Freitag, 05. September 2014, 14:10 Uhr

Der verborgene Code der AfD

Nehmen wir einmal an, es gäbe in Deutschland eine Partei, die folgende Sätze in ihr Programm schreibe würde: “Wir bekenen uns zur Religionsfreiheit und lehnen Synagogenbauten nicht prinzipiell ab. Allerdings ist die freie Religionsausübung für Juden in Sachsen ohne Großsynagoge auch gewährleistet. Derartige Bauprojekte, die tief in das Stadtbild eingreifen, müssen von der ansässigen Bevölkerung akzeptiert werden”.

Eine solche Partei würde sofort als antisemitisch gebrandmarkt und bräuchte bei Wahlen gar nicht mehr anzutreten. Denn die Sätze enthalten einen Code, der für Antisemiten sofort zu entschlüsseln ist.

Jetzt ersetze man “Synagogenbauten” und “Großsynagoge” durch “Moscheebauten” und “Großmoschee” – und schon ist man bei der Alternative für Deutschland (AfD)”. Denn genau das stand in ihrem sächsischen Wahlprogramm. So ist es auch nicht überraschend, dass die AfD die Eröffnungsrede ihres ältesten Abgeordneten als Alterspräsident des Landtages wegen dessen rechtsradikaler Vergangenheit zurückziehen musste.

Die AfD appelliert im Gestus der Verteidigung genau an Ressentiments und niedere Instinkte derjenigen, die etwas gegen Muslime, Zuwanderer und Ausländer haben. So auch mit dem Slogan “Deutschland ist nicht das Sozialamt Europas” – vordergründig richtig, aber für Ausländerfeinde sofort entschlüsselbar. Hinter den Luckes und Henkels verbirgt sich ein rechtspopulistischer Sumpf.

Diese Methode ist durchschaubar, aber die neuesten Umfragen aus Thüringen und Brandenburg deuten darauf hin, dass die Wähler dies entweder noch nicht oder ganz genau verstanden haben.

P.S. Leider konnte ich eine Reihe interessanter Kommentare nicht freigeben, weil mir die Absender unbekannt sind. Deshalb möchte ich noch einmal an die Regel dieses Blogs erinnern: Kommentare müssen unter dem Klarnamen eingeschickt werden oder der Klarname, der hinter einem Pseudonym steckt, muss mir zuvor per Kontaktformular mitgeteilt werden.

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75 Kommentare

1) Sandro Serafin, Freitag, 05. September 2014, 15:02 Uhr

Christlicher Wortbruch in Thüringen (Schwarz-Blaue Koalition) oder Frau Lieberknecht kann einpacken! http://wp.me/p4Ujqk-2q

2) U.Kleffel, Freitag, 05. September 2014, 16:40 Uhr

“Diese Methode ist durchschaubar, aber die neuesten Umfragen aus Thüringen und Brandenburg deuten darauf hin, dass die Wähler dies entweder noch nicht oder ganz genau verstanden haben.”

Ich stimme für “ganz genau”, passend dazu:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/ouri-jallow-bgh-bestaetigt-urteil-wegen-fahrlaessiger-toetung-a-989799.html

Ein Asylbewerber verbrennt rücklings gefesselt auf einer feuerfesten Matratze und man geht jahrelang einfach von einem Selbstmord oder Unfall aus. Zehn Jahre später ist der Fall nicht mehr zu ermitteln und der wachhabende Polizist kommt mit einem Bußgeld davon.

Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit sind in Deutschland ein Massenphänomen und wir haben jahrelang die Augen davor verschlossen. Während die NSU sich durch Deutschland mordete überwachte der Verfassungsschutz Gregor Gysi auf Phönix oder spürte Klopapierdieben nach:
http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/suche/detail/-/specific/Klopapier-Affaere-LKA-liess-Polizisten-von-Geheimdienst-ueberpruefen-1965734484

3) Johannes Lamp, Freitag, 05. September 2014, 18:42 Uhr

Bravo, lieber Spreng, Sie haben den Durchblick, in welche Richtung die AfD marschiert – sobald deren Epigonen Gelegenheit erhalten, sich zu artikulieren, schimmert das braune Gedankengut durch! Die “aufrechten Konservativen” halten längere Zeit das Tarnen und Täuschen nicht durch –
die Schafe im Wolfspelz können den braunen Morast nicht abschütteln – Lucke, Gauland, Henkel, von Storch und die Bankrotteurin aus Sachsen schlürfen dieselbe braune Milch!
Einige Ihrer Foristen haben Sie und Ihre politische Heimat falsch eingeschätzt …

4) W.Buck, Freitag, 05. September 2014, 19:22 Uhr

Zitat:
“…die neuesten Umfragen aus Thüringen und Brandenburg deuten darauf hin, dass die Wähler dies entweder noch nicht oder ganz genau verstanden haben.”

Genau darüber rätsle ich schon seit dem “Achtungserfolg” der AfD bei den letzten Bundestagswahlen. Ich denke es gibt ein beachtliches Potential an rechtslastigen Wählern, die zwar nichts mit NPD und Hitlerkult zu tun haben wollen, die aber auf dem Stand des “das darf man doch wohl mal sagen” a la Sarrazin sind.

Klar darf man alles sagen dürfen. 🙂
Ich habs glaube ich schon mal gepostet: unsere Politiker sind in der Verantwortung endlich Politik zu machen die Ziele aufzeigt, die der Gesellschaft dient und nicht nur Interessensgruppen und die von Ehrlichkeit und Rückgrat zeugt. In einer Welt die von Marketingstrategen und Buchhaltern gelenkt wird muss man sich über die AfD nicht wundern.

5) Georg Jähnig, Freitag, 05. September 2014, 19:37 Uhr

Denn die Sätze enthalten einen Code, der für Antisemiten sofort zu entschlüsseln ist. … So auch mit dem Slogan “Deutschland ist nicht das Sozialamt Europas” – vordergründig richtig, aber für Ausländerfeinde sofort entschlüsselbar.

Da ich selbst vermutlich kein Antisemit und Ausländerfeind bin:

Was sind denn jeweils die entschlüsselten inhaltlichen Botschaften, die hinter diesen Codes stecken? Was würde da stehen, wenn es nicht vorher “verschlüsselt” worden wäre?

6) Walter Schmid, Freitag, 05. September 2014, 20:18 Uhr

Von Vermutungen und Unterstellungen sollten wir Menschen uns befreien. Darf man in DL gewisse Zustände nicht mehr ansprechen, die die Politik uns aufs Auge gedrückt hat. Müssen wir alles hinnehmen, was die EU mit uns macht? Dürfen wir die Währung nicht kritisieren? Dürfen wir nicht mehr sagen, dass das Boot voll ist? Dürfen wir über die Zuwanderung nicht mehr diskutieren? Dürfen wir nicht mehr Stellung beziehen zu den Milliardenüberweisungen an die EU? Dürfen wir die hohe Steuer- und Abgabelast nicht mehr infrage stellen? Dürfen wir die Regierungarbeit nicht mehr hinterfragen? Dürfen wir zu Moscheen-und Minarettenbauten keine Meinung mehr haben? So ist eben Demokratie, dass es auch Bürger gibt, die andere Parteien gewählt haben, die rechtmässig zugelassen worden sind. Je mehr Ausgrenzungspolitik gegenüber neu enstandene Parteien betrieben wird, desto mehr bekommen sie Zulauf. Die Entstehung der neuer Parteien, ist meiner Meinung nach, das Produkt von schlechter EU- Politik und das Versagen von den etablierten Parteien. Viele Bürger werden auf die Reise nicht mitgenommen. Die Mittelschicht fällt weiter zurück und keiner merkt es. Die Partei, die das merkt wird einen rießen Zulauf bekommen. Klientelpolitik hat ausgedient! Der verborgene Code lässt grüssen!

7) Politikverdruss, Freitag, 05. September 2014, 20:30 Uhr

Die Verunglimpfung der AfD geht ja mittlerweile schon vom höchsten Repräsentanten der deutschen Politik aus. Da passt es ins Bild, wenn unser höchster Repräsentant von der SZ als „unbesonnen“ eingestuft wird.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article121242248/Verfassungsrechtler-attackiert-Gauck-wegen-AfD.html

Daran erkennt man, wie schwer sich die Altparteien tun, mit dieser Erweiterung des Parteienspektrums politisch und nicht diffamierend umzugehen.

Aber auch die Diffamierung der AfD durch Medien passt in das Bild, das wir uns gegenwärtig von der Berichterstattung der Medien über den Ukraine-Konflikt machen können. Wenn selbst die Süddeutsche Zeitung schreibt, die „Alternative für Deutschland wurde ausgegrenzt, teilweise regelrecht diffamiert“, dann will das schon etwas heißen.

http://www.sueddeutsche.de/politik/kritik-an-der-afd-eierwerfer-ohne-argumente-1.1968854

Ich bin überzeugt, die „Verteufelung“ (SZ) der AfD wird beim Wähler zum genauen Gegenteil dessen führen, was man mit diesen Diffamierungskampagnen erreichen will. Dabei stütze ich mich auf die bisherigen Wahlergebnisse der AfD:

Das gute Wahlergebnis bei der Europawahl, jetzt die knapp 10 Prozent in Sachsen und die guten Aussichten in Brandenburg und Thüringen verdeutlichen, dass die Diffamierungskampagnen der Politik und der Medien den Wähler unberührt lassen.

8) Walter ringler, Freitag, 05. September 2014, 23:56 Uhr

Die Waehler haben sehr wohl verstanden, was “…zu Deutschland gehört”. Herr Spreng lassen sie bitte Antisemitismus-Keule im Keller!

9) Walter ringler, Samstag, 06. September 2014, 09:01 Uhr

Da bin ich aber froh, das dieser Code endlich geknackt ist. Herr Sprengen, auch Sie sollten langsam die Kurve kriegen!

10) Schmidt, Samstag, 06. September 2014, 09:10 Uhr

mein Verdacht ist ja eher, daß es die Wähler überhaupt nicht interessiert, sie es als zu anstrengend empfinden, sich mal mit Hintergründen zu beschäftigen. Ich glaube, die AfD wird gewählt weil die öffentlich geäußerten markigen Worte ihrer Vertreter bei Teilen des Wahlvolkes wie die Schlagzeilen einer großen Boulevardzeitung verfangen. Einfache Botschaften, einfache Lösungen für unüberschaubare Probleme. Zu hinterfragen, was dahintersteckt, wie die Lösung im Detail aussehen soll, welche anderen Probleme dadurch entstehen oder welche anderen Bereiche tangiert sein könnten – viel zu kompliziert. Einfache Menschen wollen einfache Antworten. Jawollja!
Prost!

11) Peter Christian Nowak, Samstag, 06. September 2014, 10:22 Uhr

Zwischen der Freiheit der freien Meinungsäußerung und dem, was einige Zeitgenossen gerne durchsetzen möchten, nämlich eine Wiederauflage des “Maulkorberlasses” aus den 70ern, ist ja ein Unterschied. Heute nennt man den nur anders: “Politische Korrektheit” unter der man so ziemlich alles subsummiert, was dem politisch Aktiven so zuwider läuft: von der Europafrage bis zur Zuwanderung.

Gegen etwas sein zu dürfen ist gutes Recht. Aber nur, wenn es dem Paradigma der politisch korrekten Benimmregel entspricht. Und die werden von allerlei Verbänden und Parteien in die Welt gesetzt, die meinen, sie seien die oberste Instanz aller rechtschaffenen, moralisch agierenden Instanzen.

Sich gängeln zu lassen ist nicht gut.

Und da schließe ich mich dem Geradeaus-Mann der CDU, Wolfgang Bosbach, gerne an.

12) Erwin Gabriel, Samstag, 06. September 2014, 10:53 Uhr

0) m.spreng, Freitag, 05. September 2014, 14:10 Uhr

>> vordergründig richtig, aber für Ausländerfeinde sofort entschlüsselbar. Hinter den Luckes und Henkels verbirgt sich ein rechtspopulistischer Sumpf.

Ein jeder liest sich heraus, was er lesen will. Die einen, die aus irgendwelchen Gründen (ob eingebildet oder nicht) gegen „Ausländer“ sind, fühlen sich verstanden. Die anderen, die einen „rechtspopulistischen Sumpf“ verborgen sehen wollen, finden eben den. Wiederum andere lesen, was geschrieben steht, und verstehen es genau so.

Ansonsten, das wissen Sie genau, hat sich die AfD mit einem ganz anderen politischen Ziel gegründet. Die aktuelle Entwicklung, „Gestaltungsspielraum“ der einzelnen Mitglieds-Länder auf die EU zu verlagern, während gleichzeitig in der EU Parlament und Kommissare ihren Gestaltungsspielraum auf die EZB und Herrn Draghi übertragen, zeigt ja deutlich, dass die AfD nicht ohne Grund warnt.

13) Erwin Gabriel, Samstag, 06. September 2014, 11:00 Uhr

@ 2) U.Kleffel, Freitag, 05. September 2014, 16:40 Uhr

>> Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit sind in Deutschland
>> ein Massenphänomen.

„Fremdenhass“ und „Ausländerfeindlichkeit“ (Hass, Feindlichkeit = gewaltbereit) sind in Deutschland, denke ich, sehr selten (prozentual betrachtet; umgerechnet auf unsere Bevölkerung von 80 Millionen sind es immer zu viele).

Eine Verunsicherung, ein Unwohlfühlen, oder eine ablehnenden Haltung gegen fremde Kulturen, so sie ein gewisses folkloristisches Maß übersteigen, ist sicherlich bei weit über der Hälfte der Bevölkerung gegeben. Ein Teil dieser Gefühle entspringt sicherlich Vorurteilen, ein anderer Teil durchaus bitterer Erfahrung.

Dort, wo Vorurteile herrschen, muss man aufklären; da, wo es bittere Erfahrungen gibt, muss der Staat handeln. Man wird diese Situation nicht auflösen, indem man auf die schimpft, die sich unwohl fühlen, und sie mit Gewalttätern in einen Topf schmeißt.

In jedem Fall ist das Thema dahingehen ein Massenphänomen, dass es praktisch in jedem Land der Welt damit zu kämpfen hat, nicht nur Deutschland. Überall auf der Welt wird „Fremdes“ diskriminiert.

14) Paulus, Samstag, 06. September 2014, 11:38 Uhr

Ob die “Decodierungsmethode” die Spreng bei der AfD einsetzt, brauchbare Erkenntnisse produziert oder nur gängige Klischees, sie landet bei der Feststellung eines “Rechtspopulismus” – keine wirkliche Überraschung. Hatten wir schon mehrfach, nicht durch M. Spreng aber durch andere “Mainstream” Journalisten, die sich gern bzw. sogar berufsmäßig (kommt aufs Redaktionsstatut an) “middle of the Road” bewegen. Also ihr Geld u. a. damit verdienen, unnachsichtig rechtspopulistische Strömungen aufzuspüren.

Große Moscheebauten in unseren Stadtbildern halte ich für unangebracht (für eine weitere Warze im Gesicht unserer Städte), nicht weil ich etwas gegen Muslime per se hätte sondern weil sie in meinen Augen für ein Maß an religiöser Intoleranz stehen (die Moscheen), das ich als stärker entwickelt ansehe, als es bei in großen christlichen Konfessionen hierzulande der Fall ist. Große Moscheen sind für mich Sinnbild einer “eingesickerten” religiösen Strömung, die für die Ausprägung einer Parallelgesellschaft steht und die z. B. vom Geist der Aufklärung, wie ihn Immanuel Kant in seinen Schriften verkörpert (oder erkenntnistheoretisch vergeleichbaren Ideen), unberührt bleiben will. Das schafft Konflikte.

Gruß
Paulus

15) Jakobiner, Samstag, 06. September 2014, 12:12 Uhr

So einfach wie Spreng es sich macht, ist das Ganze nicht.Schließlich haben sich sehr viele Muslime seit Aufkommen des Islamismus radikalisiert.Da war 9-11, da sind die Muslimbrüder von Nordafrika bis in den Nahen Osten samt Hamas, da gibt es Al Kaida, al-Nusra, Al Shabab in Somalia, Ansar-el Dine in Mali, Al-Nusra in Syrien, ISIS, die Taliban,die Khomeinisten und Khameinisten im Iran, Hisbollah im Libanon–die Türkei islamisiert sich jetzt unter Erdogan–bisher ist noch keine Moderierung und Gegenbewegung des Islams abzusehen und da besteht eben auch die Angst vieler Deutscher, dass sich diese Konflikte mittels Migration eben auch dann in Deutschland abspielen werden. Von daher wird der Islam auch anders betrachtet als das Judentum–nicht nur aufgrund des 3. Reiches, sondern auch, weil die expanisionitischste Variante des Zionismus ein Grossisreal wäre, das sich mit dem Westjordanland saturiert gäbe.Jedenfalls sind die Demonstartionen des Zentralrats der Muslime am 19. September gegen Islamismus ein längst überfälliges Zeichen und Signal seitens der deutschen Muslime, nicht mehr länger zu schweigen und nur Demonstrationen abzuhalten, wenn es mal wieder gegen Israel geht.Ich hoffe die Demos werden gut besucht und Nichtmuslime und Muslime demonstrieren friedlich miteinander.Mal sehen, ob sich auch AfD-Vetrter an den Demos beteiligen.

16) Anna Ebbinghaus, Samstag, 06. September 2014, 13:06 Uhr

Na dann nochmal mit Klarnamen, wenn es Ihnen dann besser geht…

Ich denke, viele Wähler haben durchaus verstanden, dass die AfD dem Islam nicht besonders wohlgesonnen ist, aber ein Problem stellt das offensichtlich nicht dar.

Im Gegenteil- undifferenzierter Islamhass und Vorwürfe gegen Asylsuchende/Einwanderer aus Osteuropa sind doch längst salonfähig. Und das nicht nur im Osten des Landes wohlgemerkt.

Nein, die AfD setzt geschickt einige Reizwörter, die besonders die frustrierten (Nicht-)Wähler, welcher vorher mal bei den Linken oder der FDP ihr Kreuzchen versucht haben, ansprechen.
Da nützt es auch nicht, dass mehr direkte Demokratie auch andere Parteien fordern.

Wenn man dann schon wieder die Schlagzeilen von der “Sharia-Polizei” liest, könnte sich so mancher Wähler in seiner Wahl bestätigt fühlen.

17) Rufus Rittersporn, Samstag, 06. September 2014, 17:01 Uhr

Rechtspopulistischer Sumpf? Das klingt mir zu sehr nach offensichtlichem Bäh-Bäh, braunen Horden und schmuddeligen Glatzen, aber darum geht es ja eben nicht. Die AfD bedient sich aus dem großen Pool biedermännischer Rechtschaffenheit, dem Reich akkurater Rasenkanten und gelber Klinkerriemchen, in dem Common sense zum gesunden Volksempfinden gerinnt. Das halte ich für viel gefährlicher. Die AfD scheint mir nicht wirklich weit weg zu sein vom Front National, der Partij voor de Vrijheid und der UK Independence Party. Das werd’ ich ja wohl noch mal sagen dürfen.

18) Alexander, Samstag, 06. September 2014, 17:32 Uhr

Eben doch kein Code für Ausländerfeindlichkeit bei der AfD!

Die von Ihnen formulierten Zitate aus dem AfD-Wahlprogramm sind bedenklich. Für mich sind diese Zitate allerdings KEIN Beweis für eine nationale oder gar nationalistische Gesinnung. Und auch fremdenfeindlich ist dieses Zitat für mich nicht.

Ich bewerte diese Zitate als Vorbehalte, meinetwegen auch als Vorurteile gegen eine Bevölkerungsgruppe, hart an der Toleranzgrenze. Und vor allem sind diese Zitate vom AfD-Autor miserabel formuliert worden, da missverständlich.

Im Kern geht es hier aber um massive, eben nicht rationale Ängste in der Bevölkerung vor einer bestimmten Bevölkerungsgruppe, vor einer diffusen Überfremdung im eigenen land und in der eigenen Stadt.

Jeden Tag lesen wir in den Zeitungen und sehen im Fernsehen Berichte, Artikel über das Fehlverhalten von islamistischen Einwanderern, Asylanten und sonstigen Verwirrten. In vielen deutschen Großstädten kann man seit einigen Jahren eine wachsende, schleichende Ghettoisierung mit den damit verbundenen Wachstum an Gewaltdelikten wahrnehmen und dies eben nicht nur in Berlin-Neuköln, sondern eben auch in Essen, Dortmund, Bochum, Hamburg, Frankfurt etc.

Dies sind die Hintergründe für Ängste in der Bevölkerung, die die Politik ernst nehmen und angemessen darauf reagieren sollte. Diese Ängste in der breiten Bevölkerung sind für mich Indikatoren dafür, dass uns unsere Gesellschaft gerade gehörig um die Ohren fliegt. Wir haben allesamt als Gesellschaft unseren inneren Wertekompass verloren, wie der Autor Günther Lachmann in seinem neulich erschienen Buch “Verfallssymptome: Wenn eine Gesellschaft ihren inneren Kompass verliert” darstellt. Das ist doch das zentrale Thema von heute und nicht die teilweise schlecht formulierten Programme der AfD.

Wenn schon, sollten kritische und AfD-skeptische Journalisten die AfD inhaltlich stellen und argumentativ kontern und nicht durch das Aufblähen von schlechten Formulierungen.

Weiterhin frage ich mich, warum die AfD wegen solcher Zitate sofort gebrandmarkt wird und die Schweiz ungestraft vor einiger Zeit aufgrund eines Volksentscheides den Bau von Moscheen in der Schweiz untersagen darf.

Für mich ist die AfD keine rechtsradikale Partei, trotz einiger national gesinnter AfD-Mitglieder. Die AfD sollte generell Ihre Programme klarer und deutlicher formulieren, so dass keine linken Meinungsmacher dieser Partei einen Strick daraus drehen können. Momentan wird die AfD als neuer Konkurrent von den etablierten Parteien als rückwärtsgewandt, nationalistisch oder chauvinistisch dargestellt aus einem einzigen billigen Grund: Der neue Konkurrent AfD ist ein Störenfried und die etablierten Parteien können nicht so mehr unverschämt lügen!

19) Adnan Saghir, Sonntag, 07. September 2014, 00:07 Uhr

Zu 6) walter schmid
als gläubiger Moslem benötige ich keine Moschee zum Beten, wichtig ist, dass ich bete und Gottes Gebote einhalte, die den christlichen ähneln, ich war in Mecca, die Christen besuchen den Vatican in Rom. Es ist nicht meine Aufgabe zu missionieren, sondern mit Andersgläubigen in Frieden zu leben, ihren Glauben zu respektieren, damit auch sie den meinen respektieren.

Im Koran steht: “ich diene nicht dem, dem ihr dienet, und ihr seid nicht Diener dessen, dem ich diene, und ich bin nicht Diener dessen, dem ihr dientet, und ihr seid nicht Diener dessen, dem ich diene. Euch euer Glaube und mir mein Glaube.” So können wir in Frieden mit einander leben.

Ich lebe seit 1960 in DL, bin integriert und fühle mich respektiert. Mit ständig zunehmender Angst beobachte ich, dass wir Deutschen hier von fremden Zuwanderen immer mehr unterdrückt, ausgenutzt werden und es uns nicht erlaubt ist, uns gegen den feindlichen Einfluß zu wehren. Wir Deutsche, so fühle ich mich nach 54 Jahren, sind ohne jegliche Rechte und das ist politisch gewollt. Jeder Asylant kann uns beschimpfen, bespucken, öffentliche Plätze zumüllen, nichts ist gut genug für sie.

Es stimmt die Deutschen wurden zu Flüchtlingen, weil sie aus deutschen Ostgebieten vertrieben wurden. Der zweite Weltkrieg war für alle Deutschen hart, alles zerstört, Armut für alle bis auf wenige Ausnahmen. Gemeinsam haben die Deutschen das Land aufgebaut ohne Sozialhilfe. Die Kriegerwitwen, die Deutschland wieder aufgebaut und ihre Kinder allein ernähren mußten, leben heute in Altersarmut, werden für die Greueltaten des Krieges verantwortlich und mundtot gemacht mit der ewigen “moralische Keule”. Die derzeitigen Politiker haben weder den Krieg noch die Nachkriegszeit erlebt, leben in gesicherten Verhältnissen, gutem Umfeld, fern der überfremdeten Viertel, wo sich die Alten nicht mehr auf die Straße trauen.
Deutschland wird es nicht mehr geben, unsere Politiker schaffen es ab und sie werden zu den Unterdrückten und geknebelten gehören. Gott ist allmächtig

20) CitizenK, Sonntag, 07. September 2014, 10:06 Uhr

Die Gleichsetzung von Islam und Judentum als schutzbedürftige Minderheit in Deutschland stimmt so nicht, Herr Spreng.

Jüdische Schulen und Synagogen brauchen ständigen Polizeischutz – muslimische Einrichtungen nur in Einzelfällen

Juden werden aufgefordert, keine Kippa in der Öffentlichkeit zu tragen – von einer Aufforderung, kein Arafat-Tuch zu tragen, habe ich noch nicht gehört

Polizisten dringen in eine Wohnung ein und entfernen eine Israel-Flagge, weil dies “provozierend” sei (übrigens ohne Durchsuchungsbefehl). Eine Palästina-Flagge wurde meines Wissens noch nie beanstandet

Polizisten stellen ihren Lautsprecherwagen zur Verfügung für brutale antijüdische Parolen – von einem Ermittlungs- (oder wenigstens einem Disziplinar-) Verfahren ist nichts zu hören

Gruppen von Muslimen treten öffentlich aggressiv auf, begehen dabei sogar straflos
Straftaten – Juden machen sich unsichtbar und haben Angst. Auf diesen Unterschied sollte man schon hinweisen.

21) Alexander, Sonntag, 07. September 2014, 11:14 Uhr

@ 19.) Adnan Saghir

Ich finde es wunderbar, dass Sie seit 1960 in Deutschland sind und sich hier heimisch fühlen. Auch stimme ich Ihrer Sichtweise zu.

22) Politikverdruss, Sonntag, 07. September 2014, 11:32 Uhr

M. Spreng: „…deuten darauf hin, dass die Wähler dies entweder noch nicht oder ganz genau verstanden haben.“

Ja, sehr interessant: Die Zahl der „Nicht- oder- nicht –ganz- genau- Versteher“ scheint kontinuierlich zu steigen.

„Fast jeder vierte Deutsche (22 Prozent) kann sich einer aktuellen Umfrage (Emnid) zufolge vorstellen, bei der nächsten Bundestagswahl die rechtskonservative AfD zu wählen.“

http://www.sueddeutsche.de/news/politik/parteien-22-prozent-koennen-sich-vorstellen-afd-zu-waehlen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-140907-99-00620

Ich „fürchte“, die konzertierte Aktion von Medien und Politik, diese „Verständnis-Offensive“ erfolgreich voranzubringen, scheint nicht besonders erfolgreich.

Unabhängig davon werde ich immer dann besonders hellhörig, wenn Politiker bei Erfolglosigkeit meinen, sie müssten uns ihre erfolglose Politik nur besser erklären.

23) Walter Schmid, Sonntag, 07. September 2014, 11:54 Uhr

@Adnan Saghir
Ein sehr gut geschriebener Artikel, dem ich voll zustimmen kann. Aus dem Herzen geschrieben mit großem Verstand. Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg, den Sie in sich tragen. Habe vor 35 Jahren verschiedene Kulturkreise auf der Welt kennengelernt, auch der Nahe Osten. Aber heute fühle ich mich dort nicht mehr wohl, nicht wegen den Menschen, sondern deren Regimes. Herr Jakobiner hat dies deutlich angemerkt in seinem Beitrag. All diese Menschen ganz unterschiedlicher Denkungsweise müssen wir hier integrieren. Ob das gut geht! Ich werde es vermutlich nicht mehr erleben.

24) Alexander, Sonntag, 07. September 2014, 12:18 Uhr

@ 6.) Walter Schmid

Ich stimme Ihrem Kommentar zu. Genauso ist es! Inzwischen haben wir in Deutschland eine widerliche Political Correctness-Diktatur, eine fürchterliche Gesinnungs-Diktatur. Wir lassen uns inzwischen von bestimmten Medien vorschreiben und diktieren, was politisch und moralisch korrekt ist.

Ich habe es sowas von satt, dass die Medien sich eben nicht mit den Inhalten und Positionen von Parteien auseinandersetzen, sondern eben nur mit der politisch korrekten Wortwahl.

Woher nehmen Journalisten, Gutmenschen und bestimmte Politiker, das “moralische” Recht, mittels political Correctness kritische und konträre Sichtweise zu brandmarken? Und warum diskutieren diese politisch korrekten Diskussionsteilnehmer wenig oder niemals inhaltlich?

Der Sinn und Unsinn des Political Correctness wäre doch mal ein gutes Thema für den nächsten Blog, Herr Spreng?

25) Peter Christian Nowak, Sonntag, 07. September 2014, 12:38 Uhr

Adnan Saghir

Ich finde Ihren Beitrag bemerkenswert. Unter anderem deswegen, weil Sie sagen, was ein “Urdeutscher” sich wahrscheinlich nicht trauen würde zu sagen oder als Journalist zu schreiben.

26) Frank Hermann, Sonntag, 07. September 2014, 17:07 Uhr

Zu Adnan Saghir, so wie sie es beschreiben, so sollte es sein. Ist es aber nicht. Ihr von ihnen beschriebener Lebensweg ist leider ein Einzelfall, jedoch nur im muslimischen, arabischen Kulturkreis. Mit Zuwanderern aus anderen Regionen gibt es kaum oder keine Probleme.

Zu U.Kleffel, Das Massenphänomen müssen sie aber bitte mal mit Zahlen belegen. Die Realität sieht da ganz anders aus, seit der Wiedervereinigung gab es lt. VS. 153 Tötungsdelikte mit “rechtem” Hintergrund, dem stehen 7.500 Tötungsdelikte aus Deutschenhass gegenüber.

http://michael-mannheimer.info/2012/01/30/seit-der-wiedervereinigung-wurden-7500-deutsche-von-auslandern-ermordet/

27) Johannes Lamp, Sonntag, 07. September 2014, 18:22 Uhr

Je mehr Beiträge ich lese, umso mehr erschrecke ich vor den braven deutschen Spießern und rechtschaffenen Bürgern, die sich um ihre Biedermeierwelt sorgen…
Dämliche Sprüche, wie: Ich habe nichts gegen den Islam, nur von den Muslimen ekle ich mich, Moscheen sind Warzen im Gesicht der Großstadt – das ist Stürmer-Niveau und beabsichtigt!
Der ungebildeteste (Paulus 17. ) müsste doch wissen, dass Warzen eine Viruserkrankung darstellen und nicht dazu taugen, städtische Auswüchse egal welcher Art zu symbolisieren…
Ungebildete Muslime, die ihren Koran nicht kennen (19. Adnan Saghir) und möglicherweise besser in Ihrer Balkan-Heimat geblieben wären, sollten uns nicht für dumm verkaufen – eines der wichtigsten Gebote des Islam ist das Gebot der Missionierung! Mich hat noch kein Asylant bespuckt oder beschimpft, mich hat auch noch kein Zuwanderer unterdrückt; ich weiß nicht, wo der gute Adnan wohnt und welchen Krieg er erlebt hat, welche Politiker Deutschland abschaffen, weiß ich auch nicht – gequirlte Kacke!!!
Wie Gabriel unter 12. den Nazi-Wahn in Dunkeldeutschland verharmlost, tut nur noch weh und ist an Ahnungslosigkeit nicht zu überbieten – ich würde ihn mal gerne mal mit Kipa in den befreiten Zonen spazieren gehen sehen (die Krankenhaus, bzw. Beerdigungskosten muss er aber selbst tragen!)…

28) Wolfgang Wegener, Sonntag, 07. September 2014, 18:51 Uhr

Also, beim besten Willen, Herr Spreng, aber dieser Text ist ja wohl hanebüchen. Anstatt da irgendeinen “verborgenen Code” hineinlesen zu wollen, sollte man sich einfach an den Wortlaut halten. Dieser stellt ein Plädoyer für Bürgerbeteiliung dar.

Ein weiteres Zitat: “…für Ausländerfeinde sofort entschlüsselbar. Hinter den Luckes und Henkels verbirgt sich ein rechtspopulistischer Sumpf.” Wieso “Ausländerfeinde”, wo haben Sie das denn her? Ich würde Ihnen ja recht geben, wenn Sie z. B. den Begriff “Ausländermaut” genommen hätten, die wendet sich tatsächlich gegen Ausländer (vorzugsweise Österreicher), die sollen ja erstmals für die Benutzung unserer Straßen zahlen, und das ist tatsächlich ausländerfeindlich, oder? Und was bedeutet “rechtspopulistischer Sumpf”? Das ist doch faktenfreie Polemik pur. “Populistmus” bedeutet laut Duden “eine opportunistische Politik, die die Gunst der Massen zu gewinnen sucht.”, und Opportunismus” ist laut Duden das “prinzipienlose Anpassen an die jeweilige Lage”. “Rechtspopulistisch” würde ziemlich perfekt zur Merkel-CDU passen, wenn die CDU denn noch rechts wäre. Irgendwelche Prinzipien kann ich da jedenfalls schon lange nicht mehr erkennen, alles über Bord geworfen, oder?

29) Paulus, Sonntag, 07. September 2014, 20:59 Uhr

M. Spreng, ausgestattet mit feinen Ohren und Gespür für die neuen Befindlichkeiten in der Mittelklasse, unter ihnen nicht wenige der sogenannten “opinion leader”, wähnt die CDU in einer zunehmend schwierigen Lage, die durch die AfD aufgedeckt wird.

Die EU- Euro- und Außenpolitik der CDU (im Schlepptau der VSA) ist dem informierten, aufgeklärtem d. h. selbstständig denkendem Teil der Mittelschicht nicht mehr 1:1 vermittelbar. Zu groß die Widersprüche und Ungereimtheiten der EZB, deren Gelddruckerei kaum noch ein vernünftig denkender Mensch versteht, zu auffällig der Verfall der Infrastruktur, den jeder Autofahrer täglich erlebt und sich schwarz ärgert.

Die Regierungschefin schaut dem ungerührt zu. Ihre spontan und unüberlegt ausgerufene Energiewende kommt nicht vom Fleck. Zu zaghaft der strukturelle Wandel europäischer Volkswirtschaften (inzwischen auch der deutschen: siehe die deutsche Investitionsschwäche) bei sich abzeichnender weiterer Übernahme von Staatsschulden anderer EU Länder.(oder in Aussicht gestellter Kredithilfe z. B. an die Ukraine). Wer will das? Wer kann diesen Kuddelmuddel der Groko noch als nachvollziehbare Politik einstufen? Darum der Versuch, durch “Decodierung”
der AfD, der CSU vor den nächsten Landtagswahlen Schützenhilfe zu leisten. Er weiß, wie gefährlich die AfD der CDU werden wird!!!!

Gruß
Paulus

30) Heinz, Sonntag, 07. September 2014, 23:06 Uhr

Also ich bin ja bekennender Nicht-Wähler, aber die einzige im Moment für mich wählbare Partei ist die AfD.
Ich finde es etwas arm und erbärmlich, eine Partei, die auf demokratischen Füssen steht und derer einziger Makel der ist, dass sie den Status Quo in der EU nicht als Gott gegeben sieht von den Medien immer und immer wieder in die Rechte Ecke gedrängt wird.

Wie sieht es denn mit der Verfassungstreue bei den “etablierten” Parteien aus? da sehe ich bei Merkel und Schäuble schon schwarz…

31) Jakobiner, Montag, 08. September 2014, 07:42 Uhr

Die AfD ist doch eher, was früher FJStrauss und Dregger in der Union waren–der sogenannte Stahlhelmflügel, der sich jetzt eben von der CDU/CSU absetzt.Da könnte man genauso sagen, dass Strauss und Dregger Codes benutzten.Code ist ein Geheimwort, das nur Eingeweihte verstehen, soll also bedeuten: Die AfD ist ein Wolf im Schafspelz, eine rechtsradikale Partei, die sich nur tarnt und mittels Geheimlosungen mit ihren “eigentlichen”Zielgruppe kommuniziert..Nur, bester Herr Spreng: Wie steht es dann mit der CSU: “Wer betrügt, der fliegt” oder die “Ausländermaut”–sind das dann auch “Codes”?Ist die CSU dann auch nur eine NPD mit Tarnanstrich, die mittels geheimer Botschaften und Codes ihre wahren Absichten verschleiert. Man muss die Afd nicht mögen, aber etwas Trennschärfe sollte man dennoch vornehmen.

32) Ralf Nietzschmann, Montag, 08. September 2014, 10:54 Uhr

#10 Schmidt

Ihr Verdacht ist durchaus realitätsnah.Eine echte Diskussion findet doch nur mit einem sehr überschaubaren Personenkreis statt, zum Beispiel hier bei Sprengsatz.
An anderer Stelle habe ich mich mal zur AFD geäußert und die AFD charakterisiert, als es um Gemeinsamkeiten u. a. mit der Partei Die Linke zum ESM und Fiskalpakt ging. Ich gehörte auch zu den 37018 Tausend Menschen , die sich von Prof. Dr. Herta Däubler- Gmelin und Herrn Prof. Degenhardt vor den Verfassungsgericht in Karlsruhe vertreten ließen, also Klage gegen den ESM.
Für mich ist die AfD ein Verfechter einer bestimmten Nationalökonomie, einer bestimmten Volkswirtschaftslehre, also von der Nation oder dem Volk, in dem der Mensch dehumanisiert wird und nur noch als Humankapital interessant ist.
In dieser Abstraktion vom konkreten Menschen wird dann der Mensch zum Mischwesen, also
Mensch der Ökonomie.
Es ist die Philosophie von gutbetuchten mit hohen Bildungsstand ausgerüsteten (meist) Männern .
Im Falle der AfD angesehenen Wirtschaftsprofessoren.
In der Regel fürchten sie um ihre Privilegien und haben Deklassierungsängste.
Es wird von der Qualität der Bevölkerung ausgegangen und von dort geschlussfolgert auf die
höhere und mindere Qualität der Menschen als unabdingbar. ( siehe auch Sarrazin)
Natürlich sind die Überlegungen von M. Spreng durchaus interessant. Gerade in der Asylantenfrage ist es doch ein leichtes mit durchaus berechtigten Sorgen der Menschen zu punkten und zielgerecht Wählerpotential zu gewinnen, die allerdings nie echtes Klientel der AFD sind oder werden können.
Ich bleibe bei meiner mehrfach geäußerten These – die Stärke der Politik basiert auf der Desinteresse und der Unwissenheit vieler unsere Mitbürger/innen -.
Solange sich im Wahlsystem nichts ändert, geringe Wahlbeteiligung keine Konsequenzen hat, erübrigt sich für die sogenannten etablierten Parteien eine wirkliche Auseinandersetzung mit neuen Parteien, egal welcher Strömung sie zuzuordnen sind.Mit Unterstützung der gezielten Meinungsmache erledigen sich unliebsame Mitbewerber nach einer gewissen Zeit von selbst.
Ich bin mit Sicherheit kein Freund der FDP. Was aber Zastrow zur Sachsenwahl geäußert hat kann ich nachvollziehen. Warum wird nur eine Partei bei einer angeblich so erfolgreiche Politik für Sachsen abgestraft und die Andere nicht?Könnte es auch hier nicht sein, dass ein Teil der Wähler nur der gezielten Meinungsmache gefolgt sind?Anders gesagt, warum wählt man AFD, wenn man FDP schon hat?FDP wird populistisch niedergemacht, AFD rüstet sich populistisch auf.

33) Jakobiner, Montag, 08. September 2014, 12:01 Uhr

Eigentlich spricht die AfD ja in vielen Punkten auch Klartext–nehmen wir einmal deren Schattenaußenminister Gauland.

Gaulands Außenpolitikpapier, in dem er Bundeswehreinsätze in Nordafrika von “Tunis bis Bengasi”forderte.Noch 2 Zitate vom AfD-Sprecher und Autor des aussenpolitischen Papiers der AfD Gauland:
AfD-Sprecher Alexander Gauland:
“Die Deutschen haben ein gestörtes Verhältnis zur militärischen Gewalt. Sie betrachten sie nicht als die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln im Sinne von Clausewitz, sondern als das schlechthin Böse und Falsche, als ein Mittel, aus dem nie und unter keinen Umständen Brauchbares entstehen könne.” ” Statt also immer von Neuem die pazifistische Melodie zu singen, wäre es klug, eine politische zu intonieren, weil eben militärische Gewalt – siehe oben – nicht an sich schlecht, sondern nur als falsche Politik schlecht ist. Das aber setzt voraus, dass die Deutschen wieder eine Tatsache der Weltgeschichte akzeptieren lernen, die Bismarck in seiner ersten Regierungserklärung als preußischer Ministerpräsident 1862 in die berühmten Worte fasste: “Nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden – das ist der große Fehler von 1848 und 1849 gewesen – sondern durch Eisen und Blut.”” Diffuser Pazifismus: Warum sich die Deutschen mit Gewalt so schwer tun.”

http://www.afd-bodensee.de/alexander_gauland.html

“Deutschland wird bestimmt nicht am Hindukusch verteidigt, es kann aber durchaus die Notwendigkeit bestehen, es vor Bengasi oder Tunis zu verteidigen.”

Mal zum Vergleich: Die NPD spricht in ihren außenpolitischen Vorstellungen keineswegs Codes, sondern auch Klartext.

Wer NPD wählt, wählt den Krieg
Bewusst pazifistisch gibt sich die NPD in ihren Publikationen zu Afghanistan.Ihre Forderungen decken sich partiell mit denen der pazifistischen Linken und der Friedensbewegung.
Man muss jedoch bedenken, dass diese Partei sich in der Tradition des Nationalsozialismus und dessen aggressiver Aussenpolitik befindet. Die NPD meint mit ihren Forderungen nicht etwa Friedenspolitik, nicht etwa, dass keine deutschen Soldaten mehr marschieren sollen, sondern, dass deutsche Soldaten für ihr Projekt „Grossdeutschland“ in den alten Grenzen zu marschieren haben. Nicht nach Afghanistan, sondern nach Polen, in die Tschecheslowakei, in die alten deutschen Gebiete sollen nach NPD-Vorstellungen die deutschen Truppen marschieren, um Grossdeutschland wieder herzustellen.
“Kein Blut für die USA“—das meint: „ Blut nur für zukünftige NPD-Kriegszüge“. „Deutsche Aussenpolitik hat deutschen Interessen zu dienen“. Als ob sie dies nicht schon täte. Der NPD gefällt nur nicht, dass Deutschland nicht selber eine Grossmacht wie die USA ist und dass die Bundeswehr nicht solch eine Stärke wie die US-Army hat. Dafür würde die NPD schnell nach ihrer Machtergreifung sorgen mittels Aufrüstungsprogramm und dramatischen Sozialabbau.
Zu erwarten bei einer NPD-Herrschaft wäre die Errichtung einer brutalen Diktatur, Arbeits- und Konzentrationslager, der Austritt Deutschlands aus der NATO, die rasche Aufrüstung Deutschlands konventionell und mit Atomwaffen, um dann einen Krieg um die Vorherrschaft in Europa und der Welt führen zu können. In den 20er Jahren hiess es richtigerweise: „Wer Hitler wählt, wählt den Krieg!“Genauso gilt heute: „Wer NPD wählt, wählt den Krieg!“.
Wer es nicht glaubt und meint „sozial geht nur national“, sollte mal einen Blick in das Aktionsprogramm der NPD von 2003 (AP) und in das Parteiprogramm der NPD von 2011 (PP) werfen.
Zuerst würde sich ein NPD-Deutschland in eine frontale Konfrontation mit den USA als Spitze einer antiamerikanischen Weltbewegung stellen, wobei Deutschland hierfür die Vorreiterrolle spielen soll:

„Der Einfluß der USA ist zurückzudrängen-Eine deutsche Regierung hat sich dem Verlangen der USA, eine imperialistische Politik zugunsten der US-Wirtschaft weltweit mit allen Mitteln durchzusetzen, zu widersetzen. Sie hat bei der Organisation des Widerstandes gegen diese Politik eine Vorreiterrolle zu spielen.“
(AK, S.55)
Die NPD würde die Nachkriegsgrenzen in Europa infrage stellen und auf die Schaffung eines Grossdeutschland mit allen Mitteln hinwirken:
„Unrecht kann niemals die Grundlage eines dauerhaften Friedens zwischen den Völkern sein.Die NPD bestreitet die Rechtmäßigkeit der durch die Allierten erzwungenen Grenzanerkennungsverträge.Eine nationale Regierung hat sich in Kenntnis der Geschichte und unzweifelhafter Verstöße gegen das Völkerrecht strikt gegen die Preisgabe deutscher Gebiete zu verwahren(…)In Übereinstimmnung mit dem Völkerrecht fordern wir eine Politik zur Wiedervereinigung Deutschlands innerhalb seiner geschichtlichen Grenzen.“
Dazu ist die allgemeine Wehrpflicht vonnöten, um über ein Massenheer zu verfügen, das andere Länder auch besetzen kann.Eine NPD-Bundeswehr würde sich in die Tradition der Hitlerwehrmacht und mit seiner Forderung nach dem Militär als Schule der Nation eine innere Militarisierung und eine Umstellung der Gesellschaft in einen Riesenkasernenhof beabsichtigen:
„Wehrdienst ist Ehrendienst am deutschen Volk.Daher bejaht die NPD die allgemeine Wehrpflicht.Die Streitkräfte müssen auch ihrer Aufgabe als Schule der Nation gerecht werden.Tradititionsgrundlage und Vorbild für die deutsche Armee ist die tapfere Haltung der deutschen Soldaten aller Zeiten.“ (PP, S.20)
„Der 8.Mai 1945 war kein Tag der Befreiung, sondern der Niederlage undBesetzung unseres Landes, und er ist daher kein Anlaß zum feiern“. (PP, S.14)
Der Austritt aus der NATO, die Schaffung eines deutschen Generalstabs, die Wiedereinführung einer Militärjustiz gesondertem Strafrecht wird desweiteren gefordert (PP S.20).
Desweiteren wird die Aufrüstung Deutschlands mit Atomwaffen gefordert:
„Einführung und Kontrolle über eigene Atomwaffen sind notwendig, um weder militärisch noch politisch erpreßt werden zu können“ (AK, S.77)
„Angesichts der weltweiten Verbreitung von Nuklearwaffen ist im Rahmen eines zu schaffenden Europäischen Sicherheitssystems auch der Tatsache Rechnung zu tragen, daß erst der Besitz und der Fähigkeit zur Anwendung von Atomwaffen von einer vollständigen staatlichen Souveränität zu sprechen ist. Dies stellt sicher, daß in Zukunft ein Interventionsverbot für raumfremde Mächte in Europa gewährleistet wird.“(PP, S.20).
Wenn die NPD von „Friedenspolitik“ redet, so sind dies dieselben Phrasen, die auch einst Hitler schwang.Wer meint, die NPD hätte gute soziale Vorschläge wirtschaftspolitisch, sollte sich klar werden, dass dieser antikapitalistische Gestus nur der Lockköder ist, um eine Diktatur zu errichten, Deutschland hochzurüsten und mittels eines Krieges Grosseutschland in den alten Grenzen wiederherzustellen.
Ganz wie bei Hitler kann man das innenpolitische Programm nicht vom aussenpolitischen trennen.Daher: Wer NPD wählt, wählt den Krieg!

Und dann sollte man folgendes beachten:

NPD-Wähler gehen kaum zur AfD
Der Erfolg der Alternative für Deutschland wirft die Frage auf:
Zu wessen Lasten geht der Aufstieg der AfD?
Denn wo es Gewinner gibt, sind auch Verlierer.
Seit der Gründung der Partei im Frühjahr 2013 bis dato hat es kaum ein politisches Medium gegeben, dass nicht zu irgendeinem Zeitpunkt den Vergleich der AfD mit der NPD auf die ein oder andere Weise bemüht hätte. Zunächst wurde der inhaltliche Vergleich gezogen, bis das Anfang 2014 erarbeitete Europawahlprogramm, das sich unter anderem für die Westbindung, ein tolerantes Miteinander der Religionen und für den europäischen Binnenmarkt aussprach, nicht länger von den Medien ignoriert werden konnte.
Danach wurde von den Medien die Mitglieder unter die Lupe genommen bis der Vorstandsbeschluss von November 2013 an die Öffentlichkeit drang, der festlegte, dass ehemalige Mitglieder von rechtsradikalen Parteien nichts in der AfD zu suchen haben, sprich: Eine Aufnahme in die AfD unmöglich gemacht wurde. Nun soll zumindest die letzte vermeintliche Gemeinsamkeit mit den rechtsradikalen Parteien in manchen Medien aufrechterhalten werden: Die Wählerschaft.
Kreditwürdige Wähler
Anlässlich der Landtagswahlen im Osten Deutschlands wird nun landauf, landab in den Medien und von namhaften Politikwissenschaftlern behauptet, der Aufstieg der AfD stünde in direktem Zusammenhang mit dem Abstieg der NPD. Selbst der NPD-Vorstand fürchte, seine Wähler könnten zur AfD abwandern. Vor allem Wähler mit bürgerlichem Sozialprofil könnten dies tun. Schlecht für die NPD, heißt es, aber auch gut: Die AfD würde schließlich die Themen der NPD endlich salonfähig machen.
Aktuelle Wahlanalysen zeigen: Mitnichten, denn diese Schnittmengen in der Wählerschaft existieren gar nicht. Soziale Erhebungen des Institutes ISPRA beweisen, dass die Wählerstruktur der rechtsradikalen Parteien eher im Prekariat, also an den sozialen Brennpunkten und Randgebieten zu finden sind. Sie charakterisieren sich meist durch geringe Kreditwürdigkeit, unsolide Familienplanung und einem erhöhten Wechsel zwischen geringqualifizierten Jobs und Arbeitslosigkeit.
Ganz anders der Wähler, der eine hohe Bereitschaft aufweist, der AfD seine Stimme zu geben: Dieser ist meist überdurchschnittlich kreditwürdig, bürgerlich etabliert, politisch engagiert und Familienvater mit meist unbefristetem Arbeitsvertrag. Das passt nicht zusammen.

Darüber hinaus ergaben aktuelle Umfragen des Erfurter Meinungsforschungsinstitutes INSA, dass lediglich 1,5 Prozent der „Sonstigen Parteien“ – also NPD, DVU, Rep, etc. – eine hohe Bereitschaft zeigten, ihre Stimme auch der AfD zu geben. Parallel dazu waren es nur 0,5 Prozent der NPD-Wählerschaft, die angaben, sich auch mit der AfD anfreunden zu können. Im Vergleich dazu könnten sich dies 2 Prozent der SPD-, 1,5 Prozent der Linken- und 1 Prozent der FDP-Wählerschaft vorstellen. Die NPD-Wähler sind also am geringsten von allen Parteien gefährdet, zur AfD überzulaufen.

34) Erwin Gabriel, Montag, 08. September 2014, 13:38 Uhr

@ 27) Johannes Lamp, Sonntag, 07. September 2014, 18:22 Uhr

Mit Ihrer wüsten, aggressiven Gesinnungsrhetorik gehen Sie weit über das hinaus, was Sie anderen vorwerfen. Sie beschimpfen und verurteilen jeden, der nicht Ihrem (durchaus beschränkten) Denkmuster folgt.

Was ist beispielsweise an einem „braven deutschen Spießer“ oder einem „rechtschaffenen Bürger“ auszusetzen? Um das zu erklären, müssten Sie erst einmal sagen, was Sie mit diesen Begriffen verbinden (wahrscheinlich etwas anderes als die meisten Mitkommentatoren hier). Dann wüssten wir zumindest schon einmal, wie andere Menschen, wenn Sie das Sagen hätten, nicht leben dürften …

Oder „Nazi-Wahn in Dunkeldeutschland“ – schlimmer verallgemeinern geht nicht. Es gibt sicherlich in den äußersten Rändern des politischen Spektrums (rechts UND links) gewaltbereite und gewalttätige Spinner, die den Tod anderer in Kauf nehmen (NSU), aus dem rechten Spektrum sicherlich im Osten mehr als im Westen. Aber das sind schlimmstenfalls ein paar Prozent. Dafür die gesamte Bevölkerung als Nazis abzustempeln geht doch um Größenordnungen zu weit.

>> Ungebildete Muslime, die ihren Koran nicht kennen (19. Adnan Saghir)
>> und möglicherweise besser in Ihrer Balkan-Heimat geblieben wären

Dann so etwas – Sie be- und verurteilen einen Menschen aufgrund von ein paar Zeilen in einem Blog, werfen ihm mangelnde Bildung und Unkenntnis seiner Religion vor, vermuten ihn sogar in seiner „Balkan-Heimat“ besser aufgehoben? Wie herablassend und menschenverachtend …

Am „Deutschen Wesen“ sollte einst die Welt genesen – nun an Ihrem? Vielleicht erinnern Sie sich auch noch an Spießer-Sprüche der 70er Jahre gegen Linke wie „dann geh doch rüber in die SBZ“ – und nun „im Balkan besser aufgehoben“? Es sind stets solche schlichten Denkmuster, die Verfolgung und Gewalt heraufbeschwören. Sie denken (und handeln?) auch nicht besser als die, die Sie bekämpfen wollen.

E.G.
Braver deutscher Spießer und rechtschaffener Bürger

35) Christian Flügel, Montag, 08. September 2014, 14:07 Uhr

@5 und dem Rest hier:

Im englischen Sprachraum kennt man für solche Aussagen den Begriff ‘dogwhistling’. Frei nach der ‘Hundepfeife’ (dog whistle) steht der Begriff für Formulierungen und Begrifflichkeiten, die ein bestimmtes Klientel erreichen sollen, ohne das es bestimmte andere Kreise merken. Also ganz so wie bei der Hundepfeife, wo nur der Hund aber nicht der Mensch den Ton hört.

In der Regel handelt es sich dabei um Begriffe,die im zu erreichenden Soziotop entsprechende Bedeutungsverschiebungen erfahren haben oder um ‘Neusprech’. So ist sicher gestellt, dass man seinem Klientel die gewünschten Informationen mitteilen kann, ohne gleich den Mainstream auf sich aufmerksam zu machen. Die Kür erreicht man, wenn die Begriffe auf den ersten Blick unauffällig genug sind, damit sich auch der ‘Normalbürger’ nicht daran stört. Aber nur weil im Parteiprogramm der NPD nicht mehr vom ‘internationalen Finanzjudentum’ gesprochen wird sondern von der Schädlichkeit der US-Banken für die Weltwirtschaft, ist die Partei jetzt nicht weniger rechts als vorher, es ist nur weniger offensichtlich verpackt.

Gleiches gilt auch für die AfD, das mag ihnen ja möglicherweise nicht gefallen, macht die Hinweise von Herrn Spreng deshalb aber nicht weniger richtig.

36) JMK, Montag, 08. September 2014, 19:01 Uhr

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte es amüsant sein. Dass die AfD Wähler immer wieder behaupten sie seien nicht rechts ist natürlich ein Treppenwitz. Warum nicht dazu bekennen, das macht die NPD doch auch.
Petry und von Storch, dazu ein paar alte Republikaner und NPD Kader an Bord: fertig ist das braune Gesocks.
Das mag zu Beginn sogar noch anders gewesen sein, da der Euro als Wahlkampfthema icht ehr zieht, wird eben gegen Ausländer geschossen. Natürlich ohne jegliche Grundlage.
P.S. Die CSU ist da kein Deut besser. Das ist leider auch wahr.

37) Jakobiner, Montag, 08. September 2014, 20:37 Uhr

Als ehemaliger Stoiberberater müsste mir Herr Spreng auch noch erklären, ob Stoibers Wort von der “durchrassten Gesellschaft”auch ein Code war? Solch einen Spruch habe ich bisher von der AfD noch nicht gehört.

38) Meyer, Montag, 08. September 2014, 21:13 Uhr

Die EZB will die Banken Europas mit bis zu 2 Billonen Euro in 2 Monaten retten.

Euro-Bonds durch die Hintertür.

Was haben CDU, SPD, Grüne und CSU dazu anzubieten? Nichts, sie lassen die EZB gewähren obwohl die Gesetze eindeutig sind.

Nochmals: Bis zu 2 Billonen Euro Bankenrettung.

CDU, SPD und Grüne lassen die EZB schalten und walten wie es die Banker wollen.

2 Billonen Euro für die Banken, Herr Spreng, das soll dann Demokratie sein, dann ist so mancher lebende Diktator ein lupenreiner Demokrat, so lupenrein wie die EZB demokratisch ist und sich an Gesetze und Verträge hält.

39) Paulus, Montag, 08. September 2014, 22:58 Uhr

@27 Johannes Lamp

Welche Vergleiche, bezogen auf das Erscheinungsbild unserer Städte mir als angemessen erscheinen und welche nicht, muss ja nicht bei jedem auf Zustimmung stoßen. Ihre Qualifizierung meines Vergleiches als “Stürmer-Niveau” und andere Bespiele für den von Ihnen gepflegten Sprachstil: “Dämliche Sprüche …, “gequirlte Kacke..”, oder wenn als Paraphrasierung der Satz ausgegeben wird: “nur von den Muslimen ekle ich mich ..” statt: “nicht weil ich etwas gegen Muslime per se hätte….”, zeigen an, dass grobe Sinnverzerrung und der Gebrauch von Fäkalsprache eine Kritik ersetzen soll, die sich auf vorgetragene Argumente bezieht.

Soviel zum Niveau der Auseinandersetzung, wie sie Forist Johannes Lamp bevorzugt…

Gruß
Paulus

40) Erika, Dienstag, 09. September 2014, 00:17 Uhr

Herr Kinkel vom stern hat eine ganz andere These:

“Das Problem mit der AfD

Einer der Effekte, den die Umfragen auf Merkel definitiv hatten, betrifft ihren Umgang mit Konservativen. Sie hat von den Meinungsforschern frühzeitig erfahren, dass das Volk insgesamt toleranter und moderner ist als jene, die unablässig auf Familie, Kirche und Vaterland pochen. Merkel hat die kleine Gruppe der Konservativen in der Union deswegen einfach rechts liegen lassen. Nun organisiert sich diese ideologische Haltung außerhalb der Partei – in der AfD. Auch das ist ein Ergebnis demoskopie-getriebener Politik.”

http://www.stern.de/politik/deutschland/schlag-12-der-mittagskommentar-aus-berlin-die-geschmeidige-frau-merkel-2136590.html

Wer, wie ich ein Leben lang in Bayern lebt, kennt diese “Codes” der AFD seit Jahren von der CSU. Die Mehrzahl der AfD-Wähler sind wohl eher ihrer “konservativen Heimat” beraubt und wissen, dass die Parole von Angela Merkel “Keine Eurobonds, solange ich lebe” einer ihrer Worthülsen ist, deren Verpuffung gerade bei den aktuellen EZB-Entscheidungen beobachtet werden kann.

41) Erwin Gabriel, Dienstag, 09. September 2014, 09:37 Uhr

@ 35) Christian Flügel, Montag, 08. September 2014, 14:07 Uhr

Ich bin immer wieder irritiert über die Schwarzweißmalerei, die manche betreiben, ob es nun um die AfD, die Ukraine oder einen Ex-Präsidenten Wulff geht. “Alles richtig” oder “alles falsch”, und nichts dazwischen. meine Lebenserfahrung hat mich anderes gelehrt.

Ich habe beispielsweise noch bei keiner Wahl eine Partei gefunden, die von vorne bis hinten meine Vorstellungen abdeckt. Ich mache mein Kreuz also beim geringsten Übel. Wenn ich dann, wie bei der vorletzten Bundestagswahl geschehen, den Wahl-O-Maten anschmeiße und bekomme mit gleicher Wertigkeit “Die Linke” und die NPD empfohlen, bin ich politisch nicht gleichzeitig weit links und weit rechts, sondern einfach gegen den Einsatz deutscher Truppen in Afghanistan.

Ansonsten kommt kein Mensch als ausländerfeindlicher Nazi, als gewaltbereiter linker Autonomer oder auch als radikalislamischer Salafist auf die Welt, sondern er wird im Laufe seines Lebens dazu gemacht – in der Regel dadurch, dass er in “seiner” Szene etwas findet, was ihm der Rest der Welt nicht bieten konnte oder nicht geboten hat.

Politisch oder religiös radikal zu sein, ist nicht Ursache, sondern in erster Linie Symptom für Probleme. Und wie in der Medizin bekomme ich die Krankheit nicht in den Griff, wenn ich nur die Symptome bekämpfe. Und, unter uns, mehr tut die Politik derzeit nicht. Im Gegenteil – in ihrer Rat- und Tatenlosigkeit verschärft sie die Situation eher, als sie aufzulösen.

Die Euro- (und von mir aus auch ausländer-)skeptische AfD ist der keinesfalls perfekte Versuch einer Antwort, auch nur ein Symptom, aber weder Grund für die sich immer weiter zuspitzende Euro-Krise noch für Ausländerfeindlichkeit.

42) Politikverdruss, Dienstag, 09. September 2014, 09:50 Uhr

34) Erwin Gabriel, Montag, 08. September 2014, 13:38 Uhr
39) Paulus, Montag, 08. September 2014, 22:58 Uhr

Volle Zustimmung!

43) MOSI, Dienstag, 09. September 2014, 10:42 Uhr

Eigenartig. Die ersten 2 zitierten Sätze sagen was anderes als der letzte. Fehlt im letzten nicht ein “nicht”? (…nicht akzeptiert werden.). Erst nach einer Korrektur würde ich anfangen, zu diskutieren.

44) Walter Schmid, Dienstag, 09. September 2014, 10:44 Uhr

@Meyer
Treffsichere Analyse. Merkel hat es m.E geschafft, fast alle Bundestagsabgeordnete auf Linie zu bringen oder einzelne wegzubeißen. Solche Zustände erinnern mich an alte Zeiten. Die AfD ist das Produkt solcher Politik. Egal welche Partei sich gegründet hätte, sie wäre auch hochgekommen. Die Bürger brauchten einfach ein Ventil. Ob alte Herren oder junge Männer, es ist einfach egal.

45) Peter Christian Nowak, Dienstag, 09. September 2014, 13:52 Uhr

Erika

Sie haben vollkommen Recht: Wir haben schon längst die eigentlich verbotene Staatsfinanzierung durch die EZB. Nichts anderes ist der ESM. Merken tun das nur die wenigsten Zeitgenossen, weil der Euro unglaublich stabil ist und diese Geldschwämme durch Gelddrucken schadlos (bis jetzt) übersteht.

Im Gegenteil: er scheint eher zur Deflationsbewegung als zur Inflation zu neigen.

Der Eurowert sinkt zwar, heute ist er bei rund 1.29 zur Dollar-Leitwährung, und damit immer noch im grünen Bereich.

Europa liegt in der Akzeptanz der Bürger im unteren Bereich. Die Schulden, die von der EZB Deutschland aufgebürdet werden sid ja nicht ausser Schussweite, sondern werden den nachfolgenden Generationen in Rechnung gestelkt werden.

Für Rente, Bildung, Soziales wird dann wenig bis gar nichts übrig bleiben.

Viele junge, gut Ausgebildete verlassen deswegen das Land. In meinem Bekanntekreis sind es schon mehrere Leute: “Das geben wir uns nicht weiter…ständig werden deutsche Steuerzahler für finanzielle Belastungen herangezogen, die eigentlich die Nationen selber tragen müssten.”

Kann man es ihnen verdenken?

46) Peter Christian Nowak, Dienstag, 09. September 2014, 14:02 Uhr

Ich bin kein Anhänger der AfD. Dennoch begrüße ich die Partei als notwendiges Ventil für unzufriedene Bürger und gleichzeitig als Gegenpol zur Europapolitik.

Da sind mir die “Codes”, die sie versprühen mögen, völlig wurscht.

Diese Partei polarisiert und ist Weckruf an die allzu selbstherrliche Politik der Europafanatiker in Deutschland.

47) Johannes Lamp, Dienstag, 09. September 2014, 14:05 Uhr

zu 34) Erwin Gabriel und 39) Paulus
Bei einem bestimmten Personenkreis, der für bestimmte Parolen offen ist, hilft halt eben kein Florett und selbst der Säbel ist noch zu dezent – da braucht es die Keule!
Der Schoß ist fruchtbar noch…

48) Jakobiner, Dienstag, 09. September 2014, 16:08 Uhr

Zudem ist interessant, was Herr Spreng NICHT an der AfD kritisiert: Einen Militarismus ala Gauland, an dem auch ein Gauck Freude hätte. Und vor allem nicht die neoliberale Politik der AfD, die hier noch die FDP überholt: Keinen Mindestlohn, keine Mietpreisdeckelung, keinen Sozialstaat, keine Regulierung der Finanzmärkte, keine Umweltstandards oder Abreitnehmerrechte.Die AfD hat Camerons Europa als Vorbild benannt–daran stört sich Spreng auch nicht, zumal ja auch Merkel gemeinsam mit Cameron erklärte, Ziel sei ein “wettbewerbsfähighes Europa”, was ein Code ist für Sozialabbau, Freiheit des Kapitals, Deregulierung, weitere Privatisierungen (demnächst die Strassen), TTIP, etc.In diesen Punkten scheinen eben CDU und CSU samt Spreng gleicher Ansicht wie die AfD.

49) Paulus, Dienstag, 09. September 2014, 17:24 Uhr

@47 Johannes Lamp

Sie benutzen keine Keule, Sie machen es sich noch einfacher. Sie reihen Unverschämtheiten, Beleidigungen, Diffamierungen und bodenlose Dummheiten aneinander und verstehen sich selbst in Ihrem Eifer und Geifer wahrscheinlich noch – Gipfel der Peinlichkeiten – als ein “antifaschistischer Kämpfer”.

Gruß
Paulus

50) Johannes Lamp, Dienstag, 09. September 2014, 18:05 Uhr

zu 42) Politikverdruss
Kommentar einsilbig und doch schwach!!! Wo Sie sich doch sonst überschlagen…

51) Horst Klohocker, Dienstag, 09. September 2014, 21:14 Uhr

Schau ich auf Deutschland in der Nacht nach der Wahl, erinnert mich das an ein längst überwunden geglaubtes Tal! Welche Alternative bleibt uns Deutschen also angesichts der Alternativlosigeit unsere Etablierten?

Wer am Rande der Gesellschaft steht fühlt sich eben gerne von Radikalen angezogen und die Methoden dieser Ausgegrenztenangler wird immer raffinierter. Wir könnten uns also christlichen Werten wie Toleranz, Nächstenliebe, Akzeptanz und Aufnahme mit offenen Händen mehr verbunden fühlen. Nur dann sucht auch keiner mehr nach Alternativen.

52) Alexander, Mittwoch, 10. September 2014, 10:42 Uhr

@ 48.) Jakobiner

Bei allem Respekt, aber Ihrer Kritik an der AfD kann hier nicht zustimmen!

Warum halten Sie Herrn Gauland für einen Militaristen? Haben Sie überhaupt seinen Artikel im Tagesspiegel gelesen. Ich unterstelle, dass Sie diesen Artikel nicht gelesen haben, sondern irgendwo etwas aufgeschnappt haben und diese unreflektiert nachplappern. Gauland geht es mitnichten um eine militarisierte Politik, sondern vielmehr darum, wann Politik ohne Militär nicht auskommt. Und leider gibt es derartige Situationen.

Neoliberal: Das ist ein ebenfalls unreflektierter Kampf- und Diffamierungsbegriff der Linken, um politisch Andersdenkende als Raubtierkapitalisten zu brandmarken. Bitte zitieren Sie die Stellen und belegen konkret, wo die AfD aus Ihrer Sicht neoliberal sein soll. Im Gegensatz zu Ihnen habe ich die Thesen und Programme der AfD bezüglich Sozialstaatsreformen gelesen und kann diese sehr gut unterstützen. Der AfD geht es nicht um Abbau von Sozialleistungen, sondern um eine Modernisierung des Sozialstaates. Und dies ist legitim und notwendig. Der Sozialstaat beispielsweise hat immer noch keine Controllinginstrumente. Kein Sozialministerium weiß konkret, was mit dem Geld für Sozialleistungen passiert und wie es umgesetzt wird. So werden Milliarden Steuergelder verschleudert wie beispielsweise für Ferrari als Dienstwagen der Treberhilfe Berlin.

Regulierung der Finanzmärkte: Die AfD ist zusammen mit der LINKEN (!!!) die die EURO-Währungsarchitektur kritisiert und bemängelt, dass die Banken die einzigen Profiteure der Euro-Krise sind.

Ich bitte Sie, Ihre polemischen Aussagen durch stichhaltige Argumente zu ersetzen, Danke!

53) Johannes Lamp, Mittwoch, 10. September 2014, 11:07 Uhr

49) Paulus
“Antifaschistischer Kämpfer” schmeichelt mir, zumal von jemand, dem offensichtlich (14) Stürmer-Niveau!) nichts peinlich ist!!!

54) Christian Flügel, Mittwoch, 10. September 2014, 12:28 Uhr

@41: das Problem mit gefühlten Problemen ist, nun ja, das einen Gefühle oft trügen.

Insofern scheitert die AfD selbst dann, wenn man ihr keine Mutwilligkeit bei der Themenwahl unterstellen will sondern nur Naivität. Wobei für mich Naivität fast schlimmer ist als Vorsatz. Im ersten Falle stecken dahinter zumindest Denkprozesse, selbst wenn sie eine Philosophie vertreten de ich nicht im entferntesten gut heißen mag.

Skeptizismus ist eine zutiefst wissenschaftliche Grundhaltung und keine “Gefühlshaltung”. ‘Ich bin skeptisch’ ist auch kein Synonym für ‘Ich mag das nicht, kann es aber nicht rational begründen’. Insofern dürfte eine Partei die sich dem Skeptizismus verbunden fühlt beim Thema Euro zu anderen Schlüssen gelangen als die AfD.

Die Faktenlage zum Thema Euro sieht nämlich anders aus. Erstens profitiert Deutschland überaus stark vom Euro und stände mit der D-Mark als Währung wirtschaftlich deutlich schlechter da, zweitens ist die durch den Euro begründete wirtschaftliche Stärke Deutschlands einer der Hauptauslöser und -gründe für die aktuelle wirtschaftliche Situation Europas. Ein Faktum dem nicht einmal Deutschland nahe stehende Institute widersprechen. Die Exportstärke Deutschlands begründet sich auf der wirtschaftlichen Schwäche von Ländern wie Italien, Spanien oder Griechenland einerseits und vom, im offiziellen Sprachgebrauch ‘Lohnzurückhaltung’ genannten, Lohndumping in Deutschland andererseits. Eine Tatsache die uns selbst von neoliberalen Vorzeigeprojekten wie dem IMF und der Weltbank, die nicht gerade für ihre linke Haltung bekannt sind, vorgehalten werden.

Was ist also wahrscheinlicher, das die Mitglieder der AfD-Spitze – alles gestandene Wirtschaftsfunktionäre und Akademiker – reine Befindlichkeiten addressieren, ganz nach dem Motto ‘früher war mehr D-Mark’ oder das man gezielt die ‘Ausländerskeptiker’ (ha!) ansprechen will?

Das Parteiprogramm liest sich jedenfalls vollständig wie eine Ansprache an alle ‘daswirdmanjawohlnochsagendürfer’ unter grober Mißachtung von Fakten. Das die AfD im Vergleich zur NPD höchstens als ‘Schnullernazis’ durchgehen ist mir da kein Trost.

55) Jakobiner, Mittwoch, 10. September 2014, 16:25 Uhr

Zu 52) Alexander: Sehen sie sich mal die Zitate Gaulands unter 33) an, die ich schon gebracht un dsie nicht wahrgenommen haben und reden wir dann nochmal darüber.”Modernieriserung des Sozialstaat”ist eben auch ein Code von Sozialdarwinisten für Sozialabbau. Und Floridarolf, Arno Dübel und der berühmte Ferrari sind die berühmten von BILD und den Unternehmermedien aufgebauschten exotioschen Ausnahmen von der Regel, die eben ein sehr striktes Controlling der Hartzler vorsieht.

56) Johannes Lamp, Mittwoch, 10. September 2014, 16:47 Uhr

zu 54) Christian Flügel
” Dass die AfD im Vergleich zur NPD höchstens als “Schnullernazis” durchgehen, ist mir kein Trost.”
Dieser letzte Satz im Beitrag stimmt mich nachdenklich – er wirkt verniedlichend, wo es nichts zu verniedlichen gibt! Dass die AfD sich von den Glatzen und Dumpfbacken absetzt, ist doch aus ihrer Sicht die richtige Taktik. Die “Daswirdmanjawohlnochsagendürfer” und Bundesbedenkenträger werden erst wach, wenn sie um ihren eigenen (meist kaum noch vorhandenen) Skalp fürchten müssen…

57) Paulus, Mittwoch, 10. September 2014, 17:21 Uhr

@53 Johannes Lamp

Sie haben mein Posting falsch verstanden. Wer in diesem Blog den intellektuellen Offenbarungseid leistet und sich gleichwohl das Etikett “antifaschistischer Kämpfer” anheftet, erreicht mit seinen antifaschistischen Halluzinationen den Gipfel der Peinlichkeit. Er beleidigt mit Pöbeleie und blankem Unsinn alle politischen Aktivisten, die mit Wort und Tat gegen Nazi Barbarei gekämpft haben.

Gruß
Paulus

58) m.spreng, Mittwoch, 10. September 2014, 17:31 Uhr

@ Paulus und @ Johannes Lamp

Es reicht jetzt.

59) Walter Schmid, Mittwoch, 10. September 2014, 20:05 Uhr

Wir tauschen hier nur Meinungen aus. Wer entscheidet wer recht hat? Keiner! Polemik ist hier nicht angesagt. Alexander hat alles sehr höflich auf den Punkt gebracht. Lieber geht m.E vornehm die Welt zugrunde, als manche unqualifizierte Beiträge zu lesen. Herr Spreng, greifen Sie durch wenn es zu bunt wird.

60) Jakobiner, Donnerstag, 11. September 2014, 07:12 Uhr

Zur AfD und ihrem “Code”, noch folgende Bemerkungen von Katja Kippling (Linkspartei) auf Abgeordnetenwatch:

“Sehr geehrter Herr X ,

vielen Dank für Ihre erneute Frage. Die AfD positioniert sich selbst durch ihr politisches Personal und durch ihre politischen Positionen am äußersten rechten Rand des Parteienspektrums. Personell bedient man sich gerade auf Landes- und Kommunalebene bei anderen gescheiterten Rechtsparteien und -zusammenschlüssen. Zu beobachten ist das beispielsweise in Sachsen, wo sich bei der AfD Personen sammeln, die z.B. früher bei der verbotenen Naziorganisation “Wikingjugend” aktiv waren oder die es in ultrarechten Burschenschaftskreisen wohl noch sind. Ebenfalls in Sachsen wird der ursprünglich als Alterspräsident vorgesehene AfD-Landtagsabgeordnete Spangenberg dieses Amt nicht antreten. Ausschlaggebend war seine frühere Mitgliedschaft in einer extrem rechten Gruppierung. Dies sind keine Einzelfälle.

Vermutlich gibt es zwar auch in der AfD Konservative und Rechtsliberale, die keine Sympathien für solche Leute haben. Dennoch ist offensichtlich, dass die AfD das Problem nicht im Griff hat, wenn sie es denn überhaupt versucht.
Und gerade in Sachsen hat man sich bemüht, mit Rhetorik und Forderungen auch eine ganz bestimmte Klientel anzusprechen – verschiedene Parolen glichen denen der NPD zum Verwechseln, hier genannt sein nur das Stichwort “Weltsozialamt”. Und wenn die Spitzenkandidatin Petry erklärte, dass “jede normale deutsche Familie” mindestens drei Kinder bekommen und Schwangerschaftsabbrüche härter bestraft werden müssen, und auf der anderen Seite diskutiert wurde, dass die Kinder von Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft weniger Kindergeld erhalten sollen, dann ist meines Erachtens klar, auf wessen Beifall man da zielte. Auch die Klage darüber, dass in Lehrplänen der Nationalsozialismus zu viel Raum einnehmen würde, passt in dieses Bild. Man kann daher schwerlich davon reden, dass irgendjemand die AfD zu Unrecht in eine rechte Ecke drängen wollte. Bisher erledigt das die AfD schon ganz allein.

Dass Herr Gauland jetzt während des Landtagswahlkampfs in Brandenburg, das bekanntermaßen die letzten Jahren vergleichsweise links gewählt hat, in Briefen scheinheilig vermutete Gemeinsamkeiten mit uns betont, ändert daran nichts.
Wenn meine Partei z.B. viel Kritisches zur EU sagt, so tun wir dies aus komplett anderen Beweggründen – und mit komplett anderen Vorschlägen. Uns stört beispielsweise an der EU nach heutigem Muster, dass sie in vielem undemokratisch strukturiert ist, dass sie zu allererst als wirtschafts- und als Militärunion verstanden wird und eben nicht die ArbeitnehmerInnen und sozial Ausgegrenzte schützt – nachzulesen z.B. in unserem Bundestagswahlprogramm 2013: http://www.die-linke.de . Die AfD – eine, wie Sie richtig schreiben, aus wirtschaftspolitischer Sicht neoliberal orientierte Partei – will aber genau das, was wir kritisieren, erhalten. Von Demokratisierung oder gemeinsamen sozialen Standards ist hingegen nichts zu hören.

Noch kurz zum erwähnten Thesenpapier, auch wenn es nach meiner Kenntnis bisher nicht von Gremien der AfD als Position beschlossen wurde: Gauland äußert sich in dem Papier moderater als früher, als er noch davon sprach, dass die großen Fragen der Zeit “Nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse entschieden [werden], sondern durch Eisen und Blut” und das “gestörte Verhältnis [der Deutschen] zu militärischer Gewalt” beklagte.
Auf den knapp zwei A4-Seiten, die der Kürze entsprechend keine außenpolitische Strategie sind und dementsprechend vieles offen lassen, spricht er zwar einerseits davon, dass Deutschland nicht am Hindukusch verteidigt werde. Da er im nächsten Atemzug aber erwähnt, dass dies aber sehr wohl in Bengasi und Tunis der Fall sein könne, kann ich keine grundsätzliche Abkehr von einer militarisierten Außenpolitik erkennen. Der Unterschied liegt lediglich darin, dass hier deutsche Interessensphären geographisch anders verortet werden, als es z.B. die derzeitige Regierung tut.
DIE LINKE hingegen fordert eine grundsätzlich andere Außenpolitik, die sich als Friedenspolitik begreift. Falls Sie die Details nachlesen möchten, so empfehle ich dazu z.B. ebenfalls unser Programm zur Bundestagswahl 2013 http://www.die-linke.de

61) Alexander, Donnerstag, 11. September 2014, 08:57 Uhr

@60) Jakobiner

Der zitierte Kommentar von der LINKEN-Politikerin Frau Kippling strotzt aus meiner Sicht vor pauschalisierenden, ungenauen Statements, insgesamt kein guter Beitrag über die AfD. Leider!

Zuerst einmal kritisiert Frau Kippling, dass sich Personen mit nationalistischer Vergangenheit bei der AfD tummelt. Meine Sicht: Ja, wunderbar! Es freut mich, dass sich eben jene Menschen mit vorher nationalistischen Überzeugungen umentschieden und zur Demokratie zurückgefunden haben. Darüber freue ich mich. Mir sind Menschen lieber, die sich von einer widerlichen Gesinnung befreit haben als die linken Moralapostel, die mit ihren permanent erhobenen Zeigefinger ihre Umwelt traktieren. Außerdem sagt es nichts aus über die AfD insgesamt, wenn dort vereinzelt Personen sind, die vorher eine andere Gesinnung hatten.

Im Übrigen finde ich die Vergangenheit der LINKEN wesentlich schlimmer und widerlicher. Nach wie vor gibt es in den Reihen der LINKEN eine Vielzahl ehemaliger Stasi-Spitzel, Stasi-Offiziere und SED-Apparatschiks etc., die auch nach 25 Jahren von der LINKEN gedeckt werden. Ja, wie scheinheilig ist denn Frau Kippling! Frau Kippling und die LINKEN sollten erstmal sich zur Demokratie bekennen und endlich ehrlich mit der Stasi-Vergangenheit umgehen.

Es ist widerwärtig, wie schnell Frau Kippling Menschen mit einer anderen, konträren politischen Einstellung in die Nähe des Nationalsozialismus stellt. Das ist zutiefst undemokratisch! Da reicht schon eine einfache Aussage, dass eine Familie auch drei Kinder haben darf, um Frau Petry als Nazi-Politikerin zu brandmarken.

Im weiteren Verlauf zitiert Frau Kippling den AfD-Politiker anscheinend bewusst falsch! Das Zitat stammt nicht von Herrn Gauland, sondern vielmehr von Otto Bismarck, den Herr Gauland in seinem Artikel im Tagesspiegel zitierte. Einfach unfassbar und widerlich, wie Frau Kippling argumentiert.

Ist dieser Stil von Frau Kippling nicht undemokratisch oder gar faschistoid?

62) Christian Flügel, Donnerstag, 11. September 2014, 13:08 Uhr

Was einige vielleicht nicht sehen oder sehen wollen ist, dass der Krieg um die Zustimmung der Wähler eben auch mit psychologischen Tricks und guter alter Propaganda geführt wird.

Dabei bedient man sich natürlich dem kompletten Arsenal an Werkzeugen die Verhaltenspsychologie und Werbebranche erdacht und seit Jahrzehnten perfektioniert haben und die George Orwell in seinem Werk ‘1984’ unter dem Begriff ‘Neusprech’ zusammengefasst und parodiert hat.

In einer solchen Welt kann sich eine neoliberale Lobbyorganisation die für Sozialabbau, Arbeitszwang, Lohndumping und weniger Einmischung der Politik in die Angelegenheiten der Großindustrie steht als ‘Initiative neue soziale Marktwirtschaft’ bezeichnen ohne das dies überhaupt thematisiert wird. In einer solchen Welt bezeichnet man die wirtschaftlich schwächeren Länder im Süden Europas als ‘PIGs’, was zwar vordergründig für Portugal, Italien und Griechenland steht, hintergründig und gewollt eben auch für ‘die Schweine’ (Pig (eng.) = Schwein (dt.)).

In einer solchen Welt steht das Wort ‘Alternativlos’ für ‘Wir wollen das so ob es euch passt oder nicht’. In einer solchen Welt steht ‘Leistung muss sich wieder lohnen’ für das komplette Gegenteil und einer der Hauptverursacher der Wirtschaftskrise 2008 (Deutschland) schaft es die Schuld auf die angebliche “Verschwendungssucht” des Rests von Europa zu schieben. In einer solchen Welt wird einem ein Freihandelsabkommen das nur der amerikanischen und europäischen Großindustrie nützt und Mittelstand und Arbeitnehmer weiter entrechtet als ‘Alternativlos für das Wirtschaftswachstum und den Wohlstand von Europa’ vermarktet.

In einer solchen Welt nennen sich dann halt auch Ausländerfeinde und Sozialdarwinisten ‘Wertkonservativ’ und ihre Parteien nicht mehr ‘National’ sondern Alternative für Deutschland’. Die AfD nimmt übrigens in keinem der oben genannten Fälle eine Gegenposition zur EU ein, ganz im Gegenteil.

Dabei sind Codes, subliminale Botschaften und verklausulierte Ansprachen keine Erfindung der Neuzeit, die Römer haben sich dessen bedient, ebenso Herrscherhäuser und Geheimbünde sowie alle die bei Entdeckung um Leib und Leben fürchten mussten.

Das dabei die Codes und Begriffe immer wieder gewechselt und angepasst werden müssen sobald der ‘Mainstream’ die codierte Bedeutung verstanden hat ist zwangsläufig und sichert heutzutage die Existenz zahlreicher ‘Think Tanks’ und Interessenverbände’

63) Erwin Gabriel, Donnerstag, 11. September 2014, 15:06 Uhr

q 47) Johannes Lamp, Dienstag, 09. September 2014, 14:05 Uhr

>> Bei einem bestimmten Personenkreis, der für bestimmte Parolen
>> offen ist, hilft halt eben kein Florett und selbst der Säbel ist noch
>> zu dezent – da braucht es die Keule!
>> Der Schoß ist fruchtbar noch…

Zumindest sind Sie unterhaltsam.

Vielleicht haben Sie auch eine Lösung für einen Personenkreis, der für keinerlei Argumente offen ist, und wo so manch anderes als der Schoß es offenkundig unbefruchtbar ist.

Jedenfalls wäre mein Lösungsvorschlag kein Aufruf zur Gewalt.

64) Paulus, Donnerstag, 11. September 2014, 17:24 Uhr

Peter Christian Nowak

Ihr Blogeintrag @46 verdichtet in wenigen Worten auch meine Haltung zur AfD und ich füge hinzu: Insbesondere die Europapolitik von CDUSPDGrüne soll offenkundig einer Fundamentalkritik entzogen werden. Die politische Hoffnung, mit der gebetsmühlenartigen Wiederholung schlichter Behauptungen vom Typ “Deutschland ist der größte Profiteur des € ” usw. ließen sich die € Kritiker mundtot machen, erfüllt sich nicht. Einer stringenten Euro-Kritik Gehör zu verschaffen, darin liegt die politische Bedeutung der AfD.

Ich kenne kein Parteiprogramm. das mich restlos überzeugt. Diese Aussage gilt auch für die verschiedenen Positionen der AfD soweit diese mir bekannt sind. Die größte Gefahr für den Fortbestand der jungen Partei liegt sicher im plötzlichen Zustrom von Mitgliedern, die in allen möglichen politischen Lagern/Sekten bereits zuvor ihr Glück versucht haben. Ob die AfD diese Anfangsschwierigkeiten wird überstehen können, muss sich noch erweisen. Der politische Ansatz den sie wählt, könnte eine stabile Entwicklung der Partei tragen.

“Decodierer”, “Erleuchtete” und politische “Seher” aller Schattierungen werden feststellen: Die Wirksamkeit einer pro-Euro-Propaganda hat ihre Grenze erreicht.

Gruß
Paulus

65) Peter Christian Nowak, Freitag, 12. September 2014, 11:15 Uhr

Hallo, Herr Paulus!
Ich bin kein Anhänger der AfD. Mir gefällt die neoliberale Ausrichtung nicht, besonders nicht die sozialpolitische.
Aber ich gebe dennoch der AfD und ihrer Kritik an der Europapolitik in Teilen Recht.

Als damals die Maastrichtverträge den Euro unwiderruflich festgezurrt haben, war mir seinerzeit schon klar, dass der für viele inadäquate Volkswirtschaften des Südens nicht “kompatibel” sein wird.
Ich stand damals damit nicht allein mit dieser Ansicht; denn wie heute zu besichtigen ist, sind die damaligen Eurokritiker die heutigen AfD-Gründer.
Diese Partei ist natürlich ein Stachel in dieser ganzen Europa-Ideologie. Muss er auch sein. Denn der Euro soll ja der alles tragende Eckstein für das Haus Europa sein. Wer dagegen ist, muss den Europafanatikern als Häresie erscheinen.

Und so treibt diese “schismatische” Partei den Zorn derer voran, die unter allen Umständen ein Schisma in der Europäischen Union verhindern wollen.
Denn sie wissen, wie fragil und auf welch wackligen Füssen dieses Europa steht. die Beweise hierfür sind evident. Ein Blick nach den Krisen und Krisenländern reicht. Womit ich auch die Handhabung der Ukrainekrise einschließe und den zum Himmel stinkenden Umgang mit Russland. Am Ende werden es die Bürger vor allem in Deutschland sein, die die Zeche für diesen diplomatischen wie handlungsunfähigen Dilettantismus zahlen werden. Es ist alles so unglaublich, dass es einem die Sprache verschlägt!

66) Christian Flügel, Freitag, 12. September 2014, 14:04 Uhr

@64

“Die größte Gefahr für den Fortbestand der jungen Partei liegt sicher im plötzlichen Zustrom von Mitgliedern, die in allen möglichen politischen Lagern/Sekten bereits zuvor ihr Glück versucht haben.”

Sie brauchen sich nur die Piratenpartei ansehen, die genau dieser Sachverhalt letztendlich zerlegt hat

Da sie anscheinend ein Befürworter der AfD sind können sie mir vielleicht eine Frage beantworten:

Das Deutschland der größte Profiteur des Euro ist ist keine Behauptung sondern letztendlich eine ökonomische Tatsache. Deutschland als Exportnation (‘Exportweltmeister’) profitiert direkt vom europaweit festgelegten Wechselkurs und somit von der wirtschaftlichen Schwäche unserer europäischer Nachbarn. In einem freien Wechselkurssystem würde die aktuelle Exportstärke Deutschlands ohne eine entsprechende Binnennachfrage zu einer starken Aufwertung der D-Mark führen, diese würde sofort auf unsere Exporte durchschlagen und Deutschland in eine noch größere Krise stürzen, da der Export einbrechen würde und keine Nachfrage im Inland mehr da ist, die diesen Einbruch abfedern kann.

Insofern profitiert Deutschland nicht nur vom Euro, Deutschland hat auch ein starkes Interesse daran, dass der Euro nicht aufwertet und damit auch ein starkes Interesse das die Partner im Euroverbund wirtschaftlich schwach bleiben. Auch die ‘Lohnzurückhaltung’ die die deutsche Industrie im Inland fordert gelingt nur, weil die Inlandsnachfrage im Vergleich zum Export für unsere Großindustrie keine Rolle spielt und dank des Euro-Systems auch keine Rolle mehr spielen muss.

Insofern ist Deutschland nicht nur einer der größten Profiteure des Euro, sondern auch maßgeblich für die Finanzblase und anschließende Wirtschaftskrise von 2008 mitverantwortlich. Das wir jetzt einen Teil des Schadens, den unsere Wirtschaftspolitik im Euroraum angerichtet hat über Bankenrettungen, Rettungspakete und Bürgschaften zurückzahlen müssen ist eine Ironie des Schicksals.Die Tragik liegt möglicherweise darin, dass die Verursacher der Krise (Banken und deutsche Großindustrie) zwar die Profite einstreichen durften, aber am ‘Schadensausgleich’ nicht beteiligt werden, dafür steht der private Steuerzahler nun grade.

Das Programm der AfD steht in der Frage ‘Euro’ allerdings dafür alle die Dinge, die Deutschland am Euro nützen beizubehalten und lediglich die ‘Konsequenzen’ unseres Handelns im Euroraum für uns weitestgehend abzuschaffen und den anderen Europartnern aufzubürden.

Sie müssten jetzt erklären wo das ‘Euro-Kritik’ sein soll..Letztendlich ist es ja nur ein ‘wir wollen bitte alles beibehalten was uns am Euro nützlich ist und alles abschaffen was irgendwie mit Risiko oder Konsequenzen zu tun hat’.

67) Wolfgang Wegener, Freitag, 12. September 2014, 15:57 Uhr

Da die Meinungsforscher für Thürigen und Brandenburg bereits freiwillig 8 Prozent für die AfD zugeben, tippe ich mal auf zweistellig. Allerdings bin ich auch unrettbar verlorener Optimist.

Mein Wunsch: Wer da wohnt: Wählen gehen! Jede Stimme zählt.

68) wschira, Freitag, 12. September 2014, 16:13 Uhr

@61) Alexander

Wieviele von den von Ihnen so genannten Leuten mit widerlicher Vergangenheit gibt es denn bei den anderen Parteien als Erbe der Blockparteien? Einesteils bejubeln Sie “die Rückkehr von Leuten mit nationalistischer Vergangenheit (genauer: Leute mit Naziparolen, diese Charakterisierung ist von mir), die in die Demokratie zurückgefunden haben”, die anderen sind nicht in der Demokratie angekommen? Zumal diese zu einem grossen Teil aus Dissidenten demokratischer Parteien bestehen. Merkwürdige Argumentation.

69) karel, Samstag, 13. September 2014, 10:17 Uhr

Wie sagte einst Rudolf Augstein?

“Die Zahl derer, die durch zuviele Informationen nicht mehr informiert sind, wächst.

70) Walter Schmid, Samstag, 13. September 2014, 10:57 Uhr

Warum verbietet das Bundesverfassungsgericht die NPD und AfD nicht? Es wird m.E nicht dazu kommen! Würde es dazu kommen, dann würden vorallem Nichtwähler hellhörig werden, und vermehrt die neu enstehenden Parteien wohl wählen. was den Etablierten nicht zugute kommen würde. Der Zulauf wäre ennorm! Was mich an der ganzen Debatte über die AfD stört, dass deren Wähler diffamiert und in die rechte Schmuddelecke gestellt werden( einschließlich der Wandernden). Die ganzen Übergriffe auf AfD Mitglieder und Sympathisanten sprechen eine deutliche Sprache. Wo bleibt hier der Aufschrei! Und noch zu Europa: Die Senkung des Leitzinses gegen Null spricht doch eine eindeutige Sprache. Oder? Die Erhöhung auf 2% wäre m.E das Ende der Währungsunion aber nicht das Ende von Europa. Dürfen wir Bürger zu dieser alternativlosen Politik von Merkel keine Meinung mehr vortragen? Es reicht doch, wenn unsere Volksvertreter mit überwiegender Mehrheit zustimmen. Ich stelle auch vermehrt fest, dass freie Publizisten so gut wie keine kritischen Artikel in den Printmedien platzieren. Wehret den Anfängen! Gute Nacht Deutschland!

71) Paulus, Samstag, 13. September 2014, 12:07 Uhr

@65 Peter Christian Nowak

Ebenso wenig empfinde ich mich als ein “AfD Anhänger”, zumal ich mich von einen Verständnis von Marktwirtschaft im Geiste von Maggie Thatcher – wie ich es z. B. durch Hans-Olaf Henkel in der AfD vertreten sehe -, als heterodoxer Ökonom scharf abgrenze. Gleichwohl ist seine Haltung, die er zum Euro einnimmt richtig und gegenwärtig politisch enorm wichtig. Denn was wir zur Zeit mit der Geldpolitik der EZB erleben, ist der fast vollständige Verlust der Trennschärfe von Geld- und Fiskalpolitik, der endgültige Abschied von einer Notenbankpolitik in deutscher Tradition.

Nach einer quasi Null-Zins-Politk die wirkungslos verpufft ist, ist die letzte Idee von Draghi um seine Ankündigung “Whatever it takes …” praktisch umzusetzen, dass Schrott-Bonds als Sicherheiten für die Ausgabe weiterer Kredite akzeptiert werden sollen (Asset Back Securities). Damit demonstriert die EZB aber nur Ratlosigkeit, wenn sie versucht, “Strukturwandel” durch die Vermehrung von Geld zu induzieren. Die später sichtbar werdenden Kosten dieser Politik, der wahrscheinliche Totalausfall dieser Kredit-Zombies, muss der Steuerzahler tragen. Die Euro-Krise schwelt weiter dem Kollaps entgegen. Die Folgen werden den Mittelstand hart treffen.

@66 Christian Flügel

Der Nachweis der Vorteilhaftigkeit des Euro ist noch lange nicht mit dem Hinweis auf eine de facto Währungsabwertung erbracht, die der deutschen Exportindustrie – neben praktiziertem Lohndumping – den monetären Flankenschutz bietet. Da muss die Analyse schon mehr bieten. Die Risiken über alles eines strukturellen Exportüberschusses sind korrekt zu erfassen. Da ist zunächst an die Tatsache zu erinnern, dass die VSA sich in ihrer Rolle als weltgrößter Importeur pudelwohl fühlen, weil die Importe ihnen einen Wohlfahrtsgewinn erlauben, den es ohne Importe nicht geben könnte. Ganz im Sinne ihrer neofeudalen Haltung: Lass die anderen für uns arbeiten – wir liefern Konfetti-Währung – Papiergeld und Luftbuchungen, Fiat Money – und erhalten dafür Ressourcen und Fertigwaren aller Art. besser geht es doch gar nicht.

Da wir von den VSA durch den Dollar getrennt sind ist zu bedenken, dass Deutschland als einer der weltweit größten Gläubigerstaaten, durch zu niedrige Zinsen ständig Wohlstand verliert und in speziell in Euroland das Risiko eines Ausfalls der Target 2 Salden trägt. Eine seriöse “Erfolgsbilanz” des Euro können Sie daher gegenwärtig noch gar nicht aufstellen sondern wären nur in der Lage, korrekt die Risiken benennen und zu bewerten die sich vor uns immer weiter auftürmen. Das unsere Exportindustrie die Haltung einnimmt: “Ist uns doch wurscht wer unsere Rechnungen nach Griechenland begleicht – ob Griechen oder deutsche Steuerzahler…” ist vielleicht noch verständlich, gereicht aber bei weitem nicht zum klaren Vorteil für Deutschland. Der gesunde Menschenverstand – den ich sehr bewundere -sagt uns glasklar: Vernünftig kann nur eine ausgeglichene Handelsbilanz sein (wenn man nicht wie die VSA in der Lage ist und mit einer nationalen Währung zugleich Weltgeld ausgibt, wie krank auch immer es sein mag) .

Gruß
Paulus

72) Erwin Gabriel, Samstag, 13. September 2014, 17:44 Uhr

@ 66) Christian Flügel, Freitag, 12. September 2014, 14:04 Uhr

>> Deutschland als Exportnation (‘Exportweltmeister’) profitiert direkt
>> vom europaweit festgelegten Wechselkurs und somit von der
>> wirtschaftlichen Schwäche unserer europäischer Nachbarn….

Das gilt zum einen nur für Exporte in die Euro-Zone, nicht für Exporte in Länder mit anderer Währung. Zum anderen ist Deutschland nicht nur “stark”, sondern die anderen Länder ebenfalls schwach und schlecht aufgestellt. Das ausschließlich Deutschland anzukreiden, zielt an der Realtität vorbei (sonst müssten die In-der-EU-aber-nicht-im-Euro-Länder ebenfalls super dastehen. Außerdem ist sind schwache Euro-Länder nicht nur ein Segen, sondern belastet uns auch, weil wir ja de facto inzwischen die Euro-Schuldenunion haben.

Wie in den meisten anderen Fällen lässt sich die Situation nicht auf ja/nein, schwarz/weiß oder richtig/falsch herunterbrechen.

73) Bernhard Paul, Samstag, 13. September 2014, 23:25 Uhr

Fühlte sich die AfD jenen Idealen verpflichtet, unter deren Ägide sie gegründet wurde – Euro-kritisch und auch EU-kritisch – hätte M. Spreng keinen Anlass gehabt, sich mit den verborgenen Codes der AfD auseinanderzusetzen und es gäbe diese Debatte hier nicht.

74) Paulus, Sonntag, 14. September 2014, 11:15 Uhr

@73 Bernhard Paul

Als eine reine “Ein-Themen-Partei” hätte die AfD keine Perspektive, schon eher eine in der (gebrochenen) Tradition des deutschen “National-Liberalismus”, für die u. a. die FDP noch bis weit in die 60ziger Jahre hinein gestanden hat. Ich erinnere mich noch an Wahlplakate der FDP, auf denen Erich Mende stolz mit seinem Ritterkreuz um den Hals posierte, seinerzeit hat die FDP noch um Wähler mit deutsch-nationalem Einschlag gebuhlt.

Politische Bestrebungen, die einen handlungsfähigen Nationalstaat als unverzichtbaren Rahmen für politische Aktivität voraussetzen, sollten aber nicht rundweg als “nationalistisch” denunziert werden. Immer wieder wird versucht, die AfD in eine Verbindung mit der nazistischen NPD zu rücken um der Auseinandersetzung mit ihren EU-kritischen Positionen auszuweichen. Sie soll in die nationalistische Ecke gestellt werden, in der Hoffnung das Thema AfD sei damit erledigt. Als “nationalistisch” stufe ich die übersteigerte oder gar die verabsolutierte Besonderheit/Überlegenheit ein, die der Nation, der man sich zugehörig fühlt, zugeschrieben werden. Diese Übersteigerungen enthalten fast immer eine aggressive Komponente, die sich gegen andere oft als minderwertig qualifizierte Staaten, Nationen oder Völker richten.

Wenn sich die AfD gegen die Übernahme der Staatsschulden von anderen Ländern/Staaten ausspricht, so hat dies mit “Nationalismus” nichts aber mit der legitimen Wahrung nationaler Interessen viel zu tun.

Gruß
Paulus

75) Erwin Gabriel, Sonntag, 14. September 2014, 11:33 Uhr

@ 73) Bernhard Paul, Samstag, 13. September 2014, 23:25 Uhr

>> Fühlte sich die AfD jenen Idealen verpflichtet, unter deren Ägide
>> sie gegründet wurde – Euro-kritisch und auch EU-kritisch –
>> hätte M. Spreng keinen Anlass gehabt, sich mit den verborgenen
>> Codes der AfD auseinanderzusetzen und es gäbe diese Debatte
>> hier nicht.

Die AfD ist diesen Idealen immer noch verpflichtet, das ist immer noch ihr Haupthema (und meins). Hätte man über das Thema offen, ernsthaft und sorgfältig diskutiert, BEVOR die entsprechenden Entscheidungen “alternativlos” durchgewunken wurden, wäre die ganze AfD nicht nötig gewesen.

es grüßt

E.G.

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