Samstag, 14. November 2015, 16:41 Uhr

Die einzige Antwort: Weiter leben wie bisher

Schmerz, Erschütterung, Mitleid, ohnmächtige Wut. Jeder fühlende Mensch ist heute aufgewühlt. Jeder fühlende Mensch weint mit den Franzosen. Nous sommes unis – wir sind eins.

Die Terroranschläge von Paris senden eine neue, grausame Botschaft: Jeder Mensch, der in einer freien Gesellschaft lebt, ist das Ziel des „Islamischen Staates“(IS) und es kann jeden jederzeit treffen.

Den Tätern geht es nicht mehr um konkrete Ziele ihrer Verbrechen wie die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ oder einen jüdischen Supermarkt. Es geht um die totale Verunsicherung der freien Gesellschaften.

Jeder einzelne, gleichgültig, wie und wo er lebt und wer er ist, soll in lähmende Angst versetzt werden. Die IS-Mörder hatten nur ein Ziel: wahllos möglichst viele Menschen zu töten – in der Konzerthalle, in Cafés und Restaurants, am Eingang des Fußballstadions.

Die Politiker, wie die Bundeskanzlerin, antworten mit einem Satz, der universelle Gültigkeit hat: „Jedes freie Leben ist stärker als der Terror“. Das stimmt. Das heißt aber auch: Wenn die Demokratien ihre Freiheit bewahren wollen, dann müssen sie damit rechnen, dass es noch mehr Opfer geben wird. Auch wir Deutsche, die kurdische Kämpfer gegen den IS ausbilden, sind in Gefahr.

Und der Satz bedeutet auch, dass wir unser freies Leben nicht durch immer neue Gesetze einschränken dürfen. Gegen Selbstmordattentäter gibt es keinen Schutz. Da können wir Geheimdienste und Polizei noch so sehr aufrüsten.

Freies Leben heißt, die Gefahr zu kennen, aber weiter so zu leben wie bisher. Demokratisch, liberal, menschenfreundlich.

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91 Kommentare

1) Michael Schmidt, Donnerstag, 19. November 2015, 10:27 Uhr

@43) Wolfgang Wegener

Mit diesen Leuten setzt man sich als anständiger Mensch nicht an einen Tisch.

Mit welchen Leuten denn dann? Die Türken haben nur diese eine Regierung.

2) Michael Schmidt, Donnerstag, 19. November 2015, 10:35 Uhr

@45) Erwin Gabriel

Und die Befreiung Kuweits von iraksicher Besetzung war natürlich ein sowohl politisch als auch militärisch erfolgreicher Einsatz.

Das mag sein, aber vielleicht hätten Sie die Güte, mir zu erklären, inwieweit dieser Feldzug mit einem Guerilla-Krieg gegen Terroristen vergleichbar ist.

Der Sichelschnitt durch die Ardennen 1940, vorgetragen durch Manstein und auch Rommels „Gespensterdivision“, war ebenfalls militärisch erfolgreich, gar brillant zu nennen, und in Deutschland innenpolitisch sehr erfolgreich.

Und? Was hat das mit der augenblicklichen Bedrohung zu tun? Und welche Lektionen können wir daraus für den Umgang mit ISIS ableiten?

(OK, eine Gemeinsamkeit gebe ich Ihnen zu: In beiden Fällen war Frankreich betroffen.)

3) Rainer N., Donnerstag, 19. November 2015, 12:55 Uhr

Die Aussage von Einstein über die Unendlichkeit – dürfte bekannt sein.

Auch hier in den Beiträgen finden sich Belege für die Unendlichkeit der Dummheit.

Menschen die vor Terror, Krieg, Bomben. und Drohnen fliehen, haben das RECHT dazu auf ihrer Seite. Und WIR sind nun einmal Mitverantwortlich für diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die auch in unserem Namen begangen werden, mit von uns gelieferten Waffen.

Und ich wünsche mir, dass ich nicht eine Zeit erleben werde, in denen wieder aus diesem Land Menschen fliehen müssen, so wie damals … aber manchen Schreibern würde ich es durchaus gönnen.

Platon – Der Staat – Dialog Sokrates – Adimantes – über die Demokratie, die „Wiege der Tyrannis“.

http://forum.tacheles-sozialhilfe.de/forum/thread.asp?FacId=1044573

Dort ist der Text zu finden. (Damals, 2008, von mir unter 26^3-25^3 = 1951)

4) W. Zimmer, Donnerstag, 19. November 2015, 12:57 Uhr

@47 wschira

Da muß ich in einem Punkt widersprechen. Norwegen hatte zum Zeitpunkt der Breijvik-Morde keine Vorratsdatenspeicherung. Sigmar Gabriel hat zwar etwas anderes behauptet, als er vehement für die erneute Einführung der VDS in Deutschland eintrat, aber es war schlichtweg gelogen, als er den erfolgreichen Zugriff auf Brejivik als Erfolg der VDS darstellte.

5) Schuster Jürgen, Donnerstag, 19. November 2015, 16:21 Uhr

Ich könnte mir vorstellen, dass die Bemühungen unserer Staatsmänner und Staatsfrauen, genau deshalb nicht von Erfolg gekrönt sind, weil sie selber nicht verstehen, dass in den angesprochenen Krisengebieten eine andere Logik herrscht als bei uns. Sie veruchen mit der Naivität westlich geprägter „Werte“ und Humanität immer aufs Neue, von außen (militärisch, politisch, wirtschaftlich), Krisen in aller Welt zu meistern. Meiner Meinung befeuern sie damit aber oft die nächste Krise und müssen sich dann Vorwürfe gefallen lassen, nicht das „Richtige“ unternommen zu haben. Ich behaupte jetzt einmal kühn, dass so manche Krise mangels weiterer Befeuerung von außen wohl in sich zusammengebrochen wäre und letztendlich weniger Menschenleben gekostet hätte, wenn man sie sich selber überlassen hätte.
Bezüglich der Flüchtlinge, die vor dem IS fliehen, ist es bei uns in Deutschland natürlich politisch nicht gewollt, einen Zusammenhang zwischen Terrorismus und Flüchtlingsströmen herzustellen. Aber er existiert doch und zwar nicht unmittelbar, sondern auf lange Sicht: Die Flüchtlinge von heute werden ebenso wie die „französischen“ und „belgischen“ Staatsbürger mit Migrationshintergrund morgen in ebensolchen Banlieus wie denjenigen von Paris und Brüssel geschlossene Gesellschaften bilden, statt sich zu integrieren – der Nährboden für die Radikalisierung von morgen. Oder meint jemand allen Ernstes, das Integrieren einer solch großen Zahl von Flüchtlingen würde bei uns besser gelingen als in Frankreich, Belgien und England?

6) Politikverdruss, Donnerstag, 19. November 2015, 20:57 Uhr

47) wschira, Mittwoch, 18. November 2015, 20:39 Uhr,

Stichwort Paranoia: Bedaure, mein Fehler!

Stichwort Vorratsdatenspeicherung:

Das BKA hat derzeit 426 „Gefährder“ unter Beobachtung. Auf 1000 Personen schätzt der Verfassungsschutz den Personenkreis mit „Terrorismuspotential“.

Seit 2000, so BKA-Präsident Münch, sind 12 Terroranschläge in Deutschland vereitelt worden. In welchem Umfang die Vorratsdatenspeicherung in jedem Einzelfall zur Vereitlung beigetragen hat, ist mir nicht bekannt. Der BKA-Präsident hält sie für zwingend erforderlich.

Im Oktober 2015 hat der Bundestag den Regierungsentwurf der neuen Vorratsdatenspeicherung abgesegnet. In der namentlichen Abstimmung haben 404 Abgeordnete für die neue Vorratsdatenspeicherung votiert, 148 waren dagegen bei 7 Enthaltungen.

Ich vertraue darauf, dass der nicht gerade als „Überwachungs-Freak“ bekannte Justizminister, die übrigen Minister des Kabinetts und die große Mehrheit der Abgeordneten eine sachgerechte Entscheidung getroffen haben.

Stichwort „syrischer Pass“:

Der Chef der Grenzschutzbehörde Frontex F. Leggeri warnt:

„Viele Menschen besorgen sich in der Türkei gefälschte syrische Papiere, weil sie wissen, dass sie dann leichter Asyl bekommen.“ Der holländische Journalist Doornbos hat sich innerhalb von 40 Stunden einen syrischen Pass und der britische Journalist Nick Fagge zwei Pässe gekauft.

Dies verdeutlicht: Es ist einfach, sich als syrischer Flüchtling auszugeben. Das gilt sicherlich auch für Kriminelle und Terroristen.

7) Rapanzel, Donnerstag, 19. November 2015, 22:08 Uhr

Auch ich trauere um die Opfer und bin der Auffassung das wir einig dem IS entgegen treten..
Jedoch komme ich nicht umhin, daran zu erinnern wer die Karriere des IS befördert hat. Es waren die rechten Kriegstreiber, die alle Warnungen zum trotz den Nahen Osten in Flammen gesetzt haben. und die heute noch Waffen dorthin liefern. Weterhin wird mir Angst und Bange wenn ich sehe, dass unsere Regierung nicht einmal die rechten Teroristen hierzulande in den Griff kriegen (wollen!?). Wie können wir so dem IS etwas entgegen setzen?

8) ralph, Donnerstag, 19. November 2015, 23:45 Uhr

Es ist schon seltsam, wie bei fast jedem Anschlag im nachhinein, der oder die Attentäter bei der Polizei oder bei den Geheimdiensten bekannt waren. Das zeigt eigentlich nur das so ein Verein wie der Is und die Islamistenszene von V- Leuten geradezu durchsetzt ist. Denn wenn das nicht so wäre dann könnten schon wenige, zu allem entschlossene und bisher nicht vom Radar der Behörden erfasste Personen Europa ins Chaos stürzen.

Wer sich das nicht vorstellen kann, der muß sich nur die NSU Geschichte anschauen. Mehr V- Leute als Nazis.

9) mac4ever, Freitag, 20. November 2015, 09:49 Uhr

@48 C.Mayer: „Gut“ und „Böse“ wird der Realität schon lange nicht mehr gerecht. Es geht auch nicht mehr um Schuldzuweisungen, sondern nur noch um gesellschaftliche Mechanismen.

Auch Flüchtlinge sind nicht „gut“ oder „böse“. Aber es ist eine Tatsache: durch eine Masseneinwanderung, egal aus welcher Himmelsrichtung, importieren wir auch immer mehr oder weniger die dort herrschenden Konflikte. Bis hin zum Terrorismus. Auch ohne Bombardierungen hätte der IS einen Grund gefunden, die verhaßte westliche Gesellschaft anzugreifen.

Und in dieser Hinsicht wird Deutschland gerade einer demokratisch nicht legitimierten Transformation „in vitro“ unterzogen – mit sehr ungewissem Ausgang, wenn man an die Probleme mit Parallelgesellschaften und kriminellen libanesischen Clans (Duisburg-Marxloh, wo die Polizeigewerkschaft praktisch den Bankrott der staatlichen Ordnung postuliert hat) denkt. Meiner Meinung mach gleicht unser Land einem Verletzten, der nicht verbunden wird, sondern dem gesagt wird: „Wenn du weiter blutest, wird es dir besser gehen.“

In Zeiten, wo niemand mehr durchblickt, werden einfache Brachiallösungen attraktiv. Ob das nun die Bekämpfung der „westlichen dekadenten Lebensweise“ oder der „Asylantenflut“ ist. Und immer hat der Feind ein Gesicht.

10) Wolfgang Wegener, Freitag, 20. November 2015, 12:53 Uhr

Nachtrag zu meinem Kommentar 43):

Die Russen sind nach dem Abschuss ihres Ferienfliegers wirklich sauer, und Rücksicht auf unseren Natopartner Türkei müssen Sie ja auch nicht nehmen. Und Sie verfügen über Satelliten (wie auch die US), die die endlosen Kolonnen der Öllaster erkennen, mittels deren Ladung sich ISIS refinanziert. Wohin fahren diese Laster, wer kauft dieses Öl (zu einem Discountpreis) und verkauft es mit hohem Gewinn? Und warum schneidet man ISIS nicht mit Luftschlägen von dieser Refinanzierungsquelle ab?

Dazu habe ich hier einen Link gefunden: http://russia-insider.com/en/fight-against-isis-russia-aint-taking-no-prisoners/ri11296

Zitat: „Turkish Socialist party member Gursel Tekin has established that Daesh’s smuggled oil is exported to Turkey by BMZ, a shipping company controlled by none other than Bilal Erdogan, son of “Sultan” Erdogan.“

11) Politikverdruss, Freitag, 20. November 2015, 16:34 Uhr

39) Michael Schmidt, Mittwoch, 18. November 2015, 16:59 Uhr,

ich kann Ihre Zweifel nachvollziehen. Aber, im globalen Terrorismus-Index sind es vier islamistische Gruppen, die für 66 Prozent der Bluttaten verantwortlich sind: der islamische Staat(IS), Boko Haram, al-Quaida und die Taliban in Afganistan und Pakistan. Dass der IS inzwischen über ein eigenes „Staatsgebiet“ verfügt, mit Ölvorkommen, Finanzierungsquellen, Rekrutierungspotential zur Deckung des Bedarfs an IS-Terroristen etc., ist extrem problemverschärfend.

„Der IS ist derzeit die wohl größte Bedrohung des Weltfriedens. Nicht erst seit den Anschlägen vom Freitag. Die Terrormiliz verübt Genozid-artige Gräuel, sie unterwirft in den von ihr eroberten Gebieten die Bevölkerung einem brutalen Willkürregime, sie versklavt Frauen, sie schneidet Geiseln aus dem Westen und anderen Regionen der Welt den Kopf ab, sie hetzt im Internet und radikalisiert weltweit junge Muslime, die zu Dschihadisten mutieren, sie trägt den Terror immer stärker auch in andere Länder. Frankreich ist nur eines davon.“ (Tagesspiegel)

Der IS bedroht den inneren Frieden der Länder Europas und versetzt große Teile der übrigen Welt in Angst und Schrecken. Es ist doch zutiefst erschreckend, dass sich hier in Europa sozialisierte Menschen von dem IS derart einnehmen lassen, dass sie nach Syrien reisen, dort für den IS bestialische Taten vollbringen oder im Auftrag des IS in ihren „Heimatländern“ blutige Anschläge verüben. Der IS ist dabei Dreh-undAngelpunkt der Radikalisierung junger Muslime. Der IS muss militärisch zerschlagen und politisch bekämpft werden. Eine militärische Zerschlagung, als erster Schritt einer Gesamtstrategie, ist erforderlich, weil der IS von Militär-Profis geführt wird, mit modernsten Waffen ausgestattet ist und deshalb nur von professionell geführten und ausgerüsteten Streitkräften bezwungen werden kann.

Sicher, die Interventionen im Irak, in Afghanistan und in Libyen haben die Destabilisierung ganzer Regionen herbeigeführt. Man muss aber fragen, warum sie gescheitert sind. Sie sind gescheitert, weil Politiker Streitkräfte ohne einen auf einer Gesamtstrategie beruhenden Plan eingesetzt haben. Dabei sind es nicht die militärischen Anteile der Pläne gewesen, die zum Scheitern der Einsätze führen und führten. Es sind die politischen Anteile! Der Irak-Krieg ist dafür ein herausragendes Beispiel. So ziemlich alles, was man politisch falsch machen konnte, hat man falsch gemacht. Das hier weiter auszuführen, würde den Rahmen sprengen.

Der frühere NATO-Oberbefehlshaber James Stavridis sagte der BBC, dass 10.000 bis 15.000 Soldaten der Militärallianz ausreichen würden, um gemeinsam mit kurdischen Verbänden die IS-Miliz zu bezwingen. Die Dschihadisten seien keine militärischen Riesen, sagte er. „Die NATO kann das schaffen.“ Der französische Präsident will sich aber eher auf den Beistand der EU abstützen. Sein Generalstab arbeitet mit dem russischen Generalstab gemeinsame Einsatzpläne aus. Das eröffnet neue Möglichkeiten des Handelns, zumal die russischen Streitkräfte erhebliche Erfahrungen im Kampf gegen Terroristen mitbringen.

Insgesamt bin ich überzeugt, dass der Westen nicht darum herum kommen wird, den IS militärisch zu zerschlagen. Je eher desto besser!

12) Batholonew, Freitag, 20. November 2015, 18:28 Uhr

Interessanter Artikel!

Ich beuge mich meinem Geltungsdrang und möchte auch etwas zum Besten geben. Meine Sicht der Dinge finden Sie auf https://batholonew.wordpress.com/

13) Politikverdruss, Samstag, 21. November 2015, 11:16 Uhr

Verschiedentlich wird im Forum gefragt, wie im Syrien-Konflikt ein politischer Lösungsansatz aussehen könnte. Meine Antwort: Wiener Syrien-Konferenz. Überschattet durch den Terroranschlag in Paris hat die Konferenz sich am 14.11.15 auf einen konkreten Fahrplan zur Syrien-Friedenslösung geeinigt. Teilnehmer: Die UNO-Vetostaaten, Regionalmächte und weitere Teilnehmerländer wie Saudi-Arabien und der Iran!

Folgende Vereinbarungen sind getroffen:

-Ab 01.Januar 2016 Friedensgespräche zwischen den Konfliktparteien (ausgen. IS u.Al-Nusra),

-Die Friedensgespräche sollen innerhalb von 6 Monaten zu einer Übergangsregierung führen,

-Binnen 18 Monaten Erarbeitung einer neuen Verfassung und Vorbereitung von Wahlen,

-Bekämpfung IS und Al-Nusra-Front.

Ich halte diese Konferenz allein schon wegen des Teilnehmerkreises für bedeutsam. Nach Einschätzung der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini seien die ersten Verhandlungen gut verlaufen. Nach vier Jahren Krieg mit über 250000 getöteten Menschen ein erster Hoffnungsschimmer.

14) Wolfgang Wegener, Samstag, 21. November 2015, 13:29 Uhr

Michael Schmidt 50): „Mit welchen Leuten denn dann? Die Türken haben nur diese eine Regierung.“.

Na ja, mit Assad natürlich (Vorsicht, Ironie)

Was man aus eigener Kraft tun kann, ist gut. Wofür man fremde Hilfe braucht, das ist schlecht – Überspitzt formuliert (für schlecht gibt es auch noch stärkere Worte, die auch mit sch beginnen); das ist jedenfalls eine Erfahrung aus meiner aktiven politischen Zeit (teils in der Mehrheit (gut), teils in der Opposition (schlecht)). Zur Türkei im Übrigen s. auch meinen Kommentar 59).

Wir wollen also eine extreme Willkommenskultur aufrechterhalten, Migranten aller möglichen Fluchtrouten ungeprüft ins Land durchwinken, weiterhin das in Europa mit Abstand beste soziale Angebot für Migranten machen usw., und die Türken sollen ihre Grenzen dicht machen? Nur damit Frau Merkel das O-Wort nicht nennen muss, um sich eine Koaltion mit den Grünen offenzuhalten (die Groko geht eh immer)?

Und Griechenland und fItalien sollen nach Willen dieser Hippie-Regierung sog. Hotspots betreiben, von denen aus die Flüchtlinge dann europaweit verteilt werden können? Das war schon vor Paris eine reine Illustion, die meisten Länder bedanken sich dafür, von Frau Merkel gerufene Migranten aufzunehmen. Nach Paris ist dieser Lösungsvorschlag nur noch absurd. Egal, was Frau Merkel jetzt möglicherweise alles noch an neuen Haken schlägt: Ohne ein neues Gesicht an der Spitze wird sich nicht herumsprechen, dass dieses Land längst überfordert ist. Vorrangig betroffen davon im Übrigen Bayern.

15) Erwin Gabriel, Samstag, 21. November 2015, 20:24 Uhr

51) Michael Schmidt, Donnerstag, 19. November 2015, 10:35 Uhr

>> vielleicht hätten Sie die Güte, mir zu erklären, inwieweit dieser Feldzug
>> mit einem Guerilla-Krieg gegen Terroristen vergleichbar ist.

Zum einen ging es darum nicht.

Zum anderen ist der IS nicht mit Terror-Organisationen á la Al Quida etc vergleichbar: Eigenes Staatsgebiet (selbst wenn praktisch niemand das anerkennt), eigener Beamtenaapparat, Renten-, Kranken- und Sozialversicherung, Krankenhäusern, Schulen, Kindergärten etc. Nachdem die Amerikaner in der Folge ihres Sieges gegen Saddam Hussein alle Mitglieder der Baath-Partei ohne Anspruch auf Rente; Sozialhilfe etc. „in die Wüste“ geschickt haben, hat der IS einen halbwegs funktionierenden Beamten- und Staatsapparat. Da geht es eher gegen einen Staat als gegen ein paar Terroristen.

Überhaupt, wenn Sie schon am Pingeln sind: Den Guerilla-Krieg führen eher die Terroristen, als das der gegen Terroristen geführt wird.

Nix für ungut.

16) Erwin Gabriel, Samstag, 21. November 2015, 20:40 Uhr

@ 52) Rainer N., Donnerstag, 19. November 2015, 12:55 Uhr

>> Menschen die vor Terror, Krieg, Bomben. und Drohnen fliehen,
>> haben das RECHT dazu auf ihrer Seite.

Zustimmung. Aber es wird nicht zu verhindern sein, dass der eine oder andere Böswillige nicht vor der IS flieht, sondern sich unter diesem Deckmantel mit in das Land schleicht, um hier Böses zu planen und umzusetzen. Ob Sie eine derartige Situation mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:1000 oder 1:1.000.000 ansetzen, überlasse ich gerne Ihnen. In jedem Fall bleibt ein Restrisiko, dass wir – auch im Sinne wirklicher Flüchtlinnge, die im Falle eines Anschlags automatisch unter Generalverdacht gestellt würden – minimieren.

>> Und WIR sind nun einmal mitverantwortlich für diese Verbrechen
>> gegen die Menschlichkeit, die auch in unserem Namen begangen
>> werden, mit von uns gelieferten Waffen.

Nun ja, ich sehe die Verantwortung für das Syrien-Disaster in großen Zügen bei den USA, durch den nicht gerechtfertigen Irak-Krieg, durch den Kampf Assads gegen seine Bevölkerung, die finanzielle und militärische Unterstützung der Assad-Gegner durch die USA, und neuerdings durch die Einmischung von Russland und dem Iran. Da hat Deutschland mal weniger mit zu tun – im Gegenteil: Es trägt, von der schwer betroffenen syrischen Bevölkerung mal abgesehen, die Hauptlast der Folgen.

>> Und ich wünsche mir, dass ich nicht eine Zeit erleben werde, in
>> denen wieder aus diesem Land Menschen fliehen müssen, so wie
>> damals … aber manchen Schreibern würde ich es durchaus gönnen.

Sie halten sich, so vermute ich, für einen aufgeklärten, empfindsamen und gerechten Menschen. Wer anderen eine Verfolgung wie durch die Nazis gönnt, ist das mit Sicherheit nicht. Sie sind keinen Deut besser als die gröhlenden Dumpfbacken der Pegida, nur, dass Sie sich von der anderen Seite zu Wort melden. Schade.

Da bleibt mir nur ein Zitat: „Auch hier in den Beiträgen finden sich Belege für die Unendlichkeit der Dummheit.“

17) Erwin Gabriel, Samstag, 21. November 2015, 20:50 Uhr

@ 63) Wolfgang Wegener, Samstag, 21. November 2015, 13:29 Uhr

Zustimmung.

Als Deutschland gebeten wurde, eine Quote aufzunehmen, hat sich die Regierung aus egoistischen Gründen geweigert. Jetzt, da das Gros der Flüchtlinge nach Deutschland will, fordert auch Deutschland eine Quotenregelung, weigert sich aber, sich auf Obergrenzen festzulegen. Da sagt jedes andere EU-Land (inzwischen sogar Schweden) verständlicherweise „nein“.

Frau Merkel hat ohne Not ein europäisches Problem zu einem deutschen Problem gemacht.
Ich bin zwar, wie schon gesagt, der Meinung, dass die Zahl an und für sich nicht das Problem ist. Aber solange wir derart mit den Ankömmlingen umgehen, sehe ich es genauso wie Jürgen Schuster in Beitrag 54): Wir werden wie Frankreich in einigen Städten Parallelgesellschaften heranziehen, die sich eigene regeln geben, weil sie unsere nicht verstehen oder nicht davon profitieren werden.

18) Jakobiner, Sonntag, 22. November 2015, 08:01 Uhr

Zu den Pariser Attentat melden sich nun auch viele Soziologen und Sozialarbeiter mit dem Hinweis, dass Perspektivlosigkeit, Ausgrenzung durch die Gesellschaft, Rassismus und neoliberale Politik und deren Verelendungstendenzen samt Arbeitslosigkeit Terrorismus und Islamismus hervorbringen.Das klingt geradezu nach einem Automatismus.Die umgekehrte Frage wäre aber auch einmal, der dabei gar nicht nachgegangen wird: Warum machen das hunderttausende ausgegrenzte Jugendliche eben nicht? Warum greifen sie nicht zum Terrorismus?

Auch eine andere Frage: Warum organisieren sie sich nicht politisch in NGOs, politischen Initiativen, Gewerkschaften und Parteien, um etwas gegen ihre Exklusion zu machen? Sind sie zu ungebildet, zu unpolitisch, zu egozentrisch, haben sie den Glauben an diese Institutionen verloren (berühmte Politikverdrossenheit)? Oder werden sie auch von den genannten Organisationen längst abgeschrieben, nach dem Motto, dass dies ohnehin arbeitsloses, prekäres Lumpenproletariat ist,das zu nichts taugt und nicht gewinnbar ist?Liegt hier nicht auch ein Versagen der Linken vor?

In einem Bericht über die Ban Lieus kam ein Jugendlicher zu Wort, der auf Plakate mit dem Slogan “Egalite, Fraternite, Liberte”, die die Regierung aufgehängt hatte, meinte, seine Lebensrealität spreche diesen säkularen Aufklärungsparolen Hohn. Egalite-dieser Säkularismus ud seine Ideen der Aufklärung gelten nur für den besseren Teil der Gesellschaft. Fraternite, Bruderschaft finde er nur in seiner kleinkriminellen Jugendbruderschaft, nicht aber in der französischen Gesellschaft.Die umgekehrte Frage wäre eben auch einmal: Warum machen das hunderttausende ausgegrenzte Jugendliche eben nicht? Warum greifen sie nicht zum Terrorismus?

Entweder wirkt die staatliche Abschreckung oder aber es gibt eben doch so etwas wie allgemeine moralische Hemmschwellen, dass man keinen Menschen tötet, auch wenn man arbeitslos und auf Hartz4-Niveau lebt.Möglich auch, dass die meisten Jugendlichen in den Ban Lieus auch säkularer sind als schlechthin angenommen und mit den Parolen der Islamisten nichts anzufangen wissen, zumal die ja auch ihren Lebensstil und das bißchen Spaß, das sie in Alkohol, Frauen, Partys und Drogen finden auch noch streichen wollen.Vielleicht sind die meisten dieser Ban Lieu-Jugendlichen trotz Perspektivlosigkeit und tristem Alltag einfach dennoch zu lebensfroh, um sich einer islamistischen Ideologie anzuschliessen, die ja auch nicht mehr als den Tod anzubieten hat.

Vielleicht können die ausgegrenzten Jugendlichen in den Ban Lieus auch soweit denken, dass die berühmt-berüchtigten 5 minutes of fame des Märtytrertods in den Medien, wo man mal als anonymer Einzelner aus der Mssse heraustritt und in die Schlagzeilen kommt eher negativ sind und einer jahrlangen Existenz unter schwierigen materiellen Bedingungen, in dem es aber kleine hedonistische Highlights gibt, nicht vorzuziehen sind. Vielleicht sind die meisten Jugendlichen der Ban Lieus da viel rationaler in der Kosten- Nutzen-Abwägung als immer angenommen.Vielleicht denken sie da diesseitsorientierter, hedonistischer und materialistischer als das Islamisten oder anderen Extremisten lieb ist.

19) Jakobiner, Sonntag, 22. November 2015, 09:33 Uhr

Vielleicht denken die Jugendlichen in den Ban Lieus da diesseitsorientierter, individualistischer, hedonistischer und materialistischer als das Islamisten oder anderen Extremisten lieb ist.Vielleicht sind sie am Ende doch mehr die Kinder der westlichen Aufklärung auch ohne Voltaire, Montisque oder Kant gelesen zu haben als dies Bildungsbürger vom ungebildeten, bildungsfernen Prekariat schlechthin immer annehmen. Vielleicht spricht hier auch mehr die Arroganz, die Ignoranz und eine gewisse Portion Sozialdarwnismus der bildungsbürgerlichen Ober- und Mittelschichten heraus, der es logisch erscheint, dass wenn man arm ist gleich zum Terrorismus greifen müsste. Vielleicht sagt dies auch mehr über die Bildungsbürger aus als über das bildungsferne Prekariat. Zudem sollte man nicht vergessen, dass sich die Stammmannschaft des linken Terrorismus der 70er Jahre aus Akademikern rekrutierte und die Aufklärung der französischen Revolution auch die bürgerliche und jakobinische Herrschaft des Terreur kannte–vielleicht erscheint es Bürgern, Bildungsbürgern und Akademikern daher logisch, dass man zum Terreur und Terrorismus greifen müsse, zumal wenn man deklassiert und arm wird. Lipset nannte dies auch mal “die Radikalisierung der Mitte”, wenngleich er dies auf den Faschismus bezog, aber man dies allgemeingültiger sehen kann.

20) Tiedgen, Sonntag, 22. November 2015, 12:34 Uhr

@54

vielleicht ist es klüger, das Wesen der Demokratie und deren Entstehung, ggfs. auch das Scheitern genauer zu analysieren.

Es gibt den Mythos, dass die USA als demokratisches Vorzeigeland diese Regierungsform erfolgreich nach Europa transportiert hat.
Die „Demokratisierung“ der BRD nach 1945 ist das Paradebeispiel dafür. Die erfolgreiche Etablierung der Demokratie wird auf die amerikanische „Umerziehuung“ zurückgeführt.Und wenn das so toll geklappt hat, liegt es doch nahe, auch in anderen Ländern als „Demokratiebringer“ zu agieren.

Leider ist das ein Fehlschluß mangels historischen Wissens über Europa. Wenn man sich die skandinavischen Länder anschaut, dann gab es diese basisdemokratischen Formen schon lange. Und auch in Norddeutschland waren diese demokratischen Strukturen verbreitet: als Transitland für den Fernhandel in alle Richtungen und mit diversen Einwanderern mußte man sich auf gemeinsame Konfliktlösungen verständigen. Auf diesem Fundament konnte dann eine neue repräsentative Demokratie wurzeln.

Interessanterweise giab es auch in Afghanistan so eine alte Tradition: Loya Jirga Treffen, um regionale Themen zu debattieren und zu lösen. Das habe ich bei einer Afghanistan-Tagung in Hamburg erfahren. Es war eindrucksvoll mitzuerleben, wie da die jeweiligen Stammesführer sonnengottähnlich in spezifischer Tracht und mit ihrer Entourage im Hörsaal saßen. Alle waren spinnefeind miteinander, was sich dann auch bei der ersten Gelegenheit in wüsten Beschimpfungen Bahn brach.
Der hanseatische Moderator hatte sofort auf die Regeln des Gastgebers hingewiesen: zivilisierte Ausdrucksformen, ausreden lassen und die Lösungsorientierung.
So entstand dann eine lebhafte Debatte nach einem Vortrag über die 5-stellige Zahl an Toten durch Hunger und verseuchtem Trinkwasser. (Die entsprechenden Brunnen hat die Bundeswehr dann später auch gebaut und sich dort Renommee verschafft bei den regionalen Stammesfürsten).

So gesehen kann man „im Westen“ nur einen demokratischen Impuls geben. Ob und wie sich so eine demokratische Struktur in einem muslimischen Land ausbildet, das werden die Länder selbst entwickeln. Vielleicht kristallisiert sich diese Weiterentwicklung auch an ganz anderen Vorbilder, so z.B. an einem beliebten Fußballspieler aus Deutschland, der nach Kabul zurückgekehrt ist.

So gesehen haben wir vielleicht schon eine Form der „muslimisch interpretierten Demokratie“ in den abgehängten Stadtvierteln wie z.: Molenbeek, die von „sektiererischen“ Muslimen ebenfalls verteufelt wird. Und dann entsteht die Konfliktlinie zwischen „liberalen “ und dogmatischen Muslimen.

21) karel, Sonntag, 22. November 2015, 13:19 Uhr

Nun,
solange nicht konsequent abgeschoben wird,
muß Deutschland ja noch viel Platz haben.

Übrigens,
schon mit Hilfe von Willy Brandt wurden hier etwa 4 Mio Bürger
aus dem islamischen Bereich seßhaft.
Und nun rufen besorgte „MeinHaus,MeinBoot,Mein Auto“-Bürger
wegen 1 Mio. den „Notstand“ aus?

Nun denn….

22) Erin Gabriel, Montag, 23. November 2015, 12:12 Uhr

@ 70) karel, Sonntag, 22. November 2015, 13:19 Uhr

>> Nun, solange nicht konsequent abgeschoben wird,
>> muß Deutschland ja noch viel Platz haben.

Unschlagbares Argument …

>> Übrigens, schon mit Hilfe von Willy Brandt wurden hier
>> etwa 4 Mio Bürger aus dem islamischen Bereich seßhaft.
>> Und nun rufen besorgte “MeinHaus,MeinBoot,Mein Auto”-Bürger
>> wegen 1 Mio. den “Notstand” aus?

Auch richtig – die absoluten Zahlen der Zuwanderung sind wirklich nicht das Problem. Das entstand und entsteht erst durch die mangelhafte Vorbereitung und Abwicklung in Berlin.

Es grüßt
E.G.

23) mac4ever, Montag, 23. November 2015, 13:52 Uhr

@karel: die 4 Millionen sind über Jahrzehnte hin gekommen. Und in Berlin-Neukölln oder Duisburg-Marxloh kann man besichtigen, wie wenig die langfristige Integration geklappt hat.

Und nun kommen in der Perspektive weitere Millionen. Die Polizeigewerkschaft hat für D.-Marxloh praktisch ihren Bankrott erklärt, da die libanesischen, kleinkriminellen Clans inzwischen die Straße beherrschen.

Ein Link unter vielen:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/machtlose-polizei-die-rauhe-herrschaft-der-familienclans-13745499.html

Und Sie sehen KEINEN Notstand?

24) Politikverdruss, Montag, 23. November 2015, 18:43 Uhr

Nach dem Paris-Anschlag tobt in Deutschland die mediale Gegenbewegung nach dem Motto: Die Franzosen sind selbst schuld!

Besonders niederträchtig das ZDF in der Kindersendung „logo“. Dazu das ZDF zu unseren lieben Kleinen: „Radikale Muslime seien arbeitslos und wissen nicht, was sie tun sollen – und das macht sie wütend…“. Der direkte Weg von der Arbeitslosigkeit hin zum Terroristen. Und Schuld an der Arbeitslosigkeit hat natürlich Frankreich und damit auch an dem Terror im eigenen Land.

Aber auch Deutschland hat Schuld auf sich geladen. „Das hat nämlich Aiman Mazyek herausgefunden, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime. Dem Deutschlandfunk erklärte er, „es sei schmerzhaft, dass Deutschland auch ein Exporteur von Terroristen sei. Dies zeuge von einem gesamtgesellschaftlichen Versagen, zumal diese Menschen auf deutsche Schulen gegangen seien“.

Muslimische Terroristen aus deutschen Schulen, jetzt sind die wahren Schuldigen endlich ausgemacht! Verständlich, dass man sich in seinem Selbsthass auch noch diese Last aufbürden lässt. Von Hasspredigern in Moscheen war nicht die Rede.

Gut, dass das endlich geklärt ist: Frankreich hat bei der Integration versagt und in Deutschland wachsen die Terroristen in den Schulen heran.

Man kann sich gegenüber den Medien nur noch mit Abscheu abwenden. Wir haben nicht nur eine Staats-, sondern auch eine veritable Medienkrise. Dabei ist immer wieder die Frage zu stellen, warum die Legislative – unsere „Volksvertretung“ in Berlin – in der Flüchtlingspolitik nicht die Initiative ergreift. Warum scheint man zu glauben, dass die Aufnahme und Integration von Millionen Migranten gegen das deutsche Volk möglich sein wird. Warum glaubt man, in der Flüchtlingspolitik auf jede demokratische Legitimation verzichten zu können? Erkennt man nicht, wie demokratiezerstörend dieser Alleingang von Frau Merkel ist?

Nun hat der Fraktionsvorsitzende der SPD, Thomas Oppermann, vorgeschlagen, die Abgeordneten sollen über eine Kontingentlösung abstimmen. Kontingente auf welcher Ebene? Auf europäischer? Da kann Thomas Oppermann lange warten. In dieser Frage ist Frau Merkel in Europa völlig isoliert. Selbst die Schweden haben jetzt die Reißleine gezogen. Niemand von den 27 „Partner“-Ländern in Europa wird ihr „Kontingente“ abnehmen. Worüber also sollen unsere Volksvertreter abstimmen? Wie viele Flüchtlinge z.B. Frankreich aufnehmen soll? Es ist absurd.

25) Klaus, Dienstag, 24. November 2015, 14:12 Uhr

Ich seh folgendes Problem: Viele Menschen in Deutschland sehnen sich nach einem starken Mann, der „aufräumt“. Sie würden auch auf Grundrechte verzichten, wenn dafür mal wieder jemand „richtig“ aufräumt. Offen sagen tut das kaum jemand wegen der Nazi-Keule, aber unter vier Augen merkt man diese Meinung.

Die CDU und besonders die CSU hatten es verstanden diese Leute an sich zu binden, ohne dass die aber wirklich etwas in dieser Hinsicht „aufräumen“. Jetzt gibt es neben der Alternative für Deutschland auch noch ALFA, Pegida, „Wir sind Deutschland“ usw. usw. Am rechten Ende des Parteienspektrums ist so viel los, wie seit Kriegsende nicht mehr.

Wir müssen damit rechnen, dass die AfD bei den nächsten Wahlen immer über die Fünfprozent-Hürde kommt, auch zur Bundestagswahl.

Das könnte bedeuten, dass schwarz-gelb, rot-grün oder gar R2G in Berlin nicht mehr möglich sind. Das hieße: ewige große Koalition. Und was das heisst, kann man in Österreich sehen…

73) Politikverdruss, Montag, 23. November 2015, 18:43 Uhr

Das mit der Medienkrise ist leider wahr und hier in Hamburg an einem ganz anderen Beispiel zu erkennen: Die führende Lokalzeitung und die Lokalausgabe der BILD trommeln seit Monaten so für die Olympiade, dass es schon fast unheimlich wird… Kritik ist nicht erwünscht!

26) Michael Schmidt, Dienstag, 24. November 2015, 14:43 Uhr

@64) Erwin Gabriel

Überhaupt, wenn Sie schon am Pingeln sind: Den Guerilla-Krieg führen eher die Terroristen, als das der gegen Terroristen geführt wird.

Nix für ungut.

Ja. Die Terroristen führen ihn und zwingen ihn also den Besatzern auf. Die können das, weil sie da wohnen und die Unterstützung der Bevölkerung haben, die lieber unter dem IS leben als unter schiitischer Unterdrückung.

Der Besatzer kann das nicht; allein schon wegen Sprachbarrieren kann er sich nicht unter die Bevölkerung mischen und für den IS unsichtbar werden.

Also ein klassischer Fall asymmetrischer Kriegsführung.

Und was heißt Pingeln? Der zweite Golfkrieg wurde als Beispiel für das Scheitern der Nahostpolitik gebracht, Sie widersprachen dem und stellten den Krieg um Kuwait als vollen Erfolg auf allen Ebenen dar.

An der Oberfläche mag das so aussehen; wenn man aber mit in Betracht zieht, dass diese Kampagne zur dauerhaften Stationierung „von Ungläubigen im heiligen Land der Moslems“ geführt hat, die wiederum den Terror der Al-Qaida gegen die USA nach sich zog, der dann im 11. September gipfelte, dann ist Ihrer These energisch zu widersprechen. „Pingeln“ würde ich das nicht nennen.

Der Terror am 11. September kam ja nicht aus heiterem Himmel, sondern der Terror begann ja schon 1993 mit dem ersten Anschlag auf das WTC. Aus dem Gedächtnis kann ich noch die Anschläge auf die USS Cole 1998 und die Botschaft in Mombasa bringen; womöglich gab es noch mehr Al-Qaida-Terror.

Und überhaupt: Wieso macht Sie das nicht stutzig, dass der Krieg „um Kuwait“ mit einer Lügengeschichte um Brutkästen angezettelt wurde?

Zum anderen ist der IS nicht mit Terror-Organisationen á la Al Quida etc vergleichbar: Eigenes Staatsgebiet

Sehen Sie, das war Nord-Vietnam auch. Man kann auch als staatliche Entität Guerilla-Krieg führen.

Man sieht an Ihrem Kommentar, dass Sie voll auf die Propaganda des „War on Terror“ hereingefallen sind. Wie sagte Gerhard Baum kürzlich im Fernsehen über die RAF-Terroristen: „Ihr seid ja nicht bei Trost, ihr seid Kriminelle!“, als die RAF forderte, als „Kriegsgefangene“ behandelt zu werden.

Die Verfolgung international gesuchter Schwerverbrecher erfordert ganz andere Methoden und Strategien. Stellen Sie sich mal vor, Helmut Schmidt hätte den „Krieg gegen den Terror“ ausgerufen und hätte die Bundeswehr nach Italien, Frankreich und die DDR einmarschieren lassen, da diese Länder ja „Terroristen Unterschlupf gewähren“.

Die ganze Lächerlichkeit dieses Politikansatzes sollte hier klar zutage treten, und es wäre zum Lachen, wenn nicht Millionen unschuldige Opfer aufgrund dieses Wahnsinns zu beklagen wären.

Natürlich muss der IS ausgeschaltet werden, aber eben mit einer Strategie, die erfolgversprechend ist. Das wird man ohne Einbeziehung der Anrainerstaaten wohl kaum hinbekommen.

An Äußerungen wie „mit denen kann man sich nicht an einen Tisch setzen“ kommt die ganze Dummbräsigkeit idealistischer Politikansätze zum Vorschein. Das hat mich schon während der Ukraine-Krise mächtig aufgeregt. So, als ob man durch Mobbing und Ausgrenzung ein Land von der Karte verschwinden lassen kann. Was für ein Blödsinn!

Sie sagen es doch selber: Die Entsorgung sunnitischer Baath-Funktionäre hat uns in der Folge den ISIS beschert. Wunderbar! Obwohl in jedem Handbuch über Staatsstreiche und Revolutionen drinsteht, dass man die alten Eliten einbinden muss, selbst wenn sie Dreck am Stecken haben, sonst fällt der Staat in sich zusammen.

Wir haben das in der Weimarer Republik erlebt, und Adenauer sagte, „Man schüttet kein dreckiges Wasser aus, solange man kein sauberes hat!“ (Bitte das dicke rheinische Idiom dazudenken.)

Indem man die schlimmsten Verbrecher aburteilte und die „harmloseren“ in Ruhe ließ, schaffte Adenauer die Tragfähigkeit unseres Staates.

Ja, mir dreht sich auch der Magen um bei dem Gedanken, dass ein Todesrichter Ministerpräsident in Baden-Württemberg wurde, oder Ärzte, die im KZ menschenverachtende Experimente an Häftlingen gemacht haben, völlig unbehelligt gelassen wurden. Da kann man nur auf eine höhere Gerechtigkeit hoffen, wenn man denn religiös ist.

Indem man aber die vielen Mitläufer der Nazipartei in Ruhe ließ, muss man im Rückblick konstatieren, dass das sehr zum Gelingen der Bundesrepublik beigetragen hat.

Im Irak meinte man, schlauer zu sein als der alte Adenauer, der im KZ gesessen hat, und hat jetzt den ISIS an der Backe. Nun denn, fragt sich, was das kleinere Übel gewesen wäre.

An diesen Beispielen zeigt sich, wie töricht es ist, in der Politik ohne Realismus Moralisieren zu wollen. Helmut Schmidt sagte anlässlich seines Kanzlersturzes am 1. Oktober 1982:

„Ohne Idealismus der Bürger gibt es keinen moralischen Staat; ohne wägende Vernunft kann blinder Idealismus in die politische Romantik und damit in die Gefahr führen.“

Ich hätte es nicht ansatzweise besser und klarer ausdrücken können als dieser große Staatsmann.

Daher bleibt mein Grundtenor in dieser Frage der Antwort auf den ISIS immer noch derselbe: Ich wünsche mir Besonnenheit, und verachte tatsächlich den blinden Idealismus, der nicht durch die wägende Vernunft eingehegt ist, denn er führt uns in die Gefahr.

Und die Nahost-Politik seit 2001 ist durch und durch idealistisch und komplett realitätsverleugnend gewesen.

Für das Vergessen dieser Einsicht aus dem Jahre 1982 durften die Pariser am 13.11.2015 einen hohen Preis zahlen.

27) Michael Schmidt, Dienstag, 24. November 2015, 15:03 Uhr

@73) Politikverdruss

Ihre Empörung über diese billige Polemik ist voll gerechtfertigt.

Dennoch beruht diese Polemik auf einem Körnchen Wahrheit. Wenn es nicht gelingt, größere Gruppen konstruktiv (!) in den Staat und die Gesellschaft mit einzubeziehen, dann wird es massive soziale Konflikte geben.

Das muss nicht allein Terrorismus sein, wie auf ungehörige Weise behauptet wird. Das kann sich, wie in den USA der 1990er, auch durch eine hohe Kriminalitätsrate und No-Go-Areas äußern. Das hat man dort ein wenig eingedämmt, leistet sich aber die größte Gefängnispopulation der Welt, und umsonst arbeiten die privatisierten Knäste wahrscheinlich auch nicht. Soziale Kosten also, so oder so.

Das ist ja auch der Grund, warum ich der völlig unkontrollierten Zuwanderung in unbegrenzter Anzahl so skeptisch gegenüber stehe.

Man mag sich für einen Augenblick fühlen wie der moralische Superman, und sich vorgaukeln, auf diese Weise die industrielle Vernichtung von unschuldigen Menschen mit „falscher“ Religionszugehörigkeit ungeschehen zu machen und aus der deutschen Geschichte tilgen zu können.

Aber die Ernüchterung wird kommen, zumindest bei einigen.

28) Rapunzahl, Dienstag, 24. November 2015, 16:15 Uhr

Integration funktioniert dort, wo man sie beidseits will.
Blockiert eine Seite den Prozess, wie in Bayern, Sachsen, Duisburg, Dresden oder auch Berlin bleibt die dortige Gesellschaft dem Zerfall und Niedergang ausgesetzt. Konflikte inklusive.
Da braucht es keine rechten Sprüche und auch kein Bildungsbürgerliches Gelabere.
Für eine MultiKulti Stadt wie Frankfurt ist die derzeitige Situation eine Herausforderung.
Für Städte wie Dresden, München oder Berlin eine Überforderung.
Das liegt am jahrzehntelangen Schlendrian!

29) Rapunzahl, Dienstag, 24. November 2015, 16:16 Uhr

Die Integrationsverweigerer („MultiKulti ist Tod“) stehen nun faktisch vor dem selbst angerichteten Scherbenhaufen.

30) Erwin Gabriel, Mittwoch, 25. November 2015, 10:56 Uhr

@ Michael Schmidt

Ich vermute, da liegt ein Mißverständnis vor.

>> Der zweite Golfkrieg wurde als Beispiel für das Scheitern der Nahostpolitik
>> gebracht, Sie widersprachen dem und stellten den Krieg um Kuwait als vollen
>> Erfolg auf allen Ebenen dar

Der erste Golfkrieg lief zwischen dem Irak und dem Iran.

Der zweite Golfkrieg diente der Befreiung Kuweits von iraksicher Besetzung und war ein sowohl politisch als auch militärisch erfolgreicher Einsatz. Das wurde, aus meiner Sicht zu Unrecht, bezweifelt. Daran hat sich die Diskussion entzündet.

Der dritte Golfkrieg war der Einmarsch der Amerikaner als Folge von 9/11 – aufgrund gefälschter Beweise, ohne jede völkerrechtliche Legitimation. Dieser Krieg hatte die Gründung des IS zur Folge, und war in jeder Hinsicht ein Unglück für die Welt. Wenn Sie sich auf den beziehen, stimme ich Ihnen gerne zu. Der Rausschmiss aller Baath-Mitglieder aus öffentlichen Ämtern, ohne Versorgungs- und Rentenansprüche, war ausgesprochen rachsüchtig von den Amerikanern. Wie schlimm ein Saddam Hussein auch gewesen sein mag – schlimmer als die Nazis hat er es wohl kaum getrieben.

Dass die Nahost-Politik der USA schizophren ist, wissen wahrscheinlich alle außer den USA. Dass die Saudis immer nach den Amis rufen, wenn es um ihre Sicherheit geht, während sie gleichzeitig den terror gegen die USA anzetteln, weiß inzwischern auch jeder. Und dass die Anschläge der USA spätestens 1993 begannen, also keine direkte Folge der dauerhaften Stationierung von US-Truppen in Saudi Arabien sein können, schreiben Sie selbst. da spielt wohl eher die Unterstützung Israels und die Billigung israelischer Maßnahmen gegen Palästina die grundsätzliche Rolle. Der Rest: ein Vorwand mehr.

Zum Brutkasten: Die Story war schäbig, aber nicht der Auslöser für den Krieg, sondern der Einmarsch selbst. Aber wie es so schön heißt: Das erste Opfer im Krieg ist immer die Wahrheit.

Es gibt hier kein Schwarz und Weiß in dieser Diskussion, also auch keine absolute Wahrheit. Und ich denke, dass wir beide die gleichen Themen (IS / Brutkasten / Terror / US-Nahostpolitik etc.) weitgehend gleich bewerten. Wenn ich den zweiten Golf-Krieg als politischen und militärischen Erfolg bewerte, mag das genauso stimmen wie Ihre Einschätzung, dass die Situation an für sich, also dass überhaupt Krieg geführt werden musste, das Scheitern der US-Nahostpolitik bestätigen. Das schließt sich meiner Einschätzung nach nicht aus, da brauchen wir nicht streiten.

Was das Pingeln angeht: Wenn ich das recht verstanden habe, sprachen Sie von einem Guerilla-Krieg GEGEN Terroristen. Nun, die USA, Frankreich und Russland greifen bislang nur aus der Luft an, keine Stiefel auf dem Boden. Dass man den IS mit Sprengfallen etc bekämpft, habe ich noch nicht mitbekommen. Sehen Sie mir diese kleine Rechthaberei bitte nach, war nicht bös gemeint.

>> Eine militärische Option muss auch durchführbar sein,
>> sonst ist sie nicht zu befürworten.

Das schrieben Sie an anderer Stelle, und dem kann ich mich nur anschließen.

31) Erwin Gabriel, Mittwoch, 25. November 2015, 11:04 Uhr

@ Michael Schmidt

Nachtrag

>> Daher bleibt mein Grundtenor in dieser Frage der Antwort auf den ISIS
>> immer noch derselbe: Ich wünsche mir Besonnenheit, und verachte
>> tatsächlich den blinden Idealismus, der nicht durch die wägende
>> Vernunft eingehegt ist, denn er führt uns in die Gefahr.

Da bin ich 100prozentig bei Ihnen.

Es grüßt

E.G.

32) Erwin Gabriel, Mittwoch, 25. November 2015, 11:08 Uhr

@ 74) Klaus, Dienstag, 24. November 2015, 14:12 Uhr

>> Die führende Lokalzeitung und die Lokalausgabe der BILD
>> trommeln seit Monaten so für die Olympiade, dass es schon
>> fast unheimlich wird… Kritik ist nicht erwünscht!

Das ist kaufmännisch zu sehen – mit Olympiade haben die mehr zu schreiben und mehr Leser als ohne.

33) Politikverdruss, Mittwoch, 25. November 2015, 13:30 Uhr

76) Michael Schmidt, Dienstag, 24. November 2015, 15:03 Uhr,

Ich teile Ihre Skepsis. Es ist unbegreiflich, wie man in Deutschland von „gelungener Integration“ sprechen und glauben kann, dass man die aktuell unkontrolliert hereinströmenden Flüchtlingsmassen wird integrieren können. Mit Zahlen und Fakten ist das nicht zu belegen. Ganz im Gegenteil!

2012 hat sich das BMI noch getraut, eine Studie über die „Lebenswelten junger Muslime in Deutschland“ erarbeiten zu lassen. Dabei kam z.B. heraus, dass sich 25 Prozent der jungen Muslime sich gar nicht integrieren wollen. Die wollen Salafismus und nicht „westliche Werte“!

Wenn man sich in Deutschland, dem „Integrations-Wunderland“, den Salafismus in Zahlen des BfV anschaut, wird einem Angst und Bange. 7300 Islamisten! Davon seien 680 zur Unterstützung des IS nach Syrien oder in den Irak „gereist“, um ihren Glaubensgenossen dabei zu helfen, bestialische Morde zu begehen. 420 „Gefährder“, also Personen, von denen „Straftaten von erheblicher Bedeutung“ ausgehen können, bedrohen unsere Sicherheit.

Wie man angesichts dieser Zahlen überhaupt auf die Idee kommen kann, man könne nun Millionen illegaler Migranten mal so eben „integrieren“ kann, ist überhaupt nicht nachvollziehbar. Ganz abgesehen von den Kosten, die Jährlich zwischen 15 und 30 Milliarden Euro liegen sollen. Viele von denen wollen sich hier auch gar nicht integrieren, sondern, wie der BfV-Präsident Maaßen feststellt, sogar einen „eigenen Staat in Deutschland“ http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/salafisten-wollen-staat-in-deutschland-errichten-13552496.html

Und um die Bevölkerung in Deutschland nicht zu „beunruhigen“, werden die Bürger von der Regierung und den Medien in gigantischem Ausmaß belogen. Flüchtlingsrouten haben nichts mit Terroristen zu tun, Grenzen seien nicht zu sichern und die Aufnahme von Millionen kulturfremder Menschen sei hinzunehmen wie ein Naturereignis.

Aber Lüge und Misstrauen werden eine große Macht entfalten. Sie wird die Grundlagen der Demokratie angreifen und den gesellschaftlichen Frieden im Land zerstören.

34) O.Wenig, Mittwoch, 25. November 2015, 17:59 Uhr

77) Rapunzahl, Dienstag, 24. November 2015, 16:15 Uhr

Zitat:
Integration funktioniert dort, wo man sie beidseits will.

Lesen sie einfach mal im Koran, dann wissen sie welche Seite die Integration nicht will.

Wir pflanzen Feindschaft unter denen, die sich selbst Christen nennen und hassen sie bis zum Tage der Auferstehung (Sure 5, Vers 14)

Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und an den Jüngsten Tag glauben bis sie eigenhändig den Tribut in voller Unterwerfung entrichten. (Sure 9, Vers 29)

Dieses ist nur eine kleine Auswahl der „Integrationshemmnisse“.

35) Erwin Gabriel, Donnerstag, 26. November 2015, 09:56 Uhr

@ 83) O.Wenig, Mittwoch, 25. November 2015, 17:59 Uhr

Dann lesen Sie mal die Bibel.

Der absolute Großteil der hier lebenden Moslems ist säkularisiert.

36) Michael Schmidt, Donnerstag, 26. November 2015, 16:54 Uhr

@ Erwin Gabriel

Ja, ich denke auch, wir haben uns in geringfügigen Punkten gegenseitig missverstanden.

Rein militärisch war der zweite Golfkrieg von 1991 sicher ein Erfolg. Da bin ich bei Ihnen. Politisch: Naja. Überlegen Sie, er hat nicht einmal die Wiederwahl George H.W. Bushs gesichert!

Sogar sein intellektuell teilweise stark herausgeforderter Sohn hat eine zweite Amtszeit gewinnen können. Und dabei halte ich seinen Vater für sehr viel fähiger als den Junior, der sich offenbar durch den Alkoholismus den einen oder anderen mentalen Defekt zugezogen hat. Sei’s drum.

Ich bewerte den zweiten Golfkrieg so: Seit dem Verlust Irans 1979 als US-Truppenbasis war es das strategische Ziel der Amerikaner, wieder eine Truppenpräsenz im Golf aufzubauen. Dazu brauchte es einen legitimen Vorwand, wie z.B. die vorgebliche Drohung der Besetzung Saudi-Arabiens durch Saddam Hussein. Ich kann mich noch sehr gut an die entsprechenden Nachrichtensendungen erinnern.

Also wurde „Desert Shield“ ins Leben gerufen, eine „rein defensive“ Mission zum Schutze Saudi-Arabiens. Der Rest ist Geschichte.

Das strategische Ziel der Truppenpräsenz wurde jedenfalls erreicht, und 2002 las ich einen recht kleinlauten Bericht auf SPON, demzufolge das US-Regionalkommando von Saudi-Arabien nach Katar umzieht.

Die Amerikaner haben also sehr wohl auf den Terror durch Al-Qaida reagiert, und deren Operation war demgemäß als voller Erfolg zu werten: Entfernung der „Ungläubigen“ aus dem „Heiligen Land“.

Was den Guerilla-Krieg angeht: Ja, da habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Ich hatte nicht im Sinn, dass der Westen gegen die Terroristen einen Guerilla-Krieg führt, auch wenn es sich so liest. Mein Fehler, das nicht genauer zu formulieren.

Dass meine Befürchtungen in puncto mangelnder Besonnenheit leider nicht völlig unberechtigt zu sein scheinen, zeigen die Vorfälle an der Türkisch-Syrischen Grenze. Recht schnell entpuppten sich die Medienberichte, denenzufolge das russische Flugzeug 5 Minuten lang den türkischen Luftraum verletzt haben soll, während derer es 10 Mal zum Abdrehen aufgefordert worden sei, als pure Fiktion. Ich habe mich selbst auf Google Maps davon überzeugt, dass der überflogene Streifen 2km, maximal 3 km breit ist. Ein Kampfjet braucht keine 5 Minuten, diese zu durchqueren, sondern eher 20 Sekunden. Herrgott, als Schüler bin ich 2km in 7 Minuten gelaufen, wäre zu Fuß nur unwesentlich langsamer als ein Kampfjet gewesen!

Es ist schon unfassbar, was von türkischer, russischer und medialer Seite alles zusammenfabuliert wird. Ich glaube bis jetzt nur, dass ein russischer Jet über syrischem Gebiet abgeschossen wurde.

Aber eigentlich ist mir das egal, was da genau passiert ist, solange sich die Medienschaffenden sich nicht dazu prostituieren, die Massen zum Krieg einzupeitschen.

Ein neuer Krieg wäre der endgültige Abschied Europas aus der Weltgeschichte.

37) O.Wenig, Donnerstag, 26. November 2015, 22:37 Uhr

@ 84) Erwin Gabriel, Donnerstag, 26. November 2015, 09:56 Uhr

Zitat: Dann lesen Sie mal die Bibel.

Der Unterschied ist nur, dass in über 50 islamischen Ländern diese menschenverachtenden Suren so gelebt werden.
Zu glauben, dass mit der Grenzüberschreitung dieses sich aus den Köpfen löscht,
ist wohl reichlich naiv.
Siehe auch:
Ex-Muslime gegen die Islamisierung des Abendlandes
http://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/der-rat-der-unglaeubigen-ex-muslime-gegen-die-islamisierung-des-abendlandes/11925986.html

Zitat: Der absolute Großteil der hier lebenden Moslems ist säkularisiert.

Terror geht in der Regel immer von einigen Wenigen aus.
Wenn die alle so lieb wären, gäbe es dieses Thema gar nicht.

38) Erwin Gabriel, Freitag, 27. November 2015, 12:22 Uhr

@ 85) Michael Schmidt, Donnerstag, 26. November 2015, 16:54 Uhr

>> Ja, ich denke auch, wir haben uns in geringfügigen
>> Punkten gegenseitig missverstanden.

Haben wir wohl – nix für ungut

>> Rein militärisch war der zweite Golfkrieg von 1991 sicher ein Erfolg.
>> Da bin ich bei Ihnen. Politisch: Naja. Überlegen Sie, er hat nicht einmal
>> die Wiederwahl George H.W. Bushs gesichert!

Wenn ich mich recht erinnere, ist bei der Runde Bush sen. vs Billy the Kid mit dem Unternehmer Ross Perot ein dritter Kandidat dabei gewesen, der Bush wohl schon einige Stimmen gekostet hat. Sonst hätte Bush vermutlich seine zweite Amtszeit gehabt.

39) Erwin Gabriel, Freitag, 27. November 2015, 12:25 Uhr

@ 86) O.Wenig, Donnerstag, 26. November 2015, 22:37 Uhr

>> Terror geht in der Regel immer von einigen Wenigen aus.

Zutreffend. Und deshalb sollten dies einigen Wenigen auch hart verfolgt und betraft werden – der Rest aber nicht. Sonst könnten Sie mit der gleichen Argumentation alle Deutschen als Volk verurteilen, weil es die NSU gab.

40) O.Wenig, Samstag, 28. November 2015, 22:54 Uhr

@88) Erwin Gabriel, Freitag, 27. November 2015, 12:25 Uhr

Ich weiß ja nicht wie nah sie dran sind .
Nicht nur, dass ich Anfang der 70er Jahre „unsere“ türkischen Gastarbeiter vom Bahnhof abgeholt habe,
haben wir inzwischen auch eine deutsch/moslemische Ehe in der Familie.
Es handelt sich um einen sehr höflichen und zuvorkommenden „jungen“ Mann.

Nur wie sieht die Wirklichkeit aus ?
Die Frau sitzt immer alleine zu Hause.
Wo ihr Mann ist, das weiß sie nicht.
Der kleine Sohn hat ein Schwert geschenkt bekommen und ist jetzt ein Kämpfer.
Hand abhaken bei Diebstahl wäre als Abschreckung schon richtig
und ein islamischer Staat wäre das Optimale.

Wahrscheinlich einer dieser vielen Einzelfälle werden sie jetzt sagen
und mit dem Islam hat das natürlich auch nichts zu tun.

41) Michael Schmidt, Sonntag, 29. November 2015, 18:10 Uhr

@87) Erwin Gabriel

Stimmt, Ross Perot machte damals ziemliche Furore.

Mir graut vor dem nächsten Wahlkampf, der vermutlich diese offenbar unerträgliche Xanthippe in das Zentrum der Macht spülen wird.

Mir ist das ohnehin langsam sehr suspekt, dass die da drüben ständig Verwandte und Angehörige früherer Präsidenten ins Amt wählen.

42) Erwin Gabriel, Montag, 30. November 2015, 10:40 Uhr

@ 89) O.Wenig, Samstag, 28. November 2015, 22:54 Uhr

Ich bin ja schon bei Ihnen, dass der Islam grundsätzlich eine Religion ist, die zu Gewalt und Unterdrückung neigt, und die den Angehörigen dieser Religion gute Argumente liefert, sich gewaltttätig im Sinne der Religion zu verhalten (das ist vielleicht etwas ungeschickt formuliert, aber ich hoffe, Sie verstehen, was ich meine). Ich denke aber, dass das für das Judentum und das Christentum genauso gilt. Mir widerstrebt einfach, so vielen Menschen ein Etikett aufzukleben, dass nicht für alle zutrifft.

Wo liegen dann die Unterschiede zwischen „uns“ und „denen“?

Meine ganz persönliche Meinung dazu ist, dass die Wurzeln für diese Unterschiede in Bildung und Wohlstand liegen. Eine meiner Nichten ist mit einem Perser verheiratet, die Familie floh vor Khomeni nach Europa. Kein Schweinefleisch, kein Alkohol auf dem Tisch, ansonsten aufgeklärt und in jeder Hinsicht hoch gebildet. Der Koran ist dort, wie bei den meisten von uns die Bibel, nur ein entfernter Verwandter, den man gelegentlich auf Familienfesten, bei Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen antrifft, aber nicht das Familienoberhaupt.

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