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Dienstag, 04. Juni 2013, 15:43 Uhr

Merkels Flut

Bei der SPD werden sie seit Tagen gestöhnt haben: Jetzt kriegt Merkel auch noch eine Flut. Denn bei allem menschlichen Leid und bei allen materiellen Verlusten ist der Umgang mit der Flutkatastrophe in Bayern und in Ostdeutschland auch ein Stück Wahlkampf.

Eines, bei dem der Spitzenkandidat der Opposition zwangsläufig ins Hintertreffen gerät. Denn Naturkatastrophen sind die Stunde der Regierung. Nur sie kann mit menschlichen und mit finanziellen Ressourcen helfen, die Opposition und Peer Steinbrück können nur ihre Anteilnahme äußern.

Die Flut war 2002 für Gerhard Schröder die Wahlkampfwende – zu einem Zeitpunkt, als er die Wahl schon verloren glaubte. Edund Stoiber konnte nur zusehen, wie Schröder sich als Krisenmanager inszenierte und als tatkräftiger Kanzler wiedergeboren wurde.

Dass Stoiber auf dem Höhepunkt der Flut auch noch am falschen Ort war (Juist) und dass die CDU/CSU einen nicht kommunizierbaren Vorschlag zur Finanzierung der Flutfolgen präsentierte, verstärkte bei den Wählern den Eindruck, bei Schröder besser aufgehoben zu sein..

Eine Naturkatastrophe war auch die Wende im Wahlkampf Barack Obamas, als ein Hurrikan die amerikanische Ostküste verwüstete und er als oberster Krisenmanager brillierte. Und für George W. Bush war der Hurrikan “Katrina”  2005 in New Orleans der Anfang vom Ende seiner Präsidentschaft, weil er sich drei Tage lang vor Ort und bei den Opfern nicht blicken ließ. Und weil sein Krisenmanagemt ein Desaster war.

Die Flut 2013 ist eine Chance für Angela Merkel, ihr Image als mitfühlende Mutter der Nation zu verstärken. Und sie hat alles richtig gemacht: Im Gegensatz zu Horst Seehofer, der  in Gummistiefeln und Rotkreuz-Jacke herumstolzierte, kam sie ohne Katastrophen-Outfit in die Überschwemmungsgebiete. Sie zeigte menschliche Anteilnahme und brachte konkret 100 Millionen Euro Hilfsgelder mit. Das wollten die Betroffenen hören.

Der Unterschied zu 2002 aber ist: Merkel hätte kein Flut gebraucht, um die Bundestagswahl zu gewinnen. Sie liegt ohnehin meilenweit vor ihrem Herausforderer.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

27 Kommentare

1) JK, Dienstag, 04. Juni 2013, 16:09 Uhr

Spätestens in dem Zeitpunkt als Merkel selbst Sandsäcke in die Hand nahm, sollte sich auch dem naivsten Betrachter offenbart haben, dass es doch bloß Inszenierung und Wahlkampf ist:

http://bc03.rp-online.de/polopoly_fs/bundeskanzlerin-angela-merkel-cdu-saechsische-ministerpraesident-1.3443082.1370346553!/httpImage/2561464873.jpg_gen/derivatives/rpo32_457/2561464873.jpg

Was einmal (bei Schröder) funktioniert hat, wird kein zweites Mal eine Wahl beeinflussen. Auch wenn die damaligen Umschwünge in den Umfragen das persönliche Drama des einen oder anderen Unionswahlkämpfers gewesen sein mögen..

Wie stehen Sie eigentlich zur Übernahme des SPD-Wahlprogramms durch die CDU in diesen Tagen, Herr Spreng? Ihre Einschätzung dazu fände ich spannender als den Versuch Merkel zur Deichgräfin zu stilisieren.

2) rundertischdgf, Dienstag, 04. Juni 2013, 17:46 Uhr

Sprengsatz hat recht, die Schuhe von Merkel und die Stiefel von Seehofer machen den Unterschied aus. So sehen wir das auch in Niederbayern.

http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/06/04/gaffer-und-selbstdarsteller-behindern-die-rettungsmasnahmen-in-passau/

3) Gerd, Dienstag, 04. Juni 2013, 19:03 Uhr

Die Beschäftigung mit diesem Thema ist völlig irrelevant: tut sie was (was menschlich und politisch geboten ist) ist es Wahlkampf, würde sie nichts tun, wäre es……ja was eigentlich ?
Also: Sie war da, paritätisch zwischen Ost und West, sie hat Hilfe zugesagt und gut.

4) Oliver, Dienstag, 04. Juni 2013, 20:25 Uhr

Merkel braucht keine Flut um mehr Stimmen als ihr Herausforderer zu bekommen. Aber für eine Mehrheit kann sie Hilfe gut gebrauchen.

5) Fronk, Dienstag, 04. Juni 2013, 22:00 Uhr

Also 2002 hatte die CDU bei der BTW 32,1% , 2005 hatte die CDU dann 32,6% und 2009
dann wieder 32% , immer mit der Staatsratsvorsitzenden. Siehe Bundeswahlleiter.de . Also ich glaub definitiv nicht an die Umfragen die 40% für die CDU vorhersagen.
Die Merkel will einfach keiner ….

6) nochnnick, Dienstag, 04. Juni 2013, 23:17 Uhr

Sie sagen es, Herr Spreng, der Umgang mit der Flut ist auch ein Stück Wahlkampf. Dass es ein großes Stück ist, bezweifele ich hingegen sehr. Nicht nur dass ich mich Ihrem letzten Satz bedingungslos anschliesse, ich glaube auch, dass unsere Kanzlerin aus der Höhe, von der sie derzeit antritt, eher tief fallen kann als noch irgendwie steigen, und vor allem: dass sie das weiss. Sie ist daher gut beraten gewesen, heute jegliches Showelement hintanzustellen. Die ÖR Hauptnachrichensendungen sind denn auch vollkommen auf diese Linie eingeschwenkt. Es wurde kein großes Spektakel in Szene gesetzt. Insgesamt wohltuend, dass nichts von irgendwelchen Betroffenheitsgesten zu spüren war. Der Besuch ist dementsprechend auch nicht annähernd dazu geeignet, der Kanzlerin nun ans Zeug zu flicken, wie es ja seit gestern etliche hämische Kommentatoren nicht müde werden heraufzubeschwören. Besonders hervorgetan hat sie sich heute, wie ich finde, mit ihrer Kette. Unsere Kanzlerin war dadurch in der Lage Glanz zu versprühen. Alles in Allem, obwohl nun mitnichten schon von Entwarnung gesprochen werden kann, wage ich die Prognose, dass selbst auf diesem glitschigen Parkett die Mission „Zuversicht“ keinerlei Ausrutscher erlitten hat, noch dass sie es in den Nachwehen dieser Katastrophe tun wird. Dafür agieren die Helfer – und als solche sehe ich auch die Mitglieder unserer Regierung – viel zu professionell im Umgang mit Ereignissen wie diesen.

7) Ekkehard von Weiher, Mittwoch, 05. Juni 2013, 06:07 Uhr

Eine Flut nutzt
nur dem der auch
darin schwimmen kann:

Stoiber “geht in die Menge,
aber er kann nicht in ihr baden.

Das macht ihn seinen Anhängern
sympathisch, denen geht’s im Umgang
mit der Jugend und dem Erotischen genauso:

Es macht sie unbeholfen.”

Zitat aus DIE ZEIT vom 12. September 2002
http://www.zeit.de/2006/10/IV__2002__38_kmmel_staatschau

8) Ekkehard von Weiher, Mittwoch, 05. Juni 2013, 06:46 Uhr

Stoibers Unbehagen
mit Nähe belegte er 2002
in der Münchener Olympiahalle
auf seine ihm eigene unvergleichliche Art:
Wo im Redemanuskript noch gestanden hatte:
“Die CSU ist näher am Menschen.” machte er daraus:
“Die CSU ist näher am Menschen als jede andere Partei in diesem Land –
– mit weitem Abstand!” Es war also nicht nur die Flut. Sondern Stoibers Inkongruenz.

Zitat aus DIE ZEIT vom 12. September 2002
http://www.zeit.de/2006/10/IV__2002__38_kmmel_staatschau

9) morf, Mittwoch, 05. Juni 2013, 08:26 Uhr

Die Menschen haben nach der Wahlkampfinszenierung von 2002 eventuell mitbekommen, dass sich die Politiker einen Dreck um nachhaltige Politik zur Verhinderung weiterer Fluten schert, wenn sie wieder abgezogen sind. Die Wassermassen und gummibestiefelten Betroffenheitspolitikdarsteller. Ansonsten sind sie (die Wähler) extrem merkbefreit, denkfern sowie lernresistent und haben weitere 4 Jahre Merkelinszenierung und Symbolpolitik verdient.

10) Dr. med. Dorothea Böhm, Mittwoch, 05. Juni 2013, 08:33 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,
ich habe soeben Ihren Deutschlandradio-Kommentar zum Besuch von Angela Merkel im Hochwassergebiet gehört und möchte mich dafür bedanken, dass sie der drohenden medialen “Aufladung”, solche Besuche geschähen NUR aus politischem Kalkül, unaufgeregt und sachbezogen entgegengewirkt haben.
Dass Politiker grundsätzlich die Außenwirkung ihrer Auftritte im Blick behalten, ist strategisch verständlich, sogar richtig. Die meisten, natürlich auch Angela Merkel, verfügen darüber hinaus über grundsätzliche menschliche Qualitäten wie Mitgefühl und Anstand.

11) Andreas, Mittwoch, 05. Juni 2013, 09:20 Uhr

2005 war für Bush doch keine Wende. Er blieb der Welt ja noch vier (zu) lange Jahre erhalten und hat währenddessen genug Mist gebaut, dass er abgewählt wurde. Katrina spielte da doch kaum mehr rein.

Und Obama lag zwar gleichauf mit Romney. Jedoch gewann er am Ende so deutlich, dass klar war, dass der Hurricane ebenfalls nicht “die Wende” gebracht hat. Sondern die kruden Ideen der Republikaner.

Die Flut überschattet nun Eurohwak und Verwandtenaffäre. Aber auch nur 1-2 Wochen. Wenn in den nächsten Monaten noch ein paar Knaller serviert werden (Fall Mollath, nochmal Eurohawk, etc.), kann sich das alles noch ändern. Aber um eine große Koalition kommen wir wohl nicht herum.

12) Peer Steinbock, Mittwoch, 05. Juni 2013, 10:17 Uhr

Das Ende einer zweiten Amtszeit ist in den Vereinigten Staaten von Amerika immer das Ende einer Präsidentschaft. Mit oder ohne Hurrikan.

13) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 05. Juni 2013, 16:01 Uhr

@)10) Dr. med. Dorothea Böhm

(…)Die meisten, natürlich auch Angela Merkel, verfügen darüber hinaus über grundsätzliche menschliche Qualitäten wie Mitgefühl und Anstand.

Sie stützen Ihr Urteil sicherlich auch auf den Umgang der Kanzlerin mit den Mittelmeerländern im Kontext der Krise und die zur Zeit wirklich überaus einfühlsamen Beziehungen zu Frankreich!

….Ich denke manchmal, ob es nicht doch sinnvoll wäre, endlich die Steuern für diejenigen drastisch zu erhöhen, die fleißig von der Politik des Mitgefühls und des Anstandes Angela Merkels profitieren! Wie anständig und einfühlsam Angela Merkels Politik in Wahrheit ist, wird sich dann zeigen, wenn das wahre finanzielle Ausmaß der Flutopfer bekannt ist und sich erweisen wird, dass die meisten Opfer der Katastrophe mit ihren finanziellen Problemen allein gelassen werden – garniert mit viel Mitgefühl und Anstand!

@6) nochnnick,
(…) Besonders hervorgetan hat sie sich heute, wie ich finde, mit ihrer Kette. Unsere Kanzlerin war dadurch in der Lage Glanz zu versprühen.(…)

Sie haben vergessen zu erwähnen, dass Frau Merkel – im Gegensatz zu Herrn Seehofer – keine schnöden Stiefel und Rot-Kreuz-Jacke angehabt hat, sondern ganz authentisch mit ihrer Dienstkleidung aufgetreten ist. Das steigerte noch die Glaubwürdigkeit persönlicher Betroffenheit über eine nicht absehbare Katastrophe.
Jetzt weiß ich, wo ich demnächst mein Kreuzchen machen werde….

14) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 05. Juni 2013, 16:24 Uhr

Zu diesem Thema einen Beitrag, der so gut Merkels politische Taktik beschreibt, dass ich ihn noch nachträglich gerne anderen interessierten Lesern anbieten möchte.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=17505#top

15) kleinErna, Mittwoch, 05. Juni 2013, 19:27 Uhr

Mein lieber Sprengmeister, ist das Wahlkampf (logischerweise für die CDU und evtl. sogar bezahlt?), was Sie da seit geraumer Zeit veranstalten? Wenn ja, dann ist es ein Schlechter, weil so durchschaubar!

Gerade ich Passau fand ich das Bild von Seehofer viel besser als das von Angela Merkel. Sie hat ihre Aussagen gerade mal so “hingerotzt”, während e das von ihr Gesagte aufgegriffen und nochmal sehr deutlich wiederholt hat: Für jeden Landes-Euro gibt’s einen Bundes-Euro als Fluthilfe obendrauf. Das war die eindeutig klarere Aussage und nur Geld zählt im Augenblick für die vielen Betroffenen!

Und was die Flut-Unterstützung bei den anstehenden Wahlen ausmacht, bin ich mehr als skeptisch. Frau Merkel wird den Bonus, den seinerzeit Gerhard Schröder zu Recht bekommen hatte, selber niemals in gleicher Form und Höhe erhalten, dazu hat sie sich viel zu unglaubwürdig und oberflächlich präsentiert (wie sie das im Übrigen immer tut, wenn sie nahe ans Volk herankommen muss). Man merkt ihr an, wenn sie “nur so tut, als ob” oder wenn sie wirklich hinter einer Sache steht. Letzteres passiert bei ihr nur “in höheren Sphären”, in der EU- oder Welt-Politik, da fühlt sie sich wohl, nicht aber, wenn es um das “gemeine Volk” geht. Das wirklich “Soziale” ist ihr eher fremd, weshalb sie sich bei praktisch allen innenpolitischen Themen bis vor Kurzem fast völlig herausgehalten hat (was ihr ja zurecht auch immer wieder vorgeworfen wurde). Warum tut sie’s also jetzt? Weil Wahlkampf ist!

Man kann es drehen und wenden wie man will, die demoskopischen Umfragewerte für Frau Merkel sind seit dem Steinbrück-Absturz unverändert hoch (vorher war eigentlich Steinbrück immer “der mit den höheren Umfragewerten”; das sollte man nicht vergessen und ggf. auch ruhig nochmal nachlesen!), andererseits sind die Kommentare zu Frau Merkels (Un-)Taten meist vernichtend negativ und zwar in allen Foren und das gibt mir doch ein bisschen sehr zu denken. Irgendwas stimmt da nämlich nicht! Haben wir mittlerweile doch DDR-Strukturen übernommen?

16) sinistram, Mittwoch, 05. Juni 2013, 22:20 Uhr

@15 kleinErna; Zustimmung

Merkel ist jetzt seit fast acht Jahren Kanzlerin und in dieser Zeit nie durch besondere Empathie für den Normalbürger aufgefallen. Im Gegenteil: Ich finde es immer wieder faszinierend, zu beobachten, wie unwohl diese Frau sich fühlt, wenn sie mal mit dem gemeinen Volk in direkten Kontakt kommt. Ihr Mimik und ihre Körpersprache signalisieren in solchen Situationen stets: nichts wie schnell weg hier.

Auch das Schicksal der Hochwasseropfer geht ihr vermutlich nicht wirklich nahe, auf den Werbe-Effekt ihres Katastrophentourismus´ will sie aber natürlich nicht verzichten. Und die Mainstream-Medien lassen ja tatsächlich keine Gelegenheit aus, Merkel zur treu sorgenden “Mutti” Deutschlands zu stilisieren. “Stiefmutter” wäre meiner Meinung nach die treffendere Bezeichnung, denn die gute Frau hat ja nun so gar nichts “Mütterliches” an sich.

Das Interesse Merkels gilt den großen Wirtschaftskonzernen, Banken und allerlei mächtigen Lobbygruppen, miit deren Hilfe sie an der Macht bleiben will. Mehr ist da nicht an Programm….

17) Rainer, Donnerstag, 06. Juni 2013, 01:45 Uhr

Das Thema ist schlaff und irgendwie weiß es auch jeder…

PS: Meine Wenigkeit hat heute übrigens beim “Sprengsatz” vorbeigeschaut, weil das (m)eine erste Adresse ist, wenn eine fundiert bis schonungslose Meinung zu akuten Themen gefragt ist. In diesem Sinne werde ich morgen nochmal schauen, was Michael Spreng zum Thema “Drohnen-Dilletanten” zu sagen hat.

18) karel, Donnerstag, 06. Juni 2013, 11:04 Uhr

Bei all denen, die hierzulande “große Symphatien” erhielten,
stieg die Arbeitslosigkeit rapide, ebenso die Verschuldungsspirale.
bevorzugten sie das “laue Baden”, wie Herbert Wehner dies einst anmerkte
sowie die “Ahnungslosigkeit der Linken”,von Michael Naumann in einem FAZ-Beitrag skizziert..

Meine Symphatie gilt denen, die es bevorzugen, nicht zu “blenden”,
dafür aber solide politische Arbeit abliefern.
Und dazu gehört für mich der Rückgang von Arbeitslosigkeiten ebenso
wie der Rückgang von Neuverschuldungen sowie die bisher erfolgreiche
Verhinderung eines Euro-Desasters, die ihren Anfang im Bruch der
Maastricht-Stabilitätskriterien hatten, von dem ehemaligen Verfassungsrichter
Paul Kirchhof auf die Jahre 2002/2003 datiert.
Wenn ein Oppositionsführer heute mal wieder mit dem Begriff “Lebenslüge” hantiert,
erinnert mich dies an die Aussage eines SPD-Nobelpreisträgers, der vor der damaligen
Wiedervereinigung meinte “Das Gerede von der Wiedervereinigung ist eine Lebenslüge
der Deutschen, es gibt sie nicht”…….. , um nach vollzogener Wiedervereinigung das bekannte
“Es wächst zusammen, was zusammengehört” zu fabulieren.
Auch ein gar nicht so alter Altkanzler meinte zur Wiedervereinigung: “Es gibt Wichtigeres”….

19) wschira, Donnerstag, 06. Juni 2013, 12:08 Uhr

@16) sinistram

Ich glaube, Sie beleidigen die Stiefmütter zutiefst :-)

20) Robson Bottle, Donnerstag, 06. Juni 2013, 14:09 Uhr

Anstatt in die Hochwassergebiete zu reisen (mit oder ohne Gummistiefel), sollten sich die Damen und Herren Politiker mal Gedanken machen, wie sie in Zukunft verhindern können, dass profitgierige Konzerne, Ausbeuter und Menschentreter immer mehr die wertvollen Landschaftsflächen und damit die dringend benötigten wasserabsorbierenden Böden für ihre sogenannten “Gewerbegebiete” betonieren, asphaltieren und also versiegeln, in denen dann in jedem kleinen Kaff jeder Verbrauchermarkt auch noch einen riesigen asphaltierten Kundenparkplatz bereitstellt. HIER WERDEN DIE HOCHWASSERKATASTROPHEN ERZEUGT!

21) Doktor Hong, Donnerstag, 06. Juni 2013, 17:25 Uhr

Ja, Herr Spreng, das ist die Frage. Ich fand es auch menschlich von Schröder, dass er den Flutopfern mit Steuermitteln unter die Arme gegriffen hat, schließlich würden diese ja dasselbe für mich tun, würde mein zuhause durch eine Naturkatastrophe zerstört.

Aber das hat nicht den Ausschlag für mich gegeben. Ich habe Schröder damals live gesehen, und der Punkt, mit dem er mich wirklich überzeugt hat, war das Nein zum Irak-Krieg.

Ich fand es falsch, dass die Amerikaner völkerrechtswidrig den Irak überfallen wollten, und geriet damals in erbitterten Streit mit einigen meiner amerikanischen Freunden über diese Frage.

Merkel fand es allerdings richtig, dass deutsche Soldaten völkerrechtswidrig ein Dritte-Welt-Land überfallen, das uns nicht angegriffen hat. Merkel findet es auch völlig richtig, dass man arabischen Despoten deutsche Waffen in die Hand gibt, damit diese mit deutscher Waffentechnik Demonstranten niedermetzeln kann, die für mehr Freiheit demonstrieren. Ach, Mutti Merkel ist einfach die Beste.

Wäre Merkel damals Kanzlerin gewesen, stürben heute täglich deutsche Soldaten im Irak bei Anschlägen.

Nun gut, ich war nur einer von vielen Millionen, die damals für Schröder waren. Aber mit der Flut hatte das nichts zu tun.

P.S. Den Einsatz in Afghanistan fand ich richtig, falls jemand damit argumentieren möchte.

22) Doktor Hong, Donnerstag, 06. Juni 2013, 17:27 Uhr

Ach Mist, jetzt sind mir zwei Grammatik-Schnitzer unterlaufen. Naja, ich kann jedenfalls korrekter schreiben, als mein letzter Beitrag es vermuten lässt.

23) Paul, Donnerstag, 06. Juni 2013, 23:01 Uhr

Es nervt! Sie ist die Kanzlerin und es ist selbstverständlich, dass sie sich vor Ort zeigt. Und sie bleibt sich dabei absolut treu. Bodenständig, zurückhaltend aber präsent.

Es mag ja sein, dass wir keinen Führerkult mehr betreiben, aber müssen wir deshalb selbst die Schuhe der Kanzlerin hinterfragen?

24) Frank Reichelt, Freitag, 07. Juni 2013, 09:05 Uhr

@ Paul

Richtig!

Ausserdem kommt die Flut für einen Kanzlerbonus im Vergleich zu 2002 viel zu früh. Desweiteren benötigt die Kanzlerin, wie Herr Spreng ja selber angemerkt hat, sowieso voraussichtlich gar keine Flut um Kanzlerin bleiben zu können.
Die ganze Thematik ist daher völlig absurd, hier scheint eher ein Politik (Stoiber-) berater Trauma noch einmal durchzubrechen.

25) Erwin Gabriel, Freitag, 07. Juni 2013, 16:38 Uhr

18) karel, Donnerstag, 06. Juni 2013, 11:04 Uhr

Wie so oft haben Sie fast Recht, aber nur fast. Und wie immer unterschlagen Sie, dass die “andere” Seite den gleichen Mist fabriziert.

Angela Merkel schlägt sich zwar inzwischen halbwegs ordentlich in der Euro-Krise, die hat sie allerdings selbst mit angefacht. Die spontan (=planlos) ausgerufene Energiewende fährt vor die Wand, Helmut Kohl hat sich nur mit Millionen illegaler Spenden an der Macht halten können (naiv, wer glaubt, dass dafür an keiner Stelle Gefälligkeiten oder Gegenleistungen erbracht wurden), etc.

Merkel hat überhaupt keinen eigenen Plan, sondern “klaut” sich die Themen nach aktueller Stimmungslage zusammen, um sie bei Bedarf genau so schnell wieder zu verwerfen. Was Eigenes habe ich auch von Gabriel nicht gesehen.

Die Fakten zeigen, dass CDU und SPD, Grüne/Bündnis 90 und FDP im Großen und Ganzen ahnungslos und üebrfordert sind. Wer sich nur die eine Seite rauspickt zum draufhauen, argumentiert nicht seriös.

26) karel, Sonntag, 09. Juni 2013, 22:39 Uhr

21) Doktor Hong

Zu Schröder eine Rückblende:
http://www.focus.de/auto/neuheiten/kanzler-ende-der-show_aid_197010.html

Zu Afghanistan ebenso:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-80266965.html

27) p.schmitt, Mittwoch, 12. Juni 2013, 13:30 Uhr

Man benötigt einen HILFSANTRAG bei der EU.

Ich glaube nicht an Fluthilfe. Auch nicht nach den Wahlen.
Ich glaube auch nicht an große Spenden.

Warum nicht mal von hinten?

Nur mal so als Anregung.

;)

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