Sonntag, 19. Oktober 2014, 17:54 Uhr

Ende eines politischen Geschäftsmodells ?

Das politische Geschäftsmodell der „Alternative für Deutschland (AfD)“ beruht unter anderem darauf, dass sie mit bewusst unklaren oder codierten Äußerungen zur Einwanderung, zu Homosexuellen, zum Islam oder zum Unrechtsstaat DDR Wähler abgreift, die mit rechts- oder linkspopulistischen Aussagen zu fangen sind.

Und häufig geht die AfD noch weiter, indem sie ähnliche Slogans wie die NPD („Deutschland ist nicht das Weltsozialamt“) als Lockmittel zur Wählermaximierung einsetzt. Oder ausgerechnet der alten DDR mehr innere Sicherheit bescheinigt als dem heutigen Deutschland.

Dieses – wie die Landtagswahlen zeigen – durchaus erfolgreiche politische Geschäftsmodell ist jetzt an seine Grenzen gestoßen. Denn es war so erfolgreich, dass die AfD nicht nur Massen rechter Wähler anzog, sondern sich die Rechtsradikalen auch in die eigenen Reihen holte.

Deshalb ist die AfD jetzt immer häufiger gezwungen, gegen Mitglieder, Landtagsabgeordnete oder Parteifunktionäre vorzugehen. Sei es, dass ein Mitglied den Holocaust leugnet oder ein ehemaliger Landesvorsitzender erklärt, den zweiten Weltkrieg hätten die „zwei größten Massenmörder“ gewonnen. Oder ein Landtagsabgeordneter antisemitische Karikaturen veröffentlicht. Oder die AfD-Jugend  meint, Selbstjustiz sei die „neue Polizei“.

Diese Beispiele ließen sich endlos fortsetzen. Was auch kein Wunder ist, wenn man ehemaligen Angehörigen rechter oder rechtsradikaler Organisationen Ämter oder Mandate gibt und mit deren Parolen lockt. Parteichef Bernd Lucke musste schon öffentlich zugeben, dass es „relativ viele rechtsextreme Einzelfälle“ gebe, was sich wie eine Bestätigung dafür liest, was Wolfgang Schäuble über die AfD gesagt hat („Schande für Deutschland“).

„Viele Einzelfälle“ werden aber irgendwann zur kritischen Masse. Diesen Zustand scheint die AfD jetzt erreicht zu haben. Lucke musste sich erneut von mehreren Mitgliedern und Funktionären distanzieren und Ausschlussverfahren ankündigen.

Klüger wäre, das politische Geschäftsmodell zu überdenken und von rechts wieder zur Mitte zu schwenken, wo die AfD ja ursprünglich angefangen hat. Man kann eben nicht alles haben – hemmungslose Wählermaximiereung bis zum äußersten Rand der Gesellschaft und einen guten Ruf. Beides gleichzeitig geht nicht.

Wenn sie aber zu einem klaren Trennungsstrich bereit wäre, würde sie wieder diejenigen Wähler verlieren, die für rechtspopulistische Parolen ansprechbar sind. Es könnte sein, dass die AfD ihren Zenit schon überschritten hat.

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82 Kommentare

1) Erwin Gabriel, Montag, 27. Oktober 2014, 10:27 Uhr

@ 47) Politikverdruss, Sonntag, 26. Oktober 2014, 16:56 Uhr

Ich kann vielem von dem, was Sie sagen, zustimmen, aber diesem nicht:

>> … will man uns krampfhaft von der Trennung zwischen
>> Islam und Islamismus überzeugen. Als wenn es für beides
>> unterschiedliche Korane gäbe.

Einige meiner Kollegen sind Muslims, mit denen arbeite ich sehr gerne und gut zusammen. Die haben mit den gewalttätigen Auswüchsen des radikalen Islam genauso wenig zu tun wie ich mit den blutigen mittelalterlichen Kreuzzügen.

2) Wolfgang Wegener, Montag, 27. Oktober 2014, 11:56 Uhr

Die AfD als „Schande für Deutschland“ zu bezeichnen (SPD-Generalsekretärin) zeigt, wie tief wir schon gesunken sind. In meiner aktiven Zeit wäre es mir jedenfalls nicht eingefallen, die lieben Mitbewerber zu kritisieren, schon mal garnicht mit derartig dumpfen, inhaltesleeren Rundumschlägen. Ich habe die Konzepte und Lösungsvorschläge meiner Partei vorgestellt, die anderen mochten die ihren vortragen. Im Idealfall ergaben sich daraus verschiedene, vernünftig begründbare Alternativen. Und dann hat eben letztlich der Wähler das Wort.

3) Johannes Lamp, Montag, 27. Oktober 2014, 12:17 Uhr

zu 46) Gabriel
Ich will Ihnen eigentlich das letzte Wort zugestehen…
Aber auf diesen Unsinn muss ich reagieren: Wer hat denn behauptet, dass Sie in der Gestapo waren, dass Sie Gaskammern aufbauen wollen, Juden vernichten u.s.w.?
Was Sie alles aus relativ harmlosen Bemerkungen herauslesen! Wer hat denn den Mist über Großmoscheen von sich gegeben – so wurde Ende der Dreißíger auch über Synagogen gesprochen…
Im Gegensatz zu vielen anderen Mitbürgern ist meine Familiengeschichte hasenrein, da schlummern keine NS-Größen oder Mitläufer in den Archiven. Und was Beleidigungen angeht, sind meine Treffer harmlos – ich verharmlose hingegen nicht rechtslastige (s.o.) Bemerkungen eines ach so bürgerlichen Hannoveraners, eines Biedermannes, der aber gerne zündelt…
Übrigens, was man von Dieter Nuhr zu halten hat, drückte ein Kollege so aus: Moderationswichtigtuer und Rundumsorglosquatscher – aber das gefällt dem Erzengel! Ich verabscheue den FDP-Anhänger aus Düsseldorf und bin sicher, sein Satire-Gipfel wird in nächster Zeit abgesetzt.

4) W. Zimmer, Montag, 27. Oktober 2014, 15:09 Uhr

@49. ) Jakobiner

Die AfD war für mich bisher keine Alternative, nichtsdestotrotz stellen sie in einigen Punkten die richtigen Fragen. Aber mit der unbedingten Zustimmung zu TTIP zeigt Henkel, dass er sich nicht vom Saulus zum Paulus gewandelt hat. Alleine dies wäre für mich ein Grund, die AfD nicht zu wählen.

5) Art Vanderley, Montag, 27. Oktober 2014, 17:09 Uhr

Ob AfD oder nicht , das Potential ist vorhanden , siehe „Rest“-Europa.
Besser , man stellt sich den Themen und gibt konservative , linke und liberale Antworten darauf.

Was die CSU macht , ist jedoch gefährlich , die geht nicht nur – auch – auf Themen ein , sondern plappert einfach dieselben Sprüche nach , und sowas führt immer zum Aufstieg derer , dies erfunden haben.
Traditionell ist dieser Fehler eher den Sozialdemokraten vorbehalten , heute offenbar ein Zeichen auch konservativer Schwäche.
Kann Ralph Schley nur zustimmen , nicht ungefährlich , das.

6) Jakobiner, Dienstag, 28. Oktober 2014, 08:54 Uhr

Themenmäßig dürfte die AfD schon bald wieder Nahrung bekommen: Der EZB-Bankentest wird von seiten der herrschenden Parteien als positiv beschrieben. „Nur“20% der europäischen Banken haben ihn nicht bestanden. Stimmen wie des Vorsitzenden des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW) werden aber kaum gehört, die kritisieren, dass die ganze Stresstestmethode hinfällig sei, da die Banken selbst die Risiokoträchtigkeit ihrer Investitionen und Kredite einschätzen dürfen. Die EZB übernimmt einfach ungeprüft deren Einschätzung und Zahlen. Das hört sich mal wieder nach Statistikfälschung an, wie sie auch Eurostat im Falle Griechenlands vornahm.Aber momentan wird suggeriert: Die Bankenaufsicht ist jetzt gestartet und alles in schöner Reih und Ordnung. Nächste Finanzkrise? Undenkbar! Zugleich beginnt die EZB aber auch mit dem Aufkauf der faulen Bankenkreditpapiere und dorht selbst zur Bad Bank zu werden.

7) Jakobiner, Dienstag, 28. Oktober 2014, 09:56 Uhr

Der EZB-Bankenstresstest dürften weiteres Wahlkampffutter für die AfD sein.
Ganz gute Analyse des EZB-Bankenstresstests auf Tagesschau.de. Jedoch kann man da lesen:
„Die deutschen Banken sind heutzutage sicherer, als sie das vor ein paar Jahren noch waren – aber das heißt nicht, dass sie sicher sind“, sagt Finanzprofessor Faust. „Nach dem Stresstest ist vor dem Stresstest“, meinte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret am Sonntag mit Blick auf die deutschen Institute. Für Entwarnung ist es zu früh.

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/stresstest-nachlese-101.html

Neben den ganzen methodischen Mängeln, die dem EZB-Test vorgeworfen werden, besteht der Hauptvorwurf darin, dass er das wesentliche Szenario: Deflation gar nicht durchgespielt hat.Das ist seltsam: EZB-Chef Draghi verteidigt seine EZB-Politiklja gerade immer mit der angeblichen Gefahr einer Deflation, im Stresstest seines Hauses wird sie aber gar nicht berücksichtigt. Das kann man zweierlei deuten: 1) Er glaubt selbst nicht an dieses Szenario und es ist eine Schutzbehautung für seine EZB-Politik oder 2) Er glaubt dran, will aber die Statistik schönen und Optimismus verbeiten, um die Finanzmärkte zu beruhigen. Laut SPIEGEL ist das eigentliche „Schwarze Loch“Draghis Italien, bei dem 9 von 15 getesteten Banken durchfielen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ezb-stresstest-fuer-banken-in-italien-gaert-naechste-eurokrise-a-999563.html

Was ist aber eigentlich die Konsequenz der Stresstests? Werden diese Institute durch die jetzt etablierte Bankenaufsicht geschlossen/abgewickelt oder ihnen noch Zeit eggeben sich zu sanieren oder soll der Staat da eingreifen? Auch ein interessantes Detail: Bei der Kreditvergabe muss die Bank als Sicherheitspuffer eine gewisse Eigenkapitalquote haben. Nicht so beim Kauf von Staats(schulden)papieren, da diese als sicher und rentabler gelten und zudem auch von Eurorettungsschirm und EZB samt Staaten gesichert sind.Dementsprechend scheinen sich die Banken auch mehr auf Staatspapierkäufe, denn an die Weitergabe von Krediten an die Realwirtschaft zu engagieren.Und Draghi plant nun, dass die EZB eben jene faulen Staatsschuldenpapiere der Banken aufkaufen soll. Mehr als genug Wahlkampfstoff für die AfD.Aber umgekehrt hat diese mit ihrem eigenen Goldhandel zu kämpfen, da sie sich auch noch als Edelmetallhändler verdingt, um die Parteikasse aufzufüllen.

8) Erwin Gabriel, Dienstag, 28. Oktober 2014, 12:44 Uhr

@ 48) Jürgen M. Backhaus, Sonntag, 26. Oktober 2014, 18:10 Uhr

Sehr interessanter Beitrag, ich habe ihn gleich zweimal gelesen.

>> Der AfD fehlt es, soweit ich das von außen mitverfolge,
>> an politischer Intellektualität, um neben dem Scheitern
>> des Euros auch die Notwendigkeit von nicht konservativen
>> Alternativen zu begreifen und aufzugreifen.

Von der Ecke, muss ich zugeben, habe ich noch nicht gedacht. Es ist aber ein sehr überzeugender Punkt, der, mit umgekehrten Vorzeichen, auf die anderen Parteien genauso zutrifft – was die Sache wiederum nicht wirklich besser macht.

Aber es heißt ja auch nur „Alternative für Deutschland“ und nicht „Erlöserpartei“
🙂

In jedem Falle vielen Dank für Ihren Denkanstoß.

Es grüßt
E.G.

9) Peter Christian Nowak, Dienstag, 28. Oktober 2014, 13:36 Uhr

Himmel, was macht man sich hier für Gedanken über die AfD; ist Herr Lucke nun der Messias, der Deutschland vor der EU-Ausbeutung retten wird?

Das glauben Sie doch selbst nicht, liebe Leute, wenn Ihr noch einigermaßen das Alphabet der Parteiendemokratie beherrscht: Keine der alten und neuen Parteien werden an der Matrix des großen Ganzen was ändern: Den Ton geben ganz andere an, als eine Kanzlerin oder ein amerikanischer Präsident. Parteien sind die Verzierungen, die Umverpackung, die dem Kunden suggerieren sollen, hier sei was ganz Tolles drin.

10) Jakobiner, Dienstag, 28. Oktober 2014, 15:10 Uhr

Mir fiel ja schon immer auf, dass die Webseiten der ganzen Verschwörungstheoretiker lauter Edelmetallwerbung hatten, wie auch als selbsternannte Experten zum Geldsystem und FIAT-Money selbst Edelmetallhändler waren oder sind.
Die AfD ist auch selbst im Goldhandel tätig, finanziert damit u.a. ihre Partei und Lucke bekannte auch bei Plasberg “Wir sind die Partei mit dem Goldhandel”und machte kräftig Werbung dafür:

http://www.bild.de/politik/inland/talkshow/plasberg-talk-38325176.bild.html

Bleibt abzuwarten, bis die auch Rheumadecken, Hedgefonds und Immobilien verramschen.Neoliberalismus in der Formvollendung einer Partei.

11) Jakobiner, Dienstag, 28. Oktober 2014, 17:34 Uhr

Der Streit über TTIP wird jetzt auch ganz offen auf der AfD-Webseite geführt.Hier verläuft die Diskussion recht sachlich–Henkel und Starbatty tendenziell dafür (wobei Starbatty die internationalen Schiedsgerichte als Beitrag zur Rechtssicherheit für Unternehmen feiert), Marcus Pretzell dagegen (zumal auch Pretzell gegen die Russlandsanktionen der EU stimmte).

http://www.alternativefuer.de/stellungnahme-von-hans-olaf-henkel/

http://www.alternativefuer.de/offener-brief-die-mitglieder-der-alternative-fuer-deutschland-und-ihre-unterstuetzer/

http://www.alternativefuer.de/marcus-pretzell-offener-brief-joachim-starbatty-zu-ttip-2/

12) Walter Schmid, Dienstag, 28. Oktober 2014, 19:38 Uhr

@J. Lamp
Auf den Rechentest sind Sie nicht reingefallen. Mathematik ist zwar wichtig, aber nicht alles im Leben, wie alle hier, bei Ihnen lesen. Ein schönes Sprichwort von Erich Kästner soll Sie etwas nachdenklich stimmen: “ An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa die Schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.“ Deshalb machen wir hier nur unsere Pficht!

13) Politikverdruss, Dienstag, 28. Oktober 2014, 20:25 Uhr

51) Erwin Gabriel, Montag, 27. Oktober 2014, 10:27 Uhr,

Mein lieber Mitstreiter,

Sie überraschen mich! Sie bedienen sich eines Instruments, das von vielen Religionsfundamentalisten immer wieder gerne genutzt wird: Man erweckt den Anschein, als richte sich Religionskritik gegen jeden Anhänger der kritisierten Religion. Auf diese Weise versucht man Religionskritiker mundtot zu machen.

Mit anderen Worten: Kritik am Islam ist nicht das gleiche wie Kritik an Muslimen. Der Kampf um das Recht auf Religionskritik ist uralt. Das Recht wurde mühsam erkämpft und darf nie wieder verloren gehen. Also aufgepasst, wehret den Anfängen!

Ich empfehle Ihnen mal: „Allahs Narren – Wie der Islamismus die Welt erobert“ von Boualem Sansal. Am 16. Oktober 2011 wurde er mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Er widerlegt die These vom „guten Islam“ und den bösen Islamisten.

Aber ich will hier nicht vom Thema abweichen und eine Islam-Diskussion anzetteln. Ich bitte Sie aber zwischen der Kritik an einer Religion und gegenüber Menschen zu unterscheiden. Wir sollten nicht akzeptieren, dass Islam-Kritik in Fremdenfeindlichkeit mit dem Ziel umgedeutet wird, die Kritiker zu diskreditieren.

14) Jakobiner, Dienstag, 28. Oktober 2014, 21:49 Uhr

Interessant ist die Debatte zwischen Starbatty (den Henkel wahrscheinlich als Minensau vorgeschickt hat) und Markus Pretzell über die internationalen Schiedsgerichte schon, denn im Kern geht es um das sogenannte “Primat der Politik”. Starbatty argumentiert damit, dass–gebe es internationale Schiedsgerichte– nur nach ökonomischen Kriterien geurteilt würde, d.h. im Falle des Nichteinhaltens der Maastrichtkriterien eben auch Sanktionen gegen Vertragssünder automatisch ergehen würden und dadurch Disziplin hergestellt würde. Gerade die Einmischung der Politik und die heutige Eurokrise zitiert er als Beispiele dafür, dass das Primat der Politik eben nur volkswirtschaftlich kontraproduktiv sei.
Für die TTIP-gegner in der AfD, die ja sehr zahlreich sein dürften und –ala Elsässer-mehr auf “deutscher Souveränität bestehen wohl DER Sündenfall einer solchen AfD.Die offenen Briefe gegenseitig sollen wohl so das Modell sein für eine Diskussionskultur innerhalb der AfD. Aber Pretzell wurde faktisch entmachtet–das wird schon eine Zerreisprobe.Jedenfalls wollen Lucke/henkel/Starbatty keineswegs eine Abkehr von der Globalisierung, ja teilweise sogar noch deren Forcierung. Linke und Rechte dürften dann darin nur noch die NWO (New World Order)-Partei sehen.

Und der nächste Spaltkeil–zumindestens scheint die AfD-Führung gerade die von Henkel geforderte Säuberung durchzuführen:

„Gauland kritisiert AfD-Kreisverband

Potsdam (MOZ) Der Landesvorsitzende der AfD, Alexander Gauland, ist am Dienstag hart mit dem Kreisverband Uckermark ins Gericht gegangen. Man könne auch eine Neugründung des Kreisverbandes nicht ausschließen, sagte er in Potsdam.

Die Mitglieder im Nordosten des Landes hatten sich auf ihrer jüngsten Sitzung hinter den Kreischef Jan-Ulrich Weiß gestellt. Diesem wird vorgeworfen, eine antisemitische Karikatur in sozialen Netzwerken verbreitet zu haben. Daraufhin wurde vom Landesvorstand der Ausschluss von Weiß aus der Partei beantragt.

Das Verfahren dazu läuft laut Gauland. Er werde sich nicht beeinflussen lassen von Leuten, die die Brisanz der Abgrenzung nach Rechtsaußen nicht kapieren, sagte der Landesvorsitzende während einer Pressekonferenz im Landtag. In einer jungen Partei könne so etwas vorkommen, betonte Gauland.

Weiß bestreitet die Vorwürfe und sieht in der Zeichnung nur Kapitalismuskritik. Die Sicht wird offenbar von der Mehrheit im Kreisverband geteilt. “Die Diskussion über die Karikatur ist lange vorbei”, sagte Gauland. “Wenn sich Kollegen hinter das stellen, was Herr Weiß getan hat, haben sie die Politik der AfD nicht verstanden”, erklärte der Landeschef. Die Versammlung der Kreisvorsitzenden hätte – bis auf die Uckermark – die Sicht des Landesvorstandes geteilt.“

http://www.moz.de/nachrichten/brandenburg/artikel-ansicht/dg/0/1/1341024/

Mir kommt es eher vor, Lucke, Henkel , Gauland und Starbatty führen konsequent ihren Säuberungskurs fort und lassen es jetzt auf die Machtprobe ankommen, um ihren neoliberalen FDP/CDU-Markenkern ohne Euro herzubekommen.
Sie wissen, dass sie die moderaten Kräfte der anderen Parteien bekommen werden, wenn die nächste- absehbare Eurokrise- kommt.Also sie setzen auf ein Geschäftsmodell eines Markenkerns ala Henkel, der eben gerade die Desperaten ausshcließt und die bürgerliche Mitte bei der nächsten kommenden Eurokirse mitnimmt.

15) Alexander, Mittwoch, 29. Oktober 2014, 11:50 Uhr

@ 48.) Herr Backhaus

Ich habe Ihren Kommentar mit Interesse gelesen, Danke für Ihren Beitrag! Ich kann Ihrer differenzierten Sichtweise einiges abgewinnen. Gleichwohl kann ich Ihrer These, dass es der AfD an politischer Intellektualität fehlt, nicht ganz zustimmen. Aus meiner Sicht ist dies ein Problem aller Parteien. Es ist Realität, dass nicht alle Bundestagsabgeordnete die „Weisheit mit Löffeln gefressen“ haben. Und dies gilt sicherlich auch für alle Demokratien und spiegelt das Kernproblem der zentralistisch und bürokratisch organisierten EU wider. Was fehlt ist das von Frederic Vester geforderte „vernetzte Denken“ – also das Erkennen und Verstehen von komplexen Zusammenhängen und deren Wechselwirkungen.

Immerhin hat die AfD die richtigen Fragen gestellt, wofür sie Respekt und Anerkennung verdient. Die AfD stellt berechtigterweise den Euro und die Euro-Währungsarchitektur auf den Prüfstand und lässt sich auch nicht von der angeblich „alternativlosen“ Rhetorik unserer Bundesregierung irritieren. Die AfD hinterfragt berechtigterweise den Zentralismus der EU-Bürokratie. Die AfD hinterfragt die aktuelle Einwanderungspolitik, usw. …

Und beweist damit immerhin mehr an an „politischer Intellektualität“ als ihre Konkurrenten.

Was allerdings noch fehlt, ist eine fundierte Programmatik, neudeutsch: eine Roadmap, ein Masterplan, wie die erkannten Problemfelder strategisch gelöst werden können. Keine etablierte Partei und auch die AfD nicht haben dazu passende Rezepte im Angebot.

16) Alexander, Mittwoch, 29. Oktober 2014, 11:54 Uhr

@ Johannes Lamp:

Was für Lösungsstrategien zu den von der AfD benannten Problemfeldern favorisieren Sie denn?

Wie halten Sie es mit dem Euro? Wie lässt sich aus Ihrer Sicht den Euro-Problematik lösen?
Wie soll in Deutschland mit Islamisten, Salafisten umgegangen werden?
Welche Ideen haben Sie denn, was die Ängste und Sorgen der Bürger angeht in punkto Arbeitslosigkeit, Altersarmut, Kriminalität, Überfremdung etc.

17) Erwin Gabriel, Mittwoch, 29. Oktober 2014, 13:22 Uhr

@ 63) Politikverdruss, Dienstag, 28. Oktober 2014, 20:25 Uhr

Lieber Politikverdruss,

>> Ich bitte Sie aber zwischen der Kritik an einer Religion
>> und gegenüber Menschen zu unterscheiden.

Dann habe ich Sie falsch verstanden und bitte für das Missverständnis um Entschuldigung.

Aus meiner Sicht ist eine Religion ist nichts ohne Glauben, und den gibt es ohne Menschen nicht. Also versuche ich zu unterscheiden zwischen dem, was in einem Buch steht (ob das nun Koran oder Bibel heißt), und dem, wie die Menschen das Geschriebene interpretieren, um daraus für sich persönliche Macht über andere Menschen abzuleiten.

Die Menschen mit reilgiöser Prägung, die ich kenne, sind keinesfalls fundamentalistisch; mit ihrer persönlichen Interpretation des Glaubens komme ich (persönlich eher „gottlos“) sehr gut zurecht.

Mit Fundamentalisten, ob islamischer, jüdischer, christlicher oder anderer Prägung, habe ich so meine grundsätzlichen Probleme. So ich religiösen Fundamentalismus betrachte, ist mein Eindruck, dass diese Menschen entweder sehr klug oder sehr dumm sind. Erstere predigen und üben Macht aus, die zweiten folgen.

Dass der Islam einen absoluten Anspruch hat, ist mir natürlich bekannt, doch war der in früheren Jahrhunderten immer geprägt von einer gewissen Toleranz, während wiederum der christliche Glaube („liebe Deinen Nächsten“) extrem gewalttätig und blutrünstig unterwegs war.

Vielleicht erklärt das etwas meinen Sichtwinkel und meine Abneigung, an dieser Stelle zu verallgemeinern.

18) Johannes Lamp, Mittwoch, 29. Oktober 2014, 15:03 Uhr

zu 66) Alexander
die von der AfD genannten Problemfelder kann man nicht mit irgendwelchen Patentlösungen angehen – die die AFd natürlich auch nicht hat. Auch ich habe keine Patentlösungen!
Mir ist nur zuwider und zwar unbedingt zuwider, den diversen Wirrköpfe, die sich in der AfD tummeln,
die Möglichkeit zu geben, noch mehr Schaden anzurichten.
Sei es ein, schon leicht seniler Henkel, der nur Vorteile für das eine Prozent der Bevölkerung sucht, dem der GG-Artikel, dass Eigentum verpflichtet, ein Graus ist, sei es ein Lucke, der bei Plasberg Gold zur Finanzierung der AfD anbietet, das nachgewiesenermaßen im letzten Jahr die Hälfte seines Wertes verloren hat. Ein Gauland will zurück zu etwas ähnlichem, wie das preußische Dreiklassenwahlrecht, wo Bedürftige nicht wählen dürfen und maßgebliche Funktionäre leugnen den Holocaust…
Am dämlichsten finde ich den EURO-Ausstieg – das Erfolgsmodell EURO, das maßgeblich zum deutschen Wohlstand beigetragen hat, dass die stärkste Währung der Welt ist, schlecht zu reden, nur um populistisch die Wählerstimmen der Bundesbedenkenträger zu fangen – ein Bubenstück!!!
Was die Sorgen um Kriminalität angeht, ist diese unbegründet!!!
Wenn Sie sich die Kriminalstatistik des BKA ansehen (die übrigens auch eine Arbeitsplatz -Rechtfertigung ist), müssen Sie feststellen, dass alle relevanten Kriminalitätsphänomene (übrigens auch die Jugendkriminalität) im Rückgang begriffen sind.
Die Bürger, die die meiste Angst vor Überfremdung haben, leben in Gegenden (s. Thüringen) mit
weniger als 2 % Ausländeranteil – dafür aber Heimatschutz!!!
Die Arbeitslosigkeit in D liegt auf einemhistorischen Tiefpunkt!!!
Was die Altersarmut angeht, können Sie sich bei Reisebüros einmal umsehen – die Busreisen und Flugreisen von Rentnern boomen – Ausnahmen bestätigen die Regel…
Ich habe in D noch von keiner Zusammenrottung von Salafisten und Islamisten gehört, die so gewalttätig waren, wie Hools und Rechte in Köln – fragen Sie die verletzten Kollegen!!!

19) Politikverdruss, Mittwoch, 29. Oktober 2014, 16:49 Uhr

67) Erwin Gabriel, Mittwoch, 29. Oktober 2014, 13:22 Uhr

Lieber Herr Gabriel,

vielen Dank für die Ausräumung des Missverständnisses. Sie erwähnten den Begriff Toleranz. Gestatten Sie mir deshalb ein paar kurze Gedanken zum Thema religiöse Toleranz:

Das Christentum hat erst nach jahrhundertelangen, schweren Kämpfen, zur Gewährung religiöser Toleranz finden können, d. h. zur Anerkennung der Gleichwertigkeit anderer Religionen.

Auf Seiten des Islam kann ich das nicht erkennen:

„Die Länder, in denen Christen am meisten verfolgt werden, sind mehrheitlich Staaten, in denen der Islam die Religion der Mehrheitsbevölkerung ist. Laut Weltverfolgungsindex 2012 befinden sich unter den zehn Staaten, in denen Christen den größten Verfolgungen ausgesetzt sind, neun islamisch geprägte Länder (Afghanistan, Saudi-Arabien, Somalia, Iran, Malediven, Usbekistan, Jemen, Irak und Pakistan). Insgesamt befinden sich unter den fünfzig indexierten Staaten 38 islamische Länder.“ (Wiki)

Selbst „die Türkei, die sich als laizistischer Staat versteht, erkennt Christengemeinden nicht als Körperschaft des öffentlichen Rechts an und verbietet ihnen die Rechte einer Vereinigung (Besitz von Bankkonten oder Immobilien) und die Ausbildung von Priestern.“ (Wiki)

Fazit: „Modernes Toleranzverständnis – Feigheit vor der Wirklichkeit der Unterschiede…“ (Elmar Kupke)

Angesichts dieser Fakten bin ich froh, dass wir hier unter dem grundgesetzlichen Schutz der Religionsfreiheit leben können.

20) Jürgen M. Backhaus, Mittwoch, 29. Oktober 2014, 18:50 Uhr

@ 58) Erwin Gabriel, Dienstag, 28. Oktober 2014, 12:44 Uhr

>> überzeugender Punkt, der, mit umgekehrten Vorzeichen, auf die anderen Parteien genauso zutrifft –

Herr Gabriel, Sie haben natürlich Recht.

Die aus meiner Sicht völlig in Ordnung gehende Kritik an dem „großbürgerlichen“ Projekt „Euro“, die von den eher konservativen Kräften in der AfD vorgetragen wird, teile ich. Sie begnügt sich jedoch mit einem relativ überschaubaren politischen Impact, gewisserweise Oberflächenkorrekturen ( obwohl von nicht unerheblichem Ausmaß ). Die Gründe sind wissenschaftlich bestens begründet und bewährt. Die absehbaren Vermögensschäden für den deutschen Anleger (das sind durchaus schon Ottonormalverbraucher mit Lebensversicherungen) könnten mit konservativen Rezepten eingedämmt werden, die „Verarmung des Mittelstandes“ abgemildert werden, wieder ein Geldsystem etabliert werden, das der Realwirtschaft dient und nicht umgekehrt, also durchaus sinnvolle Themen.

Worum es mir jedoch neben diesen „Realozielen“ getan ist, ist auch ein erforderlicher Wandel im politischen System, das „systembedingt“ politische Handlungsoptionen/Korrektive ausschließt, die Positionen „alternativloser Papageien-Politk“ in Frage stellen könnten. Pastoren/Politiker sind im besonderen Maß die Epigonen des klassischen Philosophen (alle das „das Wahre, Schöne, und Gute“ wissend), bereichert um die Rhetorik des „Alles-wird-gut“, „verzweifelt nicht, wir sind auf dem richtigen Weg“. In einem System, das sich dem „Alles-wird-gut“ verschreibt, in dem alles auf die Rhetorik der Philosophen und das sog. „Expertenwissen“ ankommt, zählen bekanntlich irritierende Fakten nicht . Feed-Back oder Forderung nach politischer Legitimation, wo möglich noch von „Laien“ geäußert, gehören nicht zu dieser Denkart. Wer Regelkreise/Steuerungsregularien bewusst „großzügig“ ausgrenzt, und Elemente der direkten Demokratie gehören nun einmal zu einem zusätzlichen denkbaren gesellschaftlichen Korrektiv, ist alles andere als an den Problemen der digitalen Epoche orientiert, die eben über den Tellerrand hinaus bestehen und einer politischen Legitimation bedürfen um mit Nachdruck Ernst genommen werden zu können. Dass damit Umverteilung verbunden sein könnte, ist der Alptraum des Geldadels, der mittlerweile zu einer allgemeinen Paranoia auch in unserer Gesellschaft zu werden droht (die USA sind bekanntlich schon weiter).

Die Rolle der Gerichte, die offenkundig auf göttlichen Ratschlag und/oder Experten angewiesen sind vervollkommnen das etablierte System, in dem aber Konzerne jede Woche neue „Säue“ durchs Dorf treiben und mit Fakten Realitäten schaffen, für die sie auch noch „Investitionsgarantien“ vom Steuerzahler fordern. Das kann auch nicht im Sinne von agilen aktiven Bürgern sein. Also ein „bisschen“ Reformbedarf scheint zu bestehen, den auch die AfD aufgreifen könnte.

Das Beispiel Schweiz lässt mich berechtigterweise annehmen, dass es etwas, wie den mündigen verantwortlichen Bürger in ausreichender Zahl geben könnte. Der Glaube an das ausschließliche Expertenwissen wohlfeiler Weniger, die pastorale Provinienz ermöglicht und begünstigt, ist bei bestimmten Autoren des Mainstreams leider sehr durchgängig. Ich hoffe Sie stimmen mir zu. MfG

21) Erwin Gabriel, Donnerstag, 30. Oktober 2014, 10:39 Uhr

@ 69) Politikverdruss, Mittwoch, 29. Oktober 2014, 16:49 Uhr

>> Angesichts dieser Fakten bin ich froh, dass wir hier unter
>> dem grundgesetzlichen Schutz der Religionsfreiheit leben können.

Da schließe ich mich von Herzen an.

Zur Türkei: Die war, soweit es meine dilettantische persönliche Einschätzung als Nicht-Bewohner und Nicht-Türke angeht, schon mal weiter. Erdogan versucht, den Islam für sich zu instrumentalisieren. Das ist, soweit ich das erkennen kann, auf lange Sicht noch immer schief gegangen. Ihre Warnungen halte ich daher für grundsätzlich berechtigt.

Ansonsten bedeutet Toleranz für mich zu akzeptieren, dass meine Freiheit da aufhört, wo die des anderen beginnt. In diesem Sinne mag jeder nach seiner Façon glücklich werden, aber sich bei den anderen raushalten.

22) Erwin Gabriel, Donnerstag, 30. Oktober 2014, 10:49 Uhr

@ 70) Jürgen M. Backhaus, Mittwoch, 29. Oktober 2014, 18:50 Uhr

Sie haben einige Punkte für die Meinunghsbildung der „herrschenden Kaste“ ausgemacht und aufgelistet. Ich habe sorgfältig gelesen und den Punkt „gesunder Menschenverstand“ nicht gefunden. Der fehlt leider in Ihrer Auflistung, und das mit Recht – denn der spielt in den Betrachtungen der Politik keine Rolle.

Die Schweiz funktioniert, weil sie eine vergleichsweise überschaubare, homogene Bevölkerung hat. Deutschland ist für eine „echte“ Demokratie zu groß und viel zu heterogen.

23) Wolfgang Wegener, Donnerstag, 30. Oktober 2014, 13:04 Uhr

Stellen wir uns doch mal vor, es gäbe die AfD nicht. Dann wären wir also mit CDUCSUSPDGrünen wieder allein. Nennenswerte Unterschiede sind da für mich jedenfalls nicht erkennbar, spätestens nach dem Blitzausstieg aus der Kernenergie. Warum also noch wählen gehen? Damit könnte man ja auch leben, wenn es tatsächlich gut laufen würde. Fest steht: Esl läuft derzeit ja (noch) ganz gut, aber – und das ist wahrscheinlich nur für eine kleine Minderheit politisch stark Interessierter von Bedeutung – stimmt auch die Richtung, in der wir uns bewegen??

Ich zumindest ärgere mich schon sehr, wenn die EZB die Märkte mit Geld flutet, die Zinsen praktisch bei Null hält, damit z. B.Lebensversicherungen entwertet und eine Blase an den Aktienmärkten befeuert (1929 lässt grüßen) und wir in der EZB das System haben: Ein Staat (z. B. Malta), eine Stimme. Demnächst wird Deutschland ja sogar aus der EZB rausrotiert. Noch viel mehr ärgert mich, dass Euro-Staaten wie Italien und Frankreich sich schlicht weigern, die Maastricht-Kriterien ihren eigenen Zusagen gemäß einzuhalten mit der Begründung, sie müssten investieren, um die Wirtschaft wieder in Bewegung zu bringen. Überbordende öffentliche Dienste, absurde Kündigungsschutzgesetzgebungen, die die Jüngeren draußen halten etc, etc.: Dagegen kann niemand was tun, es sind souveräne Staaten. Auch wir nicht. Wir haften allerdings dafür mit, ohne ein Druckmittel zu haben.

Deswegen: Es muss ein Austrittsrecht aus dem Euro eingeführt werden mit der Option auf Wiedereintritt nach Lösung der Probleme. Erst dann haben schwache Staaten die Möglichkeit, abzuwerten und ihre Dinge in Ordnung zu bringen. Und erst dann haben sie ein eigenes Interesse daran, ihre Strukturen zu modernisieren. Denn die ultimative Drohung, die Atombombe sozusagen, wäre, dass Deutschland aus dem Euro austritt.

Ich kann nur eine Partei erkennen, die diese Option diskutiert, und da ist m. E. auch der größte wirtschaftliche Sachverstand vorhanden. Die SPD-Generalsekretärin mit ihrer Aussage, die AfD sei eine „Schande für Deutschland“ , verfolgt die erkennbaren Absicht, die AfD zu stigmatisieren. Was das mit einem ein einer Demokratie geboten Pro und Contra zu tun hat, ist mir schleierhaft. So verhalten sich eher geistig Schwache, die keine Argumente haben.

Ich habe eigentlich beschlossen, es nach 15 Jahren mit der aktiven Politik mal gut sein zu lassen. Mich ärgert das mittlerweile aber so sehr, dass ich darüber nachdenke, bei der AfD mitzumachen. Na, ja.

24) Jakobiner, Donnerstag, 30. Oktober 2014, 16:45 Uhr

Nach Henkel als Ex-BDI-Chef und IBM-Manager und den ganzen VWL-Professoren von Lucke bis Starbatty kann die AfD einen neuen Zugang aus der Wirtschaft vermelden:

“Heinrich Weiss, Aufsichtsratschef und Großaktionär des Anlagen- und Maschinenbauers SMS Group (Jahresumsatz rund 3,5 Milliarden Euro), möchte sich künftig für die Partei öffentlich einsetzen und beispielsweise auf AfD-Veranstaltungen auftreten. …

Auf Einladung von Parteichef Lucke und dessen Vize Hans-Olaf Henkel besuchte Weiss im September die AfD-Fraktion im Europaparlament in Brüssel. Die Visite habe ihn beeindruckt, sagt Weiss. “Das sind hochintelligente Leute mit ausgeprägtem ökonomischen Sachverstand.” Die derzeitigen Probleme der jungen Partei, mit Mitgliedern, die dem rechtsextremen Milieu nahestehen, sieht Weiss hingegen kritisch:

“Die Rechten muss die AfD wieder ausschwitzen, um mittelfristig erfolgreich zu bleiben.”

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-prominente-mittelstaendler-finanzieren-rechtspopulisten-a-997243.html

Sieht aus, als wolle Lucke,Henkel, Starbatty und Weiss samt anderer VWL-Honoratioren die AfD zur neoliberalen FDP 2.0 machen ohen eben Westerwellsche „Sxchwulitäten“, d.h. kulturellen Liberalismus.Aber die Frage ist, ob sich die Rechten so leicht „ausschwitzen“lassen–sieht eher nach einem heftigen Machtkampf aus, der der AfD bis zum Wahljahr 2017 bevorsteht, um die Säuberung und Gleichschaltung durchzuführen. Auch muss Lucke erst einmal durchsetzen, dass er alleiniger Parteivorsitzender und damit der Führer wird.

25) Johannes Lamp, Donnerstag, 30. Oktober 2014, 17:51 Uhr

zu 73) Wolfgang Wegener
Das Zitat: „Die AfD ist eine Schande für Deutschland“ stammt nicht von der SPD-Generalin! Das war der Spenden-Empfänger Wolfgang Schäuble – das Symbol für die Kohl-Republik!
Obwohl, wenn ich die Aussagen einiger Mitglieder (natürlich eine winzige Minderheit!) für bare Münze nehme, muss ich zustimmen.
Wenn jemand in der AfD wirtschaftlichen Sachverstand sieht, wie Henkels Nord- und Süd-Euro,
Wahlrecht nur für Erfolgreiche, Bankrotteurin Petry usw., und dann eine Stigmatisierung der AfD vermutet und dabei noch Geistesschwäche bei deren Kritiker erkennt, der kann bei seiner politischen (?) Tätigkeit nur eine Richtung in 15 Jahren gehabt haben – Richtung Westerwelle oder Eiwanger!!!
Man kann sich nur freuen, wenn ein derartiger Fachmann hilft, der Afd das Genick zu brechen…
Treten Sie ein – vielleicht kommt es noch zu einer späten Karriere als Goldhändler!

26) Jürgen M. Backhaus, Freitag, 31. Oktober 2014, 08:35 Uhr

@72) Erwin Gabriel, Donnerstag, 30. Oktober 2014, 10:49 Uhr

„homogene Bevölkerung“

Ich vermute es übersteigt ihre Kompetenzen darzulegen, was eine Grundpopulation für Eigenschaften haben muss, um als homogen angesehem zu werden. Die Schweiz ist keine Stichprobe, sie ist eine Population mit mehreren kulturellen Ausprägungen. Ihr Einwand ist völlig unrelevant und durch jede halbwegs vernünftige empirische Untersuchung zu widerlegen. Im übrigen spreche ich nicht von Kasten sondern Allensbach&Co. Wir leben in einer Papagaien-Republik, alles wird gut.

27) Erwin Gabriel, Freitag, 31. Oktober 2014, 11:52 Uhr

@ 73) Wolfgang Wegener, Donnerstag, 30. Oktober 2014, 13:04 Uhr

die

>> Aussage, die AfD sei eine “Schande für Deutschland” ,
>> verfolgt die erkennbaren Absicht, die AfD zu stigmatisieren.
>> Was das mit einem ein einer Demokratie geboten Pro und
>> Contra zu tun hat, ist mir schleierhaft. So verhalten sich eher
>> geistig Schwache, die keine Argumente haben.

Sie haben meine volslte zustimmung. So viele AfD-Gegner, die bei irgendwem irgendwas „entlarven“ wollen, benutzen noch plattere Slogans (Sie haben recht: keine Argumente) als diejenigen, die sie zu bekämpfen vorgeben.

Über Mitmachen bei der AfD denke ich auch nach. Nicht, weil ich alles für richtig halte, was aus der Ecke kommt, sondern weil diese Partei als einzige den Euro-Wahnsinn laut beim Namen nennt und – zumindest an dieser Stelle – deutlich weniger lügt als die sogenannten „etablierten“ Parteien (da gehörte die FDP auch mal zu; das haben viele in CDU und SPD offenbar vergessen).

Ein weitere Grund ist, dass ich möchte, dass auch meine Kinder später mal ihre Meinung (welche auch immer das sein wird) genauso offen sagen können wie ich jetzt. Also verteidige ich die Meinungsfreiheit der AfD auch bei den Themen, denen ich vielleicht nicht zusdtimme (bei CDU / CSU / SPD / Grünen wäre ich mit diesem Wunsch falsch aufgehoben – dort gilt Meinungsfreiheit nur, wenn man ihrer Meinung ist).

28) Jürgen M. Backhaus, Freitag, 31. Oktober 2014, 17:36 Uhr

@78 Erwin G.

ERGÄNZUNG zu oben (ebenso @78):

>>Ich habe sorgfältig gelesen und den Punkt “gesunder Menschenverstand” nicht gefunden. Der fehlt >>leider in Ihrer Auflistung, und das mit Recht

Im Gegensatz zu Leuten, die aufgrund ihrer Position in dieser Gesellschaft bereits dem göttlichen Regress verfallen sind ( Kirchhof, Habermas, Gaugk um nur ein paar lokale Größen zu nennen, von Konzern-CEOs ganz zu schweigen, oder Göttern in dritter und vierter Generation wie Larry Summers und anderen), die sich, weil sie als „Experten“ nichts mehr neben sich, geschweige über sich vermuten, und nur dem göttlichen Rat selbst noch unterliegen (wobei dieser sehr überschaubar zu sein scheint) ist es nötig so etwas wie AUGENMAß in die Politik einzuführen. Wenn Sie den „gMV“ suchen, vermissen, dann liegen Sie bei mir völlig richtig, er existiert nur im Pragmatismus . Als Architekt denke ich in Begriffen von Ausdruck, Gestalt, Koheränz, Proportion, Nähe, Kontrapunkt oder Formensprache. Im Gegensatz zu den Experten mit dem besonderen göttlichen Verstand, bin ich nur ein einfacher Mensch, der wie andere sich nicht von Leuten, die nicht mehr alle Latten am Zaun haben, zum Idioten machen lassen wollen. Bei Ihrem Namen denke ich immer gerne an einen skurilen Film von Herbert Achternbusch. So what?

29) Jakobiner, Samstag, 01. November 2014, 19:57 Uhr

Bei der AfD ist jetzt der Kampf um den „markenkern“/das Geschäftsmodell“ ausgebrochen: Henkel/Starbatty wollen eine eher westroientierte AfD, die TTIP und NATO befürwortet und eine FDP/CDU 2.0 werden soll, also eben nur ohne Euro, Gauland/Prtezell wollen eine russisch/euraischen AfD, die nationalkonservativ und patriotisch im Kern ist.Lucke muss sich dann mal entscheiden. Er ist noch nicht alleiniger Parteivorsitzender, sondern muss die Partei bis zum Wahljahr 2017 gleichschalten. Ansosnten fliegt er selbst raus.Jetzt gibt es Krach im Vorstand: Gauland schießt gegen Henkel, legt ighm den Austritt nahe und stellt kalr:
„”Herr Henkel muss sich fragen, ob er noch zur AfD gehören will, denn er will im Grunde genommen eine liberale Partei. Er möchte auf keinen Fall etwas mit Herrn Putin zu tun haben, er will auf jeden Fall das Freihandelsabkommen mit den USA”, sagt Gauland. “Er möchte eine Partei, die die Werte von CDU und FDP, wie er sie sieht, weiter verkörpert. Und das wird mit der AfD nicht gehen”, stellt der Partei-Vize fest.
Bei seinen Besuchen an der Basis gewinne er zunehmend den Eindruck, dass sich das National-Konservative oder National-Liberale als Markenkern herausschäle. Das Patriotische sei das verbindende Element der AfD.“

http://www.welt.de/politik/deutschland/article133860763/AfD-Spitze-zerlegt-sich-im-Richtungsstreit.html

Gleichzeitig gibt Gauland Elsässer ein Interview für sein COMPACT-magazin und rechtfertigt Elsässers Person:

http://juergenelsaesser.wordpress.com/2014/11/01/gauland-henkel-und-der-nationalbolschewist-elsasser/#more-6903

Elsässer sei zwar Nationalbolschewist, aber:

„Er erinnere sich zum Beispiel sehr gut an den Fall Joscha Schmierer, der von 1999 bis 2007 Mitarbeiter im Planungsstab des Auswärtigen Amts unter Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) sowie dessen Nachfolger Frank-Walter Steinmeier (SPD) für Grundsatzfragen der Europapolitik zuständig war. “Schmierer war nicht nur ein Anhänger des kommunistischen kambodschanischen Diktators Pol Pot, in dessen Regierungszeit 3,3 Millionen Kambodschaner ums Leben kamen, sondern hat Pol Pot die deutschen Volkesgrüße zu dessen Tätigkeit auf den ,killing fields’ übersandt. Ich glaube, er war sogar in Kambodscha”, sagt Gauland. Weder Fischer noch Steinmeier habe dieser Umstand daran daran gehindert, Schmierer im Planungsstab des Auswärtigen Amtes einzusetzen.“

Gauland deutet damit wohl an, dass er sich einen Elsässer ebenso im Planunungstsab des Auswärtigen Amts vorstellen könne, sollte eines Tages die AfD den Außenminister stellen.
Gauland, Frauke Petry und Markus Petzell scheinen den Putusch eggen Lucke/Starbatty und Henkel zu proben.Der Kampf ums Geschäftsmodell/Markenkern ist gerade ausgebrochen!!!

30) Erwin Gabriel, Sonntag, 02. November 2014, 12:21 Uhr

@ 76) Jürgen M. Backhaus, Freitag, 31. Oktober 2014, 08:35 Uhr

>> ich vermute es übersteigt ihre Kompetenzen darzulegen,
>> was eine Grundpopulation für Eigenschaften haben muss,
>> um als homogen angesehem zu werden.

Da haben Sie vollkommen recht. Sie sollten zwar über die Einsicht verfügen, dass Sie meine Kompetenz nicht beurteilen können, aber in diesem Falle haben Sie richtig geraten.

Nur war mein Anliegen nicht, die Eigenschaften darzulegen, die eine Grundpopulation haben muss, um als homogen (nach wessen Maßstäben auch immer) betrachtet zu werden.

Ich habe (Ihrer Einschätzung folgend, dass es in der Schweiz so etwas wie den mündigen Bürger eher bzw. in prozentual höherem Anteil gibt als in Deutschland) nur auf einen von mehreren Gründen hingewiesen, nämlich dass die Homogenität der Schweizer Bevölkerung GRÖSSER ist (…“vergleichsweise“…) als in Deutschland.

Viele Grüße vom Neger

31) Wolfgang Wegener, Sonntag, 02. November 2014, 18:56 Uhr

@ 75 Zitat:“Das Zitat: “Die AfD ist eine Schande für Deutschland” stammt nicht von der SPD-Generalin! Das war der Spenden-Empfänger Wolfgang Schäuble“.

Richtig, sorry. Allerdings hat mich meine Erinnerung doch nicht ganz getrogen. Ich zitiere dazu einen Beitrag von Yasmin Fahimi aus der Rubrik „Fremde Federn“ (also O-Ton) in der FAZ vom 16. Oktober, p. 10:. Dort heißt es zum Schluss, quasi als Fazit: „Denn Wolfgang Schäuble hat recht: Die AfD ist eine Schande für Deutschland. Deshalb darf sie für niemanden in Frage kommen – nicht im Bund, nicht in den Ländern und nicht in den Kommunen“.

32) Jürgen M. Backhaus, Montag, 03. November 2014, 15:12 Uhr

@80) Erwin Gabriel, Sonntag, 02. November 2014, 12:21 Uhr

Schön dass Sie nicht einfach die Luft angehalten haben.

Bei meiner Einschätzung zur Schweiz, handelt es sich zunächst um eine Hoffnung, die vom Wissen um Statistisk hinreichend befördert wird. Übrigens ein bisschen Wissen um unsere Kultur hat noch nie jemand geschadet. Der Film ist übriges unsäglich skurril, aber mir Kastenformulierungen unterstellen zu wollen ist es auch.

Übrigens: Der Schweizer Käse ist schön, weil er so viele Löcher hat. Nichts für ungut. MfG

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