Montag, 03. November 2014, 14:32 Uhr

Gauck darf das

Ein linker Ministerpräsident Bodo Ramelow, flankiert von SPD und Grünen, ist sicher kein Unglück für Deutschland. Der Ex-Wessi, Christ und verkappte Sozialdemokrat ist unverdächtig, der SED nachzutrauern.

Ebenso aber ist es kein Unglück, wenn Bundespräsident Joachim Gauck sich über das rot-rot-grüne Bündnis in Thüringen öffentlich Gedanken macht und fragt, ob man der Linkspartei vertrauen kann, dass sie weit genug weg ist von den Vorstellungen, die einst die SED hatte bei der Unterdrückung der Menschen.

Gauck hat ohne Polemik eine Debatte befördert, die SPD und Grüne aus machtpolitischen Gründen gescheut haben, und die die CDU grotesk und auch heuchlerisch überzeichnet. Gauck mit seiner Lebensgeschichte darf das. Er darf gerade in diesem Fall die Grenzen seines Amtes austesten oder vielleicht sogar ein bisschen überschreiten. Ein Christian Wullf mit seinem CDU-Hintergrund hätte das nicht gedurft.

Immer noch haben die meisten Mitglieder der “Linken” einen SED-Hintergrund und im thüringischen Landtag sitzen drei Abgeordente mit Stasi-Vergangenheit. Und immer noch tut sich “Die Linke” sehr schwer, die DDR als Unrechtsstaat zu identifizieren.

Die Aufregung über Gauck ist taktischer Natur. “Die Linke” weiß, dass das Thema immer noch viele SPD-Leute und grüne Ex-Bürgerrechtler umtreibt, und will, indem sie Gauck den Mund verbietet, die ganze Debatte unterdrücken.

Eine solche Debatte aber ist ein Kennzeichen einer offenen und pluralistischen Gesellschaft. Und deshalb darf auch ein ehemaliger DDR-Bürger, der jetzt Bundespräsident ist, die Fragen stellen, die ihn und viele andere umtreiben. Das wird auch Frau Kipping noch lernen.

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73 Kommentare

1) Sabine Zielke-Esser, Montag, 03. November 2014, 15:24 Uhr

Wir hatten jahrzehntelang Glück mit unseren Bundespräsidenten. Das Glück hat uns zum drittenmal verlassen. Joachim Gauck muss sich fragen, ob er kluger Staatsmann sein will oder eine bei Journalisten beliebte Plaudertasche und Sensationslieferant. Passend dazu die Fragen von Ulrich Deppendorf auf Schülerzeitung-Niveau: „Worüber haben Sie sich in den letzten 25 Jahren am meisten gefreut?“

2) Erwin Gabriel, Montag, 03. November 2014, 16:17 Uhr

Ein weiterer Gauck-Flopp.

Der Bundespräsident ergreift klar Partei gegen eine Partei und damit gegen deren Wähler. Das verstehe ich als bewußte Entscheidung und klares Bekenntnis Joachim Gaucks, NICHT Bundespräsident aller Deutschen sein zu wollen.

3) Thomas Kischel, Montag, 03. November 2014, 18:17 Uhr

Zu: Gauck darf das (Bedenken gegen Rot-Rot-Grün äußern)

Sie schreiben:
Er ((Gauck)) darf gerade in diesem Fall die Grenzen seines Amtes austesten oder vielleicht sogar ein bisschen überschreiten. Ein Christian Wullf mit seinem CDU-Hintergrund hätte das nicht gedurft.

Ich finde ihre Site sehr gut!

Hier aber bin ich der Meinung, eine Aussage (hier Richtung Bodo Ramelow) ist nicht vom Redner abhängig (also z. B. Wulff bzw. Gauck), sondern von der “Sachlage”.

Herr Gauck ist hier zu weit gegangen und hätte es sich verkneifen müssen,
auch wenn es, gerade ihm – wegen seinem Lebenslauf – schwer fällt.

Er hat viel zu sehr parteipolitisch eingegriffen. Ansonsten macht er ja einen guten Job!

Mit lieben Grüßen!

4) Reinhold Herdler, Montag, 03. November 2014, 20:00 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

hier in diesem Fall kann ich ihnen überhaupt nicht zustimmen. Ein Bundespräsident hat gerade in einer solchen Phase der Regierungsbildung, neutral zu sein. Alles andere wäre heuchlerisch und für eine Demokratie unwürdig. Wenn ein Wahlergebnis, eine bestimmte Koalition zulässt und diese Parteien wollen es auch so, dann hat es auch ein Bundespräsident zu akzeptieren. Seine Äußerung wären nach einer möglichen Regierungsbildung von RRG schon eher angebracht gewesen. Damit hätte er aus seinem Amt heraus, keine Beeinflussung durchgeführt und sind wir doch einmal ehrlich, das ist doch der eigentliche tiefere Sinn seiner Sätze. Wobei aber gerade ein Herr Gauck wohl einer der letzten sein dürfte, der sich negativ über die DDR äußern darf, ohne dabei Rot zu werden. Ich bin zwar ein Wessi, aber der Bürgerrechter Herr Gauck, sorgt auch bei mir für Lachanfälle. Er war zwar kein strammer Mitläufer, aber von seinem Widerstandsgeist hat wohl selbst die DDR-Führung nichts bemerkt, wie Herr Krenz in seinem Buch “Herbst 89” zu berichten wusste.

mfg

5) Frank Reichelt, Montag, 03. November 2014, 20:12 Uhr

Vielleicht könnte es ja zur Tradition werden, den Bundespräsidenten vor jeder Bundes- und Landtagswahl eine Wahlempfehlung aussprechen zu lassen, damit wir unsouveränes und unmündiges Wahlvolk auch keinen Fehler machen.
Der Bundespräsident sollte überparteilich sein, genau wie BILD!

6) Alexander, Dienstag, 04. November 2014, 08:19 Uhr

@ Spreng: Volle Zustimmung! Selbstverständlich darf Herr Gauck Stellung beziehen!

Auch für den Bundespräsidenten und seine Vorgänger im Amt gilt das Recht auf freie Meinungsäußerung. Und ein Bundespräsident darf sich auch zu aktuellen politischen Vorgängen äußern. Ansonsten ist er nur ein Grüßonkel. Freie Meinungsäußerung ist in einer Demokratie das Salz in der Suppe!

Die Argumentation von Bundespräsident Gauck empfinde ich als sehr sanftmütig und sachlich formuliert. Und mitnichten stellt er die Linken als die bösen Buben dar. Er stellt lediglich Fragen zur demokratischen Reife der Linken. Die Linken selbst könnten hier doch sachlich Stellung beziehen anstatt beleidigt zu reagieren.

Ich erinnere mich an die vielen Reden von Gaucks Vorgängern, die die damaligen politischen Debatten beeinflussten und dafür ebenfalls scharf kritisiert wurden. Roman Herzog kritisierte den mangelnden Reformeifer der damaligen Bundesregierung mit seiner “Durch Deutschland muss ein Ruck gehen!”-Rede. Bundespräsident von Weizsäcker kritisierte im Rahmen der Wiedervereinigung ebenfalls die Bundesregierung.

@ Reinhold Herdler: Wir brauchen keinen Widerständler oder Helden als Bundespräsidenten. Wozu denn das? Gauck war ein normaler DDR-Bürger wie viele andere auch. Daher hat er selbstverständlich das Recht, sich kritisch über die Verhältnisse in der DDR zu äußern.

Und pardon: Herr Krenz für die Bewertung von Joachim Gauck heranzuziehen ist grotesk.Herr Krenz soll erst einmal Farbe bekennen und zu seiner Verantwortung stehen.

7) Uwe Seher, Dienstag, 04. November 2014, 08:39 Uhr

Nein, er darf das nicht. In dieser Form zumindest nicht. Er darf zwar jederzeit seine Meinung äußern und auch das Amt nach seiner Ansicht interpretieren, er darf aber nicht Partei ergreifen, wie hier eindeutig geschehen. Und er hat stets seine privaten Ansichten vom Amt zu trennen.
Er hat sich einmal mehr für sein Amt disqualifiziert.

8) Wolfgang Wegener, Dienstag, 04. November 2014, 09:02 Uhr

So, so, Herrn Gauck fällt es schwer, sich in seinem Alter an einen Landesregierungschef der PDS zu gewöhnen. Na und? In meinem Alter kann ich mich auch schwer an das eine oder andere gewöhnen, z. B. an Gartenarbeit.. Und schon mal garnicht könnte ich mich in meinem Alter daran gewöhnen, aufstehen zu müssen, wenn dieser Herr den Saal betritt. Für den Bundespräsidenten würde ich aufstehen, für den mir persönlich unbekannten Herrn Gauck sicherlich nicht.

Offenbar kann Herr Gauck nicht zwischen Amt und seiner Person unterscheiden.

9) W. Zimmer, Dienstag, 04. November 2014, 09:31 Uhr

5) Herr Reichelt

Der letzte Satz von Ihnen ist der Knaller. Habe mich köstlich amüsiert.

Zum Casus knacktus: es würde diesem Bundespräsidenten gut zu Gesicht stehen, seine persönlichen Animositäten hinten anzustellen, seien es Gedanken zu den LINKEN, oder zu Russland.

Herr Gauck hat ja anscheinend ein Faible für alles, was mit dem Begriff “Freiheit” zu tun hat. Warum geißelt er also nicht diejenigen, die durch die fortwährend Verletzung der freiheitlichen Grundrechte mittels der Totalüberwachung, bzw. deren stillschweigende Duldung zu einer unfreien Gesellschaft beitragen? Das halte ich für wesentlich gefährlicher, als einen Ministerpräsidenten der Linken zu haben.

10) Wolfgang Wabersky, Bocholt, Dienstag, 04. November 2014, 13:39 Uhr

Der Anlass, die kritischen Äußerungen des Bundespräsidenten über RRG in Thüringen, ist ein geringer, fast nebensächlicher. Man muss RRG nicht lieben, aber es ist kein Weltuntergang, wenn sie die Regierung bilden sollten. Die Diskussion darüber, ob hier eine Grenzüberschreitung des Präsidenten stattgefunden hat, zeigt aber mehr als deutlich, dass niemand so richtig weiß, welche Befugnisse dieses Amt hat. Von Ablehnung bis Zustimmung ist alles drin, ja, es gibt Foristen, die in diesem Fall sogar eine Einmischungspflicht des Präsident sehen und einfordern.
Was aber ganz sicher zu kritisieren ist, ist, dass Gauck sich zu wesentlichen Problemen der Bürger überhaupt nicht äußert: kein Sterbenswörtchen zur Bespitzelung der Bevölkerung durch ausländische Geheimdienste; kein Kommentar zum geplanten Freihandelsabkommen, das sehr viele Bürger beunruhigt; kein christlich motiviertes Statement in Richtung Bayern wegen der dortigen Behandlung von Flüchtlingen. Hinzu kommen seine Auslassungen zur militärischen Rolle Deutschlands in der Welt und zu seiner ganz persönlichen “Russlandpolitik”, die sehr stark zur Polarisierung der Bevölkerung beigetragen haben.
“Sich einmischen” missversteht er komplett. Es wäre daher angezeigt, dass Herr Gauck sich von einem Verfassungsrechtler über die Rolle des Bundespräsidenten aufklären ließe. Mit den Bundespräsidenten haben wir in letzter Zeit wenig gute Erfahrungen gemacht. Besonders die beiden letzten haben mich davon überzeugt, dass dieses Amt völlig neu definiert werden, am besten aber wohl abgeschafft werden sollte. Einen Bundespräsidenten, der die Bevölkerung in diesem Maße polarisiert, brauchen wir nicht. Genau das kann Gaucks Aufgabe ganz sicher nicht.sein.

11) wschira, Dienstag, 04. November 2014, 16:36 Uhr

@6) Alexander

“@ Reinhold Herdler: Wir brauchen keinen Widerständler oder Helden als Bundespräsidenten. Wozu denn das? Gauck war ein normaler DDR-Bürger wie viele andere auch.”

Nein, das war er nicht, er war kein normaler DDR-Bürger. Er genoss Privilegien, von denen normale DDR-Bürger nur träumen konnten, z.B. freie Westreisen. Haben Sie sich schon einmal gefragt, was die Gegenleistung dafür war? Glauben Sie, dass die DDR-Führung solche Privilegien vergab ohne Gegenleistung?

Nein, nicht dass er sich “einmischt” in eine Regierungsbildung, was ihm von Amts wegen nicht zusteht, sondern sein Pharisäertum ist ihm zum Vorwurf zu machen. Irgendwo hat jemand geschrieben, er war ein last-minute-Widerständler, man hat nämlich in der Zeit, wo andere auf die Strasse gingen, ihre Knochen hinhielten und Gefängnis riskierten, nichts von einem Widerständler Gauck gehört. Man braucht ihn nicht zu fragen, ob er sich selbst schon von seiner damaligen Stellung in der DDR emanzipiert hat, er hat, er ist schliesslich Bundespräsident.

12) Freddy Schlimm, Dienstag, 04. November 2014, 17:47 Uhr

Soll doch jeder koalieren, mit wem er will. Warum geht Herr Tillich in Sachsen nicht mit der AfD?

13) Walter Schmid, Dienstag, 04. November 2014, 20:07 Uhr

Im wesentlichen kann ich mich den Meinungen der Mitforisten anschließen.
@Alexander
Da ich Sie sehr schätze,stelle ich an Sie noch eine Frage. Wäre es nicht besser gewesen, wenn Herr Gauck nach der Regierungsbildung in Thüringen, seine kritische Meinung geäussert hätte? Er hätte doch noch ein paar Wochen warten können. Oder? Es riecht regelrecht nach einer gezielten und beabsichtigten Einmischung. Was meinen Sie, wenn dadurch die Regierungsbildung zugunsten RRG scheitern würde. Rücktrittsforderungen ohne Ende. Oder?

14) Ralf Nietzschmann, Dienstag, 04. November 2014, 21:02 Uhr

In der Sendung Bericht aus Berlin war er als BP anwesend und hat grundsätzlich sich nicht in
laufende politische Prozesse einzumischen, auch nicht, wenn es Belange einer Landtagswahl, hier
in Thüringen ,betrifft.
Wenn man nun aber Gauck gehört hat, muss man sofort feststellen, dass er sein Amt zu
persönlichen Ansichten missbraucht hat und demokratische Wahlen und den daraus resultierenden
Wählerwillen nach seinen Gutdünken, oder gar beauftragt, benutzt.
Er nimmt für sich in Anspruch der BP zu sein,nimmt sich aber die Freiheit nicht der BP aller
Deutschen zu sein .

Zu einen möglichen MP der Linken in Thüringen behauptet er.
“Menschen, die die DDR erlebt haben und in meinem Alter sind” müssen sich schon ganz schön
anstrengen , um dies zu akzeptieren.
Woher will er denn das wissen?
Die Linke hat unter Beachtung der abgegebenen Stimmen aller Wahlberechtigten annähernd die
gleiche Anzahl wie die CDU.
Was will er damit beeinflussen? Die laufende Mitgliederbefragung der eventuellen
Koalitionspartner?
Dann hat er sich bekannt, die Wahlentscheidung sei zu akzeptieren.
Hat er das wirklich ?
Nein,hat er nicht.
Gesagt hat er, die Wahlentscheidung sei zwar zu akzeptieren,
dennoch bleibe die Frage, ob die Partei, die da den MP stellen wird, tatsächlich schon so weit weg
von den Vorstellungen ist, die die SED einst hatte , so dass wir ihr voll vertrauen können?
Was sagt er nicht, dass er eigentlich in Wahrnehmung der Integrationsfunktion des BP sagen
müsste:
Die LINKE ist eine Partei, die nicht ausschließlich aus der SED hervorgegangen ist, sondern
unzufrieden SPD Wähler besonders aus dem Westen und neue Mitglieder aus der gesamten BRD
nach der Wende zu verzeichnen hat.
Die LINKE ist eine Partei, die in den Kommunen, in den Ländern und im Bund zugelassen ist, sie
ist frei wählbar.
Warum sagt Gauck nicht, dass es in den neuen BL und Berlin durchaus ROT/ ROT Koalitionen
gegeben hat und hat und die Linke sich immer nach den Regeln des GG verhalten hat?
Warum verschweigt Gauck die durchaus erfolgreiche Zusammenarbeit der Linken mit anderen
demokratischen Parteien auf kommunaler Ebene. Kennt er nicht die Anzahl der Bürgermeister die
die Linke stellt?
Hier ist wieder nur der Gauck zu erleben, der seinen unbändigen Hass auf alles was nicht seinen
Vorstellungen entspricht mit seinen pastoralen Geschwätz nieder machen will. Komischerweise war
das zu seiner Zeit in der DDR anders. Das mit den Wechsel der Futtertröge will ich nicht nochmal
erwähnen, es dürfte den Lesern meiner Postings bekannt sein.
Der BP in seinem Amt ist der Allerletzte, wenn überhaupt, der sich zu durch
Wählerwillen entstehende Koalitionen melden darf und vorallen in der klar erkennenden Absicht
dieses Freiheitsapostels.Demokratie heißt den Wählerwillen zu akzeptieren.
Es ist schon eine persönliche Diffamierung des Christen Bodo Ramelow durch Gauck. Gerade
diesen mit der SED in Verbindung zu bringen ist mehr als absurd. Mit Sicherheit hat dieser auch
nicht mit der Stasi zusammengearbeitet, was bei manch anderer derzeitigen Persönlichkeit
wahrscheinlich sehr möglich gewesen sein könnte, aber durch Schaffung von Tatsachen nie, oder
erst später mal der Bevölkerung klar wird.

4) Reinhold Herdler,
Nein, man sollte nicht Krenz zitieren, sondern Bürgerrechtler, wie die Pfarrer Schorlemmer, Turek,oder Tschiche u.a. , die Gauck so schildern, wie er wirklich wahr
Ich zitiere mal den Journalisten Gerhard Rein zu Gauck, der es auf dem Punkt bringt:
„Nun, was man im heutigen Sprachgebrauch Bürgerrechtler nennt, hat man früher als DDR-Opposition bezeichnet. Zur DDR-Opposition hat Gauck niemals gehört. Er trat auch nicht in den system-kritischen Friedens- und Umweltgruppen im Umfeld der Evangelischen Kirchen je in Erscheinung. In den Publikationen, die in der DDR von kritischen Gruppen illegal herausgegeben wurden, taucht der Name Gauck als Verfasser nicht auf.
Joachim Gauck hat sich im Oktober 1989 in Rostock dem „Neuen Forum“ angeschlossen. Vorher ist ein politischen Engagement gegen den repressiven Staat nicht auszumachen.“
Anmerkung von mir: im Oktober 1989 konnte nichts mehr passieren, da konnte man schon mal die Pferde perspektivisch wechseln
Sind sie versichert, dort wo sie noch lachen können, was ihr gutes Recht ist, sehen aktive Bürgerrechtler und Zeitzeugen das eher zum heulen.
M.f.G

15) Rainer N., Mittwoch, 05. November 2014, 03:58 Uhr

Es gab in der Geschichte der Bundesrepublik erst EINEN Bundespräsidenten, der dem Amt gerecht geworden ist. 1969 bis 1974.

Bundeskanzler, für die Solidarität gab es auch nur einen. Ebenfalls von 1969 bis 1974.

Das waren noch Zeiten.

Dann kamn Heines Ausage zur Geltung, denk ich an Deutschland in der Nacht …

16) W. Zimmer, Mittwoch, 05. November 2014, 09:10 Uhr

15.) Rainer N.

Von Gustav Heinemann und Willy Brandt kann man zu Recht behaupten, sie hätten ihr Volk würdig vertreten. Beim heutigen Personal scheint mir die Gewichtung gehörig verschoben, das Volk scheint mehr und mehr ein störender Faktor zu sein, nur zu gebrauchen beim Streben nach Gewinn und Wachstum.

17) Erwin Gabriel, Mittwoch, 05. November 2014, 10:08 Uhr

@ 11) wschira, Dienstag, 04. November 2014, 16:36 Uhr

Zustimmung

Ein Bundespräsident, der zu wichtigen Themen wie Euro-Krise und NSA lautstark schweigt, aber mehr internatonale Verantwortung (notfalls mit Waffen) fordert, der die Angehörigen der NSU-Opfer pastoral abfertigt, anstatt den schlampenden Behörden die Leviten zu lesen, mischt sich persönlich und parteilich in die Regierungsbildung eines Bundeslandes ein.

Wie heißt es so schön: Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche …

18) Jakobiner, Mittwoch, 05. November 2014, 13:28 Uhr

Wie schrieb die SZ unkurz noch selbst:

“Ein kleines Rätsel zu Beginn, welche Partei suchen wir?Kurzer Blick in die Fraktion im Erfurter Landtag: Abgeordneter eins. SED-Mitglied von 1982-89, Abgeordnete zwei, Mitglied der Volkskammerund dort jener Resolution zustimmend, die das Massaker auf dem Tiananmen-Platz begrüßte.Abgeordneter drei Kreissekretär- und geschäftsführer einer BlockparteiDürfen solche Leute ein Land regieren?Antwort: Haben sie schon und tun sie noch, die CDU ist schließlich Regierungspartei” (SZ v.25./26.Oktober 2014).

Diese Leute stören Gauck hingegen nicht, nur wenn es sich um die Linkspartei handelt. Zudem kann ich mich noch erinnern, wie ein westdeutscher CDU-Freund unserer Familie nach dem Mauerfall Landrat in Ostdeutschalnd wurde. Eines Abends kam dann ein verzweifelter Anruf, mit der Bemerkung, dass man da “ein Problem”habe: 14 der 18 Führungsmitglieder hätten eine Stasivergangenheit. Was man jetzt tun solle?Jedenfalls wurden die Leute nicht ausgeschlossen, sondern pragmatisch weitergeführt, auch in hohen Ämtern.Gestört hat das keinen.

19) Michael Hohe, Mittwoch, 05. November 2014, 14:33 Uhr

In Zeiten, wo es nur in der Republik nur suboptimal läuft braucht man erst recht einen Bundespräsidenten, dessen ‘Finger in die Wunde legen’ auch von der breiten Masse gehört wird, ob dies Gauck in voller Breite erfüllt, sei mal dahingestellt.

20) Jakobiner, Mittwoch, 05. November 2014, 15:24 Uhr

Zu 12) Freddy Schlimm, Dienstag, 04. November 2014, 17:47 Uhr

Soll doch jeder koalieren, mit wem er will. Warum geht Herr Tillich in Sachsen nicht mit der AfD?”

Weil die CDU/CSU noch die Hoffnung hat, dass die AfD bis zur nächsten Bundestagswahl sich selbst zerfleischt oder unter der 5%-marke bleibt.Sollte dies nicht der Fall sein und vielleicht noch eine dicke Wirtschafts- und Eurokrise dazu kommen, wird die CDU auch so schnell wie bei der Energiewende und der Wehrpflicht umschalten.Dann wird aus der “Schande für Deutschland” schnell eine koalitionsfähige Alternative für Deutschland.Bosbach und der Berliner Kreis der CDU, wie auch der Konservative Aufbruch der CSU liebäugeln ja schon offen mit dieser Variante.

21) Jakobiner, Mittwoch, 05. November 2014, 15:37 Uhr

Zu Wolfgang Wobersky:

“Was aber ganz sicher zu kritisieren ist, ist, dass Gauck sich zu wesentlichen Problemen der Bürger überhaupt nicht äußert: kein Sterbenswörtchen zur Bespitzelung der Bevölkerung durch ausländische Geheimdienste; kein Kommentar zum geplanten Freihandelsabkommen, das sehr viele Bürger beunruhigt; kein christlich motiviertes Statement in Richtung Bayern wegen der dortigen Behandlung von Flüchtlingen. Hinzu kommen seine Auslassungen zur militärischen Rolle Deutschlands in der Welt und zu seiner ganz persönlichen “Russlandpolitik”, die sehr stark zur Polarisierung der Bevölkerung beigetragen haben”

Dem kann ich zustimmen. Gauck hat eine sehr selektive Wahrnehmung des Wortes Freiheit. TTIP und Agenda 2010 scheint für ihn für wirtschaftliche Freiheit zu stehen, die USA als Inbegriff der Freiheit in Abgrenzung zu Russland schlechthin–Irakaggressionskrieg, NSA, Guantanamo, Abu Graib, die Polizeieinsätze gegen Occupy Wall Street hin oder her.Kein Wunder, dass er beim Hissen der US-Flagge und dem Abspielen der amerikanischen Nationalhymne Tränen in den Augen hatte.Wobei man zu seinen Auslassungen zur militärischen Rolle Deutschlands gesagt hat, dass das Militär erst last resort ist, wenn alle anderen Mittel erschöpft sind. Ihn also gleich in die Militaristenecke drängen zu wollen, ist auch etwas abenteuerlich.

22) goofy3, Mittwoch, 05. November 2014, 18:46 Uhr

Wird hier zensiert?

23) Knut, Mittwoch, 05. November 2014, 20:43 Uhr

Was hätten Sie wohl geschrieben, wenn Herr Gauck die Stasi-Vergangenheit der Thüringer CDU angesprochen hätte? Die Mitgliedschaft von Frau Lieberknecht in der staats- und systemnahen Ost-CDU? Ich glaube sie biegen sich Ihre Argumentation vom gewünschten Ergebnis her zurecht.

24) Paulus, Donnerstag, 06. November 2014, 00:25 Uhr

Die Aussage das Gauck “das sagen darf” ist eine Banalität, drückt nur eine Selbstverständlichkeit aus und hat damit keinen Informationsgehalt. Die Frage ist doch nicht darf er oder darf er nicht sondern wie ist seine Äußerung politisch zu bewerten?

Gruß
Paulus

25) Jürgen M. Backhaus, Donnerstag, 06. November 2014, 08:12 Uhr

Die Fragen, die mich interessieren könnten, lauten:

was darf der journalistische Blockwart ?

was darf der theologische Blockwart ?

was darf der politische Blockwart ?

Was ist mit dem Spießer, der den Spießer entlarvt? Ist der auch ein Spießer?

Schön dass es Schweizer Käse gibt, den mit den vielen Löchern……

26) m.spreng, Donnerstag, 06. November 2014, 08:41 Uhr

@ 22) goofy3

Nein, aber zu Bedingungen dieses Blogs gehört, dass Kommentare mit dem Klarnamen gekennzeichnet sind oder der Klarname vorher per Kontaktformular hinterlegt wurde.

27) Alexander, Donnerstag, 06. November 2014, 08:48 Uhr

@13 Walter Schmid

Da gebe ich Ihnen Recht. Der Bundespräsident hätte durchaus auch einige Wochen warten können mit seinem Statement. Vielleicht hätte er sein Statement auch in einem größeren Zusammenhang stellen können mit dem aktuellen Rückblick auf den 9.11.1989.

Gleichwohl plädiere ich für deutlich mehr Gelassenheit und Toleranz in der politischen Debatte und für weniger Beleidigtsein oder polemische Retourkutschen.

@18) Jürgen Backhaus
Mir gefällt die Frage “Was ist mit dem Spießer, der den Spießer entlarvt? Ist der auch ein Spießer?”, die die Debatte auch gut charakterisiert.

Und Blockwarte jeglicher politischer Herkunft und Coleur haben wir wahrlich genug.

28) Johannes Lamp, Donnerstag, 06. November 2014, 10:33 Uhr

zu 22) goofy3
Natürlich, was meinen Sie wie viel Gestörte, Perverse, AfDler (nicht als Steigerung gedacht!) und andere Radikale (Reichsbürger und Herz-Jesu-Marxisten) sonst ein Forum finden würden…
Mein Beitrag, geifernd Gauck betreffend, wurde auch in der Akte P abgelegt…

29) Erwin Gabriel, Donnerstag, 06. November 2014, 13:30 Uhr

@ 21) Jakobiner, Mittwoch, 05. November 2014, 15:37 Uhr

>> Wobei man zu seinen Auslassungen zur militärischen Rolle Deutschlands
>> gesagt hat, dass das Militär erst last resort ist, wenn alle anderen Mittel
>> erschöpft sind. Ihn also gleich in die Militaristenecke drängen zu wollen,
>> ist auch etwas abenteuerlich.

Auf der einen Seite richtig, was Sie da anmerken.

Auf der anderen Seite fordert Gauck von Deutschland, “mehr Verantwortung” zu übernehmen, wenn es sein muss, auch mit militärischer Gewalt. In meinem privaten Leben bedeutet “Verantwortung übernehmen” immer auch, auf die eine oder andere Art im Bereich eines anderen herumzufuhrwerken.

Das zeigt, wenn ich das mal so formulieren darf, einen sehr einseitig westlichen, fast schon kolonialen oder zumindest hegemonialen Blick auf die Welt – erst recht, wenn man bedenkt, dass in der Regel die Amerikaner das letzte Wort haben. Und deren Vorstellungen von Verantwortung oder über das Ausschöpfen nicht-militärischer Möglichkeiten decken sich nicht immer mit unseren Vorstellungen, wie man an den von den USA erzwungenen Anti-Putin-Sanktionen sieht, die uns genauso schaden wie den Russen.

Ist in jedem Falle ein interessanter Standpunkt für einen gelernten Pastor …

30) riskro, Donnerstag, 06. November 2014, 17:10 Uhr

So so, Gauck, mit seiner Lebensgeschichte darf das!

Von welcher Lebensgeschichte sprechen Sie, Herr Spreng?

1) Von der Lebensgeschichte, die geprägt war von Anpassung und damit der Tolerierung des Staates, den er heute von seinem Platz hinter dem warmen Ofen aus, zu Recht als Unrechtsstaat bezeichnet. Wohl bemerkt: Heute. Zu der Zeit als er in der DDR von der Kanzel aus gewirkt hat, soll von ihm wenig an Kritik zu hören gewesen sein.

Ich beziehe mich hier auf verwandtschaftliche Quellen, aber nicht nur verwandtschaftlicher, die der Gemeinde entspringen, die er vorstand.
Ich, geboren im Osten. Durch Familienzusammenführung 1953 mit 15 Jahren in den Westen gekommen, kann mich also auf Aussagen von Menschen beziehen, die G. kennen und erlebt haben, nicht auf Aussagen, die aus politischer Taktik heraus vom politischen Gegner stammen und nur dazu dienen sollen, einen politischen Mitbewerber um die Macht, zu diffamieren. Und das darf ein Bundespräsident, aus seinem „AMT“, heraus nicht.

Oder sprechen Sie M.S.

2) Von der Lebensgeschichte, die erst 1989 aus dem glücklichen Umstand des Zusammenbruches der DDR entstand. Diesen Umstand hat G. im wahrsten Sinne des Wortes, wendehalsmäßig zu nutze gemacht, um sein Geltungsbedürfnis zu befriedigen.
Dies ist ihm leider auch als BP zweiter Wahl gelungen. Merkel wusste schon warum sie ihm nicht wollte.

Sprengmeister, zu Recht schreiben Sie: Ein linker Ministerpräsident Bodo Ramelow ist sicher kein Unglück für Deutschland. Der Ex-Wessi, Christ und verkappte Sozialdemokrat ist unverdächtig, der SED nachzutrauern.
Zeigt das nicht, das die Einlassung von G. auch nur reine Taktik ist und es ihm nicht darum geht Fragen zu stellen, die ihm umtreiben sondern einzig und allein darum, eine schwarze Ministerpräsidentin erneut an die Macht zu bringen?
G. ist in meinen Augen wie ich schon an anderer Stelle mehrmals geschrieben habe und wie auch wschira in seinem Kommentar 11) ebenfalls zu recht anmerkt, ein Pharisäer, der erstmal wie der CSU Politiker Geis anführt, seine Familienverhältnisse in Ordnung bringen soll. Die sind insbesondere eines Geistlichen unwürdig. Vom einen BP will ich gar nicht sprechen.

Ramelow soll als Linker – Wessi, ohne SED Vergangenheit, MP werden.

Die Wähler Thüringens haben bei einer Wahlbeteiligung von 52,7 % die Linke mit 28,2 % zur zweitstärksten Partei gewählt.. Zu recht kann man davon ausgehen, dass, wenn die Wahlbeteiligung höher gewesen, auch dass Ergebnis von 28,2 % noch höher ausgefallen wäre.
Ich nehme an, dass mindestens 9o % der Wähler eine DDR-Vergangenheit haben. Für die stellt sich offensichtlich, nach nunmehr 25 Jahren, die von G. aufgeworfene Frage nicht.

Aus dem seit 1990 sechs stattgefundenen Landtagswahlen ist die CDU stets als stärkste Partei hervorgegangen und hat den MP gestellt und somit die Geschicke 24 Jahre lang gestaltet.

Wie sieht das Ergebnis aus:
– Thüringen ist das Land mit der höchsten Mindestlohnquote.
– Thüringen hat die höchste Pendlerquote. Dies stellt eine hohe tägliche Belastung der
Arbeitskräfte dar.
– Thüringen ist das Land, dem der NSU – Untersuchungsausschuss schriftlich Staatsversagen
bescheinigt hat.
– Thüringen ist das Land aus dem die NSU kommt. Diese NSU ist aus dem thüringenschen
Heimatschutzbund gewachsen. Jedes 4 Mitglied dieses Bundes war V-Mann, früher IM.
Diese NSU ist wie bekannt mordend durchs Land gezogen, nicht nur in Thüringen.

Dieses Ergebnis, hat in der Hauptsache die CDU zu vertreten.

Die CDU hat in Thüringen versagt. Kann man eine solche Partei weiter wurschteln lassen.
Nein!
Zwangsläufig ist die zweitstärkste Partei gefordert. Thüringen ist es zu wünschen, dass das Land vorankommt.

Zurück zu Gauck. Dieser Mann hat für mich eine aufgesetzte Links (Russland) –Phobie, die ich darauf zurück führe, dass er von Schuldgefühlen geplagt wird, die daraus resultieren, dass zu dem Zeitpunkt zu dem die Wende herbeigeführt wurde, er anderen das Feld bestellen lassen und anschließend die Ernte eingefahren hat. Das überspielt er heute durch markige pastorale Einlassungen, weil er weiß, dass es genug Dumme gibt, die darauf reinfallen.

Die DDR war ein Unrechtsstaat. Das darf nicht in Vergessenheit geraten. Es wird noch lange dauern, bis alle Schuldigen –wie es zum Zeitpunkt des Unterganges des dritten Reiches auch der Fall war- ausgestorben sind.
Allerdings die größten Schuldigen sind weg. Deshalb wünsche ich mir man hört auf mit den konstruierten Vorwürfen und setzt sich Inhaltlich mit der Linken auseinander. Gleiches gilt für den Umgang mit der AfD. Und ich wünsche mir, dass sich die Journale nicht weiter zum Büttel von CDU und in Abstrichen von SPD und Grünen machen.

PS: Zum Schluss noch eine Bitte an Johannes Lamp. Bitte um Korrektur meines Beitrages. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mit 75 Jahren zu wenig Sorgfalt diesbezüglich an den Tag lege, was nicht zu letzt darauf zurück zu führen ist, dass ich während meiner aktiven Zeit habe schreiben lassen.

31) Manfred Peters, Donnerstag, 06. November 2014, 23:19 Uhr

“… im thüringischen Landtag sitzen drei Abgeordnete mit Stasi-Vergangenhei.t”
Herr Spreng, haben Sie schon an den Tagesspiegel geschrieben und eine Berichtigung diese Beitrages
http://www.tagesspiegel.de/politik/option-rot-rot-gruen-in-thueringen-stasi-in-die-koalition/10739462.html
gefordert?
Reicht die objektive Realität nicht aus, um die Kritik rüberzubringen?
Aber Sie befinden sich ja in guter Gesellschaft, denn selbst der amtierenden Bundesratspräsident Weil musste sich entblöden, die schon 2009 von Bundespräsident Köhler zurückgezogene “Leichensacklüge” zur Festrede am 3. 10. wieder Leben einzuhauchen.l

32) senta rieger, Freitag, 07. November 2014, 04:35 Uhr

Nachtrag, ach so, zu Gauck: D e r hätte nicht gedurft, sondern w i r müssten—diese Frage stellen!

33) karel, Freitag, 07. November 2014, 08:56 Uhr

28) Gabriel

Dieses kleine Deutschland war über viele, viele Jahre Exportweltmeister.
mit ständigen Handelsbilanzüberschüssen.
Und das ohne “militärischen Beistand”.
Unsere “befreundeten” “Hegemonial-Mächte” dagegen sind seit vielen, vielen
Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, Schlußlichter mit den größten Handelsbilanz-
Defiziten.

Warum soll Deutschland eigentlich seinen guten Ruf als verläßlichen Handels-
partner aufgeben?
Man sollte auch Geschichte nicht ausblenden. Ja, sie verbietet dies geradezu.

34) Frank Reichelt, Freitag, 07. November 2014, 09:10 Uhr

Es ist nunmal so, der Bundespräsident hat im Gegensatz zum Reichspräsidenten in der Weimarer Republik eine viel schwächere Stellung und Kompetenzen, gerade was die Einmischung in die aktuelle Tagespolitik angeht. Er hat Wahlergebnisse und Regierungsbildungen nicht zu kommentieren. Das kann Frau Merkel als CDU-Vorsitzende, was sie auch getan hat. So ist die Rollenverteilung geregelt.
Es gibt viele Schwule und Lesben, die die CDU/CSU kritisieren, weil die Union (noch) nicht das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare angleichen will. Müsste der Bundespräsident die Ängste und Befürchtungen dieser Bevölkerungsgruppe nicht auch artikulieren, wenn eine CDU geführte Regierung gebildet werden soll? Man könnte dutzende weitere Beispiele aufzählen, wo soll das hinführen?
Der Bundespräsident muss bei Amtsübernahme seine eigene Herkunft und Biographie ein Stück weit vergessen, will er der Präsident aller Deutschen sein. Gauck hat diesen Vorsatz leider nicht beherzigt, ein Fehler seiner Amtsführung!

35) Johannes Lamp, Freitag, 07. November 2014, 11:07 Uhr

zu 30) riskro
Ich muss mich wehren, hier als Neunmalkluger hingestellt zu werden – mindestens zehn!!!
In meiner aktiven Zeit (ist auch schon einige Jahre her!) war u..a. eine meiner Aufgaben, von anderen gefertigte Schriftsätze zu korrigieren – damals gab es noch keine Rechtschreibprogramme, aber auch schon Legasthenie-Verdächtige!
Ihr Beitrag hingegen hat mir gut gefallen, meiner fiel der Zensur anheim!
Besonders fiel mir ins Auge, dass Sie den promisken Lebenswandel des pastoralen Heuchlers erwähnt haben – wie heißt es doch in der Bibel: Du sollst nicht begehren…

36) Hans-Georg Sausse, Freitag, 07. November 2014, 13:25 Uhr

Gauck darf das? Als Privatmensch natürlich, als Politiker und Abgeordneter der XY-Partei selbstverständlich, als Bundespräsident aber eben nicht.

37) S. Paul, Freitag, 07. November 2014, 15:06 Uhr

1.
Ich stelle mir vor, Joachim Gauck hätte kurz nach der letzten Landtagswahl in Bayern gefragt: „Ist es für unsere Demokratie dienlich, wenn eine so skandalbelastete Partei wie die CSU unentwegt die Staatsregierung stellt?“
2.
Wieviele Alt-Nazis hat die CDU jahrzehntelang durchgeschleppt, zum Teil in höchsten Ämtern? Haben sich Globke, Filbinger, Kiesinger je kritisch mit ihrer Vergangenheit auseinandergesetzt?
3.
Von bekennenden Christenmenschen wie Joachim Gauck und Katrin Göring-Eckart erwarte ich Äußerungen mit mehr Nächstenliebe und weniger Exorzismus.
4.
Die DDR war ein Unrechtsstaat. Alle „Politischen“, die jahrelang in Strafanstalten leiden mussten, werden heute mit einer miesen Rente abgespeist. Und Herr Gauck schwadroniert über „unseren Reichtum“.
5.
Natürlich darf der Bundespräsident reden was er will und wann er will. Er muss nur damit rechnen, dass irgendwann aufgebrachte Bürger Schuhe in seinen Vorgarten werfen.

38) Horst Klohocker, Freitag, 07. November 2014, 16:57 Uhr

„Wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Steinen werfen!“ und das gilt für fast alle ehemaligen Ost Politiker. Wer in einer Diktatur was werden möchte – und die DDR war in meinen Augen eine Diktatur – der sollte mit den Wölfen heulen. Eine Opposition, wie sie Heute in Deutschland Gott sei Dank möglich ist gibt es in Diktaturen nicht, zumindest nicht im Parlament. Diese Opposition ist eher in den Gefängnissen anzutreffen.

Ob ich als Wessi mir aber ein Urteil erlauben kann, was damals im Osten abging und ob ich verurteilen kann: Wäre ich im Widerstand gewesesen, wenn…..??? Wohl eher nicht! Und trotzdem, wenn ich mich in 25 Jahren verändert hätte, hätte ich dann Vertrauen verdient? Ich hoffe es und wenn mein Umfeld christlich geprägt ist, wie ist das mit dem reuigen…….nochmals?

39) Jakobiner, Freitag, 07. November 2014, 18:19 Uhr

Irgendwie auch die Ironie: Es waren ja gerade die SPD und die Grünen, die Gauck statt Wulff zum Bundespräsidenten unbedingt propagierten. Jetzt wendet er sich gegen eine rot-rot-grüne Regierung.
Mir kommt der Mann auch vor wie ein Wendehals, der im letzten Moment auf den fahrenden Zug aufgesprungen ist und nun den hypertrophen Moralapostel gibt.Und diese Moralapostel konnte ich auch früher schon nicht ausstehen, sei es nun Günther Grass oder Heinrich Böll.Die wurden einem immer von sozaildemokratischen Sozial- und Deutschkundelehrern als der moralische Maßstab verkauft.Wie peinlich war es dann, als Grassens SS-Vergangenheit rauskam.

40) Alfonso, Freitag, 07. November 2014, 20:30 Uhr

Herr Gauck redet viel und oft von Freiheit und hat bis heute nicht begriffen,daß die Existenz der Linken als demoratisch gewählte Partei,zu der man stehen mag, wie man will, auch ein Teil dieser Freiheit ist.
Von daher sind seine Bewertungen zu den Linken mehr als peinlich und von jeglicher Souveränität meilenweit entfernt. Da paßt der genauso peinliche Auftritt des Herrn Biermann bestens dazu.
Solche Präsidenten brauchen wir nicht.

41) Wanda Müller, Samstag, 08. November 2014, 12:39 Uhr

@ senta rieger # 32

Wenn Sie so etwas sagen müssen (gebe Ihnen in Ihrer Betrachtung vollkommen recht), wird Ihnen entgegnet: Sie seien doch so verbittert, leben in der Vergangenheit, beschäftigen sich mit so ekligen Dingen. Dies ist nur ein Anfang der Entgegnungen, die Ihnen von dem wahrhaft edlen und mutigemn Rest aus der DDR und ihre im Wessiland gefundenen Verbündeten entgegengehalten werden.

Die andere Baustelle wird von solchen Foristen wie S. Pau bedient. Wenn Sie vom Unrecht in der DDR sprechen, halten diese Heldenhaften, bravourös entgegen, dass es auch im damaligen Westen, jetzt erweitert auf Gesamtdeutschland, soviel Unrecht gibt. Brav, wie ein Unrecht mit den Schäbigkeiten der Alt- und Neuzeit des Westens, entschuldigt wird. Haben Sie schon einmal auch nur einen einzigen dieser Ankläger sagen hören, dass es endlich Zeit wäre, mit der Aufarbeitung des Unrecht, egal ob in Ost oder West, anzufangen. Auch so kann man seine eigene Unfähigkeit, seinen eigenen Unwillen an einer Aufarbeitung bekunden.

Und die dritte Variante, die Ihnen bei Ihrem Spaziergang dann begegnet, ist deren Reaktion auf Ihre Fragen. Stellen Sie niemals Fragen z.B. zum Programm der Linken. Kühn wird Ihnen entgegengehalten, Sie würden diese Fragen nur aus rein polemischen Gründen stellen. So drücken die sich auch noch vor Arbeit. Die Zeit für Antworten ist doch eh vertane Zeit, denn sie, die Zeit, ist zum Ratteneinfangen für den Aufbau des demokratischen Sozialismus vorgesehen.

Meine längst verstorbene Mutter hatte in ihrer einfachen aber sehr direkten Lebensart für das Verhalten dieser Mitmenschen zwei Aussprüche. Einmal: Dummheit schützt vor Arbeit (kann ich nicht, kenne ich nicht, habe zwei linke Hände u.ä.) und zum anderen: weest keen Udräh, kriegste Schacht (für Dialekte jenseits des Plattdeutschen: weißt du keine Ausrede, kriegste Dresche). Und Dresche beziehen will wohl niemand, da ist eine Ausrede immer die bessere Wahl.

Sie haben es erkannt; nicht ein Politiker sollte diese Fragen stellen, sondern wir, sein Wahlvolk. Und dazu auf deren Beantwortung bestehen. Mit aller uns zur Verfügung stehenden Penetranz.

42) Wolfgang Wegener, Samstag, 08. November 2014, 13:35 Uhr

Zitat Alfonso (#40):”Herr Gauck redet viel und oft von Freiheit und hat bis heute nicht begriffen,daß die Existenz der Linken als demoratisch gewählte Partei,zu der man stehen mag, wie man will, auch ein Teil dieser Freiheit ist.”

So ist es, genau so! Also, wir haben die Altparteien CDU/CDU, SPD und Grüne (seit immerhin den 80-er Jahren). Und die haben eben ihre Claims (Traditionswähler, Journalisten) abgesteckt und bezeichnen sich als “demokratische” Parteien. Störend war da Anfang der 90-er die Linke, die nun höchstwahrscheinlich mit einem MP in Thüringen endgültig auch zur “demokratischen” Partei wird.

Erinnert entfernt an ein Kartell in der Industrie oder, noch böser formuliert, an konkurrierende Mafia-Clans in einer Großstadt. Da es friedlich abgeht, ist gegen Konkurrenz nichts einzuwenden. Schlimm finde ich nur, dass die jeweiligen Altparteien ihre bezahlten Beifallsklatscher und Kartellverteidiger in den Medien haben, deren Gehalt nicht von den Parteien bezahlt wird, sondern von der lesenden oder fernsehenden Bevölkerung, die sich vermeintlich objektiv und überparteilich informiert wähnt. Alternativen müssen deswegen in Wahlen von den davon unbeeindruckbaren (nicht manipulierbaren) Teilen der Bevölkerung durchgesetzt werden. Nun denn, frisch auf ans Werk!

43) Erwin Gabriel, Samstag, 08. November 2014, 16:40 Uhr

@ 33) karel, Freitag, 07. November 2014, 08:56 Uhr

So wahr!

44) Rainer N., Sonntag, 09. November 2014, 06:30 Uhr

Biermann war der falsche Sänger. Mit Absicht.

Bettina Wegner – 10 Gebote – wäre passender gewesen.

http://www.youtube.com/watch?v=jvEgGhQDFgk

45) Johannes Lamp, Sonntag, 09. November 2014, 09:25 Uhr

zu 41) Wanda Müller
Ihr Essay ist schön, sogar rührend, wenn Sie von der alten Mutter sprechen – aber wie so oft in Ihren Prosatexten: Was wollte die Dichterin damit sagen?
Thema verfehlt!
In Sprengs Beitrag wird Gauck geradezu gelobt für seine Einmischung in die Regierungsbildung in Thüringen – Sie, verehrte Frau Müller setzen zu einer Suada gegen die Linke an, eine Partei, die von den doofen Ossis manchmal sogar mit Mehrheit gewählt wird. Was haben unsere Konservativen eigentlich für ein Demokratieverständnis: Sie sind Schönwetter-Demokraten, die, wenn ein Votum nicht passt, die Keule hervorholen…
Der Gipfel war der plumpe Auftritt des Barden Biermann im Bundestag – da war mir der Gesang der Sozial-Nahles fast noch lieber! Ich bin ehrlich gespannt, wann endlich Heino die Gelegenheit erhält, “Schwarzbraun ist die Haselnuss” oder das “Westerwaldlied” zu gröhlen…
Ich Esel hielt Lammert für einen Intellektuellen!

46) Rainer Gebhardt, Sonntag, 09. November 2014, 13:33 Uhr

Aber Herr Spreng! Sie wissen ganz genau, dass er das darf. Und wie er das darf, er soll, er muss es auch tun. Woher sollen denn seine Untertanen andernfalls wissen, zu welchen Auslassungen der Präsident der Herzen fähig ist? Der Kabarettist Volker Pispers meinte zwar, er hätte sich mal einen Bundespräsidenten fürs Hirn gewünscht, aber alles Gute ist eben nicht beisammen.
Und die jüngste Ausgabe des Satiremagazins „Eulenspiegel“ tituliert ihn als „Quasselpfaffen“.
Justiziabel ist an seinen Äußerungen nichts zu bemängeln. Das Verfassungsgericht hat erst im Juni diesen Jahres entschieden, dass ein Bundespräsident zwar auf das Recht der Chancengleichheit politischer Parteien zu achten hätte, aber mit seiner Feststellung die NPD-Leute sind Spinner nicht willkürlich Partei ergriffen hat. So jedenfalls urteilten die Richter. Seine Integrationsaufgaben habe der 74-Jährige damit nicht “evident” vernachlässigt. Der Präsident habe eine weitreichende Redefreiheit. Na bitte!
Und davon macht er ja auch rege Gebrauch. Was stört es da, wenn sich einige wenige Intellektuelle, wie die Bestsellerautorin Daniela Dahn daran reiben?

http://www.sopos.org/aufsaetze/53f068f73ca5f/1.phtml

Alles andere liegt in der Betrachtungsweise des geneigten Publikums. Und das wird ja bekanntlich durch die Qualitätsmedien gesteuert. Die legen fest, ob man als Bundespräsident etwas taugt, oder u.a. wegen eines Bobby-Cars des Sohnemanns aus dem Amt gejagt wird. Die Masse folgt dem Herdentrieb und ist kollektiv der Mainstream-Meinung. Und die Macher der Qualitätsmedien legen fest, was der Medienkonsument wissen soll und was nicht.
Die Causa Gauck gehört offenbar (noch?) nicht dazu, denn sie wäre schon deshalb interessant, da es offenbar einige Merkwürdigkeiten gibt, die zwar höchst interessant erscheinen, aber unter dem Deckmantel des medialen Schweigens gehalten werden. Wenn ich diverse Meldungen richtig deute, darf er gerichtsfest als ein „durch die Staatssicherheit der DDR Begünstigter“ bezeichnet werden, wie das Landgericht Rostock geurteilt haben soll.

http://juergenelsaesser.wordpress.com/2013/08/20/geheimakte-gauck-neues-zur-stasi/

Sollte sich das als bewiesene Tatsache herausstellen, wäre schon der Fakt aus meiner Sicht in höchstem Maße bedenklich, allerdings ist ein gesponsortes Bobby-Car für den Sohnemann schwerwiegender, wenn man über die Amtseignung eines Bundespräsidenten urteilen sollte.
Sie, lieber Herr Spreng, erläutern, dass Gauck mit „seiner Lebensgeschichte“ das darf. Welche Lebensgeschichte meinen Sie denn da? Werden Sie doch mal konkret!

Noch ein Wort zum Biermann-Auftritt im Bundestag.
Jeder Hofstaat hat seit Jahrhunderten seine Gaukler, seinen Clowns, die mit lustigen und vulgären Liedern vor die Hofschranzen treten, um diese zu erheitern. Dabei kann es auch mal etwas deftiger einhergehen, man soll Toleranz üben. Das ist nun mal der Job der Hofnarren und mehr sollte man dieser Aktion im Bundestag nicht beimessen. Der Bundestagspräsident hat unter dieser Voraussetzung mit Biermann eine gute Wahl getroffen. Schade, dass nicht jeder über seine Witze lachen konnte. Die Linken hätten den alternden Barden weglachen müssen.
Nachdem wir 1976 als junge Studenten uns öffentlich gegen die Biermannsche Radikallösung ausgesprochen hatten, wurden wir von der Humboldt-Uni exmatrikuliert – selbstverständlich nicht wegen der von uns zur Schau gestellten Biermann-Solidarität, sondern aus Gründen der „ fehlenden fachlichen Eignung“. Schon damals zu blöd für den „Unrechtsstaat“, kann ich selbst 38 Jahre später den Grund für unsere Parteinahme in der Person Biermann noch immer nicht finden. Schade eigentlich.

47) Sandro Serafin, Sonntag, 09. November 2014, 15:00 Uhr

“Gauck darf das”. Herr Spreng, da bin ich voll und ganz Ihrer Meinung. Begründen würde ich das ganze allerdings etwas anders! http://wp.me/p4Ujqk-5C

48) Anton Chigurh, Montag, 10. November 2014, 10:33 Uhr

Gauck als Privatperson darf Meinungen zu jedem und allem haben, kein Problem.
Wenn er aber in seiner Eigenschaft als Bundespräsident solcherlei Äußerungen macht, wie er es zur Partei DIE LINKE tat, MUSS er neutral bleiben – wo bitteschön bleibt da sein hochgepriesenes Demokratieverständnis? Darf er einer demokratisch gewählten Partei ihre Legitimität anzweifeln ?
Und das um so mehr in einer Phase der Entscheidungsfindung der SPD Basis ?
Da wird von Gaucks Lebensgeschichte schwadroniert, als sei das eine Rechtfertigung für sein undemokratisches Tun. Und der Blick in Gaucks Vita sollte kein verklärter sein:
Nicht die Stasi hat Gauck angesprochen – es war umgekehrt ! Gauck durfte ein West-Auto fahren und seine Söhne hatten uneingeschränkte Reisefreiheit.
Für einen “Bürgerrechtler” eine seltsame Tatsache, oder nicht, Herr Spreng ?

49) Wanda Müller, Montag, 10. November 2014, 11:09 Uhr

@ J. Lang # 46

Es freut mich sehr, dass meine Betrachtung zu diesem Thema Ihnen literarisch zusagt. Als Rentnerin, die erst kurze Zeit, vier Jahre, ihre Gedanken zu Papier bringt, gibt es mir ein gutes Gefühl. Aber nun genug geschmust, wende ich mich Ihren Kritikpunkten an mich zu.

Ich frage Sie, was haben Sie für ein Demokratieverständnis, wenn Sie meine Kritik an die Linke polemisch als Suada einordnen? In logischer Konsequenz Ihres Vorwurfs, frage ich Sie, wer darf dann kritisiert werden? Und wen erlauben Sie es? So wird Polemik zur Demagogie, mit dem Ziel, die Äußerung kritischer Gedanken zu unterbinden, sogar als nicht erlaubt zu bewerten.

Solange ich auf meine vielen Fragen und Anmerkungen, hier, auf meiner HP und bei Anne Will geäußert, nicht erhalte, müssen auch Sie sich meinem Vorwurf der Polemik mit der Zielrichtung Demagogie gefallen lassen.

Können Sie mir die Frage beantworten, warum die SED sich nicht auflöste, in die PDS und schlussendlich in die Linke übergeführt wurde? Die Milliarden DDR-Volkseigentum, in Geld, Immobilien, Aktien, wurden so „gerettet. Gerettet vor dem Zugriff des imperialistischen Kriegstreiberstaates Westdeutschland und zur eigenen (SED-., PDS-, Linke-) Verwendung. Ich als Ex-DDR-Bürger wurde so nicht nur enteignet, vom Volkseigentum, sondern gleichzeitig beklaut. Habe ich nun das Recht, MEINEN Anteil zurückzufordern? Noch niemand hatte die Eier in der Hose, mir hierzu eine sachlich fundierte Antwort zu geben. Sie können sich die Krone des Ersten verdienen.

Können Sie mir die Frage beantworten, warum alles und jedes einer Kritik unterworfen werden darf, nur die Linke wird von Ihnen sowie vielen anderen zu einer no go area erklärt? Und dieses Warum halte ich Ihnen als gelernter DDR-Bürger vor, in praktischer und theoretischer Kenntnis demokratischer Regeln als Potemkinsches Dorf.

Können Sie mir die Frage beantworten, warum die jetzt Linke nicht ein einziges konkretes Wort zur Einordnung der vierzig Jahre DDR fand? Nicht über die zehntausend politisch eingesperrten, über die Zwangsadoptionen, über die Bespitzelung durch die Stasi und deren IM-Handlanger, über die Erschießungen an der Mauer, über die psychologische und medizinische „Betreuung“ der Politischen. Ich kenne kein Wort der Einschätzung, geschweige der Verurteilung, über die Kameradschaftstreffen der Ewiggestrigen nach SS-Manier. Mir und meinesgleichen wird da noch hämisch nachgerufen, „schade, dass wir nicht alle erwischt haben“. Wissen Sie hier ein Wort der (zumindest) Erklärung?

Können Sie mir die Frage beantworten, warum mir und meinesgleichen immer wieder frisch unterstellt wird, wir würden ein Verbot der Linken fordern? In keinem meiner vielen, vielen Beiträge und Betrachtungen auf meiner HP, hier und bei Anne Wille ist nicht einmal ein Wort in diese Richtung zu erkennen. Oder muss deshalb diesbezüglich nachgeholfen werden, um sich den Antworten auf meine Fragen, ist aber auch ein elendiges Geschäft, zu entziehen?

Solange ich auf diese meine Fragen (und glauben Sie mir, es ist nur eine klitzekleine Auswahl) keine Antworten erhalte, werde ich diese stellen und mich gerne in diese Linksverbieterecke stellen lassen. Die Nichtantworter brauchen das so, denn sie müssen ihre Verweigerung (oder Dummheit?) ja entschuldigen.

Meine nun schon verstorbene Mutter, unkompliziert, da gerade in ihrer Denkweise. „drohte“ mir bereits als Kind: Größing, merk di dat: hast keen Uträh, kriegste Schacht. Und glauben Sie mir, ich habe deshalb wenig Dresche bekommen, meine Lektion gelernt und schon deshalb vollstes Verständnis für die Demagogie der Linken. 🙂

Vielleicht noch ein kleiner Trost (auch dies von meiner Mutter selig) von mir. Intelligenz hat in den seltensten Fällen etwas mit Klugheit zu tun.

In diesem Sinne eine ereignisreiche Woche. Wanda Müller

50) Johannes Lamp, Montag, 10. November 2014, 11:11 Uhr

zu 47) Rainer Gebhardt
Bitte nicht Jürgen Elsässer – kann bei empfindlichen Menschen zu Brechreiz und Durchfallattacken führen…

51) Erwin Gabriel, Montag, 10. November 2014, 16:49 Uhr

@ 48) Sandro Serafin, Sonntag, 09. November 2014, 15:00 Uhr

Hallo Herr Serafin,

ich kann Ihrer Argumentation nicht ganz folgen, und das aus verschiedenen Gründen.

Selbst wenn noch vereinzelt dauerhaft Verwirrte in der Linkspartei umher toben mögen, so streben die keine neue Mauer, keinen neuen Todesstreifen oder keine neue Stasi an. Die hängen halt einem gescheiterten Weltbild an, um nicht zugeben zu müssen, dass sie selbst damals gescheitert sind. Sollten einige von denen damals etwas ausgefressen haben, soll sich die Staatsanwaltschaft drum kümmern, nicht der Bundespräsident.

Des weiteren zählten zu den Gründungsmitgliedern der Grünen zahlreiche radikale Kommunisten. Einige sind ausgetreten aus der Partei, andere machten dort Karriere. Es mag sein, dass nicht alle klüger geworden sind im Laufe der Jahre, aber doch demokratisch: Einem von China oder Stalin geprägtem Kommunismus redet keiner das Wort.

Des weiteren ist es nicht das erste Mal, dass die Linkspartei in eine Regierungsbeteiligung auf Länderebene geht. Gelegenheit für eine Grundsatzdiskussion hätte es schon früher gegeben. Das diese Diskussion erst in dem Moment vom Bundespräsidenten angeschoben wird, als es darum geht, eine schwarz-rote oder eine rot-rot-grüne Regierung zu bilden, zeigt, dass es sich hier um ein billiges (und ich meine “billig”) parteipolitisch motiviertes Manöver handelt.

Selbst wenn Gauck (“möglicherweise”, wie Sie schreiben) “auf gefährliche undemokratische Entwicklungen hinweisen will, findet er mit der EU, mit der aktuellen Version der PKW-Maut mit der Erfassung aller Kennzeichen, mit dem Schlampern der Behörden bei der NSU-Strafverfolgung oder dem NSA-Abhörskandal deutlich relevantere Themen. Und wenn nicht?

52) Johannes Lamp, Dienstag, 11. November 2014, 10:21 Uhr

zu 50) Wanda Müller i.V. m. 46)
Wenigstens meinen (echten) Namen hätten Sie richtig schreiben können…
Warum sollte ich Ihnen Fragen beantworten? Wer ist denn Ossi? Wessen Landsleute wählen denn mit bis fast 40 % die “Kommunisten”? Alles Doofe?
Intelligenz und Klugheit hängen zusammen wie Minderbegabung und Sturheit!
Ehe ich die Linke wählen würde, würde ich mir eher ein Loch ins Knie bohren zur Aufnahme eines Weihnachtsbaumes!

53) Rainer Gebhardt, Dienstag, 11. November 2014, 14:12 Uhr

Lieber Herr Johannes Lamp, ich kenne Sie als eifrigen und eloquenten Foristen und hatte daher keine Sorge, dass bei Ihnen der Elsässer-Beitrag Unwohlsein hervorruft. Hätte sich Anton Chigurh hier zwei Tage früher zu Wort gemeldet, wäre sein Beitrag mein Bezugspunkt gewesen und nicht der des Herrn Elsässer. Tut mir trotzdem leid und ich bitte um Nachsicht. Beim nächsten Mal verlinke ich Kai Diekmann und bin gespannt, ob das die Verdauungsorgane aushalten. Unabhängig davon werde ich allerdings bei ihm wohl aber vergeblich einen relevanten Beitrag suchen…

54) wschira, Dienstag, 11. November 2014, 15:54 Uhr

@50) Wanda Müller

Sehr geehrte Frau Müller,

Sie wären glaubwürdig, wenn Sie Ihre Kriterien auch auf die Blockflöten anwenden würden. Alle Argumente, die Sie gegen die Linke bringen, treffen in noch verstärktem Masse auch auf diesen Personenkreis zu:
1. Sie haben sich nach der Wende nicht aufgelöst, sondern sind in die entsprechenden Westparteien aufgegangen.
2. Sie haben alle üblen Dinge in der DDR mitgetragen und abgenickt einschliesslich Mauer und Schiessbefehl.
3. Sie haben ihr nicht unbeträchtliches Vermögen in ihre neuen “Heimatparteien” überführt.
3. Mehrere ehemalige DDR-Hardliner haben es sogar zu Ministerpräsidenten der Bundesrepublik gebracht, Herr Althaus und Frau Lieberknecht z.B., siehe z. B. die Äusserungen von Althaus zu “Republikflüchtlingen” aus den Achzigern.

55) Norbert G. Stuhlfauth, Mittwoch, 12. November 2014, 15:38 Uhr

Was für ein Theater! Wenn in den 60er Jahren in Land- und Bundestag Nazischergen eingezogen wären, hätte ich gerne den Aufschrei erlebt, wenn es einen gegeben hätte. Aber hier kommt mein seit 20 Jahren angestauter Frust hoch : wir (mit Hilfe der “Besatzer” ) haben nach dem Krieg eine nachhaltige Entnazifizierung betrieben. Eine wirkungsvolle Ent-Stasifizierung gab es nie. Den Opfern sollte immer ein grösserer Stellenwert beigemessen und Re4spekt gezollt werden als den Tätern. Und dann noch die Frage : Was wurde eigentlich aus dem SED – Vermögen?

56) Christian Erhart, Donnerstag, 13. November 2014, 21:25 Uhr

Gauck darf das nicht nur, Gauck soll das auch !

57) Jakobiner, Freitag, 14. November 2014, 07:16 Uhr

Der deutsche Bundespräsident ist verglichen mit dem Präsidenten der Weiomarer Verfassung ein recht kastriertes Wesen.Auch bleibt die Frage, was denn Subtsantielles und Prägendes von den Worten der jeweiligen Bundespräsidenten in der allgemeinen Öffentlichkeit in Erinnerung geblieben ist. Lübke–da erinnert man sich nur an seine Ansprache in Afrika “Liebe Neger!”, Scheel als singender Bundespräsident “Hoch auf dem Gelben Wagen”, Carstens als wanderndem BP, Richard von Weizsäcker—vor allem nur seine Rede zum 8. Mai 1945, Rau–nichts Bleibendes in Erinnerung, Herzog und seine Ruckrede, die die Agenda 2010 Schröders vordachte, Wulff “Der Islam gehört zu Deutschland” und nun eben Gauck “Freiheit”, Putinschelte und “Mehr Verantwortung”. Also, wenn Bundesprädidenten mal Akzente setzen, so hinterlassen sie zumeist keine bleibende Erinnerung in den meisten Themenfeldern.

58) Wanda Müller, Freitag, 14. November 2014, 11:27 Uhr

@ Hallo wschwira # 54

Wenn Sie über konkret benannte Kriminelle schreiben, beginnen Sie dann so: Der Dieb, Räuber, auch Mörder hat dies und jenes verzapft, aber viele andere Kriminelle haben auch?

Ich bin mir ganz sicher, Sie machen es nicht. Denn Sie wissen, mit derartigen Formulierungen „entschuldigen“ Sie kriminelles Gehabe, leisten somit Vorschub für künftige Fehlleistungen gerade dieser von mit Angesprochenen. Weil die anderen dies machen, dürft ihr auch (habt vielleicht sogar noch etwas nachzuholen). Und rümpfen Sie nicht die Nase über die Einordnung „Kriminelle“. Wer klaut (immerhin 10 Mrd. Mark vom Volkseigentum der DDR), wer mordet (Mauertote), wer zwangsadoptiert, wer einsperrt für jede politische Äußerung gegen die DDR, was ist derjenige in Ihren Augen?

Das zum einen. Zum anderen.

Wenn Sie meine Äußerungen über Zeitereignisse, die ihren Ursprung in der ferneren und auch näheren Vergangenheit haben, verfolgen, werden Sie feststellen, dass ich auch diese Blockflöten versuche zu demaskieren und massiv anprangere. Siehe dazu insbesondere meine Betrachtungen auf meiner HP wanda-mueller.de. Es verbietet sich für mich, allen Unredlichen besonders in der Politik einen Persilschein auszustellen.

Also bitte, versuchen Sie nicht, mich in Ihr Boot der Relativierungen und Entschuldigungen zu locken; mein Boot ist das für mich stabilere, vor allem das reellere. Wanda Müller

59) Alexander, Freitag, 14. November 2014, 11:36 Uhr

@55.) Norbert Stuhlfauth

In Ihrem Kommentar stellen Sie interessante und vor allem die richtigen Fragen. Es ist auch aus meiner Sicht sehr bedenklich, dass die Täter vor Gericht meistens besser wegkommen als die Opfer. Dies gilt insbesondere für die in der Nachkriegszeit reichlich missglückte Entnazifizierung. Ich habe den Eindruck, dass auch die Entstasifizierung nur sehr halbherzig betrieben worden ist. Dabei ist mir klar, dass man die nationalsozialisitischen Gräueltaten nicht mit den Verbrechen der DDR-Organe vergleichen kann. Gleichwohl hätte unsere Politik etwas mehr aus der deutschen Geschichte lernen müssen.

Und Ihre abschließende Frage, wo denn das Vermögen der SED geblieben ist, trifft den Punkt. Leider ist dies auch nicht ordentlich aufgearbeitet worden. Es ist daher zu befürchten, dass die Restvermögen von “Treuhändern” entwendet worden sind und damit verschwunden sind für alle Zeiten. Ich erinnere mich an eine Fernsehdokumentation darüber, bei der einem der Brechreiz kam.

60) Selma Krause, Freitag, 14. November 2014, 13:40 Uhr

Was ein Pastor Gauck aus Rostock von der Koalition in Thüringen mit einem Ministerpräsidenten Der Linken hält, interessiert mich einen feuchten Staub. Das kann er privat verkünden. Von unserem obersten Repräsentanten der Bundesrepublik Deutschland erwarte ich die dem Amt angemessene parteipolitische Neutralität. Da gibt es auch nichts “auszutesten”! Die Grenzen (den Rahmen) setzt das Grundgesetz – und daran hat sich auch ein Bundespräsident mit inkontinenter Geschwätzigkeit zu halten!
Wenn Joachim Gauck wegen Bodo Ramelow “Bauchschmerzen” bekommt, müssen wir alle uns doch besorgt fragen, wie sehr eine exFDJ-Kulturbeauftragte als Bundeskanzlerin seinem Organismus zusetzt?! Ich hoffe sehr, das Leiden hat nach einmaliger Amtszeit ein Ende!

61) Erwin Gabriel, Freitag, 14. November 2014, 14:55 Uhr

@ 56) Christian Erhart, Donnerstag, 13. November 2014, 21:25 Uhr

>> Gauck darf das nicht nur, Gauck soll das auch !

Dann soll der Herr Bundespräsident vorab seine Vergangenheit sauber und vernünftig klären, und gefälligst den gleichen Maßstab bei allen anlegen, nicht nur bei den Linken pünktlich zur Koalitionsbildung Empörung heucheln.

Wer sich so zurückhaltend zu den NSU-Fahndungspannen oder der NSA-/BND-Abhöraffäre äußert, braucht doch über eine Partei wie die Linke, die jetzt einen Realo-Wessi zum Ministerpräsidenten bestallen will, kein Wort zu verlieren.

62) Paulus, Samstag, 15. November 2014, 13:59 Uhr

Reden dürfen darf Gauck wann und zu welchem Thema er mag. Wie weit seine Rücksichtnahme auf den politischen Terminkalender, auf laufende Willensbildungsprozesse in anderen politischen Organen ist ebenso allein seine Sache.

Allerdings bleibt er weder als Person noch als ein amtlicher “Würderträger” vor scharfer Kritik geschützt. Gauck sieht sich in der Rolle des Mahners, als ein Apostel “der Freiheit” : Er entwickelt sein Verständnis von Freiheit sehr stark, wenn nicht ausschließlich, aus seiner Biographie heraus (eingesperrt sein in einen Staat) und weniger aus intellektueller Reflexion. Das ist seine Stärke und Schwäche zugleich. Er wird wie er wohl zutreffend glaubt, dafür vom Publikum leicht und schnell verstanden. Aber auch einem BP ist das Denken nicht verboten.

“Freiheit” zählt zu den politisch am häufigsten gebrauchten Propagandafloskeln, ganz besonders zum politischen Schattenboxen geeignet. Für Freiheit, gegen Freiheit und Bekenntnisse zur Freiheit die einem unangenehmen Konformitätsdruck in politischen Reden ausstrahlen.

Der Begriff das Abstraktum “Freiheit” zählt unter Philosophen zu den sogenannten Universalien, das sind unsere Begriffe, Vorstellungen (sowie deren Negation) die ihre Eigenschaft als existent (ontisch) weder beweis- noch widerlegbar ist. Sie zählen zu den ungelösten Rätseln für Philosophen von der Antike bis in die Modern, ebenso wie “Gott”, “Seele”, “Unsterblichkeit” usw.. In Redewendungen wie: “wir wählen die Freiheit!” (K. Adenauer) usw. zeigt sich “Freiheit” nur in der Abwesenheit des “Kommunismus”, also auch ohne “eigene” positive Existenz. Der kluge Soziologe und Philosoph Niklas Luhmann hat einmal prägnant formuliert: “Freiheit, das ist die noch nicht erkannte Abhängigkeit”. Man hat den Eindruck, es täte Gauck gut, er würde mehr (nicht nur das was seine Redenschreiber ihm auftischen) lesen und reflektieren als reden.

Gruß
Paulus

63) Don.Corleone, Samstag, 15. November 2014, 15:26 Uhr

Gauck steht es Nicht zu , eine demokratische Wahl durch infantile Kommentare zu beeinflussen !
Unter Umständen ergibt sich daraus auch noch ein strafbewährter Vorgang .
Ich fordere SOFORTIGEN rücktritt von GAUCK !
Sofern ER noch rückgrat hat .
Anmerkung: Gauck u. merkel, beide a.d. Gleichen Stall , waren in ihrer aktiven Laufbahn
Mitläufer d. SED ……….die sie komischerweise HEUTE verteufeln ..?
Zudem waren BEIDE priviligiert……, mi a. Annehmlichkeiten !
Das sollten BEIDE erstmal politisch, öffentlich bereinigen, bevor sie eine dicke , öffentliche,
Lippe riskieren !
Soviel Anstand u. Rückgrat kann , muß man erwarten können !
WO ist GAUCKS Aufschrei in Ri.Obama wg. NSA-Skandal ?
Wo ist merkels Aufschrei ? o. hält sie sich an d. Weisheiten von Pofalla .

Welche eine katasstrophale Politik in berlin !

Aber, Hoffnung besteht, d. AFD kommt , mit Riesenschritten …………………
u. wird diesem elendigem Grausen ein schnelles, hartes Ende bereiten !

64) Johannes Lamp, Samstag, 15. November 2014, 18:43 Uhr

zu 62) Paulus und 63) Don Corleone
Endlich wieder mal was Philosophisches vom Kleinasiaten und außerdem Richtiges, wenn ich mir diese Wertung erlauben darf. Man muss wahrscheinlich froh sein, dass Gauck seine Reden nicht selbst schreibt, sonst wären seine Pollutionen noch schwerer erträglich…
Corleone ist eines der alten Zentren der sizilianischen Mafia – passt doch irgendwie zur AfD!

65) Jakobiner, Sonntag, 16. November 2014, 10:22 Uhr

Zu Wanda Müller:

Sie vergessen ein wenig, dass von 64 Bundestagsabgeordneten der Linkspartei gerade einmal 16 SED-Mitglieder waren.Und der Rest sind neue junge Leute, ehemalige Westgewerkschafter und ehemalige SPDler um den Lafontaineflügel (WASG). Diese Leute also pauschal als “Drachenbrut”und den “elenden Rest, der übrig geblieben ist”ala Biermann zu verunglimpfen, ist also schon reichlich dreist und daneben.Genauso könnte Biermann jetzt anfangen an der FDJ-Mitgliedschaft Merkels rumzustänkern, was er wohlweislich unterlässt.

66) Wolfgang Wegener, Sonntag, 16. November 2014, 13:13 Uhr

Also, ich nehme nach nochmaliger Lektüre dieses Threads den Ausdruck “Quasselpfaffe” (in #46) als Anregung für politische Diskussionen im Freundeskreis mit nach Hause.

67) Erwin Gabriel, Montag, 17. November 2014, 16:00 Uhr

@ 63) Don.Corleone, Samstag, 15. November 2014, 15:26 Uhr

>> Welche eine katasstrophale Politik in Berlin !

Ich stimme zu. Wenn ich sehe, wie in Berlin die Millionen und Milliarden durch Nichtstun sinnlos verschleudert werden (beispielsweise Bundesbauminister Ramsauer, der den Toll-Collect-Vertrag auslaufen ließ und nun dem Betreiber kostenmäßig stark entgegen kommen muss; Verteidigungsminister De Maizere, der die Eurohawk-Verträge bei Scheiern für die Industrie folgenlos gestaltete und wo nun die Einspruchsfrist abgelaufen ist; beide würde mit über einem jahr Vorlauf über handlungsbedarf informiert, und taten wissentlich nichts), kriegt man schon zuviel.

>> Aber, Hoffnung besteht, d. AFD kommt , mit Riesenschritten …………………
>> u. wird diesem elendigem Grausen ein schnelles, hartes Ende bereiten !

Da kann ich leider nicht zustimmen. Das Niveau von Prof. Lucke findet sich leider nicht durchgängig, und Herr Henkel, bei aller Wirtschaftskompetenz, ist eben nur in diesem überaus schmalen Bereich tauglich, seine “soziale” Sicht gar eine Katastrophe. Da würde es kein schnelles und kein hartes Ende geben (nicht mal im Euro-Bereich), sondern bestenfalls Korrekturen.

Aber selbst das wäre zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.

68) wschira, Montag, 17. November 2014, 16:39 Uhr

58) Wanda Müller

Hallo Frau Müller,

mir scheint, dass Sie meinen Kommentar nicht richtig gelesen haben. Ich habe nicht relativiert, an keiner Stelle, Ich habe nur Ihre Phillipika in Relation zu dem von mir genannten Personenkreis gesetzt, auf den Ihre Darstellung voll zutrifft, den Sie aber nicht einbeziehen (entschuldigen Sie, dass ich Ihre Website nicht kenne, wir sind hier im Sprengsatz). Ich habe dadurch auch Ihre Glaubwürdigkeit relativiert und generell angezweifelt. Dass Sie das stört, ist verständlich, ich kann es aber nicht ändern, dafür ist Ihr Kommentar verantwortlich.

Im Übrigen ist auch die DDR-Vergangenheit von Herrn Gauck und Frau Merkel völlig ungeklärt, auch das würde wohl ein weites Betätigungsfeld für öffentliche Entrüstung eröffnen.

69) Johannes Lamp, Dienstag, 18. November 2014, 10:28 Uhr

zu 68) wschira zu 58)Wanda
Ich fand den 54er) Beitrag sehr zutreffend und kenne die Website von W. Müller, der verbitterten Ostgotin! Auch Ihr 68er) Kommentar findet meine volle Zustimmung! Mehr!!!

70) Erwin Gabriel, Mittwoch, 19. November 2014, 11:12 Uhr

@ 68) wschira, Montag, 17. November 2014, 16:39 Uhr

Zustimmung.

Wenn ich einem reichen Unternehmer und einem kleinen Angestellten Steuerhinterziehung nachweise, oder wenn ich einen Deutschen und einen Migranten beim Prügeln erwische, oder ein SPDler und ein CDUler sammeln beide illegale parteispenden, und klage nur jeweils einen von beiden an, setze ich weder Recht noch Gerechtigkeit durch, sondern bin in die eine oder andere Richtung voreingenommen.

Ob SED- oder “Blockflöten”-Mitglied, man war Aktivist oder Mitläufer in einer staatstragenden Organisastion. Die Blockflöten-Parteien waren nicht der aktive Widerstand. Da darf bzw. muss man genauso schauen. Von der PDS in die Linke zu gehen, halte ich außerdem für ehrlicher (nicht zwangsweise für klüger), als von der Ost-CDU in die West-CDU zu gehen und so zu tun, als habe man Adenauer noch persönlich gekannt.

PS: Wäre ich damals im Osten aufgewachsen, wäre ich wohl auch irgendwo eingetreten, allein, um meinen Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen.

71) Gido Steinert, Mittwoch, 19. November 2014, 17:03 Uhr

Interessant, wie Sie in einem einzigen Beitrag mehrfach “Rechte” verteilen, wer was darf und wer nicht. Typisch Deutsch oder nur typisch “Wessi”?

Ich sage Ihnen hierzu Folgendes: Jeder darf Alles! Alles klar?

Einmal sagen Sie, da gibt es immer noch Abgeordnete mit einer “SED-Vergangenheit”. Ja lieber Gott, die werden sie auch ihr Leben lang qua Definition behalten.
Dank gewisser Medien lässt sich die auch nicht so leicht abstreifen wie eine NSDAP-Vergangenheit in der ehem. BRD. Einfach ein Stempel “Entnazifiziert”.
Vielleicht hätte man 1990 etwas ähnliches für SED-Leute einführen sollen. Dann hätte die Hexenjagd vielleicht irgendwann aufgehört.

Zur Person Gauck empfehle ich Ihnen im Übrigen meinen Beitrag “Der doppelte Gauck” auf www. osten-macht-stress.blog.de

Herzliche Grüße

72) mac4ever, Samstag, 29. November 2014, 19:47 Uhr

@S. Paul, 4.). Ich würde diesen. Gern noch etwas vertiefen. Die in der DDR politisch ausgebremsten haben heute keine “lückenlose Erwerbsbiographie”, wie das im Amtsdeutsch so schön heißt, im Gegensatz zu den Stasi Bediensteten, die ihrer moralisch nicht gerechtfertigten Rentenansprüche sogar noch gerichtlich durchsetzen konnten. Diese Ungerechtigkeiten wurden von der deutschen Justiz nicht beseitigt, indem diese ausführte, Rentenrecht sei kein Strafrecht und deswegen dürften die Stasi-Angestellten auch nicht bestraft werden für ihre Arbeitsstätte. Nun ja, niemand mußte Stasi-Angestellter werden in der DDR.

Es hätte dem deutschen Rechtsstaat aber gut angestanden, per Gesetz diese Ungerechtigkeit zu beseitigen. Aber da galt das Rechtsprinzip mehr als die Gerechtigkeit. Und vor allem: es hätte mehr Geld gekostet.

Dass er darauf nicht hingewiesen hat und diesen Missstand nicht gleichzeitig angeprangert hat, das muss sich Gauck vorwerfen lassen.

73) C.Mayer, Mittwoch, 03. Dezember 2014, 23:38 Uhr

Lieber Herr Spreng,
recherchieren Sie doch bitte als Journalist einmal Gaucks DDR-Vergangenheit.
Mir ist er 1989 nicht als Bürgerrechtler aufgefallen. Bekannt waren Eppelmann, Führer und Ullrich aus Kreisen der ev. Kirche in der DDR. Fragen Sie im Archiv des ASV oder bei der WELT, die damals ausführlich berichteten, wann ein Pfarrer Gauck aus Rostock zum ersten Mal als “Oppositioneller” in Erscheinung trat. Dann dürfte sich auch ihr Bild über diesen “Freiheitskämpfer” relativieren. Als die Mauer gefallen war, da kamen sie, die “Novemberrevolutionäre”, wie unter Bürgerrechtlern gespottet wurde, die die angeblich immer schon dagegen waren und es erst bemerkten, als keine Gefahr mehr drohte.

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