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Sonntag, 13. Juli 2014, 18:11 Uhr

Die starke, schwache Kanzlerin

Bundeskanzlerin Angela Merkel kann an ihrem 60. Geburtstag eigentlich sehr zufrieden sein: sie ist innenpolitisch unangefochten, überstrahlt alle anderen deutschen Politiker an Beliebtheit. Sie wird die stärkste Frau Europas und die mächtigste der Welt genannt. Eine großartige Leistung, ein Grund zum Feiern.

Aber ausgerechnet auf dem Höhepunkt ihrer Macht wird sie als eine ohnmächtige Kanzlerin vorgeführt. Und das von den USA, die sie immer so geschätzt hat. Ihr Sehnsuchtsland der Freiheit bedroht die Freiheit ihrer Landsleute und ihre Kanzlerschaft. Die US-Adminstration lässt Merkel schrumpfen. Sie, die starke Frau, wird von der amerikanischen Regierung genauso wenig ernst genommen und genauso wenig als souverän respektiert wie das von ihr regierte Land.

Die US-Geheimdienste spähten  und spähen die Deutschen aus, allen voran Angela Merkel. Und die US-Regierung denkt im Traum nicht daran, irgendwelche Konzessionen zu machen. Kein No-Spy-Abkommen, keine Entschuldigung für die CIA-Agenten, nicht einmal ein Eingeständnis.

Merkel prallt an der außen- und sicherheitspolitischen Überheblichkeit der USA genauso ab wie alle anderen Staats- und Regierungschefs dieser Welt.

Es ist leider eine lange Tradition: US-Regierungen kennen nur ein Interesse, das ihres Landes, und berücksichtigen nicht auch die Interessen anderer Nationen. Daher auch die vielen Desaster der amerikanischen Politik. Kluge Außen- und Sicherheitspolitiker versetzen sich in die Interessenlage anderer Völker, nehmen Rücksicht auf deren Mentalität und deren andere Auffassungen. Nicht so die USA.

Und genau das ist Merkels Problem. Plötzlich wird die große Kanzlerin ganz klein. Und da liegt auch die Gefahr, die ihr im Inneren droht. Die Kaiserin hat gegenüber den USA keine Kleider an. Noch sehen das ihre Wähler nicht, aber das kann schon bald geschehen.

Daran kann auch Symbolpolitik wie die Aufforderung an den höchsten Repräsentanten der CIA in Deutschland, das Land zu verlassen, nichts ändern. Denn die USA ändern sich nicht. Und mehr traut sich die Kanzlerin nicht, weil sie keinen Weg zu kennen glaubt, die USA in ihre Schranken zu weisen und zur Besinnung zu bringen, ohne eine Eiszeit in den Beziehungen zu verursachen.

Diese Ohnmacht gefährdet Merkels Macht in Deutschland. Kein angenehmes Geburtstagstagsgeschenk von Barack Obama. Ein Feier mit sehr gemischten Gefühlen.

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52 Kommentare

1) rainer, Sonntag, 13. Juli 2014, 18:32 Uhr

….die war schon immer ohne Kleider……

2) Thomas Friedrichs, Sonntag, 13. Juli 2014, 19:55 Uhr

Ich vermag die Haltung der USA, fast nur ihre eigenen Interessen zu sehen, nicht als “unklug” zu bewerten, sondern sehe sie als das Normalste auf der Welt.

Jeder Staat macht nur soviel Zugeständnisse bezüglich seiner eigenen Interessen, wie man durch die die eigene Macht übersteigende Macht anderer Staaten dazu gezwungen wird. Alles andere wäre dumm.

Der Skandal besteht für mich also nicht im Egoismus Amerikas, sondern bestenfalls in der Tatsache, daß wir uns – im Rahmen unserer Möglichkeiten – als demokratisches Nachkriegs-Deutschland, in dem praktisch keine Täter von “damals” mehr leben, jedenfalls sicher keine politische Bedeutung haben, nicht genauso verhalten. Und vielleicht noch darin, daß wir nicht recht begreifen wollen, daß wir einen gemeinsamen Feind des westlichen Lebensstils haben. Ich habe ein gewisses Verständnis für die amerikanische Vorsicht uns völlig zu vertrauen, man denke an 9/11, Atta in Hamburg, usw.

Nationales “Wir wissen was wir wollen” steht keineswegs im Gegensatz zu guten Beziehungen, sondern ist meines Erachtens sogar unabdingbare Voraussetzung für ehrliche Kompromissbereitschaft im Umgang mit Partnern.

Nur, wer zu sich selber steht und seine Interessen klar kennt, kann freiwillig ein Stück davon zu Gunsten friedlicher und prosperierender Beziehungen abtreten.

3) Otmar Wagner, Sonntag, 13. Juli 2014, 20:41 Uhr

…Und mehr traut sich die Kanzlerin nicht, weil sie keinen Weg zu kennen glaubt, …”

Also sozusagen “alternativlos”! ;)
Na, als sog. mächtigste Frau der Welt – da dürften die Auffassungen aber doch sehr auseinanderdriften – habe ich sie noch nie gesehen, im Gegenteil, da kommt mir von ihr viel zu wenig. Art. 65 GG ist ihr schein-
bar noch unbekannt!?

4) Sabine Zielke-Esser, Montag, 14. Juli 2014, 10:31 Uhr

@ 2) Thomas Friedrichs

„Atta in Hamburg“ ist ein Scheinargument. Als die Terroristen sich in Hamburg aufhielten, waren sie unauffällig, allenfalls Terroristen im Kopf (und in den kann keiner hineinschauen). Zu Terroristen wurden sie erst, als sie sich in den USA (!) zu Piloten ausbilden ließen.

Die Geheimdienste täten gut daran, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Darin stimme ich mit der Bundeskanzlerin ausnahmsweise mal überein. Der gesamte Geldverkehr wird heute über das Internet abgewickelt. Aber bislang ist es nicht gelungen, die Finanzierung des islamistischen Terrors zu identifizieren und zu unterbinden. Oder schickt der Iran die Geldkoffer mit UPS (!) nach Syrien?

5) Alexander, Montag, 14. Juli 2014, 10:42 Uhr

“Die Torheit der Regierenden!”

Naja, die Spionage-Affäre ist insgesamt sehr unangenehm und sicherlich auch widerspricht sie rechtsstaatlichen Kriterien. Die Spionage-Affäre belastet sicherlich die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Gleichwohl spielt sie im Grunde genommen keine wirkliche Rolle in der aktuellen Politikgestaltung! Mir fällt dazu das Buch der amerikanischen Historikerin Barbara Tuchman ein “Die Torheit der Regierenden!”, in dem sie vortrefflich die Problematiken von politischen Mächten aufzeigt, die durch unvorteilhaftes, sprich: dummes Handeln ihre eigene Machtposition gefährden. Und das tut die amerikanischen Regierung momentan.

Die Amerikaner treten immer mehr als die führende Macht des Westens ab. Die sehr hohe Staatsverschuldung der amerikanischen Regierung, die anhaltende Schwäche vieler amerikanischer Branchen und die hohe Abhängigkeit zur Finanz-Industrie (auch aufgrund der hohen Staatsverschuldung etc. ) und die mangelhaft geführten Kriege im Irak und in Afghanistan zeugen von dieser Schwäche. Inzwischen hat sich die amerikanische Regierung so geschwächt, dass sie weitere Kriege aus finanziellen Gründen gar nicht mehr führen kann. Dies aber ist eine wichtige Voraussetzung zur Durchsetzung von Machtinteressen.

Und in einer derartigen Situation die Partner mit einer deftigen NSA-Affäre zu belasten, ist eine Torheit der amerikanischen Regierung.

Was für einen Führungsanspruch hat denn die Obama-Regierung? Wofür steht sie und was will sie wirklich erreichen? Leider fehlt bei Obama hierzu jegliche Programmatik und strategische Ausrichtung – zusammen mit den Partnern.

Mein Fazit ist, dass die NSA-Affäre ziemlich langweilig ist und ein weiterer Indikator ist für den sich langsam vollziehenden Abtritt der Amerikaner als Supermacht.

6) W. Zimmer, Montag, 14. Juli 2014, 11:22 Uhr

Stark war A.M. nur beim abwarten, auf welche Seite der Apfel fällt….regieren ist ihre Stärke nicht. Alles in allem wird gebetsmühlenartig die “Freundschaft” zu den USA bekundet, angesichts des Ausmaßes von Bespitzelung unverständlich. Ein starkes Signal wäre ein (vorläufiger) Abbruch der TTIP-Verhandlungen gewesen. Das dieses Abkommen tatsächlich unabdingbar für unsere Wirtschaft ist, kann ich mir nicht vorstellen.

7) Alexander, Montag, 14. Juli 2014, 12:21 Uhr

Da fällt mir noch ein interessanter Artikel zu der von Herrn Spreng beschriebenen Misere ein:

http://www.theeuropean.de/wadah-khanfar/8591-wie-us-medien-ihre-glaubwuerdigkeit-verspielen

Der Autor (ehemaliger Al-Jazeera-Redakteur) beschreibt, wie einseitig die US-Medien die Welt wahrnehmen und damit auch nicht in der Lage sind, die mangelhafte amerikanische Politik zu kritisieren. Und diese einseitige amerikanische Sichtweise findet man auch in der amerikanischen Politik, den amerikanischen Geheimdiensten etc.

8) Freddy Schlimm, Montag, 14. Juli 2014, 14:15 Uhr

Deutschland ist Weltmeister (im Fußball).

9) Bernhard Paul, Montag, 14. Juli 2014, 14:28 Uhr

Danke, Herr Spreng, dass Sie die Dinge so klar bem Namen nennen, insbesondere im im fünften Absatz, die lange Tradition Amerikas.

Es ist in der Tat so: Für den Durchschnittsamerikaner gibt es außerhalb Amerikas keine Welt. Und für die politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Eliten Amerikas ist diese Welt lediglich ein Hinterhof. Ausnahmen bestätigen die Regel. America first!, ist keine Redensart, sondern Maxime. Das funktioniert schon unter Menschen nicht, noch weniger unter Staaten.

Das würde kein intelligenter Amerikaner je einräumen, aber die direkte Erfahrung mit und in Amerika bestätigt das immer aufs neue. So ist es kein Wunder, dass sich die Spirale immer weiter dreht und die USA in weiten Teilen der Welt verhasst sind wie kein anderer Staat.

10) Darian Hawrami, Montag, 14. Juli 2014, 15:46 Uhr

Deutschland ist nun mal eine US-Kolonie. Außenpolitisch Machtlos! Nur wollen unsere Politiker, dass wir das nicht so wahrnehmen. Hätte der Bürger diese Gewissheit dann würde die Erkenntnis reifen, dass wir unsere Politiker nicht brauchen.

Deutschland will nichts riskieren und darum werden wir weiterhin ertragen müssen was NSA und Co. machen. Die USA bekommen sicher groooooooooooooooooooße Angst wenn unser lieber Präsident Gauck droht „Jetzt reicht’s auch einmal“.

Gut gebrüllt Löwe!

11) Peter Christian Nowak, Montag, 14. Juli 2014, 16:33 Uhr

Zur Erinnerung:
Obama sagte bei einem Beusuch im deutschen Ramstein 2009 (Rheinland-Pfalz)

“Germany is an occupied country and it will stay that way ”

Was meinte Obama damit?

Genau… Merkel hat sich von den USA ein falsches Bild gemacht, so wie es sich mancher deutscher US-Freund – möglicherweise – auch gemacht hat…

Das zeigt eigentlich nur den mangelnden Instinkt für das Political Behaviour einer für eine Freundschaftsmacht gehaltene USA.

Freundschaft auf politischer Ebene gibt es wie bei facebook nur virtuell zu haben.

Alles andere ist und wäre nur Selbsttäuschung.

Es gab nie wirkliche Freundschaft zwischen zwei unterschiedlichen Nationen, verbunden durch die Atlantik-Brücke diesseits und jenseits des Atlantiks, sondern stets politische Partnerschaft.

Auch eine Frau Merkel brauchte erst den Weckruf eines Spähskandals, um zu solch ernüchternder Erkenntnis zu kommen.

Allerdings ist die Enttäuschung über diese Bitternis auch bei Bürgern gross.

12) Erwin Gabriel, Montag, 14. Juli 2014, 17:43 Uhr

Wie will ein Land (oder auch, von mir aus, eine Nation), das sich selbst keinen Respekt entgegen zu bringen vermag und in dem schon die Benutzung des Begriffs “nationale Interessen” einen Bundespräsidenten aus dem Amt drückt, von anderen Respekt einfordern?

Letztendlich heißt es “führe, folge, oder geh’ aus dem Weg”. Deutschland will nicht führen, Deutschland will nicht folgen, Deutschland will nicht aus dem Weg gehen. Da wir keine Entscheidung treffen können oder wollen, treffen andere eine Entscheidung über uns.

Dennoch nerven mich Arroganz, Herablassung und Rücksichtslosigkeit, mit der die USA auftreten. Ob mir meine Ehefrau sagt “Beweg Deinen fetten Arsch und bring sofort den Müll raus” oder “Kannst Du bitte mal den Müll raus bringen”, macht für mich schon einen großen Unterschied.

Unsere Kanzlerin vor die Alternative zu stellen, sich entweder (gegen ihre Überzeugung) gegen die USA zu stellen, oder sich dem Wahlvolk als „Kaiserin ohne Kleider“ zu präsentieren, ist diplomatisch betrachtet nicht das klügste Vorgehen und lässt sich vielleicht nur durch die schwierige innenpolitische Situation der USA erklären.

13) Erika, Montag, 14. Juli 2014, 17:48 Uhr

http://www.cicero.de/salon/angela-merkel-im-fussball-fieber-ranwanzen-erlaubt/57780

“Man stelle sich einmal vor, Gerhard Schröder wäre noch Bundeskanzler. Die Zeitungen wären voll mit hämischen Kommentaren über einen Regierungschef, der sich an die Spieler ranwanzt. Bei Twitter würde man sich über Gerd „Acker“ Schröder auslassen, den mäßig talentierten ehemaligen Mittelstürmer des TuS Talle. Die BILD-Zeitung ließe einen Experten penibel vorrechnen, was die Lustreise nach Brasilien den Steuerzahler gekostet hat. Und für den ZDF-Moderator Oliver Welke bliebe der Herr Bundeskanzler der Herr Bundeskanzler.

Wie wäre es bei François Hollande, bei David Cameron oder bei Matteo Renzi? Keine noch so perfekte PR könnte jeden Fallstrick eines Kabinenbesuches bei einer Truppe testosterongeladener Jungspunde vorhersehen. Keiner dieser mächtigen Männer könnte sich eine solche Inszenierung im Fußballmilieu ohne akute Shitstorm-Gefahr leisten.”

Was die Beliebtheit angeht, Merkel darf so gut wie alles – es ist für Merkel kein Problem, dass Deutschland ausspioniert wird – ich vermute mal zuletzt wird etwas an Steinmeier hängen bleiben.

14) mambo (R.Braun ), Montag, 14. Juli 2014, 20:00 Uhr

frau merkels Leistungen waren weder großartig noch stark.
stark war sie nur dann,wenn es um ihre macht ging,
ansonsten wechselte wie sie ein chamäleon die farben.

“mit mir gibt es keine pkw -maut ” und jetzt !?

2009 noch glühende befürworterin der kernkraft ,
ein kleiner unfall in japan und vor allem wahlen in bw machten aus ihr eine grüne .

Eurokrise gelöst ? nein ,alles hinausgeschoben und kleingeredet.

NSA -Affäre ? seit einem Jahr eiert sie herum ,bisher hat sie keine Kante gezeigt.

15) Wolfgang Wabersky, Montag, 14. Juli 2014, 21:57 Uhr

Nach den gefälschten Rankings beim ADAC und beim ZDF dürften die stets exorbitant hohen persönlichen Umfragewerte der Kanzlerin ein Fake sein. Diese Werte sind angesichts ihrer verheerenden Politik ein Witz und kaum erklärbar, etwa mit der pausenlosen Wiederholung devoter Journalisten.
Der aussitzende Regierungsstil von Merkel wird von vielen Deutschen in einer immer hektischer werdenden Welt als wohltuend und beruhigend wahrgenommen. Sie arbeitet im Stillen, was der Kabarettist Hagen Rether trefflich ausdrückt: Ich mag die Merkel, bei der rollen die Köpfe ganz leise. Verglichen mit – etwa den unsäglichen sPD-Spitzen-Politikern – erscheint sie vielen Bürgern auch als das kleinere Übel.
Zu ihrem Glück durchschauen viele Bürger auch ihre kostspielige Euro-„Rettungspolitik“ (mindestens 400 Milliarden Bankenrettung) nicht. Wenn ein Fehler sich an den anderen reiht und jede Fehlentscheidung als alternativlos erklärt wird, entsteht beim Michel die irrige Vorstellung, dass hier ein schlüssiges Konzept vorliegen muss.
Schließlich und letztlich: ohne die Springerpresse wäre Frau Merkel längst demaskiert. Die Meinung jenes Teils des Volkes, den der Kabarettist Georg Schramm als „Urnenpöbel“ bezeichnet hat, zeigt, dass die weitgehend unkritische mediale Repräsentation der Europolitik ihre Stellung sehr gefestigt ,sie zur „stärksten Frau Europas“ hochgejubelt hat.
Aber Merkel steht für nichts Wesentliches; kein einziges Projekt verbindet sich mit ihrem Namen, bestenfalls die anwachsende Kinder- und Altersarmut.
Anders als bei uns in Deutschland wird Frau Merkel von den Amerikanern nicht ernst genommen; für sie ist sie keinesfalls „die mächtigste Frau“ der Welt. Insofern ist Ihre Schlussfolgerung, sehr geehrter Herr Spreng, absolut richtig: „Die Kaiserin hat gegenüber den USA keine Kleider an. Noch sehen das ihre Wähler nicht, aber das kann schon bald geschehen.“ Der Mitforist @ rainer drückt es noch prononcierter aus: „….die war schon immer ohne Kleider.”

16) Alexander, Dienstag, 15. Juli 2014, 09:03 Uhr

@10.) Erwin Gabriel

Ihr Kommentar gefällt mir ausgesprochen gut. Sie treffen damit den Nagel auf den Kopf.

Nicht nur der mangelhafte Führungsanspruch der amerikanischen Obama-Regierung ist problematisch. Sondern eben auch der nicht vorhandene deutsche Führungsanspruch.

Selbstverständlich ist mir klar, dass wir aufgrund unserer Historie unseren Führungsanspruch so definieren müssen, dass wir einen nennenswert positiven Wertbeitrag zu Frieden, Wohlstand und Umweltschutz beispielsweise leisten und eben nicht als arrogante Führungsmacht auftreten.

Ich halte diese Fragen für wesentlich interessanter als diese langweilige Spionage-Affäre. Nicht die amerikanische Spionagepolitik ist das Problem, sondern unser mangelhafter Führungsanspruch.

17) Erwin Gabriel, Dienstag, 15. Juli 2014, 10:28 Uhr

@ 11) Peter Christian Nowak, Montag, 14. Juli 2014, 16:33 Uhr

>> Merkel hat sich von den USA ein falsches Bild gemacht, so wie es sich
>> mancher deutscher US-Freund – möglicherweise – auch gemacht hat…

Ich glaube kaum, dass Frau Merkel die USA falsch einschätzt, dafür ist sie viel zu intelligent. Dazu wurde sie in der ehemaligen DDR konditioniert und wird vermutlich ein sehr viel feineres Gespür für Abhängigkeiten, Beschränkungen oder die Grenzen des Machbaren haben als wir verwöhnten Westler.

Entweder wir haben Freunde – dann sind mir bei allem Kummer, den sie bereiten, die USA lieber als Russland, China, oder gar keine Freunde.

Oder wir sind Teil eines Imperiums und in höchstem Maße abhängig – dann lieber abhängig von den USA als von Russland, von China, oder allein auf der Welt als Spielball dreier Großmächte.

Zu glauben, wir könnten in unserem Land friedlich leben, ohne Terror, ohne Militär, ohne Geheimdienste, ohne Abhängigkeiten, ohne Verbündete und ohne einen Preis zu bezahlen, ist absurd. Und das, was Sie aus dem Hintergrund mitbekommen, ist eben das Feilschen um den Preis.

Diese Einstellung hindert mich nicht daran, mir zu wünschen, dass die USA gelegentlich weniger rabiat auftritt, und auch mal versucht, die andere Seite zu verstehen.

18) Erika, Dienstag, 15. Juli 2014, 10:28 Uhr

Es gab schon mal einen Kanzler, der sich gegen die USA stellte und sehen wir uns doch mal die Reaktion von Angela Merkel an:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/beitrag-in-us-zeitung-merkels-bueckling-vor-bush-a-237040.html

Und 11 Jahre später: Der Irak-Krieg war falsch und mit Lügen begründet – den Bush-Kriegern ist es gelungen Steinmeier im Fall Kurnaz zu verunglimpfen – Schröder muss sich rechtfertigen, wie er seinen Geburtstag feiert und Angela Merkel, hat es ihr geschadet? Angela Merkel gelingt es so zu tun, als wären ihr Menschenrechte wichtig (in China vor Studenten ist sie mutig – auf deutschen Marktplätzen kann sie Kritik kaum aushalten “Sind Sie doch einfach froh, dass Sie frei ihre Meinung sagen können.”) und so bescheiden (anders als Steinbrück, der keinen Wein unter 5 € trinkt).

Herr Spreng, wo ist denn die Berichterstattung über die Ohnmacht Merkels?
Was ich gesehen habe, war ein ausführliches Interview mit Merkel zum Fussball unmittelbar vor dem Anpfiff des WM-Finales.

Hier kann man sehr gut sehen, was Merkel wichtig ist und wie die Presse berichtet:

http://www.welt.de/vermischtes/prominente/article130144856/Merkel-zeigte-ihre-Anmut-beim-WM-Finale.html

19) Rainer N., Dienstag, 15. Juli 2014, 14:16 Uhr

Ich habe nur eine Hoffnung, die zuletzt sterben wird.

Der totale Zusammenbruch des westlichen Wertesystems müsste kommen.

Erst dann kann auf den “Ruinen” etwas vernünftiges ,für alle Menschen “aufgebaut” werden, nicht für Kapitalbesitz. Ein Wertesystem, das Gerechtigkeit als höchstes Gut betrachten soll. “Unrecht Gut” gedeihet nicht – falsch – im geltenden Wertesystem wird “unrecht Gut” geradezu “gepampert”.

Artikel 14 Grundgesetz – die ersten 20 Artikel sind “gleichwertig”, wird immer wieder missachtet. Gerade wieder zu sehen gewesen, wenn Immobilienhaie/heuschrecken Verwertungskündigungen aussprechen.

Frankreich 1789 – 26. August – in wenigen Tagen 225 Jahre … es wird langsam wieder einmal Zeit …

wenn ich das noch erleben könnte … nach Martin Luther King – I Have A Dream – King erlebte es nicht mehr, ich werde es wohl auch nicht mehr erleben, leider.

20) Erwin Gabriel, Dienstag, 15. Juli 2014, 17:18 Uhr

@ 19) Rainer N., Dienstag, 15. Juli 2014, 14:16 Uhr

>> Ich habe nur eine Hoffnung, die zuletzt sterben wird.
>> Der totale Zusammenbruch des westlichen Wertesystems müsste
>> kommen. Erst dann kann auf den “Ruinen” etwas vernünftiges ,
>> für alle Menschen “aufgebaut” werden…

Wir leben trotz aller Euro-, Schulden- Energie- und Überalterungsprobleme ruhig, sicher und friedlich. Wenn Sie das gegen eine Revolution á la 1789 eintauschen wollen, lesen Sie sich bitte mal schlau. Die meisten Revolutionäre starben auf dem Schafott, und am Schluss stand ein Militär-Diktator, der ganz Europa mit jahrzentelangem Krieg überzog.

Sollte das wirklich Ihr Traum sein, und Sie veräppeln uns hier nicht, gebe ich Ihnen einen wirklich gut gemeinten Rat (und schon mal vorab meine Entschuldigung für die harte Formulierung): Setzen Sie Ihre Drogen ab.

Es grüßt erschüttert
E.G.

21) Michael Schmidt, Dienstag, 15. Juli 2014, 19:23 Uhr

@4) Sabine Zielke-Esser

Jedenfalls werden in Afghanistan die Stammesführer der Nordallianz mit Säcken voll Dollarnoten bezahlt.

22) Michael Schmidt, Dienstag, 15. Juli 2014, 19:48 Uhr

Was soll die Kanzlerin auch groß tun?

Deutschland ist vollständig abhängig von den USA, was Sicherheitsfragen angeht.

In der Informationstechnologie ist seit Konrad Zuse kein wesentlicher Beitrag mehr aus Deutschland gekommen. Sämtliche Aspekte werden von US-Firmen dominiert: Hardware, Software, Netzwerktechnik – ja, auch die Telekom benutzt Hardware von Cisco – Betriebssysteme, Internet (hat da jemand Google oder Facebook gemurmelt?)

Aber: Ein Deutscher hat den Computer erfunden! Sooo! (Und Amerikaner und Engländer auch, die haben nicht Zuses Rechner abgekupfert, sondern eigene Architekturen erfunden, die bei Ihnen allen zuhause im Einsatz sind. Sie alle benutzen amerikanische Rechnerarchitekturen, Zuse hin oder her.)

Es ist ziemlich schwierig, in der Position des vollständig Abhängigen einen auf starken Macher zu markieren.

Denken Sie an den Ritter der Kokosnuss, wie in einer Szene der französische Ritter mit abgehackten Armen und Beinen große Sprüche gegen die Engländer macht.

Würde der Deutsche an sich mal in realen Kategorien denken, sprich, die Welt, wie sie wirklich ist, mal zur Kenntnis zu nehmen, anstatt sich ständig im Moralisieren zu üben, dann würden einem solche enorm trivialen Einsichten nicht ständig entgehen.

Diese Situation lässt sich nicht von heute auf morgen ändern, das muss einem auch klar sein. Ich warte schon darauf, wie die ersten selbsternannten Bildungsexperten vorgeburtlichen Informatik-Unterricht im Mutterleib fordern.

Die Welt ist jetzt schon voller Idioten, die das Werkzeug vom Zweck nicht unterscheiden können. Noch mehr brauchen wir davon nicht.

23) Michael Schmidt, Dienstag, 15. Juli 2014, 19:56 Uhr

@18) Erika

Da bin ich voll bei Ihnen. Man kann ja von Schröder halten, was man will – dass er uns aus dem Irak herausgehalten hat, werde ich ihm mein Leben lang nicht vergessen.

Und ebenfalls nie vergessen werde ich, wie Angela Merkel sich diesbezüglich bei den Amerikanern angebiedert hat.

Ganz im Gegensatz zum durchschnittlichen Journalisten, der das nicht mehr weiß.

24) Michael Schmidt, Dienstag, 15. Juli 2014, 20:10 Uhr

Oder wir sind Teil eines Imperiums und in höchstem Maße abhängig – dann lieber abhängig von den USA als von Russland, von China, oder allein auf der Welt als Spielball dreier Großmächte.

Während ich durchaus verstehe, was Sie damit meinen, denke ich, dass Sie sich einer gefährlichen Täuschung hingeben. Wir waren die Frontlinie im Kalten Krieg und deswegen nützlich.

Sie sollten sich einmal die Geschichten von Arbenz oder Allende/Pinochet durchlesen, und einmal recherchieren, woher der Ausdruck “Bananenrepublik” eigentlich kommt.

Dann bekommen Sie vielleicht ein etwas differenzierteres Bild davon, was es heißen kann, Teil des amerikanischen Imperiums zu sein.

Nicht zuletzt hat Rumsfeld auch Saddam Hussein die Hand geschüttelt. Die Iraner haben die Geschichte mit Mossadegh noch nicht vergessen.

Saudi-Arabien ist ein enger Verbündeter der USA – Kernland des Islamismus, und die meisten der 9/11-Attentäter waren Saudis.

Insofern belustigt mich das Gefasel von “Wertegemeinschaft” immens. Es gehört eine enorme Verdrängungsleistung dazu, nicht zur Kenntnis zu nehmen, dass das radikal-islamismistische Wertesystem nicht besonders gut zu aufklärerischen Werten passt und trotzdem dieses Land enger Verbündeter der USA ist.

Was auch gerne verdrängt wird, ist die Bevölkerungsentwicklung in den USA. In 20 Jahren werden Afro- und Hispano-Amerikaner die Bevölkerungsmehrheit stellen. Ob diese Mehrheit dann immer noch die innige Verbindung zum weißen Europa fühlen wird, kann hinterfragt werden. Im kollektiven Gedächtnis der Afro-Amerikaner ist jedenfalls immer noch Imperialismus und Versklavung vorhanden, soviel ist sicher.

25) Michael Schmidt, Dienstag, 15. Juli 2014, 20:14 Uhr

Entschuldigung, mein letzter Beitrag bezog sich auf Nr. 17) von Erwin Gabriel.

26) Wolfgang Wegener, Mittwoch, 16. Juli 2014, 00:44 Uhr

@ Peter Christian Nowak (#11)

Sie zitieren Obama mit dem Satz: “Germany is an occupied country and it will stay that way ”. Gesagt worden soll das sein in Ramstein, also auf deutschem Boden, im Jahr 2009, also 19 Jahre nach der Wiedervereinigung.

Haben Sie dafür eine Quellenangabe?

27) Werner Berger, Mittwoch, 16. Juli 2014, 09:01 Uhr

Merkel-Bashing zum hundertundachtzigsten ..

Ein Bundeskanzler Steinbrück würde jetzt natürlich mit der Kavallerie in Washington einrücken …

“Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.”

Gott hat Angela Merkel all das gegeben.

28) Erwin Gabriel, Mittwoch, 16. Juli 2014, 09:47 Uhr

@ 24) Michael Schmidt, Dienstag, 15. Juli 2014, 20:10 Uhr

Die von Ihnen aufgeführte Liste ließe sich darüber hinaus mit Leichtigkeit erweitern. Sieht, von außen betrachtet, schon sehr grob aus. Aber mir fehlt Hintergrundwissen, um hier mehr als idealistische Betrachtungen anstellen zu können – Wikipedia und Spiegel reichen mir da leider nicht.

Auf der “anderen Seite” gab es die Stationierung von Atomwaffen auf Kuba, den Einmarsch in Afghanistan, die mit Hilfe Russlands und Kubas angefeuerten Stellvertreterkriege in Afrika, die Chinesen haben ihr Tibet, erobern derzeit mit viel geschick halb Afrika, unterstützen Nordkorea, streiten im südchinesischen Meer – es laufen nicht nur die Amerikaner mit Zündhölzern durch die Gegend.

Doch ich rede hier nicht vom Rest der Welt, sondern von unserer Situation hier in Deutschland.

Wir sind von den Amerikanern in Anbetracht des durch Hitler ausgelösten Weltkriegs sehr milde behandelt worden. Das hat aus meiner Sicht zwei Gründe. Einer davon ist natürlich unsere Nützlichkeit für die USA als Frontland im kalten Krieg.

Aber was wären wir ohne Backup der Amerikaner gewesen? Frontland und den Russen nützlich…

Und da sehe ich die Volksaufstände 1953 in der DDR, 1956 in Ungarn, 1968 in der Tschecheslowakai. Ich hätte nicht tauschen und mein Leben dort unter russischer Fuchtel verbringen wollen.

29) StefanP, Mittwoch, 16. Juli 2014, 10:09 Uhr

@20) Erwin Gabriel

Sic! Zumindest präsentieren Sie sich wesentlich geschichtsfester als Mr. Rechtskläger.

@26) Wolfgang Wegener

Barack Obama hat die Aussage nie getätigt. Das ist ein Internet Hoax.

@27) Werner Berger

Das musste mal gesagt sein.

30) Johannes Lamp, Mittwoch, 16. Juli 2014, 10:27 Uhr

zu 27) Werner Berger
Lassen wir doch Gott in Frieden – vom Gefasel der Ost-Pfaffen und Pfarrerstöchter bekommt man ohnehin Ohrenkrebs…
Wie formulierte Heinrich Heine so prägnant: Den Himmel überlassen wir
den Engeln und den Spatzen…

31) Erika, Mittwoch, 16. Juli 2014, 11:08 Uhr

@) Werner Berger

“Gott” hat “all das” wohl jemand anderem gegeben, sonst würde Merkel nämlich immer noch in Ostberlin in der Sauna sitzen.

32) wschira, Mittwoch, 16. Juli 2014, 11:41 Uhr

@17) Erwin Gabriel

Dazu fällt mir nur ganz dunkel ein CDU-Wahlwerbespruch vergangener Tage ein: “Lieber tot als rot”. Wollen Sie sich dem anschliessen?:-)

27) Werner Berger

“Gott hat Angela Merkel all das gegeben.”

Wenn Gott ein solcher Pfuscher ist, lohnt es sich nicht über ihn nachzudenken. :-)

33) karel, Mittwoch, 16. Juli 2014, 14:44 Uhr

Mal eine “andere” Sicht…..

Gerade die größten Erfolge der Kanzlerin bleiben bei einer derartigen Management-Methode unbesungen. Es sind jene Katastrophen, die nicht eingetreten sind, weil vorsichtiges, iteratives Agieren sie verhindert hat. Merkels größter Verdienst ist letztlich jene lang anhaltende Phase der Langeweile, an der Intellektuelle gerade wieder so lautstark leiden.

Quelle:
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-07/angela-merkel-zum-60-geburtstag/seite-2?commentstart=9#comments

Ausgerechnet von der “Zeit”…….. Das hat was.

Nun denn

34) karel, Mittwoch, 16. Juli 2014, 15:06 Uhr

Michael Schmidt

Ihr Beirag 24 findet meine volle Zustimmung,
Ihr Beitrag 23 dagegen nicht.

Wenn dieses Nein zum Irak-Krieg auf dem Goslarer Marktplatz verkündet wird,
nicht aber auf der diplomatischen Ebene, klingt es für mich hohl.
Helmut Kohls Linie “Die deutsche Geschichte verbietet den Einsatz deutscher Soldaten im Ausland”
wurde gerade unter rot-grün “zu billig” aufgegeben.

Und zu Ihrem Beitrag 22:
Ich selbst habe die linke Technikfeindlichkeit dieser 68-er mit erdulden, ja, ertragen müssen.
Es war auch ein Ministerpräsident Schröder, der die Gründung einer IT-Hochschule in seinem Bundesland (Ort: Hildesheim) als unnötig erachtete.

35) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 16. Juli 2014, 15:35 Uhr

Herrn Wolfgang Wegener.

Gerne. Ich habe die Information schon im Jahre 2010 von zwei befreundeten GI’s, die seinerzeit offensichtlich Zweifel hatten, ob Ihre Tätigkeit in Ramstein mit den bilateralen Verträgen zwischen den USA und Deutschland im völkerrechtlichen Einklang sind.

Daraufhin hielt der Präsident in der Tat so etwas wie eine Rede, in der der mittlerweile bekannte Satz gefallen sein soll.

German-Foreign-Policy, das Handelsblatt im Kontext “Goldvorräte der Bundesbank in den USA” und andere Magazine haben diesen Satz später auch aufgegriffen und veröffentlicht.

Abgesehen davon:
“Deutschland wird nicht mit dem Ziel der Befreiung besetzt, sondern als eine besiegte feindliche Nation zur Durchsetzung alliierter Interessen.”
Amerikanische Regierungsanweisung ICG 1067, April 1945 (vgl. “Welt” vom 4. Juli 1994)

Und was die NSA angeht:
Die Grundlage dieser Bestimmung ist der Artikel 3, Absatz 2 des „Zusatzabkommens zum Nato-Truppenstatut“ vom 3. August 1959.

Foschepoth erklärt, dass das Weiterbestehen dieses Artikels nichts anderes bedeute, als dass die Überwachungsmaßnahmen, die in Deutschland von den Amerikanern weiterhin durchgeführt werden, auf vollständig legale Weise erfolgen.

Im Artikel 60 des Abkommens ist unter anderem festgelegt, dass die von den amerikanischen Truppen errichteten „Fernmeldeanlagen“ „an die öffentlichen Fernmeldenetze der Bundesrepublik angeschlossen werden“ können.

Und weiter:
Foschepoth erklärt, dass das Weiterbestehen dieses Artikels nichts anderes bedeute, als dass die Überwachungsmaßnahmen, die in Deutschland von den Amerikanern weiterhin durchgeführt werden, auf vollständig legale Weise erfolgen.

Im Artikel 60 des Abkommens ist unter anderem festgelegt, dass die von den amerikanischen Truppen errichteten „Fernmeldeanlagen“ „an die öffentlichen Fernmeldenetze der Bundesrepublik angeschlossen werden“ können.

Das bedeutet: Die Amerikaner können bis zum heutigen Tage völlig legal alle Telefongespräche in Deutschland anzapfen. Was sie damit machen, unterliegt keiner Kontrolle – schon gar nicht der durch den Souverän und seinen Vertreter, den Deutschen Bundestag.

Also, alles deutet daraufhin, dass Obama sich hier ehrlich gegenüber ein paar ausgewählten Militärangehörigen gemacht hat und ich keinen Zweifel habe, dass besagter Satz auch wirklich gefallen ist.

Alle anderen Verträge im Kontext Wiedervereinigung heben bestimmte Rechte der USA nicht auf, und man kann in Deutschland durchaus von einem “teilsouveränen” Land sprechen und durchaus nicht in jeder Hibsicht nicht autonom.

Übrigens hat Herr Schäuble schon einmal darauf hingewiesen. Bin mir nicht genau sicher, aber bei einer Veranstaltung vor Finanzwissenschaftler und Anwesenden der Deutschen Bank

36) olaf, Mittwoch, 16. Juli 2014, 17:00 Uhr

Herr Spreng,
Sie schreiben es ja selbst, A.Merkel hat keine Wahl im Umgang mit den USA, “the powers that be”, keine Chance. So wie jeder Deutsche Kanzler.

Also, was nun?

37) Olaf, Mittwoch, 16. Juli 2014, 18:30 Uhr

@19, ich danke Ihnen, dass Sie mir die Augen öffneten. Keine Ahnung hatte ich davon, dass es schon so schlecht steht. Heldenhaft erscheint zu kämpfen, anstatt ehrlos dahin zu gehen, wo es einem besser gefallen könnte. Danke Ihnen auch dafür.

38) Michael Schmidt, Mittwoch, 16. Juli 2014, 19:11 Uhr

@28) Erwin Gabriel

Ich bin da durchaus bei Ihnen – eine stalinistische Diktatur wäre das schlimmere Los für den Westen Deutschlands gewesen, gar keine Frage. Daher habe ich auch meine Replik an Sie eingeleitet mit dem Satz: “Ich verstehe, wie Sie das meinen” – zumindest sinngemäß.

Gleichzeitig resultiert daraus die totale Abhängigkeit in Sicherheitsfragen. Nach dem 2. Weltkrieg wollte niemand ein militärisch starkes Deutschland haben – vermutlich nicht einmal viele Deutsche selber.

So mussten wir uns auf die Amerikaner verlassen, die uns auch gerne unter ihren nuklearen Schirm genommen haben. Ob es konventionell gereicht hätte, wenn es hart auf hart gekommen wäre, hat zum Glück nie jemand ausprobiert. Angesichts der amerikanischen Performance in Korea, Vietnam und Irak, die zweite, habe ich da ehrlich gesagt leichte Zweifel, ob die mit der Roten Armee fertig geworden wären.

Nur bedingt das eben auch, dass wir im Grunde nicht viel zu kamellen haben, wenn es um Sicherheitsfragen geht. Das ist leider die Realität.

Wer eine stärkere Rolle Deutschlands in Sicherheitsfragen will, muss über militärische Aufrüstung reden – sowohl quantitativ, als auch qualitativ in Ausbildung und Ausrüstung. So müsste der Wehrdienst mindestens 18 Monate betragen, um eine qualifizierte militärische Ausbildung zu gewährleisten. Sowas kostet auch Geld, und zwar nicht zu knapp.

Wer als Politiker das eine fordert und das andere verschweigt, ist entweder unredlich oder ein kompletter Vollidiot.

39) Michael Schmidt, Mittwoch, 16. Juli 2014, 19:22 Uhr

@34) karel

Ich kann Ihren Einwand verstehen – besonders geschickt eingefädelt war das nicht. Dennoch bin ich im Ergebnis sehr zufrieden, dass unsere Soldaten nicht in diesem Chaos im Irak ihre Haut zu Markte tragen müssen.

Dass denen der Irak mit den ISIS-Aufständen jetzt um die Ohren fliegt, war lediglich eine Frage der Zeit. Soviel zum Thema “Demokratisches Musterland Irak als Beispiel für den Nahen Osten”.

Technikfeindlichkeit war um 1968 wohl der Zeitgeist, aber im Grunde ist das heute nicht viel anders. In den USA gibt es sogar massive anti-wissenschaftliche Strömungen zugunsten radikal-christlicher Fundamentalisten. Wenn Sie mich fragen, sind die viel gefährlicher als Al-Qaida, denn wenn einer von diesen Apokalyptikern je den Finger an den Roten Knopf bekommt…

40) Rainer N., Mittwoch, 16. Juli 2014, 21:24 Uhr

Zu 20 – Erwin Gabriel

Sie mögen keine Menschenrechte? Denn die wurden damals gefordert, gegen die Obrigkeit. Das war der Tag, der 26.8.1789 – nicht der 14.7.1789 mit dem Sturm auf die Bastille. Deswegen habe ich nicht diesen Tag genannt, sondern den 26.8.!

Diese Menschenrechte werden auch jetzt immer wieder verweigert. Um seine Rechte zu erhalten muss man sich eben seine Rechte nehmen. Geschenkt wurden den Arbeitnehmern nie etwas, und zur Zeit wird das von “Vätern” errungene wieder weggenommen.

Weil es keine Solidarität mit Schwachen gibt. Deswegen können die das machen. Weil viele sich nicht trauen, sich für ihre Rechte einzusetzen.

Ich halte es da wie Bob Marley –

Get Up, Stand Up, stand up for your right
Get Up, Stand Up, don’t give up the fight

oder Curtis Mayfield –

Move On Up

Und zur Revolution – schon Shakespeare soll gesagt haben, die Rollen bleiben, nur die Darsteller wechseln. Die Revolution gegen das “gemeine Volk” läuft seit Generationen. Früher wurden dann die “eigenen Bürger” in Absprache mit “angeblichen Feindherrschern” gegeneinander in den Krieg gehetzt, um die “Aufmüpfigen” loszuwerden. Deswegen, frei nach Hesse – ohne den Faustschlag mitten ins Gesicht der Unterdrücker kommt man nie zur Freiheit.

Wer nicht kämpft, hat schon verloren. DAS ist der Wunsch von Typen wie Stefan P. Wollen Sie in dessen Fußstapfen treten?

Leider wird nach der Entwicklung die Gandhi-Methode des gewaltfreien Widerstandes nicht mehr funktionieren. Auch wenn ich diese Methode für die bessere halte.

Denn leider gibt es immer so “Typen” wie der in Amritsar, der auf unbewaffnete und friedlich protestierende schießen lässt. Die Abschaffung der Bundeswehr war ein Schritt in die Richtung, denn nach dem EU-Vertrag können jetzt “ausländische Truppen” eingesetzt werden, die wohl eher nicht zögern werden …

Da hatten die DDR-Bürger damals viel Glück. Die Chinesen haben da andere Erfahrungen gesammelt, auf dem Platz des himmlischen Frieden.

Welche Erfahrungen werden Sie eines Tages machen, wenn Sie aufwachen, und erkennen, Sie haben gar keine Rechte mehr, die wurden nur nicht sofort weggenommen, da die ihren Sunzi gelesen haben. Lass den Menschen immer etwas, mit dem sie sich zufrieden geben, bis sie nur noch dieses kleine etwas haben, das man ihnen erst ganz zum Schluss wegnehmen kann.

Die Selbstverleumdung – uns geht’s ja noch Gold – von Kempowski – feiert fröhliche Feste bei Ihnen, wie ich Ihrer Antwort entnehme.

Bleibt zum guten Schluss noch Tucholsky – das ist der Pfennig – aber wo ist die Mark?

Also geben Sie sich weiter mit ihrem “Pfennig” zufrieden. Die Mark, die hat vermutlich Stefan P., so wie der sich immer äußert. Der hat wohl nur Angst davor, diese Mark nicht mehr alleine zu haben.

41) Erwin Gabriel, Donnerstag, 17. Juli 2014, 09:25 Uhr

@ 32) wschira, Mittwoch, 16. Juli 2014, 11:41 Uhr

>> Dazu fällt mir nur ganz dunkel ein CDU-Wahlwerbespruch
>> vergangener Tage ein: “Lieber tot als rot”. Wollen Sie sich
>> dem anschliessen?:-)

Der war gut. Wirklich netter Versuch :-)

Spaß beiseite. Es gab zwei nützliche deutsche Frontländer nach dem Krieg – die BRD und die DDR. Das war für uns Deutsche die Alternative. Ich wäre lieber (und bin zum Glück) in der BRD groß geworden.

42) Erwin Gabriel, Donnerstag, 17. Juli 2014, 09:33 Uhr

@ 33) karel, Mittwoch, 16. Juli 2014, 14:44 Uhr

>> Gerade die größten Erfolge der Kanzlerin bleiben bei einer derartigen
>> Management-Methode unbesungen. Es sind jene Katastrophen, die nicht
>> eingetreten sind, weil vorsichtiges, iteratives Agieren sie verhindert hat.

Ich befürchte, dass einige “jener Katastrophen” nur aufgeschoben sind und uns in absehbarer Zeit auf die Füße fallen werden. Wahrscheinlich regiert dann Sigmar Gabriel, der es ausbaden muss. (Wobei ich zugeben muss, dass mir, bei allen Zweifeln an der Kanzlerin, die potentiellen Wettbewerber noch schwächer / schädlicher vorkommen).

Nun ja, wir haben nicht nur 80 Millionen potentielle Bundestrainer, sondern auch 80 Millionen Bundeskanzler.

In jedem Falle ein Denkansatz, über den ich wohl eine ganze Weile nachdenken muss.

43) Erwin Gabriel, Donnerstag, 17. Juli 2014, 10:37 Uhr

@ 40) Rainer N., Mittwoch, 16. Juli 2014, 21:24 Uhr

>> Sie mögen keine Menschenrechte? Denn die wurden damals gefordert …

Sie mögen Mord und Totschlag, Gewalt, Willkür? Denn das war damals das Ergebnis …

Ich mag diese Art der Diskussion nicht, bei der man dem anderen das Wort im Mund umdreht und derartige Aussagen unterschiebt – . Und ich mag mir nicht ausmalen, mit welcher überbordenden Empörung Sie auf eine solche Forderung reagieren würden, wäre sie aus der politisch rechten Ecke gekommen.

>> Weil es keine Solidarität mit Schwachen gibt.

Keine? Viel zu viel, wenn Sie mich fragen.

Zählen Sie einfach mal zusammen, welche enormen Leistungen an Sozial- und Arbeitslosenhilfe, von Kranken- und Pflegekassen – das ist fast die Hälfte der gesamten Staatsausgaben, alles solidarische Leistungen für Schwache.

44) Erika, Donnerstag, 17. Juli 2014, 13:12 Uhr

“Diese Ohnmacht gefährdet Merkels Macht in Deutschland. Kein angenehmes Geburtstagstagsgeschenk von Barack Obama.”

heute in meiner Tageszeitung

nach 3 Seiten Geburtstagsjubel
(1. Seite – “Merkel-Raute” 2. Seite u.a. 15 Portraitfotos, Merkel-Profil mit Autogramm “Segensbringerin, Machtmensch und Vorbild für Frauen” und dem Kommentar auf Seite 3 “Eine Mutti für viele”)

kommt dann auf auf Seite 4 unter der Rubrik: Nachrichten
“Spionage-Affäre: Merkel und Obama telefonieren.
Washington. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und US-Präsident Barack Obama haben nach US-Angaben erstmals seit der jüngsten Spionageaffäre miteinander telefoniert. Nach US-Angaben ging es in dem Telefonat am Dienstag neben der Ukraine-Krise und dem Iran auch um die US-deutsche Zusammenarbeit. AFP

” Ein Feier mit sehr gemischten Gefühlen”

Herr Spreng, glauben Sie das wirklich, was Sie da schreiben?

Merkel wird die “bescheidenste” Geburtstagsfeier haben, die man mit rund 1000 Gästen haben kann.

45) Rainer N., Donnerstag, 17. Juli 2014, 19:28 Uhr

Ach, sie sind auch einer, der die “MARK” hat.

Unterdrückte Menschen, denen die Menschenrechte verweigert werden, haben nun nur die Möglichkeit, wenn gewaltfreier Widerstand keinen Erfolg bringt, sich auch mit Gewalt ihre Freiheit zu erkämpfen. Das ist legitim. Auf die Menschenrechte können sich die Unterdrücker von Menschenrechten an andere Menschen nicht berufen.

Wie ich geschrieben habe, halte ich die Gandhi-Methode des gewaltfreien Widerstands für richtiger.

Aber leider sind die “Herrschenden” nicht so zimperlich, die verzichten nicht auf Gewalt. Wie z.B. Stuttgart zeigt. Friedliche Bürger demonstrieren … und die Folgen … dürften Ihnen bekannt sein.
Die nun aufgedeckten Lügen zeigen es auch – da reichte ein kurzes Video um die Aussagen der Polizisten zu widerlegen.

Dann kritisieren Sie sicher auch den Aufstand der Juden im Warschauer Ghetto – wie konnten die sich nur mit Gewalt wehren, gegen ihre Unterdrücker. Oder ab wann ist es aus Ihrer Sicht zulässig, das unterdrückte Menschen zur Gewalt greifen.

Wenn sie aus dem Fenster springen, oder sich selber anzünden, aus Protest? Also Gewalt gegen sich selber als letzten Ausweg sehen? Nur nicht die Unterdrücker angreifen, wenn man sich selber auf deren Seite sieht, nur dann ist das verständlich. Da haben Sie sich aber demaskiert.

Und die Franzosen damals, die hätten doch wie geraten Kuchen essen können, wenn sie kein Brot haben. Auch wenn das Zitat strittig ist, passend wäre es durchaus gewesen, bei der Ignoranz der Herrschenden damals.

Und wenn die “Solidarität mit Schwachen” so gut wäre, wie sie behaupten, bräuchten wir keine Suppenküchen, keine Tafeln, keine Sozialkaufhäuser. DAS ist eben der Pfennig, der von “Ihrer Mark” vermutlich abgezweigt wird. Selbst wenn es ein “Groschen” wäre, wäre es noch ungerecht.

Dann hätten die vor einiger Zeit in meinem Stadtteil “17 abgebrannten Mieter” auch nicht von Spenden ihre neue Bleibe einrichten müssen.

Die Menschenrechte sollten sie vielleicht wirklich einmal lesen – und mit der Realität vergleichen.

46) Frank Reichelt, Freitag, 18. Juli 2014, 09:54 Uhr

Also wenn sogar die selbsternannte APO “Bild” in den Feiermodus schaltet und der Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios der Kanzlerin auf einer Pressekonferenz ein Geburtstagständchen bringt, kann der der guten Frau überhaupt nichts passieren.
Es gilt weiterhin der Spruch von Gerhard Schröder: Zum Regieren braucht man BILD, BamS und die Glotze!

47) Johannes Lamp, Freitag, 18. Juli 2014, 10:07 Uhr

Bei 43) Erwin Gabriel , verschlägt es mir die Sprache : Fast die Hälfte der gesamten Staatsausgaben, solidarische Leistungen für “Schwache”,. pardon, ohne Anführungszeichen, für Schwache. Wer ist damit gemeint? Wer sind die Starken? Schumi, Vettel, Beckenbauer und Konsorten? Die, die ihre Kohle so platziert haben, dass sie in Steueroasen arbeitet?
Übrigens, Geld arbeitet nicht – in meinem Verständnis arbeiten Menschen!!!
Zum Wochenschluss noch ein Gedicht, dass mein längst verstorbener Opa gerne rezitierte:
Ist der Handel noch so klein, bringt er doch mehr als Arbeit ein!

48) Erwin Gabriel, Freitag, 18. Juli 2014, 21:11 Uhr

45) Rainer N., Donnerstag, 17. Juli 2014, 19:28 Uhr

@ 45) Rainer N., Donnerstag, 17. Juli 2014, 19:28 Uhr
>> Ach, sie sind auch einer, der die “MARK” hat.
Arm und Reich (ich bin weder das eine noch das andere) ist nicht das Gleiche wie Gut und Böse
>> Dann kritisieren Sie sicher auch den Aufstand der Juden im Warschauer Ghetto …
Immer wieder diese dümmlichen und unverschämten Unterstellungen – was bezwecken Sie damit?
Wenn Sie die Situation in unserem Land gleichsetzen mit der Unterdrückung und Quälerei im Warschauer Ghetto, kann ich Ihnen nicht folgen. Wenn Sie das heutige Deutschland und die Situation unserer Bevölkerung gleichsetzen mit der Rechtlosigkeit der hungernden Bevölkerung unter der absolutistischen Herrschaft von Louis XVI, kann ich Ihnen nicht folgen. Und wenn Sie mir Gandhis gewaltlosen Widerstand gegen die Unterdrückung der rechtlosen indischen Bevölkerung durch die Engländer unter die Nase reiben, gleichzeitig aber angesichts der geradezu moderaten Situation hier und heute von Gewalt und rollenden Köpfen träumen, bin ich schlichtweg ratlos.
Wenn ein Rechter fordert, man müsse hier mal wieder aufräumen, schreien alle zu Recht „Nazi“ und „Einsperren“. Was macht man nur mit einem Linken, der Revolution und rollende Köpfe wünscht und seine Forderungen nach gewaltsamem Widerstand mit Gandhi begründet?
>> Und wenn die “Solidarität mit Schwachen” so gut wäre, wie sie behaupten,
>> bräuchten wir keine Suppenküchen, keine Tafeln, keine Sozialkaufhäuser.
>> DAS ist eben der Pfennig, der von “Ihrer Mark” vermutlich abgezweigt wird.
>> Selbst wenn es ein “Groschen” wäre, wäre es noch ungerecht.
Sie argumentieren wirklich konfus. Mir wird deutlich mehr als ein Pfennig abgezwackt, und würde man sich nur, wie früher die absolutistischen Adligen, mit einem Zehnten begnügen, wäre ich hochzufrieden. Drei oder vier Groschen pro Mark zu bezahlen und dann von Leuten wie Ihnen zu hören, dass ich immer noch zuviel habe, zu wenig gebe, geizig und unsozial sei, nervt allerdings ein bisschen. Und trotzdem werden Tafeln und Suppenküchen von meinesgleichen zusätzlich finanziert.
Ihre Argumentation läuft immer wieder auf das Eine hinaus: Sie sind einer von denen, die die gesamte Welt „gut“ machen würden, wenn man sie nur ließe. Sie denken in schwarzweiß, teilen in gut (=arm) und böse (=reich) ein, und sie lassen die Fakten, die Ihnen nicht passen, einfach beiseite.

49) Erwin Gabriel, Freitag, 18. Juli 2014, 21:12 Uhr

@ 47) Johannes Lamp, Freitag, 18. Juli 2014, 10:07 Uhr

Ich bitte um Entschuldigung für meine unscharfe Formulierung. Ich bezog mich auf Rainer N.s Aussage, dass es “keine Solidarität” mit den Schwachen gäbe – das ist halt definitiv falsch. Alles, was an Renten, sozialen Ausgaben, etc geleistet wird, sind solidarische Leistungen; das Ministerium für Arbeit und Soziales beansprucht spürbar über 40 % des gesamten Bundesetats (das ist Geld, dass nicht an „Reiche“ verteilt wird). Auch Bildung, Universitäten etc werden weitgehend solidarisch, also aus Steuermitteln, finanziert.

Und es sind ja nicht in erster Linie „Schumi, Vettel und Beckenbauer“ (sind zwar alles Sportler, aber ich verstehe den Punkt, und ergänze stillschweigen um Ackermann & Co), die die Rechnungen zahlen, sondern stinknormale Familien, kleine Handwerksbetriebe, normale Abteilungsleiter, gute Aussendienstverkäufer, Lastwagenfahrer, Meister, normale Beamte, Supermarkt-Filialleiter etc, die zur Kasse gebeten werden. Die haben nicht „viel“ Geld, sondern nur ein paar Groschen mehr als „wenig“.

Bei Steuerklasse 3, zwei Kinder, verheiratet, und einem Monatseinkommen von knappen 2000 Euro müsste ich pro Monat 26,33 Euro Lohnsteuer zahlen. Erhöht sich mein Gehalt um 50%, muss ich mehr als das 8fache an Lohnsteuer bezahlen. Verdoppelt sich mein Gehalt gar auf 4000 Euro, steigt der Anteil der Lohnsteuer auf 442 Euro – also fast auf das 17fache.

Diesen derart Abkassierten ständig unter die Nase zu reiben, sie seien unsozial, geht nicht in Ordnung.

50) Walter Schmid, Samstag, 19. Juli 2014, 13:23 Uhr

@Erwin Gabriel
Sehr gut argumentiert auf Reiners N Artikel. Wir haben ein Steuersystem, das den Mittelstand schröpft.
Mit 2000€ Brutto ist( nicht gleich Netto ) kommt man als Familienvater mit 2 Kindern nicht über die Runden. Mit 4000€ Brutto kann man auch keine große Sprünge machen. Sie haben sehr schön die Sprünge in der LS dargelegt. Ist das so zu Rechtfertigen( 17fache)? Es wird bei mittleren Einkommen gerade zu asiozal abkassiert. Die Abschaffung, besser die Abflachung der “kalten Progression “würde den unteren Einkommen guttun. Nur die da OBEN meinen, es reiche immer noch nicht. Bei der nächsten BTW wird es mit Sicherheit um den Geldbeutel gehen. Das Volk hat nichts zu sagen, ausser der Stimme bei der
nächsten Wahl, und die, wird m.E die großen Parteien mit voller Wucht treffen. Irgendwann hat es bei dümmsten Michel klick gemacht. Wir haben kein Einnahmeproblem bei den Steuern, sondern ein Ausgabeproblem. Haben sie schon mal in der letzten Zeit von dem Wort” Subventionsabbau ” schon etwas gehört. Fehlanzeige! Also weitermachen, weiterwurchteln, aussitzen, schweigen, Spass haben, ja und Amen zu allem sagen, Gesetze brechen, Leute auf Linie bringen, sprich Anpassung, alles gutheißen, keine Stellung beziehen, andere für schuldig erklären.Dann den Karren ohne Vollbremsung gegen die Wand fahren und womöglich noch, vorzeitig abspringen( aber bitte auf einen höheren Posten!). All das kennen wir doch! Oder?

51) Erika, Sonntag, 20. Juli 2014, 12:36 Uhr

Wäre es nicht Angela Merkel, könnte man es nicht “schön” schreiben!

http://www.cicero.de/berliner-republik/geheimdienstaffaere-ami-go-home-angela-merkel-geburtstagsgeschenk/57934

<<<"Wer hätte das je gedacht? Dazu passt das unfreiwillige Geschenk aus Amerika ganz wunderbar. Zum Sechzigsten darf die ostdeutsche CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin auch mal rufen, was auf jeder westdeutschen Friedensdemo seit Kriegsende die beliebteste Parole der Linken war und bis dato vom politischen Establishment für ziemlichen Schwach-, zumindest Leichtsinn gehalten wurde: Ami go home!

Auch wenn es nur einen Ami betrifft, der sich zudem Zeit lässt – die Kanzlerin hat sich damit bei ihrem Volk noch beliebter gemacht."<<<<

52) Klaus S., Freitag, 22. August 2014, 16:13 Uhr

Es ist doch so einfach zu verstehen.

Frau Dr. A. Merkel ist ein Hampelmann oder eine Hampelmännin?

Innenpolitisch gesehen:

Die Elite sitzt in der Wirtschaft. Die zweite Garnitur ( auch Fr. Dr. A. Merkel) in der Politik. Die Macht im Staate hat immer die Oligarchie und die Aufgabe der Politiker (Lobbyisten) besteht darin, Gesetze so zurecht zu schneidern, das, dass Volk weiterhin klein gehalten wird und die Interessen der – richtig – Reichen und somit Mächtigen gewahrt- oder sogar verbessert werden.

Die Politiker sind und bleiben in einer “Demokratur” immer die Hampelmänner der Wirtschaft. Dieses ungeschriebene “Gesetz” wird sich wohl auch nie ändern (z.B. Ansonsten ausbleiben der Lobbyisten- bzw. Wahlkampfspenden).

Einem Barack Obama wird es da nicht viel besser gehen, wie Frau Dr. A. Merkel.

Zukunft

Die Politiker könnten allerdings diese “Demokratur” wieder mehr zur Demokratie werden lassen, in dem sie wieder das Zepter in die eigene Hand nehmen und z. B. der Oligarchie solche Gesetze auf das Auge drücken, die dem Volke nützen. Dazu braucht es extrem viel Idealismus, viel Verantwortung und sehr viel Zivilcourage.

Mir ist schon bewusst, dass ein “idealer” Politiker, der diese “Demokratur“ wieder mehr zur Demokratie verwandeln würde, dieses Vorhaben vielleicht auch mit dem Leben bezahlt.
Bei einem kleinen Blick in die Büchse der Pandora, sollte man die Verquickung von Industrie, Politik, Justiz und Mafia erwähnen und sie immer im Auge und Hinterkopf behalten.

Aussenpolitisch gesehen:

Deutschland hat den II Weltkrieg verloren.
Deutschland hat keinen Friedensvertrag.
Deutschland könnte sich nur Machtpolitisch von den USA lösen, durch eine völlige Neutralität, mit allen Konsequenzen z.B. Nato Austritt, EU Austritt, u.s.w. nach dem Vorbild der Schweiz.

Deutschland ist nach wie vor von den Amerikanern (USA) besetzt.
Ein eventueller Atomkrieg würde somit vom so genannten “Freund und Verbündeten USA” wissentlich und gewollt auf Deutschem Boden stattfinden.
Atomraketen der Amerikaner (USA) sollen auf Deutschem Boden sogar noch erneuert werden.
Abhöranlagen (z. B. Echelon) für Lauschangriffe der Amerikaner (USA) auf Deutschem Boden.
u.s.w.

Die Amerikaner (USA) haben das Sagen in Deutschland auf Grund ihrer überragenden Militärmacht.
Unsere Souveränität ist nur Fassade. Machen wir uns doch nichts vor:
Deutschland hat – immer – zu kuschen.

Es ist wie im wilden Westen. Der Waffenträger hat die alleinige Macht.

Das zum Thema: Die starke, schwache Kanzlerin.

Stark (clever) ist unsere Kanzlerin nur, da sie niemals an ihrem eigenen Ast sägen würde, auf dem sie sitzt.

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