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Wählermaximierung

Es gibt Umfrageergebnisse, die sind so überraschend wie Schnee im Winter. Eine solche Studie hat jetzt die Friedrich-Ebert-Stiftung vorgelegt.

Daraus ergibt sich, das Anhänger der „Alternative für Deutschland (AfD)“ deutlich rechtsextremer eingestellt sind als der – auch besorgniserregende – Durchschnitt der Wähler. Das gilt für die Befürwortung einer Dikatatur, für Chauvinimus, Verharmlosung des Nationalsozialismus, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und Schwulenfeindlichkeit.

Überraschen kann das nur denjenigen, der die Rechtsentwicklung der AfD in den letzten Wahlkämpfen verschlafen hat. Die AfD hat – neben bürgerlichen Euro-Gegnern – jetzt genau die Wähler, die sie gerufen hat. Sie hat einen Teil des rechtsradikalen und rechtspopulistischen Bodensatzes für sich mobilisiert. Davon zeugen auch der vielen Auffälligkeiten von AfD-Funktionären.

Der Kampf der Führungmitglieder Bernd Lucke und Hans-Olaf Henkel  gegen diese Entwicklung ist nach einem kurzfristigen Aufbäumen wieder erlahmt. Sie haben sich offenbar damit abgefunden, dass ihnen die Partei teilweise nach rechts entgleitet. Oder sie wollen im Sinne der Wählermaximierung nichts mehr dagegen tun.

So lange dieser Grundkonflikt in der AfD nicht mit einem klarer Schnitt geklärt ist, muss sich die Partei weiter gefallen lassen, als rechtspopulistisch eingestuft zu werden. Die spannende Frage ist, wie lange die bürgerlich-liberalen Funktionäre und Mitglieder dies noch mitmachen. Und wie lange die Wähler die Augen davor verschließen.