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Sonntag, 10. November 2013, 13:37 Uhr

Merkel und die Medien

Die Kanzlerin warnt vor einer Kostenexplosion bei den Energiepreisen. Das ist an sich keine Hammer-Nachricht. Weil sich aber Angela Merkel seit Wochen nicht mehr zu innenpolitischen Fragen geäußert hat, wird sie von den Medien aufgesogen wie Nektar. Gut, kann man sagen, was sollen die Medien machen, wenn sie über die Koalitionsverhandlungen zur Energiewende berichten. Da passt der Satz ganz gut hinein.

Die Sache hat nur einen Haken: der Satz stammt aus dem wöchentlichen Video-Podcast der Kanzlerin, einem Propaganda-Instrument der Bundesregierung. Die Kanzlerin ist damit wieder einen Schritt weiter gekommen bei der Entmündigung der Medien – und die Medien bei ihrer Selbstentmündigung.

Seit Wochen hat sich Merkel, außer ihren Anmerkungen zum Abhören ihres Handys (“Das geht gar nicht”), nicht mehr vor oder gegenüber Journalisten geäußert. Sie verweigert sich – auch deshalb, um sich alle Optionen für das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen offen zu halten.

Gleichzeitig aber setzt sie damit einen Kurs konsequent fort, den sie schon lange verfolgt. Sie will ihr öffentliches Bild und das journalistische Abbild ihrer Politik immer stärker kontrollieren. Oder anders ausgedrückt: sie will die Deutung ihrer Politik selbst und möglichst allein bestimmen.

Diesen Kurs verfolgt sie mit drei Mitteln: sie verliest oder gibt immer häufiger nur noch Statements, bei den keine Nachfragen erlaubt sind, sie lässt ihren Sprecher nur die mit ihr abgestimmten Botschaften vortragen, und sie versendet ihre wöchentliche Video-Botschaft. Pressekonferenzen oder Interviews werden zur Rarität. Kritische Nachfragen oder Fragen zu  Themen, zu denen sie nichts sagen will, sollen verhindert werden, um ihre Deutungshoheit nicht zu gefährden.

Nun ist es Angela Merkels gutes Recht, sich so zu verhalten. Schon immer haben auch demokratische Politiker versucht, die Medien auf subtile oder weniger subtile Weise zu kontrollieren oder zu manipulieren. Aber Demokratie lebt von der kritischen Auseinandersetzung, die Journalisten stellvertretend für die Wähler mit den Spitzenpolitikern führen. Fällt diese aus, können die Medien nur noch unzureichend ihre Aufgabe erfüllen. Und die Mächtigen werden weniger kontrolliert.

Die meisten Politiker sehen die Medien, wenn sie in Spitzenämter aufgestiegen sind, ohnehin nur noch funktional und verstehen unter Pressefreiheit nur noch, dass sie entscheiden, was die Presse erfahren darf und was nicht.

Die Journalisten helfen aber selbst bei ihrer Entmündigung mit, indem sie das Propaganda-Instrument Video-Podcast – im Gegensatz zu früher – immer häufiger zitieren und damit der Kanzlerin auf den Leim gehen. Und indem sie sich immer häufiger klaglos mit dem Hinweis “Keine Fragen” aus dem Saal hinauskomplementieren lassen. Zur gleichen Zeit aber sammeln sie im Wahlkampf jeden Krümel des Streuselkuchens auf, den Merkel für ihren Mann backt, um ihn als als Manna zu verbreiten.

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66 Kommentare

1) CitizenK, Sonntag, 10. November 2013, 14:26 Uhr

Die Medien haben “die Aufgabe, die Mächtigen zu kontrollieren”?

Ach Herr Spreng, so naiv können Sie nicht sein, dass Sie diese These aus den Sozialkunde-Lehrbüchern hier wirklich vertreten.

Sie kennen doch Paul Sethe? Heute sind es nicht einmal mehr zweihundert reiche Leute, sondern nur noch eine Handvoll. Und die mächtigsten davon sehen ihre “Aufgabe” vor allem darin, die von ihnen gemachten “Mächtigen” im Amt zu halten und Angriffe gegen sie abzuwehren. Ob auch oder hauptsächlich zum Zwecke des Geldverdienens, dann dabei offen bleiben. .

Ausnahmen bestätigen auch hier nur die Regel.

2) karel, Sonntag, 10. November 2013, 15:09 Uhr

1) CitizenK

Warum wurden die Gebrüder Albrecht die reichsten Deutschen.
Doch nur, weil auch Sie ALDI schätzten.

H. Spreng,
sicherlich weiß die Kanzlerin längst, wen die Medien “lieben”.
Der aktuelle Spiegel “spiegelt” es.
Vielleicht ist ihr Medienverhalten eher die Konsequenz der Erfahrung:
“Alles was die Kanzlerin sagt, wird weniger für sie, eher gegen sie verwendet.”
So auch in diesem Forum.

3) Sabine Zielke-Esser, Sonntag, 10. November 2013, 17:47 Uhr

Die letzte öffentliche Befragung der Kanzlerin war im TV-Duell mit Peer Steinbrück. Frau Merkel erschien mir über weite Strecken recht angefressen. So etwas muss sie sich nur noch im Wahlkampf antun. Wer es sich leisten kann, den Papst zum Pizza-Essen einzuladen, hat sich im Amt eine gehörige Portion Selbstbewusstsein, Chuzpe und Schnippigkeit angefuttert.

BILD und BUNTE sind gebrieft, das genügt. Den Rest erledigt Ex-Journalist Steffen Seibert. Er muss hinter der Kanzlerin herdackeln wie einst Ex-Journalist Stefan Baron hinter Josef Ackermann. Führungskräfte müssen nicht unbedingt mit Journalisten reden, sie können sie auch kaufen.

4) uwesausk, Sonntag, 10. November 2013, 17:48 Uhr

Die Aufgabe der modernen Medien ist es, vom wahren Geschehen abzulenken. Nebelkerzen, Nebensächlichkeiten und wenn es nicht mehr anders geht abwiegeln und klein schreiben. Die 4. Macht im Staat gibt es schon lange nicht mehr.

5) wschira, Sonntag, 10. November 2013, 18:08 Uhr

Natürlich stimmt das haargenau so. Aber wenn die sogenannten Journalisten das hinnehmen oder sogar noch beweihräuchernd bejubeln – wer trägt denn da wohl die Verantwortung?

6) Erika, Sonntag, 10. November 2013, 18:36 Uhr

Da stellen sich doch die Fragen:

Inwiefern machen die Medien Regierung?

Warum ist die Bundeskanzlerin Merkel so beliebt?

Es ist doch naiv zu glauben, dass die Regierung einen solchen Einfluss auf die Medien haben kann, wie man an der Rezeption des früheren, angeblichen, Medien-Kanzlers Schröder sieht.

Laut Umfragen waren die Wähler sehr unzufrieden mit schwarz/gelb aber sehr zufrieden mit der, diese Koalition führenden Bundeskanzlerin, ist dies nicht eigentlich ein Widerspruch in sich?

Wie hoch ist der Anteil des Wahlsieges von Angela Merkel, dem unfairen Niederschreiben des poltischen Gegners (ich erinnere mich da durchaus auch an Artikel von Ihnen, Herrn Spreng)
geschuldet?

7) Ste, Sonntag, 10. November 2013, 19:12 Uhr

Aber Herr Spreng, mir persönlich interessiert recht wenig was die von Ihnen gewählte Mutti sagt. Vergessen Sie doch nicht dass es da noch die anderen Nasen gibt, die ja ganz konkret in den einzelnen Beratungsgruppen sitzen und verhandeln, deren Statements interessieren doch momentan mehr. Vor allem interessieren mich auch Gespräche zwischen den verschiedensten Leuten aus den verschiedensten Denkrichtungen und da versagt das öffentlich-rechtliche Fernsehen, dessen Interaktion mit den Bürger sich nur auf die Transaktion der Rundfunkgebühren beschränkt. Seit Jahrzehnten gibt es kein anderes Format als die berüchtigte Talk-Show, niemand macht sich über Debattenkulturen ernsthaft Gedanken. Darüber dürfen und sollten Sie sich aufregen, aber nicht weil Mutti Kuchen backen will, als mit Journalisten zu reden.

8) Erika, Sonntag, 10. November 2013, 19:12 Uhr

<<"Ein andermal marschierte Merkel in einem Kleid über den Bayreuther roten Teppich, unter dessen zu kurzem Rock hautfarbene Nylonsöckchen hervorblitzten. Das Volk hat es ihr nicht verübelt. Es erwartet von seiner Kanzlerin, dass sie die Renten sichert, nicht, dass sie dabei auch noch gut aussieht. Klar, da ist was dran. Darüber hinaus dürften die Nylon-Söckchen aber einen geradezu tröstenden Effekt gehabt haben – hätten doch die meisten keinen blassen Schimmer, welchen Fummel sie sich bei so einer Gelegenheit überwerfen sollen."<<

Das fand ich gerade auf sz-online. Dies ist ein typischer Merkel Artikel. Er handelt nicht von Politik, es wird aber nebenher behauptet, dass sie die Renten sichert. Sie kleidet sich unmöglich (man könnte daraufhinweisen, dass es für entsprechendes Auftreten entsprechende Berater gibt, Geld wäre ja vorhanden). Aber nein, nicht bei Merkel, sie zieht sich zwar unmöglich an, aber es wird positiv gedeutet, weil sie angeblich so wie ihr "volk" ist, die "gute, bescheidene Merkel".(Wobei Geschmack und Chic nicht nur eine Frage des Geldes ist.)

http://www.sueddeutsche.de/stil/abendmode-der-deutschen-leidenschaft-fuer-seidentaft-1.1814027-2

Schröder hingegen, wird bis heute sein "Brioni-Anzug" vorgeworfen. Darauf, dass man sich als Deutscher auch über ein positives Erscheinungsbild seines Kanzlers freuen könnte, kommt unsere Presse bei Schröder nicht. Bei von und zu Guttenberg gefiel es der Presse. Ist doch interessant, oder?

9) Wolfgang Wabersky, Sonntag, 10. November 2013, 19:31 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng!

Es ist nach wie vor ein unaufgelöstes Geheimnis, wie Frau Merkel es immer wieder schafft, den Großteil der Medien vor ihren Karren zu spannen, sie für sich in plattester Weise zu instrumentalisieren. Schon im Wahlkampf fiel auf, wie jedes „Versehen“ des SPD-Kandidaten genüsslich von den meisten ausgeschlachtete wurde. Gewiss, der Kandidat war von vornherein eine Pleitefigur, aber Frau Merkel war in nichts besser, hatte ebenfalls keine für das Amt überragenden Fähigkeiten vorzuweisen. Der Großteil der Presse hat sich schon lange selbst kastriert. Weshalb? Da ich keine Geldtransfers unterstelle, kann es nur daran liegen, dass viele Medienvertreter tatsächlich die platte Politik von Frau Merkel nicht mal ansatzweise durchschauen können oder aus parteipolitischen Einfärbungen hinzunehmen bereit sind. Die Medien haben sich weitgehend von ihrer Selbstverpflichtung nach demokratischer Information und Aufklärung verabschiedet. Sie sind zwar noch immer die 4. Macht im Staate, dienen und nutzen aber nicht mehr primär den Bürgern. Die Zeiten beispielsweise, da sich der SPIEGEL stolz als „Sturmgeschütz der Demokratie“ bezeichnete, sind längst dahin – nur ältere Bürger können sich noch daran erinnern. Statt z. B. langfristig Zeitungsabos zu halten, kann sich der Bürger besser selbst aus dem freien Infomarkt des Netzes unterrichten. Es ist jedenfalls kein Zufall, dass die Auflagenzahlen insgesamt stagnieren bzw. zurückgehen.

10) rundertischdgf, Sonntag, 10. November 2013, 19:48 Uhr

Sollten wir nicht auch die Frage stellen, daß unsere Bundeskanzlerin nur ein Produkt unserer Medien war und immer noch ist. Unsere Journalisten, viele eigentlich nur Hofberichterstatter, müßten ja jetzt über diese Frau, die “mächtigste” in der Welt, neue Geschichten auftischen. Das ist gefährlich und könnte, zumindest in Rundfunk und Fernsehen, Kopf und Kragen kosten. Allzu deutlich wird ja jetzt in der NSA Abhöraffäre, daß die Kanzlerin doch nur eine Marionette ist, denn die Fäden werden sichtbar an denen sie hängt. Darüber wird nicht geschrieben und berichtet.

http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/11/08/sind-merkel-und-co-in-wirklichkeit-nur-politzwerge/

Russische Medien scheinen das erkannt zu haben und berichten darüber. Es lohnt sich deshalb, mal über den Tellerrand unserer Medienlandschaft zu schauen.

11) Frank Reichelt, Sonntag, 10. November 2013, 21:13 Uhr

Herr Spreng schreibt ja eine Kolumne für den “Berliner Kurier”, Deutschlands ehrlichste Boulevardzeitung.

Diese Zeitung entblödet sich nicht, am vierten Todestag von Robert Enke den Schalker Torwart Timo Hildebrand als “Pannen-Timo” und “Slapstick-Hildebrand” zu bezeichnen. Mehr braucht es nicht, um zu verstehen, was im deutschen Journalismus und den Medien falsch läuft. Skandalisierung um jeden Preis, ohne Rücksicht auf die Folgen für die Betroffenen! Immer auf zum fröhlichen Jagen, einen werden wir schon erwischen! Die Auflage muss stimmen!

Mein Mitleid hält mit den Medienschaffenden dieses Landes hält sich in ganz engen Grenzen!

12) Gundi, Sonntag, 10. November 2013, 23:01 Uhr

Herr Sprengsatz Sie haben selbst CDU gewählt und damit die Kanzlerin. Da Frau Merkel nach dieser Legislaturperiode aufhören wird ist ihr die Meinung der Medien und der Bevölkerung völlig egal. Wir leben in einer schein Demokratie wo sie alle vier Jahre zwei Kreuze machen können. Es ist völlig egal ob Spd oder Cdu regiert, in Deutschland ist Politik Theater.

13) Sigmund, Sonntag, 10. November 2013, 23:58 Uhr

Wie wahr, liebe Erika!

14) Sigmund, Montag, 11. November 2013, 00:07 Uhr

(Zu schnell abgedrückt)

Ein schönes Beispiel für die Merkel-Hörigkeit der Medien ist ja auch dieses Münteferring-Zitat:
“Daß wir oft an Wahlkampfaussagen gemessen werden, ist nicht gerecht.”
Es ist in gewisser Hinsicht sogar wahr, unter dem Aspekt, das nur die SPD an Wahlkampfaussagen gemessen wird.
Allerdings wurde das nur und auf eine Weise in den Medien ständig wiederholt, das jedem Depp klar war:
Die Sozis lügen.
Dabei sagt Merkel das gleiche:
http://www.youtube.com/watch?v=vJUlAEXm6O8

Aber wird es ihr ständig vorgehalten? Nein.
Und man könnte noch jede Menge solcher Beispiele anbringen.

15) Mende Tegen, Montag, 11. November 2013, 08:09 Uhr

Dass Sie die Ursache des allgemeinen journalistischen Versagens in Deutschland auf Mutti Merkel beschränken und Journalisten dafür schelten, sich bei Muttis eigenem Propagandakanal zu bedienen, ja, das darf man freundlich nur noch als betriebsblinden Mikrokosmos eines konservativen Berufskollegen und krasse Verniedlichung bezeichnen. Es macht wirklich Staunen, dass Sie ganz offenbar nicht mitbekommen haben, wie exklusiv Frau Merkel in den letzten Jahren von der so genannten Qualitätspresse geliebt und gefördert wurde und auf welche hofberichterstattende Weise diese Presse im Dauerfluss Devotionalien vor dem Altar der Kanzlerschaft Merkels aufhäufte wie es dies noch niemals zuvor in der Bundesrepublik Deutschland bei keinem anderen Kanzler gegeben hatte!

Dass Sie die langsame, aber stete Veränderung und Umwandlung des deutschen „Qualitäts“-Journalismus in Richtung eines neoliberalen, sich zunehmend von der gesellschaftlichen Mehrheit entsolidarisierenden Wirtschafts- und Gesellschaftsbildes nicht mitbekommen haben, das ist die weitere Tragik. Man möge sich nur ansehen, was – als Beispiel unter vielen – aus dem „Spiegel“ unter Aust usw., was aus der „Zeit“ unter DiLorenzo und Joffe geworden ist usw. usw. Und da sage einer, das existiere alles nicht!

Und Sie reden von der „Kontrolle der Medien“ als der (hehren) Aufgabe des Journalismus? Wiewohl andererseits Ihre Feststellung, dass sich der Journalismus „selbst entmündigt“ habe selbstverständlich vollkommen richtig ist – leider aber in einer ungleich riesigeren Dimension als es Ihre vergleichsweise geradezu rührend anmutende Klage meint.

Es ist wirklich kaum zu glauben, dass Ihnen diese seit mehr als zwei Jahrzehnten schleichenden Fehlentwicklungen der so genannten „Qualitäts“-Presse hin zu einem durch und durch wirtschaftsliberalen, zu einem begeisterten Claqueur Merkel’scher Austeritäts-Europapolitik und zu einem sich in den Fragen von Krieg und Frieden eindeutig bellizistisch aufgestellten Einheitsbrei nicht mitbekommen haben sollten! Und angesichts dessen machen Sie sich Sorgen um den Journalismus in diesem Land, wenn dieser Journalismus es sich unglaublicherweise wagt (!), den Propagandakanal Merkels anzuzapfen! Wirklich? Mein Gott, Ihre Probleme möchte man haben!

16) Frank Reichelt, Montag, 11. November 2013, 08:44 Uhr

Ich muss mich korrigieren, der “Berliner Kurier” bezeichnet sich nur als Berlins ehrlichste Boulevardzeitung, da habe ich in meinem sonntäglichen Furor etwas übertrieben!

@ Mende Tegen

Schon wieder das bekannte linke Lied von der neoliberalen Weltverschwörung!
Ja ich weiss, die konservativ-neoliberale Weltregierung aus Freimaurern, Bilderbergern und Kreationisten trifft sich regelmäßig in einem unterseeischen Bunker mitten im Atlantik. Von da aus werden alle Journalisten und Politiker ferngesteuert und mittels Gedankenübertragung beeinflußt, der wissenschaftliche Ausdruck lautet wohl “geblitzdingst”.

Ihre Probleme möchte man nicht haben!

17) Erika, Montag, 11. November 2013, 09:21 Uhr

@14) Sigmund, Montag, 11. November 2013, 00:07 Uhr

Sehen wir uns doch mal das Verhalten eines Großteils der Medien während der letzten Wahlkämpfe an:

2005

Der sogenannten Dienstwagenskandal von Ulla Schmidt. Über Wochen hinweg, wurde die Fahrt nach Spanien skandalisiert, oft erste Meldung bei ARD und ZDF. Zur gleichen Zeit flog Angela Merkel aus ihrem Urlaub in Südtirol erst mit der Flugbereitschaft, dann mit dem Hubschrauber nach Sylt. Dort gab sie eine Autorgrammstunde für ihr PRIVATES “Portraitbuch” und ging hinterher zum Kaffeetrinken mit Friede Springer und Liz Mohn. Während es große Aufregung über das wohl rechtmäßige Verhalten von Ulla Schmidt gab, wurde der wohl ebenfalls rechtmäßige (? – privates Portraitbuch) Ausflug, nur in wenigen Zeitungen thematisiert. Wenn Sie nach diesem Vorgang heute im Internet suchen, findet man nicht Artikel darüber, sondern nur noch wenige von Lesern abgegebene Kommentare. Aber Merkel wird uns erfolgreich als die “Bescheidene” verkauft, ob dies die Wähler, wenn sie es denn wüssten, auch so sehen würden? Der SPD hat der “Dienstwagenskandal” wenige Woche vor der Wahl sicher geschadet.

2009

Der Kandidat Steinmeier war im Einzelgespräch bei Beckmann. Lange Passagen, dieser Veranstaltung ging im Wahlkampf ausschließlich um die Person Kurnaz. Steinmeier musste sich rechtfertigen für die Vorwürfe der Lügner im Irakkrieg. Angela Merkel hingegen, die Befürworterin des Irak-Krieges und die Unterstützerin von Georg W. Bush wurde in den Medien als “Menschenrechtspolitikerin” wegen der Causa Kurnaz gefeiert.

Jahre später konnte man in einem Interview in der sz mit Kurnaz nachlesen, dass seinem Anwalt Dokumente vorliegen, dass Angela Merkel von den “Bush-Kriegern” überzeugt wurde, man könnte mit dieser Angelegenheit dem politischen Gegner schaden. Ich kann mich an keinen Journalisten erinnern, der diesem Vorwurf nachgegangen wäre, zumindest kenne ich keine diesbezüglichen Veröffentlichungen.

2013

Ist uns ja noch sehr präsent.
Interessant ist, nachdem die Negativberichterstattung beendet ist, steigt Steinbrück wieder im Ansehen bei den Bürgern.

Was mich erneut zu der Frage führt:

Machen Medien die Regierung?

18) kleinErna, Montag, 11. November 2013, 13:34 Uhr

Lieber Sprengmeister,
Sie scheinen diese Kanzlerin, wie sie tickt und wie auch sie manipulierbar ist, noch immer nicht verstanden zu haben (sonst hätten Sie sie nicht auch noch gewählt!).
Zum Einen hat sich Frau Merkel, von wenigen populistischen Ausnahmen (Chefsache!) abgesehen, noch nie um Innenpolitik gekümmert, sondern diese ihrem zumindest bisher leider meist äußerst unqualifizierten Minister-Personal überlassen, zum Anderen wartet sie vor jeder abschließenden Entscheidung (ausnahmslos!) erst einmal ab, welche öffentliche Meinung sich herauskristallisiert und durchsetzt und erst dann gibt sie ihre Entscheidung im Sinne dieser bereits tausendfach veröffentlichten Mehrheitsmeinung bekannt, und…, hat schon wieder bei uns Bürgern gewonnen! Wie schön für sie!
Da die Medien, egal ob schreibende Zunft oder Rundfunk/TV, die Bürger oftmals mit ihrer eigenen Meinung manipulieren, können sie doch auch (und tun sie bereits oftmals auch) damit die Kanzlerinnen-Entscheidungen entsprechend beeinflussen. Sie müssen nur möglichst Alle ins gleiche Horn stoßen, was leider öfter als gut für unsere Gesellschaft, schon funktioniert hat!
Ein äußerst gefährliches Spiel und Sie, lieber Herr Sprengmeister, haben das bisher noch nicht bemerkt?

19) JG, Montag, 11. November 2013, 13:50 Uhr

Ich fasse mal zusammen: Mutti mutiert immer mehr zum weiblichen Helmut Kohl. Das Gute daran: Wenn man den Gipfel der Macht erreicht hat, geht es anschließend bergab. Wenn man als Politiker zunehmend den Kontakt zur Realität verliert, sich für unersätzlich hält und Kritik an der eigenen Person für Gotteslästerung, ist das Ende erfahrungsgemäß nah.

20) Rischeck, Montag, 11. November 2013, 14:37 Uhr

Journalisten? Wer schon mal im Fernsehen eine vollständige Bundespressekonferenz mit Frau Merkel anschauen konnte und die oft peinlichen Fragen der Elite dieses Berufsstandes anhören musste, den wundert nicht, dass Frau Merkel solchen Leuten ungern Rede und Antwort steht. Mir ist hierzulande kein Berufsstand bekannt, der in nur einer Generation seine Reputation dermaßen verspielt hat wie die Journaille.

21) Politikverdruss, Montag, 11. November 2013, 14:53 Uhr

Frau Merkel ist gut beraten, sich in den Wochen der „Koalitionsverhandlungen“ mit öffentlichen Äußerungen zurückzuhalten.

In den Verhandlungen wird das gesamte Spektrum der zukünftigen Politik Deutschlands mehr oder weniger neu ausgerichtet. Diese ohnehin konfliktträchtige Übergangsphase hin zu einer neuen Regierung wird dadurch erschwert, dass die SPD im Hinblick auf das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen auch noch von der Zustimmung ihrer Parteimitglieder abhängig ist.

Während es Frau Merkel also an einem möglichst konfliktfreien Fortgang der „Verhandlungen“ gelegen sein muss, würden die Medien natürlich lieber über „Streit“ berichten. So fordert denn auch der neue Spiegel-Journalist N. Blome: „Streitet euch endlich!“ http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nikolaus-blome-zu-koalitionsverhandlungen-streitet-euch-a-932621.html

Natürlich gibt die „Friede, Freude, Eierkuchen-Stimmung“ unter den Koalitionären auch Anlass zur Sorge. Es scheint teuer zu werden. Gleichwohl ist von einem in der Öffentlichkeit ausgetragenen Streit über unterschiedliche Positionierungen zwischen den Verhandlungspartnern doch abzuraten. Das erschwert zwar die journalistische Arbeit, dient dafür aber mehr dem Aufbau einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen den zukünftigen Groß-Koalitionären.

An die Adresse der Medien: Vielleicht könnte man diese Phase ja nutzen, um mal wieder über die Euro-Krise zu berichten. So hört man, dass Herr Schäuble über eine europäische „Agentur“ zur Abwicklung von „Zombie-Banken“ nachdenkt. Warum liest man darüber in den Medien kaum etwas?

16) Frank Reichelt, Montag, 11. November 2013, 08:44 Uhr,

ich kann Ihnen nur zustimmen. Auch ich konnte das „Abdriften“ unserer Medien in die neo-liberale Ecke nicht beobachten. Aber bei diesen Fragen kommt es wohl auch auf die Perspektive an. Schön wäre es allerdings, wenn die Mit-Kommentatoren derart wichtige Beobachtungen belegen könnten.

22) Sempre Lallo, Montag, 11. November 2013, 15:43 Uhr

Ich weiß nicht, worüber ich mich (in Maßen) mehr aufregen soll, über Merkels Schweigemarsch oder über die Unfähigkeit der deutschen Journalisten.
Wenn Merkel meint, der Medienöffentlichkeit diktieren zu können, was wie Thema sein soll, dann muss es eben Journalisten geben, die in der Lage sind, sie auf der Grundlage fundierter Hintergrundinformationen so aus der Reserve zu locken, dass sie von ihrem Konzept abweichen muss. Da kann es dann vielleicht auch mal nötig sein, eine möglicherweise nicht vollständig korrekte Meldung abzusetzen, um zumindest ein Dementi zu provozieren.
Dazu reicht es natürlich nicht, (noch dazu oberflächliche) Online-Recherchen zu betreiben und/oder bei den Agenturen bzw. der Konkurrenz abzuschreiben.

Und dann muss man ja auch mal Eines feststellen: Wenn die Journalisten Merkel oder andere Politker dann schon mal an der Angel haben, agieren sie mit wenigen Ausnahmen als zahnlose Tiger. Ausnahmen gibt es nur selten, und dann gibt es wie zB bei Thomas Walde vom ZDF nicht selten das Problem, dass sich die “harte” Vorgehensweise mit der kaum versteckten offensichtlichen persönlichen oder politischen Antipathie vermengt.

Also: Einfach an die eigene Nase fassen, statt mehr oder weniger heulend das Informationsdefizit zu beklagen.

23) Sigmund, Montag, 11. November 2013, 16:28 Uhr

@ Erika
Mich müssen Sie nicht missionieren. Ich bin schon bekehrt. :-)

@ JG
Eben nicht Kohl. Der hatte eine Opposition, die ihm Zunder gab. Und die Massenmedien hatten sich auch ordentlich auf ihn eingeschossen. Damals entstand vermutlich auch die Legende von den “linken Mainstreammedien”.
Heute ist es umgekehrt: Die SPD legt sich brav auf den Rücken, weil ja das Land (also AM) vor der Partei käme, und der Journalismus – nun ja, ich reg mich nicht auf, mein Bluthochdruck…

24) Erwin Gabriel, Montag, 11. November 2013, 17:30 Uhr

Die allermeisten Journalisten helfen nicht bei der Meinungsbildung, sondern versuchen, die Meinungsbildung in ihrem Sinne zu beeinflussen. Das mag bei einem als persönlicher Kommentar gekennzeichnetem Beitrag zulässig sein, für die “normale” Berichterstattung ist das eine Schweinerei.

Dass die Medien maßgeblich mitgeholfen haben, Frau Merkel für weitere vier Jahre auf den Thron zu heben, kann auch nur von denen bestritten werden, die eine vorgefasste meinung zu diesem Thema haben. Dafür sind, nicht nur hier in diesem Blog, unzählige Beispiele aufgelistet worden (und die wurden dann nicht durch fakten widerlegt, sondern durch Meinungen bekämpft).

Frau Merkel agiert, das ist inzwischen meine Meinung, eher als eine Art Apparatschik denn als Demokratin. Selbst wenn Sie nicht die gleichen Ziele und die gleiche Politik wie die Sozialisten /Kommunisten der früheren DDR / UdSSR verfolgt, so erkenne ich doch einige Parallelen im Umgang mit Parlamenten, Parteimitgleidern, Wählern, Bürgern etc. Es hat schon etwas von DDR 2.0

25) mambo, Montag, 11. November 2013, 19:16 Uhr

Warum ,Herr Spreng, beschweren Sie sich ?
Sie haben diese Dame doch selbst gewählt !!!
Die defizite der frau merkel waren doch längst bekannt.

machmal kommt mir Ihr blog wie ein trojanisches pferd vor,
Sie kritisieren ein bißchen herum,
letztlich aber sind Sie ein cdu/fdp – “wirtschafts” -anhänger !
Nun bleiben Sie wenigstens konsequent und
huldigen Sie Ihrer Herzensdame merkel !

was mich aber angeht ,die Nachdenkseiten sind mir deutlich lieber
als Ihr blog !

26) karel, Montag, 11. November 2013, 21:24 Uhr

19) JG
Ich fasse auch mal zusammen:
Ein Helmut Kohl regierte 16 Jahre.
Das gönne ich auch unserer Kanzlerin.
Denn von Kohl lernen, heißt Siegen lernen.
Tragisch nur, daß die Medien “blind” für das Wesentliche sind.

27) Bernhard Paul, Montag, 11. November 2013, 23:08 Uhr

Das Medientier Spreng hat schon recht. Das hier einsetzende Medienbashing ist, zumindst was die sogenannte Qualitätspresse betrifft, auch ungerechtfertigt. Diese Kanzlerin entzieht sich der direkten Verantwortung vor der Öffentlichkeit und den Fragen der Medien. Das hat schon etwas von Absolutismus an sich. Zu erzwingen ist es ja nicht, dass sich die Regentin stellt.

Noch nie in der Nachkriegszeit ist Politik so unzureichend erklärt worden wie jetzt. Nicht bei Adenauer, schon gar nicht bei Brandt , Schmidt, Kohl oder zuletzt Schröder. Da kommt rein gar nichts mehr außer diplomatischen Floskeln des Regierungssprechers. Das ist das eigentliche Skandalon.

Gibt es eigentlich das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung noch, das die Pflicht hätte, politische Initiativen und das Regierungshandeln auf den verschiedensten Wegen, von der Zeitungsanzeige über Haushaltswurfsendungen oder Auftritte in Rundfunk, Fernsehen, Internet so zu erklären, dass der durchschnittliche Budnesbürger damit etwas anfangen und sich damit auseinandersetzen kann?

Das gab es mal, ja!

28) karel, Dienstag, 12. November 2013, 08:42 Uhr

27) Berhard Paul

Brandt, Schmidt, Schröder wurden Kanzler dank der Medien.
Kohl und Merkel trotz der Medien.

29) Frank Reichelt, Dienstag, 12. November 2013, 08:58 Uhr

Es gibt bei der ARD eine kleine aber feine Sendung, Deppendorfs Woche. Dort äußert sich der Leiter des Hauptstadstudios in Interviewform zum politischen Geschehen. Er gibt seine persönliche Ansicht, durchaus auch mit ironischem und sarkastischem Zungenschlag zum Besten, ein völliger Gegensatz zum ritualisierten und stocksteifen Verfahren der “Was nun…?” Sendungen oder der unsäglichen Sommerinterviews, mal ganz zu Schweigen vom “Duell” vor der Wahl.
In diesen Sendungen kann man nicht frei Fragen, sondern muss sich an ein vorgegebenes Konzept halten, das die Befragten nicht fordert und kaum Nachfragen zuläßt, von albernen Auswüchsen wie dem ZDF-Satzvervollständigungsspiel wollen wir gar nicht erst anfangen.

Wer Deppendorfs Woche noch nicht kennt und es sich mal ansehen möchte, einfach bei YouTube eingeben, ist meiner Ansicht nach eine gute Ergänzung zu Herrn Sprengs Blog.

30) Erwin Gabriel, Dienstag, 12. November 2013, 10:23 Uhr

28) karel, Dienstag, 12. November 2013, 08:42 Uhr

>> Brandt, Schmidt, Schröder wurden Kanzler dank der Medien.
>> Kohl und Merkel trotz der Medien.

Die beiden Helmuts übernahmen jeweils das Amt direkt vom Vorgänger, und gingen als Kanzler in die Wahl.

* Bei Brandt gegen Kiesinger standen viele Medien klar auf Brandts Seite, viele wichtige aber nicht (etwa BILD, BILD am Sonnntag, WELT am Sonntag; FAZ etc).
* Bei den späteren Wahlen Helmut Kohls waren die Meinungen auf die übliche Weise geteilt, nach der Einheit eher pro Kohl.
* Bei Kohl gegen Schröder 1998 standen die meisten Medien auf Schröders Seite (was nicht nur an den medien, sondern auch an Bestechungsaffären, Soli etc Kohls lag).
* Bei Schröder gegen Stoiber waren die Medien nicht unbedingt pro Schröder, aber zum Schluss Anti-Stoiber: Der hätte gewinnen können, wenn er sich klar gegen den Irak-Krieg ausgesprochen und zur Flutbesichtigung auch mal in den Osten gefahren wäre.
* Bei Merkel gegen Schröder waren die Fronten unklar, da vielen eher linkslastigen Journalisten der Kanzler der Bosse zu bossig war; Merkel war dagegen nicht nur eine Frau (was vielen Journalistinnen sehr gut gefiel – erst recht nach Macho Schröder), sondern hatte auch den noch ungeliebteren Helmut Kohl entmachtet. Dazu hat sie wirklich gute Kontakte zu Friede Springer und Liz Mohn
* Weder Steinmeier (2009) noch Steinbrück (2013) hatten in den Medien eine Chance gegen Angela Merkel.

31) Erwin Gabriel, Dienstag, 12. November 2013, 10:34 Uhr

@ 25) mambo, Montag, 11. November 2013, 19:16 Uhr

>> was mich aber angeht ,die Nachdenkseiten sind mir
>> deutlich lieber als Ihr blog !

Ganz so falsch liegen Sie sicher nicht mit Ihrer Einschätzung zu Herrn Spreng. Er ist sicherlich nicht per se CDU oder FDP, aber doch klar und deutlich erkennbar ein Konservativer. Aber es würde mich wundern, wenn er nicht auch bei einem konservativen Sozialdemokraten wie Helmut Schmidt oder Gerhard Schröder schon mal sein Kreuzchen gemacht hätte.

Was den Blog angeht, muss ich aber widersprechen. Hier gibt es eine Meinungsvielfalt, die sie dort nicht finden. Wenn Sie keine Meinungsvielfalt wollen, mögen Sie dort aber besser aufgehoben sein.

Es grüßt
Erwin Gabriel

32) StefanP, Dienstag, 12. November 2013, 10:35 Uhr

Oft passt der Kommentar der Woche zur Aktualität, doch diesmal liegt Michael Spreng völlig daneben. Die gegenwärtige Bundesregierung ist nur noch geschäftsführend im Amt, sie darf keine schwerwiegenden politischen Entscheidungen mehr treffen. Das gilt auch für die Bundeskanzlerin. Findet man dazu einen Hinweis? Nein. Vergleicht man die deutsche Hauptstadtpresse mit der in den USA oder Frankreich, geht der Vorwurf, handzahm zu sein, ohnehin fehl.

Statt mit solchen Petitessen hätte sich der Bloginhaber durchaus mit den äußerst harmonischen Koalitionsverhandlungen in Ballsälen beschäftigen dürfen. Vor vier Jahren zog man hier ja über angebliche Lobbygeschenke für Hoteliers zu Felde, wo nicht mal sicher war, ob diese Begünstigungen überhaupt bei den Begünstigten ankamen. Kein Wort verliert Herr Spreng (65) bisher zu den beabsichtigten Wahlgeschenken an die Senioren der Republik zu Lasten der jungen Generationen. Hier sind die Adressaten genau spezifiziert und sie sind keineswegs bedürftig. Mütterrente und abschlagsfreie Rente sind Geschenke an die Wähler, die den künftigen Koalitionären die Stimmen gebracht haben. Dafür ist man offensichtlich bereit, den Steuerzahler und Beitragszahler dauerhaft zusätzliche zweistellige Milliardenlasten aufzubürden, damit eine saturierte Rentnergeneration noch mehr gepampert wird. Selbstverständlich scheut man dafür auch nicht den offenen Rechtsbruch bzw. ändert, ohne dass es einer Regierung bedarf, gleich das Gesetz.

Dieser Raubzug an den Jüngeren dieses Landes wäre ein Thema gewesen. Aber das überlässt man dann doch lieber der angeblich handzahmen Hauptstadtpresse.

33) Sigmund, Dienstag, 12. November 2013, 11:22 Uhr

Das Elend des (deutschen) Journalismus ist ja viel schlimmer. Politik wird als Seifenoper aufgeführt, weshalb nur noch die unwichtigen, aber leicht vermittelbaren Aspekte durchgekaut werden. Bsp. die letzte Plasberg-Show: Ich hab es mir gar nicht angetan, nur der Titel allein hat mich nachhaltig abgeschreckt.
Die Journalisten gehen vom dümmsten anzunehmenden Konsumenten aus, und deshalb gibt es dann solche “Diskurse” wie:

Wer nun genau was “vergeigt” hat, worin diese Vergeigung besteht, keine Ahnung hat der J. von heute. Und auch in den beliebten Umfragen finden sich zwar jede Menge Ja oder Neins dazu, aber wenn die Frage lauten würde: Was ist das eigentlich, so’ne Energiewende, die meisten Konsumenten hätten keine Ahnung. und ich fürchte, die meisten Journalisten auch nicht. (Es gibt natürlich ehrenwerte Ausnahmen, wie Harald Schumann, oder Kai Biermann. Aber das ersterer ausgerechnet vom Spiegel weggemobbt wurde, sagt ja alles.)

http://www.youtube.com/watch?v=XaWE8K2nRVs

DAS zeigt das Elend noch mal deutlich. Nicht nur ,das es ein Holländer war, weil kein dt. J. dazu in der Lage war, nein viel schlimmer: Die lachen noch über die Frage.
Klar, wie kann man nur so was albernes fragen: Da ist doch Ullas Dienstwagen viel wichtiger, oder Peers Mittelfinger, Schulkantinen-Speisepläne, oder was eine Randgruppe einer (damals noch) Splitterpartei namens “Grüne” irgendwann zu Kaisers Zeiten für abstruse Forderungen gestellt.
Und, liebe Mitkommentatoren, ist es ihnen aufgefallen? Seit dem Wahlsonntag ist das Thema “grüne Päderasten” aus den Medien völlig raus: Klar, Mission accomplished.

34) Mende Tegen, Dienstag, 12. November 2013, 12:23 Uhr

16) Frank Reichelt

Dafür, dass Sie sich höchstpersönlich als klassisches Beispiel für die mehr als effektive Propaganda neoliberaler Gehirnwäsche outen, gebührt Ihnen selbstverständlich mein ehrlich gemeinter Dank. Darüber hinaus erfüllen Sie damit der Gesellschaft einen nicht zu unterschätzenden, wenn auch ungewollten Dienst.

35) J.Taylor, Dienstag, 12. November 2013, 12:57 Uhr

@Rischek, 11. November 14:37h
Wie recht Sie haben! Habe mich beim Lesen an einen Kollegen erinnert, der trotz eines Blickes, das dem einer Kuh beim Donnern recht nah gekommen ist, Gedanken über die Farbe der Oberbekleidung der deutschen Königin Merkel ventilierte, als wäre dies der Punkt, an dem die Offenbarung zu erwarten ist. Einige Journalisten sind intellektuell derart verkümmert, dass man tatsächlich verstehen kann, wenn eine auf Zeit gewählte Regierung diesen Idioten weder Rede noch Antwort gewährt. Politischer Journalismus ist hart, wohl zu hart für einige KollegInnen.

36) Erika, Dienstag, 12. November 2013, 13:03 Uhr

@) 29) Frank Reichelt, Dienstag, 12. November 2013, 08:58 Uhr

Deppendorfs Woche??????????

Jetzt verwundern Sie mich aber doch sehr:

vor dem Gipfel: “Ohne sie geht bei diesen Veranstaltungen nichts mehr.”

http://www.tagesschau.de/inland/deppendorfswoche/deppendorfswoche1250.html

————————————————————————————————————————-
nach dem Gipfel:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/giftgasangriff-g-20-gipfel-scheitert-mit-erklaerung-zu-syrien-a-920908.html

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/g-20-blamage-zu-syrien-merkel-wirft-eu-partnern-egoismus-vor-a-921068.html

37) Peter Christian Nowak, Dienstag, 12. November 2013, 19:28 Uhr

Das Volk sagt: Wir in Deutschland kommen – trotz Krise – noch ganz gut über die Runden, und wenn nicht, dann ist es wenigstens nicht so schlimm wie in Griechenland. Im Fernsehen spricht zu uns eine bescheidene Frau, und sie sagt: “Fürchtet euch nicht, ich halte den deutschen Laden schon zusammen!”

Die Journalisten/innen sind nur so gut, wie das Volk es zulässt, oder die Chefredaktionen.

Eine Kanzlerin Merkel, so wie sie eindeutig klar gewählt wurde, ist das mentale Spiegelbild der Gesellschaft.

So wie man Merkel buchstabiert, so buchstabieren Konservative auch ihre Lebensentwürfe: bescheiden, ehrgeizig, aber auch geizig, um nicht zu sagen „sparsam“. Sind immer für Sprüche gut, wie diese: Wer sucht findet Arbeit. Hauptsache Arbeit. Alle Hartzer sind faul…endlich wird auch in Europa Deutsch gesprochen!
Nun käme der Auftritt der ehrbaren Journalisten/innen, die weniger Angst vor möglichen Sanktionen ihrer informationshungrigen Konsumenten haben und sich trotzig dem Berufsethos verpflichtend die Fragen stellen, die jetzt gestellt werden müssten.
Sie werden oft nicht gestellt. Und wer es wagt, der kann unter Umständen sein „Blaues Wunder“ erleben.
Vielfältig auch sind die Dreistigkeiten der Volksvertreter: im ungünstigsten Fall bekommen sie auch auf höflicher Anfrage kein Interview, setzen sich in die Nesseln der Ungnade.
Und wenn sie denn eines bekommen, dann kann es passieren, dass in der Chefredaktion das Telefon klingelt. Das kann bedeuten: Anschließend Anmarsch zum Chef zwecks Rapport.
Weiß der Allmächtige, aber gewisse Fragen sind bei alten und jungen (oh Schreck, die gibt es auch!) Konservativen, die sich auch „Leistungsträger“ nennen, unerwünscht. – Warum? Sie möchten ihre Ikone nicht beschädigt wissen. Besonders Bild, Welt, Cicero, haben sich verpflichtet, viel Ehr zu zollen und die Kanzlerin durch Hofknicks untertänigst zu würdigen. Wie viele Biographien existieren eigentlich von Merkel, die von ihr wohlwollend geduldet werden, oder sogar wohlgefällig an CDU-affine Journalisten in Auftrag gegeben wurden?
So wie Merkel möchten 41,5% des Wahlvolkes sein? Letztendlich wohl doch!
Merkel setzt auf ein System, das die beste Inszenierung belohnt! Das macht auf Konservative Eindruck! Ihre Inszenierung ist eigentlich flach wie simpel: sie besteht aus Zugeständnissen, wenn der gesellschaftliche Druck ihre Macht zu gefährden beginnt.
Anschließend gilt wieder: „Fürchtet euch nicht, ich halte den deutschen Laden schon zusammen!“
Das haben sich die Konservativen wie einen Bibelspruch zu eigen gemacht. Credo!
Seht her, so funktioniert Machterhalt!

38) kleinErna, Dienstag, 12. November 2013, 22:46 Uhr

Verehrter 28) karel, da haben Sie Politik und Geschichte aber gründlich mißverstanden. Umgekehrt isses richtig, Brandt, Schmidt und Schröder wurden nach Kampagnen, die von den Wählern ausgingen, gewählt. Bei Kohl ging es schon mit einem Mißtrauensvotum gegen Schmidt, nur im Parlament aber nicht bei einer Wahl los und dann kamen die Medien. Und wenn Sie das seinerzeit noch nicht als mündiger Wähler miterleben durften (die Rache der späten Geburt, oder aufgrund einer spätpubertären Entwicklung?), so sollten Sie doch spätestens bei der letzten Wahl mit offenen Augen die Presse (und z.B. auch die Veröffentlichungen unseres Sprengmeisters) verfolgt haben. Sie haben sich also unter Nr. 28 sicher verschrieben, sondst müßte man denken . . . .

39) Mende Tegen, Mittwoch, 13. November 2013, 07:25 Uhr

@m.spreng

Off topic:

Da haben Sie aber eine „bella figura“ gemacht gestern bei Herrn Pelzig/Barwasser! Bravo! (Schleimer-Modus übrigens auf off gestellt.)

40) Michael Hoeldke, Mittwoch, 13. November 2013, 08:52 Uhr

Das scheint die Krux aller Politiker zu sein, die zu lange an der Macht sind: Sie entwickeln Paranoia. Wie bei ihrem Vorgänger Gerhard Schröder und ihrem Vorvorgänger und Ziehvater Helmut Kohl gesellte sich zur Routine der Macht auch deren Arroganz. Entscheidungskompetenz scheint die Anzahl der Opponenten wachsen zu lassen, auch und vielleicht gerade, wenn man wenig entscheidungsfreudig ist .

Und so ist der Machtinhaber gezwungen, Abkürzungen seiner Durchsetzungskraft zu entwickeln. Kohl hat Journalisten vor laufender Kamera niedergemacht. Schröder hat seinen Realitätsverlust in der Elefantenrunde nach seiner Abwahl dokumentiert. Und Merkel sitzt stehend aus, indem sie sich nicht vernehmen lässt.

Eine Amtszeitbegrenzung hilft hier nur scheinbar, zumal die Kanzlerin sich schon zu einer Lame Duck per se erwiesen hat. Guter Rat ist teuer. Zu teuer.

41) Björn Winkler, Mittwoch, 13. November 2013, 09:12 Uhr

… worin bestünde denn das Problem, würden sich die Medien kritisch nicht mit dem auseinandersetzen, was Frau Merkel **sagt**, sondern (weil sie nichts sagt) damit, was sie **tut**, was sie **bewirkt**? Oder was sie eben **nicht** bewsagt?

Ach so, dann müssten die Medien ihr bequemes Berlin verlassen, könnten nicht mehr nur gemütlich in Pressekonferenzen und einschlägigen Politiker-Restaurants sitzen. Dann müssten die Medien ‘raus in die Republik, müssten **recherchieren**, womöglich gar “investigativ”!

Nein, also das “geht ja gar nicht”, Frau Merkel hat gefälligst mitzuspielen, so wie Medienvertreter sagen, dass es zu sein hat!

Nein?!
;-)

42) Johannes Lamp, Mittwoch, 13. November 2013, 10:54 Uhr

Spreng gesehen bei Pelzig – Highlight!!! – Mehr davon!

43) riskro, Mittwoch, 13. November 2013, 12:17 Uhr

Für mich unerträglich ist, wie von Seiten der in vielen Bereichen von der Politik abhängigen Medien Meinungsmache betrieben wird.
Stellvertretend hat Plasberg in seiner Sendung am 11.11.2013 wörtlich gesagt:

Wir wollten die Große Koalition.

Dieses wird von 95% der Journale vertreten, auch vom Blogbetreiber.

Als erstes stellt sich mir hier die Frage, wer ist WIR?

Zweitens auf welche repräsentative Umfrage basiert diese Behauptung?

Der Wähler hat den sich zur Wahl gestellten “Blöcken” eine Absage erteilt.

Bei der Wahl stand eine Große Koalition nie zur Debatte.
Der Aussage fehlt deshalb jede demografische Grundlage.

Die jetzt stattfindenden Verhandlungen spiegeln deshalb in keiner Weise den Wählerwillen wieder.
Dieses wird von der Politik einfach behauptet und von den Medien auf Weisung verbreitet.

Wenn Merkel ihr Wahlergebnis von 34,.. % als großes Wahlsieg auslegt, soll sie dieses Sieges zur Folge, regieren. Um auf 41,.. % zu kommen von mir aus in Kola mit der bayerischen Landespartei CSU.

Wenn sie dazu nicht bereit ist muss es NEUWAHLEN geben oder zumindest eine Befragung der Wähler durchgeführt werden, ob der Souverän eine GoKo wünscht.

Die Bildung einer GoKo nur von einer Befragung der Mitglieder der SPD und ihrem Votum abhängig zu machen, ist meiner Meinung nach rechtlich anfechtbar.

Unabhängig davon ist -wenn überhaupt zulässig- die Verhandlungen in Berlin nur auf Augenhöhe möglich.
Die erzielten Wahlergebnisse dürfen bei diesen Verhandlungen keine Rolle mehr spielen, sie sind überholt.
Entweder regiert die Union mit ihrem erzielten Wahlergebnis alleine oder es gibt Neuwahlen.
Wenn sie sich gezwungen sieht, mit dem Loser der Wahl der SPD über eine Regierungsbildung verhandeln zu müssen um sofort an der macht zu bleiben, geht das nur auf Augenhöhe.

Der Blogbetreiber schreibt in seinen Kommentar unter anderen:
…….. Demokratie lebt von der kritischen Auseinandersetzung, die Journalisten stellvertretend für die Wähler mit den Spitzenpolitikern führen. Fällt diese aus, können die Medien nur noch unzureichend ihre Aufgabe erfüllen. Und die Mächtigen werden weniger kontrolliert…….

Werter Sprengmeister, Abhängigkeit verbietet Kritik.

Wir haben keine Demokratie sondern eine Parteiendiktatur. Die versucht, die CDU mit allen Mitteln zu verteidigen. Sie hält, ein Wahlrecht, dass alle vier Jahre dem Souverän zugestanden wird, für ausreichend,
weil:
1) ein Wahlergebnis anschliesend nach gut Dünken zum eigenen Vorteil ausgelegt werden kann,
ohne das sich Jemand darüber aufregt.
2) Man den Bürger für zu dumm hält, wie von Dohnanyi in einer Talkshow wörtlich gesagt hat.

Die Meinungsmache, die die Journalisten versucht zu betreiben, lässt sich auch daran erkennen, dass man verbreitet, die SPD ist drauf und dran ihre Forderungen hauptsächlich durchzusetzen. Das soll die 500.000 SPD-Mitglieder dazu bewegen bei der anstehenden Befragung mit

JA

zu stimmen.

44) cobra, Mittwoch, 13. November 2013, 15:19 Uhr

Sicherlich hat jeder Mensch das Recht, ein Interview zu verweigern, aber ein poltisches Amt ist auch mit einer gewissen Informationspflicht verbunden. Es darf doch sehr bezweifelt werden, dass die Bundeskanzlerin Merkel dieser Pflicht nachkommt.

Es gibt schon lange viel zu wenig kritische Journalisten, die intensiv nachfragen und sich weigern, ein völlig uninteressantes “BlaBla” als äußerst wichtige Meinungsäußerung zu verbreiten.

Ich möchte die Medienvertreter zu massivem Protest auffordern:
Motto: Ohne aussagefähige Stellungnahme auch keine Erwähnung in den Medien!

45) F.Crawley, Mittwoch, 13. November 2013, 17:43 Uhr

Ich glaub die is auch bei der NSA.

46) Bernhard Paul, Mittwoch, 13. November 2013, 18:13 Uhr

@49 Björn Winkler

Nein!

47) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 13. November 2013, 19:04 Uhr

42) riskro,
Herr Dohnanyi ist einfach nur das letzte Elend einer zurückgebliebenen neoliberalen Ideologie. Ich weiß, dass viele Politiker sich weigern, an einer Talkshow teilzunehmen, wenn das Überbleisel einer längst verganenen Epoche des Feudalherrschertums angesagt ist.
Übrigens habe ich die Sendung auch gesehen, wo er sich krachend blamiert hat. Den Mann muß man einfach ignorieren. Ansonsten wäre seine Blasiertheit einfach nicht zu ertragen!

48) Rapunzel, Mittwoch, 13. November 2013, 19:43 Uhr

@Cobra
Das Problem in der “Berliner Republik” liegt an eben dieser. Lobbyisten kaufen Politiker und die Politiker die Journalisten. Die wiederum u. A. abhängig sind von Werbung (Lobbyisten). In Berlin sitzen praktischerweise alle in gutem Abstand zur Realität zusammen. Wer ernsthaft Kritik übt, fliegt raus aus diesen Kreisen. Dann gibts keine Interviews mehr, oder ein Vorwand zur Diskreditierung wird gefunden.
Ich finde Ihren Lösungsvorschlag einfach und gut. Jedoch fürchte ich die “Schere im Kopf” ist leider längst verwachsen.

49) Erika, Mittwoch, 13. November 2013, 21:52 Uhr

@ 39) Michael Hoeldke

Schröder war wohl eher von seinem guten Ergebnis überrascht und hatte schon mal gefeiert – wir erinnern uns noch im Sommer 2005 sagte man uns eine absolute Mehrheit für Angela Merkel voraus.
———————————————————————————————————————–

aus spiegel online von sept. 2005:

<<<Westerwelle: "Stalking"

Das Problem: Die Liberalen wehren sich mit Händen und Füßen gegen die Umarmung. FDP-Chef Guido Westerwelle schloss heute erneut unmissverständlich jegliche Zusammenarbeit mit Rot-Grün aus. "Herr Schröder bekommt von uns nicht eine Stimme", so Westerwelle. Man werde die Einladung der SPD nicht annehmen, weil die Union die Wahl gewonnen habe. Daher werde man nur mit Angela Merkel Gespräche führen, stellte Westerwelle klar. Der FDP-Chef sagte genervt, die Annäherungsversuche der SPD grenzten an "Stalking", und das sei in Deutschland verboten.<<<<<
_______________________________________________________________________________________

Wie man dieses Verhalten wohl heute in der FDP sieht? Westerwelle hat zu Gunsten Angela Merkels auf die Möglichkeit wieder "Zünglein an der Waage zu sein" verzichtet. Gedankt hat sie es ihm nicht.

50) karel, Mittwoch, 13. November 2013, 23:51 Uhr

30) Erwin Gabriel

Mit Ihnen diskutiere ich eigentlich am liebsten, bleiben Sie doch so wohltuend sachlich,
auch wenn Sie “mal” richtig liegen…. ;-)

Und was die Medien angeht, so habe ich noch in Erinnerung, daß mein altes Windows-Word
mit der damaligen Rechtschreibprüfung beim Wort “Linksindellektueller” sofort den Fehler anzeigte,
bei dem Wort “Rechtsindellektueller” aber nicht reagierte, also nicht kannte.
Will damit sagen, daß die Linksintellektuellen die prägende Kraft waren und es bis heute sind,, besonders in den Medien.
Rechtsintellektuelle…..Fehlanzeige. Kennen Sie welche? Außer Martin Walser vielleicht?
Denken Sie doch an die Kampa 69. Brandt, Böll, Grass gehörten dazu.
Allesamt spätere Nobelpreisträger. Für mich schon eine bemerkenswerte Begebenheit.
69, das war eine emotional aufgeladene Zeit. Schlimm, wie ich fand. Mein “Käfer” damals trug ein CDU-Emblem, als ein Zeichen “dagegen”. Und danach trug der Käfer eine tiefe, weitreichende Kerbe im Lack. Und seitdem ist, was die SPD angeht, bei mir der “Lack” ab. Sie wissen ja, wer jung ist, bei dem schlägt der Herz “links”. Bei mir seitdem nicht mehr. Jeder macht mal einen Fehler,
das aber war kein Fehler, das war schlicht und einfach “demokratiefeindlich”, “Intoleranz” in ganz übler Form.
Der heutige gesellschaftliche “Sound” stammt aus dieser Zeit. Und damit auch in den Medien.
Daß Kohl den “SPIEGEL” damals “links” liegen ließ, also kein Interview mehr gewährte, ganz und gar ignorierte, hatte seine handfesten Gründe. Wurde er doch als “Birne” verspottet. Das entsprach dem damaligen Zeitgeist: keine sachliche Auseinandersetzung, eher oberlehrerhafte Belehrung, ja Diffamierung war angesagt.
Was auch im sogenannten Spendenskandal um Kohl sichtbar wird. Die Skandale hatte auch die SPD, nur wurde darüber kaum berichtet, ist also kaum bekannt. “Napthali”, Rubrik “Nachleben” z.B., ein Google-Hinweis für Interessierte.
Eine weitere Episode um Kohl:
als er Helmut Schmidt damals “beerbte”, stellte er durch eigenes Handeln sich damals 3 Monate später dem “Souverän” zur Wahl, um dann nach dem Wahlsieg mit Volkes Votum regieren zu können.
Der Grundton der Medien ist auch heute noch eher “links”, obwohl viele dies nicht so sehen, es so wahrnehmen, wahrnehmen wollen. Es gibt ja auch sehr Wenige, die wahrgenommen haben, daß die SPD-eigene DDVG als ein starker Meinungsbildner mehr als ein Drittel der Bevölkerung täglich erreicht. Und dies neben der ARD, der WAZ und vieler anderer “Meinungsbildner”.

kleinErna
Ich bin 1942 geboren, daher schon zu alt gewesen, um den “Klängen” der 68er Zeit zu erliegen.
Ich will beleibe nicht Recht behalten, nur haben mir die Ereignisse seit dieser Zeit in vielen Dingen Recht gegeben. Leider.

Gruß
karel
PS: und was den “Deppendorf” hier im Forum angeht, so habe ich mir den 2x angetan,
seitdem zappe ich weg, kenne ihn und seine “Darbietungen” nicht mehr.

51) wschira, Donnerstag, 14. November 2013, 09:48 Uhr

@32) StefanP

Mit den “Jüngeren” meinen Sie wohl sich?

@49) karel

Dann können Sie also noch nicht einmal “die Gnade der späten Geburt” für das reklamieren, was Sie hier so von sich geben!? Wirklich ein tragischer Fall! :-)

52) Kajo Lang, Donnerstag, 14. November 2013, 09:58 Uhr

An Teflon-Mutti bleibt nichts haften

Stellen Sie sich das folgende Szenario vor: Eine der höchst dotierten Fußballmannschaften der Welt gerät in die Kritik. Festgestellt wird, dass der Torwart eine Pfeife, die Verteidigung dem Schlafwagenabteil entstiegen, das Mittelfeld eine Katastrophe und der Sturm ein Totalausfall ist. Die ganze Mannschaft eine Zumutung! Es hagelt Kritik von allen Seiten. Jedem Spieler wird bescheinigt, dass er nichts taugt.
Die normale Reaktion wäre die, dass man den Trainer hochkantig hinauskomplimentiert. Im Fußball mag das so sein. Nicht so in der deutschen Politik. Um im Vergleich zu bleiben, die Mannschaft ist katastrophal – aber die Trainerin! Die, ja, die ist die beste. Von allen unterirdischen Leistungen ihrer Mannschaft bleibt an ihr nichts haften. Es ist Mutti, an der alles abgleitet, gerade so, als wäre nichts gewesen.
Tatsächlich bleibt an Angela Merkel nichts haften. Wie schlecht ihre Ministerriege auch sei – dem Volk ist’s recht. Alle anderen Politiker stehen unter Beobachtung und zum Teil ätzender Kritik, nur die Bundeskanzlerin nicht. Warum ist das so?
Ist Angela Merkel besonders schlau? Offensichtlich nicht, denn sonst wäre ihre Personalauswahl gescheiter.
Warum steht sie dann über den Dingen?
Zuerst einmal steht sie wirklich über den Dingen. Dies dokumentiert sie durch äußerst erfolg-reiche Prinzipienfreiheit. Im Klartext: Wer keine Überzeugung hat, braucht sich um nichts zu scheren. Beispiel gefällig? Abschaffung des Wehrdienstes, Wiedereinstieg in den Ausstieg der Kernenergie und danach Rolle rückwärts, Brennelementesteuer, Pkw-Maut und und und.
Und wenn Merkel sich dann doch einmal festlegen sollte, sind Tage und Wochen vergangen, ehe sie gemäß aktueller Wählerbefragungen exakt die Meinung vertritt, die die Mehrheit ver-tritt. So ein Zufall! Wenn’s dann doch einmal schief gehen sollte, beweist sie mit Treueschwur und Stehvermögen, wie schnell sie Untergebene vors Schienbein tritt.
Diese Kuriosität wie auch ihre Feststellung ist nicht neu. Sorgen machen muss man sich hinge-gen seit einigen Jahren um die Presse, die statt applaudieren lieber kritisieren sollte. Tut sie aber nicht. Der ach so von sich selbst überzeugte Qualitätsjournalismus befleißigt sich, zu ähn-licher Gleichförmigkeit zu generieren wie die Teflonbeschichtung, an der einfach nichts haften will.
Insofern ist Merkel nicht unantastbar. Sie wird es aber sein, solange der deutsche Journalismus aus eigener Überzeugungslosigkeit und Arbeitsverweigerung Merkel erst zu dem macht, was sie derzeit ist: Teflon-Mutti.
http://www.wikimerkur.de

53) Politikverdruss, Donnerstag, 14. November 2013, 11:11 Uhr

Der Medienforscher Professor Kepplinger hat die „Rivalität um Macht und Moral“ innerhalb der Berufsgruppen der Politiker und Journalisten empirisch untersucht. http://www.kepplinger.de/files/Rivalitaet%20um%20Macht%20und%20Moral.pdf

Er ist zu dem Ergebnis gelangt, dass sich das „Machtgefälle zwischen Medien und Politik in Zukunft weiter zugunsten der Medien verschieben wird.“

Ein gutes Beispiel dafür bietet heute die SZ. Der „deutsche Oberjournalist“ Heribert Prantl kritisiert die Wirtschaftsweisen(Sachverständigenrat). Sie seien „wichtigtuerisch und anmaßend, also unverschämt“, weil sie sich gegen den Mindestlohn ausgesprochen haben. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/einmischung-in-koalitionsverhandlungen-warum-die-wirtschaftsweisen-ihren-namen-nicht-verdient-haben-1.1818205

Natürlich strotzt dieser „Kommentar“ selbst nur so vor Anmaßung, Wichtigtuerei und Unverschämtheit. Selbstverständlich ist es die Pflicht der Wirtschaftsweisen, einzelne geplante Maßnahmen der zukünftigen Bundesregierung zu bewerten. Oder soll man sich darauf verlassen, was z.B. Frau Nahles dazu sagt.

„Der Sachverständigenrat soll in seinen Gutachten die jeweilige gesamtwirtschaftliche Lage
und deren absehbare Entwicklung darstellen. Dabei soll er untersuchen, wie im Rahmen der
marktwirtschaftlichen Ordnung gleichzeitig Stabilität des Preisniveaus, hoher
Beschäftigungsstand und außenwirtschaftliches Gleichgewicht bei stetigem und angemessenem Wachstum gewährleistet werden können.“ http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/Sonstiges/Gesetz_SRW.pdf

Auf diesem Hintergrund ist Frau Merkel, ist die Politik insgesamt gut beraten, die Medien auf Distanz zu halten und im Zweifelsfall lieber auf die eigens dazu eingesetzten Fachleute zu hören, als auf die „meinungsmachenden Prantls“ dieser Republik.

54) cobra, Donnerstag, 14. November 2013, 14:37 Uhr

@Rapunzel (48)
Leider haben Sie Recht mit der Beschreibung des aktuellen Zustandes in dieser Republik.
In Brüssel ist die Lobbyismus-Plage wahrscheinlich noch viel schlimmer.
Führungskräfte haben meistens den Hang “Abnicker” in die nächste Ebene zu berufen, weil sie auf diese Weise Widerspruch vermeiden können. Fehler im System können aber nur dann aufgedeckt und – hoffentlich rechtzeitig – beseitigt werden, wenn sich jemand traut, darauf hinzuweisen.
Diese Tatsache wird von den o.g. Führungskräften ignoriert, weil für das so verursachte Drama höchstwahrscheinlich der Nachfolger zuständig ist.

Im Altertum gab es mal die Sitte, Überbringer schlechter Nachrichten zu exekutieren; die schlechten Nachrichten blieben dann aus. Die zugehörige Staatsführung war dann aber auch bald am Ende.
Bei uns muss ein Kritiker zum Glück i.d.R. nicht mehr mit solchen Konsequenzen rechnen.
(Völlig überzogene Bestrafungsaktionen für Whistleblower sind ein besonderes Thema.)

Da jedes System ( auch jedes politische S. !) nur dann längerfristig existieren kann, wenn Probleme aufgedeckt werden, sind kritische Journalisten unbedingt erforderlich.
Also: lieber auch mal einen kleinen Vorteil nicht ergattern oder sich auch mal anraunzen lassen, als jeden Morgen im Spiegel die eigene Authentizität vergeblich suchen.

55) Don Corleone, Donnerstag, 14. November 2013, 17:18 Uhr

53) Politikverdruss, Donnerstag, 14. November 2013, 11:11 Uhr

Vielen Dank für Ihre kundige Erwähnung der “Süddeutschen Zeitung”, die mit ihrem mittlerweile etablierten Kosenamen “Prantl-Prawda” noch gut bedient ist. Im Vergleich mit der “SZ”, sagen nicht nur Bayern, sei die “taz” geradezu ein rechtskonservatives Blatt, wenn nicht sogar (Schreck lass nach!) neoliberal. :-)
Herzliche Grüße!

56) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 14. November 2013, 19:53 Uhr

53) Politikverdruss,

Man kann sich natürlich über die politischen Positionen wie Schreibstil eines Herrn Prantl streiten. Man muss nicht mit jeder Meinungsäußerung einverstanden sein. Kommentare bilden stets die eigene Meinung ab.
Aber ebenso sollte man die sogenannten “Wirtschaftsweisen” und ihre Meinung nicht zum “Grundgesetz” der Ökonomie machen. Auch die sind in ihren Bewertungen oft nicht unabhängig genug, um zu ideologiefreien Einschätzungen zu kommen. Stets steht es dort 4:1, da Herr Bofinger fast immer gegenteiliger Meinung ist. So auch beim Mindestlohn.. Daraus folgt: es gibt auch andere “Weisen”, die genau zur entgegengesetzten Einschätzung in ihrer Bewertung kommen. Vier Neoliberale gegen einen Keynesianer.

57) Politikverdruss, Freitag, 15. November 2013, 10:57 Uhr

56) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 14. November 2013, 19:53 Uhr,

Bofinger Keynesianer? Wenn das so wäre, müsste er jetzt, in einer Phase „sprudelnder Steuereinnahmen“, dafür eintreten, Rücklagen zu bilden und Schulden abzubauen. Macht er das? Ich glaube der gute Keynes würde sich wirklich im Grab rumdrehen, wenn er wüsste, wie verfälschend seine Theorien heute missbraucht werden.

Bofinger ist seit 2004 Gewerkschaftsvertreter im Sachverständigenrat. Darüber hinaus ist er Mitglied im INET (Institute for New Economic Thinking). Das INET wurde von George Soros gegründet und wird von ihm finanziert. Geschäftsführer des INET-Instituts ist Robert Johnson, früherer Managing Director des Hedge-Fonds Soros Fund Management.

Das Handelsblatt titelte: „Millionenangriff auf die etablierte VWL,1992 hat er die Bank of England geknackt – jetzt nimmt er sich die etablierte Volkswirtschaftslehre (VWL) vor: Der legendäre Investor und Milliardär George Soros steckt 50 Millionen Dollar in eine neue ökonomische Denkfabrik mit dem programmatischen Namen „Institute for New Economic Thinking“ (INET).“ http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/george-soros-millionen-angriff-auf-etablierte-vwl/3294036.html

Ja, lieber Herr Nowak, so läuft das, wenn „Philanthropen“ ihre „uneigennützigen“ Ziele verfolgen. Wissen Sie, ich hätte ja gar nichts dagegen, dass Soros seine „Knete“ scheffelt. Soll er, ich gönn’s ihm. Dass er das aber unter der Maskierung als „Menschenfreund“ versucht und dass er die Freiheit der Wissenschaft mit seinem Geld bedroht, dass ist ihm übel zu nehmen. Und dass sich Herr Bofinger vor diesen „Karren“ spannen lässt, spricht nun nicht gerade für seine wissenschaftliche Reputation.

58) Politikverdruss, Freitag, 15. November 2013, 11:28 Uhr

55) Don Corleone, Donnerstag, 14. November 2013, 17:18 Uhr,

lieber Mitstreiter,

dass die taz eine derart erfolgreiche Entwicklung durchgemacht hat, ist mir gar nicht aufgefallen. Zuletzt zeigte sich das Blatt ja als Musterbeispiel für „innere Pressefreiheit“. Christian Füller könnte da sicher mehr zu sagen. Auch Ihnen vielen Dank für diesen Einblick und

ein sonniges Wochenende.

59) Klimsch, Freitag, 15. November 2013, 15:35 Uhr

Die Kanzlerin warnt… Der und jener warnt.
Das hört man von verantwortlichen Politikern immer wieder mal.
Wir Bürger warnen auch, nämlich vor Politikern, die warnen, statt aktiv zu regieren.
Regieren heißt nach unserer Auffassung:
Die Probleme, wo gegen Gesetze verstoßen wird oder wo sich gegen eine beachtliche Mehrheit im Volk verhalten wird, zu erkennen und an deren Abstellung erkennbar zu arbeiten.
MfG
Klimsch

60) Peter Christian Nowak, Freitag, 15. November 2013, 17:58 Uhr

57) Politikverdruss,
Vielleicht ist für die Rückzahlung kein Geld da. Vielleicht sind Steuerschätzungen einfach nur Wetten auf eine ziemlich unsichere Zukunft. Vielleicht ist Herr Soros nur ein “Produkt” des derzeitigen Weltfinanzsystems und macht nichts anderes, als ein Zocker in der Spielbude. Er weiß ja, dass die Staaten immer eine Nasenlänge zu dem zurückbleiben, was eigentlich an Maßnahmen zur notwendig wäre – falls systemische Banken einmal mehr gerettet werden müssen. Was ich damit sagen will: bei allem Bemühen ist das Weltfinanzsystem nach wie vor auf selben Trip unterwegs wie “Vor der Krise”
Herr Bofinger sieht das möglicherweise entsprechend skeptisch. Im Gegensatz zu den ordoliberalen, angebotsorientierten Wirtschaftsweisen.
Und er sieht, dass die gigantischen Schulden auch, und nicht zuletzt, durch Rettungspakete ebenso gigantischer Art aufgehäufelt wurden. Geld, das auf Nimmer-Wiedersehen für den Staat futsch ist.

Man denke nicht, dass die Spirale sich nunmehr nicht mehr zu drehen vermag – nach dem Desaster. Es geht lustig weiter. Die Banken denken sich wieder neue Verbriefungen und andere raffinierte Finanzprodukte aus und laufen ganz gut im Geschäft! – Bis es wieder kracht! Dafür haben die Neoliberalen genauso wenig Rezepte, wie sie hartnäckig ihre Ideologie des „freien Marktes, der alles schon richtet“ propagieren!
Und geben sprichwörtliche Prognosen ab, welche die Zukunft betreffen sollen, was sie grundsätzlich nicht zu leisten vermögen.

Das Herbstgutachten, das 33 Milliarden Überschüsse prognostiziert, geht von Prämissen aus, das mit “erforderlichen” Auslassungen und unklaren Annahmen gespickt ist. Wie immer. Und natürlich fehlen nicht die so beliebten simplen “Strichverlängerungen” aus alten Zahlenwerken in die meist dunkle, und mehr unsichere Zukunft.
Zu irgendetwas müssen die vielen Statistiken der vergangenen Jahre schließlich gut sein.

Das alles mag Herrn Bofingers Optimismus für eine positive Perspektive für das Futur der finanziellen Situation des Landes ein wenig gebremst haben.

Das alles hat aber nichts mit seiner Neigung zum Keynesianismus zu tun. Seine Abordnung aus der gewerkschaftlichen Ecke auch nicht.

61) Cpt. Kirk, Samstag, 16. November 2013, 13:45 Uhr

Es ist doch genau dies der Erfolg unserer “Mutter”-Kanzlerin, die Nicht-Kommentierung der Nicht-Politik, alles soll so bleiben wie es ist- und das ist auch gut so! Bei der allgemeinen Politikverdrossenheit, die auch (nicht nur) durch die ewigen Phrasenwiederholungen in Talkshows und Medien zustande kommt, hebt sich die Kanzlerin durch wenige, gezielte Äußerungen von der oft grobschlächtigen Menge der Polit-Profis ab und natürlich vereinnahmt sie dadurch auch einen Großteil der Medien und damit auch der Bevölkerung für sich. Nicht umsonst ist sie in Beliebtheits-Umfragen doch immer weit vorne. Natürlich ist es für Politik-Interessierte dadurch häufig sehr schwer zu erahnen, was Frau Merkel denn gerade so denkt über das eine oder andere Thema, aber die Nachfrage erwarte ich dort schon von berichtenden Medien. Sich mit kommentarlosen Mitteilungen abspeisen zu lassen, ist weit unter dem Niveau vieler Schülerzeitungen und entspricht nun wirklich nicht den Gepflogenheiten freier Berichterstattung in diesem Lande. Es ist heutzutage für viele Medienvertreter augenscheinlich sinnvoller, jede Woche eine neue Sau gemeinsam durchs Dorf zu treiben, als wirklich kritische Berichterstattung der politischen Ereignisse. Dringend verbesserungswürdig!

62) sinistram, Samstag, 16. November 2013, 20:54 Uhr

Wenn man die Wörter “Merkel warnt” in eine gängige Internet-Suchmaschine eingibt, sprudeln in kürzester Zeit 1.440.000 Ergebnisse heraus, in Worten: fast 1,5 Millionen.

Warnen scheint mir das zu sein, was die Kanzlerin am besten kann und daher auch am liebsten und häufigsten macht. Dass sie mit ihren Äußerungen oft genug vor sich selber und der von ihr zu verantwortenden Politik warnt, scheint sie nicht zu stören. So auch in diesem von Michael Spreng angesprochenen Fall, wo Merkel vor einer Kostenexplosion bei den Energiepreisen warnt. Oder fällt ihr das gar nicht (mehr) auf?

63) Erika, Sonntag, 17. November 2013, 13:08 Uhr

@ 62) sinistram, Samstag, 16. November 2013, 20:54 Uhr

“warnen” und “mahnen”, das kann sie wirklich gut

64) chiefalfred, Dienstag, 19. November 2013, 14:11 Uhr

Irgendwo habe ich hier in den Kommentaren gelesen, dass Angela Merkel beliebt sei …
Mag ja alles auch stimmen … Aber mal ganz ehrlich – warum ist es so – wenn es tatsächlich so ist ?
Das Volk ist blind – taub und orbigkeitshörig … Die Patorentochter aus Hamburg ( denn dort wurde sie geboren ) ist nachdem sie von Kohl gemädchend wurde, zu fragwürdigem Ruhm gekommen,ebenso wie die Jungfrau zum Kind. Wer als Jugendliche in der FDJ war, und sich dort um Parteipropaganda grkümmert hat, weiss genau was zu tun ist … in jeder Situation. Angela Merkel ist nicht die fleischgewordene Mutter Gottes … auch nicht die Heilsbringerin für’s deutsche Volk, eher das genaue Gegenteil !!!

65) W. Zimmer, Dienstag, 19. November 2013, 14:22 Uhr

@63) Erika

“warnen” und “mahnen”, das kann sie wirklich gut

…und Dinge zur Chefsache erklären, und Gipfel anberaumen….und und und….

Am Ende bleibt aber leider nur eins übrig…..ein Vakuum.

66) Rapunzel, Donnerstag, 28. November 2013, 08:30 Uhr

Was Herr Soreng hier wiederholt versucht, ist Frau Merkel als “Opfer” darzustellen. Eine in Deutschland nicht allzu neue Strategie rechter Propaganda. In Sachen Totalüberwachung ist Frau Wortbruch Merkel Täterin, nicht Opfer.
Das Volk ist das Opfer.
Die Konservative Ideologie artet eben stets aus, wenn sie kann.

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