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Mittwoch, 28. Januar 2015, 16:58 Uhr

Das Versagen der Parteien

Na also, es geht doch: Pegida zerlegt sich selbst. Die Rechtspopulisten trennen sich von den Rechtsradikalen. Der Verein zerfällt. Damit bestätigt sich, was schon absehbar war: das war’s mit der islamfeindlichen Bewegeung, die tausende von Nazis, Mitläufern und Frustbürgern auf die Straße gebracht hat.

Was hat sie erreicht? Aufmerksamkeit, Schlagzeilen, einen Talkshow-Auftritt, aber in der Sache, die Pegida vertritt, zum Glück nichts. Aber sie hat die Orientierungslosigkeit und den Opportunismus der etablierten Politik entlarvt.

Die AfD wollte zum Zwecke ihrer Wählermaximierung ein bisschen auf der islamfeindlichen Welle mitsurfen, SPD und CDU boten ein verwirrendes, widersprüchliches Bild.

Während die Kanzlerin sich klar abgrenzte (“Kälte, Hass in den Herzen”) und betonte, der Islam gehöre auch zu Deutschland, wackelten ihre Parteifreunde – besonders die in Sachsen. Erst schwieg Ministerpräsident Stanislaw Tillich tagelang, dann setzte er sich von der Kanzlerin ab (“Der Islam gehört nicht zu Sachsen”) und schließlich traf sich sein Innenminister sogar mit dem Pegida-Organisationskomitee.

Rückgratloser und opportunistischer ging es kaum.

Die SPD bot kein viel besseres Bild: SPD-Chef Sigmar Gabriel setzte sich an dem selben Tag zu den Pegida-Talks, als seine SPD-Generalsekretärin es ablehnte, mit Pegida-Anhängern zu sprechen. Damit konterkarierte er den Abgrenzungskurs seiner Partei und wertete Pegida auf.

Mitläufer sind immer auch Mittäter. Sie können und müssen sehen und hören, wem und was sie hinterher laufen.

Grüne und “Linke” wackelten zwar nicht, getragen aber wurde die Gegenbewegung zu Pegida von der Zivilgesellschaft: von aufrechten Bürgern, die sich selbst organisierten und auf die Straße gingen, von Bürgerinitiativen und Künstlern. Sie setzten starke Zeichen gegen den islamfeindlichen Kurs von Pegida.

Jetzt wird der Pegida-Spuk bald vorbei sein. Die großen Parteien haben daran den geringsten Anteil.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

121 Kommentare

1) Johannes Lamp, Mittwoch, 28. Januar 2015, 17:57 Uhr

Bravo Spreng!!!

2) mister-ede, Mittwoch, 28. Januar 2015, 19:22 Uhr

Volle Zustimmung zu Ihrem Text Herr Spreng!

3) Peter Christian Nowak, Mittwoch, 28. Januar 2015, 20:30 Uhr

Der Islam gehört weder vor noch nach Pegida zu Deutschland, sondern ist ein Glaube, der von in Deutschland lebenden Menschen vertreten wird.
Merkels Statement ist schon deswegen falsch, weil sie den Islam in seiner Exegese als einheitlich betrachtet. – Wäre es so, dann gäbe es die gewalttätigen Extreme im Islam nicht, inklusive einer Staatsideologie “Scharia”.

4) Peter Rexer, Mittwoch, 28. Januar 2015, 21:43 Uhr

Sie Herr Spreng, durch Ihre Blockflötenkommtare, gebündelt mit einer äußerst undemokratischen Einstellung, Sie fördern Rechtsradikalismus in diesem Land.

Schon mal von der Seite betrachtet, da Sie ja, im Gegensatz zu früher, das Denken deutlich reduziert haben?

Sie sind zum überwiegenden Teil nur noch unerträglich. Wirklich schade um Sie.

5) Maitol Krczstovczc, Mittwoch, 28. Januar 2015, 22:40 Uhr

Sie haben manchmal ein Verständnis.. zum wegrennen.
Linke und Grüne, die sich als erste gegen die Hetzer stellten, die gehören also nicht zur Zivilgesellschaft?
Dafür aber die, die den braunen Sumpf erst losgetreten haben mit ihrer Politik?
Nicht Ihre Kanzlerin, nicht die braungelackte CDU in Sachsen, die mit Rassisten durchwachsene sächsische Judikative haben sich Pegida entgegenstellt, nein, das waren zu allervorderst die so von ihnen betitelten unzivilisierten Linken Zecken und Grünen Rhabarberfresser..

6) M.M., Donnerstag, 29. Januar 2015, 01:44 Uhr

Also um um es mit dem islamsprech zu sagen: ich kenn da eine deutschstaemmige Hauptschuelerin die bei Aldi Sued einen Ausbildungsplatz mit viel Glueck bekam, die in ihrer Wohngegend von muslimischen Jugendlichen als Schlampe bezeichnet wurde. Das war nur ein Einzelfall und kam auch sonst nur einmal vor. Keineswegs war es taeglich der Fall.
Und weil sie durch den Sportverein mit deutschstaemmigen Schuelern zusammenkam schaffte sie es tatsächlich noch aus diesem Umfeld herauszutreten und sich ein besseres Leben zu ermöglichen.
Erzähl nicht so einen Scheiss. Das hat nie stattgefunden…

7) Immanel Spieß, Donnerstag, 29. Januar 2015, 03:43 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

ich stimme ihnen in den meisten Punkten überein, insbesondere was das verhalten der Sachsen CDU angeht.
Jedoch kann ich nicht nachvollziehen wieso das verhalten von Sigmar Gabriel nicht zum Kurs seiner Partei passen soll.
Klar abgrenzen muss man sich von den Parolen und Ressentiments dieser Bewegung, man darf auch die vermeintlichen ängste dieser Menschen nicht ernst nehmen, wie es viele in der Union forderten, Hass darf niemals legitim sein.

Das bedeutet doch aber nicht das man diese Menschen vollends aus der Gesellschaft drängen sollte. Ihnen zuzuhören ist ein erster schritt diese Menschen wieder auf das Fundament unserer Demokratie zu führen.
Ich verstehe nicht warum man sich hierfür so scharf Kritisieren lassen muss.

mit freundlichen Grüßen

Immanuel Spieß

8) Erika, Donnerstag, 29. Januar 2015, 08:35 Uhr

Ohne Worte:

https://www.youtube.com/watch?v=WDNh5VjnTFM

9) Frank Reichelt, Donnerstag, 29. Januar 2015, 09:00 Uhr

Sie zählen die AfD bereits zur etablierten Politik? Interessant!

10) Erwin Gabriel, Donnerstag, 29. Januar 2015, 12:00 Uhr

0) m.spreng, Mittwoch, 28. Januar 2015, 16:58 Uhr

>> Mitläufer sind immer auch Mittäter.

Wenn, gilt dieser Satz dann aber bitteschön für die Gegenseite.

Auch für die, die eigentlich wissen und, wie Sie, sogar schreiben), dass ein Großteil der Pegida-Mitbürger nicht pauschal fremdenfeindlich ist, sondern Zukunftsängste hat, sich über tendenziös berichtende Medien ärgert etc, und die, wie Sie, dennoch alle dort als Nazis und tumbe rechte Ausländerfeinde diffamieren.

Auch für Politiker, die ihre eigenen Versäumnisse kaschieren und sich demokratiefeindlich verhalten, indem sie ihre Kritiker mit der Nazi-Keule mundtot machen wollen.

Auch für die, die bei den Gegendemonstrationen ausschließlich von aufrechten Bürgern sprechen, obwohl einige Gegendemonstranten sehr gewalttätig agierten oder die Pegida-Ableger gesetzeswidrig an der Ausübung ihres Demonstrationsrechts hinderten. Dieses gesetzeswidrige Verhalten fand Lob und Unterstützung vieler angeblich demokratischer Politiker und Medien; dass der Staat das Demonstrationsrecht mehr als einmal nicht sicherstellen konnte oder wollte, einmal sogar unterband, kommt erschwerend hinzu.

>> Jetzt wird der Pegida-Spuk bald vorbei sein.

Der Spuk bald vorbei? Angenommen, Sie haben insoweit recht, dass sich die Pegida-Demonstrationen verlaufen. Glauben Sie, dass irgendein mitlaufender Rechtsradikaler oder Nazi seine Einstellung ändert? Dass die dort mitlaufenden Ausländerfeinde unsere neuen Mitbürger zukünftig mit offenen Armen empfangen? Dass Mittelstandsbürger, die abzurutschen drohen, nun keine Zukunfts- und Abstiegsängste mehr haben? Dass Bürger (wie ich), die sich um die Demokratie sorgen, nun beruhigter schlafen und der Regierung wieder vertrauen? Dass die “Lügenpresse”-Rufer zukünftig alles glauben werden, was in der Zeitung steht?

Ich schrieb an anderer Stelle, dass die Pegida-Demos ein Symptom für Probleme in unserer Gesellschaft sind. Selbst wenn das Symptom verschwindet, werden die Probleme bleiben oder sich sogar verschärfen.

11) C.Mayer, Donnerstag, 29. Januar 2015, 14:48 Uhr

Mann Erwin, nu lass mal gut sein.
Solange die besorgten Bürger nicht in der Lage sind , ihre wirklichen Ängste und Sorgen zu artikulieren, sondern einem abgehalfterten Kleinkriminellen hinterher laufen, tun mir die nur leid. Ist eben nur Stammtischgeplarre.

12) riskro, Donnerstag, 29. Januar 2015, 16:45 Uhr

E. Gabriel 10) Volle Zustimmung.

Die werden Sie aber von einem Kommentator hier nicht erhalten. Das liegt m.E. daran, dass er nicht in der Lage ist, sich argumentativ mit Beiträgen auseinander zu setzen. Er möchte aber auch gerne was schreiben, deshalb müssen Beleidigungen und Verunglimpfungen herhalten. Man könnte meinen, die Person hat nicht alle auf der Lampe. Dass zu behaupten, soweit möchte ich nicht gehen, dass wäre respektlos und ich würde mich auf einer Stufe mit dieser Person stellen.
An einer Stelle im Block hat die Person geschrieben, seine Bibliothek umfasst 6000 Bücher, die er alle gelesen hat. Was aber nutzt es,etwas zu lesen, wenn man offensichtlich nicht verstanden hat, was man gelesen hat.
Meine Bitte an M.Spreng den Beitrag trotz meiner Mail ( Sie verstehen was ich meine) freizugeben. Ich verspreche mich diesbezüglich künftig nicht mehr zu äußern. Zumal dies, die in meinen Augen diese verbitterte menschenverachtene Person nur aufwerten würde.

Eins hat Pegida erreicht, ein weiter so kann und wird es in der Politik nicht geben. Sie werden gezwungen sein, sich ergebnisorientiert mit diesen Thema auseinander zu setzen. Das wird schwer genug sein, wenn man keinen Plan hat.

Ihre Kritik an Gabriel vermag ich nicht zu folgen. Als die ersten Demonstrationen stattgefunden haben,
wurde Bewegung zwar von Volksvertretern massiv beleidigt und verunglimpft, aber unisono tönte es aus diesen Kreisen:

– wir müssen sie ernst nehmen,
– wir müssen mit ihnen reden,
-wir müssen ihnen zuhören.

Jetzt nimmt Minister Gabriel an einer Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung in Dresden, auf Einladung des Leiters Richtérs, teil, an der “auch” Pegida-Befürworter teilnahmen und was passiert, er wird von allen Seiten kritisiert. Wie sagte Schulz gerade auf Phoenix:

Es ist besser miteinander – als übereinander zu reden.

Wie heute auf T-Online zu lesen ist, will man unter neuen “NAMEN” weitermachen, im Gespräch ist:

” Bewegung für direkte Demokratie in Europa”

Auf die Kommentare der Politiker, der Medien und auch auf Ihren M.S. bin ich gespannt.

Ich habe schon zu Beginn der Demonstrationen gesagt und auch geschrieben, dass der Name falsch ist. Der Grund dafür war, dass aus Interviews, zu denen sich einige Spaziergänger bereit erklärt hatten, zu erkennen war, dass fremdefeindliche rechtradikale Tendenzen bei ihnen nicht zu erkennen waren. Dies wurde ja auch letztlich von der Studie der UNI-Dresden bestätigt. Die Studie passte nicht ins politische Konzept und wurde von der Politik und den Medien weitestgehend ignoriert.

Übrigens auch der oben genannte Herr Richter vertrat eine Namensänderung.

Noch eine Anmerkung zu der SPD-Genaralsekretärin. Es geht nicht dass man Drohbriefe erhält und mit Beschimpfungen überhäuft wird. Sie sollte sich aber erinnern, auch sie hat die Bewegung beschimpft. Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es wieder heraus .

Frau Oertel, hat auch Drohungen und Shit-Mails erhalten und sie musste berufliche Nachteile befürchten. So viel zu dem Demokrateiverständnis unserer Gesellschaft. Wie schrieb ein Konmmentator hier sinngemäß: Meinungsfreiheit wird solange geduldet, solange sie die Meinung der Presse und der Medien vertritt.

13) riskro, Donnerstag, 29. Januar 2015, 16:50 Uhr

Sorry, letzter Satz muss heißen: ……der Politik und der Medien…….

14) B. Kreutz, Donnerstag, 29. Januar 2015, 16:57 Uhr

Habe – ähnlich wie SPD-Gabriel – versucht, mir durch persönliche Präsenz und geduldiges Zuhören bei der letzten Pegida-Demonstration (Sonntag) und bei der Anti-Pegida-Veranstaltung (Montag) ein eigenes, von Politik- und Medienhysterie unabhängiges Urteil zu bilden. Meine Erkenntnis aus dieser Erfahrung: eine Schande für unsere Demokratie sind nicht die friedlichen Demonstranten beider Seiten, sondern die Verachtung und Herablassung, mit der Kommentatoren Grundrechte verspotten.

15) Politikverdruss, Donnerstag, 29. Januar 2015, 19:26 Uhr

Nun hat auch der „Sprengsatz“ brav seine Beiträge zur medialen „Zerschlagung“ der Pegida-Bewegung geliefert. Eine beispiellose Hetzkampagne, getragen von der Politik und den Mainstream-Medien, gegen eine vergleichsweise kleine Schar von Demonstranten in Dresden.

„Das war’s“, so das Urteil von Michael Spreng. War’s das wirklich? Ich wäre mir nicht so sicher. Noch vor einem Monat fand die ZEIT heraus, „jeder Zweite sympathisiert mit Pegida“. Eine „Mehrheit der Deutschen hat Sorge, dass der radikale Islam an Bedeutung gewinnt.“

Und nach dem islamistischen Terroranschlag von Paris wird sich die „Sorge der Deutschen“ nicht in Luft aufgelöst haben. Besonders nicht angesichts der Appeasement-Politik der deutschen Polit-Eliten, die den Kampf gegen den Faschismus in islamistischem Gewand schon verloren zu haben scheinen, bevor er richtig beginnt.

Oliver Schmolke, SPD, schreibt in seinem Buch, „Über die Freiheit“:

„Die Menschen, die kamen, brachten die nationalen Identitätskämpfe ihrer Heimatländer mit, und sie als Gleiche anzuerkennen, muss auch heißen, ihre Ideologien mit gleichem Maß zu beurteilen. Nationalistische und religiös fundamentalistische Einwanderer sind Rechtsextreme, die wie ihre europäischen Verwandten einer Ideologie der Ungleichheit anhängen. Das hätten Linke immer wissen und sagen müssen.“

Das haben sie nicht getan! Die aufklärerische Tradition der Ideologie-und Religionskritik der Linken ist verkommen zu einer Religionsapologetik, die mit ihren Xenophobie-Vorwürfen „mundtot“ machen will. Unter dem Schutz der Linken macht sich eine radikal freiheits-, gleichheits- und frauenfeindliche Ideologie in Europa breit. Das ist das Problem!

Der geistige Belagerungszustand( Albert Camus)hat schon begonnen. Die Selbstzensur beginnt schon zu wirken, wenn die rheinischen Narren ihren Karneval ohne „Sorge vor Anschlägen“ feiern wollen und deshalb ihre „Narrenfreiheit“selbst aufgeben. Dabei wissen wir doch: „Beschwichtiger füttern das Krokodil in der Hoffnung, als Letzte gefressen zu werden.“

Aber wie Michael Spreng uns ja weismachen will, müssen wir uns keine Sorgen machen: „Frau Merkel macht alles richtig“. Der französische Soziologieprofessor Gilles Kepel dagegen warnt in seinem Buch „La Revanche de Dieu“vor der „Wiederkehr der Religionen“. Bleibt nur die Bitte: Gott schütze uns vor den Religionen.

16) Rainer N., Donnerstag, 29. Januar 2015, 19:35 Uhr

Zitat: Mitläufer sind immer auch Mittäter. Sie können und müssen sehen und hören, wemund was sie hinterher laufen. Zitat Ende.

Oh, mit de Aussage haben sie jemanden aber kräftig auf die Füße getreten. Denn Mitläufer sind auch jene, die nur in Foren ihre Zustimmung zu solchen “Führern” schreiben.

Da stimmt die Redewendung, getroffene Hunde bellen. An E.G., danke für die Reaktion, eine weitere Demaskierung ihrer Aussage, sie seinen gegen Extremismus. Den Extremismus der PEGIDA-Führer wollen Sie nicht erkennen? Die Verdopplung der Übergriffe ist ihnen auch entgangen?

Ich stimme nicht immer mit den Ansichten von Herrn Spreng überein. Er mit meinen sicherlich auch nicht. Aber bei dem Thema RECHTS gibt es durchaus eine Deckungsgleichheit.

Etwas OT – fiscal waterboarding – Treffer! Ich bewundere die Griechen. Ich wünsche diesen Menschen viel, sehr viel Glück und Mut, den schweren Weg zu gehen, weg von einer marktkonformen Demokratie nach Merkels Gnaden, hin zu einem demokratiekonformen Markt.

17) Walter Schmid, Donnerstag, 29. Januar 2015, 22:14 Uhr

Herr Spreng, nicht dass Sie morgen einen Anruf von der Kanzlerin erhalten! Das war m.E die beste Bewerbung als Regierungsberater, aber direkt der Kanzlerin unterstellt. Sollte sie nicht auf die Idee kommen, Sie anzurufen, bleibt ja noch Herr Gabriel übrig. Zum Thema: Ich glaube nicht, dass sich die ganze Leg-und Peg- Demos in Luft auflösen. Herr Gabriel, der m.E mehr drauf hat als sein Namensvetter,hat in seinem sehr guten Statement, wieder wichtige Gedanken herausgearbeitet, die ich noch ergänze. Nach der Neuausrichtung des Pegida- Gremiums, ich denke ohne Herrn Bachmann, wird es wohl weitergehen. Die Themen werden vermutlich nicht mehr so zuwanderungslastig sein. Es müssen m.E zukünftig, auch andere Sorgen und Ängste in der Bevölkerung thematisiert werden u.a über: Abstiegsängste der Mittelschicht; massive Senkung der Steuer-und Abgabenquote; schleichende Entrechtung des Bundestages durch die EU; Selbstgenehmigung von Diäten; das Rentensystem, das zur Sozialhilfe verkommt; die Renten, die besteuert werden ( ab 2040 voll);
jungen Menschen, die keinen Sinn mehr in der RV sehen; Alleinerziehende, die kaum über die Runden kommen; Zweit-und Drittjobs, die Bürger wohl phys.u. psys. belasten; Familien, die trotz harter Arbeit auf keinen grünen Zweig kommen( u.a Studien von Kindern . . .); die Kluft zwischen reich und arm, die immer großer wird; den Flop ” Riesterrente”; die Direktversicherung, die mit KV-Beiträge nach Ablauf belegt werden (einseitiger Eingriff ins Vertragsrecht); die ständige Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze in der KV/RV, u.s.w..
Demokratie ist die Herrschaft des Volkes und nicht die, der scheinbaren politischen und medialen Eliten. Wir brauchen endlich mehr plebiszitäre Elemente! Von der Schweiz lernen!

18) Jakobiner, Freitag, 30. Januar 2015, 07:16 Uhr

“Grüne und “Linke” wackelten zwar nicht”–stimmt nicht ganz, denn Gysi wollte auch mit den Pegidaanhängern sprechen, zumal 1/3 der Linksparteiwähler- und mitglieder Sympathien für die Anliegen von Pegida haben.Erst Bernd Riexingers lauter Ordnungsruf brachte Gysi wieder auf Linie.

19) Jakobiner, Freitag, 30. Januar 2015, 07:19 Uhr

Der Wackelkurs der SPD erklärt sich unter anderem auch aufgrund der Tatsache, dass Sarrazin immer noch SPD-Mitglied ist und sich keiner traut ihn auszuschliessen.Es scheint also auch innerhalb der SPD einen völkischen Block zu geben, der auf Sympathien durch Leute des Seeheimer Kreises wie von Dohnanny und andere gestützt wird.

20) Wolfgang Wegener, Freitag, 30. Januar 2015, 12:24 Uhr

@ Erwin Gabriel (Do, 12:00 Uhr): Ich habe gestern Phoenix-Runde gesehen. Da wurde die Hoffnung geäußert, die Pegida-Demonstranten säßen bald wieder zu Hause auf ihrem Sofa und die Frage gestellt, ob denn damit die Probleme gelöst seien? Und bei der unterbundenen Demo in Dresden fehlen nach wie vor belastbare Beweise, dass es dort tatsächlich eine nicht abstrakte, reale Terrorgefahr gab. Falls ja, hätte mich das erst recht bewogen, da hin zu gehen (ok, ich bin ja auch schon älter).

BTW und summarisch: Ihre Beiträge hier finde ich gut.

21) Erwin Gabriel, Freitag, 30. Januar 2015, 13:02 Uhr

@ 16) Rainer N., Donnerstag, 29. Januar 2015, 19:35 Uhr

Es ist Ihnen egal, was ich denke, sage oder tue, es ist ihnen egal, was ich für ein Mensch bin
Sie werden mich stets für einen Rechtsextremen halten, ohne mich zu kennen oder kennenlernen zu wollen. Glauben ist halt stärker als Wissen.

Dass Sie sich locker auf das schlichte Niveau derenigen Pegida-Hetzer herab begeben, die ähnlich pauschale Urteile über Ausländer fällen, scheint Ihnen genauso wenig aufzufallen wie diesen.

Anderen schon …

22) Erwin Gabriel, Freitag, 30. Januar 2015, 13:05 Uhr

@ 11) C.Mayer, Donnerstag, 29. Januar 2015, 14:48 Uhr

>> Solange die besorgten Bürger nicht in der Lage sind,
>> ihre wirklichen Ängste und Sorgen zu artikulieren …

Wie soll das anders als durch Demonstrationen gehen, bei dieser Regierung, diesen Politikern, diesen Medien?

Mit der Hoffnung auf konstruktive, umsetzbare Vorschläge grüßt
E.G.

23) Erika, Freitag, 30. Januar 2015, 13:24 Uhr

@) Jakobiner

“Klaus von Dohnanyi ist der Sohn des Juristen Hans von Dohnanyi und seiner Frau Christine Bonhoeffer, einer Schwester des 1945 von den Nationalsozialisten hingerichteten evangelischen Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer. Auch von Dohnanyis Vater wurde – kurz vor Kriegsende – am 8. oder 9. April 1945 im KZ Sachsenhausen ermordet.”

Auszug aus Wikipedia

24) Alexander, Freitag, 30. Januar 2015, 13:25 Uhr

“Jetzt wird der Pegida-Spuk bald vorbei sein” – Ich unterstelle, dass diese Bewegung immer stärkere Zustimmung in der Bevölkerung findet und der “Spuk” gerademal erst anfängt.

Die Pegida-Proteste sind verursacht worden durch Zukunftsängste vor einem sozialen Abstieg, Ängste und vielleicht auch überzogene Sorgen vor einer Islamisierung, und Ängste, dass es mit Europa, der EU und dem Euro weiter kräftig bergab geht. Tumbe und auch rechtsradikale Aussagen und Statements in den sozialen Medien sind eher der unbeholfene Ausdruck von Wut, Ablehnung, Angst etc.

Die Politik hat genau diese Ängste eben nicht ernst genommen. Die Politik hat im Gegenteil diese Proteste als “Schande” diffamiert. Und damit ist die Politik ungewollt der größte Helfer und Unterstützer dieser Bewegung. Die Politik forciert geradezu die Proteste.

Und ich hatte es hier bereits einmal erwähnt. Es gibt 550 islamistische IS-Terroristen mit deutschem Pass, die jetzt so peu a peu zurück nach Deutschland kommen. Es reicht ein Attentat á la Paris, Madrid, Bali, London etc. und halb Deutschland wird die Pegida dann unterstützen.

Und unsere Politiker? Die werden dann die immer gleichen Betroffenheits-Reden schwingen, vor lauter Heiligkeit gleich dreimal um den Altar schweben. Aber es wird sich nichts ändern.

Außer Ihr wählt alle endlich die AfD! ;-))

25) Peter Christian Nowak, Freitag, 30. Januar 2015, 13:42 Uhr

An Alle, Cc m.spreng.

Nachdem der Blogbetreiber Spreng einen 2. Beitrag kurz aufeinanderfolgend gelöscht hat, ein dritter vor einigen Wochen, hat er ein beredtes Zeugnis seiner wirklichen Haltung zur Meinungsfreiheit und Demokratie gezeigt. In Journalistenkreisen hat er offensichtlich den Ruf, den er verdient. –
In politischen Kreisen fällt er stets deswegen angenehm auf. –

Gerne möchte Spreng wieder als “Politikberater”, sprich Einflüsterer, spielen, wobei sich die Zeiten seit seinem letzten Klienten aus der CSU gewaltig geändert haben. Seine Kommunikationstechnik in Sachen Wählerbeeinflussung dürften heutzutage nicht länger von den Kommunikationspartnern, hier Bürger, zu verkraften sein. Und das weiß auch die potentielle Kundschaft aus dem politischen Kader, die Schritt halten muss. Die Menschen fordern Wahrheit und nicht Papp, den man ihr ums Maul schmieren will. Und danach werden die Berater ausgewählt.

Bleibt noch das Spielzeug, als Gast in Polit-Talks eingeladen zu werden. Schön für Sie, Herr Spreng, wenn sich zwar immer weniger, aber doch ab und an mal die Hoffnung für Sie erfüllen mag…

Ich verabschiede mich jedenfalls gern mit diesem Statement vom sprengsatz.

Lausigkeit, gemeint Zensur, in Bezug auf Meinungsfreiheit ist so ziemlich die schlimmste Form eines journalistischer Praxis.

26) Achim, Freitag, 30. Januar 2015, 13:42 Uhr

Ich habe mit der in den Medien und in der Politik mehrheitlich vorgetragenen Diffamierung sowohl der AfD wie auch von Pegida meine Probleme.

Für Pegida gilt, was ich schon mal über die AfD gesagt habe: Ich teile die dort vorgetragenen Positionen nicht. Weder bin ich weltanschaulich auf der Linie, noch bin ich überzeugt, dass die Fakten und Analysen stimmen.

Es ist aber doch so, dass es in dieser Republik eine Menge Menschen gibt, die nicht das Gefühl haben, von den etablierten Parteien ernst genommen zu werden, und damit meine ich jetzt nicht das Nazipack, sondern eher bürgerliche Menschen, die von Ängsten und Sorgen umgetrieben werden. Wie geht es mit dem Euro weiter? Warum kommen immer mehr Flüchtlinge nach Europa? Kann ich auf eine ausreichende Rente im Alter hoffen? Wird es meinen Kindern später auch halbwegs gut gehen?

Wer heutzutage grundsätzliche Kritik an der EU und am Euro übt, wird von SPDCDSUGRÜNE (FDP ist ja vorerst vorbei) nicht als Diskussionspartner ernst genommen, den man überzeugen muss, sondern mit der “Alternativlos”-Keule abgewatscht. (Bei der CSU ist man irgendwie nicht ganz überzeugt, aber diskutiert auch nicht.)

Wer sich in Sachen Flüchtlinge Gedanken macht, trifft auf eine ordentliche Portion kognitive Dissonanz: Einerseits das “Dublin-Regime” und “Frontex”, d.h. die Inkaufnahme hundert- und tausendfachen Sterbens, um möglichst wenige hineinzulassen, andererseits die Nacht-und-Nebel-Bekanntgabe von Flüchtlingsheimstandorten (so in Berlin geschehen). Was nicht geschieht, ist die Analyse von Fluchtgründen und von Möglichkeiten der europäischen Politik, den betroffenen Menschen ein Verbleiben in der Heimat zu erleichtern.

In den letzten Jahren wurde immer mehr an der gesetzlichen Rente gesägt, und dafür der zynische Hinweis gegeben, sich doch privat abzusichern. Dass das de facto eine Abwälzung des Rentenrisikos von der Solidargemeinschaft auf den einzelnen und eine gigantische Subventionierung der Versicherungsbranche darstellt, sagen die Regierenden nicht. Und dass es ein Nullsummenspiel ist, denn ob ich Beiträge bei der Bfa oder bei Allianz & Co. einzahle, ist für mein Nettoeinkommen wurscht. Und dass die Rentabilität einer privaten Altersvorsorge durch die Niedrigzinspolitk auch überschaubar bleibt, wird auch nicht zugegeben. Das Land wird in die Altersarmut getrieben, die Einkommens- und Vermögensverteilung entwickelt sich in Richtung stärkere Ungleichheit.

All diese Themen werden im Bundestag eigentlich nur noch bei der LINKEN aufgegriffen, teilweise auch bei den GRÜNEN. Wenn jetzt Sigmar Gabriel in Dresden in eine Versammlung geht, sich erst einmal hinsetzt und zuhört und im Anschluss mit einzelnen Leuten spricht, ist das ein richtiger Schritt.

Man kann mit Pegida-Mitläufern reden, ohne die rassistischen Parolen, die manche brüllen, gleich zu unterschreiben. Die toptale Abgrenzung, die hier viele Politiker/innen betreiben, macht es alles nur noch schlimmer.

27) Johannes Lamp, Freitag, 30. Januar 2015, 18:53 Uhr

zu 17) Walter Schmid
Ich bleibe dabei: Vox populi, vox Rindvieh (bes. in Ihrem Fall!)

28) Walter Schmid, Freitag, 30. Januar 2015, 19:38 Uhr

@ ALLE
Ich freue mich immer wieder, ALLE Beiträge hier zu lesen, auch die Kritischen. Das macht Demokratie so spannend. Am besten schreiben: “Ich teile Ihre Meinung nicht und nicht beieidigen. Wir tauschen hier nur Meinungen aus und nicht mehr. Wer Recht hat, wo steht das geschrieben? Also, ruhig Blut bewahren!

29) Jakobiner, Samstag, 31. Januar 2015, 08:12 Uhr

Video zur Pegadademo gegen die Amerikanisierung Deutschlands, die doch recht gut besucht wurde, aber medial gar nicht wahrgenommen wurde (wahrscheinlich werden Islamisierungsgegner eher wahrgenommen als Antiamerikaner):

https://www.youtube.com/watch?x-yt-cl=84503534&x-yt-ts=1421914688&v=uc7ZK3j6vyM

Aber der Duktus ist verräterisch: Die Anti-Pegadademonstranten werden als bezahlte Agenten,zur Demo gezwungene Schüler und Hartz 4ler, Terroristen, “rotlackierte”Faschisten,Stalinisten, das Böse schlechthin etc. dargestellt. “Wir sind die 99%”, “Wir sind das Volk”–hier wird schon totalitär ein Kollektiv und eine antiamerikanische Volks/Völkergemeinschaft von Volksgemeinschaften herbeigewünscht. Auch verräterisch: Die zahlreichen Russlandfahnen–mit autortitären Regimen ala Putin hat man scheinbar keine Probleme.

Als Lesetip noch über das Verhältnis von Liberalismus und Islamismus in Anlehnung an Zizek, der das “Versagen der Parteien”viel grundsätzlicher erklärt.:

http://blog.initiativgruppe.de/2015/01/30/salafismus-teil-15-er-nutzt-die-dekadenz-des-liberalismus/#comments

Viele dieser Beobachtungen könnten aber auch auf Pegida zutreffen

30) m.spreng, Samstag, 31. Januar 2015, 09:04 Uhr

@25 Peter Christian Nowak

Jeder mache sich sein eigenes Bild: ich habe Ihren Kommentar gelöscht, weil sie den Islam als faschistoid bezeichnet haben. Ich zeige sehr viel Toleranz bei den Kommentaren, wenn aber die Grenze zur Verhetzung überschritten wird, dann ist Schluss.

31) Frank Reichelt, Samstag, 31. Januar 2015, 10:21 Uhr

Ich verabschiede mich ebenfalls, allerdings nicht weil einer meiner Beiträge gelöscht wurde, sondern aus purer Langeweile.
Mittlerweile werden die Kommentare nur noch unregelmäßig alle paar Tage schubweise aktualisiert, was eine lebhafte Diskussion sowie Rede und Gegenrede unmöglich macht. Außerdem ist durch Herrn Lamp leider eine Tonlage entstanden, die mir beim Lesen beinahe körperliche Schmerzen verursacht. Das ist nicht mehr das intellektuelle Niveau, das diesen Blog einmal ausgezeichnet und einzigartig gemacht hat.
Ich wünsche den wenigen verbliebenen Stammkommentatoren dennoch weiterhin eine anregende Diskussion.
So long!

32) Johannes Lamp, Samstag, 31. Januar 2015, 10:24 Uhr

zu 23) Erika
Deswegen kann man Klaus von Dohnanyi doch für einen Einfaltspinsel halten und übrigens auch für einen Domestiken der Großindustrie…

33) Johannes Lamp, Samstag, 31. Januar 2015, 10:28 Uhr

zu 24) Alexander
Das hättste gern…
In der Rechnung mit den 550 Terroristen fehlen die abgenibbelten Helden…
Wer sind unsere Politiker – ich habe keine!!!

34) Johannes Lamp, Samstag, 31. Januar 2015, 10:31 Uhr

zu 25) Peter Christian Nowak
Ich werde Ihre Beiträge nicht vermissen – versuchen Sie`s mal bei der “Jungen Freiheit” oder einem ähnlichen rechten Käseblatt!!!

35) Walter Schmid, Samstag, 31. Januar 2015, 10:57 Uhr

@L?amp
Sie sind der Einzige hier im Blog, der nur beleidigen kann. Merken Sie eigentlich nicht, dass Sie den Frieden hier stören. Sie haben im Leben wirklich überhaupt nichts gelernt, deshalb kann ich Sie nicht für ernst nehmen. Sie sind ein ganz armer Mann, der m.E überall aneckt. Bringen Sie sich durch kluge Beiträge ein, aber die lassen meist zu wünschen übrig. Sie sind ja noch lernfähig, so denke ich.Oder sind Sie nur steigerungsfähig bei Beleidigungen? Herr Spreng, kommen Sie Ihrem Auftrag nach! Ich denke, dass Sie mich verstanden haben.
@Nowak
Ich hoffe, dass Sie sich nicht zurückziehen.Ich habe auch mit Zensuren zu kämpfen, aber ich gebe nicht auf! Sie stellen eine Bereicherung für den Blog da. Schauen Sie mal auch auf Wallstreet online unter Poltik und Gesellschaft rein. Überlegen Sie sich den Schritt!

36) Erwin Gabriel, Samstag, 31. Januar 2015, 13:27 Uhr

28) Walter Schmid, Freitag, 30. Januar 2015, 19:38 Uhr

Coole Reaktion.
Meine Zustimmung, und meinen Dank.

es grüßt
E.G.

37) Erwin Gabriel, Samstag, 31. Januar 2015, 13:36 Uhr

@ 26) Achim, Freitag, 30. Januar 2015, 13:42 Uhr

Ich kann Ihren klugen Kommentar nur unterschreiben.

Den pauschal “ausländerfeindlichen” Teil von Pegida trage ich nicht mit, finde aber, dass auch die ihre Meinung frei äußern dürfen sollten, in dem Rahmen, den das Grundgesetz erlaubt. Allen anderen sollte man gut zuhören.

Ich teile die Meinung der AfD zum Umgang mit dem Euro und hoffe deswegen, dass sich der Lucke-Flügel durchsetzt, nicht Gauland und Co. Nur dann bleiben sie für mich wählbar. Aber auch wenn sich der Gauland-Flügel durchsetzen sollte, muss man sich mit denen sachlich auseinandersetzen.
.

@ 20) Wolfgang Wegener, Freitag, 30. Januar 2015, 12:24 Uhr

Vielen Dank!

es grüßt
E.G.

38) Erwin Gabriel, Samstag, 31. Januar 2015, 13:43 Uhr

@ 25) Peter Christian Nowak, Freitag, 30. Januar 2015, 13:42 Uhr

Islam = faschistoid?

Ich finde, dss es in jeder der drei großen monotheistischen Religionen Splittergruppen gibt, die Ihren Glauben in diese Richtung interpretieren. Insoweit kann ich Ihnen zustimmen. Für die große Menge der Gläubigen gilt das meiner Erfahrung nach aber nicht.

PS: Vor etwa 600 – 700 Jahren, als das Christentum etwa so alt war wie der Islam jetzt, gab es Kreuzzug um Kreuzzug, um die Ungläubigen zu vernichten. Damals war der Islam die aufgeklärtere, zivilere Religion.

39) Politikverdruss, Samstag, 31. Januar 2015, 16:48 Uhr

38) Erwin Gabriel, Samstag, 31. Januar 2015, 13:43 Uhr,

lieber Herr Gabriel,

„ Die Kreuzzüge wurden ins Leben gerufen, um die Christenheit des Ostens vor dem Muselmanen zu retten. An ihrem Ende befand sich die gesamte östliche Christenheit unter muselmanischer Herrschaft.“ Zu diesem Fazit kommt Stephen Runciman in seinem Standardwerk Geschichte der Kreuzzüge( Verlag C.H.Beck, Seite 1249).

Weiterhin stellt Runciman fest: „Als Papst Pius II. den letzten Kreuzzug predigte, überquerten die Türken die Donau. Rhodos fiel im Jahr 1523, und Zypern… ging 1570 in türkische Hände über… Im Gesamtbild der Geschichte gesehen, war die Kreuzzugsbewegung ein einziger riesiger Fehlschlag.“

Nun mag man zu der Auffassung gelangen, dass dieser geschichtliche Vorgang mit dem Begriff „Notwehr“ kaum zu beschreiben ist. Gleichwohl kann man wohl feststellen, dass das Byzantinische Reich(Kaiser Alexios I. Komnenos, 1085) um Hilfe gegen die Seldschuken(Alp Arslan, Malik Sah) nachsuchte. Hier ist der Ausgangspunkt der Kreuzzüge zu finden.

Politisch-militärisch war das christliche Abendland gar nicht in der Lage, einen „Vernichtungs“-Feldzug zu führen, zumal, wie Runciman ja zutreffend feststellt, die Kreuzzugsbewegung ein riesiger Fehlschlag war.

40) Politikverdruss, Samstag, 31. Januar 2015, 20:49 Uhr

38) Erwin Gabriel, Samstag, 31. Januar 2015, 13:43 Uhr,

Sie fragen: „Islam=faschistoid?“

Die Reaktion von M. Spreng gegenüber @25 Peter Christian Nowak halte ich für überzogen.

Versuch einer Antwort auf Ihre berechtigte Frage:

Der Preisträger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels(2011), Boualem Sansal, kommt in seinem Buch, „Allahs Narren“ – Wie der Islamismus die Welt erobert“, zu folgenden Ergebnissen:

„Wenn es um Islamismus geht, gibt es im Westen folgende Sprachregelung, hat Sansal beobachtet: Der Islam ist eine Religion wie jede andere auch, also okay. Der Islamismus hingegen ist ein böser Auswuchs, den es in Diskussionen zu bekämpfen gilt. Boualem Sansal legt in seinem Essay “Allahs Narren – Wie der Islamismus die Welt erobert” dar, dass diese Trennung in einen guten und bösen Islam am Kern des Problems vorbei geht. (Deutschlandfunk17.02.14, Religion der Totalität)

Hamad Abdel-Samad, der mit dem Tod bedrohte Islam-Kritiker beschreibt in seinem Buch, „der islamische Faschismus“, den faschistoiden Charakter der Religion.

Eine Reihe weiterer westlicher Publizisten wie Christopher
Hitchens, Francis Fukuyama oder Daniel Pipes charakterisierten die terroristische Herausforderung als neuen „Totalitarismus“ oder „Islamo-Faschismus“.

In Deutschland warnte der Mitherausgeber der liberalen Wochenzeitung „Die Zeit“ Josef Joffe vor einem religiös verbrämten Neofaschismus.

Und selbst der ehemalige deutsche Außenminister
J. Fischer bezeichnete den islamistisch inspirierten Terror als „dritten Totalitarismus“.

Und weiter B. Sansal: “Der Islam definiert sich als Religion der Totalität. Er ist Religion und Welt. Das heißt auch, er ist die zentrale Macht im Leben der Gläubigen. Der Kalif entscheidet alles, wie man betet, heiratet, sich kleidet, alles. Die Frage ist, ob man das Phänomen des Islamismus isoliert betrachten kann oder ob man nicht auch den Islam diskutieren müsste. Soll die Religion wirklich auf das ganze Leben übergreifen? Ist dieser Islam mit der Moderne in Einklang zu bringen? Es wäre an den Muslimen, über ihre Religion nachzudenken.”(Deutschlandfunk)

Ich bin inzwischen überzeugt, dass die von der deutschen Politik bevorzugte Formel: „Islam gut – Islamismus böse“, der untaugliche Versuch ist, dieser politischen Herausforderung auszuweichen. Und statt zu behaupten, der Islam gehöre zu Deutschland, sollte die Kanzlerin mal wieder einen Blick in Grundgesetz werfen. Dann dürfte ihr klar werden, was zu Deutschland gehört und was nicht.

Insgesamt ist doch nicht mehr zu übersehen, dass inzwischen hunderte oder schon tausende in Deutschland aufgewachsene Jugendliche sich als Dschihadisten in Syrien und anderswo daran machen, im Namen Allahs Menschen den Kopf abzuschneiden. Der islamische Staat rekrutiert unsere Mitbürger. Politiker, nehmt das verdammt noch mal endlich zur Kenntnis!

Das alles entwickelt und formt sich in deutschen Städten und niemand, der bei Verstand ist, kann noch behaupten, dies habe nichts mit dem Islam zu tun. Selbst die im Fernsehen allgegenwärtige Lamya Kaddor stellte voller Erstaunen fest, das fünf ihrer ehemaligen Schüler aus Nordrhein-Westfalen zu Dschihad-Kämpfern in Syrien wurden. Wie konnte das geschehen?

Man kann der deutschen Politik nur eindringlich zurufen: Löst dieses Problem, bevor es uns gesellschaftspolitisch „um die Ohren fliegt“!

41) Rainer N., Samstag, 31. Januar 2015, 20:49 Uhr

@ E.G.

Ich halte Sie für sehr naiv und leichtgläubig. Andernfalls würde ich Ihnen nicht mit Argumenten entgegentreten, sondern Sie ignorieren. Aber Sie arbeiten daran, ignoriert zu werden, wie andere Schreiber, die ich schon ignoriere.

Wenn bei Ihnen der Wolf klingelt, und mit kreideverfälschter Stimme um Einlass bittet (PEGIDA-Forderungen), öffnen Sie die Tür. Nur so kann Ihre PEGIDA-Befürwortung betrachtet werden. Und Ihre AFD-Bewunderung … also wirklich. Da kommt mir der Vergleich FDP – Grüne von Pispers in den Sinn. Grüne = FDP für Flaschenpfand, demnach AFD = NPD “ohne Glatzen”.

Wer in dem Verein PEGIDA aktiv war und noch ist, müssten Sie eigentlich erkennen können. Da Sie aber trotzdem immer noch einen Teil der Forderungen verteidigen, ist meine Einschätzung eben, das auch Sie rechtspopulistisch eingestellt sind. Ihre Methode entspricht dem “aber alles war ja nicht schlecht, die Autobahnen zum Beispiel …”.

Das können Sie nicht erkennen, wie Ihre Aussagen zu interpretieren sind? Dann noch den Beifall von Menschen, die Ihnen Zustimmung bestätigen, dankend annehmen … da fühlen Sie sich wohl so richtig gebauchpinselt. Ich werde zum Beispiel ein Lob von einem gewissen Schreiber nicht als Bestätigung meiner Meinung sehen. Denn meine Meinung ist unabhängig vom Lob anderer Menschen. Da habe und werde ich nie DANKE für zustimmende Kommentare sagen.

Nun. ich sehe mich eher als Don Quijote, der aber erkennt, nicht gegen Riesen sondern gegen Windmühlen zu kämpfen. Windmühlen der Borniertheit in den Köpfen von Menschen, die nur Ihren eigenen Vorteil im Sinn haben. Menschenrechte sehen anders aus, die gelten eben auch für “Ausländer” und Opfer einer asozialen Wirtschaftspolitik.

Noch eines, Grenzen wurden von Menschen gezogen, um “auszusperren”. Wer andere aussperrt, sperrt sich selber ein. So wie die EU mit ihren “Außengrenzen”, damals die SED-Bonzen sogar doppelt in Wandlitz und der DDR, oder so wie die “Reichen” in den USA, die schon in “Sicherheitszonen” leben, was vermutlich in einigen Jahren auch bei uns so sein wird.

Deswegen sehe ich mich auf der Seite des Humanismus. Erasmus von Rotterdam oder Thomas Morus … das müssten Vorbilder sein. Nicht ausländerfeindliche Parolen nett verpackt, von aus meiner Sicht sogar NPD-Fans wie diesem Bachmann, denen Sie nachlaufen, und wofür Sie dann noch Beifall bekommen. Diese “Anhänger” ordnen sich für mich eben auch auf die Schiene – Rechtspopulist – ein, wenn nicht sogar Rechtsradikal.

Da lobe ich die neue Regierung in Griechenland. Schade, ich bin eher für Mathe und kann keine Fremdsprache. Sonst würde ich jetzt durchaus in Erwägung ziehen, die marktkonforme Demokratie zu verlassen, die eben nicht im Einklang mit dem noch geltenden Grundgesetz steht. Aber daran wird ja schon gearbeitet, das zu Makulatur zu verurteilen, TTIP lässt grüßen, EU-Vertrag ebenfalls.

Nein, der derzeitige Weg der Gesellschaft führt in den Abgrund. Aber nun wieder den Weg in die rechte Richtung zu gehen, nur weil da ein paar Typen nett verpackte Forderungen für Dummies aufgeschrieben haben, ist nicht mein Ding.

Ihre Naivität jedoch, sich “Teilforderungen” aus dem Katalog auszusuchen und die für gut zu befinden … wie schon mal geschrieben – Freibier für alle fehlt noch. Wer diese GIDA-Demen unterstützt kann nicht bei Sinnen sein. Da sind Scheuklappen vorhanden, die den Blick einschränken, oder eben Einstellungen, die nicht zu akzeptieren sind.

Anmerkung zu 28 – Walter Schmid – Es gibt eben auch Meinungen, die nicht Recht sein können. Das ist die Methode um Aussagen zu untersuchen. So wie Faschismus oder Folter nicht Recht sein können, so kann auch keine Unterstützung solcher Meinungen Recht sein. Und meine Ansicht ist eben, nicht eine Mehrheit hat Recht, sondern Gerechtigkeit ist die Grundlage von Recht.

Wenn also Menschen ungerechte Ansichten vertreten, wie die PEGIDA-Typen, kann man das nicht unterstützen. Menschenrechte sind nun einmal unteilbar. Leider werden die fast nirgendwo geachtet. Die stehen nur auf dem Papier, so wie die “netten Forderungen” des Vereins PEGIDA. Nun, drei Deutsche ein Verein geht ja nicht, es müssen schon sieben sein.

Passt nur noch ein “Witz”, wie bekommt man drei Bauern unter einen Hut? Man muss zwei erschlagen. Bei sogar 12 Vereinsgründern … wenn dann immer einer im Hintergrund die Fäden ziehen will, wird eben nicht mehr – zum Glück – erschlagen. Fehlen also noch zwei, um zwei Vereine mit je sieben Typen zu basteln.

Ist wie mit dem von Pispers mal vorgetragenen Modell der Angebotsvielfalt. In allen Paketen eines Waschpulvers mit verschiedenen Namen steckt immer das fast gleiche Pulver. Wenn nun also die ausgetretenen Vereinsgründer einen eigenen, neuen Verein gründen, ist das wie die Wahl zwischen Teufel und Beelzebub alternativ zwischen Pest und Cholera.

So wie in CDU CSU SPD FDP GRÜNE und so weiter. Auch nicht sehr unterschiedlich. SYRIZA macht auf mich da einen anderen Eindruck.

42) Alfonso, Samstag, 31. Januar 2015, 21:29 Uhr

Bei Ihrem Kommentar, Herr Spreng, liest man eher die Sorge heraus,daß die nächste Talk-Show ohne Sie stattfindet.Keine Angst, mit Ihrem Beitrag bleiben Sie Kandidat der medialen Einheitspartei.
Sie sollten sich allerdings mit den Problemen der Menschen auseinandersetzen und die Diskussion annehmen und hätten somit auch an der Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung teilnehmen sollen. Im übrigen teile ich den Beitrag 25) von P.Ch. Nowak.
Wenn ich alle bisherigen Beiträge hier lese,sollten Sie schon eine Tendenz erkennen,nämlich die,daß die Probleme mit Pegida nicht verschwinden und sich auch nicht nur auf den Islam beziehen,denn, wenn es so weitergeht, und allein Griechenland ist schon ein verdammt ernstes Problem,dann könnte es sein ,daß Pegida nur ein Kindergeburtstag war.
Sehen Sie sich um in allen Foren der Medien !

43) Walter Schmid, Samstag, 31. Januar 2015, 21:44 Uhr

Nachtrag: Herr Spreng hat noch keinen meiner Beiträge zensiert ! In anderen Foren habe ich gelegentlich meine Probleme ( man schließt einfach Kommentarfunktionen oder man zensiert). Ich trage nur sachlich meine Standpunkte vor, mehr nicht.

44) wschira, Sonntag, 01. Februar 2015, 08:46 Uhr

23) Erika

Was besagt das schon? Auch Hitler hatte einige honorige Vorfahren. Es kommt nicht darauf an, woher man kommt, sondern was man aus seinem Leben macht. Und da würde ich Klaus von Dohnanyi einigermassen kritisch sehen, insbesondere seine Äusserungen der letzten Jahre.

45) riskro, Sonntag, 01. Februar 2015, 10:23 Uhr

70) m.spreng, Mittwoch, 17. Dezember 2014, 09:21 Uhr
@ an alle, die es betrifft
Ab sofort werden ich Kommentare mit persönlichen Angriffen und Verunglimpfungen nicht mehr zulassen.

Wann lassen Sie Ihren Worten – Taten folgen?

46) StefanP, Montag, 02. Februar 2015, 12:12 Uhr

@38) Erwin Gabriel

Vor etwa 600 – 700 Jahren, als das Christentum etwa so alt war wie der Islam jetzt, gab es Kreuzzug um Kreuzzug, um die Ungläubigen zu vernichten.

Sorry, Sie lokalisieren die Kreuzzüge historisch falsch. Diese fanden im wesentlichen in einem Zeitraum von 200 Jahren zwischen dem 11. und dem 13. Jahrhundert statt und damit 800-1000 Jahre vor unserer Zeit.

Ihr Argument weitergeführt bedeutet das also auch, dass der Islam auch im historischen Kontext rückständiger als das Christentum ist. So leicht widerlegt man sich selber … ;-)

47) Erwin Gabriel, Montag, 02. Februar 2015, 12:23 Uhr

@ 41) Rainer N., Samstag, 31. Januar 2015, 20:49 Uhr

>> Andernfalls würde ich Ihnen nicht mit Argumenten
>> entgegentreten.

Tun Sie doch garnicht. Ich habe ihren vielen Worten zwar Meinungen und Einstellungen entnehmen können, aber kein einziges Argument.

>> Und Ihre AFD-Bewunderung…

Sie unterstellen mal wieder.
Ich bewundere die AfD nicht, ich teile nur deren Einschätzung zur verfehlten Euro-Politik.

>> Das können Sie nicht erkennen, wie Ihre Aussagen
>> zu interpretieren sind?

Ich bin nur verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was Sie mit aller Macht da hinein interpretieren wollen.

>> Deswegen sehe ich mich auf der Seite des Humanismus.

Wenn ich immer wieder lesen muss, mit welcher Tonalität und Intoleranz Sie auf Andersmeinende losgehen, sehe ich Sie da nicht.

>> wie diesem Bachmann, denen Sie nachlaufen …

Sie unterstellen schon wieder.
Schon mein erster Kommentar zu Herrn Bachmann war “der Typ geht aus meiner Sicht gar nicht”.
Diese Meinung hatte ich von Anfang an, und habe sie noch immer. Da werden Sie mich auch nicht von abbringen.

>> Ihre Naivität jedoch, sich “Teilforderungen” aus
>> dem Katalog auszusuchen und die für gut zu befinden

Was ist daran naiv, eine Aussage oder Forderung sachlich nur nach der Aussage oder der Forderung zu bewerten?

Wenn jemand beispielsweie gesetzliche Regelungen für Zuwanderung fordert, überlege ich mir, ob das meiner Meinung nach nottut oder nicht. Dann fälle ich meine Entscheidung.

Nun fordert Pegida gesetzliche Regelungen für Zuwanderung (oder die Einhaltung und Umsetzung geltender Gesetzen). Das finde ich gut, da schließe ich mich an. Ich könnte mich auch der AfD, der FDP, der CDU, der CSU, der SPD, den Grünen oder der Linken anschließen, weil die das auch fordern (nur die Regierung ist dagegen – denn dann müsste Frau Merkel nicht nur ein Versäumnis eingestehen, sondern darüber hinaus zu einem politisch heiklen Thema Farbe bekennen). Da Pegida hier die ersten waren, haben sich alle Parteien also der Pegida-Forderung angeschlossen, auch die Linken.

Wie das Gesetz dann wird, steht wieder auf einem ganz anderen Blatt.

48) Alexander, Montag, 02. Februar 2015, 17:26 Uhr

Die Pegida-Bewegung könnte noch durch einige weitere politische Entwicklungen massive Unterstützung erhalten!

Viel zu wenig betrachtet worden ist bisher, dass viele Bürger die Europa-Politik der Bundesregierung, der anderen Landesregierungen und vor allem der EU-Kommission nicht nachvollziehen können und sicherlich schon Sorgen haben, was sich hier an Gewitter zusammenbraut.

In der letzten Woche gab es den rekordverdächtigen, massenhaften Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB, diese Woche gab es die Konfrontation mit dem neuen griechischen Ministerpräsidenten und seinem Finanzminister. In den Talkshows wurde passend dazu kolportiert, dass die griechischen Schulden von 120 Prozent der Wirtschaftsleistung auf 175 Prozent gewachsen sind. Die griechische Wirtschaft ist um ein Viertel zurückgegangen. Und wenn dieses Stakkato an Negativnachrichten sich weiter so entwickelt, kann man es keinem Bürger verübeln, wenn er aus Protest eben nicht mehr für etablierte Parteien votiert.

Welcher Leser kapiert denn die Politik der EU-Kommission? Wer hat die Währungsarchitektur des Euro verstanden? Und wer versteht die Politik der EZB von Herrn Draghi? Wer kann all dies nachvollziehen und erklären?

Ich glaube, die meisten Leser (und Bürger) verstehen “Bahnhof”. Und es ist ein einfacher Zusammenhang, dass Menschen Angst haben vor etwas, was sie nicht verstehen können.

Da hilft auch keine Bezugnahme zu herausragenden Humanisten und historischen Vorbildern wie etwa Erasmus von Rotterdam oder Thomas Morus. Wie könnte denn eine “humanistische” Politik überhaupt aussehen, wenn die Staatskassen leer sind, geplündert worden sind durch unfähige politische Eliten und wenn uns die Staatsschulden jeglichen Handlungsspielraum nehmen? Noch mehr Geldscheine drucken, noch mehr Schulden aufnehmen? Noch mehr Asylanten aufnehmen? Ehrlich gesagt habe ich hier keine Antwort, obwohl ich diese historischen Persönlichkeiten durchaus als Vorbilder akzeptieren würde.

Was wir hier beobachten können, ist das völlige Versagen unserer politischen Eliten in Europa und damit verbunden, das Entstehen von Protestbewegungen.

49) Alexander, Montag, 02. Februar 2015, 17:29 Uhr

@ Herr Spreng!

Vielen Dank für Ihr vorbildliches Forum, wo wir trotz unterschiedlichster Meinungen konträr kommentieren und argumentieren können. Die meisten Foren im Internet und in den sozialen Medien sind bei weitem nicht so tolerant und kritikfähig. Insbesondere wenn es um konträre, manchmal eben auch sinnlose Kommentare und Meinungen geht.

Meinen Respekt haben Sie!

50) Erwin Gabriel, Montag, 02. Februar 2015, 17:56 Uhr

@ 39) Politikverdruss, Samstag, 31. Januar 2015, 16:48 Uhr

Ich denke, dass es gerade für die damaligen Zeit sehr schwer fällt, imperialistische und religiöse Motive auseinander zu dividieren. Hat beispielsweise Karl der Große Sachsen erobert, um es sich untertan zu machen, und hat für letzteren Zweck die gewaltsame Missionierung als Mittel betrachtet, oder hat er primär den christlichen Glauben verbreiten wollen, und ist deswegen nach Sachsen marschiert, weil die Sachsen ihre Götter behalten wollten?

Vielleicht hat sich Karl darüber keinen Kopf gemacht, weil es für ihn als oberster christlicher Herrscher das Gleiche bzw. eins war, denn eine Trennung von Kirche und Staat lag damals außerhalb der Vorstellung.

Für den Beginn des Islam lässt sich sicherlich sgen, dass der Glaube eine hauptsächliche Antriebskraft für dessen Ausbreitung war, ebenso, wie der 1. Kreuzzug in erster Linie religiös motiviert war.

Aber die Reiche der Seldschuken oder später der Osmanen expandierten deshalb, weil sie es konnten, und wären auch expandiert, wenn es einen anderen Staatsglauben als den Islam gegeben hätte.

51) Walter Schmid, Montag, 02. Februar 2015, 21:09 Uhr

@Rainer N
Ich lasse mir von Ihnen nicht vorschreiben, wen ich hier loben darf. Sowas käme mir nicht in den Sinn. Es gibt Menschen, die nicht ertragen können, dass andere geistig mehr drauf haben, als sie selbst. Ich darf auch Vorbilder haben, die nicht in der Öffentlichkeit stehen. Dazu gehört auch inzwischen Herr E. Gabriel. Wissen Sie, mir kommt es so vor, als ob Sie Menschen ändern könnten. “Man kann einem Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken”( G. Galilei). Und Gerechtigkeit, die Sie darlegen gibt es nicht auf der Welt. Sie ist eine eigene Welt, in die jeder einen eigenen Blickwinkel hat. Wissen Sie” ein Urteil lässt sich widerlegen, ein Vorurteil nie”( M.v.Ebner- Eschenbach).A. Lincoln sagte einmal:” Kein Mensch ist gut genug, einen anderen Menschen ohne dessen Zustimmung zu regieren”. Das belebende an einer Diskussion ist, dass unterschiedliche Standpunkte und Meinungen vorgertagen werden. Keiner hat recht! Und in einer Diktatur möchte ich nicht leben. Meine Oma sagte mir mal: ” Von allen Prüfungen, die einem Menschen auferlegt werden, ist der andere Mensch die schwerste”. Machen Sie sich einfach mal Gedanken oder auch nicht!

52) Jakobiner, Dienstag, 03. Februar 2015, 07:34 Uhr

Zu Politikverdruss:

Die Ansicht, dass der Islam faschistisch/faschistoid sei, vertritt eigentlich nur Hamed Abdel Samad so offen nebst einige Islamhassseiten wie Politically Incorrect. Daniel Pipes, Fukuyama, selbst George W. Bush wussten trotz War on terror immer zwischen Islam und Islamismus zu unterscheiden. Dass der Islamismus klerikalfaschistisch ist, kann man wohl so sehen, aber deswegen eben noch nicht der gesamte Islam. Eher ist richtig, dass der Islam sehr konservativ ist.Das Verhältnis zwischen Islamisten und Mainstreammuslimen dürfte eher so sein, wie damals zwischen Nazis und Nationalkonservativen/Konservativen. Umgekehrt ist es aber auch Blödsinn zu sagen, dass der Islam nichts mit dem Islamismus zu tun habe, betrachtet man sich die zahlreichen Suren im Koran, die zu Gewalt und Unterdrückung aufrufen. Ein extremer Vertreter der Gegenposition, wonach Islam nur Barmherizgkleit sei, ist Khorchide und in deutschen Gefilden der Islamversteher Leo Brux.Nachhilfeunterricht zu Koraninterpretationen gibt es nun neuerdings bei Bully Brux:

„Beachtet wird bei der traditionalen Interpretation, dass jedes Wort nur im Gesamtkontext des Koran richtig verstanden werden kann. Kein Satz darf isoliert werden.
Beachtet wird dabei, dass alles im Koran unter dem Gesichtspunkt der Barmherzigkeit Gottes verstanden werden muss. (Wer den Koran liest, dem wird auffallen, wie geradezu penentrant die Barmherzigkeit Gottes betont wird.) (…)Mit Gottes Wort geht es wie mit der Realität insgesamt: Sie sind unendlich, vom kleinen Gehirn des Menschen auch nicht annähernd voll zu erfassen.
Personen, die ihre Interpretation der Welt für absolut verlässlich und gültig halten, nennen wir entweder naiv oder egozentrisch – oder, wenn es sich um Theoretiker handelt, Dogmatiker.
Die Muslime müssen also kein Iota am Koran ändern. Es geht nur um die Interpretation, um die klare Trennung zwischen Gottes Wort und des Menschen Verständnis davon.“

http://blog.initiativgruppe.de/2015/01/17/salafismus-teil-14-wer-hort-oder-liest-interpretiert/#more-16822

Nun, liberale muslimische Theologen wie Khorchide haben den Koran vor allem unter dem Aspekt der vermeintlichen Barmherzigkeit interpretiert, ja auch behauptet “Islam ist Barmherzigkeit”–warum dann werden sie von den Mainstreamtheologen des Islam zurückgewiesen und auch scharf angegriffen, dass sie einen barmherzigen Allah und nicht einen rachsüchtigen, strafenden Allah reininterpretieren wollen? Und Alice Schwarzer stellt auch die Harmlosigkeit des Zentralrats der Muslime infrage in ihrem FAZartikel an Angela Merkel:

“Mit Aiman Mazyek, dem Vorsitzenden des Zentralrates der Muslime. Weiß die Kanzlerin wirklich nicht, dass der Zentralrat der Muslime (dessen Namensgleichheit mit dem Zentralrat der Juden Kalkül ist) 1994 von einem deklarierten Islamisten, dem Konvertiten und Ex-Botschafter Wilfried Murad Hofmann mitgegründet wurde?
Der Zentralrat ist eng verbandelt mit den ägyptischen Muslimbrüdern, die die historische Keimzelle des Islamismus sind. Weiß das die Kanzlerin nicht? Ist ihr entgangen, dass die Stimme des gerne „beleidigten“ Zentralrates vor den Anschlägen in Paris kaum je zur Verteidigung der Pressefreiheit oder Ermutigung innerislamischer Reformen zu hören war? Dafür aber häufig, wenn es zum Beispiel um „das Recht“ von Lehrerinnen auf das Kopftuch oder die „Befreiung“ von Mädchen vom Schwimmunterricht oder von Ausflügen geht.”

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/islamismus-debatte-hier-irrt-die-kanzlerin-13388949.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Dennoch zeigen Umfragen, dass der Großteil der deutschen Muslime sehr gut integriert ist:

“Dennoch zeigen aktuelle Umfragen, dass die überwältigende Mehrheit der Menschen aus dem muslimischen Kulturkreis in Deutschland die Demokratie schätzen. 90 Prozent aller Muslime halten laut Bertelsmann-Studie nicht etwa den Gottesstaat, sondern die Demokratie für „eine gute Regierungsform“; ebenso viele haben „regelmäßigen Freizeitkontakt“ zu Nichtmuslimen. Und 60 Prozent bejahen nicht nur die Homosexualität, sondern sogar die Homoehe – was für Islamisten des Teufels ist.”

Dabei ist aber auch zu beachten, dass der Großteilder deutschen Muslime vor allem türkischstämmig sind, die zudem in der Tradition Kemal Attatürks mehr prowestlich sozialisiert wurden, ja eher Agnostiker sind. Daneben leider die zunehmende Zahl von Erdogananhämngern, die auch durch die Ditib gesammelt und gefördert werden, Von daher ist übnerhaupt die Frage, ob Zentral rat der Muslime und Ditib die deutschen Muslime überhaupt repräsentieren.

53) Erika, Dienstag, 03. Februar 2015, 09:03 Uhr

@ 44) wschira, Sonntag, 01. Februar 2015, 08:46 Uhr

Man kann Herrn von Dohnanyi vieles Vorwerfen (mich stört zum Beispiel seine permanente Vertreidung von Angela Merkel), aber ihn in einen “völkischen Block” zu stecken ist absolut unangemessen und auf dieser Basis sollte man, wenn man fair sein möchte, nicht diskuttieren.

54) Politikverdruss, Dienstag, 03. Februar 2015, 10:07 Uhr

41) Rainer N., Samstag, 31. Januar 2015, 20:49 Uhr

Sie behaupten: „ Es gibt eben auch Meinungen, die nicht Recht sein können. Das ist die Methode um Aussagen zu untersuchen. So wie Faschismus oder Folter nicht Recht sein können, so kann auch keine Unterstützung solcher Meinungen Recht sein. Und meine Ansicht ist eben, nicht eine Mehrheit hat Recht, sondern Gerechtigkeit ist die Grundlage von Recht.

Mit Verlaub, sehr geehrter Rainer N., ich halte Ihr Rechtsverständnis für wenig nachvollziehbar. Recht und Gerechtigkeit sind unterschiedliche „paar Schuhe“.

Da ist zunächst das Naturrecht mit Normen, die “nicht von Staats-und Herrschaftsverhältnissen hergeleitet sind, sondern aus der Natur des Menschen.“ Wie z.B. Freiheit, Gleichheit, Recht auf Eigentum etc.(Grundrechte GG). Diese Rechte haben einen höheren Status als staatliche Rechtsnormen. (Radbruch) Aber das hilft Ihnen z.B. in Saudi-Arabien nicht weiter.

Dann gibt es das „Positive (gesetzte) Recht“, das das Miteinander der Menschen in einem Staat regelt. Es beruht auf der Autorität des Staates, ist berechenbar und gibt Rechtssicherheit. Ob die Naturrechte garantiert werden, hängt von der inneren Verfasstheit des betreffenden Staates ab.

Das „positive Recht“ muss dem einzelnen Bürger in seinen konkreten Anwendungen nicht immer als gerecht erscheinen. Siehe unser Steuerrecht. Das positive Recht kann auch einem Unrechtssystem dienen, das z.B. die Naturrechte nicht anerkennt.

Was ist nun höherwertig, Gerechtigkeit oder Rechtssicherheit des positiven Rechts? Viele sind überzeugt, dass die Rechtssicherheit über der Gerechtigkeit stehe. Denn, was Gerechtigkeit sei, das sehe schließlich jeder anders. Und dass Mehrheitsentscheidungen Grundlage der Demokratie sind, stellen nur jene in Frage, die dann selbst festlegen wollen, was Gerechtigkeit sei.

Schließlich zum Verhältnis von „Meinungen“ und „Recht“. Die Meinungsfreiheit ist ein Naturrecht. Sie wird nur in ganz konkretem Rahmen durch positives Recht begrenzt. Z.B. zum Schutz der persönlichen Ehre gegen Beleidigung und Verleumdung. Aber die Meinungsfreiheit gilt übrigens auch für „falsche Meinungen“. Natürlich können Meinungen kein Recht setzen.

Meine Empfehlung: Schauen Sie sich die Begriffe Recht, Gerechtigkeit und Meinung noch einmal genau an, bevor Sie Ihre Mit-Kommentatoren als „naiv“ hinstellen. Sonst fällt ein „“naives Urteil“ auf Sie selbst zurück.

55) Alexander, Dienstag, 03. Februar 2015, 11:13 Uhr

@ Herr Spreng

Es gibt noch eine weitere global zu beobachtende Entwicklung, die die Menschen weltweit sehr belastet und bedrückt. Und die letztendlich die Entwicklung von Pegida, Front National, Syriza und andere Protestbewegungen begünstigt.

Die Welt ist in den letzten 40 Jahren deutlich komplexer, dynamischer geworden. Die Wertesysteme in nahezu allen Kulturen haben sich massiv verändert, egal ob in Indien, China, Südamerika, Europa oder sonstwo.

Diese Epoche ist geprägt durch Instabilität, einer Dynamik mit permanenten Veränderungen und Brüchen, was das soziale Miteinander angeht, und durch Unsicherheit, Mehrdeutigkeit und brutalem Wettbewerbsdruck. Alte bisher anerkannte Wertesysteme und -kulturen, bisherige Gewissheiten und Überzeugungen gelten plötzlich nicht mehr und befinden sich schon auf dem Müllplatz der Geschichte.

Genau dies sind die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Treiber, die dafür sorgen, dass die Menschen mit Ihren Ängsten auf die Straßen gehen und gegen aus ihrer Sicht unsichere, instabile und vor allem unbekannte Verhältnisse demonstrieren.

Bitte lassen Sie sich nicht von oberflächlichen Statements über die antiquierte LINKS-RECHTS-Schemata irritieren oder gar beeinflussen. Die oben genannten Faktoren sind die eigentlichen Gründe für das Entstehen von Protestbewegungen in Dresden, Deutschland und in Europa.

56) Rainer N., Dienstag, 03. Februar 2015, 14:03 Uhr

Was sagt Oertel nun? Die Ausgetretenen wollen eine Partei gründen, rechts von der CDU. Wie war der Spaltungsgrund noch? Bachmann war zu weit rechts …! .

So wie ich schrieb – zwei RECHTE Gruppen mit ein wenig Unterschied in der Position – womit ich für bewiesen halte, kreidefressende Typen mit netten Forderungen damit naive Typen hinterherlaufen. Da helfen wirklich keine Argumente mehr bei dem Versuch leichtgläubigen Bewunderern die Augen zu öffnen.

57) Rainer N., Mittwoch, 04. Februar 2015, 10:40 Uhr

Nun, nur von mir zitiert – vielleicht bringt das ja einige Leser die Pegida befürworten auf andere Gedanken:

Pegida und die soziale Dynamik, deren Ausdruck sie ist, stellen eine Gefahr für Muslime, Migranten und Flüchtlinge, insgesamt für die Demokratie dar. Sie ist die bedeutendste Strömung der Gegenaufklärung der jüngeren deutschen Geschichte. Ihr entgegenzutreten ist notwendig

http://derstandard.at/2000011234144/Aufklaerung-statt-Ressentiments

Ich bin gegen die marktkonforme Demokratie, hab ich schon geschrieben. Aber ich falle nicht auf Rattenfänger herein. Wer mit dem Teufel aus einem Topf essen will, braucht einen sehr langen Löffel, sagt man. Einen so langen Löffel gibt es nicht, das man mit Rechtspopulisten aus einem Topf essen kann. Sich ein paar aus eigener Sicht angenehme Forderungen raussuchen klappt nicht. Das ist Naivität pur, wenn so argumentiert wird. Da ist dann wohl eher die Kreide, die gefressen wurde, der eigentliche Hintergrund sich so eine Gruppierung schönzuschreiben.

58) Jakobiner, Mittwoch, 04. Februar 2015, 10:59 Uhr

Zu Erika, Freitag, 30. Januar 2015, 13:24 Uhr

@) Jakobiner

“Klaus von Dohnanyi ist der Sohn des Juristen Hans von Dohnanyi und seiner Frau Christine Bonhoeffer, einer Schwester des 1945 von den Nationalsozialisten hingerichteten evangelischen Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer. Auch von Dohnanyis Vater wurde – kurz vor Kriegsende – am 8. oder 9. April 1945 im KZ Sachsenhausen ermordet.”

Auszug aus Wikipedia

Da würde sich Dohnanys Vater und Bonhoefer wahrscheinlich im Grab umdrehen, wenn er seines Sohnes verteidigende Worte zu Sarrazin und Martin Walser (“Auschwitzkeule”) hören würde.Dazu auch noch ein Gegenbeispiel: Ein Mitglied der Weißen Rose wurde in den 80er Jahren Mitglied von SS-Schönhubers Republikanern.Das zeigt, dass familiäre Vorgeschichte und eigen Biographie nicht automatisch vor rechten Positionen feit.

59) Politikverdruss, Mittwoch, 04. Februar 2015, 11:12 Uhr

52) Jakobiner, Dienstag, 03. Februar 2015, 07:34 Uhr,

vielen Dank für die belegte Darstellung Ihrer Sichtweise zu diesem Thema.

Ich dagegen bin überzeugt, dass Koran-Interpretationen nicht weiterführen. Der Koran wird sehr unterschiedlich interpretiert und meistens verlaufen Debatten darüber im Sande. Solange es keine verbindlich anerkannten Koran-Interpretationen gibt, lasse ich mich auf Diskussionen darüber nicht ein.

Ich halte mich lieber an Fakten. Dazu gehören Predigten von Imamen, wie jetzt in der Al-Nur-Moschee in Berlin. Diese Predigt verdeutlicht das Frauenbild im Islam: Sehr konkret, unmissverständlich und mit einer Erniedrigung der Frau, die einem den Atem verschlägt.

Alice Schwarzer verdeutlicht in der FAZ, worum es geht: „Denn „den Islam“ gibt es nicht. Es gibt tausend Interpretationen und Lebensweisen von Muslimen in der islamischen wie der westlichen Welt. Aber es gibt den Islamismus. Und der kommt eindeutig daher: Er will eine wörtliche, fundamentalistische Auslegung des Koran zum Gesetz machen, zum Gottesgesetz.

Faktenreich ist auch die Kairoer Erklärung für Menschenrechte im Islam. Die Internationale Juristenkommission kritisiert die Kairoer Erklärung, „weil

1. sie den interkulturellen Konsens ernstlich bedrohe, der die Grundlage der internationalen Menschenrechte ist

2. sie, im Namen der Verteidigung der Menschenrechte, zu untragbaren Diskriminierungen von Nichtmuslimen und Frauen führe

3. sie, in Bezug auf bestimmte grundlegende Rechte und Freiheiten, einen gezielt einschränkenden Charakter aufweise, so dass bestimmte, wesentliche Bestimmungen unter dem geltenden Standard einiger islamischer Länder lägen

4. sie, unter dem Schutz der islamischen Schari’a, die Legitimität von Praktiken, beispielsweise der Körperstrafen, bestätige, welche die Integrität und Würde des menschlichen Wesen angriffen.

In den Artikeln 24 und 25 der Erklärung stehen die wichtigsten Feststellungen: „Alle Rechte und Freiheiten, die in dieser Erklärung genannt werden, unterstehen der islamischen Scharia … Die islamische Scharia ist die einzig zuständige Quelle für die Auslegung oder Erklärung jedes einzelnen Artikels dieser Erklärung.“ Und in der Präambel heißt es: „Die Mitglieder der Organisation der Islamischen Konferenz betonen die kulturelle Rolle der islamischen Umma, die von Gott als beste Nation geschaffen wurde und die der Menschheit eine universale und wohlausgewogene Zivilisation gebracht hat.“

Die islamische Umma als „beste Nation“, ist von einer Absurdität, die man kaum noch fassen kann.

Ich verstehe, wenn man die hier friedlich lebenden Musliminnen und Muslime vor Pauschalurteilen schützen will. Das ist alles ehrenwert. Dieser Schutz verliert aber seine Wirksamkeit, wenn er als Instrument genutzt wird, Kritik am Islam zu unterbinden.

Es geht nicht um die Muslime. Es geht um den im Islam wurzelnden Islamismus! Eine zutiefst menschenverachten Ideologie, der man nicht mit Toleranz, sondern mit allen demokratischen Mitteln begegnen sollte. Diesen demokratischen Widerstand in unserer Politik kann ich nicht erkennen.

60) Wolfgang Wegener, Mittwoch, 04. Februar 2015, 11:23 Uhr

@ Jacobiner (# 52) Ich hätte nie gedacht, dass ich mal freiwillig noch einen Text von Alice Schwarzer lese. Sie spricht genau die Probleme an, die ich mal als die Wirklichkeit bezeichnen möchte. Und beginnt Politik nicht mit dem Betrachten der Wirklichkeit? Offenbar nicht bei den sog. etablierten Parteien, wie ich finde. Und deswegen heißt es nun: AfD wählen, wer Hamburger ist!

Auch wenn ich über den Parteitag der AfD ziemlich enttäuscht bin, auch als nicht Afd-Mitglied. Mein Gott, der Ball liegt auf dem Elfmeterpunkt, der Torwart lehnt sich gelangweilt an den Torpfosten, und Lucke bekommt ihn nicht rein? Stattdesser verweist er auf die am Abend stattfindende Talkshow bei Jauch, bei der er Stellung beziehen werde zum Euro/Griechenland-Thema? Und da hat ja wohl Bosbach die klaren Ansagen gemacht und ihm die Butter vom Brot genommen, während Lucke sich eher dezent zurückgehalten hat. Ich hoffe, da kommt (rein rhetorisch und taktisch gesehen) noch ein Schuss Gauland bei Lucke dazu. Ran an den Speck!!

61) Erwin Gabriel, Mittwoch, 04. Februar 2015, 13:11 Uhr

@ 56) Rainer N., Dienstag, 03. Februar 2015, 14:03 Uhr

>> zwei RECHTE Gruppen mit ein wenig Unterschied in der Position
>> – womit ich für bewiesen halte, kreidefressende Typen mit netten
>> Forderungen damit naive Typen hinterherlaufen.

Wenn ich Fakten hinter Ihrer Aussage suche und deswegen alles herausstreiche, was von ihnen subjektiv empfunden, bewertet und beschrieben wird – “Kreide fressen”, “nette” Forderungen, “naive” Typen, “hinterherlaufen” – dann steht da auf einmal garnichts mehr.

In diesem Zusammenhang etwas für “bewiesen” zu halten, zeugt meiner Einschätzung nach von einem besonders mutigen, gewagten Gebrauch der deutschen Sprache. Respekt, das kriegen nicht viele hin.

>> Da helfen wirklich keine Argumente mehr

Das ist in der Tat das Einzige, was ich bereit bin, bei Ihnen für bewiesen zu halten.

PS: Dass da oben in der Formulierung “Gebrauch der deutschen Sprache” das “deutsch” kleingeschrieben wurde, ist, ich muss es zugeben, ein weiterer Beleg für meine Perfidie. Denn das dient nur zum Vertuschen meiner rechtsextremen Gesinnung.
Den Beweis, dass ich ein verkappter Nazi bin, hat einer meiner Freunde offenbart. Er sagte, ich habe das Herz auf dem “rechten Fleck” – wo doch jeder Menschen-Kenner genau weiß, dass bei nromalen Menschen das menschliche Herz genau in der Mitte der Brust steckt (nur unerfahrene Amateure glauben, dass das Herz links sitzt, weil man da den Herzschlag lauter hört).

62) Walter Schmid, Mittwoch, 04. Februar 2015, 13:32 Uhr

Super Statement Alexander! Ich lasse mir nicht von unverschämten Leuten hier, den Mund auf lob verbieten. Grundsätzlich ist eine Dame schuld, die an der Enstehung solcher Protestbewegungen die volle Verantwortung trägt. Ich hoffe, dass ihr Name auch auf mal Plakaten steht( die Dame muss weg! ). Pegida war erst die Vorhut! Packen wir u.a die Probleme an, die ich vor kurzem hier dargelegt habe.

63) wschira, Donnerstag, 05. Februar 2015, 11:19 Uhr

@53) Erika

Hallo Erika, offensichtlich habe ich mich nicht klar verständlich ausgedrückt. Wo habe ich Herrn Dohnanyi in einen völkischen Block gesteckt? Meine Anmerkung besagt lediglich, dass auch Ungeheuer wie Hitler honorige Vorfahren gahabt haben können, und aus der Herkunft i.A. nicht auf das weitere Handeln geschlossen werden kann. Ich halte Herrn Dohnanyi nicht für im völkischen Bereich angesiedelt, wie Sie mir unterstellen, sondern im wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Bereich Unsinn verbreitend.

64) wschira, Donnerstag, 05. Februar 2015, 11:28 Uhr

@54) Politikverdruss

Ich kann Ihrem Beitrag weitgehend zustimmen, nur mit Ihrer Definition von “Naturrecht” sind Sie meiner Meinung nach auf dem Holzweg. Wie ein Recht in diesem Sinn definiert wird, wo die Normen nicht von Staats-und Herrschaftsverhältnissen hergeleitet sind, sondern aus der Natur des Menschen, hängt meiner Meinung sehr davon ab, in welcher Umgebung sich die Menschen befinden. Eine arbeitsteilige Stammesgesellschaft wird da andere Normen ihres “Naturrechts” haben als eine Feudalgesellschaft.

65) Erwin Gabriel, Donnerstag, 05. Februar 2015, 14:37 Uhr

@ 46) StefanP, Montag, 02. Februar 2015, 12:12 Uhr

>> Sorry, Sie lokalisieren die Kreuzzüge historisch falsch….

Sie haben Recht, das habe ich falsch formuliert. Nicht “vor” 600- 700 Jahren, sondern mit einem Unterschied von 600 – 700 Jahren…

Zum Thema Rückständigkeit: Alles fließt…

Der Islam war in früheren Jahrhunderten offener, Philosophie und Wissenschaften hatten einen deutlichen Vorsprung. Das ist inzwischen sicherlich eher andersrum.

66) Erwin Gabriel, Donnerstag, 05. Februar 2015, 15:04 Uhr

@ 57) Rainer N., Mittwoch, 04. Februar 2015, 10:40 Uhr

Vorab: Das ist ein vernünftiger Kommentar von ihnen, den ich respektiere und auf den ich gerne eingehe.

Zu Ihrem Link aus dem Standard:

Dort steht u.a. über Pegida:

>> Sie skandieren “Wir sind das Volk” und machen zugleich klar,
>> wer nicht dazugehört: Muslime und Ausländer, die “Lügenpresse”,
>> die “Multikulti-Elite”.

Abgesehen davon, dass die Gleichung Pegida = Ausländerhass falsch ist – ich halte den Standpunkt des Verfassers für falsch, es wird erst andersrum ein Schuh daraus. Die Rufe “wir sind das Volk” sollen nicht bedeuten, dass die anderen ausgegrenzt werden, sondern dass die, die da protestieren, nicht ausgegrenzt werden wollen (was geschieht).

>> Sich ein paar aus eigener Sicht angenehme Forderungen raussuchen
>> klappt nicht.

Ich habe das an anderer Stelle schon mal erwähnt gehabt: Adolf Hitler war Vegetarier. Nun jedem, der als Vegetarier lebt, vorzuwerfen, er sei ein Nazi, geht viel zu weit.

Ich sehe beispielsweise, dass Zuwanderung nicht geregelt ist. Das finde ich irritierend. Ich hätte eher gedacht, dass wir eventuell darüber in Streit geraten, WIE ein entsprechendes Gesetz ausgestaltet wird; nicht darüber OB Zuwanderung geregelt werden sollte.

Zu “rechtspopulistisch”: Geht mir ähnlich wie bei dem Begriff “rechtsextrem”. Find ich auch doof, finde ich aber genauso doof, wenn man statt “rechts” ein “links” davor setzt. Und davon hatten wir in den letzten Jahren deutlich mehr.

67) Jakobiner, Donnerstag, 05. Februar 2015, 16:52 Uhr

Zu Politikverdruss:

Mich würde einmal interessieren, wie verbindlich diese Kairoer Erklärung der Menschenrechte im islam ist?Welche muslimische Staaten haben sie unterschrieben, welche nicht? Ist die Gesetzgebung nach der Scharia in allen Ländern der Organsitaion der Islamischen Länder verbindlich und/oder wird sie unterschiedlich praktiziert (Händeabhacken bei Diebstahl, Steinigen bei Ehebruch,etc).? Bezüglich letzterem ist es doch so, dass nur in fundamentalistischen Staaten wie Saudiarabien, Iran, Islamischer Staat die Scharia so verwendet wird. Mir ist nichts bekannt, dass man in Ägypten oder Tunesien oder Malaysia oder Bangladesch oder Indonesien Ehebrecher steinigt, Dieben die Hand abhackt, Blasphemiker köpft,etc. Ebenso möchte ich Wrischa zustimmen, dass das Naturrecht in recht unterschiedliche Ausformungen nach dem jeweiligen Entwicklungsstand der Geselschaftsverhältnisse daherkommt, wie dies auch bei Religionen und deren Interpretationen der Fall ist.

68) Politikverdruss, Donnerstag, 05. Februar 2015, 18:09 Uhr

64) wschira, Donnerstag, 05. Februar 2015, 11:28 Uhr,

Sie haben mit Ihrem Einwand recht. Mit den Menschenrechten kann der Sachverhalt besser dargestellt werden. Sie stehen zwar in enger Verbindung zu den Naturrechten, sind aber vom „Menschsein“ abgeleitet und nicht von den vielfältigen Möglichkeiten der Ableitung (Gott, Natur etc.)im Naturrecht.

69) Jakobiner, Donnerstag, 05. Februar 2015, 18:43 Uhr

Zu Politikverdruss:

“Ich halte mich lieber an Fakten. Dazu gehören Predigten von Imamen, wie jetzt in der Al-Nur-Moschee in Berlin. Diese Predigt verdeutlicht das Frauenbild im Islam: Sehr konkret, unmissverständlich und mit einer Erniedrigung der Frau, die einem den Atem verschlägt.”

Fakt ist, dass die Al-Nur-Moschee nur eine von vielen tausend Moscheen ist. Sie tun so, als würde alles, was in dieser einen extremen Moschee gelehrt wird, auch für die tausenden anderen gelten.Was wohl stimmt, Gläubige Muslime sind konservativer als der biodeutsche Bevölkerungsdurchschnitt, vergleichbar mit der 60er Jahre-CSU, was Frauenbild und Minderheitenrechte (Homosexuelle),etc. angeht.Das wird sich aber auch mit der Zeit ändern.
Es ist auch umstritten, inwieweit die deutschen Muslime religiös sind–so schreibt die mehr konservativislamische Islamzeitung unter Berufung auf eine Studie:

“Der Großteil der Muslime in Deutschland ist laut einer Studie sehr religiös und dabei viel toleranter als landläufig die Vorurteile in den Köpfen vieler Bürger in diesem Land fälschlich hergeben. Für Offenheit gegenüber allen Religionen hätten sich 86 Prozent der Muslime ausgesprochen, ergab die Sonderstudie “Religionsmonitor 2008 – Muslimische Religiosität in Deutschland”, die die Bertelsmann-Stiftung letzten Freitag in Berlin vorstellte. Wie die 2007 vom Bundesinnenministerium vorgelegte Studie zu Radikalisierungspotenzialen deutsche Muslime kommt auch diese zu dem Schluss, dass rund 85 Prozent der hier lebenden Muslime mit den religiösen Toleranzgeboten unserer Verfassung übereinstimmt, also nicht weniger als im Rest der Gesellschaft.

Insgesamt sind der Studie zufolge 90 Prozent der Muslime hierzulande religiös, 41 Prozent von ihnen sogar hochreligiös. Zum Vergleich: In der gesamtdeutschen Bevölkerung bezeichneten sich nur 70 Prozent als religiös und 18 Prozent als hochreligiös, damit ist die Gläubigkeit der Muslime im Vergleich zu dem deutschen Katholiken und Protestanten z.T. doppelt so hoch.”

http://www.islam.de/10966.php

Umgekehrt kann man aber auch wieder eine andere Studie lesen, wonach sich die meisten der deutschen Muslime als nichtreligiös empfinden:

““Die Religiosität von Befragten, die sich selber zum ‚Islam’ bekennen, unterscheidet sich in den Anteilen der Intensität – gemessen an der Häufigkeit des Gotteshausbesuchs – nicht grundsätzlich von den Einstellungen der Mitglieder der christlichen Amts-Kirchen in Deutschland.
Eine Minderheit von rund einem Fünftel (18 %) der sich als ‚Muslime’ Bezeichnenden ist in religiöser Hinsicht als tatsächlich und praktizierend „religiös“ anzusehen, ein weiteres Fünftel (19,8 %) hat ein eher distanziertes Verhältnis zur praktizierten Religion und drei Fünftel (62,1 %) sind als Nicht-Religiöse anzusehen. Insofern ist eine Unterscheidung vorzunehmen zwischen einem Fünftel „religiösen ‚Muslimen’“ und drei Fünfteln vermutlich „ethnisch-kultureller Muslime“, für die eine entsprechende religiöse Praxis keine Bedeutung hat. Diese Verteilungen bleiben auch in den Differenzierungen nach Geschlecht und Altersgruppen insgesamt erhalten – sind also als weitgehend durchgängig zu betrachten.
Insofern ist die Bezeichnung „Muslim“ erheblich zu differenzieren. Nicht nur hinsichtlich der verschiedenen Glaubensgemeinschaften des Islam, sondern auch und gerade hinsichtlich der Religiosität,
da gerade die religiöse Zuordnung bei mehr als drei Fünfteln der ‚Muslime’ keinen Sinn ergibt.
Insofern ist die Forschung gefragt, diese Zuordnungen inhaltlich genauer zu klären.”

Auf Seite 10:

http://fowid.de/fileadmin/textarchiv/Frerk_Carsten/Muslime_in_Deutschland_TA2007_10.pdf

70) Michael Schmidt, Freitag, 06. Februar 2015, 00:21 Uhr

Ich kann diese Islam-Debatte nicht nachvollziehen.

Daran sieht man, dass der Deutsche an sich Säkularisierung und Laizismus nicht verstanden hat.

In diesem Land ist grundgesetzlich garantiert, dass ein jeder den größten Schwachsinn glauben und ihn als Religion ausgeben darf.

Solche Bekloppte gibt es in den USA auch. Da laufen Leute frei herum, die im Ernst glauben, “Gott” habe die Welt in sieben Tagen erschaffen und Menschen zusammen mit dem Brontosaurus Rex Hand in Hand durch die Urwälder spaziert sind, da die Welt ja nur 5000 Jahre alt sei.

Die ermorden Ärzte in Abtreibungskliniken. Die schießen sich täglich gegenseitig über den Haufen. Da will ein Politiker die 10 Gebote im Gerichtssaal wieder aufhängen lassen, und kann grade mal 3 davon nennen. Da marschiert ein US-Präsident in den Irak ein, weil Jesus ihm befohlen habe, Frieden in Israel zu schaffen.

Zum Problem wird Religion genau dann, wenn sie in praktische Politik umgesetzt werden soll. Wenn also irgendwelche Spinner meinen, hier die Scharia durchsetzen zu müssen, verknackt man sie halt wegen Selbstjustiz. Wenn einer meint, Ehrenmorde an Familienmitgliedern begehen zu müssen, dann wandert er halt lebenslänglich mit anschließender Sicherheitsverwahrung in den Bau. Statt kulturellem Bonus kann man auch argumentieren, dass jemand mit einer derartigen religiösen Auffassung, die ihn zu einer Mordtat motivierte, eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt und daher für immer in den Knast gehört.

In dem Augenblick, in dem religiöser Schwachsinn mit modernen rechtsstaatlichen Normen kollidiert, hat der Rechtsstaat knallhart durchzugreifen und nur das Recht im Auge zu behalten und religiöse Motive auszublenden, oder aber gegen die Angeklagten auszulegen.

Die Botschaft muss unmissverständlich sein, dass Religion Privatsache ist, und das für das Zusammenleben letztlich die rechtsstaatlichen Normen gelten. Wer aus religiöser Anschauung besonders mildtätig sein will, kann das ja gerne tun, denn das ist nicht strafbar. Es ist auch nicht strafbar, wie ein Vollidiot auszusehen und mit Vollbart und Schlafanzug durch die Gegend zu rennen.

In dem Augenblick, wo es eine Kollision gibt, ist völlig klar, welche Norm zu gelten hat.

Wem ist denn geholfen, wenn die Medien gegen Religionen und Gesinnungen aufhetzen? Da sind zwei Bekloppte, die die Redaktion von Charlie Hebdo ermorden und sich auf den Islam berufen. Na und? Wir müssen ihnen zurufen: “Das interessiert uns nicht. Ihr seid Mörder, gemeingefährliche Mörder, und nichts anderes, und als solche werden wir euch auch behandeln.” Millionen Menschen berufen sich auch auf den Islam und ermorden dennoch keine Karikaturisten.

Wie Castellio gegen Calvin wetterte: “Einen Menschen verbrennen heißt nicht, eine Lehre verteidigen, sondern: einen Menschen ermorden.”

Zu allen Zeiten haben sich Menschen die abstrusesten “Begründungen” für die abscheulichsten Taten ausgedacht.

Ein friedliches Nebeneinander von Religionen kann es dann und nur dann geben, wenn ein starker, säkularer Rechtsstaat über den religiösen Normen steht.

Ist am Ende die Furcht vor dem Islamismus in Wahrheit eine Furcht vor der Schwäche des eigenen Rechtsstaats?

71) Rainer Gebhardt, Freitag, 06. Februar 2015, 09:26 Uhr

70 Michael Schmidt am 06.02.2015

So wahr mir Gott helfe…

72) Erika, Freitag, 06. Februar 2015, 10:06 Uhr

@ washira

“Es scheint also auch innerhalb der SPD einen völkischen Block zu geben, der auf Sympathien durch Leute des Seeheimer Kreises wie von Dohnanny und andere gestützt wird.”

Diesen Kommentar von jakobiner wollte ich gerne klarstellen.

73) Erwin Gabriel, Freitag, 06. Februar 2015, 12:05 Uhr

@ 70) Michael Schmidt, Freitag, 06. Februar 2015, 00:21 Uhr

>> Die Botschaft muss unmissverständlich sein,
>> dass Religion Privatsache ist, und das für das
>> Zusammenleben letztlich die rechtsstaatlichen
>> Normen gelten.

Absolute Zustimmung. Das ist meiner Meinung nach der beste Satz, den man zu diesem Thema sagen kann. Vielen Dank!

Ob Christ, Jude, oder Muslim, ob streng, schwach oder gar nicht gläubig – mehr muss man nicht verstanden haben, um sich in Deutschland einzuordnen

>> Ist am Ende die Furcht vor dem Islamismus
>> in Wahrheit eine Furcht vor der Schwäche
>> des eigenen Rechtsstaats?

Ich denke, dass die Furcht vor dem Islamismus (zu Recht) eine Furcht vor Gewalt ist.

Die Furcht vor dem Islam entspringt meiner Ansicht nach eher der Furcht vor einer Veränderung der Gesellschaft zum Schlechteren, die Furcht vor der Schwäche des eigenen Rechtsstaats inbegriffen.

74) Politikverdruss, Freitag, 06. Februar 2015, 15:47 Uhr

69) Jakobiner, Donnerstag, 05. Februar 2015, 18:43 Uhr,

Sie zeichnen ein vielschichtiges Bild der in Deutschland lebenden Muslime. Was wollen Sie daraus ableiten? Das alles gut wird?

Es geht auch nicht um die hier lebenden Muslime, sondern um den Islam und den Islamismus.
„Islamische Theologie fußt auf Gewalt“, sagt der Wiener Religionsforscher Ednan Aslan. http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/politik/national/Islamische-Theologie-fusst-auf-Gewalt-article1553456.html

Und Alice Schwarzer hält den Islamismus für den Faschismus des 21. Jahrhunderts. Dem stimme ich zu.

Die größten Gefahren gehen derzeit aber von unserem völlig aufgeweichten Toleranzverständnis aus. Ein Beispiel: Udo di Fabio, ehemaliger Verfassungsrichter und gläubiger Christ meint, der Staat solle sich nicht von den „Sinnstiftungsressourcen der Religion abzuschneiden. Denn so viel er auch kann: Sinn zu stiften vermag der säkulare Staat nicht. Oder er wird totalitär“ (ZEIT, 08.01.2009).

Da haben wir Jahrhunderte gebraucht, um kirchliche und politisch-kirchliche Macht aus unserer Politik zu verbannen und nun kommen schon wieder Religionsapologeten daher und behaupten, ohne Religion sei kein Staat zu machen! „Ein modernes Toleranzverständnis ist die Feigheit vor der Wirklichkeit der Unterschiede.“

75) Jakobiner, Freitag, 06. Februar 2015, 16:08 Uhr

Zu Erwin Gabriel:

Meiner Ansicht nach verharmlosen sie Pegida gewaltig.Das Hitlerposing von Lutz Bachmann samt seiner xenophoben Äusserungen zu Ausländern zeigt doch ziemlich klar, wes Geistes Kind deren Führer und diese Bewegung sind. Wahrscheinlich verbuchen sie Bachmanns Führerauftritt auch noch als Charlie-Chaplinsche Satire.Ein Blick auf die Facebookseite der Pegida und die Kommentare zeigt, dass sich hier ein recht völkisches Volk zusammentut, um die Demokratie zu beseitigen unter dem Vorwand von Volksentscheiden.

“Ich habe das an anderer Stelle schon mal erwähnt gehabt: Adolf Hitler war Vegetarier. Nun jedem, der als Vegetarier lebt, vorzuwerfen, er sei ein Nazi, geht viel zu weit.”

Umgekehrt zu sagen, dass Veget-arier keine Nazis sein können, ist aber ebenso Blödsinn. Und bei den xenophoben Äusserungen der Pegidaleute macht man deren Ernährungsweise auch nicht zum Maßstab ihrer politischen Gesinnung–es sei denn, es tauchen eben solche Plakate auf wie “Kartoffeln statt Döner”.

76) karel, Freitag, 06. Februar 2015, 19:55 Uhr

70) H. Schmidt,

Die Furcht vor der Schwäche des eigenen Rechtstaats ist durchaus real,
da immer größere Bereiche durch die Normen des politisch Korrekten verdrängt wurden.

77) Politikverdruss, Samstag, 07. Februar 2015, 12:10 Uhr

67) Jakobiner, Donnerstag, 05. Februar 2015, 16:52 Uhr,

bitte mal unter „Scharia“ googeln.

78) Jakobiner, Samstag, 07. Februar 2015, 19:16 Uhr

Das Versagen der Parteien ist auch angesichts der Ukrainekrise festzustellen. Merkels diplomatische Initiative wird nichts bewirken, solange die USA immer noch an ihren Vorstellungen einer internationalen Sicherheitsordnung ohne Rücksicht auf Russland festhalten.Interessanter Beitrag von Lawrow auf der Münchner Sicherheitskonferenz und meine ganze Rede:

„Manche, fährt er dann fort, würden ja glauben, der Ukraine-Konflikt müsse gelöst werden, dann werde alles wieder gut. “Es ist umgekehrt”, belehrt Lawrow das Publikum. Erst müsse wieder eine internationale Sicherheitsordnung hergestellt werden, dann folge auch die Lösung für die Ukraine.“

Putin geht es um eine neue internationale Ordnung, wie auch China—alles breit dargelegt im Papier „The New Type of Great Power Relations“, auf das ich schon lange hinweise. Die Ukraine ist da nur ein Unterpunkt. Lawrow hat klar gemacht: Wenn die USA und die EU nicht auf Russlands Vorstellungen einer neuen internationalen Ordnung eingehen, wird es eben einen neuen Kalten Krieg geben.

Mit freundlichen Grüssen
Ralf Ostner

Lawrow spricht für die verletzte Großmacht Russland
Sergej Lawrow kann damit gut umgehen. In einem langen Leben als Diplomat hat er es gelernt, schlechte Laune als Waffe einzusetzen. Noch schneller und unwirscher als sonst liest er seine Rede herunter, ganz so als sei ihm das vornehmlich westliche Publikum keine Viertelstunde wert. Lawrow findet immerhin die Zeit, auf einen Vorwurf zu reagieren, den in München viele erheben, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Russland steht wegen der Annexion der Krim am Pranger und wegen seiner offenkundigen Beteiligung am Krieg im Osten der Ukraine, wegen der Verletzung lange für unumstößlich gehaltener Regeln also. Kein “plötzlicher Zerfall der Weltordnung” sei zu beklagen, kontert Lawrow, sondern ihr Niedergang über 25 Jahre.Vielleicht spricht Lawrow auch deshalb so schnell, weil er das alles schon so oft gesagt hat. Der Außenminister widerholt seine Attacken auf die USA, führt das militärische Eingreifen in Libyen und in Irak an und erwähnt im selben Atemzug die Ost-Erweiterung der Nato. “Sie haben den Traum verfolgt, die Gewinner des Kalten Krieges zu sein”, sagt er. Lawrow spricht für die verletzte, sich gedemütigt fühlende Großmacht und tut so, als seien die Europäer nur Erfüllungsgehilfen der USA. Er redet letztlich so, als sei der Kalte Krieg nie wirklich zu Ende gegangen. Und verstärkt so das Gefühl, der Kalte Krieg habe bestenfalls Pause gemacht.(…) Sergej Lawrow hat seine eigentliche Rede schon beendet, als er zum Kern der Dinge kommt. Warum denn die Ukraine büßen soll für den Frust der Russen über die Amerikaner, ist der russische Außenminister gerade gefragt worden. Zunächst weist Lawrow den Frager zurecht, er bringe da etwas durcheinander. Manche, fährt er dann fort, würden ja glauben, der Ukraine-Konflikt müsse gelöst werden, dann werde alles wieder gut. “Es ist umgekehrt”, belehrt Lawrow das Publikum. Erst müsse wieder eine internationale Sicherheitsordnung hergestellt werden, dann folge auch die Lösung für die Ukraine. Sollte noch irgendjemand im Saal Illusionen gehegt haben, dass es bald Frieden geben könnte in der Ukraine, sind sie in diesem Augenblick zerplatzt.“

http://www.sueddeutsche.de/politik/muenchner-sicherheitskonferenz-als-habe-der-kalte-krieg-nur-pause-gemacht-1.2341105

Merkel hat zwar wie Steinmeier eine neue russisch-europäische Freihandelszone vorgeschlagen, aber Putins/lawrows Vorstellung einer neuen internationalen Sicherheiotsordnung geht ja weiter und ist nicht nur ökonomisch gemeint. Ohne eine Änderung der amerikanischen Vorstellungen von einer internationalen Sicherheitsordnung wird sich auch Russlöands Verhalten nicht ändern.

79) Johannes Lamp, Sonntag, 08. Februar 2015, 09:45 Uhr

Wer hat den Boden für den Führer und Reichskanzler bereitet?
Leute, wie der Säufer Ley, der Schöngeist Baldur von Schirach, der Geiferer Goebbels, der mystische Schwärmer Himmler. der rauschgiftsüchtige Göring, der Schläger Röhm, der eitle von Papen und der arbeitsscheue Postkartenmaler Adolf waren es bestimmt nicht!
Der “Mittelstand”, der sich abgehängt fühlte, die Falschparkeraufschreiber, die Korinthenkacker,
die Alles- und Besserwisser, die Leute mit Blockwartmentalität, die mit dem beschränkten Horizont, die Studienräte, die ihre Schüler in den Tod schickten, nicht zu vergessen die Angsthasen!
Ich will ausnahmsweise niemand der Pegiden beim Namen nennen – da gibt es einige in diesem Blog…
PS. Hüten wir uns davor, uns von unseren Verbündeten jenseits des Atlantiks in einen Krieg mit Russland hinein ziehen zu lassen! Ich hätte nie gedacht, einmal auf die Perle der Uckermark setzen zu müssen…

80) StefanP, Sonntag, 08. Februar 2015, 11:50 Uhr

@78) Jakobiner

Schön, dass Sie immer auf das gleiche Thema kommen, egal wie die Überschrift lautet. Es sind die Russen, welche die Souveränität eines fremden Staates, der sich nicht mal aggressiv verhalten hat, verletzen. Es sind die Russen, welche durch nichts legitimierte Freischärler auf dem Gebiet eines demokratischen Staates mit Waffen in einer Form unterstützen, dass diese weit besser ausgestattet sind als die Armee des Staates.

Spätestens an dieser Stelle weiß auch der neutrale Beobachter, dass dies nicht durch “Eroberungen” der Rebellen möglich ist. Der Westen dagegen hat sich bisher der Unterstützung durch Mensch und Material untersagt, so es über diplomatische Noten hinausgeht. Hier ist klar, wer der Aggressor ist – zumal die Russen die Schablone zuvor schon über die Krim gelegt hatten.

Die Russen verschieben gewaltsam Grenzen in Europa. Das ist seit dem 2. Weltkrieg, an dessen Verschiebungen die Russen ja auch so ihren Anteil hatten, einmalig. Keine westliche, demokratische Macht hat dies in den letzten Jahrzehnten getan.

81) Politikverdruss, Sonntag, 08. Februar 2015, 13:40 Uhr

69) Jakobiner, Donnerstag, 05. Februar 2015, 18:43 Uhr,

lieber Mitstreiter,

in Ergänzung zu dem, was ich unter Lfd. Nr. 74 geschrieben habe, empfehle ich Ihnen den u.a. Artikel von S. Schirmbeck, einem Filmemacher und Sympathisanten der 68er. Er ist der Frage nachgegangen, warum die Linke zur Religion des Islam nicht auf Distanz geht und wie man dort „krampfhaft“ versucht, Islamkritik zu unterbinden:

„Ich aber hatte nun das Gefühl, dass es mit der kleinen linken Dynastie im Frankfurter Nordend langsam zu Ende ging, so sehr weigerte man sich dort, die Schutzwand zwischen Islam und Islamismus zu durchbrechen. Man machte eine Wand aus Muslimen daraus. Man machte sie dadurch unangreifbar, diese Trennwand, dass man sagte, wer den Islam angreife, greife die Muslime an.“

http://www.faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart/linke-verweigern-diskussion-ueber-islam-und-gewalt-13377388.html?printPagedArticle=true

Lesenswerter Artikel!

82) Walter Schmid, Sonntag, 08. Februar 2015, 14:25 Uhr

http://www.schweizamsonntag.ch/ressort/meinung/die_eu_entwickelt_autokratische_manieren/
Einen sehr klugen und empfehlenswerten Artikel über Parteien und EU- Instutitionen. Ein schönes treffendes Zitat am Ende, das sich ALLE Politiker hinter die Ohren schreiben sollten. Schönen Sonntag! WS

83) Politikverdruss, Sonntag, 08. Februar 2015, 19:20 Uhr

78) Jakobiner, Samstag, 07. Februar 2015, 19:16 Uhr,

Sie haben recht, wenden wir uns mal wieder der Ukraine-Krise zu. Da ist der Kanzlerin Respekt zu zollen, dass Sie den Gesprächsfaden zu Putin nicht abreißen lässt, sie zusammen mit Hollande einen neuen Versuch unternimmt, die Krise zu entschärfen und sie sich den kriegslüsternen US-Amerikanern entgegenstellt.

Wissen Sie eigentlich, dass US-Präsident Barack Obama am 1.2.15. im Gespräch mit Fareed Zakaria von CNN zugegeben hat, dass die USA für den Staatsstreich am 21.02.14 in Kiew verantwortlich sind: „… Mr. Putin made this decision around Crimea and Ukraine – not because of some grand strategy, but essentially because he was caught off-balance by the protests in the Maidan and Yanukovych then fleeing after we had brokered a deal to transition power in Ukraine …”

http://cnnpressroom.blogs.cnn.com/2015/02/01/pres-obama-on-fareed-zakaria-gps-cnn-exclusive/

Wie ich überhaupt nicht verstehe, dass im Zusammenhang mit den Diskussionen über diese Krise die US-amerikanischen Interessen im deutschen Medienspektrum kaum vorkommen. Mittlerweile klingt es in deutschen Gazetten und im ÖR so, als habe Russland die Ukraine angegriffen.

Dabei ist uns der „geheime“ Besuch des CIA-Chefs Brennan in Kiew im April 2014 doch noch präsent. Wenig später griff die ukrainische Armee ukrainische Bürger/Separatisten in der Ostukraine an. Dieser militärische Lösungsansatz, ich gehe davon aus, dass die ukrainische Putschregierung von Brennan und Co. „ermächtigt“ wurde, militärische Gewalt einzusetzen, ist ja nun mächtig nach „hinten“ losgegangen.

Würden Sie, lieber Jakobiner, den US-Amerikanern trauen? Das Anpassungsabkommen zum Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa (A-KSE) von 1999 haben sie nicht ratifiziert. Auch die Kündigung des ABM-Vertrages, der 1972 von den USA und der Sowjetunion zur Begrenzung von Raketenabwehrsystemen geschlossen worden war, durch die USA im Jahr 2002 war sicher keine „vertrauensbildende Maßnahme“.

„Die Bush-Regierung hat mit der Kündigung des ABM-Vertrages 2002, der den Aufbau flächendeckender Abwehrschirme verbot, “eine wichtige Säule des internationalen Gebäudes für strategische Rüstungskontrolle einstürzen lassen” und “das Prinzip des sorgsam austarierten strategischen Gleichgewichts zwischen Russland und Amerika außer Kraft gesetzt”. Frank Elbe, Ulrich Weisser: Der Raketenstreit wächst sich zu einer internationalen Krise aus, DGAP-Standpunkt, Juni 2007

“Die gegenwärtigen und künftigen Nuklearstreitkräfte der USA scheinen dafür konzipiert zu sein, einen präemptiven Entwaffnungsschlag gegen Russland oder China zu führen (…) Die Art von Raketenabwehr, die von den USA wahrscheinlich zum Einsatz gebracht werden wird, wäre primär in einem offensiven Kontext sinnvoll – nicht in einem defensiven – als Ergänzung einer amerikanischen Erstschlagfähigkeit, nicht als Schutzschild an sich.” Keir A. Lieber, Daryl G. Press: “The Rise of U.S. Nuclear Primacy”, Foreign Affairs, March/April 2006

Und nun brüstet sich dieser von US-Neocons getriebene US-Präsident öffentlich damit, bezüglich des Kiew-Regierungsputsches 2014 einen Deal zur Machtübergabe ausgehandelt zu haben. Wie finden Sie das denn? Natürlich wird das von unseren „Qualitäts“-ÖR mit keiner Silbe erwähnt. Glaubt die US-Regierung, sie könne sich mittlerweile alles erlauben?

Lösungsansatz? Der kam von einem deutschen Landespolitiker. Matthias Platzeck: “Die Annexion der Krim muss nachträglich völkerrechtlich geregelt werden, sodass sie für alle hinnehmbar ist … . Da gibt es verschiedene Möglichkeiten.“Damit hat er der deutschen und westlichen Politik klar gemacht, dass die aktuelle Ukraine-Politik in eine Sackgasse führt.

Aber vorher scheint es, wollen die „McCains“ die Ukrainer noch mal so richtig hochrüsten. Und vielleicht lässt sich ja auf dem Roten Platz auch ein „Maidan“ anzetteln. Diese US-Hybris ist unerträglich und hier wird so getan, als habe die US-Regierung nichts damit zu tun.

84) Jakobiner, Sonntag, 08. Februar 2015, 19:35 Uhr

Die Lage scheint sehr ernst: Hollande warnt vor einem „totalen Krieg“, der ehemalige schwedische Ministerpräsident und Außenminister Carl Bildt warnt sogar vor einem Krieg zwischen NATO und Russland.
Ausschnitt aus einem FAZ-Interview mit Carl Bildt, ehemaliger Ministerpräsident von Schweden:

” FAZ:Ist ein Krieg zwischen dem Westen und Russland noch undenkbar?

Bildt:
Leider nicht. Wir sollten ihn mit allen Mitteln vermeiden. Aber die Lage ist sehr gefährlich. Der Konflikt hat eine sehr grundsätzliche Natur: Es geht nicht nur um die Zukunft der Ukraine, es geht um die Zukunft Russlands und die Zukunft Europas. Wenn wir es schaffen, die russische Aggression zu stoppen, eine souveräne und demokratische Ukraine zu erhalten, wird dies auch Russland mit der Zeit verändern. Wenn es dem Kreml aber gelingt, die Ukraine zu destabilisieren und es in eine Zone der Konfrontation zu verwandeln, wird das Militarismus und Revisionismus in der russischen Politik stärken. Und dann wird die Aggression auch nicht in der Ukraine enden. Deswegen entscheidet sich dort die Stabilität von Europa.”
Anfangs bestand Putins Hoffnung, dass die EU mit ihm einen Freihandelszone von “Lissabon bis Wladiwostok”herstellt und man die EU friedlich aus der NATO rauslösen könne, ähnlich wie es der Linkspartei mit ihrer “kollektiven europäischen Sicherheitsarchitektur”vorschwebt und Gorbatschow als Idee eines “europäischen Hauses”hatte.. Da dies aber keinen Erfolg hat, ist Putin nun auf die Zerschlagung der EU und die Errichtung autoritärer prorussischer Regime in Europa aus, die seine Vision eines Eurasianismus teilen.
Deswegen unterstützt er den faschistischen Front National, deswegen unterstützt er die faschistische Jobbik und auch den semifaschistischen Orban, die allesamt einem westlichen Liberalismus eine Kampfansage erteilen. Natürlich wird Putin nicht so blöd sein, sich offen hinzustellen und zu erklräen “Ich will die EU zerschlagen”. Aber nicht an seinen Worten soll man ihn erkennen, sondern an seinen Taten. Zur Ukrainekrise: Ja, es gab einen US-Putsch (Nuland: “Fuck the EU”), ja die Ukraine sollte zum NATOstaat werden und Russlands Marinestützpunkt auf der Krim ad acta legen, ja, die EU wollte Putins Eurasische Union rausdrängen und Russland hat daraufhin eben mal einen Warnschuss lsogelassen.Alles zugestanden.Aber Putin selbst idealistische Motive zu unterstellen, ist ja genauso blauäugig.Nehmen wir mal die Rede von Putin 2001 vor dem deutschen Bundestag her:

„Niemand bezweifelt den grossen Wert Europas zu den Vereinigten Staaten. Aber ich bin der Meinung, dass Europa einen Ruf als mächtiger und selbständiger Mittelpunkt der Weltpolitik langfristig nur festigen wird, wenn es seine eigenen Möglichkeiten mit den russischen menschlichen, territorialen und Naturresourcen sowie mit den Wirtschafts-, Kultur- und Verteidigungspotentialen Russlands vereinigen wird“.

Wohlgemerkt: Das bedeutet: EU gemeinsam mit Russland, auch als Militärorganisation gegen die USA als Anti-NATO (“Vereinigung von Verteidigungspotentialen”).Sehr friedlich gedacht auch, aber es zeigt, dass Putins Ziele ambitionierter als nur die Ukraine sind und keineswegs defensiv.Kann man das jetzt noch defensiv nennen?Das ist dioch eine klare Kampfansage an die USA. Das ist dieser Eurasiaismus, der brandgefährlich werden kann—denn ob solch eine Konstellation friedlich zu erreichen ist, da habe ich meine Bedenken.Auch dadurch, dass Putin den faschistischen Front National finanziert, die faschistische Jobbik und Orban, zeigt mior, dass er die EU zerschlagen will, vor allem um die deutsch-französische Achse zu zerstören, und Frankreich aus der EU und der NATO zu lösen und in sein eurasisches Imperium unter Russlands Knute einzugliedern.

85) Jakobiner, Sonntag, 08. Februar 2015, 19:52 Uhr

Zu 74) Politikverdruss, Freitag, 06. Februar 2015, 15:47 Uhr

69) Jakobiner, Donnerstag, 05. Februar 2015, 18:43 Uhr,

Sie zeichnen ein vielschichtiges Bild der in Deutschland lebenden Muslime. Was wollen Sie daraus ableiten? Das alles gut wird?

Es geht auch nicht um die hier lebenden Muslime, sondern um den Islam und den Islamismus.”

Bester Politikverdruss. Ich wollte Ihnen anhand der beiden Studien einmal zeigen, wie unterschiedlich die “Fakten”lage ist und was alles als” Fakten” bezeichnet wird ohne einmal Vergleiche und Widersprüche ziwschen den jeweiligen Studien zu sehen. Dennoch scheinen Sie stänfig Islam und Islamismus in einen Topf zu schmeissen und miteinader zu vermengen.Wie gesagt: Außer Hamed Abdel Samad und Henrik Broder tut dies kein Mensch, nicht einmal solche Neocons wie Daniel Pipes oder George W. Busch, die immer zwischen Islam und Islamismus unterschieden. Das wäre genauso, als würde man sagen wegen der RAF wären alle Linken terroristisch und linksfaschistisch oder wegen der NSU wären alle Deutschen Nazis und Mörder. Oder weil die christliche Army of the Lord in Uganda alles massakriert oder christlcihe Fanatiker Antreibungsärzte und Blasphemiker in den USA ermorden, dafür das Christentum und eine Franzsiksu oder eine Käßmann reinzuziehen.

86) Jakobiner, Sonntag, 08. Februar 2015, 20:13 Uhr

Zu 77) Politikverdruss, Samstag, 07. Februar 2015, 12:10 Uhr

67) Jakobiner, Donnerstag, 05. Februar 2015, 16:52 Uhr,

bitte mal unter „Scharia“ googeln.

Warum soll ich googeln? Sind sie nicht imstande ihre grossartigen Thesen selbst in einfachen Worten zu verteidigen? Ein recht hilfloses Ablenkungsmanöver, das mir zeigt, dass es um ihr eigenes Wissen sehr selektiv und sehr beschränkt ist.

Zu 74) Politikverdruss, Freitag, 06. Februar 2015, 15:47 Uhr

69) Jakobiner, Donnerstag, 05. Februar 2015, 18:43 Uhr,

Sie zeichnen ein vielschichtiges Bild der in Deutschland lebenden Muslime. Was wollen Sie daraus ableiten? Das alles gut wird?

Was leiten Sie daraus ab? Dass “alles schlecht”wird? Dass die Islamisierung Europas kommt?
Meine Gegenstandpunkte habe ich oben gemacht, denen Sie mit Googleverweisen meinen auskommen zu können ohne auf sie detailiert einzugehen oder nur mit hilflosen Ggenfragen zu kommen.Ich glaube allerdings, dass keinerlei Gefahr einer Islamsierung in Deutschland und Resteuropa besteht.Es wird einige kleine fanatische Gruppen geben, die auch terroristisch agieren werden, wie eben die RAF oder die NSU, aber es ist kein Breitenphänomen, zumal eben auch die meisten deutschen Muslime prowestliche Attattürk-Türjen sind, die schon längst in der Moderne angekommen sind. Und die konservativen Teile der Muslime sind eher daruf wie die CSU in den 60er Jahren, deshalb aber noch keine Gefahr. Anders sieht es aus in den muslimischen Ländern. Hier können Islamisten eine Massenbasis finden. Umgekehrt zeigt aber die Verbrennung des jordanischen Piloten und die Reaktion in Jordnanien oder eben die Entwicklun g in Tunesien oder Ägypten,dass sich inzwischen moderate Muslime mit säkularen zusammenschliessen, um gegen die Islamisten vorzugehen. Ob dann alles gut wird, weiß ich nicht. Unsere Aufgabe ist es jedenfalls die moderaten Muslime und die säkulren Kräfte gegen die Islamisten mit allen Mitteln (auch militärisch) zu unterstützen.

87) Jakobiner, Sonntag, 08. Februar 2015, 20:54 Uhr

Zu Politikverdruss:

Ich habe auch Scharia gegoogelt. Da wird zwischen Scharia und Fiqh unterschieden, die ewig gültigen Gesetze aus dem Koran und dann eben ihre Auslegungen. Da steht:

“Der Unterschied zwischen Scharia und Fiqh ist wesentlich. Scharia ist göttliches Recht, offenbart in Koran und Sunna, in den Grundzügen und als Werteordnung gültig für alle Zeiten und Orte. Hingegen ist das Rechtssystem Fiqh, das aus der Scharia abgeleitet wird, menschlich und daher veränderlich und bietet Spielraum für Kontroversen. Fiqh ist kein starres Rechtssystem, das unwandelbar alle Zeiten überlebt hat und an allen Orten gültig ist. Islamwissenschaftler, Arabisten und Ethnologen (beispielsweise Gudrun Krämer[5], Thomas Bauer[6], Ingrid Thurner[7]) betonen immer wieder, dass Meinungspluralismus keineswegs in Widerspruch zur Scharia stehe.”

Sie, bester Polituikverdruss reden nur über Scharia, nicht aber über Fiqh, also eben die konkrete Rechtsauslegung. Und bei letzterem gibt es eben erhebliche Unterschiede. Mit Ausnahme von Saudiarabien, Iran und IS werden eben nirgendwo Hände abgehackt, geköpft, gesteinigt,etc.
Zwar berufen sich alle muslimsichen Staaten, auch die Organistaion der Islamischen Staaten auf die Scharia, eben auch in der Kairoer Erklärung, maßgeblich ist aber die Fiqh, die konkrete rechtswissenschaftliche Auslegung. Bester Politikverdruss, Sie rülpsen immer nur Scharia, die entsprechenden Koransuren und die Kairoer Erklärung ohne auf die prkatische Realität in der muslimischen Welt einzugehen.Das erinnert mich an Streichers Stürmer, die Protokolle der Weisen von Zion oder die Schriften, die den Juden die Torah vorhielten und deren alttestamentarisches Recht, um alle Juden zu denunzieren. Eine recht billige Masche der Stimmungsmache und Hetze.

88) Erwin Gabriel, Sonntag, 08. Februar 2015, 23:06 Uhr

@ 75) Jakobiner, Freitag, 06. Februar 2015, 16:08 Uhr

>> Meiner Ansicht nach verharmlosen sie Pegida gewaltig.

Das wird ja langsam wirklich anstrengend. Hört denn niemand zu, oder liest mit Sorgfalt?

Die Aussage, dss nur ein Teil von Pegida ausländerfeindliche Einstellungen hat, aber eben auch ein Groteil, als “normale” Wutbürger, eben nicht, stammt nicht von mir. Ich weise nur darauf hin, dass man hier zu viele verschiedene Themen mit der gleichen Keule erschlagen will.

Und es sollte auch klar sein, dass Demokraten Meinungen aushalten müssen, die nicht ihren eigenen Meinungen entsprechen. Solange Pegida nicht gegen Gesetzte verstösst, ist das eine demokratische Veranstaltung. Das sollte jedem Demokraten einleuchten. Wenn da nun einer (oder viele) rufen “Ausländer raus”, ist das als Meinungsäußerung durchs Grundgesetz abgesegnet. Da kann man dann gerne seine eigene Meinung dagegen stellen, mehr nicht. Was teilweise geschieht, ist aber, diese (obwohl gesetzeskonform) unerwünschte Meinung mit teilweise undemokratischen Mitteln zu unterdrücken, ohne das der Rechtsstaat dem Gesetz Geltung verschafft. Das finde ich bedauerlich.

>> Das Hitlerposing von Lutz Bachmann samt seiner xenophoben
>> Äusserungen zu Ausländern zeigt doch ziemlich klar, wes
>> Geistes Kind deren Führer und diese Bewegung sind.

deren Führer? Allerdings
diese Bewegung? Wie schon von anderer Seite erläutert, nicht durchgängig.

>> Wahrscheinlich verbuchen sie Bachmanns Führerauftritt
>> auch noch als Charlie-Chaplinsche Satire.

Ich habe noch nicht ein einziges positives Wort über diesen Herrn geäußert, also auch Ihnen gegnüber meine Bitte: Unterstellen Sie mir nicht ständig irgendetwas.

>> Umgekehrt zu sagen, dass Veget-arier keine Nazis sein
>> können, ist aber ebenso Blödsinn.

Da stimme ich zu, habe ich auch nicht gemacht. Ich habe nie bestritten, dass ein erheblicher Teil der Pegida-Bewegung ausländerfeindlich und/oder rechtsextrem ist. Ich sage nur: ein nicht zu kleiner Teil ist es eben nicht.

Wenn man das nicht sauber trennt, sondern ständig alle in die gleiche Sosse tunkt, besteht er die Gefahr, dass die “allgemeinen Protestler” nur bei den Ausländerfeinden Verständnis finden; im Gegenzug Verständnis für ausländerfeindliche Parolen aufzubringen, ist dann nicht mehr so weit.

Wenn Sie alle die, die gegen irgendetwas sind – die von den Medien genervt sind, die Abstiegsängste haben, die der regierung nicht vertrauen – wenn Sie all die ständig in die Rechte Ecke schieben, bleiben die irgendwann dort stehen. Und derzeit tut mal alles, dass es so kommt.

Davon unabhängig sind Forderungen nach einer Regelung der Einwanderung (wie immer die dann aussehen mag), nach besserer Unterstützung der Zuwanderer oder nach mehr Mitteln für die Betreuung vernünftig und werden von mir unterstützt.

89) Erwin Gabriel, Sonntag, 08. Februar 2015, 23:09 Uhr

@ 76) karel, Freitag, 06. Februar 2015, 19:55 Uhr

>> Die Furcht vor der Schwäche des eigenen Rechtstaats
>> ist durchaus real, da immer größere Bereiche durch
>> die Normen des politisch Korrekten verdrängt wurden.

ZUSTIMMUNG !!!

90) Michael Schmidt, Montag, 09. Februar 2015, 00:55 Uhr

@71) Rainer Gebhardt

Ich erwähnte ja meine These, dass man in Deutschland Säkularismus und Laizismus nicht durchweg verstanden hat.

@73) Erwin Gabriel

Danke für Ihren Zuspruch!

Zum islamistisch motivierten Terror kann ich nur sagen: Sicher ist die Furcht vor Gewalttaten begründet. Das belegen die bisher verhinderten Anschläge.

Ich plädiere trotzdem dafür, Terroristen als das anzusehen, was sie sind: Kriminelle, und sonst nichts. Und wenn er noch so laut den Namen des Propheten schreit: Man sagt ihm ruhig, dass er sich seinen Glauben sonst wohin stecken kann, und er heute vor Gericht steht, weil er ein kleiner, dreckiger Kriminelller und Mörder ist.

Aber natürlich verkauft sich die Auflage einer Zeitung viel besser, wenn man solche Typen zu islamistischen Teufeln aufpustet.

Eine Gesinnung ist in Deutschland derzeit noch nicht wieder strafbar. Die Zeiten, in denen man wegen der falschen Gesinnung in “Schutzhaft” in einem Konzentrationslager endete, sind zum Glück vorerst vorbei, aber das Gerede einiger Journalisten und Politiker stimmt mich sorgenvoll, ob das noch lange so bleibt.

Prävention von Anschlägen ist oberste Pflicht unserer Polizeibehörden; man kann verfassungsfeindlich gesinnte Individuen auch beobachten, wie ich meine, aber verhaften kann man jemanden, der nichts getan hat, in einem Rechtsstaat nicht, auch wenn er feindlich gesinnt ist.

@76) karel

Ich stimme Ihrer Beobachtung zu. Man darf nicht verhetzen; aber aus übertriebener Rücksicht bzw. “political correctness” Missstände zu beschönigen oder gar zu verschweigen, kann auch nicht richtig sein.

@74) Politikverdruss

Ihr Zitat von Udo di Fabio verschlägt mir dem Atem. Es kann doch nicht Aufgabe des Staates sein, Sinn zu stiften! In allererster Linie hat er für äußere und innere Sicherheit seiner Bürger zu sorgen, insbesondere auch Rechtssicherheit. Es kann doch nicht der Ansatz sein, durch Hinzunahme von Religion den Staat zum Sinnstifter zu machen!

“Sinn zu stiften vermag der säkulare Staat nicht. Oder er wird totalitär.” – Ja bitte, was denn sonst sind denn die monotheistischen Religionen als totalitäre Ideologien, die die völlige Unterwerfung des Inidividuum unter eine imaginäre Entität verlangen?

Wer darauf einen Staat bauen will, baut den totalitären Staat. Der Islamismus macht es uns vor; aber was will uns di Fabio sagen? Der Islam ist böse, das Christentum gut, und deswegen ist ein christlicher totalitärer Staat ‘ne super Sache? Leute wegen Hexerei auf dem Scheiterhaufen auf kleiner Flamme rösten ist humaner als eine Steinigung?

Ich muss mich wundern, wer heutzutage so alles Verfassungsrichter werden kann.

91) Michael Schmidt, Montag, 09. Februar 2015, 01:06 Uhr

Und um noch einmal an den letzten Abschnitt meines Kommentars anzuknüpfen:

Ein friedliches Nebeneinander von Religionen kann es dann und nur dann geben, wenn ein starker, säkularer Rechtsstaat über den religiösen Normen steht.

Wer der “Gefahr” der Islamisierung begegnen will, indem er oder sie dem Islam eine “judeo-christliche Kultur” entgegensetzen will, provoziert den Kampf der Kulturen und grenzt aus. Man muss den Anspruch einer jeden Religion ablehnen, das staatstragende Fundament zu bilden, denn alle monotheistischen Religionen sind totalitär.

Warum setze ich “judeo-christlich” in Anführungszeichen? War da nicht was? Judenverfolgungen schon im Mittelalter? Progrome? Auschwitz? Das Dogma vom Christusmörder? Man muss sich manchmal echt an den Kopf packen.

Wikipedia schreibt unter “Gottesmord” zu diesem Thema:

Die Ausdrücke Gottesmord (griech. theoktonia, lat. deizid) und Gottesmörder (auch Christusmörder, Heilandsmörder) bezeichnen in der Christentumsgeschichte eine angebliche unaufhebbare Kollektivschuld der Juden an der Kreuzigung Jesu von Nazaret, der dabei als Sohn Gottes angesehen wird. Der Begriff entstand 160 aus der Aussage des Bischofs Melito von Sardes: „Gott ist ermordet worden.“

Eine offene Gesellschaft kann nicht auf Religion basieren. Es ist nichts dagegen zu sagen, Religionsgemeinschaften in offenen Gesellschaften zu haben. Aber da es totalitäre Religionen gibt, wie eben auch den Islam, wird jeder Versuch, eine Gesellschaft auf Religion zu gründen, immer in Mord und Totschlag an Andersgläubigen enden.

92) wschira, Montag, 09. Februar 2015, 10:10 Uhr

72) Erika

Mag sein, dass Sie irgendetwas klarstellen wollten, aber was hat das mit mir zu tun?

93) Erwin Gabriel, Montag, 09. Februar 2015, 21:00 Uhr

@ 79) Johannes Lamp, Sonntag, 08. Februar 2015, 09:45 Uhr

>> Wer hat den Boden für den Führer und Reichskanzler bereitet? …

Sie begehen zwei Denkfehler.

Zum einen finden Sie für ein sehr, sehr komplexes Problem nur eine einzige Ursache. Wie sehr Sie auch auf die bürgerliche Mitte der 30er Jahre schimpfen, so hätte es doch schon ohne Adolf Hitler selbst kein solches “Drittes Reich” gegeben; dass sich ein Hitler den Kleinbürgern als “Retter” präsentieren konnte, hatte viel damit zu tun, dass es – nach Wirtschaftskrisen, extremer Inflation und Massenarbeitslosigkeit ohne soziale Absicherung einen Rettungsbedarf gab. Vielleicht können Sie sich im Dienste einer guten Sache zwei Tage eine jede Mahlzeit verkneifen; wenn ihre Kinder und Ihre Frau hungern, und es ist nicht abzusehen, wann wieder Essbares auf den Tisch kommt, sind auch Sie dankbar, wenn Ihnen ein Schnurrbart eine Schaufel in die Hand drückt und verlangt, eine Autobahn zu bauen. Dass da mal Panzer drauf fahren sollen, sagt Ihnen keiner, und wenn, würde es Sie nicht interessieren.

Zum anderen glauben Sie offenbar, dass man nur den berittenen Boten erschlagen muss, um die schlechte Nachricht ungeschehen zu machen. Das Problem sind nicht die Pegida-Demonstrationen, sondern die Dinge, die diese Leute auf die Straße treiben. Denen nicht zuzuhören bewirkt garnichts. Wenn die wirklich alle Angst vor Ausländern haben und diese deswegen ablehnen und “raus” haben wollen, muss man dann die Gründe dafür nicht verstehen und widerlegen bzw. ausbessern?

>> Hüten wir uns davor, uns von unseren Verbündeten
>> jenseits des Atlantiks in einen Krieg mit Russland hinein
>> ziehen zu lassen! Ich hätte nie gedacht, einmal auf
>> die Perle der Uckermark setzen zu müssen…

Sehr entspannend, Ihnen mal aus voller Überzeugung zustimmen zu können.

94) Jakobiner, Dienstag, 10. Februar 2015, 07:10 Uhr

Zu Erwin Gabriel:

“deren Führer? Allerdings
diese Bewegung? Wie schon von anderer Seite erläutert, nicht durchgängig.”

Sie machen gerne das alte Spiel: Böse Führung, gute Bewegung/gutes”Volk”.Dabei schreiben Sie ja selbst “nicht durchgängig”. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass diese “besorgten Bürger”großteils wie ihre Führer privat auch von “Ausländerpack”, “Gesockse”, etc. sprechen, denken und auch so handeln wollen.

95) Erika, Dienstag, 10. Februar 2015, 10:02 Uhr

92) wschira, Montag, 09. Februar 2015, 10:10 Uhr

Jakobiner hatte von Dohnanyi in einen völkischen Block gesteckt, ich wollte dies klarstellen mit seiner Herkunft und Sie haben folgendes darauf geantwortet:

“Was besagt das schon? Auch Hitler hatte einige honorige Vorfahren. Es kommt nicht darauf an, woher man kommt, sondern was man aus seinem Leben macht. Und da würde ich Klaus von Dohnanyi einigermassen kritisch sehen, insbesondere seine Äusserungen der letzten Jahre.”

Und Jakobiner hat ja seine Vorwürfe noch konkretisiert:: “Da würde sich Dohnanys Vater und Bonhoefer wahrscheinlich im Grab umdrehen, wenn er seines Sohnes verteidigende Worte zu Sarrazin und Martin Walser (“Auschwitzkeule”) hören würde”

http://www.sueddeutsche.de/politik/debatte-um-thilo-sarrazin-feigheit-vor-dem-wort-1.996129

Gehört jemand, wie Dohananyi aufgrund eines solchen Artikels in den “völkischen Block” oder sollte man nicht besser (ähnlich wie bei PEGIDA) über die offensichlich in Deutschland vorhanden Befindlichkeiten diskuttieren?

Es war eben nicht die klare Abgrenzung der Kanzlerin (“Kälte, Hass in den Herzen”), sondern die Zivilgesellschaft, die sich mit ihren Argumenten auf die Straße gestellt hat um den Zulauf für PEGIDA zu beenden.

Lieber washira,

es ging um den “völkischen Block” und nicht um irgendwelche Äußerungen von Dohnanyi.

Wenn Sie ” nur einfach so mal” von Dohnanyi kritisieren wollten, hat mein Kommentar natürlich nichts mit Ihnen zu tun.

Sorry

Erika

96) Politikverdruss, Dienstag, 10. Februar 2015, 10:10 Uhr

87) Jakobiner, Sonntag, 08. Februar 2015, 20:54 Uhr,

Zitat Jakobiner: „Bester Politikverdruss, Sie rülpsen immer nur Scharia…“ Streichers Stürmer…Stimmungsmache , Hetze.“

Bisher, Jakobiner, hielt ich Sie für einen zivilisierten Mitstreiter, nun muss ich mein Urteil wohl korrigieren. Ich schätze, sie haben die Contenance verloren und uns dadurch Einblick gegeben in Ihre einseitig engstirnigen Ansichten. Leider auf eine sehr peinliche Art und Weise. Wissen Sie gar nicht, wie sehr Sie sich damit diskreditieren?

„Verunglimpfungen sind für den, der sie ausspricht, schimpflicher als für den, dem sie gelten.“ Jemandem zu unterstellen, er drücke sich durch „Rülpsen“ aus, zeugt von Menschenverachtung und Unbeherrschtheit im persönlichen Umgang, die erschreckend sind. Schade, der „Sprengsatz“ scheint Pöbler, Geiferer und Verunglimpfer geradezu anzuziehen. Leider, Jakobiner, muss ich Sie jetzt auch dazu zählen.

Aber zur Sache:

Sie verweisen u.a. auf Dr. Gudrun Krämer, Islamwissenschaftlerin der FU Berlin. Hier mal die Ansicht dieser Wissenschaftlerin zur „Mobilisierung für den Islamischen Staat“ in einem Interview in der FR im Zusammenhang mit der Mobilisierung der islamischen Jugend für den Islamischen Staat.

Frankfurter Rundschau: Ist das eine Art Popkultur, welche diese jungen Menschen so anzieht?

Antwort Dr. Gudrun Krämer: “Die Mobilisierung für den Islamischen Staat zeigt Elemente einer Popkultur, insofern als hier durch Bilder, Rhythmen und die direkte Ansprache ein Gefühl von Jugend, Kraft, Männlichkeit, ja regelrecht von Hip-Sein entworfen wird.“ (FR 29.01. 2015)

„Jugend, Kraft, Männlichkeit und Hip-Sein…“, da entwickelt man fast schon beim Lesen Begeisterung, zur Fahne des Propheten zu eilen. Tatsächlich ist die in dieser Aussage enthaltene Verharmlosung der Geschehnisse um die bestialische Mörderbande des IS nicht mehr zu fassen.
Die perfide Apologetik, die sich hinter dieser „Wissenschaftlichkeit“ verbirgt, ist das politische Fundament dieser Extremisten.

Irgendwie erinnert mich dies in puncto Verharmlosung an die zum Islam konvertierte Islamwissenschaftlerin Annemarie Schimmel, die die gegen Salman Rushdie ausgesprochene Todes-Fatwa „nachvollziehen“ konnte. Sie bezeichnete z.B. die Klitorisverstümmelung als „öffentliches Fest“. Man muss sich das einmal vorstellen! Die deutsche Islamwissenschaft auf dem „Weg zum Propheten“.

http://www.emma.de/artikel/islamismus-skandal-um-friedenspreistraegerin-263562

Das ist die „Wissenschaftlichkeit“, auf der Sie ihre Argumente abstützen. Und Sie, Jakobiner, wollen anderen „Hetze“ vorwerfen? Gehen Sie in sich, bewahren sie Contenance und bleiben Sie im persönlichen Umgang höflich. Wir haben in diesem Forum inzwischen fast nur noch damit zu tun, uns persönlicher Angriffe zu erwehren. Gerade eben haben sich Forumsteilnehmer deswegen zurückgezogen.

Und gerade eben stemmt sich Erwin Gabriel( Lfd.Nr.88) mal wieder gegen Beleidigung und Verunglimpfung. Sie schleudern mir entgegen, mein „Wissen sei sehr beschränkt“. Wie kommen Sie dazu, mir gegenüber persönlich zu werden und Oberlehrerhaft aufzutreten. Glauben Sie, mir würde es auch nur im Traum einfallen, Ihr zuweilen unlesbares Geschreibsel zu kritisieren.

Ich fordere Sie auf, zu zivilen Umgangsformen zurückzukehren!

97) Erika, Dienstag, 10. Februar 2015, 10:18 Uhr

@) 83) Politikverdruss, Sonntag, 08. Februar 2015, 19:20 Uhr

Kennen Sie den Artikel?

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/12/20/hr-5859-ein-us-gesetz-wie-eine-kriegs-erklaerung-an-russland/

Leider kann ich es überhaupt nicht einschätzen, aber wenn ich sehe, wie Sie sich mit dem Thema auseinandersetzen, würde mich Ihre Meinung dazu interessiern.

Gruß

Erika

98) Jakobiner, Dienstag, 10. Februar 2015, 11:04 Uhr

Bei der Ukrainekrise ein Politikversagen Merkels anzunehmen, sieht ein wenig darüber hinweg, in welch schwieriger Konstellation sich ihr Handeln abspielt.Merkel muss Putin Zugeständnisse machen, zur gleichen Zeit aber eben auch die Verhandlungsposition der USA einbeziehen. Grenzziehungen über die Ukraine und die USA hinweg im Einverständnis mit Russland sind da nicht möglich, da es sonst in den USA heißen würde, Obama sei eine lame duck und Deutschland und Russland hätten ala Hitler-Stalin-Pakt die Grenzen in Europa ohne Mitsprache der USA neu gezogen.Dann muss Merkel Putin Zugeständnisse abringen, damit eine US-Waffennhilfe für die Ukraine ausblebt–bestenfalls kann man als Substitut noch die Sanktionen um SWIFT erhöhen, wobei mir ein Vertreter der Bundesbank sagte, dass dies eine derartig einschneidende Sanktion für Russland sei, dass es darauf wohl genauso wie bei einer Waffenleiferung aggressiv reagieren würde. Da Lawrow offen gesagt hat, dass Vorbedingung einer Lösung der Ukrainekrise eine neue internationale Sicherheitsordnung sei, meint er wohl damit eine Garantie der USA, dass die Ukraine neutral, bzw. kein NATO-Mitglied wird als Mindestentgegenkommen. Merkel hat zwar schon 2008 eine Mitgliedschaft der Ukraine wie auch Georgiens ausgeschlossen, in den USA dürften dies aber die US-Republikaner, die in beiden Häusern nun die Mehrheit haben und Teile der Demokraten nicht akzeptieren. Dazu hat Poroschenko auch noch selbst erklärt, dass die Ukraine weiterhin die NATO-Mitgliedschaft anstrebe.Kann Merkel als verbindliche Vetomacht einer Mitgliedschaft der Ukraine innerhalb der NATO existieren und so den Sxchwarzen Peter auf sich ziehen? Jedenfalls ist für mich klar: Ohne ein Verzicht der USA auf eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine–offziell oder ala Kubakrise inoffiziell ( stiller Abzug der US-Atomrakten aus der Türkei) dürfte dies eine Quadratur des Kreises sein. Ein Verzicht einer NATO-Mitgliedschaft der Ukraine ist der erste Baustein Russlands für eben jene “Metaebene”neue internationale Sicherheitsordnung.

99) Politikverdruss, Dienstag, 10. Februar 2015, 12:04 Uhr

90) 91)Michael Schmidt, Montag, 09. Februar 2015, 00:55 Uhr,

Zustimmung!

ja, ich habe auch einen „Schreck“ bekommen als ich das las(Udo di Fabio). Was mich so verunsichert, ist der schleichende Zerfallsprozess, der sich in unseren Gesellschaftsordnungen in Europa vollzieht. Für sich genommen sind die einzelnen Zerfallsschritte nicht spektakulär. Wenn man sich allerdings die Mühe macht, diesen Entwicklungen nachzuspüren, stößt man auf beunruhigende Ergebnisse.

Das Erschreckende daran ist auch, dass die schleichenden Zerfallsprozesse auf so vielen Politikfeldern stattfinden. Nur wenige Beispiele:

-In Europa wird Krieg geführt und sogar Grüne Politiker befürworten Waffenlieferungen.

-Zerfall der Grundrechte: Leipzig linke Demonstration erlaubt, rechte verboten.

-Zerfall der Demokratie: Regierung und Opposition Schweden schließen Pakt bis 2022.

-Zerfall des Rechts auf vielen Gebieten: Z.B. Europa, Parallelgesellschaften mit archaischem Recht.

-Gemeinschaftswährung Euro: Europa zerfällt im Streit, die Alterssicherung der Bürger ist gefährdet.

-Einwanderungspolitik: Läuft unkontrolliert.

-Geopolitik US: Niemand fällt den US-Amerikanern in den Arm.

-Geopolitik EU/Barroso: Konfrontative EU-Politik.

-Freihandel: Abkommen werden im Geheimen verhandelt.

-etc., etc.

Auf diesem Hintergrund ist die Ohnmacht des „einfachen Wahlbürgers“ zu sehen. Alle vier oder fünf Jahre lässt man ihn zur Wahlurne. In der Zwischenzeit läuft der „Polit-Wahnsinn“ unkontrolliert weiter. Sie können nichts machen. Die Polit-Autokraten verabreden sich wie in Schweden oder schließen sich zu „Großen Koalitionen“ zusammen. Aus Demokratien werden Polit-Autokratien. Nun weichen die Wahlbürger auf politische Parteien an den Rändern des politischen Spektrums aus. Daraus wiederum entwickeln sich zusätzliche innergesellschaftlich Zerfallsprozesse.

Wie kommen wir aus diesem „Teufelskreis“ heraus? Ich sehe nur die Möglichkeit der direkten Einflussnahme durch den Bürger, d.h. Direkte Demokratie wie in der Schweiz.

Wir müssen der aktuellen Politik in den Arm fallen, sonst führen die uns wieder in einen Großen Krieg. Warum ich das meine? Man schaue sich das Kriegsziel der US-Amerikaner im Ukraine-Konflikt an: Man will den „Preis für Russland“ möglichst hoch treiben und strebt daher Waffenlieferungen für die Ukraine an.

Dass das auf dem Rücken der ukrainischen Bürger geschieht, ist den „McCains“ der US-Politik völlig egal. Welch ein politischer Wahnsinn! Wir müssen zu demokratischen Formen finden, mit den denen das verhindert werden kann. Die sicherste Methode ist, die politische Macht direkt in den Händen der Bürger zu verankern. Die Menschen wollen keinen Krieg und können ihn daher am besten verhindern.

100) DDr. Benjamin Lamp, Wien, Dienstag, 10. Februar 2015, 20:47 Uhr

Es handelt sich nicht um ein Versagen der deutschen Politik! Das Versagen liegt in der ganzen deutschen Gesellschaft begründet. Soziale Netzwerke von wirren Irrläufern, die nicht genug Anstand besitzen, um die Religion ihrer Mitmenschen zu respektieren, sind die neue Kraft im Land. Deutsche Gut- und Wutbürger glauben wieder einmal, dass sie etwas Besseres sind als der Rest der Welt. Patriotische Europäer habe ich bislang nicht gesehen!

101) Erwin Gabriel, Samstag, 14. Februar 2015, 12:12 Uhr

@ 94) Jakobiner, Dienstag, 10. Februar 2015, 07:10 Uhr

>> Ich halte es für wahrscheinlicher, dass diese “besorgten Bürger”
>> großteils wie ihre Führer privat auch von “Ausländerpack”,
>> “Gesockse”, etc. sprechen, denken und auch so handeln wollen.

Sie mögen sich wundern, aber darauf, dass es eine Bewegung namens Pegida gibt, hat mich erst unser Mitdiskutant Rainer N. gestossen. Ich habe dann sofort auf deren Seite nachgeschaut und doch viele Forderungen gefunden, die ich vernünftig fand. Ich habe auch den “Führer” dieser Bewegung gegoogelt und fand den, nun ja, ich will hier nicht ausfallend werden, absolut unpassend.

Ich spreche nicht von “Ausländerpack” und habe nicht viel über für Menschen, die so denken. Ich sehe aber auch, dass es viele Brennpunkte, viele Geschehnisse und Situationen gibt, in denen es eine Ausländerproblematik gibt. Damit meine ich nicht individuale kriminelle Vergehen wie Handtaschenklau oder eine Prügelei ö.ä., sondern Kopftuch-Problematik, Frauenbild, Neigung zu Selbstjustiz etc.

Das betrifft bei weitem nicht alle Asylsuchenden, Einwanderer, Kriegsflüchtlinge, Bürger mit Migrationshintergrund, weshalb ich pauschalisierende Verurteilungen ablehne. Ich muss auch kein Ausländerfeind sein, um Probleme zu erkennen. und über die sollte man offen sprechen dürfen, man muss offen und sachlich darüber sprechen, um diese Situationen zu lösen.

Ich stimme gerne zu, dass eine pauschalisierte Forderung “Ausländer raus” dumpf und dämlich ist. Aber so zu tun, als gäbe es keine Probleme, die sich auf Zuwanderung, mangelnde Integration etc zurückzuführen lassen, ist genauso dumpf und dämlich.

Ich habe hier keine Lösung anzubieten, aber ich bleibe bei meiner Forderung, dass Probleme, die sich inzwischen so artikulieren wie eben durch Pegida, sachlich aufbereitet werden.

Da sehe ich in erster Linie die Bringschuld beim Staat. Und solange der Staat sich in diesen Fragen taub stellt, ist Pegida meiner Meinung nach erforderlich. Ich muss doch

102) Walter Schmid, Samstag, 14. Februar 2015, 21:12 Uhr

Nachtrag (Auszug Zitat) zu meinem Link vom 8.Februar 2014.
Zitat von der Vordenkerin Frau Prof.Dr. Höhler. Einfach großartig!

Die wichtigste Botschaft der beiden Wilden aus dem Verlierer-Getto Südeuropa lässt sich auch durch solche Ablenkungsversuche nicht ersticken. Sie halten den Euro-Technokraten den Spiegel vor, auf dem die todernste Frage steht: Ist die Vision Europa verkommen zu einem Wirtschaftskrieg, in dem die verlorene Würde und die plattgewalzten Schicksale der Menschen als Kollateralschaden im Epochenpoker politischer Eliten akzeptiert werden? Von Menschen und ihren Chancen ist im gesamten Abwehr-Staccato der EU nicht die Rede.

103) Johannes Lamp, Sonntag, 15. Februar 2015, 09:03 Uhr

zu 96) Politikverdruss
Das “o” bei oberlehrerhaft bitte klein schreiben – tut dem Germanisten weh!!!
Was Sie anderen weinerlich klagend vorwerfen, praktizieren Sie ständig selbst.
Sie nennen des Jakobiners weitschweifige Pollutionen “unlesbares Geschreibsel”, dabei gibt er sich doch große Mühe…
Ihre Ablehnung der repräsentativen (oder indirekten) Demokratie bringt Sie in die Nähe der Verfassungsfeindschaft – merken Sie wahrscheinlich nicht!
Ich hab`s dem alten Walter Schmidt schon gesteckt:
Vox populi, vox Rindvieh! Nicht von mir, von Franz-Josef, dem Raffgierigen.

104) Erika, Sonntag, 15. Februar 2015, 09:51 Uhr

@) 93) Erwin Gabriel, Montag, 09. Februar 2015, 21:00 Uhr

Wie sich die Dinge doch wiederholen:

https://daserste.ndr.de/panorama/media/krieg100.html

und dann kommt Angela Merkel mit einer anderen Position:

http://www.tagesspiegel.de/politik/international/erweiterung-merkel-gegen-nato-plaene-der-usa/1385188.html

Erst Partei dafür ergreifen und dann als “Friedensengel” gerade noch die Kurve gekriegt. Wollen wir hoffen, dass es diesmal auch gelingt? Aber wie will sie Waffenlieferungen der USA verhindern?

.

105) Politikverdruss, Sonntag, 15. Februar 2015, 13:29 Uhr

97) Erika, Dienstag, 10. Februar 2015, 10:18 Uhr,

ja, kenne ich. Vielen Dank für den Hinweis. Meine Einschätzung des Ukraine-Konflikts ist sehr pessimistisch geprägt:

Zunächst verweise ich auch noch auf die Resolution 758 des US-Repräsentantenhauses. Eine Resolution, die Feindschaft zu Russland aufbauen soll und die mit unbewiesenen Behauptungen und Unwahrheiten gespickt ist. https://www.congress.gov/bill/113th-congress/house-resolution/758

Ich greife mal eine Unwahrheit heraus, mit der die USA Russland für den Georgien-Krieg verantwortlich machen. Sogar die US-hörige Europäische Union war in diesem Fall anderer Ansicht: “The war in Georgia last year was started by a Georgian attack that was not justified by international law, an EU-sponsored report has concluded.”

http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/8281990.stm

Insgesamt, verehrte Erika, sind dies alles einzelne Züge der US-Amerikaner auf dem geopolitischen Schachbrett ihrer Interessenpolitik.

Nehmen Sie die dazu passende personelle Implementierung dieser US-Absichten in der „souveränen“ Ukraine:

Jazenjuk, „Yats is our man“, ist Ministerpräsident und Gründer der Open Ukraine Foundation, die von den USA finanziert wird. Durch ihn setzen die USA ihre Vorstellungen direkt in ukrainische Regierungspolitik um.

Die Finanzministerin Natalia A. Jaresko, bis vor kurzem noch amerikanische Staatsbürgerin, die für das US State Department in der Ukraine arbeitete und später als Investmentbankerin Gelder für USAID verwaltete.

Der neue Gesundheitsminister Alexander Kvitashvili ist Staatsbürger des Nachbarlands Georgien. Er unterhält gute Verbindungen zu den USA, seine Frau soll für die CIA gearbeitet haben.

Und schließlich verfolgt die Familie des US-Vizepräsidenten Biden in der Ukraine handfeste wirtschaftliche Interessen (Sohn Hunter Biden Vorstandsmitglied des größten Erdgasproduzenten der Ukraine)

Insgesamt, befürchte ich, wird der Konflikt eskalieren. Die Chancen der Verhandlungsführer Europas, Merkel und Hollande, stehen schlecht, dies zu verhindern. Schon die Behauptung der Ukraine, Russland würde Minsk-II nicht umsetzen, lieferte den USA Grund, US-Waffen zu liefern. Aber auch die Separatisten im Donbass werden alles tun, um „Mütterchen Russland“ nicht als „Unterstützer“ zu verlieren.

Die o.a. US-Gesetze geben der US-amerikanischen „Übernahme“ der Ukraine einen legalistischen Rahmen. Die USA werden weiter an ihren geopolitischen Absichten festhalten. Sicher, sie nehmen „Rückschläge“ hin. So war nicht abzusehen, dass es der ukrainischen Armee nicht gelingen könnte, die Separatisten niederzuschlagen. Da hat sich Herr Brennan von der CIA mächtig verkalkuliert. Denn mit der Bombardierung der Ost-Ukrainer hat die West-Ukraine den Donbass für immer verloren.

Viel wird darüber spekuliert, ob der Ukraine-Konflikt für die USA nur ein taktisches Zwischenziel ist, auf dem Weg zum angestrebten Regime Change in Moskau. Wenn es den USA gelungen wäre, Russland in den ukrainischen Bürgerkrieg hineinzuziehen, hätte daraus eine innerrussische Destabilisierung entstehen können, die man zu einem „Maidan“ auf dem Roten Platz hätte entfachen können. Aber Russland wird diesen Fehler nicht machen.

Die Interessen der Akteure in diesem Konflikt sind sehr unterschiedlich:

Putin operiert auf dem schmalen Grat zwischen Unterstützung und direkter Beteiligung und unter wirtschaftlichem Druck, der aus den Sanktionen und dem Ölpreisverfall entsteht. Aus westlicher Perspektive mag er isoliert sein. Ob das aus fernöstlicher Sicht auch so ist, erscheint zweifelhaft.

Obama steht unter dem Druck der Neocons. In mancher Hinsicht scheint er ein Getriebener zu sein. Er kann innenpolitisch seine Sozialpolitik nur umsetzen, wenn er den „US-Kriegstreibern“ Zugeständnisse macht. Wie weit wird er gehen? Bereits zugegeben hat er, dass der „Deal zur Machtübergabe“ in Kiew von den USA ausgegangen ist.

Die ukrainische Führung wird von der westlichen Presse zum „bemitleidenswerten David“ erklärt, dem man „Solidarität“ schuldet. Tatsächlich sind diese Kriegstreiber für die Eskalationsspirale verantwortlich. Sie haben den Bürgerkrieg in der Ukraine begonnen. Und nun wollen sie „tödliche Defensivwaffen“ und haben den in Georgien wegen Amtsmissbrauchs mit Haftbefehl gesuchten Ex-Staatschef Michail Saakaschwili zum Sonderberater für Waffenlieferungen ernannt.

Die von Oligarchen (z.B. Kolomoisky Asow-Bataillon) finanzierten, mit Faschisten durchsetzten ca. 30 Freikorps entziehen sich der ukrainischen Regierungskontrolle. Sie werden sich an kein Abkommen halten und sich auch zukünftig einem Friedensprozess in der Ukraine widersetzen. Sie stellen ein Hauptproblem dar. Der Führer des »Rechten Sektors«, Dmitro Jarosch, erklärte auf einem Treffen mit den Kommandeuren der faschistischen Freiwilligenbataillone, für ihn gebe es keinen Waffenstillstand und keinen Frieden mit den Russen.

Die Separatisten haben keine Wahl. Sie können die Ost-Ukrainer nicht den ukrainischen Nationalisten der West-Ukraine ausliefern. Die haben keine Skrupel, gegen die eigene Bevölkerung Streumunition einzusetzen. Was werden die erst machen, wenn sie durch niemanden mehr aufgehalten werden? Nein, die Separatisten müssen mindestens einen Autonomiestatus erkämpfen, der den Zugriff der ukrainischen Nationalisten auf die Ostukraine ein für allemal ausschließt.

Und Europas Führungs-Duo Merkel und Hollande? Ich bin überzeugt, dass wir auf eine Zäsur in den europäisch-amerikanischen Beziehungen zulaufen. Die beiderseitigen Interessen sind inzwischen zu unterschiedlich. Bereits jetzt ist der Riss innerhalb der westlichen Allianz erkennbar. Auch ein Fehler der USA. Die Sicherheit Europas kann nicht gegen die Russen sichergestellt werden. Eine dauerhafte Konfrontation mit Russland ist daher nicht im Interesse Europas. Das wird man den USA klarmachen müssen.

Insgesamt liegt der Schlüssel zur Konfliktlösung in Kiew. Solange aber die „ukrainischen Führer“ nicht von den USA zurückgepfiffen werden, wird es auf Minsk-III ff. hinauslaufen. Aber auch die USA scheinen nicht an einer schnellen Konfliktbeilegung interessiert, weil man den „Preis für Russland“ hochtreiben will. Dass diese irrationale Politik nun auf dem Rücken der ukrainischen Bürger ausgetragen wird, scheint der US-Regierung egal. Der US-Präsident bekennt sich inzwischen offen zu einer Putsch-Politik. Was sollen wir davon halten? Vielleicht wäre ein Regime Change in den USA gar nicht so schlecht!

106) Jakobiner, Montag, 16. Februar 2015, 07:40 Uhr

Zu Politikverdruss:

Sie vermischen immer wieder Islam und Islamismus, Scharia und Fiqh, Terroristen und die großteils friedlichen deutschen Muslime–obwohl ich jetzt schon zigmal darauf hingewiesen habe.Keiner bestreitet, dass es in Deutschland ein terroristisches Potential gibt an Islamisten, aber wie die RAF und die NSU oder ein Brevik wird dies kein Massenphänomen sein.Darauf gehen Sie gar nicht ein.

Zur Ukraine: Die prorussischen Seperatisten haben ein klares Statement abgegeben, wonach ihr Ziel die Blockfreiheit der Ukraine ist.Das wird der eigentliche Kernpunkt aller möglichen Lösungen. Die Poroscheko-Regierung jedoch hat die Blockfreiheit aus der Verfassung gestrichen und strebt eine NATO-Mitgliedschaft langfristig an.Bezeichnend, auch eine Melung von Zeitonline, wonach die USA ab März ein Batallion in der Westukraine stationieren wollen, das die ukrainsiche Armee ausbilden solle. Inzwischen wurde diese Nachricht seltsamerweise wieder vom Netz genommen. Ob es sich nun um eine Ente handelt, Obama sich inzwischen anders entscheiden hat ioder man versucht dies zu zensieren, bleibt unklar. Jedenfalls ein weiterer Vorfall, der die Rolle der Medien hinterfragbar macht.

107) Erwin Gabriel, Montag, 16. Februar 2015, 09:38 Uhr

@ 105) Politikverdruss, Sonntag, 15. Februar 2015, 13:29 Uhr

Unbestreitbar, dass sowohl in Georgien als auch in der Ukraine der Westen kräftig provoziert hat. keiner dieser beiden Konflikte wäre ohne das Agieren des Westens, insbesondere der USA, so weit eskaliert. Genauso unbestreitbar aber auch, dass die Reaktionen Moskaus weit, weit über das hinausgehen, was nötig gewesen wäre, um die Provokationen zurückzuweisen.

Es ist meiner Meinung nach unsinnig, darüber zu diskutieren, wer “RECHT” hat, das haben beide Seiten seit langem verspielt. ich könnte nur jedesmal losheulen, wenn ich sehe, wie es da aussieht; da leben Mütter und Väter, die ihre Kinder nicht ernähren können, Menschen, die unter permanentem Beschuß leben. Wie unendlich leidvoll und schlimm.

@ 104) Erika, Sonntag, 15. Februar 2015, 09:51 Uhr

Sie wissen, dass ich weiß Gott kein Merkel-Fan bin. Aber für das, was Sie in der Ukraine versucht, bin ich ihr wirklich dankbar.

108) Erwin Gabriel, Montag, 16. Februar 2015, 09:39 Uhr

100) DDr. Benjamin Lamp, Wien, Dienstag, 10. Februar 2015, 20:47 Uhr

>> Deutsche Gut- und Wutbürger glauben wieder einmal,
>> dass sie etwas Besseres sind als der Rest der Welt.

FPÖ

109) Politikverdruss, Montag, 16. Februar 2015, 18:24 Uhr

107) Erwin Gabriel, Montag, 16. Februar 2015, 09:38 Uhr,

mit großer Deutlichkeit wird im Tagliavini-Report der EU festgehalten, dass die „initiierenden aggressiven Handlungen von der georgischen Seite ausgingen“.

Die USA sahen Georgien und Aserbaidschan als einen wichtigen Brückenkopf in der bis nach Zentralasien und Iran angrenzenden Region. In den Jahren vor Ausbruch des Krieges rüsteten die USA Georgien mit moderner Militärausrüstung aus, investierten in die georgische Armee und unterstützten mit zahlreichen Militärberatern. Im Zeitraum von 2003 bis 2008 steigerte Georgien seinen Verteidigungsetat von 18 auf 900 Millionen Dollar.

Und nun raten Sie mal Herr Gabriel, wer den Georgiern die knappe Milliarde US-Dollar gab? Richtig, die USA! Die großen „Demokratieverbreiter“.

„Provokation“? „Die georgische Regierung begann den Waffengang durch einen Angriff auf russische Truppen, die in Südossetien mit einem internationalen Mandat stationiert waren“ (ZEIT 30.09.2009). Das war keine „Provokation“, sondern ein völkerrechtswidriger Angriff.

Heidi Tagliavini, eine sehr befähigte Diplomatin aus der Schweiz, hat sich ihre Objektivität bewahrt. Ihrem Urteil können wir vertrauen. Sie zog jetzt auch bei MINSK II im Hintergrund die Fäden. „Die unbekannte Heldin der Verhandlungen von Minsk“, betitelte die US-Nachrichtenagentur Bloomberg ein lobendes Porträt der Schweizer Diplomatin.

110) Politikverdruss, Montag, 16. Februar 2015, 18:39 Uhr

„Nach Berichten mehrerer ukrainischer und russischer Zeitungen, hat die gesamte Familie des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko die Ukraine verlassen. Hintergrund soll ein Ultimatum des Rechten Sektors an Poroschenko sein, dass ihn das “gleiche Schicksal ereilen wird wie Gaddafi”, wenn sich nicht bis zum 23. Februar die Lage im Kessel von Debaltsevo für die ukrainischen Kämpfer verbessert hat. Derzeit befinden sich über 6.000 ukrainische Soldaten und Freiwilligenverbände in dem Kessel.“ http://www.focus.de/politik/ausland/ukraine-krise/poroschenkos-familie-aus-kiew-geflohen-ukraine-krise-kommentar_id_6250849.html

111) Queen Rose, Montag, 16. Februar 2015, 21:04 Uhr

Zu 108) Erwin Gabriel
Was wollte der Dichter damit sagen?

112) Erwin Gabriel, Dienstag, 17. Februar 2015, 13:25 Uhr

@ 111) Queen Rose, Montag, 16. Februar 2015, 21:04 Uhr

>> Was wollte der Dichter damit sagen?

Zuviel der Ehre…

… ansonsten, dass das Verhalten, dass DDr. Lamp als “deutsches Gut- und Wutbürgertum” kritisiert, keineswegs ein deutsches Phänomen ist. Die FPÖ (Freiheitliche Partei Österreichs) ist eine österreichische Partei, die in Deutschland am ehesten wohl in der AfD ein Gegenstück findet.

113) karel, Dienstag, 17. Februar 2015, 16:38 Uhr

93) E. Gabriel

Ein gediegener Beitrag für den Blick auf die Zeit vor der Machtergreifung. Danke.
Mein Vater, Jahrgang 1912, schilderte mir, wie er als junger Bauern-Sohn
in der Erntezeit nachts die elterlichen Felder vor dem “Mundraub” der Städter
schützen sollte.
Es herrschte eine unvorstellbare Arbeitslosigkeit von 50 % der Erwerbstätigen.
Von 12 Millionen Erwerbstätigen waren 6 Millionen ohne Arbeit.
12 MIllionen, die für den Lebensunterhalt von 60 Millionen Bürger sorgten.
Hierzulande auf heute übertragen, bedeutet dies über 20 Mio. Arbeitslose.
Ein Szenario, für die heute Lebenden einfach unvorstellbar.

Ich selbst konnte mir dieses Szenario durchaus vorstellen, nämlich als Folge
einer Anwendung der No-Bail-Out-Klausel bei der ersten Finanznot Griechenlands.
Es standen ca. 300 Mrd. Staats- und 400 Mrd. Privat-Schulden vor dem Ausfall,
der in der Folge den überaus labilen Finanzsektor in Europa nicht nur ins Straucheln,
sondern zum Einsturz bringen konnte..
Wehret den Anfängen….. dazu gehört auch zwingend politische Weitsicht.
Weitsicht, die ich bei dem ersten Bruch des Stabilitätspaktes vermisst habe.

Wer heute dagegen für die “schwarze Null” eher unfreundliche Worte findet,
wird wohl den Wert einer “schwarzen Null” erst im Chaos wiederfinden.

Gruß
karel

114) Erika, Mittwoch, 18. Februar 2015, 10:34 Uhr

“Eine Regierung, die auf das eigene Volk schießt hat jede Legitimation verloren.”

Angela Merkel im Februar 2014. Die Todesschützen auf dem Maidan wurden nie ermittelt und jetzt verhandelt Angela Merkel an der und für die Seite Poroschenkos.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2344732/Ukraine-Fragile-Waffenruhe#/beitrag/video/2344732/Ukraine-Fragile-Waffenruhe

Wie sagte Angela Merkel so schön in Amerika:

“Was die Waffenexporte anbelangt, habe ich ja meine Meinung gesagt. Aber wovon Sie ausgehen können, ist, dass die Allianz zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Europa in jedem Falle weiter bestehen wird, selbst wenn es in einzelnen Fragen unterschiedliche Meinungen gibt. Diese Partnerschaft – ob es jetzt um die Ukraine und Russland geht, ob es um die Frage der Bekämpfung des internationalen Terrorismus geht oder ob es um andere Fragen geht – ist nämlich eine Partnerschaft, die über jeder anderen Partnerschaft steht. Wir sind in Europa sehr eng zusammen, aber die transatlantische Partnerschaft ist für Deutschland unverzichtbar und wird es auch in jedem Falle bleiben. Das darf ich, glaube ich, auch im Namen der Kollegen aus der Europäischen Union sagen.”

Ausschnitt aus:

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Mitschrift/Pressekonferenzen/2015/02/2015-02-09-merkel-obama.html

Wofür genau sind Sie ihr dankbar? für die gut inszenierte Propagandashow?

https://www.youtube.com/watch?v=sBsjTLQVckw

115) Erwin Gabriel, Mittwoch, 18. Februar 2015, 16:26 Uhr

@ 113) karel, Dienstag, 17. Februar 2015, 16:38 Uhr

>> Hierzulande auf heute übertragen, bedeutet dies
>> über 20 Mio. Arbeitslose. Ein Szenario, für die heute
>> Lebenden einfach unvorstellbar.

20 Mio. Arbeitslose, ohne die soziale Absicherung, die wir heute haben.

>> Ich selbst konnte mir dieses Szenario durchaus
>> vorstellen, nämlich als Folge einer Anwendung
>> der No-Bail-Out-Klausel bei der ersten Finanznot
>> Griechenlands.

Aus meiner Sicht bedeutet das Nichteinhalten der No-Bailout-Klausel ein Aufgeben jeglicher eigener Verantwortung, und (mit Blick auf die aktuellen Geschehnisse) das Einläuten des Endes der Demokratie in Europa.

>> Wer heute dagegen für die “schwarze Null” eher
>> unfreundliche Worte findet, wird wohl den Wert
>> einer “schwarzen Null” erst im Chaos wiederfinden.

Grundsätzliche Zustimmung. Was mich an der aktuellen Situation stört, ist zum einen, dass ALLE Regierungen seit den 60er Jahren Ihre Wählerschaft in weiten Bereichen bestochen haben – von speziellen Steuererleichterungen bis soziale Wohltaten ist alles dabei. Parallel dazu hat der Staat wichtige Aufgaben/Ausgaben vernachlässigt, etwa in den Bereichen Polizei und Militär, Bildung, Infrastruktur etc.

Viele Grüße
E.G.

116) Erwin Gabriel, Mittwoch, 18. Februar 2015, 16:45 Uhr

114) Erika, Mittwoch, 18. Februar 2015, 10:34 Uhr

>> Wofür genau sind Sie ihr dankbar?
>> für die gut inszenierte Propagandashow?

Zwei Punkte vorweg:

Zum einen sagt meine Lebenserfahrung mir, dass der Spielraum nach unten, zum Schlechteren, immer viel größer ist als der Spielraum nach oben. Es kann alles sehr, sehr viel schlimmer werden, aber nicht in gleichem Maße besser.

Zum anderen halte ich Frau Merkel zwar für eine schlechte Bundeskanzlerin, aber nicht für die böse Hexe aus dem Feenwald. Bei aller Unzufriedenheit sehe ich inzwischen niemanden mehr in CDU oder SPD, dem ich eine bessere Performance zutrauen würde. Schwierig, schwierig.

Zu Ihrer Frage: Wenn Merkel den Amis nach dem Mund reden würde, hätten wir längst strengere Sanktionen gegen Russland (die nicht nur Russland, sondern auch uns sehr schaden würden, sehr zur Freude der Amerikaner), und Deutschland würde schwere Waffen in die Ukraine liefern.

Zumindest hier ist sie meiner Einschätzung nach halbwegs nah an dem, was man machen kann, ohne Deutschland international an die Wand zu fahren.

Wie gesagt, nur meine Einschätzung, mehr nicht. Für mehr fehlen mir Erfahrung und Wissen.

117) Erika, Donnerstag, 19. Februar 2015, 18:37 Uhr

116) Erwin Gabriel, Mittwoch, 18. Februar 2015, 16:45 Uhr

Ich denke Herr Kujat kann die Lage in der Ukraine sehr gut einschätzen und seine Ausführungen sind zumindest für mich immer hochinteressant:

http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2015-02/32785753-kujat-warnt-vor-schleichender-verwicklung-in-ukraine-konflikt-003.htm

Steinmeier hat eine gute Performence, er ist nicht Partei und versucht die Dinge abzumildern.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-merkel-will-klitschko-zum-praesidenten-aufbauen-a-937853.html

http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-steinmeier-warnt-vor-zu-scharfen-sanktionen-gegen-russland-a-1005327.html

118) Andreas Kern, Donnerstag, 19. Februar 2015, 21:03 Uhr

Lieber Herr Spreng,
bei allem Respekt vor Ihren aus meiner Sicht herausragenden, innerpolitischen Kommentare: Verleihen Sie uns bitte einen Einblick in Ihre außenpolitische Wertewelt.
Mit freundlichen Grüßen, Andreas Kern.

119) Rainer N., Freitag, 20. Februar 2015, 11:25 Uhr

Oh, wie naiv manche Schreiber doch sind.

Es ist nur das alte, bekannte Spiel. Guter Bu… äh Polizist, böser Polizist.

Beide sind nur “Marionetten” von Fäden ziehenden Spielern. Und die Naiven schauen so zu, wie im, Kasperltheater die Kinder, wenn im Rücken vom Kasper das Krokodil erscheint, oder der Räuber … die rufen und warnen Kasper, weil sie noch nicht das Spiel durchschauen. Es sind nur Handpuppen die eine Person benutzt.

Wer eigene kleine Kinder hatte und mit denen einmal in ein derartiges “Zelt” eine Vorstellung miterlebt hat, kennt diese Wirkung. Und diese Wirkung erkenne ich bei gewissen Schreibern hier auch. Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich über solche Typen ja nur noch lachen … aber es wirft bei mir die Frage auf, sind diese Typen vielleicht selber solche Strippenzieher, die von ihrem “Wirken” ablenken wollen. Oder doch nur selber Marionetten, die den Strippen anderer Zieher gehorsam Folge leisten.

Wer “Freibier für Alle” ernst nimmt, dem ist nicht mehr zu helfen. Und anders kann man viele Forderungen die “nett klingen” nicht einschätzen. Deren Bildung kommt wohl nur von der Lektüre der Bild. Da müsste Bildung mit zwei aufeinanderfolgenden d geschrieben werden.

120) Johannes Lamp, Samstag, 21. Februar 2015, 10:27 Uhr

zu 118) Andreas Kern
Bitte nicht!!!

121) Jakobiner, Sonntag, 22. Februar 2015, 13:37 Uhr

“Lieber Herr Spreng,
bei allem Respekt vor Ihren aus meiner Sicht herausragenden, innerpolitischen Kommentare: Verleihen Sie uns bitte einen Einblick in Ihre außenpolitische Wertewelt.
Mit freundlichen Grüßen, Andreas Kern.”

Dem möchte ich entscheiden beipflichten. Der Großteil der Artikel dieses Blogs handeln von Innenpolitik, Wahlarithmetik,etc. Es wäre zu begrüssen, wenn es auch mal mehr außenpolitische Artikel gibt, sei es nun IS, TTIP, Griechenland, Ukraine, Front National,etc. Die Klage, dass Deutschand zu provinziell und binnenbezogen denkt, kann man bei dem Spreng-Blog durchaus erhalten.

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