Mittwoch, 17. Dezember 2014, 14:20 Uhr

Ein ehrenwerter Mann?

Hans-Olaf Henkel ist ein ehrenwerter Mann. Er war IBM-Chef, Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI), er ist Mitglied von Amnesty International – eigentlich ein liberaler Mann.

Er hat nur ein Problem: er ist sehr eitel, will wichtig sein, eine Rolle spielen, Aufmerksamkeit erregen. Deshalb vollführte er in den den letzten Jahren ein politische Irrfahrt, die ihn am Ende zur „Alternative für Deutschland (AfD)“ und für sie ins Europa-Parlament führte.

Diese Station hätte er besser ausgelassen. Denn die AfD zerstört seine Reputation und stellt sein bisheriges Leben infrage.

Wie kann es ein Mitglied von Amnesty International zum Beispiel verantworten, mit einem Mann wie dem Co-Vorsitzenden der AfD, Konrad Adam, in einem Verein zu sein, der zu dem Attentat von Sydney sagte: „Das zeigt, dass es keiner Masseneinwanderung bedarf, um Menschen in Gefahr zu bringen – ein Einzelner genügt“.

Oder wie kann ein ehrenwerter Mann in einer Organisation Mitglied sein, die mit der islam- und fremdenfeindlichen Pegida sympathisiert, wie der stellvertretende Vorsitzende Alexander Gauland, der sich sonst seine Ratschläge in der russischen Botschaft holt.

Wie kann ein anständiger Mann Mitglied einer Partei sein, in der es fast jede Woche zu rechtsradikalen Vorfällen kommt. Die jüngsten: der Vorsitzende des AfD-Schiedsgerichtes in Baden-Württemberg nannte Barack Obama einen „Quoten-Neger“, ein hessisches Landesvorstandsmitglied fälschte seine rechtsradikalen Lebenslauf bei den „Republikanern“. .

Ein anderer Funktionär behauptete, das KZ Dachau sei von den Allierten gebaut worden, und ein Landtagsabgeordnter veröffentlichte antisemitische Karrikaturen. Und in NRW-Kommunen gibt es zwei Zweckbündnisse der AfD mit Rechtsradikalen.

Hans-Olaf Henkel warnt zwar gelegentlich vor Rechtsradikalen in der AfD und geht zu Pegioda auf Distanz, aber bleibt dabei. Wie lange noch? Ist denn die Droge Wichtigkeit so stark und verführerisch, dass ein Mann bereit ist, sich bis zur Unkenntlichkeit zu verändern?

Henkel sollte noch vor der Wahl in Hamburg (15. Februar) die Flucht ergreifen, bevor es heißt: Hans-Olaf Henkel war ein ehrenwerter Mann.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

95 Kommentare

1) Erwin Gabriel, Dienstag, 23. Dezember 2014, 20:37 Uhr

@ 43) StefanP, Montag, 22. Dezember 2014, 11:40 Uhr

>> Wo also ist Ihr Vorwurf?

Sie haben keinen gefunden? So kenne ich Sie garnicht…
🙂

2) Jakobiner, Dienstag, 23. Dezember 2014, 22:09 Uhr

Das Verhalten der AfD und Pegida halte ich für skandalös. Ein rassistischer Mob, dem es auch weniger um die Flüchtlingsproblematik geht, sondern mittels der Parole „Wir sind das Volk“ eine Volksrevolution ala 1989 oder eben 1933 anzetteln will, um die „Systemparteien“ und die „Lügenpresse“zu stürzen. „Besorgte Bürger“ , deren „Ängste man ernstnehmen müsse“ist da für mich eine schwache Ausrede. Die NSDAP bestand auch nicht nur aus Hundertprozentigen, sondern eben auch aus vielen „Protestwählern“, „besorgten Bürgern“, „ganz normalen Leuten“,“dem kleinen Mann von der Strasse“, dem „ehrlichen Deutschen“ „der bürgerlichen Mitte“,etc. –heute würde man sagen „Mitläufern“.Für mich war die Demonstration in München und Köln, der ebenso 15000 Menschen folgten ein gutes Gegensignal gegen Pegida.
Dennoch muss man vorsichtig sein, dass man Deutschland auch nicht mit der Zahl der Flüchtlinge überfordert. Hier sind auch mal jene anderen EU-Staaten gefordert, die gar keine Flüchtlinge bisher aufnehmen. Interessant finde ich den Vorschlag der Tochter von Franz Josef Strauss, Monika Hohlmeier, eine gemeinsame Flüchtlingspolitik der EU mit gemeinsamen Verteilungsschlüssel (Kein Dublin, also: Nicht mehr das Erstaufnahmeland ist für alles zuständig und der Rest der EU lehnt sich beruhigt zurück—das sind eben nur Griechenland, Italien und die spanischen Enklaven)), der Schaffung legaler Einwanderung und dem Ausbau der Flüchtlingshilfe vor Ort zu kombinieren. Ansonsten muss man sich ja für die CSU totschämen, angesichts „Wer betrügt, der fliegt“, „Ausländermaut“ und „Deutschpflicht in ausländischen Familien“.
Ein Bekannter war einen Monat im Nordirak und meinte, dass die Stimmung unter den Kurden sich auch ändere. Denn die ganzen Zeltstädte, die existieren sind vielleicht dauerhaft, solange IS nicht besiegt ist und das kann noch 1-2 Jahrzehnte dauern, wenn überhaupt,wie sich auch einige Kurden inzwischen fragen, ob sich aus den Zeltstädten nicht auch Hütten und dann eben eigene Städte entwickeln werden, die dauerhaft unter der kurdischen Bevölkerung bleiben werden. Die internationale Gemeinschaft muss sich also auch überlegen, wie sie mit der Flüchtlingshilfe vor Ort umgeht, ob sie eventuell den Aufbau einer bleibenden Infrastruktur für Flüchtlingsstädte übernehmen würde und inwieweit die Kurden, Jordanier, Libanesen,etc. sich auch bereit finden längerfristig mit den Flüchtlingen in ihrem eigenen Territorium zu leben.

3) Beate, Mittwoch, 24. Dezember 2014, 12:05 Uhr

Bernd Lucke und Hans Olaf Henkel haben beide stark auf die Deregulierung des deutschen Arbeitsmarktes in der Vergangenheit hingewirkt.

Je machtvoller die Unternehmen und je machtloser die Gewerkschaften wurden, desto niedriger stiegen die Löhne.

Real sind die Löhne trotz einer realen Erhöhung um 1,8% in diesem Jahr niedriger als 1992.

Das lohnbedingte deutsche zurückbleiben der deutschen Inflationsrate gegenüber den anderen Mitgliedsländern der Währungsunion führte zu deren immer tieferen Verschuldung. Einer Verschuldung der Privathaushalte die kühl rechnend billigere deutsche Produkte inländischen Produkte vorzogen.

Es ist ziemlich dreist, wirtschaftspolitiche Fehler deem Euro anzuhängen wie es Henkel und Lucke tun.

Es ist leicht für sie, weil die Medien über die deutsche Lohnzurückhaltung schweigen.

Der Euro wäre das größte soziale Programm aller Zeiten, wenn sich Deutschland an die Regeln gehalten hätte Zielinflationsrate 2%.

Ein berechenbarer nur leicht schwankender Wechselkurs beflügelt den gegenseitigen Handel und Austausch.

Der Handel mit den USA ist deshalb so gering, weil das Wechselkursrisiko für die Händler so groß ist.

TTIP ändert nichts daran.

TTIP ist ein Staatsstreich von innen, der Macht von den Parlamenten zu nicht kontrollierten Gremien verlagert.

Warum hat die AFD Aufwind.

Eine Presse die nicht aufklärt.

Warum überzieht Frau Merkel Europa mit einer Austerität die die davon betroffenen Wirtschaften verwüstet?

Das jetzt etwas in Greichenland, Spanien, … wächst liegt nicht an der Austeritätspolitik, sondern das Niveau ist so niedrig, weiter abwärts geht es nicht mehr.

Griechenland, Spanien, … brauchen 50 Jahre um das Niveau von 2008 wieder zu erreichen.
Wenn Italien aus dem Euro austritt, wird die deutsche Wirtschaft um 10% einbrechen.

Was dann passiert. Die AFD bekommt 40% als Wahlergebnis.

Das tolle AFD und CDU unterscheiden sich nicht.

Sondern trugen in hohem Maße zum Zusammenbruch der Währungsunion bei.

4) Michael Schmidt, Mittwoch, 24. Dezember 2014, 12:20 Uhr

@ Politikverdruss
@ Erwin Gabriel

Das ist ein sehr altes Phänomen, von dem berühmten Linguisten Noam Chomsky bereits 1988 in seinem Buch „Manutacturing Consent“ dargelegt.

Natürlich findet keine Zensur statt, niemand lenkt die Medien. Im Kontext einer Demokratie und freier Marktwirtschaft reguliert sich das System selbst. Wenn ein Medium allzu regierungskritisch berichtet, so steht zu befürchten, dass keine Interna an die assoziierten Journalisten mehr durchgestochen werden. Das bedeutet einen handfesten Wettbewerbsnachteil.

Ebenso können wirtschaftskritische Positionen zur Folge haben, dass sich Anzeigekunden zurückziehen. Es ist gut möglich, dass sich eine Branche gar verabredet, im entsprechenden Magazin keine Inserate mehr zu schalten.

Verschwörungstheorie?

Hjalmar Schacht, Mitarbeiter der Dresdner Bank und späterer Reichsbankpräsident, auch berüchtigt für die inflationsfreie Finanzierung der Nazi-Aufrüstung, schildert das selber in seinen Memoiren. Zum einen habe er mit

https://www.youtube.com/watch?v=dzufDdQ6uKg

5) Politikverdruss, Mittwoch, 24. Dezember 2014, 12:31 Uhr

52) Jakobiner, Dienstag, 23. Dezember 2014, 22:09 Uhr,

Das, was Sie nun formulieren ist üble Hetzerei („rassistischer Mob“). Es geht nun wirklich zu weit, die Leute, die in Dresden und anderswo auf die Straße gehen, als „rassistischen Mob“ zu bezeichnen. Das sollten Sie zurücknehmen!

Als Erklärungsversuch für eines der zahlreichen die Motive der Pegida-Demonstranten biete ich Ihnen mal ein Essay von Prof. B. Groys, Uni New York, an. Hier mal ein Auszug des lesenswerten Artikels:

„Die heutigen Geldeliten leben in einem symbiotischen Verhältnis mit dem Sozialstaat, sie teilen seine Kultur und sind mit ihm in gegenseitiger Liebe verbunden.

Die Unzufriedenheit mit dem Sozialstaat ist keine Sache der Eliten oder der Massen, sondern eine der Mittelschicht. Die Mittelschicht zahlt Steuern, aber sie profitiert kaum vom Sozialstaat – das tun nur die großen Unternehmen. Zugleich hat die heutige Mittelschicht das Gefühl, dass sich niemand um sie kümmert und niemand sie wirklich ernst nimmt. Sie hat nämlich andere kulturelle Ansprüche und Standards als diejenigen, die für die heutigen globalisierten Massen und Eliten charakteristisch sind. Aber diese Ansprüche können im Kontext der heutigen Wirtschaft nicht befriedigt werden, denn die Mittelschicht befindet sich zahlenmäßig in der Minderheit und ist somit für die Wirtschaft unattraktiv. Die kumulative Kaufkraft der Mittelschicht ist viel niedriger als die kumulative Kaufkraft der unteren Einkommensstufen.

Deswegen kann man erwarten, dass diese Mittelschicht irgendwann zur Einsicht kommt, dass es ziemlich widersinnig ist, eine gesellschaftliche Struktur zu tragen, von der nur andere profitieren, wobei diese Mittelschicht in dem von ihr selbst geschaffenen Sozialstaat keine kulturelle Heimat findet und finden kann. Erst wenn die Mittelschicht zu dieser Einsicht gelangt, kann man wirklich einen neuen politischen Kampf erwarten – eine neue Revolution der Tugend, die in der Tradition der Französischen Revolution und der russischen Oktoberevolution stehen wird.“

http://www.zeit.de/2009/52/Armutsdebatte/seite-2

In diesem Sinne Ihnen, dem Hausherrn und allen anderen Mit-Diskutanten ein frohes Fest.

6) Erwin Gabriel, Mittwoch, 24. Dezember 2014, 12:53 Uhr

@ 48) Paulus, Dienstag, 23. Dezember 2014, 13:53 Uhr

>> So sieht also die Freiheit aus, die von medialen
>> “Werte Bewachern” verteidigt wird.

Letztendlich – ja …

7) Erwin Gabriel, Mittwoch, 24. Dezember 2014, 13:51 Uhr

@ 52) Jakobiner, Dienstag, 23. Dezember 2014, 22:09 Uhr

>> Das Verhalten der AfD und Pegida halte ich für skandalös.
>> Ein rassistischer Mob, dem es auch weniger um die
>> Flüchtlingsproblematik geht, sondern mittels der Parole
>> „Wir sind das Volk“ eine Volksrevolution ala 1989 oder eben
>> 1933 anzetteln will, um die „Systemparteien“ und die
>> „Lügenpresse“zu stürzen.

Ich bin mir nicht sicher, ob Sie sich darüber im Klaren sind, was Sie da eigentlich schreiben.

Definition von „Mob“ (Auszug aus Wikipedia“):
„Der von sich aus, gruppendynamisch handelnde Mob hat kurzfristige Ziele (Plünderung, Zulauf zu öffentlichen Hinrichtungen und dergleichen), seine radikale Äußerung ist der Aufruhr.“

Mit Verlaub, was sich da in Dresden und anderswo abspielt, mag man politisch verurteilen, man mag eine Gegen-Demo machen, aber eben mehr nicht. Ihre Kriminalisierung dieser Leute ist genauso niveulos und einfältig wie die dort gelegentlich auftretende ausländerfeindliche Hetze.

Nun, so schreiben Sie, kämpft Pegida gegen „Systemparteien“ und „Lügenpresse“. Mal provokant formuliert: Warum eigentlich nicht? Die Medien berichten keinesfalls durchgängig wahrheitsgetreu und wertneutral, die Parteien agieren im Sinne von Banken und Großkapital und verstoßen dafür nur allzu oft selbst gegen Verträge und Gesetze.

Wenn jede kritische Äußerung zum Themenkomplex Ausländer / Einwanderer / Immigration als „rassistisch“ eingestuft, jede kritische Äußerung zum Thema Euro als „nationalistisch“ abgestempelt, jede noch so friedliche Demonstration in diese Richtung als „Mob“ diffamiert wird, mit welchem Recht wären dann diese Begriffe zu tadeln?

>> „Besorgte Bürger“ , deren „Ängste man ernstnehmen müsse“
>> ist da für mich eine schwache Ausrede.

Das ist zum einen ein sehr, sehr undemokratische Gedanke. Zum anderen sind auch Sie ein besorgter Bürger, mit der (vielleicht berechtigten) Angst, dass sich aus Pegida und Co etwas Schlimmeres entwickeln könnte. Da erwarten Sie ja wohl auch, dass man Ihre Sorgen und Ängste ernst nimmt und Sie nicht nur als gefühlsduseligen, allzu phantasievollen linken Spinner, realitätsfernen Multikulti-Träumer und dümmlichen Gutmenschen der Lächerlichkeit preisgibt.

>> Die NSDAP bestand auch nicht nur aus Hundertprozentigen,
>> sondern eben auch aus vielen „Protestwählern“, „besorgten Bürgern“,
>> „ganz normalen Leuten“, “dem kleinen Mann von der Strasse“,
>> dem „ehrlichen Deutschen“ „der bürgerlichen Mitte“,etc. –
>> heute würde man sagen „Mitläufern“.

Das ist richtig – und nun? Verteufeln Sie damit nicht jeden Konservativen und oder Groß- oder Kleinbürgerlichen, der Ihnen seine linke Gesinnung nicht einwandfrei nachweisen kann, als potentiellen Nazi? Ich bin immer wieder erstaunt, welch große Keulen hier geschwungen werden…

Zum Thema Mitläufer noch ein Wort von Erich Kästner, der, anders als viele andere seiner Zunft, nicht aus Deutschland auswanderte, sondern im Land blieb und die Füße still hielt. Auf die vorwurfsvollen Fragen seiner Kollegen nach Kriegsende antwortete er: „Ob man mutig ist, erkennt man erst, wenn die Zumutung da ist“.

8) Paulus, Mittwoch, 24. Dezember 2014, 14:21 Uhr

@52 Jakobiner

Für skandalös halte ich es, von den Demonstranten in Dresden sofort den Bogen zu zur NSDAP zu spannen (ich nehme an, hier ist deren Ideologie und deren biologistisch motiviertem Rassismus (= Unterscheidung von Herren- bzw. Untermensch) gemeint (?) und die Demonstranten pauschal als rassistischen Mob zu qualifizieren. Das führt nicht nur zu einem fehlerhaften „Begreifen“ der NS Ideologie und den besonderen Bedingungen unter denen sie sich politisch durchsetzen konnte sondern dieses o. g. Verfahren, das spannen des Bogens die Art der Einstufung von politischem Protestverhalten, schließt direkt an Klassifikationen, Methoden wie sie für die politische NS Propaganda typisch sind an: Der Zug der Urteilsbildung läuft auf gleichem Gleis – nur in die Gegenrichtung. Damit ist analytisch nichts anderes gewonnen als eine Wiederholung stereotyper „Vorwürfe“ im Stile von: „es geht wieder los……“, der Schoß ist fruchtbar noch ……“ usw. Das peinliche daran ist: Die NS-Ideologie und die Demonstranten in Dresden bleiben gleichermaßen unverstanden.

Gruß
Paulus

9) Jakobiner, Donnerstag, 25. Dezember 2014, 08:58 Uhr

Jetzt ist zu Weihnachten auch noch das satirische Videospiel zur Demo herausgekommen: „Prince of Pegida“–der einminütige Trailer unter:

https://www.youtube.com/watch?v=YxZeIxO62L0

10) Klaus Litzel, Freitag, 26. Dezember 2014, 13:55 Uhr

Lieber Herr Spreng, das Tröstliche für den verirrten Herrn Henkel ist ja, dass Sie, als Vorsitzender der Besserwisserfraktion, über ihn wachen, damit er seine Ehre nicht verliert. Und ganz stark ist auch, dass SIE ihm die „Droge Wichtigkeit“ vorwerfen! Kann es sein, dass Sie mit irgendeinem Kommentar schon mal daneben lagen? Und vor allem, dass Sie das selbst gemerkt haben?

11) Art Vanderley, Samstag, 27. Dezember 2014, 21:27 Uhr

Henkel hatte in der Vergangenheit den Mumm , sich auch mal in einen Talk zu setzen , wo er von vorneherein wissen mußte , daß seinen eher neoliberalen Thesen der Wind mal kräftig ins Gesicht blasen würde , so überschaubar die Zahl solcher Talks auch war.

Das unterschied ihn von vielen seiner Gesinnungsgenossen , aber er hatte schon immer diese Bereitschaft , sich mit bedenklichen Leuten zu solidarisieren , nur waren es früher eher die Extremisten der Marktgläubigkeit , da fiel es vielleicht weniger auf.

12) karel, Samstag, 27. Dezember 2014, 23:45 Uhr

Der linke Mainstream ersetzt das Grundgesetz…… Teil 1 bis 3….. sehr lesenswert:

http://www.rolandtichy.de/kolumnen/bettina-roehl-direkt/der-linke-mainstream-ersetzt-das-grundgesetz/

13) Politikverdruss, Sonntag, 28. Dezember 2014, 14:15 Uhr

57) Erwin Gabriel, Mittwoch, 24. Dezember 2014, 13:51 Uhr,

vielen Dank für die treffende Replik auf einen unmöglichen Kommentar!

14) Wolfgang Wegener, Sonntag, 28. Dezember 2014, 14:18 Uhr

@ 53 (Beate) „:Der Euro wäre das größte soziale Programm aller Zeiten, wenn sich Deutschland an die Regeln gehalten hätte Zielinflationsrate 2%.“. Wo haben Sie denn diese Regel her? Von Mario Draghi, dem „Falschmünzer“ (CSU)? Die Zielinflationsrate ist natürlich 0 Prozent (Preisstabilität). 2 Prozent Inflationsrate bei 0 Prozent Zinsen braucht man doch nur, damit sich Pleitestaaten wie Griechenland entschulden können. Aber auch für Schäuble, Merkel, Hollande Co. wäre das nicht schlecht. Vielleicht fälltt ja morgen der neue Präsident Griechenlands in der dritten Abstimmung durch und es gibt Neuwahlen. Ich kann allen Griechen nur raten, die alten korrupten Machteliten abzuwählen und Syriza die Stimme zu geben. Dann kommt wenigstens die Stunde der Wahrheit. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

15) Beate, Sonntag, 28. Dezember 2014, 15:15 Uhr

„Hjalmar Schacht, Mitarbeiter der Dresdner Bank und späterer Reichsbankpräsident, auch berüchtigt für die inflationsfreie Finanzierung der Nazi-Aufrüstung, schildert das selber in seinen Memoiren.“

Das war schon etwas anders, als sie es darstellen:

“Außerdem besaß er freilich auch, im Gegensatz zu seinen Vorgängern, die Macht, mindestens den Schein monetärer Stabilität mit Gewalt zu erzwingen. Denn auch diese Schat-
tenseite des Hitlerschen Wirtschaftswunders darf nicht übersehen werden: Da es sich inmitten einer fortdauernden Weltdepression abspielte und Deutschland zu einer Wohlstandsinsel machte, erforderte es die Abschottung der deutschen Wirtschaft gegen die Außenwelt, und da seine Finanzierung der Tendenz nach unvermeidlich inflationär war, erforderte es von oben auferlegte Zwangslöhne und -preise. Für ein diktatorisches Regime, mit den Konzentrationslagern im Hintergrund, war beides möglich: Hitler brauchte weder auf Unternehmerverbände noch auf Gewerkschaften Rücksicht zu nehmen, er konnte beide in der »Deutschen Arbeitsfront« zusammenzwingen und damit lahmlegen, und er konnte jeden
Unternehmer, der ungenehmigte Auslandsgeschäfte machte oder die Preise seiner Ware erhöhte, ebenso ins KZ sperren wie jeden Arbeiter, der Lohnerhöhungen verlangte oder gar
dafür zu streiken drohte. Auch insofern muß man das Wirtschaftswunder der dreißiger Jahre das Werk Hitlers nennen, und insofern waren sogar diejenigen in gewissem Sinne nur
konsequent, die um des Wirtschaftswunders willen auch die Konzentrationslager in Kauf nahmen.”

Sebastian Haffner, Anmerkungen zu Hitler , Fischer 1999 S.18

16) Erwin Gabriel, Sonntag, 28. Dezember 2014, 16:41 Uhr

@ 62) karel, Samstag, 27. Dezember 2014, 23:45 Uhr

http://www.rolandtichy.de/kolumnen/bettina-roehl-direkt/der-linke-mainstream-ersetzt-das-grundgesetz/

Ein sehr interessanter Link, für den ich herzlich danke.

17) Dr. Dr. Joachim Seeger, Sonntag, 28. Dezember 2014, 20:32 Uhr

Christen brauchen Pegida nicht- Impressionen zu den Recklinghäuser Weihnachtsgottesdiensten!

von: Dr. Dr. Joachim Seeger, RE-Nord

Es ist immer wieder eine schöne und wichtige Geste, wenn unsere muslimischen Mitbürger uns Christen Glückwünsche und Grüße zum bevorstehenden Weihnachtsfest übermitteln. Das ist ein besonderes Zeichen der Solidarität, Toleranz, des Mitgefühls, der Mitfreude, Verbundenheit, schließlich einer gelungenen Integration. Pfarrer em. Bücker betonte im Gottesdienst am Heiligabend, dass die rege Teilnahme an diesem Gottesdienst durchaus ein überzeugender Ausdruck der „abendländischen Kultur“ sei und „Pegida“ überflüssig mache. Ich stimme den Worten zu, denn Pegida schürt Ängste, die völlig unangemessen sind. In Deutschland bekennen sich ca. fünf Prozent der Bevölkerung zum Islam – da wird die Angst vor einer Islamisierung unserer Gesellschaft ins Spiel gebracht? Die Mehrzahl der in Deutschland lebenden Bürger mit Migrationshintergrund ist friedlich und toleriert die christlichen Feste und Gebräuche. In diesem Zusammenhang möchte ich noch die Predigt von Propst Quante am 2. Weihnachtstag erwähnen, der den Vorwurf, von den monotheistischen Weltreligionen ginge Krieg und Unfrieden aus, entkräftete und auf die Friedensbotschaft von Christentum, Judentum und Islam verwies. Quintessenz meiner Ausführungen: Christen brauchen Pegida nicht, denn sie sollten auf Toleranz, Verständnis und Kooperation mit anderen Religionen und Kulturen setzen!

18) Jakobiner, Montag, 29. Dezember 2014, 09:38 Uhr

Zu Paulus:

Wenn heute eine rechtsradikale Bewegung rankommt, dann sicherlich nicht mit denselben Parolen und mit denselben Aktionsformen wie die NSDAP, NPD, FAP,etc.. Im weiteren habe ich schon in früheren Beiträgen klar gemacht, dass sich der heutige Rechtsradikale auch nicht mehr des biologistischen Rassekonzepts bedient, sondern eben dem kulturchauvinitischen Ethnopluralismus ala Samuel Huntington.Ebenso habe ich verdeutliocht, dass heutige Rechtsradikale sich bewußt sind, dass sie Holocaustleugnung, Antisemitismus, Terror ala NSU oder Oktoberfestattentat und SA-ähnliches Agieren meiden müssen. Daher werden sie Aktionsformen wählen, die „friedlich“ anfangen und bedienen sich eben der Aktionsformen der DDR-Bürgerrechtsbewegung-bis hin zur Parole „Wir sind das Volk“–dass es dabei aber keineswegs um demokratische oder soziale Belange geht, zeigt eben, dass sie an der Immigration und den Ausländern so alles aufmachen.Sie könnetn ja auch gegen den G-7-Gipfel, die Bilderbergerkonferenz, gegen das Freiahndelsabkommen, für Mindestlohn, für Mietpreisdeckelung, gegen die NATO,etc. protestieren–aber nein: „Europäische Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlands“.
Statt Juden sind es heute eben die Muslime, die als Hauptgefahr für alles im Leben auserkoren werden.Natürlich würde heute keiner mehr mit der Parole „Europäische Patrioten gegen die Verjudung des Abendlands“auf die Strasse gehen. „Europäische Patrioten“–das sucht eben nur den europaweiten Schulterschluss mit ähnlich xenophoben Bewegungen und Parteien wioe dem faschistischen Fron National, Orbans Fidesz, den Wahren Dänen, Geert Wilders,etc.Der heutige Kulturchauvinist bezeichnet sich natürlich nicht als Chauvinist oder Nationalist, sondern eben als europäischer Patriot, der sich verbal auf De Gaulles „Europa der Vaterländer“beruft, um eben auch Konservative und „mormnale Bürger“ damit zu ködern.

19) Jakobiner, Montag, 29. Dezember 2014, 09:46 Uhr

Zu Erwin Gabriel:

„>> Die NSDAP bestand auch nicht nur aus Hundertprozentigen,
>> sondern eben auch aus vielen „Protestwählern“, „besorgten Bürgern“,
>> „ganz normalen Leuten“, “dem kleinen Mann von der Strasse“,
>> dem „ehrlichen Deutschen“ „der bürgerlichen Mitte“,etc. –
>> heute würde man sagen „Mitläufern“.

Das ist richtig – und nun? Verteufeln Sie damit nicht jeden Konservativen und oder Groß- oder Kleinbürgerlichen, der Ihnen seine linke Gesinnung nicht einwandfrei nachweisen kann, als potentiellen Nazi? Ich bin immer wieder erstaunt, welch große Keulen hier geschwungen werden… “

Exakt, meine Kritik richtet sich eben weniger gegen Nazis, sondern vor allem auf jene nationalkonservativen Politiker und normalen Bürgerlichen, die man auch die radikalisierte Mitte (Lipset) nennt.Hindenburg/Papen/Schleicher und die ganzen Deutschnationalen wollten auch nur eine autoritäre Dikatur und waren Feinde der Republik. Seine Kritik nur auf die Nazis zu fokusieren, bedeutet die nationalkonservative Mitte zu verharmlsoen und die Radiaklsierung der Mitte als normal zu erklären.Schon vor Hitler gab es den deutschen „Untertan“, den Heinrich Mann so treffend in dem gleichnamigen Roman schildert.

20) Jakobiner, Montag, 29. Dezember 2014, 09:58 Uhr

Noch als Lesetip:

20 Thesen zu Pegida:

http://hpd.de/artikel/10860

Darin heißt es unter anderem:

“ 16. Die PEGIDA-Bewegung gibt mit den Rufen “Wir sind das Volk” vor, im Namen des Volkes zu sprechen. Dafür kann sie indessen keine formale oder inhaltliche Legitimation beanspruchen. Laut einer Umfrage der “Dresdner Neusten Nachrichten” lehnten 60 Prozent der Bürger der Stadt deren Ziele ab, 12 Prozent teilen sie, 14 Prozent teils, teils.“

PEGIDA ist also nicht einmal das Dresdener Volk, geschweige denn das deutsche.

„19. Die angesichts von PEGIDA aufgekommene Rede von einer “Verbrüderung von Bürgertum und Extremisten” (“Der Spiegel”) ist indessen gleich doppelt falsch: Erstens kann man nicht von einer pauschalen Akzeptanz des Bürgertums von PEGIDA sprechen, und zweitens fanden sich rechtsextremistische Einstellungen schon zuvor auch im Bürgertum.“

21) Jakobiner, Montag, 29. Dezember 2014, 11:06 Uhr

Nun, der Protest gegen Pegida nimmt durchaus skurrile Seiten an:

„Helene Fischer sollte Kopftuch tragen
Schauspieler Ilja Richter fordert: Angesichts der Pegida-Proteste sollten Künstler politischer werden – etwa Helene Fischer. Sie sollte ihrem Publikum sagen, dass sie für ein weltoffenes Land singt.
Von Ilja Richter

Bald schon mit Kopftuch? Die Sängerin Helene Fischer sollte politischer werden, schreibt Ilja Richter

Die Festbraten sind gegessen. Die Weihnachtsbäume haben noch ein wenig Asyl. Der Deutsche blickt liebevoll geduldig auf seinen nadligen Hausfreund. Wie lange wird er durchhalten? Die Geduld des deutschen Durchschnittsbürgers für Flüchtlinge aus Albtraumländern scheint wesentlich begrenzter zu sein. Sogar der gute, demokratische Satz „Wir sind das Volk!“ wird bei Pegida-Veranstaltungen auf undemokratische Weise zur Volksweisheit um-geschrien. „Liebes Publikum, bist du wirklich so dumm?“, schrieb Kurt Tucholsky Ende der Zwanzigerjahre und legte, wie so oft, den publizistischen Finger auf die Stelle, wo wir verwundbar sind: Unseren Gefühlsnerv!
Liebes Volk! Es gibt keine lieben Völker; aufgeklärte Bürgerinnen und Bürger, die gibt es. Falls es allerdings tatsächlich bereits 34 bis 36 Prozent sein sollten, die für die Pegida-Veranstaltungen Verständnis haben oder ihr sogar Sympathie entgegenbringen, ist das zu viel des Schlechten! Trotz alledem sind solche Zahlen immer noch nicht repräsentativ für die Mehrheit. Die Mehrheit schweigt. Noch! „Wir sind, was folgt!“
Wenn eine erschreckend hohe Prozentzahl von Menschen laut Umfrage annimmt, dass zum Beispiel Frauen mit Kopftuch keine Deutschen sein können, empfehle ich Helene Fischer dringend, demnächst eines zu tragen; mehr noch: Die Beliebtheit dieser, mir ebenfalls sympathischen Künstlerin könnte musikalisch mit Kopftuch zum Tragen bringen, was unserem Land gut stehen würde: Eine Demokratie mit Herz!
Ein Alibi für Alberei
Weltweit wird unsere Begabung für Technik bis hin zu wissenschaftlichen Höchstleistungen ins Nobelpreisverdächtige gelobt und gefürchtet. Eine Furcht, mit der wir leben können! (Wenn ich da an früher denke.) Und erst im Sport, um nicht zu sagen Fußballkunst! Es ist schon sehr lange her, als ein Paul Breitner kundtat, bei einer Weltmeisterschaft in einem diktatorischen Land kein Fußballtor bewachen zu wollen; „Buenos Dias, Argentina“ sangen dann andere. Und vorneweg: Udo Jürgens! Aufs Pathetischste. Und ich tat es mit ihm. In einem Sketch.
Damals schon mit schlechtem Gewissen und einem kleinen „Alibi für Alberei“. Ich schäm mich heut noch ein wenig! Und Udo Jürgens? Der hat mit anderen Liedern – davor und danach – sein kosmopolitisches Bekenntnis aufs Humanste bewiesen; was es nämlich heißt, die Stimme zu erheben! „Lieb Vaterland, magst ruhig sein.“ Aber bitte nicht mit der Sahne antidemokratischer Bäckermeister.
Ein wenig Unruhe, lieb Vaterland, könnte jetzt nicht schaden. Die „Spaziergänge“ von Pegida sind keine Osterspaziergänge. Und die Osterfriedensmärsche sind auch nicht mehr das, was sie Ende der Fünfziger noch waren: volksbewegend – mit Erich Kästner vorneweg. Im schwarzen Anzug, mit Schirm, Charme und keinesfalls Melone; die gehört den Briten. Seit je.
Mehr Udo Jürgens wagen
Ein Volk, das uns seit Jahrhunderten beweist, was eine Demokratie bedeutet. Und jetzt kommen Sie mir aber nicht mit Ihrem Hang zur Königin für Deutschland! Wir haben schon eine. Das Einzige, was ihr jetzt noch fehlt, ist ein Kopftuch! Kopf hoch, Helene! Ansingen gegen die Dummheit. Und wenn Sie das jetzt angehen, steht hinter Ihnen ein Volk; die Silbereisen im Feuer der Demokratie.
Ich habe einen Traum: Eine Volksmusik, die für Menschen in Not auch mal den Pop hinhält! Das wäre im Sinne von Udo Jürgens, der hoffentlich nicht umsonst die Worte seines Songdichters hinausschmetterte: „Ich will die Heuchler jagen durchs eigene Minenfeld.““

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article135765688/Helene-Fischer-sollte-Kopftuch-tragen.html

22) Politikverdruss, Montag, 29. Dezember 2014, 12:09 Uhr

54) Michael Schmidt, Mittwoch, 24. Dezember 2014, 12:20 Uhr,

vielen Dank für den Hinweis.

Nach Chomskys ist „die Propaganda für die Demokratie wie der Knüppel für einen totalitären Staat.“

Seine Kategorisierung des Propagandasystems in „Fünf Filter“ (Besitzer, Einnahmequellen, Quellen, „Flak“ und Antikommunismus oder Antiideologie) trifft den Kern eines manipulativen Systems.

Chomskys Theorie beschreibt, „wie die Medien ein dezentralisiertes und nicht-verschwörerisch handelndes Propagandasystem bilden können, das fähig ist, einen Konsens im Interesse der gesellschaftlichen Oberschicht herzustellen und die Öffentlichkeit manipulativ in diese Perspektiven der Oberschicht einzubinden – während gleichzeitig der Anschein des demokratischen Prozesses und Konsenses gewahrt bleibt.“

Angesichts dieser Entwicklung kann man nur dankbar sein, dass für uns mit dem Internet ein Mittel verfügbar ist, das diesen uns umgebenden Propagandapanzer durchbrechen kann.

Ähnlich wie einst der Buchdruck. „ Er leitete eine Demokratisierung der Schaffung und Verbreitung von Informationen ein. Der Buchdruck ermöglichte erstmals die massenhafte Verbreitung von Wissen, Nachrichten und Meinungen frei von Kontrolle durch Kirche und Obrigkeit.“ Gewissermaßen die technische Voraussetzung der Aufklärung und für den Aufstieg des Bürgertums.

Die in Demokratien garantierte „Pressefreiheit“ ist langsam ausgehöhlt worden. Es ist jetzt an uns sicherzustellen, dass „Wissen, Nachrichten und Meinungen“ weiter frei „von Kontrolle“ durch Medien, Politik und Interessengruppen bleiben. Zumindest müssen wir darum kämpfen!

23) Erwin Gabriel, Montag, 29. Dezember 2014, 17:07 Uhr

@ 69) Jakobiner, Montag, 29. Dezember 2014, 09:46 Uhr

>> >> Das ist richtig – und nun? Verteufeln Sie damit nicht jeden
>> >> Konservativen und oder Groß- oder Kleinbürgerlichen,
>> >> der Ihnen seine linke Gesinnung nicht einwandfrei nachweisen
>> >> kann, als potentiellen Nazi?

>> Exakt…

Was Sie schreiben, bedeutet schlichtweg, dass jeder Nicht-Linke ein potentieller Nazi ist. Das ist gleich in mehrfacher Hinsicht so dämlich, dass selbst Sie erkennen sollten, dass das nicht stimmen kann. Mit solch einer Denke lösen Sie alle Probleme leicht und locker: Taugt das Fernsehprogramm mal nix, ist der Fernseher schuld, etc.

Bevor Sie solch einen Schwachsinn verzapfen (sorry, Herr Spreng, das ist keine Beleidigung, sondern eine Tatsachenbeschreibung), machen Sie sich doch bitte einmal die Mühe und definieren bzw. klären Sie vorab, was Sie mit den Begriffen „Nazi“, „konservativ“ und „bürgerlich“ eigentlich meinen.

Und anschließend setzen Sie sich doch mal mit den Problemen auseinander, wegen der die Leute auf die Straße gehen, anstatt sich mit den Leuten selbst auseinander zu setzen. Demonstrationen dieser Größe (nicht nur der Pegida-Anhänger, sondern auch der Pegida-Gegner) sind die Folge von Problemen, nicht deren Ursache.

24) Erwin Gabriel, Montag, 29. Dezember 2014, 17:12 Uhr

@ 58) Paulus, Mittwoch, 24. Dezember 2014, 14:21 Uhr

>> Das peinliche daran ist: Die NS-Ideologie
>> und die Demonstranten in Dresden
>> bleiben gleichermaßen unverstanden.

Das ist soo wahr!

25) A. Danckwardt, Montag, 29. Dezember 2014, 22:49 Uhr

Guten Tag, Herr Spreng,

ich dachte immer. Sie waren der geistige Vater der Idee einer Protestpartei Rechts der CDU?

Habe ich Ihnen etwa Unrecht getan? Da mache ich mir gerade heute die Mühe ein Spottgedicht zu dichten und es stellt sich alles als Verleumdung dar…

26) A. Danckwardt, Dienstag, 30. Dezember 2014, 03:08 Uhr

Brennt der Mutti mal das Haus,
Gehen ihr die Partner aus,
Droht ihr gar Opposition –
Michael fragt nicht nach Lohn.
Er tut´s auch fürs Ideal,
Wusste Rat bei jeder Wahl,
Schrieb für „Bild“ die kurzen Texte,
Es las sie einst jeder Sechste…
Nun ist´s zwar nicht mehr die BamS,
Kein Inhaber eines Amt´s:
Der Polittechnologie
Widmet er nun sein Genie.
Und so fleißig wie er ist
Strebte er mit aller List
Nach dem größten aller Ziele:
Dass man nie die Macht verliere.
Doch was macht man, wenn man weiß:
Links die Mehrheit? So ein Schweiß!
Es droht den Konservativen
Ein Jahrhundert voller Tiefen.
Ja was tut man? Voller Drang
Schreibt man einen Blog von Rang,
In dem jeder zweite Satz
Dann wahrhaftig ein Spreng-Satz.
Und dann rät man: „Mimikriere,
(Das tun ganz gescheite Tiere).
Tue immer ganz modern,
Habe auch die Schwulen gern.
So besetzt du, bitte-dritte
Jene heiß umworb´ne Mitte.
Dort holst du dann die Prozente
Plus die Doofen, Plus die Rentner.
Und was dann zur Mehrheit fehlt
Gibt´s ganz leicht für wenig Geld:
Die, die ständig protestieren,
Und die Erzkonservativen
Locken wir zur AfD.
Linke Mehrheiten ade!“
Brennt der Mutti mal das Haus,
Gehen ihr die Partner aus,
Muss sie keinesfalls verzagen
Sie kann immer Mischa fragen.
Nun ist Mischa ganz bestürzt:
Wurde wieder braun der Furz.
Der Geruch kaum zu ertragen,
Kein Parfüm, was soll man sagen.
Das schmückt keinen Manager,
Selbst den Henkel nicht, oh Herr!
Professoren sollten´s richten,
Ein seriöses Antlitz stiften,
So gediegen, so charmant…
Nun hilft kein Deodorant.
Und, Herr Spreng, kein bisschen weiser?
Wer mit rechts spielt, erntet Sch…

27) Johannes Lamp, Dienstag, 30. Dezember 2014, 11:50 Uhr

zu 76) Danckwardt
Wilhelm Busch wird von seinen Grabnachbarn nur noch „Turbine“ genannt, so oft dreht er sich im Grabe um, weil ihm die Knittelverse so weh tun…

28) Johannes Lamp, Dienstag, 30. Dezember 2014, 11:53 Uhr

zu 60) Klaus Litzel
Kann es sein, dass Sie nicht merken, dass Sie sich verhoben haben?
Und dass Sie es nicht gemerkt haben?

29) Jakobiner, Dienstag, 30. Dezember 2014, 13:21 Uhr

Zu Erwin Gabriel:

„Was Sie schreiben, bedeutet schlichtweg, dass jeder Nicht-Linke ein potentieller Nazi ist. “

Da haben Sie mal wieder nicht genau gelesen. Ich habe Nazis und Nationalkonservative unterschieden, nur eben darauf hingewiesen, dass Nationalkonservative ebenfalls ihre eigene autoritäre Agenda haben.Sie drehen die Nazikeule um und verharmlosen die autoritäre Politik von Nationalkonservativen-Motto: Alles, was nicht Nazi ist, ist gut, bzw. schon per se harmlos.Dazu übersehen Sie, dass die Nazis nur mit Unterstützung der Nationalkonservativen und sogenannten Protestwähler an die Macht kommen konnten (schon mal was von der Harzburger Front gehört?!).
Dazu haben Sie scheinbar meine obigen Kommentare gar nicht gelesen.Und von der „Radikalisierung der Mitte“ (Lipset) haben Sie scheinbar auch noch nichts gehört.

30) Jakobiner, Dienstag, 30. Dezember 2014, 17:08 Uhr

Zu Erwin Gabriel:

Als Lestip zum Extremismus der Mitte:

http://de.wikipedia.org/wiki/Extremismus_der_Mitte

31) Politikverdruss, Freitag, 02. Januar 2015, 14:41 Uhr

Pegida-Demonstranten: Es „sind Vorurteile, ist Kälte, ja, sogar Hass in deren Herzen“.

So das Verdikt der Kanzlerin über die demonstrierenden Bürger von Dresden, Würzburg, Köln und anderswo.

Das hatten wir noch nicht in einer Neujahrsansprache aus dem Kanzleramt als Pauschalurteil von oben herab.

Hier bildet sich eine „Politische Front gegen Bürger“ mit der Kanzlerin an der Spitze! Denn alle=(CDU/CSU/SPD/Grüne/Linke) sind sich einig. Sogar die Opposition unterstützt die Kanzlerin. Haben wir überhaupt eine Opposition? Ja, die Linke, aber die war diesmal auch auf Seite der „Politischen Front gegen Bürger“.

Nach dem Verfassungsschutzbericht 2013 gab es Ende 2013 43.190 Personen und 30 bundesweit aktive islamistische Organisationen in Deutschland, die dem gewaltbereiten Islamismus und islamischen Terrorismus zuzuordnen sind (vgl. S. 206 des Berichts). Und dies war noch vor Ausbreitung des IS-Terrorismus.

Angesichts dieser Fakten ist zu fragen, warum die Bundeskanzlerin diese beängstigende Entwicklung zugelassen hat. Was hat sie dagegen unternommen? Nichts! Stattdessen beschimpft sie dagegen demonstrierende Bürger pauschal als fremdenfeindlich und grenzt sie aus.

Die Beschimpfungen, von „Rattenfänger“ bis „Schande“, die sich deutsche Bürger in den letzten Wochen von Politikern und den Medien gefallen lassen mussten, übertreffen alles bisher dagewesene. Der Kanzlerin scheint nicht klar zu sein, dass als Reaktion auf die Bildung der „Politischen Front gegen Bürger“ nun auf der Straße eine „außerparlamentarische Opposition“ entsteht.

32) Erwin Gabriel, Sonntag, 04. Januar 2015, 12:43 Uhr

@ 79) Jakobiner, Dienstag, 30. Dezember 2014, 13:21 Uhr

>> Da haben Sie mal wieder nicht genau gelesen.

Doch, habe ich, mal wieder, und auch nochmal genau nachgefragt:
“ Verteufeln Sie damit nicht jeden Konservativen und oder Groß- oder Kleinbürgerlichen, der Ihnen seine linke Gesinnung nicht einwandfrei nachweisen kann, als potentiellen Nazi?“

Ihre Antwort lautete: „Exakt…“ – unmissverständlicher geht es nicht.

>> Sie drehen die Nazikeule um und verharmlosen die autoritäre Politik
>> von Nationalkonservativen-Motto: Alles, was nicht Nazi ist, ist gut,
>> bzw. schon per se harmlos.

Vielleicht sollten Sie noch einmal das Lesen üben? So etwas habe ich nie behauptet. Ich sprach von der bürgerlichen Mitte, nicht von autoritären National-konservativen. Ich muss sagen, dass ich Ihren Diskussionsstil schon für ungewöhnlich schlicht gestrickt halte.

Sie nennen Pegida einen rassistischen Mob, schmeißen dann die AfD mit Pegida in einen Topf, unterstellen jedem Bürger, der nicht links ist, ein potentieller Nazi zu sein, und schon haben Sie Millionen ganz normale Menschen als rechtsextrem diffamiert. Mit den Thesen und Forderungen von Pegida setzten Sie sich gar nicht auseinander, weil das alles ja eh nur gefakt ist und die eh keine Diskussion wollen. Sorgen, Ängste, Nöte – brauch‘ man nicht hinhören, kommt ja nicht von links.

Intellektuell liegen Sie damit bestimmt nicht über dem Niveau derjenigen Pegida-Anhänger, die einfach nur ausländerfeindlich, einfach nur „gegen die da oben“ sind.

Das ist etwas, was mir die politische „Linke“ immer wieder verleidet: Taub gegenüber Argumenten, die nicht ins eigene Weltbild passen; auf einem Auge stets blind; selektive Wahrnehmung; „Meinung“ und „Argument“ gleichsetzen; ungleiches Maß für gleiches Verhalten; und jeder zweite meint, er könne mal locker ein funktionierendes System aus dem linken Handgelenk schütteln, in dem alle Menschen glücklich werden, wenn man sie erst einmal herein gezwungen hat : „Ich mach‘ mir die Welt, wi-di-wi-di-wie sie mir gefällt“.

Ein kleiner politischer Wegweiser:. Wenn Sie das Zifferblatt einer Uhr nehmen, haben Sie auf 12:00 Uhr die politische Mitte. Später als 12:00 Uhr ist politisch rechts, früher als 12:00 Uhr ist politisch links. Und wenn Sie politisch extrem werden, landen Sie bei 6:00 Uhr – dann kann man den Unterschied zwischen linksextrem und rechtsextrem nicht mehr erkennen.

Es gab gute rechte und gute linke Regierungen, und es gab katastrophale rechts- und linksextreme Regimes. Ihre Verurteilung Andersdenkender ist nicht durch Fakten begründbar, sondern nur durch Ihre Überheblichkeit.

Lösen Sie endlich die Sperre im Kopf. Das Problem ist nicht Pegida, das Problem ist nicht die AfD, auch nicht die „Ausländer“ (was immer man darunter gerade verstehen will), es sind nicht die Einwanderer, und es sind nicht die Asylanten.

Das Problem ist, dass die Einwanderung in EU-Europa nicht geregelt ist. Zu wenig Betreuer, zu
wenige Wohnungen, zu wenig Geld, die Kommunen werden brutal im Stich gelassen, die Polizei und die Bürger werden im Stich gelassen, innerhalb der EU kämpft jeder gegen jeden. Die Regierundg sitzt das Thema weitgehend aus. Hier stinkt der Fisch ganz klar vom Kopf.

Und wer das riechen kann, der wird von Bundespräsident Gauck und Bundeskanzlerin Merkel moralisch abgewatscht. Na kalr, es war schon immer einfacher, den Beschwerdeführer zu beschimpfen, als sich um die Ursache für die Beschwerde zu kümmern.

33) Politikverdruss, Sonntag, 04. Januar 2015, 14:14 Uhr

80) Jakobiner, Dienstag, 30. Dezember 2014, 17:08 Uhr,

was wollen Sie uns schon wieder verkaufen?

Die Kritiker der Theorie von Lipset (Extremismus der Mitte) „Dahrendorf, Winkler und Falter kommen im Ergebnis…alle zu dem Schluss, dass die Lipsetsche Theorie so undifferenziert nicht im Raume stehen kann und den notwendigen wissenschaftlichen unbedingten Wahrheits-und Gültigkeitsanspruch nicht erfüllt.

(Lipsets Theorie zum „Extremismus der Mitte“, Marc Castillon, Seite 14ff)

Bei Ihren Verunglimpfungen der „politischen Mitte“ haben Sie sich bisher aber mehr Mühe gegeben.
Gleichwohl ein gutes Neues Jahr 2015 und faire Auseinandersetzungen.

34) Wolfgang Wegener, Sonntag, 04. Januar 2015, 15:24 Uhr

Meine eher nicht so intensiv politisch interessierte Frau überraschte mich neulich vom Fernseher mit der auf unsere Bundeskanzlerin zielenden Anmerkung: „Die kaut ja Fingernägel“!. Ich selbst habe das zwar nicht gesehen, so schnell konnte ich vom Lesen gar nicht hochblicken, aber für eine Führungskraft wäre das ja reichlich unsouverän und deutete auf große Nervosität, evtl. sogar auf Überforderung hin?

35) Frank Reichelt, Montag, 05. Januar 2015, 10:35 Uhr

@Wofgang Wegener, 84)

Da ich keine Links setze, geben Sie doch in das Suchfeld oben mal den Begriff „Fingernägel“ ein, Sie finden einen netten Artikel des Hausherrn!

36) Frank Reichelt, Montag, 05. Januar 2015, 10:38 Uhr

Das fehlende „l“ Ihres Vornamens bitte ich zu entschuldigen, wird hiermit nachgeliefert!

37) Johannes Lamp, Montag, 05. Januar 2015, 12:43 Uhr

zu 82) Erwin Gabriel
Dem alten PEGIDA-Versteher und Missionar der Vernunft ein verkniffenes (so sind ja die Linken!) Prosit Neujahr und den Wunsch, dass er häufiger als bisher am Baum der Erkenntnis nascht!!!
Ut desint vires, tamen voluntas est (esse) laudanda…

38) Rainer N., Dienstag, 06. Januar 2015, 07:56 Uhr

@ 84) Wolfgang Wegener

http://www.maxschoenherr.de/clock/?p=2377

http://www.sprengsatz.de/?p=2986

Also nichts neues!

Als ich das mal in einem anderen Blogg mitgeteilt habe, wurde das sofort gelöscht. Meine Folgerung war wohl nicht angenehm – denn ich schrieb . Angst ist auch ein Grund, und wenn jemanden klar ist, alle seine Geheimnisse sind einem Dienst bekannt, man kann also jederzeit bloß gestellt werden … vielleicht als IM Erika … oder IM Larve … oder …

Merkel ist nicht die einzige Spitzenpolitikerin, die unter Onychophagie leidet … also haben da wohl so manche Politiker eine große Angst … was da so ans Tageslicht kommen könnte.

Was noch zu folgern ist, mit etwas Verstand kann Mensch so etwas zumindest verheimlichen. Aber Angst ist eben stärker als Verstand. Kenne ich auch, ich habe furchtbare Höhenangst, die ist so stark … da muss man noch stärker sein, vom Willen her, diese Angst zu überwinden. So setze ich mich immer wieder mal der Angst aus. Zum Beispiel oben auf dem Olympiaturm in München. Ja, das Herz rast dann schon … aber mein Wille ist stärker. Angst essen Seele auf … der Film von Fassbinder … bringt es auf den Punkt. Seelenlose Politiker … machen eben seelenlose Gesetze.

Merkel, der „Wackelpudding“, ist angstgesteuert. Mein Werturteil.

39) Rainer N., Dienstag, 06. Januar 2015, 15:32 Uhr

Denk ich an Gabriel in der Nacht … Nö, mach ich nicht. Aber FÜR diesen Herren, gerade erst gelesen:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=24465#more-24465

Sie rücken den verunsicherten Menschen einen Feind zurecht, den sie für ihr Unglück verantwortlich machen können.

40) Erwin Gabriel, Dienstag, 06. Januar 2015, 17:45 Uhr

@ 87) Johannes Lamp, Montag, 05. Januar 2015, 12:43 Uhr

>> … ein verkniffenes (so sind ja die Linken!) …

Endlich mal einig!

>> …Prosit Neujahr und den Wunsch, dass er häufiger als bisher
>> am Baum der Erkenntnis nascht!!!

Den Gruß gebe ich von Herzen gerne zurück.

>> Ut desint vires, tamen voluntas est (esse) laudanda…

Den Smiley lasse ich mal weg, weil Sie den wohl immer noch nicht mögen. Aber ich freue mich über Ihre (vielleicht einem Blick in den Spiegel entspringende) Erkenntnis

Auch von meiner Seite ein hoffentlich friedliches neues Jahr

E.G.

41) Wolfgang Wegener, Dienstag, 06. Januar 2015, 18:10 Uhr

Danke für diese Links. Ich bin ja platt. Dem Hausherrn hier bei dieser Gelegenheit ein frohes Neues! Ihr Fingernägel-Bericht aus dem Jahr 2010 beweist (beruhigenderweise) eine gewisse Neutralität. Und die Nahaufnahme (bei maxschoenherr.de) habe ich bei mir gespeichert – das glaubt mir ja sonst niemand.

42) Wolfgang Wegener, Dienstag, 06. Januar 2015, 18:32 Uhr

@ Rainer N.
Nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht. Gegen manche Ängste kann man eben nichts machen, und da sollte man sich auch nicht lustig drüber machen. Das liegt mir auch fern. Ich erinnere mich daran, dass meine Tochter in neuem, extrem forderndem Job auch mal Fingernägel gekaut hat. Sie hat dann eine Fingernagel-Verlängerung ausprobiert. Das funktioniert wohl auch so halbwegs. Mittlerweile ist sie eingearbeitet, und das Problem ist erledigt. Aber BK ist natürlich Dauerstress pur.

43) Erwin Gabriel, Mittwoch, 07. Januar 2015, 13:50 Uhr

@ 89) Rainer N., Dienstag, 06. Januar 2015, 15:32 Uhr

>> Sie rücken den verunsicherten Menschen einen Feind
>> zurecht, den sie für ihr Unglück verantwortlich machen können.

Sie machen es sich zu einfach. Nur weil ich verstehe, dass jemand ein Problem oder eine bestimmte Meinung hat, bedeutet dass doch nicht, dass ich das gleiche Problem habe oder diese Meinung teile.

Nicht Leute wie ich sind das Problem, sondern Leute wie Sie, die abblocken, die Kommunikation verweigern, die mit Herablassung moralische Urteile über Leute fällen, deren Anliegen sie nicht verstehen. Und wenn Sie in purer Rechthaberei erstarren, mit welchem Recht können Sie von den anderen verlangen, deren Rechthaberei aufzugeben?

Selbst wenn ALLE Pegida-Mitläufer, ob auf der Straße oder im Kopf, in JEDEM einzelnen Punkt VOLLKOMMEN Unrecht hätten, selbst dann sind Beschimpfen, Verurteilen oder Überheblichkeit keine erfolgsversprechende Ansätze, diese Leute wieder zurecht zu biegen.

44) Rainer N., Mittwoch, 07. Januar 2015, 17:50 Uhr

Ach, Herr Gabriel, SIE verstehen es nicht.

http://www.wsws.org/de/articles/2014/12/31/pegi-d31.html

Die rechtsextremen Demonstrationen der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) waren von Anfang an das Produkt einer politischen und medialen Inszenierung.

Wer da mitläuft, ist ohne Verstand. Wer das beschönigen will, ebenfalls.

Und um mal wieder Ihre Ansicht, und die von Politikverdruss, mit dem „blinden Auge“ zu widerlegen:

http://www.wsws.org/de/articles/2015/01/03/nazi-j03.html

Also auf dem rechten Auge waren die schon immer blind.

45) Erwin Gabriel, Donnerstag, 08. Januar 2015, 19:48 Uhr

@ 94) Rainer N., Mittwoch, 07. Januar 2015, 17:50 Uhr

Ach, Herr N., das widerlegt doch garnichts.

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, und ein Ex-Nazi (War er „nur“ Mitläufer oder systemtragender Überzeugungstäter?) macht noch keinen rechtsradikalen Geheimdienst. Und wenn Sie mir jetzt damit kommen, dass es „viele“ Ex-Nazis im BND gab, kann ich antworten, dass es auch „viele“ radikale Dschihadisten in Deutschland gibt. In beiden Fällen nicht genug, um die Grundstimmung entscheidend zu bestimmen. Selbst wenn die rechten auf dem rechten Auge blind wären, (was ich weder bestreiten noch bestätigen mag), würde das nichts über die Blindheit der Linken sagen.

ZU Pegida: Jetzt lasse ich mal auf Ihre Argumentation ein. Wenn Sie also sagen „Wer da mitläuft, ist ohne Verstand“, so haben Sie von mir aus weitgehend (soll heißen: nicht für jeden, aber doch für viele) Recht, was wiederum nicht bedeutet, dass es die von Pegida angesprochenen Probleme nicht gibt. Dann haben wir also einen Haufen Dummköpfe, die eine Situation falsch einschätzen oder unbegründete Ängste haben. Werden die klüger durch Beschimpfung? Nein, die igeln sich dann mental ein. Es hilft nur Aufklärung, Diskussion, Ernstnehmen – wer von anderen Toleranz fordert, sollte selbst tolerant sein.

Natürlich begleitet von Maßnahmen der Regierung, die teilweise unhaltbaren Zustände vor Ort zu verbessern. Nehmen Sie die (von mir aus: vorgetäuschten) Thesen von Pegida, und fordern die ein. Mehr Betreuer, mehr Geld, mehr Wohnmöglichkeiten, mehr Sprachkurse, mehr Arbeitsmöglichkeiten, bessere Unterstützung für die Kommunen, schnellere Abwicklung der Anträge, weniger Bürokratie, deutlich strengere Einhaltung der Gesetze und Gleichbehandlung aller bei Gewalttaten. Von mir aus schickt man auch die zurück, die gewalttätig werden oder sich gegen das Grundgesetz stellen – werden meioner Einschätzung nach so viele schon nicht sein.

Zu Ihrem Link: Wenn Sie auf Propagandamaterial der vierten Internationalen zugreifen, ist das natürlich Ihr gutes Recht. Aber bitte erwarten Sie nicht, dass ich das ernst nehme.

Grundsätzlich haben (von der AfD abgesehen) alle Parteien und Medien Pegida verurteilt und heftig beleidigt, lange bevor sie das Thema überhaupt verstanden hatten. Erst als die Bewegung rasasnt anwuchs, mahnten einige, teils aus Besonnenheit, teils aus populistischen Motiven, Gesprächsbereitschaft an.

CDU und CSU bekämpfen Pegida, weil sie am rechten Flügel Stimmenverluste befürchten, und weil man ihnen Versäumnisse vorwerfen könnte. Die SPD, die Grünen und die Linken bekämpfen Pegida, um ihr Profil zu schärfen. Die AfD ist derzeit zu gespalten, um einen eindeutigen Standpunkt zu entwickeln.

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