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Montag, 05. August 2013, 16:17 Uhr

Retro-Wahlkampf der CDU

Hätten wir nicht den Euro und wäre die Parteifarbe heute nicht Orange, dann könnten die CDU-Wahlplakate, die jetzt auf mehr als 8.000 Großflächen geklebt werden, auch aus der Zeit stimmen, als Kurt Georg Kiesinger oder Helmut Kohl noch Kanzler waren. Sie sind noch weniger modern als die Partei heute ist – nämlich gar nicht. Retro-Wahlkampf aus dem Adenauer-Haus.

Ein Plakat zeigt eine Oma mit ihrem Enkel und dem Spruch: “Solide Finanzen sind wichtig. Weil wir an morgen denken”. Auf einem anderen eine junge Familie: “Jede Familie ist anders. Und uns besonders wichtig”. Wobei das “anders” für CDU-Verhältnisse fast schon wieder modern  ist.

Oder ein drittes Plakat. Zwei junge Leute auf einem Motorrad: “Wachstum braucht Weitblick. Und einen stabilen Euro”. Mit “D-Mark” hätte es auch Ludwig Erhard kleben können.

Diese Plakate bewegen natürlich keine Wählerstimmen. Sie taugen nicht einmal als Hallo-Wach-Signal, dass demnächst gewählt wird. Aber sie signalisieren: Die CDU bleibt wie sie ist. Langweilig, aber berechenbar. Sie ist wie ein altes Möbelstück, das einem vertraut ist. Mehr müssen die Plakate auch nicht leisten.

Die Plakate verströmen ein unaufälliges, wohliges und vertrautes Gefühl aus der Zeit, alls noch alles gut war – oder schien. Und sie sind nicht so unverständlich und kontraproduktiv wie die Plakate der SPD. Und sie duzen die Wähler auch nicht wie die der Grünen.

Und sie passen hevorragend zum Einschläferungswahlkampf der CDU, auch asymmetrische Demobilisierung genannt. Aufregen kann sich darüber keiner, auch kein SPD-Sympathisant. Es fehlt nur noch Konrad Adenauers Slogan von 1957: “Keine Experimente”. Aber das kann ja noch kommen, wenn Angela Merkel in den letzten drei Wochen plakatiert wird.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

65 Kommentare

1) Frank Reichelt, Montag, 05. August 2013, 16:41 Uhr

Na ja, dann steht es also was die Qualität der Wahlplakate angeht zwischen CDU und SPD unentschieden, darüber wird die Wahl also nicht entschieden!

2) rainer, Montag, 05. August 2013, 16:54 Uhr

….ja, genau…..so was hat beim dummel Michel seine Wirkung…..

3) Dierk, Montag, 05. August 2013, 17:26 Uhr

Wir sollten sehr ernsthaft über eine Begrenzung der Amtszeit einer Regierung, vermutlich fest gemacht am Kanzler, um nicht das gesamte GG umwerfen zu müssen, nachdenken. Nach der zweiten Amtsperiode kann man nichts mehr erwarten, hat die Regierung doch entweder alle [wesentlichen] Vorhaben bereits umgesetzt oder kann dies aus irgendwelchen Gründen nicht.

Das ist auch keine neue Beobachtung, das war bei Adenauer so – der hatte noch den Bonus des Aufbaus aus Trümmern -, bei Kohl und jetzt bei Merkel. Selbst bei Regierung Schmidt kann man Anzeichen für Verschleiß sehen, die zur frühzeitigen Beendigung geführt haben.

Bei einer CDU-geführten Regierung kommt hinzu, dass Änderungen gar nicht gewünscht sind, man will konservativ sein, man will bewahren. Schlimm ist nur, was die Umfragen andeuten, dass die Wähler inzwischen auch lieber nichts verändern wollen. Obwohl sie auf Sachebene sehen, dass diese dringend nötig wäre.

4) Alexander, Montag, 05. August 2013, 17:33 Uhr

Der Wahlkampf der Volksparteien SPD und CDU ist dermaßen langweilig. Unerträglich langweilig.

Insofern stimme ich dieser Kritik von Herrn Spreng zu.

Es trifft aber nicht den Kern der Problematik: Für mich ist es unfassbar, wie die Wähler so resigniert, gelangweilt reagieren können. Es geht ja primär um die Zukunft von uns Bürgern. Anscheinend haben schon zu viele Bürger resigniert und sehen keinerlei Reformwillen und politischen Gestaltungswillen bei den beiden Volksparteien.

Warum also lassen wir Bürger – egal ob links oder rechts – uns so etwas bieten? Wo sind denn die Wutbürger?

5) IANAL, Montag, 05. August 2013, 17:41 Uhr

Und falls es wider Erwarten doch noch eng werden sollte, kommt dann wieder: “Alle Wege des Sozialismus führen nach Moskau”?

6) Beate, Montag, 05. August 2013, 18:18 Uhr

“Ein Plakat zeigt eine Oma mit ihrem Enkel und dem Spruch: “Solide Finanzen sind wichtig. Weil wir an morgen denken”.

Ich halte dagegen: MEHR Investionen sind notwendig, damit die Einkommen meiner Enkel einmal höher sein werden.

Nie vergessen Einkommen Geld ist nur eine Zugangsberechtigung zum Güter – und Dienstleistungsmarkt.

Wenn weniger Güter produziert werden, weil der Staat es sich spart zu investieren, kommt nur eines heraus mehr Inflation bei einem sinkenden Angebot.

wenn die durchschnittliche Arbeitszeit pro Arbeitnehmer von 1500 1999 auf 1400 2012 gesunken ist.

Dann frage ich mich ob ich verückt bin oder die anderen die eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit auf 70 fordern.

Aber nicht in der Lage ein Arbeitsangebot pro Arbeitnehmer von 250 Arbeitstage * 7,5 Stunden = 1875 durch mehr Investitionen bereitzustellen.

475 Arbeitsstunden mehr. Das sind pro Kopf 25% mehr Auto, Wohnungen, Bildung, Altenpflege, …

7) znEp, Dienstag, 06. August 2013, 00:30 Uhr

@IANAL
Zusammen mit der Berliner CDU?
http://www.forum-systemfrage.de/Aufbau/aa/10i/CDU-Plakat%201946%20Berlin.gif

8) Erwin Gabriel, Dienstag, 06. August 2013, 07:35 Uhr

@ 6) Beate, Montag, 05. August 2013, 18:18 Uhr

Jede Institution hat die ausgeprägte Neigung, sich selbst zu erhalten und zu stärken.

Der Staat (oder eine Regierung) ist nicht in erster Linie für die Bürger (Wähler) da, sondern erst mal für sich selbst. Erst wenn er (sie) seine Bürger (Wähler) zum Selbsterhalt braucht, wird er sich um sie kümmern. So gesehen werden Steuereinnahmen vom Staat (oder der Regierung) eher als Mitel zum Selbsterhalt betrachtet und ausgegeben, etwa für die Umsetzung von Wahlversprechen.

Wenn man diesen maßgeblichen Antrieb in die Berechnungen einbaut, lässt sich sogar ein Sinn beispielsweise in der Euro-/Europa-Politik erkennen.

Was wir als Bürger davon haben steht stets auf einem anderen Blatt.

9) Erwin Gabriel, Dienstag, 06. August 2013, 07:37 Uhr

Wahlkampf:

Angela Merkel steigt hart in den Ring und verbietet den Amerikanern das Spionieren in Deutschland

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/02/knalleffekt-merkel-verbietet-amerikanern-spionage-in-deutschland/

10) Erwin Gabriel, Dienstag, 06. August 2013, 07:42 Uhr

Wahlkampf:

Auch die Grünen können Wahlkampf – und fordern einen “fleischlosen Tag” in öffentlichen Kantinen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/05/kampf-den-fleisch-essern-gruene-fordern-fleischlosen-tag-in-kantinen/

11) Croaker, Dienstag, 06. August 2013, 07:44 Uhr

Ist doch egal.
Wer seine Entscheidung sein kreiz bei Partei X oder y zu machen aufgrund von Plakaten fällt, dem ist eh nicht zu helfen.
Das die Werbeflächen jetzt 2 Monate mit Wahlkampflügen bedruckt sind, ignoriere ich schon seit Jahren erfolgreich. Ich versuche sowieso nur noch das kleinere Übel zu wählen und freu mich nach der Wahl wenn die siegreiche Partei zur Abwechslung auch mal Politik macht die auf eine längere Perspektive ausgerichtet ist und sich nicht nur in den nächsten vier Jahren rechnet.

12) Cato, Dienstag, 06. August 2013, 07:59 Uhr

Deutschland, schlaf weiter!

13) Rainer N., Dienstag, 06. August 2013, 08:27 Uhr

@12 – Cato:

Wer schläft, sündigt wenigstens nicht.

Das Problem sind die “gekauften wachen Politiker-Marionetten”, die sündigen stets im Auftrag der Strippenzieher mit dem Geld.

@ 4 – Alexander:

Qui tacet consentire videtur Das ist ein römischer Rechtsgrundsatz. Der leider falsch ist, wenn eine Minderheit nicht mehr den Eindruck hat, mit ihrer Meinung Gehör zu finden, und deswegen kapituliert hat und nicht mehr wählen geht.

In einer Demokratie besteht somit eine Form der Diktatur der Stimmenmehrheit. Wenn immer die selben Menschen die Minderheit bilden, verlieren sie ihren Glauben an Gerechtigkeit.

Das entspricht meines Erachtens einer Aussage von Hanna Arendt.

Zitat Anfang: Ziviler Ungehorsam entsteht, wenn eine bedeutende Anzahl von Staatsbürgern zu der Überzeugung gelangt ist, dass entweder die herkömmlichen Wege der Veränderung nicht mehr offen stehen bzw. auf Beschwerden nicht gehört und eingegangen wird oder dass im Gegenteil die Regierung dabei ist, ihrerseits Änderungen anzustreben, und dann beharrlich auf einem Kurs bleibt, dessen Gesetz- und Verfassungsmäßigkeit schwerwiegende Zweifel aufwirft. Zitat Ende.

14) Don Krypton, Dienstag, 06. August 2013, 09:30 Uhr

Entgegen der Meinung Herrn Sprengs halte ich die Kampagne für sehr effektiv und bedacht: Wer es in diesen Zeiten schafft, etwas Gemütlichkeit vorzuheucheln, wird die Wechselwähler und Unentschlossenen vermutlich auf seine Seite ziehen. Vielleicht ist die Aufgeregtheit und der Aktionismus von Piraten & Co gerade der falsche Weg? Vielleicht wollen die meisten Deutschen Veränderungen lieber im kuscheligen Gewand?

Terry Pratchett lässt seinen Patrizier Havelock Venitari gern sagen: “Die Menschen wollen keine Revolutionen. Sie möchten gern, dass es morgen früh nach dem Aufstehen noch genau so ist wie gestern, als sie ins Bett gingen.”.

15) Rapunzel, Dienstag, 06. August 2013, 10:17 Uhr

“Mehr Freiheit wagen” stand beim letzten mal auf dem CDU/Merkel Plakat.
“…,weniger davon haben!” Mag man heute angsichts des NSA/Totalüberwachungs-Skandals anfügen und so den offenen, dreisten Wahlbetrug der Konservatoven Dagegen-Partei CDU kennzeichnen.

Auf einen DDRähnlichen Rechtsstaat wie Merkel, Friedrich, Schäuble und Pofalla ihn wollen, sollte Deutschland besser verzichten. Haben wir wirklich nichts aus der Heschichte gelernt ?

16) useher, Dienstag, 06. August 2013, 11:25 Uhr

Wenn die Schwarzen doch nur wären wie alte Möbelstücke. Die fliegen nämlich auf den Sperrmüll wenn sie muffeln…
Aber anscheinend gehts uns noch zu gut um dieses planlose Gewurschtel zu beenden.

17) Dierk, Dienstag, 06. August 2013, 11:39 Uhr

@Erwin Gabriel

Das kommt dabei raus, wenn man sich auf eine Müllkippe … ‘tschuldigung: unseriöse Nachrichtenquelle verlässt. Ich meine hier tatsächlich die direkt von ihnen verlinkte Ansammlung merkwürdiger Aluhütchenspieler, die sich wiederum auf die genauso seriöse BILD verlässt. Jene BILD, die eine uralte Idee der GRÜNEN, die seit Monaten auch im aktuellen Wahlprogramm zu finden ist, jetzt auf den Titel lanciert und durch wenig raffinierte Formulierung einen Gesetzcharakter aus der Empfehlung bastelt.

Klar, nachdem so manch Institut und auch die eine oder andere Redaktion beim Nachrechnen merkte, dass die Steuerpläne der GRÜNEN nicht den Schwarzmalereien der BILD entsprachen, brauchte es was Neues, möglichst absurd musste es Erwin Kantinengänger nur vorkommen.

Gelungener Negativwahlkampf durch ein angeblich überparteiliches Presseorgan.

18) Paul, Dienstag, 06. August 2013, 14:15 Uhr

In unserer schnelllebigen Zeit kann ich den Rückzug auf die Ebene “Fels in der Brandung” nicht nur verstehen, sondern ich begrüße ihn ausdrücklich.

19) Rapunzel, Dienstag, 06. August 2013, 15:44 Uhr

@paul

Nichtstun und Jammern, dass mal wieder “die anderen dran Schuld sind” hat mit “Fels in der Brandung” nichts gemein.

Merkel und ihr Kabinett entzieht sich chronisch der Verantwortung. Leider bleiben die gemachten Wahlversprechen (oder besser die “zahlreichen Wortbrüche”), Freiheit und Rechtsstaat außen vor.

Denn:
Die Union gefährdet Rechtsstaat, Freiheit und Sicherheit des Landes.

20) Erwin Gabriel, Dienstag, 06. August 2013, 17:34 Uhr

@ 17) Dierk, Dienstag, 06. August 2013, 11:39 Uhr

Wahlprogramm der Grünen, Seite 164:

Öffentliche Kantinen sollen Vorreiterfunktionen übernehmen.
Angebote von vegetarischen und veganen Gerichten und ein
„Veggie Day“ sollen zum Standard werden.

Da kann man jetzt eine ganze Menge zu sagen.

Etwa, dass der Mensch ein sogenannter “Allesfresser” ist, dessen Nahrung sich aus verschiedenartiger Kost, aus Pflanzen und Fleisch, zusammensetzt – das hat Mutter Natur so vorgesehen. Oder das in den allermeisten Restaurants (selbst in Steak-Häusen)und öffentlichen Kantinen ein Angebot vegetarischer Gerichte bereits Standard ist – ein ordnungspolitischer Akt jedwelcher Art, auch der hier geforderte, erübrigt sich also.

Es käme auch niemand auf die Idee, in vegetarischen oder veganischen Restaurants die zwingende Einführung von Fleisch-, Fisch- und Ei-Gerichten anzustreben.

Was mir mehr und mehr auf den Sack geht, ist dieser pemanente, quäkerhafte, moralinsaure Anspruch der Grünen, die “besseren” Menschen zu sein. Diese ständigen halbgaren, undurchdachten Forderungen, die sich oft genug widersprechen. Was kommt als nächstes? Dass man an Freitagen und Sonntagen nur noch stilles Wasser trinken darf, weil da so viele Autos unterwegs sind, dass man die Kohlensäure aus Sprudel, Cola und Bier nicht auch noch in den Himmel pusten möchte?

Wenn der Herr Trittin seinen Kopp nicht nur dafür hätte, um mit selbstgerecht-überheblichem Grinsen seine öko-gespülte Föhnfrisur in die Kameras zu halten, dann wäre er vielleicht mal in der Lage, intellektuell einen Schritt zurück zu treten und mal einen Blick aufs Ganze zu werfen.

Atom, Kohle und Gas abschalten und Windenergie fordern (ohne zu wissen, wo an windstillen verregneten Tagen der Strom herkommen soll), aber die notwendigen Stromtrassen vom Erzeuger zum Verbraucher verweigern? Öko-Benzin für deutsche Autos fordern und dabei in Kauf nehmen, dass in der Dritten Welt die Leute verarmen oder gar verhungern? Jetzt der dezente Versuch, in der grünen-typischen Weltverbesserer-Manier die Bevölkerung in die vegetarische Ecke zu drängen, und nebenbei die, denen das nicht schmeckt, als Tierquäler zu diskreditieren. Als ob mit “Pflanzenschutz”-Mitteln und Insektenvernichtern zugesprühte Pflanzen die “gesündere” Nahrung abgäben.

Mögen die Grünen ein Weltbild haben, wie sie wollen, es sei ihnen (auch von mir) von Herzen gegönnt. Doch die ständigen Versuche, anderen den eigenen Lebenstil aufzudrängen, die eigenen Vorstellungen stets mit “moralischen” Gründen zu befrachten und Andersdenkende auf diese Art menschlich zu diskreditieren, wie es hier einmal mehr versucht wird, finde ich inzwischen nur noch scheinheilig.

21) Peter Christian Nowak, Dienstag, 06. August 2013, 17:48 Uhr

“C wie Zukunft” – steht auch auf Plakaten der CDU. Donnerwetter, so ein Spruch reißt einen ganz schön mit – rein emotional gesehen…

22) Wolfgang Wabersky, Dienstag, 06. August 2013, 17:55 Uhr

Die Wahlkampflügen auf den Plakaten aller Blockparteien beleidigen intelligente Wähler – sofort abhängen!

Wer die Plattitüden auf den Plakaten der Blockparteien liest, muss vor so viel Unverschämtheit die Augen schließen. Da lautet die CDU-Botschaft: Wir lassen alles so wie es ist; bloß keine Experimente. Die GRÜNEN fordern im Verbund mit den Sozen die Erhöhung diverser Steuern, obwohl momentan die höchsten Steuereinnahmen seit Jahren erzielt werden. Damit wären schon die wesentlichen Aussagen der Plakate getroffen. Man kann nur hoffen, dass diesmal vor allem Wechselwähler und Unentschlossene ihre Stimmen nicht den Blockparteien geben, sondern den noch nicht Etablierten, die eine echte Chance haben müssen gegen diese Volksverdummer. Wie sonst sollte es jemals zu einem echten Wechsel kommen?

23) Peter Christian Nowak, Dienstag, 06. August 2013, 17:58 Uhr

18) Paul
Warten Sie mal ab, bis der Fels im Sturm so langsam aber sicher seine Form verliert. Die Wahrheit kommt nach der Wahl. Und dann ist es vorbei mit der Gemütlichkeit…und das ist gut so!

24) Doktor Hong, Dienstag, 06. August 2013, 20:18 Uhr

Ich wage eine provokante These. Die CDU lebt quasi von der Substanz und zehrt ihren Kapitalstock auf. Keine politische Weiterentwicklung hat stattgefunden, die Zinsen bringen könnte.

25) mambo, Dienstag, 06. August 2013, 21:01 Uhr

ich fürchte ,ich bin ein fall für die psychiatrie ,mein problem :
ich verstehe nicht ,warum mehr als 40% der wahlberechtigten
mit der merkelschen (nicht)-politik zufrieden sind.
nun,vielleicht wird mir eine haldol -therapie helfen ,
dennoch frau merkel wählen zu können.

meine neueste wahnidee :
vielleicht sind ja die 40% reif für die psychiatrie ?

furchtbar ,morgen lasse ich mich in die geschlossene …
einweisen.

26) Oliver, Dienstag, 06. August 2013, 21:10 Uhr

Es besteht kein Anspruch, durch Wahlplakate unterhalten zu werden. Die hängen aus anderen Gründen. Und ihre Güte misst sich daran, wie gut sie wirken, nicht wem sie gefallen.

27) Marvin, Dienstag, 06. August 2013, 21:31 Uhr

@ Rainer N.: Nicht alles, was mit Latein zu tun hat, hat auch was mit den Römern zu tun – nunja, mit einem Römer schön, aber nicht, wie Sie es meinen.
Der von Ihnen angesprochene Satz stammt vom Papst Bonifatius VIII., gestorben im Jahr 1303.

28) Tiedgen, Mittwoch, 07. August 2013, 09:51 Uhr

@3 Dierck

Ich stimme ihnen zu, dass eine Zeitbegrenzung des AMTES sinnvoll wäre. Die Amerikaner haben aus einer schlechten Erfahrung gelernt und bisher leben sie ja auch gut damit. Manch Präsident wäre vielleicht gerne länger geblieben, aber auch alle Bürokratiemitarbeiter, Unternehmerlobbyisten und Wähler wissen, dass er am Tag X abtreten wird. Vermutlich verringern sich dann ab einem bestimmten Zeitpunkt die Lobhudeleien, die Einladung zu irgendwelchen Veranstaltungen usw.

In einer herausgehobenen gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Position besteht immer die Gefahr, dass der Posteninhaber zum grandiosen Höhenflug abhebt und die Bodenständigkeit verliert. (Deshalb gab es ja früher im Adel den Hofnarren. Und in der sozialen Marktwirtschaft gibt es die “widerspenstigen” Gewerkschaftsvertreter im Aufsichtsrat.)

Dann entsteht der Machterhalt dieses Posten (mit all den Privilegien und den “Höflingen”) im Vordergrund und nicht mehr die eigentliche Aufgabe. Aus den Unterlassungen können dann Problemlagen entstehen, an denen sich die “Trouble Shooter” dann gehörig die Zähne ausbeißen können. Das ist ja z.Zt. an renommierten großen Unternehmen mitzuerleben.

Ich beneide im Moment die Niederländer. Als Seefahrtsnation mit dem Schwerpunkt Logistik sind deren “Wirtschafts-Kapitäne” bodenständiger. Und die Bankenkrise 2008 hat sie offenbar so nachhaltig beunruhigt, dass sie Bankenregelungen anstreben (so wie auch die “Steuerparadiese” Luxemburg, Liechtenstein und die Schweiz sich zu Maßnahmen der “Bankenzähmung” aufgerafft haben).
Gleichzeitig haben sie eine Königsfamilie als Sympathieträger, die mit der Regierung an einem Strang zieht.

Es mag ja sein, dass wir als großes europäisches Land mit einem komfortablen Kreuzfahrtschiff im europäischen Euro-Konvoi fahren (und deshalb auch locker die griechischen Fischerboote abhängen), aber auch auf See gibt es eben unbekannte Untiefen und Hindernisse. Ein wachsames Auge und eine rechtzeitige kleine Kurskorrektur verhindert da größere Schäden.

29) Ekkehard von Weiher, Donnerstag, 08. August 2013, 07:59 Uhr

Frau Merkel setzt
auf Retro Wahlwerbung …

Vielleicht wird sie dann auch noch
den 1976 er Slogan der SPD wiederbeleben … :-)

http://cdn.fotocommunity.com/photos/30949322.jpg

30) Ekkehard von Weiher, Donnerstag, 08. August 2013, 09:11 Uhr

Frau Merkel setzt
auf Retro Wahlwerbung …

Vielleicht wird sie dann auch noch
den 1976 er Slogan der SPD wiederbeleben :

http://fc-foto.de/30949322

P.S.: Dieser Link funktioniert jetzt – Sorry !

31) Rainer N., Donnerstag, 08. August 2013, 10:32 Uhr

@ 27 Marvin

Der Papst hat den Satz aufgeschrieben – aber er galt schon vorher.

http://universal_lexikon.deacademic.com/289335/Qui_tacet,_consentire_videtur

Ich halte die Interpretation für falsch. Deswegen habe ich den zur Einleitung benutzt.

32) Dierke, Donnerstag, 08. August 2013, 11:01 Uhr

Unsere Politiker kann man allesamt vergessen. Da hilft kein noch so schlüssiger Slogan.
Aufschlussreich finde ich heute den Artikel in der Neuen Osnabrücker Zeitung, dass der niedersächsiche Agrarstaatssekretär Udo Paschedag durch Luxusobjekte – Klimaanlage für das Büro und den Audi 8 für seinen Rücken – auf sich aufmerksam macht. Was kann man da wohl in Berlin nach einem Wahlsieg der Grünen erwarten, wenn ein unbedeutender Staatssekretär derartig über die Stränge schlägt ?

33) Politikverdruss, Donnerstag, 08. August 2013, 11:01 Uhr

„Wahlplakate sind für die Wahlentscheidung kaum von Bedeutung“. http://m.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.wahlplakate-sind-fuer-die-wahlentscheidung-kaum-von-bedeutung.9321c767-3297-4a9d-8d3d-247b9793cb0c.html

Allerdings werden Wahlplakate in hohem Maße wahrgenommen. Sie liegen in dieser Hinsicht an der Spitze aller Wahlwerbemittel (Noch vor TV-Spots!). http://www.bundestagswahl-bw.de/wahlkampf_umsetzung.pdf

„Die meisten Plakate genügen jedoch nicht den Qualitätsanforderungen. Dies gilt vor allem für die standardmäßig aufgestellten Kopf-Plakate, auf denen ein Porträtfoto des Wahlkreiskandidaten zu sehen ist, nebst seinem Namen und seiner Parteizugehörigkeit. Auf das Plakatieren dieser Variante könnten Parteien tatsächlich verzichten. Das Gleiche gilt für die meisten Text-Plakate. Sie werden kaum wahrgenommen, geschweige denn erinnert. Negativ bewertet werden auch Bild-Plakate mit dunklen oder grellen Farben sowie überfrachtete Plakate.

Damit Plakate wirkungsvoll sind, müssen sie folgende Voraussetzungen erfüllen: Es sollte sich um Bild-Plakate handeln. Bildelemente werden häufiger, schneller, unmittelbarer und positiver wahrgenommen als Textelemente. Sie werden auch besser erinnert als Textelemente und können besser wiedergegeben werden. Dazu müssen assoziationsreiche, positiv-emotionale und klare Bildmotive verwendet werden. Die Plakate sollten sich freundlicher Farben bedienen und klar optisch gegliedert sein (vgl. Geise 2011). Vor allem aber müssen Bild-Plakate einen klaren thematischen Bezug des Motivs und einen kurzen, eindeutigen Slogan aufweisen. Dann kann es ihnen gelingen, die Aufmerksamkeit auf ein Thema zu lenken, das für die Partei wichtig ist.“ http://www.bundestagswahl-bw.de/wahlkampf_umsetzung.pdf

Gemessen an diesen Erkenntnissen erscheinen mir die Wahlplakate der CDU als durchaus wirkungsvoll. Zum Beispiel: „Solide Finanzen sind wichtig…“.Was soll daran falsch oder „langweilig“ sein? In einer Zeit, in der die Staaten Europas über 3 und die europäischen Banken über 9 Billionen Euro Schulden angehäuft haben. Schuldenlasten, die geradezu existenzbedrohend sind!

34) JG, Donnerstag, 08. August 2013, 12:23 Uhr

Wenn Sie, verehrter Herr Spreng, diesen Link erlauben:

http://www.titanic-magazin.de/cdu-wahlplakat-generator/

35) HGS, Donnerstag, 08. August 2013, 15:22 Uhr

Die Leute sind halt insgesamt zufrieden. Und es ist nun mal richtig, dass Deutschland sensationelle Erfolge am Arbeitsmarkt hat. Das hätte vor 10 Jahren doch niemand geglaubt, dass wir in Deutschland einmal wieder praktisch Vollbeschäftigung haben. Hätte ein SPD-Kanzler das erlebt, dann hätten die Gweerkschaften ohne Unterlass Lobeshymnen angestimmt.

36) Doktor Hong, Donnerstag, 08. August 2013, 16:27 Uhr

@20) Erwin Gabriel

Ich kann Ihren Groll durchaus verstehen. Auch mir geht der Eifer, politisch auf den Teller des Bürgers durchregieren zu wollen, viel zu weit, und ist als anti-liberal abzulehnen.

Ich bin mal gespannt, was als nächstes kommt. Womöglich werden Sportler aufgrund ihres höheren CO2-Ausstoßes noch eine Plakette bei ihren Trainingseinheiten tragen müssen, und jeder Bürger muss eine Spirometrie machen (und natürlich selbst bezahlen), bei der der CO2-Ausstoß unter Belastung gemessen wird.

Dennoch möchte ich einige Punkte zu bedenken geben. In der 8. Klasse hörte ich von einem Biomasse-Gesetz, das mir deswegen so gut in Erinnerung blieb, weil ich die Folgerung nicht verstanden habe – heute glaube ich, der Lehrer hatte es nicht verstanden, aber das ist ein anderes Thema.

Rund 10% der aufgenommenen Biomasse wird umgewandelt in eigenes Körpergewicht: Sie müssen also grob 10 Kilo essen, um 1 Kilo zuzunehmen. Nun gilt das grob auch für Vieh. Wenn Sie also 10kg Vieh essen, um ein Kilo zuzunehmen, muss das Vieh vorher mindestens 100kg (eher mehr, weil Fett einen höheren Kaloriengehalt hat) gegessen haben, um eben diese 10kg anzusetzen. Und denken Sie erst an argentinische Rinder, die den ganzen Tag durch die Gegend rennen und deswegen mehr Nahrung brauchen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Der Landverbrauch bei Viehzucht ist 10 Mal so hoch, als wenn die Menschen die pflanzliche Nahrung direkt essen würden.

Ob das bei dem heutigen Bevölkerungswachstum tatsächlich geht, dass auf globaler Ebene jeder täglich Fleisch ist, können Sie sich vermutlich an einem Daumen abzählen.

Zwei Punkte, die ich aufgeschnappt habe, auf deren Überprüfung ich jetzt gerade aber keinen Nerv habe:
- Deutschland muss Nahrungsmittel importieren, um die Viehzucht betreiben zu können
- Die Viehzucht stößt global mehr CO2 aus, als der komplette Verkehr und Transport auf der ganzen Welt

Nun bin ich jemand, der irgendwelchen Zahlen recht skeptisch gegenübersteht, vor allem, wenn ich nicht weiß, auf welche Weise die Zahlen zusammengelogen wurden.

Aber grundsätzlich scheint mir die Behauptung, dass unser Niveau von Fleischkonsum auf globaler Ebene nicht durchzuführen ist, auf den ersten Blick plausibel.

Verstehen Sie mich nicht falsch: ich bin kein Vegetarier und liebe mein saftiges Rumpsteak. Mir geht es nur um die Perspektive und das richtige Maß.

37) Karsten Lucke, Donnerstag, 08. August 2013, 16:33 Uhr

Hinter dem Retro-Wahlkampf verbirgt sich natürlich auch die “Wir positionieren uns nicht”-Strategie, um ja nicht politisch angreifbar zu werden. In diesen Kontext reiht sich nun auch die Kritik Kauders am Bundespräsidenten ein, der diesen Wischiwaschi-Wahlkampf öffentlich verurteilt.

Die Message ist, erst die Partei und dann das Land. Deshalb ist

“Kauder die Demokratie scheißegal”

http://kielspratineurope.eu/?p=1519

38) Doktor Hong, Donnerstag, 08. August 2013, 16:44 Uhr

@20) Erwin Gabriel

Und zum Thema Biosprit: Der Bio-Bauer nimmt vermutlich seinen Traktor, um die Felder zu bearbeiten.

Man munkelt, dass sich bei der EU nie jemand Gedanken darüber gemacht hat, wie viel Liter Dieselöl in die Produktion von Biodiesel gehen und was die Bilanz ist…

Mal ganz von den von Ihnen genannten Punkten abgesehen, dass Spritanbau den Nahrungsmittelanbau verdrängt. Und vom Verbrauch an mineralischen Düngemitteln haben wir noch gar nicht gesprochen…

Fazit: Wir sollten weniger Sprit verbrauchen.

39) sinistram, Donnerstag, 08. August 2013, 21:43 Uhr

@21) Peter Christian Nowak, Dienstag, 06. August 2013, 17:48 Uhr

“C wie Leder” müsste es heißen, nicht “C wie Zukunft”.

40) Stefan, Donnerstag, 08. August 2013, 23:10 Uhr

Selten so eine Massenmanipulation erlebt, Klientelpolitik ohne Ende, aber ignoranten
Deutschen geht´s am A…. vorbei.

41) Rapunzel, Freitag, 09. August 2013, 02:06 Uhr

@Herrn Gabriel

Ich finde es recht erstaunlich welche Erregung ein Vorschlag einer 8-15% Partei wie der durch die Grünen im Sommerloch geforderte Veggie-Day erzeugt. Eine verbindliche, gar verpflichtende Einführung scheint doch recht unwahrscheinlich bis absurd.
Jedenfalls erinnert die heutige Aufregung doch sehr an das hysterische Geschrei der sogenannten “Konservativen”, was stets einsetzte wenn die Grünen vor 25 Jahren bspw. den Atomausstieg forderten. Und wo stehen wir da heute ?

Trittin-Bashing liegt ja ohnehin im Trend. Ich mag Ihn eigentlich auch nicht leiden. Ebensowenig wie ich finde das Claudia Roth mir sympathisch oder besonders vorteilhaft gestyled wäre.
Eines jedoch muss ich beiden absolut zugestehen. Im Gegensatz zu der sonstigen Berliner Polit-Szene sehe ich bei Roth und Trittin eine gewisse Authentizität. Roth war vor Ort im Tränengas in Istanbul und sich nicht zu schade ihre Meinung noch vor Ort in die laufenden Kameras zu sagen. Trittin steht auch mal zu unliebsamen Wahrheiten, siehe Dosenpfand (das in großen Teilen Europas seit zig Jahren nicht zum Weltuntergang geführt hat!). Welcher aktuell in vergleichbarer Position tätige Politiker sonst hätte die “Eier” gehabt? In Zeiten in denen selbst die Kanzlerin ihre grundlegenden Überzeugungen in deutlicher Abhängigkeit von Umfragewerten wechselt, wie die Farbe ihres Sakkos. Da sind Courage, Meinungen, politische Überzeugung in der Politik leider kaum noch zu finden.

42) Rainer N., Freitag, 09. August 2013, 09:50 Uhr

@ 35 HGS

Anmerkung – ich traue keiner Statistik die ich nicht selber manipuliert habe.

Sie jedenfalls sind auf die manipulierte Statistik der Bundesregierungen hereingefallen.

http://www.elo-forum.org/news-diskussionen-tagespresse/aktuelle-arbeitslosenzahlen-spiegel-realitaet-24471/index8.html

31.07.2013, 11:31

Arbeitsmarkt Juli 2013 über 7 Millionen Personen erhalten nach wie vor Transferleistungen
Hinzu kommen laut Forscher des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) 3,1 bis 4,9 Millionen Betroffener in verdeckter Armut die keine Grundsicherung (ALG II) Hartz IV beantragen.

Der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit stehen 7.031.037 Leistungsempfänger im Leistungsbezug im Rechtkreis SGB II/SGB III als (ALG I, ALG II, Sozialgeld) gegenüber das sind rund 62 % mehr Leistungsempfänger als im Dezember 2004. (Ohne Sozialhilfe diese im Jahr 2004 als auch im Jahr 2012 rund 1 Million Personen erhalten haben)

Sybilla macht sich jedenfalls die Mühe die offizielle Statistik zu überarbeiten.

43) Erwin Gabriel, Freitag, 09. August 2013, 11:25 Uhr

@ 41) Rapunzel, Freitag, 09. August 2013, 02:06 Uhr

>> Ich finde es recht erstaunlich welche Erregung ein
>> Vorschlag einer 8-15% Partei wie der durch die Grünen
>> im Sommerloch geforderte Veggie-Day erzeugt.

Nun, vorab, es ist nicht “Sommerloch”, sondern Wahlprogramm.

Hätte wer auch immer von den Grünen gesagt: “Leute, esst doch auch mal vegetarisch”, wäre meine Zustimmung gewiss – das mache ich gelegentlich auch.

Meine Erregung hat eher mit den anderen Aspekten der Sache zu tun:
* mit dem Ansinnen, das zumindest an bestimmten Tagen zwanghaft vorzuschreiben (“soll Standard werden”)
* und mit der unterschwelligen Unterlegung, Fleischesser seien Tierquäler.

Ich stehe anderen Meinungen in der Regel tolerant gegenüber. Nicht, dass ich alles gutheißen kann, aber ich bemühe mich, zu verstehen, wie die andere Meinung zustande kommt. Wer aber versucht, auf dieser Ebene eine anderslautende Meinung moralisch zu diskreditieren, handelt nicht nur dumm, sondern auch höchst undemokratisch und unmoralisch.

.

>> Trittin steht auch mal zu unliebsamen Wahrheiten, siehe Dosenpfand …
>> Welcher aktuell in vergleichbarer Position tätige Politiker sonst hätte die “Eier” gehabt?

Das war einer der größten Öko-Flops der deutschen Geschichte. Das Dosenpfand hat nicht, wie angestrebt, zum Wechsel auf wieder benutzbare Flaschen geführt, sondern zu einem Dosenboom sondergleichen. Denn Dosen mit Pfand waren auf einmal “moralisch” auf einmal OK. “Sobald das Pfand in der Kasse klingt, die Bio-Seele in den Himmel springt” – ein Öko-Ablasshandel, wenn Sie so wollen. Statt die Getränkedosen aus dem Verkehr zu ziehen, wurde das genaue Gegenteil erreicht.

Geht in die gleiche Richtung wie Biosprit oder die “Idee” von Sigmar Gabriel, Glühlampen durch mit Quecksilber verseuchte Stromsparlampen zu ersetzen, oder die Lügerei um den CO2-Ausstoss. Letztendlich ist zwar nicht alles, aber doch sehr viel kontraproduktiv.

Die Aktion zeugt nicht von Trittins “Eiern”, sondern eher von der Unfähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu durchschauen, im Zusammenspiel mit der Eitelkeit des Bessermenschen (die Grünen selbst nennen das allerdings nicht Eitelkeit, sondern gutes Gewissen). Und was die “politischen Überzeugungen” angeht, haben sich die Grünen entwickelt wie jeder Teenager, der 50 wird. Nur dass die Partei das nicht wahrhaben will.

44) Erwin Gabriel, Freitag, 09. August 2013, 12:01 Uhr

@ 36) Doktor Hong, Donnerstag, 08. August 2013, 16:27 Uhr

>> Auch mir geht der Eifer, politisch auf den Teller des Bürgers
>> durchregieren zu wollen, viel zu weit, und ist als anti-liberal abzulehnen.

Genau das ist mein Punkt, nicht die Fleischesserei als solche.

Zum Thema Biomasse: ich habe einen etwas kleineren Faktor im Kopf, der, auch wenn er stimmen würde, das von Ihen beschriebene Prinzip nicht aushebelt. Es wäre für Mutter Erde in der Tat nicht verkraftbar, wenn jeder jeden Tag Fleisch essen würde. Das gilt übrigens auch für alle anderen Aspekte unseres vom Wohlstand geprägten westlichen Lebens. Insofern teile ich Ihrer Meinung.

Ein beiläufiger Einwurf sei mir ergänzend gestattet: Das eine oder andere argentinische Rind läuft in der Regel frei und frisst, was ihm vor die Schnauze kommt. Der Mensch kann Steppengras nicht verwerten, müsste also nahrhaftere Pflanzen dort anbauen. Das gibt der Boden nicht überall her, würde ausserdem zu Umweltzerstörungen und anderen Öko-Belastungen führen. Das schreibe ich nicht, um Ihre Meinung zu entwerten, sondern nur, um die Komplexität der Argumentation zu erhöhen.
:-)

>> Die Viehzucht stößt global mehr CO2 aus, als der komplette Verkehr
>> und Transport auf der ganzen Welt.

Nicht CO2, aber Methan. Laut Greenpeace beträgt die Klimawirksamkeit von Methan das 21fache von CO2 (das durch bakterielle Zersetzungsprozesse entstehende Lachgas hat sogar einen Faktor von über 300). Das, was wir Menschen in die Welt pupsen und was die gesamte Tierwelt in den Äther bläht, ist in der Tat deutlich relevanter als die Autofahrerei. Methan in relevanter Größenordnung entsteht übrigens auch beim Flächenanbau von Reis.

Da man, despektierlich formuliert, weder uns noch den indischen Kühen eine Sonde in den Allerwertesten stopfen kann, wird eben nur der kleinste Beiträger am Treibhauseffekt besteuert. Der größte (über 50 %) ist übrigens Wasser, das in kleinsten Teilchen in der oberen Atmosphäre schwebt.

Die beste Methode, etwas für die Umwelt zu tun, ist also der Selbstmord. Das werden aber weder die Grünen noch Frau Merkel in ihr Wahlprogramm aufnehmen.

45) Lesefuchs, Freitag, 09. August 2013, 12:44 Uhr

Ach, hab mal beim Vorbeifahren so ein Schild gesehen. Beachtet die denn jemand??? Ich glaube nicht, dass sich irgendjemand von diesen Schildern wirklich umstimmen lässt!

46) Stachel, Freitag, 09. August 2013, 12:52 Uhr

Steinbrück warf der Kanzlerin Merkel vor bezüglich der anzunehmenden NSA/BND Totalüberwachung, den Amtseid gebrochen zu haben.
Ich frage, wie konnte Frau Merkel einen Eid auf die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland schwören, wenn sie offensichtlich keine Ahnung hat von Art und Inhalt der Verfassung (Deutsches Grundgesetz).
Ich muss im Nachhinein Herr Gerhard Schröder zustimmen: “Sie kann es einfach nicht !”
Frau Merkel fehlt anscheinend sowohl die Kompetenz als auch die notwendige Ausbildung.
Grundgesetzlich verankert sind sowohl Meinungsfreiheit als auch das Recht auf die informationelle Selbstbestimmung.
Ein “Supergrundrecht” wie Merkels total inkompetenter und überforderter Innenminister faselt, gibt es übrigens gar nicht. Wenn überhaupt wäre dies die Menschenwürde (Für Berliner und Zugezogene: Nachzusehen im Grundgesetz)
Wo sind die Juristen ?
Ist ein Eid auf etwas unbekanntes, überhaupt rechtlich verbindlich ?
Kann jemand der Frau Merkel mal ein Grundgesetz zusenden ?

47) StefanP, Freitag, 09. August 2013, 16:41 Uhr

@41) Rapunzel

Der Vorschlag offenbart lediglich, wie die Spitzenfunktionäre und das Gros ihrer Mitglieder denkt. Nämlich in Vorschriften und Verboten, um die Menschen auf den rechten Pfad zu führen. Genau das ist nicht liberal, obwohl sich die Partei doch als so freiheitlich sieht. Es ist Etikettenschwindel.

Das Dosenpfand hat das Mehrwegsystem konterkariert. Gut gemeint ist meist schlecht gemacht. Seit Trittins Gesetzesnovelle sinkt der Mehrweganteil. Das ist ein Bärendienst an der Umwelt. Aber die Grünen machen ja nichts falsch, es sind immer nur die anderen, die die guten Absichten der Ökopartei nicht verstehen oder dann hässlich falsch interpretieren.

Trittin und authentisch?! Der Niedersachse hat immer nur nach der Macht gestrebt, grüne Anliegen waren ihm soweit egal, wie sie zu seinen kommunistischen Ansichten passten. Es war im übrigen der grüne Frontmann, der gegen eigene Überzeugungen (authentisch!) und gegen die Belange seiner Partei sich dem Autokanzler Gerhard Schröder fügte und blockte im Sinne der deutschen Automobilindustrie die EU-Altauto-Richtlinie. Diese hätte die Hersteller zur kostenlosen Entsorgung ihrer Produkte gezwungen. Sabine Leutheuser-Schnarrenberger war in ähnlicher Lage zurückgetreten. Trittin authentisch? Da lachen ja die Hühner!

48) Doktor Hong, Samstag, 10. August 2013, 11:09 Uhr

@44) Erwin Gabriel

Da habe ich einen dicken Schnitzer gemacht. Danke, dass Sie mich darauf hinweisen: Treibhausgase, nicht CO2. Eigentlich weiß ich das auch, habe aber beim Schreiben meine Gedanken nicht genug sortiert.

49) Doktor Hong, Samstag, 10. August 2013, 11:13 Uhr

Apropos Plakate: Mir ist noch gar keins aufgefallen. Nachher werde ich mal in der Stadt aktiv nach Plakaten suchen, damit ich mal eins wahrnehme. :)

50) Doktor Hong, Samstag, 10. August 2013, 11:39 Uhr

Beim Thema Dosenpfand verspüre ich ebenfalls das Bedürfnis, meinen Senf dazuzugeben.

Ich erinnere mich, wie ich früher schwere Kisten mit Glasflaschen geschleppt habe, ob es nun Wasser oder Brause-Getränke waren.

Heute dominieren in den Supermärkten die Sixpacks aus PET-Flaschen. In dieser Form war das vor dem Dosenpfand unbekannt.

Nur darf man natürlich nicht den Denkfehler machen und die beiden Dinge a priori ursächlich miteinander verknüpfen. Aber eines ist sicher: Das Dosenpfand hat das starke Aufkommen von Einwegverpackungen jedenfalls nicht verhindert.

51) Gundi, Samstag, 10. August 2013, 12:21 Uhr

Zimmermann schrieb
 schon 1991: “Wenn Privatsphäre ungesetzlich wird, haben nur noch die Gesetzlosen Privatsphäre.”

Denkt bei eurer Wahl an eure Privatsphäre.

52) Erwin Gabriel, Sonntag, 11. August 2013, 09:54 Uhr

@ 50) Doktor Hong, Samstag, 10. August 2013, 11:39 Uhr

>> Nur darf man natürlich nicht den Denkfehler machen und
>> die beiden Dinge a priori ursächlich miteinander verknüpfen.
>> Aber eines ist sicher: Das Dosenpfand hat das starke
>> Aufkommen von Einwegverpackungen jedenfalls nicht verhindert.

Das ist kein Denkfehler.

Glauben schlägt stets Wissen. Die Menschen sind halt so, dass sie im Zeifel eher den Argumenten glauben, die Ihnen auf den ersten Blick mehr Bequemlichkeit, mehr Geld oder weniger Ärger versprechen. Das klingt in der Regel “plausibler” und wird deswegen weniger hinterfragt.

53) StefanP, Sonntag, 11. August 2013, 10:20 Uhr

@50) Doktor Hong

Manche meinen ja, man sollte Politiker an den Wahlversprechen messen, die sie abgeben. Ich halte das aus verschiedenen Gründen für falsch. Wofür ich allerdings plädiere ist, Politik an den Zielen zu messen, die sie vorgibt, mit bestimmten Maßnahmen erreichen zu wollen. Das Bundesumweltministerium wollte mit dem Zwangspfand auf Einwegverpackungen den Mehrweganteil wieder auf 72% anheben. Kritiker warnten schon damals, dass der Handel auf Dauer nicht zwei Rücknahmesysteme betreiben würde.

Heute liegt der Mehrweganteil bei 50%, Tendenz weiter fallend. Das politische Ziel wurde wie vorhergesagt meilenweit verfehlt, ja, die politische Maßnahme unterstützte sehr wahrscheinlich noch die nicht gewollte Entwicklung. Konsequent wäre nun, das Pfand auf Einwegverpackungen, das mit völlig falschen Erwartungen eingeführt wurde, abzuschaffen. Doch so funktioniert Politik nicht. Was Politiker in die Welt gesetzt haben, hat ein zähes Leben.

Die Pfandbefürworter ändern halt nun die Argumentation: Ohne Pfand wäre der Anteil der Einwegverpackungen weit schneller gestiegen. Eine heroische Annahme, denn wieviel schneller sollte die Mehrwegverpackung noch an Bedeutung verlieren? Und, um dem Trend entgegenzuwirken, müsse das Pfand einfach erhöht werden.

Das kommt dabei heraus, wenn man Politik vor allem mit Moral macht, wie es das Geschäftsmodell der Grünen ist. Hauptsache, man kann sich gut dabei fühlen. Das Ergebnis zählt nicht, nur die Absicht. Ich mag weder beruflich noch privat moralinsaure Gestalten. Und wählen werde ich sie erst recht nicht.

54) Erika, Sonntag, 11. August 2013, 11:41 Uhr

Auch beim Dosenpfand vergisst man gerne die Verantwortung von Angela Merkel

http://www.tagesspiegel.de/politik/dosenpfand-auf-dem-pfand-pfad/245392.html

55) Oliver, Montag, 12. August 2013, 11:30 Uhr

Wer möchte, dass alles beim Alten bleibt, der muss SPDCDUFDPGRÜNE wählen. Wer möchte, dass sich etwas ändert, darf gerne andere Parteien wählen. Ob sich dadurch wirklich etwas ändert wird man sehen. Alleine 29% Nichtwähler könnten irgendeine Splitterpartei wie die PIRATEN, die Tierschutzpartei, NPD oder Linkspartei zur Partei mit den meisten Prozenten machen, inkl. Stellung des Kanzlers. Die Politik dieses Landes würde sich vermutlich sofort drastisch ändern, käme der Außenminister von der NPD oder der Innenminister von den PIRATEN oder würde Frau Aigner von irgendjemandem der Tierschutzpartei abgelöst werden.

Aber natürlich wird das nicht geschehen. Denn die Nichtwähler wählen nicht. Nicht einmal so etwas wie die PARTEI, die ja eigentlich ideal für Nichtwähler sein sollte. Und die meisten anderen bewegen sich im Rahmen der nahezu identischen SPDCDUFDPGRÜNE. Übrig bleiben einige Prozentpunkte für die anderen Parteien, die damit aber nichts verändern können.

56) Doktor Hong, Montag, 12. August 2013, 17:47 Uhr

@52) Erwin Gabriel

Das stimmt schon, was Sie sagen, bleibt aber trotzdem ein Denkfehler. :)

Wenn man das weiß, dann gehört es zur intellektuellen Reife, dass man sich dann und wann selber in Frage stellt. Glaube ich das, was ich für wahr halte, wirklich deswegen, weil es in Übereinstimmung mit dem ist, was ich von der Wirklichkeit weiß? Oder nur, weil ich es gerne glauben will?

Sehen Sie, das ist mein Hauptkritikpunkt an vielen Wirtschaftswissenschaftlern. “Der Markt ist effizient. Er kehrt von selber ins Gleichgewicht zurück.” Ach ja? Wie verträgt sich das mit dem Zusammenbruch der unreguliertesten Märkte, die es überhaupt gab?

Ich kann vielleicht selber keine schlüssige Wirtschaftstheorie aufstellen, und das ist auch nicht mein Ehrgeiz. Aber, es ist nunmal viel einfacher, ein Haar in der Suppe zu finden, als selber eine Suppe zu kochen.

Bei Diskussionen bin ich zutiefst anti-autoritär. Mir ist es völlig egal, wer etwas behauptet. Wenn etwas nicht in sich schlüssig und konsistent ist, dann sage ich “Bullshit” dazu, ganz egal, wer das behauptet. Deswegen habe ich nie Schmerzen damit gehabt, Fehler zuzugeben.

So ist es mir einmal passiert, dass ein Professor mich schreiend aus dem Büro gejagt hat, nachdem ich ihn auf einen Fehler in seinem Skript hingewiesen hatte. Ich dachte, ich wäre besonders diplomatisch, indem ich tat, ich hätte die entsprechende Stelle nicht verstanden. So begann er zu erklären und sich zu widersprechen, und als er an meinem ungläubigen Blick merkte, dass ich das merkte, ist er komplett ausgerastet und hat mich angeschrieen. War unangenehm :)

Nun macht der Zweifel schwach und ist wenig geeignet, Menschen mitzunehmen. Das ist für einen Politiker schlecht. Deswegen frage ich mich immer, wenn ein Politiker etwas vehement behauptet: Ist der tatsächlich so blöd oder macht der ‘ne Show?

Als Beispiel fällt mir da Churchill ein: Während er energische Durchhaltereden hielt, wurde später aus seinen Memos und Memoiren ersichtlich, dass er erhebliche moralische Zweifel am Flächenbombardement auf Zivilisten gehegt hatte.

57) Doktor Hong, Montag, 12. August 2013, 18:18 Uhr

@53) StefanP

Ihrem Kommentar habe ich sachlich nichts hinzuzufügen.

Ich persönlich habe da keine Präferenz, da ich nicht sagen kann, ob in puncto Energiebilanz die Herstellung einer PET-Flasche oder die Reinigung einer Mehrweg-Glasflasche günstiger ist. Ich würde fast sogar vermuten, dass die PET-Flasche da besser abschneidet, da das Gewicht bei Transporten stark reduziert ist. Und man kann die Flasche noch in einem Heizkraftwerk verfeuern und Strom daraus gewinnen, oder Fleece-Bekleidung daraus herstellen. Kehrseite ist die Herstellung aus begrenzten fossilen Mineralölen.

Moralische Überheblichkeit ist tatsächlich schwer erträglich, da bin ich Ihrer Meinung. Es ist manchmal eine Gratwanderung, wenn man selber von etwas überzeugt ist, da das richtige Maß zu finden. Eindeutig Stellung zu beziehen, ist in Ordnung, Verurteilung ist problematisch.

Nehmen Sie das Beispiel Energiewende: Auch da gibt es Alles-oder-nichts-Fanatiker. Ich sehe das so: Wenn man durch den Einssatz von Windrädern Strom erzeugen kann und meinetwegen 10% damit deckt – dann bedeutet das 10% weniger Verbrauch an Steinkohle, und das ist bei unserem Energieverbrauch verdammt viel. Also warum soll man das nicht machen? Wind wird es immer geben, Steinkohle nicht.

58) Erwin Gabriel, Dienstag, 13. August 2013, 17:35 Uhr

@ 56) Doktor Hong, Montag, 12. August 2013, 17:47 Uhr

>> Das stimmt schon, was Sie sagen, bleibt aber trotzdem ein Denkfehler. :)
Mal ohne Alberei: Es gibt den von mir beschriebenen Zusammanhang, und den Denkfehler darin vermag ich nicht zu erkennen.

Nach Erhebungen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ist die Mehrwegquote bei alkoholfreien Getränken bis 2008 auf 31 % zurückgegangen. Sie hat sich seit der Pfandeinführung also etwa halbiert…
Laut einer TNS Emnid-Umfrage glaubt etwa die Hälfte aller Verbraucher, dass Pfandflasche gleichbedeutend umweltfreundliche Mehrwegflasche ist. (Infos von Wikipedia)

Speziell die letzte Passage, das Ergebnis der Emnid-Umfrage, spiegelt wieder, dass die Leute Pfand = umweltfreundlich gleichsetzen.

59) Erwin Gabriel, Dienstag, 13. August 2013, 17:42 Uhr

@ 53) StefanP, Sonntag, 11. August 2013, 10:20 Uhr

>> Manche meinen ja, man sollte Politiker an den Wahlversprechen
>> messen, die sie abgeben. Ich halte das aus verschiedenen Gründen
>> für falsch. Wofür ich allerdings plädiere ist, Politik an den Zielen zu
>> messen, die sie vorgibt, mit bestimmten Maßnahmen erreichen zu wollen.

Ziele wie, die Atomkraft wieder einzuführen, die Staatsverschuldung zu senken, die Schulden der anderer Euro-Länder nicht zu bezahlen? In der Tat, es gab ein Wahlkampf-Programm der CDU zur letzten Bundestagswahl …
:-)

60) Doktor Hong, Mittwoch, 14. August 2013, 14:57 Uhr

@58) Erwin Gabriel

Es tut mir leid, wenn ich jetzt den Klugscheißer raushängen lasse. :)

Herr Spreng möge mir verzeihen, und meine Ausführungen zu diesem Thema ein letztes Mal dulden; der Bezug zur Politik wird am Ende klar.

Unstrittig ist die von Ihnen behauptete Korrelation. Das allein beweist aber noch keine Ursache-Wirkung-Beziehung. Es kann sein, muss aber nicht.

Angenommen, Sie nehmen einen federgeschmückten Medizinmann aus Polynesien und lassen ihn um Patienten mit Lungenentzündung herumtanzen. Heimlich tut aber ein Arzt Antibiotika in das Wasser, das den Kranken gegeben wird.

Jetzt können Sie einwandfrei eine Korrelation zwischen dem tanzenden Medizinmann und der Genesungsquote der Patienten darstellen.

Wenn Sie jetzt insistieren, die Korrelation Medizinmanntänzer-Genesung impliziere eine Ursache-Wirkung-Beziehung, und es liege kein Denkfehler vor, dann widerspreche ich Ihnen energisch.

Glauben Sie nicht, in der Geschichte gäbe es keine entsprechenden Beispiele. Harmlos und amüsant ist das Beispiel des Cargo-Cults: http://de.wikipedia.org/wiki/Cargo-Kult

Weniger harmlose Beispiele betreffen das Kindbettfieber, wo eine Kommission als “Ursache” die Entbindung durch ausländische Ärzte feststellte und die Behauptung verwarf, dass Desinfektion der Hände hilft; den mittelalterlichen Hexenwahn, dem viele Menschenleben zum Opfer gefallen sind; und kürzlich der Rassenwahn in einem nicht näher genannt werden wollenden mitteleuropäischen Land, der aufgrund der Korrelation herausragender kultureller Leistungen mit der Nationalität eine rassische Grundlage vermutete, und aufgrund dessen Abermillionen unschuldiger Menschen ermordete (wobei viele Mitglieder der angeblich “minderwertigen” Gemeinschaft größte kulturelle Leistungen für die Menschheit erbracht haben).

Beim Dosenpfand geht’s zunächst nur um’s Geld; zum Glück geht es nicht um Menschenleben. Sie schreiben doch selber: Pfand = umweltfreundlich – eine Korrelation, die vom Kunden einfach so postuliert wird.

Im Alltag mögen solche Unterscheidungen wie Wortklauberei scheinen.

Wenn aber Politik wirksam sein soll, dann kann man sich Denkfehler dieser Art einfach nicht leisten!

Nehmen Sie mal diesen Schwachsinn mit der Feinstaubplakette! Ein Paradebeispiel idiotischer, wirkungsloser Politik, die aber pro Autozulassung 5 Euro in die klammen Kassen spült und ansonsten völlig sinnlos ist. Oder das Glühbirnenverbot…

Ich weiß, sehr viele Länder werden sehr viel schlechter regiert als Deutschland… aber das ist ja kein Grund, sich hängen zu lassen.

Ich schließe mit einem Zitat vom berühmten Perikles von Athen: Obgleich nur wenige eine politische Konzeption entwerfen und durchführen können, so sind wir doch alle fähig, sie zu beurteilen.

61) Erwin Gabriel, Donnerstag, 15. August 2013, 19:19 Uhr

60) Doktor Hong, Mittwoch, 14. August 2013, 14:57 Uhr

Dass Sie den klugscheisser raushängen lassen, haben Sie gesagt… :-)

>> Unstrittig ist die von Ihnen behauptete Korrelation.
>> Das allein beweist aber noch keine Ursache-Wirkung-Beziehung.

Nein, dass allein nicht. Aber es gab hier auch keinen europäischen Arzt, der Aspirin in das Wasser des medizinmannns packte

Vorder Maßnahme gab es mit Pfand belegte Flaschen (ökologisch unbedenkliche Mehrwegeflaschen) und nicht mit Pfand belegte Flaschen und Dosen (Einweg- bzw. Wegwerf-Behälter). Durch die Einführung des Einwegpfands wurde nun (eher unbeabsichtigt) der Eindruck erzeugt, dass auch die Einwegebehälter ökoölogisch unbedenklich seien – das bestätigt die Emnid-Studie.

Ob die Annahme der Verbraucher richtig oder falsch ist, spielt doch keine Rolle; die Annahme der Verbraucher ist aber relevant für ihr Verhalten. Und damit ist nicht nur eine zufällige Korrelation, sondern ein ursächlicher Zusammenhang belegt.

qed

62) Doktor Hong, Freitag, 16. August 2013, 19:05 Uhr

@ 61) Erwin Gabriel

Trefflich argumentiert! Dennoch würde ich eher der PET-Flasche die Schuld geben.

Das Dosenpfand heißt ja nicht umsonst Dosenpfand, da in den 1990ern Getränkedosen aus Aluminium die dominierenden Einwegverpackungen waren. Erst um die Jahrtausendwende setzten sich PET-Flaschen durch und wurden dann, ich glaube ab 2002, ebenfalls mit Pfand belegt.

Nun ist die Produktion von Aluminium extrem energieaufwendig und der Einsatz als Wegwerfverpackung ökonomisch und ökologisch ein Wahnsinn. Als Gehäuse für schicke Notebooks finde ich gebürstetes Aluminium wiederum toll :)

Und machen wir uns nichts vor: Die Getränkedosen sind zu weiten Teilen aus den Sortimenten verschwunden. Denn es ist viel zu aufwendig, eine siffende, klebrige Dose wieder zum Supermarkt zu bringen.

Im Vergleich zur Aludose ist eine PET-Flasche wesentlich umweltfreundlicher, da sie mit viel geringerem Energieaufwand hergestellt werden und weiteren Verwendungen zugeführt werden kann.

Nächster Punkt: Auch bei den Mehrweg-Verpackungen setzten sich PET-Flaschen immer mehr durch, zwar dicker und robuster, aber dennoch PET, und mit viel weniger Zyklen als die gute alte Glasflasche. Wo ist da der qualitative Unterschied? Und ist das wirklich umweltfreundlicher? Immerhin musste man auch die PET-Mehrwegflasche mit heißem Wasser und Chemikalien reinigen.

Also ich gebe Ihnen folgendes zu: Das Pfand auf die Einweg-PET-Flasche trägt zur Gewissenserleichterung bei und hat geholfen, die Mehrwegflaschen aus PET zu verdrängen.

Gleichzeitig wurde dennoch ein Erfolg erzielt, denn auch die Aludosen wurden weitgehend verdrängt.

Sachlich bin ich da durchaus auf der Linie von StefanP, der da zu Recht feststellt, dass das Dosenpfand in Bezug auf die Zielsetzung, die Mehrwegquote zu erhöhen, wirkungslos gewesen ist.

63) Erwin Gabriel, Sonntag, 18. August 2013, 11:20 Uhr

@ 62) Doktor Hong, Freitag, 16. August 2013, 19:05 Uhr

>> Trefflich argumentiert! Dennoch würde ich eher der PET-Flasche die Schuld geben.
>> Das Dosenpfand heißt ja nicht umsonst Dosenpfand, …

Netter Versuch. Das Pfand heißt aus gutem Grund “Einwege-Pfand”. :-)

Aber sei’s drum, sagen wir “unentschieden”

64) Doktor Hong, Dienstag, 20. August 2013, 19:26 Uhr

@63) Erwin Gabriel

Ich gebe zu, es wird mir langsam peinlich, so auf dem Thema Dosenpfand oder Einwegepfand herumzureiten, aber im Zusammenhang mit wirksamer Politik sei mir das noch ein letztes Mal gestattet.

Ihre Aussage ist: “Das Einwegpfand hat den Rückgang der Mehrwegquote verursacht.”

Meine Aussage ist: “Das Einwegpfand hat den Rückgang der Mehrwegquote nicht verhindert.

Bisher habe ich aus dem Gedächtnis heraus argumentiert; so meine ich mich zu erinnern, dass Trittin sich auf eine Verordnung aus der Kohl-Ära berief, die vorsah, das Einwegpfand einzuführen, wenn die Mehrwegquote unter eine bestimmte Grenze sinkt.

Also habe ich Google bemüht, da es altavista.digital.com nicht mehr gibt. :)

So gibt es diese Verordnung seit 1991, damals verabschiedet unter der Regie Klaus Töpfers. Jürgen Trittin führte das Dosenpfand dann zum 1.1.2003 ein, also vor 10 Jahren.

So stieß ich auf folgende Zahlen des Bundesumweltministeriums:
http://www.bmu.de/fileadmin/bmu-import/files/pdfs/allgemein/application/pdf/mehrweganteil_zeitverlauf.pdf

Ich greife mal die Mehrwegquoten für drei Getränkearten heraus:

Mineralwasser: 1991: 91,33%, 2002: 68,33%
Erfrischungsgetränke mit CO2: 1991: 73,72%, 2002: 53,97%
Bier: 1991: 82,16%, 2002: 67,99%

Mit etwas Phantasie kann man ablesen, dass zwischen 1991 und 2002 die Mehrwegquote stark gesunken ist.

Bekanntlich gab es zwischen 1991 und 2002 kein Einwegpfand.

Nun meine (rhethorische) Frage an Sie: Wie kann etwas, das gar nicht existiert, die Ursache für etwas sein?

Es tut mir leid, aber ich habe von Anfang an nicht gesehen, wie Sie Ihre Behauptung halten können.

Da ich Ihre Kommentare aber ganz gerne mag, können wir gerne beim “unentschieden” bleiben. :)

65) Ulrich Hottelet, Dienstag, 27. August 2013, 09:30 Uhr

Da die meisten Wahlplakate heute inhaltsleer sind, sollten die Steuergelder für die Parteienfinanzierung gekürzt werden. Lediglich die Druckereien und einige PR-Agenturen profitieren davon, dass die Straßen mit diesen “Botschaften” zugekleistert werden. Nachdem aber die Parteien über ihre eigene Finanzierung im Bundestag entscheiden, werden sie am Status quo nichts ändern. Darin sind sie sich alle einig.

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