Sonntag, 10. November 2013, 13:37 Uhr

Merkel und die Medien

Die Kanzlerin warnt vor einer Kostenexplosion bei den Energiepreisen. Das ist an sich keine Hammer-Nachricht. Weil sich aber Angela Merkel seit Wochen nicht mehr zu innenpolitischen Fragen geäußert hat, wird sie von den Medien aufgesogen wie Nektar. Gut, kann man sagen, was sollen die Medien machen, wenn sie über die Koalitionsverhandlungen zur Energiewende berichten. Da passt der Satz ganz gut hinein.

Die Sache hat nur einen Haken: der Satz stammt aus dem wöchentlichen Video-Podcast der Kanzlerin, einem Propaganda-Instrument der Bundesregierung. Die Kanzlerin ist damit wieder einen Schritt weiter gekommen bei der Entmündigung der Medien – und die Medien bei ihrer Selbstentmündigung.

Seit Wochen hat sich Merkel, außer ihren Anmerkungen zum Abhören ihres Handys („Das geht gar nicht“), nicht mehr vor oder gegenüber Journalisten geäußert. Sie verweigert sich – auch deshalb, um sich alle Optionen für das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen offen zu halten.

Gleichzeitig aber setzt sie damit einen Kurs konsequent fort, den sie schon lange verfolgt. Sie will ihr öffentliches Bild und das journalistische Abbild ihrer Politik immer stärker kontrollieren. Oder anders ausgedrückt: sie will die Deutung ihrer Politik selbst und möglichst allein bestimmen.

Diesen Kurs verfolgt sie mit drei Mitteln: sie verliest oder gibt immer häufiger nur noch Statements, bei den keine Nachfragen erlaubt sind, sie lässt ihren Sprecher nur die mit ihr abgestimmten Botschaften vortragen, und sie versendet ihre wöchentliche Video-Botschaft. Pressekonferenzen oder Interviews werden zur Rarität. Kritische Nachfragen oder Fragen zu  Themen, zu denen sie nichts sagen will, sollen verhindert werden, um ihre Deutungshoheit nicht zu gefährden.

Nun ist es Angela Merkels gutes Recht, sich so zu verhalten. Schon immer haben auch demokratische Politiker versucht, die Medien auf subtile oder weniger subtile Weise zu kontrollieren oder zu manipulieren. Aber Demokratie lebt von der kritischen Auseinandersetzung, die Journalisten stellvertretend für die Wähler mit den Spitzenpolitikern führen. Fällt diese aus, können die Medien nur noch unzureichend ihre Aufgabe erfüllen. Und die Mächtigen werden weniger kontrolliert.

Die meisten Politiker sehen die Medien, wenn sie in Spitzenämter aufgestiegen sind, ohnehin nur noch funktional und verstehen unter Pressefreiheit nur noch, dass sie entscheiden, was die Presse erfahren darf und was nicht.

Die Journalisten helfen aber selbst bei ihrer Entmündigung mit, indem sie das Propaganda-Instrument Video-Podcast – im Gegensatz zu früher – immer häufiger zitieren und damit der Kanzlerin auf den Leim gehen. Und indem sie sich immer häufiger klaglos mit dem Hinweis „Keine Fragen“ aus dem Saal hinauskomplementieren lassen. Zur gleichen Zeit aber sammeln sie im Wahlkampf jeden Krümel des Streuselkuchens auf, den Merkel für ihren Mann backt, um ihn als als Manna zu verbreiten.

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66 Kommentare

1) karel, Mittwoch, 13. November 2013, 23:51 Uhr

30) Erwin Gabriel

Mit Ihnen diskutiere ich eigentlich am liebsten, bleiben Sie doch so wohltuend sachlich,
auch wenn Sie „mal“ richtig liegen…. 😉

Und was die Medien angeht, so habe ich noch in Erinnerung, daß mein altes Windows-Word
mit der damaligen Rechtschreibprüfung beim Wort „Linksindellektueller“ sofort den Fehler anzeigte,
bei dem Wort „Rechtsindellektueller“ aber nicht reagierte, also nicht kannte.
Will damit sagen, daß die Linksintellektuellen die prägende Kraft waren und es bis heute sind,, besonders in den Medien.
Rechtsintellektuelle…..Fehlanzeige. Kennen Sie welche? Außer Martin Walser vielleicht?
Denken Sie doch an die Kampa 69. Brandt, Böll, Grass gehörten dazu.
Allesamt spätere Nobelpreisträger. Für mich schon eine bemerkenswerte Begebenheit.
69, das war eine emotional aufgeladene Zeit. Schlimm, wie ich fand. Mein „Käfer“ damals trug ein CDU-Emblem, als ein Zeichen „dagegen“. Und danach trug der Käfer eine tiefe, weitreichende Kerbe im Lack. Und seitdem ist, was die SPD angeht, bei mir der „Lack“ ab. Sie wissen ja, wer jung ist, bei dem schlägt der Herz „links“. Bei mir seitdem nicht mehr. Jeder macht mal einen Fehler,
das aber war kein Fehler, das war schlicht und einfach „demokratiefeindlich“, „Intoleranz“ in ganz übler Form.
Der heutige gesellschaftliche „Sound“ stammt aus dieser Zeit. Und damit auch in den Medien.
Daß Kohl den „SPIEGEL“ damals „links“ liegen ließ, also kein Interview mehr gewährte, ganz und gar ignorierte, hatte seine handfesten Gründe. Wurde er doch als „Birne“ verspottet. Das entsprach dem damaligen Zeitgeist: keine sachliche Auseinandersetzung, eher oberlehrerhafte Belehrung, ja Diffamierung war angesagt.
Was auch im sogenannten Spendenskandal um Kohl sichtbar wird. Die Skandale hatte auch die SPD, nur wurde darüber kaum berichtet, ist also kaum bekannt. „Napthali“, Rubrik „Nachleben“ z.B., ein Google-Hinweis für Interessierte.
Eine weitere Episode um Kohl:
als er Helmut Schmidt damals „beerbte“, stellte er durch eigenes Handeln sich damals 3 Monate später dem „Souverän“ zur Wahl, um dann nach dem Wahlsieg mit Volkes Votum regieren zu können.
Der Grundton der Medien ist auch heute noch eher „links“, obwohl viele dies nicht so sehen, es so wahrnehmen, wahrnehmen wollen. Es gibt ja auch sehr Wenige, die wahrgenommen haben, daß die SPD-eigene DDVG als ein starker Meinungsbildner mehr als ein Drittel der Bevölkerung täglich erreicht. Und dies neben der ARD, der WAZ und vieler anderer „Meinungsbildner“.

kleinErna
Ich bin 1942 geboren, daher schon zu alt gewesen, um den „Klängen“ der 68er Zeit zu erliegen.
Ich will beleibe nicht Recht behalten, nur haben mir die Ereignisse seit dieser Zeit in vielen Dingen Recht gegeben. Leider.

Gruß
karel
PS: und was den „Deppendorf“ hier im Forum angeht, so habe ich mir den 2x angetan,
seitdem zappe ich weg, kenne ihn und seine „Darbietungen“ nicht mehr.

2) wschira, Donnerstag, 14. November 2013, 09:48 Uhr

@32) StefanP

Mit den „Jüngeren“ meinen Sie wohl sich?

@49) karel

Dann können Sie also noch nicht einmal „die Gnade der späten Geburt“ für das reklamieren, was Sie hier so von sich geben!? Wirklich ein tragischer Fall! 🙂

3) Kajo Lang, Donnerstag, 14. November 2013, 09:58 Uhr

An Teflon-Mutti bleibt nichts haften

Stellen Sie sich das folgende Szenario vor: Eine der höchst dotierten Fußballmannschaften der Welt gerät in die Kritik. Festgestellt wird, dass der Torwart eine Pfeife, die Verteidigung dem Schlafwagenabteil entstiegen, das Mittelfeld eine Katastrophe und der Sturm ein Totalausfall ist. Die ganze Mannschaft eine Zumutung! Es hagelt Kritik von allen Seiten. Jedem Spieler wird bescheinigt, dass er nichts taugt.
Die normale Reaktion wäre die, dass man den Trainer hochkantig hinauskomplimentiert. Im Fußball mag das so sein. Nicht so in der deutschen Politik. Um im Vergleich zu bleiben, die Mannschaft ist katastrophal – aber die Trainerin! Die, ja, die ist die beste. Von allen unterirdischen Leistungen ihrer Mannschaft bleibt an ihr nichts haften. Es ist Mutti, an der alles abgleitet, gerade so, als wäre nichts gewesen.
Tatsächlich bleibt an Angela Merkel nichts haften. Wie schlecht ihre Ministerriege auch sei – dem Volk ist’s recht. Alle anderen Politiker stehen unter Beobachtung und zum Teil ätzender Kritik, nur die Bundeskanzlerin nicht. Warum ist das so?
Ist Angela Merkel besonders schlau? Offensichtlich nicht, denn sonst wäre ihre Personalauswahl gescheiter.
Warum steht sie dann über den Dingen?
Zuerst einmal steht sie wirklich über den Dingen. Dies dokumentiert sie durch äußerst erfolg-reiche Prinzipienfreiheit. Im Klartext: Wer keine Überzeugung hat, braucht sich um nichts zu scheren. Beispiel gefällig? Abschaffung des Wehrdienstes, Wiedereinstieg in den Ausstieg der Kernenergie und danach Rolle rückwärts, Brennelementesteuer, Pkw-Maut und und und.
Und wenn Merkel sich dann doch einmal festlegen sollte, sind Tage und Wochen vergangen, ehe sie gemäß aktueller Wählerbefragungen exakt die Meinung vertritt, die die Mehrheit ver-tritt. So ein Zufall! Wenn’s dann doch einmal schief gehen sollte, beweist sie mit Treueschwur und Stehvermögen, wie schnell sie Untergebene vors Schienbein tritt.
Diese Kuriosität wie auch ihre Feststellung ist nicht neu. Sorgen machen muss man sich hinge-gen seit einigen Jahren um die Presse, die statt applaudieren lieber kritisieren sollte. Tut sie aber nicht. Der ach so von sich selbst überzeugte Qualitätsjournalismus befleißigt sich, zu ähn-licher Gleichförmigkeit zu generieren wie die Teflonbeschichtung, an der einfach nichts haften will.
Insofern ist Merkel nicht unantastbar. Sie wird es aber sein, solange der deutsche Journalismus aus eigener Überzeugungslosigkeit und Arbeitsverweigerung Merkel erst zu dem macht, was sie derzeit ist: Teflon-Mutti.
http://www.wikimerkur.de

4) Politikverdruss, Donnerstag, 14. November 2013, 11:11 Uhr

Der Medienforscher Professor Kepplinger hat die „Rivalität um Macht und Moral“ innerhalb der Berufsgruppen der Politiker und Journalisten empirisch untersucht. http://www.kepplinger.de/files/Rivalitaet%20um%20Macht%20und%20Moral.pdf

Er ist zu dem Ergebnis gelangt, dass sich das „Machtgefälle zwischen Medien und Politik in Zukunft weiter zugunsten der Medien verschieben wird.“

Ein gutes Beispiel dafür bietet heute die SZ. Der „deutsche Oberjournalist“ Heribert Prantl kritisiert die Wirtschaftsweisen(Sachverständigenrat). Sie seien „wichtigtuerisch und anmaßend, also unverschämt“, weil sie sich gegen den Mindestlohn ausgesprochen haben. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/einmischung-in-koalitionsverhandlungen-warum-die-wirtschaftsweisen-ihren-namen-nicht-verdient-haben-1.1818205

Natürlich strotzt dieser „Kommentar“ selbst nur so vor Anmaßung, Wichtigtuerei und Unverschämtheit. Selbstverständlich ist es die Pflicht der Wirtschaftsweisen, einzelne geplante Maßnahmen der zukünftigen Bundesregierung zu bewerten. Oder soll man sich darauf verlassen, was z.B. Frau Nahles dazu sagt.

„Der Sachverständigenrat soll in seinen Gutachten die jeweilige gesamtwirtschaftliche Lage
und deren absehbare Entwicklung darstellen. Dabei soll er untersuchen, wie im Rahmen der
marktwirtschaftlichen Ordnung gleichzeitig Stabilität des Preisniveaus, hoher
Beschäftigungsstand und außenwirtschaftliches Gleichgewicht bei stetigem und angemessenem Wachstum gewährleistet werden können.“ http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/Sonstiges/Gesetz_SRW.pdf

Auf diesem Hintergrund ist Frau Merkel, ist die Politik insgesamt gut beraten, die Medien auf Distanz zu halten und im Zweifelsfall lieber auf die eigens dazu eingesetzten Fachleute zu hören, als auf die „meinungsmachenden Prantls“ dieser Republik.

5) cobra, Donnerstag, 14. November 2013, 14:37 Uhr

@Rapunzel (48)
Leider haben Sie Recht mit der Beschreibung des aktuellen Zustandes in dieser Republik.
In Brüssel ist die Lobbyismus-Plage wahrscheinlich noch viel schlimmer.
Führungskräfte haben meistens den Hang „Abnicker“ in die nächste Ebene zu berufen, weil sie auf diese Weise Widerspruch vermeiden können. Fehler im System können aber nur dann aufgedeckt und – hoffentlich rechtzeitig – beseitigt werden, wenn sich jemand traut, darauf hinzuweisen.
Diese Tatsache wird von den o.g. Führungskräften ignoriert, weil für das so verursachte Drama höchstwahrscheinlich der Nachfolger zuständig ist.

Im Altertum gab es mal die Sitte, Überbringer schlechter Nachrichten zu exekutieren; die schlechten Nachrichten blieben dann aus. Die zugehörige Staatsführung war dann aber auch bald am Ende.
Bei uns muss ein Kritiker zum Glück i.d.R. nicht mehr mit solchen Konsequenzen rechnen.
(Völlig überzogene Bestrafungsaktionen für Whistleblower sind ein besonderes Thema.)

Da jedes System ( auch jedes politische S. !) nur dann längerfristig existieren kann, wenn Probleme aufgedeckt werden, sind kritische Journalisten unbedingt erforderlich.
Also: lieber auch mal einen kleinen Vorteil nicht ergattern oder sich auch mal anraunzen lassen, als jeden Morgen im Spiegel die eigene Authentizität vergeblich suchen.

6) Don Corleone, Donnerstag, 14. November 2013, 17:18 Uhr

53) Politikverdruss, Donnerstag, 14. November 2013, 11:11 Uhr

Vielen Dank für Ihre kundige Erwähnung der „Süddeutschen Zeitung“, die mit ihrem mittlerweile etablierten Kosenamen „Prantl-Prawda“ noch gut bedient ist. Im Vergleich mit der „SZ“, sagen nicht nur Bayern, sei die „taz“ geradezu ein rechtskonservatives Blatt, wenn nicht sogar (Schreck lass nach!) neoliberal. 🙂
Herzliche Grüße!

7) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 14. November 2013, 19:53 Uhr

53) Politikverdruss,

Man kann sich natürlich über die politischen Positionen wie Schreibstil eines Herrn Prantl streiten. Man muss nicht mit jeder Meinungsäußerung einverstanden sein. Kommentare bilden stets die eigene Meinung ab.
Aber ebenso sollte man die sogenannten „Wirtschaftsweisen“ und ihre Meinung nicht zum „Grundgesetz“ der Ökonomie machen. Auch die sind in ihren Bewertungen oft nicht unabhängig genug, um zu ideologiefreien Einschätzungen zu kommen. Stets steht es dort 4:1, da Herr Bofinger fast immer gegenteiliger Meinung ist. So auch beim Mindestlohn.. Daraus folgt: es gibt auch andere „Weisen“, die genau zur entgegengesetzten Einschätzung in ihrer Bewertung kommen. Vier Neoliberale gegen einen Keynesianer.

8) Politikverdruss, Freitag, 15. November 2013, 10:57 Uhr

56) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 14. November 2013, 19:53 Uhr,

Bofinger Keynesianer? Wenn das so wäre, müsste er jetzt, in einer Phase „sprudelnder Steuereinnahmen“, dafür eintreten, Rücklagen zu bilden und Schulden abzubauen. Macht er das? Ich glaube der gute Keynes würde sich wirklich im Grab rumdrehen, wenn er wüsste, wie verfälschend seine Theorien heute missbraucht werden.

Bofinger ist seit 2004 Gewerkschaftsvertreter im Sachverständigenrat. Darüber hinaus ist er Mitglied im INET (Institute for New Economic Thinking). Das INET wurde von George Soros gegründet und wird von ihm finanziert. Geschäftsführer des INET-Instituts ist Robert Johnson, früherer Managing Director des Hedge-Fonds Soros Fund Management.

Das Handelsblatt titelte: „Millionenangriff auf die etablierte VWL,1992 hat er die Bank of England geknackt – jetzt nimmt er sich die etablierte Volkswirtschaftslehre (VWL) vor: Der legendäre Investor und Milliardär George Soros steckt 50 Millionen Dollar in eine neue ökonomische Denkfabrik mit dem programmatischen Namen „Institute for New Economic Thinking“ (INET).“ http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/george-soros-millionen-angriff-auf-etablierte-vwl/3294036.html

Ja, lieber Herr Nowak, so läuft das, wenn „Philanthropen“ ihre „uneigennützigen“ Ziele verfolgen. Wissen Sie, ich hätte ja gar nichts dagegen, dass Soros seine „Knete“ scheffelt. Soll er, ich gönn’s ihm. Dass er das aber unter der Maskierung als „Menschenfreund“ versucht und dass er die Freiheit der Wissenschaft mit seinem Geld bedroht, dass ist ihm übel zu nehmen. Und dass sich Herr Bofinger vor diesen „Karren“ spannen lässt, spricht nun nicht gerade für seine wissenschaftliche Reputation.

9) Politikverdruss, Freitag, 15. November 2013, 11:28 Uhr

55) Don Corleone, Donnerstag, 14. November 2013, 17:18 Uhr,

lieber Mitstreiter,

dass die taz eine derart erfolgreiche Entwicklung durchgemacht hat, ist mir gar nicht aufgefallen. Zuletzt zeigte sich das Blatt ja als Musterbeispiel für „innere Pressefreiheit“. Christian Füller könnte da sicher mehr zu sagen. Auch Ihnen vielen Dank für diesen Einblick und

ein sonniges Wochenende.

10) Klimsch, Freitag, 15. November 2013, 15:35 Uhr

Die Kanzlerin warnt… Der und jener warnt.
Das hört man von verantwortlichen Politikern immer wieder mal.
Wir Bürger warnen auch, nämlich vor Politikern, die warnen, statt aktiv zu regieren.
Regieren heißt nach unserer Auffassung:
Die Probleme, wo gegen Gesetze verstoßen wird oder wo sich gegen eine beachtliche Mehrheit im Volk verhalten wird, zu erkennen und an deren Abstellung erkennbar zu arbeiten.
MfG
Klimsch

11) Peter Christian Nowak, Freitag, 15. November 2013, 17:58 Uhr

57) Politikverdruss,
Vielleicht ist für die Rückzahlung kein Geld da. Vielleicht sind Steuerschätzungen einfach nur Wetten auf eine ziemlich unsichere Zukunft. Vielleicht ist Herr Soros nur ein „Produkt“ des derzeitigen Weltfinanzsystems und macht nichts anderes, als ein Zocker in der Spielbude. Er weiß ja, dass die Staaten immer eine Nasenlänge zu dem zurückbleiben, was eigentlich an Maßnahmen zur notwendig wäre – falls systemische Banken einmal mehr gerettet werden müssen. Was ich damit sagen will: bei allem Bemühen ist das Weltfinanzsystem nach wie vor auf selben Trip unterwegs wie „Vor der Krise“
Herr Bofinger sieht das möglicherweise entsprechend skeptisch. Im Gegensatz zu den ordoliberalen, angebotsorientierten Wirtschaftsweisen.
Und er sieht, dass die gigantischen Schulden auch, und nicht zuletzt, durch Rettungspakete ebenso gigantischer Art aufgehäufelt wurden. Geld, das auf Nimmer-Wiedersehen für den Staat futsch ist.

Man denke nicht, dass die Spirale sich nunmehr nicht mehr zu drehen vermag – nach dem Desaster. Es geht lustig weiter. Die Banken denken sich wieder neue Verbriefungen und andere raffinierte Finanzprodukte aus und laufen ganz gut im Geschäft! – Bis es wieder kracht! Dafür haben die Neoliberalen genauso wenig Rezepte, wie sie hartnäckig ihre Ideologie des „freien Marktes, der alles schon richtet“ propagieren!
Und geben sprichwörtliche Prognosen ab, welche die Zukunft betreffen sollen, was sie grundsätzlich nicht zu leisten vermögen.

Das Herbstgutachten, das 33 Milliarden Überschüsse prognostiziert, geht von Prämissen aus, das mit „erforderlichen“ Auslassungen und unklaren Annahmen gespickt ist. Wie immer. Und natürlich fehlen nicht die so beliebten simplen „Strichverlängerungen“ aus alten Zahlenwerken in die meist dunkle, und mehr unsichere Zukunft.
Zu irgendetwas müssen die vielen Statistiken der vergangenen Jahre schließlich gut sein.

Das alles mag Herrn Bofingers Optimismus für eine positive Perspektive für das Futur der finanziellen Situation des Landes ein wenig gebremst haben.

Das alles hat aber nichts mit seiner Neigung zum Keynesianismus zu tun. Seine Abordnung aus der gewerkschaftlichen Ecke auch nicht.

12) Cpt. Kirk, Samstag, 16. November 2013, 13:45 Uhr

Es ist doch genau dies der Erfolg unserer „Mutter“-Kanzlerin, die Nicht-Kommentierung der Nicht-Politik, alles soll so bleiben wie es ist- und das ist auch gut so! Bei der allgemeinen Politikverdrossenheit, die auch (nicht nur) durch die ewigen Phrasenwiederholungen in Talkshows und Medien zustande kommt, hebt sich die Kanzlerin durch wenige, gezielte Äußerungen von der oft grobschlächtigen Menge der Polit-Profis ab und natürlich vereinnahmt sie dadurch auch einen Großteil der Medien und damit auch der Bevölkerung für sich. Nicht umsonst ist sie in Beliebtheits-Umfragen doch immer weit vorne. Natürlich ist es für Politik-Interessierte dadurch häufig sehr schwer zu erahnen, was Frau Merkel denn gerade so denkt über das eine oder andere Thema, aber die Nachfrage erwarte ich dort schon von berichtenden Medien. Sich mit kommentarlosen Mitteilungen abspeisen zu lassen, ist weit unter dem Niveau vieler Schülerzeitungen und entspricht nun wirklich nicht den Gepflogenheiten freier Berichterstattung in diesem Lande. Es ist heutzutage für viele Medienvertreter augenscheinlich sinnvoller, jede Woche eine neue Sau gemeinsam durchs Dorf zu treiben, als wirklich kritische Berichterstattung der politischen Ereignisse. Dringend verbesserungswürdig!

13) sinistram, Samstag, 16. November 2013, 20:54 Uhr

Wenn man die Wörter „Merkel warnt“ in eine gängige Internet-Suchmaschine eingibt, sprudeln in kürzester Zeit 1.440.000 Ergebnisse heraus, in Worten: fast 1,5 Millionen.

Warnen scheint mir das zu sein, was die Kanzlerin am besten kann und daher auch am liebsten und häufigsten macht. Dass sie mit ihren Äußerungen oft genug vor sich selber und der von ihr zu verantwortenden Politik warnt, scheint sie nicht zu stören. So auch in diesem von Michael Spreng angesprochenen Fall, wo Merkel vor einer Kostenexplosion bei den Energiepreisen warnt. Oder fällt ihr das gar nicht (mehr) auf?

14) Erika, Sonntag, 17. November 2013, 13:08 Uhr

@ 62) sinistram, Samstag, 16. November 2013, 20:54 Uhr

„warnen“ und „mahnen“, das kann sie wirklich gut

15) chiefalfred, Dienstag, 19. November 2013, 14:11 Uhr

Irgendwo habe ich hier in den Kommentaren gelesen, dass Angela Merkel beliebt sei …
Mag ja alles auch stimmen … Aber mal ganz ehrlich – warum ist es so – wenn es tatsächlich so ist ?
Das Volk ist blind – taub und orbigkeitshörig … Die Patorentochter aus Hamburg ( denn dort wurde sie geboren ) ist nachdem sie von Kohl gemädchend wurde, zu fragwürdigem Ruhm gekommen,ebenso wie die Jungfrau zum Kind. Wer als Jugendliche in der FDJ war, und sich dort um Parteipropaganda grkümmert hat, weiss genau was zu tun ist … in jeder Situation. Angela Merkel ist nicht die fleischgewordene Mutter Gottes … auch nicht die Heilsbringerin für’s deutsche Volk, eher das genaue Gegenteil !!!

16) W. Zimmer, Dienstag, 19. November 2013, 14:22 Uhr

@63) Erika

“warnen” und “mahnen”, das kann sie wirklich gut

…und Dinge zur Chefsache erklären, und Gipfel anberaumen….und und und….

Am Ende bleibt aber leider nur eins übrig…..ein Vakuum.

17) Rapunzel, Donnerstag, 28. November 2013, 08:30 Uhr

Was Herr Soreng hier wiederholt versucht, ist Frau Merkel als „Opfer“ darzustellen. Eine in Deutschland nicht allzu neue Strategie rechter Propaganda. In Sachen Totalüberwachung ist Frau Wortbruch Merkel Täterin, nicht Opfer.
Das Volk ist das Opfer.
Die Konservative Ideologie artet eben stets aus, wenn sie kann.

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