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Springers Geschenke

Weil gerade so viel über Axel Springer geschrieben wird, hier noch eine Anekdote:

Axel Springer zahlte früher seine Redakteuren nicht nur gute Gehälter, sondern beschenkte sie auch zu Weihnachten: jeder Redakteur erhielt zusätzlich zum Weihnachtsgeld noch ein Geschenk (einen Fernseher oder ähnliches) und eine große Kiste voller Delikatessen des Hamburger Feinkostgeschäftes Michelsen. Und zum Jubiläum des jetzt verkauften Abendblattes gab es für alle Angestellten eine Goldmünze.

Ich kam als junger Redakteur noch in den Genuss der Goldmünze,  einer Rollei C 35 und der Delikatessen, bis der Betriebsrat verlangte: Geschenk für alle Verlagsangestellten oder keinen. Ergebnis: das Weihnachtsgeschenk für die Redakteure wurde abgeschafft, genauso wie Feinkostkiste ein paar Jahre später.

Ein altgedienter Chefredakteur berichtete mir von einem Treffen mit Springer auf Gut Schierensee: Schon von weitem wedelte Springer mit einem Autoschlüssel – ein Sportwagen als Geschenk für Auflagenerfolg.

Das kann man jetzt als patriarchalisch bezeichnen, aber gefreut hat´s die Redakteure dennoch.

Chefredakteure wurden übrigens früher vom Aufsichtsrat, nicht vom Vorstand bestellt, was ihre Stellung natürlich stärkte.

So, das war genug Nostalgie, heute geht´s für viele Printjournalisten ums reine Überleben.