Sonntag, 09. März 2014, 17:59 Uhr

Hilflos gegenüber Putins Masterplan

Die deutsche Politik gegenüber Wladimir Putin ist menschlich sympathisch, aber hoffnungslos naiv. Geradezu rührend.

Die Bundesregierung will den Krim-Konflikt nicht verschärfen und versucht deshalb voll guten Willens, Putin an den Verhandlungstisch zu bekommen. Sei es mit dem Vorschlag einer Kontaktgruppe, in der alle Beteiligten miteinander reden sollen, sei es mit einem Doppelbeschluss: Verschärfte Sanktionen nur, wenn Rußland nicht einlenkt.

Beides interessiert Putin so sehr wie der berühmte Sack Reis, der irgendwo in der Welt umfällt. Putin hat einen Masterplan, der – wie die Abläufe zeigen – schon länger in seinen Schubladen gelegen haben muss: Falls sein Vasall Janukowitsch gestürzt wird, annektiert er die Krim.

Alles andere, was er darum spinnt, sind Täuschungsmanöver und Lügengespinste eines alten KGB-Mannes. Weder wird die russischstämmige Bevölkerung der Krim von irgendjemand bedroht, noch ist in Kiew der Faschismus an die Macht gekommen, noch haben sich auf der Krim spontan schwerbewaffnete, uniformierte und disziplinierte Bürgerwehren zur Selbstverteidigung gebildet.

Diese Behauptungen dienen nur dazu, die Verwirklichung eines langgehegten Zieles zu verschleiern und ihm den Anschein von Legitimität zu verleihen. Die sogenannten Bürgerwehren sind ganz offensichtlich in Wirklichkeit russische Soldaten, nur ohne Hoheits- und Rangabzeichen, ausgerüstet natürlich mit ihren russischen Waffen und befördert von russischen Armeefahrzeugen. Und der Hilferuf des Krimparlamentes wirkt genauso inszeniert wie einst  in Ungarn oder der CSSR.

Deshalb auch die schnelle, sogenannte Volksabstimmung. Der Ausgang steht heute schon fest, notfalls wird nachgeholfen. Deshalb werden auch die OSZE-Beobachter mit Schüssen verjagt. Und der Westen wird noch ein paar Tage hingehalten.

Putin will die Krim annektieren. Er kann dann endlich seine Schwarzmeerflotte modernisieren, was ihm bisher vertraglich verboten ist, und die russische Hoheitszone im Schwarzen Meer so weit ausdehnen, dass seine neuen Pipelines weitgehend auf russischem Territorium liegen. That’s it!

Den Vorratsbeschluss, die Krim „heim ins Reich“ zu holen, gibt es schon, so dass es nach dem nächsten Sonntag ganz schnell gehen kann. Während die deutsche Bundesregierung noch von einer Kontaktgruppe schwärmt und mit Sanktionen droht, schafft Putin vollendete Tatsachen.

Und wenn die Krim dann wieder russisch ist, reiben sich alle in Berlin die Augen, aber werden sich damit abfinden. Die Sanktionen werden eines Tages wieder gelockert, denn es gibt kein Ziel, das der Westen damit noch erreichen kann. So geht Imperialpolitik. Und wenn man ehrlich ist, kann man auch kaum etwas dagegen machen, wenn man keinen Krieg riskieren will.

P.S. Die Putin-Assistenz von Gerhard Schröder wird immer anstößiger. Jetzt zieht er schon Vergleiche mit den NATO-Bomben auf Serbien. Damals habe der Westen ebenfalls völkerrechtswidrig gehandelt. Stimmt, aber dem vorausgegangen war der Völkermord der Serben an den Muslimen in Sebrenica.

Und dann gibt es noch die unselige Allianz von der Partei „Die Linke“ mit der deutschen Wirtschaft. Die einen sind ideologisch verblendet, für die anderen gehen die Geschäfte vor, die nicht durch Sanktionen gestört werden dürfen. Was scheren da die Krim und das Völkerrecht.

PPS. Die EU  mag Fehler mit ihrer Ukraine-Politik gemacht haben, aber seit wann sind politische Fehler eine Rechtfertigung für die Annexion von Teilen fremder Staaten?

Nachtrag: Einige wichtige Kommentare konnte ich leider bisher ncht freigeben und musste sie vorübergehend in den Papierkorb legen, weil sie nicht den neuen, mehrfach veröffentlichten Regeln entsprechen. Ich lasse nur Kommentare zu, die unter Klarnamen oder unter einem Pseudonym geschrieben werden, das mir zuvor per Kontaktformular mitgeteilt wurde.

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39 Kommentare

1) winfried, Sonntag, 09. März 2014, 19:35 Uhr

Die Russen holen sich russisches Land zurück, weil der Westen auf dreckige Art an der Grenze zu Russland operiert. Der Putin macht das was seine Bevölkerung von ihm erwartet unsere Merkel macht das was, was die falschen Freunde von ihr erwarten! Sie sollte es besser wissen!
Der nächste Schritt wird auch nicht mehr von der Oligarchenklicker des Westens bestimmt, denn Russland muß nun fiskalisch die Macht brechen, die seine Staatlichkeit bedroht.

Das geht nur auf eine Art, der überhebliche Westen wird noch Augen machen.

http://freigeldpraktiker.de/weltenaufgang/blog/article/die-asynchrone-antwort-aus-russland

2) W.Herrmann, Sonntag, 09. März 2014, 20:00 Uhr

@Spreng

Ach was..die EU mag Fehler in ihrer Ukraine-Politik gemacht haben (unter PPS im letzten Satz)…

mehr Selbstkritik war wohl nicht drin…

Nachdem in der Ukraine die gewählte Regierung (Janukowitsch) mehr oder weniger legal abgesetzt und durch eine zumindest Zweifelhafte ersetzt und diese ruckzuck von der EU anerkannt wurde …..

Nun ja, nach den vorangegangenen Ereignissen (Maidan,etc.) seit ca. Dez. , etwas Geschichtskenntnis sowie geopolitischer Einsicht war die Reaktion Russlands, unabhängig von der Person Putin, vorhersehbar….es sei denn man heisst Baroso, Bruck, Steinmeier oder Merkel etc….

Der dauernde Hinweis auf den Bruch des Völkerrechts nervt…das biegt sich der Westen doch schon lange nach Bedarf zurecht, da ja die Guten…also den Ball flach halten.

Sanktionen bringen auch wenig außer Verdruß und evtl. Rückfall in den kalten Krieg..will das eigentlich jemand ernsthaft ? Zudem würde die allg. russische Lebensweise (weniger Annehmlichkeiten. geringer Wohlstand etc.), einen wirtschaftlichen Einbruch wesentlich besser verkraften als die meisten der „kriegslüsternen Scharfmacher“ in hiesigen Foren und Medien…

mein Fazit: die Krim gehört zu Russland..historisch und wg. Schwarzmeerflotte. Die NATO soll ihre Expansionsgelüste nicht bis an Russlands Grenzen treiben (war Gorbatschow im Zuge des Mauerfalls zugesichert worden..nachweislich gebrochen)…das würde mich an Kuba 1963 erinnern..

Gruß Wolfgang

3) Georg Jähnig, Sonntag, 09. März 2014, 20:14 Uhr

Hallo Herr Spreng, was sagen Sie eigentlich zu der These, dass Putin auch deswegen so handelt, weil er Angst vor einer weiteren Ausweitung des NATO-Einflussgebietes hat. So wird das zB in diesem CNN-Interview dargestellt.

4) kvogeler, Sonntag, 09. März 2014, 20:40 Uhr

Was erwarten wir?
Berufsversager, Parteistrategen und Amateure von Bankers Gnaden treten gegen einen mit allen Wassern gewaschenen ehemaligen KGB- Chef und schachspielenden Judoka an.
Wer hat hier wohl den Plan mit dem Abschlussziel vor Augen und wer träumt von den monatelangen, überzeugenden, aber im konstruktiven Geiste geführten Diskussionen in den Arbeitskreisen.

Das Recht ist auf ihrer Seite. Das nutzt da draussen aber nicht.
Die gleiche Mentalität träumt von einem Anti-Spy-Abkommen.
Lächerlich diese Vorstellungen.

5) Gregor Keuschnig, Sonntag, 09. März 2014, 20:53 Uhr

Der Völkermord in Srebrenica war 1995. Die NATO-Bomben auf Serbien wurden 1999 geworfen. Es ging um das Kosovo, das ein selbständiger Staat werden und sich von Serbien vulgo Jugoslawien trennen wollte. Auf einer Konferenz in Rambouillet hatte man Serben Bedingungen gestellt, die, wie Kissinger meinte, kein Serbe mit Verstand hätte akzeptieren können. Daraufhin wollte man Milosevic mit Bomben gefügig stimmen. Scharping kramte dann den angeblichen sogenannten „Hufeisenplan“ hervor, der einen Völkermord der Serben an den Albanern im Kosovo Einhalt verhindern sollte. Der Hufeisenplan war eine Lüge. Später wurde den Serben zugesichert, dass das Kosovo kein autonomer Staat wird. Das hatte man dann einige Jahre später gebrochen. Wie man den Russen übrigens 1990/91 zusagte, die NATO werde sich nicht gen Osten erweitern. Und so weiter.

6) Horst Klohocker, Sonntag, 09. März 2014, 21:52 Uhr

1990 war die Wende – die Wende hin zum Schlechteren für die ehemalige Sowjet Union. Seither wurde ihr Einfluß in der Welt geringer und geringer. So allmählich brachen alle ehemaligen Satelliten Staaten in Osteuropa weg und noch schlimmer – sie wurden Mitglied der NATO. Und unsere westliche Hemisphäre versucht schon weitere Teile des ehemaligen Einflußgebietes der Sowjet Union ähnlich einer Krake in seine Umklammerung zu reißen.

Jetzt ist Schluß damit und irgendwie kann ich Putin verstehen! Er mag als Kind als eher schwächliches Kind gegolten haben, wenn mag seinen Biographen glauben mag. Daher versucht Putin heute besonders stark zu sein, laut Deutung erfahrener Psychologen. Ich kann das verstehen – nur die Menschen in der Ukraine tun mir leid, denn sie sind momentan der Spielball der Weltpolitik. Mir ist bewußt – nein ich meine es zu wissen – Putin ist nicht nur der Böse und Europa und die USA der Gute. Nur eines weiß ich jetzt noch nicht: welche Rolle spielt ein ehemaliger Boxweltmeister?

7) Thomas Hanke, Sonntag, 09. März 2014, 23:39 Uhr

Ja. Danke. Der letzte Satz – auch fast egal, wer da genau in Kiew (mit) an der Regierung ist.
Und gerade auch nach allem, was die USA so unternommen haben.

Es ist unglaublich, was sich da in diversen Gruppen und Richtungen abspielt.
Meinen Vater hatte ich gestern praktisch so weit zuzugeben, dass die Ukraine eh nur ausgeliehen war von Moskau …
Und die Liste der denkbaren nächsten Fälle ist lang, auch gegenseitig, z.B. um Ungarn herum.

Vorhin gesehen, dass in den USA das ausgerechnet Rechte/Marktradikale/Teaparty-Leute als Chance nutzen wollen, möglichst viel Öl/Gas zu fördern. Ähnlich wohl einzelne im UK mit Fracking …
Chance, nicht Notlösung.

8) Mende Tegen, Montag, 10. März 2014, 05:08 Uhr

Wer Sie aus Ihrem Blog kennt, weiß natürlich, dass Kritik (wie zum Schröder-Artikel) in Ihnen den sofortigen Reflex auslöst, immer noch ein Scheit draufzulegen. Sie brauchen das einfach. Was freilich Ihr gutes Recht ist. Und Sie haben es in der Tat geschafft:

Was Sie nun heute vorlegen überbietet an Lachhaftigkeit, Inkompetenz, auch klarer Lügen, einseitiger Propaganda und der schlichten Beleidigung des Intellekts eines jeden Lesers jedes Maß. Tja, da liegt er nun vor jedem, alle Viere von sich streckend ausgebreitet: Eine einst von Axel Springer dominierte und damit zutiefst korrumpierte Journaille der übelsten Sorte. Tiefer kann man wirklich nicht mehr sinken.

Wenn Sie sich nicht vor einem Gutteil Ihrer Ihnen noch so gewogenen Leser mit diesem unsäglichen Hetz-Artikel nachhaltig diskreditiert haben, dann weiß ich auch nicht.

9) Michael A. Nueckel, Montag, 10. März 2014, 08:07 Uhr

Herr Spreng, keine Frage, so kann man das sehen. Doch bleiben Gegenfragen: [1] Was hat der Westen aus Georgien 2008 gelernt? [2] Und warum hat die EU bei dem Versuch der Herauslösung der Ukraine aus dem russischen Einflußbereich, Stichwort Assoziierungsabkommen, nicht bedacht, dass Janukowytsch´s Sturz/Entmachtung eine Steilvorlage für Rußland wird, den sog. Knebelvertrag in Sachen Modernisierungsverbot Schwarzmeerflotte faktisch aufzukündigen? Ihr fürsorgliches PPS: „Die EU mag Fehler mit ihrer Ukraine-Politik gemacht haben, aber seit wann sind politische Fehler eine Rechtfertigung für die Annexion von Teilen fremder Staaten?“ übersieht, das ist hier kein Kaffeekränzchen, sondern ein hochexplosives Schachbrettfeld der Geostrategie; Putin weiß (seit Georgen 2008), er kann zündeln, und sich zugleich auf die rationale Hilflosigkeit des Westens verlassen. Die Einflußnahme der EU in Kiew am 21.2.2014 war unklug, ich verstehe das als eine größten außenpolitischen Niederlagen der letzten Zeit; die EU-Außenpolitk ist institutionell und substanziell völlig „von der Rolle“. [3] Wird die EU das bei dem nächsten Konfliktherd in ferner Zukunft, wenn es z.B. in Weißrußland eines Tages gärt, besser machen können?

Dennoch hat der Konflikt auch seine vermeintlich „gute“ Seite. Er zeigt uns, je stärker die internationale Wirtschaftsverflechtung ausgeprägt ist, um so geringer ist die Kriegsgefahr. Ökonomische Integration ist „Friedensstifter“ in guten Tagen und Kriegsverhinderer in weniger guten Tagen. Die Probleme müssen (anders) gelöst werden. Da hilft am ehesten der Faktor Zeit, erst 1989 konnte „1945“ korrigiert werden.

10) Erwin Gabriel, Montag, 10. März 2014, 08:51 Uhr

@ 4) kvogeler, Sonntag, 09. März 2014, 20:40 Uhr

>> Berufsversager, Parteistrategen und Amateure von Bankers
>> Gnaden treten gegen einen mit allen Wassern gewaschenen
>> ehemaligen KGB- Chef und schachspielenden Judoka an.

Sehr nett 🙂

11) Erwin Gabriel, Montag, 10. März 2014, 08:55 Uhr

@ 8) Mende Tegen, Montag, 10. März 2014, 05:08 Uhr

>> Was Sie nun heute vorlegen überbietet an Lachhaftigkeit,
>> Inkompetenz, auch klarer Lügen, einseitiger Propaganda
>> und der schlichten Beleidigung des Intellekts eines jeden
>> Lesers jedes Maß. Tja, da liegt er nun vor jedem, alle Viere
>> von sich streckend ausgebreitet: Eine einst von Axel Springer
>> dominierte und damit zutiefst korrumpierte Journaille der
>> übelsten Sorte. Tiefer kann man wirklich nicht mehr sinken

Selbst wenn auch diese Meinungsäußerung durch das Grundgesetz abgedeckt sein mag, sollten Sie Ihren Furor etwas zügeln. Derartige Beleidigungen sagen mehr über Sie als über irgend einen anderen.

12) Jan Mahlke, Montag, 10. März 2014, 10:34 Uhr

Auf Seiten der EU und Russlands wird wie eh und je mit zweierlei Maß gemessen. Ich halte es vom Westen auch für widersprüchlich, die neue Regierung der Ukraine unter Hinweis auf die faktische Entmachtung Janukowitsch’s anzuerkennen, dies bei dem Kreisparlament aber abzulehnen.
Natürlich verwendet das Russland gegen uns.
Fakt ist aber auch, dass Russland auf Zeit spielt und kein Interesse an einer Einigung oder Gesprächen hat. Das müssen wir uns bewusst machen. Zeit bleibt bis zur Abstimmung auf der Krim – eine Woche. Sobald das Kreisparlament die Annektierung beschlossen hat, wird Russland das Votum anerkennen. Das einzige, was dann noch passieren muss, ist die Grenzen zu verlegen.

Wie soll da eine Einigung gefunden werden, wenn in der letzten Woche noch nicht einmal der Rahmen für Gespräche festgelegt werden konnte?!
Eine militärische Lösung des Westens scheidet aus; die Verlegung von amerikanischen Kampfjets in die Nachbarländer Russlands soll nur verhindern, dass Obama sich am Ende Untätigkeit vorwerfen lassen muss. Nachdem er in Syrien (trotz der Feststellung des Gebrauchs von chemischen Waffen durch die UN) nicht interveniert hat, wird er sich wohl kaum auf einen Krieg mit Russland mit einem ungewissen Ausgang einlassen.

Was bleiben also noch für Optionen?

Meiner Meinung nach gibt es zwei:
1. Der Westen einigt sich schnell und verbindlich darüber, dass in dem Falle der Annektierung der Krim automatisch jedwede diplomatischen Beziehungen abgebrochen werden. Dies muss Putin absolut klar werden. Mit dem Entzug der FIFA-WM zu drohen ist ja nett aber demonstriert beispiellos die Hilflosigkeit des Westens – was interessiert es Putin, was in einigen Jahr passieren könnte. Bis dahin vergeht noch genug Zeit. Auch Merkel’s Absage an das G8-Treffen ist nett, aber gefährdet doch nicht ernsthaft die diplomatischen Beziehungen. Wir sollten unseren Botschafter zurückbeordern und den russischen Amtskollegen freundlich bitten zu gehen.
Natürlich nur für den Fall, dass eine Annektierung auch stattfindet.
2. Der Westen einigt sich darüber, wovon ein ehemaliger kommunistischer Staat ausgeht: die Wirtschaft ist das Wichtigste und wir tun alles, damit ihr nichts geschieht. Dann kann der Westen aber auch für die kommenden Tage zur alten Tagesordnung zurückkehren.

Zuletzt bleibt in der ganzen Rechnung wohl nur eine Variable, und die könnte dem Westen schlussendlich die Entscheidung abnehmen, sollte er sie nicht selbst treffen: der Rest der Ukraine.

13) bnt, Montag, 10. März 2014, 10:41 Uhr

Ich denke, was Sie hier als Naivität identifizieren, ist schlicht eine große Unsicherheit angesichts der Tatsache, dass mit der Krimkrise das aktuelle sicherheitspolitische „Gleichgewicht“ in Frage gestellt wird.
Seit dem 11. September haben sich westliche Mächte unter der Führung der USA militärische Interventionen erlaubt, die genau wie im Fall der Ukraine die territoriale Integrität von Staaten verletzt haben. Irak und Afghanistan sind dabei nur die offensichtlichsten Beispiele, dazu kommen zahlreiche gezielte Tötungseinsätze in Pakistan, Jemen und diversen ostafrikanischen Ländern. Aus der Sicht des Westens handelte es sich dabei stets um legitime Einsätze, ungeachtet der Tatsache, dass die (ohnehin von Schurken dominierten) UN das gelegentlich anders sahen und sehen. Vor allem Russland hat darauf achselzuckend mit einer eigenen Politik der territorialen Intervention reagiert. Tschetschenien, Georgien, all das zeigt uns schon seit Jahren dass die Russen sich vom westlichen Gehabe als Weltpolizei nicht abschrecken lassen sondern im Gegenteil, diese Art von Sicherheitspolitik als Bestätigung dafür sehen, dass man mit einem ähnlichen Verhalten genauso davonkommt. Anders ausgedrückt: der Westen hat seine eigene Politik in Irak und Afghanistan mit Tschetschenien und Georgien erkauft. Dass die Ukraine genau wie Weissrussland von russischen Marionetten regiert wurde, war eigentlich allen klar und wir haben es akzeptiert weil es bequem war. Und weil es Russlands Hinterhof ist, da mischte man sich halt nicht ein. Bis dann eben diese Demokratiefreunde in der Ukraine beschlossen, dass es so nicht mehr weitergeht und das ist nun das Problem. Würde es uns genauso bestürzen, wenn dort Muslime den Aufstand proben würde? Wenn dieses Land irgendwo in Zentralasien läge? So wie Tschetschenien? Nein, würde es nicht. Diesmal geht es um ein Land an unserer Grenze, um Demokraten, deren Utopie die EU ist, um deutsch sprechende Politiker mit echten Doktortiteln, die bei uns im Ring geboxt haben. Wir haben das Gefühl, dass Russland Europa angreift, selbst wenn die Mehrheit der Krim russisch ist und Putin immer schon klar gemacht hat, dass er einen Verlust der Krim aus seinem Einflussbereich nicht akzeptieren würde. Und anders als andere Politiker meint es Putin halt ernst, wenn er eine rote Linie zieht.
Das Problem mit der Krim ist, dass hier im Selbstbedienungsladen der hilflosen Länder, der seit 13 Jahren herrlichen Umsatz gemacht hat, nun plötzlich Interessen kollidieren. Und ebenso plötzlich überfällt uns das Bewusstsein, dass man nicht einfach so in ein Land einmarschieren darf um dort die Politik zu bestimmen wie es einem eben so passt.
Damit landen wir letztendlich bei der Naivität. Denn pötzlich wird unseren Politikern klar, dass wir wieder mal bis fünf nach Zwölf gewartet haben. Die Politik der deutschen Bundesregierung ist der verzweifelte letzte Versuch, eine idealistische Sicherheitspolitik zu bewahren, die der Westen selbst eher nicht ernstgenommen hat. Dieser Versuch kommt freilich zu spät, die Medien haben ja längst ganz konsequent den neuen kalten Krieg ausgerufen. Es mag dementsprechend stimmen, dass die schönen Worte unserer Regierung so ganz wirkungslos sind und möglicherweise sind sie sogar wirklich naiv. Ich kann allerdings nur allzu gut verstehen, wieso Leute wie Steinmeier und Merkel German Angst vor der Alternative haben. Ich habe diese Angst auch. Deshalb bin ich selbst so naiv zu hoffen, dass sie vielleicht doch irgendwas erreichen können. Kalten Krieg können wir morgen immer noch führen.

14) StefanP, Montag, 10. März 2014, 11:39 Uhr

Einen sehr guten journalistischen Beitrag zu dem Thema lieferte der gestrige Presseclub. Bis heute hat es die EU nicht vermocht, mehr als eine Handelsvereinigung zu werden, die Machtpolitik allein darin sieht, ihre Marktgrenzen zu erweitern. Mit dieser Politik hat man sich in der letzten Zeit neben einigen bekömmlichen auch eine Reihe fauler Eier eingehandelt. Die Ukraine, die einen Großteil des Anforderungsprofils für eine EU-Aufnahme nicht erfüllt, könnte die Zahl im Kröpfchen weiter vergrößern.

Eigentlich erstaunlich ist, wie viele in Deutschland noch von Russland schwärmen, ohne das Land zu kennen oder gar dort leben zu wollen. Genau umgekehrt verhält es sich mit den USA. Russland laufen die Verbündeten weg und die jungen Leute gehen seinem veralteten Gesellschafts- und Politikmodell von der Fahne. Die Ukraine ist da nur ein weiterer Verlust in der langen Liste der schwindenden Bedeutung dieses großen eurasischen Staates. Viele Beobachter mutmaßen ja schon länger, dass der Kreml sich mit dem „Abfall“ der einstmaligen Sowjet-Republik abgefunden hat und nur mit den alten Mitteln der russischen Machtpolitik sich den Zugang zum Schwarzmeer sichert. Es sei Putin gegönnt.

Die andere Frage ist, ob sich die Europäische Gemeinschaft wie bei der Türkei von den amerikanischen Freunden treiben lassen sollte. Der osteuropäische Staat mag nach Westeuropa streben, Teil unserer Wertegemeinschaft ist dieses zerrissene, korrupte Land noch längst nicht. Leider scheint die EU wieder keine Position zu dieser elementaren Frage europäischer Integration zu finden. Umso mehr kommt als auf Berlin als Zentrum der europäischen Finanzmacht an. Eigentlich schade, dass die Europäer die Briten so an den Rand gedrängt haben, deren außenpolitisches Netzwerk und diplomatische Fähigkeiten ließen sich hervorragend nutzen.

15) www.weltundzeit.de, Montag, 10. März 2014, 11:49 Uhr

Gratulation Herr Spreng, endlich mal eine Analyse der die eigentliche Situation widerspiegelt. Es ist schade, dass in vielen offiziellen Medien die Dinge so verschleiert werden. Wichtig in dem Fall ist es auch, sich mit der Person Putins zu beschäftigen.
Siehe hier in meinem Blog: http://www.weltundzeit.de/?p=266

16) Sabine Zielke-Esser, Montag, 10. März 2014, 12:08 Uhr

Für mich ist erschreckend, daß ALLE Beteiligten zu dem jetzigen Schlamassel beigetragen haben: Die NATO rückt seit Jahrzehnten immer näher an Russland heran, die USA wollen Abwehrraketen stationieren – ungeachtet russischer Proteste.

Die EU schließt ein Assoziierungsabkommen mit einem Staat, der nicht lebensfähig ist, korrupt und pleite. Eine Glanzleistung europabesoffener Traumtänzer.

Die Demonstranten in Kiew haben es zugelassen, daß Nationalisten und Faschisten zu Trittbrettfahrern wurden. Herr Klitschko ist nach München, Berlin und Brüssel gereist, anstatt seine eigenen Landsleute im Osten und auf der Krim für sich und seine Bewegung zu gewinnen.

Die westlichen Außenminister hätten das geschlossene Abkommen in Kiew den Protestanten erklären müssen: Das ist der Plan, so wird’s gemacht. Klitschko hatte nicht die Autorität, er wurde ausgepfiffen.

Und nun zu Putin: Er läßt russische Soldaten ohne Hoheitszeichen einmarschieren und meint, er könne so den Rest der Welt veräppeln. Westliche Investitionen kann er sich jetzt von der Backe wischen: Kein Cent mehr fließt nach Rußland.

In einer Auseinandersetzung ist es hilfreich, wenn man versucht, sich in den Gegner zu versetzen. Politiker machen von dieser Möglichkeit wenig Gebrauch.

17) Politikverdruss, Montag, 10. März 2014, 12:20 Uhr

Michael Spreng spricht von „unseligen Allianzen und verweist auf die LINKE und die deutsche Wirtschaft.

Ich möchte hier mal auf eine andere „unselige Allianz“ aufmerksam machen, die der NDR aufgedeckt hat:

„ Am Montag moderierte Sabine Brandi. Als Studiogast diente WDR-Politikredakteur und Russland”experte” Hermann Krause.

Zwei Aspekte waren aus propagandistischer Sicht besonders bemerkenswert. Zunächst einmal beklagt sich WDR-”Experte” Hermann Krause darüber, dass russische Bürger in der Ukraine von Propaganda aus den russischen Medien beeinflusst seien:

“Das Problem ist, dass die über die russischen Medien, die sie ja hauptsächlich empfangen, so einseitig informiert worden sind, dass sie tatsächlich glauben, was da in Kiew stattgefunden hat, auf dem Maidan, das ist so etwas wie die Machtergreifung der Faschisten.”

Ein Anrufer weisst darauf hin, dass man die Faschisten und Bandera-Leute auf dem Maidan an ihren Fahnen erkennen konnte und dass es ihm Angst mache, dass diese Leute vom Westen unterstützt werden.

Die Antworten des “Experten” Krause ist bezeichnend, spiegelt sie doch wieder, wie Journalisten genauso von westlicher Propaganda desinformiert sind, wie sie es den Russen gerne unterstellen!
Hermann Krause:

“…das stimmt aber nicht! …also für diese Leute haben wir uns nicht enga … ähhh … hat sich der Westen nicht engagiert. Der ist auch nicht eingeladen worden, den sie da meinen. Zum Beispiel zu Angela Merkel, da war Klitschko, da war Jazenjuk in Berlin. Die Rechten sind immer separiert worden und man hat immer versucht, die aussen vorzuhalten … ja also angesprochen ist Tiahnybok, der Führer dieser Partei Svoboda. Der ist in der Tat jemand mit dem man sich nicht in einer Weise treffen sollte, aber so viel wie ich weiss, hat der Westen auch versucht, den immer aussen vor zu lassen….”

Frage Brandi:“Hat sich niemand mit ihm getroffen?”

Anwort Krause:“Es hat sich niemand mit ihm getroffen und welche Rolle Tiahnybok in Zukunft spielen wird ist nicht ganz klar.”

Peinlich ertappt!( Auf Fotos klar erkennbar) Tiahnybok mit Klitschko, Jazenjuk, Steinmeier, Nuland und Ashton.

Nicht nur, dass WDR-Staatsfunk-Russland-”Experte” Krause seine Vorurteile über die Medienkompetenz der Russen unter Beweis stellt, er zeigt einmal mehr, wie sehr westliche Propagandisten den Unsinn, den sie in ihrem eigenen informellen Sumpf aufsaugen, verinnerlichen, weitergeben und für bare Münze halten.“

https://propagandaschau.wordpress.com/tag/staatsmedien/

18) Stephan, Montag, 10. März 2014, 15:22 Uhr

Die Krise ist geplant und gewollt und zwar nicht von Putin. Schaut man auf die openucraine.org Stiftung von Arsenij Jazenjuk und insbesondere darauf wer die Partner dieser Stiftung sind finden sich mindestens zusätzliche Fragen -und vieleicht auch Antworten.

Ein youtube Video vom Meeting im April 2013:
http://www.youtube.com/watch?v=NMV7BkRcJVc

19) Ulrich Kleffel, Montag, 10. März 2014, 16:01 Uhr

Tja wir haben Russland so lange bei jeder Gelegenheit beschimpft, kritisiert und übervorteilt, dass der russischen Regierung und Bevölkerung inzwischen vollkommen wurst ist was „der Westen“ denkt und tut. So wenig wie es die USA interessiert, was andere von ihren Drohnenkriegen oder deren Überwachung des halben Globus halten.

Wenn die Hilflosigkeit so offensichtlich ist, frage ich mich warum wir uns hier überhaupt derart bemühen? Was hat ein Wirschaftsminister Gabriel in Kiew zu suchen, will man sich hier lediglich selbst profilieren, „wir sind wieder wer“ spielen oder doch nur von innenpolitischen Problemen ablenken? Könnte sich Merkel bitte mal mit dem selben Engagement dem Hebammennotstand widmen?

Der absolute Hammer sind ja einige CSU Mitglieder, die aufgrund dieser Krise wieder laut über die Verlängerung der Atomkraftwerk-Laufzeiten nachdenken. Man möchte diese Einfaltspinsel packen und in den nächsten Flieger nach Fukushima setzen, damit sie sich von der Ungefährlichkeit der Technologie aus nächster Nähe überzeugen können.

20) Peter Christian Nowak, Montag, 10. März 2014, 17:22 Uhr

Ich schließe mich den Kommentaren von 1) winfried, 2) W.Herrmann, 3) Georg Jähnig, 4) kvogeler,
9) Michael A. Nueckel, und stelle einfach nochmal den Link von Paul Craig Roberts ein. Denn mir scheint, dass in den Beiträgen schon die wichtigsten Punkte genannt sind.

http://www.paulcraigroberts.org/2014/02/12/washington-orchestrated-protests-destabilizing-ukraine/

Es geht Europa wie USA nicht um die Souveränität der Ukraine, es geht um die Erweiterung des Einflussbereiches des Westens samt NATO in Richtung russische Grenze.

Natürlich ist Herr Putin kein lupenreiner Demokrat.

Und natürlich geht es Putin um den Machterhalt, so wie es dem Westen um den Einfluss geht, ihn so weit wie möglich nach Osten auszuweiten.

Und die Ukraine selbst ist in der Frage tief gespalten – nämlich ob sie sich dem Westen anschließen soll oder oder mehr oder weniger den „russischen Status“ weiterführt. Offensichtlich reichen der EU die Proteste der pro-westlich Orientierten, und übersehen dabei geflissentlich, dass es auch andere gibt, die gerade nicht den Wusch haben, sich einem IWF oder den Richtlinien aus Brüssel anzuschließen.

Dass Putin mit seinem Land enorme Probleme hat, ist aus der Fernsehdoku „Enteignung auf Russisch“ anschaulich zu entnehmen. Das Land ist in einer Weise von Korruption und infolge dessen durch Nichtvorhandensein von Rechtsstaatlichkeit in einer tiefen, nicht endenden Krise.

Ob ein Putin hier fröhlich mitmacht, oder ob er einfach nicht dazu in der Lage ist, sein Land konsequent zu reformieren, mag dahingestellt sein.

Fest steht, dass zwischen Ost und West außerordentlich schwierig zu behandelnde Unterschiede bestehen, die man durch ein paar Sanktionsandrohungen nicht beseitigen kann. Sanktionen auf verminten Terrain führen zu einer explosiven Gemengelage , die letztlich situationsverschärfend, als moderierend wirkt. Insofern gebe ich einem Kommentator Recht, wenn er sinngemäß sagt, dass sich anscheinend in Brüssel die leibhaftige Unfähigkeit versammelt. Den USA kommt diese Unfähigkeit gerade recht. In Washington läuft alles nach Plan. Sanktionen schaden der EU und Russland, nicht den USA. Möglicherweise rechnen dann die USA mit Lücken im Handel und Energieversorgung.
„Der Krach mit Putin beflügelt das Freihandelsabkommen (TITPP) nach unseren Wünschen.“

Bis jetzt nur eine Vermutung.

21) Rainer N., Montag, 10. März 2014, 17:40 Uhr

Noch EIN Kommentar, da gerade aktuell und mir ja damals „angedroht wurde“ von klein Erna …
… so etwas vergesse ich nicht.

http://www.sprengsatz.de/?p=4011

Nun werden schon 18,5 Millionen hinterzogener Steuer zugegeben.

Wie hatte ich damals geschrieben …

34) Rainer N., Dienstag, 07. Mai 2013, 21:39 Uhr

und klein Erna …

39) kleinErna, Mittwoch, 08. Mai 2013, 15:05 Uhr

und von mir kam dann;

43) Rainer N., Donnerstag, 09. Mai 2013, 11:30 Uhr

Ich gehe immer noch davon aus, das war ein Konto des Vereins. Denn soooo dumm kann der nicht sein, in Deutschland Verluste „erzocken“ und von der Steuer absetzen, und in der Schweiz unmögliche Gewinne erzielen … unglaubwürdig!

22) Jörg Tauss, Montag, 10. März 2014, 20:53 Uhr

Diesem einen Satz stimme ich zu:

…..Putin hat einen Masterplan, der – wie die Abläufe zeigen – schon länger in seinen Schubladen gelegen haben muss….

Dem stimme ich zu. Richtig. Wie ein Schachspieler musste er nur auf die Fehler seiner Gegner warten…

Wer das Lehrstück dazu sucht wird im Georgienkonflikt fündig: Zündelnder, überheblicher Westen, prompte russische Reaktion nach der georgischen Attacke auf Abchasien. Und auch dort (wie in Südossetien) eine Bevölkerung, die mit Tiflis nichts zu tun haben wollte und will.

Da braucht man eben als Putin nur in die Schubladen zu greifen.

PS: Michael N. Nueckel, den ich gerade erst lese, hat völlig RECHT. So ist es, Herr Spreng. Übrigens ist die EU- Außenpolitik leider auch PERSONELL völlig von der Rolle.

23) winfried, Montag, 10. März 2014, 21:03 Uhr

Der amtierende Präsident gilt nun als NATO Agent, so ist das im Internet wenn man seine Webseite abschaltet und vergessen machen will.

Chodorkowski warnt kryptisch vor „Globalen Wandlungen“, der Milliardär aus den Zeiten des großen Raubzug, weis von was er spricht, will es aber so sagen das es nur die Insider kapieren – im Link – 1 – kann man es lesen, wird es aber nur ganz begreifen können, wenn man die Geldtheorie von Gesell kennt!

24) Erika, Dienstag, 11. März 2014, 09:03 Uhr

Es könnte ja sein, dass es auch andere „Masterpläne“ gibt:

Ein Bericht vom ORF aus dem Jahre 2011

https://www.youtube.com/watch?v=MZEdL4dz9jo

25) Erwin Gabriel, Dienstag, 11. März 2014, 11:42 Uhr

@ 14) StefanP, Montag, 10. März 2014, 11:39 Uhr

Da treffen wir uns doch noch – volle Zustimmung.

@ 20) Peter Christian Nowak, Montag, 10. März 2014, 17:22 Uhr

>> Natürlich ist Herr Putin kein lupenreiner Demokrat.
Wie denn auch? Für eine funktionierende Demokratie muss die Gesellschaft homogen sein. Das ist in Ruissland (wie auch in China) nicht gegeben.

26) kvogeler, Dienstag, 11. März 2014, 13:30 Uhr

@25) Erwin Gabriel,
Sie liefern grade das Argument, warum wir in Zukunft eine „putinsche Demokratie“ haben müssen.
Wenn hier jedem Zuwanderer demnächst die deutschen Pässe ausgehändigt werden, damit die GRÜNEN und die SPD endliche wieder mehr Stimmen bekommen, wird diese Gesellschaft wesentlich weniger homogen sein.
Mit der Forderung nach Integration zur Homogenisierung werden Sie sofort in die faschistische Ecke gedrückt. Und dann benötigt es nur noch eien Hilferuf, um vor den Faschisten geschützt zu werden.

27) Peter Christian Nowak, Dienstag, 11. März 2014, 14:04 Uhr

25) Erwin Gabriel

Da stimme ich Ihnen zu: das russische „Reich“ ist äußerst heterogen, ein Völkergemisch, mit verschiedenen Sprachen und Dialekten. Diese Differenzen können gar nicht größer sein. Das macht den Umgang so schwierig.
Der Westen bewegt sich hierzu politisch wie mental auf diametraler Ebene, wenn ich so sagen darf.
Unterschiedliche Interessen bergen immer die Gefahr von Konflikten.
Wie groß diese Unterschiede sind, zeigte auch die gestrige Sendung „Unter den Linden“ (Phoenix).
Sogar im westlichen Lager waren sogar Unterschiede zwischen der amerikanischen Auffassung und der eines Egon Bahr deutlich. Da standen sich Mr. John C. Kornblum und einem Vertreter der erfolgreichen Politik „Wandel durch Annäherung“ gegenüber.

http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/diskussionen/816542#

28) Peter Christian Nowak, Dienstag, 11. März 2014, 15:46 Uhr

24)Erika

Danke für das Video. Entspricht genau dem, was hier auch schon vielfach vermutet und entsprechend geäußert wurde.
Noch ein eine kurze Bemerkung zu Westerwelle, der sich als „kompetenter“ Außenminister im Film geäußert hat: wenn solche Leute an der Macht sind, braucht man sich über das Katastrophenergebnis der letzten Bundestagswahl nicht zu wundern.

Fazit: Wenn die USA wollen, dass Merkel gestürzt wird, würde dies auch passieren. Der Film hat gezeigt, dass keine Regierung unantastbar ist. Das muss muss man wissen. Ein Indiz hierfür: Die Abhängigkeit Deutschlands von den USA sieht man auch im (Nicht)Umgang mit der NSA-Affäre. Passives Verhalten bedeutet auch, nichts gegen vollendetet Tatsachen der wirklich Mächtigen unternehmen zu können.
Ich erinnere auch an die Montagsdemonstrationen gegen HartzIV seinerzeit. Das Motto „Wir sind das Volk“ und „HartzIV ist Armut per Gesetz“ hatte damals seine Wirkung bei Superminister Clement und Schröder nicht verfehlt. Man hatte Angst, dass die Durchschlagskraft des Slogans gleichermaßen wirkungsvoll ist, so wie sie den Sturz des DDR-Regimes herbeigeführt hatte.

Der Angstschweiß von Clement, Schröder und anderen Genossen war nicht zu übersehen!

Plötzlich ebbten die Demonstrationen schlagartig ab. Warum wohl? Jeder mag sich so seine eigene Erklärung für sich gefunden haben. Der Film mag möglicherweise einen Beitrag hierzu leisten.

29) Christian Ewald, Dienstag, 11. März 2014, 17:08 Uhr

@ Erwin Gabriel

>> Wie denn auch? Für eine funktionierende Demokratie muss die Gesellschaft homogen sein. Das ist in Ruissland (wie auch in China) nicht gegeben.

Bitte? Sie meinen so homogen wie die Gesellschaften der Schweiz oder der USA? Könnten Sie das näher erklären?

30) Nico, Mittwoch, 12. März 2014, 14:22 Uhr

Herr Spreng, bis jetzt habe ich Ihre Beiträge gerne gelesen, auch wenn ich nicht immer Ihre Meinung teile. Aber dieser Artikel von Ihnen ist mehr als enttäuschend. Meines Erachtens kann man Konflikte wie den um die Ukraine nur dann verstehen, wenn man versucht, die verschiedenen Perspektiven der Konfliktparteien zu verstehen. Sie hingegen unternehmen nicht einmal einen solchen Versuch. Und so etwas wie das hier: „die Krim “heim ins Reich” zu holen“ ist einfach nur geschmacklos und eine Verharmlosung des dritten Reichs.
Und, nur für den Fall, dass Sie sich die Kritik hier zu Herzen nehmen: was ist denn die Lehre aus den weltpolitischen Ereignissen der letzten 13, 14 Jahre? Es sind genau zwei Dinge, die letzten Endes auf weltpolitischer Bühne zählen – 1. Geld und 2. hard power, also vor allem militärische Macht. Die einen besitzen diese Dinge, zum Beispiel die USA und Russland, und setzen sie gnadenlos und ohne Rücksicht ein, wenn es ihren Interessen dient, und die anderen schauen zu. Das Gerede von territorialer Integrität, Selbstbestimmungsrecht der Völker, Menschenrechten und Demokratie hingegen, das würde sehr schnell aufhören, wenn es bspw. in Bahrein einen Umsturz gäbe, der zu einer Annäherung an den Iran führen und mittelfristig die Basis der 5. US-Flotte im Persischen Golf bedrohen würde (so wie eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine die russ. Basis in Sewastopol).
Übrigens braucht eine Mittelstreckenrakete, abgefeuert vom Territorium der Ukraine, etwa eine Minute bis nach Moskau. Und jetzt wechseln wir mal die Perspektive und stellen uns vor, die Russen würden auf Basis einer militärischen Kooperation mit Kanada dort ebensolche Raketen stationieren können. Meinen Sie, die Amerikaner würden sich das einfach so anschauen?
Ich finde Kritik am russischen Vorgehen sehr angebracht. Aber dabei sollte man den Blick vor die eigene Haustür, bzw. in den eigenen Hinterhof, nicht vergessen. Die mühsamen Versuche, Konflikte durch ein Netz internationaler Verpflichtungen zu regulieren, sind vor 11 Jahren mit einer Show vor dem UN-Sicherheitsrat zu einer Farce verkommen – und jetzt wird geerntet, was damals gesäät wurde.

31) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 12. März 2014, 15:05 Uhr

Es lohnt sich mal einen kurzen Blick auf die Chronologie der militärischen Iinterventionen der USA der letzten Jahrzehnte zu werfen. (Quelle: Herr Schmitz, „Das dröhnende Schweigen…)
1945 – 1946 China
1950 – 1953 Korea – China
1954 Guatemala
1958 Indonesia
1959 – 1961 Cuba
1960 Guatemala
1964 Kongo
1965 Peru
1964 – 1973 Laos
1961 – 1973 Vietnam
1969 – 1970 Kambodscha
1967 – 1969 Guatemala
1983 Grenada
1983 – 1984 Libanon
1980 El Salvador
1980 Nicaragua
1986 Libyen
1987 Iran
1989 Panama
1991 Irak
1993 Somalia
1998 Sudan
1998 Afghanistan
1999 Jugoslavien
2001 – heute Afghanistan
2003 – 2011 Irak
2011 Libyen
2011 Tunesien
2011 – heute Pakistan
2012 – heute Jemen
2012 – heute Syrien
2014 Ukraine

Was Syrien betrifft, so sind wahrscheinlich indirekte Hilfen in Form von Waffenlieferungen möglich, wahrscheinlich sind auch Einsätze westlicher Geheimdienste. desgleichen im Jemen und in der Ukraine.

32) Politikverdruss, Mittwoch, 12. März 2014, 21:31 Uhr

Zuweilen fragt man sich ja, wer berät unsere Kanzlerin eigentlich in außenpolitischen Fragen. Hier ein paar Antworten.

The WorldPost: If we manage to get by this crisis and avoid a war, Ukraine is in an economic mess. George Soros has called for Germany to take the lead in helping the Ukraine. And, just before the outbreak of the Ukraine crisis, German President Joachim Gauck called on his country to step up to the world stage. What is the EU role here, and Germany’s role in particular?

Brzezinski: If the EU is serious about playing a role in the world, it has to start here. And that means putting up the money to help stabilize Ukraine’s teetering economy. A compromise solution that is acceptable for Russia as well as the West — and that will avoid war and give the Ukrainians some hope of a future — will involve serious economic aid and investment. Since Germany is the most prosperous and strongest economy in the EU, it should take the lead. http://www.huffingtonpost.com/2014/03/03/brzezinski-ukraine_n_4890076.html

Ungemein beruhigend ist, dass der „Philantrop“ George Soros zu den „Beratern“ der Kanzlerin zählt. Vielleicht kann er sie ja bei nächster Gelegenheit doch noch von den „Vorteilen“ der Euro-Bonds überzeugen. Euro-Bond-Bofinger hat ja aufgegeben. Dafür gibt’s jetzt Herrn Fratzscher von der EZB.

Und Z. Brzesinski? In seinem Buch „Die einzige Weltmacht“ (2003) hatte er die These vertreten, nur wenn es dem Westen gelinge, die Ukraine auf seine Seite zu ziehen, könne er verhindern, dass Russland wieder als neues Imperium auferstehe.

Dass diese geostrategischen Absichten des Westens von den Russen kaum akzeptiert werden konnten, verdeutlichte Putin anlässlich der Sicherheitskonferenz in München 2007. Er erinnerte daran, wie viele Zugeständnisse Russland seit dem Ende des Kalten Kriege gegenüber dem Westen gemacht hatte: Auflösung des Warschauer Paktes, Rückzug der sowjetischen Truppen, Zustimmung zu einem geeinten Deutschland, das in die NATO aufgenommen wurde. Als Gegenleistung werde die NATO „keinen Zentimeter“ weiter nach Osten vorrücken, das sei damals Moskau versprochen worden.

Weniger als zehn Jahre nach der Auflösung des Warschauer Paktes begann die NATO, ehemalige Satellitenstaaten der Sowjetunion als Mitglieder aufzunehmen.

2008, als der damalige ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko sein Land in die NATO führen wollte, warnte der frühere russische Ministerpräsident Jegor Gaidar den Westen: „Wer die Ukraine in der NATO sehen will, übersieht, dass Russland damit im Ernstfall nicht mehr verteidigungsfähig ist“.

Und nun soll bereits nächste Woche das Assoziierungsabkommen zwischen der ukrainischen „Übergangsregierung“ und der EU unterzeichnet werden?

Stellt sich die Frage: Wer zündelt hier und um wessen „Master-Plan“ geht es eigentlich, lieber Michael Spreng?

33) Politikverdruss, Donnerstag, 13. März 2014, 10:59 Uhr

Die Haltung der Bundesregierung in der Ukraine-Krim-Frage ist völlig unverständlich. Sie behauptet, die Krim-Abspaltung verstoße gegen die ukrainische Verfassung und gegen das Völkerrecht.

Die Fakten: Die Verfassung der Ukraine sieht vor, dass die Absetzung des Staatspräsidenten einer 75-Prozent-Mehrheit im Parlament bedarf. Bei der Abstimmung über die Absetzung Janukowitsch kamen aber nur 72 Prozent zustande.

Das ist nun die nicht nachvollziehbare „Logik“ der Bundesregierung: Die Abspaltung der Krim sei verfassungswidrig, so wird behauptet, aber die verfassungsrechtlich misslungene Absetzung von Janukowitsch nicht.

Auch die Frage, ob die Abspaltung der Krim völkerrechtlich zulässig sei, ist vom Internationalen Gerichtshof zweifelsfrei beantwortet: Abspaltungen sind zulässig!

Die Bundesregierung arbeitet also mit einer ukrainischen Übergangsregierung zusammen, die nach ukrainischem Recht verfassungswidrig zustande gekommen ist und in der zahlreiche Ministerposten mit erklärten Faschisten besetzt sind. Und sie spricht der Krim-Bevölkerung das Recht ab, über eine völkerrechtskonforme Abspaltung abzustimmen.

Und wenn man sich die parlamentarische Debatte darüber im Bundestag anhört, stellt man erschreckend fest, dass sich eine „sehr große Mehrheit“, einschließlich der „oppositionellen“ Grünen, ihre „Wahrheiten“ zurechtbiegen. Und unsere Medien machen überwiegend mit. Das sollte uns sehr zu denken geben!

34) W.Herrmann, Donnerstag, 13. März 2014, 11:20 Uhr

@politikverduss, #32,

schicken Sie ihren Kommentat dem Spreng mal persönlich…das ganze Verhalten des „Westens“ incl. der Medien ist unglaublich…offenbar unbeleckt jeglicher historischen und geopolitischen Kenntnis….

In sämtlichen Foren und Talkrunden trägt die Desinformation der Medien schon reichlich Früchte….das Kriegsgeschei der Besserwisser a la Elmar Brock im Stammtischniveau erinnert an „gloreiche“ vergangene Zeiten….

Natürlich gibt es auch in Russland Desinformation und Propaganda….trotzdem wird vom Westen nach dem Motto „Auge um Auge, Zahn un´mZahn“ gehandelt….und das trotz unserer so hochgelobten demokratischen Hochkultur….gegenüber den „Untermenschen“….toll…das nennt man wie ?

Weitsichtige Friedenspolitik wahrscheinlich….

Die USA und Andere wird es freuen falls die EU der bankrotten Ukraine (incl. der Tschernobyl-Ruine) und den dort regierenden Oligarchen mit mind. 50 Mrd.finanziell unter die Arme greifen muß ….

Auch die oft gehörte Behauptung, die Ukraine habe durch die Abgabe der Atomwaffen im Abkommen von 1992?? die terretoriale Integrität zugesichert bekommen, ist nur teilweise korrekt.
Es handelte sich um russische Atomwaffen die auf ehemals russischem Gebiet, also der Ukraine, stationiert waren….
Die Ukraine als Rechtsnachfolger hatte niemals Besitzrechte an diesen Waffen….

Ich bin gespannt wo das noch hinführt……

35) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 13. März 2014, 11:43 Uhr

32)Politikverdruss

Aber ja doch, die EU muss die Ukraine retten! Wenn vom „Retten“ die Rede ist, dann sind natürlich die Steuerzahler gemeint. Und wenn die Steuerzahler gemeint sind, sind natürlich die deutschen Steuerzahler gemeint. Warum? Wir haben selbstverständlich aufgrund unserer historischen Vergangenheit eine moralische Verpflichtung. Und dann ist Frau Merkel die „mächtigste Regierungschefin in der Welt“.- Ja…
Und die stinkreichen Deutschen (sagte mal Helmut Kohl) haben überdies keine Probleme im Inneren.
Wer hat Deutschland eigentlich finanziell geholfen, als es um die Kosten der Integration in die Bundesrepublik Deutschland ging? Da standen die Europäer Schlange?
Merkel sagt: „Ein militärisches Eingreifen zur Krisenbewältigung komme nicht in Frage.“ – Da sind wir aber alle sehr beruhigt, Frau Merkel !
Man muss sich einmal so einen Satz auf der Zunge zergehen lassen. Unter Breschnews Zeiten wäre so ein Satz Anlass zu einer Teilmobilmachung des Warschauer-Pakts gewesen. Heute kommt so ein Satz ganz locker über die Lippen.
Sind die alle noch ganz bei Trost?
Europa hat augenscheinlich jede Mitte und Maß verloren!
Habe fertig mit Europa!

36) Politikverdruss, Donnerstag, 13. März 2014, 19:37 Uhr

35) Peter Christian Nowak, Donnerstag, 13. März 2014, 11:43 Uhr
34) W.Herrmann, Donnerstag, 13. März 2014, 11:20 Uhr

Vielen Dank für das Feedback!

So langsam nimmt das „Krisen-Management“ der „westlichen“ Politiker in der Krim-Ukraine-Krise groteske Züge an.

Beispielsweise das EU-Parlament, das dem Altbundeskanzler Schröder Sprechverbot erteilen wollte: Unter Punkt 25a einer Resolution zur Krim-Krise sollte stehen:

„Das Europaparlament bedauert die Äußerungen des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder über die Krise in der Ukraine, betont, dass er keine öffentlichen Aussagen zu Themen machen sollte, die Russland betreffen, da er sich aufgrund seiner Beziehungen zu dem Unternehmen Gazprom, das eines der bedeutendsten außenpolitischen Instrumente Russlands darstellt, in einem eindeutigen Interessenkonflikt befindet.“ (SPON)

Der Antrag würde von den Konservativen und den Grünen eingebracht, inzwischen aber abgelehnt.

Interessant ist auch folgender Hintergrund: Man fragt sich doch mittlerweile, warum das Assoziirungsabkommen unbedingt bereits nächste Woche unterzeichnet werden soll. Warum geht eine Übergangsregierung so weit reichende Verpflichtungen ein? Vielleicht ist das ja die Antwort: Ukraine signs $10 billion shale gas deal with Chevron
http://www.reuters.com/article/2013/11/05/us-ukraine-chevron-idUSBRE9A40ML20131105

Wenn man sich dann noch die Karte über Erdgasvorkommen in der Ukraine anschaut, kann man schon ins Grübeln kommen. http://fracking.velaw.com/shale-development-in-ukraine/

Und der britische Guardian schreibt: “In a speech at the National Press Club in Washington DC last December as Ukraine’s Maidan Square clashes escalated, Nuland confirmed that the US had invested in total „over $5 billion“ to „ensure a secure and prosperous and democratic Ukraine“ – she specifically congratulated the „Euromaidan“ movement.”

http://www.theguardian.com/environment/earth-insight/2014/mar/06/ukraine-crisis-great-power-oil-gas-rivals-pipelines

37) Reiner Strutz, Freitag, 14. März 2014, 14:00 Uhr

Zweierlei Maß? Die im Kommentar erwähnte „unselige Allianz von der Partei DIE LINKE mit der deutschen Wirtschaft“ ist eine politische Unterstellung. Gregor Gysi hat im Bundestag sehr eindeutig die Verletzungen des Völkerrechts durch Russland wie auch in der Vergangenheit die des Westens im Kosovo, Afghanistan, Irak und anderen Orts verurteilt. Und DIE LINKE macht im Unterschied zur deutschen Wirtschaft keine Geschäfte mit Despoten, Oligarchen und Völkerrechtsverletzern. Es wäre schön, wenn diese Wahrheiten kommuniziert würden. Tut mir leid Herr Spreng, ich schätze Ihre gerade Art sehr, aber mit diesem Vergleich bewegen Sie sich in der Traditionslinie des Kalten Krieges.

38) Peter Christian Nowak, Freitag, 14. März 2014, 14:10 Uhr

Das Trauerspiel der EU in der Ukraine-Krise kann dadurch erklärt werden, wenn man sich das Ganze unter dem Aspekt Ablenkungsmanöver vom neoliberalen Wirtschaftskurs und seinen desaströsen gesellschaftlichen Auswirkungen in Europa erklärt.
Albrecht Müller von den Nachdenkseiten hat hierzu die Sache, wie ich meine, auf den Punkt gebracht.
Der ganze Westen inklusiv der USA haben mit diesem markanten Problem zu tun. Man schmeißt die Friedensordnung und alle Bemühungen um sie über Bord, um einer Wirtschaftsordnung – um den Preis einer Wiederbelebung des Kalten Krieges – in Europa durchzusetzen. Offensichtlich hat man bei den Konstrukteuren der „New World Order“ die Gefahr erkannt, dass man in Europa sich auf Dauer mit der sozialen Verheerung des Neoliberalismus nicht wird durchsetzen können.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=20943

39) W.Herrmann, Samstag, 15. März 2014, 00:48 Uhr

@Politikverdruss, #36

zu Feedback : gern geschehn…

Die Sache mit dem versuchten Sprechverbot für Schröder ist in der Tat grotesk…Kindergarten

Die drei Links sind übrigens lesenswert…bestätigen auch meine (unsere) Analysen bzw. Vermutungen…

Laut Meinungsumfrage (heute abend im ZDF) ist glücklicherweise nur ein sehr geringer Teil der Befragten für kriegerische Maßnahmen…und eine knappe Mehrheit gegen Sanktionen…offenbar ist die Bevölkerung intelligenter als unsere Journalisten und Politiker….

In SPON-Foren hatte ich bisher beim Querlesen einen anderen Eindruck, z.B. bezeichnete Jan Fleischhauer vor zwei Tagen in seinem Beitrag zum Fracking Russland als Schurkenstaat und heute der liebe Nikolaus Blome Putin als absoluten Verlierer und Russland wirtschaftlich an Ende….
Wobei dann ca. 50% der Foristen der „Haudrauf“-Fraktion zugehören…

Soviel zu den Medien….

Bin gespannt was am und nach Sonntag passiert…Kerry bekommt sicher einen Herzkasper ebenso wie Herr Spreng….und Merkel macht auf Sanktion bis Putin das Gas abdreht…es lebe das Völkerrecht…

Ich nehme mal an das sich Willy Brand im Grab dreht (oder so ähnlich)…

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