Montag, 13. Januar 2014, 17:00 Uhr

Die erste Schau ist gelaufen

Die ersten Wochen einer neuen Regierung sind für die Minister wie ein Laufsteg, eine große Modenschau, auf der sie ihren neuen Kleider präsentieren oder die alten ein bisschen umarrangieren.

Manche sind in Wirklichkeit politisch nackt, aber es geht vorrangig darum, Aufmerksamkeit zu erregen, sich dem Publikum bekannt oder oder im neuen Amt wieder bekannt zu machen, damit sie auch für die vollen vier Jahre gebucht und ihrem Ego entsprechend beachtet werden.

Um Politik geht es dabei eher nur am Rande. Je schriller die Präsentation, um so höher die Aufmerksamkeit. Kritik und Widerspruch steigert sie noch. So ist es auch bei den Ministern der Großen Koalition. Hoppla, da bin ich! Eine Stilkritik:

Am cleversten ist dabei wieder einmal Ursula von der Leyen. Sie trägt einfach ihre alten, aber sehr beliebten familienpolitischen Kleider im Verteidigungsministerium noch einmal auf, verkauft sie aber als neu. So bewegt sie sich auf sicherem Terrain. Alles, was mit Tarnanzügen zu tun hat, bleibt erst einmal nur Accessoire. Nur nicht zu weit vorwagen, sie könnte sonst auf dem Laufsteg stolpern.

Sehr geschickt, aber das Publikum wird bald erkennen, dass sie nur ihre alten Kleider aufträgt, und erwartet gespannt die neue verteidigungspolitische Kollektion.

Nach dieser Methode verfährt auch der neue Justizminister Heiko Maass. Er greift in den Schrank seiner Vorgängerin und holt deren Widerstandskleid gegen die Vorratsdatenspeicherung noch einmal hervor.

Ein sicherer Aufreger, der Aufmerksamkeit garantiert – auch deshalb, weil eigentlich seine Chefs vereinbart hatten, Frau Leutheusser-Schnarrenbergers alte Klamotten im Schrank zu lassen. Aber jetzt wissen immerhin schon fünf Prozent der Bevölkerung, wer Heiko Maass ist.

Arbeitsministerin Andrea Nahles dagegen präsentiert ein Modell, das schon einmal durchgefallen ist. Es heißt Steuererhöhungen. Keiner will es tragen, aber die Provokation wirkt. Hohe Aufmerksamkeit, viel Kritik und sogar ein paar Stimmen, die meinen, vielleicht müsse man auf das alte Modell doch noch einmal zurückgreifen, wenn die teuren Rentenschnittmuster nicht anders finanziert werden können.

Während sich Verkehrsminister Alexander Dobrindt öffentlich mit einem völlig verschnittenen Modell, der PKW-Maut, herumschlägt, präsentiert die neue Familienministerin Manuela Schwesig ein neues aufregendes Kleid, die 32-Stunden-Woche, das allerdings einen großen Nachteil hat – es ist so teuer, dass es keiner bezahlen kann. Sie verstolpert ihr Debüt, aber generiert immerhin Aufmerksamkeit.

Alle anderen neuen Mnister belassen es dabei, ihre neue Kollektion nur anzukündigen und zeigen nicht einmal erste Skizzen vor, oder machen nicht einmal dies, wie die neue Umweltministerin Barbara Hendricks, Landwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich oder Entwicklungsminister Gerd Müller.

Die Chefin von allen, Angela Merkel, ließ erst einmal alle gewähren. Sie kennt die Gesetze der Aufmerksamkeitsökonomie, ohne ihnen selbst noch folgen zu müssen. Jetzt aber ist das erste große Schaulaufen vorbei, jetzt geht es an die Arbeit. Und erst dabei wird sich zeigen, ob die erste Schau nur heiße Luft war, wer wirklich vier Jahre erfolgreich ist und länger gebucht wird.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

69 Kommentare

1) Peter Christian Nowak, Montag, 20. Januar 2014, 20:16 Uhr

48) StefanP,

Wie kommen Sie darauf, dass es in den 80ern keine Immatrikulationslisten gab? .Sehen Sie, Sie halten sich für besonders schlau und haben mir mit diesem Satz ganz nebenbei eröffnet, dass Sie niemals einen Abschluss an irgendeiner Uni gemacht haben.

Warum stehen Sie nicht auf einer der Listen? Nun, es gibt nur zwei Möglichkeiten: 1) Sie waren niemals immatrikuliert oder 2) Sie waren immatrikuliert, sind aber wegen Leistungsschwächen irgendwann exmatrikuliert worden. Dann wird Ihr Name und Adresse automatisch gelöscht -suchen Sie sich was aus.

Also, blasen Sie in Zukunft nicht so die Backen auf. Sie sind nicht schlau genug!
Und was mich betrifft, ich brauch all das nicht zu „googeln“ um herauszufinden, was Sie für ein Hochstapler sind. Zugang zu Informationen zu haben, dazu braucht man kein Google.
Sie sind ein vorlauter Gernegroß mit stark ausgeprägtem Geltungsbedürfnis. In Ihrem persönlichen Umfeld fallen Sie diesbezüglich und anderer Attituden unangenehm auf.

Sehen Sie, Sie arbeiten als Freiberufler in einem Strukturvertrieb. Haben Verwandte und Bekannte angesprochen, dass Sie ebenso die Produkte kaufen und nach Möglichkeit selbst vertreiben sollen. Früher hat man diese Vertriebsform ein „Schneeballsystem“ genannt. Heute nennt man das – `american like´ – Network Marketing.

Daher haben Sie auch viel Zeit, den lieben langen Tag am Rechner zu sitzen. Früher lief der Verkauf Ihrer Produkte mal ganz gut. Heute jedoch nicht mehr. Davon zehren Sie mental und halten sich für den Größten und meinen andere in den Senkel stellen zu müssen!

Nun, da Sie jetzt reichlich wenig erfolgreich sind, gehen Sie den Leuten mit Ihrer Besserwisserei und Arroganz auf die Nerven. Das finden die gar nicht toll!
Fragen Sie mal in ihrem Umfeld herum , lieber Herr Pietsch. Man lässt Sie links liegen und lacht sich über Sie kaputt! Haben Sie das noch nicht bemerkt, Herr Pietsch?

Schönen Abend noch. Und das wars denn auch zum Thema Pietsch. (Stefan P.)

2) Peter Christian Nowak, Montag, 20. Januar 2014, 20:26 Uhr

(…)Sie können nicht Immatrikulationslisten googeln, schon gar nicht die aus den 1980er Jahren, (…)

Ach eines noch. Sehen Sie, wieder sowas: Ich habe gesagt, die Listen, datiert 20 Jahre zurück. Wenn Sie heute um die 40ig sind, dann waren Sie 1980?…naaa?…richtig, ganze 10 Jährchen. Mensch Meier, damals haben sie schon studiert?…

Herr Pietsch, Herr Pietsch…! Wissen Sie jetzt, warum man sich über Sie kaputtlacht?

3) m.spreng, Dienstag, 21. Januar 2014, 08:06 Uhr

@ 51) Peter Christian Nowak

Ich verstehe, dass sich manche Kommentatoren von StefanP provoziert und gereizt fühlen, aber das geht jetzt doch ein bisschen zu weit. Persönliche Attacken ersetzen keine Argumente.

4) StefanP, Dienstag, 21. Januar 2014, 10:31 Uhr

@50) Rainer N.

Eigentlich will ich das Thema beenden, aber Sie haben viel Energie dareingesetzt, sich zu erläutern, also eine Replik:

Sie bezeichnen sich als unbequem. Haben Sie in Erwägung gezogen, dass Sie das als Begriff für etwas ganz anderes nehmen? Anders gefragt: Wollten Sie mit sich auf engstem Raum zusammenleben und arbeiten? Sie stellen sich als jemand dar, der gegen alles opponiert und Ärger macht. Das kostet Ihre Mitmenschen sehr viel Kraft, mit so jemanden auszukommen. Was bekommen sie dafür?

Falls Sie sich nicht für Sport interessieren, sollten Sie sich dennoch mit Teambuilding befassen. Eine Mannschaft erträgt nur dann einen Exzentriker, wenn dieser Außergewöhnliches, Exzellentes, Überragendes für seine Mannschaft leistet. So werden Typen wie Christiano Ronaldo, Diego Maradona, Zlatan Ibrahimovic geduldet und von außen bewundert. Ihr Status ist jedoch eng mit ihrer Leistung verknüpft, ein unbequemer Spieler auf dem Niveau eines Jermaine Jones bekam überall Probleme und scheiterte.

Sie achten nicht auf Ihre Mitmenschen und im Zweifel verachten Sie sie. Wie die Leute in ihrem Viertel, die nicht mehr wählen gehen. Sie kommen nicht auf den Gedanken, deren Entscheidungen zu respektieren. Und das stand Ihnen mit Sicherheit auch beruflich im Weg. Ein Unternehmen ist keine demokratische Veranstaltung. In einem funktionierenden Team diskutiert man offen und hört jemanden zu seinem Fachgebiet. Aber am Ende muss einer entscheiden und die Entscheidung wird nicht allein nach sachlichen, sondern auch politischen Erwägungen getroffen. Nach Imagegründen usw. Diese Entscheidung trifft am Ende der, welcher auch mit seinem Job haftet. Ein gutes Team akzeptiert diese Entscheidungsbildung und trägt Lösungen mit, die manchmal nicht die eigenen sind. Sind Sie ein solcher Teamspieler?

Zu meiner Studienzeit galt die Regel, dass ein Uniabsolvent erst nach 1-2 Jahren für ein Unternehmen profitabel wird. Was ist das für eine Arbeit, wo jemand nach wenigen Wochen so eingearbeitet ist, dass er einen alten Hasen ersetzen kann? Offensichtlich keine Tätigkeit, wofür es sich lohnt, ein überdurchschnittliches Gehalt zu zahlen. Wir zahlen alle nur außergewöhnlich für Besonderes. Wer heute hohe Einkommen bezieht, ist nicht einfach ersetzbar, schon gar nicht durch einen Theoretiker von der Uni. Denn Engagement ist ohnehin die Mindestvoraussetzung, ohne die man heute keinen Job mehr antreten kann.

Stimmt, bei der Personalauswahl, kann man sich eigentlich keine Fehler erlauben. Leider passieren sehr viele. Der Schaden ist jeweils immens: Teamstrukturen werden zerstört, wenn man einen Exzentriker reinpackt. Erbringt ein Neuer keine Leistung, muss nachjustiert werden. Haben Sie eine Ahnung, was ein Bewerbungsprozess kostet? Die Stellenanzeigen, das Sieben, die Arbeitszeit der Verantwortlichen, die Vorauszahlungen? Nochmal die Frage: Warum sollte man sich auf jemanden so Unbequemen wie Sie einlassen, ohne dass sofort seine außerordentlichen Fähigkeiten erkennbar wären? Was sagt das über Sie, wenn Sie sich das sogar im Zeugnis bestätigen lassen?

Sie müssen mit Ihren Mitmenschen auskommen können. Sonst werden Sie höchst selten eine gute Arbeitsleistung abliefern können. Sie meinen, sich nicht unter Wert verkaufen zu müssen und dennoch verkaufen Sie sich derzeit für 0 und lassen sich von Ihren Mitmenschen finanziell aushalten. Ist das so ehrbar?

Zur Entwicklung der Arbeitswelt sei Ihnen noch der Leitkommentar des dieswöchentlichen britischen Economist empfohlen
Why be worried? It is partly just a matter of history repeating itself. In the early part of the Industrial Revolution the rewards of increasing productivity went disproportionately to capital; later on, labour reaped most of the benefits. The pattern today is similar. The prosperity unleashed by the digital revolution has gone overwhelmingly to the owners of capital and the highest-skilled workers. Over the past three decades, labour’s share of output has shrunk globally from 64% to 59%. Meanwhile, the share of income going to the top 1% in America has risen from around 9% in the 1970s to 22% today. Unemployment is at alarming levels in much of the rich world, and not just for cyclical reasons. In 2000, 65% of working-age Americans were in work; since then the proportion has fallen, during good years as well as bad, to the current level of 59%. (..) One recent study by academics at Oxford University suggests that 47% of today’s jobs could be automated in the next two decades.

P.S.: Der Grand Canyon und der Uluru (Ayers Rock) sind wirklich imposante Naturphänomene. Ob man von ihrem Anblick jedoch ein Leben lang zehren kann?

5) Erwin Gabriel, Dienstag, 21. Januar 2014, 15:57 Uhr

@ Peter Christian Nowak

Wenn Sie Herrn P. mit seinem Nachnahmen anreden, wirkt das auf mich immer wie „ich hab die Diskussion verloren, also ärgere ich ihn anders“.

Bleiben Sie souverän, und bleiben Sie bei „Stefan P.“ statt sich ständig als beleidigte Leberwurst aufzuführen. Es würde der Wahrnehmung Ihrer Person als ernsthafter Diskutant nicht schaden.

es grüßt

E.G.

6) Erwin Gabriel, Dienstag, 21. Januar 2014, 17:20 Uhr

38) karel, Freitag, 17. Januar 2014, 23:21 Uhr

Ich bin grundsätzlich gegen den Atomstrom, weil die Abfälle dieser Technik für Zehntausende bis einige Millionen Jahre tödliche Folgen haben können. Ob Sie meine Meinung oder eine andere vertreten, spielt hier aber keine Rolle.

Ein Ausstieg aus dieser Technik, wenn man sie denn schon hat, muss technisch und ökonomisch technisch und ökonomisch sinnvoll erfolgen. Der Ausstieg unter Schröder/Trittin war langfristig ausgelegt. Der jetzige Atomausstieg ist im Vergleich zum ersten extrem kurzfristig, planerisch nicht vorbereitet etc. – da fehlen einfach ein paar Jahre kontinuierliche Arbeit.

Und heute: Neuwertige Reaktorstäbe verrauchen sinnlos in Abklingbecken, statt Strom zu erzeugen; der in den letzten Jahren von Merkel gepushte Öko-Strom wird gesponsert, bis der Arzt kommt; zu den Stromtrassen stehen nach zwei Jahren nicht mal einfachste Planungen; weder Angela Merkel („Chefsache“) noch Norbert Röttgen noch Peter Altmaier haben außer Sabbeln irgend etwas vorangebracht, und ein Sigmar Gabriel hat sich schon bei seinem ersten Einsatz als Umweltminister eher durch großspurige Reden als durch Handeln „bewiesen“ – wir wissen beide, dass er sich da nicht großartig geändert hat.

Das ist bislang von vorne bis hinten Pfusch. Hätte den eine Regierung Schröder abgeliefert, würden Sie meine Meinung teilen. Sie sollten schauen, ob es gut oder schlecht gemacht ist, nicht nach rot oder schwarz.

7) Peter Christian Nowak, Dienstag, 21. Januar 2014, 19:46 Uhr

53) m.spreng,
Ich respektiere gerne Ihren Wunsch persönliche Angriffe zu unterlassen.

Ich wollte lediglich beweisen, dass objektiv logische Argumente bei bestimmten und selten unangenehm auffallenden Menschen keine bis wenig Überzeugungskraft entfalten können – als Hinweis für die übrigen Forumsteilnehmer.

Ich gehe davon aus, dass der oder die eine oder andere aufgrund der deutlichen „Ausrufungszeichen“ – nun erleichtert weil aufgeklärt – gerne den „Nichtangriffspakt auf die Person“ befolgen werden.

8) Rainer N., Dienstag, 21. Januar 2014, 22:17 Uhr

Es besteht ein RECHTSANSPRUCH auf ein Existenzminimum. Die Höhe dieses Betrages ist auf jeden Fall höher als der Betrag der als Grundsicherung im Alter oder als LG-2 festgelegt wurde.

Da es bei der Gründung der Bundesrepublik keine Einigung gab, ein Recht auf Arbeit in das Grundgesetz aufzunehmen, aber die Erfahrung der Weimarer Republik die Gefahren verdeutlicht hat, was geschehen kann, wurden die sozialen Absicherungen geschaffen.

Wenn die Arbeitgeber nicht bereit sind für eine anständige Arbeit eine anständige Bezahlung zu bieten, ist es nicht die Schuld der Erwerbslosen wenn sie sich nicht auf solche Ausbeuter einlassen.

Leider wehren sich zu wenig Menschen gegen Unrecht. Gandhi hat da einmal ein gutes Beispiel „gegeben“ – er forderte die Inder auf, einen Tag des Fasten und Betens einzulegen, denn streiken durften die auch nicht – also Generalstreik. Das wirkte!

Deswegen wäre auch einmal in der Bundesrepublik am besten sogar eine Woche des „Fasten und Beten“ angebracht, von den abhängig Beschäftigten!

http://www.textlog.de/tucholsky-buergerliche.html

Das ist der Pfennig. Aber wo ist die Mark?

85 Personen besitzen ein so hohes Vermögen wie die Hälfte der Weltbevölkerung zusammen!

Schon einmal überlegt wie ungerecht das ist? Sie vermutlich nicht, ich schon.

Und Sie sollten wirklich einmal Henry David Thoreau lesen – Über die PFLICHT zum Ungehorsam … wenn ungerechte Gesetze gelten.

Ich könnte auch schreiben . Sie wünschen sich wohl eher Menschen wie „Onkel Tom“.

Zur Arbeitsleistung – ich habe als Praktikant in einem Rechenzentrum zwei Anwendungen erstellt – plus Schulung der Mitarbeiter, plus Handbuch und Dokumentation. Ein sehr gutes Zeugnis bekommen, aber keine Einstellung. Intern wurde in der Zwischenzeit ein Mitarbeiter für genau die Position ausgebildet, da der Arbeitgeber die Nützlichkeit dieser Position erkannt hatte. Als Belohnung habe ich damals die letzte Woche des Praktikums als „Sonderurlaub“ bekommen, die Arbeit war ja getan. Wenn der Arbeitgeber eine Softwarefirma beauftragt hätte, eine entsprechende Berechnung hatte ich bei den Unterlagen der Vorgaben gefunden, wäre ein 2-stelliger Tausenderbetrag notwendig gewesen.

Ich habe nichts gekostet, denn in der Zeit habe ich weiterhin „Sozialleistung“ bezogen. Also ich habe durchaus meine Leistungsfähigkeit bewiesen – wenn ich trotzdem nicht eingestellt werde liegt es nicht an mir. Deswegen habe ich auch kein Problem damit, dass nun Menschen wie SIE den „Unterhalt“ für mich tragen müssen. das freut mich sogar ein wenig.

Und zum Uluru, ich bevorzuge die Bezeichnung der Ureinwohner, ich würde den nicht betreten wollen, sondern nur aus angemessener Entfernung betrachten – am liebsten einen ganzen Tag den Farbwechsel beobachten und dieses Bild in mich aufnehmen. Mein größter Wunschtraum ist noch ungewöhnlicher. Ich möchte gerne einmal die Vollerde vom Mond aus betrachten. Schade – DAS wird nie geschehen können. Jeder Mensch müsste einmal „zum Mond geschossen“ werden um von dort zwangsweise die Erde zu betrachten, um zu erkennen, wir haben nur diese eine Erde auf der wir alle leben müssen. Und vom Mond aus sind keine Grenzen zu sehen! Grenzen wurden von Menschen geschaffen – wer andere „ausgrenzt“, sperrt sich selber ein – hab ich schon mal geschrieben.

Und das ich froh bin, über die „Gnade der späten UND frühen Geburt“. Der späten, um nicht Schuld an Verbrechen zu tragen, der frühen, um wenigstens den größten Teil meines Lebens in Frieden gelebt zu haben. Und dann fällt mit immer Schillers Tell-Spruch ein – „die Milch der frommen Denkungsart hast du (habt ihr) mir vergiftet Landvogt (Berufspolitiker und Arbeitgeber).

1975 – Bremen – George Tabori – Siegmunds Freunde – war mir der Spruch noch ein Rätsel – später wurde er mir ein Motto.

Ich bin, was ich bin und kann mich von dem, was ich bin nicht unterscheiden. Ich bin nicht auf dieser Welt um dir zu gefallen, du bist nicht auf dieser Welt um meinen Vorstellungen gerecht zu werden …

Anfangs glaubte ich Sie seien ein „advocatus diaboli“ ich habe mich wohl sehr geirrt. Sie meinen es so wie sie schreiben, davon gehe ich inzwischen aus, Sie tun mir leid. Menschlichkeit, humanitas, erkenne ich bei Ihnen nicht, Aber das ist alleine IHR Problem, nicht meines. Auch nicht das von (@51 + @52)

9) karel, Dienstag, 21. Januar 2014, 23:04 Uhr

47) Rainer N.
Ich habe Ihrem Mainstream-Klischee „Bimbeskanzler“ nur mein Klischee „Kniefallkanzler“ gegenübergestellt.
Gerade Ihr Wiki-Link weist doch darauf hin, dass die Herren Brandt und Schmidt die „Türöffner“ zur Massenarbeitslosigkeit waren. Und der weitere Verlauf untermauert eher meine gemachten Angaben, weniger Ihre. Gerade Ihre „DDR-Interpretation“ offenbart Ihre Unkenntnis über die Wirklichkeit.
Von 1990 bis 1995 war ich beruflich dort tätig. In dem übernommenen „Kombinat“ waren 1990 ca. 2000 Mitarbeiter beschäftigt, von denen dann 1500 aus der „Anwesenheitsfunktion“ entlassen werden mussten. Den verbliebenen 500 wurde eine über Jahrzehnte sichere, zukunftsfeste Beschäftigung nach den Kriterien des freien Wettbewerbs geschaffen. Und dies betraf in ähnlicher Form die gesamte ehemalige „DDR“. Selbst der „DDR“-Staatsdienst wurde von einst über 2 Mio im Laufe der Zeit auf weit unter 1 Mio „entschlackt“. Ein Kanzler Kohl „erbte“ nur dieses Desaster.

Abschließend noch eine Anmerkung zum „Kniefall-Kanzler“,
eine Bezeichnung, die ich erstmals überhaupt, und hier im Forum auch nur Ihnen gegenüber, als „Gegenpool“ zum „Bimbeskanzler“ benutzte.
Nicht ich habe die Formulierung „Der Herr badet gern lau“ begründet.
Sie hat meine damalige Einschätzung nur bestätigt.

10) Rainer N., Mittwoch, 22. Januar 2014, 10:56 Uhr

@ karel

OK, wenn es Ihnen besser gefällt kann ich in Zukunft sagen:

„der bestechliche Bundeskanzler Kohl der sein Ehrenwort über die Gesetze stellte“

11) StefanP, Mittwoch, 22. Januar 2014, 13:48 Uhr

@58) Rainer N.

Es besteht ein Rechtsanspruch…
Wenn die Arbeitgeber nicht bereit sind …
Schon einmal überlegt wie ungerecht das ist?
Deswegen habe ich auch kein Problem damit, dass nun Menschen wie Sie den “Unterhalt” für mich tragen müssen …
… ich froh bin, über die “Gnade der späten und frühen Geburt”.
Ich bin nicht auf dieser Welt um dir zu gefallen …

Merken Sie etwas? Ihre Worte triefen vor Anspruchsdenken an andere, Selbstgewissheit und Passivität. Sie berufen sich auf Jesus und Ghandi (kleiner geht es wohl nicht), verstehen jedoch nicht, dass diese Personen immer die Selbstbestimmung des Menschen im Blick hatten. Während für Sie erst die Gesellschaft liefern muss, sah Jesus bei Ihnen die Verpflichtung, sich nach Ihren Möglichkeiten einzubringen. Was mir an dieser Stelle gerade auffällt: Sie benutzen gar nicht Inline-Elemente, um Ihre Texte leserlicher zu machen. Für einen ITler eher ungewöhnlich.

Sie beklagen, dass ein Arbeitgeber Sie als Praktikant beschäftigt habe, um ein Programm zu entwickeln im Wert eines fünfstelligen Betrages. Wenn Sie so etwas können … warum bieten Sie sich nicht auf eigenes Risiko als Berater an und entwickeln so etwas auf eigene Rechnung statt auf eine Festanstellung zu hoffen?

Und das ist das Problem Ihrer Mitmenschen mit Ihnen: Sie formulieren stets, was andere tun müssen, denn Sie sind natürlich für nichts verantwortlich. Arbeitgeber, Ihre Ex-Frau, Ihre Kinder, der Staat, die Gesellschaft müssen liefern. So ist’s in Ordnung. Eigentlich schade, denn Sie können sicherlich etwas, was nützlich und wertvoll wäre. Leider stehen Sie sich selber im Weg.

Du kannst niemanden verändern, nur dich selbst und das von der Sekunde an, in der du dich dazu entscheidest.

P.S.: Jeden Tag wandern hunderte Menschen auf den Ayers Rock. Da fällt es nicht auf ob an einem Tag ein Rainer N. aus Respekt vor dem Glauben der Ur-Einwohner dies nicht tut. Auch dies ist übrigens eine Einstellung, ausschließlich zum Selbstgefallen. Und hätten Sie die Gelegenheit, Australien näher kennenzulernen, so würde dies sicher auch Ihr Bild über die Aborigines als benachteiligte Gruppe der Gesellschaft etwas revidieren.

12) Rainer N., Mittwoch, 22. Januar 2014, 16:36 Uhr

Ja, ich stelle Ansprüche an die Gesellschaft, die mir Rechtlich zustehen. Dafür setze ich mich ein, dass auch anderen Menschen diese Ansprüche gewährt werden.

Eben – ein Arbeitseinkommen, mit dem ein selbstbestimmtes Leben möglich ist. Eine soziale Absicherung für das Alter und für Erwerbslosigkeit. Keine Almosen von „StefanP´s Gnaden“.

Ich denke der Film

http://www.urlaubsspass.de/film/longwalkhome/longwalkhome.htm

wäre eine gute Quelle für Sie einmal die Folgen der Politik gegen die Ureinwohner zu betrachten. Aber da Sie ja kein Anzeichen von sozialer Verantwortung zeigen …

Auch wenn JETZT nicht mehr solche Zustände herrschen – und wenn Sie nichts dagegen haben dass Menschen einfach auf den heiligen Berg der Aborigines wandern, machen Sie doch einen Versuch einmal zur Hadsch in Saudi Arabien – nicht verkleidet als gläubiger Muslim, sondern als fotografierender und herumlatschender Tourist … typisch „Deutsch“, Sandalen und Shorts und vielleicht noch oben ohne.

R E S P E C T – sang einst

http://www.youtube.com/watch?v=_DZ3_obMXwU

So sollten die Menschen eben auch die heiligen Stätte der Aborigines RESPEKTIEREN und da nicht drauf herumlatschen. Ein Bekannter, ein Nachbar, fährt jedes Jahr nach Australien für mehrere Wochen und der arbeitet dann dort auf einer Farm – sein Ziel, eines Tages nach Australien auswandern. Er hat mir schon erklärt, ich wäre sicher enttäuscht über die Zustände am Uluru wegen dieser Touristen. Er hat mir auch so einige Fotos davon gezeigt. Traurig. Da habe ich genug aus Gesprächen mit ihm erfahren, auch wenn ich selber noch nicht dort war. Das hat mich aber nur in meiner Einstellung bestärkt, den Berg nur zu betrachten. Eben aus RESPEKT. Ich latsche auch nicht in Gotteshäuser anderer Religionen um die zu begaffen.

Ich verlange nicht das andere Menschen etwas tun müssen – was ich will. Nein, ich erwarte nur, dass andere Menschen sich an die geltenden Rechte halten. Dazu zählen auch die Menschenrechte, neben dem Grundgesetz.

Das es SIE stört, dass eine soziale Absicherung Grundgesetzlich geregelt ist, wundert mich nicht. Das SIE die Verantwortung für asoziales Verhalten der Arbeitgeber den Erwerbslosen in die Schuhe schieben wollen wundert mich auch nicht. Wie schon geschrieben, die Schuhe die SIE mir da hinstellen, die ziehe ich mir nicht an.

Und das SIE in keiner Weise auf die Kritik Blüms an der Rentenmethode eingehen wundert mich auch nicht. Auch auf die Tafel-Kritik gehen SIE nicht ein. SIE sind eben ein Ignorant der asozialen Zustände. Ich übe da lieber weiterhin meine ehrenamtliche Tätigkeit aus, die sozial orientiert ist. Aber nicht bei einer Tafel. Das ist asozial, was dort gemacht wird.

Gib einen Menschen einen Fisch, und du ernährst ihn einen Tag – lehre den Menschen zu fischen …

Die Tafel gibt immer und immer wieder Lebensmittel aus – sie sollte die Bedürftigen unterstützen ihr Recht zu bekommen, ein Existenzminimum das eine Ernährung ohne Lebensmittelspenden ermöglicht. So werden Menschen in Abhängigkeit gehalten. „Marienthaler“ oder „Onkel-Tom-Typen“. Lethargisch, keine Perspektive, TV-glotzen, Dank der „geistig moralischen Wende“ des bestechlichen Bundeskanzler Kohls der sein Ehrenwort über die Gesetze stellte, hin zum Egoismus.

Dort sind SIE angekommen. Ich hatte das Glück vor dieser Wende meine Reife erlangt zu haben, mit Lehrern, denen es noch eine Berufung war, nicht nur ein Beruf.

Wie ich schon schrieb, SIE tun mir Leid, Ebenezer Scrooge, alias StefanP.!

13) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 22. Januar 2014, 20:20 Uhr

@50 Rainer N.

Sie schrieben: (…)Zu den “erfolglosen Bewerbungen”, es gibt Jahr für Jahr “preiswerte” Studienabgänger, die dann auf dem neuesten Stand der Kenntnisse (Informatik) sind, da bin ich als “Wegrationalisierter” uninteressant.(…)

Das genau ist das Problem. Ich weiß nicht, wie lange Sie schon arbeitslos sind. In den MINT-Fächern genügt da schon ein Jahr, um bei den Arbeitgebern schon als „friktioneller“ Arbeitssuchender zu gelten.

In den technischen Berufen ist der sich schnell entwickelnde Fortschritt für MINT-Arbeitslose ein Problem, weil sich infolge dessen schnell Friktionsspuren im Kenntnisstand zeigen, die aber leicht durch Weiterbildungsmaßnahmen seitens z.B.der BA zu beseitigen sind.
Hier fängt das Problem bei den Weiterbildungsmaßnahmen an, unabhängig davon, dass auch die überschrittene 40 (je nach dem, wie das Angebot Arbeitssuchender ist) allein schon zum Problem wird.
Aber die Unternehmen beginnen derzeit umzudenken, was den „Jugendwahn“ betrifft.

Aber wie gesagt, das Problem ist, dass die Arbeitsagenturen unterschiedlich entscheiden, wenn es um gezielte, dem Berufsprofil angepasste Weiterbildungsangebote geht.

Hier sollten Sie nicht locker lassen, so schwer das auch manchmal ist!

Denn so weit ich weiß, greifen auch hier Sparmaßnahmen, die ich gegenüber den Betroffenen für verantwortungslos halte.

Gleichzeitig aber wird für Arbeitskräfte mit MINT-Abschlüssen im EU-Ausland geworben. Das kann man sich eigentlich nur aus der Perspektive der Europa-Ideologen erklären, die die internationale Vermischung Arbeitssuchender als wesentlichen Teil der Integrationsleistung Europas sehen.

14) Rainer N., Donnerstag, 23. Januar 2014, 12:46 Uhr

@ 63 P. C. N.

Ich wollte eine Qualifizierung, aber die ist dann gescheitert.

Der Test, der unter Zeitdruck ablief, wurde dann von einer „Hilfskraft“ ausgewertet. Also „Musterantworten“ wurden mit den Antworten verglichen. Da war mein Ergebnis nicht so toll.

Da ich aber davon überzeugt war, keine Frage falsch beantwortet zu haben – eingebildet bin ich überhaupt nicht 😉 – wollte ich die „richtigen Antworten“ wissen. Dabei hat dann der Leiter meinen Bogen noch einmal durchgesehen und meine Antworten waren richtig, ich hatte nur andere Lösungswege gefunden.

Er meinte dann, ich sei durchaus geeignet für den Kurs – aber ich sei schwer zu vermitteln, denn er muss eine Quote erfüllen, da würde er sich die leichter zu vermittelnden Kandidaten aussuchen.

Wenn er nicht genug findet, dann nimmt er mich mit in den Kurs – hat leider nicht geklappt.

Und die ARGE – die hat das dann als Grund genommen – nichts mehr zu machen – ich solle auf meine Rente warten.

15) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 23. Januar 2014, 18:28 Uhr

61) StefanP: ^^Du kannst niemanden verändern, nur dich selbst und das von der Sekunde an, in der du dich dazu entscheidest.^^

Das haben Sie auch dringend nötig, StefanP.!

Und dazu brauchen Sie kein…http://www.mmk-aurum.de/Personal_Business_Coaching.html
sondern nur ein wenig gesunden Menschenverstand.
Viel Spaß dabei!

16) Erwin Gabriel, Samstag, 25. Januar 2014, 03:07 Uhr

@ 60) Rainer N., Mittwoch, 22. Januar 2014, 10:56 Uhr

>> “der bestechliche Bundeskanzler Kohl der sein Ehrenwort
>> über die Gesetze stellte”

Ja, Kohl hat gelogen, schwarze Kassen geführt, sein Ehrenwort über die Gesetze gestellt etc.

Er hat uns auch die Einheit gebracht. Auch das werde ich nie vergessen.

17) Rainer N., Sonntag, 26. Januar 2014, 21:09 Uhr

@ 66 Herr Gabriel

Einheit? Wovon träumen Sie Nachts?

Bis Heute ist die Einheit NICHT hergestellt. Artikel 3 Grundgesetz!

Blühende Landschaften?

Also echt – Scheuklappen ablegen!

Noch eines – der Zweck heiligt NICHT die Mittel.

18) karel, Sonntag, 26. Januar 2014, 23:02 Uhr

66) Erwin Gabriel

Respekt zur eigenen Meinung, nicht der „Mainstream-Meinung“.
Auch ein SPD-Schatzmeister offenbarte nicht die Spender der 6 Mio.
Was offenbar niemanden störte. Am wenigsten wohl Rainer N.

Meine Lebenserfahrung:
Die wenigen Fehler der Konservativen sind allseits bekannt.
Die grandiosen Fehler der Linken eher unbekannt.
Die schwachen Leistungen der Linken, bejubelt, beklatscht.
Die großen Leistungen der Konservativen, eher „abgewatscht“.

19) Erika, Dienstag, 28. Januar 2014, 09:16 Uhr

@68) karel, Sonntag, 26. Januar 2014, 23:02 Uhr

Könnten wir uns darauf einigen, dass es einen Unterschied gibt zwischen einem Funktionär innerhalb einer Partei und dem Kanzler der Bundesrepublik Deutschland?

Um Ihrer Lebenserfahrung etwas praktisches entgegenzusetzen ein Beispiel aus meiner heutigen Tageszeitung:

Überschrift: „Mutig und kühn wie Merkel und Kohl“

Darunter ein Bild das eine freundlich lächelnde Merkel neben einem steinernen Pferd zeigt.

„Pferde gelten als selbstbewusst, unabhängig und loyal. Bundeskanzlerin Merkel (CDU) wurde im Jahr des Pferdes 1954 geboren. Und in ihren Forderungen nach Sparsamkeit in Europa und ihrem Kurs in der Euro-Krise sieht Raymond Lo -< bekannter hongkonger Wahrsager<- typische Pferdeeigenschaften"

Das Jahr des Pferdes in China wird mal ganz schnell zur Propaganda für Frau Merkel benutzt. Kritische Auseinandersetzung mit Frau Merkel findet hingegen in meiner Zeitung so gut wie nie statt.

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