Sonntag, 05. Mai 2013, 12:51 Uhr

Die Brandmauer

Blut ist dicker als Wasser, heißt es, wenn Familien zusammenhalten. Gilt das auch für Fuballblut und Fußballfamilien? Und für Fußballvereine, die Millionenunternehmen sind?

Morgen stellt sich diese Frage, wenn der Aufsichtsrat der FC Bayern AG tagt. Und darin sitzen nicht nur Mitglieder der bayrischen Fußballfamilie, sondern auch knallharte Manager, die in ihren Firmen an die Regeln für gute Unternehmensführung gebunden sind. Und die kein Interesse daran haben, dass Schmutzspritzer des Falles Hoeneß auch sie oder ihre Firmen treffen.

Deshalb kann man davon ausgehen, dass Uli Hoeneß morgen als Aufsichtsratsvorsitzender der FC Bayern München AG abgelöst wird. Der erfolgreichste Fußballverein Europas wird eine Brandmauer zwischen sich und Uli Hoeneß ziehen, damit das Feuer nicht übergreift.

Den ersten Beitrag dazu hat Hoeneß mit seinem „Zeit“-Interview geleistet, in dem er erklärte, dass seine „Spiel“-Millionen vom damaligen Adidas-Chefes Dreyfus nichts, aber auch gar nichts und überhaupt nichts mit den paralell laufenden Verhandlungen über den Ausrüstungsvertrag und die Beteiligung an der AG zu tun gehabt hätten.

Damit ist zumindest der FC Bayern in dieser Frage aus dem Schneider. Der erste Teil der Brandmauer steht.

Der zweite Schritt wäre die Ablösung von Hoeneß als Aufsichtsratschef. Dass er nicht mehr zum Spitzenspiel nach Dortmund fuhr, deutete schon darauf hin, dass dieser Schritt ummittelbar bevorsteht.

Nachfolger sollte ein integrer Mann werden, der den FC Bayern kennt und ihm leidenschaftlich verbunden ist. Am besten ein rüstiger Pensionär, der zeitlich nicht ausgelastet ist. Das heißt, für den Aufsichtsratsvorsitz kommt nur Edmund Stoiber infrage.

Klappt das morgen, dann ist die Brandmauer schon zwischen Hoeneß und dem FCB schon ein großes Stück höher. Vollendet werden könnte sie am 26. Mai, am Tag nach dem Champions-League-Finale – durch den Rücktritt von Uli Hoeneß als Vereinspräsident.

Der Rücktritt ginge im möglichen Titelrausch weitgehend unter. Hoeneß wäre dann nur noch Privatmann und könnte sich ganz auf sein Steuer- und Strafverfahren konzentrieren.

Dann hätte der FC Bayern die Brandmauer hoch genug gezogen, um ein Übergreifen des Feuers auf den Verein zu verhindern. Der „FC Hoeneß“ (Franz Beckenbauer) wäre Geschichte. Auf in die neue Saison!

Nachtrag vom 7.5.: Der Aufsichtsrat hat Hoeneß im Amt belassen. Massive Steuerhinterziehung und ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren (incl. Haftbefehl) sind bei der FC Bayern München AG kein Grund, den Aufsichtsratchef abzulösen. Ich bin zuverlässig erscheinenden  Informationen aufgesessen, habe die Dax-Vorstände falsch eingeschätzt und gegen meine eigene Ansicht verstoßen, nicht mehr zu spekulieren, wenn ein Ereignis unmittelbar bevorsteht. Asche auf mein Haupt. Ich lerne daraus: Schuster bleib`bei deinen Leisten – der Politik.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

63 Kommentare

1) Doktor Hong, Freitag, 10. Mai 2013, 22:00 Uhr

@StefanP
@Hannes66

Ich denke, dass hier eine Vermischung von Begriffen vorliegt.

Wenn ich Ermittlungen eröffne, weil ich einen Anfangsverdacht habe, dann halte ich die betreffende Person ja nicht für unschuldig, sondern verdächtige ihn, etwas getan zu haben.

Ich muss direkt einräumen, dass ich einem erkenntnistheoretischen Vorurteil anhänge: Ich gehe davon aus, dass es eine objektive Realität gibt.

In dieser objektiven Realität hat jemand etwas getan oder etwas gelassen. Unberührt davon können strafrechtliche Sanktionen nur aufgrund eines Gerichtsurteils verhängt werden (Gefängnis, Geldstrafen). Zumindest ist das bei uns so.

Sprich: jemand muss rechtskräftig verurteilt werden, um seine juristische Schuld festzustellen. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung, und so lange kann und darf der Beschuldigte nicht belangt werden.

Das ist nun aber etwas anderes als die Frage, ob jemand objektiv eine Tat begangen hat oder nicht.

Es gibt genug Fälle von Justizirrtümern, wo Menschen aufgrund von Indizien verurteilt wurden, aber unschuldig waren und deren Unschuld später erwiesen wurde. Und es gibt Menschen, die trotz objektiver Schuld nicht verurteilt wurden. Und manchmal decken sich juristisches Urteil und objektive Schuld.

Nehmen Sie als Beispiel den Fall des Italieners Giuseppe Gulotta, der unschuldig wegen Mordes an Carabinieri verurteilt wurde und über 20 Jahre im Gefängnis eindaß, nachdem durch Folterung ein Geständnis von ihm erpresst wurde.

Nehmen Sie als Beispiel Silvio Berlusconi, der geltendes Recht verändert hat, um sich selber straffrei zu stellen.

Nehmen Sie Adolf Hitler, der nie wegen seiner Taten gerichtlich belangt worden ist. Ist Adolf Hitler unschuldig am Zweiten Weltkrieg und am Völkermord an den Juden? Schließlich gilt ja die Unschuldsvermutung, nicht? Und kein ordentliches Gericht hat ihn verurteilt! War also Adolf Eichmann schuldig, und Adolf Hitler unschuldig?

Man sieht vielleicht an diesen Beispielen, warum man begrifflich trennen sollte zwischen objektiver Schuld und juristisch festgestellter Schuld.

Entweder, StefanP, werfen Sie diese Begriffe absichtlich durcheinander, dann dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Hannes66 Ihren Kommentar als „Stuß“ bewertet, oder aber der Unterschied ist Ihnen nicht klar.

Wenn der Staatsanwalt aufgrund einer Selbstanzeige ermittelt, dann vermutet er ja das Vorliegen einer Straftat, und eben nicht, dass keine Straftat begangen wurde. Warum soll man denn ermitteln, wenn man eh davon ausgeht, dass die betreffende Person sowieso unschuldig ist? Dann könnte man ja einfach per Zufallsgenerator Bürger auswählen, gegen die man ermittelt, da sowieso alle unschuldig sind. Insofern folge ich eher Hannes66 in seiner Argumentation.

Sicher, U.H. gilt juristisch als unschuldig, bis seine Schuld erwiesen ist, und könnte erst aufgrund einer Verurteilung belangt werden.

Davon völlig unberührt ist aber die Frage, ob er in der objektiven Realität Steuern hinterzogen hat oder nicht. Das werden wir hier in diesem Forum nicht klären können, und da bin ich eher bei StefanP..

Dennoch hilft es nicht, hier Begriffe durcheinander zu werfen. In der Umgangssprache heißt „Arbeit“ etwas anderes als in der Mechanik, und wenn man sagt, „Führungskräfte leisten keine Arbeit“, dann produziert das einen Lacher, weil der Satz in dem einen wie dem anderen Sinne wahr sein kann (bzw. ist), aber je nach Kontext etwas unterschiedliches bedeutet.

2) M.M., Samstag, 11. Mai 2013, 09:46 Uhr

@48) Maren P.
Siemens: War das nicht die AG , die „Alles“ gebucht hatte und nur Einiges falsch deklariert wurde?

3) StefanP, Samstag, 11. Mai 2013, 10:01 Uhr

@50) Doktor Hong

Sie urteilen – und das schreiben Sie ja – aus einer naturwissenschaftlichen Perspektive. Geistes- und Sozialwissenschaften sind aber keine Naturwissenschaften, man kommt selten zu eineindeutigen Ergebnissen. Ein Staatsanwalt hat die Aufgabe, einen gegebenen Sachverhalt aufzuklären. Vor Gericht stellt er die Ergebnisse der Ermittlungen dar nebst dem, welchem die Tat seiner Ansicht nach zuzuordnen ist. Wie Sie richtig schreiben, er hat einen Verdacht, weswegen der potentielle Delinquent bis dahin „Beschuldigter“ bzw. „Verdächtiger“ genannt hat. Beides impliziert aber schon von der Wortwahl die Möglichkeit der „Unschuld“. Wird der Angeklagte von einem Gericht freigesprochen, steht es der Staatsanwaltschaft ja auch nicht zu, weiter von der Schuld auszugehen.

In diesem Sinne versuchte das Mannheimer Gericht im Falle Kachelmann einen Slapstick: man sprach den ehemaligen Wettermoderator frei, sagte aber gleichzeitig, er könne auch schuldig sein. Das geht in einem Rechtsstaat nicht. Wer nicht schuldig ist, ist unschuldig.

Uli Hoeneß ist wahrscheinlich der Steuerhinterziehung schuldig. Die Frage ist, in welchem Umfange. Das kann nur ein Gericht klären. Ich bin ja soweit bei Ihnen, dass er aus anderen Gründen vom AR-Vorsitz hätte zurücktreten müssen. Aber hier haben wir uns der Vorverurteilung gewidmet.

4) Hannes66, Samstag, 11. Mai 2013, 14:48 Uhr

@Doktor Hong
Ob Herr H. objektiv Steuern hinterzogen hat, diese Frage stellt sich, zumindest mir, nicht. Er selbst ist doch der Meinung, dass er Steuern nicht bezahlt hat, die er hätte zahlen müssen, sonst hätte er sich doch nicht selbst angezeigt.

Also darf man doch feststellen, dass Herr H. ein Steuerhinterzieher ist, sollte er sich geirrt haben und in Wirklichkeit gar keine Steuern hinterzogen haben (für so naiv halte ich ihn in der Tat nicht), dann werde ich mich hier genauso entschuldigen müssen, wie viele andere auch, die dem Herrn H. glauben, was er sagt.

Und um noch mal auf @StefanP zurückzukommen: Ich weiß nicht woher er die Information hat, dass Herr H. 5 Mio. Euro an Steuern nachbezahlt hat. Mein Informationsstand ist ein anderer. Wenn ich die SZ zitieren darf:

Zitat aus der SZ-Online vom 23. April 2013 mit dem Titel: Richter erließ Haftbefehl gegen Hoeneß/

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung war Hoeneß, 61, am 20. März von Strafverfolgern der Staatsanwaltschaft München II vorläufig festgenommen worden. Damals hatten Ermittler sein Haus durchsucht, um Unterlagen für das Steuer-Verfahren zu finden. Gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von fünf Millionen Euro wurde der Haftbefehl kurz darauf außer Vollzug gesetzt. /Zitat Ende

Wenn ich auch vielleicht juristisch nicht so bewandert bin wie Herr StefanP, so glaube ich doch einen Unterschied feststellen zu können zwischen einer Steuernachzahlung und einer Kaution. Herr H. hat Ende März, wenn die SZ richtig berichtet, KEINE Steuernachzahlung in Höhe von 5 Mio. Euro geleistet sondern eine Kaution in dieser Höhe hinterlegt um nicht sofort in Untersuchungshaft genommen zu werden.

Wenn es stimmt, dass Herr H. die Selbstanzeige bereits Anfang Januar gemacht hat, dann ist üblicherweise innerhalb von 2 bis 4 Wochen die geschuldete Steuer nachzuzahlen, es kann sich also bei den 5 Mio. vom März nicht um die Nachzahlung gehandelt haben, insofern läge StefanP also einfach falsch mit seiner Behauptung. Das wollte ich richtigstellen.

Jetzt sollte es aber auch genug sein, ich will hier keine Privatunterhaltung mit Herrn StefanP führen, das Forum hat ja einen ganz anderen Zweck, aber was Wahrheit ist, muss auch Wahrheit bleiben.

5) BayernFan, Samstag, 11. Mai 2013, 18:01 Uhr

Auch Merkel sollte als „überzeugte Jungkommunistin“ zurücktreten,
wie LaFontaine Sie einst nannte.

Hier der Grund. Merkels dunkle Vergangenheit.

War Merkel tüchtiger unter dem Erich, als erwartet?

http://www.bild.de/politik/inland/angela-merkel/ddr-leben-von-angela-merkel-spd-politiker-fordert-erklaerung-30350106.bild.html

Am Dienstag kommt das Buch der Bücher.

Das erste Leben der Angela M. für 19,90 Euro.

300 Seiten. Was man über das System der DDR wissen wollte.

Ich finde Stegner/SPD hat Recht. Merkel mus erklären,
was Sie drüben angestellt hat.
Und ob wir überhaupt so jemanden im Bundestag WOLLEN.

Griessts Eich

BayernFan

6) Günter Springer, Samstag, 11. Mai 2013, 18:07 Uhr

36 Frank Reichelt
Da habe ich aber ersthafte Bedenken.
Wetten, daß der Fall UH gesundgebetet wird?!
Wenn sich solches Peer Steinbrück geleistet hätte, wäre die nächste Kreuzigung angesagt,
nur mal als Vergleicht mit dem Hinweis: wir sind alle gleich nur einige dürfen gleicher sein.
Man könnte auch sagen, hier ist einiges sehr marode.
Defätismus(?) nein, Realismus!

7) BayernFan, Samstag, 11. Mai 2013, 20:57 Uhr

Hallo.

Wir müssen es wie in Amerika machen.

Jeder Manager muß eine eidesstattliche Erklärung
für seine Bilanz mitliefern.

Damit solche Leute definitiv in den Knast gehen und
nicht noch fälschlicherweise geschützt werden !

Evtl. wollte der Uli ja noch einen Großteil des Geldes
retten, weil er wußte, das zum Jahres-Ende die
Schweiz automatisch offengelegt hätte.

Insofern ist es keine richtige Selbstanzeige.
Die schweizer Banken machen das jetzt Alle.

Vielleicht hat er ja eine Bankaufforderung bekommen,
sein Konto beim dt. Fiskus zu deklarieren?

So weit zur Ehrlichkeit von Uli.
Und natürlich wartet der Uli schon über
10 Jahre auf das Steuerabkommen.

Und Weihnachten…
Und deshalb ist er jetzt sauer, weil alles
jetzt genauer guckt.

Und wütend hat er jetzt noch den Verräter ( gegen Unbekannt )
angezeigt.

Welch ein Ehrenmann.

Gut, das für Ihn kein Gesetz zählt.

Weiter so, Uli.

Gott zum Gruß

BayernFan

8) Tiffy, Samstag, 11. Mai 2013, 22:42 Uhr

Jeder kann sich einmal irren, so tragisch ist die Fehlprognose nicht.

9) Günter Springer, Sonntag, 12. Mai 2013, 11:52 Uhr

54) BayerFan
Sie sind mutig aber Sie haben auch recht mit Ihrem Beitrag.
Sie war sicher tüchtiger als zugegeben sonst wären für Sie die Privilegien eines Physikstudiums kaum
möglich gewesen. Ihre momentane Vergesslichkeit ist gespielt denn sie leidet in ihrem Alter sicher nicht an Gedächnisschwund.
Das heuchlerische an dieser ganzen Angelegenheit ist doch, das bei der Frau Merkel alles aus ihrer Vergangenheit übersehen wird während andere Personen , wie z.B. die der Linken immer wieder ob ihre Vergangenheit aufs Korn genommen werden. Mit welchem Recht wohl ?
Das alles erinnert doch sehr an das damalige Verbot der Kommunistischen Partei während ehemalige Nazis, die Millionen Menschen auf dem Gewissen hatten bis in höchste Ämter der BRD aufsteigen konnten und auch durften.
Defätismus(?) nein Realität!

10) karel, Sonntag, 12. Mai 2013, 14:22 Uhr

Hoeness stellt Strafanzeige wegen Verletzung des Steuergeheimnisses.

Endlich.
Es ist an der Zeit, mit Courage den Rechtsstaat zu verteidigen.
Zu verteidigen gegen eine Gesellschaft, die das geltende Recht durch tönende Moral
je nach Interessenlage und Belieben zu ersetzen gewillt ist.
Der Bruch des Steuergeheimnisses ist nach dem Gesetzgeber strafbar.
Dagegen ist mit allen Mitteln vorzugehen, notfalls auch mittels einer hohen Belohnung
zur Überführung des Straftäters.
Weiterhin ist, wenn die Selbstanzeige von Hoeness des gesetzlichen Regelungen entspricht,
der Staat als Dienstherr des Rechtsbrechers mit einer Schadenersatzklage in Millionenhöhe wegen des stattgefundenen Rufmordes zu belegen.

Herr Hoeness hat sich im Falle einer rechtlich korrekten Selbstanzeige dagegen nichts, aber auch gar nichts vorzuwerfen.
Seit 2010 sind über 40.000 Selbstanzeigen mit Steuernachzahlungen in Milliardenhöhe erfolgt im Rahmen des geltenden Rechts ohne Begehnung eines Rufmordes abgewickelt worden.
Auch einem Uli Hoeness steht dieses Recht im vollen Umfang zu,
hat sogar einen Rechtsanspruch darauf.

Weiterhin sind die Medien dahingehend zu überprüfen, inwieweit sie sich der Beihilfe zu einer Straftat schuldig gemacht haben.

Ja liebe Mitdiskutanten, wie wäre es mal mit dieser Sicht?

11) Frank Reichelt, Sonntag, 12. Mai 2013, 17:51 Uhr

@ karel

Ich stimme ihnen vollumfänglich zu!

12) Rainer N., Montag, 13. Mai 2013, 12:54 Uhr

@ 59 + 60

Hoeness ist eine Person die „mitten in der Öffentlichkeit“ steht, sich immer als ehrlicher Steuerzahler hingestellt hat, da ist es eben notwendig, dieses positive Bild auf die Füße zu stellen und die Maske zu entfernen, die er viele Jahre getragen hat.

Nun zu Stefan P. – der mal nachdenken sollte!

Schäuble plante ein Abkommen mit der Schweiz, mit dem SteuerBETRÜGER geschont werden sollten. NIcht nur die SPD war dagegen, gerade die in NRW, auch bei den „normalen Bundesbürgern“ führte das zu Kritiken. Denn jeder wirklich ehrliche Steuerzahler wäre dann „der sprichwörtliche Dumme“ gewesen. Und ich behaupte, das eben NICHT alle Steuerzahler schummeln. Abgesehen davon, dass es vielen nicht möglich ist. Und wenn jeder ALG-2-Bezieher sein Vermögen offen legen muss, sogar mit Kontoauszügen, und ein Datenabgleich erfolgt, halte ich es nur für berechtigt, soche Steuerbetrüger an den Pranger zu stellen.

Ich finde es übrigens auch falsch, dass die Namen der Steuersünder die auf gekauften Informationen beruhen nicht alle veröffentlicht werden. DAS wäre zur Abschreckung erforderlich, wenn alle Steuerbetrüger von allen erkannt werden können. Und nach Artikel 19 GG wäre das durchaus möglich, denn die Täter handeln wie ich bereits geschrieben habe gegen Artikel 14 GG.

Und in einem Land, in dem eine Kassiererin wegen eines Pfandbons in der Öffentlichkeit an den Pranger gestellt wurde, ein „Florida Rolf“ als Beispiel der Erwerbslosen zur pauschalen Verurteilung von allen Erwerbslosen hingestellt wird, wäre es nur gerecht, auch die Steuerbetrüger öffentlich zu machen. Bei „Rolf“ sind es dann generell alle Bezieher die in Verdacht geraten zu betrügen, bei Steuerbetrügern (es sollen ja so 200.000 sein) werden das alles „Einzelfälle“ genannt. Ich kann nicht so viel essen, wie ich bei dieser „Doppelmoral“ da wieder ausspeien möchte.

Die USA hatten mit härteren Bandagen gegen die Schweiz „gekämpft“ und gewonnen.

Logisch, dass dann Journalisten in der Schweiz auf Suche nach „Quellen“ tätig wurden. So kam dann von einem Bankmitarbeiter die Info, bei uns gab es bis 2008 ein „Fussballkonto“ auf dem über 500.000.000 € (umgerechnet) lagen.

Da wird in der Stern-Redaktion sicher überlegt worden sein, welcher VEREIN das sein könnte, an eine Privatperson hat bei dem Betrag sicher keiner gedacht.

Also wird man die paar Vereine, (drei, maximal vier, aus meiner SIcht, die ich nicht nennen werde), denen man eine solche Summe zutraut, unterrichtet haben, wir veröffentlichen einen Artikel darüber um eine Reaktion zu bewirken (so wie die NYT beim Watergate-Skandal auch immer wieder „auf den Busch“ geklopft hat – Anruf – wir veröffentlichen in der nächsten Ausgabe …)

Erfolg der Aktion – Hoeness zeigt sich selber schnell an – es muss also ein Konto im Zusammenhang mit Bayern München gewesen sein. Wenn es sich wirklch um „sein Konto“ gehandelt haben solte, hätte er gewusst, wieviel Geld da wann war und wenn nun eine weitaus niedrigere Summe genannt wird, hätte er davon ausgehen können, das es sich NICHT um sein Konto handeln konnte, eine Selbstanzeige wäre nich notwendig gewesen. Er hätte sich dann sicher gefragt, welcher Verein das wohl sein könnte … und auch nicht an eine Person gedacht, mit seinen eigenen Erfahrungen.

Folglich muss der genannte Betrag wohl zutreffend gewesen sein. Und dann wären eben die von mir errechneten Steuern nachzuzahlen (mindestens)!!!

Wenn der „Informant“ nun einen niedrigeren Betrag nennt … warum wohl? Der wird doch sicherlich nach der Veröffentlichung im Stern in der Schweiz von „seiner Bank“ druck bekommen haben, wie er das „verraten“ konnte. Dem wird also das Hemd näher als die Hose sitzen …

Alles in allen, ich bleibe bei meiner Vermutung, es handelt sich um Gelder des Vereins. Woher das Geld kam … da könnte ich ein paar verdächtige Firmen nennen, die im AR des Vereins sitzen …

Und Hoeness, der spielt den „Ausputzer“ um seinem Verein zu schützen. Und da er bei der Selbstanzeige erwartet hat, nicht selber so im Mittelpunkt zu stehen, da alles „anonym“ geregelt wird, hat er das auf sich genommen, Nun sitzt er in einer Zwickmühle. Wenn er zugibt, es war nicht sein Konto, hat er sich strafbar gemacht, wenn er zugibt, wie hoch der Betrag in den Jahren war, hätte er ebenfalls ein Problem, denn dann wäre die Steuernachzahlung so hoch …

Wie sagt eine Redewendung, zuerst hatte ich kein Glück, und dann kam noch Pech hinzu. Sein „Schnellschuß“ auf die Ankündigung des Stern-Artikels war nicht überlegt. Wie ich bereits angemerkt habe. Denn wenn der vom Stern genannte Betrag nciht auf seinem Konto war, hätte er in aller Ruhe abwarten können, selbst wenn er ein Konto in der Schweiz gehabt hat, mit weitaus geringeren Beträgen in den vergangenen Jahren. Denn dann hätte er ordentlich die Fakten rückwirkend erstellen müssen und dann eine gründliche Selbstanzeige aufzugeben.

Inzwischen entsteht bei mir der Eindruck, es handelt sich um ZWEI Konten. Eines von Hoeness, mit einem geringeren Volumen in den Jahren, das nun genannt wurde, um jenes mit den weitaus höheren Beträgen des Vereins zu verschleiern.

Wenn also inzwischen bei den Ermittlungen haraus gekommen ist … dann sind diese Fakten nicht öffentlich geworden. Pech für Hoeness, das er nun wie seinerzeit Zumwinkel am Pranger steht.

Verdient hat er es, als Steuerbetrüger – der sich mit seinen Aussagen und Handlungen selber widerlegt hat. Wer sich in der Öffentlichkeit so aus dem Fenster lehnt, wird eben gesehen. Nicht nur in den guten Zeiten.

So, nun BASTA – wie ein Altbundeskanzler am Ende zu sagen pflegte. Meine Meinung steht fest. Aber ich befürchte, die Wahrheit werden wir nie erfahren. Es sei denn, jemand kopiert die Daten in der Bank und verkauft die nun … Interessenten gäbe es inzwischen genug, aber ich gehe davon aus, das nun in den Banken strengere Sicherheitsvorkehrungen bestehen.

Ach, zu Informanten – Spanien liefert Falciani nicht aus – in Spanien ist es sogar gesetzlich vorgeschrieben, solche Taten anzuzeigen. In Deutschland landet man dann eher in der „Klapse“, in Bayern jedenfalls, wie der Fall Mollath belegt.

13) Rainer N., Montag, 13. Mai 2013, 18:01 Uhr

Nachtrag:

Stern recherchiert seit langem über ein Konto bei der Vontobel Bank – das dürfte auch die Bank bemerkt haben.

12.01.2013 – Hoeneß reicht eine Selbstanzeige ein – gibt einen Umfang von 15 bis 20 Millionen an!

14.01.2013 – Stern informiert von sich aus die Bank!

17.01.2013 – Stern berichtet von einem Konto bei der Vontobel Bank mit einem Umfang in den Jahren 2000 bis 2009 mit zeitweisen Werten von 600 bis 800 MILLIONEN Schweizer Franken – umgerechnet 500 Millionen Euro – Nummernkonto = 4028BEA

Es sollen zeitweise 40 Millionen Telekom-Aktien darunter gewesen sein! Die im Aufsichtsrat sitzen! Insiderhandel? Schon da ist die Reaktion der Staatsanwaltschaft verständlich. Das waren immerhin 14 % der 281 Millionen Telekom-Aktien.

20.03.2013 – Razzia bei Hoeneß – das merken doch Nachbarn. Nicht nur die, bei einer Person die so in der Öffentlichkeit steht.

20.04.2013 – Hoeneß gibt Selbstanzeige im Januar zu

Ach, die Daten werden nun von der Schweiz verlangt …

Nun würde sicher jeder gerne wissen, welche Bezeichnung das Hoeneß-Konto hat!

Ab wann wurde die Selbstanzeige der Öffentlichkeit bekannt? Vor dem 20.03.2013 hat doch keiner darüber berichtet! Ich habe jedenfalls nichts gefunden. Da wäre doch der Auslöser durch die Razzia möglicherweise gegeben – so wie bei Zumwinkel.

Aber letztendlich hat Hoeness selber Schuld, wer nicht Betrügt muss auch nicht befürchten so bloßgestellt zu werden. Und wenn die krassen Unterschiede in den Beträgen auf dem Konto zwischen dem Bericht im Stern und den Aussagen von Hoeness betrachtet.

14) D. Paul, Dienstag, 14. Mai 2013, 10:15 Uhr

@ nr. 45 Michael A. Nückel

„So stelle ich mir mangelndes Unrechtsbewußtsein, sei es aktiv, sei es passiv, vor.“

Andere Leute, die Menschen auf offener Straße niedertreten, flüchten von Münster nach Leipzig und glauben so sich der Strafverfolgung entziehen zu können. Köstlich, diese verlogene Moral! Weiter so, Herr Nückel, wir sehen uns noch!!!

Wie ist Ihre Meinung?

Kommentar schreiben


Ihr Kommentar *


* Pflichtfelder


granny - the social agency from Berlin