Montag, 03. November 2014, 14:32 Uhr

Gauck darf das

Ein linker Ministerpräsident Bodo Ramelow, flankiert von SPD und Grünen, ist sicher kein Unglück für Deutschland. Der Ex-Wessi, Christ und verkappte Sozialdemokrat ist unverdächtig, der SED nachzutrauern.

Ebenso aber ist es kein Unglück, wenn Bundespräsident Joachim Gauck sich über das rot-rot-grüne Bündnis in Thüringen öffentlich Gedanken macht und fragt, ob man der Linkspartei vertrauen kann, dass sie weit genug weg ist von den Vorstellungen, die einst die SED hatte bei der Unterdrückung der Menschen.

Gauck hat ohne Polemik eine Debatte befördert, die SPD und Grüne aus machtpolitischen Gründen gescheut haben, und die die CDU grotesk und auch heuchlerisch überzeichnet. Gauck mit seiner Lebensgeschichte darf das. Er darf gerade in diesem Fall die Grenzen seines Amtes austesten oder vielleicht sogar ein bisschen überschreiten. Ein Christian Wullf mit seinem CDU-Hintergrund hätte das nicht gedurft.

Immer noch haben die meisten Mitglieder der „Linken“ einen SED-Hintergrund und im thüringischen Landtag sitzen drei Abgeordente mit Stasi-Vergangenheit. Und immer noch tut sich „Die Linke“ sehr schwer, die DDR als Unrechtsstaat zu identifizieren.

Die Aufregung über Gauck ist taktischer Natur. „Die Linke“ weiß, dass das Thema immer noch viele SPD-Leute und grüne Ex-Bürgerrechtler umtreibt, und will, indem sie Gauck den Mund verbietet, die ganze Debatte unterdrücken.

Eine solche Debatte aber ist ein Kennzeichen einer offenen und pluralistischen Gesellschaft. Und deshalb darf auch ein ehemaliger DDR-Bürger, der jetzt Bundespräsident ist, die Fragen stellen, die ihn und viele andere umtreiben. Das wird auch Frau Kipping noch lernen.

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73 Kommentare

1) Erwin Gabriel, Montag, 10. November 2014, 16:49 Uhr

@ 48) Sandro Serafin, Sonntag, 09. November 2014, 15:00 Uhr

Hallo Herr Serafin,

ich kann Ihrer Argumentation nicht ganz folgen, und das aus verschiedenen Gründen.

Selbst wenn noch vereinzelt dauerhaft Verwirrte in der Linkspartei umher toben mögen, so streben die keine neue Mauer, keinen neuen Todesstreifen oder keine neue Stasi an. Die hängen halt einem gescheiterten Weltbild an, um nicht zugeben zu müssen, dass sie selbst damals gescheitert sind. Sollten einige von denen damals etwas ausgefressen haben, soll sich die Staatsanwaltschaft drum kümmern, nicht der Bundespräsident.

Des weiteren zählten zu den Gründungsmitgliedern der Grünen zahlreiche radikale Kommunisten. Einige sind ausgetreten aus der Partei, andere machten dort Karriere. Es mag sein, dass nicht alle klüger geworden sind im Laufe der Jahre, aber doch demokratisch: Einem von China oder Stalin geprägtem Kommunismus redet keiner das Wort.

Des weiteren ist es nicht das erste Mal, dass die Linkspartei in eine Regierungsbeteiligung auf Länderebene geht. Gelegenheit für eine Grundsatzdiskussion hätte es schon früher gegeben. Das diese Diskussion erst in dem Moment vom Bundespräsidenten angeschoben wird, als es darum geht, eine schwarz-rote oder eine rot-rot-grüne Regierung zu bilden, zeigt, dass es sich hier um ein billiges (und ich meine „billig“) parteipolitisch motiviertes Manöver handelt.

Selbst wenn Gauck („möglicherweise“, wie Sie schreiben) „auf gefährliche undemokratische Entwicklungen hinweisen will, findet er mit der EU, mit der aktuellen Version der PKW-Maut mit der Erfassung aller Kennzeichen, mit dem Schlampern der Behörden bei der NSU-Strafverfolgung oder dem NSA-Abhörskandal deutlich relevantere Themen. Und wenn nicht?

2) Johannes Lamp, Dienstag, 11. November 2014, 10:21 Uhr

zu 50) Wanda Müller i.V. m. 46)
Wenigstens meinen (echten) Namen hätten Sie richtig schreiben können…
Warum sollte ich Ihnen Fragen beantworten? Wer ist denn Ossi? Wessen Landsleute wählen denn mit bis fast 40 % die „Kommunisten“? Alles Doofe?
Intelligenz und Klugheit hängen zusammen wie Minderbegabung und Sturheit!
Ehe ich die Linke wählen würde, würde ich mir eher ein Loch ins Knie bohren zur Aufnahme eines Weihnachtsbaumes!

3) Rainer Gebhardt, Dienstag, 11. November 2014, 14:12 Uhr

Lieber Herr Johannes Lamp, ich kenne Sie als eifrigen und eloquenten Foristen und hatte daher keine Sorge, dass bei Ihnen der Elsässer-Beitrag Unwohlsein hervorruft. Hätte sich Anton Chigurh hier zwei Tage früher zu Wort gemeldet, wäre sein Beitrag mein Bezugspunkt gewesen und nicht der des Herrn Elsässer. Tut mir trotzdem leid und ich bitte um Nachsicht. Beim nächsten Mal verlinke ich Kai Diekmann und bin gespannt, ob das die Verdauungsorgane aushalten. Unabhängig davon werde ich allerdings bei ihm wohl aber vergeblich einen relevanten Beitrag suchen…

4) wschira, Dienstag, 11. November 2014, 15:54 Uhr

@50) Wanda Müller

Sehr geehrte Frau Müller,

Sie wären glaubwürdig, wenn Sie Ihre Kriterien auch auf die Blockflöten anwenden würden. Alle Argumente, die Sie gegen die Linke bringen, treffen in noch verstärktem Masse auch auf diesen Personenkreis zu:
1. Sie haben sich nach der Wende nicht aufgelöst, sondern sind in die entsprechenden Westparteien aufgegangen.
2. Sie haben alle üblen Dinge in der DDR mitgetragen und abgenickt einschliesslich Mauer und Schiessbefehl.
3. Sie haben ihr nicht unbeträchtliches Vermögen in ihre neuen „Heimatparteien“ überführt.
3. Mehrere ehemalige DDR-Hardliner haben es sogar zu Ministerpräsidenten der Bundesrepublik gebracht, Herr Althaus und Frau Lieberknecht z.B., siehe z. B. die Äusserungen von Althaus zu „Republikflüchtlingen“ aus den Achzigern.

5) Norbert G. Stuhlfauth, Mittwoch, 12. November 2014, 15:38 Uhr

Was für ein Theater! Wenn in den 60er Jahren in Land- und Bundestag Nazischergen eingezogen wären, hätte ich gerne den Aufschrei erlebt, wenn es einen gegeben hätte. Aber hier kommt mein seit 20 Jahren angestauter Frust hoch : wir (mit Hilfe der „Besatzer“ ) haben nach dem Krieg eine nachhaltige Entnazifizierung betrieben. Eine wirkungsvolle Ent-Stasifizierung gab es nie. Den Opfern sollte immer ein grösserer Stellenwert beigemessen und Re4spekt gezollt werden als den Tätern. Und dann noch die Frage : Was wurde eigentlich aus dem SED – Vermögen?

6) Christian Erhart, Donnerstag, 13. November 2014, 21:25 Uhr

Gauck darf das nicht nur, Gauck soll das auch !

7) Jakobiner, Freitag, 14. November 2014, 07:16 Uhr

Der deutsche Bundespräsident ist verglichen mit dem Präsidenten der Weiomarer Verfassung ein recht kastriertes Wesen.Auch bleibt die Frage, was denn Subtsantielles und Prägendes von den Worten der jeweiligen Bundespräsidenten in der allgemeinen Öffentlichkeit in Erinnerung geblieben ist. Lübke–da erinnert man sich nur an seine Ansprache in Afrika „Liebe Neger!“, Scheel als singender Bundespräsident „Hoch auf dem Gelben Wagen“, Carstens als wanderndem BP, Richard von Weizsäcker—vor allem nur seine Rede zum 8. Mai 1945, Rau–nichts Bleibendes in Erinnerung, Herzog und seine Ruckrede, die die Agenda 2010 Schröders vordachte, Wulff „Der Islam gehört zu Deutschland“ und nun eben Gauck „Freiheit“, Putinschelte und „Mehr Verantwortung“. Also, wenn Bundesprädidenten mal Akzente setzen, so hinterlassen sie zumeist keine bleibende Erinnerung in den meisten Themenfeldern.

8) Wanda Müller, Freitag, 14. November 2014, 11:27 Uhr

@ Hallo wschwira # 54

Wenn Sie über konkret benannte Kriminelle schreiben, beginnen Sie dann so: Der Dieb, Räuber, auch Mörder hat dies und jenes verzapft, aber viele andere Kriminelle haben auch?

Ich bin mir ganz sicher, Sie machen es nicht. Denn Sie wissen, mit derartigen Formulierungen „entschuldigen“ Sie kriminelles Gehabe, leisten somit Vorschub für künftige Fehlleistungen gerade dieser von mit Angesprochenen. Weil die anderen dies machen, dürft ihr auch (habt vielleicht sogar noch etwas nachzuholen). Und rümpfen Sie nicht die Nase über die Einordnung „Kriminelle“. Wer klaut (immerhin 10 Mrd. Mark vom Volkseigentum der DDR), wer mordet (Mauertote), wer zwangsadoptiert, wer einsperrt für jede politische Äußerung gegen die DDR, was ist derjenige in Ihren Augen?

Das zum einen. Zum anderen.

Wenn Sie meine Äußerungen über Zeitereignisse, die ihren Ursprung in der ferneren und auch näheren Vergangenheit haben, verfolgen, werden Sie feststellen, dass ich auch diese Blockflöten versuche zu demaskieren und massiv anprangere. Siehe dazu insbesondere meine Betrachtungen auf meiner HP wanda-mueller.de. Es verbietet sich für mich, allen Unredlichen besonders in der Politik einen Persilschein auszustellen.

Also bitte, versuchen Sie nicht, mich in Ihr Boot der Relativierungen und Entschuldigungen zu locken; mein Boot ist das für mich stabilere, vor allem das reellere. Wanda Müller

9) Alexander, Freitag, 14. November 2014, 11:36 Uhr

@55.) Norbert Stuhlfauth

In Ihrem Kommentar stellen Sie interessante und vor allem die richtigen Fragen. Es ist auch aus meiner Sicht sehr bedenklich, dass die Täter vor Gericht meistens besser wegkommen als die Opfer. Dies gilt insbesondere für die in der Nachkriegszeit reichlich missglückte Entnazifizierung. Ich habe den Eindruck, dass auch die Entstasifizierung nur sehr halbherzig betrieben worden ist. Dabei ist mir klar, dass man die nationalsozialisitischen Gräueltaten nicht mit den Verbrechen der DDR-Organe vergleichen kann. Gleichwohl hätte unsere Politik etwas mehr aus der deutschen Geschichte lernen müssen.

Und Ihre abschließende Frage, wo denn das Vermögen der SED geblieben ist, trifft den Punkt. Leider ist dies auch nicht ordentlich aufgearbeitet worden. Es ist daher zu befürchten, dass die Restvermögen von „Treuhändern“ entwendet worden sind und damit verschwunden sind für alle Zeiten. Ich erinnere mich an eine Fernsehdokumentation darüber, bei der einem der Brechreiz kam.

10) Selma Krause, Freitag, 14. November 2014, 13:40 Uhr

Was ein Pastor Gauck aus Rostock von der Koalition in Thüringen mit einem Ministerpräsidenten Der Linken hält, interessiert mich einen feuchten Staub. Das kann er privat verkünden. Von unserem obersten Repräsentanten der Bundesrepublik Deutschland erwarte ich die dem Amt angemessene parteipolitische Neutralität. Da gibt es auch nichts „auszutesten“! Die Grenzen (den Rahmen) setzt das Grundgesetz – und daran hat sich auch ein Bundespräsident mit inkontinenter Geschwätzigkeit zu halten!
Wenn Joachim Gauck wegen Bodo Ramelow „Bauchschmerzen“ bekommt, müssen wir alle uns doch besorgt fragen, wie sehr eine exFDJ-Kulturbeauftragte als Bundeskanzlerin seinem Organismus zusetzt?! Ich hoffe sehr, das Leiden hat nach einmaliger Amtszeit ein Ende!

11) Erwin Gabriel, Freitag, 14. November 2014, 14:55 Uhr

@ 56) Christian Erhart, Donnerstag, 13. November 2014, 21:25 Uhr

>> Gauck darf das nicht nur, Gauck soll das auch !

Dann soll der Herr Bundespräsident vorab seine Vergangenheit sauber und vernünftig klären, und gefälligst den gleichen Maßstab bei allen anlegen, nicht nur bei den Linken pünktlich zur Koalitionsbildung Empörung heucheln.

Wer sich so zurückhaltend zu den NSU-Fahndungspannen oder der NSA-/BND-Abhöraffäre äußert, braucht doch über eine Partei wie die Linke, die jetzt einen Realo-Wessi zum Ministerpräsidenten bestallen will, kein Wort zu verlieren.

12) Paulus, Samstag, 15. November 2014, 13:59 Uhr

Reden dürfen darf Gauck wann und zu welchem Thema er mag. Wie weit seine Rücksichtnahme auf den politischen Terminkalender, auf laufende Willensbildungsprozesse in anderen politischen Organen ist ebenso allein seine Sache.

Allerdings bleibt er weder als Person noch als ein amtlicher „Würderträger“ vor scharfer Kritik geschützt. Gauck sieht sich in der Rolle des Mahners, als ein Apostel „der Freiheit“ : Er entwickelt sein Verständnis von Freiheit sehr stark, wenn nicht ausschließlich, aus seiner Biographie heraus (eingesperrt sein in einen Staat) und weniger aus intellektueller Reflexion. Das ist seine Stärke und Schwäche zugleich. Er wird wie er wohl zutreffend glaubt, dafür vom Publikum leicht und schnell verstanden. Aber auch einem BP ist das Denken nicht verboten.

„Freiheit“ zählt zu den politisch am häufigsten gebrauchten Propagandafloskeln, ganz besonders zum politischen Schattenboxen geeignet. Für Freiheit, gegen Freiheit und Bekenntnisse zur Freiheit die einem unangenehmen Konformitätsdruck in politischen Reden ausstrahlen.

Der Begriff das Abstraktum „Freiheit“ zählt unter Philosophen zu den sogenannten Universalien, das sind unsere Begriffe, Vorstellungen (sowie deren Negation) die ihre Eigenschaft als existent (ontisch) weder beweis- noch widerlegbar ist. Sie zählen zu den ungelösten Rätseln für Philosophen von der Antike bis in die Modern, ebenso wie „Gott“, „Seele“, „Unsterblichkeit“ usw.. In Redewendungen wie: „wir wählen die Freiheit!“ (K. Adenauer) usw. zeigt sich „Freiheit“ nur in der Abwesenheit des „Kommunismus“, also auch ohne „eigene“ positive Existenz. Der kluge Soziologe und Philosoph Niklas Luhmann hat einmal prägnant formuliert: „Freiheit, das ist die noch nicht erkannte Abhängigkeit“. Man hat den Eindruck, es täte Gauck gut, er würde mehr (nicht nur das was seine Redenschreiber ihm auftischen) lesen und reflektieren als reden.

Gruß
Paulus

13) Don.Corleone, Samstag, 15. November 2014, 15:26 Uhr

Gauck steht es Nicht zu , eine demokratische Wahl durch infantile Kommentare zu beeinflussen !
Unter Umständen ergibt sich daraus auch noch ein strafbewährter Vorgang .
Ich fordere SOFORTIGEN rücktritt von GAUCK !
Sofern ER noch rückgrat hat .
Anmerkung: Gauck u. merkel, beide a.d. Gleichen Stall , waren in ihrer aktiven Laufbahn
Mitläufer d. SED ……….die sie komischerweise HEUTE verteufeln ..?
Zudem waren BEIDE priviligiert……, mi a. Annehmlichkeiten !
Das sollten BEIDE erstmal politisch, öffentlich bereinigen, bevor sie eine dicke , öffentliche,
Lippe riskieren !
Soviel Anstand u. Rückgrat kann , muß man erwarten können !
WO ist GAUCKS Aufschrei in Ri.Obama wg. NSA-Skandal ?
Wo ist merkels Aufschrei ? o. hält sie sich an d. Weisheiten von Pofalla .

Welche eine katasstrophale Politik in berlin !

Aber, Hoffnung besteht, d. AFD kommt , mit Riesenschritten …………………
u. wird diesem elendigem Grausen ein schnelles, hartes Ende bereiten !

14) Johannes Lamp, Samstag, 15. November 2014, 18:43 Uhr

zu 62) Paulus und 63) Don Corleone
Endlich wieder mal was Philosophisches vom Kleinasiaten und außerdem Richtiges, wenn ich mir diese Wertung erlauben darf. Man muss wahrscheinlich froh sein, dass Gauck seine Reden nicht selbst schreibt, sonst wären seine Pollutionen noch schwerer erträglich…
Corleone ist eines der alten Zentren der sizilianischen Mafia – passt doch irgendwie zur AfD!

15) Jakobiner, Sonntag, 16. November 2014, 10:22 Uhr

Zu Wanda Müller:

Sie vergessen ein wenig, dass von 64 Bundestagsabgeordneten der Linkspartei gerade einmal 16 SED-Mitglieder waren.Und der Rest sind neue junge Leute, ehemalige Westgewerkschafter und ehemalige SPDler um den Lafontaineflügel (WASG). Diese Leute also pauschal als „Drachenbrut“und den „elenden Rest, der übrig geblieben ist“ala Biermann zu verunglimpfen, ist also schon reichlich dreist und daneben.Genauso könnte Biermann jetzt anfangen an der FDJ-Mitgliedschaft Merkels rumzustänkern, was er wohlweislich unterlässt.

16) Wolfgang Wegener, Sonntag, 16. November 2014, 13:13 Uhr

Also, ich nehme nach nochmaliger Lektüre dieses Threads den Ausdruck „Quasselpfaffe“ (in #46) als Anregung für politische Diskussionen im Freundeskreis mit nach Hause.

17) Erwin Gabriel, Montag, 17. November 2014, 16:00 Uhr

@ 63) Don.Corleone, Samstag, 15. November 2014, 15:26 Uhr

>> Welche eine katasstrophale Politik in Berlin !

Ich stimme zu. Wenn ich sehe, wie in Berlin die Millionen und Milliarden durch Nichtstun sinnlos verschleudert werden (beispielsweise Bundesbauminister Ramsauer, der den Toll-Collect-Vertrag auslaufen ließ und nun dem Betreiber kostenmäßig stark entgegen kommen muss; Verteidigungsminister De Maizere, der die Eurohawk-Verträge bei Scheiern für die Industrie folgenlos gestaltete und wo nun die Einspruchsfrist abgelaufen ist; beide würde mit über einem jahr Vorlauf über handlungsbedarf informiert, und taten wissentlich nichts), kriegt man schon zuviel.

>> Aber, Hoffnung besteht, d. AFD kommt , mit Riesenschritten …………………
>> u. wird diesem elendigem Grausen ein schnelles, hartes Ende bereiten !

Da kann ich leider nicht zustimmen. Das Niveau von Prof. Lucke findet sich leider nicht durchgängig, und Herr Henkel, bei aller Wirtschaftskompetenz, ist eben nur in diesem überaus schmalen Bereich tauglich, seine „soziale“ Sicht gar eine Katastrophe. Da würde es kein schnelles und kein hartes Ende geben (nicht mal im Euro-Bereich), sondern bestenfalls Korrekturen.

Aber selbst das wäre zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.

18) wschira, Montag, 17. November 2014, 16:39 Uhr

58) Wanda Müller

Hallo Frau Müller,

mir scheint, dass Sie meinen Kommentar nicht richtig gelesen haben. Ich habe nicht relativiert, an keiner Stelle, Ich habe nur Ihre Phillipika in Relation zu dem von mir genannten Personenkreis gesetzt, auf den Ihre Darstellung voll zutrifft, den Sie aber nicht einbeziehen (entschuldigen Sie, dass ich Ihre Website nicht kenne, wir sind hier im Sprengsatz). Ich habe dadurch auch Ihre Glaubwürdigkeit relativiert und generell angezweifelt. Dass Sie das stört, ist verständlich, ich kann es aber nicht ändern, dafür ist Ihr Kommentar verantwortlich.

Im Übrigen ist auch die DDR-Vergangenheit von Herrn Gauck und Frau Merkel völlig ungeklärt, auch das würde wohl ein weites Betätigungsfeld für öffentliche Entrüstung eröffnen.

19) Johannes Lamp, Dienstag, 18. November 2014, 10:28 Uhr

zu 68) wschira zu 58)Wanda
Ich fand den 54er) Beitrag sehr zutreffend und kenne die Website von W. Müller, der verbitterten Ostgotin! Auch Ihr 68er) Kommentar findet meine volle Zustimmung! Mehr!!!

20) Erwin Gabriel, Mittwoch, 19. November 2014, 11:12 Uhr

@ 68) wschira, Montag, 17. November 2014, 16:39 Uhr

Zustimmung.

Wenn ich einem reichen Unternehmer und einem kleinen Angestellten Steuerhinterziehung nachweise, oder wenn ich einen Deutschen und einen Migranten beim Prügeln erwische, oder ein SPDler und ein CDUler sammeln beide illegale parteispenden, und klage nur jeweils einen von beiden an, setze ich weder Recht noch Gerechtigkeit durch, sondern bin in die eine oder andere Richtung voreingenommen.

Ob SED- oder „Blockflöten“-Mitglied, man war Aktivist oder Mitläufer in einer staatstragenden Organisastion. Die Blockflöten-Parteien waren nicht der aktive Widerstand. Da darf bzw. muss man genauso schauen. Von der PDS in die Linke zu gehen, halte ich außerdem für ehrlicher (nicht zwangsweise für klüger), als von der Ost-CDU in die West-CDU zu gehen und so zu tun, als habe man Adenauer noch persönlich gekannt.

PS: Wäre ich damals im Osten aufgewachsen, wäre ich wohl auch irgendwo eingetreten, allein, um meinen Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen.

21) Gido Steinert, Mittwoch, 19. November 2014, 17:03 Uhr

Interessant, wie Sie in einem einzigen Beitrag mehrfach „Rechte“ verteilen, wer was darf und wer nicht. Typisch Deutsch oder nur typisch „Wessi“?

Ich sage Ihnen hierzu Folgendes: Jeder darf Alles! Alles klar?

Einmal sagen Sie, da gibt es immer noch Abgeordnete mit einer „SED-Vergangenheit“. Ja lieber Gott, die werden sie auch ihr Leben lang qua Definition behalten.
Dank gewisser Medien lässt sich die auch nicht so leicht abstreifen wie eine NSDAP-Vergangenheit in der ehem. BRD. Einfach ein Stempel „Entnazifiziert“.
Vielleicht hätte man 1990 etwas ähnliches für SED-Leute einführen sollen. Dann hätte die Hexenjagd vielleicht irgendwann aufgehört.

Zur Person Gauck empfehle ich Ihnen im Übrigen meinen Beitrag „Der doppelte Gauck“ auf www. osten-macht-stress.blog.de

Herzliche Grüße

22) mac4ever, Samstag, 29. November 2014, 19:47 Uhr

@S. Paul, 4.). Ich würde diesen. Gern noch etwas vertiefen. Die in der DDR politisch ausgebremsten haben heute keine „lückenlose Erwerbsbiographie“, wie das im Amtsdeutsch so schön heißt, im Gegensatz zu den Stasi Bediensteten, die ihrer moralisch nicht gerechtfertigten Rentenansprüche sogar noch gerichtlich durchsetzen konnten. Diese Ungerechtigkeiten wurden von der deutschen Justiz nicht beseitigt, indem diese ausführte, Rentenrecht sei kein Strafrecht und deswegen dürften die Stasi-Angestellten auch nicht bestraft werden für ihre Arbeitsstätte. Nun ja, niemand mußte Stasi-Angestellter werden in der DDR.

Es hätte dem deutschen Rechtsstaat aber gut angestanden, per Gesetz diese Ungerechtigkeit zu beseitigen. Aber da galt das Rechtsprinzip mehr als die Gerechtigkeit. Und vor allem: es hätte mehr Geld gekostet.

Dass er darauf nicht hingewiesen hat und diesen Missstand nicht gleichzeitig angeprangert hat, das muss sich Gauck vorwerfen lassen.

23) C.Mayer, Mittwoch, 03. Dezember 2014, 23:38 Uhr

Lieber Herr Spreng,
recherchieren Sie doch bitte als Journalist einmal Gaucks DDR-Vergangenheit.
Mir ist er 1989 nicht als Bürgerrechtler aufgefallen. Bekannt waren Eppelmann, Führer und Ullrich aus Kreisen der ev. Kirche in der DDR. Fragen Sie im Archiv des ASV oder bei der WELT, die damals ausführlich berichteten, wann ein Pfarrer Gauck aus Rostock zum ersten Mal als „Oppositioneller“ in Erscheinung trat. Dann dürfte sich auch ihr Bild über diesen „Freiheitskämpfer“ relativieren. Als die Mauer gefallen war, da kamen sie, die „Novemberrevolutionäre“, wie unter Bürgerrechtlern gespottet wurde, die die angeblich immer schon dagegen waren und es erst bemerkten, als keine Gefahr mehr drohte.

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