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Samstag, 26. Oktober 2013, 17:07 Uhr

Journalismus statt Inka und Johannes B.

ARD und ZDF bekommen jährlich vom Zwangsgebührenzahler 7,5 Milliarden Euro. Unglaublich viel Geld, das sie in erster Linie deshalb erhalten, weil sie einen öffentlichen Auftrag erfüllen, nämlich die Informationen zu lieferen, die eine Demokratie für den politischen und gesellschaftlichen Diskurs braucht. Natürlich dürfen sie auch unterhalten, aber deswegen sind sie nicht privilegiert.

In dieser Woche kamen jetzt zwei Ereignisse zusammen, die zeigen, wie weit sich die öffentlich-rechtlichen Sender von dieser Aufgabe entfernt haben:

ARD-Programmdirektor Volker Herres lehnte einen “Brennpunkt” nach der Tagesschau zur unglaublichen Verschärfung des NSA-Abhörskandalsl ab, weil sich dadurch der Start der Unterhaltungsendung “Die deutschen Meister” um 15 Minuten verzögert hätte. Eine Sendung, die zudem nur 9,8 Prozent der Zuschauer interessierte. Die offizielle Begründung, es hätte nicht genug neues Material für eine Sondersendung gegeben, ist vorgeschoben oder eine Bankrotterklärung.

Zwei Tage später rügte Bundestagspräsident Norbert Lammert den Qualitätsverlust im deutschen Fernsehen. Es gehe nur noch “um Quote, Quote und nochmals Quote”. Und er sagte deshalb konsequenterweise, wenn ARD und ZDF immer weniger ihrem eigentlichen Auftrag der seriösen Information nachkämen, stelle sich zunehmend die Frage, inwieweit das System der staatlichen Rundfunkgebühren noch gerechtfertigt sei.

Recht hat er. Denn die Zwangsgebühren gibt es nicht für die gefühlt hundertste Unterhaltungsshow, nicht für Inka Bause als (gescheiterte) Nachmittagstalkerin und nicht für die Rückkehr von Johannes B. Kerner zum ZDF für 101. sinnlose Show.

ARD und ZDF merken gar nicht, dass sie an dem Ast sägen, auf dem sie komfortabel sitzen. Dabei wächst ihre Verantwortung täglich angesicht der Krise der Printmedien.

Wenn immer mehr Zeitungen Newsroom-Einheitsbrei servieren, wenn die Meinungsvielfalt dramatisch schwindet, wenn immer mehr Redaktionen zusammengelegt und Journalisten entlassen werden, so dass kaum noch Zeit zur Recherche bleibt, dann wird der Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender umso wichtiger.

ARD und ZDF müssen diese Lücke füllen – mit journalistisch herausragenden Produkten, mit aufregenden Magazinen, aufwändig recherchierten Storys, mit vielen zusätzlichen Sendeplätzen für investigativen Journalismus. Und auch für “Brennpunkte” nicht nur zu Naturkatastrophen.

ZDF-Anchorman Klaus Kleber, der von Lammert für seine Arbeit geehrt wurde, hat dies richtig formuliert. Medien sollten nicht nur fragen, was die Leute sehen wollen, sondern auch, “was sie sehen sollten”. Das ist die Verantwortung des Journalismus, die immer mehr verloren geht.

Das Geld muss raus aus Verwaltung, rein in die Redaktionen. Und dafür müssen Sendeplätze von Shows und Tralala geräumt werden. Das können die Privaten ohnehin besser.

Wenn dies nicht passiert, dann wird das Zwangsgebührensystem mit Recht immer mehr infrage gestellt. Der einzige Sinn der Zwangsgebühren ist doch, dass ARD und ZDF gerade nicht auf die Quote schielen müssen.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

98 Kommentare

1) Christian Schulz, Samstag, 26. Oktober 2013, 17:23 Uhr

Warum gilt es, anscheinend auch Herrn Spreng, als ausgemacht, dass guter Journalismus und Quote sich ausschließen?

2) m.spreng, Samstag, 26. Oktober 2013, 17:32 Uhr

@ 1) Christian Schulz

Das schließt sich gar nicht aus, darf aber nicht das bestimmende und häufig sogar einzige Ziel einer Sendung sein. Sie haben insofern auf jeden Fall Recht, dass der “Brennpunkt” sicher mehr Zuschauer als die Show gehabt hätte.

3) Bull, Samstag, 26. Oktober 2013, 18:11 Uhr

Sind wir doch ganz ehrlich, es kocht doch derzeit nur hoch weil möglicherweise die Kanzlerin auf ihrem Privathandy abgehört wurde. Das ist die einzige Neuigkeit, der Rest ist doch gleich geblieben. Es hat sich nichts daran geändert dass uns die USA gelinde gesagt seit Jahren verarschen, Entschuldigung für die Wortwahl. Jeder der sich dafür interessiert hat lachte über Friedrichs Aussage von Supergrundrecht und auch darüber dass die US Amerikaner sich an deutsche Gesetze halten würden. Auch Pofallas “Die Sache ist beendet” Äußerung führte eher zu Kopfschütteln bei den informierten Leuten. Entlarvend war in letzter Zeit nur das Propagandavideo vom derzeitigen NSA Chef. Da kriegt man vom Kopfschütteln schon fast ein Schleudertrauma.

Es wird die Masse der Menschen nicht erreichen. Sind wir doch ganz ehrlich, die denken doch dass da noch einer mit Kopfhörern sitzt und die Sachen von Hand auswertet. Die Leute denken dass die Methoden aus Tatort, diesen unsäglichen Richterserien wie Salesch oder Hold und CSI ihre Anwendung finden. Ich wage zu sagen dass nur 2-4% der Bevölkerung überhaupt geistig in der Lage sind den Umfang zu erfassen. Da nutzt auch ein x-ter Brennpunkt nichts. Was kann der schon sagen? Oh mein gott, wir sind alle schockiert, die Kanzlerin wurde abgehört. Jetzt wo es die Kanzlerin betrifft machen alle eine Welle wie bei Fukushima, als es davor Millionen namenlose Deutsche betraf, naja, wie heißt es so schön im Hamlet “Der Rest war Schweigen”.

4) Doktor Hong, Samstag, 26. Oktober 2013, 18:11 Uhr

@m.spreng

Ich ziehe meinen Hut vor Ihnen, dass Sie die zunehmende Komplettverblödung auch des öffentlich-rechtlichen Fernsehens thematisieren.

Sie sagen es: Gerade wegen der Tatsache, dass ARD und ZDF durch Zwangsgebühren, frecherweise “Demokratieabgabe” genannt, dem Wettbewerb um Quoten entzogen sind, stehen sie umso mehr in der Pflicht, ausgewogenes und informatives Fernsehen zu gestalten.

Auf Youtube gibt es einige Ausgaben von “Club 2″, wo höchstkarätige Leute wie Edward Teller und Friedrich Dürrenmatt diskutierten, von denen man auch 30 Jahre später noch tatsächlich etwas lernen kann. Solche Formate sind inzwischen komplett verschwunden.

Wobei, wie ich finde, Scobel noch sehr gute Sendungen macht.

Insbesondere fehlt mir eine echte kontroverse Auseinandersetzung unterschiedlicher Standpunkte. Da bin ich allerdings wahrscheinlich in der krassen Minderheit, da es den meisten Diskutanten nicht darum geht, etwas aus der Diskussion zu lernen, sondern als rechthaberischer Sieger daraus hervorzugehen.

5) Jens Best, Samstag, 26. Oktober 2013, 18:37 Uhr

Ich stimme ihnen bei der Verbesserung und der Erhöhung des journalistischen Anteiles bei den ÖR zu. Dennoch sei darauf verwiesen, dass der Auftrag sich um Information, Bildung und Unterhaltung dreht.

Gute Unterhaltung, nicht dem Kommerz unterworfene Unterhaltung trägt ebenso zu einer lebendigen Gesellschaft bei und verhindert postdemokratische Zustände, wie es aufklärerischer Journalismus tut. Gleiches gilt für den Bildungsauftrag. Der Teufelskreis der Banalisierung muss auch hier durchbrochen werden – auch das ist der Auftrag der ÖR.

6) RCB, Samstag, 26. Oktober 2013, 18:51 Uhr

Gut gebrüllt, verehrter Sprengmeister! Wieder mal “fast Alles” richtig!

Das große ABER liegt in den Spezial- und Brennpunkt-Sondersendungen nach HEUTE und TAGESSCHAU. Sie beinhalten fast ausschließlich dieselben Bilder und nur selten aufschlussreiche zusätzliche Kommentare zu dem, was eh schon in Heute oder Tagesschau direkt zuvor gesendet wurde.

Ich bin Einer, der wenn irgend möglich, die BR-Rundschau, Heute, Tagesschau, das Heute-Journal und die Tagesthemen, wenn es sich ausgeht auch noch Heute-Nacht und das Nachtmagazin ansieht. Die ARD-Nachrichten nehme ich auch auf und sehe sie mir später an, wenn ich sie zeitgleich nicht ansehen kann.
Ich bin also ein Nachrichten-Junkie und ich vermisse Vieles bei diesen Info-Veranstaltungen (z.B. Themen-Unterschiede bei ARD und ZDF, oder sich verändernde, ergänzende Informationen von Sendung zu Sendung). Vor Allem vermisse ich durchgehende Aktualisierung und Themenvielfalt in den Nachrichtensendungen.
Die Brennpunkte, bzw. -Spezial-Sendungen sind allerdings aus o,.g,. Gründen ein “alter Hut”, auf den in dieser Form m.E. gerne verzichtet werden kann.

Was die letztlich sündhaft teuren Unterhaltungs-Shows (Pflaume, Lanz, Pocher, Kerner etc.) und der Unterhaltungs-Talk (Lanz) betrifft, kann ich zum Teil gar nicht fassen, was da großenteils für unsagbarer Unsinn und Schrott geboten wird, der zum großen Teil auch noch fachlich schlecht produziert ist. Vor Allem im ZDF ist seit geraumer Zeit kaum noch ein Unterschied zu sicherlich weit billigeren Produktionen bei den Privaten festzustellen. Der Lanz-Talk könnte auch bei den Privaten am Nachmittag laufen. Einziger Unterschied sind manche Gäste dort, der Moderator aber gibt sich stets omnipotent, weiß sowieso Alles besser als seine Gäste und könnte diese Sendung gut auch alleine mit sich selber führen. Ich frage mich gelegentlich, was die Gäste dazu treibt, in diese Sendung zu gehen?

Insofern gebe ich Ihnen recht, dass man einen guten Teil der Unterhaltungskosten dort abziehen und in bessere, umfangreichere Recherche und damit in informellere Nachrichten- und Informationssendungen einbringen könnte.

7) Peter Christian Nowak, Samstag, 26. Oktober 2013, 18:52 Uhr

Es gibt herausragende Produkte. Es gibt Formate, wie beispielsweise im Doku-Bereich „die story“in der ARD. Aber auch die Magazinsendungen von Fakt bis Panorama sind hier hervorragende Informationsquellen. Sie müssen nur von den Gebührenzahlern genutzt werden.

In solchen Formaten wird die Politik und seine Auswirkungen auf die Bürger real. Gefällt natürlich nicht immer der herrschenden Klasse. Solche Formate in die Stunden nach Mitternacht zu verbannen, das wär´s dann.

Ansonsten gibt ja auch noch die Möglichkeit, weil man sich angeblich als Politiker „falsch dargestellt“ sieht, dass man eine Beschwerde an die Chefredaktion schickt.

Wie schwer es ist, Sendungen mit gut recherchiertem Hintergrund zu machen, zeigt sich immer wieder am Boykott von Politikern, die beharrlich Interviews zu den angesagten Themen verweigern.

Irgendwelche nichtssagende Blankoaussagen werden dann über den Ticker geschickt.

Den Rückgang der Print-Medien spüren viele Journalisten. Insbesondere die freiberuflichen. Die Assimilation und die quasi Order seitens der Chefredaktionen an bestimmte politische Richtungen ist unübersehbar. „Die Welt“ gleich neoliberal, die Süddeutsche Mitte links, usw.
Investigativer Journalismus allerdings bleibt „Good-Will Redaktionen“ wegen Geldmangel auf der Strecke. Damit haben heute viele Zeitungen zu kämpfen. Auch tun die Zusammenlegungen von Print-Medien und das Invest von Investoren bestimmter politischer Einstellung nicht gut. Hier ist akut die Freiheit des Journalisten gefährdet. Setzte sich diese Entwicklung durch, wäre es das Ende Gelände für den unabhängigen Journalismus.

Wo kein Geld mehr da ist, geht der Journalismus baden. So haben wir es gelernt. Die Nachrichtenagentur dapd hat Insolvenz angemeldet, ebenso die „Frankfurter Rundschau“, es folgt bei Gruner + Jahr das Ende der „Financial Times Deutschland“.
Unmerklich speckt das geschriebene Wort ab und reduziert sich auf Mitteilungen von Ereignissen. Die bringt auch jeder private Dudelrundfunk. Hintergrundinformationen aber sind teuer und von der Politik mal gefürchtet, mal gewünscht.

Ein Stein des Anstoßes: die Autorisierung von Interviews.

Hier werden dreist dem Journalisten Handfesseln angelegt, beziehungsweise der Fernsehjournalistin/en im Schnittraum die Schere geführt. Ein klarer Eingriff in die Presse- und Informationsfreiheit.
Hierzu gibt es im Deutschen Presserat eine eindeutige Meinung: „Ein Wortlautinterview ist in jedem Fall korrekt“. – Ein Grund, dass viele Fernsehinterviews abgelehnt werden.

Volker Herres wird wohl angerufen worden sein. Z.B. von Herrn Pofalla. Der hat ihm vielleicht eine Mitteilung gesteckt in Form einer „nachhaltigen Bitte“, die Herrn Herres sehr beeindruckt haben muss.

Zum Schluss noch ein Lesenswerte Kapitel in Sachen NSA und wie die Bundeskanzlerin mit der Affäre umgeht:
http://pressefreiheit-in-deutschland.de/ueberwachung-bundesregierung-schuetzt-usa-spionage-14339/

8) Thomas, Samstag, 26. Oktober 2013, 19:03 Uhr

Gleichzeitig hat die ARD aufgeschlüsselt, für was die Rundfunkgebühren ausgegeben werden.

Und wenn die ARD/ZDF keine Quoten bringen würden, würden alle sie dafür kritisieren, dass sie niemand guckt und daher keine Existenzberechtigung hätten

9) Andreas, Samstag, 26. Oktober 2013, 19:28 Uhr

Um den Quotendruck von ARD/ZDF zu nehmen, muss man ihnen als erstes die Werbung untersagen.

10) sinistram, Samstag, 26. Oktober 2013, 21:10 Uhr

Die Wahlkampf-Berichterstattung in den ÖR-Medien war wirklich unterirdisch. Kontrolliert und kritisch bewertet wurde nur die Opposition. Die ganzen “Cracks von ARD und ZDF” arbeiteten sich an Steinbrücks Patzern und Tritten ins Fettnäpfchen ab, während sie der Kanzlerin jedwede von ihr zu verantwortende Schandtat durchgehen ließen; zuletzt ihr Nicht-Reagieren in der NSA-Abhöraffäre.

ZDF und ARD machen seit Jahren ziemlich unverhohlen Propaganda für das sogenannte bürgerliche Lager mit Merkel an der Spitze. Dass das nicht ihrem Programmauftrag entspricht, liegt offen zu Tage.

Dass ich diese gegen meine Interessen wirkende Propaganda mit meinem GEZ-Beitrag zwangsweise finanziere, macht mich ziemlich wütend.

11) Politikverdruss, Samstag, 26. Oktober 2013, 21:27 Uhr

Um die deutschen Medien steht es schlecht. Der Medienforscher Prof. Kepplinger, Uni Mainz, stellt den deutschen Medien in der Krisen- und Gefahrenberichterstattung ein schlechtes Zeugnis aus:

„Die meisten deutschen Medien liefern mit ihrer Berichterstattung aber gerade dann keine solide Grundlage für sachgerechte Folgerungen, wenn es darauf ankommt – bei drohenden Gefahren. Die Qualität ihrer Berichterstattung darüber ist auch im internationalen Vergleich schlecht. Durch die Massierung der Beiträge, die Dramatisierung der drohenden Schäden und die Ausblendung der geringen Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens rufen sie kostspielige Phantomängste hervor, die in keinem sachlich angemessenen Verhältnis zu den erkennbaren Ursachen stehen. Zudem tragen zahlreiche Medien durch ihre Ankündigungen im Vorfeld von Protesten aktiv dazu bei, dass massive Proteste gegen Pläne stattfinden, die der redaktionellen Linie widersprechen und über die sie dann entsprechend ihrer redaktionel-len Linie umfangreich berichten.“ (Hans Mathias Kepplinger, Qualität in der Krise – Befindlichkeiten statt Fakten, Berlin 2011)

Ein besonders gutes Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit: Die Lampedusa-Flüchtlinge. Anstatt der deutschen Öffentlichkeit die Fakten aufzuzeigen (was leistet Deutschland z.B. im Vergleich zu den anderen Europäern), wird die „redaktionelle Linie“ verfolgt, Deutschland könne und müsse das Elend dieser Welt schultern. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass die Generation „G“ der Journalisten (Greenpeace, Gender, Gerechtigkeit) selbst dazu beiträgt, die innere Pressefreiheit auszuhöhlen, dann wird die ganze Misere der deutschen Medien offenkundig. http://www.cicero.de/berliner-republik/einseitiger-journalismus-pressefreiheit-in-gefahr/54351

Nicht nur die Printmedien darben. Nein, auch die „Newsflaggschiffe“ von ARD und ZDF verzeichnen stark sinkende Zuschauerzahlen: Nur noch 4,92 Millionen Zuschauer sehen die Tagesschau. 1992 waren es noch fast doppelt so viele (8,33Millionen). Vergleichbare Zahlen im ZDF: 1992 6,99 Millionen, heute nur noch 3,23 Millionen Zuschauer. http://meedia.de/fernsehen/tv-nachrichten-verlieren-massiv-zuschauer/2012/10/22.html.

Den Grund dafür hat ein Kommentator(meedia.de) auf den Punkt gebracht: „Diese zensierte Gleichschaltung ist dermaßen transparent geworden, dass sogar der Dümmste merkt, dass er für blöd verkauft wird. Was hierzulande bei den Öffentlich-Rechtlichen berichtet wird, sind gezielt gestreute Halbwahrheiten, die ja bekanntlich schlimmer sind als Lügen.“

12) JG, Samstag, 26. Oktober 2013, 22:35 Uhr

Erstens einmal ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk dafür da, ganz generell ein anspruchsvolles Angebot zu liefern. Da geht es eben nicht nur um die (tages-) politische Information. Anders als beispielsweise in Großbritannien hat sich in Deutschland der vor dreißig Jahren von CDU/CSU mit Riesentamtam gegen viele Widerstände durchgedrückte Kommerzfunk ja auf dem gesamten Gebiet von Kultur, ernstzunehmenden Dokumentationen, mittlerweile auch investigativem Journalismus oder Diskussionsrunden, weitgehend auch auf dem Feld geistreicher und/oder unkonventioneller Spielfilme oder Serien als Totalausfall erwiesen. Selbst schlechte Innovationen kommen, anders als in den Neunzigern, kaum noch von diesen Sendern – es ist ein endlos-eintöniger Brei aus Unterhaltungsfilmen, anspruchslosen Unterhaltungsserien, hirnerweichenden “Reality”-TV-Formaten, Multiple-choice-Quizsendungen und Einkaufsfernsehen. Unter Wissensvermittlung läuft dort, daß man wieder mal erklärt, weshalb die Cola blubbert, und daß man Familie X Tiefkühlpizza Y mit Tiefkühlpizza Z vergleichen läßt, was dann als “Test” verkauft wird.

Allerdings stecken ARD und ZDF seit der Einführung des Kommerzfunks in einer Legitimationsfalle: Starren sie auf die Quoten (was meines Wissens inzwischen sogar im Spätprogramm und bei anderen einstigen Nischen geschieht), wirft man ihnen dies und die damit einhergehende Angleichung des Programms an den Flachsinn der kommerziellen Konkurrenz vor. Starren sie nicht auf die Quoten, werden sie als elitär diffamiert und man wirft ihnen vor, sie würden an den Interessen und Bedürfnissen der meisten Gebührenzahler vorbeisenden. In beiden Fällen wird dann stets die Frage gestellt, wozu eigentlich der “Rundfunkbeitrag” gezahlt werden soll.

13) Freddy Schlimm, Samstag, 26. Oktober 2013, 23:45 Uhr

Oft stimme ich Ihnen zu, sehr geehrter Herr Spreng. Aber bei diesem Beitrag ganz und gar nicht.
Sie schreiben: “ARD-Programmdirektor Volker Herres lehnte einen “Brennpunkt” nach der Tagesschau zur unglaublichen Verschärfung des NSA-Abhörskandalsl ab, weil sich dadurch der Start der Unterhaltungsendung “Die deutscher Meister” um 15 Minuten verzögert hätte.”
Das hat der “Medienjournalist” Stefan Niggemeier zuerst in seinem Blog kolportiert, dann haben es andere übernommen und schließlich hat er den gleichen Unsinn heute in der FAZ verbreitet.
Tatsache ist, dass Tagesschau, Tagesthemen und Nachtmagazin in der ARD an diesem Abend ausführlich darüber berichtet haben. Im Magazin Kontraste gab es einen Bericht und bei “Beckmann” war “Merkels Handy” das Thema der Sendung.
Ähnlich ausführlich widmete sich das ZDF der Angelegenheit inclusive Frau Illners Diskussionsrunde. Zeitgleich lief die Phoenix-Runde.
Der von Herrn Niggemeier schon oft kritisierte Brennpunkt war also unnötig. Man hätte natürlich auch einen senden können, damit einer der vielen ARD-Chefredakteure seinen Auftritt gehabt hätte. Was aber hätte in diesen 15 Minuten gesendet werden können, nachdem gerade zwei Drittel der Sendezeit der Tagesschau sich damit beschäftigt hatten? Herr Herres hat sehr vernünftig entschieden. Aber selbst, wenn Herr Niggemeier das anders sieht, ist auch er nur einer von zig Millionen Gebührenzahlern. Einer wie Sie oder ich. Seine politische Sachkenntnis ist die eines gewöhnlichen Bürgers, das unterscheidet ihn von Ihnen.
Natürlich wird es wieder einen Brennpunkt zum demnächst überraschenden Wintereinbruch geben. Dann aber wird darüber in der Tagesschau nur 2 bis 3 Minuten berichtet und der schneebegeisterte Zuschauer wird auf den Brennpunkt im Anschluss verwiesen. Aber es wird am späteren Abend keine Quasselrunde bei Plasberg, Maischberger, Will oder Beckmann dazu geben.
Diese Sache mit dem Brennpunkt ist völlig irrelevant. Wenn Herr Niggemeier daraus einen “Skandal” zur Mehrung seines Ruhmes machen will, ist das erlaubt, denn Wichtigtuerei ist nicht verboten.
Das Zwangsgebührensystem ist in der Tat fragwürdig. Solange ich aber zu einer Haushaltsabgabe verpflichtet bin, möchte ich die Aufsichtsgremien wählen können. Oder es muss eine Auswahl an Programmanbietern geben und ich bestimme über die Verteilung meines Geldes.

14) Mende Tegen, Sonntag, 27. Oktober 2013, 01:17 Uhr

Es wirkt schon etwas befremdend, wenn so ein kluger Mann und Politik-PR Vollprofi wie Sie nicht erkennen kann oder auch erkennen will, dass so gut wie alle (!) Medien in diesem Land dem Auftrag eines demokratischen, also kritischen, meinungsvielfältigen und weitestgehend unabhängigen Journalismus seit langen Jahren nicht mehr gerecht werden. Darunter selbstverständlich auch ARD und ZDF. Warum sollten ausgerechnet in diesen Anstalten unter ihren jeweiligen (prinzipiell austauschbaren) Köpfen an der Spitze andere, kritischere und differenzierendere Meinungsangebote entstehen als bei den Kollegen aus den Print- oder Onlineredaktionen? Eine alles durchdringende neoliberale Wirtschafts- und Gesellschaftsrezeption mit all ihren manipulierenden Inhalten, ein durch und durch NATO- und transatlantikafiner Mainstream mit ideologisch stark aufgeladenem Kniefall vor den USA, eine demgemäß durchaus propagandistisch zu nennende Berichterstattung hinsichtlich fast aller militärischen „Abenteuer“ dieser Großmacht (ob mit oder ohne eigene Beteiligung) unter Verwendung eines oft klar bellizistischen Duktus, wie natürlich auch die seit Jahren völlig unkritische, liebevolle Begleitung von Angela Merkel im tatkräftigen Mitkochen des mythischen Nebels des singulären, undifferenzierenden „Deutschland geht es gut“ und „Mutti wird’s schon richten“ usw. usw.

Dass hier die gebührenfinanzierten Anstalten freilich auf allen Feldern kläglich versagen und zu nichts mehr als einem weiteren Vervielfältiger der herrschenden Idelogie(n) verkommen, ist natürlich bitter, wenn andererseits auch völlig logisch.
Wie schon gesagt: Befremdend, dass Sie das nicht sehen wollen oder können.

Als selbst oft eingeladener Talkgast erkennen Sie ja – als Beispiel – noch weit vor dem gemeinen TV-Konsumenten anhand der Liste der mit Ihnen talkenden Gäste, welches „Ergebnis“, welche Botschaft, äh Manipulation dann jeweilig zum jeweiligen Thema von vornherein erwünscht ist. Sie kennen die rhetorischen Schwergewichte, Sie kennen die meinungsstarken, aber leider rhetorisch schwachen Gesichter der Talk-Szene und Sie kennen die Feigenblattgäste, kurzum, Sie kennen eben die üblichen den einzelnen Gästen zugedachten Funktionen und Gesetze dieser Shows. Und Sie kennen vor allem auch die klägliche Massenverwendung der immer gleichen Gesichter. Ob Mindestlohn, Steuern, Merkel, Agenda 2010, Krieg und Frieden usw.: Die herrschende, also gemachte Meinung obsiegt natürlich immer. Oder nehmen wir einen „Presseclub“ mit dem von Ihnen erwähnten Volker Herres: Ein kurzer Blick auf die Gästeliste reicht selbstverständlich auch hier, um sofort zu wissen, nach welchen Kriterien hier eingeladen wurde und was demgemäß beim Zuschauer als Botschaft haften bleiben soll.

Als Journalist, der im Hause Springer groß wurde, ist Ihnen journalistische Manipulation ja nicht fremd. Was natürlich absolut legitim ist; Springer verstand es einfach nur besser als andere, die „Massen“ zu ködern und Ideologie zwischen blankem Busen und Kreuzworträtsel so unterzubringen, als gehöre sie organisch dazu. Der Neoliberalismus verfährt journalistisch, nebenbei bemerkt, natürlich (grob betrachtet) identisch; er hatte hervorragende Vorbilder in diesem Land. Das also gehört alles zum Geschäft und kann (noch) nicht sonderlich aufregen. Doch dass die Medien eines ganzen Landes fast unisono ins gleiche Manipulationshorn blasen, das allerdings sollte wirklich Sorgen machen! Ihr leidenschaftlicher, wiewohl irritierender Appell an ARD und ZDF nun, zu einem Journalismus zurückzufinden, der diesen Namen verdiente in allen Ehren. Aber: Wo und wie sollte das bitteschön in einer einseitig ideologisierten Medienlandschaft, die der Politik längst das Politische genommen hat möglich sein? Und vor allem: Wie vereinbaren Sie als einer der erfolgreichsten Politik-PR-Profis dieses Landes Ihren nur naiv zu nennenden Appell mit all den umfassenden Kenntnissen aus Ihrer eigenen journalistischen Vita und dem dadurch tiefen Einblick in die Gesetze journalistischer Manipulation und Meinungsmache?

15) Sabine Zielke-Esser, Sonntag, 27. Oktober 2013, 10:46 Uhr

Mich ärgert maßlos, dass ARD und ZDF zur „Primetime“ (eine Erfindung der Fernsehmacher) das runterleiern, was früher gedruckt als „Lore“-Roman verkauft wurde. Die wirklich interessanten Beitrage wie „die story“, „zapp“, „Panorama“ und Co. werden zu nachtschlafener Zeit gesendet – mit der klaren Absicht, dass möglichst wenige Zuschauer nachdenklich werden.

Darüber hinaus erfinden die Sender sich immer wieder neu. Sind wir jemals gefragt worden, ob wir KIKA oder ZDFneo überhaupt haben wollen? Die Fernsehgebühren sind in Wahrheit eine Kopfsteuer, nur Obdachlose sind ausgenommen. Und das hat auch einen wirtschaftlichen Aspekt: Warum brauchen wir einen Mindestlohn? Weil wir einen teuren Staat wie einen Buckel mit uns herumschleppen: Steuern, Zuschläge, Abgaben, Umlagen, Gebühren.

Würden sich ARD und ZDF auf ihre Grundfunktion beschränken, würde ich die Gebühren gerne bezahlen, es wäre dann nämlich weniger als die Hälfte. Für die ausgelutschten B-Promis der Privaten auf der ZDF-Couch ist mir mein Geld zu schade.

16) Don Corleone, Sonntag, 27. Oktober 2013, 11:21 Uhr

Auch der guten alten British Broadcasting Corporation, einst das leuchtende Vorbild mitteleuropäischer ÖR-Sender, wird mit einem Entzug der Zwangsgebühren gedroht — aus denselben Gründen wie hierzuilande, aber schärfer, als Bundestagspräsident Lammert dies getan hat.

The BBC could lose its exclusive right to the licence fee if it does not tackle a “culture” of secrecy, waste and unbalanced reporting, a senior Cabinet minister warns:.

http://www.telegraph.co.uk/culture/tvandradio/bbc/10406971/BBC-could-lose-right-to-licence-fee-over-culture-of-waste-and-secrecy-minister-warns.html

17) Marita, Sonntag, 27. Oktober 2013, 11:26 Uhr

“…, dass der “Brennpunkt” sicher mehr Zuschauer als die Show gehabt hätte.” glaube ich nicht, denn die Spähaffäre interessiert die Leute bekanntermaßen nicht so sehr, auch nicht wenn Merkel nun direkt betroffen ist. Was für Bilder hätte man in einem solchen Brennpunkt zeigen sollen? Bei Katastrophen sind es nämlich diese Bilder, die Zuschauer anlocken. Persönlich schaue ich mir diese Brennpunkte nahezu nie an: Erstens werden sie absolut inflationär eingesetzt, zweitens wiederholen sie nur das, was bereits in den Nachrichten gesagt wurde, drittens arten sie mitunter zur Peinlichkeit aus, wenn zu Korrespondenten in aller Welt geschaltet wird, nur damit diese dann berichten, dass sie auch keine Informationen haben.

In gut recherchierten Dokumentationen wären die Fernsehgebühren sicher bestens angelegt. “Gut recherchiert” und ein eilig zusammengebastelter Brennpunkt sind aber ein Widerspruch in sich.

18) Politikverdruss, Sonntag, 27. Oktober 2013, 12:10 Uhr

Der deutschen Medien müssen dringend entideologisiert werden. Erst nach diesem „Reinigungsprozess“ werden sie die Rolle der Vierten Gewalt wieder wahrnehmen können.

Ein aktuelles Beispiel für diese These. Heute schreibt ZEIT- Online: „So, die Bundestagswahl ist vorbei, das inoffizielle deutsche Rede- und Handlungsverbot für alles Europäische ist damit aufgehoben.“ http://www.zeit.de/2013/44/europa-rechtspopulismus-politische-verkrampfung

Die Autoren, Gero von Randow und Bernd Ulrich, verraten aber nicht, wer das „Rede – und Handlungsverbot“ erlassen hat. Und vor allem, wer zwingt die Journalisten, bei diesem „Spiel“ mitzumachen?

Das Schlimmste aber ist doch, dass man es auf Seiten der Medien scheinbar für völlig „normal“ hält, sich in Wahlkampfzeiten ein Redeverbot auferlegen zu lassen. Was ist das für eine Haltung? Und dann wundern sich die Vertreter der „Vierten Gewalt“ darüber, dass die „Leute“ sich abwenden.

19) Netz TV, Sonntag, 27. Oktober 2013, 12:17 Uhr

Wer es thematisiert ist nicht so wichtig. Wichtig ist, dass endlich eine Diskussion über die Öffentlich-Rechtlichen in Gang kommt.

20) Paul, Sonntag, 27. Oktober 2013, 17:46 Uhr

Ich halte das System GEZ für wichtig und möchte weder auf ARD noch auf ZDF verzichten. Dies war immer mein Standpunkt und ich bin da auch relativ gefestigt. Es gibt jedoch Sendungen, die es mir schwerfallen lassen, dies auch so zu argumentieren. Die seichte Inka könnte man noch als Lückenfüller für Senioren akzeptieren.
Warum jedoch dieser unsägliche Kerner wieder aus seiner verdienten Versenkung geholt wurde, ist an Inkosequenz nicht zu überbieten. Jemand der aus purer Geldgelhoet und Selbstüberschätzung zu Sat 1 rennt und dort kläglich scheitert, der hat eine Rehabilitation durch den Gebührenzahler nicht verdient. Das ist, nicht zuletzt durch Kerners Hauptrolle, eine Schmierenkömödie erster Klasse.

Schäm dich ZDF.

21) Peter Christian Nowak, Sonntag, 27. Oktober 2013, 18:01 Uhr

11)Politikverdruss

Ich habe mir den Cicero-Artikel durchgelesen. Aus Zeitgründen kann ich leider nicht näher darauf eingehen. Aber ein Satz von Hans Joachim Friedrichs, scheint mir, sollte im Journalismus oberstes Gebot sein, sozusagen als Präambel guten Journalismus´ : „Mache dich mit keiner Sache gemein. Auch nicht mit der guten!“
Aber ich füge auch hinzu: Dies zu befolgen – schwer wird es einem allzu oft gemacht!

22) Don Corleone, Sonntag, 27. Oktober 2013, 21:54 Uhr

Ein Nachtrag zum Thema, die nicht ganz koschere, aber zunehmende Symbiose zwischen Politik und Medien beleuchtend. Manche hier werden mich freilich dafür geißeln, wenn nicht sogar vierteilen, Henryk M. Broder zu zitieren — aber ziemlich oft sind seine Diagnosen sehr auf’m Punkt:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/alles_flaschen_ausser_claus

Dieser Broder gilt vielen als public enemy #1. Aber so ging es schon Kurt Tucholsky, den er hier zitiert. Und der heute noch überaus lesens- und liebenswert ist, fast 80 Jahre nach seinem Tod.

23) Rapunzel, Sonntag, 27. Oktober 2013, 23:16 Uhr

Das Problem sind meiner Ansicht nach nicht die Gebühren. Das ist nur der immer gehende Aufreger.
Das Problem liegt meiner Ansicht nach viel mehr in der unheilvollen Verflechtung von Journalismus, Lobbyismus und Politik im total weltfernen Berlin.

24) riccardo borghese, Sonntag, 27. Oktober 2013, 23:57 Uhr

Sehr schön. Ich soll also das sehen, von dem Kleber meint, dass ich es sehen sollte. Und was mache ich nun, wenn ich keine Lust habe, mich von öffentlich-rechtlichen Journalisten indoktrinieren zu lassen? Denn darauf läuft es doch hinaus, Belehrung und Erziehung des Zuschauers.

Zugegeben, es gibt begabte Journalisten, die versuchen, dem Zuschauer einen Sachverhalt neutral zu vermitteln und ihn die Schlüsse selber ziehen zu lassen. Sie sind aber die Ausnahme,
denn üblicherweise haben wir es mit politisch gesteuerten Fernsehbeamten zu tun, die dazu noch pensionsberechtigt sind. Von denen hat der Zuschauer nichts zu erwarten.

Es ist daher eine Illusion zu glauben, dass ARD und ZDF in der Lage sind, auch nur eine der von Ihnen formulierten Anforderungen an modernen TV-Journalismus zu erfüllen.

25) Mende Tegen, Montag, 28. Oktober 2013, 02:13 Uhr

@22) Don Corleone

Zwischen Herrn Broder und Kurt Tucholsky eine auch nur ansatzweise und wie auch immer geartete Verbindung herzustellen zeugt – bestenfalls! – von erschreckendem Unwissen.

Doch wer sich als Leser von Broders “Achse des Guten” outet, dem können dann anscheinend schon mal solche abstrusen Assoziationen in den Sinn kommen.

Sie werden es freilich negieren, aber ich vermute, dass Sie von Kurt Tucholsky nie wirklich etwas gelesen und sich mit diesem Mann befasst haben. Außer den allgemein bekannten klassischen Zitaten werden Sie wohl nicht viel mehr kennen.

Verzeihen Sie bitte diesen Angriff! Aber die beiden Namen Broder und Tucholsky auf derselben assoziativen Linie zu sehen, wie bei Ihnen, das konnte frau einfach nicht unkommentiert lassen!

26) Frank Reichelt, Montag, 28. Oktober 2013, 07:56 Uhr

Der einzig sehenswerte Sender des öffentlich-rechtlichen Systems ist meiner Ansicht nach der Ereignis- und Dokumentationskanal PHOENIX.

Dieses Gemeinschaftsprogramm von ARD/ZDF geht in die Tiefe, berichtet von Ereignissen Live und ungefiltert, die montägliche Talksendung “Unter den Linden” ist ein Highlight des deutschen Fernsehprogramms, die ich nie verpasse. Da können sich die Plasbergs, Beckmanns, Illners und Jauchs dieser Welt eine Scheibe von abschneiden!

Leider wird ein zentrales Format, nämlich die LIVE-Übertragung der Bundestagssoap in den nächsten vier Jahren etwas entwertet, da wir Wähler die FDP raus, und die AfD nicht reingewählt haben. Die Debatten werden ziemlich langweilig werden bei 80% Redezeit für die große Koalition und 20% für die Opposition.

Trotzdem möchte ich Phoenix nicht missen, bei der umfassenden Berichterstattung über tagesaktuelle Ereignisse brauche ich doch keinen “Brennpunkt”.

PHOENIX ist quasi ein Dauerbrennpunkt!

27) Martin, Montag, 28. Oktober 2013, 09:40 Uhr

Man sollte dieses Thema etwas differenzierter betrachten. Natürlich ist es einfach, nach mehr Doku, Nachrichten usw. zu rufen. Aber natürlich muss der ÖR auch auf die Quote schauen. Nehmen Sie nur mal den Dienstag-Abend (Primetime!) im ZDF: Dort läuft seit einiger Zeit ein Doku(!)-Format mit teils miserablen Quoten. Die besten Quoten gibt es, wenn “leichte” Themen (Königshäuser) behandelt werden. Geht es um den Afghanistan-Krieg, sinken die Quoten in den Keller. Natürlich muss sich der ÖR das leisten können, deshalb ist das Format ja auch noch nicht abgesetzt. Aber egal sein, darf es ihm nicht. Denn irgendwann kommt die Diskussion: Warum zahlen wir alle Gebühren, wenn kaum jemand zuschaut? Deshalb muss der ÖR auch Unterhaltung senden dürfen und muss auch auf Quote achten – zumindest teilweise.
Ich gebe Ihnen aber auch recht, dass es etwas befremdlich ist, wenn z.B. das heute-journal gegen Ende der Woche immer weiter nach hinten wandert, um Platz für Krimis zu machen. Besser wären interaktive Nachrichten-Sendungen im Stil von “heute plus”, wo es ja längst nicht mehr darum geht, wie die “heute”-Sendung produziert wird, sondern verschiedene Korrespondenten von den Zuschauern direkt (z.B. twitter) nach ihrer Meinung gefragt werden. Das wär mal was für eine große Sendung im Hauptprogramm! Denn die Leute interessieren sich für Nachrichten, aber sie wollen nachfragen und verstehen können.

28) Politikverdruss, Montag, 28. Oktober 2013, 11:31 Uhr

25) Mende Tegen, Montag, 28. Oktober 2013, 02:13 Uhr,

Sie outen sich gerade als ein(e) Vertreter(in) derjenigen, die dieses Land mit ihren Sprach – und Denkverboten und ihrer Zensur vergiften. Genau das, was Sie hier gerade demonstrieren, ist mit Ursache der Krise in den deutschen Medien. Mit welcher Berechtigung kritisieren sie die Informationsquellen ihrer Mit-Kommentatoren? Wollen Sie hier das Meinungsklima vergiften? Diese Quellen darf man nutzen, jene aber nicht?

Haben Sie schon mal von diesem GG Art 5(1) gehört: „Jeder hat das Recht,… sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten…

Im Übrigen halte ich Ihre These von der „alles durchdringende(n) neoliberale(n) Wirtschafts- und Gesellschaftsrezeption“ für völlig abstrus. Das Gegenteil ist der Fall: Unter dem Einfluss von Political Correctness und Tabus entstand in der Bundesrepublik ein alternativloses politisches und intellektuelles Klima, das der Philosoph Peter Sloterdijk folgendermaßen beschreibt: „Ob einer sich zur Sozialdemokratie bekennt oder nicht, spielt schon längst keine Rolle mehr, weil es Nicht-Sozialdemokraten bei uns gar nicht geben kann, die Gesellschaft ist per se strukturell sozialdemokratisch, und wer es nicht ist, der ist entweder im Irrenhaus oder im Ausland. Es gibt keine ernsthafte Alternative dazu.“

29) Politikverdruss, Montag, 28. Oktober 2013, 11:35 Uhr

21) Peter Christian Nowak, Sonntag, 27. Oktober 2013, 18:01 Uhr,

kann Ihnen nur zustimmen!

30) Don Corleone, Montag, 28. Oktober 2013, 11:46 Uhr

25) Mende Tegen, Montag, 28. Oktober 2013, 02:13 Uhr

Bitte lesen Sie etwas genauer. Broder zitiert Tucholsky. Weder er noch ich stellt eine Verbindung zwischen beiden her. Dass beide viele Feinde hatten bzw. haben, jeder zu seiner Zeit, lässt sich nicht bestreiten.
Aber ja! Ich besitze eine wunderschöne Tucholsky-Gesamtausgabe aus der DDR, keine Sorge.Dass Broder in der Schweizer “Weltwoche”, der “Basler Zeitung” und in der deutschen “Welt” ein beliebter Kolumnist ist, steht ebenfalls fest.
Und diese Blätter werden keineswegs von Idioten gelesen. Herzliche Grüße!

31) Mende Tegen, Montag, 28. Oktober 2013, 16:52 Uhr

28) Politikverdruss

Sie liefern mir mit Ihrem dritten Absatz freilich eine Steilvorlage zu einem weiteren – von Ihnen so rezipierten – Sprach- und Denkverbot gleichen Duktus’:

…und wer sich als Leser des Elitenfetischisten Sloterdijk outet, dem können dann schon mal solche wüst überzogenen Anwürfe herausrutschen wie Ihnen.

Dass Sie sich so leidenschaftlich an mir abarbeiten müssen?! So viel Ehr’ wäre doch unnötig gewesen.

32) Mende Tegen, Montag, 28. Oktober 2013, 17:48 Uhr

30) Don Corleone

Zu dieser Gesamtausgabe Tucholskys beglückwünsche ich Sie ausdrücklich! Wenn Sie sie denn auch gelesen haben, so entschuldige ich mich freilich für meine Unterstellung.

Und natürlich sind die Leser der „Basler Zeitung“, der „Weltwoche“ und der „Welt“ keine Idioten, zu schön und einfach wär’s ja! Doch Sie wissen hoffentlich schon, welches einseitig rechtskonservative, oft klar fremdenfeindliche Weltbild (Köppels „Weltwoche“ vornehmlich) diese Blätter bedienen und befördern helfen. In diesem Kontext ist natürlich auch Broders „Die Achse des Guten“ zu sehen – nur noch enthemmter. Was natürlich völlig legitim ist. Sie werden aber auf der anderen Seite schon hinnehmen müssen, dass diese Art von Journalismus für viele andere in diesem Land ein Graus ist und sie sich davon nachdrücklich distanzieren. Doch die Krux ist: Einen links zu nennenden Journalismus als demokratisches Gegengewicht gab (und gibt) es in Deutschland in auch nur ansatzweise nennenswerter Auflage noch nie und ehedem links-liberale Blätter oder Magazine wie „Der Spiegel“, „Stern“, die „Süddeutsche“ usw. orientieren sich schon lange am neoliberalen Mainstream. Und dasselbe, um den Kreis wieder zu schließen, passiert mit ARD und ZDF. Ohne jede begründete Hoffnung, dass sich daran mittel- bis langfristig etwas ändern würde. Wer wollte das wirklich ernsthaft bestreiten?

33) winfried, Montag, 28. Oktober 2013, 20:28 Uhr

Die Aufgabe ist eine pseudologischen PropaMedienAgenta zu verbreiten, jeder der noch Sinn im Kopf hat erkennt dies in der Praxis!

Es braucht einen Europastaat und somit eine gelenkte Demokratie, die Diktatur kommt wenn die Leute nicht mehr mitspielen wollen.

Merkel hat es doch klar geäußert, das wir kein Anrecht auf Demokratie haben, diese Schoose wiederholt sich seit ewigen Zeiten, zum Nutzen einer asozialen Fettschicht!

34) Olaf, Montag, 28. Oktober 2013, 20:43 Uhr

Martin (27), Sie liegen genau richtig. Es hat diesmal etwas lange gedauert, bis eine zutreffende Replik auf die Polemik des Blogeigentümers erschien. Die meisten Forenteilnehmer sind ja doch reflexgelenkte Claquere.

35) Mende Tegen, Montag, 28. Oktober 2013, 22:42 Uhr

21) Peter Christian Nowak

Diese Art eines Friedrich’schen journalistischen Ethos würde ich mir gar nicht mal wünschen, da ich einen solchen für eine zwar ehrenhaft klingende und wohl auch so gemeinte Vision halte, die aber – zumindest von Menschen – nicht zu verwirklichen ist. Es gibt keine journalistische Neutralität, und natürlich war auch Hajo Friedrich selbst kein journalistisches Neutrum. Wie auch? Nein, ich finde es vollkommen in Ordnung, wenn ein Journalist seine eigene Haltung durchschimmern lässt – und so ist es ja auch Gang und Gäbe.

Was mich wirklich ärgert ist allerdings, wenn dem Konsumenten journalistischer Inhalte eine Neutralität vorgegaukelt wird, wo sie natürlich nicht ist, und mehr noch, sie in den meisten Fällen sogar meinungsmanipulierend aufbereitet ist. Natürlich gibt es diese journalistische Manipulation aus jeder politischen Ecke, ist also bei Weitem kein neoliberal-konservatives Phänomen. Nochmals betont: Das Ärgerliche ist ja nicht zwingend die Meinung selbst, sondern das Vortäuschen der Neutralität! Bestes Beispiel für den Niedergang journalistischer Güte in dieser Hinsicht ist der jüngst mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis geehrte Nahost-Korrespondent der ARD, Jörg Armbruster. Ein Mann, der parteiisch und voreingenommen, ganz auf Senderlinie wie wenige die Syrien-Krise kommentiert hat. Da wird sich sicher auch der ehrenwerte Hajo Friedrichs im Grab umgedreht haben.

36) Frank Reichelt, Dienstag, 29. Oktober 2013, 08:10 Uhr

Das Verhältnis zwischen Medienvertretern und dem Leser, Seher und Hörer hat sich ja in den letzten Jahren zum Glück wesentlich verändert.

Früher war es quasi eine Einbahnstrasse. Der Konsument konnte höchstens in Form eines Leserbriefes, dessen Veröffentlichung von der Redaktion bestimmt wurde, seine Meinung oder Kritik an einem Beitrag äußern. Heute bilden sich unter Artikeln lange Kommentarstränge, die im Idealfall sogar von irgendwem in der Redaktion beachtet werden und sogar bei Hinweisen auf sachliche oder orthographische Fehler ( z.b. das Claus Kleber mit “C” geschrieben wird) zu Korrekturen im Artikel führen. Durch das Internet findet also eine Interaktion zwischen Sender und Empfänger statt, was eine gewisse Gleichrangigkeit erzeugt. Der Journalist gerät zu Recht unter einen viel höheren Rechtfertigungsdruck als früher, was die ganze Angelegenheit viel spannender macht.

Die Meinung der Dinos wie Spreng und Kleber, zu wissen, was wir Lesen oder Sehen sollten ist also völlig überholt und erinnert mich im Bevormundungsgrad an den Veggie-Day der Grünen.

Das beste Beispiel ist die Berichterstattung über den NSA-Skandal im Sommer. Natürlich griffen die Medien das Thema begierig auf, mussten dann jedoch betrübt feststellen, dass die Deutschen nur gar kein bis wenig Aufregungspotenzial in der Geschichte sahen. Die Medien stimmten ob dieses Befundes dann ein selbstmitleidiges Gejammer über die scheinbare Ignoranz des Lesers an diesem wichtigen Thema an!

Auch nach den neuesten Entwicklungen kann ich eher Schadenfreude über die Regierung und Frau Merkel als Angst vor Ausspähung feststellen.

Also Herr Spreng, versuchen Sie nicht, den Leser mit einem medialen Veggie-Day zu bevormunden, sondern fühlen Sie mal den Puls der Menschen, dann erfahren Sie auch, was die Leute wirklich interessiert.

37) Guido Hartmann, Dienstag, 29. Oktober 2013, 10:34 Uhr

36) Frank Reichelt

Wenn das zur Maßgabe journalistischen Handelns werden soll, dann sollten wir baldmöglichst die deutsche Niederlassung von FOXNews begründen und den Rest des Fernsehprogramms mit Scripted Reality füllen.

38) Politikverdruss, Dienstag, 29. Oktober 2013, 10:56 Uhr

31) Mende Tegen, Montag, 28. Oktober 2013, 16:52 Uhr,

ist klar, wenn man von links außen schaut, kommt einem alles rechts vor. „manche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsen, welch ein illtum! “ (lichtung von Ernst Jandl)

Übrigens, man sagt, Leidenschaft sei ein guter Beobachter.

39) Aus DieMaus, Dienstag, 29. Oktober 2013, 11:44 Uhr

Lammert lobte als leuchtendes Beispiel ausregerechnet Klaus Kleber für “guten Fernsehjournalismus”! Warum? – Weil in jedem Satz von Klaus Kleber CDU pur drin ist.

40) Rapunzel, Dienstag, 29. Oktober 2013, 12:16 Uhr

Sehr geehrter Herr Reichelt,

Ich kann Ihren Aussagen in weitem Umfang zustimmen. Ich vermute hinter der neuerlichen Aufregung über die Spitzelattacken ausländischer Geheimdienste jedoch einen etwas abderen Zusammenhang. Zum einen war während der ersten Empörungswelke Wahlkampf. Das führte meiner Aufassung nach zu einer zwischen (Hauptstadt-)Presse und Politik koordinierten Verharmlosungsoffensive.
Die unstete Noch-Kanzlerin Merkel äußerte gar, dass die Überwachung der Bundesbürger durch ausländische Geheimdienste “nicht so schlimm” sei, da man sich nicht in einem totalitären System befinde (!). Der Innenminister stammelte erwas von einem Phantasie-Supergrundrecht auf Sicherheit, welches die anderen Grundrechte in der Abwägung der Interessen und Rechtsgüter seiner Aufassung nach aushebeln dürfe.
Schliesslich lies sich sogar Herr Spreng mmit seiner Ode am Frau Merkel zur Wahlwerbung für selbuge hinreissen (oder auch einkaufen). Die neuerliche Erregung ob des ausgespähten Handys von Frau Merkel erscheint mir vor diesemm Hintergrund bor allem als verlogen, ka heuchlerisch.
Dazu passt das Deutschland in Sachen EU weiter Datenschutzbestimmzngen zum Bremsklotz geworden ist.
Meine mehrfach geäußerte Forderung nach “Freiheit statt Merkel” quittierte Herr Spreng in dem er sein “genervt” sein äußerte.
Weitere Ausführungen dazu erübrigen sich wohl…

41) m.spreng, Dienstag, 29. Oktober 2013, 13:24 Uhr

@ 40) Rapunzel

Mit dem “einkaufen” diskreditieren Sie Ihren Kommentar und sich selbst. Blinde Wut ist kein guter Ratgeber beim Schreiben. Deshalb auch mein Hinweis auf Ihr stereotypes “Freiheit statt Merkel”.

42) Frank Reichelt, Dienstag, 29. Oktober 2013, 14:08 Uhr

@ Rapunzel, 40

Angesichts Ihrer konfusen und völlig abwegigen Ausführungen wird mir bei Ihrem ersten Satz offen gestanden doch etwas mulmig, irgendwas muss in meinem Kommentar mißverständlich formuliert worden sein, um so grandios umgedeutet werden zu können!

Vielleicht sind Sie in einem “linken” Forum besser aufgehoben, wo man sich gegenseitig ob seiner ideologischen Festigkeit lobt und den heorischen Kampf gegen die neoliberale Weltverschwörung ausruft!

43) mkveits, Dienstag, 29. Oktober 2013, 17:10 Uhr

Zur NEOLIBERALEN DRESSUR von Madame Merkel

Es wäre doch einfach ein bißchen angenehmer für alle, das Sachliche den pers. Anwürfen vorzuziehen.

Wer noch an Merkels Absichten zweifeln sollte, der lese bitte

http://blog.arbeit-wirtschaft.at/marktkonform-statt-rechtskonform-merkels-erneuerter-versuch-zur-neoliberalen-dressur-europas-durch-wettbewerbspakte/

und dann könnten wir doch die Diskussion fortführen.

Ich schließe mit dem Hinweis auf
UN-Veranstaltung in Genf Anfang Dezember
United Nations Guiding Principles: Business and Human Rights

Empfehlung für ARD/ZDF sich dort zu installieren und 80 Millionen Deutsche aufzuklären.

44) Markus Breitenstein, Dienstag, 29. Oktober 2013, 18:45 Uhr

Zunächst mal: Für einen Text, der journalistische Tugenden fordert und ja auch hochhalten will, enthält der vorliegende doch entschieden zu oft die jeden noch so gut gemeinten Beitrag notwendig aus sich selbst heraus diskreditierende Floskel: ‘ immer mehr’.

Dies mal beiseite, gibt es ja nun kaum einen dümmeren und falscheren Satz als das Klaus Kleber-Gelaber: ‘Medien sollen nicht nur fragen, was die Leute sehen wollen, sondern auch, was sie sehen sollten.’ Von der unagbar herablassenden Attitüde, jenen ominösen ‘Leuten’ gegenüber UND der interessanten Frage, wer denn dann bitte festlegen soll, was die Leute gefälligst sehen sollten (Klaus Kleber?) – mal abgesehen: Das ist doch nun wirklich genau die Art von Fernsehen, die eben gerade nicht funktioniert – und von der nebenbei bemerkt pro tag schon viel zu viele Stunden versendet werden.

Man wünscht dem deutschen Fernsehen ja tatsächlich vieles – an Tagen wie diesen zum Beispiel etwas sachkundigere Kritiker. Oder anders gesagt: Immer mehr Web-Kritiken den öffentlichen Rundfunk betreffend, erfüllen leider grundlegende journalistische Standards nicht. Immer öfter.

45) Markus Breitenstein, Dienstag, 29. Oktober 2013, 18:47 Uhr

‘Unagbar’ soll natürlich unsagbar heißen. Sorry.

46) JG, Mittwoch, 30. Oktober 2013, 04:27 Uhr

@ 38) Politikverdruss

Stimmt. Und wenn man von weit genug rechts schaut, erscheint einem alles links.

Ich jedenfalls freue ich immer sehr über die Ausschnitte aus “Welt”-Kommentaren in den Presseschauen des Deutschlandfunks. In der Regel braucht gar nicht dazu gesagt zu werden, aus welchem Blatt diese Einlassungen stammen. Wenn etwas so klingt, daß im Vergleich dazu der FAZ-Kommentar wie weichgespültes Geschwätz linksliberaler Spinner wirkt, wenn etwas den Anschein erweckt, als stamme es von einem verbitterten pensionierten Beamten aus dem mittleren bis gehobenen Dienst, der mit Ende siebzig weiß, daß endlich alles anders werden muß, jeden Tag drei Leserbriefe schreibt und neue, durchgreifende Konzepte zur rettenden Neuordnung von Volk und Staat verfaßt (derweil seine Gattin sein Schwadronieren schon seit mindestens vier Jahrzehnten entnervt ignoriert), dann ist es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die verläßlich bizarre Meinungsäußerung der “Welt”.

47) neumond, Mittwoch, 30. Oktober 2013, 07:46 Uhr

Was mich immer stört, wenn es um die Rundfunkgebühren geht, ist der Ausdruck “Zwangsgebühren”. Gibt es Gebühren, die freiwillig bezahlt werden? Gebühren sind ja wohl immer “aufgedrückt”. Der Ausdruck Zwangsgebühren ist also 1. eine Tautologie und 2. nimmt er das Ergebnis der Diskussion quasi vorwe, indem er die Rundfunkgebühren schon durch den Ausdruck “Zwangsgebühren” als etwas per se Übles ansieht.

48) Erster Karl, Mittwoch, 30. Oktober 2013, 09:20 Uhr

Medien sollen nicht nur fragen, was die Leute sehen wollen, sondern auch, was sie sehen sollten , so Cleber.
Dieser Satz macht mich nachdenklich und erinnert mich doch sehr stark an das Fernsehen der DDR.
Die Folge der damaligen Medienpolitik war das Abwandern zum Westfernsehen, soweit der Empfang möglich war. Heute wandert ein großer Teil der Fernsehkonsumenten zu den privaten Anbietern ab, da sie grundsätzlich „leichte“Kost bevorzugen, oder die Qualität gerade der gesellschaftlich,politischen Sendungen meiden.
Politisch interessierte Menschen sind frustriert über die Meinungsmache, gerade auch bei den politischen Talk Sendungen, wie zum Beispiel Will oder Jauch.
Die jeweiligen Foren zu diesen Sendungen geben das eindeutig wieder und sind informativer als die Sendungen an sich.
Was meine ich damit.
Jüngstes Beispiel Wahl zum BT 2013.
Warum wird das Wahlergebnis so einseitig diskutiert.Sollte das ÖRF nicht mal das Wahlergebnis bezogen auf die Wahlberechtigten diskutieren?
Warum, wenn die CDU/CSU vermeintlich die Wahlsieger sind, ist eine Minderheitsregierung in D. nicht möglich? Muss den zwingend eine Koalition simpel gesagt ,aus Feuer und Wasser, um jeden Preis sein?
Die Sendungen des ÖRF verkaufen den Zuschauer immer wieder, dass angeblich die Mehrheit eine große Koalition wünscht. Für mich und da stehe ich mit Sicherheit nicht alleine, ist das Meinungsmache vom feinsten.

49) Wilz, Mittwoch, 30. Oktober 2013, 09:35 Uhr

Erstens gehört Unterhaltung (ja, auch die seichte Unterhaltung) zum Versorgungsautrag der ÖR (siehe sog. Rundfunkurteile) und zweitens sind die Verwaltungskosten minimal: http://www.ard.de/home/intern/die-ard/17_98_Euro_Rundfunkbeitrag/309602/index.html

Von den 12,81 Euro, welche die ARD vom Rundfunkbeitrag bekommt, werden gerademal 0,48 Cent (also rund 3 Prozent) für die Verwaltung ausgegeben.

Soweit zu den überprüfbaren Argumenten im Artikel.

Bleibt noch zu klären, inwiefern die Privaten Unterhaltung sowieso besser können als die ÖR. “Wetten, dass?” und diverse andere Shows zeigen eher das Gegenteil. Quotentechnisch gesehen. Selbst wenn es anders wäre: Die Logik, vermeintlich schlechte Unterhaltung mit höheren Investitionen in Journalismus zu begegnen, erschließt sich wohl nur BILD-Mitarbeitern.

Schade übrigens, dass Herr Spreng kein Wort über die Zwangsgebühren für VG Wort und GEMA verliert. Damit Journalisten wie Herr Spreng nicht am Hungertuch nagen, müssen alle Bürger dieses Landes Zwangsgebühren für Kopierer, Computer, MP3-Player, CD-Rohlinge usw. abführen.

50) Politikverdruss, Mittwoch, 30. Oktober 2013, 10:19 Uhr

46) JG, Mittwoch, 30. Oktober 2013, 04:27 Uhr

Ja, ich habe Ihre von „WELT-Kommentaren“ ausgelöste „Freude“ förmlich vor Augen. Dabei muss man wissen, dass es auch den Journalisten des Deutschlandfunks außerordentlich schwer fällt, die WELT zu zitieren. Was müssen die bloß alles auf sich nehmen für einen Hauch von Ausgewogenheit.

Was den „verbitterten“ Pensionär angeht: Der ist mir dann doch immer noch lieber als der pädophile Alt-68er, der immer noch an sich glaubt und in seiner Verlogenheit doch wesentlich abstoßender wirkt als der alte Pensionär. Finden Sie nicht auch?

51) StefanP, Mittwoch, 30. Oktober 2013, 11:08 Uhr

@47) Neumond

Der Vorsatz “Zwang” beschreibt, dass es keine legale Möglichkeit gibt, sich der Gebühr zu entziehen. Es gibt jedoch Gebühren, denen man sich durch Nichtteilnahme entziehen kann. Gebühren beschreiben das Verhältnis zwischen dem staatlichen Anbieter und dem Bürger. Sie begründen ein Verhältnis auf Gegenseitigkeit im Unterschied zu Steuern.

Die neue Rundfunkgebühr ist als Quasi-Steuer konzipiert, von daher ist der Begriff schon ein Etikettenschwindel. Kein Bürger kann sich diesen Zwangsgebühren entziehen, es sei denn er ist dement (strittig!).

Sie haben also insoweit recht, wir sollten in diesem Fall von einer Kopfsteuer sprechen.

52) StefanP, Mittwoch, 30. Oktober 2013, 11:22 Uhr

Es ist schon witzig, wenn Herr Spreng einerseits die sinkende Qualität des öffentlich-rechtlichen Fernsehens bemängelt und andererseits linke Kommentare mehr kritischen Journalismus einklagen, der sich jedoch darin erschöpfen soll, die eigene Weltanschauung zu bestätigen. Daneben sollte ein kritischer Journalismus noch gegen den herrschenden “Neoliberalismus” kämpfen, also kurz gegen alles, was einem selber missfällt. Das ist echter Slapstick.

Ein Lachen nötig dann auch ab, wenn der legendäre Hans-Joachim Friedrichs zitiert wird. Problematisch ist doch eher, dass sich das Interesse solcher Kommentatoren weitgehend am Publizieren von Meinungen erschöpft. Sie sehen sofort rot, wenn Aspekte genannt werden, die eben auch als Gegenargument verwandt werden können. Ein Beispiel: es wird in den Talksendungen sofort zu Beginn angeführt, warum ein Mindestlohn notwendig sei und die Teilnehmer verrenken sich sofort in sozialer Empathie. Wie in juristischen Verfahren sind jedoch alle Aspekte zu beleuchten, eben auch der Hinweis des Gros aller Wissenschaftler und vieler betroffener Arbeitgeber, ein Mindestlohn könne Arbeitsplätze gefährden.

Es ist weder Aufgabe des Journalismus, dies zu verschweigen und sich in den Dienst einer sozialen Sache zu stellen, noch dem Bürger die Gewichtung von Argumenten abzunehmen. Ob er dies nun für tragbar ansieht oder für ihn allein der angegebene soziale Aspekt überwiegt, ist allein seine Sache.

53) Ulrich Wegener, Mittwoch, 30. Oktober 2013, 11:36 Uhr

Die SozialistInnen ob in oder außerhalb der SPD dürften diesem Einsatz für einen unabhängigen, freien Journalismus mehr als nur zustimmen. Besonders schlimm ist, dass die öffentlich-rechtlichen Sender ihre Sendungen nicht unbeschränkt ins Internet stellen dürfen. Damit den technischen Fortschritt zu einer umfassenden Information nicht nutzen darf. Das alles auf Druck der privat-rechtlichen Verlage. Erstaunlich bleibt, wie wenig Protest das ausgelöst hat. Schön wäre es, wenn Sie sich lieber Herr Spreng der Forderung anschließen, dass die Sender selbst entscheiden können, was sie wie lange in ihre Mediathek stellen. Oder etwa nicht? Fragt Ihr Ulrich Wegener, Sozialist in der Braunschweig-SPD (https://www.facebook.com/pages/SozialistInnen-in-der-SPD/143742682422832 , http://www.sozialistinnen-in-der-spd.de, https://www.facebook.com/ulrich.wegener.98), mit freundschaftlichem Gruß. Übrigens: Nehme mich, liebeR LeserIn bitte in Deinem facebook-Freundeskreis auf. An Deinen Meinungen und Informationen bin ich sehr interessiert. Vielen Dank.

54) hook, Mittwoch, 30. Oktober 2013, 13:23 Uhr

Ich zahle GEZ, weil ich damit Tagesschau, Morgenmagazin, Tagesthemen, Heute, Heute Journal ;-), Hart aber Fair, Presseclub, etc anschauen kann.
Der Rest geht über DVD oder Blu-Ray.

55) Don Corleone, Mittwoch, 30. Oktober 2013, 16:29 Uhr

53) Ulrich Wegener, Mittwoch, 30. Oktober 2013, 11:36 Uhr

Übrigens: Nehme mich, liebeR LeserIn, bitte in Deinem facebook-Freundeskreis auf.”

Vielen Dank für diese ergreifende Einladung, politisch korrekt gegendert und mit einem verunglückten Imperativ geschmückt. (Der geht nämlich anders: Das können Sie von einem Vitaminbonbon lernen, das seit Ewigkeiten mit “Nimm zwei”, nicht aber mit “Nehme zwei” beworben wird.)

Leider kann ich Ihrer Verlockung nicht folgen, da ich mich von infantil-dümmlichem Exhibitionismus à la Facebook meilenweit fernhalte. Und was Ihre “SozialistInnen in der SPD” angeht: Ist das eine Rückkehr zu den Wurzeln dieser Partei, da die CDU das Adjektiv “sozialdemokratisch” so unausgesprochen wie faktisch übernommen hat? Oder finden Sie es an der Zeit, den ach so erfolgreichen Sozialismus des Arbeiter- und Bauernparadieses wiederzubeleben?

56) Don Corleone, Mittwoch, 30. Oktober 2013, 16:55 Uhr

Ich trage für 53) Ulrich Wegener nach: Den “unabhängigen, freien Journalismus”, den Sie ersehnen, gab es doch im erwähnten Arbeiter- und Bauernparadies. Tagtäglich. Oder täusch’ ich mich da?

57) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 30. Oktober 2013, 18:04 Uhr

@35) Mende Tegen,

Ich möchte mir keine Bewertung von der Arbeit des Herrn Armbruster anmaßen, denn ich müsste sie mir ausdenken. Daher erlaube ich mir kein Urteil über die Preiswürdigkeit des Kandidaten. Dazu habe ich zu wenig Kenntnis von seiner Arbeit. Vor allem nicht umfassend.
Ich kenne aber die Arbeit von Martin Durm unter anderen, der schon hervorragende Features, durchaus neutralen Inhalts im Kontext Syrien gemacht hat.
Also, natürlich ist jeder Journalist irgendwo auch politisch eingefärbt. Aber ich bin nach wie vor der Meinung, dass das Moment eigener Meinung in der „Performance“ einer journalistischen Tätigkeit zwar sichtbar sein darf, die sich dennoch bestimmten Regeln journalistischer Arbeit unterwirft.

Sie kennen sicherlich den Unterschied zwischen Meinungsäußerung und Tatsachenbehauptung.

Wenn Meinungsäußerung in einer Tatsachenbehauptung eingekleidet ist der Punkt erreicht, wo die Grenze zur Neutralität verletzt ist, ja sogar die Grenze zur Meinungsmanipulation überschritten wird.

Ich habe das sehr oft in den Veröffentlichungen der Bildzeitung (und anderen) erlebt. Diese Form des unsauberen, im Sinne von Inkorrektheit im Journalismus, sich nicht den Regeln unterwerfenden Journalismus, lehne ich ab, weil ich ihn für grenzwertig im Sinne von unauthentisch, sogar für meinungsmanipulierend halte.

Man spricht beschönigend, manche abwertend, von „Boulevardjournalismus“ und nicht mehr von Journalismus mit ethischer Attitude.
In Wirklichkeit ist diese Art des boulevardisierenden Journalismus´ eine Art tätiger Hilfe für gewisse politische Kreise, die man gern aus ideologischen Gründen meinungsbildend unterstützen möchte.

Dann heißt es für die Journalisten, die mit solchen Redaktionen verbandelt sind: „Wessen Brot du isst, dessen Lied du singst!“

Der mediale und der einhergehende wirtschaftliche Niedergang, sowie der Umbruch in Richtung digitaler Welt, trifft so manchen Zeitungsverlag. Und besonders betrifft es Journalisten, weil womöglich mit diesem „Change of Media and Economics“ die Grenze eigenen, unabhängigen Handelns erreicht ist.

Der Journalist von heute ist oft mit was ganz anderem beschäftigt, was manchmal ganz schön subtil sein kann, nämlich mit seiner Existenzangst. Das am Rande.

Dennoch: Im Gegensatz zu Ihnen halte ich daher ein „journalistisches Ethos“ für unabdingbar, sozusagen als Leitlinie und Schranke zugleich, sich nicht in Eitelkeit zu verrennen, oder noch schlimmer, sich in wirtschaftliche Abhängigkeit zu begeben. Das ist in diesem Berufsstand oft schwer genug. Ja, zugegeben, und oft leider nicht möglich.

Zumindest sollte man dennoch den Versuch unternehmen, bei allem Verständnis für „menschliches Versagen“ – wie es ja in allen Berufsgruppen möglich ist – ein Grundverständnis für Meinungsneutralität mitzubringen und gleichwohl für Distanz zu seiner persönlichen Meinung zu sorgen.
Ich bin nicht der Meinung, seine persönliche (politische) Haltung in der journalistischen Arbeit verwirklichen zu wollen, um sie so zum „Hegemon“ für die Allgemeinheit zu machen – und sei es in guter wie in schlechter Absicht. Manche beurteilen so ein Verhalten als „Propagandaarbeit“. Will heißen, gemäß der Friedrich´schen Sentenzen: „Mache dich mit keiner Sache gemein. Auch nicht mit der guten!“

Denn gerade die fest im Sattel sitzenden Journalisten laufen ständig Gefahr, besonders in Talkshows und auf anderen Plattformen, mit ihren Statements unmittelbare, öffentliche Anerkennung als Belohnung abzuholen. Insbesondere dann, wenn sie wissen, dass im Hintergrund Zuschauer sitzen. Eine Talkshow ist wie eine Arena, in der man an einem öffentlichen Diskurs teilnimmt und darauf wartet, dass man als Journalist seine Bestätigung aus Reihen der Zuschauer bekommt.
In gewisser Weise halte ich die gegebenenfalls “idealistische Form”, wie sie das Friedrich´sche Berufsethos und seine Regeln bietet, für durchaus erstrebenswert.

Aber ich gebe auch zu, für so manchen Journalisten sehr mühsam.

58) Ste, Mittwoch, 30. Oktober 2013, 19:18 Uhr

@StefanP: Da haben Sie ausnahmsweise Recht, wenn Sie sagen, dass es nicht sein kann, dass sich Journalismus “darin erschöpfen soll, die eigene Weltanschauung zu bestätigen”; aber leider kann ich insbesondere Ihnen darin keine differenzierende Haltung abkaufen, da Sie es immer wieder sind und waren der gern auf Lagerdenken hinweist, um dann nur noch überheblich über linke Positionen verdrossen und zynisch zu reagieren. Da beißt man sich also in den Schwanz. Allerdings schätze ich, dass Sie Ihre Meinungen versuchen zu untermauern, während andere nur Meinungen nach dem Motto “friss oder stirb dumm” abseilen und jegliche Reflektion und Abwägung missen lassen.
D.h. man wird es letztendlich keinen recht machen können. Man müsste ein interaktives Fernsehen schaffen, statt ein passives, konsumtives Fernsehen, dass nur darauf aus ist, dass der Zuschauer daheim abwarten was denn heute Schönes oder Schlimmes gesendet wird.

59) Frank Reichelt, Donnerstag, 31. Oktober 2013, 07:37 Uhr

@ Don Corleone

“Nimm zwei” ein Vitaminbonbon?

Wenn Sie das glauben, sind Sie doch naiver als Ihre bisherigen Beiträge hier vermuten ließen!

60) StefanP, Donnerstag, 31. Oktober 2013, 08:34 Uhr

@58) Ste

In der Kürze der Kommentierung bleibt für die Grauschattierungen wenig Raum. Doch wenn Sie mit etwas Wohlwollen meine Beiträge lesen, werden Sie als Muster erkennen, Minderheitspositionen kenntlich zu machen. Ich betreibe das Schreiben nicht als Meinungsmache, sondern Sport im Sinne der Debattierclubs. So hatte ich vor ein paar Wochen einen interessanten Diskurs mit Erwin Gabriel über die Euro-Politik. Meine Position gab dabei nicht 1:1 meine Überzeugung wieder. Fordern Sie mich mal mit einer sehr konservativen oder marktliberalen Position heraus. Sie werden Erstaunliches feststellen.

Schon während meiner Studentenzeit habe ich vor allem die Kommentare gelesen, die meiner Position wiedersprechen. So habe ich Argumentationsmuster studiert, um sie dann zerlegen zu können. Zu jedem guten Argument gibt es meist ein ebenso gutes Gegenargument. Das Lästern über Linke richtet sich vor allem gegen die Moralinsäure, mit der auf der Seite vorgegangen wird. Das wird seriöser Politik nicht gerecht, ist aber ein Kampfinstrument.

Die Kommentarspalten in Zeitungen und Zeitschriften werden meist zur Bestätigung gelesen. Guter Journalismus zeigt sich nicht in der Klarheit der Kommentierung, sondern in den Nachrichten und Analysen, die weitgehend frei von Meinungsmache sein sollten. Die Empathie sollte man dem Zuschauer / Leser überlassen.

Danke für Ihr Spiegeln.

61) Don Corleone, Donnerstag, 31. Oktober 2013, 10:31 Uhr

59) Frank Reichelt, Donnerstag, 31. Oktober 2013, 07:37 Uhr

Immer dieser tierische Ernst! “Nimm zwei” schmückt sich damit, gesund zu sein. Ist aber völlig wurscht, was da drin ist oder nicht. Es ging um Grammatik anhand eines griffigen Beispiels. Nicht kapiert?
Vielleicht haben Naive doch mehr graue Zellen, als Sie vermuten, Onkel Reichelt. :-)

62) neumond, Freitag, 01. November 2013, 06:31 Uhr

@ 51 StefanP
“Es gibt Gebühren …” Ja, es gibt solche, denen man sich entziehen kann (wenn man die damit verknüpfte Leistung nicht will oder braucht). Aber schon für einen Personalausweise, den ich haben muss, muss ich eine Gebühr bezahlen.
Auch der Ausdruck “Kopfsteuer” ist ja wohl hauptsächlich denunziatorisch gemeint. Mich nervt einfach, wenn der ÖR mal eine schlechte Sendung bringt, dass dann immer gleich die Phrase kommt: Dafür muss ich auch noch Gebühren bezahlen! Es regt sich ja auch niemand auf, dass man die ganze RTL-Kacke bezahlen muss (wahrscheinlich im Schnitt sogar mehr), nämlich über den Verkaufspreis der Waren, die man kauft (und deren Hersteller Werbezeit bei RTL buchen).

63) rundertischdgf, Freitag, 01. November 2013, 17:10 Uhr

Aber sind die Talkshows tiefgehender und durch wirklichen Auseinandersetzungen geprägt. Nein! Auch gestern Abend war die Talkrunde bei der Illner um das NSA Geschehen wieder weichgespült. Als es dann um die Souveränitätsfrage Deutschlands ging, versteckten sich alle hinter der EU, die schlagkräftiger werden muß, durch Auflösung möglichst jeglicher Souveränität. Keiner wagte wirklich zu sagen, daß die Spionagetätigkeit der NSA ein Angriff auf Deutschland sei. Punkt! Basta! Das Tollste gab die ahnungslose Piratin Weisbrand als Schlußsatz von sich, “Ausspionieren darf nicht mehr sexy sein”. Dafür durfte sie dann noch Fragen der Zuschauer über das ZDF Internet beantworten. Fazit, niedriges Niveau, so tun als ob man was tut, Hauptsache die Einschaltquote stimmt. Spannender, informativer Journalismus ist das auch nicht.
Wieso kommt eigentlich niemand mal auf die Idee, die Frage zu stellen, wenn schon seit Jahrzehnten jeder überwacht wird, wieso können dann innerhalb der EU 3600 operierende Verbrecherorganisationen fast ungehindert ihre Geschäfte machen? Ein ganz einfacher Kontext, eine Frage, die keiner stellt, auch ein Bosbach nicht, der doch der Chef des Bundestagsinnenausschusses ist.
http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/11/01/3600-international-operierende-verbrecherorganisationen-in-der-eu-geheimdienste-nsa-bnd-und-verfassungsschutz-wissen-nichts/

64) Frank Reichelt, Freitag, 01. November 2013, 18:42 Uhr

@ Don Corleone

Seltsam, ich fand meinen sachlichen Hinweis an Sie ebenso witzig und nötig wie Sie wahrscheinlich die grammatikalische Korrektur an Herrn Wegener! So unterschiedlich können Wahrnehmungen sein.

65) StefanP, Freitag, 01. November 2013, 19:06 Uhr

@62) Neumond

Ja, es gibt solche [Gebühren], denen man sich entziehen kann (wenn man die damit verknüpfte Leistung nicht will oder braucht).

So ist das mit den Dingen dieser Welt. Selbst für Ihren Mobilfunkvertrag müssen Sie monatlich zahlen. Steuern kann ich generell nicht vermeiden, außer ich arbeite und konsumiere nichts und habe kein Vermögen.

Auch der Ausdruck “Kopfsteuer” ist ja wohl hauptsächlich denunziatorisch gemeint.

Kopfsteuer bezeichnet in der Finanzwissenschaft eine Abgabe, die mit einem einheitlichen Satz pro Steuersubjekt erhoben wird. Die Runkfunkabgabe wird pro Haushalt in einheitlicher Höhe erhoben und knüpft an der Bemessungsgrundlage Haushalt an. Da jeder Bürger in einem Haushalt wohnt, handelt es sich hierbei um eine Kopfsteuer. Wenn Sie das denunziatorisch empfinden, dann liegt das mit Sicherheit daran, dass Sie wie Linke generell den Begriff schon mehrfach so verwandt haben. Irgendwann schlägt alles auf einen selber zurück.

Es regt sich ja auch niemand auf, dass man die ganze RTL-Kacke bezahlen muss.

Sie müssen ja RTL nicht sehen. Je weniger Menschen bei dem Kölner Sender einschalten, desto weniger Werbung wird geschaltet und desto geringer sind die Werbepreise, die RTL erzielen kann. Umgekehrt kann man sich, wie gesagt, der Rundfunkabgabe nicht entziehen, selbst wenn man sich ausschließlich über Online-Medien informieren will.

66) Politikverdruss, Freitag, 01. November 2013, 20:04 Uhr

„Das Abhören von Handys, sei es das einer Kanzlerin oder das einfacher Bürger, mag unter „Freunden“ ein unfreundlicher Akt sein, völkerrechtswidrig ist es nicht.“ So Professor Dr. Stefan Talmon, der Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht an der Universität Bonn lehrt. http://www.faz.net/aktuell/politik/staat-und-recht/nsa-affaere-abhoeren-des-kanzler-telefons-voelkerrechtlich-nicht-verboten-12642973.html

Mit einer Einreise von Herrn Snowden dürften erhebliche juristische Probleme verknüpft sein. Hier nur mal ein Aspekt, der „Amts -und Staatsgeheimnisse“ betrifft. Das Zusatzabkommen zum Nato-Truppenstatut: http://www.abg-plus.de/abg2/ebuecher/abg_all/index.htm sieht vor:

Artikel 38 [Schutz von Amts- und Staatsgeheimnissen; Aussagegenehmigung]
Ergibt sich im Verlauf eines strafrechtlichen oder nichtstrafrechtlichen Verfahrens oder einer Vernehmung vor einem Gericht oder einer Behörde einer Truppe oder der Bundesrepublik, dass ein Amtsgeheimnis eines der beteiligten Staaten oder beider oder eine Information, die der Sicherheit eines der beteiligten Staaten oder beider schaden würde, preisgegeben werden könnte, so holt das Gericht oder die Behörde vorher die schriftliche Einwilligung der zuständigen Behörde dazu ein, dass das Amtsgeheimnis oder die Information preisgegeben werden darf.“

Auf diesem Hintergrund dürften „Gespräche“ zwischen deutschen Strafverfolgungsbehörden und Herrn Snowden nicht ganz einfach sein. Von dem politischen Schaden gegenüber dem Verbündeten USA mal ganz zu schweigen, der eintreten dürfte, wenn die Bundesregierung sich auf irgendwelche „Deals“ mit Herrn Snowden einlässt. Aber es ist davon auszugehen, dass Bundesregierung weiß, welches Danaer-Geschenk Ströbele aus Moskau mitgebracht hat. Gleichwohl ist ja nicht auszuschließen, dass die eingefleischten „Datenschutzfanatiker“ es der „digitalen Besatzungsmacht“ jetzt mal so richtig zeigen wollen.

Ströbele ist natürlich mit Vorsicht zu genießen. „1980 wurde er von der 2. Großen Strafkammer beim Landgericht Berlin wegen Unterstützung einer kriminellen Vereinigung zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten auf Bewährung verurteilt, da er am Aufbau der RAF nach der ersten Verhaftungswelle 1972 mitgearbeitet habe und in das illegale Informationssystem der RAF involviert gewesen sei.“(Wiki) Alleine deshalb sollten bei der Bundesregierung alle Warnlampen angehen. Schließlich weiß man ja nicht, wer da im Hintergrund noch so die Fäden zieht, z.B. in Moskau.

67) karel, Freitag, 01. November 2013, 22:24 Uhr

Solange der “gewogene Journalismus ” uns Deutschen die “Angst-Kultur”
täglich nahebringt, hat Politik doch wenig zu fürchten.
Beginnt diese “Kultur” doch schon in den Schulen.
Lernt man doch dort für das “Leben”…….
Und das nachhaltig.

PS. Das ZDF verdankt seine Existenz der Furcht eines Konrad Adenauer´s
vor einem “Rotfunk”, besonders in NRW.
Und die ehemalige “Links”-Kultur des “Spiegel” erhielt mit dem Erscheinen des FOCUS
wohl einen herben Dämpfer, füllten sie mit “Fakten, Fakten, Fakten” erfolgreich und auflagenstark ein wohl vorhandenes journalistisch-mediales “Vakuum”.

68) Erwin Gabriel, Samstag, 02. November 2013, 08:17 Uhr

@ 66) karel, Freitag, 01. November 2013, 22:24 Uhr

Volle Zustimmung

69) Erwin Gabriel, Samstag, 02. November 2013, 08:27 Uhr

@ 60) StefanP, Donnerstag, 31. Oktober 2013, 08:34 Uhr

>> So hatte ich vor ein paar Wochen einen interessanten Diskurs
>> mit Erwin Gabriel über die Euro-Politik …

Und Sie haben verloren :-)
.

@ m.spreng:

Wir alle reiben hier unsere nerven auf und verschleißen unser Herz, und der geschätzte Kollege Stefan P. diskutiert nur zum den Spaß mit? Dann sollte er Eintritt bezahlen müssen.

70) Alexander Zieschang, Samstag, 02. November 2013, 11:32 Uhr

@Politikverdruss: Ja, genau, der hinterhältige Ströbele. Jetzt fällt er doch unserer Kanzlerin direkt in den Rücken und schnappt ihr den ersten Schritt zur Aufklärung direkt vor der Nase weg…
Da steckt doch bestimmt die 5. Kolonne Moskaus dahinter…

In nächster Zeit werden eine Menge Leute aus “gesundheitlichen Gründen” neue Aufgaben übernehmen bzw. sich teilweise beruflich neu orientieren müssen. Wie viele das sein werden, hängt vom Mut unserer Politikerinnen und Politiker zu Freiheit, Liberalismus und Rechtsstaatlichkeit ab!

71) Doktor Hong, Samstag, 02. November 2013, 11:48 Uhr

@67) karel

Das mit der Pflege der Angstkultur haben Sie, wie ich finde, sehr richtig beobachtet.

Vor ein paar Wochen war bei Markus Lanz eine Frau die sagte, “Ich liege nachts vor Angst wach wegen des Klimawandels”.

Während der Klimawandel an manchen Stellen des Planeten sicher nicht ganz so harmlos sein wird, finde ich diese Art von Reaktion auf eine abstrakte Bedrohung nicht mehr so ganz normal. So werden dann Glühbirnen verboten und Quecksilberdampflampen gefördert.

Angst befördert nicht immer die Vernunft.

72) Doktor Hong, Samstag, 02. November 2013, 11:49 Uhr

@69) Erwin Gabriel

Och Herm… :)

73) Politikverdruss, Samstag, 02. November 2013, 13:45 Uhr

67) karel, Freitag, 01. November 2013, 22:24 Uhr,

Zustimmung! Auf eine gewisse Art und Weise ist dieses Land außer Rand und Band. Es ist zu einer „Weicheirepublik“(Focus) geworden. Ihre Skepsis dem deutschen Journalismus gegenüber teile ich.

Dreiviertel der Deutschen halten die NSA-Diskussion für überbewertet und fühlen sich durch den US-Geheimdienst nicht bedroht. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/dreiviertel-der-deutschen-haben-keine-angst-vor-us-geheimdienst-nsa-a-931382.html. Demgegenüber versuchen die Medien uns einzureden, die Freiheit des Abendlandes sei bedroht. Die ist natürlich bedroht, z. B. durch den unkontrollierten Derivate-Handel oder die horrenden Bankschulden in Europa (9 Billionen Euro !!!). Darüber aber wird kaum und vor allem nicht tief schürfend berichtet.

74) Peter Christian Nowak, Samstag, 02. November 2013, 19:12 Uhr

Politikverdruss, natürlich haben die in Moskau schon längst die Informationen von Snowden erhalten, die sie erhalten wollten. Alle wissen Bescheid, nur Merkel nicht.
Und ob die Reputation Ströbeles im Hinblick auf seine politische Vergangenheit der 70er Jahre unbedingt mit seinem Besuch bei Snowden Relevanz hat, mag dahingestellt sein. Viel hat Ströbele jedenfalls nicht zu sagen gehabt, weil Snowden von Moskau einen Maulkorb verpasst bekommen hat. Schließlich wäre andernfalls sein Aufenthaltsstatus sofort beendet gewesen.

Die Sicherheit der Vereinigten Staaten wäre nicht gefährdet, wenn Snowden in Deutschland Asyl bekäme. Möglicherweise käme es noch nicht einmal zu länger andauernden diplomatischen Turbulenzen. Auch kann sich Amerika eine fortdauernde Spannung mit Deutschland, bzw. gegebenenfalls Europa, nicht leisten. Auch wenn die USA Deutschland erheblich schaden können. In diesem Fall stünde für die USA viel zu viel auf dem Spiel, als dass man Mag sein, dass Weltpolitik momentan in Europa nicht so eine tiefgreifende Beachtung findet, wie die Wirtschaftskrisen der Südländer, dennoch wird man sich bald auf eine sich schnell verändernde Weltlage konzentrieren müssen. Das Ausspähen hatte auch diesen Grund, nämlich für alle Fälle auf kommende Veränderungen vorbereitet zu sein. Die Karten werden derzeit neu gemischt, die Welt wird machtpolitisch neu geordnet. So hab ich es schon mal hier geschrieben.
Auch in den USA regt sich von verschiedenen Seiten Widerstand gegen das flächendeckende Abgreifen von Daten. Denn auch US-Bürger werden systematisch bespitzelt.

Es wird in der Zukunft ein Rennen auf die beste digitale Verschlüsselungstechnik von Geheimnissen geben. Das, was die NSA macht, ist die beste Technik zu haben zum Entschlüsseln fremder Geheimnisse, die Codes für die Verschlüsselung der “Gegner” zu knacken. Dafür arbeitet ein Heer von Spezialisten im In- und Ausland. Tausende privater Firmen sind weltweit im Einsatz die Daten auszuwerten und zu verwerten. Das ist die Hauptaufgabe der NSA: Verhaltensweisen von Menschen im Vornherein zu “decodieren”, um so Vorhersagen für die Zukunft machen zu können.

Wenn nun Herr Snowden nach Deutschland käme, würde das die Arbeit der amerikanischen Geheimdienste nur kurzfristig behindern oder schaden. Es wäre sozusagen innerhalb der Arbeit der NSA nur eine kleine Unterbrechung wert. Die Dinge in der Cyber-Welt entwickeln sich in einem atemberaubenden Tempo. Vieles, was Snowden preisgäbe, wäre schon bald überholt.

Daher hielte sich die Aufregung in Washington in Grenzen.

Bleibt lediglich die berechtigte Kritik, dass die USA ein weltweites, flächendecknd arbeitendes Spionagesystem im Internet aufgebaut hat, dem sich so schnell keiner entziehen kann.

Es sei denn, Europa z.B. und andere Kontinente würden ihr eigenes Netz zur Verfügung haben. Das aber wird noch Jahrzehnte dauern. Aber die Entwicklung eines solchen autarken Netzes wird sich wohl nicht vermeiden lassen. Die NSA wird weitermachen wie bisher und alles abgreifen wie bisher – auch Merkels Handy…

75) StefanP, Sonntag, 03. November 2013, 10:20 Uhr

@66) Politikverdruss

Man könnte es amüsant nennen, für mich ist es jedoch enttäuschend, wie leicht und gerne sich die meisten von Prinzipien verabschieden, die sie an anderer Stelle einklagen. Prinzipien und Grundsätze scheinen für solche Mitmenschen das zu sein, was einem gerade passt. Leider sind es in der überwältigenden Mehrheit selbst verstandene Linke, die so argumentieren. Warum beweist man nicht mal Rückgrat in einer Situation, wo’s nichts kostet? Das macht wahrscheinlich den Unterschied zwischen konservativ und sozialistisch aus.

Seit Monaten schreiben einige hier, die Bundesregierung habe dem massenweisen Rechtsbruch und der Verletzung des Grundgesetzes Vorschub geleistet, da sie die NSA-Affäre weder verhindert noch aufgeklärt habe. Einerlei ist da schon, dass solche Kommentatoren teilweise Rechte einklagen, als wäre das Grundgesetz universal gültig. Interessant wird es, wenn die gleichen Leute vehement Asyl für Edward Snowden fordern. Es kommt diesen Forenteilnehmern gar nicht in den Sinn, dass sie damit gleich eine Fülle von Rechtsgütern außer Kraft setzen. Ist ja egal, ist ja für eine gute Sache.

Das gleiche Spiel bei der Person von Christian Ströbele, der noch immer seiner eigenen Agenda folgte. Wieder sind es die gleichen Leute, die am vehementesten behaupteten, die Bildungsministerin Annette Scharvan sei untragbar geworden, da sie vor 30 Jahren Zitierregeln verletzt habe. Die gleichen Kommentartoren reklamieren gleichfalls für einen vor 30 Jahren strafrechtlich verurteilten Bundestagsabgeordneten das Recht auf Verjährung. Kapriolen gibt’s.

76) Don Corleone, Sonntag, 03. November 2013, 18:03 Uhr

74) Peter Christian Nowak, Samstag, 02. November 2013, 19:12 Uhr

Gut und mutig gebrüllt, Löwe! Sie schreiben abschließend: Es sei denn, Europa z.B. und andere Kontinente würden ihr eigenes Netz zur Verfügung haben. Das aber wird noch Jahrzehnte dauern.

Lassen Sie uns dem Allmächtigen für diese Jahrzehnte danken!. Denn mit Europa meinen Sie zwangsläufig die EU-Nomenklatura. Und was die anfasst, wird stets zu einem unendlich teuren Würgegriff, der Wirtschaft, Arbeitsplätze und Privatleben zu ersticken versucht. Die EU entmündigt, enteignet und entrechtet die Menschen mit jedem neuen Geistesblitz, den diese ungewählten Kommissare (nomen est omen) absondern: allesamt namenlose, graugesichtige Hinterbänkler, die weder vor noch nach ihrer Salbung zu Würdenträgern der “Friedensidee Europa” das Interesse von Karlheinz Durchschnitt oder Lieschen Müller wecken können. Aber irgendwas müssen sie halt in Umlauf bringen, seien es auch Klospülungen und der “Wertstoffgehalt” von Urin, um beim Empfang ihrer fürstlichen Gehaltsschecks nicht porentief zu erröten.

Falls Sie diesen großteils untätigen Stammgästen der besten Restaurants von Brüssel, Straßburg und Luxemburg zutrauen, den simplen Unterschied zwischen Bits und Bytes zu kennen, irren Sie leider. Aber eh wurscht: Das Worldwide Web kann aufgrund seiner Architektur gar nicht regionalisiert werden, es sei denn, man versucht es so vergeblich und kurzlebig wie Nordkorea, China oder Iran. Autark, wie Sie sich das vorstellen, ist ein feuchter Traum — so isoliert und einsam wie alle autoerotischen Ersatzhandlungen.

Gottlob aber haben alle Staaten der Welt seit urdenklicher Zeit ihre Geheimdienste, was auch viel Blutvergießen verhindert hat. Viele sind übrigens besser, diskreter und erfahrener als die NSA, nur die weltkriegsgestählten Briten als Beispiel. Und sie alle werden fortfahren, uns alle zu erforschen, auszuhorche und zu überwachen. Das Handy der Kanzlerin ist da nur ein Klacks — obwohl ich ihr und ihrem Umfeld zutraue, na hoffentlich, darüber nur gezielte Informationen oder Missinformationen zu äußern, die kompatibel mit ihrem Amtseid sind.

Ihr entrüsteter Satz Bleibt lediglich die berechtigte Kritik, dass die USA ein weltweites, flächendeckend arbeitendes Spionagesystem im Internet aufgebaut hat, dem sich so schnell keiner entziehen kann stimmt nur zur Hälfte:
(a) Spionage funktioniert auch ganz ohne Internet, oft sogar besser über andere Kanäle, über die professionelle Geheimdienste verfügen. Und die haben so gut wie alle Staaten im Programm, sogar Sri Lanka und Myanmar. (Man kauft Technologie und Spezialisten aus anderen Ländern ein, so teuer sie auch sein mögen.)
(b) Man kann sich der Spionage sehr wohl und schnell entziehen, indem man sich beim Bungee-Jumping (wie in Tirol vor etwa zwei Jahren geschehen) ein Gummiseil von 120 m Länge anschnallen lässt, obwohl man weiß, dass der Kran oder die Brücke nur 100 m hoch ist. — Es ist also, wie die Eagles in “Hotel Caifornia” schon anno 1976 ahnten:

Last thing I remember, I was running for the door
I had to find the passage back to the place I was before
“Relax,” said the nightman, “we are programmed to receive
You can check out anytime you like
But you can never leave” …</i

Friedrich Hölderlin wusste, wie man aus einem ungeliebten Hotel namens Gegenwart auscheckt Und verbrachte den Rest seines Lebens im Irrenhaus. Uns Heutigen bieten sich einige wenige bessere Alternativen. Herzliches Gelächter über den täglichen Jahrmarkt (politisch, kulturell, pseudo-ökologisch, etc.) ist eines. Herzliche Grüße!

77) Politikverdruss, Sonntag, 03. November 2013, 20:09 Uhr

4) Peter Christian Nowak, Samstag, 02. November 2013, 19:12 Uhr

Bei dem „Alt-Anti-Imperialisten“ Ströbele wäre ich sehr vorsichtig. Auf welcher Seite steht er? Betrachten wir einmal die verschiedenen Akteure mit ihren vermutlichen Interessen:

Snowden ist nicht der Freiheitsheld, den manche in ihm sehen. Er ist nach dem Recht seines Landes ein Landesverräter, der in Russland vor dem Zugriff der amerikanischen Justiz geschützt und der nun als Gegenleistung von Putin und seinem FSB „instrumentalisiert“ wird. Wo kann er zukünftig leben, ohne ständig von den US-Diensten bedroht zu werden? In Russland darf er sich unter der Auflage zeitlich begrenzt aufhalten, dass er den USA nicht „weiter schadet“. Nur wer glaubt daran? Und Putin wird weiter das machen, was er für nützlich hält, auch ausspähen.

Putin ist gerade dabei, Russlands Weltmachtansprüche ein wenig aufzupolieren. Wenn es ihm gelingt, den einen oder anderen Keil in das transatlantische Bündnis zu treiben, dann dürfte das seinen Zielsetzungen dienen. Ob er bei der russisch sprechenden Kanzlerin dabei immer auf taube Ohren stößt, ist unklar. Immerhin stand sie schon einmal in der Libyen-Frage an Putins Seite.

Obama „wusste von nichts“. Dabei fragt man sich, was eigentlich schlimmer ist: dass er nichts gewusst hat oder dass man sich traut, ihn nicht zu informieren, wenn verbündete Regierungschefs ausgespäht werden. Der Verfall seiner Führerschaft ist mit Händen zu greifen. Und überhaupt scheint ihm die Außenpolitik am A… vorbeizugehen. Er will nur noch als sozialer Wohltäter in die Geschichtsbücher seines Landes eingehen.

Die europäischen Verbündeten spähen was das Zeug hält. Allen voran Frankreich und England. Genauso wie die Chinesen, von denen gar nicht gesprochen wird. Die EU baut gerade einen Geheimdienst auf, der aber vermutlich mit gutem Beispiel vorangehen will und sich einem Ausspähverbot unterwirft. Damit wäre diese EU-Organisation sofort auf dem Effektivitäts-Niveau aller anderen EU-Organisationen.

Was will die Kanzlerin? Einfach nicht mehr abgehört werden? Das hätte sie Obama auch nichtöffentlich am Telefon sagen können. Warum hat sie es öffentlich gemacht und Obama damit erheblich geschadet? Was hat sie vor? Sie wird wissen, dass auch der BND fleißig mitmacht. Bei den Geheimdiensten ist das ein Geben und Nehmen. Und das digitale Zeitalter lässt sich auch nicht zurückdrehen. Man wird in „Neuland“ leben müssen. Ob es klug ist, Snowden hier aufzunehmen, ist zu bezweifeln. Der dann im Bündnis eintretende Schaden dürfte größer sein, als der Erkenntnisgewinn. Zumal man ja inzwischen auch weiß, wer alles abgehört wird bis hin zur Kanzlerin.

Die Ströbeles verfolgen eine linke Politik und die war immer schon davon geprägt, die NATO aufzulösen und durch ein kollektives Sicherheitssystem unter Beteiligung Russlands zu ersetzen. „Keile“ im transatlantischen Bündnis dürften daher im Interesse dieser um die „Menschenrechte“ so Besorgten stehen. Die guten Verbindungen dieser selbsternannten Menschenrechtswächter nach Moskau sind ja offenkundig. Also, ob das alles im Interesse Deutschlands ist muss doch stark bezweifelt werden.

Die deutschen Medien schreiben und erklären unentwegt den Untergang des Abendlandes herbei. „Skandale bis zum Platzen aufgeblasen“ http://www.tagesspiegel.de/meinung/medien-und-skandale-bis-zum-platzen-aufgeblasen/6760880.html

Dreiviertel der deutschen Bürger „fühlen sich nicht durch die NSA bedroht“. Man nimmt sich nicht so wichtig und lässt sich ganz offensichtlich auch nicht von der „veröffentlichten Meinung“ manipulieren. Das ist sehr beruhigend.

78) Doktor Hong, Sonntag, 03. November 2013, 23:39 Uhr

@74) Peter Christian Nowak

Europa und andere Kontinente haben ihr eigenes Netz zur Verfügung. Sie sind über ein spezielles Protokoll, genannt “Internet Protocol” (IP), zu einem Gesamtnetz verbunden.

Bereits heute werden Netze mit Firewalls und Proxies vor unberechtigtem Zugriff gesichert.

Aber: erstens enthält Software normalerweise immer Fehler, die man ausnutzen kann, und dann haben Sie den unbedarften, komplett ahnungslosen Benutzer, der die Sicherheit kompromittiert.

Das werden Sie niemals aus der Welt schaffen können, weil immer eine kritische Masse an Menschen zu naiv, zu bequem oder zu doof sein wird.

Man hört ja bereits von Zeitgenossen, die sich beim Arbeitgeber krank melden und dann Bilder von sich von der Saufparty auf Facebook posten.

Ganz ehrlich, würden Sie von solchen Gestalten einen sicherheitsbewussten Umgang mit Ihren Firmennetzen erwarten?

Gegen das Abhorchen von Internetverkehr, der über die USA geroutet wird, können Sie sowieso nichts machen.

Wenigstens die Regierung und ihre Behörden sollten über ein kryptographisch abgesichertes, satellitengestütztes Telefon- und Datenverkehrsnetz auf Satellitenbasis verfügen, das abgetrennt von zivilen Netzen operiert. So etwas benutzen die USA schon seit Jahrzehnten.

Selbst in Tom Clancy-Romanen aus der Mitte der 1990er Jahre taucht das auf; es ist eine alte Technologie.

Europa hat die technologische Kompetenz, so etwas komplett aufzubauen. Wir können Satelliten bauen, und diese auch mit Raketen ins Weltall befördern.

Konzerne wie EADS werden ein solches Projekt sicherlich mit großzügigen Parteispenden bedenken.

79) Rapunzel, Montag, 04. November 2013, 16:47 Uhr

Die Ideologen des kalten Krieges haben offensichtlich wieder Hochkonjunktur (siehe den letzten Beitrag von Politikverdrusss). Also ich ziehe meinen Hut sowohl vor Christian Ströbele als auch vor Menschen wie Edward Snowden. Denn diese Menschen riskieren einiges um den aufklärerischen Charakter unserer Gesellschaft und Werten wie Freiheit und Geubdrechte Gehlr und Gültigkeit zu verschaffen. Von der warmen Couch aus bzw. aus dem Berliner Regierungsviertel im Rahmen seiner Politbonzenexistenz nur über solche Kalte Kriegs Schlagwörter wie “Anti-Imperialismus” daher zu schwadronieren ist dagegen keine Kunst.
Freiheit ist nunmal für viele mehr als nur die Worthülse, als die Sie Merkel und Gauck mißbrauchen.

80) Politikverdruss, Montag, 04. November 2013, 19:05 Uhr

75) StefanP, Sonntag, 03. November 2013, 10:20 Uhr

Natürlich kochen die „Ströbeles“ ihr eigenes Süppchen. Hier ein Beispiel aus einem Interview der WELT mit W. Laqueur:

Laqueur: Wie heißt dieser Mann in Brasilien, Snowdens Sprachrohr …

Welt: Glenn Greenwald.

Laqueur: Ja, den meine ich. Über Greenwald ist sehr viel geschrieben worden, aber kaum irgendwo war zu lesen, dass der Mann ein Trotzkist ist, der eine eigene politische Agenda hat. Der tut zwar so, als wäre er ein Reporter, er ist aber ein politischer Aktivist im Kostüm eines Reporters…http://www.welt.de/kultur/article121522850/Das-Zeitalter-der-Privatsphaere-ist-vorbei.html

Besonders abstoßend gebärdet sich die Partei die Linke. Die Erben der SED und der Stasi spielen sich in einem bisher unbekannten Maß an Verlogenheit als Hüter der Menschenrechte auf.

Besonders interessant ist der Meinungsstreit in der SZ. Während Heribert Prantl in Snowden schon den neuen „Auflärer“ sieht, rät Stefan Kornelius, „Interessen abzuwägen und die Folgen für das Verhältnis zu den USA zu bedenken.“ http://www.sueddeutsche.de/politik/moegliche-aussage-zur-nsa-snowdens-preis-und-deutschlands-entscheidung-1.1809723

81) Peter Christian Nowak, Montag, 04. November 2013, 19:18 Uhr

76) Don Corleone, 77) Politikverdruss, 78) Doktor Hong,

Vielen Dank für Ihre umfangreichen Ausführungen, anhand derer ich (gerne) zur Kenntnis zu nehmen habe, dass es in diesem Lande noch Menschen gibt, die unprätentiös die Dinge nicht nur mit Sachlichkeit ausstatten können, sondern – wie mir scheint – in kompetenter Weise auf den Tisch legen können. Nochmals vielen Dank für diesen Erkenntnisgewinn!
So ziehe ich für mich privat das Fazit: Wir Bürger werden uns gefallen lassen müssen, ob wir wollen oder nicht, dass unser Privatleben nicht mehr “privat” ist. Der Begriff “Privatheit” ist nur noch in antiquarischen Rechtskunde-Werken zu begutachten und in nicht allzu ferner Zeit offenbar ein Relikt aus Vor-digitaler Epoche der Menschheit.

Die Generationen nach uns werden sich bei dem Begriff “informationelle Selbstbestimmung”, nachdenklich die Stirn runzeln und verwundert die Augen reiben. Bei Nachfrage kommt dann: “Äh…hat mir mein Großvater mal was von erzählt…aber ehrlich gesagt, genau kann ich mich nicht mehr erinnern, was er damit meinte…”
In tiefer Trauer darüber, Grüße, PCN

82) Erwin Gabriel, Dienstag, 05. November 2013, 07:54 Uhr

Off Topic

@ Stefan P.

4:0 gegen die Union – nicht schlecht, Herr Specht. Durchhalten, dann sehen wir uns bald in der ersten…

E.G.

83) Rapunzel, Dienstag, 05. November 2013, 08:50 Uhr

Juhu. Merkels Freund Uli Hoeneß muss dann doch vor Gericht. Ein bisschen Rechtsstaat geht anscheinend doch noch.

Ich finde die Mitnahmementalität der meist in sozialschmarotzerischer Absicht -wie die Kanzlerin- privat Krankenversicherten e Steuerhinterzieher viel asozialer als jeder Mißbrauch von Hartz IV.
Ich hoffe sehr Hoeneß findet auch einen unabhängigen Richter. Leider keine Selbstverständlichkeit mehr in Merkels Überwachungsstaat.

84) Politikverdruss, Dienstag, 05. November 2013, 12:00 Uhr

79) Rapunzel, Montag, 04. November 2013, 16:47 Uhr,

das ist jetzt aber eine etwas gehässige Replik. Gleichwohl eine Antwort in dem Sinne, dass Sie in diesen Fragen auch zu einer „Sehenden“ werden, so wie der Königssohn in dem wunderschönen Märchen „Rapunzel“ nach seinem Irrweg durch die Welt.

Warum sollten wir ein Bündnis gefährden, das uns als „Besiegte“ aufgenommen, durch den „Kalten Krieg“ getragen hat und dass nun auch in der „globalisierten Welt“ verlässliche Grundlage einer wirkungsvollen Gefahrenabwehr ist? Für Herrn Snowden? Auf den Rat von Herrn Riexinger hin? Diese Leute haben noch nicht einmal ihre eigene „Menschenbespitzelung“ als Nachfolger der Stasi-Schergen aufgearbeitet und erdreisten sich nun, sich als Retter der Menschenrechte aufzuspielen. Und solchen Leuten sollen wir folgen und dabei auf bewährte Bündnispartner verzichten? Das kann man doch nicht im Ernst meinen!

Die neuen Technologien sind in der digitalen Welt, die grenzenlos ist. Sie ist nutzbar für jene, die sie friedlich nutzen, aber sie ist auch nutzbar für jene, die ihre unfriedlichen Ziele (OK, Terroristen, Wirtschaftskriminelle etc.)verfolgen. Wirksamer Schutz dagegen kann nur auf der technologischen Ebene erfolgen, von der die Bedrohung ausgeht. Also wollen wir auf die Qualität unsere Geheimdienste hoffen. Mich hat eine Information in der „Snowden-Berichterstattung“ wirklich beruhigt: Der Hinweis, dass der BND in der Lage war, den britischen Geheimdienst in technologischer Hinsicht zu unterstützen.

Und wenn wir wollen, dass die Handlungsfelder der Geheimdienste im Lande und weltweit untereinander begrenzt werden, dann soll man das vertraglich vereinbaren, aber doch nicht auf Kosten bewährter Bündnisse.

85) Rapunzel, Dienstag, 05. November 2013, 18:03 Uhr

Zugegeben: Der ganze Überwachungsskandal wird der unverlässlich, ja geradezu verfassungsfeindlich agierenden Union nicht weiter schaden. Sind doch ihre Schäflein längst an Wortbruch und Betrzg in großem Stilvgewöhnt worden. Egal ob Helmut Kohl, Christian Wulff, Angela Merkel, Christina Schröder, Theodor von und zu Guttenberg, de Maiziere und wie sie alle heißen. Als Konservativer kann man den Karren eben leicht in den Dreck fahren, sich selbst die Vorteile sichern und den Laden in Trümmern zurück lassen. Man wird grundsätzlich für Nichts zur Verantwortung gezogen. Politik, Justiz und Presse ziehen längst an einem ungesunden Strang. Früher nannte man das die “Gleichschaltung”. Damals unter Zwang vollzogen, machen heute die meisten freiwillig oder für Geld mit. Gut zu beobachten ist die Abbildung dessen im für den Normalbürger kaum noch bezahlbaren Restaurant Borchard in Berlin. Nicht wahr, Herr Spreng ?
Da treffen sich dann die diversen (Polit-)Bonzen zur Absprache der Deals auf Kosten der Bevölkerung. Ekelhaft !

86) Don Corleone, Dienstag, 05. November 2013, 19:06 Uhr

81) Peter Christian Nowak, Montag, 04. November 2013, 19:18 Uhr

Danke! Aber zuviel der Ehr, Herr Nowak, soweit es mich betrifft. Unprätentiös ist ein hehres Ziel, dem man sich nur nähern, es aber nie ganz erreichen kann. (Wie schon der gute alte Seneca sich eingestehen musste, wenn ich mich recht erinnere.)

Ich füge eine wahre Anekdote an, was Privatheit und Verwischung von Spuren angeht. Mein Großvater, eine waschecht knorrige Gestalt der Kärntner Alpen, berichtet neuerdings (da die Verjährung seiner Teenie-Untaten eingetreten ist) gern über seine Jugend als Wilderer, und er war nur einer von vielen. Es war ein gefährlicher Sport, da die Jäger keinen Spaß verstanden und ohne Zuruf schossen. Dennoch, sagt der alte Herr, schmeckt ein legaler Rehrücken nie so gut wie ein gewílderter. Und spannender als in eine Disco zu gehen, die damals gerade aufkamen, waren diese Wildschütz-Abenteuer allemal.

Was uns zum Randthema dieses Threads zurückführt: dem Entkommen aus der allgegenwärtigen Überwachung. Die Buben von damals ließen sich von einem verschwiegenen Schuster die Schuhsohlen vertauschen: Absatz vorn, Laufsohle hinten. Worauf die Jäger, Flinten im Anschlag, den Fußspuren der Wilderer stets in die verkehrte Richtung folgten. (Funktioniert noch heute, das simple alte Rezept, sagt der alte Herr. Befragt, ob er heute noch aktiv sei, schweigt er lächelnd.)

So altmodisch analog dies klingt, lässt sich diese Methode auch in unserer digitalen Welt anwenden. Ich kenne ein paar IT-Freaks und emeritierte Hacker, die damit gutes Geld verdienen — allerdings zur Abwehr von Datenwilderern, nicht zur Erbeutung von Wildbret. Opa freut sich darüber unbändig. Mittlerweile hat er ja auch einen Jagdschein. :-)
Herzliche Grüße!

87) Peter Chistian Nowak, Dienstag, 05. November 2013, 21:00 Uhr

76) Don Corleone, 77) Politikverdruss, 78) Doktor Hong,

Eine Replik noch (Politikverdruss) auf die “Spy-affair”.

Was der “Kollega Kornelius” schreibt zeugt nicht von guter Kenntnis der amerikanischen Seele, sozusagen.
Mental sind Amerikaner Hasardeure, die erst den Colt ziehen und dann fragen, “what´s on?”, überspitzt gesagt.

Was Kornelius in seiner Stellungnahme überhaupt nicht berücksichtigt ist die Frage, was wäre im umgekehrten Fall, wenn deutsche Geheimdienste den amerikanischen Präsidenten samt Volk ausspioniert hätten?

Antwort:

Dann hätten die Amerikaner nicht lange gezögert und alles für umfassende Aufklärung getan, gegebenenfalls inklusive Asyl.

So schaut´s aus, Herr Kornelius.

Die Schleimerei um die Konsequenzen und die Angst vor einem “beschädigten Verhältnis” zu den USA kommen dagegen in den USA – auch auf diplomatischer Ebene – gar nicht gut an. Ich möchte auf gegebenes Versprechen keine Namen nennen, aber ich sage Ihnen, man ist zutiefst verwundert, um es moderat auszudrücken. “German Angst” macht mal wieder die Runde. Im stillen Kämmerlein verliert man mittlerweile den Respekt vor der deutschen Regierung.

Natürlich geht es beim Spionageskandal nicht nur um das Sicherheitsbedürfnis der USA. Sagen auch die Amerikaner. Das macht die Sache nicht weniger schlimm.

Es geht vor allem darum zu wissen, wie sich die transatlantischen “Freunde” in Europa in den anstehenden schwierigen Wirtschaftsverhandlungen” und anderen politischen Entwicklungen mit den USA entscheiden werden. Hinweise aus Telefonaten z.B. können da sehr hilfreich sein, um diplomatisch gegensteuern zu können.

Und dann gibt es ja auch das weite Feld der Industriespionage, von der mit relativer Sicherheit ausgegangen werden kann, dass sie regelmäßig und intensiv seit gut einem Jahrzehnt ausgeübt wird.
Die NSA wird bei aller Lächerlichkeit eines beabsichtigten “No-Spy-Agreement mit den USA” oder den merkwürdigen Anträge seitens der Kanzlerin und der brasilianischen Oberhäuptin Roussef bei der UN auf eine Anti-Spy-Resolution seine ca. 800 000 Beschäftigten weiter beschäftigen wollen. Zumal die NSA bisher recht erfolgreich zu Werke gegangen ist. Das sind alles diplomatische, nennen wir es Winkelzüge, die eben auf politischem Parkett so üblich sind.

Natürlich wird die NSA genau so weitermachen, wie bisher. Wer sollte die auch kontrollieren dürfen?
Deutschland wird zwangsläufig erkennen, dass es zwischen “Freundschaft” und “Partnerschaft” für die Amerikaner einen deutlichen Unterschied gibt. Ob Geschäft oder in der Politik. Und Politik bedeutet für die USA Geschäft. So war es immer und so ist es heute auch. Vielleicht eine für viele Mitbürgerinnen und Mitbürger eine schmerzhafte Erkenntnis.

“Unter Freunden spioniert man nicht”, das ist ein Satz, den ein Amerikaner nicht versteht. In Amerika geht man in Teilen der Bevölkerung lockerer damit um. Besonders, wenn man den Republikanern nahe steht. Es sei denn, man geht als Amerikaner davon aus, dass der Satz von jemandem kommt, der kein Amerikaner ist.

Es geht Snowden in der NSA-Affäre nicht darum, Deutschland Munition für seine Selbstbehauptung zu liefern, sondern die Welt darauf aufmerksam zu machen, dass hier etwas im Gange ist, das auf lange Sicht Freiheit und Demokratie demontieren wird. Eine Gefahr, die für die Menschen nicht unmittelbar ersichtlich ist, ist gewohnheitsmäßig für Menschen nicht auf dem Schirm.
Es scheint, dass das Zukünftige kaum mehr Beachtung findet, als die Küchenuhr, die unbemerkt stehen geblieben ist. Das, was außerhalb einer Gefahrenzone zu liegen scheint verliert an Bedeutung. Das Ausmaß wird erst erkannt, wenn aus den Gewitterwolken ein Tornado wird. Dann ist es aber zu spät.

Dennoch, Demokratien reagieren auf lange Sicht empfindsam auf klandestine Unfreiheiten, wie z.B. auf diskrete Störungen des informationellen Selbstbestimmungsrechts. Ein Grundrecht allemal.
Die Gefahr einer systematischen Aushöhlung dieses Grundrechtes ist mit Snowden erkennbarer geworden. So ein wichtiges Grundrecht zu erhalten ist wichtiger, als gute diplomatische Beziehungen zum politischen Partner, die am Ende nur geheuchelt sind.

Das muss die Kanzlerin dem amerikanischen Präsidenten freundlich aber bestimmt sagen. Und dass Deutschland es nicht auf Dauer tolerieren wird, einen Zustand des „good will of mutual benefit“ zu tolerieren, auch wenn für beide Seiten einiges bei Unvernunft auf dem Spiel steht.

Gegenseitige Spionage von Partnerländern geht gar nicht! Besonders wenn ein Partner damit hinter die Fichte geführt werden kann.
Was das Sicherheitsverlangen betrifft, da sind gezielte Methoden notwendig, die dem Sicherheitsbedürfnis gerecht werden müssen und sollen. Selbstverständlich. Aber hierzu gehören nicht das flächendeckende Abgreifen von Daten aus privater wie politischer Umgebung.

Herr Kornelius, Sie schreiben:
(…)Würde man ihn (Snowden) aufnehmen und nicht ausliefern, wäre die Botschaft an die USA eindeutig: Ihr seid kein Rechtsstaat, wir haben kein Interesse an einer rechtsstaatlichen Zusammenarbeit, und wir verurteilen eure Methoden der Sicherheitspolitik. Die Antwort der USA wäre ebenso absehbar: Ihr seid kein Kooperationspartner mehr, ihr seid sicherheitspolitisch naiv und als Verbündeter von geringem Wert. Das wird sich auswirken auf die Zusammenarbeit der Nachrichtendienste, des Militärs, auf die Beziehungen insgesamt.(…)

Die Grenzen von Rechtsstaatlichkeit und das Verlangen nach eigener Sicherheit haben die USA in dem Moment überschritten, als der Zeuge Snowden auftauchte, und das durchaus „kriminelle Verhalten von staatswegen“ mittels einer gigantischen Spionage-Architektur der Welt durchpauste.
Die Sicherheitsbedürfnis der Amerikaner ist seit dem 09/11 zur Paranoia geworden. Diese Paranoia hat ihre gesamte Sicherheitsarchtektur bestimmt.

Snowden sollte deutschen Behörden keine weiteren Auskünfte geben, schon lange nicht in Moskau.

“Germany has to except a proposal of mutual benefit”. Und der Benefit gegen Auskunft lautet: Sicherer Aufenthalt in Deutschland!

Ansonsten kann Deutschland Herrn Snowden den Buckel runterrutschen.

88) Martin1, Dienstag, 05. November 2013, 22:18 Uhr

Was mich sehr ärgert am ö.-r. Rundfunk, aber das schrieben sie ja auch sinngemäß, ist die Veröffentlichung einer praktisch “Einheitsmeinung”.

Die Art und Weise, wie berichtet wird, welche PolitikerInnen ein Interview geben dürfen, über welche nur in indirekter Rede berichtet wird, welche totgeschwiegen werden (eine Todsünde eines Systems, das sich “demokratisch” nennt!) erzeugt bei mir stets das Gefühl, von (den aktuellen) Medienleuten für ein unmündiges kleines Kind gehalten zu werden, dem man erst mal klar machen muss, was gut und was böse (Nazi) ist.
Viele Menschen bilden sich gerne eine eigene Meinung. Aber davon scheint man Angst zu haben. Und es ginge nur, wenn man alle legalen demokratischen Kräfte zu Wort kommen ließe. Von linksaußen bis nach rechtsaußen. ALLE eben, sonst ist es nicht demokratisch!
Ein Beispiel: Ich wüsste gerne mehr über Parteien wie ÖDP, Partei der Vernunft oder eben auch der Grauen: Welchen Fernsehsender soll ich einschalten, welches Printmedium muss ich lesen (in Jahre 2013 in der BRD), um meinen Wissensdurst zu stillen?

Ein weiteres Problem ist die Doppelfinanzierung des ÖR-Rundfunks: Private Sender müssen von Werbeeinnahmen leben. ÖR-Sender bekommen Werbeeinnahmen (nehmen damit Privaten ein Teil des Marktes weg) UND streichen Zwangsabgaben der Bürginnen und Bürgen ein – bei zweifelhafter Programmqualität. Zumindest ist sie häufig nicht objektiv!

89) Martin, Mittwoch, 06. November 2013, 10:45 Uhr

@ 88) Martin1
Kennen Sie die Sendung “heute plus” (freitags, 19.30 Uhr auf ZDF-Info)? Dort können Zuschauer dem Moderator der 19 Uhr-Heute-Sendung sowie dem verantwortlichen Schlussredakteur (manchmal auch einem ausgewählten Korrespondenten) Fragen stellen. Z.B. auch zur Themenauswahl und Priorisierung. So wie es sich für mich immer anhört, gibt es da durchaus kontroverse Diskussionen innerhalb der Redaktion, und man einigt sich dann eben aus bestimmten Gründen auf ein bestimmtes Vorgehen. Das ist für mich dann auch nachvollziehbar (wenn ich diese Gründe höre). Deshalb glaube ich nicht, dass in den Nachrichtensendungen eine “Einheitsmeinung” verbreitet wird. Nachrichten sollten die Realität möglichst objektiv darstellen.Nachrichtensendungen sind weniger dazu geeignet, sich selbst eine Meinung zu bilden. Dazu sind eher die politischen Talkrunden geeignet, in denen auch meist Vertreter verschiedener Thesen sitzen (schon allein aus Dramaturgie-Gründen). Von “Einheitsmeinung” kann also auch hier kaum die Rede sein.
Wieso sollte es denn einen Fernsehsender geben, der ständig über Mini-Parteien berichtet? Parteien, die nicht einmal zusammengenommen die 5%-Hürde erreichen, müssen m.E. nicht ständig im Fokus der Berichterstattung stehen. Lesen Sie doch deren Wahlprogramme, wenn Sie sich eine Meinung über sie bilden wollen. Aber ich denke nicht, dass es die Aufgabe des ö-r Rundfunks ist, jede Mini-Partei andauern ausgiebig zu beleuchten.

Die Werbeeinnahmen der ÖR sind relativ gering (weil nur vor 20 Uhr erlaubt). Und auch die Schnittmenge mit den Privaten ist nicht 100%. Oder haben Sie schon mal die Werbespots von RTL und ARD verglichen? Außerdem werden die Werbeeinnahmen ja bei der Gebührenfindung berücksichtigt. Das ist ja keine On-Top-Leistung. Fiele die Werbung weg, würde die Gebühr steigen. Wäre Ihnen das lieber?

90) mac4ever, Mittwoch, 06. November 2013, 17:18 Uhr

Die ÖR sind ein ineffizienter, überbezahlter beamtenähnlicher Apparat, bei dem die, die die eigentliche Arbeit machen, z.B. freie Contentzulieferer, das wenigste verdienen, der Indendant der ARD aber mit mehr Geld als die Bundeskanzlerin nach Hause geht.

Gespart wird schon: an der Technik, am Programm und an allen, die sich nicht genug dagegen wehren können.

Dieses bequeme Geschäftsmodell gerät in Gefahr, wenn die Akzeptanz fehlt. Und die Währung der Akzeptanz sind nun mal die Quoten, während Qualität immer Interprtationssache bleiben wird.

Deshalb haben wir die Angleichung nach unten, kulturelle Feigenblätter bei arte und die “heute show” und “ZDF Zoom” bleiben Ausnahmeerscheinungen.

91) Don Corleone, Mittwoch, 06. November 2013, 20:51 Uhr

89) Martin, Mittwoch, 06. November 2013, 10:45 Uhr

Die Werbeeinnahmen der ÖR-Anstalten sind höher, als Sie vermuten. Achten Sie einmal auf die jeweils neunsekündigen Sponsoren-Spots (head and tail im Werbejargon) vor und nach allen quotenträchtigen Sendungen bis weit nach Mitternacht. (Das mittlerweile angeblich abgeschaffte product placement in allen filmischen Produkten brachte noch weit mehr.)
Die offiziellen ÖR-Einnahmen betragen zur Zeit pro Jahr: 7,6 Mrd € aus Gebühren plus ~400 Mio.€ aus Werbung. Mit Wirksamkeit der Haushaltsabgabe, die jedermann für seine Adresse, neuerdings aber auch jeder Betrieb für jeden Arbeitnehmer (der schon daheim blecht, ohne sich gleichzeitig dort und an seinem Arbeitsplatz befinden zu können) entrichten muss, werden es weit über 8 Mrd. € sein, Werbeeinnahmen außen vor.

Für diese acht bis neun Milliarden Eulen (etwa 12 Mrd. US-$) können Sie mindestens halb Hollywood kaufen. Wenn Sie den intelligenten Witz, die Spannung und die schauspielerische Qualität großer amerikanischer TV-Serien (die hiesige Teenies als DVD kaufen, anstatt Hiesiges zu sehen) mit dem deutschen Eintopf vergleichen, egal ob ÖR oder privat, wird Ihnen dieser Betrag als Peanuts erscheinen.

92) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 06. November 2013, 21:05 Uhr

Als passionierter Nicht-Jäger und Gegner der reinen Gier nur der Jagstrophäen und des Tötens wegen gefällt mir Ihre Geschichte dennoch gut. Bei dem Wort “Kärtner Alpen” krieg ich schon mal glänzende Augen, weil ich ausgesprochen narrisch nach Natur bin.
Ich habe die Natur in allen “grausamen” wie durchaus “paradiesischen” Zuständen erlebt, habe den Hurrikan wie den Tornado erlebt, habe beobachtet, wie schwer das Überleben für Mensch und Tier in manchen Situationen ist.
Aber ich habe auch die Erkenntnis gewonnen, dass es zwischen “Sehen” und dem “Sehen” mit dem Herzen einen gewaltigen Unterschied gibt.
Und daher bin ich glücklich darüber, dass ich als zu guter letzt zu der Erkenntnis gekommen bin, dass nichts, was wir mit Augen sehen, zufällig ist und schon gar nicht dem Zufall überlassen ist.
Grüße aus Ludwigshafen am Rhein

In dem Film “Jaider der Jäger” spielt Gottfried John einen Wilderer und Anarchisten Kamera führte, im Jahr 71 glLAUBE ICH; der phantastische Gerard Vandenberg. Jaider hätte sicherlich ihrem pubertierenden Großvater gefallen können. Falls er noch leben sollte, was ich hoffe, und vielleicht noch im schönen Kärtner Land, dann grüßen sie ihn unbekannterweise von mir.

93) Uwe Zimmermann, Mittwoch, 13. November 2013, 09:38 Uhr

Nicht nur Politik, sondern auch Wissenschaft und Technik sind fast vollständig aus dem öffentlich rechtlichen Fernsehen in Deutschland verschwunden. Die einzig verbliebene Wissenschaftssendung (“Abenteuer Forschung”) im ZDF ist auf kurze Sendungen zu nachtschlafende Zeit verschoben worden, und wird nur noch unregelmäßig ausgestrahlt. Was geblieben ist, ist Unterhaltung-light (z.B. TerraX-Ableger im ZDF), die – wenn denn mal ein bisschen bildender – auch gleich in jährlichem Abstand wiederholt wird.

Was hier auch schon angesprochen wurde, sind die Spezialsendungen in unmittelbarem Anschluß an die Nachrichten (Heute und Tagesschau), die nichts weiter machen, als die Reportagen der Nachrichten noch einmal zu wiederholen. Und die Nachrichtensendungen selbst sind zugunsten zu Werbung zwischen Nachrichten und Wetter verkürzt worden.

Dazu kommen dann noch die “Politmagazine” – fällt es nur mir auf, daß das ZDF hier in ein und derselben Woche dasselbe Material unter mehreren Überschriften immer wieder aufkocht? Die eine Woche geht es um Schulbildung, die andere Woche um Lebensmittel – in allen Sendungen die selben kurzen Videoausschnitte.

Und mehr als ein Kernthema können die Medien der Bevölkerung pro Woche wohl auch nicht mehr zumuten – diese Woche ist es jetzt der Hurrikan auf den Philippinen. So schrecklich dieses Ergeignis für die dort lebende Bevölkerung sein muß, und so dringend wie Hilfe aus dem Auslang benötigt wird: ist es wirklich notwendig, daß beide ÖR-Anstalten versuchen, ihr eigenes Journalisten-Team dorthin einzufliegen. Wäre es nicht sinnvoller, diesen Aufwand für tatsächliche Hilfslieferungen und Katastrophenhelfer aufzuwenden? Stattdessen erfahren wir minutenlang in der kostbaren Sendezeit der ZDF-Heute-Nachrichten jeden Tag, daß das Team des ZDF ein paar Meter näher an den Krisenherd herangekommen ist.

Bloß keine wirklichen Inhalte senden – der Otto-Normalbürger könnte Schwierigkeiten haben, diese zu verdauen. In diesem Zusammenhang macht die Kanzlerin auch nur das, was die ÖR-Medien (und allen anderen) ohnehin nur machen. Würde sie sich äußern, so würden es die Journalisten von ARD und ZDF womöglich gar nicht merken, oder aber es hätte keinen Platz in der Sendung.

94) Ozean, Mittwoch, 13. November 2013, 10:08 Uhr

Ich kenne diese Seite noch nicht lange, finde sie aber sehr anregend, sie eröffnet oft auch neue Perspektiven. Danke dafür!
Doch schade! Leider ist es völlig egal, welches Forum man studiert, der Verlauf ist immer gleich: eine Person formuliert ihre Meinung zu einem bestimmten Sachverhalt aus, was andere dazu veranlasst, ihre Meinung beizusteuern. Ein positives Zeichen, weil demokratisch. Dann aber kommen Menschen auf den Plan, die scheinbar kein anderes Interesse haben, als sich dann über die Meinung anderer lustig zu machen oder sie zu verurteilen oder einfach nur ihren -oft undefinierten- Hass eimerweise über die anderen zu entleeren. Und danach setzen dann die Rechtfertigungen und Stichleien ein. Mehr als die ersten vier Beiträge kann man selten lesen, ohne befremdet zu sein.

95) wzlaus3, Mittwoch, 13. November 2013, 10:49 Uhr

Nachdem ich gestern Abend im ZDF “Pelzig hält sich” gesehen habe, bin ich ermutigt, diesen wunderbaren Politik-Blog zu loben und auch in die Kerbe zu hauen, dass sowohl ARD als auch ZDF angesichts der opulenten Zwangsgebühr mehr für die deutsche Fernsehlandschaft und -Kultur zu unternehmen haben. Vor allem muss dringend die Gigantismus von Sportsendungen abgebaut werden, die Fülle an Experten, Journalisten vor Ort und Haupt- sowie Nebenkommentatoren bringen mich bei jeder Sendung auf die Palme. In den diversen und meist überflüssigen Talkshows wird zu oft das Ego der Gesprächsteilnehmer gepflegt, anstatt das Sachthema in den Mittelpunkt der Gespräche zu stellen. Auf alle Fälle hat mir Herr Pelzig gestern geholfen, Herrn Spreng mit seinem Polit-Blog auf die Favoritenliste meiner Internetbesuche zu setzen.

96) Robert Wahr, Mittwoch, 13. November 2013, 12:51 Uhr

Für “Wetten Dass” in Mallorca gibt das ZDF Millionen Euro unserer Beiträge aus. Hundertschaften an Menschen und Material wird auf die Insel gekarrt für 3 Stunden Schwachsinn und die Politik sieht und lässt sie gewähren. Alle zwei Jahren kommt dann der Ruf nach mehr Geld aus den öffentlich-rechtlichen Anstalten weil unsere Gebühren für solche und viele andere sinnlose Dinge verpulvert wird.

97) Winzag, Freitag, 22. November 2013, 23:09 Uhr

Das ist mir aus dem Herzen geschrieben! Leider

98) J.Hohmann, Samstag, 23. November 2013, 09:33 Uhr

Wenn nicht einmal der Name des geschätzten Kollegen Claus Kleber richtig geschrieben wird,
was stimmt denn sonst noch nicht im Kommentar ??

Wie ist Ihre Meinung?

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