Montag, 27. Januar 2014, 14:10 Uhr

Vermummungsverbot im Internet

Bei Demonstrationen ist seit 1985 eine Vermummung verboten. Eine Zuwiderhandlung wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe geahndet. Allerdings, das muss man auch sagen, wird das Vermummungsverbot gegen gewaltbereite Demonstranten aus Opportunitätsgründen selten durchgesetzt.

Im Internet gibt es kein Vermummungsverbot. Jedermann kann anonym, unter Falschnamen oder unter Pseudonym, seine Meinung schreiben – auch verbal gewalttätig, verleumderisch, ehrabschneidend. Dies hat zu einer Verrohung der Diskussionskultur geführt und macht die mit Blut und Freiheitsverlust erkämpfte Meinungsfreiheit zu einem traurigen Witz.

Wenn “FickdeiMudda” mit 220.000 anderen Unterzeichnern  fordert, Markus Lanz aus der Rundfunkgebühr zu feuern, dann zählt seine Stimme genauso wie die derjenigen, die sich mit ihrem Namen zu dieser Forderung bekennen. Wozu wirklich kein Mut gehört.

Keiner weiß, wieviele Menschen diese Petition tatsächlich unterschrieben haben, wer sie und was ihre Motive sind. Die meisten haben wahrscheinlich die Sendung nie gesehen, weil sie nach 23 Uhr schlafen oder anderes zu tun haben. In den sogenannten seriösen Medien aber wird diese Online-Petition behandelt als sei sie eine seriöse Meinungsäußerung, eine ernstzunehmende massenhafte Willensbildung.

So verleihen die Printmedien diesem sogenannten Aufschrei eine Scheinlegitimation. Abgesehen davon, dass die öffentliche Wahrnehmung bis hin zu Schlagzeilen auf Seite 1 in keinem Verhältnis zum Anlass steht.

Markus Lanz, normalerweise ein höflicher Mann mit angenehmen Umgangsformen, hatte einen schlechten Tag und Sahra Wagenknecht von der “Linken” immer wieder unterbrochen und nicht ausreden lassen. Das war unhöflich und  falsch. Er hat sich entschuldigt und damit ist der Fall erledigt.

Mehr Aufregung ist das nicht wert. In dem Printmedien aber hält sich der angebliche Skandal bis heute. “FickdeiMudda” und andere bekommen damit eine völlig unangemessene Bedeutung. Das Verhalten der Printjournalisten ist nur damit erklärbar, dass sie fälschlicherweise glauben, im Internet spiele sich das wahre Leben ab, zu dem sie den Zugang verloren zu haben.

Dabei werden alle journalistischen Grundsätze außer Kraft gesetzt, die bisher galten. Es werden unhaltbare und unüberprüfbare Zahlen verbreitet und der verbal gewalttätigen Vermummung eine Tür geöffnet, die Zeitungen und Zeitschriften aus gutem Grund verschlossen halten. Das ist der eigentliche Skandal, nicht Markus Lanz.

Ein bekannter Journalist ist aus diesem Kreislauf ausgestiegen und hat bei seiner Sendung das Vermummungsverbot durchgesetzt – Frank Plasberg bei “hart aber fair”. Er lässt anonyme Kommentare nicht mehr zu und verlangt ein offenes Visier – genaus so, wie seine Diskussionsteilnehmer mit ihrem Namen und ihrem Gesicht für ihre Meinung einstehen.

Es wäre zu begrüßen, wenn dies auch andere täten. Deshalb ein Wort zu meinem “sprengsatz”. Am 16. Februar wird er fünf Jahre alt – im Internet schon ein kleines Jubiläum. Ab dem 16. Februar werde ich keine anonymen Kommentare mehr zulassen.

Ich weiß, dass dann die – meist seriös geführte – Diskussion meiner Beiträge zumindest vorübergehend verarmen wird. Regelmäßige Leser aber wissen, dass ich mich schon häufiger gegen die Schwarmfeigheit im Internet gewandt habe, ohne bisher Konsequenzen daraus zu ziehen. Aus Opportunitätsgründen – so, wie sich die Polizei bei vermummten Demonstranten meist verhält.

Der fünfte Jahrestag ist ein gutes Datum, um endlich konsequent zu sein. Mir kann keiner erzählen, dass seriöse Meinungsäußerungen und Diskussionsbeiträge in meinem Blog zu beruflichen oder gesellschaftlichen Nachteilen führen. Wir leben nicht in Syrien oder in Rußland. An die Opfer dieser Verrohung im Internet, zum Beispiel Bettina Wulff, denkt kaum einer, nur an an seine eigene kleine, feige Befindlichkeit.

Also: Mehr Mut, Freunde des “sprengsatzes”!

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

115 Kommentare

1) Werner Berger, Montag, 27. Januar 2014, 14:22 Uhr

“Er hat sich entschuldigt und damit ist der Fall erledigt.” In der Causa Wulff habe ich das von Ihnen nie gehört, Herr Spreng.

2) Hannes66, Montag, 27. Januar 2014, 14:27 Uhr

Es ist mir völlig unverständlich werter Herr Spreng, warum sie hier den Gegenstand der Verärgerung vieler hunderttausender Zuschauer derart herunterspielen. Markus Lanz ist nicht höflich. Markus Lanz hat nicht nur einmal sondern viele Male gegen die Grundregeln der Moderation verstoßen.

Die heruntergemachten und beleidigten “Gäste” seiner Talkshow sind Legion. Beispiele gefällig: Dirk Müller (Mr. Dax), Jutta Ditfurth, Renate Künast, Jürgen Fliege (wenn auch mit Einschränkungen) um nur die schlimmsten Auswüchse neben Sahra Wagenknecht zu nennen.

Dieser Mensch ist auch kein Moderator, sondern ein Agitator. Er hat das Wort Ausgewogenheit wahrscheinlich gar nicht in seinem Sprachschatz.

Abshließend noch eine kleine Erbsenzählerbemerkung: Sie heißt Sahra, nicht Sarah, das sollte einem Qualitätsjournalisten schon bekannt sein. Nix für ungut, wie wir Bayern sagen, aber dieses Mal liegen Sie mit Ihrer Kritik an den Unterzeichnern der Petition meilenweit daneben und Sie sind nicht der Einzige. Praktisch alle Mainstreammedien stellen sich schützend vor diesen Mann, warum das so ist, können Sie in Stefan Niggemeiers Blog nachlesen.

Mit freundlichen Grüßen
Hannes Nießlbeck

3) Humpty Dumpty, Montag, 27. Januar 2014, 14:30 Uhr

Zitat Spreng: “Ab dem 16. Februar werde ich keine anonymen Kommentare mehr zulassen”

Da bin ich schon mal gespannt wie die technische Umsetzung hierfür aussehen soll. Postident? E-Perso?

4) Carsten Renner, Montag, 27. Januar 2014, 14:32 Uhr

Guten Tag Herr Spreng,

ich gehöre zwar erst seit kurzem zu Ihrer Leserschaft, aber seitdem verfolge und erwarte ich ihre Beiträge mit Spannung. Sowohl Herrn Plasberg wie auch ihre Intension des offenen Visier´s befürworte ich natürlich und werde auch weiterhin interessiert ihren Worten folgen.
Dass seriöse Meinungsäußerungen und Diskussionsbeiträge nicht zu gesellschaftlichen Nachteilen führen, kann ich allerdings aus eigenen Erfahrungen nicht teilen. Leider kommt das offene Wort nicht immer so an, wie man es gesagt/gemeint hat und wie Sie mit Sicherheit aus ihren Erfahrungen wissen, ist die Wahrheit nicht immer willkommen, auch nicht in einer freiheitlichen Demokratie.
Noch intensiver erlebt es beim geschriebenen Wort, denn dort kann man den Verfasser auch nach Jahren noch an seinen Aussagen messen.
Und so schreibe ich weniger und unterhalte mich mehr, denn das kann man dann falsch verstanden haben 😉
Hochachtungsvoll
Carsten Renner

5) Informant, Montag, 27. Januar 2014, 14:39 Uhr

Ein sehr guter Vorstoß Herr Spreng! Bleibt zu hoffen, dass Journalisten im Allgemeinen Ihrem Beispiel folgen und demnächst ihre Quellen offenlegen. Edward Snowden hat doch auch seinen Namen veröffentlicht, sollen andere mal nicht so Feige sein und seinem Beispiel folgen. Ich meine, zu welchen beruflichen oder gesellschaftlichen Nachteilen soll das schon führen – wir leben [ja] nicht in Syrien oder in Rußland.

6) simon nickel, Montag, 27. Januar 2014, 14:41 Uhr

Mir ist Markus Lanz komplett egal, ich möchte aber darauf hinweisen, dass es einen Unterschied zwischen dem Verzicht auf Vermummung und dem herumlaufen mit einem Namensschild gibt. Das unvermummte Gesicht ist näher an einem Pseudonym im Internet als an einem Namensschild dran.

7) Daniel Nieß, Montag, 27. Januar 2014, 14:44 Uhr

Lieber Herr Spreng,
ich denke, die Anonymität ist nicht das Problem. In Sachen „Lanz“ müsste man darüber reden, dass die Petition nur Symptom einer Unzufriedenheit mit den Ö-rechtlichen im Allgemeinen und dem Stil des Herrn im Besonderen ist.
Viele Menschen sehen nicht ein, dass Sendeplätze für solchen Unsinn verbraten werden und wirklich interessante Beiträge in die Spartensender verschoben werden.

Darum geht’s hier viel mehr, als um die Ungleichbehandlung der Linken im ZDF, das bereits in seiner Organisationsform ohnehin Regierungsfernsehen ist.

Viele Grüße,
Daniel Nieß
– Nicht anonym, weil ich zu dem stehe, was ich schreibe und die NSA es ohnehin mitliest… –

8) anonym, Montag, 27. Januar 2014, 14:52 Uhr

Muss man dann ab dem 5. Jahrestag Ihres Blogs ein Postident Verfahren abschließen um hier kommentieren zu können? Braucht man einen neuen Personalausweis mit digitaler Signatur? Oder reicht ein pseudonymer Facebook Account?

Man muss nicht in repressiven Unterdrückerstaaten leben um ein Recht auf anonyme oder pseudonyme Kommunikation zu haben. Apropos “Wir leben nicht in Syrien oder in Rußland.” Können wir also jetzt das Wahlgeheimnis abschaffen? Wir leben ja nicht in einem Unterdrückerstaat.

Soll der jetztige oder zukünftige Arbeitgeber politischen Meinungsäußerungen im Internet lesen können?
Was ist mit gesellschaftlich nicht uneingeschränkt akzeptierten Themen (z.B. Homosexualität, Religion)?
Menschen und deren Einstellungen verändern sich, muss ich mich in 20 Jahren noch daran messen lassen, was ich heute hier im Forum poste und damit für alle Zeit in der Google Suche auftaucht?

Bzgl dieser Petition wäre es fair zu erwähnen, dass die Erstellerin der Petition mit vermeintlich echten Namen nicht anonym gehandelt hat. Im Übrigen konnte man auch bei den alten analogen Papier Petitionen einfach mit falschen Namen unterschreiben, was diese Petitionen genauso unglaubwürdig macht.

9) Bull, Montag, 27. Januar 2014, 14:57 Uhr

Er hat sich entschuldigt und damit ist die Sache erledigt? Warum denken alle man entschuldigt sich und fertig? Man bittet um Entschuldigung und der Gebetene kann sie einem gewähren. Was für Sitten sind das hier? Das ZDF ist doch hinterher gerobbt und nahm den armen Kläffer noch in Schutz. Außerdem meinte der Herr er habe sich ja danach mit Frau Wagenknecht unterhalten und die wäre ja nicht böse über die Behandlung gewesen. Das wird nur von Frau Wagenknecht vehement dementiert.

Lanz hatte auch keinen schlechten Tag, so bügelt er alle ab die nicht seinem politischen Verständnis entsprechen. Ein weiterer Eskalationsfaktor war dieser unsägliche Jörges. Eigentlich halte ich ihn für einen guten Journalisten, solange es um Print geht. Aber sobald er reden darf verfliegt diese Meinung schlagartig. Lesen sie sich die Kolumne von Diez im Spiegel durch. Die ist wirklich passend geschrieben. Lanz ist nur ein Symptom der Bräsigkeit des öffentlich rechtlichen Systems das einfach alles an Kritik abbügelt Königs gleich abbügelt. Es ist der Tropfen der das Fass zum überlaufen brachte.
Wir zahlen Milliarden in die Sender der ÖR ein. In meinen Augen sind die ÖR Gold wert, aber sie kosten mehr wie Gold und produzieren hingegen extrem viel geistigen Fußpilz. Man schwelgt in Selbstherrlichkeit, damit meine ich nicht dass man sich ein neues Studio baut für x Millionen, neue Technik braucht oft andere bauliche Voraussetzungen. Aber es ist der Gesamteindruck. Manche Landesmedienanstalten wirken wie Hofsender der Regierung, nehmen wir Bayern und Hessen. In den Räten sitzen Politiker die ihnen unliebsame Redakteure auch mal entsorgen. Hier muss entflochten werden und das radikal. Die Finanzierung muss auf den Prüfstand. Genauso der Senderwalds und alles andere. Aber Kritik verhallt hier ungehört, es ist wie bei Dinner for one. “Same procedure as last year, Miss Sophie? Same procedure as every year, James.” Die ÖR haben gute Programme für die man auch gerne Geld zahlt, das ist unbestritten. Aber es wird auch viel Propaganda produziert, siehe die Mercedes Doku zu Argentinien.

Dass sie gerade das wieder fordern war klar. In Südkorea wurde ein Klarnamenpflicht eingeführt nachdem das Cybermobbing überhand nahm. Hat sich dadurch was geändert? Nein, man gibt sich halt falsche Namen. Wie wollen sie die Namen der hier kommentierenden kontrollieren? Mit Ausweisapp? Was machen die die noch einen alten Ausweis haben? Digitale Unterschrift?

Gerade in der heutigen Zeit von Big Data sind solche Daten mehr als Gold wert. Dann werden die Dataminer und die Geheimdienste über die Kommentarseiten herfallen und die Daten tonnenweise absaugen. Das gibt noch feinere Profile als wir heute schon haben. Darauf kann ich, und andere, dankend verzichten.

Fazit. Herr Lanz taugt nicht zu Politik. Er soll im Boulevard bleiben und auch dort verortete Themen wie die Farbe der Unterhosen der Dchungelcampbewohnerinen, sofern sie welche an hatten behandeln oder von mir aus soll er auch Lafer II. geben.

10) Alexander Kouril, Montag, 27. Januar 2014, 14:58 Uhr

Lieber Herr Spreng, ich stimme Ihrem Kommentar zu!

@ Hannes 66) Ich stime Ihnen nicht zu. Ein Agitator ist Herr Lanz nicht. Haben Sie hierfür Beweise?

Mir ist der ganze “Shitstorm” im Internet zuwider. Eine produktive, seriöse und vor allem sachliche Auseinandersetzung kann so nicht stattfinden.

11) m.spreng, Montag, 27. Januar 2014, 14:59 Uhr

@ 1) Werner Berger

Ich finde es nicht zulässig, den Fall Markus Lanz mit dem Fall Wulff zu vergleichen. Wulff war Bundespräsident, hatte eine Vorbildfunktion und es ging um schwerwiegende Vorwürfe. Bei dem Talkshow-Moderator Lanz geht es um schlechtes Benehmen.

@) 5) Informant

Wenn Journalisten ihre Quellen nennen würden, dann würden sie über die Persönlichkeitsrechte Dritter verfügen – ohne deren Erlaubnis. Das ist mit dem geforderten offenen Visier in eigener Sache nicht vergleichbar.

12) m.spreng, Montag, 27. Januar 2014, 15:07 Uhr

@ 9) Bull

“Kläffer” ist ein Schimpfwort, das wahrscheinlich mit Klarnamen unterblieben wäre.

@ mehrere

Natürlich kann ich keinen Identitätsnachweis verlangen, aber ein Name und die Identifikationsnummer des Absenders sind schon ein Hinweis. Natürlich kann es auch dann passieren, dass Kommentare durchrutschen, aber die Gefahr ist geringer. Strafrechtlich relevante Kommentare, Verleumdungen und unqualifizierte Beschimpfungen lasse ich heute schon nicht zu.

13) Klaus Jarchow, Montag, 27. Januar 2014, 15:09 Uhr

So sehr ich Ihre Texte sonst schätze, aber das ist nun mal kompletter Quatsch. Die Petition verlangte die Eingabe des vollen Klarnamens und der Adresse. Ein Pseudo wie ‘Fickdeimudda’ wäre da gar nicht möglich. Woher beziehen Sie Ihr Wissen? Aus zweiter Hand?

14) Informant, Montag, 27. Januar 2014, 15:09 Uhr

@) 5) m.spreng: Ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Journalisten sollten ihrer Quelle natürlich _bevor_ Informationen fließen unmissverständlich klar machen, dass der Name mit veröffentlicht wird. Ist die Quelle damit nicht einverstanden, muss sie ihre Informationen ja nicht teilen, genauso wie ich ab dem 16. Februar entscheiden kann, ob ich hier einen Kommentar schreiben möchte oder nicht.

15) Hannes66, Montag, 27. Januar 2014, 15:15 Uhr

@Kouril

Herr Lanz vertritt in seiner Talk-Show offen seine politische Präferenz, das zeigt sich schon in der Art und Weise wie er z.B. FDP Politiker hofiert und Politiker der Linken nieder macht.

Mag sein, dass Sie recht haben und der Ausdruck Agitator nicht sehr glücklich gewählt ist. Vielleicht passt der Ausdruck Propagandist besser.

Er propagiert seine und so wie ich das empfinde auch die politische Ausrichtung seines Senders, anstatt ausgewogen zu moderieren.

16) Max von Webel, Montag, 27. Januar 2014, 15:16 Uhr

Das 20. Jahrhundert hat angerufen und möchte seine Ansichten über Partizipation im Internetzeitalter wiederhaben.

Wir alle wissen wie freundlich, nachdenklich und niemals beleidigend sich Menschen auf Facebook verhalten, wo es keine Anonymität gibt.

Warum muss eigentlich jede noch so oft widerlegte These immer noch mal vorgeholt werden?

17) Uli, Montag, 27. Januar 2014, 15:26 Uhr

An den Kommentaren hier dürfte sich wohl kaum viel ändern, die Moderation filtert jetzt schon enorm viel heraus. Klarnamen allein sind aber auch nicht seeligmachend, Markus Lanz wusste sich nichtmal vor einem Millionenpublikum zu benehmen.

Das die “Anti-Lanz” Petition von den Medien zu ernst genommen wird, sehen andere übrigens genau anders herum:
http://www.stefan-niggemeier.de/blog/so-moegen-sie-gulaschsuppe-essen-eine-kritik-der-kritik-an-der-lanz-petition/

Der neueste Spin handelt vom feigen Internetmob die einfach irgendwas fordern, obwohl sie ja gar keine Ahnung haben (anders als die vielen Journalisten). Dabei sind solche Petitionen doch selbst an den Bundestag gerichtet nicht mehr als ein schlechter Witz, den niemand wirklich ernst nimmt. Maximal erziehlt man damit für 1-2 Tage ein bisschen Aufmerksamkeit, das haben auch Menschen begriffen die dort als FickDeineMudda unterschreiben.

18) JG, Montag, 27. Januar 2014, 15:42 Uhr

Verehrter Herr Spreng,

mit auf den Weg eine kleine Geschichte: Ich kenne jemanden, der hat unter falschen (ja, Plural) Namen Leserbriefe an Zeitungen und Zeitschriften geschrieben – darunter sogenannte “Leitmedien”. Selbstverständlich halten sich all diese Wichtig-wichtig-Blätter zugute, daß sie nie und nimmer anonyme Schreiben abdrucken würden. Im Falle meines Bekannten haben sie es getan. Dabei hat dieser nicht nur erfundene Namen verwendet, sondern auch nicht-existierende Adressen. Sie kennen so etwas vielleicht: Manche Straßen beginnen nicht mit “1”, in anderen fehlen einzelne oder sogar ganze Reihen von Hausnummern, bspw. weil Grundstücke zusammengelegt wurden. Im Zeitalter des Internets ließe sich derlei schnell und problemlos überprüfen. In den Redaktionen hat man es nicht für nötig befunden, sich dieser Mühe zu unterziehen. Hauptsache, irgendein Name stand auf dem Brief, irgendeine Adresse, und als Unterschrift irgendein Kringel.

Im Netz ist der Betrug mindestens ebenso einfach: Man legt sich unter irgendeinem Namen einen E-Mail-Account zu. (Ob der gute Herr Plasberg eigentlich seine E-Mails selbst öffnet? Oder muß diese immer noch seine Sekretärin ausdrucken und dann auch die vom Topjournalisten Plasberg diktierten Antworten fürs Netz tippen – auf vorgedrucktem Briefpapier?)

Aber bitte sehr – das scheint jetzt schwer in Mode zu kommen: So zu tun, als würde man etwas so Ekeliges wie Anonymität (oder Brief-, Fernmelde-, Bank-, Steuer-, Wahlgeheimnisse) nicht länger dulden. Zumal man ja ein seriöser Journalist mit Qualitätsansprüchen ist (siehe oben). Und wir in einer freien Gesellschaft leben, in der niemand Nachteile zu befürchten braucht, wenn er offen seine Meinung äußert.

Nun denn – ich melde mich womöglich wieder, wenn ich zu Ende gelacht habe.

19) Dolph, Montag, 27. Januar 2014, 15:43 Uhr

Schön, dass Sie hier endlich mal den “rechtsstaatlichen” Skandal um das elende Vermummungsverbot thematisieren, das in seiner ganzen Ruchlosigkeit und fehlenden juristischen Rechtfertigung auf einem Level steht mit Notstandsgesetzen und Radikalenerlass!
Ach ne. Doch nicht…

(Lesezeichen gelöscht. Tschüss.)

20) Peter Wohlgemuth, Montag, 27. Januar 2014, 15:45 Uhr

‘Das Verhalten der Printjournalisten ist nur damit erklärbar, dass sie fälschlicherweise glauben, im Internet spiele sich das wahre Leben ab, zu dem sie den Zugang verloren zu haben.’

Ich glaube da fehlt am ende des Satzes das Wort ‘scheinen’, oder?

21) Humpty Dumpty, Montag, 27. Januar 2014, 15:45 Uhr

@m.spreng, 12)

Herr Spreng, was verstehen Sie unter einer Identifikationsnummer?

Ich nehme an Sie wollen anhand des Namens und der Email-Adresse erraten, ob sich dahinter eine echte Person mit diesem Namen verbirgt. Das Humpty Dumpty nicht mein richtiger Name ist dürfte klar sein. Es ist allerdings auch kein Problem sich eine Identität zu basteln, der man die Falschheit nicht ansieht.

Ich denke die Zahl Ihrer False Positives dürfte recht groß sein oder eine vernünftige Recherche für jeden einzelnen Kommentarbeitrag zu viel Arbeit machen. Wer nicht mit Realnamen posten will und wem es zuviel Aufwand macht sich eine Identität zu basteln, die durch Ihren Filter rutscht, wird es dann in Zukunft einfach lassen. Bei allen anderen weiß man dann aber immer noch nicht, ob die Namen echt sind oder nicht.

Ist das Diskussionsniveau in Ihrem Blog denn wirklich so schlecht, dass Sie sich über so etwas wie Anonymität/Pseudonymität der Kommentatoren überhaupt Gedanken machen müssen?

22) IANAL, Montag, 27. Januar 2014, 15:52 Uhr

Hallo Herr Spreng, zwei Dinge hierzu:

A) Warum ich im Internet unter Pseudonym poste: Einmal abgesehen davon, dass Sie als Bloginhaber aus meiner Mailadresse auch meinen Klarnamen ablesen können – weil ich nicht möchte, dass alles, was ich irgendwann einmal möglicherweise unüberlegt zu irgendeinem Thema von mir gegeben habe, noch Jahre später von jeder x-biliebigen Person mit minimalem Aufwand hervorgekramt, mir zugeordnet und mir vorgehalten werden kann. Die Gefahr besteht nicht, wenn ich mich in der Kaffeeküche, am Stammtisch oder sonstwo mündlich äußere. Und ich möchte mich in Internetforen, unter anderem diesem hier, auch spontan und manchmal auch emotional äußern können (wobei ich mich stets bemühe, Form und Anstand zu wahren), ohne zuerst darüber nachdenken zu müssen, ob das mglw. negative Konsequenzen haben könnte, wenn mich in fünf Jahren ein potenzieller Arbeitgeber googlet.

B) Ich bin ganz froh, dass das Internet und die Möglichkeit, anonym zu posten, vertieften Einblick in die Denkweise von Menschen bietet. Ein Beispiel: Lesen Sie sich einal durch die Leserkommentare auf faz.net, wenn es um folgende Themenkomplexe geht: Antisemitismus, Nahostkonflikt, Zuwanderung/Flüchtlinge, mutmaßlich von Personen mit Migrationshintergrund begangene Straftaten, Rechtsextremismus, NSU-Prozess, Gleichtellung von Homosexuellen, Hilfen für die Euro-Krisenstaaten. Wenn man das zum ersten Mal tut, erschrickt man. Natürlich sind die dortigen Poster kein repräsentativer Ausschnitt der Bevölkerung, aber man spürt doch, wie dünn die Decke der Zivilisation ist. Eine unangenehme, aber mE notwendige Erkenntnis, die man nicht hätte, wenn die Poster dort sich alle unter ihrem Klarnamen äußern müssten. Und verschärft wird die Erkenntnis noch, wenn man a) feststellt, welche Beiträge besonders viele “Empfehlungen” bekommen, und wenn man b) sich bewusst macht, dass es auf faz.net eine Moderation gibt, die die Beiträge filtert – das, was man zu lesen bekommt, sind also die vergleichsweise moderaten Postings.

23) StefanP, Montag, 27. Januar 2014, 15:57 Uhr

@12) m.spreng

Natürlich kann ich keinen Identitätsnachweis verlangen, aber ein Name und die Identifikationsnummer des Absenders sind schon ein Hinweis.

Im Grunde kein Problem, ich würde auch meine Homepage veröffentlichen. Nur leider gibt es hier halt Leute, die gerade in meinem Fall Pseudonym und Name auf anderen Seiten publiziert haben, mit denen ich nur wahrlich nichts zu tun habe. Dort gibt es wiederum Leute, die auf das Pseudonym StefanP nicht gut zu sprechen sind.

Wer hier regelmäßig liest, weiß, wer hinter der “Marke” StefanP steckt. Das reicht eigentlich. To whom it may concern.

Stefan Pietsch

24) etg, Montag, 27. Januar 2014, 16:02 Uhr

Hmm. Das ist schon eigenartig.

Sie sind also *für* das Vermummungsverbot, würde ich sagen. Sehen Sie, Sie werden mich nie auf einer Anti-Nazi-Demo finden, da die Nazis dort Leute aufnehmen, verfolgen, an den Pranger stellen. Das will ich mir nicht antun, darf aber auch nicht anonym dort erscheinen. Einer der großen Nachteile des Vermummungsverbots.

Und Sie setzen Pseudonyme und Anonymität gleich, das finde ich seltsam. Aber Sie wissen sicher selbst, dass das Unsinn ist.

Warum finden Sie eigentlich, dass das Unterschreiben einer Online-Petition Mut erfordern sollte? Ist das Voraussetzung?

Insgesamt, ein schwacher Artikel, in so vielen Details undurchdacht.

25) W.Zimmer, Montag, 27. Januar 2014, 16:03 Uhr

Ausnahmsweise schreibe ich ausgerechnet hier mit meinem richtigen Namen, wenn auch verkürzt (Vorname). Ich muss aber einschränkend sagen lieber Herr Spreng, dass ich bei jeder Petition, die ich mitgezeichnet habe, aufgefordert bin, meinen richtigen Namen, nebst Anschrift preiszugeben. Wenn Sie sich an einer e-Petition des Bundestages beteiligen, bekommen Sie sogar einen Pseudonamen zugeteilt. Wie die Umsetzung hier geschehen soll werden wir ja sehen. Ich sage nur soviel, bei Foren, die den Klarnamen verlangen, bin ich mit Pseudonym unterwegs. 😉

26) Freddy Schlimm, Montag, 27. Januar 2014, 16:12 Uhr

Sehr geschätzter Herr Spreng, ich meine, Sie und Herr Plasberg machen es sich zu einfach. Grundsätzlich haben Sie Recht, aber in der Praxis nicht. In der Medienbranche leben Sie von Ihrem Namen und Ihrem Ruf. Was hätten Sie davon, wenn sie überall unter anderem Namen gute Artikel schreiben würden, aber niemand wüsste, dass sie von Ihnen sind. Sie blieben ein Niemand.
Wie steht es aber mit einem Beamten in Bayern, der dezidiert linke Ansichten hat? Was wird aus einem Beamten in Bremen, der rechtspopulistischen Einstellungen zuneigt? Die haben im Grunde noch Glück, weil man sie so leicht dann doch nicht entfernen kann. Aber man kann sie “mobben”, z.B. auf miese Posten versetzen, sie niemals mehr befördern.
In der Privatwirtschaft kann es noch viel schlimmer werden. Was geschieht mit einem autokritischen Angestellten bei VW oder Mercedes? Duldet Springer öffentliche Befürworter der Linkspartei? Dürfen Gegner der Genindustrie noch bei großen Lebensmittelkonzernen arbeiten, wenn sie andauernd Kommentare dagegen im Internet verfassen?

27) wolfgang wabersky, Montag, 27. Januar 2014, 16:15 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng!

Das Versagen von Lanz in dem Interview mit Sahra Wagenknecht ist kein einmaliger Vorfall (vgl. auch post 2). Bei einem Interview mit Prof. Lucke (AfD) verhielt er sich genauso penetrant und unverschämt. Es sind handwerkliche Mängel, die hier zutage treten. Lanz will sich investigativ geben, will sich als harter Nachfrager stilisieren und verliert darüber Maß und Ziel. Ihm fehlt das Gefühl für das richtige timing, wo man einen herumschwätzenden Politiker als Moderator wieder in die Spur bringen muss, ohne diesen am Vorbringen seiner Argumente zu hindern. Vielleicht hatte Lanz auch Angst vor Wagenknecht und Lucke, denen er politisch nicht das Wasser reichen kann. Der Vorschlag, Lanz aus (gehobenen) politischen Interviews herauszunehmen, ist m. E. berechtigt. In der Reflexion auf seinen vermeintlichen Ausrutscher zeigte er sich nicht sonderlich einsichtig, so dass seine Entschuldigung belanglos sind.
Es gibt nicht nur Schwarmfeigheit im Internet, sondern auch einen Scharmmut; letzteren aber zweifellos viel zu wenig.

28) Bull, Montag, 27. Januar 2014, 16:22 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng, ich kann ihnen versichern dass ich mich auch mit vergrößerter Kopie meines Personalausweises vor Herrn Lanz stellen würde und ihn als Kläffer tituliere. Ich hab da keinerlei Skrupel, sehr zum Leidwesen meiner Freundin.

Als ITler bin ich jedoch ein Freund von Datensparsamkeit und Datenschutz. Darum nutze ich hier ein Synonym, eine Trash Mailadresse und eine IP einer VPN Node die mir ein Freund zur Verfügung stellt. Was einige Firmen an Daten über mich haben reicht mir vollkommen, die brauchen nicht noch mehr.

Mich interessiert jetzt mal die Technik der von ihnen erwähnten Identifikationsnummer. Spielen sie auf die IP an? Die kann man mit einem Proxy wie hide.io oder auch mit TOR ohne Probleme ändern. Also kein Garant dafür dass der am anderen Ende auch der ist der er vorzugeben scheint. Sie haben nur die IP der Exit Node und sonst nichts.

29) Bernd Oliver, Montag, 27. Januar 2014, 17:01 Uhr

Was ist denn die Identifikationsnummer des Absenders? Muss man sich in Zukunft bei Ihnen registrieren, um kommentieren zu können?

30) Gamma Quadrant, Montag, 27. Januar 2014, 17:05 Uhr

1.) Eine Petition die keine Klarnamen + Adresse enthält, hat nicht annähernd den Stellenwert einer Petition wie es das GG vorsieht. Nicht mehr und nicht weniger, alles andere ist Krawalljournalismus & das wissen Sie.
2.) Anonymität im Netz ist notwendig solange die “Löschfunktion” der Kommentare nicht geklärt ist. Solande ich nicht annähernd kontrollieren kann wo meine Kommentare landen / gespeichert werden, bleibe ich anonym. Das ist mein privater Persönlichkeitsschutz, andere sehen das ähnlich. Wahrscheinlich werden demnächst dann weniger Kommentare nei Ihnen ankommen. Damit kann man leben.
3. Die Aufregung ist deswegen so groß, weil die Beschwerdemöglichkeit über eine ÖR Medium massiv eingeschränkt sind. Warum sollte dort auch auf Beschwerden eingegangen werden – z.B. Lanz’ schlechtes Verhalten – denn “wir” sind ja zahlverpflichtet, egal ob wir mitmachen wollen oder nicht. Insofern ist die Petition an sich schon nachvollziehbar, der Wert/die Bedeutung jedoch wie beschrieben erheblich eingeschränkt.

Ansonsten, geht’s wie üblich nur um “GAS,GAS,GAS,” bzw. den Medien um die Quote ….!!!

31) Petar Sayed, Montag, 27. Januar 2014, 17:25 Uhr

Markus Lanz hatte einen schlechten Tag !? Die schlechten Tage häufen sich beim ZDF
Erst Bettina Schautzen die in einem Interview einen NPD Politiker niederbrüllt.
Dann Johannes Kerner der in unflätiger Weise Eva Hermann bei laufender Sendung aus dem Studio schmeißt. Jetzt Markus Lanz der in proletenhafter Manier Andersdenkenden zeigen will wo der Hammer hängt.
Das Ganze hat offensichtlich Methode. Und das ZDF kümmert sich einen Kehricht darum, das in den Griff zu bekommen. Wem die medienpolitische Richtung nicht passt, der wird angeschrieen niedergebrüllt oder rausgeschmissen.

32) Gunnar, Montag, 27. Januar 2014, 18:39 Uhr

Lieber Herr Spreng,

dass ein Kommentator ein Schimpfwort mit einem Klarnamen unterlässt ist leider komplett falsch.

Ich bitte Sie hierzu nur einmal einen Blick auf die Facebookseite Ihres ehemaligen Arbeitgebers mit den vier großen Buchstaben zu werfen. Die Kommentare dort mit volksverhetzendem, rassistischem und beleidigendem Inhalt sind kaum zu zählen.

33) nona, Montag, 27. Januar 2014, 18:42 Uhr

Anonym ist nicht gleichzusetzen mit pseudonym. Internetkommentare in Blogs wie diesem sind pseudonym, nicht anonym. Sofern technisch korrekt umgesetzt, ist die Minimalforderung “gültige E-Mail-Adresse” ein Grundidentifikation zur Ermittlung. Weitere Punkte wie Zugriffs-IP und Browser-Metadaten sind ebenfalls heranzuziehen. Wer im Internet wirklich anonym sein will, der muss bei der gegebenen Netzstruktur schon beträchtliche Fachkenntnisse anstrengen, und selbst dann gibt es keine Garantie für echte Anonymität. Namensangaben sind dagegen Schall und Rauch, und ausgesprochen bedeutungslos. Ich bin sehr gespannt, wie das ab dem 16. Februar aussehen soll – bislang existiert kein entsprechendes zur wahren Identifikation heranziehbares System, und etwas sagt mir, dass just im Sprengblog auch nicht plötzlich die Erfindung eines solchen stattfinden dürfte.

Bei benutzten Argumenten ist es hilfreich, sie nicht künstlich zu verzerren und dadurch in der Sache zu illegitimieren – das gilt auch für viele der Lanz verteidigenden Journalisten (und “Journalisten”). Petitionsportale lassen pseudonyme Identitätsangaben wie “Fickdeimudda” üblicherweise überhaupt nicht zu, den denen geht es gerade um Realitätsanspruch und Gewichtigkeit. Ebensowenig reicht wirklich “ein bequemer Klick” zur Beteiligung. Minimalanforderung ist das Anlegen eines Accounts dort, über den man dann mit seinem hinreichend echten Namen unter der jeweiligen Petition steht.

Was Frank Plasberg angeht, so hat sein kleiner “Aufschrei” vor allem seine eigenes Missverständnis von Internetangelegenheiten offenbart. Er tut so, als sei er wodurch auch immer bislang dazu gezwungen worden, anonyme oder pseudonyme Zuschauereingaben überhaupt zu beachten. Tatsächlich war das bis dahin natürlich allenfalls ein selbstauferlegter Zwang, und die Abkehr davon sollte eigentlich nun wirklich keine grosse Sensation sein, sondern allenfalls ein Schulterzucken wert. Tatsächlich ist der Drang zur Zuschauerbeteiligung in den allermeisten Sendungen eine furchtbare Seuche, all das Facebook-Erklären und Twitter-Vorlesen. Tatsächlich ist es in den allermeisten Fällen weder relevant noch interessant was “Schnucki28” und “MeisterBVB13” so zu einem Thema meinen oder fragen. Tatsächlich ist das meistens sogar sehr nervig, und garantiert kein Einschaltgrund (und für mich persönlich meistens eher Umschaltmotivation).

34) Jakob, Montag, 27. Januar 2014, 19:07 Uhr

Pseudonymität ist doch noch keine Anonymität?

35) Peter Christian Nowak, Montag, 27. Januar 2014, 19:08 Uhr

Sie rennen bei mir offene Türen ein!

Ich war und bin stets der Meinung, dass die Anonymität zu einer Art explosiver Feigheit führt.
Das sagen und dazu stehen, was man sagt, gehört gegen alle (auch die vermeintlich negativen) Konsequenzen zum anständigen Leben dazu!
Alles andere ist in den Sack gesprochen, den keinen interessiert und daher nicht geöffnet wird.

36) Gamma Quadrant, Montag, 27. Januar 2014, 19:09 Uhr

Aha, Sie haben Ihr Vorhaben schon angefangen umzusetzen, oder Sie gar betreiben ZENSUR!? Jedenfalls wurde mein Beitrag kommentarlos gelöscht was soll man davon halten 🙂 Na da bleibe ich doch erst recht ein Leser Ihrer Kollumne, mit recht viel Freude sogar. Habe die EHRE!!!

37) Gamma Quadrant, Montag, 27. Januar 2014, 19:10 Uhr

Spässle gemacht, war das Java-Skript, eigene Blödheit. Wie gut das es die Anonymität gibt 🙂

38) Entschuldigung, Montag, 27. Januar 2014, 19:15 Uhr

“er hat sich entschuldigt” … er hat evtl. um Entschuldigung gebeten, oder ist das kleinkariert?

39) Tilman_s, Montag, 27. Januar 2014, 19:36 Uhr

Den Anlass finde ich seltsam. Wir reden über eine Petition. Abzüglich der Fake-Einträge (die es in solchen Fällen natürlich immer gibt) werden die Namen und Adressen der Unterzeichner Markus Lanz zugestellt werden. Die Anonymität der Shitstorm-Masse kann er da kaum beklagen. Ich habe unterschrieben mit echtem Namen und echter Anschrift, und wenn er mich kontaktieren sollte würde er auch eine ernsthafte Erläuterung bekommen. Meine mit der Unterschrift verbundene Hoffnung hat sich mit seiner Entschuldigung sowie dem Eingeständnis, Fehler gemacht zu haben, übrigens vollumfänglich erfüllt – diese Petition hat ihren Zweck eindeutig erfüllt (seinen Rauswurf hätte ich persönlich nie gefordert). Ich bezweifle dass Briefe an die Redaktion und einige Presseartikel alleine zu dieser Reaktion und Selbstkritik bei Lanz, Redaktion und Sender geführt hätten.

40) riskro, Montag, 27. Januar 2014, 19:39 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,
man kann nach wie vor innerhalb des Hart aber Fair Blogs anonym diskutieren.
Plasberg offenes Visier und Talk auf Augenhöhe bezieht sich darauf, dass unter Nick-Namen erstellte Kommentare, nicht in der lfd. Sendung von B. Büscher vorgelesen werden. Hier handelt es sich in der Regel um 3-4 Beiträge, die es in die Sendung schaffen. Somit keine große Sache, zumal die Auswahl der Beiträge zu wünschen übrig lässt. Nach welchen Kriterien sie ausgewählt werden, war mir sowieso schon immer schleierhaft.

Als Blog-Betreiber ist es Ihr Recht Regeln aufzustellen. Das haben Sie getan und wie Sie schreiben, werden strafrechtlich relevante Kommentare, Verleumdungen und unqualifizierte Beschimpfungen nicht zu gelassen.

Sie schreiben: Mir kann keiner erzählen, dass seriöse Meinungsäußerungen und Diskussionsbeiträge in meinem Blog zu beruflichen oder gesellschaftlichen Nachteilen führen.

Können Sie dies auch ausschließen? In einer Zeit, in der man anscheinend alles ohne großen Aufwand recherchieren kann.

Auch angeblich seriöse Äußerungen können bei anderen falsch verstanden werden.

Gelesen heißt nicht, dass es gleichzeitig verstanden wurde.

In meine 4000 Seelen-Gemeinde, hat ein Nachbar in der Tageszeitung einen Leserbrief veröffentlichen lassen, der seriös war. Trotzdem ist seine Meinung anderen bitter aufgestoßen. Die Anfeindungen gingen soweit, dass der Betreffende sein Eigentum verkauft hat und weggezogen ist.
Ich habe nichts dagegen, meinen Namen können Sie wissen. Sie, Herr Spreng.
Was bringt es, wenn Mit-Blogger meinen wahren Namen kenne n. Archi aus Büttenwarder würde sagen worin liegt der Nennwert?
Zu mal Namen Schall und Rauch sind.

Mein Vorschlag: Wer in Ihren Blog mit diskutieren will muss ein Anmeldeformular ausfüllen, in dass er seinen Namen, Tel-Nr. und Email-Adresse angeben muss und den Nicknamen, unter den er schreiben will. Gleichzeitig muss man sich verpflichten von Ihnen gesetzte Anstandsregeln einzuhalten.

Erlauben Sie mir einen noch Hinweise zu Markus Lanz und Plasberg.

In den wenigen Sendungen, die ich von Herrn L, gesehen habe, war es “die Regel”, dass er Gäste, die nicht seiner politischen Richtung entsprachen, ständig unterbrochen hat.
Das ist mir bei ihm schon „immer“ aufgestoßen. Gegenüber Gästen, die seiner Linie entsprachen verhielt er sich höflich, da gebe ich Ihnen recht. Als Moderator hat er aber alle gleich zu behandeln. Wenn er dazu nicht in der Lage ist, ist er eine Fehlbesetzung.

Zu Herrn Plasberg,. Er ist mit hart aber fair mit dem Slogan angetreten:

Wenn Politik auf „Wirklichkeit“ trifft.

Diesen Slogan wurde er in keinen seiner Sendungen gerecht. Die Politik wurden und werden noch, regelmäßig von Politkern der CDU, SPD, (FDP,Linken,Grünen) vertreten. Die Wirklichkeit von –manchmal Ihnen- oder einen anderen Medienvertreter, manchmal von einen Geistlichen oder einen Schauspieler vertreten.
Das ist die Wirklichkeit ! Lachhaft. Ich sehe mir diese Sendung nicht mehr an.

Die Sendung braucht wohl einen neuen Touch.

Talk auf Augenhöhe, offenes Visier begründet er damit, dass seine Gäste auch unter ihren Namen auftreten.
Was für eine schwache Begründung. Die von Pl. eingeladenen Gäste sind in der Regel Menschen des öffentlichen Lebens, deren Ziel es ist, ihre Meinung bzw. die ihrer Partei der Öffentlichkeit kundzutun.

Auch im Blog hart-aber fair werden strafrechtlich relevante Kommentare, Verleumdungen und unqualifizierte Beschimpfungen nicht zu gelassen.

In diesem Sinne
Guten Abend

41) Uwe, Montag, 27. Januar 2014, 19:50 Uhr

Konkret heißt es im “Spickmich”-Urteil des Bundesgerichtshofs von 2009, das vom Bundesverfassungsgericht bestätigt wurde: “Die anonyme Nutzung ist dem Internet immanent.” Eine “Beschränkung der Meinungsäußerungsfreiheit auf Äußerungen, die einem bestimmten Individuum zugeordnet werden können”, so das Gericht, sei mit Artikel 5 des Grundgesetzes “nicht vereinbar”.

Quelle :
http://www.sueddeutsche.de/digital/debatte-zur-anonymitaet-im-netz-wenn-habermas-auf-biggi-trifft-1.1130908

Meiner Meinung nach liegt es gar nicht an der * Anonymität*,
das die * Diskussionskultur* verroht,
sondern schlicht daran, das eine breitere Schicht der Bevölkerung inzwischen die Möglichkeit hat,
sich zu Themen zu äussern und die * Frechheit* besitzt, das auch zu tun.

Mein lieber Herr Spreng,
ihr Artikel ist böse manipulativ, schon allein durch die Auswahl des von ihnen beanstandeten Nicks.
Was will mir der Artikel sagen ?
*Solche Leute * haben kein Recht, ihre Meinung zu artikulieren ?

„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“

Evelyn Beatrice Hall ( oft Voltaire zugeschrieben )

In unserem Land gehört tatsächlich wieder Mut dazu,
seine Meinung zu artikulieren.
Wenn ich öffentlich ein paar Leute zusammensuch, um einen Wanderausflug zur NSA- Zentrale zu veranstalten, kann schon mal der Staatsschutz vor der Tür stehn.
Ist ja erst kürzlich so passiert.

Die Forderung nach Klarnamen dient der Meinungsunterdrückung.
Basta.

42) W.Buck, Montag, 27. Januar 2014, 20:07 Uhr

Lassen wir mal Herrn Lanz außen vor.

Offene Petitionen werden tatsächlich dann unglaubwürdig, wenn es gelingt dass automatische Einträge erzeugt werden können. Das ist bisher soweit ich weis ausgeschlossen. Die Petitionsportale die ich kenne verlangen bei der Erstanmeldung darüber hinaus Klarnamen und Anschrift, egal wie der Alias ist. Ob jemand eine Petition zeichnet unter dem Alias-Namen “FickdeiMudda” oder “Peter Schmitt” sagt ja nichts darüber aus, ob seine Meinung fundiert ist (hier:ob er die Talkshow gesehen hat).

Bei Kommentaren denke ich, kommt es auch eher darauf an, ob ein Kommentar tatsächlich unflätig oder gar hetzerisch ist. Solche Kommentare müssen eben so gut wie möglich zensiert werden. Offensichtliche Pseudonamen nicht zu zulassen, wie bei Herrn Plasberg hat mehr was mit Kosmetik zu tun.

Darüber hinaus kann man Vermummung bei Demos und Namensnennung im Internet nicht vergleichen. Bei einer Demo muss ich ja auch kein Namensschild tragen. Andererseits bin ich mir sicher, auch wenn ich eine Petition z.B. für eine Amnestie Herrn Snowdens mit einem Phantasienamen zeichne. NSA und BND haben meine echten Daten gespeichert. Das Netz war noch nie ein “anonymer Marktplatz”.

43) xxHyFoxx, Montag, 27. Januar 2014, 20:18 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

ich finde Ihre Ankuendigung, in Naher Zukunft keine Anonymen Kommentare zuzulassen, absolut in Ordnung.
Dies ist eine Privat betriebene Seite in die Sie eine Menge Zeit, Energie und vielleicht auch Geld stecken und Sie allein entscheiden darueber welches Hausrecht Sie hier anwenden wollen. Wem das nicht passt, der kann ja wonanders hingehen oder es besser machen.

Ihren Verweis auf Russland und Syrien hingegen finde ich etwas deplaziert. Das taegliche Gebahren meiner deutschen Mitbuerger gibt mir mehr als genug Gruende auch weiterhin unter Pseudonym im Internet zu verkehren.

Stets unter falscher Flagge,
xxHyFoxx

44) winfired, Montag, 27. Januar 2014, 20:28 Uhr

Ich als Bolgger würde begrüßen – blog.freigeldpraktker.de – das jeder unter seinem echten Namen sich austauscht oder lässt. Aber gleichermaßen darf es keine politische Verfolgungen von Meinungen geben, bis hin zur Inhaftierung.

Unsere Diskussionskultur sinkt schon auf DDR Niveau – die Engländer lernen soertwas auf der Schule.

Auf der Sprengseite ist mir noch keine Zensur begegnet, in vielen Zeitungen schon.

45) Thomas, Montag, 27. Januar 2014, 21:31 Uhr

Ich habe selten einen so unqualifizierten Blogbeitrag gelesen. Aber was ist von einem ehemaligen BILD-Schreiber schon anderes zu erwarten.

46) DK, Montag, 27. Januar 2014, 21:42 Uhr

Lieber Herr Spreng,

Ich moderiere beruflich unter anderem die Diskussionen einer großen Online Community.* Dort halten wir unsere Mitglieder an, sich mit Klarnamen an der Diskussion zu beteiligen. Zu einer Mäßigung der Diskussion trägt das allerdings nur sehr bedingt bei. Ähnliches lässt sich auch bei Facebook-Diskussionen beobachten, wo Klarnamen zumindest keine Seltenheit sind (und oft sogar noch mit einem Foto verbunden sind). Ich bin daher skeptisch, ob der von Ihnen erwünschte Effekt eintritt. Vielleicht können SIe hierzu ja in einem halben Jahr nochmal Ihre Erfahrungen mit den neuen Richtlinien schildern.

* Da ich dort mit Klarnamen moderiere, möchte ich hier heute anonym auftreten. Grundsätzlich habe ich allerdings kein Problem damit, mit meinem Namen für meine Meinung einzustehen.

47) Matthias, Montag, 27. Januar 2014, 21:46 Uhr

Zu Lanz nur kurz der Hinweis, das klang anderswo schon an, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelte, auch wenn Sie in Ihrem Blogbeitrag anderes suggerieren. Zur Petition möchte ich noch hinzufügen, dass die Gründe zur Mitzeichnung vielfältig sind: Die Initiatorin hat den Begleittext recht clever formuliert, so dass sich darin nicht nur Lanz-Gegner, sondern auch ÖR-Gegner, GEZ-Verweigerer und linksorientierte Menschen, die ihre Meinung in Mainstreammedien ohnehin unterdrückt sehen, wiederfinden können. Die Petition also allein an Lanz’ Person festzumachen, greift zu kurz.

Wenn Sie gestatten, eine Nachfrage zur Klarnamenpflicht: Bedeutet dies Vor- und Zuname(n)? Mich z.B. nennt jeder, der mich kennt, einschließlch Nachbarn, Chefs etc. “Matthias”, das ist in der jüngeren Generation heutzutage Usus.

Ferner finde ich Ihr Lob hinsichtlich Plasbergs Initiative kurzsichtig. Plasberg hat selbst gesagt, dass die Redaktion nicht prüfen könne, ob jemand tatsächlich “Albert Schweitzer” heißt. Wenn man also künftig Kommentare von “bärchen69” nicht mehr freischaltet/vorliest, Kommentare von “Heinz Müller” aber schon, was ist dann gewonnen? Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin ebenfalls gegen jede Verrohung der Diskussionskultur, aber Klarnamenpflicht ist aus meiner Sicht das falsche Mittel.

48) Reisender, Montag, 27. Januar 2014, 22:00 Uhr

Hallo Herr Spreng,

Ich finde ihr Einstellung zur Klarnamen Pflicht sehr schade. Ich lese ihr Blog seid fünf Jahren ohne hier zu flamen.

Ihre Entscheidung heisst für mich, das wird der letzte Kommentar bei ihnen.

Siehe Snowden…. Irgendwann schnappt jede Demokratie über oder es wird die falsche Person in ein wichtiges Amt gewählt, dann kann auch in Super Demokratien wie in USA die rechtstaatlichkeit kippen. Stichwort: Kurnaz.
Und da war Deutschland mittendrin….

Nette Grüße,

Reisender

49) Marcus Ewald, Montag, 27. Januar 2014, 22:01 Uhr

Wer ein Vermummungsverbot im Internet mit einem Vermummungsverbot bei einer Demonstration vergleicht, hat die ungeheure Tragweite des Internets schlicht nicht verstanden. Wäre jeder Internetnutzer gezwungen, mit Klarnamen bei einer Petition aufzutreten, wäre das analog zur einer Namensschildpflicht bei jeder Demonstration, gefolgt von einem ewigen Aushang über die eigene Teilnahme in jedem Rathaus der Welt, sowie einer vollständigen Audioaufnahme aller Sprechchöre, die man während der Demonstrationen mitgesungen hat. Und falls man irgendwann nicht mehr damit einverstanden ist, dürfte man selbstredend klagen, und dann verschwänden zumindest die Aushänge aus den deutschen Rathäusern. Das ist das Internet.

In Zukunft wird die Welt digital funktionieren: Alles wird irgendwie durch Programme gefiltert, die etwas erlauben. Oder eben nicht. Alles wird irgendwie festgehalten, ob durch Unternehmen oder Staaten. Und irgendwie ausgewertet. Bei einem umfassenden Vermummungsverbot wäre das jeder Kommentar im SPON-Forum, jede Petition bei openpetition, der Ebay-Kauf am Sonntag. Das würde – besonders für öffentliche Figuren – bedeuten, dass jeder sich entweder nie online bewegen sollte oder schon als Jugendlicher immer in grob gesellschaftlich akzeptablen Rahmen handeln müsste. Das ist das Terror-Gefängnis, das sich einst Bentham erdachte.

Nun sind das Einschränkungen, die ein echter Konservativer mit einem Schulterzucken beantwortet. Aber jeder andere weiß: Wer dafür sorgt, dass Menschen nie die Freiheit haben, sich zu ändern, neu anzufangen, Dummheiten zu machen oder einfach mal Dampf abzulassen, nimmt Menschen die Freiheit, sich selbst neu zu definieren. Er zwingt Menschen, auf immer Gefangene ihres vergangenen ichs zu werden. Und das ist genauso falsch, wie Gefangene eines beliebigen anderen Individuums zu sein.

Wer, so wie Sie, Herr Spreng ab nächsten Monat, Kommentare auf seiner Website nur verpflichtend mit Klarnamen gestattet, verhindert echte Ehrlichkeit und bekommt glatt gespülte Meinungen. Und das nur, weil Meinungen Ihrer Ansicht nach zu unhöflich oder zu zahlreich vorgetragen werden. Ich finde das ein wenig drakonisch.

Werter Herr Spreng: Wer Meinungsfreiheit möchte, muss Anonymität fördern.

Auch hier: http://istdasliberaloderkanndasweg.wordpress.com/2014/01/27/fickdeimudda-gegen-lanz-spreng-fordert-vermummungsverbot-gegen-schlechtes-benehmen/

50) Peter P., Montag, 27. Januar 2014, 22:14 Uhr

In Zeiten von NSA und Big-Data dürfte das Bedürfnis nach vermeintlicher Anonymität im Netz sogar noch ansteigen. Ich finde, Sie verzichten künftig vermutlich auf sehr viel Feedback, welches – alles in allem – über die Jahre sehr niveauvoll ausgefallen ist, wie Sie selbst schreiben. Zudem dürfet es Ihnen auch weiterhin unmöglich sein, Klarnamen und Pseudonyme zu unterscheiden – warum dem Ganzen dann überhaupt diesen Stellenwert einräumen?

Zugegeben, anonym gepostete Kommentare schlagen oft über die Stränge, aber insgesamt offenbaren sie m.E. auch ein “ehrlicheres Meinungsbild”, z.B. auch in den Gästebüchern von Frank Plasberg, Anne Will, Maybrit Illner oder in sozialen Netzwerken. Kürzlich habe ich einen Artikel gelesen, wo die zunehmende Spaltung der Gesellschaft thematisiert wurde, in besten ausgebildete, vernetzte und überaus wohlhabende Menschen einerseits, und jene, die zusehends verwahrlosen und kaum noch an der Demokratie teilhaben.

Ich will das Ganze nicht überhöhen, aber ich denke, die Vielzahl wütender und teilweise unsachlicher Kommentare in sozialen Netzwerken sind auch Folge eines Gefühls der Ohnmach gegenüber “denen da oben” und Folge der o.g. Spaltung der Gesellschaft; und insofern vergeben Sie oder auch Frank Plasberg sich sehr viel, wenn Sie diese vielleicht feigen aber nicht von der Hand zu weisenden Wortmeldungen einfach wegdrücken mit dem Vergleich des Vermummungsgebots.

Wie auch immer; vielen Dank für Ihren wunderbaren Blog!

51) Senfgnu, Montag, 27. Januar 2014, 23:04 Uhr

Herr Lanz ist mir zwar höchst unsympathisch, diese Petition habe ich aber nicht unterzeichnet. Würde ich jeden mir unsympathischen Menschen arbeitslos machen wollen, hätte ich mehr zu tun als mir lieb ist.

Es ist mir allerdings ein Rätsel, was Sie mit der Namensnennung bezwecken wollen. Ich schreibe sowohl als “Senfgnu” (wahrscheinlich kennen mich darunter mehr Leute als unter meinem “echten” Namen) als auch als Thomas Geier gleich sinnvolle oder -lose Beiträge. Anstand hat man oder hat man nicht.

Ich werde deshalb weiterhin posten, sehe aber den Sinn nicht. Wer seinen echten Namen nicht nennen will, nennt sich halt wie sein Chef und das wars. Zumindest hoffe ich nicht, dass sie Post-Ident einführen wollen. In dem Fall würde ich dann doch lieber anderswo meine mehr oder weniger relevanten Kommentare hinterlassen. Schließlich sind sie ja nicht das Einwohnermeldeamt, sondern immer noch ein Blogger.

52) Martin Schmitz, Montag, 27. Januar 2014, 23:22 Uhr

Sehr geehrter Spreng,

Ich kann jeden Satz von Ihnen hier unterschreiben, ich habe übrigens auch an der Petition teil genommen.
Was ich nicht verstehen kann, dass auch bei Ihnen hier wieder Russland als negativ aufgeführt wird.
Wir sollten unsere eigenen Hausaufgaben machen und da liegt vor der Haustür des Systems BRD selbst eine Menge Dreck. Denken Sie an die Aussage von Herrn Helmut Schmidt, was in anderen Ländern geschieht, hat uns nichts an zu gehen.

53) Manfred Peters, Montag, 27. Januar 2014, 23:39 Uhr

Gab es nicht schon tausendfach Gelegenheit sich mit der Praxis der wie auch immer anonymen Kommentare auseinander zu setzen, Herr Spreng?
Warum gerade anhand einiger Ausfälle bei dieser Petition? Ist das Ihr Versuch sich in die Phalanx
derer, die diese Petition speziell bzw. Petitionen generell lächerlich machen wollen einzureihen?
Bei Stefan Niggemeier ( „So mögen sie Gulaschsuppe essen: …“) finden Sie dazu mehr. Ich nehme an, Sie haben sich schon informiert.
Im Adenauersender ZDF ist generell etwas faul, Lanz ist ja vielleicht nur der Sack, den man schlägt, da er am deutlichsten das praktiziert, was Adenauerenkel Koch 2009 in seinem Sinne bei vorgenannten Esel erst einmal vollendet hat.
Übrigens, ich kommentiere immer mit meinem Klarnamen. Das kann aber auch zum Problem führen, die ich hier erst einmal nicht weiter erläutern will.

54) Thomas Gnidäm, Dienstag, 28. Januar 2014, 00:41 Uhr

Hallo Herr Spreng,

Ich verstehe Ihr Thema sehr gut. Es gibt Themen da gehört der Name dazu. Beispiele sind fuer mich öffentliche Auftritte oder Themen der Demokratie. Mich hat es schon geärgert wen ich bei der Piratenpartei sehen musste das “penis05” eine Teilstimme oder mit beeinflussen kann wie ein Abgeordneter im Berliner Stadt Parlamet stimmen soll.
In einem Blog oder Forum, denke ich gehört der Name nicht unbedingt dazu, allerdings auch sollten die Kommentare vernünftig und zur Diskussion einladen und nicht einfach nur beleidigend sein. Wie will man jemand eine Diskussion führen der sich selbst penis oder fickdeimudda nennt.
Soviel zum Thema vermummen…

Herr Lanz ist fuer mich ein zu glatter Moderator und ich mag ihn nicht trotzallem schaue ich gerne seine Talkshow da er gute Gaeste ist.
Vergleichbar mit dem Bundespräsident auf gar keinem Fall, auch da gebe ich recht.
Allerdings finde ich es mit einem Satz er hat sich entschuldigt und damit gut, auch nicht fuer ok. Zumal Sie allein 2013 fünf mal bei Ihm zu Gast waren. Damit kommt mir natürlich gleich der Verdacht warum sollten Sie Herrn Lanz kritisieren, wie Sie dies mit anderen Personen in diesem Blog tun, wenn er Ihnen Aufträge gibt.
Dies passt leider nicht nicht ganz fuer mich zusammen…. und ich würde es als Interessesnkonflikt beschrieiben. Also ich bin mir nicht sicher außer der Aussage zur Vermummungen im Internet was ich aus Ihrem Eintrag entnehmen soll, da ich jede Ausage zu Herrn Lanz in Frage stellen muss.

Auf der anderen Seite gebe ich Ihnen auch Recht das unsere Medien wie sehr oft von den Wahren Dingen im Leben Abstand nehmen. Gott sei Dank gibt es auch hier da noch Medien, welche frei Berichten. Leider kann man da nicht immer so einfach rausfinden wer fuer das taugliche Brot sorgtwie bei Ihrem jetzigen Artikel.
Zu guter letzt zwei weitere Kommentare:

Wenn jemand Lanz nicht mag einfach mal abschalten und Sprengsatz lesen , anstatt einen Shitstorm starten. Jede Publicity macht bekannt, wobei er das nicht mehr nötig hat.

Trotz all meiner Kritik zu Ihrem Artikel, finde ich es spannend und lese Ihre Artikel regelmäßig denn Sie bringen Dinge gut auf den Punkt und ich teile oft eine Meinung mit Ihnen.

Danke,
Thomas

55) Frank Reichelt, Dienstag, 28. Januar 2014, 08:24 Uhr

@ m.spreng

Wie oben schon erwähnt, hätten Sie zumindest offenlegen müssen, wie oft Sie bei Markus Lanz zu Gast waren und wie die persönliche Beziehung zwischen ihnen ist und ob das eventuell Ihr objektives Urteilsvermögen trüben kann. Man nennt das Neudeutsch wohl “Disclaimer”. Auch das gehört zur Ehrlichkeit und zu den Gepflogenheiten im Netz, die Sie zu recht von Ihren Kommentatoren einfordern!

56) Selma Krause, Dienstag, 28. Januar 2014, 08:32 Uhr

Ach, Herr Spreng, schade, dass Sie Ihr Blog ohne Not so begrenzen. “Strafrechtlich relevante Kommentare, Verleumdungen und unqualifizierte Beschimpfungen lasse ich heute schon nicht zu.” (Zitat Ende) Was wollen Sie denn darüber hinaus noch? Das begründen Sie leider nicht überzeugend.

Ein letztes Wort zu Lanz. Ich habe die Sendung zufällig als Wiederholung nachts gesehen und später auch die Open Petition unterzeichnet. Diese ca. 225.000 Unterzeichner/innen nun alle pauschal zu diskreditieren, nur weil ein Hirni mit “FickdeiMudda” unterschrieben hat, ist doch wirklich unter Ihrem Niveau. Schade!

57) m.spreng, Dienstag, 28. Januar 2014, 08:43 Uhr

@ 55) Frank Reichelt

Dass ich gerne zu Markus Lanz gehe, ist bekannt. Und wie häufig ich in seine Sendung gehe, ist unter “Spreng außer Haus” für jedermann nachzulesen.

58) J.Taylor, Dienstag, 28. Januar 2014, 08:52 Uhr

Mit einem „Vermummungsverbot im Internet“ rauben Sie mir, der den Namen benutzt, den die Eltern ohne jede Rücksprache durchgesetzt haben, einen Spaß de Luxe. Gerade in Foren, in denen diskutiert werden darf (und nicht nur kommentiert wie hier), lassen die gewählten Phantasienamen des wortgewaltigen Mob einige Rückschlüsse auf deren Persönlichkeit zu. Als Freund einer flotten Klinge findet man unter den Tarnkappenrevolutionären für kurze Scharmützel in der Kaffeepause oder für längere Tjosten willige Gegner, die ungehemmt und mutig, an ihre Unverwundbarkeit, Säurebeständigkeit und Unbesiegbarkeit fest glaubend, auch Handschuhe annehmen, die ihnen mehrere Nummern zu groß sind. Es wäre schade darauf verzichten zu müssen.

59) Michael A. Nueckel, Dienstag, 28. Januar 2014, 08:53 Uhr

Ich erahne das Ausmaß an Rechercheumfang für Sie, ob es sich jeweils um einen Klarnamen handeln wird oder nicht. So gut und begrüßenswert Ihr Ansatz auch ist, man wird Ihnen eins ums andere Mal versuchen, ein Schnippchen zu schlagen. Wie wollen Sie die Umwidmung von „dünnbrettbohrer 08/15“ auf „Franz Kleffer“ zutreffend überprüfen? Keiner möchte, dass sein Nachbar ihn auserwählt.

Und bitte nicht auf die Methode von Huffington Post Deutschland umstellen, O-Ton v. 15.10.13: „Die Huffington Post hat vor kurzem in allen Ländern eingeführt, dass Nutzer nur noch mit Klarnamen kommentieren können. Das soll durch die Facebook-Verifikation sichergestellt werden. Grund dieser Entscheidung: Wer unter seinem echten Namen kommentiert, achtet mehr auf seine Wortwahl. Das ist ein Effekt, den wir auch mit sorgfältigem Filtern der Kommentare nicht in gleicher Weise erreichen.“ Weiter 0-Ton v. 17.10.13: „Die Facebook-Regelung wurde von der Huffington Post USA getroffen. Da wir Lizenznehmer sind und dasselbe Redaktionssystem nutzen, müssen wir uns daran halten.“

No comment.

60) Martin, Dienstag, 28. Januar 2014, 09:04 Uhr

Wenn ich Peter Müller heißen würde, hätte ich auch kein Problem meinen Namen hier anzugeben. Da kann keiner in zehn Jahren mehr zuordnen, welchem Peter Müller was zuzuordnen ist. Da mein Name (Kombination aus Vor- und Nachname) deutschlandweit nur ein-, maximal zweimal vorkommt, sind Google-Treffer bei der Suche danach fast mit hunertprozentiger Sicherheit mir zuzuordnen.
Ich hätte nichts dagegen, den Klarnamen so wie die E-Mail-Adresse anzugeben, dass Sie als Betreiber wissen, um wen es sich handelt. Aber ich halte nichts davon, den vollen Namen für alle Welt zu veröffentlichen. Da geht es ums Prinzip. Ich kann überhaupt nicht einschätzen, was in ein paar Jahren davon zu halten ist. Ich finde beim Suchen nach meinem Namen noch Beiträge von mir, die ich vor 15 Jahren geschrieben habe (das Netz vergisst nicht!). Heutzutage ist es mir auch peinlich, was ich damals für – aus heutiger Sicht – “dumme” Fragen in einem Forum gestellt habe.
Kein künftiger Arbeitgeber sollte meine politische Meinung ergoogeln können.

61) Frank Reichelt, Dienstag, 28. Januar 2014, 09:11 Uhr

@ m.spreng

Für die ganz ganz wenigen, die nicht wissen, dass Sie gerne und oft zu Markus Lanz gehen, hätten Sie diese Informationen doch ganz einfach unter dem Artikel einfügen können, als Service für Ihre treuen Leser!

62) Alex, Dienstag, 28. Januar 2014, 09:58 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

ich verstehe und teile Ihre Abneigung gegenüber Menschen, die die Anonymität im Internet ausnutzen, um andere Leute zu beschimpfen, zu bedrohen oder einfach nur Diskussionen mit unsinnigem Spam versanden zu lassen. Allerdings empfinde ich den Weg, den Herr Plasberg und nun auch Sie einschlagen, leider als absolut wirkungslos. Da Ihnen – von einem Postident-Verfahren einmal abgesehen – keinerlei Möglichkeit offensteht, die wahre Idendität eines Users zu überprüfen, ist für diesen der Nickname “Hans Meier” genauso ein anonymer Schutzschild wie “FickdeiMudda”. Wer trollen will, wird sich davon wohl nicht abhalten lassen. Davon einmal abgesehen hat “anonym” auch schon darauf hingewiesen, dass das Vermummungsverbot bei Demonstrationen nicht damit einhergeht, automatisch sämtliche Demonstrationsbeteiligungen und sonstige Meinungsbekundungen jedes einzelnen Teilnehmers noch Jahre später öffentlich nachvollziehen zu können. Im Internet wäre es aber durchaus möglich, bei Angabe des Realnamens überall innerhalb relativ kurzer Zeit sämtliche Kommentare, Facebookeinträge, Blogs, die private Homepage und die Amazon-Wunschliste ausfindig zu machen.

Zur Causa Lanz selber ist bereits einiges gesagt worden. Er ist eben nicht nur ausnahmsweise mal aus der Rolle gefallen. Er ist schlicht und ergreifend kein guter Moderator, zumindest nicht für politische oder sozial wichtige Themen. Für mich war – fernab politischer Einstellungen und Auslassungen – mein persönliches “Highlight” sein Interview mit Malala, in dem es ihm vor allem um das Ausschlachten ihres persönlichen Traumas ging. Ich hatte wirklich nur auf die Frage “Und als der Taliban dann abgedrückt hat, was ging dir in diesem Moment durch den Kopf?” gewartet. Die Süddeutsche (http://www.sueddeutsche.de/medien/malala-yousafzai-bei-markus-lanz-ich-habe-sie-nicht-gestutzt-1.1790470) und koeln-news.com (http://www.koeln-news.com/zdf-markus-lanz-talkt-so-ziemlich-alles-platt-interview-mit-malala-yousafzai/) haben das Interview auch entsprechend kritisiert.

Was mir an Ihrem Beitrag aber auch wirklich aufstößt, ist Ihre “Er hat sich entschuldigt und damit ist der Fall erledigt”-Einstellung. Es zeigt nämlich eine gefährliche Entwertung eines gesellschaftlichen Vorgangs. Wie Bull schon so richtig bemerkt hat: Man kann sich nicht selbst entschuldigen. Man kann nur um Entschuldiung _bitten_. Ob man dann entschuldigt _wird_, hängt von den Personen ab, gegenüber denen man Schuld auf sich geladen hat. Viel zu oft treten heute Politiker, Wirtschaftsfunktionäre oder anderweitig Prominente vor Kameras und Mikrofone, beleidigen im Rundumschlag größere Bevölkerungsschichten und wenn der Druck dann zu groß wird, leiern sie Sätze wie “Sollte sich irgendjemand beleidigt fühlen, tut mir das sehr Leid. Entschuldigung.” runter und damit hat es sich dann. Weitere Konsequenzen muss es dann nicht geben, schließlich hat man sich ja selbst entschuldigt.
Sicher, der Fall Lanz ist nicht ganz so skandalös und dramatisch, die Mechanismen sind aber die gleichen. Auf die ersten Kritiken seitens der Zuschauer – bereits während und unmittelbar nach der Sendung – haben das ZDF und Herr Lanz noch gar nicht reagiert. Als die Kritiken dann lauter wurden, ist das ZDF in die Bresche gesprungen und hat einfach mal aus der Hüfte heraus die Behauptung verschossen, Frau Wagenknecht sei mit dem Gesprächsverlauf zufrieden gewesen. Erst als sie dem widersprochen hat und die Kritik unüberhörbar wurde, hat sich Herr Lanz dann entschuldigt. Also selber. Nach 8 Tagen. Sie können gern der Meinung sein, dass Herr Lanz ein klasse Typ und diese Entschuldigung völlig ausreichend ist.

Aber viele Menschen sehen das nun einmal anders und deren – sicherlich leider durch Trolle überspitzte – Form der Meinungsbekundung in Form einer Petition einfach beiseite wischen zu wollen, finde ich unredlich. Markus Lanz wird, wie andere Mitarbeiter des ÖRR natürlich auch – über die GEZ-Gebühr von uns allen sehr gut entlohnt und leider ist es nun einmal so, dass wir trotzdem keinerlei Möglichkeit haben, Einfluss darauf zu nehmen oder zu erklären, in welchen Formaten – wenn überhaupt – wir ihn sehen wollen.
Bei unseren demokratischen Wahlen kann zwar zugegebenermaßen niemand 10 mal unter verschiedenen Nicknames unterschreiben. Aber öffentlich nachvollziehbar, wer wen aus welchen Motiven gewählt oder nicht gewählt hat und ob sich die Wähler vorher überhaupt mal mit den Wahlprogrammen beschäftigt haben, ist da auch nicht.

63) HERDIR, Dienstag, 28. Januar 2014, 10:06 Uhr

Da hab ich mich schon schwer getan hier einen (wahrscheinlich letzten) Kommentar zu hinterlassen (mal sehen ob der mal durchkommt).

Schade das auch Sie, Herr Spreng die Petition so verunglimpfen wollen mit haltlosen Argumenten. Unterzeichnen Sie doch mal eine Petition (es gibt sicher eine die Ihren Interessen entspricht) und berichten Sie ob Sie wirklich nur mal Klicken müssen unter Benutzung eines anonymen Pseudonyms.

Lanz und alle weiteren Polittalkmoderatoren oder wie die Berufsbezeichnung heisst, langweilen mich zu Tode. Da in keiner Sendung erkennbar ein bildungspolitischer Mehrwert erkennbar ist.

Das Herr Lanz unhöflich ist, fällt meines Erachtens jeden auf der nur annähertnd eine Kinderstube (ich sag nicht gute:)) durchlaufen hat. Aber leider ist er damit nicht alleine im Fernsehen (und in den ÖR-Sendern).

Ich finde es weiterhin schade, dass Sie zwischen Pseudonym und Anonynm keinen Unterschied erkennen können und durch Ausschluss Kommentatoren aus Ihrem Blog entfernen (wobei das Ihr Hausrecht ist).

Ich lese Ihren Blog gern auch wenn ich nicht immer Ihrer Meinung bin. Das werde ich sicher auch weiterhin tun aber nicht mehr mit Lesezeichen.

So Long …

P.S.

Wer versichert mir eigentlich, dass Sie hier schreiben und nicht ein Angestellter oder ähnliches? Ihr Name reicht zur Identifikation ja nicht aus.

64) Guido Hartmann, Dienstag, 28. Januar 2014, 10:31 Uhr

Hallo Herr Spreng,

zur Causa Lanz will ich mich hier nicht äußern, das ist eine Blase, wie sie die Populärkultur am laufenden Band produziert, auch vor Auftauchen des Internets.
Wer glaubt, früher sei die Öffentlichkeit pfleglicher mit Ikonen oder Privatpersonen umgegangen, mag sich mit der Geschichte der BILD befassen, insbesondere mit den kritischen Beiträgen Walraffs oder sich mal “Die verlorene Ehre der Katharina Blum” zu Gemüte führen.
Der zentrale Satz in ihrem Kommentar, Herr Spreng, ist: “In den sogenannten seriösen Medien aber wird diese Online-Petition behandelt als sei sie eine seriöse Meinungsäußerung, eine ernstzunehmende massenhafte Willensbildung.”
Die Konsequenz kann nicht sein, einfach mal von oben eine Klarnamenpflicht zu verordnen, sondern sie muss darin bestehen, dass verantwortungsvolle Journalisten unter- und entscheiden können, ob sie Internet-Rumgepöbel veröffentlichen und multiplizieren, oder ob sie noch echte Nachrichten erkennen können.
Davon abgesehen: Es wird im Internet immer Ecken und Nischen geben, in denen sich Menschen tummeln, die viel zu meckern und nichts zu sagen haben. Und es wird immer Journalisten geben, die diese Ecken suchen und ihnen Bedeutung verleihen. Ihr Aufruf würde auf die eine oder die andere Weise im Sande verlaufen.

65) Harriet Max, Dienstag, 28. Januar 2014, 10:40 Uhr

Lieber Herr Spreng,
mit zunehmender Beschämung lese ich die Berichte und Kommentare von Journalisten zu dieser Petition. Auch Sie haben sich anscheinend nicht die Mühe gemacht, sich genauer mit der Petition zu verfassen, sonst wäre Ihnen aufgefallen, dass die von Ihnen zitierten Pseudonyme absolute Ausnahmen sind. Mit dieser Begründung die anderen über 200.000 Petenten zu diskreditieren, ist unredlich und eines Journalisten unwürdig. Man kann über Sinn, Unsinn und Stil dieser Petition aus verschiedenen Gründen diskutieren, keine Frage. Stattdessen haben Sie vermutlich den (unseriösen) Artikel im Spiegel gelesen und weitergesponnen. Nun ist vielleicht ein Blog-Eintrag kein journalistischer Artikel und man muss an ihn nicht so hohe Maßstäbe ansetzen. Sie, Herr Spreng, stehen aber für Qualität und machen sich zum Mitläufer einer journalistischen Gruppe, die anscheinend seine Deutungshoheit bedroht sieht. Zu meinem Hintergrund: ich bin selbst Journalistin und lese Ihre Einträge in der Regel sehr gern und halte sie für wichtig. Ich habe mir die Mühe gemacht, als nicht regelmäßige Lanz-Zuschauerin mehrere Sendungen nachzusehen, und muss sagen: es war kein Ausrutscher, was er sich da bei Frau Wagenknecht geleistet hat. Es war nur besonders heftig, v.a. weil er im Alpha-Journalisten Jörges einen “Kumpel” fand, mit dem er sich sichtbar abgesprochen hatte, um hier an jemandem ein Exempel zu statuieren, dessen Ansichten er falsch findet. Sich gegen ein solches Auftreten im vom Bürger finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu protestieren, halte ich zumindest für legitim. Ich bin entsetzt darüber, wie nun aus dieser Petition ein “Internet-Mob” konstruiert wird und aus einem simplen Protest ein Shitstorm. Als ob Lanz mit Fäkalausdrücken beschimpft würde oder man nur einen einfachen Non-Like-Butten drücken müsste.
Ich habe für diesen Eintrag nun ein Pseudonym gewählt, weil ich nicht möchte, dass ich wie Frau Müller, die die Petition gestartet hat, irgendwann in einer Zeitung als “Lieschen Müller” oder Ähnliches diffamiert werde. Da man in Ihrem Blog, um kommentieren zu können, ohnehin seine E-Mail-Adresse angeben muss, können Sie als Blog-Hausherr mich jedoch jederzeit identifizieren.

66) nurmalso, Dienstag, 28. Januar 2014, 11:06 Uhr

wie jetzt? ich zahle (zwangshalber) zum teil das fürstliche gehalt eines markus lanz und darf dann meinen unmut über die schlechte leistung und qualität nicht kundtun, weil irgendjemand anderes als fickdeinemudda in dieser petition auftaucht?

67) Thomas R. Diehl, Dienstag, 28. Januar 2014, 12:04 Uhr

Ach Gottchen, die Realnamendebatte. Als wüssten wir mehr über den Petenten, wenn wir wissen, dass er einer der schätzungsweise 7000 Peter Müllers in diesem Land ist. Lustig wird die Debatte ja, wenn es 7000 Peter Müllers gibt, aber nur einen FickDeiMudda. Welcher Name ist dann eigentlich eindeutiger, vielleicht gar authentischer (weil selbstgewählt statt elterlicher Willkür?)?

“Er hat sich entschuldigt und damit ist der Fall erledigt.”
Nein, ist er nicht, Lanz’ Sendung wird damit auch nicht besser. Der Fall Wagenknecht war ein besonders krasses Beispiel seiner schon seit Jahren unerträglich seichten, inhaltslosen, selbstverliebten Talkrunde. Ich habe mir das vor seiner Übernahme von Wetten Dass ein paar mal angetan und nicht ertragen können.
Wenn es ein Problem darstellt, dass “die Medien” zu viel Wert auf Unwichtigkeiten und zu wenig auf wirklich wichtige Dinge legen, so ist Lanz’ zeit- und gebührenverschwenderische Laberrunde ein Symptom, wenn nicht gar selbst ein Faktor eben jenes Problems.

68) Matthias Schwerdtfeger, Dienstag, 28. Januar 2014, 12:05 Uhr

Ich finde die Idee, keine Pseudonyme zuzulassen, sehr gut. Ich glaube, dass dies mittelfristig der Qualität der Diskussion dient. Natürlich ist nicht sofort nachprüfbar, ob jemand tatsächlich so heißt, wie er behauptet. Ich glaube aber, das viele Menschen dann tatsächlich ihre richtigen Namen anwenden werden und dies eine Entwicklung anstößt, an deren Ende mehr Transparenz und Sachlichkeit steht.

69) Dirk Schmitz, Dienstag, 28. Januar 2014, 12:19 Uhr

Regelmäßige Leser aber wissen, dass ich mich schon häufiger gegen die Schwarmfeigheit im Internet gewandt habe, ohne bisher Konsequenzen daraus zu ziehen.

Regelmäßige Leser wissen vor allem, dass Sie es bisher unterlassen haben, Belege für Behauptungen wie diese zu bringen: “Dies hat zu einer Verrohung der Diskussionskultur geführt”. Anscheinend haben Sie noch nie Tweets/Facebook-Posts gelesen, wo auch unter Klarnamen so richtig vom Leder gezogen wird. Zudem könnte sich das Ganze als Bumerang erweisen, wenn man sich nicht mehr wie bei anonymen Plagiatsjägern oder Wulff auf ein Lamentieren über Anonymität zurückziehen könnte, sondern wirklich mal auf die Kritikpunkte eingehen müsste.

Ich bin jedenfalls gespannt, ob Ihre technische Umsetzung gelungener wird als die sinnfreie “gültige E-Mail-Adresse” bei Niggi.

70) R Berg, Dienstag, 28. Januar 2014, 12:47 Uhr

Betr.: Markus Lanz, normalerweise ein höflicher Mann mit angenehmen Umgangsformen

Dieser Satz alleine ist schon einen Comedypreis würdig..mal wirklich ehrlich. Herr Lanz ist alles andere als ein höflicher Mann und hat Umgangsformen in seiner Talkshow, die ich eher als rüpelhaft und unseriös bezeichen möchte. Nicht nur in der Sendung mit Wagenknecht hat er das wiederholt schon hinreichend bewiesen.
Ihren Blog Herr Spreng lese ich hin und wieder und mir fällt auf, dass Sie sich von Ihrem ehemaligen Arbeitgeber BILD nicht im geringsten unterscheiden. Was Sie unter seriösen Journalismus verstehen lese ich als Mediengleichschaltung und Propagandamache.
Ihnen müssen doch Menschen mit einem eigenen Intellekt und eigener Denkweise ziemlich
störend vorkommen…allerdings wäre es durchaus klug genau auf diese zu hören..auch wenn da mal ein Nickname dabei ist der auch mein ethisches Grundgefühl stört. Kommt es aber nicht auf dessen Inhalt an ?
Nur wer dazu keine Argumente hat, hält sich an Nebenkriegsschauplätzen auf..und versucht den Inhalt niederzumeinen und lenkt vom eigentlichen Sinn ab.
Wenn Ihnen das besser gefällt, kann sich ja jeder Müller Maier Schulze im Netz nennen…wie wollen Sie das überprüfen und wozu ist Ihnen das wichtig ?
Am besten lassen Sie den Blödsinn sein und setzen sich mit dem auseinander was wirklich wichtig ist..dem tatsächlichen Inhalt und seine Ursache.

71) Carsten Blöcker, Dienstag, 28. Januar 2014, 13:21 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng, Glückwunsch zu Ihrer längst überfälligen Entscheidung, die anonymen Kommentare zu verbannen. Das wird dem Niveau Ihres Blogs guttun.
Zu Lanz: was für ein Geschreie zu diesem Thema. Hat mal jemand davon gesprochen, wie oft diese Frau Wagenknecht die Herren Lanz und Jörges unterbrochen hat? Und wer solch Halbwahrheiten und dummen Sprüche kloppt wie diese Dame, provoziert zu spontanen Reaktionen. Lanz lebt, hat Emotionen gezeigt, genau wie Jörges, das tut der Sendung gut. Die Entschuldigung war nach meiner Meinung überflüssig.

72) rundertischdgf, Dienstag, 28. Januar 2014, 14:19 Uhr

Bei der Petition gegen die grünrote Indoktrination unser Kinder in Schulen von Baden-Württemberg kommen 192 000 Stimmn zusammen, gegen Lanz weit über 220 000. Das sagt viel über die Qualität der Unterzeichner aus. Das Problem von Lanz ist, daß er sich als Hofmoderater des Systems an dem Liebling der Talkshows, Frau Wagenknecht, vergriffen hat. Da schreit natürlich das politische Milieu auf und die Claqueure sind immer schnell zur Stelle. Wäre der mit einer Eva Herman so umgegangen, hätte es dagegen nur Beifall gegeben. Aber Leute, die irgendwie zu verdächtig gegen Mainstream schwimmen, haben überhaupt gar keinen Zugang zu den Rundfunk- und Fernsehanstalten, im Gegensatz zu den ständig hofierten Grünen und Linken. Auffällig oft geschieht das z.B. bei der Illner, die sogar aus dem selben Stall wie die SED Nachfolger kommen. Ob Lanz geht oder nicht, das ist auch mir egal.

Pseudonym ist nicht unbedingt anonym. Wenn dahinter, wie bei unserem “Runder Tisch DGF”, ein unabhängiger Gesprächskreis steckt, dann ist der aber auch vorhanden und sichtbar. Das schützt nicht von allerlei Heckenschützen, um nicht denunziert und diffamiert zu werden, weil freie Meinungsäußerungen nicht in diesem unserem so demokratischen Staat nicht geliebt werden. Die Intoleranz kommt als Toleranz, die Wahrheit als Lüge daher, das weiß ein Medienprofi wie Herr Spreng ganz genau.

http://rundertischdgf.wordpress.com/2014/01/18/die-intoleranz-der-toleranten/

73) Holger Dieske, Dienstag, 28. Januar 2014, 14:41 Uhr

Herr Spreng,

ihre Einstellung zur Anonymität im Netz sei Ihnen unbenommen und diese respektiere ich natürlich. Auch dass Sie keine anonymen Kommentatoren in Ihrem Blog mehr zulassen wollen, ist völlig in Ordnung ( das feststellen des offenen Visier ist mir aber etwas unklar, ich könnte mich ja auch Max Mustermann anstatt MadMax nennen).

Ihre Einschätzung der Person Markus Lanz ist aber m.E. völlig falsch, nicht zuletzt da es bezeichnend ist, dass die Meute so willig, prompt und massiv anspringt. Ich finde es ein bischen schade, dass Sie hier persönliche Vorlieben als Objektivität verkaufen. Schade, aber so what…
…und ja, ich mag den Selbstgefälligen auch nicht 😉

74) Bin Ängstlich, Dienstag, 28. Januar 2014, 16:04 Uhr

Es geht m.E. nicht um Markus Lanz und auch nicht um Sahra Wagenknecht. Es wundert mich zudem, dass Herr Jörges nicht in die Schusslinie kam, obwohl er ohne eigene Inhalte lediglich Markus Lanz beim ‘Drauhauen’ half und mit Wertungen wie ‘Stuss’ agierte.

Habe die Sendung aus 3sat vormittags als Wiederholung aufgezeichnet (man konnte sie also sehr wohl außerhalb der Nacht sehen), da mich die Ausführungen von Sahra als mainstream-fern generell interessieren. Kann man an Ihren Thesen doch wunderbar seine eigenen Standpunkte überprüfen.

Ich vermisste schlicht einen sachlichen Austausch der Meinungen und die für das ÖR-TV eigentlich selbstverständliche gute Kinderstube der Herren, um mir nach der Sendung eine eigene Meinung zu bilden. Sowohl in der Herren-Attacke als auch in der Petition sehe ich eine eher schwache Leistung, eigene Interessen mit dem Ziel des Obsiegens zu bündeln und zu publizieren. Diese Metadebatte fern der zentralen Themen mit dringlichem Klärungsbedarf wird dem Intellekt der (anders denkenden) Sahra nicht gerecht. Mein Trost: Es gibt am TV den Aus-Knopf und Aufnahmen lassen sich vom USB-Stick sogar ungesehen löschen. – Schlimmer noch, kann nicht einmal konkret erklären, warum ich hier schreibe.

75) Don Corleone, Dienstag, 28. Januar 2014, 16:08 Uhr

Angesichts des schmalen Themas in gebotener* Kürze:

Markus Lanz mag mit Sahra Wagenknecht unhöflich umgesprungen sein. Aber wer ihm das ankreidet, hat nicht mitgekriegt, wie er mit Christian Lindner und Bernd Lucke zu Gericht ging.
Die politischen Talkshows sind mittlerweile so redundant und langweilig wie die Koch-Shows auf allen Kanälen: Eintopf-Rezepte, so weit das Auge reicht. Und immer dieselben Gesichter.
Alles déjà vu.
Die Moderatoren und Köche (Plasberg, Lanz, Schausten, Kerner, Beckmann; Lichter, Lafer, Schuhbeck, Wiener und wie sie alle heißen) müssen entweder polarisieren oder sich gewachste Schnauzbärte zulegen, um mit diesen Billigproduktionen die von den Sendern geforderten Quoten einzufahren.
Diese mit heißer Nadel gestrickten Schlafmützen, von den Sendern nervenstark als “Highlights” beworben, bescheren den viel zu oft ahnungslos schwurbelnden talking heads höchst ansehnliche Einkünfte. Denn sie dürfen ihr Kasperltheater über eigene Produktionsfirmen betreiben, deren Redaktionen mit stets neuem “Frischfleisch”, also aus weit unterm Mindestlohn bezahlten Praktikanten bestückt werden.
(Die müssen sogar die Monatskarte für Straßen- oder U-Bahn aus eigener Tasche löhnen. Aber sie haben halt, dem Zeitgeist vertrauend, “irgendwas mit Medien” zu studieren angefangen oder absolviert — und müssen jetzt schmerzlich sehen, dass es Tausende von ihnen gibt, die keinen Job finden. Ich habe fast täglich mit diesen häufig überaus Talentierten zu tun, und mein Herz blutet für sie.)

That’s the name of the game, ladies and gentlemen. Journalistisches Niveau ist, zumindest in den elektronischen Medien, kein Kriterium mehr. Krawall und Konfrontation zählt — und sollten diese Gewürze einmal zu scharf schmecken, schlägt die political correctness gnadenlos zu. Dann werden nicht Moderatoren ausgetauscht (was bei deren langfristigen Verträgen mit hohen Abfindungssummen auch wehtun tät’), sondern einfach ein Dutzend Praktikanten. Denen keine Gelegenheit gegeben wird, ihr Handwerk von der erlernten Theorie zur Praxis reifen zu lassen.

*Es gelang mir nicht, so kurz zu bleiben, wie ich wollte. Aber das Thema geht über die Moderatoren weit hinaus. Ich bitte um Verzeihung.

76) Gregor Keuschnig, Dienstag, 28. Januar 2014, 16:47 Uhr

Petitionen mit Online-Kommentaren zu vergleichen ist unzulässig. Kommentare in Online-Medien (also auch hier) sollten ausschließlich aufgrund ihres Niveaus und der Argumentationstiefe beurteilt werden. Ob er unter “Knutschi” oder “Socke3” oder Peter Schulze publiziert wird, ist egal. Wenn Herr Plasberg nicht “Socke3” sagen will, soll er es halt weglassen und gleich zum Kern kommen. Dass im Einzelfall Leute auf die Idee kommen, unter mehreren Pseudonymen sozusagen die Meinung in einem Forum zu manipulieren – geschenkt: das gibt es. Und?

Dass Sie den Müll vorher aussortieren, ist natürlich vollkommen richtig. Ob Sie’s nun glauben oder nicht: ich habe durchaus Gründe, warum ich hier unter Pseudonym schreibe. Einer davon könnte sein, dass ich nicht unbedingt mit einer politischen Meinung in Google auftauchen möchte, die (m)einem (zukünftigen) Chef vielleicht nicht passt. Denn im Gegensatz zum Journalisten stehe ich nicht beruflich in der Öffentlichkeit – wenigstens nicht für politische Äußerungen, die durchaus auch polarisieren. Nicht alle können damit im “real life” umgehen. Sie sehen das anders und das ist Ihr gutes Recht. Ich werde daher nicht mehr mit meinem Pseudonym hier kommentieren. Alles Gute.

77) Doktor Hong, Dienstag, 28. Januar 2014, 17:47 Uhr

@m.spreng

Nun haben es ein paar Subjekte geschafft, die Nutzung von Pseudonymen in Misskredit zu bringen. Gratulation.

Es ist Ihr Blog, Sie stellen die Regeln auf, und ich respektiere das. Daher werde ich an dieser Stelle nicht mehr kommentieren.

Mal nebenbei: Haben Sie am Auto ein amtliches Kennzeichen, oder den Klarnamen mit Adresse?

Der nächste Punkt: Es wäre ein leichtes, einen x-beliebigen Namen aus dem Telefonbuch zu suchen, bei einem der tausend Freemailer unter diesem Namen einen E-Mail-Account anzulegen, und hier unter falschem Klarnamen zu posten. Wollen Sie jeden anrufen und nachfragen, ob er hier gepostet hat?

Dass Geheimdienste jede Kommunikation abfangen können, ist mir schon seit 15 Jahren klar. Im Privatleben suche ich mir aus, mit wem ich politische Diskussionen führe und mit wem nicht. Wenn ich hier unter meinem bürgerlichen Namen poste, dann gebe ich diese Kontrolle aus der Hand. Es geht mir nicht um die NSA, es geht mir um Hinz und Kunz.

Ich lehne es ab, dass Hinz und Kunz von mir ein politisches Profil erstellen kann, und sei es nur beiläufig. Genau die Zeitgenossen, die Sie hier anprangern, Herr Spreng, genau die brauchen nicht zu wissen, wie mein bürgerlicher Name lautet. Ich bin vermutlich ein wenig länger im Internet unterwegs als Sie und habe schon beobachten können, welche Folgen es haben kann, unter Klarnamen zu posten. Zumindest kenne ich noch die Zeiten, als ich selber Shell-Skripte programmieren musste, um mit einem 14400-Baud-Modem eine Internet-Verbindung aufzubauen.

Und was Markus Lanz angeht: Auch ich habe zuweilen das Bedürfnis nach seichter Unterhaltung. Abends, wenn ich müde bin, ist belangloses Gesabbel, wie es normalerweise dort ausgestrahlt wird, genau das richtige.

Und um Sahra Wagenknecht geht es mir nicht. Und dennoch habe ich mich sehr geärgert, auf welch üble Art und Weise dort “diskutiert” wurde. Das war unterste Schublade.

Jörges hat bei mir intensive Gefühle des Fremdschämens ausgelöst. Mehr will ich dazu nicht sagen – ernst nehmen kann ich ihn jedenfalls nicht mehr.

Arnulf Baring, den ich hier im Blog desöfteren zitiert habe, hat schon 1997 ein Buch geschrieben, dessen Prognosen zum Euro Punkt für Punkt eingetreten sind. Alle Überlegungen haben sich bewahrheitet.

Damit war Markus Lanz überfordert, weil es seiner vorgefassten Meinung widersprach. Also sagte er verächtlich zu Arnulf Baring: “Das ist ja Quatsch, was Sie da reden.”

Von Bernd Lucke will ich mal gar nicht anfangen. Er benennt demokratische Defizite, die dadurch entstehen, dass nicht gewählte EU-Kommissare gemeinsam mit Lobbyisten etwas auskungeln und es dann den nationalen Parlamenten zum Abnicken vorsetzen. Ich halte das durchaus für diskussionswürdig. Stattdessen beißt man sich am Wort “Entartung” fest und versucht ihn, in die Nähe von Nationalsozialisten zu rücken, um ihn auf diese Art und Weise zu diskreditieren.

Wenn das für Sie gehobene Diskussionskultur ist, dann haben Sie und ich eben andere Standards.

Nicht, dass ich mir einbilde, dass meine bescheidene Weltsicht irgend jemanden interessiert oder gar beeinflusst, denn sonst würde ich selber bloggen. Aber es war ein nettes Hobby, hier zu kommentieren, und ich danke meinen ehemaligen Mit-Kommentatoren für viele spannende und lehrreiche Diskussionen. Alles Gute Ihnen allen.

PS. Einmal war ich noch Schüler in der Oberstufe.Da kam im ARD Monitor ein Bericht über “Chemikalien im Brot”. Es wurde das “Antioxidationsmittel Ascorbinsäure” genannt. Ich fragte mich, warum man denn nicht den Trivialnamen “Vitamin C” statt Ascorbinsäure verwende und was das mit Aufklärung zu tun habe. Da habe ich zum ersten Mal eine Ahnung davon bekommen, wie die objektiven Medien, die Wächter unserer Demokratie, wirklich funktionieren. “Bäcker mischen Vitamin C ins Brot – Skandal!!”

78) nona, Dienstag, 28. Januar 2014, 18:17 Uhr

Als Nachtrag zur These, die (Zwangs-)Angabe des “echten Namens” hebe die Diskussionskultur:

Bekanntlich gehört Youtube zu den Seiten mit den qualitativ übelsten Nutzer-Kommentaren. Youtube gehört zum Google-Imperium. Google unterhält u.A. ein soziales Netzwerk namens “Google+”, mit dem man Facebook Konkurrenz zu machen versucht (sozusagen Datenkraken unter sich). Google+ funktioniert auf der Basis des Aussiebens von Pseudonymen, Pseudoidentitäten, multiplen Profilen und sonstigen Falschnamen; das Prinzip will “ein wahres Profil pro wahrer Person” sein – was auch immer man davon halten mag. Nun versucht Google zum Einen, die abgrundtiefe Qualität der Youtube-Kommentare zu verbessern, denn sowas ist mindestens schlecht für’s Image. Zum Anderen versuchen sie krampfhaft, das erfolgsmässig eher dahinschlingernde Schiff “Google+” zu pushen, indem wie bei anderen Google-Diensten auch die Profile zwangszusammengeführt wurden, so dass man auch bei Youtube nur noch mit seiner Google+-Identität vertreten ist, die ja “echt” sein soll, was die Leute dann hoffentlich vom Posten übler Kommentare eher abschrecken mag. Zwei Fliegen, eine Klappe.

Was war das Ergebnis? Frappierenderweise wurden die Kommentare trotz “wahrer Identität” der Poster NOCH schlimmer als vorher, und Google sah sich genötigt, das ganze System zu überarbeiten.

79) Doktor Hong, Dienstag, 28. Januar 2014, 21:00 Uhr

Sorry, es musste natürlich 14400 bps heißen und nicht Baud.

80) Nikolaus Schweizer, Dienstag, 28. Januar 2014, 22:59 Uhr

Fairerweise – ich kenne Markus Lanz nur aus der Diskussion mit Frau Wagenknecht und von Wetten Dass, wo er auch nie jemanden ausreden lässt. Wieso irgendwer meint, er sei als politischer Journalist auch nur im weitesten Sinne geeignet, ist mir vollkommen schleierhaft, und letztlich nur aus dem Sumpf der öffentlich-rechtlichen Medien heraus erklärlich. Geben Sie mir drei Stunden, ich finde jemanden, der den Job für ein ganz normales Gehalt ungefähr genauso gut machen würde wie Lanz. Ich habe die Petition noch nicht unterschrieben (werd es jetzt auch nicht mehr tun, können Sie gegenzählen), aber sie ist vollkommen in meinem Sinne. Ich bezahle die 18 Euro und kriege in der Regel nur aus der Zeitung mit, was ich da eigentlich bezahle (es gefällt mir nicht). Natürlich ist Lanz nur eine Metapher für hundert Sachen, die im öffentlich-rechtlichen Rundfunk schief laufen, so wie Ackermann oder wer nur eine Metapher für hunderte andere ihrer Angestellten und Mitstreiter sind – die aber auch in der Regel nicht so gut bezahlt werden, anders gesagt: Berufsrisiko…

beste Grüße (und kurz vor dem Jubiläum vielen Dank für den Blog)
Nikolaus Schweizer

81) Klaus Neubauer, Mittwoch, 29. Januar 2014, 01:09 Uhr

@Klaus Jarchow: Doch, auf der (jetzt gerade) 2. Seite der Petitionsunterzeichner steht mit Nr. 2223 “FickdeiMudda IhrlinkenBastarde”.

Herr Spreng, bei den Kommentaren können Sie nur auffällige Pseudonyme sperren. Wie soll denn sichergestellt werden, dass Thorsten Schmitt nicht Jürgen Maier heißt?

Bei meinem üblichen Pseudonym könnten Sie über Google im Handumdrehen meine Webseite samt Impressum finden. Mit meinem richtigen Namen haben Sie die Auswahl zwischen wenigstens 6 Personen mit gleichem Namen.

82) OttoKrüja, Mittwoch, 29. Januar 2014, 13:07 Uhr

Oh mann, alte Männer drängen ins Internet und wollen rotzfrech die Regeln umschreiben. Das Siezen habt Ihr ja schon durchegdrückt.

Obwohl es mittlerweile Usus ist, sich vorangegangene Kommentare nicht durchzulesen, kann ich nicht müde werden, es auch hier zu wiederholen. Facebook/Youtube = `Klarnamen`zwang. Die Qualität der Kommentare dort sollte hinlänglich bekannt sein.

http://sirdoomsbadcompany.files.wordpress.com/2012/03/emden-hate-speech.jpg
http://www.eyesaiditbefore.de/2014/01/10/best-of-braune-kommentare-bei-spiegel-online

83) Knut, Mittwoch, 29. Januar 2014, 15:27 Uhr

76) Gregor Keuschnig hat Recht. Auch ich werde hier in Zukunft nur weiter kommentieren, wenn ich ihren Klarnamenzwang entweder umgehen kann oder sie von ihrem Vorhaben ablassen Herr Spreng.
In ihrem Blog wird politisch diskutiert und politische Überzeugungen können sich über die Jahre ändern. Ich habe keine Lust, dass man in 10+ Jahren über eine einfache Google-Suche meine geistigen Ergüsse in diesem Blog lesen kann, die dann u.U. garnicht mehr der Realität entsprechen.

Ihre Behauptung man würde doch wohl keine Nachteile haben, nur weil man in ihrem Blog etwas schreibt ist eben genau das: eine Behauptung. Ich weiß nicht, was in 10 Jahren ist. Sie etwa?
Vielleicht gibt es dann bereits Software in den Personalabteilungen, die anhand meines Namens automatisiert das Web durchforstet und dabei auch Daten zu meiner politischen Meinung ausspuckt. Oder die Schufa lässt soetwas in ihr Scoring einfließen. Klingt schon fast nach Verschwörungstheorie, aber ich halte mittlerweile nichts mehr für unmöglich.

Kurzum: der beste Datenschutz ist Datenarmut. Deswegen werde ich nie meinen Klarnamen irgendwo eingeben, wo ich es nicht muss.

84) Ulrich Hottelet, Mittwoch, 29. Januar 2014, 17:28 Uhr

Meines Erachtens machen Sie es sich mit diesem Kommentar zu einfach. Man kann Online-Petitionen gegen Talkshow-Moderatoren oder einzelne Menschen gut oder schlecht finden, aber sich aus den z.Z. knapp 230.000 Unterstützern FickdeiMudda herauszugreifen, um die Aktion anzugreifen, finde ich etwas billig. Zudem haben viele Journalisten pro Lanz Partei ergriffen, was Stefan Niggemeier schön dokumentiert hat:
http://www.stefan-niggemeier.de/blog/so-moegen-sie-gulaschsuppe-essen-eine-kritik-der-kritik-an-der-lanz-petition/
Wenn Lanz mit seiner beifallheischenden Art und seinem Mangel an Authentizität nicht schon seit langem sehr vielen Zuschauern auf den Nerv ginge, hätte die Petition keinen solch starken Zulauf gehabt. Darüber sollte vor allem das ZDF nachdenken. Unter anderem über seine Bevorzugung von FDP-Politikern habe ich Folgendes gebloggt:
http://hottelet.wordpress.com/2014/01/28/wen-lanz-aussprechen-lasst-und-wen-nicht/

85) Peter Teschner, Mittwoch, 29. Januar 2014, 19:01 Uhr

Lieber Herr Spreng,

ich lese Ihren Blog, seitdem es ihn gibt. Ihre Beiträge aber auch viele Kommentare Ihrer Leser regen mich immer wieder zum Nachdenken an, zum Abwägen und Reflektieren bisheriger Einstellungen oder Überzeugungen, die man sich in über 6 Jahrzehnten seines Lebens gebildet hat. Dabei habe ich nicht selten tief sitzende Auffassungen zumindest relativieren müssen, weil in Ihrem Blog immer wieder Aspekte und Sichtweisen dargestellt werden, die mir entweder nicht bekannt waren oder die ich zu wenig beachtet oder inhaltlich zu oberflächlich hinterfragt habe. Insofern ist Ihr Blog für mich seit Jahren ein hochqualitativer Lernbaustein in politischer Bildung.

Insofern würde ich es schade finden, wenn die ausgesprochen große Vielfalt an Meinungsäußerungen zu Ihren Beiträgen zahlenmäßig Schaden nehmen würde – auch wenn diese Kommentare hinsichtlich Ton und Wortwahl, Takt und Höflichkeit sowie ab und zu übertriebener Personen- und mangelnder Sachorientierung nicht immer jeden Geschmack treffen.

Bei allem Verständnis für “klare Kante bei offenem Visier” habe ich bei Ihrem Blog bislang nicht den Eindruck, dass die sog. anonymen Kommentatoren in ihrer großen Mehrheit das Niveau dieses Blogs unzumutbar negativ beeinflussen. Ganz im Gegenteil. Ihre Leserschaft ist zum größten Teil allgemein und politisch hoch gebildet – die allermeisten Kommentare beweisen dies nachdrücklich. Den relativ kleinen Teil derjenigen, die sich – hinter ihrer Anonymität versteckt – verbal austoben wollen, sollten wir einfach aushalten.

Ich bitte Sie deshalb, Ihr Vorhaben noch einmal – gerade auch im Interesse der bisherigen Attraktivität Ihres Blogs – zu überdenken.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Teschner

86) Erika, Donnerstag, 30. Januar 2014, 10:26 Uhr

@85) Peter Teschner, Mittwoch, 29. Januar 2014, 19:01 Uhr

Sehr geehrter Herr Teschner,

ich stimme Ihren Ausfühungen uneingeschränkt zu und möchte mich gerne ihrem Appell anschließen.

Mit freundlichen Grüßen

Erika

87) Herr Karl, Donnerstag, 30. Januar 2014, 15:25 Uhr

Mutige Entscheidung!
Dann bin ich mal gespannt, wie sich das entwickelt…

88) Andreas Wollin, Donnerstag, 30. Januar 2014, 16:50 Uhr

Herr Spreng, Sie nennen das Kind beim Namen: Die (Print-)Medien messen der Sache zu viel Bedeutung bei. Aber ist das dann nicht eher Sache der Medien. Wenn die Journalisten die Petition für so wichtig erachten, nehmen Sie es ins Blatt. Wenn nicht, dann nicht. Und alle nehmen sie rein, da kann “Fickdeimudda” nichts dafür. Ganz nebenbei kämpft die Petitionsinitiatorin mit offenem Visier, darauf kommt es doch an.
Stefan Niggemeier hat die Sache sehr schön hier analysiert: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/so-moegen-sie-gulaschsuppe-essen-eine-kritik-der-kritik-an-der-lanz-petition/ – ich teile seine Sicht uneingeschränkt.
Und ganz ehrlich: Wer ist schon anonym im Netz? Per ip-Adresse lässt sich doch alles locker zurückverfolgen.

89) BeRa, Donnerstag, 30. Januar 2014, 19:42 Uhr

Werter Herr Spreng. Über lange Zeit hab ich wirklich gern ihren Blog besucht, obwohl ich Ihre Meinung eher selten teilen konnte. Aber die aus meiner Sicht meist sehr treffenden und sachlichen Kommentare ließen mich hier immer wieder gern zu Gast sein.
Nun möchte ich mich hiermit verabschieden, denn in den heutigen Zeiten wird es mir von Tag zu Tag brisanter ihre Webadresse in den Browser zu tippen. “sprengsatz.de” und das künftig in Klarnamen. Und das für einen “Lanz”, den Sie auf Bildzeitungsniveau in Schutz nehmen. Das muss von mir nicht auch noch kommentiert werden.
Grüße an alle Blogteilnehmer und alles Gute

90) Ptr Lstg, Freitag, 31. Januar 2014, 15:06 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

ich kann ihre Entscheidung beim besten Willen nicht nachvollziehen. Gerade in Zeiten des nsa-Skandals (hier als Symbol für die Datengeilheit und das Ausspitzeln Dritter verstanden) kann das Motto doch nicht sein: “weg mit der Anonymität”!
Im Übrigen verfangen auch ihre Argumente nicht. Außerhalb des Internets kenne ich die Empfänger meiner Kommunikation – und kann sie ganz einfach ausschließen. Auch kann ich mich auf Veranstaltung und Diskussion äußern, ohne dass mich jmd vorher nach meinem Namen fragt.
In den meisten Fällen kann ich die Ergebnisse meiner Kommunikation sogar selbst vernichten – wenn sie nicht, wie das gesprochene Wort, sowieso flüchtig sind. Im Internet ist dies nicht möglich: hier ist im Prinzip alles für alle offen. Es ist aber nicht alles für alles besimmt. Sie können doch nicht ernsthaft fordern, dass jeder meine persönlichen Vorlieben und Einstellungen durch einfaches Suchen im Internet herausfinden können soll.
Im übrigen gilt das Vermummungsverbot, wie sie selbst sagen, nur für Demonstrationen. Sie hingegen fordern – um im Bild zu bleiben – die Ausweitung des Vermummungsverbots auf das ganze Leben – und nicht nur das: jeder sollte auch noch ein Namensschild tragen.

Wenn sie mit der Qualität und dem Niveau einiger Kommentare nicht zufrieden sind, dann können Sie diese doch einfach löschen oder gar nicht erst freischalten.
Es ist geradezu grotesk, dass sie sich als (Ehren)Retter der Meinungsfreiheit verstehen, wo Sie mit ihrem Vorhaben nichts außer reinem Opportunismus fördern.

91) HotteX, Freitag, 31. Januar 2014, 17:24 Uhr

Ich kann mir diesen beitrag nur so erklären, dass Herr Spreng M. Lanz berät. War ja auch mehrmals Gast dort.

92) Peter Christian Nowak, Freitag, 31. Januar 2014, 20:56 Uhr

@77 Doktor Hong, Sie schrieben:

Ich lehne es ab, dass Hinz und Kunz von mir ein politisches Profil erstellen kann, und sei es nur beiläufig. (…) Ich bin vermutlich ein wenig länger im Internet unterwegs als Sie und habe schon beobachten können, welche Folgen es haben kann, unter Klarnamen zu posten.

Ihre Vorsicht, die sie zum Ausdruck bringen ist nicht von der Hand zu weisen. Es ist sicher unerheblich, ob die NSA das Kanzlerin-Handy abhört oder nicht. Erheblich ist allerdings die Systematik, mit der NSA, GCHQ, der BND usw. mit den Daten umgehen und welchem Ziel deren Algorithmen tatsächlich dienen.

Hier ist vorausschauende Vorsicht geboten. Und die jungen Leute sollten, sofern sie noch eine berufliche Karriere im Auge haben, sehr gut mit ihrem „guten Namen“ umgehen, wenn sie sich des “Datenverbreitens” annehmen.

Nur Menschen, die in saturierten, autarken Verhältnissen leben, können sich eigentlich noch Klarnamen leisten. Was noch hinzukommen muss: die Vernetzung mit gesellschaftlich relevanten Kreisen, die notfalls hilfreich eingreifen können, falls es ernst wird. Aber ich kenne Journalisten, die selbst bei bester Vernetzung nicht vor größerem Ungemach geschützt sind.

Dass Persönlichkeitsprofile durch die systematische Erfassung persönlicher Daten erstellt werden ist seit Edward Snowden kein Geheimnis mehr.

Hinter der NSA steht ein Apparat ungeahnter Größe. In diesem Apparat sind fast alle Software-Hersteller als auch Hersteller der Hardware direkt und indirekt involviert.
Selbst die Schufa nutzt Kontakte für das Scoring von Kreditnehmern auf den Facebook-Seiten, nutzt die Tweets auf Twitter. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass BND, Verfassungsschutz und NSA gemeinsam auch hier in den Blog reinschauen.
So werden Mosaikbaustein für Mosaikbaustein im Laufe der Jahre Profile von jedem Menschen erstellt, der seine Spuren im Netz hinterlässt.

Was wenn der Lebenslauf auf Xing, die Texte aus dem Weblog (z.B.“sprengsatz“) oder der Musikgeschmack auf den Scoringwert einwirken? Science-Fiction? Nein!

Mitte 2012 wollten die Schufa, Deutschlands größte Wirtschaftsauskunftei, und das Hasso-Plattner-Institut der Universität Potsdam (HPI) in einem Grundlagenforschungsprojekt Vorschläge zur Nutzung von Daten aus sozialen Netzwerken und anderen Internetquellen entwickeln, um die Datenqualität des Bestandes zu erhöhen.
Anhand dieser Daten prüft die Schufa die Kreditwürdigkeit der Verbraucher. Nach einem kurzen öffentlichen Aufschrei zog sich das HPI beleidigt aus dem Projekt zurück. Technisch machbar, ethisch nicht vertretbar, dennoch, das Fass ist offen. Gänzlich neu ist die Idee dabei nicht.
Aber ich bin mir sicher, dass die Schufa es macht. Auskunft gibt sie nicht., braucht sie nicht – laut BGH-Urteil.

Die meisten Menschen sind sich noch gar nicht dessen bewusst, dass mit jeder hinterlassenen Spur im Netz ein Stück weit Einfluss auf ihre Lebensplanung genommen wird, auf ihre Meinungsbildung, und darauf, wie sie in bestimmter Weise auf vorkalkulierte politische Verhältnisse zu reagieren haben.

Die Geheimdiente sind gerade dabei ihr Wissen wie Technik hierzu zu vervollkommnen.

Es geht letztlich um wirtschaftliche wie politische Verwertbarkeit des Menschen!

Davon werden sie (die Geheimdienste) bei allem Anschein einer „No-Spy“-Verhandlung nicht abrücken. Im Gegenteil: Alles, was von den Menschen getan, gesagt oder geschrieben wird, soll den Geheimdiensten öffentlich sein. Alles das findet sich in den Datenbanken von einem globalen Datennetzwerk wieder. Denn NSA und GCHQ haben auf der ganzen Welt verstreut ihre Auswerter nebst Datenbanken. Und der BND hat beste Kontakte zu den westlichen Auslandsgeheimdiensten und kooperiert gerne mit ihnen. Denn Technisch ist der BND im Vergleich zur NSA nicht State oft the Art, eher tiefstes Mittelalter, um mal den technischen Zustand unserer Geheimdienste zu skizzieren.

Privatheit wird zunehmend willentlich begrenzt. Sie wird einfach durch technische Möglichkeiten aufgehoben. Was technisch möglich ist, das wird auch gemacht, und wird auch gemacht werden.

Das private wie politische Selbstbestimmungsrecht wird unbemerkt in gewünschte Richtung gelenkt, ohne dass sich die Menschen dieser Manipulation real bewusst werden.

Das ist den Geheimdiensten wichtig! Geheimdienste arbeiten im „Geheimen“. Snowden war daher sozusagen der GAU, ein Unfall, der unter allen Umständen hätte nicht passieren dürfen!

Der Kalte Krieg des vergangenen Jahrhunderts wird durch den Cyber-Krieg gegen die Privatheit abgelöst. Geheimdienste bestimmen in zunehmenden Maße, was öffentlich, und was privat ist.

Auch die Politik wird zunehmend Teil dieser Manipulationsstrategie, z.B. wenn es im Bundestag zur Zeit um die Vorratsdatenspeicherung geht. Es wird diskutiert, welche Daten dürfen im Namen der inneren Sicherheit verwertet werden, welche Daten müssen vor Zugriff geschützt werden? Undenkbar eigentlich, wenn die Verfassung hierzu ganz klare Aussagen gemacht hat. Und dennoch, die Politik scheint auf gezielte Algorithmen der Meinungsmacher in der gewünschten Richtung zu reagieren.

Was geschieht mit den Bewegungs- und Verkehrsdaten, die wir mit Handys millionenfach produzieren und die gespeichert werden? Auch die Autos sind mit ihren eingebauten Computern hervorragende Lieferanten privater Bewegungsprofile. Und selbst Server, die lediglich zu Speicherzwecken dienen und aus Sicherheitsgründen nicht mit dem Netz verbunden sind, sind auf Wunsch der Geheimdienste, laut neuester Erkenntnis, mit Sendern ausgestattet, sodass die Festplatte ausgelesen werden kann.

Passagierdaten, Kontodaten, Mautdaten, … wir produzieren Daten, die Begehrlichkeiten für die kommerzielle Auswertung wecken. Was wäre, wenn dies alles öffentlich wäre? Wenn der Zwang zum Öffentlichen das Recht auf das Private ausschaltet? Wenn alle diese Daten ausgewertet werden?
Die Antwort muss lauten: Nicht „wenn“, sondern „es ist“!
Und die Folgen?
Wer arm ist, bleibt arm ohne Chance auf Statusänderung.
Wer arm ist, darf oder kann bestimmte Infrastrukturen nicht nutzen.
Wer reich ist, schottet sich ab. Gated Communities gehören in den USA zum Stadtbild.
Medial provozierte Schönheitsoperationen schon in jungen Jahren kommen in Mode.
Arme erfahren weniger Hilfe durch staatliche Einrichtungen, wenn ihnen Unrecht widerfährt.
Illegaler Organhandel, mit den Organen der Armen, ist in einigen Ländern an der Tagesordnung.
Die Angaben in einer Datenbank werden für gottgleiche Information gehalten. Verwechslungen können ganze Biografien zerstören und Bürger zweiter Klasse produzieren.
(Super-)Reiche legen bisweilen ein dekadentes Leben an den Tag.
Die Menschen sind egoistischer, der Homo oeconomicus dominiert das Verhalten.

93) mister-ede, Freitag, 31. Januar 2014, 22:07 Uhr

Mein Weg war bislang, meinen Nick mit meinem Blog zu verbinden. Damit kann jeder, den es interessiert, nachgucken. Gerade aber diese Funktion haben Sie auch abgeschaltet. Irgendwie schade, weil ihr Blog gut lesbar ist.

94) Ralf Nietzschmann, Samstag, 01. Februar 2014, 11:05 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

Ich bin doch einigermaßen verwundert, wenn sie schreiben:

Zitat Wenn “FickdeiMudda” mit 220.000 anderen Unterzeichnern fordert, Markus Lanz aus der Rundfunkgebühr zu feuern, dann zählt seine Stimme genauso wie die derjenigen, die sich mit ihrem Namen zu dieser Forderung bekennen. Wozu wirklich kein Mut gehört.
Keiner weiß, wieviele Menschen diese Petition tatsächlich unterschrieben haben, wer sie und was ihre Motive sind.Zitat Ende
Ich habe diese Petition gezeichnet und musste neben meiner E- Mail Adresse, auch meine vollständige Wohnadresse angeben.Also wäre eine Überprüfung der zeichnenden Person , mehrfach möglich.Es ist schlicht und einfach falsch die Petition als anonym zu deklarieren.
Bedauerlich für mich, dass sie sich in diesem Fall der gezielten Meinungsmache anschließen.
Ich habe diese Sendung gesehen und mich nicht nur über Lanz, sondern vorallen auch über Jörges aufgeregt.Man kann durchaus zu Frau Wagenknecht und ihren Ansichten kritisch stehen, aber was Lanz da aufgeführt hat, ist weit entfernt von seriösen Journalismus. Jörges sollte auch mal darüber nachdenken, warum sich die Printausgabe des Sterns im Sinkflug befindet. Muss doch Ursachen haben?
Ich finde es unverschämt über 230000 Unterzeichner als Plebs und dergleichen zu bezeichnen, so wie im Einheitsmainstream geschehen. Glauben dies sogenannten Qualitätsjournalisten wirklich, dass alle Menschen ihrer Meinungsmache folgen müssen?
Noch etwas zu Klarnamen aus meiner Sicht.
Ich bin Rentner und habe nicht mehr das Problem unbedingt mit Nicknamen zu schreiben, überlege mir aber trotzdem wo ich mich mit Klarnamen zu erkennen gebe, denn ich hatte diesbezüglich sehr negative Erfahrungen erfahren müssen. Es ging um ein Posting zum NSU Justizskandal, dass ich unter Klarnamen und E- Mailadresse verschiedentlich gepostet hatte.
Wenn sie schreiben,
Zitat: Mir kann keiner erzählen, dass seriöse Meinungsäußerungen und Diskussionsbeiträge in meinem Blog zu beruflichen oder gesellschaftlichen Nachteilen führen. Zitat Ende
habe ich da deutliche Zweifel. Vieleicht mag das auf ihren Blog zutreffen, aber in stärker frequentierten Foren und Blogs zweifle ich das an.
Das freie Internet ist doch klar ersichtlich schon lange ein Dorn in Auge der Regenten und dahinter stehenden Interessen der Lobbyisten.
Wenn sie Paßberg anführen ist das nicht ganz richtig, denn er lässt durchaus Anonymität im Gästebuch zu , verzichtet aber derartige Postings in der Sendung zu verwenden.
Abschließend noch eines, ich habe diesmal mit meinen Klarnamen gepostet und auf meinem Nicknamen verzichtet, verstehe aber nicht, wie sie mich ab 16.02. erkennen wollen, wenn ich mich schlicht und einfach mit einen bürgerlich durchaus nachvollziehbaren Namen melde und technische Möglichkeiten des Internets zur Verschleierung nutze

Da sie ja schon jetzt, was ich durchaus unterstütze und richtig finde, unangemessene Kommentare nicht zulassen, verstehe ich ihre angedachte Veränderung nicht.
Natürlich ist das ihre Entscheidung und muss so akzeptiert werden.
Mit freundlichen Grüßen
Ralf Nietzschmann

95) Doktor Hong, Samstag, 01. Februar 2014, 12:33 Uhr

@88) Andreas Wollin

Ich bin mal gespannt, wie Sie meine IP zurückverfolgen wollen, wenn Sie nicht Zugriff auf die Datenbanken meines Providers haben. Die meisten IP-Adressen werden für Endkunden nämlich dynamisch vergeben.

Klar, die NSA kann das, das wissen wir. Die wissen wahrscheinlich auch vor mir, wann ich auf’s Klo gehen muss.

Wenn Sie Flatrate-Kunde sind, dann ist die Aufzeichnung der Verbindungsdaten zu Abrechnungszwecken ohnehin unnötig. Dementsprechend löschen die meisten Provider die Daten nach kurzer Zeit, und dann lässt sich gar nichts mehr zurückverfolgen.

Und genau darum geht es ja bei der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung. Der Gesetzgeber will die Provider zwingen, die Verbindungsdaten längerfristig zu speichern, natürlich nur zur Terrorabwehr.

Haben Sie denn das Hick-Hack um Heiko Maas nicht mitbekommen? Wahrscheinlich haben es die ach so hochgebildeten Journalisten versäumt, über die Hintergründe aufzuklären, und sich einfach nur auf die Person Maas eingeschossen.

96) Doktor Hong, Samstag, 01. Februar 2014, 13:28 Uhr

@92) Peter Christian Nowak

Wie ich von Ihnen gewohnt bin, sehen Sie die Dinge sachlich und klar und meiner Ansicht nach auch sehr zutreffend.

Vor einiger Zeit habe ich eine Geschichte eines amerikanischen Kolumnisten gelesen, der nach Schnellkochtöpfen gegoogelt hat, weil seine Frau Qinoa-Rezepte darin zubereiten wollte. Einige Tage später erhielt er Besuch von wohl gekleideten freundlichen Herren, die fragten, ob sie wohl einen Blick in sein Haus werfen dürften.

http://www.rawstory.com/rs/2013/08/01/police-raid-new-york-bloggers-home-after-google-searches-for-pressure-cookers/

Übrigens ist die Kolumne mittlerweile gelöscht worden.

Vor ca. 15 Jahren schaute ich mal beiläufig CNN. Da kam ein Bericht über einen US-Amerikaner palästinensischer Herkunft, der in Florida einen convenience store betrieb und seine Verwandten in Israel besuchte. (Palästina existiert ja schließlich nicht als Staat). Als er auf dem Rückweg einen Kontrollposten überqueren wollte, wurde er von den Soldaten festgenommen und mehrere Wochen gefoltert. Als US-Bürger, wohlgemerkt…

Hintergrund war, dass besagter Mann zuvor eine Spende an die “Holy Land Foundation” entrichtet hatte, per Scheck. Damals bezahlte man in den USA noch sehr viel mit Schecks. Er dachte, es handele sich um eine Organisation, die Waisenkinder unterstütze. Tatsächlich führten die Israelis diese Organisation als Terror-Organisation und die Spender als Terroristen.

Da war ich schon baff, denn:
1. Woher wussten die Israelis, dass ein US-Bürger eine Spende an eine Organisation in Palästina entrichtet?

2. Wieso wusste ein vielleicht 20-jähriger Wehrpflichtiger, dass er diese Person festsetzen musste?

Das hat mir sehr eindringlich vor Augen geführt, wie weit die Überwachungsmaßnahmen damals schon gediehen waren und wie effektiv organisiert sie sind, und das war vor der Jahrtausendwende.

Dazu kam im Jahre 2000, dass die Amerikaner ganz offen in der Washington Post – wohl kaum ein Verschwörer-Blatt – zugaben, uns Europäer auszuspionieren.

Man muss einfach nur mit offenen Augen durch die Welt laufen, und man kann dann schon mitbekommen, was so alles läuft – man muss nur wollen. Und wenn man sich überlegt, dass wahrscheinlich nur ein kleiner Teil der Machenschaften öffentlich durchsickert, dann will man sich gar nicht vorstellen, was vermutlich noch so alles in Wirklichkeit abläuft.

Übrigens gibt es Fachforen, in denen unter Klarnamen poste. Aber das sind eben keine Politik-Foren. Politik hat etwas von Religion. Abweichende Meinungen werden von vielen als persönlicher Affront aufgenommen und lösen Aggressionen aus. Das ist eine immer wiederkehrende Lebenserfahrung.

Und es GIBT stalkerisch veranlagte Zeitgenossen, die einen ausgoogeln und einem unter die Nase halten, was man vor 5 Jahren in einem Forum gepostet hat – das IST so, auch wenn Herr Spreng das vielleicht nicht wahrhaben will.

Und es GIBT Personaler, die einen googeln und einem im Bewerbungsgespräch fragen, was man denn mit dem einen Posting über Thema X in einem Fachforum genau gemeint hat.

Es GIBT Leute, die beruflich in die USA reisen. Die vielleicht US-kritische Postings verfasst haben, was den Irak-Krieg angeht. Die dann vielleicht am Flughafen abgewiesen werden.

Nehmen wir das Beispiel eines Au-Pair-Mädchens, das mit seinen Gasteltern ein Taschengeld vereinbart hat, und dann nicht einreisen durfte wegen illegaler Beschäftigung, und dem der US-Grenzbeamte die privaten Facebook-Konversationen unter die Nase gehalten hat.

Halten wir fest: Innerhalb Deutschlands sind die Unannehmlichkeiten, die man für missliebige politische Ansichten erleiden muss, seit 1990 relativ gering. Der potentielle Effekt, den man mit einem Blog-Kommentar erzielt, ist gleich null.

Man soll also Unannehmlichkeiten riskieren, um genau nichts zu erreichen – was für ein bescheuerter Deal, wenn Sie mich fragen.

Da lass ich mir gerne von Herrn Spreng Feigheit unterstellen – das kratzt mich nicht. Lieber lasse ich das Kommentieren sein.

97) Alpha O’Droroma, Samstag, 01. Februar 2014, 15:42 Uhr

Ich denke eher, SIE haben die Sendung nicht gesehen. Die Kritik war vollauf und auch in ihrer Vehemenz gerechtfertigt. Klar entschuldigt das keine verbalen Entgleisungen, aber diese disqualifizieren ja nicht die Kritik an sich. Lanz war unzumutbar.

Ein Moderator soll moderieren und nicht agitieren.

98) Doktor Hong, Sonntag, 02. Februar 2014, 12:44 Uhr

http://netzpolitik.cdu.de/themen/pseudonyme-und-anonymitaet.html

Position des AK Netzpolitik

Das Recht auf Anonymität ist dem Recht auf Privatheit sowie dem Recht auf freie Meinungsäußerung immanent. Grundlegende Werte der CDU, wie Freiheit, Privatheit, Sicherheit und Meinungsfreiheit sind direkt durch das Thema Anonymität und Pseudonyme berührt. Der AK Netzpolitik hält das Recht auf Pseudonyme und Anonymität im Internet daher für wichtig und schützenswert.
Diese Position des AK Netzpolitik ist unvereinbar mit dem sogenannten „Klarnamenzwang“. Einen solchen Zwang halten wir in vielen Fällen für unvereinbar mit der in Deutschland gültigen Rechtslage (TMG §13, Abs. 6).

Allerdings kann es auch kein absolutes Recht auf Anonymität im Internet geben. Beispielsweise beim Versandhandel, Behördengängen oder bei bestimmten Zahlungsabläufen im Netz ist eine Identifikation notwendig.

99) karel, Sonntag, 02. Februar 2014, 17:27 Uhr

96) Doktor Hong

Ein wunderbares “Rezept”, allseits zur Nachahmung empfohlen……..

“Man muss einfach nur mit offenen Augen durch die Welt laufen, und man kann dann schon mitbekommen, was so alles läuft – man muss nur wollen.”

Gruß
karel

100) Günter Springer, Sonntag, 02. Februar 2014, 18:17 Uhr

Zu Markus Lanz.
Ich erwarte, nein ich verlange als Zwangsgebührenzaler, das Leute, die im öffentlich-rechtlichen Fernsehen auftreten, daß sie sich seriös benehmen. Markus Lanz ist, auch entgegen anderer Meinung hier, ein Agitator! Wer so, und das schon mehrmals geschehen, auftritt ist unseriös, unzumutbar.

101) StefanP, Montag, 03. Februar 2014, 10:47 Uhr

@100) Günter Springer

Ich erwarte als Zwangsgebührenzahler auch einiges und ich erwarte von meinen Bundestagsabgeordneten einiges. So z.B. dass sie aufstehen, wenn der israelische Präsident und Friedensnobelpreisträger vor dem Hohen Haus spricht.

Markus Lanz macht um nach 23 Uhr eine meist seichte Sendung mit leichten Themen, wo sich Prominente von ihrer “menschlichen” Seite zeigen können und sollen. Das ist jedoch das Fachgebiet, wo die Ikone der Linken keine Expertise hat. Als politischer Autist kann sie kein Small Talk. Deswegen muss sie über ihre Themen reden. Lanz hat das pariert, nicht geschickt, weil das nicht sein Metier ist, aber das rechtfertigt keinen Totalveriss über Wochen. Das ist absurd.

102) StefanP, Montag, 03. Februar 2014, 11:05 Uhr

@98) Doktor Hong

Ich würde es ganz ernsthaft bedauern, würden Sie sich aus diesem Blog zurückziehen. Ihre Begründung überzeugt mich jedoch in keinster Weise. Sie schieben Angstargumente und Kontrollverluste vor und dazu hat Michael Spreng einen klaren Aufruf verfasst:

Mehr Mut, Freunde des “sprengsatzes”!

Sie verlieren schon die Kontrolle über ihre Worte, wenn Sie mit jemanden sprechen. Sie können nicht beeinflussen, was andere über Sie denken. Sie können nur hoffen, dass Ihre Botschaft verfängt, sowohl im familiären Gespräch als auch in einer Blogdiskussion. Und wir erleiden in einer freien Gesellschaft auch keine Nachteile für das, was wir sagen, sondern meist dafür, wie wir es sagen und handeln. Haben Sie kein Standing, für den Fall, dass Sie in einem ganz anderen Umfeld auf Ihre Blogkommentierung angesprochen werden, ein solches Gespräch schlicht im Ansatz zu beenden? Haltung, Selbstbewusstsein, Stil – das sind die Eigenschaften, die unsere Mitmenschen überzeugen.

Und ausgerechnet Sie loben jemanden, der einen Namen gezielt versucht, als Waffe in einer Diskussion einzusetzen. Können Sie das rechtfertigen? Mein Name, Stefan Pietsch, sagt gar nichts. Ihn gibt es mehrfach. Ich will nur aus ganz profanen Gründen nicht unendlich viele Pop-ups erzeugen, wer kurz meinen Namen googelt. Wer im Netz etwas über mich wissen will, geht auf ein soziales Netzwerk oder kombiniert meinen Namen mit anderen Informationen. Das ist in Ordnung. Ich habe dagegen keine Angst, dass jemanden meine politischen Ansichten nicht passen könnten, schließlich bin ich weder links- noch rechtsextremistisch.

Wenn Sie schon ängstigt, dass jemand mit Ihren Ansichten nicht konform gehen könnte, was würden Sie erst in diktatorischen Systemen tun?

Also, mehr Mut!

103) Valentin Hussong, Montag, 03. Februar 2014, 12:19 Uhr

Ich gebe folgendes zu bedenken:

– Wenn eine Petitionszeichnung ohne Klarnamen nicht legitim wäre, müssten wir dann nicht konsequenterweise auch geheime Wahlen abschaffen?

– In einer vernünftigen Diskussion steht ein gutes Argument für sich, es ist dann irrelevant, wer es vorbringt.

– Unvernünftige Diskussionsbeiträge werden dadurch nicht besser, dass der Teilnehmer eindeutig identifizierbar ist.

– Eine Klarnamenpflicht führt nachweislich nur in sehr geringem Maße zur Reduktion unvernünftiger Beiträge, viele Leute schreiben auch unter ihrem vollen Namen viel dummes Zeug (vgl. hierzu die Facebook-Kommentare zu Lanz und anderen Reizthemen du Jour).

104) StefanP, Montag, 03. Februar 2014, 15:29 Uhr

@103) Valentin Hussong

Wenn eine Petitionszeichnung ohne Klarnamen nicht legitim wäre, müssten wir dann nicht konsequenterweise auch geheime Wahlen abschaffen?

Bevor Sie wählen können, legitimieren Sie sich. Es wird ausgeschlossen, dass Sie sich mehr als einmal äußern können. Bei Wahlen geht es um eine Entscheidung, bei Blogkommentaren um die Publizierung einer Meinung und ggf. das Überzeugen durch Argumente. Beides war zu allen Zeiten mit Gesichtzeigen garniert. Was jahrtausendelang normal waren, kehren Sie nun um als wäre es unnormal.

In einer vernünftigen Diskussion steht ein gutes Argument für sich, es ist dann irrelevant, wer es vorbringt.

Das ist schlichtweg Unsinn, wie auch dieses Blog Tag für Tag beweist, wenn Forenteilnehmer die Glaubwürdigkeit von Kommentatoren hinterfragen und in Frage stellen. An dieser Stelle, wenn es persönlich wird, müssten Sie stets einhaken, um dieser Behauptung Geltung zu verschaffen.

Was bitte ist für Sie vernünftig?! Es gibt ein Recht auf Dummheit, aber keins auf Anonymität.

105) Rapunzel, Montag, 03. Februar 2014, 19:32 Uhr

In Zeiten der von der Bundesregierung geförderten Totalüberwachung (geht weit über die Möglichkeiten der STASI hinaus,) sehe ich die Anonymisierung im Internet etwas differenzierter als der erklärte Merkel-Fanboy Spreng.

106) Erwin Gabriel, Montag, 03. Februar 2014, 21:27 Uhr

@ 104) StefanP, Montag, 03. Februar 2014, 15:29 Uhr

>> >> In einer vernünftigen Diskussion steht ein gutes
>> >> Argument für sich, es ist dann irrelevant, wer es vorbringt.

>> Das ist schlichtweg Unsinn, …

Da wage ich zu widersprechen. Natürlich steht ein gutes Argument für sich. Unsinn wird es erst dann, wenn ein Argument mit Zahlen, Fakten, Erfahrungen etc. belegt wird, die der Argumentierer nicht belegen oder glaubhaft machen kann.

Vernünftige Grüße
E.G.

107) Doktor Hong, Montag, 03. Februar 2014, 23:48 Uhr

@102) StefanP

Ich kann Ihre Argumente verstehen, dennoch überzeugen sie mich nicht.

Hans und Sophie Scholl haben ihre Flugblätter auch nicht mit Klarnamen signiert, sondern sich “Weiße Rose” genannt. Genutzt hat es ihnen am Ende leider auch nichts. Waren Hans und Sophie Scholl Feiglinge? Für mich nicht.

Nun kann man unseren Staat nicht als totalitäres Regime bezeichnen. Erst 1990 ist der letzte totalitäre Staat vom deutschen Boden verschwunden.

Ich verstehe allerdings nicht die Logik, aus der sich herleitet, dass man sich in nicht totalitären Systemen unter Zwang öffentlich identifizieren muss, nur weil man nicht in Konzentrationslagern verschwindet. Es bleibt mir dunkel, was Zwang zu tun hat mit einem freiheitlichen System.

Ich benutze mein Pseudonym nicht, um zu hetzen und zu diffamieren, oder um extremistische Positionen zu verbreiten. Mir geht es allein um die sachliche politische Diskussion. Ich habe ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Privatheit, weswegen ich keine Homepage, keine Facebook-Seite, keinen Twitter-Account und keine sonstigen Profile im Netz unterhalte. Ich kann die exhibitionistischen Züge der heutigen Jugend auch schlecht nachvollziehen. Kein Wunder, dass sich niemand über die NSA aufregt.

Im Straßenverkehr ist man ebenfalls unter Pseudonym unterwegs und hat keine Klarnamen auf dem Kennzeichen. Trotzdem lässt sich die Identität bei Bedarf feststellen. Dagegen ist nichts zu sagen.

Im Übrigen stimmt Ihre Behauptung auch nicht, dass zu allen Zeiten politische Meinungen mit Klarnamen verknüpft waren. Auch die Founding Fathers Hamilton, Madison und Jay haben ihre politischen Ansichten unter Pseudonym publiziert. Was für Feiglinge!

Benjamin Franklin schrieb z.B. als Richard Saunders. Thomas Jefferson schrieb als ” a correspondent from Virginia”, aber auch unter seinem bürgerlichen Namen.

Die großen Liberalen wollen mich also dazu zwingen, mich gegen meinen Willen unter meinem bürgerlichen Namen zu äußern. Im Namen der Qualität der Debatte. Weil ich wahrscheinlich mit meinen Kommentaren am allermeisten die Qualität der Diskussion nach unten bis in den Dreck ziehe.

Übrigens habe ich bei eBay auch ein Pseudonym. Aber natürlich habe ich auch meine Identität hinterlegt, sodass im Streitfall klar ist, wer es mit wem zu tun hat. Nur muss jedermann jederzeit googeln können, was ich bei eBay ge- oder verkauft habe? Wen geht das außer mir und meinen Geschäftspartnern – und vielleicht noch das Finanzamt – etwas an?

Jede weitere Diskussion ist müßig. Ich habe bereits darauf verzichtet, die beiden neuen Kolumnen von Herrn Spreng zu kommentieren.

Ich bin ein redlicher, gesetzestreuer Bürger, der mit Herz und Hand voll hinter der freiheitlich-demokratischen Grundordnung dieses Staates steht, ja mehr noch, um ihren Erhalt sehr besorgt ist.

Die einzige legitime Herrschaft ist die Herrschaft des Rechts, und das auch nur, wenn geltendes Recht nicht als Waffe der Regierenden gegen die Beherrschten eingesetzt wird. So etwas gab es auch: auf dem Papier waren die DDR oder die Sowjetunion vollendete Rechtsstaaten.

Im Rahmen der Euro-Währung haben wir nun einige Rechtsbrüche gesehen. Eine Notenbank darf nur exzellente Sicherheiten ins Portfolio nehmen – daher der Ausdruck “notenbankfähige Sicherheiten” – und damit ist OMT-Programm im Grunde ein weiterer Rechtsbruch, ohne das jetzt juristisch feinsinnig nachweisen zu können.

Ich sehe die Entwicklungen zu mehr Überwachung als eine echte Bedrohung der bürgerlichen Freiheit. Und dann soll ich der automatisierten Gesinnungsüberprüfung Vorschub leisten? Das halten Sie für freiheitlich und demokratisch? Sie sind mir ja ein feiner Liberaler.

Alles Gute für Sie.

PS. In Ihrem Kommentar 104) an Valentin Hussong schreiben Sie:

Es gibt ein Recht auf Dummheit, aber keins auf Anonymität.

Dazu zitiere ich mal geltendes Recht in Deutschland:

(6) Der Diensteanbieter hat die Nutzung von Telemedien und ihre Bezahlung anonym oder unter Pseudonym zu ermöglichen, soweit dies technisch möglich und zumutbar ist. Der Nutzer ist über diese Möglichkeit zu informieren.

(7) Der Diensteanbieter hat dem Nutzer nach Maßgabe von § 34 des Bundesdatenschutzgesetzes auf Verlangen Auskunft über die zu seiner Person oder zu seinem Pseudonym gespeicherten Daten zu erteilen. Die Auskunft kann auf Verlangen des Nutzers auch elektronisch erteilt werden.

Seien Sie froh, StefanP, in Zukunft einer weniger, der Sie auf Ihre sachlich unrichtigen Behauptungen hinweist. 🙂

108) StefanP, Dienstag, 04. Februar 2014, 12:00 Uhr

@107) Doktor Hong

Ich plädiere nicht dafür, sich in einer Diktatur mit Gesicht und Namen zu outen. Aber wir leben in einer freien, rechtsstaatlichen Gesellschaft, die stabil ist und deren Werte Gemeingut sind. Ich bekomme nicht immer Recht und auch nicht auf dem Rechtsweg, aber die Folgen sind stets überschaubar und verkraftbar. Im Straßenverkehr sind Sie nicht anonym unterwegs, Sie haben ein Gesicht. Wenn jemand meint, Sie hätten sich falsch verhalten, sind Sie sofort identifizierbar. Wenn etwas passiert, sind Sie sofort greifbar. Im Internet sind Ausfälle dagegen leicht beweisbar, aber schwer verfolgbar und zu ahnden.

Sie fighten mit Stil und Niveau. Bitte tun Sie das auch weiterhin.

Die großen Liberalen wollen mich also dazu zwingen, mich gegen meinen Willen unter meinem bürgerlichen Namen zu äußern. Im Namen der Qualität der Debatte.

Nein, sondern aus konservativen und traditionellen Gründen, die sich sehr lange bewährt haben. Es ist doch umgekehrt: inwieweit hat sich die Anonymität im Netz als Vorteil gegenüber dem Gesichtzeigen herausgestellt? Immerhin: es ist immer noch ein Unterschied, ob ich als Autor einer Zeitung mit meldefähiger Adresse publiziere oder ob ich in einer Kneipendebatte mit Gesicht oder in einem Blog mit vollständigem Namen, aber ohne Personalausweis, beteiligt bin. Das ist schwer gleichzusetzen.

Wie bereits geschrieben, schätze ich Sie über alle Maßen: wir stammen aus einer Generation, teilen Werte und Sozialisation. Wir kommen zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen, aber das hat nicht wirklich Bedeutung.

Seien Sie froh, StefanP, in Zukunft einer weniger, der Sie auf Ihre sachlich unrichtigen Behauptungen hinweist.

Sie glauben nicht wirklich, dass das wichtig für mich ist. Ich schätze Disput, das Reiben, das Streiten um ein Argument. Das Einzige, wo ich höchst empfindlich reagiere ist das Vorführen in der Art, wie wir das früher in der Schule erfahren haben: na-nana-na-na! Ich würde mich außerordentlich freuen, hier oder woanders die Klingen mit Ihnen zu kreuzen.

109) Max Mustermann, Dienstag, 04. Februar 2014, 12:29 Uhr

In Zeiten der Totalüberwachung der Bundesbürger braucht es eine etwas differenziertere Sichtweise als die vom Oberzensor und Merkel Propagandist M. Spreng.
Aber auch dieser Kommentar wird sicher nicht durch die “Berliner Zensur” kommen.

110) Peter Christian Nowak, Dienstag, 04. Februar 2014, 16:28 Uhr

96) Doktor Hong,

Anhand Ihrer Beispiele wird das Dilemma sichtbar.
Vom “Postgeheimnis” spricht keiner mehr. Ein Dinosaurier in Sachen Persönlichkeitsrechte. Hier sieht man sehr schön: die Gesellschaft und ihre Einstellung zur Privatheit verändert sich – dorthin, wo “man” (wer das ist, lasse ich offen) sie adressieren will.
Der CCC (Chaos-Computer-Club) und die Liga für Menschenrechte haben nun gegen Teile der Bundesregierung beim Generalbundesanwalt in Karlsruhe Klage eingereicht.
Ein hoffnungsvolles Zeichen. Nicht deswegen, weil sie zum Erfolg führt – was aus politischen Gründen unwahrscheinlich ist -, sondern weil auch eine aussichtslose Klage ein deutliches Signal der Ablehnung zur Auflösung der Privatsphäre bedeutet.
Ob die sich auflösende Privatheit ihre Fortsetzung findet, hängt nicht nur von politischen Entscheidungen ab, sondern von den Nutzern, die freiwillig, “ungeniert und sorglos für ihre Verbreitung sorgen.
Nach Lage der Dinge werden politische Entscheidungen für den Schutz der Privatheit zwangsläufig ins Leere laufen.

111) Namensvetter, Mittwoch, 05. Februar 2014, 06:05 Uhr

Über die Qualität von Online-Petitionen und der für sie genutzten Pseudonyme lässt sich streiten, aber glauben Sie wirklich, Herr Spreng, dass “Fickdeimudda” dieses Anliegen unter Klarnamen ohne persönliche Nachteile platzieren hätte können, wenn es sich z.B. um einen jungen ZDF-Mitarbeiter handelte? Holger Kreymeier hat das schon anders erlebt.

Natürlich ist hier nicht Russland oder Syrien. Andererseits: Es tut mir Leid, aber Blogs, auch der Ihre, leben nun mal auch nicht davon, dass nur Kommentare abgegeben werden, die so grundlegende Fragen des Menschseins berühren, dass sie sich um jeden Preis ihre Bahn brechen müssen; dass der Kommentator den unaufhaltsamen Druck des Sichbewährenmüssens gegen fremde Meinungen verspürt, der ihm den nötigen Mut verleiht.
Vielmehr handelt es sich, bei aller interessanten Diskussion, um eher triviale Bemerkungen, die man auch für sich behalten kann, wenn man einen gewissen Widerstand gegen die Äußerung verspürt. Als dieser Widerstand reicht die abstrakte Sorge, irgendwelche persönliche Nachteile erleiden zu können, völlig aus. Diese Nachteile gibt es. Sie müssen gar nicht im persönlichen Umfeld gesucht werden, sondern können ebenso aus dem Rest-(besser: Mehrheits-)Internet hervorgehen, in dem es keinen Klarnamenzwang gibt. Das werden Sie nicht ändern.
Sie halten mit dieser Maßnahme all jene von einer Diskussion fern, die entweder politisch relevante oder sonst kontroverse Arbeit verrichten, oder in anderer Beziehung etwas zu verlieren haben. Grob umrissen, werden hier Lehrer über 50 zurück bleiben.

112) Rainer N., Mittwoch, 05. Februar 2014, 14:09 Uhr

@ 108 Stefan P

Der wieder mal nur von 12 Uhr bis Mittag denken kann.

NOCH leben wir in einer etwas freien Gesellschaft – das kann schneller vorbei sein als es einem lieb ist. Stabil sehe ich die nicht – wenn sogar Merkel sagte – wir hätten keinen Anspruch … und die marktkonforme Demokratie immer wieder betont.

Wenn dann die Klarnamen der “kritischen Menschen” vorhanden sind … und wie SIE sich immer wieder aufregen wenn da mal ihr Familienname genannt wird, wobei ich sogar 56 mit der Namenskombination dort finde:

http://www.dastelefonbuch.de/

Meine Kombination bringt es auf 11 Einträge.

113) mritter, Donnerstag, 06. Februar 2014, 20:04 Uhr

jetzt mal im Ernst ich war doch wirklich der Meinung der Herr Spreng wäre einJournalist der frei ist von kollegenmeinungen. Leider hat er sich mit dem Thema Lanz selbst bloß gestellt er hält auch 220.000 Menschen als Pöbel wie sein Freund Fischer nach dem Motto eine Krähe hackt der andern Krähe kein Auge aus..Das war mein letzter Klick auf diese Seite.

114) Lothar Lammfromm, Dienstag, 11. Februar 2014, 23:49 Uhr

Die Lebenswirklichkeiten sind nicht imemr so – auch nicht in unserem Land – wie sich Herr Spreng das vorstellt. Gerade (leider!) bei politischen Meinungsäußerungen, und seien diese noch so höflich und in der Sache nachvollziehbar vorgetragen, kann es für Menschen Nachteile bedeuten, wenn sie es öffentlich tun.

Das betrifft – pardon – nicht wenige Menschen, die z.B. einfach nicht möchten, dass der Chef (z.B. einer mittelgroßen Betriebes) und die Kollegen wissen, wie man politisch denkt. Das betrifft auch – gar nicht so wenige, pardon – Berufseinsteiger, die gegenüber potentiellen Arbeitgebern sowohl den Eindruck vermeiden wollen, sie würden “zu viel Zeit im Internet verbringen” (dummes Vorurteil, aber im Zweifel mitunter nachteilig) oder gar ein “politischer Diskutierer” sein etc. Auch gibt es potentielle Arbeitgeber, die bei Einstellungen sehr gründlich die Spuren der Bewerber anschauen, und beispielsweise Formen politischen Interesses schlicht als Risiko einschätzen. Der Betreffende könnte, wie furchtbar, am Ende gar ein Gewerkschaftsmitglied sein?!

Und so weiter.

Herr Spreng, ich vermute, dass sie all dies nicht glauben mögen, aber es ist so: Ich wurde in meinen Bewerbungsgesprächen schon mehrfach auf meine Spuren im Internet angesprochen, und ob ich denn der “Herr XXX aus dem Internet” sei.

Wenn Sie, Herr Spreng, mit hier einfallenden Horden von pöblend auftretenden Kommentatoren ein regelmäßigesbzw. unangenehmes Problem haben, kann ich Ihren Schritt gleichwohl nachvollziehen. Anderenfalls hoffe ich allerdings auf Verständnis von Ihrer Seite für Aspekte, die Ihrer persönlichen Lebensphäre vermutlich eher fremd sind.

115) Jan Freudenthal, Mittwoch, 05. März 2014, 10:49 Uhr

Spät ist besser als nie!
Schön, dass endlich auch andere begreifen, was diese “Internetkultur” mit jedem einzelnen von uns macht. Ich bin Mitte 30 und mit den Anfängen des Computerzeitalters groß geworden.
Verstehen konnte ich diese “Anonymiesiererei” noch nie. Bin für diese Ansicht oft in Gesprächen verspottet worden. Und wenn man intensiv gefragt hat, warum es unbedingt anonym sein muss, kam nur herumgeeiere und keine logisch nachvollziehbare Antwort.
“Wer ehrlich ist, braucht sich auch nicht zu verstecken!” war immer meine Meinung dazu.
Von daher habe ich noch heute meine erste E-Mail-Adresse, die ich als Jugendlicher damals eingerichtet habe.

Wie ist Ihre Meinung?

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