Sonntag, 07. Juni 2015, 15:49 Uhr

Der große Entertainer geht

Gregor Gysi, der große Polit-Entertainer, tritt ab. Der Mann, der es meisterhaft verstand, seiner Partei „Die Linke“ ein nettes, fröhliches Antlitz zu geben. Der Mann, der mit einem Lächeln die unüberbrückbaren Gegensätze in seiner Partei zukleisterte.

Der Mann, der seine Partei auf Bundesebene in die Regierungsverantwortung führen wollte. Der Mann, der es immer als historischen Fehler angesehen hat, dass es nach der Wiedervereinigung nicht auch zur demokratischen Vereinigung von SPD und PDS gekommen ist.

Auch seine letzte Rede vor einem Parteitag als Fraktionschef war noch einmal großes Kino, die in dem koketten Eingeständnis mündete, er habe sich zu wichtig genommen. Vielleicht, aber wichtig war er für „Die Linke“ tatsächlich. Mehr noch, die Zukunft wird es zeigen, unersetzlich.

Denn ohne Gysi, den großen Harmonisierer, der nur einmal von unversöhnlichem Hass sprach und beinahe damals schon zurückgetreten wäre, zerfällt „Die Linke“ in zwei Parteien: die Systemreformer und die Systemveränderer. Die Kompromißfähigen und die Vertreter der reinen Lehre. In diejenigen, die nur Opposition betreiben wollen, und diejenigen, die mitregieren wollen. Ein uralter Konflikt der Linken.

Wenn jetzt das unvereinbare Duo aus Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch doch installiert werden sollte, wird dieser Konflikt auch nicht gelöst. Gelöst wäre nur der Aufstieg der beiden an die Spitze. Mit dieser Partei wird es 2017 keine Wechsel von der Großen Koalition zu Rot-Rot-Grün geben.

Deshalb ist dieser Tag auch ein schwarzer Tag für Sigmar Gabriel. Seine – ohnhein nur vage – Machtperspektive ist mit Gysis Rücktritt auf Null geschrumpft.

Rot-Rot-Grün ist eine Illusion, ein Spiel, keine reelle Chance. Denn die Wagenknechts der Linkspartei verlangen von der SPD die außen-. wirtschafts- und sozialpolitische Selbstaufgabe – und das ist selbst für machthungrigsten SPD-Politiker zu viel. Abgesehen davon, dass es dann für die SPD nicht einmal mehr für 25 Prozent reichen dürfte.

Gute Nachrichten für Angela Merkel auf Schloss Elmau.

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24 Kommentare

1) Art Vanderley, Sonntag, 07. Juni 2015, 18:51 Uhr

Selbstaufgabe , da braucht die SPD keine Linkspartei für…

2) Cato, Montag, 08. Juni 2015, 06:56 Uhr

Dieses BRD Politsystem kann nur verändert werden wenn die Wähler daheim bleiben und somit eine
politische Leere erzeugen! Das Politspiel in diesem Staat ist nichts anderes als die praktizierte Ver-
blödung des Volkes durch die Politik für die Politik und deren Politclowns.

3) nona, Montag, 08. Juni 2015, 07:00 Uhr

„Die Kompromißfähigen und die Vertreter der reinen Lehre.“

Ich fand „Realos und Fundis“ immer schön prägnant.

4) Jakobiner, Montag, 08. Juni 2015, 12:53 Uhr

Dass sich die Linkspartei spalten wird, glaube ich nicht. Auch wenn rot-rot-grün nicht zustande kommt, so übt die Linkspartei auch aus der Opposition heraus Druck auf die SPD und die Große Koalition aus–siehe Mindestlohn, siehe Rente mit 63, siehe Mietpreisdeckelung.

5) Alexander, Montag, 08. Juni 2015, 13:00 Uhr

Gregor Gysi ist ein hervorragender Redner, der fehlen wird.

Ich habe Gregor Gysi 1990 in Berlin kennengelernt und er war wohltuend anders als der typische SED-, PDS-Vertreter. In den Wirren der Wiedervereinigung habe ich als konservativer Berliner Student zufällig das ehemalige ZK-Gebäude der SED besucht als dort ein Parteitag war. Da kein Sitzplatz mehr frei war, habe ich mich auf ein Sofa gesetzt nahe der Redner-Tribüne und plötzlich saß Gregor Gysi neben mir. Sehr weltoffen, charmant, fröhlich, witzig, das Gegenteil von dogmatisch-engstirnig-verbissen. Er hatte sofort erkannt, dass ich liberal-konservativ bin und auf dem internen Parteitag nichts zu suchen hatte. Trotzdem hat er mit mir die Wiedervereinigung diskutiert und mich zum Bleiben aufgefordert. Ich erinnere mich, wie sehr er damals schon stöhnte bei etwas dogmatischeren Redebeiträgen und an seinen Humor, sich selbst auf die Schippe zu nehmen.

Gregor Gysi ist einer der ganz wenigen Linken, mit denen man kontrovers diskutieren kann ohne gleich beleidigt zu werden.

Leider wissen wir zu wenig über seine Schattenseiten wie etwa seine Beziehung zur Stasi etc.

6) karel, Montag, 08. Juni 2015, 13:38 Uhr

Na, endlich mal eine gute Nachricht für „Mutti“.. 🙂

Glückauf

7) wschira, Montag, 08. Juni 2015, 15:27 Uhr

5) Alexander

„Leider wissen wir zu wenig über seine Schattenseiten wie etwa seine Beziehung zur Stasi etc“

Das wissen wir auch von Frau Merkel und vielen anderen nicht.

8) Sabine Zielke-Esser, Montag, 08. Juni 2015, 16:00 Uhr

@4) Jakobiner

Fallen Sie immer noch auf die „soziale“ Politik der SPD herein? Mindestlohn 8 Euro fuffzig (brutto) sind eine Super-Basis für einen menschenwürdigen Ruhestand. Rente mit 63 bezahlen die anderen Rentner. Und Mietpreisdeckelung: Die Gewerkschaften kämpfen um 3 Prozent mehr (brutto) und die SPD „deckelt“ die Mieterhöhungen (in handverlesenen Fällen) mit 10 Prozent (netto). Reine Placebo-Politik. Die Linke ist die eigentliche Alternative für Deutschland, nicht die Partei, die sich so nennt. Mit Gregor Gysi verliert die Linke ihren politischen Schwertransporter. Ich sehe im Moment nur Sarah Wagenknecht als Truckerin.

9) CitizenK, Montag, 08. Juni 2015, 16:50 Uhr

Er wird fehlen – nicht nur seiner Partei.

Aber auch mit ihm wäre es nie zu einer Regierungsbeteiligung gekommen, dafür ist der Hass in der Linkspartei auf die SPD – und die „Reformer“ in den eigenen Reiheni – viel zu groß.

Bis zur nächsten Wahl ist die FDP wieder an Deck gekrochen und die Welt in Michelland wieder in Ordnung.

10) Chris www.junge-politiker.de, Montag, 08. Juni 2015, 21:34 Uhr

Gysi war und ist in der Tat ein Vollblut-Politiker mit Ecken und Kanten, der mit großem Wortwitz agierte und es vielleicht als einziger echter Oppositions-Politiker mit der übermächtigen Kanzlerin aufnehmen kann – unvergessen seine Wutreden zu NSA-Skandal und Ukraine-Konflikt im Bundestag, in der er unbequeme Wahrheiten unterstrichen hat.

Nichtsdestotrotz ist Gysi in einer Partei, die vielfach noch nicht mit der eigenen SED-Vergangenheit richtig abgeschlossen bzw. diese ehrlich aufgearbeitet hat, denn diese Zeit war ja schließlich auch von Überwachung total geprägt.

Mal schauen, wie es die Post-DDR-Generation der LINKEN so anstellt.

11) Rainer G., Dienstag, 09. Juni 2015, 08:49 Uhr

Zu 2) Cato
Sind Sie wirklich der Auffassung, dass sich das politische System verändern wird, wenn die Wähler daheim bleiben?!? An diesem Punkt sind wir doch längst angelangt! Und hat sich das politische System verändert? Nur noch knapp die Hälfte der Wahlberechtigten geht zur Wahl (siehe jüngstes Beispiel Bremen). Wer geht denn noch wählen? Parteimitglieder und –anhänger. Die machen das Rennen unter sich aus und sehen natürlich allein schon deshalb keinen Grund, nicht mehr zur Wahl zu gehen. Und? Hat sich etwas verändert? Wenn Sie genau hinschauen, werden Sie feststellen, dass es dem System nützt, wenn die, die mit dem politischen System unzufrieden sind, nicht mehr wählen gehen. Und wenn es am Ende nur noch 15 % sind. Wenn Sie Ihren Gedanken konsequent zu Ende denken, dürfte eine Wahl mit einer Beteiligung von weniger als 95 % Wahlbeteiligung gar nicht mehr gültig sein, womit wir aber beim Wahlsystem der DDR wären.

Zu 5) Alexander
Woher weiß ich, dass Sie nicht in der DDR, sondern in der Alt-BRD aufgewachsen und sozialisiert sind?
Weil Sie von Gysis Schattenseiten in den Beziehungen zur Stasi reden und sich vom großen Stasi-Palaver beeindrucken lassen. Sie können daher nichts wissen, von den Wirkungsweisen der Stasi im Umgang mit Anwälten, die Systemkritiker der DDR juristisch vertreten hatten. Diese wenigen Juristen mussten nicht den „Umweg“ über die schnöde IM-Stasischiene gehen, um Informationen an die Parteiobersten zu lancieren, das haben sie direkt bei Lamberz, Krenz, Hager und Co. erledigen können. Das hat Gysi oft genug versucht, vor dem Bundestag zu erläutern. Diese Variante wollten die Herrschaften aus dem liberal-konservativen-grün-sozialen Lager jedoch gar nicht hören, oder gar zur Kenntnis nehmen. Mit hartnäckiger und unwürdiger Penetranz wurde Gysi vor jeder Wahl, in die er persönlich involviert war, der wissentlichen Zusammenarbeit mit der Stasi bezichtigt. Das hielt dann zwar ein um das andere Mal vor Gericht in keiner Weise Stand, aber man wusste um die klebrige Substanz des Drecks, mit dem man ihn bewarf. Da war man sich dann parteiübergreifend bis hin zum Lokaljournalisten einig. Ich wünschte mir eine ebensolche Intensität bei der Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit aller Spitzenpolitiker. Aber ich bin auch der Meinung, dass Stasi und Bespitzelung zu DDR-Zeiten ein Kindergeburtstag waren, gegenüber den Praktiken, denen wir uns heute ausgesetzt sehen, wenn alles stimmt, was wir zu diesem Thema seit zwei Jahren Dank Snowden täglich hören und lesen können.

12) olaf, Dienstag, 09. Juni 2015, 13:14 Uhr

Oha, 2) Mr. Cato, das klingt ja interessant was Sie schreiben, und ich lausche gespannt Ihren Beispielen, Argumenten, Gegenargumenten und der Schlußfolgerung mit Appell.

Wohlan, Sie haben noch viele Zeilen, um Ihre Ansicht der Politik, sowie Ihre eigene Position darin und dazu dem Forum zu erläutern.

13) Rainer G., Mittwoch, 10. Juni 2015, 07:31 Uhr

Gregor Gysi nur als Politentertainer zu sehen oder ihn lediglich als hervorragenden Redner zu beschreiben sind zweifelsohne zutreffende Attribute eines der wichtigsten und intelligentesten Politiker der jüngsten BRD-Geschichte, aber sie sind nur ein Teil des Phänomens Gysi.
Ich habe einige seiner Veranstaltungen besucht und war immer wieder schwer beeindruckt, wie es dieser kleine Mann versteht, Massen zu begeistern. Natürlich mit Witz, Charme, Selbstironie, aber vor allem mit Inhalten.
Es ist jedes Mal deutlich geworden, dass er dem größten Teil seiner Zuhörer aus Herz, Hirn und Seele spricht und dass er es glänzend versteht, die inhaltlichen und programmatischen Ziele seiner Partei in klare für jedermann verständliche Worte zu fassen, auch wenn er gelegentlich für meinen Geschmack zu sehr vergendert formulierte. Ich habe ernsthaft darauf gewartet, dass es bei ihm in einer seiner Reden noch einmal irgendwann Deutschinnen und Deutsche gibt.
Nun liegt es nicht an der Linken, dass es die SPD nicht mehr über 25 % schafft und sie sich weiterhin prozentual im Sinkflug befindet. Daran hat die SPD schon selber sehr hart und konsequent gearbeitet. Dass Frau Wagenknecht und Herr Bartsch eine Änderung des wirtschaftspolitischen Kurses verlangen, habe ich, bis auf die Rüstungsindustrie bezogen, in dieser Form noch nicht gehört. Und wenn die SPD aus ihrem 25%-Loch herauskommen möchte, wäre es mehr als angesagt, sich innenpolitisch wieder zu sozialdemokratisieren und außenpolitisch Kriegseinsätze der Bundeswehr abzulehnen. So könnte die SPD zu alter Stärke zurück kehren.
Für die Bundeskanzlerin ist der Rücktritt Gysis aber tatsächlich ein Gewinn. Absolut niemand in der Opposition hat ihr so gekonnt, faktenorientiert und pointenreich die Meinung gegeigt, wie es Gysi in wohltuender Art und Weise gekonnt hat. Auch die kurzweiligen Miniwortgefechte zwischen ihm und dem Bundestagspräsidenten waren immer ein Leckerbissen der besonderen Art. Leider sehe ich unter den potentiellen Nachfolgern niemanden, der ihm nur annähernd das Wasser auf diesem Gebiet reichen kann. Und das wird es sein, was der Linken sehr viele Stimmen kosten wird.

14) Wolfgang Wegener, Donnerstag, 11. Juni 2015, 09:20 Uhr

Rainer G. (13): „Ich habe ernsthaft darauf gewartet, dass es bei ihm in einer seiner Reden noch einmal irgendwann Deutschinnen und Deutsche gibt.“. Das geht aber noch besser. So wird iim aktuellen Hohlspiegel aus dem Programmheft des Evangelischen Kirchentages zitiert, dass die Teilnehmer ihre Meinung kundtun können „über Anwälte und Anwältinnen des Publikums und über Saalmikrofonninnen und -mikrofone“.

Ob die ins Auge gefasste Doppelspitze bei der Linkenfraktion funktioniert, wird sich zeigen. Wagenknecht und Bartsch, das entspricht Lucke und Petry. Wer hat denn da nun den Hut auf?

15) Alexander, Donnerstag, 11. Juni 2015, 13:04 Uhr

@13.) Rainer G. – volle Zustimmung!

Sie beschreiben sehr schön die Misere der aktuellen Linken und den Konsequenzen, die sich ergeben aus dem Weggang von Gysi.

Ich sehe momentan auch keine politische Persönlichkeit, die soviel Kraft, politische Cleverness, Ausstrahlung und Charisma hat, um Angela Merkel das Wasser reichen zu können.

Das ist für die SPD und für die Linken eine finstere Prognose. Aber auch für die Demokratie bedeutet dies nichts gutes.

16) Erwin Gabriel, Donnerstag, 11. Juni 2015, 14:00 Uhr

@ 8) Sabine Zielke-Esser, Montag, 08. Juni 2015, 16:00 Uhr

>> Mindestlohn 8 Euro fuffzig (brutto) sind eine Super-Basis
>> für einen menschenwürdigen Ruhestand.

Deutschland ist das geizigste Land der Welt. Jeder will den Wagen vor der Tür und den großen, flachen Fernseher an der Wand, dazu einmal im Jahr mit dem Flieger in die Sonn, man spart am Essen und an den Klamotten. Jeder will alles, aber es darf bitteschön nichts kosten.

Wo soll das Geld dann herkommen für hohe Löhne, wenn die gleichen leute, die diese höheren Löhne fordern, sich selbst wie der letzte Geizkragen gerieren?

17) StefanP, Donnerstag, 11. Juni 2015, 14:10 Uhr

Es ist immer wieder faszinierend, wie ich-bezogen viele Kommentatoren agieren und ihre Weltsicht verallgemeinern. Von Fakten sind solche Stellungnahmen ebenso wenig getrübt wie von genauerer Beobachtung. Ja, Rainer G., Gregor Gysi ist ein hervorragender Politentertainer, der die großen Widersprüche seiner Partei wegmoderieren konnte. Beispiel: Seine Partei befürwortet eine deutlich höherer Belastung der Besserverdienenden, während ein Teil auch noch für eine Entlastung der Mittelschicht eintritt. Das Programm der Linkspartei sieht jedoch eine Erhöhung des Grundfreibetrages bei höherem Spitzensteuersatz für die heutigen Grenzgänger des Tarifs vor. Das führt mathematisch zur stärksten Progression aller in der Diskussion befindlichen Vorschläge und damit zu einer deutlichen Belastung mittlerer Einkommen. In den Auftritten Gysis zu Steuern wird dieses Fakt elegant zugekleistert.

Oder: Er selbst war als Jude immer wieder anti-semitischen Angriffen aus seiner eigenen Partei ausgesetzt bis hin zu körperlicher Belästigung. Dennoch verstand er es, den Makel des Antisemitismus von seiner Partei fernzuhalten.

Die Linkspartei erzielte mit ihrem Programm 2013 eine geringere Resonanz als vier Jahre zuvor. Insgesamt verlor sie 3%-Punkte und ist dennoch Oppositionsführerin im Deutschen Bundestag. Auch die Grünen verloren mit einem dezidiert „linken“ Programm, während das rechte Lager aus Union, AfD und FDP zulegte. Das muss Gründe haben. Und die Gründe werden sicherlich nicht sein, dass die SPD Kriegseinsätze und Waffenlieferungen nicht vehement genug ablehnt oder nur einen Mindestlohn von 8,50 EUR forderte. Das passt logisch nicht.

Es setzt auch voraus, dass der Wähler in Mehrheit sehr genau Programmpunkte abwägt. Diese Ideologie resultiert nur aus der Ignoranz der Linken für die Natur des Menschen und demokratischen Bürgers. Menschen gehen Beziehungen ein, weil sie vertrauen, nicht aufgrund eines ausgeklügelten Vertrags- oder Programmwerkes. Und deswegen erzielen naturgemäß nicht die Parteien und Kandidaten die besten Ergebnisse, welche die Mehrheitsmeinung laut Demoskopie abbilden, sondern jene, welche die höchsten Vertrauenswerte in der Bevölkerung erzielen.

Hier schneidet die Linke mit ihrem Personal besonders schlecht ab. Die Gründe sind dazu vielfältig, aber insbesondere erscheinen der Mehrheit die Politiker der Linken als extrem dogmatisch. Das mag man nicht im persönlichen Umgang und das mag man nicht an Politikern.

Faktenreich jedoch war Gregor Gysi nicht, jedenfalls nicht, wenn man ihn einem Faktencheck unterzog. ´Das gilt aus naheliegenden Gründen für die meisten Politiker, für die einen mehr, für populistisch agierende Politiker immer etwas mehr. Schließlich lebt die politische Welt der Gysis davon, die Abläufe stark zu versimplifizieren. Die Welt ist aber nicht einfach.

18) Jakobiner, Freitag, 12. Juni 2015, 13:27 Uhr

Zu 8) Sabine Zielke-Esser, Montag, 08. Juni 2015, 16:00 Uhr

@4) Jakobiner

Fallen Sie immer noch auf die „soziale“ Politik der SPD herein?“

Da haben Sie mich, werte Frau, gründlich mißverstanden. Ich habe ja nicht behauptet, dass das Glanztaten waren, sondern dass sie aufgrund des Oppositionsdruck der Linkspartei als Zugeständnisse für die Öffentlichkeit gemacht wurden. Mir ging es also darum zu zeigen, dass die Linkspartei auch schon in der Opposition wirkungsmächtig wird.

19) philhellene, Dienstag, 16. Juni 2015, 10:52 Uhr

Das derzeit alle anderen Themen an die Wand drückende Thema heißt „Griechenland“.
Spreng schweigt weiterhin zu diesem Thema.

20) Don Corleone, Dienstag, 16. Juni 2015, 14:11 Uhr

19) philhellene, Dienstag, 16. Juni 2015, 10:52 Uhr

Nicht „Spreng“, sondern „Herr Spreng“ oder wenigstens „Michael Spreng“, wenn’s konveniert. So viel Zeit muss sein, gell?

21) Lothar Glindmeier, Mittwoch, 24. Juni 2015, 00:07 Uhr

Warten wir einmal ab, wie sich die Lage in Europa entwickelt.
Wenn der Deutsche Bürger dann auch endlich wach wird und keiner
-außer die eigenen Parteimitglieder- mehr CDU/CSU, SPD, FDP
sowie Bündnis90/DieGrünen wählt, dann hat die Linke auch ohne Gysi
womöglich eine Zukunft endlich einmal Politik für das Volk umsetzen zu können.

Mag sein der Deutsche Bürger wird wirklich wach und merkt, was in diesem Land wirklich abgeht.
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

22) Klaus S., Samstag, 04. Juli 2015, 17:44 Uhr

Herr Gregor Gysi,
ein sehr weltgewandter , charmanter, fröhlicher, witziger und selbstironischer Mensch wird uns sehr am Rednerpult im Bundestag fehlen. Er vermochte es, komplizierte Dinge einfach, klar und präzise darzustellen und benannte auch etliche Male, für die Regierungsbank unbequeme Dinge, beim Namen.
Er wird mir sehr fehlen, da Er den meist müde wirkenden Bundestag erst richtig aufzumischen vermochte.
Ich werde Ihn als äußerst amüsanten Redner, in Erinnerung behalten und deshalb sehr vermissen.
Ich wünsche Ihm noch viel Gesundheit und Freude im Leben und hoffe Ihn vielleicht noch in einigen Talkshows erblicken zu dürfen, da es mir leider nicht vergönnt sein wird, ihn einmal höchst persönlich kennenlernen zu dürfen.
Mit freundlichen Grüssen, ein Humanist

23) Horst Klohocker, Sonntag, 05. Juli 2015, 14:23 Uhr

Gysi geht – Merkel bleibt noch lange! So könnte man wahrlich die derzeitige politische Situation in Deutschland beschreiben. Letzteres wird wohl auch noch über das Jahr 2021 Gültigkeit haben. Dann wird Angie den Rekord von Kohl als längste Amtszeit eines Kanzlers einstellen.

Viel kann bis dahin geschehen und Griechenland wird längst aus den Schlagzeien – egal ob mit Euro oder Drachmen – verschwunden sein. Frau Merkel wird regieren, fragt sich nur wer ihr Partner sein wird!? Vielleicht die Grünen oder wieder die SPD? An die Rückkehr der FDP glaube ich hingegen nicht und die AFD wird sich wohl selbst zerlegt haben.

Also Deutschland – es geht voran und noch lange wird „unsere Angie“ vorraus marschieren. Es gilt eben immer noch: „Jedem Land die Politiker, welches es verdient!“ 😉

24) mac4ever, Sonntag, 19. Juli 2015, 11:14 Uhr

Auch ich hatte das Glück, Gregor Gysi auf einem Stadtteilfest in Berlin-Hellersorf (wo er diskutierend am Biertisch saß, geerdet wie immer) kennenzulernen.

Ich kann nur alle Lobeshymnen hier unterstreichen. Ich war nicht immer zu 100 % seiner Meinung, aber neben seiner Eloquenz glänzte er stets auch mit großer Fachkenntnis.

Was die Stasi-Kontakte betrifft, kann ich nach 25 Jahren Wiedervereinigung immer nur wieder den Kopf schütteln, wie wenig im Westen von der Funktionsweise einer Diktatur begriffen wurde. Stolpe als Kirchenjurist, Gysi als Anwalt – sie alle hatten nur dann Erfolg, wenn sie der SED-Führung und damit der Stasi etwas abhandeln konnten. Und Handeln funktioniert eben nur, wenn man auch etwas anbietet. Es geht nur in beide Richtungen. Unter diesen Bedingungen war eine IM-Registrierung
sozusagen Peanuts.

Herrn Streng stimme ich grundsätzlich hinsichtlich seiner parteistrategischen Überlegungen zu, nur
würde ich in einem Punkt vehement widersprechen: Gysi ist kein Entertainer, sondern einer der ganz
wenigen Politiker, die Substanz zu bieten haben.

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