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Dienstag, 23. April 2013, 11:09 Uhr

Das Schweigen des Uli H.

Die Kanzlerin, die sich so gern mit Uli Hoeneß fotografieren ließ, ist “enttäuscht”, BILD macht ihn zum suchtkranken Börsenzocker, die Hypovereinsbank stoppt ihre Werbung mit ihm (“Wo sich ihr Geld jetzt wohlfühlt”). Die Reputation des angesehensten Fußballmanagers fällt schneller als die Kurse am Neuen Markt.

Und ganz Deutschland rästelt fassungslos: Wie konnte das nur dem “Vater Teresa vom Tegernsee” passieren, wie ihn Karl-Heinz Rummenigge nannte? Dem “Nelson Mandela von der Säbener Straße” (ebenfalls Rummenigge)? Wie konnte einer wie ein Wilder spekulieren und dabei die Steuer vergessen, einer der noch 2005 erklärte, dass er alle Steuern zahle?

Aufklärung gibt es nicht. Denn Uli Hoeneß hat sich, außer einer Drohung gegen Zeitungen, entschlossen, nichts zu sagen. Seine Anwälte habe ihm abgeraten, er hält sich daran. Das mag juristisch richtig sein, denn sein Steuerfall ist ein sogenanntes schwebendes Verfahren. Aber dennoch ist sein Schweigen falsch.

Die juristische ist nur die eine Seite, die andere ist die Rolle des Idols, des Vorbildes Uli Hoeneß, dessen Handeln Millionen Menschen nicht verstehen können. Und in dieser Frage sind Anwälte schlechte Ratgeber.

Hoeneß macht den selben Fehler wie viele Politiker, wenn sie ins Zentrum eines Skandals rücken. Schweigen, Drohen und am Sessel kleben. Das hat schon Christian Wulff immer tiefer in den Affärenstrudel gerissen. Professionelles Krisenmagament sieht anders aus. Denn der Ruf verfällt rasend schnell, ihn wiederherzustellen ist ein ein langwieriger, häufig aussichtsloser Prozess.

Also wäre Reden angesagt. Nicht über die Steuerdetails. Dazu kann er zurzeit nur den Steuerfahndern und dem Staatsanwalt etwas sagen. Aber er muss den Fans, den Menschen, die ihm vertrauten, eine Erklärung liefern, warum ausgerechnet er so handelte. Warum ein reicher Mann, der anderen Wasser predigte, so übermäßig Wein trank.

Darauf hat die Öffentlichkeit, haben Freunde und Fans einen Anspruch. Wo bleiben die Reue, die Demut, die Entschuldigung? Und seine Erklärung dafür, dass ihm der Adidas-Chef das Zockergeld offenbar genau zu der Zeit zur Verfügung stellte, als er mit Adidas über Sponsor- und Beteiligungsverträge verhandelte?

Hoeneß kann seinen Fall nicht aussitzen. Sein Schweigen verschlimmert seine Lage. Und die seines Vereins, den Franz Beckenbauer einmal “FC Hoeneß” nannte. Der ist immerhin eine AG. Und eine AG kann sich einen solchen Aufsichtsratsvorsitzenden nicht länger erlauben. Wenn Hoeneß wenigstens den Kern seines Rufes und seines Ansehens retten will, dann muss er sich erklären.

P.S. Zum “Vater Teresa” verweise ich auch auf meine Anekdote vom 11. Januar 2010: “Sozialpate Uli Hoeneß”

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65 Kommentare

1) analogkäse, Dienstag, 23. April 2013, 11:39 Uhr

Verstehe Ihre persönliche Anteilnahme nicht: ob er nun weitere Fehler im “Krisenmanagement” macht oder nicht. Relevant einzig und allein für die Gesellschaft ist doch der Sachverhalt an sich. Wir dürfen wohl (erstens) solche Autoritäten gar nicht erst entstehen lassen… weil eben immer solche Dinge, solche Verfehlungen, möglich sind. Und dann muss (zweitens) bei Reichtum ganz genau hingeschaut werden. Und (drittens) ist es eine existentielle gesellschaftliche Frage, der zunehmenden “Gierkultur” entgegenzuwirken. Nicht “Leistung…”, sondern “Bescheidenheit muss sich wieder lohnen…”

2) dirk, Dienstag, 23. April 2013, 11:56 Uhr

jawohl, auf ihn mit gebrüll!!!!
Hätte er mrd mit der westLB verzockt, regressansprüche gegen die HypoVereinsbank um EINEN!!!tag”verpasst”und bei der HRE 100mrd(die so berühmten steuergelder der allgemeinheit) in den sand gesetzt, dann wäre er jetzt kanzlerkandidat der spd.
Aber weil er ein paar zinserträge nicht angegeben hat, muss man mal wieder so richtig zeigen wo der hammer hängt!
wohlgemerkt niemand ist perfekt und für alle sollte das gesetz gelten, aber wenn sich grad die pharisäer aufregen wird es meist unglaubwürdig. aber wenn die 4.gewalt im staat grad sonst nichts aufzudecken hat, muss man sich halt an den wirklichen problemen der republik abarbeiten…

wer sich den ganzen sumpf der BananenRepublikD tagtäglich mit eigenen augen ansieht, der kann im tiefsten inneren hr. H. nur beipflichten, jeder Steuereuro ist einer zuviel.

3) rundertischdgf, Dienstag, 23. April 2013, 12:18 Uhr

Die Politiker standen Schlange, um mit Hoeneß und Bushido zu posieren. Der eine ein großer Sportler und mit seinen Fans und seiner Wirkung ein Magnet zur Wählergewinnung, der andere geeignet, sich als als jung, modern und integrationsfreudig zu geben. Von heute auf morgen wollen Seehofer und Friedrich von denen nichts mehr wissen. Heute wird aber nichts mehr vergessen, das Internet macht es möglich, auch für den kleinen Mann hinter die Fassaden dieser erbärmlichen Heuchelei blicken zu können. Schon stellt einer öffentlich dem Bundesinnenminister die Frage, was er sich dabei dachte, als er Bushido freundschaftlich umarmte. http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/04/22/herr-bundesinnenminister-was-tun-sie-gegen-kriminelle-auslanderbanden/ Plötzlich werden die Ertappten ganz klein, auch wenn Hoeneß und Bushido stürzen, ihr Ruf angeknackst ist, die Wichte sind aber diese Politiker.

4) Frank Reichelt, Dienstag, 23. April 2013, 12:26 Uhr

² Und ganz Deutschland rätselt fassungslos”

Ein typisches BILD- Restabbild!

Auch ich bin Deutschland und nicht fassungslos, nur fürs Protokoll!

5) Johannes, Dienstag, 23. April 2013, 13:10 Uhr

Er redet doch: mit der Sport-Blöd. Morgen gedruckt nachzulesen, heute per Vorabmeldung schon in allen anderen Medien. Natürlich mit einem Springer-Blatt, die ihn zwar einerseits jetzt auf dem Kieker haben, aber andererseits und wohl eher nicht zufällig heute nacht exklusiv den Transfer-Coup des Jahres verkündeten, den Wechsel von Mario Götze zum FCB für kolportierte 37 Mio. EUR.

So geht Krisenmanagement, neuer Spin, neuer Dreh, neue Geschichte. Dazu nun noch etwas verkündete Reue (“schwerer Fehler”, so die Vorabmeldungen), und schon ist der Steuermist vergessen und sein Gerede, dass er in der Bundesliga spanische Verhältnisse befürchtet (etwa 10 Tage alt), als das entlarvt, was es von Anfang an war: heuchlerisches Geschwätz.

Was aber intern beim FCB niemanden interessiert, aber so rettet er seinen Posten als Buy’em-Präsident und AR-Vorsitzender.

6) Gregor Keuschnig, Dienstag, 23. April 2013, 13:45 Uhr

Als moralische Instanz habe ich Hoeneß nie empfunden. Er war (ist?) ein guter Manager, der gelegentlich etwas Charity nach Gusto betrieben hat. Was man jetzt in ihm hineininterpretiert, finde ich sehr erstaunlich; mit einem Nelson Mandela hat er charakterlich nie etwas gemein gehabt. Auch der Vergleich mit Wulff ist falsch: Hoeneß ist das, was man Wulff erst noch nachweisen muss. Und das in Potenz.

7) Jan, Dienstag, 23. April 2013, 14:00 Uhr

Link zu “Sozialpate Uli Hoeneß”: http://www.sprengsatz.de/?p=2664

8) Erwin Gabriel, Dienstag, 23. April 2013, 14:17 Uhr

Ich war beeindruckt von der Person Uli Hoeness und bin es noch heute. Aber ich bin auch schwer enttäuscht. Aber Steuerhinterziehung ist ein Straftatbestand. Darüber haben Gerichte zu urteilen. Uli Hoeness gehört nach Gesetzeslage bestraft, nicht als Mensch im aufgehetzten Volkszorn vernichtet.

Und was immer er sagen wird – Leute wie Sie warten darauf, diese Aussagen zu zerfleddern, zu widerlegen, so zu interpretieren, dass man eine Lüge oder Verdrehung daraus basteln kann.

Es sind scheinheilige Krokodilstränen, die Sie vergießen, Herr Spreng, mit dem einzigen Ziel, mehr Munition zu erhalten. Mag sein, dass erfolgreiche Journalisten so handeln. Aber ehrenhaft ist das nicht.

9) Politikverdruss, Dienstag, 23. April 2013, 14:51 Uhr

„Unsere Medienöffentlichkeit ist offenbar eine degenerierte Kirche. Süchtig ist sie nach den Sünden der anderen, geizig gibt sie sich im Verzeihen. Sie führt gerne Sünder vor, klagt Beichten ein und verlangt Reue… Ist erst einmal die Talkshow zum Beichtstuhl geworden, findet keine Beichte mehr statt, sondern die Tribunalisierung einer fremden Schuld. Öffentliche Beichten sind keine Beichten, sondern Operationen am Sündenbock. Er wird in die Mitte einer Debatte gestellt, um die eigenen Versuchungen auf ihn abzuladen und abzufackeln, sie ihm stellvertretend auszutreiben. Gerne ist man Exorzist, bleiben nur die eigenen Hände sauber. Das „Gemeinwesen“ oder „der Staat“ oder das ominöse „Wir“ sind sehr eifersüchtige Götter.“http://www.cicero.de/salon/s%C3%BCndenbock-hoene%C3%9F-beichte-ohne-absolution/54261

Ja, und dann kommen die Walther-Borjans daher, die kaum einen verfassungsgemäßen Landeshaushalt zu Stande bringen und schwingen sich zum Richter auf. Wer sich hier wohl am „Gemeinwesen vergeht“? Schon seit Jahren erdulden wir die Kalte Steuerprogression und nun wird ihre Abschaffung auch noch aus parteitaktischen Gründen verwehrt. Nicht Herr Hoeneß ist das Problem, sondern ein durch und durch krankes Steuersystem, an dem politische Schuldenmacher gezielt festhalten! Warum wird das nicht wöchentlich durch die Medien angeprangert? Aber nein, es macht ja mehr Freude, mal wieder eine Sau….

10) M.M., Dienstag, 23. April 2013, 14:52 Uhr

Gegenfrage: Hat dem deutschen Staatsbuerger irgendwann einmal
“Die deutsche Gewerkschaft” erklaert und sich womoeglich entschuldigt warum sie undeklariertes Geld in der Schweiz angelegt hat? – Frau Kuenast tut das ab als haette es nicht stattgefunden. SPD – Gewerkschaftler muessten dabei Magengeschwuere bekommen.

11) Olaf, Dienstag, 23. April 2013, 15:21 Uhr

Nun hat sich der Mann heute irgendwie geäußert, und nun ist es doch auch gut.
Der Geschäftsführer einer fiktiven Nudel-AG müsste sich ja auch nicht ständig erklären, dafür gibt es Verfahren, die z.T. öffentlich sind und mit Urteilen im Namen des Volkes enden.

Ich sehe auch nirgendwo eine Rücktrittsgrund im Bereich dieses Ballvereins, denn Dienst ist Dienst und Schnapps ist Schnapps, weil das ja so ist, wegen der Unschuldsvermutung.
Ja ja, ich weiß, Selbstanzeige…da sehen wir mal, wie unwirklich diese Lex Dickeskonto ist.

Eine Nudel-AG oder Deutschbank schmeißt auch nicht sofort die Topliga `raus, obwohl sie notorisch gerichtsbar sind. Dann wären die Lederstühle ja auch zu oft leer.

12) Aachen, Dienstag, 23. April 2013, 16:55 Uhr

Nein Herr Spreng! Selbstverständlich ist Herr U.H. gut beraten nichts weiter zu sagen, eben weil es ein schwebendes Verfahren ist und alles, was er sagt, gegen ihn verwendet werden kann.
Von jemandem zu erwarten, dass er sich offenbart und somit sich selbst immer weiter in die Mühlen der Justiz begibt, nur, weil so die ach so wichtigen Fans …. die werden ihn dann auch nicht im Gefängnis besuchen … Herr Spreng, hier muss sich U.H. selbst am nächsten sein. Und für mich ändert eine Entschuldigung von U. H. auch nichts an seinem Tun. Es bleibt das, was es ist, Steuerhinterziehung. Das ein KH. Rummenigge sich zu solchen Äußerungen hinreißen lässt, sagt eher was über die Entrücktheit und den Realitätsverlust von KHR aus (verweis auf meinen Beitrag von gestern). Zusammenfassend: U.H. sollte sich selbstverständlich von seinen Anwälten beraten lassen. Ein anderer Umgang als dieser wird von unserem Rechtssystem vorgesehen, sogar unmöglich gemacht, sogar weiter bestraft.

13) Karsten Lucke, Dienstag, 23. April 2013, 17:19 Uhr

Wann wacht Deutschland auf? Denn nicht nur Uli Hoeneß muss Antworten liefern. das konservative Deutschland, repräsentiert durch die von Merkel geführte Bundesregierung muss grundlegende Fragen beantworten. Das Volk, so lapidar es klingt, darf sich das nicht mehr gefallen lassen und die SPD sollte diese Steilvorlagen langsam aber sicher einmal verwandeln. Mehr auf:

http://kielspratineurope.eu/?p=1384

14) Doktor Hong, Dienstag, 23. April 2013, 17:24 Uhr

Wie konnte einer wie Wilder spekulieren und dabei die Steuer vergessen, einer der noch 2005 erklärte, dass er alle Steuern zahle?

Das fällt unter die Rubrik “Es wird viel gelabert auf dieser Welt”, wie mein Opa immer zu sagen pflegte.

Mit jedem Tag, den ich älter werde, merke ich umso mehr, wie recht dieser alte Herr hatte.

Ansonsten: was ist denn so neu an der Doppelmoral eines Konservativen?

Schwarzgelder und Verfassungsbruch… aber lassen wir die lange Liste mal lange Liste sein.

15) Olaf, Dienstag, 23. April 2013, 18:16 Uhr

Hallo Analogkäse, Sie haben mit Punkt 1 besonders Recht. Aber der nächste Clown steht sicher schon hinter dem Politvorhang, um uns so richtig an der roten Nase herum zu führen. Wie komisch, das viele von denen in Bayern ihren Seehof haben.

16) Peter Christian Nowak, Dienstag, 23. April 2013, 19:10 Uhr

6) Gregor Keuschnig,

Merkwürdig, als es um Wulff ging, fielen die Reaktionen der meisten der Einträge wesentlich härter und ungnädiger aus. Jetzt bei Herrn Hoeneß hat man den umgekehrten Eindruck. Hier will man Gnade vor Recht ergehen lassen, so mein Eindruck. Woran das wohl liegen mag?…Spricht bei den meisten hier mehr die Fan-Seele als die Objektivität?

Wenn Promis sich zu sehr aus dem Fenster lehnen, müssen sie auch damit rechnen, dass sie jeder sieht. Allerdings, mit dem ungemütlicheren Teil des Ansehens müssen Promis schon umgehen können. Dass die Folgen in Situationen wie die von Wulff und Hoeneß auch sehr unangenehm sein können, vielleicht auch hin und wieder überzogen wird, weil mit Unfairness verbunden, damit muss “Promi” sich im Vorhinein schon einmal auseinandergesetzt haben. Besonders in Sachen Straftaten. Das ist eben der Preis an die Öffentlichkeit dafür, dass man Prominenz angestrebt hat und als lebendes Denkmal auf den Schild gehoben wurde.

17) Carsten Blöcker, Dienstag, 23. April 2013, 19:35 Uhr

Ein Vorsitzender des Aufsichtsrates, der jeden und alles kritisieren konnte, hat jetzt nicht genug Eier, durch einen Rücktritt Schaden vom FC Bayern fernzuhalten, was für ein Armutszeugnis.
Und die Vorgänge Lewandowski und Götze – ohne jegliche Kontaktaufnahme zu den Verantwortlichen des BVB’s – zeugen nicht von Stil und Anstand.

18) Baden-Baden, Dienstag, 23. April 2013, 20:02 Uhr

War es wirklich Realitätsverlust oder Überheblichkeit ?

Ich denke es war etwas anderes !

Das sind die Früchte jener Geisteshaltung aus den 90 er Jahren, die gesagt hat:

- die Steuern sind Diebstahl an den Bürgern
- Steuervermeidung um jeden Preis ist legitim

Darin kommt eine Verachtung des Staates und seiner Aufgaben zum Ausdruck. Sie dachten schon damals

- wir brauchen keinen aktiven Staat
- die Privaten können alles besser und effizienter

Einfach denkende Personen glauben dieses Märchen noch heute.
Für diese gibt es derzeit ein böses Erwachen

19) Naja, Dienstag, 23. April 2013, 20:46 Uhr

Genau!
Nun muss Hoeneß reinen Tisch machen und sämtliche Kontoauszüge seit 1912 auf den Tisch legen!
Am Besten er richtet eine eigene Webseite ein und erklärt seit 1855 was er jeden Tag gemacht hat, wie viel er einnahm und was er ausgab.
Gleichzeitig werden sämtliche Abschlüsse des FC Bayern seit 164 von 5 externen Wirtschaftsprüfern gegengerechnet und alle Bundesligasspiele seit 1133 mit Beteiligung vom FC Bayern nochmals neu ausgetragen.
Hatten wir so was nicht schon mal? Schwere Anschuldigungen gegen eine Bekannte Person und was blieb am Ende übrig? 800 Euro beim Oktoberfest?
Ich lese hier eigentlich die Kommentare des Herrn Spreng gerne, aber hier ist eindeutig der Boulevardgaul mit Ihm durchgegangen!!!

20) karel, Dienstag, 23. April 2013, 21:51 Uhr

14 ) Doktor Hong.
Nach den in “roten” Päckchen bewegten Schwarzgeldern sucht ja auch niemand.
Und in NRW wird 3x hintereinander die Verfassung gebrochen. Und wen intressiert´s?
Sie etwa??????

Für ´nen reuigen Steuersünder gibt´s den Haftbefehl. Ne tolle Logik.
Für den grobfahrlässigen Steuerverschwender ´ne satte Pension. Auch ´ne tolle Logik.

BER mit 1,5 bis 2 oder mehr Mrd. Verschwendung läßt grüßen.

Helau

21) zero, Dienstag, 23. April 2013, 22:19 Uhr

Lieber Herr Spreng,

in dieser Sache haben sie leider Unrecht. Die Kommunikationsforschung kann relativ gut zeigen, dass “sich äußern” vieles oft nur verschlimmert, u,a. weil man die Medien füttern anstatt das Thema einzufrieren. Einige Beispiele dafür lassen sich bei Kepplinger finden -> http://www.kepplinger.de/content/die-mechanismen-der-skandalisierung – Für Reue, Demut usw. ist noch früh genug Zeit. Außerdem ist es sehr wahrscheinlich, dass H. spätestens danach Rede und Antwort stehen wird. Denn die skandalisierten Personen fühlen sich oft als Opfer der Medienberichterstattung, unabhängig ob die vorgebrachten Anschuldigungen korrekt sind oder nicht, und möchten dieses Bild wieder gerade rücken. Dieses “Aussprechen” feuert den Skandal jedoch zusätzlich an und ist zu diesem Zeitpunkt nicht geboten.

H. ist also sowohl juristisch als auch aus anderen Gründen gut beraten zu schweigen.

Beste Grüße,

22) karel, Dienstag, 23. April 2013, 22:45 Uhr

13) Karsten Lucke
Wann wachen Sie denn endlich auf?
Das deutsche Volk darf es schon lange nicht mehr hinnehmen,
wie die Farbe Rot dieses Deutschland so krachend an die Wand fährt.

Das “gemeine” Volk scheint es bisher so zu sehen.
Und sieht sich deshalb bei der Kanzlerin zur Zeit in besten Händen.
Nur Sie nicht.
Massenarbeitslosigkeit, EEG-Desaster, Migrations-Probleme,
Euro-Desaster, Verschuldungs-Katastrophe…… alles von rot angeruhrt…..
Jetzt aber wir befassen uns mit Frauen-Quote, Homo-Ehe, Fußball-Uli…..
Da merkt man, was geht……es ist Wahljahr……
Aber auch, was nicht geht……

Schon mal darüber nachgedacht?

23) Bernhard Paul, Dienstag, 23. April 2013, 22:58 Uhr

Dass Sie jetzt den zweiten Blog-Kommentar zur Causa Hoeneß innerhalb von 48 Stunden auflegen, Herr Spreng, finde ich schon erstaunlich. Noch sind erst Fragmente der Faktenlage bekannt. Auf dieser dünnen Grundlage sind nur Spekulationen und Vorurteile möglich.

Aber ich verstehe: Würden Sie, sagen wir das Thema Innenminister Friedrich versus Verfassungsgerichtspräsident Voßkuhle aufgreifen, hätten Sie Ihre Kritiker am Hals: Spreng kneift, Spreng schreibt an der Aktualität vorbei.

24) Ilse, Mittwoch, 24. April 2013, 01:18 Uhr

Hoeneß hat doch gar nicht geschwiegen?! Er oder seine Freunde haben befreundeten Journalisten die Neuigkeit vom Götze-Transfer gesteckt. Und schon ist der Fall Hoeneß nur noch der zweitwichtigste.

25) Moon, Mittwoch, 24. April 2013, 09:11 Uhr

@8, Erwin Gabriel

Es sind scheinheilige Krokodilstränen, die Sie vergießen, Herr Spreng, mit dem einzigen Ziel, mehr Munition zu erhalten.

Hatten Sie sich nicht kürzlich erst über “Unterstellungen” echauffiert?

26) Albanese, Mittwoch, 24. April 2013, 09:36 Uhr

Beweist denn die Steuersache Hoeneß nicht, dass er “einer von uns” ist? Ein bodenständiger Normalo. Mit Fehlern. Wieviele Bundesbürger haben dem Versuch widerstanden, ihr Vermögen in der Schweiz nicht zu deklarieren? Die Empörung speist sich doch nur aus der Gnade der leeren Taschen.

27) Erwin Gabriel, Mittwoch, 24. April 2013, 10:30 Uhr

@ 9) Politikverdruss, Dienstag, 23. April 2013, 14:51 Uhr

@ 16) Peter Christian Nowak, Dienstag, 23. April 2013, 19:10 Uhr

>> Merkwürdig, als es um Wulff ging, fielen die Reaktionen der meisten
>> der Einträge wesentlich härter und ungnädiger aus. Jetzt bei Herrn
>> Hoeneß hat man den umgekehrten Eindruck. Hier will man Gnade vor
>> Recht ergehen lassen, so mein Eindruck.

Es hat in den beiden Hoeness-Themen niemanden gegeben, der eine Begnadigung für Uli Hoeness gefordert hat. ALLEN ist der grundsätzliche Sachverhalt klar (selbst wenn viele Details fehlen). ALLE sind sich darüber einig, dass ein Steuerhinterzieher verurteilt und bestraft gehört, die hinterzogenen Beiträge nachzahlen, verzinsen etc muss. Insofern täuscht Ihr Eindruck.

Aber dass sich die Medien und viele Journalisten so aufführen, als würden auf allen Hartz-IV-Beziehern das Geld gekürzt und als würden die lieben Kinderlein im Kindergarten im Winter frieren müssen, weil Uli Hoeness so viele Milliarden Steuern hinterzogen hat, dass man damit Griechenland retten könnte, ist scheinheilig und erbärmlich.

Man könnte noch viel zum Steuersystem, zu Selbstversorgung, Selbstbedienung und Verschwendung durch Politiker, zu Mißbrauch von Steuergeldern sagen. Das gehört aber eigentlich nicht hierher.

28) riskro, Mittwoch, 24. April 2013, 10:46 Uhr

Immer wieder erstaunlich mit welchen Argumenten versucht wird, Fehler zu rechtfertiegen, die von Personen begangen werden, denen man positiv gegenübersteht. Fehler, die wiederrum von Personen begangen werden, die einen nicht genehm sind, auf schärfste verurteilt und harte Sanktionen gefordert werden.

So wird der Blogbetreiber M.S. für seinen Kommentar, für die Schnelligkeit mit der er ihn verfasst hat, beschimpft . Für den Anderen sind die Steuergesetze Schuld. Für den Nächsten der politische Gegner usw.. Nur nicht der, der einen Fehler begangen hat.

Liebe Mitkommentatoren Fakt ist: H. hat wie er selbst einräumt ,einen schwerwiegenden Fehler begangen zu haben. Dafür hat er sich zu verantworten. Dafür ist er ganz allein ER verantwortlich.

Wem das bestehnde System mit seinen Gesetzen nicht passt kann doch gehen, oder andere Mehrheitsverhältnisse , die andere Gestze erlässt, versucht herbeizuführen Oder wenn einem die Kommentare von M.S nicht gefallen, sich einen anderen Blog zu suchen oder oder….

H. hat die Konsequenzen aus seinem Handeln zu tragen. da bleibt ihm nichts anderes übrig.
Der Fall muß ohne Rücksicht auf Person, Herkunft, Stand, politischer Einstellung, und so fort aufgeklärt werden. Darauf haben Menschen,die Fehler in der Vergangenheit begangen haben und dafür bestraft wurden, einen Anspruch (Beispiel Fall Peter Graf).
Man kann auch davon ausgehen, das ein Gericht, wenn es zu einer Verurteilung kommen sollte, Verdienste aus der Vergangenheit für die Allgemeinheit bei der Höhe eines evtl. Strafemasses berücksichtigen wird. Es ist nur zu hoffen, dass dies ohne Druck erfolgt.

Meine Bitte ist, wenn sie Hetzkampagnen anprangern und da stimme ich ihnen zu, die oftmals übers Ziel hinaus schießen, verurteilen, dann legen sie bitte bei allen den gleichen Maßstab an, auch in den Fällen, wo es ihnen subjektiv gesehen schwer fällt. Ansonsten sind einseitige Entrüstungen

“UNGLAUBWÜRDIIG”

29) Aachen, Mittwoch, 24. April 2013, 11:18 Uhr

@13) Karsten Lucke, Dienstag, 23. April 2013, 17:19 Uhr
“… das konservative Deutschland, repräsentiert durch die von Merkel geführte Bundesregierung muss grundlegende Fragen beantworten. …”
Ich wüsste gerne von Ihnen, was Sie unter “konservativ” verstehen? sie verbinden dies mit Frau Merkel und gehen davon aus, dass diese Politik konservativ sei?!
Falsch. Unsere Parteien CDU,CSU wissen nicht was konservativ ist, genau so, wie die FDP heute nicht mehr weiß, was liberal ist.
Ein Grüner, der die Umwelt, unseren Lebensraum schützen will ist konservativer, als ein CSU-Vasall, der mehr Überwachung will. Konservative Werte haben mit den aufgeführten Parteien nichts zu tun. Konservativ bedeutet Werte erhalten … aber Werte, die auch erhaltenswert sind.

Als Nachsatz, die SPD ist mittlerweile alles andere als “S”ozial. Seit Schröder, seit Agenda 2010 hat die SPD soziale Themen verlassen und sind in einem Atemzug mit neoliberalen Gedankengut zu verbinden. Es ist nicht mehr C drin oder S drin oder F drin, nur weil´s drauf steht, schon lange nicht mehr.

30) Lockez, Mittwoch, 24. April 2013, 12:34 Uhr

Für mich ist der Herr Hoeneß nur ein Maulheld der anderen Menschen seine arrogante Ansicht aufzwingt und den Obermoralapostel spielt.
Nun steht Er als asozialer Steuerflüchtling da !
Aber was solls, Er wird schon nicht Arm sterben, denn die paar Euros Strafe bekommt er sowieso wieder durch ein Buch schreiben lassen und/oder durch die Mainstream-Medien.

31) Politikverdruss, Mittwoch, 24. April 2013, 12:41 Uhr

Man kann es nur wiederholen: Ausgerechnet Herr Walter-Borjans fordert in der Sendung Jauch, „an Gesetze muss man sich halten“.Er selbst bringt aber keinen gesetzeskonformen Landeshaushalt zustande. Und von solchen Leuten müssen wir uns zur Gesetzestreue anhalten lassen. Unglaublich!

Was ist hier bloß los? Warum sprechen wir nicht über hunderte von Milliarden Euro, für die wir ungefragt haften? Warum wird nicht über die Steuergeldverschwendung im Inland gesprochen? Über den seit Jahren anhaltenden Niedrigzins, der die Altersvorsorge und die Sparkassen bedroht. Oder darüber, dass „Steuern die Gehaltssteigerungen“ auffressen. http://www.sueddeutsche.de/karriere/kritik-am-steuersystem-steuern-fressen-gehaltssteigerungen-auf-1.507094 Oder warum sprechen wir nicht von den höchsten Steuereinnahmen in der Geschichte des Landes?

Stattdessen fallen die Medien über einen Mann her, der mutmaßlich eine Straftat begangen hat, jetzt aber behandelt wird, als handle es sich um den „meistgesuchten Verbrecher Deutschlands“. Und alles nur, weil es gerade in die Wahlkampftaktik bestimmter Parteien passt. Die sollen sich mal nicht täuschen. Herr Hoeneß ist von vielen Politikern als Berater gesucht gewesen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/roesler-fordert-aufklaerung-ueber-steinbruecks-verbindung-zu-hoeness-a-895949.html

Mit einer steigenden gesamtwirtschaftlichen Belastung durch Steuern und Abgaben nimmt die Steuermoral der Bürger ab. Insbesondere, wenn gleichzeitig die Arbeitsleistung des Staates immer weniger effektiv ist und darauf zielt, Selbstbedienungsmentalitäten zu stärken. Eine Tendenz, die immer deutlicher erkennbar wird. Ob nun beispielsweise im Länderfinanzausgleich, dem „Füllen von Fässern ohne Boden“ oder bei der Forderung nach weiteren Steuererhöhungen trotz höchster Steuereinnahmen in der Geschichte des Landes. Das ist nicht fair und deshalb wird darauf mit unfairen Mitteln reagiert!

32) Doktor Hong, Mittwoch, 24. April 2013, 13:19 Uhr

@20) karel

Man kann förmlich den Schaum vor Ihrem Mund sehen.

Mich würde allerdings interessieren:

In welchen konkreten Fällen wurden “roten” Parteien illegale Finanzierung nachgewiesen?

In welchen Fällen wurde in NRW die Verfassung gebrochen (und von wem) ?

Was BER angeht: ich finde das auch ärgerlich.

33) Doktor Hong, Mittwoch, 24. April 2013, 13:27 Uhr

Ich hatte schon erwähnt, dass Uli Hoeneß, der soziales Engagement bewiesen hat, nun über solche Dinge stolpern muss, und dass mich diese Tatsache doch recht traurig stimmt. Auch wenn viel gelabert wird auf dieser Welt.

Aber, merken wir auch das Positive an. Vor einigen Monaten echauffierte man sich hierzulande lautstark, dass die vermögenden Griechen ihr ganzes Geld ins Ausland verbracht haben.

Nun wird man gegenüber Athen (oder auch Nikosia) wesentlich glaubwürdiger auftreten können, wenn man von ihnen fordert: “Ihr sollt gefälligst vernünftig eure Steuern eintreiben! Schaut mal, was wir bei uns mit ehemaligen Fußballstars machen!”

Ich weiß, dass es zynisch anmuten mag. Aber leider ist es so, dass dieser Fall auch als schlechtes Beispiel dienen kann.

34) Don Corleone, Mittwoch, 24. April 2013, 13:42 Uhr

31) Politikverdruss, Mittwoch, 24. April 2013, 12:41 Uhr

Ich teile Ihre Meinung intensiv. Es gibt in der Tat zahlreiche Menschen, die der Bundesrepublik und ihren Bürgern weitaus mehr Schaden zufügen, und zwar tagtäglich, als Uli Hoeneß — sofern die eifrig ventilierten Mutmaßungen sich als wahr erweisen sollten, was in den Sternen steht — in seinem ganzen Leben. Er bräuchte dafür neun, wie die Katze unter meinem Schreibtisch.

35) Satzzeichenfehler, Mittwoch, 24. April 2013, 14:48 Uhr

@20 karel

> > Für ´nen reuigen Steuersünder gibt´s den Haftbefehl. Ne tolle Logik.
Für den grobfahrlässigen Steuerverschwender ´ne satte Pension. <<

Ich denke die tolle Logik stickt darin, das eine mit dem anderen rechtfertigen zu wollen. Im übrigen auch genau die Argumentation mit der viele Steuerhinterzieher ihr Tun vor sich und anderen schön reden.

Der Witz hingegen stickt ich im 'reuigen Steuersünder'. Das Steuersünder sich 'bekennen', dürfte in den allermeisten Fällen eher auf konkrete Angst zurückzuführen sein denn auf Reue. Und solange Herr Hoeneß nicht schlüssig erklärt warum die Reue erst kam als das schweizer Steuerabkommen scheiterte, sind seine Reue-Beteuerungen für mich unglaubwürdig.
Und wenn wir hier schon mit moralischen Begriffen hantieren: Reue ist wertlos ohne Buße. Wenn er denn also schuldig ist und bereut soll er die Buße tragen die ihm auferlegt wird.

36) wschira, Mittwoch, 24. April 2013, 15:04 Uhr

34) Don Corleone, 31) Politikverdruss

In der Tat, z.B. die Verantwortlichen in den Banken, die Milliarden verzocken und gestützt auf willfähige Politiker den Staat haftbar machen. Politiker, die im Verein mit Unternehmen sinnlose Projekt durchziehen, die Milliarden verschlingen und nur dazu dienen, Geschäftemachern die Taschen zu füllen oder Denkmäler zu errichten.

Was hat das aber mit einem Steuerbetrüger zu tun (und das ist er, er hat das ja durch seine Selbstanzeige dokumentiert. Im Übrigen wird niemand vorläufig festgenommen und kommt nur gegen Kaution in Millionenhöhe wieder frei, gegen den nicht ein erheblicher Anfangsverdacht mit Flucht- oder Verdunkelungsgefahr besteht).

37) StefanP, Mittwoch, 24. April 2013, 15:51 Uhr

@32) Doktor Hong

Es gibt ja momentan wieder wenig bei Ihnen zu widersprechen.

Die Landesregierung von Rot-Grün hat für die Nachtragshaushalte 2009 und 2010 sowie nun auch 2011 ausschließlich verfassungswidrige Haushaltspläne vorgelegt, wo insbesondere eine verfassungswidrig hohe Neuverschuldung eingestellt wurde und der Finanzminister, eben jener Walter-Borjans, keine belastbaren Konjunkturplanungen vorlegen konnte, die seine Annahmen rechtfertigen. Kurz: Der SPD-Politiker hat konstruiert.

Rechtsfolgen hat dies wegen fehlender Sanktionsvorschriften weder in verfassungsrechtlicher noch strafrechtlicher Hinsicht. Ein Bruch der Verfassung bleibt es trotzdem. Und eine schwere Hypothek für die nächsten Landesregierungen ohnehin.

Ein wiederholter Verfassungsbrecher richtet über einen potentiellen Straftäter. Der Unterschied zwischen beiden ist die Sanktionsbewehrung. Verfassungsbrüche von den obersten staatlichen Ebenen scheinen eher Kavaliersdelikte zu sein.

38) karel, Mittwoch, 24. April 2013, 17:59 Uhr

Doktor Hong, StefanP.

Jaja, ich bin der mit dem Schaum vor dem Mund….

Aber lesen Sie selbst:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13517426.html

Außerdem, auch ich bin kein Freund von Steuerhinterziehungen.
Hoeness steht ja schon laut am Pranger. Mich interessieren auch Begleiterscheinungen.
Was ich schätze, ist eher praktische Alltagsvernunft:
http://kreisanzeiger-online.de/2013/01/02/heiderichschwarzgeld-orden-fuer-die-spd/#comments

Wie zu lesen ist, fand sogar unter SPD-Eichel eine Steueramnestie statt.

Aber was damals ging, geht heute nicht.
Ach Gottchen, ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

39) Erwin Gabriel, Mittwoch, 24. April 2013, 18:07 Uhr

@ 28) riskro, Mittwoch, 24. April 2013, 10:46 Uhr

M. Spreng hat schnell, hart und manipulativ, aber ohne Faktenlage geurteilt – nicht gut.
Deutsche Steuergesetzgebung – nicht gut.
Banken verzocken Milliarden – nicht gut.
Politiker bescheißen die Wähler – nicht gut.

Durch all das ist Uli Hoeness’ Verhalten bestenfalls teil- und ansatzweise erklärbar, aber keineswegs entschuldbar. Die Gerichte sollen, müssen und werden urteilen. Aber alles, Berichterstattung, Ermittlungen, Prozeß, Bestrafung, sollte im gleichen Rahmen ablaufen wie bei einem normalen Bürger, der keinen Promi-Status hat.

40) karel, Mittwoch, 24. April 2013, 18:56 Uhr

Doktor Hong

Was ist so neu an der Doppelmoral der Sozialdemokraten…..

http://www.wallstreet-online.de/diskussion/628037-1-10/spd-die-reichste-partei-europas-oder-sogar-der-welt

Doktor Hong,
was mich bedrückt, ist das Ungesagte.
was mich bedrückt, ist das Unbekannte, Unbenannte…..

Davon gibt es mehr, als Sie es wahrhaben wollen.

41) Doktor Hong, Mittwoch, 24. April 2013, 19:16 Uhr

@37) StefanP

Auch diese Verfassungsbrüche sind nicht hinnehmbar und auch nicht zu rechtfertigen. Aber Sie sagen es: es fehlen die Sanktionen. Aber das macht es für mich auch nicht besser.

42) Politikverdruss, Mittwoch, 24. April 2013, 19:23 Uhr

@wschira, 36),

ich will Sie da in Ihren Gewissheiten nicht verunsichern, aber fragen Sie sich nicht auch, warum uns die Medien seit knapp einer Woche einen mutmaßlichen Steuer-“Sünder“ vorführen. Welche Rolle spielt Herr Hoeneß, der Präsident eines Fußballclubs, in Deutschland, dass ihm so viel mediale „Aufmerksamkeit“ wiederfährt? Noch nicht einmal Herr Cahuzac, sozialdemokratischer Minister bei unseren befreundeten Nachbarn erhielt wegen seines Millionenkontos in der Schweiz so viel Aufmerksamkeit.

Ich denke unsere Medien sind außer Rand und Band! Nun ist meine Meinung diesbezüglich sicherlich unmaßgeblich, ja, wenn nicht innerhalb der Journalistenzunft inzwischen große Selbstzweifel artikuliert werden. Hans-Ullrich Jörges schreibt im STERN unter dem Titel „Fürsorgliche Vernichtung“: „Es ist Zeit – und Anlass wahrlich genug –, über Macht und Hybris der Medien nachzudenken. Auch selbstkritisch. Denn deren Auftreten und Wirkung haben sich verändert, dramatisch.“ Er spricht von „Rudeljournalismus“ und schreibt weiter: „Denn ideologische Gräben sind planiert, publizistische Lager aufgelöst. Das Rudel folgt Leitwölfen, vereint in Skandalisierung und Emotionalisierung. Das Ergebnis ist eine Medienrepublik, in der Journalisten nicht mehr argumentieren, wer regieren sollte und wer nicht, sondern in der sie darüber entscheiden.“

Da ist die Rede vom „Jagdfieber“ und davon, dass Journalisten auf Wulffs Rücktritt gewettet haben. Wie hoch stehen die journalistischen Wetten, dass Hoeneß zurücktritt? Und jetzt kommt das Peinliche: Dieser „medialen Rudelbildung“ schließen sich die Oppositionsparteien an und versuchen daraus Profit zu schlagen, auf Kosten eines Steuersünders, der nun im übertragenen Sinne von der „Öffentlichkeit geteert und gefedert“ wird. Wissen Sie wie ich das finde: In höchstem Maße abstoßend und gefährlich!

43) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 24. April 2013, 20:06 Uhr

27) Erwin Gabriel,

Ein Leser hat mir die Antwort an Sie vorweggenommen: Nr.28 riskro.

31) Politikverdruss,36) wschira,

Würde mich interessieren, welche Vorschläge Sie haben, damit sich in Deutschland was ändert, oder besser, was sich ändern sollte.
Irgendwie passt die Stimmung hier im blog nicht mit den Umfragewerten von Merkel überein. Was also tun?

44) horst scharnhorst, Mittwoch, 24. April 2013, 21:26 Uhr

Wieviel Steuern hat der Staat durch das Tun des Herrn Hoeneß in den vergangenen Jahrzehnten eingenommern? Das blame game hat ein neues Opfer. Wie geht die Presse eigentlich mit den Leistungseliten um? Wer finanziert denn den ganzen überwältigenden bürokratischen Apparat in Deutschland? Doch wohl nicht die Arbeitnehmer. Sondern Unternehmer wie Hoeneß, die mit ihrem Elan und Ehrgeiz den “Laden am laufen halten”. Warum zahlt er in Deutschland – einen kleinen, sehr kleinen Teil seiner Steuern – nicht? Doch wohl, weil hier die Steuersätze übertrieben hoch sind. Leistung muß sich lohnen, ist der Kernspruch derjenigen, die sich auf politischer Ebene auf Hoeneß stürzen. Das ist ein verlogenes Theater. In meinem Bekanntenkreis war es jahrelang schick, sich die besten Steuer-Optimierungs-Tricks auszutauschen. Oder: am Abend der Jubelfeier der Fusion DaimlerChrysler berichtete mir der Steuerberaters eines bekannten Vorstands, daß man als erste Amtshandlung, die Vorstandgehälter steuerlich nun in Detroit statt in Stuttgart veranlagen würde. Allein deshalb hätte sich das gelohnt.

Dabei kam ich mir immer blöd vor, als jemand, der kein Konto in der Schweiz oder noch besser in der GB/Irland/Schweiz/Dubai-Connection oder in Detroit hatte.

Jeder Handwerker zieht mit seinem Schwarzgeld in Koffern durch Europa und legt es irgendwo an (konnte ich selbst mal am Bankschalter beobachten wie ein Handwerker 150.000 Euro in Luxemburg cash einzahlte). Warum wird nicht hinterfragt, warum man einem zunehmend ineffizienteren Staat sein Geld nicht zu Verschwendungsaktionen (siehe Bundesrechnungshof, Zustand der Rentenkasse, der überbordenden Beamten-Pensionen, der üppigen Politiker-Pensionen etc.)zur Verfügung stellen will?

Die die größte Unverschämtheit leistet sich Frau Merkel, mit Ihrem Enttäuschungsvermerk zu Herrn Hoeneß. Wo kommen wir denn da hin, daß sich ein Bundeskanzler in private Angelegenheiten einmischt. Es ist die dieselbe Frau Merkel, die kürzlich von der OECD gemahnt wurde, endlich das Deutsche Steuerwesen zu reformieren. Das tut sie aber nicht. Statt ins Abseits gehört Hoeneß in die Politik um dort einmal kräftig aufzuräumen in Merkel-Land. Steuerdiskussion einmal andersherum. Bürger in den Steuerstreik zu Gunsten eines effektiveren Staats!!!!!!!

45) Rischeck, Mittwoch, 24. April 2013, 22:25 Uhr

Bitte, bitte setzen sie künftig die „Anführungszeichen” richtig und liefern den faulen Online-Journalisten nicht ständig Ausreden für deren handwerklichen Pfusch.

Dann verzeihe ich Ihnen, auch im Namen meines Freundeskreises, die absurde und überflüssige Sorge um den guten Ruf von Herrn Hoeneß. Der Mann ist doch kein Mediendepp, der nicht wusste, was er tut und was er riskiert. Siehe Götze-Wechsel. Und dass er vom Milliardär Robert Louis-Dreyfuß in seiner Position Geld angenommen hat, zeigt in aller Deutlichkeit, wie scham-, stolz- und würdelos er zu sein scheint. Louis-Dreyfuß muss ihn doch im Stillen verachtet haben für sein Emporkömmlingsgehabe.

46) JG, Mittwoch, 24. April 2013, 23:55 Uhr

Mal ehrlich, Herr Spreng, Sie haben doch öfter mit Leuten aus höheren Kreisen zu tun: Haben die dermaßen den Kontakt zur Realität verloren, sind sie so vollkommen lernunfähig, daß sie ernsthaft glauben, sie könnten so eine Sache durchstehen, ohne ihr Amt bzw. ihre Ämter aufgeben zu müssen? Ist es wirklich nahezu unvermeidlich, daß Margot Käßmann die große Ausnahme von dieser Regel darstellte, sofort wußte, was die Stunde geschlagen hatte und die Konsequenzen zog? Muß Herr Hoeneß erst ins Gefängnis gesteckt werden, damit er zurücktritt? Hausdurchsuchung hatten wir ja schon.

47) RCB, Donnerstag, 25. April 2013, 05:10 Uhr

Es wurde schon viel zu viel über diesen “Fall Uli Hoeneß” geschrieben, diskutiert, spekuliert, geschleimt und auch sich ausgekotzt, ich kann es nicht mehr hören und nicht mehr lesen!

Jede Nachrichtensendung, ob im Radio oder Fernsehen beginnt mit dem Namen Uli Hoeneß, in jeder Zeitung (egal ob seriös, oder Revolverblatt) werden Artikel darüber veröffentlicht. Es ist in erster Linie die Presse, die dieses “Monster” am Leben hält und eigentlich weiß man doch noch gar nichts, oder fast nichts, weil eben Uli Hoeneß sich weitgehend an den Rat seines Anwaltes hält (was ich im Gegensatz zum Sprengmeister völlig richtig finde) und weil die Ermittlungsbehörden selbst noch nichts veröffentlichen, weil sie offensichtlich noch keine abschließende Bewertung und schon gar kein Urteil vorliegen haben. Die ganze Spekulation ist also “für die Katz” und dient nur einer Geschäftemacherei der Presse und schadet Uli Hoeneß und dem FC-Bayern München!
Immerhin hat sich Herr Hoeneß selbst angezeigt. Vor welchem Hintergrund er das getan hat und worauf der Haftbefehl zurückzuführen war, wir wissen es nicht (oder wissen Sie etwas???). Wenn wir es aber nicht wissen, wäre es doch anständiger, uns mit Vermutungen zurückzuhalten, es gilt ja noch immer der Grundsatz, dass vor einer Verurteilung der “Beschuldigte” als unschuldig zu gelten hat; oder gilt das für einen Uli Hoeneß nicht?
Also den Ball erst einmal ganz flach halten, dafür den in der kommenden Woche in Barcelona kräftig treiben und mit den Bayern die Daumen halten (wie auch für den BVB in Madrid!) und ansonsten abwarten.

Irgendwann werden wir das Ergebnis und dann wohl auch die ganze Wahrheit erfahren und dann können wir immer noch diskutieren und uns darüber auslassen, was der “böse Uli” denn nun wirklich angestellt hat und ob er dafür eine einigermaßen befriedigende Erklärung abgeben wird.
A M E N !

48) Erika, Donnerstag, 25. April 2013, 09:12 Uhr

42) Politikverdruss, Mittwoch, 24. April 2013, 19:23 Uhr

Lassen Sie dies auch für Herrn Steinbrück gelten?

49) Erwin Gabriel, Donnerstag, 25. April 2013, 09:18 Uhr

36) wschira, Mittwoch, 24. April 2013, 15:04 Uhr

>> Im Übrigen wird niemand vorläufig festgenommen und kommt nur gegen
>> Kaution in Millionenhöhe wieder frei, gegen den nicht ein erheblicher
>> Anfangsverdacht mit Flucht- oder Verdunkelungsgefahr besteht.

Verdunkelungsgefahr nach einer Selbstanzeige? Fluchtgefahr bei Uli Hoeness? Wer soll den so etwas glauben?

50) Erwin Gabriel, Donnerstag, 25. April 2013, 09:36 Uhr

42) Politikverdruss, Mittwoch, 24. April 2013, 19:23 Uhr

Volle Zustimmung
.

44) horst scharnhorst, Mittwoch, 24. April 2013, 21:26 Uhr

Meine Lebenserfahrung sagt mir, dass nichts ausschließlich Weiß und nichts ausschließlich Schwarz ist im Leben, sondern die meisten Personen, Dinge, Situationen haben positive und negative Mo- oder Elemente. Das, was von den Medien verkauft wird, ist Weiß oder Schwarz. Schwarz ist alles, was nicht hundertprozentig Weiß ist. Aber nach diesem Schema gehört jeder einzelne eingesperrt – jeder Reiche, jeder Arme. jeder Mann, jede Frau, jeder Fußgänger, jeder Autofahrer.

Heute gilt: 1 oder 10 Millionen Steuern bezahlt, dabei 1000 oder 100 Euro hinterzogen = asozialer Schädling.

51) Tiedgen, Donnerstag, 25. April 2013, 10:46 Uhr

@ Rainer N.

Ich finde die Hypothese, dass es sich um Gelder des Vereines handeln könnte. plausibel. Das jahrzehntelange Verhalten des Uli Hoeness wird von Fußballkollegen, Freunden und Zeitungsdokumentation doch in sich stimmig dargestellt. Die gezahlten Steuern in der BRD könnte man ja auch nachvollziehen. Dazu steckt im krassen Gegensatz das “Zocker-Image”, das nun bemüht wird. Zockertypen sind unfähig, über Jahrzehnte als gute Manager Unternehmen zu führen, sondern vollführen einen Ikarusflug, um sich dann, berauscht von der eigenen Größe, rasant in den Sturzflug zu begeben.

Das aufoktroyierte Schweigen passt auch nicht zum “Klartextredner”, der sich auch leicht provozieren läßt und Ungerechtigkeiten schlecht hinnehmen kann. Herr Hoeness hat vermutlich einen guten Grund, zu schweigen.

Es gibt da ja eine sehr hohe Identifikation von Herrn Hoeness zum FC Bayern. Und als leidenschaftlicher Fußballer würde er sich jederzeit als “Libero” betätigen, um Schaden von dem Verein abzuwehren. Vielleicht haben wir ja so eine “Rettungsaktion” erlebt: ein “Held”, der in die Bresche spriingt, damit der FC Bayern im europäischen Fußball weiter Erfolge feiern kann. (Deshalb kommt auch keine Distanzierung der Vereinsspitze vom angeschlagenen Manager.)

Jetzt erleben wir den “tragischen Helden”, der im Rettungsversuch scheitert und stattdessen in die Mühlen der Bürokratie gerät. Die Steuerbehörden müssen eben auch prüfen, ob es wirklich das Geld von Herrn Hoeness war, das da deklariert wurde. Die Tatsache, dass eine reiche Privatperson eine Millionensumme auf den Namen einer anderen Person auf ein Schweizer Konto einzahlt, erweckt ja den Verdacht auf Geldwäsche, zumal der Kredit ja auch zurückgezahlt wurde. Und bei dem Thema “Geldwäsche” werden auch die Schweizer Banken nervös.

Also: Wer weiß, was die Behörden so alles in den Unterlagen finden werden. Und es ist gut möglich, dass da noch ein Bumerang wieder zurückkommt. Da kann jeglicher Kommentar von Herrn Hoeness das ursächliche Problem nur noch verschlechtern. Folglich: Der Rest bleibt Schweigen.

52) Politikverdruss, Donnerstag, 25. April 2013, 11:41 Uhr

@Peter Christian Nowak 43),

die Themen in diesem Blog bestimmt Michael Spreng. Deshalb möchte ich jetzt nicht OT-Themen anreißen. Aber besonders besorgt bin ich darüber, dass die „Euro-Rettung“ immer mehr das europäische und die nationalen Rechtssysteme untergräbt. Heute berichten die DWN: Anglo Irish Bank: Geheime Rettung durch Draghi. http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/25/anglo-irish-bank-geheime-rettung-durch-draghi-gefaehrlich-fuer-sparer/

Ja, wofür hält sich dieser EZB-Präsident? Macht er das Kraft eigener Willkür oder mit der klammheimlichen Zustimmung der europäischen Regierungschefs? Mit Sorge erfüllt mich in diesem Zusammenhang, dass unsere „Vierte Gewalt“ diese Rechtsbrüche nicht aufgreift und massiv angreift. Stattdessen werden wir mit „Ersatzthemen“ (Hoeneß) abgespeist. Da erdreistet sich dieser „Präsident“, nicht nur mandatswidrig Staaten zu finanzieren, sondern beginnt nun auch noch damit, Pleitebanken mit dem Geld der Steuerzahler zu „retten“. Und die „Banken zocken ungehindert weiter“. http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/25/ezb-weidmann-banken-zocken-ungehindert-weiter/

„Der Zweck heiligt die Mittel“. Nach dieser Devise scheint sich in Europa eine machiavellistische Politik zu etablieren, die ich als außerordentlich demokratiebedrohend empfinde.

53) StefanP, Donnerstag, 25. April 2013, 16:48 Uhr

Es spricht Bände – unter anderem gegen passionierte Boulevard-Journalisten, Blogger und sonstige, die sich zur öffentlichen Meinung berufen fühlen:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/oberster-steuerrichter-kritisiert-bekanntwerden-von-fall-hoeness-a-896570.html

Die Verletzung des Steuergeheimnisses ist eine schwere Straftat. Es ist höchstnotpeinlich, dass so viele in diesem Land an diesen Sachverhalt erinnert, sowie auf die Unschuldsvermutung von Personen hinzuweisen sind. Und es trotzdem nicht verstehen.

54) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 25. April 2013, 19:25 Uhr

52) Politikverdruss,

Ja, ich glaube auch, dass der Fall Zypern die Premiere für den Ernstfall war. Was wirklich besorgniserregend ist, ist dass wir alle in einem Dilemma der Ausweglosigkeit mit Zeitzünder stecken. Zeitzünder deswegen, weil wir alle in einer sonderbaren Kalme zu stecken scheinen, so als ob der eigentliche Sturm, oder auch Explosion der Ereignisse mit Sicherheit zu erwarten wäre.

Man sitzt sozusagen mitten in einem Schützengraben, auch die Front des Gegners ist ruhig, aber man traut sich nicht auch nur einen Zentimeter mit dem Kopf aus dem Graben.

Ich gehe davon aus, dass der Zenit der Krise noch nicht erreicht ist. Jedenfalls für Deutschland nicht. Ich gehe auch davon aus, dass es zu schweren Unruhen in den Südländern kommen wird. Diese Unruhen werden sich auch in Deutschland entzünden, falls das einträfe, was umfänglich in den Wirtschaftsnachrichten zu lesen ist.

Es gibt so viele unterschiedliche Meinungen dazu, wie wohl die Krise zu lösen sei. Man liest sie. Aber irgendwie wird man bei allen Lösungsmodellen ein gewisses Unbehagen nicht los. Denn fernab jedweder Rezepte zur Lösung der Probleme, entstehen wieder neue ungeklärte Fragen, führen zu neuen Unsicherheiten. Ein Perpetuum Mobile der Angst sozusagen.

Einen Königsweg scheint es nicht zu geben. Man fährt auf Sicht – sofern die Politik überhaupt noch was sieht. Man hofft es. Und man wartet auf Licht am Ende des Tunnels.

Alles scheint möglich, was noch eine Steigerung des Wirrwars in der Krise erzeugen könnte. Das zeigen auch die Beiträge aus den Wirtschaftsnachrichten.

Derweil bereitet sich das Volk auf die kommenden Wahlen vor.Vielleicht ist das Volk sogar dankbar für die Ablenkungsmanöver, die Sie erwähnten, ist froh über eine gewisse moderierende Wirkung. Ein durchaus erwünschter Tranquilizer, eine Ersatzdroge für eine aufgeregte Gesellschaft. Auch kann man auf diese Weise, so ganz nebenbei, seinen Frust über die Tagespolitik loswerden, ohne immerzu von der wirklich wichtigen Realität eingeholt zu werden.

Personen sind halt eher greifbar, können eher gedroschen werden, als so etwas Imaginäres, nicht Fassbares wie die Finanzkrise.

Sie bleibt aber die wahre Bedrohung des Einzelnen. Jeder weiß. Jeder spürt es. Bis in das Privatleben hinein.

55) Politikverdruss, Donnerstag, 25. April 2013, 20:37 Uhr

@ Erika 48),

bekanntermaßen (Prof. Kepplinger) sind bis zu 70 Prozent der deutschen Journalisten politisch grün-rot ausgerichtet. Nun handelt es sich bei Herrn Steinbrück ja um den Kanzlerkandidaten einer denkbaren grün-roten Koalition. Mal angenommen, Sie haben mit Ihrer Vermutung recht, dass auch gegen Steinbrück eine mediale „Hetzjagd“ läuft. Dann aber stellt sich doch die unausweichliche Frage, warum sollten die überwiegend grün-rot ausgerichteten Journalisten dies tun? Das ergibt doch auf dem Hintergrund der politischen Präferenzen im deutschen Journalismus keinen Sinn. Damit stellt sich die nächste Frage: Was treibt die deutschen Journalisten dann an, einen Kanzlerkandidaten auf’s mediale „Korn“ zu nehmen, der ihren eigenen politischen Präferenzen so nahe steht.

Wenn Sie von mir eine Erklärung dafür haben wollen, dann diese: Ich glaube, dass Peer Steinbrück in vielerlei Hinsicht der „falsche Kandidat“ ist. In der journalistischen „Distanz“ ihm gegenüber wird dies deutlich. Warum wird das so sein? Ich will jetzt gar nicht die ganzen „Fettnapf-Stories“ aufwärmen, sondern nur den „Hetzjagd-Fall Hoeneß“ nehmen. Was kommt dabei raus? Hoeneß gehörte mal zu den „Beratern“ von Steinbrück. Und was macht Steinbrück daraus, „er schießt ein Eigentor“. http://www.wz-newsline.de/home/politik/steinbrueck-kann-hoeness-affaere-nicht-nutzen-1.1301245

Also liebe Erika, ich würde Ihnen ja gerne etwas Tröstlicheres anbieten. Aber mir fällt partout nichts ein. Letztlich bliebe den Journalisten nur noch eine Sache „schönzureden“, die für jedermann erkennbar grottenhässlich ist. Aber soweit will sich der deutsche Journalismus offensichtlich doch nicht „verbiegen“.

56) Peter Christian Nowak, Freitag, 26. April 2013, 12:47 Uhr

@55) Politikverdruss,

Die “journalistische Distanz” besteht auch nach meiner Wahrnehmung. Sie hat sicherlich verschiedene Ursachen. Aber eine ist wohl, dass man im Endeffekt die Leistung Merkels bis in die Legislaturperiode retten will. Irgendwie kommt das mit den Plänen mit den Steuererhöhungen nicht so gut an. Besonders nicht bei den Bürgerlichen und erst recht nicht bei den mittelständischen Unternehmern. Man ist eigentlich mit der Regierungsarbeit von Merkel nicht hundertprozentig zufrieden, aber Merkel als Kanzlerin soll weitermachen – aber ohne die Gelben.

Steinbrück wäre aus Sicht vieler ein adäquates Anhängsel. Er liefert nach Ansicht vieler den finanzpolitischen Sachverstand einerseits, andererseits aber muss er durch Merkel ein wenig gebremst werden, was die Sozialpolitik betrifft. Bei wieder anderen ist Steinbrück der Befürworter der Agenda 2010, von der er sich nie distanzieren wird. Und so distanzieren sich viele von ihm.

In Journalistenkreisen kann man sich durchaus auch Schwarz/Grün vorstellen. Gelb hat unter Journalisten abgewirtschaftet. Rösler ist sozusagen die Micky Maus der FDP. Mehr nicht.

Und noch eine zu erwähnende Ursache. Die AfD wird Merkel einiges an Stimmen kosten. Sonderbarer Weise ist auch die Linkspartei von einer gewissen Wählerwanderung betroffen.

Es sind aber besonders die Unzufriedenen rechts der Mitte. Sie wollen Rot/Grün nicht. Rot/Grün will Steuererhöhungen. Die Mitte sieht sich in der kalten Progression buchstäblich abgezockt. Und irgendwie stimmt das auch. Daher wäre es klüger gewesen, eine grundlegende Steuerreform anzubieten, beispielsweise die Anstiegskurve nicht zu früh ansteigen zu lassen.

Gerade gut verdienende Singles sind von der kalten Progression betroffen. Viele finden sie ungerecht.Für sie ist die “Alternative” eine wirkliche Alternative. Sie verspricht weniger Europa und mehr im Geldbeutel. Ein geeinigtes Europa ist für die AfD nicht wirklich erstrebenswert, weil nach ihrer ansicht zu teuer. Da ist was dran Teuer wird es auf jeden Fall mit aber auch ohne Euro. Dieses Dilemma kann auch die AfD nicht seriös auflösen, wenn sie es denn wollte.

Möglicherweise wird sich das politische Koordinatensystem der Themen bis September noch verändern. Denn Europa in der Krise könnte zu einem solchen Megathema werden, dass Partei übergreifende Notoperationen fällig werden könnten, Das Thema “soziale Gerechtigkeit” würde dahinter mehr oder weniger verschwinden.

Dann mischt das Schicksal die Karten neu. Dann wird sicherlich noch einmal über eine neue Wahlarithmetik nachgedacht werden müssen. Es bleibt also spannend.

57) wschira, Freitag, 26. April 2013, 16:54 Uhr

@49) Erwin Gabriel

—Verdunkelungsgefahr nach einer Selbstanzeige? Fluchtgefahr bei Uli Hoeness? Wer soll den so etwas —glauben?

Herr Gabriel, entweder drücke ich mich missverständlich aus oder sie missverstehen mich absichtlich. Ich habe nur einige Gründe aufgeführt, die zu vorläufigen Festnahme führen können, nicht dass einer davon ursächlich zur vorläufigen Festnahme von Herrn Hoeness war. Vielleicht gibt es noch andere.

58) Erwin Gabriel, Freitag, 26. April 2013, 22:22 Uhr

57) wschira, Freitag, 26. April 2013, 16:54 Uhr

>> >> Im Übrigen wird niemand vorläufig festgenommen und kommt
>> >> nur gegen Kaution in Millionenhöhe wieder frei, gegen den nicht
>> >> ein erheblicher Anfangsverdacht mit Flucht- oder Verdunkelungsgefahr
>> >> besteht

>> Herr Gabriel, entweder drücke ich mich missverständlich aus
>> oder sie missverstehen mich absichtlich. Ich habe nur einige
>> Gründe aufgeführt, die zu vorläufigen Festnahme führen können,
>> nicht dass einer davon ursächlich zur vorläufigen Festnahme von
>> Herrn Hoeness war.

Streichen wir “absichtlich” und einigen uns auf unentschieden?
:-)

59) Ingo Wuttke, Samstag, 27. April 2013, 00:08 Uhr

Nach mittlerweile fast einer Woche Abstand seit Bekanntwerden der Steueraffäre ist für mich nicht so sehr das Schweigen des Uli Hoeneß erstaunlich, sondern vielmehr die Tatsache, dass alle großen Politik-Talkshows des Landes nur noch ein Thema kannten! Soviel Hoeneß im Talk-TV war nie – sowenig Erkenntnis aber auch nicht. Denn der Betroffene schweigt beharrlich. Die immergleiche Gäste-Liste bei Jauch, Plasberg und Illner erging sich in Spekulationen und brachte nix Neues zu Tage – schade eigentlich. Mehr zum Thema auf: http://glossariumblog.blogspot.de

60) Politikverdruss, Samstag, 27. April 2013, 12:14 Uhr

@Peter Christian Nowak 54)/56),

Zustimmung! Ja, es bleibt spannend, wie Sie zutreffend feststellen.

Aber uns „Demokratieabgabeverpflichteten“ wird das wirklich Spannende von den ÖR in manipulativer? Absicht vorenthalten. Beispiel: Weidmanns „Abrechnung mit der Politik“. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kritik-der-bundesbank-abrechnung-mit-der-politik-12163890.html.

Stattdessen zeigen sie uns den Bundes-Freedom-Fighter Gauck bei der Eröffnung der Bundesgartenschau. Oder sie treiben mal wieder eine ach so wichtige „Bundes-Sau“ durch’s Dorf. Wie z.B. „Schüttel-Schorsch“. Aber dass die Grünen ein“ Europäisches System zur Sicherung der Bankeinlagen“ wollen, wodurch der deutsche Steuerzahler für europäischen Großbanken haftet, das erzählen sie uns nicht. http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/27/gruene-deutsche-sparer-sollen-fuer-banken-rettung-in-europa-zahlen/

61) Erika, Samstag, 27. April 2013, 15:22 Uhr

@)55) Politikverdruss, Donnerstag, 25. April 2013, 20:37 Uhr

Es ist mir durchaus ein Trost, dass Sie mit ihren Ausführungen meine Erwartungen voll erfüllt haben.

Übrigens der von Ihnen benannte Hans-Ullrich Jörges war es. der in der Sendung von Anne Will von
einer „unfairen Medienkampagne“ gegen Steinbrück sprach.

62) wschira, Montag, 29. April 2013, 22:47 Uhr

58) Erwin Gabriel

Akzeptiert!

63) Rainer N., Mittwoch, 01. Mai 2013, 15:55 Uhr

@ 51 Tiedgen

Nun hat er erklärt (der Zeit) es sei kein Geld des Vereins. Aber wie passt dann die bisher als Steuerbetrug genannte Summe von um die 3 Millionen Euro?

Wenn er 20 Millionen DM (ca 10 Millionen Euro) als “Spielgeld” erhalten hat, diesen Betrag auch wieder zurückgezahlt hat, auf dem Konto jedoch bis zu 650 Millionen Euro gewesen waren …

Wenn er von 2000 bis 2008 somit 640 Millionen Euros “erzockt” habe will … sollen darauf “nur” um die 3 Millionen an Kapitalertragssteuern fällig gewesen sein?

Es sind doch auch Spekulationsgewinne zu versteuern, wenn die innerhalb eines Jahres erfolgten. Seine “Aktien” sind sicherlich nicht in den acht Jahren von 10 Millionen Euro auf 650 Millionen Euro gestiegen.

Wo ist das Geld das 2008 noch auf dem Konto war denn jetzt abgeblieben? Hat er das nun alles wieder “verzockt”?

… das passt hinten und vorne nicht zusammen.

64) BayernFan, Freitag, 03. Mai 2013, 04:24 Uhr

Angeblich ein 500 – 800 Mio Konto.
Nicht weit ein Kto von Hoeneß.
Ein angeblicher Eintrag auf einer SteuerCD von 2012.
Ein angeblicher Warnanruf von einem Vontobel-Mitarbeiter.
Eine angeblich schnelle, nachgebesserte Selbstanzeige.
Ein Huberder ehrenhafte Leute beim Finanzamt sieht,
bis auf die, die nachsetzen.
Dann die Drohung Medien zu verklagen.
Dann eine Anzeige gegen Finanzamt München II.
Angeblich nicht Hoeneß selbst ???

Auf Kaution darf man nicht zum England-Spiel.
Da ist Fluchtgefahr.

Falls eine Anzeige kommt, ist Hoeneß vielleicht im Knast.
Oder die Anzeige ist halt nicht eingegangen. ;)

Da gehört er nach soviel Sucht,Spekulation und dummdreisten
Bemerkungen über 8Euro – BayernFan – Kurve anscheinend auch hin.

Sein Sozial-Engagement steht in keinstem Verhältnis zur Steuerhinterziehung.
Meiner Meinung nach ein reinstes Alibi.

Und ein Steuerabkommen mit der Schweiz macht auch die SPD nicht
mehr wählbar.

Wer Steuerhinterziehern hilft, ist nicht wählbar.
Achso, deshalb wird der Prozeß von Hoeneß auch nach der Wahl
stattfinden.
Damit keiner falsch wählt. Schon klar.

2/3tel Mehrheit für Schwarz/Rot und dann Kriminelle wie Hoeneß
auch per Gesetz entlasten.

Das ist es doch, was Merkel mit Nicht-Beachtung von Hoeneß will.
Und auch der Steinbrück macht gerne Ausnahmen für die Kleinen
Steuerbetrüger.

1. Nur die Kleinen haben über Ihre Verhältnisse gelebt, sind lt. Bild Alkoholiker,
arbeitsscheu und Sozialbetrüger.

Wenn man kleine Summen betrügt, ist man 1.
Wenn man große Summen betrügt, ist man vielleicht 1.000.000 mal 1.
Rein arithmetisch.

Das dürfen Sie gerne dem Herrn Hoeneß so mitteilen.

;)

65) Walter von Mende, Freitag, 03. Mai 2013, 18:21 Uhr

Was eigentlich geht in einem Menschen vor, dessen Selbstmitleid in den Bemerkungen gipfeln, dass er nachts nicht schlafen könne angesichts der Dinge, die da wohl noch auf ihn zukommen. Während er wach liegt, bleibt ihm genügend Zeit auch darüber nachzudenken, wie es wohl Vätern geht, die ihre Familien mit den “kleinen” Pokerbeträgen von 50.000 € oft drei und mehr Jahre durchbringen müssen. Und wenn er glaubt, mit der Bemerkung punkten zu können, er habe in den letzten Jahren mindestens 50 Mio. an Steuern gezahlt, dann sollte er sich klar darüber sein, dass dies sicherlich kein Strohhalm ist, an den er sich klammern kann. Gleiches gilt für sein, zugegeben, soziales Verhalten in der Vergangenheit.

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