit weit weniger krimineller Energie ausgestattet seien als so mancher Prominenter. Völliger Quatsch. Ein Sozialbetrüger, der vorsätzlich und mehrfach (“mit gewerblicher Absicht”) betrügt, besitzt mehr kriminelle Energie als jemand, der einen Bruchteil seines Einkommens hinterzieht.

Sie waren der erste, der gestern mit einem klaren Verdikt online war. Zu einer Zeit, als man sich beim DSF-Doppelpass noch sehr bedeckt hielt. Das war und ist, was mich enorm stört. Und das ist von Personen und Sachverhalt unabhängig. Soweit ich in der Wortwahl übertrieben habe (wahrscheinlich), tut mir das wirklich leid.

50) StefanP, Montag, 22. April 2013, 15:05 Uhr

47) wschira

Also schauen wir uns mal die Fakten an, und zwar solche, die unbestreitbar sind:

1. Herr Hoeneß hat sich selbst angezeigt. Das hat er sicher nicht getan, weil er den Drang zur Ehrlichkeit verspürte, sondern nach Konsultation mit (wie ich mal unterstelle) den besten Steueranwälten, die ihm zur Verfügung standen.

Sie spekulieren und verkaufen das als Fakt. Diese Mutmaßung steht Ihnen nicht zu, da Sie gar nicht die Mittel besitzen, die Motivlage des Bayern-Präsidenten zu ergründen.

Die Vermutung ist, dass es sich entweder um Schwarzgeld, also nicht versteuertes Einkommen handelt oder dass er Zinserträge, die angefallen sind, nicht versteuert hat. Nur in einem dieser Fälle (oder möglicherweise auch beiden) ist die Selbstanzeige plausibel.

Auch falsch. Selbstanzeigen können steuerrechtlich Sinn ergeben, wenn man über einen Steuersachverhalt nach Erlass eines Steuerbescheids unsicher ist. Theoretisch möglich.

Es geht nicht darum, ob Herr Hoeneß Steuern hinterzogen hat (..), sondern ob seine Selbstanzeige vollständig und rechtzeitig kam. In diesem Fall wäre die Angelegenheit eine Sache des zuständigen Finanzamtes.

Ja…

Wie Sie da von pauschalen Vorverurteilungen und Kampagnen reden können, ist mir schleierhaft.

Eben deshalb – siehe oben. Wenn es eine Sache zwischen Hoeneß und dem Finanzamt ist, warum dann dieser Furor in dieser Form?

51) Benjamin, Montag, 22. April 2013, 15:40 Uhr

Ich bin nur vollkommen überrascht, dass Personen in solchen Positionen meinen, es käme nie etwas raus. Die Fallhöhe ist doch gewaltig und das muss doch jedem intelligenten Menschen (also auch Hoeness) klar sein. Man kann sich das wohl wirklich nur mit einer Zockermentalität erklären (“mich erwischt man nie…”), logisch ist es nicht.

Ich bin kein Hoeness- oder FCB Fan, aber ich hätte es bei ihm, gerade aufgrund seiner doch sozialen Ader und der Neigung, schonungslos in Debatten zu sein, nicht erwartet.

Merkel ist nun enttäuscht und Schwarz-Gelb will weiter an dem Schweizabkommen festhalten. Spitze, unsere Regierung…

52) Peter Christian Nowak, Montag, 22. April 2013, 17:50 Uhr

5) Journalist

Noch so paar Journalisten wie Sie, Herr Journalist, und die Zunft ist total versaut! Kein Wunder, dass der Journalismus mitunter so in Verruf gekommen ist!

Herr Journalist, was Sie da zum Besten gegeben haben, mag zwar ihre Meinung sein, aber die von Ihnen verwendeten Fakten stimmen nicht. Natürlich hat Herr Höneß klammheimliche Zustimmung wie möglicherweise aktive Hilfe aus der Politik gehabt. So zum Beispiel hat er und die Politik fest mit dem Inkrafttreten des Steuerabkommens mit der Schweiz gerechnet. Leider….leider…haben CDU/CSU/FDP keine Mehrheit im Bundesrat mehr….und futsch ist das schöne schöne Abkommen…und ihr lieber Herr und König aller Fußballbayern…das ach so moralisch handelnde Vorbild für alle, nicht nur für die Elite…ist nun in die Kuhsch…gefallen.

Stefan P.

pffff………Dass bei Ihnen einiges durcheinander geht,….. sorgt immer wieder für herzliche Lacher….

53) Peter Christian Nowak, Montag, 22. April 2013, 17:55 Uhr

31) Frank Reichelt,

So singen nur Bayern-Fans….habe schon bessere Kritiken von Ihnen gelesen.

54) riskro, Montag, 22. April 2013, 18:10 Uhr

31) Frank Reichelt,

Mag ja sein! Damit ist aber der Tatbestand der Steuerhinterziehung nicht vom Tisch.

Ein G`eschäckle ist es auch den Moralapostel zu spielen und selbst Dreck am Stecken zu haben. Das und nichts anderes holt ihn jetzt ein. Kürten meint H. als intelligenten Menschen zu kennen. Er meint wohl, dass Menschen, die Geld haben auch intelligent sein müssen. Für mich ist es Dummheit und Selbsüberschätzung, andere öffentlich zu attakieren wenn ich selbst Dreck am Stecken habe. Da halte ich mich doch zurück oder meint er mit Geld alles regeln zu können. So falsch liegt er damit wohl nicht. Man kennt sich gut vom Golfplatz. Eine Krähe hakt der anderen kein Auge aus. Fakt ist auch, H. stellt nur die Spitze eines Eisberges dar. Spannend wird es auch, wann der Erste den Bogen zu Peer Steinbrück schlägt.

55) Frank Mauerhofer, Montag, 22. April 2013, 20:07 Uhr

War Peter Graf Wiederholungstäter (3 Jahre, 9 Monate)? War Breno Wiederholungstäter (3 Jahre, 9 Monate)? Kamen durch Peter Graf Menschen zu Schaden (3 Jahre, 9 Monate)? Verletzte im Fall Breno (3 Jahre, 9 Monate)? Im Fall Kohl fielen Spendernamen unter den Tisch. Offenbar hat Hoeneß nicht alle Kontoauszüge auf den Tisch gelegt. Sonst hätte es keine Hausdurchsuchung gegeben. Mir tut der Sohn und die Tochter leid. Durch Vaters Dummheit richtet sich der Fokus auch auf ihr Leben. Steuererklärungen sind wie Rechenschaftsberichte. Mehrheit im Bundestag/-rat? Steuerhinterzieher müssen das Doppelte abführen, was sie laut den Steuervorschriften zu bezahlen hätten (AO-Strafe).

56) Hannes66, Montag, 22. April 2013, 20:58 Uhr

@39 StefanP

Ich habe Herrn Hoeness in keiner Weise herabgesetzt, sondern lediglich wiederholt, was er selbst gesagt hat:: Er wollte die Sache mit seinen hinterzogenen Steuern regeln nachdem das Steuerabkommen mit der Schweiz Gesetzeskraft erlangt habe.

Also ist doch richtig, dass er keine Selbstanzeige gemacht hätte, wenn das Gesetz in Kraft getreten wäre. Mehr habe ich nicht behauptet. Offenbar ist ihm, nachdem das Gesetz gescheitert ist, der Boden zu heiß geworden und er hat seine Straftat durch eine Selbstanzeige zugegeben, ob vor oder nachdem die Staatsanwaltschaft bereits ermittelte, wird sich zeigen, man kann für ihn nur hoffen, dass er das rechtzeitig getan hat, sonst geht für ihn an einigen Jahren hinter Gittern kein Weg vorbei.

57) Journalist, Montag, 22. April 2013, 21:33 Uhr

@ 16) Bernhard Paul, Sonntag, 21. April 2013, 19:39 Uhr

” Nein, das ist keineswegs anmaßend von Spreng. Anmaßend ist allenfalls, wie Sie die helle und die jetzt bekanntgewordene dunkle Seite des Uli Hoeneß zu verrechnen suchen und Spreng eine Tendenz unterstellen, die aus seinem Kommentar nicht herauszulesen ist.“

M. Spreng zeigt keine „Tendenz“. Er urteilt. Dass er das ohne weitere Faktenkenntnis tut, ist anmaßend. Dass er den Fall Daum mit dem Fall Hoeness kombiniert (mit Verharmlosung von Daums Koks-Konsum), zeigt, dass es ihm nur um die Wirkung oder gar um die Beschädigung der Person Hoeness geht, nicht um die Sache. Das ist einfach unseriös.

„Die guten Seiten des Uli Hoeneß kennen wir alle, deshalb darf man jetzt zuerst einmal fassungslos sein …“

Vielen sind die „guten“ Seiten des Uli Hoeness nicht bekannt, bestenfalls seine Leistungen als Manager des FC Bayern München. Aber fassungslos und enttäuscht war ich auch.

58) Journalist, Montag, 22. April 2013, 21:43 Uhr

@ 52) Peter Christian Nowak, Montag, 22. April 2013, 17:50 Uhr

“Noch so paar Journalisten wie Sie, Herr Journalist, und die Zunft ist total versaut! Kein Wunder, dass der Journalismus mitunter so in Verruf gekommen ist!”

Ich betätige mich weder im politischen noch im sportlichen Journalismus. Sie können auch nicht sagen, ob und welche Artikel Sie von mir gelesen haben. Dennoch beurteilen Sie mich als Journalisten. Das ist das gleiche Niveau wie im Beitrag des Blogbetreibers.

Es ist nicht meine Art von Arbeit, die den Journalismus in Verruf bringt. M. SPrengs Beitrag versucht nicht, einen Sachverhalt aufzuklären, sondern ohne Kenntnisse der Faktenlage eine populäre Meinung zu erzeugen. Er weiß selbst am besten, wie das einzuordnen ist.

59) wschira, Montag, 22. April 2013, 21:58 Uhr

50) StefanP

Ach Gott, Herr Pietsch, was soll das Gebrabbel.

“Sie spekulieren und verkaufen das als Fakt. Diese Mutmaßung steht Ihnen nicht zu, da Sie gar nicht die Mittel besitzen, die Motivlage des Bayern-Präsidenten zu ergründen.”

Ich spekuliere nicht, Tatsache ist, dass Hoeness sich selbst angezeigt hat. Da ich ihn nicht für bescheuert halte, ist an der Tatsache der Steuerhinterziehung nichts herumzuinterpretieren.

“Auch falsch. Selbstanzeigen können steuerrechtlich Sinn ergeben, wenn man über einen Steuersachverhalt nach Erlass eines Steuerbescheids unsicher ist. Theoretisch möglich.”

Es ist kein Steuerbescheid ergangen, also kann er auch nicht über einen Steuersachverhalt unsicher sein, zumal er selbst die ganze Sache ins Rollen gebracht hat. Theoretisch ist vieles möglich, aber praktisch ist das dummes Zeug und reine Spekulation von Ihnen.

Folgerung: Si tacuisses (wieder einmal).

60) Erwin Gabriel, Montag, 22. April 2013, 22:45 Uhr

@ 28) Walher Gruschel, Montag, 22. April 2013, 07:11 Uhr

>> Ich bin erschrocken, wie viele Kommentare hier sich damit befassen
>> den Herrn Höneß oder auch andere Steuerhinterzieher rein zu waschen.
>> Sind das alles Leute der gleichen Sorte?

Ich glaube, es geht da nicht ums Reinwaschen oder Entschuldigen. Steuerhinterziehung ist ein Straftatbestand, also haben sich die entsprechenden staatlichen Stellen damit zu befassen. Sie werden untersuchen, prüfen, urteilen. Auch Uli Hoeness wird eine Strafe erhalten, die von Staats wegen seinem Vergehen zugeordnet ist, und das ist in Ordnung so. Aber ein paar Nebenbemerkungen sind doch angebracht.

Wenn jemand auf der einen Seite sein Geld ehrlich verdient und versteuert hat, und hat nachweislich in vielen Fällen gemeinschaftsdienlich gehandelt, ist er genauso einzustufen wie jemand, der abzockt und Schwarzgeld hortet?

Wenn beide ihr Geld auf eine Schweizer Bank tragen, die eine Summe ehrlich verdient und versteuert, die andere Summe Schwarzgeld, und beide versteuern die Zinsen nicht, sind beide gleich hart zu bestrafen?

Der eine versucht, sein Geld zu verstecken und schickt es quer durch die Welt. Der andere hofft auf eine von der Exekutive versprochenen Lösung und zeigt sich, als die ausbleibt, selbst an. Sind beide gleich hart zu bestrafen?

Hier urteilen viele, dass beide Personen an dieser Stelle gleich schuldig sind. Jemand hat die Gemeinschaft geschädigt, und muss demzufolge bestraft werden. Aber wenn das Prinzip ausschlaggebend ist, gehört auch jeder Schwarzarbeiter oder jeder, der seine bezahlte Parkzeit überzieht, jeder, der die Sozialsysteme über seinen Bedarf hinaus ausnutzt, genauso bestraft – und mit gleicher Wucht öffentlich als Gesellschaftsschädling geoutet. Denn auch so jemand schädigt die Gesellschaft, vielleicht in der Summe nicht so groß, aber dafür öfter. Genauso gehören die Staatsdiener verfolgt, verurteilt, und an den öffentlichen Pranger gestellt, die Steuergelder verschwenden – das sind alles Sozialschädlinge.

Es geht nicht darum, die Taten Uli Hoeness‘ reinzuwaschen. Er wird seine Strafe bekommen. Aber ein Urteil steht den Gerichten zu, die nach Vorlage aller Fakten urteilen. Nicht sensationsgeile Journalisten oder verblendeten „Die da oben“-Hassern, die ohne jeden Anstand oder Selbstreflektion, aber mit einer Mischung aus Sozialneid und Selbstmitleid immer dann zum Halali blasen, wenn mal wieder es gegen einen Promi oder Reichen geht. Dieses an den Pranger stellen finde ich empörend und widerlich.

61) Erwin Gabriel, Montag, 22. April 2013, 22:57 Uhr

@ 45) m.spreng, Montag, 22. April 2013, 13:33 Uhr

>> Falls Sie mich damit meinen: Woher wissen Sie das eigentlich?

Auch falls er Sie meint, hat Herr Reichelt keine Behauptung aufgestellt und keine Fakten, kein Wissen präsentiert, sondern lediglich einen “These” (also eine Annahme).

Ansonsten bin ich auch der Meiniung, dass die aktuell vorliegende Informationslage gegen Uli Hoeness eine derartige Verunglimpfung nicht rechtfertigt. Ich halte das für grob fahrlässig.

Im Fall des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff streitet man um eine Summe von (wenn ich das im Radio richtig aufgeschnappt habe) etwa 700 bis 800 Euro, die ein Filmproduzent für Wulff übernommen haben soll. Alles andere Schall und Rauch bzw. Beschuldigungen, die sich nach monatelangen Ermittlungen Dutzender Ermittler nicht aufrecht erhalten ließen. Aber Ruf, Ehe, Karriere, Leben von Christian Wullff sind unwiederbringlich zerstört.

Aber alle an der Hatz beteiligten Journalisten (Sie, vermute ich, auch) werden sich einreden, dass sie eine wichtige Aufgabe wahrnehmen. Wo bleibt da die Verantwortung?

62) Frank Reichelt, Dienstag, 23. April 2013, 00:30 Uhr

@ m.spreng

Natürlich weiss ich es nicht, denn:

These = behauptend aufgestellter Satz, der als Ausgangspunkt für die weitere Argumentation dient.
(Duden)

63) Rainer N., Dienstag, 23. April 2013, 06:02 Uhr

Mein Verdacht: Hoeness nimmt die Schuld auf sich, um seinen Verein zu decken.

Wie war das im Januar? Es wurde veröffentlicht, in der Schweiz gäbe es ein Konto mit über einer halben Milliarde seit 2000 bis 2009 das in Verbindung mit dem Fußball stehe.

Am Sonntag dem 13.1. soll die Selbstanzeige erstellt worden sein, der Stern berichtete in seiner Ausgabe vom 16.1. darüber.

Eines dürfte klar sein, der Artikel wurde VORHER erstellt. Und sicher wurde auch bei Bayern München nachgefragt, ob … und das war doch wohl der Weckruf für die Selbstanzeige!

Was wäre geschehen, wenn nach dem Artikel bei allen Vereinen eine “Buchprüfung” erfolgt wäre, um den Steuersünder zu enttarnen, wenn dann Bayern München …

Denn wenn Hoeness 2000 ein Darlehen von 10 – 15 Millionen erhalten hat, wie sollen daraus in 8 Jahren 650 Millionen geworden sein – durch “Spekulation” oder “Zinsgewinnen”?

Ein 65- bis 43faches der ursprünglichen Summe! Solche “Renditen” erzielt man doch nicht legal.

Vielleicht wird deshalb genau gesucht. Ist das Geld wirklich Vermögen von Hoeness?

Ich vermute, das Geld gehörte dem Verein. Und Hoeness mit seinem “Guten Image” nimmt das auf seine Kappe. Was kann dem schon geschehen. Dafür wird man ihn dann auch noch bewundern, wenn es sich als Realität herausstellt. Er hat alles für seinen Verein geopfert … bis zuletzt.

*

64) HERDIR, Dienstag, 23. April 2013, 08:11 Uhr

Ich bin froh, dass das Steuerabkommen mit der Schweiz nicht zustande gekommen ist. Ich bin enttäuscht von Herrn Hoeneß, da ich ihn obwohl ich eher ein reservierter Bayernfreund bin (und kein Fußballfan) als Mensch und Unternehmer respektierte.

Leider hat er das Vertrauen verspielt. Es ist mir unbegreiflich, wie jemand sein Geld vor dem Staat versteckt und ohne augenscheinliche Reue anderen Leuten in die Augen sehen kann. Ich werde das (wahrscheinlich) nie begreifen.

Ich bin für eine Steuerstrafverfolgungsbehörde die solche Fälle identifiziert, aufklärt und die Schuldigen vor Gericht bringt. Kein Staat kann sich solche Reichen leisten, die Steuerflucht begehen.

Herrn Hoeneß wünsche ich mir, dass er deutlich weniger Häme aushalten muss, als ich gerade für ihn empfinde. Durch das Tal der Tränen muss er durch. Ich hoffe, dass er die richtigen (entschuldigenden) Worte für das deutsche Volk, die Bayern, seine Anhönger usw. finden wird.

65) Erika, Dienstag, 23. April 2013, 09:54 Uhr

63) Rainer N., Dienstag, 23. April 2013, 06:02 Uhr

<<"Ich vermute, das Geld gehörte dem Verein. Und Hoeness mit seinem “Guten Image” nimmt das auf seine Kappe. Was kann dem schon geschehen. Dafür wird man ihn dann auch noch bewundern, wenn es sich als Realität herausstellt. Er hat alles für seinen Verein geopfert … bis zuletzt."<<

Da stellt sich dann aber auch die Frage: Wer hatte denn im Verein die Verantwortung?

@60) Erwin Gabriel, Montag, 22. April 2013, 22:45 Uhr

<<" Aber wenn das Prinzip ausschlaggebend ist, gehört auch jeder Schwarzarbeiter oder jeder, der seine bezahlte Parkzeit überzieht, jeder, der die Sozialsysteme über seinen Bedarf hinaus ausnutzt, genauso bestraft – und mit gleicher Wucht öffentlich als Gesellschaftsschädling geoutet. "<<

Wenn der Scharzarbeiter, der Parker oder der Sozialbetrüger erwischt werden, werden sie doch bestraft. Sie zahlen dann ein Bußgeld oder erhalten eine Sanktion gemäß einer Verordnuung oder einem Gesetz. Bei Steuerhinterziehung von mehreren Millionen ist die Strafe laut Gesetz eben Gefängnis. insofern ist es doch das gleiche Prinzip im Rahmen der Verhältnismäßigkeit.

<>

Sie werden ja nicht gleich behandelt. Ist die Selbstanzeige bedingungsgemäß erfolgt, geht der “reuige” Steuerhinterzieher ziemlich unbeschadet aus der Sache. (Ob dies gerecht ist, ist nochmal eine andere Frage). Jetzt ermittelt aber die Staatsanwaltschaft und wenn man Herrn Kubicki bei Jauch folgt, ist dies in einem solchen Fall eher ungewöhnlich.

Mir gefällt es nicht, wenn die” Exekutive” ” Lösungen” für Steuerhinterzieher “verspricht”. Die Probleme in vielen Ländern (z.b. Griechenland) gäbe es so nicht, wenn die Steuerhinterzieher ihre Steuern bezahlen würden.

66) Erika, Dienstag, 23. April 2013, 09:58 Uhr

zu 65) Erika

Das Zitat ist irgendwie verloren gegangen:

<<"Der eine versucht, sein Geld zu verstecken und schickt es quer durch die Welt. Der andere hofft auf eine von der Exekutive versprochenen Lösung und zeigt sich, als die ausbleibt, selbst an. Sind beide gleich hart zu bestrafen?"<<

67) Matze, Dienstag, 23. April 2013, 10:16 Uhr

Es werden hier eigentlich mehrere strafrechtlich relevante Sachverhalte vermischt bzw. nicht aufgedröselt…

1. Wurde nicht versteuertes Geld in die Schweiz beiseitegebracht ?
2a. Wie ist die Motivation dazu / Welche Quelle -> im Sinne von Bestechungsgeld oder Vorteilsnahme eines günstigen privaten Kredites o.ä.
2b. Wenn es eine externe Geldquelle gab, wie geht diese mit dem Kapitalabfluss um ? Gibt es hier eine sStrafrechtliche oder steuerrechtliche Relevanz ? (-> Addidas/Bayern München Deal)
3. wurden hierbei im Laufe der Zeit entstandendenen Zinseinkünfte dieses Kapitals der steuerlichen Behandlung vorenthalten ?

Wer weiss denn, aufgrund welchen Sachverhalts die Hausdurchsuchungen stattfanden ?
- Punkt 2a oder 2b
- Offenlegung nicht vollständig (Punkt 1 und 3)

68) W. Zimmer, Dienstag, 23. April 2013, 10:54 Uhr

Verdrängung oder eiskalte Doppelmoral?
fragt die Überschrift. Meine Antwort: Gier.

69) frau u., Dienstag, 23. April 2013, 11:00 Uhr

FOCUS und BILD jetzt mit der “kontrollierten” Offensive, um der Affäre um Steuerhinterzieher Hoeneß schnell einen anderen Spin zu geben. Der arme “kranke” Uli, jetzt Götze Transfer.
BILD Draxler muss halt die Amigos seiner CDU Staatssekretärin schützen. Sonst wird er auch nicht mehr eingeladen, wenn die Großen sich in ihren geheimen Lounges treffen und kann anschließend “exclusiv” in einem vermeintlichen BILD”Artikel” berichten, was eigentlich eine Pressemitteilung ist.

Die Sportpresse entblödet sich nicht, die Drohung! des Abbruchs der Bayern PK hinzunehmen, anstatt dies zum Anlass zu nehmen, einfach mal nicht zu berichten! Meine Güte, mit Journalismus hat es in vielen Branchen (Sport, Auto, Mode) sowieso schon lange nichts mehr zu tun. Kein Wunder, dass die meisten “denkenden” Menschen sich abwenden.

Auch wenn der bayrische Dreiklang “absurd-Fehler-unbewußt” auf Hochtouren läuft “sind wir nicht alle ein bisschen Hoeneß”, wird er als Präsident und AR zurücktreten. Und zwar dank der Internet”bürger”, Meinungen der sonst schweigenden “Mehrheit”, bei denen der Wertekanon noch funktioniert und gelebt wird.

70) Journalist, Dienstag, 23. April 2013, 11:02 Uhr

@ 24) Olaf, Sonntag, 21. April 2013, 22:36 Uhr

„ Frage: Ihre Maxime ist, Altruisten sind vom Gemeinwesen ausgenommen? Nett provoziert! Dann darf der liebe Pfarrer und Heimleiter ja auch die Kinder gernhaben…“

Nein, das ist meine Maxime nicht, habe ich auch nicht geschrieben. Und ja, Pfarrer und Heimleiter dürfen die Kinder auch gern- und liebhaben – mißbrauchen dürfen sie die Kinder nicht.

„BEENDET DIE HEXENJAGD AUF STEUERFAHNDER!“
Ja: Beendet die Hexenjagd. Eine einfache Jagd mit rechtsstaatlichen Mitteln reicht.
___

@ 27) Hannes66, Montag, 22. April 2013, 01:29 Uhr

„Sie scheinen wirklich zu glauben, dass Herr Hoeness die Selbstanzeige aus eigener Einsicht in sein Fehlverhalten gemacht hat. Obwohl dieser Herr die Begründung für diese Selbstanzeige ja gleich mitgeliefert hat.“

Das ist genau der Punkt: Was Sie oder ich glauben, spielt keine Rolle. Eine Verurteilung sollte nach Faktenlage erfolgen, nicht nach dem Glauben von Nichtwissern
___

@ 35) riskro, Montag, 22. April 2013, 10:44 Uhr

„Eine Straftat und das liegt hier eindeutig vor, damit zu entschuldigen, dass er doch auf anderen Gebieten Großes geleistet hat, ist schon eine sehr abenteuerliche Rechtsauffassung.“

Ich entschuldige garnichts. Ich bin auch für eine gerechte Bestrafung, über die allerdings Gerichte zu entscheiden haben.

Ich finde es aber sehr schlimm, dass der nach Selbstanzeige unbestreitbare Fakt der Steuerhinterziehung von M. Spreng mit Themen aufgebauscht wird, die nichts mit Hoeness‘ Steuerhinterziehung zu tun haben – bis hin zur Verharmlosung von schweren Drogendelikten. Die Überschrift “Verdrängung oder eiskalte Doppelmoral?” zwingt den Leser in eine der beiden Möglichkeiten, eine wie auch immer geartete dritte Möglichkeit scheidet aus. Selbst wenn M.Spreng keine dritte Variante einfiel, ist das doch hoch manipulativ.

M.Spreng beherrscht das journalistische Handwerk aus dem FF. Er weiß leider ganz genau, was er da tut und wie er die gewünschte Wirkung erzielen kann.

71) Olaf, Dienstag, 23. April 2013, 11:36 Uhr

#60: volle Zustimmung für Ihren letzten Absatz!

72) Erwin Gabriel, Dienstag, 23. April 2013, 14:04 Uhr

@ 65) Erika, Dienstag, 23. April 2013, 09:54 Uhr

>> Wenn der Scharzarbeiter, der Parker oder der Sozialbetrüger
>> erwischt werden, werden sie doch bestraft. Sie zahlen dann
>> ein Bußgeld oder erhalten eine Sanktion gemäß einer Verordnung
>> oder einem Gesetz. Bei Steuerhinterziehung von mehreren
>> Millionen ist die Strafe laut Gesetz eben Gefängnis. Insofern ist es
>> doch das gleiche Prinzip im Rahmen der Verhältnismäßigkeit.

Die Bestrafung, durch Ämter oder Gerichte ausgesprochen, liegt wohl im Rahmen der Verhältnismäßigkeit. So ist es gut, so soll es bleiben. Aber ein Schwarzarbeiter wird nicht derart stigmatisiert, wie es gerade bei Hoeness oder zuvor schon bei Zumwinkel geschah. Diese scheinheilige Berichterstattung mit dem einzigen Ziel, eine Person zu vernichten, das “Wild” zu “erlegen”, ist zutiefst unanständig.

73) wschira, Dienstag, 23. April 2013, 18:07 Uhr

@72) Erwin Gabriel

Herr Gabriel, wir sind zwar oft nicht einer Meinung, aber im Allgemeinen kann ich mit Ihnen vernünftig argumentieren. Aber in diesem Fall, wo Sie so grosse Krokodilstränen über den armen stigmatisierten Herrn Hoeness vergiessen: Haben Sie schon einmal verfolgt, wenn die Bildzeitung eine widerliche Kampagne nach der anderen fährt gegen H IV- Bezieher oder die Schmutzschleudern von RTL ins gleiche Horn pusten? Diese Leute (die sich auch noch nach einem Puff-Kaffeefahrtenorganisator benennen lassen müssen) haben, selbst wenn manche den Staat bescheissen, bei weitem nicht so einen grossen Schaden verursacht und haben weit weniger Möglichkeiten sich zu wehren als Herr Hoeness. Wo war da Ihr Aufschrei gegen scheinheilige Berichterstattung?

74) Peter Christian Nowak, Dienstag, 23. April 2013, 18:38 Uhr

@58) Journalist,

Na, dann bin ich aber für die Zunft des Journalismus froh, dass sie den “Journalisten” lediglich als Metapher sozusagen für “Nichtssagend” am Revers tragen.

Ich stimme Ihnen zu, wenn der Beitrag nicht einen juristischen Sachverhalt aufklärt, sondern einen gesellschaftspolitischen, hier der Umgang mit Steuerpflichten. Eine juristische Aufklärung ist pflichtgemäß anderen überlassen.Dafür sind Wirtschaftsprüfer und Steueranwälte zuständig, und gegebenenfalls im Anschluss Richter und Staatsanwalt. Wenn Sie aber den Artikel als Kritik an einer angeblich vorbildlich handelnden Elite verstehen wollen, die der Mehrheitsgesellschaft als Beispiel vorgehalten wird, dann haben sie auch meine Zustimmung. Diese Kritik hat Herr Spreng wohl an der (öffentlichen) Person Höneß festmachen wollen. Genauso gut hätte er es mit anderen Prominenten tun können.
Man korrigiere mich, falls ich falsch liege…

75) Erwin Gabriel, Dienstag, 23. April 2013, 20:04 Uhr

@ 73) wschira, Dienstag, 23. April 2013, 18:07 Uhr

Ich weine keine Krokodilstränen, ich fordere nur einen fairen Umgang. Siehe Olivers Beitrag No. 20, dem ich nur zustimmen kann. Mir geht es nicht darum, Herrn Hoeness reinzuwaschen. Er hat eine Strafe verdient, die Gerichte auch gegen ihn verhängen werden. Aber damit ist eigentlich gut.

Mir sind die Methoden der BILD zutiefst zuwider. Aber die spielen hier im Blog nur sehr selten eine Rolle, jedenfalls durch Herrn Spreng. Wenn Sie der Meinung sind, dass die BILD gegen Hart-IV-Bezieher Hetzkampagnen fährt, und wenn Sie das verurteilen, warum ziehen Sie dann hier mit? Wenn Sie hier mittun, warum regen Sie sich dann über die BILD-Kampagnen auf? Das passt für mich nicht zusammen.

Entweder ist akzeptabel, dass jeder gegen jeden nach eigenem Gusto wüst vom Leder zieht, beleidigt, in den Dreck zieht, oder man verurteilt die Methode als solche. Ich verurteile die Methode als solche, egal von wem, egal gegen wen.

76) Journalist, Dienstag, 23. April 2013, 20:15 Uhr

74) Peter Christian Nowak, Dienstag, 23. April 2013, 18:38 Uhr

>> Na, dann bin ich aber für die Zunft des Journalismus froh,
>> dass sie den “Journalisten” lediglich als Metapher sozusagen für
>> “Nichtssagend” am Revers tragen.

Einmal mehr abfällig geäußert, ohne Wissen und Argumente?

Es tut mir für Sie leid, dass Sie sich immer wieder zu derartigen Kommentaren genötigt sehen.

77) Moon, Mittwoch, 24. April 2013, 09:35 Uhr

@Erwin Gabriel

Nicht sensationsgeile Journalisten oder verblendeten „Die da oben“-Hassern, die ohne jeden Anstand oder Selbstreflektion, aber mit einer Mischung aus Sozialneid und Selbstmitleid immer dann zum Halali blasen, wenn mal wieder es gegen einen Promi oder Reichen geht.

Schön zu sehen, dass Sie weiterhin niemandem irgendwas unterstellen.

Aber Ruf, Ehe, Karriere, Leben von Christian Wullff sind unwiederbringlich zerstört.

Was natürlich rein gar nichts mit seinem Verhalten (davor und danach!) zu tun hat.

78) wschira, Mittwoch, 24. April 2013, 14:53 Uhr

75) Erwin Gabriel

Herr Gabriel, ich glaube, Sie haben nicht ganz verstanden, was ich ausdrücken wollte. Ich ziehe nicht über die Bildzeitung her (jedenfalls nicht in erster Linie und obwohl man das mit jeder Äusserung machen müsste), und mit Herrn Spreng hatte mein Kommentar schon gar nichts zu tun. Ich wollte damit nur ausdrücken, dass Sie hier so beredt Klage führen über die “Kampagne” gegen Herrn Hoeness (nebenbei gefragt, warum ziehen Sie dann hier mit? :-) ), ich aber noch nie etwas von Ihnen gehört habe, wenn Kampagnen von irgendwelchen Dreckschleudermedien gegen irgendwelche Gruppen geführt werden (nebenbei gesagt, das passt für mich nicht zusammen :-) ).

79) anonym, Mittwoch, 24. April 2013, 16:50 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

eine kurze Anmerkung: Mit der Kokserei hat sich Herr Daum nicht im Wesentlichen selbst geschadet. Er wird einen Preis bezahlt haben für seine Ware. Wenn man den Weg der Ware und des Kaufpreises zurückverfolgen würde, stieße man auf Dinge…

Der zweite Teil des Satzes, dass U.H. im Wesentlichen anderen geschadet hat… Der Staat funktioniert auch ohne die Millionen des Herrn H. und wird sein rechtswidriges Verhalten ahnden. Er selbst hat sich mit seinem Handeln der öffentlichen Vernichtung preis gegeben. Jetzt können alle die im Glashaus sitzen Steine werfen.

MfG

80) Melanie Kunzel, Mittwoch, 24. April 2013, 17:09 Uhr

Jedem Bundesbürger entsteht pro Jahr ein Schaden von rund 1.250 Euro, weil ein kleiner Teil der Bevölkerung massiv Steuern hinterzieht. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung der Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) hervor, die auf Zahlen der OECD basiert. Danach kostet Steuerflucht die Bürger jedes Jahr mehr als 100 Milliarden Euro. Deutliche Steuersenkungen für die Mittelschicht wären längst möglich, wenn es nicht ein solches Ausmaß an Steuerhinterziehung gebe. Die IESM spricht sich für wirksame Steuerreformen, mehr Steuerfahnder und eine zentrale Steuerverwaltung aus.

Kein anderes Land biete so viele Möglichkeiten einer Steuerflucht wie Deutschland. Steuerfahnder schätzen, dass rund 485 Milliarden Euro von deutschen Anlegern schwarz auf Bankkonten im Ausland liegen. Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt, sondern Betrug an der Allgemeinheit. Für die Bürger wären nicht nur Steuersenkungen längst möglich, wenn alle Steuerbetrüger ehrlich zahlten. Durch die milliardenschweren Verluste fehle dem Staat außerdem Geld für notwendige Investitionen, wie zum Beispiel dem Bau von Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und Straßen. Das geltende Recht lädt geradezu zur Steuerflucht ein und muss deshalb dringend verbessert werden.

Steuerfahndung und Steuerprüfung seien seit Jahren überlastet. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Steuerbetrüger entdeckt wird, liege heute bei unter zehn Prozent. Die IESM fordert deshalb deutlich mehr Personal und eine zentrale Steuerverwaltung. Bundesweit würden rund 6.000 Steuerfahnder, Betriebsprüfer und Mitarbeiter im Innendienst benötigt. Eine Investition, die sich für die Allgemeinheit lohnt: Jeder Prüfer sorgt bereits bisher im Schnitt für Steuernachzahlungen in Höhe von 1,5 Millionen Euro.

Die IESM spricht sich auch künftig für den Ankauf von CDs mit den Daten mutmaßlicher Steuerbetrüger aus. Dieses Vorgehen ist in Deutschland rechtlich möglich und lohnenswert, wie das Beispiel Nordrhein-Westfalen zeigt. Das Bundesland hat bisher für den Kauf von Steuer-CDs einen einstelligen Millionenbetrag ausgegeben und dadurch im Gegenzug mehr als 300 Millionen Euro an entzogenen Steuern für die Bürger eingenommen.

Wie ernst das Problem Steuerflucht ist, zeigt folgender Vergleich: Der Schaden, der jährlich durch Sozialbetrug bei Hartz IV entsteht, liegt bei rund 72 Millionen Euro. Die jährliche Steuerhinterziehung gibt die OECD dagegen mit über 100 Milliarden an. Anders ausgedrückt kommen in Deutschland auf 1 Euro Sozialbetrug fast 1.400 Euro an hinterzogenen Steuergeldern. Vor diesem Hintergrund Hartz-IV-Empfänger als Sozialschmarotzer zu bezeichnen, sei geradezu absurd.

81) Erwin Gabriel, Mittwoch, 24. April 2013, 17:57 Uhr

@ 77) Moon, Mittwoch, 24. April 2013, 09:35 Uhr

Zum einen glaube ich, dass es schon einen Unterschied macht, ob der eine gegen den anderen hetzt, oder ob ein Dritter auf die Hetze hinweist. Letzteres ist auch keine Unterstellung. Zum anderen: Ein Christian Wulff hat weder Ihr noch mein leben noch das Dritter durch Kampagnen zerstört. Das, was mit ihm passiert ist, mag mit seinem Verhalten zu tun haben. Aber das genau ist der Punkt: Hat er gefehlt, kommen Gerichte und bestrafen ihn. Damit sollte es gut sein. Aber das geltendes Recht ausgeübt wird, reicht offenkundig vielen Mitmenschen nicht.
.

@ 78) wschira, Mittwoch, 24. April 2013, 14:53 Uhr

Hab und hatte schon verstanden. Nun, keiner von uns kann permanent gegen jede Schweinerei auf der Welt seine Stimme erheben. Ich äußere mich hier im Blog zu Beiträgen, die hier im Blog geschrieben werden, nicht zu anderen Sachen, die ich “doof” finde. Sie haben ja schon den einen oder anderen Beitrag von mir gelesen und wissen also auch, dass ich mich auch bei anderen Themen in gleicher Tonalität äußere. Es ist mir einfach ein Anliegen.

82) Thomas, Donnerstag, 25. April 2013, 23:55 Uhr

IHnen ist noch ein weiterer Fehler unterlaufen: Hoeneß hat nie Daum fertig machen wollen. Die Sache kam durch ein falsches Zitat eines Münchener Journalisten ins Rollen, in dem Hoeneß zitiert wurde, Daum nähme Kokain. Die anderen Dinge bezogen sich nicht auf Daums Kokainkonsum, sondern auf die generelle Haltung der Gesellschaft, einen Drogensüchtigen als Bundestrainer zu akzeptieren.

83) riskro, Freitag, 26. April 2013, 16:53 Uhr

Die angebliche soziale Seite des Herrn H. erschließt sich mir nicht. Er hat Millionenprofit aus Steuerhinterziehung gezogen, davon 1 Million zu spenden um sein schlechtes Gewissen zu mildern, ist ein weiterer Betrug an der Gesellschaft, die ihn deshalb noch als sozialen Gönner feiert.

Auch seine angeblichen großen Verdienste für den Fußball sind ein zweischneidiges Schwert.
Er hat maßgeblichen Anteil an der Einführung eines brutalen rüchsichtslosen Fußballkapitalismus in Deutschland. Dies hat zu einer Zweiklassengesellschaft im Ligafußball, zum Nachteil der übrigen Fußballclubs, geführt.

Wer kann mir seine Verdienste nennen?

84) Peter Christian Nowak, Freitag, 26. April 2013, 18:50 Uhr

@80) Melanie Kunzel,

Das Steuer-Abkommen mit der Schweiz nach US-amerikanischem Modell mit der Kurzformel FACTA.

Und so funktioniert es:

Die Schweizer Banken haben sich entschlossen sich am – von den US-Behörden weltweit vorangetriebenen FACTA-Abkommen – zu beteiligen.

Die Amerikaner haben der Schweiz ein Angebot gemacht, was sie nicht ausschlagen konnten.

Und das heißt für die Schweiz: Eventuelle juristische Hindernisse werden beseitigt. Die Banken werden ihren amerikanischen KundInnen mit US-Bezug eine Erklärung zusenden, die die Banken autorisiert, ihre persönlichen Daten an den US-Fiskus übermitteln zu dürfen. Das Bankgeheimnuis gilt fortan nicht mehr für amerikanische Kunden.

Wer sich dieser höflichen Bitte widersetzt, gilt als “störrisch”. Das ist so wie bei Hartz IV-Empfängern, die ihrer gesetzlichen Mitwirkungspflicht nicht nachkommen: sie werden sanktioniert!

Die Schweiz erlaubt außerdem den US-Behörden, an die Schweizer Behörden eine Gruppenanfrage nach den Ungehorsamen zu stellen.

Hier ist meiner Meinung nach die Lücke im System: Was machen die USA, wenn die Banken die Daten der Ungehorsamen nicht oder nur unvollständig übermittelt? Aber OK.– haben die sich sicherlich auch vorher schon überlegt.

Die Daten der Widerspenstigen werden dann in die USA übermittelt. Das Vorgehen gilt nicht nur für Kontoinhaber in der Schweiz, sondern auch für Tochterfirmen in Drittstaaten. Also ist nicht nur etwa die UBS Schweiz erfasst, sondern auch UBS Singapur, HongKong, usw.

Das erfreuliche Fazit: Die Transparenz für US-SteuerbürgerInnen ist durch Schweizer Banken hergestellt. Die Anonymität wird beendet.

Ende der Durchsage.

Und Schäuble vollführte mal wieder einen Tanz auf in Sachen Steuerflucht und ihre Bekämpfung, dass Herr Steinbrück sich schon genötigt sah, die Kavallerie in die Kantone zu schicken. Nun blasen es die Alphörner von der Ruetli-Alm…weiter Steuer-CDs ankaufen!

85) Holger Lippner, Dienstag, 18. März 2014, 18:35 Uhr

So, nach all den Diskussionen, hat man gesehen, wie unser Rechtsstaat funktioniert. Im Fall Uli Hoeneß ist meines Erachtens alles richtig gemacht worden. Nur schade für mich, dass ich ihn vorher bewundert habe. Es bewahrheitet sich somit immer wieder. Nicht nur vor den Kopf schauen.
Übrigens hat sich Herr Daum im Augenblick super verhalten. Keine Häme oder ähnliches. So muss es sein und unsere Gesellschaft wird wieder harmonischer

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