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Sonntag, 05. Mai 2013, 12:51 Uhr

Die Brandmauer

Blut ist dicker als Wasser, heißt es, wenn Familien zusammenhalten. Gilt das auch für Fuballblut und Fußballfamilien? Und für Fußballvereine, die Millionenunternehmen sind?

Morgen stellt sich diese Frage, wenn der Aufsichtsrat der FC Bayern AG tagt. Und darin sitzen nicht nur Mitglieder der bayrischen Fußballfamilie, sondern auch knallharte Manager, die in ihren Firmen an die Regeln für gute Unternehmensführung gebunden sind. Und die kein Interesse daran haben, dass Schmutzspritzer des Falles Hoeneß auch sie oder ihre Firmen treffen.

Deshalb kann man davon ausgehen, dass Uli Hoeneß morgen als Aufsichtsratsvorsitzender der FC Bayern München AG abgelöst wird. Der erfolgreichste Fußballverein Europas wird eine Brandmauer zwischen sich und Uli Hoeneß ziehen, damit das Feuer nicht übergreift.

Den ersten Beitrag dazu hat Hoeneß mit seinem “Zeit”-Interview geleistet, in dem er erklärte, dass seine “Spiel”-Millionen vom damaligen Adidas-Chefes Dreyfus nichts, aber auch gar nichts und überhaupt nichts mit den paralell laufenden Verhandlungen über den Ausrüstungsvertrag und die Beteiligung an der AG zu tun gehabt hätten.

Damit ist zumindest der FC Bayern in dieser Frage aus dem Schneider. Der erste Teil der Brandmauer steht.

Der zweite Schritt wäre die Ablösung von Hoeneß als Aufsichtsratschef. Dass er nicht mehr zum Spitzenspiel nach Dortmund fuhr, deutete schon darauf hin, dass dieser Schritt ummittelbar bevorsteht.

Nachfolger sollte ein integrer Mann werden, der den FC Bayern kennt und ihm leidenschaftlich verbunden ist. Am besten ein rüstiger Pensionär, der zeitlich nicht ausgelastet ist. Das heißt, für den Aufsichtsratsvorsitz kommt nur Edmund Stoiber infrage.

Klappt das morgen, dann ist die Brandmauer schon zwischen Hoeneß und dem FCB schon ein großes Stück höher. Vollendet werden könnte sie am 26. Mai, am Tag nach dem Champions-League-Finale – durch den Rücktritt von Uli Hoeneß als Vereinspräsident.

Der Rücktritt ginge im möglichen Titelrausch weitgehend unter. Hoeneß wäre dann nur noch Privatmann und könnte sich ganz auf sein Steuer- und Strafverfahren konzentrieren.

Dann hätte der FC Bayern die Brandmauer hoch genug gezogen, um ein Übergreifen des Feuers auf den Verein zu verhindern. Der “FC Hoeneß” (Franz Beckenbauer) wäre Geschichte. Auf in die neue Saison!

Nachtrag vom 7.5.: Der Aufsichtsrat hat Hoeneß im Amt belassen. Massive Steuerhinterziehung und ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren (incl. Haftbefehl) sind bei der FC Bayern München AG kein Grund, den Aufsichtsratchef abzulösen. Ich bin zuverlässig erscheinenden  Informationen aufgesessen, habe die Dax-Vorstände falsch eingeschätzt und gegen meine eigene Ansicht verstoßen, nicht mehr zu spekulieren, wenn ein Ereignis unmittelbar bevorsteht. Asche auf mein Haupt. Ich lerne daraus: Schuster bleib`bei deinen Leisten – der Politik.

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63 Kommentare

1) Uli, Sonntag, 05. Mai 2013, 14:03 Uhr

“Nachfolger sollte ein integrer Mann werden, (…) Das heißt, für den Aufsichtsratsvorsitz kommt nur Edmund Stoiber infrage.”
Hrhr der Witz war gut Herr Spreng! Mr. Hypo “Alptraum Adria” übernimmt mit seiner geballten “Kompetenzkompetenz” den Aufsichtsratsvorsitz, eine köstliche Vorstellung für alle die dem FC Bayern schlechtes wünschen.

2) StefanP, Sonntag, 05. Mai 2013, 14:46 Uhr

Der BVB gewinnt das Champions League-Finale durch ein Tor von Mario Götze in der 87. Minute. Kurz zuvor wurde der Kapitän der Bayern, Philipp Lahm, mit Rot vom Platz gestellt.

Die Münchner Depression danach kann man sich gut vorstellen, ein Rücktritt von Uli Hoeneß würde diese nur vergrößern. Der Fall Hoeneß zeigt wieder einmal, wie hart abseits des Steuer- und Zivilrechts die Reinigungsmechanismen im Management funktionieren. Wer sich in dieser Kaste etwas zuschulden hat kommen lassen, bekommt keinen Fuß mehr auf den Boden. Der ist Ausgestoßener auf Lebenszeit.

Herr Meyer, der Vorsitzende des örtlichen Kaninchenzüchter- Vereins, braucht so etwas nicht zu befürchten.

Nur zur Erinnerung: Als Uli Hoeneß Manager des FC Bayern München wurde, hatte der Verein 7 Millionen DM Schulden und eine auseinanderfallende Alt-Herren-Truppe. Inzwischen residiert an der Säbener Straße der in Europa bestgeführteste Club. Das haben nicht Herbert Hainer, Rupert Stadler, Helmut Markwort und auch nicht Franz Beckenbauer bewerkstelligt. Diese Energieleistung ist und muss immer mit dem Schwaben verbunden bleiben.

3) Thomas G., Sonntag, 05. Mai 2013, 15:10 Uhr

Für mich bleibt Uli Hoeneß einer der anständigsten Manager mir sozialen Ader.
Was die Steueraffäre angeht,da kann man gleich 79 Amigos (Volksvertreter) einbuchten und in die Nirvana schicken (wird aber nie und niemals passieren)
Alles nur eine große Heuchelei in diesem Land, ideologisch geprägt.

4) Carsten Blöcker, Sonntag, 05. Mai 2013, 17:40 Uhr

Eine kühne Prognose, Herr Spreng. Da bin ich ja auf die morgigen Nachrichten gespannt.
“Nur zur Erinnerung”: Es war UH, der hemmungslos andere an den Pranger stellte, der in diesem Business die größte Klappe hatte, obwohl er wußte, dass er ein Steuer-Krimineller ist. An Hochmut nicht zu überbieten. Mitleid ist nicht angesagt!

5) pool, Sonntag, 05. Mai 2013, 18:37 Uhr

n-tv sprach von mehreren 100 Mill. Euro, die Hoeneß in die Schweiz verschoben habe.

Das selbstzerfeischende Bekenntnis, er sei ein Zocker gewesen, ist völlig absurd, zumal das suggeriert, es gehe um erspieltes Geld. Praktisch wäre er der Börsengott unter den Börsenspielern, warum tut ihm die Zockerei dann leid? Wer leidet denn, wenn er den Dreh raus hat?
Und Marktstudien belegen, daß mehrheitlich an der Börse verloren wird. Wie in der FAZ zu lesen war, schlägt nur 1% der Spieler die Marktrendite. Und Hoeneß holte den Maximaljackpott? Wann? In der Fußbalpause?

Hoeneß war ein Heuchler. Und das Bekenntnis erinnert stark an das berüchtigte Ehrenwort.
Die Herkunft des Geldes ist völlig ungeklärt. Gerade jetzt hätte er einen trifftigen Gründ, bei der Lüge in die Vollen zu greifen. Oder sich als Börsengtt zu profilieren. Worüber heult er sich aus? Wegen der Handvoll Millionen Steuerrückzahlung? Das sidn Peanuts für jemanden, der die Börse so beherrscht!

Interesanter als eine lukrative Spielsucht wäre zu erfahren, woher stammen die mehreren hundert Millionen Euro, und wie war es möglich, daß er die gewaltige Summe unbemerkt über die Landesgrenzen bringen konnte? Wo ist der Lottoschein? Wer hat ihm geholfen?
Wieso untersucht das nicht das BKA? Wieso ist kein Staatsanwalt zugegen? Wieso geht hier alles nach Treu und Glauben? Hat der Choleriker den Bonus? Selbst der FC-Bayern verfügt “nur” über 130 Mill. Euro!

Meines Erachtens steckt dahinter eine Geldwaschanlage. Geld wird in gewissen Kreise über das Casino gewaschen. Das ist keine neue Erkenntnis.

http://www.tz-online.de/sport/fc-bayern/uli-hoeness-mehrere-hundert-millionen-euro-schweizer-konto-trifft-nicht-zu-2864108.html

http://www.focus.de/sport/fussball/tid-30728/verdacht-der-steuerhinterziehung-bayern-praesident-hoeness-und-das-schweizer-konto_aid_966788.html?drucken=1

http://www.spiegel.de/sport/fussball/fc-bayern-hoeness-soll-angeblich-unvorstellbares-vermoegen-verheimlicht-haben-a-895568.html

“mehrere hundert Millionen Euro” – so steht’s geschrieben und niemand soll Nein sagen!

6) Don Corleone, Sonntag, 05. Mai 2013, 21:48 Uhr

Die empirische Frage lautet schlicht: Nun, da der FC Bayern sich im internationalen Fußballgeschäft mehr als je zuvor etabliert hat — wen interessieren dort ein Uli Hoeneß und seine privaten, nicht ganz legalen Vergnügungen? Seine Kollegen sicher nicht.

Im Profisport, die Olympischen Spiele eingeschlossen, wimmelt es weltweit von Mauschelei, Doping, Korruption und Steuerhinterziehungen aller Art. Es ist ein uraltes, aber stillschweigend akzeptiertes Hornissennest, das die Medien gern aussparen, weil ihre Sportseiten ansonsten leer blieben.

In diesem Hornissennest ist Uli Hoeness maximal eine Motte. Lästig zwar, aber mit einem Klaps zu erledigen. Was angesichts seiner inner-, aber auch außerhalb des Nests erworbenen Verdienste ein großer Fehler wäre.

7) karel, Sonntag, 05. Mai 2013, 22:06 Uhr

Hoffentlich erstickt hinter der Brandmauer nicht das Fussball-Feuer…….

8) M.M., Sonntag, 05. Mai 2013, 22:22 Uhr

Wenn die Investoren geschickt sind, werden Sie H. im Amt lassen und endlich mal darauf draengen die Verstoesse der Angestellten des FCB gegen Wertpapiergesetze zu unterbinden. Wie ist es nach den Faellen Jeremies, Salihamidzic und Linke nun auch bei Herrn H. moeglich? Mitnichten sehe ich hier eine Brandmauer zum FCB eingezogen. Die “Bayern Presse” will offensichtlich die Altfälle verschweigen. Gibt es dort einen Zusammenhang?

9) Olaf, Montag, 06. Mai 2013, 07:08 Uhr

Was sagte Herr Stoiber noch über den Spieler Deisler: http://www.spiegel.de/sport/fussball/fall-deisler-hoeness-weist-stoiber-zurecht-a-278295.html

Bleibt man da nicht besser beim jetzigen Vorsitzenden des AR?

Die ZEIT-Geschichte über angebliche Spielsucht ging ja auch daneben, also sollte nun in Ruhe alles juristisch geklärt werden. Alles wirtschaftliche kann warten.

KILL YOUR IDOLS kräht immer nur der Boulevard.

10) Fußballzyniker, Montag, 06. Mai 2013, 08:08 Uhr

“Nachfolger sollte ein integrer Mann werden, (…) Das heißt, für den Aufsichtsratsvorsitz kommt nur Edmund Stoiber infrage.”

Eine Alternative wäre natürlich Lothar Matthäus.

11) manni.baum, Montag, 06. Mai 2013, 08:48 Uhr

die späte Revanche des M.Spreng – Stoiber zum Kanzler machen hat nicht funktioniert dann soll er wenigstens FCB-Präsident werden.

12) Philipp, Montag, 06. Mai 2013, 08:56 Uhr

Ich finde es schade dass um Hoeneß nun so ein Aufriss gemacht wird. Er zahlt das Geld einfach nach und Feierabend. Warum Ihm jetzt auch noch seinen Job klauen.

Über was regen sich denn die Leute alle so auf? Es würden doch alle anderen die genau so viel Geld haben genau so machen. Ich auch.

Grüße aus Kaiserslautern

Philipp

13) Rainer N., Montag, 06. Mai 2013, 09:24 Uhr

Jeder aufrechte Mensch müsste, wenn dieser Steuerbetrüger in der Nähe ist, sich demonstrativ umdrehen und ihm den Rücken zukehren, als Zeichen der Verachtung, oder ihn mit Schuhen bewerfen … auch eine gute symbolische Aktion!

So wie es am Wochenende die Fans eines Vereins mit ihren Spielern vorgemacht haben.

Stammt m.E. aus Star-Treck – die Klingonen, mit vor der Brust gekreuzten Unterarmen und dann den Rücken zudrehen, als Zeichen der persönlichen Verachtung.

Und noch eine Anmerkung – Steuerbetrüger handeln gegen Artikel 14 (2) Grundgesetz. Aber wo kein Kläger ist …

14) Journalist, Montag, 06. Mai 2013, 09:50 Uhr

@ 9) Olaf, Montag, 06. Mai 2013, 07:08 Uhr

” KILL YOUR IDOLS kräht immer nur der Boulevard.”

… und alle Follower, die zu bequem für eigene Gedanken sind. Wie wahr, wie wahr.

15) Atalay, Montag, 06. Mai 2013, 12:57 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

ich habe lange überlegt, ob ich das schreibe, weil ich Sie sehr schätze.

Gegenwärtig machen Sie einen großen Bogen um das wichtigste innenpolitische Thema, nämlich den NSU-Prozess.

Wollen Sie nach der Sarrazin-Debatte keine kontroverse Diskussion mehr?

16) m.spreng, Montag, 06. Mai 2013, 13:35 Uhr

@15 Atalay

Zum NSU-Prozess ist schon so viel Kluges geschrieben worden, dass ich nur dahinter zurückbleiben kann. Aber in den nächsten Wochen wird es sicher eine Gelegenheit geben.

17) Alex, Montag, 06. Mai 2013, 18:36 Uhr

http://www.sueddeutsche.de/sport/fc-bayern-muenchen-uli-hoeness-bleibt-praesident-und-aufsichtsratschef-1.1666898

Und nun, Herr Spreng? ;)

18) Werner Berger, Montag, 06. Mai 2013, 19:01 Uhr

Mit Verlaub und bei allem Respekt:
Passt dieser Beitrag in ein “Polit-Blog”?

Aktuelle Schlagzeile:
“Hoeneß bleibt vorerst Bayern-Aufsichtsratschef”
Edmung Stoiber bleibt also auf der Ersatzbank.

19) RCB, Montag, 06. Mai 2013, 22:53 Uhr

Verehrte Herrschaften, unabhängig davon, dass dem Sprengmeister nicht mehr widersprochen werden muss, denn das Ergebnis der Aufsichtsratssitzung ist trotz des Hoeneß-Angebotes seines Rücktrittes anders ausgegangen als Spreng vermutet oder gar erhofft hat; und zwar einstimmig, wird hier in den Kommentaren eine Menge durcheinander geworfen.

Der einzige Kommentar, der m.E. ernst zu nehmen ist (läßt man Satz 1 bis 3 mal außen vor!), ist der von 2) StefanP. Uli Hoeneß von seinen FCB-Posten zu entfernen, wäre die wohl größte existentielle Gefahr für den Verein, der in allererster Linie ihm seinen Erfolg zu verdanken hat.

Sollte allerdings das Verfahren gegen UH mit der Feststellung von erheblicher Schuld enden, also mit mehr, als der von ihm selbst angezeigen Steuerhinterziehung, müßte dennoch über einen Ausstieg, zumindest aus der rechtlichen Funktion des Aufsichtsratsvorsitzes (oder auch nur -Mitgliedes) neu abgestimmt werden. Den Posten des Vereinspräsidenten könnte er m.E. dann aber immer noch weiter behalten.

Der “Fall Hoeneß” hat aber ansonsten rein überhaupt nichts mit dem FC Bayern zu tun, auch wenn einige FCB- und Hoeneß-Gegner das gerne sehen würden und die Verdienste eines Uli Hoeneß für diesen Verein und für eine Menge an sozialen Taten auch ausserhalb des Vereines bleiben ebenfalls davon unberührt. Seinen Ruf hat der Uli allerdings nicht unerheblich beschädigt, egal wie die Ermittlungen gegen ihn ausgehen werden. Christian Wulff läßt grüßen!

20) J.Hunger, Dienstag, 07. Mai 2013, 00:10 Uhr

Herr Spreng, Sie lagen falsch – wieder einmal (siehe AfD-Einschätzung). Gott sei Dank ist ein Fussballverein keine Partei. Die Aufsichtsratsmitglieder wissen sehr wohl, daß es ohne Uli Hoeneß den FC Bayern, wie er sich heute darstellt, gar nicht gäbe. Sie wissen sehr wohl, daß sie ohne ihn gar nicht an diesem Aufsichtsratstisch säßen. Uli Hoeneß wird diese Affaire überleben, unter seiner Regie wird der FC Bayern zur Nr. 1 in Europa. Es sei ihm gegönnt!

21) JG, Dienstag, 07. Mai 2013, 07:52 Uhr

Also mal ehrlich, Herr Spreng, der nette Herr H. hat doch Material gegen andere wichtige Leute im Aufsichtsrat gesammelt, daß die sich nicht trauen, ihn abzuservieren wie einen stinknormalen mutmaßlichen Kriminellen und überführten Heuchler?

Und danke, daß Sie sich nicht an dem hysterischen Gegacker um den Hexenprozeß beteiligen, bei dem zwar die Schuld der Hauptangeklagten erst noch bewiesen werden soll, aber gewisse Lobbyisten für sie schon mal die Höchststrafe fordern.

Aber es ist natürlich nur konsequent, daß Dinge wie die Unschuldsvermutung (oder das Recht eines Angeklagten, zu schweigen) nichts mehr gelten, wo die Türkei zum vorbildlichen Wahrer von Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechten und Minderheitenschutz wird.

22) StefanP, Dienstag, 07. Mai 2013, 08:29 Uhr

@13) Rainer N.

Unsere tradierte Rechtsordnung kennen Sie nicht so gut, da steht etwas von Unschuldsvermutung und so. Dummes Zeug natürlich, aber früher dachte man, so sollten Ankläger an einen Fall rangehen.

Eigentlich jeder, der eine Straftat begeht, verletzt auch eine Grundgesetznorm. Auch jemand, der sich nur eine Raubkopie zieht. Interessant, gell?

23) Uli der Bauer, Dienstag, 07. Mai 2013, 09:07 Uhr

Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder bleibt so, wie es ist.

24) Glen, Dienstag, 07. Mai 2013, 11:08 Uhr

Allein dadurch,was H.aus dem Fc Bayern gemacht hat,sollte man eine Straße nach seinem Namen benennen,ohne IHN hätte der Staat nicht diese gewaltigen Steuereinnahmen gehabt.
Die Steuerhinterziehung von H. ist ein Peanuts im Vergleich,was Er und FC Bayern an Steuern bezahlt haben.
Keiner von uns ist unschuldig und hat mal ein Fehler begangen.
Warum ausgerechnet H.,warum werden keine Politiker genannt,die auf der CD auch sind? Weil die Bundestagswahl in diesem Jahr stattfindet?
Die ganze Diskussion ist nur von Neid und Heuchelei geprägt.

25) Frank Reichelt, Dienstag, 07. Mai 2013, 12:37 Uhr

Ich bin wahrlich kein Bayern München Fan und hoffe, dass Borussia Dortmund das Champions League Endspiel gewinnt aber ich muss dem Aufsichtsrat des Vereins meinen Respekt aussprechen.

Der Club ist selbstbewußt und stark genug um sich nicht von der sogenannten “öffentlichen Meinung” und den Sprengs dieser Welt sein Handeln vorschreiben zu lassen!

Hoffentlich bleiben sie auch unter dem sicher zunehmenden medialen Druck standhaft!

26) Maren P., Dienstag, 07. Mai 2013, 12:57 Uhr

Niemand “vorverurteilt” Hoeneß – er hat sich selbst als millionenfacher Steuerhinterzieher angezeigt! Der FC Bayern ist ein Wirtschaftsunternehmen in der Gesellschaftsform der AG. Da ist es ein verheerendes Signal zum Thema Korruption und Steuerehrlichkeit, wenn der oberste Kontrolleur, der AR-Vorsitzende, sein Amt nicht zumindest vorläufig ruhen lässt. Aber im weiß-blauen CSU-Staat gehen die Uhren bekanntlich anders …

@ 22) StefanP Ihr Versuch der Relativierung gelingt in diesem Fall nicht. Denn Uli Hoeneß selbst hat die “Unschuldsvermutung” ausgehebelt, indem er mit der Selbstanzeige zeitgleich drei Millionen Euro überwiesen hat. Ein deutlicheres Schuldeingeständnis geht kaum. Folgerichtig geht es jetzt nur noch um die Findung des Strafmaßes in dem anstehenden Prozess.

Anders, als es Anhänger des FC Bayern glauben machen möchten, ist der “gute Mensch von der Säbener Straße” keinesfalls in der Situation, im Stile eines Feudalherrn Steuern nach Gutdünken abführen zu können. Hoeneß hat über Jahre, nicht nur einmal, Steuern hinterzogen. Das lässt auf eine erhebliche kriminelle Energie schließen. Da stehen seine Verdienste um den FC Bayern doch heute in einem ganz anderen Licht. …

27) Peter Christian Nowak, Dienstag, 07. Mai 2013, 14:04 Uhr

@5)pool

Durchaus möglich. Ich halte nach dem, was ich an Erfahrungen mit dem deutschen Rechtsstaat gesammelt habe, Ihren Hinweis nicht für ausgeschlossen. Dass Herr Höneß Alleintäter war, halte ich ebenso für ausgeschlossen. Eher hatte er tätige Mithilfe aus den Amigo-Seilschaften nicht näher zu nennende Parteien wie Steueranwälten, die auf legalisierten Steuerbetrug spezialisiert sind Höneß ist nur die Spitze des Eisberges.
Dass die Rechtsstaatlichkeit – besonders in CDU regierten Bundesländern, eine eigene Dynamik der Auslegung erfährt sieht man beispielsweise an einem aktuellen Fall der vermutlichen Rechtsbeugung in Bayern: der Fall Gustl Mollath.

Dieser Fall zeigt, dass man außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung sich der politischen Disziplinierung bedient, so wie man sich ihrer eigentlich nur im totalitären Staatsverständnis der ehem. DDR bedient hatte – und heute mehr denn je in Teilen des heutigen Ostblocks z.B. diese “Methode Maulkorb” praktiziert wird.
Leider hatte es in Bayern mit der klammheimlichen Aktion so recht nicht geklappt. Heute ist der Fall zu einem Fall CSU geworden. Die Medien machten – welch ein Pech – den Fall im Fernsehen und anderswo bekannt.
So entwickelte sich eine große Unterstützergruppe, für einen, der zu Unrecht in der Psychiatrie einsitzt, und die Herrn Seehofer bis zur Wahl noch erhebliche Kopfzerbrechen machen wird.

Erinnert sei auch in diesem Zusammenhang an den Fall der vier Steuerfahnder aus Hessen. Da ging es um Gefälligkeitsgutachten von Psychiatern, um unliebsame Beamte zu neutralisieren. – Gustl Mollath ist also durchaus kein Einzelfall. Es gibt inzwischen eine Vielzahl Fälle der Psychiatrisierung unbequemer Bürger, auch Querulanten genannt, die häufig von den Gerichten abgesegnet werden und von denen die breite Öffentlichkeit nichts erfährt.

@15) Atalay,

Wo sehen Sie ein Manko eines fehlenden Kommentars zum Fall Beate Zschäpe? Solange Frau Zschäpe schweigt, wird der Fall NSU nicht das Ende des Prozesses bestimmen, nicht bestimmen können. Das wird auf rätselhafte Weise von den Prozessbeteiligten, Nebenkläger wie Medien, übersehen

Was die Nebenkläger sich durch einen Strafprozess erhoffen wird nicht erfüllt werden können!
Was soll dann Ihrer Meinung nach kommentiert werden?

Sind Sie der Meinung, dass man sich zu diesem Zeitpunkt vielleicht auch aus Gründen der Meinungs-Kongruenz in Journalistenkreisen und vor allem um der politischen Korrektheit willen um einen weiteren, möglicherweise überflüssigen Kommentar kümmern müsste? Und das, bevor der Prozess überhaupt erst richtig angefangen hat?
Im Kontext NSU wäre es wünschenswert und sicher der Aufklärung dienlich, dass auch Verantwortliche von BND und Verfassungsschutz mit auf der Anklagebank säßen.

Das tun sie aber nicht!

Falls der Prozess gegen Frau Zschäpe zu einem politischen Schauprozess werden sollte, wäre eine objektive Begutachtung sicher angebracht. Ich hoffe, dass der Wunsch Deutschlands nach einer Bella Figura für das Ausland nicht bestimmend für den Prozessverlauf ist.

Schauen wir mal, wie die Nagelprobe für den Rechtsstaat bewältigt werden wird!

Im übrigen: Europa ist und wird das Thema bleiben, an dem die Bevölkerung letzten Endes mehr Interesse hat, haben wird.

28) G. Seifert, Dienstag, 07. Mai 2013, 16:00 Uhr

Ich sehe bis heute nicht den “zwingenden” Rücktrittsgrund für Uli H. Wir reden über ein schwebendes Verfahren, in dem – Selbstanzeige hin, Haftbefehl her – die Unschuldsvermutung gilt. Wenn sich die Selbstanzeige als korrekt herausstellt (was bisher vermutlich noch nicht mal die ermittelnde Staatsanwaltschaft weiß, geschweige denn irgendwelche “Insider”) und Hoeneß seine Steuerschuld mit Zins und Strafzins nachgezahlt hat, ist er rechtlich so gestellt, als hätte er alles korrekt und rechtzeitig versteuert. Es war und ist also erklärter Wille des Gesetzgebers, einem Steuerhinterzieher, der seinen Fehler einsieht und zum ehrlichen Steuerzahler werden will, einen einmaligen Gesetzesverstoß (gleich welcher finanziellen Höhe) zu verzeihen. Das kann man falsch finden und die Politik auffordern, es zu ändern.

Da es aber geltendes Recht ist, kann man hieraus keine Ablösung als Aufsichtsratsvorsitzender ableiten. Dazu muss man schon eigene, höhere moralische Ansprüche als Standard definieren. Bleibt jedem unbenommen.

Der Aufsichtsrat des FC Bayern aber hält sich schlicht und einfach an die Rechtslage. Sollte Hoeneß angeklagt und rechtskräftig verurteilt werden, wird man sein Rücktrittsangebot mit Sicherheit rasch annehmen.

Es wäre gut, wenn jetzt einfach mal abgewartet würde, bis diese sachliche Klärung geschehen ist.

29) Politikverdruss, Dienstag, 07. Mai 2013, 16:21 Uhr

Frank Reichelt 25),

Volle Zustimmung!

Dass sich hier bewährte Wirtschaftsführer nicht von den Medien vorschreiben lassen, wen sie zu entlassen haben oder nicht, halte ich für richtig. Und den Medien sei gesagt, dass der deutlich erkennbare Trend, nicht nur „aufzudecken“, sondern auch „richten“ zu wollen, nichts Gutes verheißt!

30) Hannes66, Dienstag, 07. Mai 2013, 16:33 Uhr

@StefanP

Die Staatsanwaltschaft soll an einen Fall mit der Unschuldsvermutung rangehen? Manchmal schreiben Sie wirklich Stuss.

Ein Staatsanwalt nimmt doch nur dann Ermittlungen auf, wenn er eine Schuld vermutet oder um es juristisch auszudrücken, wenn ein hinreichender Tatverdacht besteht. Dass er neben den belastenden auch entlastende Umstände zu prüfen hat, hat doch mit Unschuldsvermutung nichts zu tun.

Im Fall H. kann von einer Unschuldsvermutung überhaupt nicht die Rede sein, er hat mit seiner Eigenanzeige die Straftat doch bereits eingestanden und eine Abschlagsnachzahlung seiner hinterzogenen Steuern vorgenommen.

Da gibt es keine Unschuld mehr, die man vermuten müsste oder könnte. Dass Herr H. sich mit dieser Selbstanzeige von einer Verurteilung frei kaufen kann, so sie denn rechtzeitig gestellt wurde, macht ihn nicht unschuldig sondern lediglich nicht vorbestraft.

31) Daniel, Dienstag, 07. Mai 2013, 16:48 Uhr

Ich will das Steuerthema nicht kleinreden, aber die hyperventilierende Empörung hierzulande ist nur noch lächerlich. Gerade beim Thema Steuern ist die Aufregung blanker Hohn. Egal mit wem man sich unterhält, für viele ist das Steuergesetz ein sehr dehnbarer Begriff, angefangen bei Konz 1001 legale Steuertricks bis hin zum Thema Schwarzarbeit.
Was ich damit sagen will sollte klar sein. Vermutlich hat ein Hr. Hoeneß in seinem Leben trotz Konto in der Schweiz mehr Steuern bezahlt als man sich vorstellen kann. Jetzt ist ihm nun dieser Fehler passiert, gewollt oder ungewollt. Wer weiß es. Dafür muss er sich nach den Regeln unseres Rechtsstaats verantworten. Die Gerichtbarkeit wird darüber entscheiden.
Ich habe nur ein Problem damit, wenn dieser Mensch nun medial zur Wurzel allen Übels hochstilisiert wird. Kommt mir schon fast wie eine gezielte Ablenkung vor. Die Milliarden die in Europa versenkt werden sind ja mittlerweile nur noch eine Randnotiz. Sorry, aber da hab ich wirklich Störgefühle.

32) BayernFan, Dienstag, 07. Mai 2013, 17:51 Uhr

Keiner wolltel Bayern-Chef werden.

Oder glaubt Ihr, das Winterkorn als VW-Manager
sich einen Fleck aufs Hemd machen lässt?
Wegen einem Metzger ?

Und der Mann der Gebraucht-Uhren ist wohl
noch nicht so weit.

Da blieb daa Uli halt übrig.
Vielleicht hat er es auch so gesagt?
Nach dem Motto : “–für die Drecks-Arbeit seit Ihr Euch zu schade”
und einem schönen roten Kopf dazu.

Welch ein Playdoyer.
Ich stelle es mir gerade vor.

;)

Gott zum Gruß

Euer BayernFan

P.S. Nur schade, das das Gesetz, das für Steuerhinterziehung ab 1 Mio. Euro
keine Bewährung mehr vorsieht, anscheinend nicht für den achso lieben ULI gilt.
Vielleicht wird das nach der Wahl geändert.
Dann gilt es vielleicht nur noch fürAndere ? Wegen der Bagatellität.
Für den Uli ist es halt nur ein Bagatelle. Für Andere ein Vermögen.

33) kleinErna, Dienstag, 07. Mai 2013, 18:12 Uhr

@Maren P: So ganz auf der Höhe scheinen Sie aber auch nicht zu sein?
Die FCBayern München AG ist nur ein Teil des FCBayern München e.V., dessen Präsident Uli Hoeneß ist. DER FCB ist also keine AG, sondern ein Verein, der einzig dem Vereinsrecht unterliegt. Da der “Verein” über 80% der (nicht frei handelbaren) Aktien an der AG besitzt, ist UH als Vereinspräsident auch Vorsitzender des Aufsichtsrates der AG. Man könnte aber, sollten sich schwerwiegendere Verstöße des UH in der Steueraffaire nachweisen lassen ggf. auch Karl Hopfner, der bereits im Aufsichtsrat sitzt und zudem Vizepräsident des FCB e.V. ist, zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates bestellen; könnte man, muss man aber nicht!

DER FCBayern ist also keine AG, sondern ein e.V. und Vereinspräsident könnte UH auch nach einer evtl. Verurteilung als Steuersünder weiterhin bleiben.

Hätte Meister Spreng nicht diesen unsäglichen und themenmäßig ganz offensichtlich nicht in sein Metier passenden o.g. Artikel geschrieben (Populismus läßt grüßen!), wäre dieses gesamte Kommentar-Sammelsurium hier nicht entstanden. Es beiweist, wie in so vielen anderen Blogs zu diesem Thema auch, dass sich sogenannte oder auch “Universal-Laien” in geradezu ketzerischer Form über ein Thema auslassen, von dem sie keine, oder kaum Ahnung haben und bei dem bisher noch nicht einmal das bereits seit Anfang des Jahres damit befasste, fachlich versierte Gericht zu einem Ergebnis gekommen ist.
Hut ab, das ist Stammtischpolitik in Reinkultur!

34) Rainer N., Dienstag, 07. Mai 2013, 21:39 Uhr

Und die zweite Version hätte er jedes Jahr sein Startvermögen um 68,5 % steigern müssen.

10.000.000 – 16.850.000 – 28.392.250 – 47.840.941 – 80.611.986 – 135.831.196 – 228.875.566 – 385.655.329 und dann zuletzt 2008 den Betrag von 649.829.229 zu erreichen.

Auch hier kann nun jeder die notwendige Kapitalertragssteuer errechen, wenn man wieder 10 % als Ertrag und den Rest als Spekulationsgewinn ansetzt.

2001 = 6.165.000 + 685.000
2002 = 10.388.025 + 1.154.225
2003 = 17.503.822 + 1.944.869
2004 = 29.493.940 + 3.277.104
2005 = 49.697.289 + 5.521.921
2006 = 83.739.933 + 9.304.437
2007 = 141.101.786 + 15.677.976
2008 = 237.756.510 + 26.417.390

Summen = 575.846.306 + 63.982.923 = 639.829.229

Wie schön das es Excel gibt. So in etwa müsste die Untersuchung der Staatsanwaltschaft aussehen, wenn die Meldung im Stern über die Höhe des Betrages auf dem schweizer Konto zutreffend war.

Anders GEHT es NICHT.

Somit kann nun jeder halbwegs denk- und rechnenfähige Mensch den hinterzogenen Betrag in etwa abschätzen. Wer dann immer noch glaubt, das sei das Werk und der Erolg der Spekulation von Hoeness … dem ist nicht zu helfen.

Da würden die Worte von Daum (wenn ich mich nicht irre) – bye bye Bayern – mal zutreffen, wenn raus kommen würde, das Geld war vom Verein!

Hoeness spielt das Opferlamm und drückt auf die Mitleidsdrüse um nicht so bestraft zu werden, wie er bestraft weden müsste, wenn er wirklich so viel Steuern hinterzogen hat. (25 % Kapitalertrags- und 42 % Spitzensteuersatz – bei dem Betrag erfoderlich – von 241.855.448 + 15.995.731 = 257.851.179 Euro!!!

So und nun habe alle die Möglichkeit meine Zahlen zu widerlegen – unter der Bedingung 10.000.000 Euro Startdarlehn von “Adidas” und 650.000.000 Euro auf dem Konto in der Schweiz im Jahr 2008!

Kann keiner!

35) StefanP, Mittwoch, 08. Mai 2013, 08:30 Uhr

@26) Maren P.
@30) Hannes66

Auch eine Selbstanzeige beweist keine Straftat. Die Schuld kann in einem Rechtsstaat immer nur ein Gericht feststellen. Es soll ja auch schon Leute gegeben haben, die sich zu Unrecht selbst beschuldigt haben. Und gerade beim Steuerrecht gibt es Vorgänge, wo eine Selbstanzeige sinnvoll ist, selbst wenn keine kriminelle Energie dahintersteckt.

Das Ganze zeigt sich in der juristischen Sprache. Zu Beginn ist jemand ein Verdächtiger, dann ein Beschuldigter. Kommt es zur Anklage, wird der Beschuldigte zum Angeklagten. Im Durchsuchungsbeschluss wie auch jetzt gilt Uli Hoeneß für die Staatsanwaltschaft als “Beschuldigter”. Damit wird deutlich, dass dem Aufsichtsratsvorsitzenden der FC Bayern München AG weder eine Straftat nachgewiesen wurde noch dass er überhaupt angeklagt wird.

Ein Staatsanwalt ist verpflichtet, ergebnisoffen zu ermitteln. Das Ergebnis seiner Ermittlungen trägt er einem Strafgericht vor, wobei er die Schuld in der Anklageschrift darlegt, dies hat jedoch weiterhin keine Beweiskraft.

Kurz: Uli Hoeneß gilt trotz der Selbstanzeige weiterhin für alle juristisch Beteiligten als “unschuldig”, denn niemand kennt bis heute Details und deren juristische Einordnung. Ab und zu sollte man daran erinnern.

Die Zahlung von 5 Millionen Euro resultiert aus der Selbstanzeige. Herr Hoeneß vermutete, dass er 5 Millionen EUR Steuern hinterzogen habe. Tatsächlich geht die Staatsanwaltschaft nach bisherigen Ermittlungen von weit weniger, nämlich 3,2 Millionen EUR, aus. Des Weiteren hat Uli Hoeneß zwei Selbstanzeigen abgegeben, da die erste (mit der er auch die Zahlung verbunden hatte) nicht umfänglich genug war. Allerdings ist nach meinem Kenntnisstand bisher gar nicht die exakte Steuerschuld ermittelt, aus der sich dann überhaupt die Strafzumessung ergibt. Der langjährige Bayern-Manager hat bisher lediglich eine, rechtlich nicht bindende, Vorauszahlung geleistet.

Sie sehen: alle Beteiligten sind bisher noch im Bereich der Vermutungen. Die Öffentlichkeit ist, wie Sie ja hinlänglich beweisen, in ihrem Urteil weit schneller.

P.S.: Falls Sie irgendetwas in der Dimension des FC Bayern München aufgebaut haben und falls Sie so 50 Millionen EUR bisher an das Gemeinwesen entrichtet haben, würde mich das stark interessieren. Falls nicht, bewundere ich Ihre schnelle Urteilskraft – ohne Richter, ohne Gesetz, zack!

36) Frank Reichelt, Mittwoch, 08. Mai 2013, 13:04 Uhr

@ m.spreng
@ Maren P.
@ Hannes66
@ Rainer N.

Zum Glück werden in diesem Land Urteile nicht vom Volk, sondern von Fachleuten nur im Namen des Volkes gesprochen!

37) StefanP, Mittwoch, 08. Mai 2013, 14:40 Uhr

@34) Rainer N.

Sie sind nicht nur ein Mathematikgenie, sondern auch noch erstaunlich effizient im Bloggen. Andere Forenteilnehmer haben Spaß daran, immer mal etwas Neues zu schreiben. Aber das ist natürlich Zeitverschwendung, Sie kopieren einfach Ihre Beiträge, dabei kann man Ihnen nicht mal den Vorwurf des Plagiats machen.

Allerdings ist Ihnen dann doch ein Fehler unterlaufen, der zwar nicht unter mathematischen Aspekten, wohl aber rein logisch nicht trivial ist. Ihre Rechnung basiert darauf, dass am Ende ein Vermögen von 650 Millionen Euro herauskommt. Aber das ist gar kein Parameter! Sie lesen das aus einem Zeitungsartikel, wozu der Journalist ganz erstaunlicherweise keine Quelle nennt. Die Finanz- und Strafverfolgungsbehörden sowie der Steuerberater von Herrn Hoeneß kommen zu ganz anderen Werten. Gut, die sind korrupt, Vetternwirtschaft und so. Aber dennoch. Theoretisch kann das Geld ja auch von dem Präsidenten des FC Bayern selbst in die Schweiz überwiesen worden sein, weil dort die Zinsen so hoch sind. Oder die Scheine wegen der Sonne etwas braun werden. Jedenfalls scheint der sparsame Schwabe sich das an einer Stelle anders überlegt zu haben, denn auch der Stern weiß: das Geld is’ net mer da!

Also glauben wir einen Moment des staatlichen Behörden, die derzeit von 3,2 Millionen EUR hinterzogenen Steuern ausgehen, nachdem sie sich gewaltsam Zugang zu den entsprechenden Belegen verschafft haben. Dann können Sie Ihre Excel-Tabelle in die Tonne treten. Oder? Zudem hantieren Sie mit Steuerrecht, von dem Sie scheinbar nicht so viel Ahnung haben. Die Kapitalertragsteuer ist Teil der Einkommensteuer. Also moppeln Sie doppelt. Die sogenannte Abgeltungsteuer (ebenfalls Teil der Einkommensteuer) galt in weiten Teilen des Veranlagungszeitraumes nicht, der Spitzensteuersatz war höher und seit 2006 gibt es eine Reichensteuer von 45%. Soli und Kirchensteuer tauchen bei Ihnen auch nicht auf. Kurz: nicht mal Bruchstücke Ihrer Rechnung sind richtig. Tipp: Überlassen Sie das Leuten, die Ahnung und Einblick haben.

P.S.: Der Spruch “bye bye Bayern” stammt von Klaus Toppmöller, damals im Jahr 1994 Trainer von Eintracht Frankfurt. Gibt’s nicht über Excel, aber, wenn man’s nicht weiß, über Google. Is’ auch ‘ne Alternative.

38) Albanese, Mittwoch, 08. Mai 2013, 14:41 Uhr

Spreng macht Fehler aufgrund einer eigenartigen Ungeduld. Im Kern hat er dennoch Recht. Hoeneß wird schon zurücktreten. Das wissen sicher auch die DAX-Vorstände. Das unvermeidbare braucht man nicht zusätzlich zu fordern. Der Rücktritt, sofern er zeitig erfolgt, wird Hoeneß aufwerten. Ich meine man kann die Wirkung des Rücktritts in Abhängigkeit des Zeitpunkts funktional modellieren, etwa f(t)=x.
Die Skala (Wirkung) von gut nach schlecht: Margot Käßmann – Edmund Stoiber – Christian Wulff.

39) kleinErna, Mittwoch, 08. Mai 2013, 15:05 Uhr

@34) Rainer N:

Womit haben wir eigentlich einen solchen Schwachsinn verdient??? Es lohnt wirklich nicht, jetzt und hier näher darauf einzugehen!

Wenn die Staatsanwaltschaft ermittelt und die Richter ihr Urteil gefällt haben werden, wird sich dieser Unsinn ganz von selbst aufklären. Ich hab mir das rauskopiert, um es Ihnen zu gegebener Zeit “vorhalten” zu können.
Das wird ein Spaß werden, hahaha.

40) Hannes66, Mittwoch, 08. Mai 2013, 18:35 Uhr

@StefanP
Eine Selbstanzeige, die auf Vermutungen basiert, ist keine, die vor Strafe schützt. Wie schon der Steuerfachanwalt der FDP Herr Kubicki bemerkte, muss bei einer Selbstanzeige alles, wirklich alles was an Steuern hinterzogen wurde benannt werden, sonst ist diese unwirksam, sprich der Hinterzieher muss ein Strafverfahren gewärtigen.

Soweit ich aus der Presse informiert bin, hat Herr H. nicht 5 Mio. Steuerabschlag bezahlt sondern dieser Betrag ist die Kaution, die er, wenn ich mich richtig erinnere, Ende März dieses Jahres hinterlegen musste um nicht gleich in den Knast zu wandern.

Ebenfalls aus der Presse entnehme ich, dass er zusammen mit der Selbstanzeige im Januar des Jahres eine Abschlagszahlung auf seine Steuerschuld in Höhe von 3 Mio. bezahlt hat.

Und im übrigen ist es kein Verdienst 50 Mio. an Steuern zu zahlen, denn wer soviel Steuern bezahlt, der hat auch weit über 100 Mio. an Einkommen erzielt und davon lässt sich dann doch trotz der Steuern vermutlich ganz gut leben.

Man muss auch keine vergleichbare Aufbauleistung erbracht haben, um einen Sachverhalt zu beurteilen. Es ist offensichtlich, dass Herr H. nicht nur vermutlich Steuern hinterzogen hat, also ist er ebne nicht unschuldig, lediglich noch nicht vorbestraft, aber das kann ja nur eine Frage der Zeit sein, es sei denn seine Spezl helfen ihm irgendwie aus der Bredouille.

So und jetzt lassen wir´s gut sein, ich will mich mit Ihnen nicht hier streiten, für mich ist die Sache klar, für Sie nicht, damit kann ich gut leben, Sie hoffentlich auch.

41) Don Corleone, Mittwoch, 08. Mai 2013, 19:43 Uhr

31) Daniel, Dienstag, 07. Mai 2013, 16:48 Uhr
35) StefanP, Mittwoch, 08. Mai 2013, 08:30 Uhr

In Kürze, Gentlemen: Über Beiträge wie die Ihren, unaufgeregt und vom Steuer- und Strafrecht keineswegs unbeleckt, freu’ ich mich sehr. Sie geben dieser Diskussion eine Balance, die sich von der modischen Hysterie, Hexenverbrennung und Hybris der vermeintlich allzeit Aufrechten angenehm abhebt.

Das Grundmotiv dieser Entrüstungen ist doch so simpel wie immer:

(a) Wahlkampf, man schießt aus der Hüfte, wie klapprig diese auch sei,
(b) Ablenkung von den wirklich brennenden und sündteuren Problemen der Bundesrepublik und ganz Europas, an denen noch Generationen mühselig zu knabbern haben werden, durch eitle Sprechblasen wie …
(c) “Schaut her! Wir haben alle Sündenböcke in unseen Reihen öffentlich über die Klinge springen lassen. Ab sofort hassen wir sie! Jetzt könnt ihr uns ja reinen Herzens wieder wählen.”

Und sie singen alle dasselbe Lied, voneinander nicht unterscheidbar. Wäre dieser Tingeltangel-Eiertanz nicht so billig und schon so oft dargeboten worden, könnte man ja herzlich darüber lachen. Aber so gefriert einem allmählich die Spucke auf der Zunge.
Trotzdem: Wenn wir diesen im realen Leben völlig unerfahrenen Politfiguranten (in England “talking heads” genannt) aller Couleurs auch noch gestatten, uns die Lebensfreude zu vermiesen, haben sie endgültig über uns gesiegt.

Ich ziehe es vor, herzlich über die Politik zu lachen. Sie und ihre Protagonisten schlagen alles, was die Comedy-Szene zu bieten hat. Um Längen.(Was auch gar nicht so schwer ist.)

42) riskro, Donnerstag, 09. Mai 2013, 10:29 Uhr

Wer glaubt, dass H. seinen Rücktritt angeboten hat, glaubt auch an den Weihnachtsmann.
Aus rein pragmatischen Gründen und um den Schein zu wahren, dass man zu ihm steht, hat man sich darauf geeinigt, bis nach den Endspielen zu warten, weil H. nicht zurücktreten wollte und man nicht unnötig mehr Öl ins Feuer gießen wollte. Hätte er seinen Rücktritt angeboten, hätte man ihn freudestrahlend angenommen. Besser hätte man aus der Situation gar nicht rauskommen können.

24) Glen Frage: Würde Sie eine solche Straftat auch bei anderen z. B. Steinbrück, Trittin, Gysi und und durchgehen lassen?
Sie haben schon eine seltsame Rechtsauffassung. Wie viele Steuern hätte er Ihrer Meinung nach hinterziehen dürfen bis seine angeblichen Wohltaten aufgezerrt gewesen wären?

Sicher haben wir alle schon Fehler gemacht. Nur die Konsequenzen daraus musste wohl auch jeder daraus tragen.

41) Don Corleone, stilistisch nichts gegen den Beitrag einzuwenden, rhetorisch gesehen: verbesserungswürdig .

Zitat >>ich ziehe es vor, herzlich über die Politik zu lachen. Sie und ihre Protagonisten schlagen alles, was die Comedy-Szene zu bieten hat. Um Längen.(Was auch gar nicht so schwer ist.)<<

Es liegt ja hoffentlich nicht daran, dass Sie manchmal für die Politik arbeiten.

43) Rainer N., Donnerstag, 09. Mai 2013, 11:30 Uhr

Ich beziehe mich mit meiner Annahme auf den Artikel im Stern.

Ich belege die “Unwahrscheinlichkeit” um nicht “Unmöglichkeit” zu schreiben, mit der aus einem Anfangsdarlehen als “Spielgeld” von einem “Adidas-Menschen” in Höhe von 20.000.000 DM nur durch zocken im Jahr 2008 ein Betrag in der Höhe erreicht worden sein kann, wie im Stern veröffentlicht wurde.

DAS erweckt bei mir den Eindruck, das Geld war vom Verein. Wie war auch zu lesen, als Hoeness die Leitung des Vereins übernommen hat, waren 7 Millionen Miese vorhanden … wieviel Schwarzgeld von den “Aktionären” müsste auf dem Konto gelandet sein, damit der Betrag von 650.000.000 Euro zu erklären ist.

Doping im Radsport … sogar der berühmte A, hat auch keiner glauben wollen …

Ich halte NULL vom Spitzensport. Das ist wie im “römischen Reich” die Methode “Brot und Spiele” für den Pöbel, den Demos.

Ich könnte nun auch noch die aktuellen Berichte über Gladio und den Anschlag (Oktoberfest damals) als Argument für die Volksverdummung vortragen … aber so leichtgläubige Obrigkeitshörige werden dass wie gewöhnlich als VT (Verschwörungstheorie) verharmlosen.

Bayern München ist für gewisse Kreise eine profitable Fanmelkkuh. Ein Opfer muss her, und das ist Hoeness. Der nimmt die Schuld auf sich um “seinem Verein” zu schützen.

DAS ist meine Meinung zu der ganzen Angelegenheit. Und die vertrete ich immer wieder mit den selben Argumenten.

Hm, da frage ich mich, ob nicht im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetz der Stern seine erhaltenen Auskünfte offen legen müsste … anonymisiert natürlich … aber die Fakten unterliegen ja nicht der Geheimhaltung.

44) Politikverdruss, Donnerstag, 09. Mai 2013, 12:07 Uhr

@Don Corleone 41),
Zustimmung!
„Das Wissen um unsere Fehlbarkeit macht uns erstaunlicherweise nichtverständnisvoller, sondern, im Gegenteil, manchmal gnadenloser. Dieses Phänomen hat Sigmund Freud „Projektion“ genannt. Projektion ist ein Abwehrmechanismus. Wir verfolgen unsere eigenen Verfehlungen und unsere eigenen Irrtümer, wenn wir sie bei anderen entdecken, besonders eifrig.“ http://www.tagesspiegel.de/meinung/von-guenter-grass-bis-uli-hoeness-warum-betroffene-besonders-laut-schreien/8163134.html

Darüber hinaus wird uns, da haben Sie völlig recht, der Blick auf die wichtigen politischen Entscheidungen verstellt. Da beschließt das Kabinett eine Vorlage des Finanzministers zur europäischen Bankenaufsicht und in den Medien wird das Thema zwar erwähnt, aber nicht vertieft. Souveränitätsabgaben würden den Deutschen ja nichts ausmachen, da man sie ja aus der „Besatzungszeit“ noch kenne, so Schäuble.

„Kommissar Barnier“ entdeckt plötzlich das europäische Grundrecht auf ein Giro-Konto. Der „Kunde“ soll jederzeit erreichbar sein. Na klar, wenn es nach dem Zypern-Muster ans europäische „Bankenretten“ geht, will man natürlich Konto-Zugriff haben. Und die Medien tun so, als würde mal wieder eine unsägliche Gerechtigkeitslücke dadurch gestopft, dass „arme Studenten“ dann auch ein Konto eröffnen können. Dabei handelt es sich um die organisatorische Voraussetzung der „Zwangsabgabe“ für strauchelnde Banken Europas.

Überhaupt, warum klären uns die Maischbergers, Wills, Plasbergs und Illners nicht mal über die Bankenunion auf. Stattdessen werden angebliche Gerechtigkeitslücken herbeigeredet. Währenddessen tüftelt man in Brüssel darüber, wie man die Banken-Union ohne EU-Vertragsveränderungen hinbekommt, damit man zu diesem Thema nicht zu Volksabstimmungen(z.B.Irland) gezwungen ist. Das Volk zu befragen ist für Europa mittlerweile ein unkalkulierbares Risiko. Soweit hat es die große „Klammer“, der Euro, in Europa gebracht. Und unsere „Hüter der Verfassung“ lassen sich in diesem Spiel mit ihrem „Urteil“ über den ESM so lange Zeit, bis Brüssel „Fakten“ geschaffen hat. Es ist ein mediales Trauerspiel!

45) Michael A. Nueckel, Donnerstag, 09. Mai 2013, 13:30 Uhr

Der Fall zeigt, wie bei der FC Bayern München AG die arg verfilzten Uhren ticken, unerwartet ist das wohl kaum. Wie kann man es denn auch wagen, dem FC Bayern auf der Zielgeraden zu dieser vermutlich höchst erfolgreichen Saison derart in die Suppe zu spucken? Am Ende werden alle Beteiligten beschädigt sein. [1] Hoeneß im Steuerstrafverfahren und durch einen ihm dennoch später abgerungenen (vielleicht längst vereinbarten) Amtsverzicht allerspätestens vor der neuen Bundesliga-Saison 2013/1014, [2] die AG, weil deren Rest-Verantwortlichen nicht zu erkennen geben, den Adidas-Vorgang, der für mich auch nach “Korruption” riecht, vollständig aufzuklären (wo bleibt eine unabhängige Prüfung durch eine WP-Gesellschaft wegen der Gefahr der Interessenkollision?) und [3] die willfährigen Gesellschafter, wie Audi und Adidas, welche bei dieser Unternehmensbeteiligung andere Spielregeln akzeptieren, als in ihren eigenen Unternehmen verpflichtender Standard sind. Das mutmaßliche Einknicken von Winterkorn und Hainer (ebenso der Manager Höttges, Rampl und Stadler) ist das eigentlich Beschämende in dieser Sache. Die Reinigungsfunkton des Aufsichtsgremiums AR ist ausgefallen. König Fußball beherrscht (Aktien-) Recht, die v.g. DAX-Vorstände sind im Bayern-AR nur Marionetten. Daher kann ich auch keine Brandmauer erkennen, ganz im Gegenteil, alle Beteiligten haben an dieser Feuerstelle den gemeinsamen Schulterschluß praktiziert. So stelle ich mir mangelndes Unrechtsbewußtsein, sei es aktiv, sei es passiv, vor. Dieser Freundschaftsdienst für den lieben Freund Uli wird sich noch als ein Bärendienst erweisen.

46) StefanP, Donnerstag, 09. Mai 2013, 14:04 Uhr

@40) Hannes66

Eine Selbstanzeige muss, wie Sie richtig schreiben, voll umfänglich sein. §371 AO sagt dazu:

Wer gegenüber der Finanzbehörde zu allen unverjährten Steuerstraftaten einer Steuerart in vollem Umfang die unrichtigen Angaben berichtigt, die unvollständigen Angaben ergänzt oder die unterlassenen Angaben nachholt, wird wegen dieser Steuerstraftaten nicht nach § 370 bestraft.

Unvollständig ist eine Steuererklärung auch dann, wenn Einkünfte unzulässig saldiert wurden. In einem solchen Fall liegt die kriminelle Energie allerdings oft nahe Null.

Sind Steuerverkürzungen bereits eingetreten oder Steuervorteile erlangt, so tritt für den an der Tat Beteiligten Straffreiheit nur ein, wenn er die aus der Tat zu seinen Gunsten hinterzogenen Steuern innerhalb der ihm bestimmten angemessenen Frist entrichtet.

I.d.R. werden die Steuern mit der Selbstanzeige unverzüglich nachentrichtet. Steuerstrafrechtler empfehlen hier einen Sicherheitszuschlag. In einer der ersten Meldungen hieß es, Uli Hoeneß habe eine Vorauszahlung von 5 Millionen Euro bereits geleistet. Der Spiegel schrieb letzte Woche, die Staatsanwälte hätten eine Steuerschuld von 3,2 Millionen Euro errechnet, die Hoeneß direkt beglichen habe. Beide Informationen fallen zeitlich und im Sachverhalt auseinander.

Wer schon mal eine Steuererklärung abgegeben hat, weiß, dass dort neben Einnahmen (Erträgen) auch Ausgaben (Aufwendungen) enthalten sind. Es sind Werbungskosten angefallen, neben Gewinnen auch Verluste, die nur beschränkt verrechenbar sind, zusätzlich möglicherweise Währungsgewinne und -verluste, die sich bei so einem langen Zeitraum und bei diesen Beträgen leicht auf über 1 Millionen Euro (positiv oder negativ) summieren können. Dann hängt es von der Bewertung der Finanzbehörden ab, ob sie die gleichen Kurse (historische, funktionale) zugrunde legen wie der Steuerberater. Wenn es so trivial wäre wie Sie es unterstellen, wären Selbstanzeigen nicht dermaßen riskant. Deswegen der Sicherheitszuschlag.

Ich sehe es schon als Verdienst an, 100 Millionen Euro zu verdienen, zumal dies so wenigen Menschen gelingt. Und daneben noch einen heruntergewirtschafteten Verein zu einem der größten Clubs der Welt zu machen. Als Hoeneß antrat, gewann der 1. FC Köln unter Hennes Weisweiler das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg, anschließend schaffte man es ins Halbfinale des Europacups der Landesmeister. Heute ist der FC Bayern Deutscher Meister und steht in den Finals um die Champions League sowie den deutschen Pokal. Der 1. FC Köln ist Vierter der 2. Liga. So ganz einfach scheint es nicht zu sein, was der einfache Metzgersohn vollbracht hat.

47) StefanP, Donnerstag, 09. Mai 2013, 18:47 Uhr

@43) Rainer N.

Der schwerwiegende Vorwurf an Sie: Sie bauen Ihre Theorie auf einer einzigen, nicht bestätigten Information auf, um daraus Ihre ehrenrührige Verschwörungstheorie zu zimmern. Vielleicht wissen Sie es ja nicht, aber der FC Bayern wird wie alle anderen Profi-Clubs auch jährlich von der DFL geprüft. Da können Sie nicht einfach binnen weniger Jahre 650 Millionen EUR verschieben. Nur zur Einordnung: Der FC Bayern macht dieses Jahr den Rekordumsatz von so 330 Millionen EUR. Als Faustformel gilt, dass so 50% in den Spielerkader gehen.

Die HoWe Wurstwaren KG macht so 55 Millionen EUR Umsatz. Als KG ist sie nicht publizitätspflichtig. Was ich sagen will: es gibt viele Erklärungen für das, was Ihnen unerklärlich erscheint. Beginnend damit, dass die Information des Stern nicht richtig ist, über dass hier kurzzeitig Firmengelder zwischengeparkt wurden oder eine Darlehenssumme ausgezahlt wurde. Das wissen nun die Finanz- und Justizbehörden und es wäre am Besten, dort nachzufragen.

Zumindest, bevor man in die Luft bläst, das alle Betrüger sind.

48) Maren P., Freitag, 10. Mai 2013, 04:37 Uhr

@ StefanP
Ihre Versuche, den FC Bayern als üblichen Dimpflmoser-Verein aussehen zu lassen, seien Ihnen gegönnt. Der Aufsichtsrat hat Hoeneß’ angebotenen Rücktritt vorläufig abgelehnt. Das wird sich schnell ändern.

Der Druck auf Hoeneß und den FC Bayern wird von ganz anderer Seite wachsen. Da muss nicht Michael Sprengs Kolumne diskeditiert werden. Jetzt hat nämlich Thomas Bach seine Kandidatur zum IOC-Präsidenten angekündigt. Und es tauchen in dessen Vita die Firmen adidas und Siemens auf. Die beiden Firmen, die im Aufsichtsrat des FC Bayern München sitzen. Über Bachs Beratertätigkeit bei Siemens heißt es bei wikipedia:
In die Kritik geriet Thomas Bach, als im April 2008 bekannt wurde, dass er seit der Jahrtausendwende einen Beratervertrag mit der Firma Siemens hatte, der im Jahr 2008 mit 400.000 Euro vergütet wurde und zusätzliche Spesen in Höhe von 5.000 Euro pro Tag vorsah. Siemens-Aufsichtsräte kritisierten, dass bei solch hohen Honoraren eine zusätzliche tageweise Bezahlung absolut unüblich sei. Bach soll für den Siemenskonzern Einladungen aus dem arabischen Raum organisiert haben.

Glauben Sie mir, mit dieser Kritik wird das stützende Votum für einen eingestandenen Steuerhinterzieher für Siemens und insbesondere für Thomas Bach als IOC-Präsidentschafts-Kandidat eine unerwünschte Belastung. Das wird alles vor dem Herbst geregelt werden. Und wenn die Bundeskanzlerin persönlich ein Machtwort sprechen muss.

49) Erika, Freitag, 10. Mai 2013, 10:42 Uhr

“Die DFL kritisierte vor allem, dass Manager Uli Hoeneß in der TV- Kommission saß, die im Mai 2000 einen vierjährigen TV-Vertrag für die Liga mit der KirchGruppe ausgehandelt hatte. Zum Zeitpunkt der Gespräche der Kommission sei der FC Bayern bereits den Geheimvertrag mit der KirchGruppe eingegangen. Insbesondere diesen Vorwurf wiesen die Bayern «vehement» zurück: «Gerade Uli Hoeneß hat durch seine aktive Verhandlungstaktik dazu beigetragen, dass ein in der Bundesliga-Geschichte einmaliger Vertrag abgeschlossen werden konnte.»

http://www.stern.de/sport/fussball/kirch-vertraege-fc-bayern-zahlt-drei-millionen-euro-506575.html

Woher Hoeness dieses positive Image hat, ist mir persönlich ein Rätsel. Der FC Bayern kassiert heimlich Gelder von Kirch, dann hilft er großzügig anderen Vereinen. Hoeness hinterzieht Steuern und spendet dann großzügig.

Mir persönlich wäre es lieber, Hoeness würde keine Geheimverträge schließen und keine Steuern hinterziehen. So sind die “guten Werke” von “Vater Teresa” nur billige Almosen.

50) Doktor Hong, Freitag, 10. Mai 2013, 22:00 Uhr

@StefanP
@Hannes66

Ich denke, dass hier eine Vermischung von Begriffen vorliegt.

Wenn ich Ermittlungen eröffne, weil ich einen Anfangsverdacht habe, dann halte ich die betreffende Person ja nicht für unschuldig, sondern verdächtige ihn, etwas getan zu haben.

Ich muss direkt einräumen, dass ich einem erkenntnistheoretischen Vorurteil anhänge: Ich gehe davon aus, dass es eine objektive Realität gibt.

In dieser objektiven Realität hat jemand etwas getan oder etwas gelassen. Unberührt davon können strafrechtliche Sanktionen nur aufgrund eines Gerichtsurteils verhängt werden (Gefängnis, Geldstrafen). Zumindest ist das bei uns so.

Sprich: jemand muss rechtskräftig verurteilt werden, um seine juristische Schuld festzustellen. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung, und so lange kann und darf der Beschuldigte nicht belangt werden.

Das ist nun aber etwas anderes als die Frage, ob jemand objektiv eine Tat begangen hat oder nicht.

Es gibt genug Fälle von Justizirrtümern, wo Menschen aufgrund von Indizien verurteilt wurden, aber unschuldig waren und deren Unschuld später erwiesen wurde. Und es gibt Menschen, die trotz objektiver Schuld nicht verurteilt wurden. Und manchmal decken sich juristisches Urteil und objektive Schuld.

Nehmen Sie als Beispiel den Fall des Italieners Giuseppe Gulotta, der unschuldig wegen Mordes an Carabinieri verurteilt wurde und über 20 Jahre im Gefängnis eindaß, nachdem durch Folterung ein Geständnis von ihm erpresst wurde.

Nehmen Sie als Beispiel Silvio Berlusconi, der geltendes Recht verändert hat, um sich selber straffrei zu stellen.

Nehmen Sie Adolf Hitler, der nie wegen seiner Taten gerichtlich belangt worden ist. Ist Adolf Hitler unschuldig am Zweiten Weltkrieg und am Völkermord an den Juden? Schließlich gilt ja die Unschuldsvermutung, nicht? Und kein ordentliches Gericht hat ihn verurteilt! War also Adolf Eichmann schuldig, und Adolf Hitler unschuldig?

Man sieht vielleicht an diesen Beispielen, warum man begrifflich trennen sollte zwischen objektiver Schuld und juristisch festgestellter Schuld.

Entweder, StefanP, werfen Sie diese Begriffe absichtlich durcheinander, dann dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Hannes66 Ihren Kommentar als “Stuß” bewertet, oder aber der Unterschied ist Ihnen nicht klar.

Wenn der Staatsanwalt aufgrund einer Selbstanzeige ermittelt, dann vermutet er ja das Vorliegen einer Straftat, und eben nicht, dass keine Straftat begangen wurde. Warum soll man denn ermitteln, wenn man eh davon ausgeht, dass die betreffende Person sowieso unschuldig ist? Dann könnte man ja einfach per Zufallsgenerator Bürger auswählen, gegen die man ermittelt, da sowieso alle unschuldig sind. Insofern folge ich eher Hannes66 in seiner Argumentation.

Sicher, U.H. gilt juristisch als unschuldig, bis seine Schuld erwiesen ist, und könnte erst aufgrund einer Verurteilung belangt werden.

Davon völlig unberührt ist aber die Frage, ob er in der objektiven Realität Steuern hinterzogen hat oder nicht. Das werden wir hier in diesem Forum nicht klären können, und da bin ich eher bei StefanP..

Dennoch hilft es nicht, hier Begriffe durcheinander zu werfen. In der Umgangssprache heißt “Arbeit” etwas anderes als in der Mechanik, und wenn man sagt, “Führungskräfte leisten keine Arbeit”, dann produziert das einen Lacher, weil der Satz in dem einen wie dem anderen Sinne wahr sein kann (bzw. ist), aber je nach Kontext etwas unterschiedliches bedeutet.

51) M.M., Samstag, 11. Mai 2013, 09:46 Uhr

@48) Maren P.
Siemens: War das nicht die AG , die “Alles” gebucht hatte und nur Einiges falsch deklariert wurde?

52) StefanP, Samstag, 11. Mai 2013, 10:01 Uhr

@50) Doktor Hong

Sie urteilen – und das schreiben Sie ja – aus einer naturwissenschaftlichen Perspektive. Geistes- und Sozialwissenschaften sind aber keine Naturwissenschaften, man kommt selten zu eineindeutigen Ergebnissen. Ein Staatsanwalt hat die Aufgabe, einen gegebenen Sachverhalt aufzuklären. Vor Gericht stellt er die Ergebnisse der Ermittlungen dar nebst dem, welchem die Tat seiner Ansicht nach zuzuordnen ist. Wie Sie richtig schreiben, er hat einen Verdacht, weswegen der potentielle Delinquent bis dahin “Beschuldigter” bzw. “Verdächtiger” genannt hat. Beides impliziert aber schon von der Wortwahl die Möglichkeit der “Unschuld”. Wird der Angeklagte von einem Gericht freigesprochen, steht es der Staatsanwaltschaft ja auch nicht zu, weiter von der Schuld auszugehen.

In diesem Sinne versuchte das Mannheimer Gericht im Falle Kachelmann einen Slapstick: man sprach den ehemaligen Wettermoderator frei, sagte aber gleichzeitig, er könne auch schuldig sein. Das geht in einem Rechtsstaat nicht. Wer nicht schuldig ist, ist unschuldig.

Uli Hoeneß ist wahrscheinlich der Steuerhinterziehung schuldig. Die Frage ist, in welchem Umfange. Das kann nur ein Gericht klären. Ich bin ja soweit bei Ihnen, dass er aus anderen Gründen vom AR-Vorsitz hätte zurücktreten müssen. Aber hier haben wir uns der Vorverurteilung gewidmet.

53) Hannes66, Samstag, 11. Mai 2013, 14:48 Uhr

@Doktor Hong
Ob Herr H. objektiv Steuern hinterzogen hat, diese Frage stellt sich, zumindest mir, nicht. Er selbst ist doch der Meinung, dass er Steuern nicht bezahlt hat, die er hätte zahlen müssen, sonst hätte er sich doch nicht selbst angezeigt.

Also darf man doch feststellen, dass Herr H. ein Steuerhinterzieher ist, sollte er sich geirrt haben und in Wirklichkeit gar keine Steuern hinterzogen haben (für so naiv halte ich ihn in der Tat nicht), dann werde ich mich hier genauso entschuldigen müssen, wie viele andere auch, die dem Herrn H. glauben, was er sagt.

Und um noch mal auf @StefanP zurückzukommen: Ich weiß nicht woher er die Information hat, dass Herr H. 5 Mio. Euro an Steuern nachbezahlt hat. Mein Informationsstand ist ein anderer. Wenn ich die SZ zitieren darf:

Zitat aus der SZ-Online vom 23. April 2013 mit dem Titel: Richter erließ Haftbefehl gegen Hoeneß/

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung war Hoeneß, 61, am 20. März von Strafverfolgern der Staatsanwaltschaft München II vorläufig festgenommen worden. Damals hatten Ermittler sein Haus durchsucht, um Unterlagen für das Steuer-Verfahren zu finden. Gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von fünf Millionen Euro wurde der Haftbefehl kurz darauf außer Vollzug gesetzt. /Zitat Ende

Wenn ich auch vielleicht juristisch nicht so bewandert bin wie Herr StefanP, so glaube ich doch einen Unterschied feststellen zu können zwischen einer Steuernachzahlung und einer Kaution. Herr H. hat Ende März, wenn die SZ richtig berichtet, KEINE Steuernachzahlung in Höhe von 5 Mio. Euro geleistet sondern eine Kaution in dieser Höhe hinterlegt um nicht sofort in Untersuchungshaft genommen zu werden.

Wenn es stimmt, dass Herr H. die Selbstanzeige bereits Anfang Januar gemacht hat, dann ist üblicherweise innerhalb von 2 bis 4 Wochen die geschuldete Steuer nachzuzahlen, es kann sich also bei den 5 Mio. vom März nicht um die Nachzahlung gehandelt haben, insofern läge StefanP also einfach falsch mit seiner Behauptung. Das wollte ich richtigstellen.

Jetzt sollte es aber auch genug sein, ich will hier keine Privatunterhaltung mit Herrn StefanP führen, das Forum hat ja einen ganz anderen Zweck, aber was Wahrheit ist, muss auch Wahrheit bleiben.

54) BayernFan, Samstag, 11. Mai 2013, 18:01 Uhr

Auch Merkel sollte als “überzeugte Jungkommunistin” zurücktreten,
wie LaFontaine Sie einst nannte.

Hier der Grund. Merkels dunkle Vergangenheit.

War Merkel tüchtiger unter dem Erich, als erwartet?

http://www.bild.de/politik/inland/angela-merkel/ddr-leben-von-angela-merkel-spd-politiker-fordert-erklaerung-30350106.bild.html

Am Dienstag kommt das Buch der Bücher.

Das erste Leben der Angela M. für 19,90 Euro.

300 Seiten. Was man über das System der DDR wissen wollte.

Ich finde Stegner/SPD hat Recht. Merkel mus erklären,
was Sie drüben angestellt hat.
Und ob wir überhaupt so jemanden im Bundestag WOLLEN.

Griessts Eich

BayernFan

55) Günter Springer, Samstag, 11. Mai 2013, 18:07 Uhr

36 Frank Reichelt
Da habe ich aber ersthafte Bedenken.
Wetten, daß der Fall UH gesundgebetet wird?!
Wenn sich solches Peer Steinbrück geleistet hätte, wäre die nächste Kreuzigung angesagt,
nur mal als Vergleicht mit dem Hinweis: wir sind alle gleich nur einige dürfen gleicher sein.
Man könnte auch sagen, hier ist einiges sehr marode.
Defätismus(?) nein, Realismus!

56) BayernFan, Samstag, 11. Mai 2013, 20:57 Uhr

Hallo.

Wir müssen es wie in Amerika machen.

Jeder Manager muß eine eidesstattliche Erklärung
für seine Bilanz mitliefern.

Damit solche Leute definitiv in den Knast gehen und
nicht noch fälschlicherweise geschützt werden !

Evtl. wollte der Uli ja noch einen Großteil des Geldes
retten, weil er wußte, das zum Jahres-Ende die
Schweiz automatisch offengelegt hätte.

Insofern ist es keine richtige Selbstanzeige.
Die schweizer Banken machen das jetzt Alle.

Vielleicht hat er ja eine Bankaufforderung bekommen,
sein Konto beim dt. Fiskus zu deklarieren?

So weit zur Ehrlichkeit von Uli.
Und natürlich wartet der Uli schon über
10 Jahre auf das Steuerabkommen.

Und Weihnachten…
Und deshalb ist er jetzt sauer, weil alles
jetzt genauer guckt.

Und wütend hat er jetzt noch den Verräter ( gegen Unbekannt )
angezeigt.

Welch ein Ehrenmann.

Gut, das für Ihn kein Gesetz zählt.

Weiter so, Uli.

Gott zum Gruß

BayernFan

57) Tiffy, Samstag, 11. Mai 2013, 22:42 Uhr

Jeder kann sich einmal irren, so tragisch ist die Fehlprognose nicht.

58) Günter Springer, Sonntag, 12. Mai 2013, 11:52 Uhr

54) BayerFan
Sie sind mutig aber Sie haben auch recht mit Ihrem Beitrag.
Sie war sicher tüchtiger als zugegeben sonst wären für Sie die Privilegien eines Physikstudiums kaum
möglich gewesen. Ihre momentane Vergesslichkeit ist gespielt denn sie leidet in ihrem Alter sicher nicht an Gedächnisschwund.
Das heuchlerische an dieser ganzen Angelegenheit ist doch, das bei der Frau Merkel alles aus ihrer Vergangenheit übersehen wird während andere Personen , wie z.B. die der Linken immer wieder ob ihre Vergangenheit aufs Korn genommen werden. Mit welchem Recht wohl ?
Das alles erinnert doch sehr an das damalige Verbot der Kommunistischen Partei während ehemalige Nazis, die Millionen Menschen auf dem Gewissen hatten bis in höchste Ämter der BRD aufsteigen konnten und auch durften.
Defätismus(?) nein Realität!

59) karel, Sonntag, 12. Mai 2013, 14:22 Uhr

Hoeness stellt Strafanzeige wegen Verletzung des Steuergeheimnisses.

Endlich.
Es ist an der Zeit, mit Courage den Rechtsstaat zu verteidigen.
Zu verteidigen gegen eine Gesellschaft, die das geltende Recht durch tönende Moral
je nach Interessenlage und Belieben zu ersetzen gewillt ist.
Der Bruch des Steuergeheimnisses ist nach dem Gesetzgeber strafbar.
Dagegen ist mit allen Mitteln vorzugehen, notfalls auch mittels einer hohen Belohnung
zur Überführung des Straftäters.
Weiterhin ist, wenn die Selbstanzeige von Hoeness des gesetzlichen Regelungen entspricht,
der Staat als Dienstherr des Rechtsbrechers mit einer Schadenersatzklage in Millionenhöhe wegen des stattgefundenen Rufmordes zu belegen.

Herr Hoeness hat sich im Falle einer rechtlich korrekten Selbstanzeige dagegen nichts, aber auch gar nichts vorzuwerfen.
Seit 2010 sind über 40.000 Selbstanzeigen mit Steuernachzahlungen in Milliardenhöhe erfolgt im Rahmen des geltenden Rechts ohne Begehnung eines Rufmordes abgewickelt worden.
Auch einem Uli Hoeness steht dieses Recht im vollen Umfang zu,
hat sogar einen Rechtsanspruch darauf.

Weiterhin sind die Medien dahingehend zu überprüfen, inwieweit sie sich der Beihilfe zu einer Straftat schuldig gemacht haben.

Ja liebe Mitdiskutanten, wie wäre es mal mit dieser Sicht?

60) Frank Reichelt, Sonntag, 12. Mai 2013, 17:51 Uhr

@ karel

Ich stimme ihnen vollumfänglich zu!

61) Rainer N., Montag, 13. Mai 2013, 12:54 Uhr

@ 59 + 60

Hoeness ist eine Person die “mitten in der Öffentlichkeit” steht, sich immer als ehrlicher Steuerzahler hingestellt hat, da ist es eben notwendig, dieses positive Bild auf die Füße zu stellen und die Maske zu entfernen, die er viele Jahre getragen hat.

Nun zu Stefan P. – der mal nachdenken sollte!

Schäuble plante ein Abkommen mit der Schweiz, mit dem SteuerBETRÜGER geschont werden sollten. NIcht nur die SPD war dagegen, gerade die in NRW, auch bei den “normalen Bundesbürgern” führte das zu Kritiken. Denn jeder wirklich ehrliche Steuerzahler wäre dann “der sprichwörtliche Dumme” gewesen. Und ich behaupte, das eben NICHT alle Steuerzahler schummeln. Abgesehen davon, dass es vielen nicht möglich ist. Und wenn jeder ALG-2-Bezieher sein Vermögen offen legen muss, sogar mit Kontoauszügen, und ein Datenabgleich erfolgt, halte ich es nur für berechtigt, soche Steuerbetrüger an den Pranger zu stellen.

Ich finde es übrigens auch falsch, dass die Namen der Steuersünder die auf gekauften Informationen beruhen nicht alle veröffentlicht werden. DAS wäre zur Abschreckung erforderlich, wenn alle Steuerbetrüger von allen erkannt werden können. Und nach Artikel 19 GG wäre das durchaus möglich, denn die Täter handeln wie ich bereits geschrieben habe gegen Artikel 14 GG.

Und in einem Land, in dem eine Kassiererin wegen eines Pfandbons in der Öffentlichkeit an den Pranger gestellt wurde, ein “Florida Rolf” als Beispiel der Erwerbslosen zur pauschalen Verurteilung von allen Erwerbslosen hingestellt wird, wäre es nur gerecht, auch die Steuerbetrüger öffentlich zu machen. Bei “Rolf” sind es dann generell alle Bezieher die in Verdacht geraten zu betrügen, bei Steuerbetrügern (es sollen ja so 200.000 sein) werden das alles “Einzelfälle” genannt. Ich kann nicht so viel essen, wie ich bei dieser “Doppelmoral” da wieder ausspeien möchte.

Die USA hatten mit härteren Bandagen gegen die Schweiz “gekämpft” und gewonnen.

Logisch, dass dann Journalisten in der Schweiz auf Suche nach “Quellen” tätig wurden. So kam dann von einem Bankmitarbeiter die Info, bei uns gab es bis 2008 ein “Fussballkonto” auf dem über 500.000.000 € (umgerechnet) lagen.

Da wird in der Stern-Redaktion sicher überlegt worden sein, welcher VEREIN das sein könnte, an eine Privatperson hat bei dem Betrag sicher keiner gedacht.

Also wird man die paar Vereine, (drei, maximal vier, aus meiner SIcht, die ich nicht nennen werde), denen man eine solche Summe zutraut, unterrichtet haben, wir veröffentlichen einen Artikel darüber um eine Reaktion zu bewirken (so wie die NYT beim Watergate-Skandal auch immer wieder “auf den Busch” geklopft hat – Anruf – wir veröffentlichen in der nächsten Ausgabe …)

Erfolg der Aktion – Hoeness zeigt sich selber schnell an – es muss also ein Konto im Zusammenhang mit Bayern München gewesen sein. Wenn es sich wirklch um “sein Konto” gehandelt haben solte, hätte er gewusst, wieviel Geld da wann war und wenn nun eine weitaus niedrigere Summe genannt wird, hätte er davon ausgehen können, das es sich NICHT um sein Konto handeln konnte, eine Selbstanzeige wäre nich notwendig gewesen. Er hätte sich dann sicher gefragt, welcher Verein das wohl sein könnte … und auch nicht an eine Person gedacht, mit seinen eigenen Erfahrungen.

Folglich muss der genannte Betrag wohl zutreffend gewesen sein. Und dann wären eben die von mir errechneten Steuern nachzuzahlen (mindestens)!!!

Wenn der “Informant” nun einen niedrigeren Betrag nennt … warum wohl? Der wird doch sicherlich nach der Veröffentlichung im Stern in der Schweiz von “seiner Bank” druck bekommen haben, wie er das “verraten” konnte. Dem wird also das Hemd näher als die Hose sitzen …

Alles in allen, ich bleibe bei meiner Vermutung, es handelt sich um Gelder des Vereins. Woher das Geld kam … da könnte ich ein paar verdächtige Firmen nennen, die im AR des Vereins sitzen …

Und Hoeness, der spielt den “Ausputzer” um seinem Verein zu schützen. Und da er bei der Selbstanzeige erwartet hat, nicht selber so im Mittelpunkt zu stehen, da alles “anonym” geregelt wird, hat er das auf sich genommen, Nun sitzt er in einer Zwickmühle. Wenn er zugibt, es war nicht sein Konto, hat er sich strafbar gemacht, wenn er zugibt, wie hoch der Betrag in den Jahren war, hätte er ebenfalls ein Problem, denn dann wäre die Steuernachzahlung so hoch …

Wie sagt eine Redewendung, zuerst hatte ich kein Glück, und dann kam noch Pech hinzu. Sein “Schnellschuß” auf die Ankündigung des Stern-Artikels war nicht überlegt. Wie ich bereits angemerkt habe. Denn wenn der vom Stern genannte Betrag nciht auf seinem Konto war, hätte er in aller Ruhe abwarten können, selbst wenn er ein Konto in der Schweiz gehabt hat, mit weitaus geringeren Beträgen in den vergangenen Jahren. Denn dann hätte er ordentlich die Fakten rückwirkend erstellen müssen und dann eine gründliche Selbstanzeige aufzugeben.

Inzwischen entsteht bei mir der Eindruck, es handelt sich um ZWEI Konten. Eines von Hoeness, mit einem geringeren Volumen in den Jahren, das nun genannt wurde, um jenes mit den weitaus höheren Beträgen des Vereins zu verschleiern.

Wenn also inzwischen bei den Ermittlungen haraus gekommen ist … dann sind diese Fakten nicht öffentlich geworden. Pech für Hoeness, das er nun wie seinerzeit Zumwinkel am Pranger steht.

Verdient hat er es, als Steuerbetrüger – der sich mit seinen Aussagen und Handlungen selber widerlegt hat. Wer sich in der Öffentlichkeit so aus dem Fenster lehnt, wird eben gesehen. Nicht nur in den guten Zeiten.

So, nun BASTA – wie ein Altbundeskanzler am Ende zu sagen pflegte. Meine Meinung steht fest. Aber ich befürchte, die Wahrheit werden wir nie erfahren. Es sei denn, jemand kopiert die Daten in der Bank und verkauft die nun … Interessenten gäbe es inzwischen genug, aber ich gehe davon aus, das nun in den Banken strengere Sicherheitsvorkehrungen bestehen.

Ach, zu Informanten – Spanien liefert Falciani nicht aus – in Spanien ist es sogar gesetzlich vorgeschrieben, solche Taten anzuzeigen. In Deutschland landet man dann eher in der “Klapse”, in Bayern jedenfalls, wie der Fall Mollath belegt.

62) Rainer N., Montag, 13. Mai 2013, 18:01 Uhr

Nachtrag:

Stern recherchiert seit langem über ein Konto bei der Vontobel Bank – das dürfte auch die Bank bemerkt haben.

12.01.2013 – Hoeneß reicht eine Selbstanzeige ein – gibt einen Umfang von 15 bis 20 Millionen an!

14.01.2013 – Stern informiert von sich aus die Bank!

17.01.2013 – Stern berichtet von einem Konto bei der Vontobel Bank mit einem Umfang in den Jahren 2000 bis 2009 mit zeitweisen Werten von 600 bis 800 MILLIONEN Schweizer Franken – umgerechnet 500 Millionen Euro – Nummernkonto = 4028BEA

Es sollen zeitweise 40 Millionen Telekom-Aktien darunter gewesen sein! Die im Aufsichtsrat sitzen! Insiderhandel? Schon da ist die Reaktion der Staatsanwaltschaft verständlich. Das waren immerhin 14 % der 281 Millionen Telekom-Aktien.

20.03.2013 – Razzia bei Hoeneß – das merken doch Nachbarn. Nicht nur die, bei einer Person die so in der Öffentlichkeit steht.

20.04.2013 – Hoeneß gibt Selbstanzeige im Januar zu

Ach, die Daten werden nun von der Schweiz verlangt …

Nun würde sicher jeder gerne wissen, welche Bezeichnung das Hoeneß-Konto hat!

Ab wann wurde die Selbstanzeige der Öffentlichkeit bekannt? Vor dem 20.03.2013 hat doch keiner darüber berichtet! Ich habe jedenfalls nichts gefunden. Da wäre doch der Auslöser durch die Razzia möglicherweise gegeben – so wie bei Zumwinkel.

Aber letztendlich hat Hoeness selber Schuld, wer nicht Betrügt muss auch nicht befürchten so bloßgestellt zu werden. Und wenn die krassen Unterschiede in den Beträgen auf dem Konto zwischen dem Bericht im Stern und den Aussagen von Hoeness betrachtet.

63) D. Paul, Dienstag, 14. Mai 2013, 10:15 Uhr

@ nr. 45 Michael A. Nückel

“So stelle ich mir mangelndes Unrechtsbewußtsein, sei es aktiv, sei es passiv, vor.”

Andere Leute, die Menschen auf offener Straße niedertreten, flüchten von Münster nach Leipzig und glauben so sich der Strafverfolgung entziehen zu können. Köstlich, diese verlogene Moral! Weiter so, Herr Nückel, wir sehen uns noch!!!

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