Kommentare
91
Tagcloud
AfD BILD Bild am Sonntag CDU CDU/CSU Christian Wulff CSU Der Spiegel Die Linke FDP große Koalition Grüne Hartz IV Helmut Schmidt Kohl Linkspartei Merkel Schröder Schwarz-Gelb Schäuble Seehofer Sigmar Gabriel SPD Steinbrück Steinmeier Steuersenkungen Stoiber Wahlkampf Westerwelle zu Guttenberg
Samstag, 14. November 2015, 16:41 Uhr

Die einzige Antwort: Weiter leben wie bisher

Schmerz, Erschütterung, Mitleid, ohnmächtige Wut. Jeder fühlende Mensch ist heute aufgewühlt. Jeder fühlende Mensch weint mit den Franzosen. Nous sommes unis – wir sind eins.

Die Terroranschläge von Paris senden eine neue, grausame Botschaft: Jeder Mensch, der in einer freien Gesellschaft lebt, ist das Ziel des “Islamischen Staates”(IS) und es kann jeden jederzeit treffen.

Den Tätern geht es nicht mehr um konkrete Ziele ihrer Verbrechen wie die Satirezeitschrift “Charlie Hebdo” oder einen jüdischen Supermarkt. Es geht um die totale Verunsicherung der freien Gesellschaften.

Jeder einzelne, gleichgültig, wie und wo er lebt und wer er ist, soll in lähmende Angst versetzt werden. Die IS-Mörder hatten nur ein Ziel: wahllos möglichst viele Menschen zu töten – in der Konzerthalle, in Cafés und Restaurants, am Eingang des Fußballstadions.

Die Politiker, wie die Bundeskanzlerin, antworten mit einem Satz, der universelle Gültigkeit hat: “Jedes freie Leben ist stärker als der Terror”. Das stimmt. Das heißt aber auch: Wenn die Demokratien ihre Freiheit bewahren wollen, dann müssen sie damit rechnen, dass es noch mehr Opfer geben wird. Auch wir Deutsche, die kurdische Kämpfer gegen den IS ausbilden, sind in Gefahr.

Und der Satz bedeutet auch, dass wir unser freies Leben nicht durch immer neue Gesetze einschränken dürfen. Gegen Selbstmordattentäter gibt es keinen Schutz. Da können wir Geheimdienste und Polizei noch so sehr aufrüsten.

Freies Leben heißt, die Gefahr zu kennen, aber weiter so zu leben wie bisher. Demokratisch, liberal, menschenfreundlich.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

91 Kommentare

1) Marita, Samstag, 14. November 2015, 17:32 Uhr

Je suis unis – wir sind eins

Da ist wohl etwas durcheinander geraten: Wir sind eins = Nous sommes unis.

“Je suis unis” ergibt keinen Sinn.

2) Barbara Schürenberg, Samstag, 14. November 2015, 17:56 Uhr

Ich verstehe schon, dass Sie an Je suis Charlie anknüpfen wollen, lieber Herr Spreng, aber es muss dennoch heissen “nous sommes unis” – der Singular geht da einfach nicht. Herzliche Grüsse aus der Provence von Ihrer ehemaligen Kunstredakteurin.

3) Politikverdruss, Samstag, 14. November 2015, 19:58 Uhr

“Jedes freie Leben ist stärker als der Terror”. Was will uns die Bundeskanzlerin damit sagen?
Artikel 3 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte stellt die Gewährleistung von Leben, Freiheit und Sicherheit auf eine Stufe: „Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.“

Daraus entsteht ein Anspruch auf Gewährleistung von Sicherheit durch den Staat. “Innere Sicherheit” ist damit eine grundlegende Voraussetzung für ein friedliches und furchtloses Zusammenleben der Menschen in Freiheit ist.

Das Bundesverfassungsgericht hat wiederholt „die Sicherheit des Staates als verfasster Friedens- und Ordnungsmacht und die von ihm zu gewährleistende Sicherheit der Bevölkerung vor Gefahren für Leib, Leben und Freiheit“ als „Verfassungswerte“ bezeichnet, „die mit anderen hochwertigen Verfassungsgütern im gleichen Rang stehen“.

Sollen wir jetzt einfach mal so mit dem Terror weiterleben, ohne Sicherheit und darauf hoffen, dass die Freiheit „stärker ist“ und sich daher irgendwann behaupten wird? „Weiter leben wie bisher”, wie Michael Spreng das sieht und meint, dies sei die einzige Antwort?

Präsident Holland spricht von einem „Kriegsakt“. Man wird also kämpfen müssen. „Weinen“ hilft nicht weiter. Und auch nicht alle anderen zum Teil peinlichen Betroffenheitsfloskeln. Wir müssen „entschlossen“(Gauck) um unsere Freiheit und Sicherheit kämpfen und den Terror zerschlagen.

Frau Merkel übersieht, dass „freies Leben“ unter dem Damoklesschwert des Terrors niemals frei sein kann. Es ist wieder einmal eine ihrer Verschwurbelungen, mit denen sie so gerne ihr Nicht-handeln „begründet“. Nein, Frau Merkel, Kriegserklärungen, und das Paris-Attentat war eine, lassen sich nicht weginterpretieren.

Wir werden nicht „weiter leben wie bisher“, sondern wir werden um unsere Freiheit kämpfen müssen. Vielleicht wachen die hypermoralischen Wohlstandsbürger dann endlich auf und begreifen: „Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muß.“ (Goethe, Faust2)

4) nona, Samstag, 14. November 2015, 20:32 Uhr

Das Prinzip des “Terrors” war und ist das Prinzip Angst. Dem Terrorismus geht es nicht wirklich um das Töten und Verletzen, sondern um das Verunsichern und Verängstigen. Und jeder, der Angst und Verunsicherung weiter schürt und streut, der spielt Terroristen aktiv und konkret in die Hände. Das gilt für Politiker, das gilt vor allem auch (und immer wieder) für Medien, die emotionalisieren, sensationalisieren, und dramatisieren. Beispiele dafür gibt es in den letzten gut 15 Jahren zu Hauf.

Wie schon seit über einem Jahrzehnt ist die vor allem die Stunde der Bauernfänger und wohlfeilen Besserwisser, die ja schon immer gewarnt haben und nun nach härterer und umfassenderer Überwachung und weiss der Geier sonstwas rufen. Gerade jetzt muss auf diese Art Unfreiheitler ein besonderes Auge geworfen werden, denn sie werden wieder autauchen und ihr latent antidemokratisches Liedchen singen.

Terrorismus bekämpft man auch und vor allem dadurch, dass man sich nicht Verunsichern und Verängstigen lässt. Ebensowenig wie es absolute Freiheit geben kann, kann es absolute Sicherheit geben. Das muss in einer freiheitlichen Gesellschaft akzeptiert werden können.

5) Reinhold Herdler, Sonntag, 15. November 2015, 07:25 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

ihrem Artikel kann man nur aus vollem Herzen zustimmen.

mfg

6) m.spreng, Sonntag, 15. November 2015, 09:01 Uhr

@ 2) Barbara Schürenberg

Danke, ich habe es geändert.

7) Erwin Gabriel, Sonntag, 15. November 2015, 11:59 Uhr

@ 5) Reinhold Herdler, Sonntag, 15. November 2015, 07:25 Uhr

>> Sehr geehrter Herr Spreng,
>> ihrem Artikel kann man nur aus vollem Herzen zustimmen.

Nein, kann ich nicht.

Das sind idealisierte, schön verschwurbelte Worte, denen der Bezug zur Praxis leider vollkommen abgeht. Die Menschen in Paris, genau wie die Menschen in New York, haben ihre Verletztlichkeit auf grausame Weise erfahren. Sie werden dadurch auf Jahre und Jahrzehnte in ihrem Verhalten beeinflußt werden, ohne dass sie etwas dagegen tun können.

Und die Welt wird reagieren wie immer: mit Worthülsen und Bomben.

Leider

8) Jakobiner, Sonntag, 15. November 2015, 12:30 Uhr

Herr Spreng hat schon recht. Die Terroristen wollen Panikreaktionen, unüberlegte Überreaktionen des Westens erzeugen, verschärfte Diskriminierung und Ausgrenzung von Muslimen, das Gift rassistischer Paranoia und religiösen Hasses streuen–denn: Angst fressen Seele auf. Von daher sollte man zwar schon mehr Sicherheitschecks einführen, aber ansonsten weiter leben wie bisher. Die Überreaktionen der USA infolge von 9-11 sollten uns eine Mahnung sein, wie man nicht reagieren sollte.

9) Leo Aul, Sonntag, 15. November 2015, 13:32 Uhr

Und wie geht es jetzt weiter oder doch nur “Politik as usual”?

Mit Diplomatie ist da ja wohl nichts zu machen! Wenn jemand Frankreich und uns (weil wir doch so solidarisch sind) angreift, dann müßten ja die Truppen marschieren. Geht soweit unsere unsere Solidarität? Europa muss sich dem Terror zur Wehr setzen. Innen und Aussen. Mit allen Mitteln? Es geht um viel mehr.

Nicht nur jede sportliche Großveranstaltung, auch jede Oper, jeder ICE kann der nächste Ort sein. New York, London, Bali, Madrid, Paris. Wann ist Berlin dran? Es braucht nicht viel Phantasie um sich vorzustellen, dass gegen Selbstopfer keine Vorsicht ausreicht. Wir müssen auch mit dieser düsteren Zukunft leben. Es kann auch kein Trost sein, dass nach der zu erwartenden Statistik vermutlich nur um 0,0001% der Bevölkerung davon betroffen sein könnten. Wenn die Unsicherheit permanent ist, zählt kein Prozentsatz.

Aber nichts zu tun, ist nicht nur keine Fürsorge, sie besänftigt die Angst Bürger nicht. Wenn nichts geschieht, wird der Ruf nach ultimativen Lösungen und rabiaten Schuldzuweisungen nur noch lauter und fordernder. Wer diese Rufe erhört, dem könnte die Zukunft gehören. Schafft die Demokratie diesen Spagat nicht, werden die alternativen Rufe lauter. Schutz bedeutet mehr zu wissen über die potentiellen Täter. Die kleine Überwachungskamera am eigenen Grundstück oder an einem Bahnhof ist dann nur noch bemitleidenswert . Da es Jeder sein kann, haben die Amerikaner mit der Totalüberwachung begonnen. Wie sie am effektivsten ist, darüber wird dann endlos gestritten. Bis zum nächsten Anschlag, der dann nicht nur den Katalog der Schuldzuweisungen uferlos werden lässt, der dann auch mit Hysterie alle bisherigen Werte hinweg fegt. Das wird dann unser größtes Problem sein.

10) Politikverdruss, Sonntag, 15. November 2015, 14:44 Uhr

Man weiß schon vorher, was uns Bürgern nach solchen Anschlägen von den Polit-Eliten und den Staatsmedien geraten wird.

Auf keinen Fall sollen wir auf mehr geheimdienstliche Überwachung setzen, weil sonst der „Überwachungsstaat“ droht. Was wird uns da zugemutet? Dass wir uns dem Horror islamistischer Mordanschläge aussetzen, weil die von Überwachung ausgehende Gefahr angeblich größer sei als wahllos mordende Islamisten?

Grenzen zu schließen und den Grenzverkehr zu kontrollieren geht auch nicht, weil Terroristen auch kontrollierte Grenzen überwinden. Inzwischen wissen wir, dass einer oder sogar zwei der Attentäter von Paris über die Balkanroute „eingereist“ sind. (FAZ, WELT,15.11.15) Darum geht es aber nicht. Es geht darum: „Ein offener Staat, der die Disposition über seine Grenzen aufgibt, mag offen sein, wird aber kein Staat bleiben können.“ (Prof. Udo di Fabio)

„Wir sollen so weiter leben wie bisher“ rät man uns. Aber die Franzosen haben „Angst, auf die Straße zu gehen“. (FAZ, 15.11.15) Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie sich die sonst schon wegen geringerer Anlässe angst-geschüttelten Deutschen erst geben, wenn der erste Weihnachtsmarkt in „Fetzen geflogen“ ist.

„Man könne sich vor dem Terror nicht schützen“, wird behauptet. Und wenn man etwas unternehme, müsse es so umfassend sein, dass damit unsere Freiheit zerstört werde. Ihnen sei gesagt: Freiheit ohne Sicherheit ist etwas für „Freiheitskämpfer“, aber nicht für ein 80-Millionen-Völk, das in Frieden leben will.

Nicht fehlen darf der immer wieder gern genommene Ratschlag: Es gibt keine militärischen, sondern nur politische Lösungen. Gleichzeitig aber bilden wir Kurden und Jesiden aus, damit sie für uns militärische Lösungen herbeiführen. Schon vergessen: Vor 70 Jahren erhielt Europa seine Freiheit zurück, weil alliierte Soldaten mit einer militärischen erst eine politische Lösung möglich machten.

Und obwohl es niemand tut, wird immer sofort geraten, „Muslime nicht unter Generalverdacht zu stellen“. Den Schwadroneuren sei gesagt, die Bürger können schon unterscheiden zwischen den vielen friedlichen Mit-Bürgern muslimischen Glaubens und den Massenmördern gleich welchen Glaubens. Irritierend aber ist, dass Muslime der arabischen Welt nach den Attentaten in Jubel ausgebrochen sind. Bei uns werden die Bilder nicht gezeigt, aber es gibt sie!

Schließlich, so wird festgestellt, habe „der Islamismus nichts mit dem Islam zu tun“. Will man uns für dumm verkaufen? Der Islam ist eine archaisch-politische Religion, in der sich sunnitische und schiitische Glaubensanhänger seit Jahrhunderten bis aufs Blut bekämpfen. Darin wurzelt der Islamismus. Nun, wenn der Islam nichts mit dem Islamismus zu tun hat, warum berufen sich die Massenmörder ständig auf den Islam?

Verschont uns mit euren realitätsfernen Ratschlägen. Ihr habt unser Vertrauen( Umfragen) in euch verspielt!

Ihr Polit-Eliten behauptet, die „Lage im Griff zu haben“ und wisst nicht einmal, wie viele Flüchtlinge im Land sind. Ihr sagt, wir brauchen keine Angst zu haben. Aber: „Wenn wir nicht wissen, wer hier ist, können Sie mir auch nicht sagen, wir brauchten keine Angst zu haben.“ (Plasberg)

11) Michael A. Nueckel, Sonntag, 15. November 2015, 14:59 Uhr

Nein, lieber Herr Spreng, ich bin nicht wütend oder aufgewühlt, auch weine ich nicht – eher ängstige ich mich um wegweisende, d.h. vernunft- und zukunftsgerichtete Lösungsansätze unserer Regierung, damit (im Einvernehmen mit unseren europäischen und transatlantischen Partnern) aus dieser Weltkrise kein Weltkrieg o.ä. entsteht. Eine Vielzahl an Krisen schlägt jetzt knüppeldick auf uns ein, und ich traue Berlin kaum noch etwas zu. Das Mandat der Bundestagswahl 2013 ist verbraucht. Neuwahlen???

12) Michael Schmidt, Sonntag, 15. November 2015, 15:07 Uhr

Ja, wir sollten uns nicht einschüchtern lassen.

Aber man muss auch begreifen, dass zum freiheitlichen Zusammenleben auch innere und äußere Sicherheit des Staatswesens gehören.

Ich wünsche mir jetzt vor allem Besonnenheit. Keine überstürzten, planlosen Reaktionen auf diese Anschläge. Aber wir müssen Maßnahmen ergreifen, um die innere Verfasstheit unserer Staaten gegen den Terrorismus zu verteidigen. Das hat Helmut Schmidt in den 1970ern auch getan.

Es stimmt, dass es gegen Selbstmordattentäter letztlich keine Verteidigung gibt. Daraus aber zu schlussfolgern, dass es am besten sei, die Hände in den Schoß zu legen und zuzuschauen, wie Terroristen eine ganze Gesellschaft in Angst und Schrecken versetzen, halte ich für falsch.

Ich sehe die Entwicklung allerdings mit einiger Besorgnis. Sollten jene Anschläge Schule machen und häufiger vorkommen, dann können sehr explosive soziale Konflikte daraus entstehen. Ich möchte mir nicht ausmalen, zu was für Vorfällen es da kommen könnte.

Dann wird nämlich für uns dieselbe Frage fällig, die einmal ein israelischer Verteidigungsminister beim BBC “Hardtalk” vor vielen Jahren so beantwortet hatte: Wird der Staat versuchen, seine Bürger zu schützen, oder seine Glaubwürdigkeit verlieren, indem er nichts tut?

Er wurde nämlich darauf angesprochen, dass Israels harte Reaktion auf den Terrorismus auf starke Kritik in den westlichen Medien stößt. Und er erklärte das so: “Es ist ein echtes Dilemma. Reagieren wir hart, werden wir in der Weltöffentlichkeit kritisiert. Tun wir nichts, verliert der Staat seine Glaubwürdigkeit, denn er muss seine Bürger vor Gefahren beschützen. Wie wir uns auch entscheiden, wir können dabei nicht gewinnen. Aber wir entscheiden uns zuerst für unsere eigenen Bürger.”

Das war eine Antwort, die mich damals sehr überzeugt hat.

Dieselbe Frage wird sich den westlichen Gesellschaften stellen.

Ich bin tief bestürzt über die grausamen Morde, und mein tief empfundenes Mitgefühl gilt den verletzten Opfern und den Angehörigen und Freunden der Toten.

Ich denke, wir sollten aber auch kurz innehalten und nachdenken. Sind die Menschen in den Ländern, deren Regime dem Westen nicht passen, nicht auch Menschen? Und wird nicht die Bombardierung aus der Luft, die nicht selten unschuldige Opfer verursacht – verharmlosend “Kollateralschäden” genannt – bei diesen Menschen dieselben menschlichen Reaktionen von Trauer, Verzweiflung und Wut auslösen, wie die Anschläge es bei uns tun?

Wir sollten die Politik überdenken, die die USA seit 2001 im Nahen Osten vorgegeben haben. Unsere deutsche Regierung sollte die Interessen Deutschlands zuerst überdenken, anstatt direkt willfährig mit dem Hinweis auf “Bündnispflichten” auszuführen, was unser Hegemon uns aufträgt. Ja, unser Handlungsspielraum gegenüber den USA ist sehr begrenzt, aber er ist nicht null. Das haben die Kanzler Helmut Schmidt und auch Gerhard Schröder bewiesen.

Wir stehen in Europa heute vor ernsthaften Herausforderungen. Die Party der Nachwendezeit ist vorbei. Wir müssen uns zusammennehmen und aufhören, uns politisch wie feiernde Teenager aufzuführen, die Party in dem Prachtbau machen, den die Eltern und Großeltern in mühevoller Arbeit errichtet haben.

Die Ernsthaftigkeit und Seriosität müssen in die Politik zurückkehren.

13) riskro, Sonntag, 15. November 2015, 16:17 Uhr

……..Freies Leben heißt, die Gefahr zu kennen, aber weiter so zu leben wie bisher. Demokratisch, liberal, menschenfreundlich………

Keine Angst, es wird weiter gehen wie bisher. Die Sensationsmedien fahren schon zurück.

Die mediale Ausschlachtung dieser menschenverachtenden feigen Tat ist genauso verabscheudungswürdig wie die Tat selbst.

Kein vernünftig denkender kommt umhin, diese Tat zu verurteilen. Man könnte meinen, bei der sich überschlagenden Berichterstattung der Fernsehsender geht es auch um Einschaltquoten.

…….weiter so leben wie bisher……..

Möchten sie das wirklich – Herr Michael Spreng ?

Sie wissen schon, was das bedeutet!

– weiteres anschwemmen von Toten an den Küsten des Mittelmeeres
– weiteres verhungern von Millionen von Menschen damit die kapitalistische Welt ihre Standards
halten können.
– weiteres Führen von Kriegen unter Lieferung von weiterem Tötungsgerät in Krisenregionen um
die Standards durch den Zugang zu den endlichen Ressourcen und um Arbeitsplätze im Inland
zu sichern, und dass unter Inkaufnahme weiterer Toter und weiterer Stärkung der IS.
– weiteres versagen der EU-Politiker in der Griechen- und Flüchtlingsfrage.

Ich spare mir weitere Aufzählungen. Mir reichen die vorstehenden aus, um das Wort „menschenfreundlich“ nicht in den Mund zu nehmen.
Ihr Wunsch weiter wie bisher zu machen wird auf alle Fälle in Erfüllung gehen, zu mal die Politiker aus nine eleven oder aus Charlie Hebdo nichts aber auch gar nichts gelernt haben. Beileids- und Solidaritätsbekundungen alleine reichen nicht aus um Änderungen herbeiführen zu können.
Einigkeit könnte ein Schlüssel sein. Das aber wird wohl ein frommer Wunsch bleiben.

14) Sabine Zielke-Esser, Sonntag, 15. November 2015, 16:20 Uhr

So weiterleben – schön wär`s. Diesen Traum hatten wir schon 2004 (Madrid) und 2005 (London). Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte der Kriege. Nach 70 Jahren schließt sich das Zeitfenster relativen Friedens in Europa. Das wird kein Krieg, eher ein Bürgerkrieg: Rechtsradikale gegen Flüchtlinge, Türken gegen Kurden, Salafisten gegen Christen, Hooligans gegen Salafisten, Sunniten gegen Schiiten, Linksradikale gegen Demokraten, Terroristen gegen uns alle. Und mittendrin unsere kaputtgesparte Polizei. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Bundeswehr im Inland eingesetzt wird – Grundgesetz hin oder her. Was erwarten wir? Unser so effizientes Wirtschaftssystem hat europa- und weltweit ein Heer arbeitsloser Jugendlicher produziert. Selbstmordattentäter ist offensichtlich ein attraktives Berufsbild geworden.

15) nona, Sonntag, 15. November 2015, 17:00 Uhr

Es geht weniger darum, ob und wann es wen treffen kann, sondern eher darum, wie man damit lebt und umgeht, und ob man sich davon seinen Alltag unnötig beeinträchtigen lässt oder nicht. Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich beträchtlich, in einen Autounfall verwickelt zu sein, trotzdem hört so gut wie niemand mit dem Autofahren auf. Und obwohl fliegen statistisch um etliche Grössenordnungen sicherer ist als autofahren, haben die Menschen eher Flugangst als Autofahrangst. Medien müssen das auch rational, vernünftig, sachlich transportieren anstatt (wie im Moment mal wieder) komplett über die Stränge zu schlagen, auch wenn es ihnen bekanntermassen schwer fällt (wenn irgendeine lokal begrenzte Krankheit auftaucht, ist das wochenlang für hysterische Schlagzeilen gut – dass jedes Jahr Tausende mehr durch die stinknormale Wintergrippe sterben, interessiert nicht; wenn vor Australien oder Südafrika ein Hai einen Surfer angreift, tickert das immer wieder sensationsgeil durch unsere Agenturen – wieviele Menschen mehr pro Jahr durch Angriffe von Nilpferden und Nashörner ums Leben kommen, wird ausser Acht gelassen; usw…).

Man muss sich vor Schnellschüssen aus der Hüfte hüten, denn sie beeinträchtigen die Grundsubstanz unserer demokratisch-freiheitlichen Grundordnung weitaus stärker und dauerhafter als jeder Terrorismus es jemals könnte. Wie man es genau *nicht* macht hat dankenswerterweise und erwartungsgemäss ja mal wieder prompt die Polizeigewerkschaft demonstriert, in Form ihres Vizes. Es sind noch nichtmal alle Opfer geborgen, geschweige denn betrauert, da instrumentalisiert der Herr Radek das Geschehen auf die ekelhaft möglichste Art und schreit nach Ausweitung von Überwachung und Vorratsdatenspeicherung. Völlig ungeachtet der Tatsache, dass Frankreich eine sehr umfassende VDS und viel stärkere Überwachung hat als in Deutschland auch nur geplant ist. Hat ja prima funktioniert, was? Auch das absurd paranoide Sicherheitstheater der USA bei Flugreisen ist eines von vielen Negativbeispielen. Die TSA kostet jedes Jahr Milliarden, obwohl intern und extern bestens bekannt und belegt ist, dass sie wahrlich unfassbar ineffektiv und löchrig ist, und jede angeblich dadurch gewonnene Sicherheit nur vorgegaukelt wird. Was nichts daran ändert dass sie nicht abgeschafft oder wenigstens reformiert wird, die Kosten werden der Gesellschaft und die weithin missbräuchliche, demütigende und verunsichernde Behandlung den Reisenden aufgebürdet. Und das obwohl die statistische Wahrscheinlichkeit, Opfer von Terrorismus zu werden, absolut winzig ist, erst recht verglichen mit anderen Risiken im alltäglichen Leben. Sowas nennt man “Einknicken vor dem Terrorismus”, und das Schüren von Angst mittels solcher Quatsch-Massnahmen spielt den Terroristen direkt in die Hände, denn damit macht man sich seine Gesellschaft selbst von innen kaputt.

16) ralph, Sonntag, 15. November 2015, 23:51 Uhr

Sollte die Welt, besonders die westliche Welt wirklich so weiter machen wie bisher?

Bestimmt nicht.

Demokratisch, liberal und menschenfreundlich, da gebe ich Ihnen recht, aber die meisten Menschen in Europa, die durchaus so eingestellt sind denen fehlt die Macht und die Möglichkeit , bzw sie haben sie nicht genutzt um unsere Gesellschaft und die Politik auf diesen Weg zu bringen

Natürlich gibt es immer Irre, die gab es immer und die wird es auch immer geben.
Aber die Zahl derer die ist, nicht immer gleich.
Die ist eine direkte Folge fehlgeleiteter Politik der westlichen “WERTEGEMEINSCHAFFT” .
der letzten Jahre und wenn man es ganz genau nimmt, der letzten Jahrzehnte .

Wirtschaftliche und Politische Interessen haben den Irak, Syrien, Afghanistan ,Libyen und noch viele andere Staaten und Regionen in Stücke gerissen.
Niemand der bei klarem Verstand ist, kann überrascht sein das so etwas wie der IS existiert.
Und die Frage muss erlaubt sein , welche Rolle westliche Geheimdienste bei der Entstehung
des IS spielten.
Und ja, dem militärisch industriellen Machtapparat, besonders in den USA, kommt er gerade recht,
denn man braucht einen Feind um die gigantischen Militärausgaben zu rechtfertigen.

Es wird nicht der letzte Anschlag in Europa gewesen sein. Und es ist auch kein Zufall das Frankreich das Ziel war. Die Rechte wird in Europa und vor allem in Frankreich, wo sie ja schon stark ist, noch stärker werden. Stellen sie sich Frankreich mit einer rechten Regierung vor. Wir werden es bald erleben können.

Dazu die Flüchtlingskrise die Wasser auf die Mühlen der Hardliner ist . Europa steht vor einer Zerreisprobe .
Die Menschen haben Angst und Angst hat die Angewohnheit sich auszubreiten und ansteckend zu sein. Wenn man darüber nachdenkt, das in jedem Winter in Deutschland 5000 bis 10 000 Menschen an einer Grippe sterben. Ca 50 000 Menschen in Deutschland an Nebenwirkungen von Medikamenten sterben und etwa die gleiche Zahl an Krankheiten erkrankt mit denen sie sich bei Krankenhausaufenthalten angesteckt hat, dann wird einem klar das wir nichts mehr als die Angst fürchten müssen, denn die Gefahr bei uns von einem Terroranschlag betroffen zu sein ist eigentlich gering.

Ängste zu schüren das ist das wahre Ziel der Terroristen und die machen das ziemlich professionell .

17) Jakobiner, Montag, 16. November 2015, 07:11 Uhr

Anschlag in Paris–warum Frankreich?

Über den Anschlag in Paris gibt es zwei sehr unterschiedliche Erklärungen:Der erste Ansatz sieht dies als Anschlag gegen den westlichen Lebensstil allgemein und zitiert die Stelle aus der IS- Erklärung, dass Paris eine “Hauptstadt der Unzucht und Dekadenz”sei. Paris steht für Amour, Moulin Rouge, Amüsement, Franzosen wird ja auch nachgesagt, die besseren Liebhaber zu sein,westlicher Kultur der Aufklärung (Egalite, Fraternite, Liberte/Frz. Revolution) und Multikulturalität, Mai 68, Laizismus und Burkaverbot. Es werden also mehr kulturell-symbolische Gründe für den Anschlag ausgemacht. Interessant im übrigen, dass ein kambodschanischer Student so angeekelt von Paris war,dass er als rückgekehrter Herrscher seines Landes, alle Großstädte entvölkern liess und einen Agrarrkommunismus einführen wollte, der Rousseaus Ideal des edlen Wilden anvisierte und den Kosmopolitismus und die Dekadenz der Großstädte auslöschen wollte–des Namens: Pol Pot.Das erinnert sehr an den IS und seine Erklärung.

Der andere Ansatz macht vor allem strategische Gründe geltend. Hier soll ein Eskalationsmechanismus in Gang gesetzt werden, der Europa und vor allem die deutsch-französische Achse beschädigt.Interessant ist, dass die Logistik des Attentats in Belgiens Brüssel vorbereitet worden zu scheint im dortigen Muslimviertel. Die Frage liegt nahe, warum sich dann der Anschlag nicht gegen die EU richtete, die ja ihren Verwaltungssitz in Brüssel hat.Die Attentäter planten ja vor allem zuerst ein Massaker an den Nationalmannschaften und Zuschauern während des deutsch-französischen Fußballspiels vor laufenden Kameras zu verüben.Scheinbar hatten sie diletantischerweise keine Tickets und wurden nicht eingelassen.Sodenn verübten sie an 6 weiteren Örtlichkeiten Anschläge, vior allem Cafes, Bistros, Konzerthallen, also Örtlichkeiten des wochenendlichen Amüsements und der Lebensfreude der jungen Generation.
Der strategische Ansatz ist der Ansicht, dass Frankreich sich am besten eignet, um Europa und den Westen zu destabiliseren. Zum einen gibt es 9% der Bevölkerung mit muslimischen Hintergrund, die schlecht integriert in den Ghettos der Ban Lieus hausen,zudem eine starke faschistische Partei, den Front National, sodass sich hier der Eskalationsmechanismus der rassistischen Paranoia und gegenseitigen Ausgrenzung besser in Gang setzen lässt als in anderen europäischen Ländern.Desweiteren ist Frankreich als Grand Nation Mitglied des Ständigen Ausschuss des UNO-Sicherheitsrates, die deutsch-französische Achse der Motor der europäischen Integration, zudem führt Frankreich Militärschläge gegen Islamisten in Lybien, Syrien, Irak und Mali.Schon Putin hofft auf eine Machtergreifung von Marine Le Pen, da diese aus dem Euro, der EU und der NATO austreten möchte und somit den Westen und die EU nachhaltig nach einem Brexit schwächen würde. Nicht umsonst hat eine russische Bank dem Front National einen Wahlkampfkredit von 40 Millionen Euro gegeben und hat Putins NGO ihren Hauptsitz in Paris. Eine russisch-französische, vielleicht auch -chinesische Achse für eine multipolare Welt gegen die USA wird seitens Le Pens, Putins und Xi Jinping anvisiert.Ähnlich hofft auch der IS auf ein Erstarken des Front National, das dieser vehement gegen Muslime vorgehen wird und Solidarisierungseffekte mit dem Islamismus in Gang setzen wird, sowie eben auch die Uneinigkeit des Westens befördern wird.Auch wäre ein Sieg des faschistischen Front Nationals eine nachhaltige Schwächung des Liberalismus, der Demokratie und des Pluralismus in Europa. Beide Erklärungsansätze haben etwas, vielleicht ist die Motivation auch eine Mischung aus beiden, da sie sich ja nicht ausschließen, sondern durchaus kompatibel sind.

18) Jakobiner, Montag, 16. November 2015, 08:26 Uhr

Die Frage ist dabei nur, ob der IS hier nicht eher die gemeinsame Solidarität des Westens mit China und Russland befördert, wie es nun beim Syriengipfel in Wien und nun dem G-20-Gipfel in der Türkei zum Ausdruck kommt.Auch ist die Frage, ob der IS so weltpolitisch-strategisch denkt und meint, die Großmächte gegeneinander ausspielen zu können.

Ohne Distanzierung und Löschung aller Gewalt- und Diskriminierungsstellen im Koran, sowie einer historisch-kritischen Betrachtung ihres Propheten Mohammends ist an eine Reform des Islam oder ähnliches nicht zu denken. Die Christen sind diesen Schritt schon mit der Distanzierung vom Alten Testament gegangen. Zeit wird es, dass die Muslime folgen.Mal sehen, ob es jetzt auch Massendemos von Muslimverbänden gibt, die sich vom islamistischen Terroranschlag in Paris offensiv distanzieren.Schweigen dazu geht nicht.

Im THE ATLANTIC kommen einige Amerikaner auf recht abstruse Ideen–den salafistischen IS mittels quietistischer Salafisten zu bekämpfen–hört sich so an, wie den Teufel mit Beelzebub austreiben zu wollen:

“”There is, however, another strand of Islam that offers a hard-line alternative to the Islamic State—just as uncompromising, but with opposite conclusions. This strand has proved appealing to many Muslims cursed or blessed with a psychological longing to see every jot and tittle of the holy texts implemented as they were in the earliest days of Islam. Islamic State supporters know how to react to Muslims who ignore parts of the Koran: with takfir and ridicule. But they also know that some other Muslims read the Koran as assiduously as they do, and pose a real ideological threat.
Baghdadi is Salafi. The term Salafi has been villainized, in part because authentic villains have ridden into battle waving the Salafi banner. But most Salafis are not jihadists, and most adhere to sects that reject the Islamic State. They are, as Haykel notes, committed to expanding Dar al-Islam, the land of Islam, even, perhaps, with the implementation of monstrous practices such as slavery and amputation—but at some future point. Their first priority is personal purification and religious observance, and they believe anything that thwarts those goals—such as causing war or unrest that would disrupt lives and prayer and scholarship—is forbidden.”

http://www.theatlantic.com/magazine/archive/2015/03/what-isis-really-wants/3849

19) Rainer N., Montag, 16. November 2015, 09:56 Uhr

Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen. Beide sind gleichermaßen unmoralisch. Peter Ustinov (1921-2004)

Auge um Auge, Zahn um Zahn – führt zu zahnlosen Blinden. (Rainer N. (1965) Religionsunterricht – oder war das Konfirmandenunterricht?)

In unseren Namen werden Kriege geführt, also Terror ausgeübt, mit unseren Waffen … die immer wieder gerne verkauft werden, Arbeitsplätze …

Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Wir ernten zur Zeit …

20) Erwin Gabriel, Montag, 16. November 2015, 10:32 Uhr

@ 18) Jakobiner, Montag, 16. November 2015, 08:26 Uhr

>> Ohne Distanzierung und Löschung aller Gewalt- und
>> Diskriminierungsstellen im Koran, sowie einer historisch-kritischen
>> Betrachtung ihres Propheten Mohammends ist an eine Reform
>> des Islam oder ähnliches nicht zu denken. Die Christen sind
>> diesen Schritt schon mit der Distanzierung vom Alten Testament
>> gegangen.

Ich stimme zwar Ihrer Meinung zu. Ich glaube aber auch, dass selbst die moderaten Glaubensanhänger des Islam das nicht dulden können. Und die Christen sind meiner Meinung nach nur teilweise soweit – etwa in der evangelischen Kirche in Deutschland. Aber in den USA gibt es genug, die nur das alte Testament hernehmen und es so wortwörtlich auslegen, dass sie dem Kreationismus huldigen.

21) Michael Schmidt, Montag, 16. November 2015, 15:00 Uhr

Vielen Dank an meine Mitkommentatoren für die bedächtigen, klugen Kommentare.

Interessant fand ich u.a. die Betrachtungen des Jakobiners über die möglichen strategischen Gesichtspunkte, die bei der Wahl des Attentatsorts eine Rolle gespielt haben könnten.

Es war auch in einigen Kommentaren von einem gemäßigtem Islam die Rede etc.

Ich will gar nicht in Abrede stellen, dass es ihn gibt, den gemäßgten Islam. Aber der gemäßigte Islam ist überhaupt nicht unser Problem.

Es bringt uns nichts, irgendwelchen Wunschträumen hinterher zu hängen. Es gibt den politischen Islam, der die Einheit von Staat und Religion fordert und mit drakonischen Methoden umsetzen will. Da sind die Taliban in Afghanistan, jetzt der sunnitische IS und im Iran der schiitische Mullah-Staat.

Der politische Islam ist eine reale Kraft, er fordert uns direkt heraus, und er ist bereit zu terroristischen Gewalttaten. Das ist eine Tatsache, und niemandem ist geholfen, diese zu ignorieren.

Ich spreche nicht dafür, “den Moslem” pauschal zu verdächtigen. Das wäre töricht, und das ist es ja, was die islamistischen Terroristen erreichen wollen. Sie wollen die Spaltung unserer Gesellschaft, sie wollen, dass sich die gemäßigten Moslems von uns abwenden. Das müssen wir unbedingt verhindern!

Aber: Ich möchte eines zu bedenken geben. Selbst wenn der radikale, politische Islam nur eine Minderheit darstellt, so kann trotzdem eine radikalisierte Minderheit ausreichen, um ein ganzes Volk massenpsychologisch – ich würde gerne sagen, massenpsychotisch, wenn es das Wort denn gäbe – zu beeinflussen und zu verrückten Taten anzutreiben.

Unsere eigene Geschichte mag da ein warnendes Beispiel geben, wie eine radikal-ideologische Minderheit es schaffte, zu einer Massenbewegung zu werden, die unfassbares Unheil über Europa gebracht hat.

Also: Ja, es gibt die radikalen Verrückten, und es gibt die Gemäßigten, und letztere könnten von ersteren aufgepeitscht werden. Das ist eine reale Gefahr.

Eine Möglichkeit, dem zu begegnen, ist es, muslimische Gemeinden mit arabisch sprechenden Spionen zu unterwandern, die radikale Imame identifizieren, die man dann aus Deutschland ausweist bzw. durch entsprechend zu schaffende Straftatbestände inhaftiert, wenn es sich um deutsche Staatsbürger handelt.

Das mag einigen Pseudoliberalen infam erscheinen, aber man darf nicht vergessen, dass diese Abu Radikalus (eine zeitgemäß angepasste Verballhornung von “Radikalinski”) sich nichts weniger als die Vernichtung unserer Gesellschaftsform auf die Fahnen geschrieben haben.

Wie kommt es denn, dass sogar Jugendliche ohne Migrationshintergrund so weit radikalisiert werden, dass sie im IS zu Mördern werden?

Sollen wir dem tatenlos zusehen?

Ich wüsste auch auf Anhieb nicht, wie man einerseits die gemäßigten Moslems schützen und gleichzeitig die radikalen Imame treffen kann. Mein Vorschlag macht eben genau diese Unterscheidung, und versucht eben die pauschale Diffamierung zu vermeiden, die ganz schlimmes Konfliktpotential in der Gesellschaft haben würde.

Und genau dieses Konfliktpotential müssen wir um jeden Preis entschärfen.

Das geht allerdings nicht, indem wir so tun, als seien radikale Imame, die instabile Jugendliche radikalisieren und zu Mordtaten aufhetzen – so geschehen in Paris – keine reale Gefahr für unsere Gesellschaft.

22) wschira, Montag, 16. November 2015, 16:09 Uhr

@10) Politikverdruss

>>Man weiß schon vorher, was uns Bürgern nach solchen Anschlägen von den Polit-Eliten und den >>Staatsmedien geraten wird.

Nun, von dieser Seite wird absolut das Gegenteil dessen geraten, was Sie unterstellen, nämlich absolute Paranoia.

>>Auf keinen Fall sollen wir auf mehr geheimdienstliche Überwachung setzen, weil sonst der >>„Überwachungsstaat“ droht.

Nun, Frankreich hat schon seit längerem Totalüberwachung und Vorratsdatenspeicherung eingeführt. Hat es irgendeine vorherige Erkenntnis bezüglich dieses Anschlages gebracht? Absolut keine. Damit konnte dann auch absolut nichts verhindert werden.

>>Inzwischen wissen wir, dass einer oder sogar zwei der Attentäter von Paris über die Balkanroute >>„eingereist“ sind.

Das wissen wir absolut nicht. Es ist ein syrischer Pass aufgetaucht (ein, nicht zwei), von dem nicht bekannt ist, ob er echt oder gefälscht ist, das wird untersucht. Es kann auch absolut nicht gesagt werden, ob er gestohlen ist. Insofern kann auch nicht gesagt werden, ob der Pass einem der Attentäter zugeordnet werden kann. so berichten insgesamt die französischen Nachrichten, die ich verfolge, da ich in Frankreich wohne. Ich darf daran erinnern, dass auch beim Anschlag auf “Charlie Hebdo” ganz “zufällig” ein Pass in einem der Täterfahrzeuge vergessen wurde. Sie sollten nicht unbedingt nur ein Panikorchester wie die “WELT” als Quelle heranziehen.
Was wir aber sicher wissen ist, dass bisher vier der Täter als in Frankreich gebohrene französische Staatsbürger identifiziert wurden. Bei den anderen wird noch gearbeitet, es dürfte nicht so ganz einfach sein, da sie sich in die Luft gesprengt haben.

>>Ihnen sei gesagt: Freiheit ohne Sicherheit ist etwas für „Freiheitskämpfer“, aber nicht für ein >>80-Millionen-Völk, das in Frieden leben will.

Ich weiss nicht, ob Sie alt genug sind, um sich noch an die Massnahmen anlässlich des RAF-Terrors zu erinnern, ich schon. Damals wurden die Freiheitsrechte auf dem Altar der Sicherheit geopfert.

>>Nun, wenn der Islam nichts mit dem Islamismus zu tun hat, warum berufen sich die Massenmörder >>ständig auf den Islam?

Nun, Armeen von christlichen Massenmördern haben sich über Jahrhunderte auf den christlichen Glauben berufen und ganze Völker ausgerottet, bis in die jüngste Zeit hinein (Nordirland). Das ist also kein Alleinstellungsmerkmal des Islam.

23) Jakobiner, Montag, 16. November 2015, 16:22 Uhr

Dennoch ist die Frage “Warum Paris?”auch etwas irreführend, denn genauso könnte man fragen “Warum eigentlich nicht?”. Jede Hauptstadt oder fast jedes Land kann aufgrund des westlichen Lebensstil und als Verkörperung westlicher Werte als “Hauptstadt der Unzucht und Dekadenz” oder “ungläubiges Land”gesehen werden. Berlin mit seiner früheren Loveparade wäre genauso ein lohnenswertes Ziel wie Paris oder das tugendhafte Vatikanstadt. Frankreich genauso wie Deutschland, Spanien, China oder Russland.Ebenso richtete sich der Anschlag nicht nur gegen Frankreich, auch wenn er in Frankreich stattfand. Die beiden Hauptziele waren das Stadium, in dem auch die deutsche Mannschaft spielte und viele deutsche Zuschauer anwesend waren. Zum anderen dürfte sich der Anschlag auf das zweite Hauptziel , das Bataclan auch den USA und Israel, wie auch Juden im allgemeinen gegolten haben:

“Den französischen Sicherheitsbehörden war bekannt, dass der von zwei Franzosen jüdischen Glaubens geführte Konzertsaal im Osten von Paris seit langem eine Zielscheibe von radikalen Islamisten war. Besondere Schutzmaßnahmen gab es trotzdem nicht. Die letzten konkreten Anschlagsdrohungen reichen in die Jahre 2007 und 2008 zurück. Im Februar 2011 stießen die Kripobeamten bei Ermittlungen im Zusammenhang mit einem Anschlag der „Armee des Islams“ in Kairo auf ein Attentatsprojekt gegen den Pariser Konzertsaal.„Bataclan“ zog den Hass der Islamisten auf sich, weil dort jedes Jahr ein Galaabend für die „Magav“, eine Grenzeinheit der israelischen Polizei, organisiert wurde. Die amerikanische Rockgruppe „Eagles of Death Metal“, die am Freitagabend im „Bataclan“ auftrat, war zuvor auf Israel-Tournee gewesen. Dies scheinen Gründe zu sein, warum der IS Mostefai und seine zwei Mitstreiter zum Selbstmordanschlag in den Konzertsaal entsandte.”

http://www.faz.net/aktuell/politik/terror-in-paris/debatte-nach-den-anschlaegen-tausende-die-frankreich-hassen-13914232.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Frankreich und Paris wurde vielleicht aus den oben genannten Gründen gewählt, aber für den IS sind alle Staaten, die Nicht-IS-Staaten sind und alle Menschen, die nicht zum IS gehören potentielle Anschlagsziele. Es kann sich also jederzeit auch anderswo ereignen.

24) Politikverdruss, Montag, 16. November 2015, 18:49 Uhr

Eine zentrale und von offizieller Seite bestätigte Information geht bisher unter in den deutschen Info-Kanälen: Einer der Attentäter von Paris kam über die Flüchtlingsroute

„Die Ermittlungen der französischen Fahnder nach den Anschlägen von Paris haben ergeben: Einer der Bomber von Paris, Ahmed Al Mohamed, hat die französische Hauptstadt über die Flüchtlingsroute erreicht. Er kam zusammen mit Flüchtlingen aus der Türkei auf die griechische Insel Leros. Die Ermittler haben bestätigt, dass seine Fingerabdrücke mit jenen eines Mannes übereinstimmen, der Anfang Oktober über Griechenland in die Europäische Union kam. Der 1990 in Syrien geborene Attentäter soll dann über Mazedonien, Serbien, Kroatien und Österreich weitergereist sein. Der britische Guardian berichtet präzise über den Fall und dokumentiert die mutmaßliche Route des Attentäters.“

http://www.cicero.de/weltbuehne/attentaeter-paris-durchs-offene-tor/60127

De Maizière: „Sicherheitsmaßnahmen wurden verstärkt.“

Die deutschen Grenzen sind scheunentorartig offen. Niemand weiß wer, mit welcher Absicht einreist und wo hundertausende dieser unregistrierten illegalen Migranten in Deutschland bleiben.

Aber der Innenminister behauptet, „die Sicherheitsmaßnahmen wurden verstärkt“. Das ist absurd um nicht zu sagen: Volksverarschung!

25) O.Wenig, Montag, 16. November 2015, 23:35 Uhr

Ob es die Rolle der Frau in der islamischen Gesellschaft ist,
ob es die Parallelgesellschaften sind,
die Hassprediger in deutschen Moscheen,
die Ehrenmorde
oder jetzt die fürchterlichen Geschehnisse in Paris :

Alles hat seine Grundlage im Koran.

Wer dann meint, da leben wir einfach mal so weiter,
der ist entweder nicht in der Lage die gesamte Tragweite zu erkennen
oder hat sich bereits dem Islam unterworfen.

Siehe dazu auch :
Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE

http://hd.welt.de/incoming/article148850147/Liebe-Leserinnen-liebe-Leser.html

26) Leo Aul, Dienstag, 17. November 2015, 09:24 Uhr

19) Rainer N.: Zitat: „Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Wir ernten zur Zeit …“

Die Bigotterie des IS.

Rainer N., war das nicht schon immer so? Das ist doch das Ergebnis eines Naturgesetzes des menschlichen Verhaltens. Es ist quasi auch ein Gesetz, dass der, der glaubt, seine religiöse oder poltische Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und sich deshalb allen Anderen haushoch überlegen fühlt, alle Anderen davon überzeugen will. Auch mit Gewalt. Auch die Mission ist voll davon.

Was sind mit Abstand die besten Waffen? Es sind Handy und TV. Nur mit ihnen kann die Überzeugung verbreitet werden. Die Knarre ist dann nur noch der Handlanger vom Handy. Und spätestens da fängt die Bigotterie des IS (und anderer Sektierer) an. Sie bekämpfen den Westen und dessen Werte, wollen aber die auf dessen Mist (Mißbrauch der Waffen und Werte) gewachsene Zivilisation bzw. Technik nicht missen. Im Gegenteil. Erst durch diese technischen Mittel sind sie in der Lage, ihre Ziele zu verfolgen. Sie vergöttern die Mittel und bekämpfen die gesellschaftlichen Bedingungen, die für die Entstehung der Mittel die Voraussetzung sind. Das ist so, als wenn man seine Eltern tötet, weil die einer Religion angehören, die man später bekämpft, obwohl man deren Werte und Errungenschaften dringend für die weitere Zukunft bedarf.

Diese Denke ist typisch für alle Sektierer. Idiotischer ist nicht denkbar.

27) Reinhold Herdler, Dienstag, 17. November 2015, 10:13 Uhr

@ 7) Erwin Gabriel, Sonntag, 15. November 2015, 11:59 Uhr

Sehr geehrter Herr Gabriel,

nun habe ich einige Tage gewartet, aber aus ihrem Text bin ich immer noch nicht schlau geworden. Für mich entsteht einfach nur der Eindruck, das sie die Verantwortung einfach an andere abgeben wollen und das ist für sie das praktische Leben. So eine Einstellung kann man haben, sollte man aber nicht wenn man die Realität mitgestalten möchte.

Für mich persönlich kann ich sagen, das ich mir von keinem geistigen Analphabeten vorschreiben lasse, wie ich mein Leben lebe. Ich beachte die Gesetze unseres Landes, aber nicht die geistigen Vorstellungen einiger Verrückte, die ihr gescheitertes Leben auf die Gesellschaft abwälzen wollen.

Von der Politik erwarte ich dazu gar nichts. Statt neue und “schärfere” Gesetze zu fordern, sollte man erst einmal die alten zur Anwendung bringen. Mehr Überwachung fordern, aber zu blöd sein Stalker zu ermitteln, oder Opfern der sogenannten “sozialen Medien” zu helfen, das sagt doch wohl alles.

mfg

28) Politikverdruss, Dienstag, 17. November 2015, 14:49 Uhr

22) wschira, Montag, 16. November 2015, 16:09 Uhr,

Sie unterstellen mir Paranoia. Das bedeutet: Paranoia (griechisch, „wider“ und „Verstand“; wörtlich also „wider den Verstand“, „verrückt“, „wahnsinnig“. (Wiki)

Ich will Ihre Unhöflichkeit („Paranoia“) nicht erwidern. Aber Ihre Argumente sind wirklich nicht stichhaltig. Haben Sie noch nicht mitgekommen, dass man Merkels Flüchtlingspolitik inzwischen für „verrückt“ (Guardian) erklärt? Wenn ein seriöses Blatt, wie der britische Guardian( 2014 Pulitzerpreis), die Regierungschefin eines Nachbarlandes derart massiv angreift, sollte uns das zu denken geben.

Sie behaupten: „Frankreich hat schon seit längerem Totalüberwachung und Vorratsdatenspeicherung eingeführt. Hat es irgendeine vorherige Erkenntnis bezüglich dieses Anschlages gebracht? Absolut keine. Damit konnte dann auch absolut nichts verhindert werden.“

Diese Aussage ist nicht Belegbar! Ganz im Gegenteil. Im Sommer sind laut französischem Innenminister 6 Anschläge verhindert worden. Die jetzigen Anschläge seien nur deshalb nicht verhindert worden, weil sie vom Ausland(Syrien/Belgien) aus vorbereitet worden seien. Googeln Sie
mal. Hier nur ein Beispiel:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/paris-frankreich-schickt-flugzeugtraeger-ins-oestliche-mittelmeer-newsblog-a-1063112.html

Zum Stichwort „syrischer Pass“: Siehe mein Kommentar lfd. Nr. 24. Entlarvend ist in diesem Zusammenhang, dass aktuell behauptet wird, es könne sich auch um einen gefälschten Pass handeln. Eine Aussage, für die der Innenminister vor kurzem noch „abgewatscht“ worden ist.

Stichwort RAF: Habe ich alles hautnah miterlebt. Dass meine Freiheitsrechte dabei eingeschränkt wurden, kann ich nicht bestätigen. Im Gegensatz zu heute, habe ich damals aber zupackende Politiker erlebt. Denen vertraute ich.

Stichwort Allahu Akbar- Gebrülle: Ich habe auch nicht behauptet, dass Völker-ausrottende Massenmörder ein Alleinstellungsmerkmal des Islam seien.

Lieber W. Schira, der Herausgeber der FAZ, Berthold Kohler kritisiert heute Verschleierungsversuche der Politik:

„Die große Koalition warnt davor, die Themen Terrorismus und Migration zu verknüpfen. Beruhigend wirken solche Belehrungen freilich nicht. Sie werden als Verschleierungsversuche verstanden. Denn es gibt Zusammenhänge. „

Der Titel des Artikels in der FAZ lautet: „Der trübe Blick“. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen geschärften Blick für die Realitäten der deutschen Politik.

29) Jakobiner, Dienstag, 17. November 2015, 15:45 Uhr

Man sollte zwar im Alltag so weiterleben, wie bsiher, aber ohne striktere Sicherheitsmassnahmen dürfte es wohl auch nicht gehen.

Hollandes Vorgänger und möglicher Nachfolger Sarkozy ist noch radikaler. Internierungslager werden diskutiert!

Internierungslager für wen genau? Und Internierungslager ist nicht gleich Internierungslager–für Gefährder vielleicht eine Option, wenn Fussfesseln und Hausarrest nicht machbar sind. Die USA haben ja damals auch die ganzen japanisch-stämmigen Amerikaner während des 2. Weltkriegs mit Japan in Internierungslager gesteckt–in Frankreich fordert wohl keiner, die ganzen Muslime einzuweisen, sondern nur die Islamisten.

Das kommt natürlich darauf an, welche Sorte Internierungslager das ist. Wenn es so ist, wie bei den US-Amerikanern während WK2 ginge das wohl in Ordnung. Wenn es ein neues Guanatamo (samt Waterboarding) wird, dann ist das wohl eher ein propgandistischer Sieg für die Islamisten.Man hat ja auch gesehen, welche propagandistische Wirkung die RAF mittels ihrer Gefangenen entwickleln konnten–die Sympathisanten wurden durch Stammheim ja politisiert und standen ja da Reihe, sonst hätten sie es nicht bis in die 3.Generation durchgehalten. Wahrscheinlich würden sich auch islamistische Solidaritätsgruppen mit den Gefangegen gründen, umgekehrt wohl seitens der Rechten Gruppen, die immer drakonischere Strafen fordern werden, womit sich das Ganze polarisiert.Also, alles nicht so einfach.

Internierungslager haben aber auch den Nachteil, dass da alle Islamisten unter sich wären,was das Gruppen- und Zusammengehörigkietsgefühl erhöhen dürfte und für die Zeit danach auch Pläne gemacht werden dürften. Solch ein Lager könnte geradezu ein Katalysator des Terrorismus werden, obwohl man ja das Gegenteil damit erreichen wollte. Vielleicht wäre Einzelhaft für Gefährder sinnvoller, damit man sie nicht untereinander in Kontakt kommen lässt.

30) Jakobiner, Dienstag, 17. November 2015, 17:36 Uhr

“Nur mit Krieg und Luftangriffen ist der “Islamische Staat” im Nahen Osten nicht zu besiegen. Aber auch nicht ohne.”

http://www.sueddeutsche.de/politik/kampf-gegen-denterror-auch-mit-militaer-1.2739312

31) Politikverdruss, Dienstag, 17. November 2015, 19:30 Uhr

Der „Islamische Staat“ muss militärisch zerschlagen werden. Nun werden mir Vertreter der Gegenposition sofort entgegen schleudern: Militärische „Lösungen“ sind nicht zielführend und der Terrorismus wird dadurch auch nicht eliminiert. Dem halte ich entgegen:

Militärische Einsätze sind dann sinnvoll, wenn einer drohenden oder vorhandenen Gefahr nicht anders begegnet werden kann und wenn sie in politische Lösungen münden, diese quasi erst möglich machen. Meistens scheitern die militärisch-politischen Lösungsansätze an dem nicht nachhaltig gestalteten politischen Anteil (Irak-Krieg)oder fehlender strategischer Geduld(Afghanistan).

Ein gelungener militärisch-politischer Einsatz war der Krieg zur Befreiung Kuweits. Überlegene, UN-legitimierte Militärkräfte, mit einem gelungenen militärstrategischen Ansatz und erreichbaren politischen Zielen. Und zum Schluss vermied man es sogar noch, „über das Ziel hinaus zu schießen“.

Warum muss der IS zerschlagen werden? Die Attentate von Paris und dem Sinai sind eine Kriegserklärung. Der IS bedroht nicht nur Einrichtungen und Institutionen der arabischen und westlichen Welt, sondern jetzt auch die Bürger der freien Welt und damit den inneren Frieden der Länder Europas. Das stellt die Grundfeste Europas in Frage und ist staatspolitisch nicht hinnehmbar.

Der IS verfügt über ein „Staatsgebiet“ so groß wie GB, über Trainingslager, über Verstecke, eine militärische Logistik und über Ölfelder, die Grundlage der Finanzierung sind. Das alles muss dem IS genommen werden, weil es in der Verfügungsgewalt der Terroristen eine ernst zu nehmende Bedrohung des Westens darstellt.

Die UN-legitimierte Zerschlagung des IS muss durch moderne gepanzerte Streitkräfte erfolgen, unterstützt durch Luftwaffen und Marinen, die die mit modernen US-Waffen ausgerüsteten IS-Kräfte in kurzer Zeit vernichtend schlagen.

Das politische Ziel muss die Wiederherstellung der irakischen und syrischen staatlichen Autorität sein, die in demokratischen Wahlen mündet. Die anschließende politische Abstützung der fragilen Staatlichkeit dieser Länder durch den Westen muss nachhaltig und von strategischer Geduld getragen sein.

32) Rainer N., Mittwoch, 18. November 2015, 10:27 Uhr

@ 26) Leo Aul

Nein, es ist kein Naturgesetz. Es ist Dummheit.

Wobei ich zugebe, Dummheit ist einfacher, als eine Lösung von Problemen anzugehen.

Gewaltausübung ist immer eine Dummheit. Egal wo und aus welchem Anlass.

Ich halte auch den “Begriff” der Spirale der Gewalt” für falsch. Es ist eher eine “Helix”, also zwei Spiralen, die mit “Stufen” der Gewaltausübung sich gegenseitig aufbauen. Denn bei jeder “Gewaltauseinandersetzung” sind (mindestens) zwei Seiten beteiligt.

Aber ob das wirklich zwei unterschiedliche Seiten sind, bezweifle ich manchmal. Oft entsteht bei mir der Eindruck, ein “Strippenzieher” im Hintergrund zieht an den jeweiligen Fäden. Denn so kann Angst produziert werden. Und Angst macht blind vor der Realität.

Und wieder muss ich an Sunzi denken … Die Kunst des Krieges …

33) W. Zimmer, Mittwoch, 18. November 2015, 10:54 Uhr

@31 Politikverdruss

Zu ihrem letzten Absatz….das hat schon in Afghanistan nicht funktioniert.

34) Wolfgang Wegener, Mittwoch, 18. November 2015, 12:56 Uhr

@ O. Wenig 25)

Danke für den Link, kann man nur empfehlen, wie ich meine. Bleibt nun abzuwarten, ob BILD seine naive “Refugees welcome” Haltung ändert oder weiterhin gegen Großteile seiner Leserschaft anschreibt..

Dass die “Führung” dieses Landes, in dem es offenbar mehr um Parteitaktik geht (hauptsächlich wohl darum, dass Frau Merkel sich die Option Grün/Schwarz erarbeitet, um Kanzlerin bleiben zu dürfen) als um die Lösung schwerster Probleme, muss ich leider bezweifeln. In einem anderen Blog spricht Roland Tichy von der Käsmannisierung der Politik, von einer Hippie-Regierung. Ich traue diesen Leuten die nun gebotene Härte nicht zu. Letztlich verantwortlich für den Anschlag in Paris ist der Chef des IS namens Bagdadi (oder so ähnlich, von dem spricht ja kaum jemand). Und ich traue unserer gesättigten Bevölkerung ehrlich gesagt auch nicht zu, mit Härte die Einhaltung unserer Werte einzufordern und durchzusetzen; man wird wohl mehr zur “Unterwerfung” neigen.

Aber lassen wir uns überraschen. Und sprechen wir wenigstens im Sinn einer Graswurzelbewegung in unserem Bekannten- und Freundeskreis Klartext. Und ja, es ist eine Schande für unsere Demokratie, dass es im Bundestag in dieser Frage praktisch keine Opposition gibt. Das bedauere ich sehr. Offenbar verstehen diese Leute nur eine Sprache. Und wenn es nur eine Möglichkeit gibt, bei der nächsten Wahl Dampf abzulassen, dann werde ich sogar AfD wählen. Egal, was mir da von irgendwelchen Journalisten eingeblasen werden soll. Punkt.

35) Alexander, Mittwoch, 18. November 2015, 13:08 Uhr

Ich stimme 31) Politikverdruss zu, sehr gute Darstellung

Diese Argumentation möchte ich noch ergänzen durch Erfahrungswerte aus Israel:

Israel schafft es meisterlich, trotz Lage mitten im Nahen Osten direkt auf dem Pulverfass von Attentaten wie Paris bisher verschont geblieben zu sein. Und dies, obwohl Israel der definitive Erzfeind aller islamistischen Terroristen ist. Das ist eine beachtliche Leistung, die es geht, näher anzuschauen. Der israelische Erfolg liegt sicherlich an den Fähigkeiten des Geheimdienstes Mossad kombiniert mit der leistungsfähigen israelischen Armee. Die westlichen Geheimdienste machen nicht den Eindruck, besonders “auf Zack” zu sein. Dies ist allerdings dringend notwendig, da die Terroristen mit ihrer Brutalität sich nicht an die Haager Landkriegsordnung halten und mit militärischen Vorgehen nicht zu schlagen sind.

Weiterhin geht es auch darum, die Finanziers des IS auszutrocknen. Und dies ist der schwierigste Teil. Wie will der Westen denn Saudi-Arabien, Dubai, die Emirate etc. dazu zwingen, den IS trockjen zu legen? Das wird niemals passieren, nicht mit den aktuellen Methoden der politischen Konfliktlösung.

Ich glaube, der Westen braucht hier eine langfristige und nachhaltige politische Strategie für den gesamten Nahen Osten und eben keine Rache-Feldzüge, die alles nur noch verschlimmern.

Diese Strategie muss durch moderne, leistungsfähige Geheimdienste, durch das Kappen der finanziellen Quellen des IS, durch Aufbau- und Versöhnungs-Progamme fundiert und umgesetzt werden. Und wir müssen als Westen überlegen, wie weit Geheimdienste in punkto Menschenrechte gehen dürfen.

Ansonsten wiederholen wir nur noch die Dramen von Afghanistan, Libyen, Irak, Syrien etc.

36) Michael Schmidt, Mittwoch, 18. November 2015, 13:34 Uhr

Völlig unabhängig davon, ob nun vereinzelt Terroristen über Flüchtlingsrouten einreisen oder nicht: Der Staat hat zu kontrollieren, wer über seine Grenzen einreist und wer nicht, sofern es sich (bei aktueller rechtlicher Lage) nicht um EU-Bürger aus Staaten des Schengen-Raums handelt.

Das eine hat mit dem anderen gar nichts zu tun.

Selbst wenn kein einziger Terrorist einsickert, kann es doch nicht angehen, dass sich fremde Staatsbürger in beliebiger Anzahl auf unserem Staatsgebiet aufhalten.

37) Rainer G., Mittwoch, 18. November 2015, 15:27 Uhr

@31 Politikverdruss

So gestört kann man nicht sein, um das, was Sie dieses Mal abgesondert haben, Ernst zu nehmen.
Egal, was Sie da zu sich nehmen. Hören Sie auf damit…!
Die “Befreiung” des Kuweits als gelungenen militär-politischen Einsatz zu bezeichnen, ist schon sehr sportlich. Sie meinen da ganz bestimmt die “Brutkastenstory”?

38) Leo Aul, Mittwoch, 18. November 2015, 16:34 Uhr

Wir haben aussen und innen 3 Gegnergruppen.
1. Den IS und andere religiöse und politische Sektierer. Auch im eigenen Haus.
2. Die ewigen Opportunisten, die alles besser wissen und in der Verantwortung das gleiche täten.
3. Die unterschwellige Macht der Gutmenschen, die immer hoffen, nicht selbst vom Elend betroffen zu sein und ernsthaft glauben, dass man im Dialog mit der Kalaschnikow alles regeln kann.

Auch wenn man diesen Gruppen die Waffen zeigt, sind sie nicht bereit zu lernen. Und dennoch haben alle bei der nächsten Wahl eine Stimme. Das ist die Achillesfere der Demokratie.

39) Michael Schmidt, Mittwoch, 18. November 2015, 16:59 Uhr

@31) Politikverdruss

Ich bin da nicht Ihrer Meinung.

Militärische Operationen haben nur dann einen Sinn, wenn mit ihnen die gesteckten Ziele auch tatsächlich erreicht werden können. Ansonsten begeht man nur sinnloses Morden.

Wo wollen Sie denn die Soldaten hernehmen, die da reingehen und sich freiwillig verstümmeln lassen? Vielleicht die Kita-Betreuerinnen der Bundeswehr?

Die urbane Kriegsführung von heute legt angreifenden Truppen größte Schwierigkeiten in den Weg. Da ist zum Beispiel die Verwendung improvisierter Sprengsätze, die unauffindbar versteckt und aus der Ferne zur Zündung gebracht werden können.

Eine Taktik, die bereits in Mogadischu und dann auch im Irak zur Anwendung kam, ist es, den Weg eines Konvois durch die Stadt durch Sprengung eines Fahrzeugs zu blockieren und den Konvoi von den Hausdächern zu beschießen. Da sitzt man in der Mausefalle und kann nicht einmal flüchten.

Wie unterscheiden Sie zwischen normalen Zivilisten in den Häusern und Guerilla-Kämpfern? Oder wollen Sie einfach alle erschießen lassen?

Und zur “Stützung fragiler Staatswesen”: Also bitte, ist denn die ganze Geschichte seit 2001 an Ihnen komplett vorübergegangen??

Es war doch das Projekt der Amerikaner, durch militärische Intervention neue, blühende demokratische Staaten im Irak und in Afghanistan zu schaffen. Schauen Sie sich doch den Erfolg dieser Bemühungen einmal an! Stattdessen haben wir jetzt ISIS und die Rückkehr der Taliban im Irak.

Nein, nein. Eine militärische Option muss auch durchführbar sein, sonst ist sie nicht zu befürworten.

Wenn jemand einen überzeugenden Plan auf den Tisch legt, wäre ich sofort anderer Meinung.

40) Michael Schmidt, Mittwoch, 18. November 2015, 17:03 Uhr

und die Rückkehr der Taliban im Irak.

Ich meinte natürlich Afghanistan.

41) Erwin Gabriel, Mittwoch, 18. November 2015, 17:27 Uhr

@ 27) Reinhold Herdler, Dienstag, 17. November 2015, 10:13 Uhr

>> Für mich persönlich kann ich sagen, das ich mir von keinem
>> geistigen Analphabeten vorschreiben lasse, wie ich mein Leben lebe.

Das kann ich unterschreiben.
Mein Kommentar sollte einfach nur zum Ausdruck bringen, dass man als nicht direkt Betroffener (und zu denen zähle ich mich ebenso wie Herrn Spreng) sich einfach damit tut, Normalität zu fordern. Aber genauso wenig, wie die Amerikaner nach 9-11 “normal” weitermachen konnten, werden die Franzosen “normal” weitermachen können. Unsereiner hat gut reden. Meine Tante, die in Paris wohnt, ist da anders mitgenommen als ich.

42) Michael Schmidt, Mittwoch, 18. November 2015, 17:29 Uhr

@35) Alexander

Ich denke, dass Sie da eine ganze Menge ausblenden oder aber einfach gar keine Ahnung haben.

Augenblicklich sind bei der Hamas Messerattacken auf wehrlose Zivilisten der letzte Schrei.

Unsere antisemitische Gutmenschenpresse verurteilt Israel dafür, dass die Sicherheitskräfte solche Messerattentäter erschießen.

Diese Quatschköpfe will ich mal sehen, wie sie einen wild um sich stechenden Attentäter entwaffnen, ohne selbst abgestochen zu werden.

In den 90ern gab es eine Menge Selbstmordattentate in Israel bzw. Sprengstoffanschläge. Die deutsche Presse der Gutmenschen warf den Israelis Nazi-Methoden vor, nachdem sie ziemlich brutal auf die Selbstmordattentate reagiert haben.

Nach dem Abzug der Israelis aus dem Gaza-Streifen verwenden Palästinenser die EU-Fördermittel nicht etwa für den Aufbau der Infrastruktur, sondern zum Raketenbeschuss auf Israel, und die deutsche Gutmenschen-Presse wundert sich, dass die Israelis zurückschlagen.

Tun Sie Ihrer Bildung mal einen Gefallen und lesen Sie mal hier:

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/anschlaege-in-jerusalem-israel-fuerchtet-neue-terror-welle-13853933.html

Folgender Artikel listet 12 Terroranschläge in Israel nur im Zeitraum 2002-2008:

http://www.zeit.de/news/2011-08/konflikte-chronologie-palaestinensische-anschlaege-in-israel-18162407/komplettansicht

Hier 9 Anschläge 2000-2001:

http://www.faz.net/aktuell/politik/chronologie-die-schwersten-anti-israelischen-anschlaege-130964.html

Und weiter im Text:

http://www.nzz.ch/international/schiesserei-an-busbahnhof-1.18632003

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/attentate-in-israel—die-bevoelkerung-ist-in-panik-und-fordert-hartes-durchgreifen-gegen-die-palaestinenser–die-us-gesandten-muessen-beide-seiten-maessigen–das-blutige-wochenende-der-hamas,10810590,9956140.html

Wenn man sich überlegt, wieviele Treffer eine entsprechende Google-Recherche bringt, dann kann man Ihren Kommentar eigentlich nur als Witz werten.

43) Wolfgang Wegener, Mittwoch, 18. November 2015, 18:03 Uhr

35) Alexander, “Weiterhin geht es auch darum, die Finanziers des IS auszutrocknen.”

In Ihrer Aufzählung der Unterstützerstaaten fehlt ein Wesentlicher: Die Türkei.

Der IS finanziert sich bekanntlich durch Ölverkäufe, Antiquitätenverkauf etc.. Und das meiste geht über die türkische Grenze. Auch ist die Rede davon, dass sich IS-Kämpfer in der Türkei behandeln lassen können. Und personeller Nachschub, z. B. aus Deutschland, kommt ja wohl auch über die Türkei. Ebenso wie Waffen und vor allem auch Munition.

Und jetzt sollen diese Leute noch Geld bekommen, um die Grenze zum Mittelmeer zu schließen, bzw. Migranten zurückzunehmen? Wie tief können EU und Deutschland eigentlich noch sinken? Von Pressefreiheit, grassierender Korruption bis nach ganz oben, massiver Beeinflussung der Justiz etc. braucht man da noch nicht einmal zu reden, um zu erkennen: Mit diesen Leuten setzt man sich als anständiger Mensch nicht an einen Tisch. Jetzt sollen sogar noch neue Kapitel in Vorbereitung eines EU-Beitritts aufgeschlagen werden. Ich fasse es einfach nicht.

Nachtrag zu meinem Post 34): Offenbar ist Matthusek wg. eines Twitter-Posts, der m. E. in die richtige Richtung weist, fristlos bei der WELT entlassen worden. Das passt natürlich nicht zur zitierten Ansage Doepfners. Es passt aber gut in die massive Einschränkung der Meinungsfreiheit, die wir derzeit beobachten. Na ja, ich lese eh FAZ. Und das ist, nach einer gewissen Durststrecke, jetzt auch wieder meine Zeitung. Al cento percento! (Ich lerne schon mal vorsichtshalber italienisch)

44) Erwin Gabriel, Mittwoch, 18. November 2015, 18:09 Uhr

@ 25) O.Wenig, Montag, 16. November 2015, 23:35 Uhr

>> http://hd.welt.de/incoming/article148850147/Liebe-Leserinnen-liebe-Leser.html

Obwohl ich den Axel Springer Verlag nicht schätze, und BILD und WELT zu den Medien zähle, die bewußt und gezielt Leser manipulieren, muss ich dem Beitrag des Herrrn Döpfner doch meinen Respekt zollen.

Vielen Dank für den Link

45) Erwin Gabriel, Mittwoch, 18. November 2015, 18:13 Uhr

@ 37) Rainer G., Mittwoch, 18. November 2015, 15:27 Uhr

>> Die “Befreiung” des Kuweits als gelungenen militär-politischen Einsatz
>> zu bezeichnen, ist schon sehr sportlich. Sie meinen da ganz bestimmt
>> die “Brutkastenstory”?

Was soll das denn werden? Dass die Brutkasten-Story getürkt war, hat sich ja inzwischen herumgesprochen. Dass der Irak damals Kuweit wirklich besetzt hatte, sollte sich aber auch herumgesprochen haben.

Und die Befreiung Kuweits von iraksicher Besetzung war natürlich ein sowohl politisch als auch militärisch erfolgreicher Einsatz.

46) Politikverdruss, Mittwoch, 18. November 2015, 20:20 Uhr

Es ist die Stunde der Westlichen-Werte-Vorleber, die sich nicht unter kriegen lassen. Die Beschwörungsformeln der „Kerzenanzünder“ klingen wie das Pfeifen im Walde… Terroristen auf der Balkan-Route. Was gestern noch als „Angriff“ auf „Willkommenskultur“ und „Schutzsuchende“ galt, ist heute nicht mehr wegzuleugnen. Ganz nebenbei erfahren wir, dass sich die „EU-Hauptstadt Brüssel“ zur Islamisten-Hochburg entwickelt hat. Belgien insgesamt entwickelt sich zur Drehscheibe des Terrorismus und schafft es nicht mehr, das zu unterbinden.

Am Flughafen von Istanbul hat die türkische Polizei acht mutmaßliche Dschihadisten aus Marokko festgenommen, die offenbar auf dem Weg nach Deutschland waren. Die Marokkaner, die für den Schengen-Raum ein Visum brauchen, wollten als Syrer auf der Balkanroute Visa-frei einreisen. Wer hätte das gedacht, wo doch die Einreiseexpertin Frau Prof Dr. Schwan überzeugt ist, dass Terroristen auf keinen Fall die Balkan-Route nutzen. (Focus)

Nun fordert die islamische Gemeinde die Überwachung ihrer Moscheen. Vielleicht wäre das ja mal eine Aufgabe für „integrierte Moslems“. Währenddessen donnert die „Lawine“ von illegalen Migranten weiter talwärts auf die deutsche Grenze zu. „Wenn der Andrang weiter so hoch bleibt, kommen bis zum Ende des Jahres nicht 1,5 Millionen, sondern weit über zwei Millionen Flüchtlinge nach Deutschland“, sagte ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums der Augsburger Allgemeinen.

Als Hollande von den EU-Partnern militärische Unterstützung fordert, tritt den „Jedwede-Unterstützungs-Deutschen“ der kalte Angstscheiß auf die Stirn. In Mali wolle man helfen, aber nicht in Syrien. So wie man einst nach Kundus ging, um bloß nicht in Helmand unterstützen zu müssen.

„Frankreich ist empört über die militärische Zurückhaltung in Berlin und Brüssel – es wird direkte Unterstützung im Kampf gegen den IS erwartet.“ http://www.faz.net/aktuell/politik/terror-in-paris/frankreich-ist-empoert-ueber-die-militaerische-zurueckhaltung-in-berlin-und-bruessel-13917740.html?printPagedArticle=true

„Zur militärischen Auslöschung des IS kann es keine Alternative geben.“

http://www.faz.net/aktuell/politik/terror-in-paris/strategie-zur-bekaempfung-des-islamischen-staates-13917990.html

47) wschira, Mittwoch, 18. November 2015, 20:39 Uhr

@28) Politikverdruss

Lesen Sie überhaupt das, worauf Sie antworten? Ich habe Ihnen nicht Paranoia unterstellt. Ich habe gesagt:

(politikverdruss)
>>Man weiß schon vorher, was uns Bürgern nach solchen Anschlägen von den Polit-Eliten und den >>Staatsmedien geraten wird.

Darauf sagte ich:
“Nun, von dieser Seite wird absolut das Gegenteil dessen geraten, was Sie unterstellen, nämlich absolute Paranoia.”

Nun, ich denke, dass das eigentlich ganz klar ausgedrückt war: Sie sprachen von den “Polit-Eliten und den Staatsmedien”, ich sprach “von dieser Seite”, nämlich den Polit-Elten, die Paranoia verbreiten. Wie Sie dies auf sich beziehen können, entzieht sich meinem Sprachverständnis.

>>Sie behaupten: „Frankreich hat schon seit längerem Totalüberwachung und >>Vorratsdatenspeicherung eingeführt. Hat es irgendeine vorherige Erkenntnis bezüglich dieses >>Anschlages gebracht? Absolut keine. Damit konnte dann auch absolut nichts verhindert werden.“

Sie sagen:
Diese Aussage ist nicht Belegbar! Ganz im Gegenteil. Im Sommer sind laut französischem Innenminister 6 Anschläge verhindert worden.

Das ist richtig. Es wird aber an keiner Stelle behauptet, dass das aufgrund der Vorratsdatenspeicherung passiert sei. Es ist eher so, dass die Behauptung, terroristische Verbrechen würden durch Vorratsdatenspeicherung verhindert, nicht belegt werden kann. Dazu ist auch z.B. Breijvik ein gutes Beispiel. Auch Norwegen hat die Vorratsdatenspeicherung.
Die USA haben Vorratsdatenspeicherung, legale und illegale, aber weder der Anschlag auf das World Trade Center von 1993, noch der 11. September, noch der Anschlag auf Boston-Marathon, noch der Oklahoma-Bomber, konnten verhindert werden, von den vielen kleineren, meistens hausgemachten Terrorakten, einmal ganz abgesehen.

Zum Stichword “syrischer Pass”: In den französischen Nachrichten wird wiedergegeben, dass die Untersuchungsbehörden immer noch nicht wissen, ob der Pass gefälscht oder auch gestohlen ist.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen geschärften Blick für den Inhalt der geschriebenen Kommentare.

48) C.Mayer, Mittwoch, 18. November 2015, 21:10 Uhr

Nach G.W.Bush will nun auch Hollande einen “Krieg gegen den Terror”. Nun, das hat schon nach 9/11 nichts gebracht und es wird auch demnächst nichts bringen.
Denn: Es wurde noch niemals ein Krieg nur aus der Luft gewonnen. Und ein Krieg hat immer einen klar definierten Gegner. Wer definiert aber radikale Kleingruppen, die sich irgendwo im Hinterzimmer organisieren. Oder noch schwieriger: den Einzeltäter, der einfach mal 10, 20, 50, 77 Menschen erschießt, wie Anders Breivik. Wer sagt uns denn, dass es immer radikalisierte Moslems sind, die willkürlich morden? “Wie das Bundesinnenministerium am 4. Dezember 2013 bestätigte, hat eine erste Überprüfung von 3.300 bislang unaufgeklärten Tötungsdelikten auf Opfer- und Tatmerkmale ergeben, dass in insgesamt 746 Fällen mit 849 Todesopfern zwischen 1990 und 2011 Anfangsverdachtsmomente für ein rechtsextremes Tatmotiv vorliegen. Unter diesen Fällen sind auch 137 Fälle der recherchierten „Opferlisten“.[94]” (Wiki) Dazu schweigt das Gros der Diskutanten. Die Brandstifter sind aber unter uns, die verbalen und die tatsächlichen.
Die Flüchtlinge, die vor dem IS-Terror fliehen werden mit den Mördern von Paris in Zusammenhang gebracht. Präsident Hollande will gegen den Terrorismus Krieg führen, bis der letzte Terrorist gefangen ist. Nur leider: den “letzten Terroristen” gibt es nicht. Über die wirklichen Ursachen wird sich der Westen wohl nie einig werden. Deutschland liefert Waffen an Saudi-Arabien und diese liefern an den IS. Gabriel genehmigt die Lieferungen und die Bundesregierung will den IS bekämpfen. Das soll einer verstehen. Unser Verbündeter Türkei kämft gegen die Kurden, die von uns Waffen bekommen um gegen den IS zu kämpfen, die Türkei unterstützt wiederum den IS. Und jetzt soll uns die Türkei auch noch dabei helfen, den Flüchtlingsstrom zu begrenzen. Blickt noch einer durch?

49) Jakobiner, Donnerstag, 19. November 2015, 09:41 Uhr

Politikverdruss hat schon recht, dass der Kuwaitkrieg wesentlich effektiver war als der Irakkrieg 2003, auch da klare und realistische Zielvorstellungen vorlagen und das ganze ein UNO-mandat, alsio die Unterstützung der Weltgemeinschaft hatte. Dennoch müsste Politikverdruss sagen, was er nach einem militärischen Sieg über den IS in Syrien und den Irak machen will. Zum einen wäre die Staatlichkeit des IS zerstört, aber dann geht er in den Untergrund und schaltet auf Guerillataktik um–wie man das ja schon im Irak gesehen hat, wo die US-Truppen relativ hilflos im Chaos herumlavierten.Zum anderen müsste er sagen, wie er die Konflikte ziwschen den unterschiedlichen religiösen, politischen und ethnischen Gruppen und unterschiedlichen Interessen der Regionalmächte dann einhegen will, die ja auch noch ohne einen Islamischen Staat weiterbestehen und dann erneut ausbrechen würden.Er scheint mir das Ganze nicht zu Ende zu denken.

50) Michael Schmidt, Donnerstag, 19. November 2015, 10:27 Uhr

@43) Wolfgang Wegener

Mit diesen Leuten setzt man sich als anständiger Mensch nicht an einen Tisch.

Mit welchen Leuten denn dann? Die Türken haben nur diese eine Regierung.

51) Michael Schmidt, Donnerstag, 19. November 2015, 10:35 Uhr

@45) Erwin Gabriel

Und die Befreiung Kuweits von iraksicher Besetzung war natürlich ein sowohl politisch als auch militärisch erfolgreicher Einsatz.

Das mag sein, aber vielleicht hätten Sie die Güte, mir zu erklären, inwieweit dieser Feldzug mit einem Guerilla-Krieg gegen Terroristen vergleichbar ist.

Der Sichelschnitt durch die Ardennen 1940, vorgetragen durch Manstein und auch Rommels “Gespensterdivision”, war ebenfalls militärisch erfolgreich, gar brillant zu nennen, und in Deutschland innenpolitisch sehr erfolgreich.

Und? Was hat das mit der augenblicklichen Bedrohung zu tun? Und welche Lektionen können wir daraus für den Umgang mit ISIS ableiten?

(OK, eine Gemeinsamkeit gebe ich Ihnen zu: In beiden Fällen war Frankreich betroffen.)

52) Rainer N., Donnerstag, 19. November 2015, 12:55 Uhr

Die Aussage von Einstein über die Unendlichkeit – dürfte bekannt sein.

Auch hier in den Beiträgen finden sich Belege für die Unendlichkeit der Dummheit.

Menschen die vor Terror, Krieg, Bomben. und Drohnen fliehen, haben das RECHT dazu auf ihrer Seite. Und WIR sind nun einmal Mitverantwortlich für diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die auch in unserem Namen begangen werden, mit von uns gelieferten Waffen.

Und ich wünsche mir, dass ich nicht eine Zeit erleben werde, in denen wieder aus diesem Land Menschen fliehen müssen, so wie damals … aber manchen Schreibern würde ich es durchaus gönnen.

Platon – Der Staat – Dialog Sokrates – Adimantes – über die Demokratie, die “Wiege der Tyrannis”.

http://forum.tacheles-sozialhilfe.de/forum/thread.asp?FacId=1044573

Dort ist der Text zu finden. (Damals, 2008, von mir unter 26^3-25^3 = 1951)

53) W. Zimmer, Donnerstag, 19. November 2015, 12:57 Uhr

@47 wschira

Da muß ich in einem Punkt widersprechen. Norwegen hatte zum Zeitpunkt der Breijvik-Morde keine Vorratsdatenspeicherung. Sigmar Gabriel hat zwar etwas anderes behauptet, als er vehement für die erneute Einführung der VDS in Deutschland eintrat, aber es war schlichtweg gelogen, als er den erfolgreichen Zugriff auf Brejivik als Erfolg der VDS darstellte.

54) Schuster Jürgen, Donnerstag, 19. November 2015, 16:21 Uhr

Ich könnte mir vorstellen, dass die Bemühungen unserer Staatsmänner und Staatsfrauen, genau deshalb nicht von Erfolg gekrönt sind, weil sie selber nicht verstehen, dass in den angesprochenen Krisengebieten eine andere Logik herrscht als bei uns. Sie veruchen mit der Naivität westlich geprägter “Werte” und Humanität immer aufs Neue, von außen (militärisch, politisch, wirtschaftlich), Krisen in aller Welt zu meistern. Meiner Meinung befeuern sie damit aber oft die nächste Krise und müssen sich dann Vorwürfe gefallen lassen, nicht das “Richtige” unternommen zu haben. Ich behaupte jetzt einmal kühn, dass so manche Krise mangels weiterer Befeuerung von außen wohl in sich zusammengebrochen wäre und letztendlich weniger Menschenleben gekostet hätte, wenn man sie sich selber überlassen hätte.
Bezüglich der Flüchtlinge, die vor dem IS fliehen, ist es bei uns in Deutschland natürlich politisch nicht gewollt, einen Zusammenhang zwischen Terrorismus und Flüchtlingsströmen herzustellen. Aber er existiert doch und zwar nicht unmittelbar, sondern auf lange Sicht: Die Flüchtlinge von heute werden ebenso wie die “französischen” und “belgischen” Staatsbürger mit Migrationshintergrund morgen in ebensolchen Banlieus wie denjenigen von Paris und Brüssel geschlossene Gesellschaften bilden, statt sich zu integrieren – der Nährboden für die Radikalisierung von morgen. Oder meint jemand allen Ernstes, das Integrieren einer solch großen Zahl von Flüchtlingen würde bei uns besser gelingen als in Frankreich, Belgien und England?

55) Politikverdruss, Donnerstag, 19. November 2015, 20:57 Uhr

47) wschira, Mittwoch, 18. November 2015, 20:39 Uhr,

Stichwort Paranoia: Bedaure, mein Fehler!

Stichwort Vorratsdatenspeicherung:

Das BKA hat derzeit 426 „Gefährder“ unter Beobachtung. Auf 1000 Personen schätzt der Verfassungsschutz den Personenkreis mit „Terrorismuspotential“.

Seit 2000, so BKA-Präsident Münch, sind 12 Terroranschläge in Deutschland vereitelt worden. In welchem Umfang die Vorratsdatenspeicherung in jedem Einzelfall zur Vereitlung beigetragen hat, ist mir nicht bekannt. Der BKA-Präsident hält sie für zwingend erforderlich.

Im Oktober 2015 hat der Bundestag den Regierungsentwurf der neuen Vorratsdatenspeicherung abgesegnet. In der namentlichen Abstimmung haben 404 Abgeordnete für die neue Vorratsdatenspeicherung votiert, 148 waren dagegen bei 7 Enthaltungen.

Ich vertraue darauf, dass der nicht gerade als „Überwachungs-Freak“ bekannte Justizminister, die übrigen Minister des Kabinetts und die große Mehrheit der Abgeordneten eine sachgerechte Entscheidung getroffen haben.

Stichwort „syrischer Pass“:

Der Chef der Grenzschutzbehörde Frontex F. Leggeri warnt:

„Viele Menschen besorgen sich in der Türkei gefälschte syrische Papiere, weil sie wissen, dass sie dann leichter Asyl bekommen.“ Der holländische Journalist Doornbos hat sich innerhalb von 40 Stunden einen syrischen Pass und der britische Journalist Nick Fagge zwei Pässe gekauft.

Dies verdeutlicht: Es ist einfach, sich als syrischer Flüchtling auszugeben. Das gilt sicherlich auch für Kriminelle und Terroristen.

56) Rapanzel, Donnerstag, 19. November 2015, 22:08 Uhr

Auch ich trauere um die Opfer und bin der Auffassung das wir einig dem IS entgegen treten..
Jedoch komme ich nicht umhin, daran zu erinnern wer die Karriere des IS befördert hat. Es waren die rechten Kriegstreiber, die alle Warnungen zum trotz den Nahen Osten in Flammen gesetzt haben. und die heute noch Waffen dorthin liefern. Weterhin wird mir Angst und Bange wenn ich sehe, dass unsere Regierung nicht einmal die rechten Teroristen hierzulande in den Griff kriegen (wollen!?). Wie können wir so dem IS etwas entgegen setzen?

57) ralph, Donnerstag, 19. November 2015, 23:45 Uhr

Es ist schon seltsam, wie bei fast jedem Anschlag im nachhinein, der oder die Attentäter bei der Polizei oder bei den Geheimdiensten bekannt waren. Das zeigt eigentlich nur das so ein Verein wie der Is und die Islamistenszene von V- Leuten geradezu durchsetzt ist. Denn wenn das nicht so wäre dann könnten schon wenige, zu allem entschlossene und bisher nicht vom Radar der Behörden erfasste Personen Europa ins Chaos stürzen.

Wer sich das nicht vorstellen kann, der muß sich nur die NSU Geschichte anschauen. Mehr V- Leute als Nazis.

58) mac4ever, Freitag, 20. November 2015, 09:49 Uhr

@48 C.Mayer: “Gut” und “Böse” wird der Realität schon lange nicht mehr gerecht. Es geht auch nicht mehr um Schuldzuweisungen, sondern nur noch um gesellschaftliche Mechanismen.

Auch Flüchtlinge sind nicht “gut” oder “böse”. Aber es ist eine Tatsache: durch eine Masseneinwanderung, egal aus welcher Himmelsrichtung, importieren wir auch immer mehr oder weniger die dort herrschenden Konflikte. Bis hin zum Terrorismus. Auch ohne Bombardierungen hätte der IS einen Grund gefunden, die verhaßte westliche Gesellschaft anzugreifen.

Und in dieser Hinsicht wird Deutschland gerade einer demokratisch nicht legitimierten Transformation “in vitro” unterzogen – mit sehr ungewissem Ausgang, wenn man an die Probleme mit Parallelgesellschaften und kriminellen libanesischen Clans (Duisburg-Marxloh, wo die Polizeigewerkschaft praktisch den Bankrott der staatlichen Ordnung postuliert hat) denkt. Meiner Meinung mach gleicht unser Land einem Verletzten, der nicht verbunden wird, sondern dem gesagt wird: “Wenn du weiter blutest, wird es dir besser gehen.”

In Zeiten, wo niemand mehr durchblickt, werden einfache Brachiallösungen attraktiv. Ob das nun die Bekämpfung der “westlichen dekadenten Lebensweise” oder der “Asylantenflut” ist. Und immer hat der Feind ein Gesicht.

59) Wolfgang Wegener, Freitag, 20. November 2015, 12:53 Uhr

Nachtrag zu meinem Kommentar 43):

Die Russen sind nach dem Abschuss ihres Ferienfliegers wirklich sauer, und Rücksicht auf unseren Natopartner Türkei müssen Sie ja auch nicht nehmen. Und Sie verfügen über Satelliten (wie auch die US), die die endlosen Kolonnen der Öllaster erkennen, mittels deren Ladung sich ISIS refinanziert. Wohin fahren diese Laster, wer kauft dieses Öl (zu einem Discountpreis) und verkauft es mit hohem Gewinn? Und warum schneidet man ISIS nicht mit Luftschlägen von dieser Refinanzierungsquelle ab?

Dazu habe ich hier einen Link gefunden: http://russia-insider.com/en/fight-against-isis-russia-aint-taking-no-prisoners/ri11296

Zitat: “Turkish Socialist party member Gursel Tekin has established that Daesh’s smuggled oil is exported to Turkey by BMZ, a shipping company controlled by none other than Bilal Erdogan, son of “Sultan” Erdogan.”

60) Politikverdruss, Freitag, 20. November 2015, 16:34 Uhr

39) Michael Schmidt, Mittwoch, 18. November 2015, 16:59 Uhr,

ich kann Ihre Zweifel nachvollziehen. Aber, im globalen Terrorismus-Index sind es vier islamistische Gruppen, die für 66 Prozent der Bluttaten verantwortlich sind: der islamische Staat(IS), Boko Haram, al-Quaida und die Taliban in Afganistan und Pakistan. Dass der IS inzwischen über ein eigenes „Staatsgebiet“ verfügt, mit Ölvorkommen, Finanzierungsquellen, Rekrutierungspotential zur Deckung des Bedarfs an IS-Terroristen etc., ist extrem problemverschärfend.

„Der IS ist derzeit die wohl größte Bedrohung des Weltfriedens. Nicht erst seit den Anschlägen vom Freitag. Die Terrormiliz verübt Genozid-artige Gräuel, sie unterwirft in den von ihr eroberten Gebieten die Bevölkerung einem brutalen Willkürregime, sie versklavt Frauen, sie schneidet Geiseln aus dem Westen und anderen Regionen der Welt den Kopf ab, sie hetzt im Internet und radikalisiert weltweit junge Muslime, die zu Dschihadisten mutieren, sie trägt den Terror immer stärker auch in andere Länder. Frankreich ist nur eines davon.“ (Tagesspiegel)

Der IS bedroht den inneren Frieden der Länder Europas und versetzt große Teile der übrigen Welt in Angst und Schrecken. Es ist doch zutiefst erschreckend, dass sich hier in Europa sozialisierte Menschen von dem IS derart einnehmen lassen, dass sie nach Syrien reisen, dort für den IS bestialische Taten vollbringen oder im Auftrag des IS in ihren „Heimatländern“ blutige Anschläge verüben. Der IS ist dabei Dreh-undAngelpunkt der Radikalisierung junger Muslime. Der IS muss militärisch zerschlagen und politisch bekämpft werden. Eine militärische Zerschlagung, als erster Schritt einer Gesamtstrategie, ist erforderlich, weil der IS von Militär-Profis geführt wird, mit modernsten Waffen ausgestattet ist und deshalb nur von professionell geführten und ausgerüsteten Streitkräften bezwungen werden kann.

Sicher, die Interventionen im Irak, in Afghanistan und in Libyen haben die Destabilisierung ganzer Regionen herbeigeführt. Man muss aber fragen, warum sie gescheitert sind. Sie sind gescheitert, weil Politiker Streitkräfte ohne einen auf einer Gesamtstrategie beruhenden Plan eingesetzt haben. Dabei sind es nicht die militärischen Anteile der Pläne gewesen, die zum Scheitern der Einsätze führen und führten. Es sind die politischen Anteile! Der Irak-Krieg ist dafür ein herausragendes Beispiel. So ziemlich alles, was man politisch falsch machen konnte, hat man falsch gemacht. Das hier weiter auszuführen, würde den Rahmen sprengen.

Der frühere NATO-Oberbefehlshaber James Stavridis sagte der BBC, dass 10.000 bis 15.000 Soldaten der Militärallianz ausreichen würden, um gemeinsam mit kurdischen Verbänden die IS-Miliz zu bezwingen. Die Dschihadisten seien keine militärischen Riesen, sagte er. “Die NATO kann das schaffen.” Der französische Präsident will sich aber eher auf den Beistand der EU abstützen. Sein Generalstab arbeitet mit dem russischen Generalstab gemeinsame Einsatzpläne aus. Das eröffnet neue Möglichkeiten des Handelns, zumal die russischen Streitkräfte erhebliche Erfahrungen im Kampf gegen Terroristen mitbringen.

Insgesamt bin ich überzeugt, dass der Westen nicht darum herum kommen wird, den IS militärisch zu zerschlagen. Je eher desto besser!

61) Batholonew, Freitag, 20. November 2015, 18:28 Uhr

Interessanter Artikel!

Ich beuge mich meinem Geltungsdrang und möchte auch etwas zum Besten geben. Meine Sicht der Dinge finden Sie auf https://batholonew.wordpress.com/

62) Politikverdruss, Samstag, 21. November 2015, 11:16 Uhr

Verschiedentlich wird im Forum gefragt, wie im Syrien-Konflikt ein politischer Lösungsansatz aussehen könnte. Meine Antwort: Wiener Syrien-Konferenz. Überschattet durch den Terroranschlag in Paris hat die Konferenz sich am 14.11.15 auf einen konkreten Fahrplan zur Syrien-Friedenslösung geeinigt. Teilnehmer: Die UNO-Vetostaaten, Regionalmächte und weitere Teilnehmerländer wie Saudi-Arabien und der Iran!

Folgende Vereinbarungen sind getroffen:

-Ab 01.Januar 2016 Friedensgespräche zwischen den Konfliktparteien (ausgen. IS u.Al-Nusra),

-Die Friedensgespräche sollen innerhalb von 6 Monaten zu einer Übergangsregierung führen,

-Binnen 18 Monaten Erarbeitung einer neuen Verfassung und Vorbereitung von Wahlen,

-Bekämpfung IS und Al-Nusra-Front.

Ich halte diese Konferenz allein schon wegen des Teilnehmerkreises für bedeutsam. Nach Einschätzung der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini seien die ersten Verhandlungen gut verlaufen. Nach vier Jahren Krieg mit über 250000 getöteten Menschen ein erster Hoffnungsschimmer.

63) Wolfgang Wegener, Samstag, 21. November 2015, 13:29 Uhr

Michael Schmidt 50): “Mit welchen Leuten denn dann? Die Türken haben nur diese eine Regierung.”.

Na ja, mit Assad natürlich (Vorsicht, Ironie)

Was man aus eigener Kraft tun kann, ist gut. Wofür man fremde Hilfe braucht, das ist schlecht – Überspitzt formuliert (für schlecht gibt es auch noch stärkere Worte, die auch mit sch beginnen); das ist jedenfalls eine Erfahrung aus meiner aktiven politischen Zeit (teils in der Mehrheit (gut), teils in der Opposition (schlecht)). Zur Türkei im Übrigen s. auch meinen Kommentar 59).

Wir wollen also eine extreme Willkommenskultur aufrechterhalten, Migranten aller möglichen Fluchtrouten ungeprüft ins Land durchwinken, weiterhin das in Europa mit Abstand beste soziale Angebot für Migranten machen usw., und die Türken sollen ihre Grenzen dicht machen? Nur damit Frau Merkel das O-Wort nicht nennen muss, um sich eine Koaltion mit den Grünen offenzuhalten (die Groko geht eh immer)?

Und Griechenland und fItalien sollen nach Willen dieser Hippie-Regierung sog. Hotspots betreiben, von denen aus die Flüchtlinge dann europaweit verteilt werden können? Das war schon vor Paris eine reine Illustion, die meisten Länder bedanken sich dafür, von Frau Merkel gerufene Migranten aufzunehmen. Nach Paris ist dieser Lösungsvorschlag nur noch absurd. Egal, was Frau Merkel jetzt möglicherweise alles noch an neuen Haken schlägt: Ohne ein neues Gesicht an der Spitze wird sich nicht herumsprechen, dass dieses Land längst überfordert ist. Vorrangig betroffen davon im Übrigen Bayern.

64) Erwin Gabriel, Samstag, 21. November 2015, 20:24 Uhr

51) Michael Schmidt, Donnerstag, 19. November 2015, 10:35 Uhr

>> vielleicht hätten Sie die Güte, mir zu erklären, inwieweit dieser Feldzug
>> mit einem Guerilla-Krieg gegen Terroristen vergleichbar ist.

Zum einen ging es darum nicht.

Zum anderen ist der IS nicht mit Terror-Organisationen á la Al Quida etc vergleichbar: Eigenes Staatsgebiet (selbst wenn praktisch niemand das anerkennt), eigener Beamtenaapparat, Renten-, Kranken- und Sozialversicherung, Krankenhäusern, Schulen, Kindergärten etc. Nachdem die Amerikaner in der Folge ihres Sieges gegen Saddam Hussein alle Mitglieder der Baath-Partei ohne Anspruch auf Rente; Sozialhilfe etc. “in die Wüste” geschickt haben, hat der IS einen halbwegs funktionierenden Beamten- und Staatsapparat. Da geht es eher gegen einen Staat als gegen ein paar Terroristen.

Überhaupt, wenn Sie schon am Pingeln sind: Den Guerilla-Krieg führen eher die Terroristen, als das der gegen Terroristen geführt wird.

Nix für ungut.

65) Erwin Gabriel, Samstag, 21. November 2015, 20:40 Uhr

@ 52) Rainer N., Donnerstag, 19. November 2015, 12:55 Uhr

>> Menschen die vor Terror, Krieg, Bomben. und Drohnen fliehen,
>> haben das RECHT dazu auf ihrer Seite.

Zustimmung. Aber es wird nicht zu verhindern sein, dass der eine oder andere Böswillige nicht vor der IS flieht, sondern sich unter diesem Deckmantel mit in das Land schleicht, um hier Böses zu planen und umzusetzen. Ob Sie eine derartige Situation mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:1000 oder 1:1.000.000 ansetzen, überlasse ich gerne Ihnen. In jedem Fall bleibt ein Restrisiko, dass wir – auch im Sinne wirklicher Flüchtlinnge, die im Falle eines Anschlags automatisch unter Generalverdacht gestellt würden – minimieren.

>> Und WIR sind nun einmal mitverantwortlich für diese Verbrechen
>> gegen die Menschlichkeit, die auch in unserem Namen begangen
>> werden, mit von uns gelieferten Waffen.

Nun ja, ich sehe die Verantwortung für das Syrien-Disaster in großen Zügen bei den USA, durch den nicht gerechtfertigen Irak-Krieg, durch den Kampf Assads gegen seine Bevölkerung, die finanzielle und militärische Unterstützung der Assad-Gegner durch die USA, und neuerdings durch die Einmischung von Russland und dem Iran. Da hat Deutschland mal weniger mit zu tun – im Gegenteil: Es trägt, von der schwer betroffenen syrischen Bevölkerung mal abgesehen, die Hauptlast der Folgen.

>> Und ich wünsche mir, dass ich nicht eine Zeit erleben werde, in
>> denen wieder aus diesem Land Menschen fliehen müssen, so wie
>> damals … aber manchen Schreibern würde ich es durchaus gönnen.

Sie halten sich, so vermute ich, für einen aufgeklärten, empfindsamen und gerechten Menschen. Wer anderen eine Verfolgung wie durch die Nazis gönnt, ist das mit Sicherheit nicht. Sie sind keinen Deut besser als die gröhlenden Dumpfbacken der Pegida, nur, dass Sie sich von der anderen Seite zu Wort melden. Schade.

Da bleibt mir nur ein Zitat: “Auch hier in den Beiträgen finden sich Belege für die Unendlichkeit der Dummheit.”

66) Erwin Gabriel, Samstag, 21. November 2015, 20:50 Uhr

@ 63) Wolfgang Wegener, Samstag, 21. November 2015, 13:29 Uhr

Zustimmung.

Als Deutschland gebeten wurde, eine Quote aufzunehmen, hat sich die Regierung aus egoistischen Gründen geweigert. Jetzt, da das Gros der Flüchtlinge nach Deutschland will, fordert auch Deutschland eine Quotenregelung, weigert sich aber, sich auf Obergrenzen festzulegen. Da sagt jedes andere EU-Land (inzwischen sogar Schweden) verständlicherweise “nein”.

Frau Merkel hat ohne Not ein europäisches Problem zu einem deutschen Problem gemacht.
Ich bin zwar, wie schon gesagt, der Meinung, dass die Zahl an und für sich nicht das Problem ist. Aber solange wir derart mit den Ankömmlingen umgehen, sehe ich es genauso wie Jürgen Schuster in Beitrag 54): Wir werden wie Frankreich in einigen Städten Parallelgesellschaften heranziehen, die sich eigene regeln geben, weil sie unsere nicht verstehen oder nicht davon profitieren werden.

67) Jakobiner, Sonntag, 22. November 2015, 08:01 Uhr

Zu den Pariser Attentat melden sich nun auch viele Soziologen und Sozialarbeiter mit dem Hinweis, dass Perspektivlosigkeit, Ausgrenzung durch die Gesellschaft, Rassismus und neoliberale Politik und deren Verelendungstendenzen samt Arbeitslosigkeit Terrorismus und Islamismus hervorbringen.Das klingt geradezu nach einem Automatismus.Die umgekehrte Frage wäre aber auch einmal, der dabei gar nicht nachgegangen wird: Warum machen das hunderttausende ausgegrenzte Jugendliche eben nicht? Warum greifen sie nicht zum Terrorismus?

Auch eine andere Frage: Warum organisieren sie sich nicht politisch in NGOs, politischen Initiativen, Gewerkschaften und Parteien, um etwas gegen ihre Exklusion zu machen? Sind sie zu ungebildet, zu unpolitisch, zu egozentrisch, haben sie den Glauben an diese Institutionen verloren (berühmte Politikverdrossenheit)? Oder werden sie auch von den genannten Organisationen längst abgeschrieben, nach dem Motto, dass dies ohnehin arbeitsloses, prekäres Lumpenproletariat ist,das zu nichts taugt und nicht gewinnbar ist?Liegt hier nicht auch ein Versagen der Linken vor?

In einem Bericht über die Ban Lieus kam ein Jugendlicher zu Wort, der auf Plakate mit dem Slogan “Egalite, Fraternite, Liberte”, die die Regierung aufgehängt hatte, meinte, seine Lebensrealität spreche diesen säkularen Aufklärungsparolen Hohn. Egalite-dieser Säkularismus ud seine Ideen der Aufklärung gelten nur für den besseren Teil der Gesellschaft. Fraternite, Bruderschaft finde er nur in seiner kleinkriminellen Jugendbruderschaft, nicht aber in der französischen Gesellschaft.Die umgekehrte Frage wäre eben auch einmal: Warum machen das hunderttausende ausgegrenzte Jugendliche eben nicht? Warum greifen sie nicht zum Terrorismus?

Entweder wirkt die staatliche Abschreckung oder aber es gibt eben doch so etwas wie allgemeine moralische Hemmschwellen, dass man keinen Menschen tötet, auch wenn man arbeitslos und auf Hartz4-Niveau lebt.Möglich auch, dass die meisten Jugendlichen in den Ban Lieus auch säkularer sind als schlechthin angenommen und mit den Parolen der Islamisten nichts anzufangen wissen, zumal die ja auch ihren Lebensstil und das bißchen Spaß, das sie in Alkohol, Frauen, Partys und Drogen finden auch noch streichen wollen.Vielleicht sind die meisten dieser Ban Lieu-Jugendlichen trotz Perspektivlosigkeit und tristem Alltag einfach dennoch zu lebensfroh, um sich einer islamistischen Ideologie anzuschliessen, die ja auch nicht mehr als den Tod anzubieten hat.

Vielleicht können die ausgegrenzten Jugendlichen in den Ban Lieus auch soweit denken, dass die berühmt-berüchtigten 5 minutes of fame des Märtytrertods in den Medien, wo man mal als anonymer Einzelner aus der Mssse heraustritt und in die Schlagzeilen kommt eher negativ sind und einer jahrlangen Existenz unter schwierigen materiellen Bedingungen, in dem es aber kleine hedonistische Highlights gibt, nicht vorzuziehen sind. Vielleicht sind die meisten Jugendlichen der Ban Lieus da viel rationaler in der Kosten- Nutzen-Abwägung als immer angenommen.Vielleicht denken sie da diesseitsorientierter, hedonistischer und materialistischer als das Islamisten oder anderen Extremisten lieb ist.

68) Jakobiner, Sonntag, 22. November 2015, 09:33 Uhr

Vielleicht denken die Jugendlichen in den Ban Lieus da diesseitsorientierter, individualistischer, hedonistischer und materialistischer als das Islamisten oder anderen Extremisten lieb ist.Vielleicht sind sie am Ende doch mehr die Kinder der westlichen Aufklärung auch ohne Voltaire, Montisque oder Kant gelesen zu haben als dies Bildungsbürger vom ungebildeten, bildungsfernen Prekariat schlechthin immer annehmen. Vielleicht spricht hier auch mehr die Arroganz, die Ignoranz und eine gewisse Portion Sozialdarwnismus der bildungsbürgerlichen Ober- und Mittelschichten heraus, der es logisch erscheint, dass wenn man arm ist gleich zum Terrorismus greifen müsste. Vielleicht sagt dies auch mehr über die Bildungsbürger aus als über das bildungsferne Prekariat. Zudem sollte man nicht vergessen, dass sich die Stammmannschaft des linken Terrorismus der 70er Jahre aus Akademikern rekrutierte und die Aufklärung der französischen Revolution auch die bürgerliche und jakobinische Herrschaft des Terreur kannte–vielleicht erscheint es Bürgern, Bildungsbürgern und Akademikern daher logisch, dass man zum Terreur und Terrorismus greifen müsse, zumal wenn man deklassiert und arm wird. Lipset nannte dies auch mal “die Radikalisierung der Mitte”, wenngleich er dies auf den Faschismus bezog, aber man dies allgemeingültiger sehen kann.

69) Tiedgen, Sonntag, 22. November 2015, 12:34 Uhr

@54

vielleicht ist es klüger, das Wesen der Demokratie und deren Entstehung, ggfs. auch das Scheitern genauer zu analysieren.

Es gibt den Mythos, dass die USA als demokratisches Vorzeigeland diese Regierungsform erfolgreich nach Europa transportiert hat.
Die “Demokratisierung” der BRD nach 1945 ist das Paradebeispiel dafür. Die erfolgreiche Etablierung der Demokratie wird auf die amerikanische “Umerziehuung” zurückgeführt.Und wenn das so toll geklappt hat, liegt es doch nahe, auch in anderen Ländern als “Demokratiebringer” zu agieren.

Leider ist das ein Fehlschluß mangels historischen Wissens über Europa. Wenn man sich die skandinavischen Länder anschaut, dann gab es diese basisdemokratischen Formen schon lange. Und auch in Norddeutschland waren diese demokratischen Strukturen verbreitet: als Transitland für den Fernhandel in alle Richtungen und mit diversen Einwanderern mußte man sich auf gemeinsame Konfliktlösungen verständigen. Auf diesem Fundament konnte dann eine neue repräsentative Demokratie wurzeln.

Interessanterweise giab es auch in Afghanistan so eine alte Tradition: Loya Jirga Treffen, um regionale Themen zu debattieren und zu lösen. Das habe ich bei einer Afghanistan-Tagung in Hamburg erfahren. Es war eindrucksvoll mitzuerleben, wie da die jeweiligen Stammesführer sonnengottähnlich in spezifischer Tracht und mit ihrer Entourage im Hörsaal saßen. Alle waren spinnefeind miteinander, was sich dann auch bei der ersten Gelegenheit in wüsten Beschimpfungen Bahn brach.
Der hanseatische Moderator hatte sofort auf die Regeln des Gastgebers hingewiesen: zivilisierte Ausdrucksformen, ausreden lassen und die Lösungsorientierung.
So entstand dann eine lebhafte Debatte nach einem Vortrag über die 5-stellige Zahl an Toten durch Hunger und verseuchtem Trinkwasser. (Die entsprechenden Brunnen hat die Bundeswehr dann später auch gebaut und sich dort Renommee verschafft bei den regionalen Stammesfürsten).

So gesehen kann man “im Westen” nur einen demokratischen Impuls geben. Ob und wie sich so eine demokratische Struktur in einem muslimischen Land ausbildet, das werden die Länder selbst entwickeln. Vielleicht kristallisiert sich diese Weiterentwicklung auch an ganz anderen Vorbilder, so z.B. an einem beliebten Fußballspieler aus Deutschland, der nach Kabul zurückgekehrt ist.

So gesehen haben wir vielleicht schon eine Form der “muslimisch interpretierten Demokratie” in den abgehängten Stadtvierteln wie z.: Molenbeek, die von “sektiererischen” Muslimen ebenfalls verteufelt wird. Und dann entsteht die Konfliktlinie zwischen “liberalen ” und dogmatischen Muslimen.

70) karel, Sonntag, 22. November 2015, 13:19 Uhr

Nun,
solange nicht konsequent abgeschoben wird,
muß Deutschland ja noch viel Platz haben.

Übrigens,
schon mit Hilfe von Willy Brandt wurden hier etwa 4 Mio Bürger
aus dem islamischen Bereich seßhaft.
Und nun rufen besorgte “MeinHaus,MeinBoot,Mein Auto”-Bürger
wegen 1 Mio. den “Notstand” aus?

Nun denn….

71) Erin Gabriel, Montag, 23. November 2015, 12:12 Uhr

@ 70) karel, Sonntag, 22. November 2015, 13:19 Uhr

>> Nun, solange nicht konsequent abgeschoben wird,
>> muß Deutschland ja noch viel Platz haben.

Unschlagbares Argument …

>> Übrigens, schon mit Hilfe von Willy Brandt wurden hier
>> etwa 4 Mio Bürger aus dem islamischen Bereich seßhaft.
>> Und nun rufen besorgte “MeinHaus,MeinBoot,Mein Auto”-Bürger
>> wegen 1 Mio. den “Notstand” aus?

Auch richtig – die absoluten Zahlen der Zuwanderung sind wirklich nicht das Problem. Das entstand und entsteht erst durch die mangelhafte Vorbereitung und Abwicklung in Berlin.

Es grüßt
E.G.

72) mac4ever, Montag, 23. November 2015, 13:52 Uhr

@karel: die 4 Millionen sind über Jahrzehnte hin gekommen. Und in Berlin-Neukölln oder Duisburg-Marxloh kann man besichtigen, wie wenig die langfristige Integration geklappt hat.

Und nun kommen in der Perspektive weitere Millionen. Die Polizeigewerkschaft hat für D.-Marxloh praktisch ihren Bankrott erklärt, da die libanesischen, kleinkriminellen Clans inzwischen die Straße beherrschen.

Ein Link unter vielen:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/machtlose-polizei-die-rauhe-herrschaft-der-familienclans-13745499.html

Und Sie sehen KEINEN Notstand?

73) Politikverdruss, Montag, 23. November 2015, 18:43 Uhr

Nach dem Paris-Anschlag tobt in Deutschland die mediale Gegenbewegung nach dem Motto: Die Franzosen sind selbst schuld!

Besonders niederträchtig das ZDF in der Kindersendung „logo“. Dazu das ZDF zu unseren lieben Kleinen: „Radikale Muslime seien arbeitslos und wissen nicht, was sie tun sollen – und das macht sie wütend…“. Der direkte Weg von der Arbeitslosigkeit hin zum Terroristen. Und Schuld an der Arbeitslosigkeit hat natürlich Frankreich und damit auch an dem Terror im eigenen Land.

Aber auch Deutschland hat Schuld auf sich geladen. „Das hat nämlich Aiman Mazyek herausgefunden, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime. Dem Deutschlandfunk erklärte er, „es sei schmerzhaft, dass Deutschland auch ein Exporteur von Terroristen sei. Dies zeuge von einem gesamtgesellschaftlichen Versagen, zumal diese Menschen auf deutsche Schulen gegangen seien“.

Muslimische Terroristen aus deutschen Schulen, jetzt sind die wahren Schuldigen endlich ausgemacht! Verständlich, dass man sich in seinem Selbsthass auch noch diese Last aufbürden lässt. Von Hasspredigern in Moscheen war nicht die Rede.

Gut, dass das endlich geklärt ist: Frankreich hat bei der Integration versagt und in Deutschland wachsen die Terroristen in den Schulen heran.

Man kann sich gegenüber den Medien nur noch mit Abscheu abwenden. Wir haben nicht nur eine Staats-, sondern auch eine veritable Medienkrise. Dabei ist immer wieder die Frage zu stellen, warum die Legislative – unsere „Volksvertretung“ in Berlin – in der Flüchtlingspolitik nicht die Initiative ergreift. Warum scheint man zu glauben, dass die Aufnahme und Integration von Millionen Migranten gegen das deutsche Volk möglich sein wird. Warum glaubt man, in der Flüchtlingspolitik auf jede demokratische Legitimation verzichten zu können? Erkennt man nicht, wie demokratiezerstörend dieser Alleingang von Frau Merkel ist?

Nun hat der Fraktionsvorsitzende der SPD, Thomas Oppermann, vorgeschlagen, die Abgeordneten sollen über eine Kontingentlösung abstimmen. Kontingente auf welcher Ebene? Auf europäischer? Da kann Thomas Oppermann lange warten. In dieser Frage ist Frau Merkel in Europa völlig isoliert. Selbst die Schweden haben jetzt die Reißleine gezogen. Niemand von den 27 „Partner“-Ländern in Europa wird ihr „Kontingente“ abnehmen. Worüber also sollen unsere Volksvertreter abstimmen? Wie viele Flüchtlinge z.B. Frankreich aufnehmen soll? Es ist absurd.

74) Klaus, Dienstag, 24. November 2015, 14:12 Uhr

Ich seh folgendes Problem: Viele Menschen in Deutschland sehnen sich nach einem starken Mann, der “aufräumt”. Sie würden auch auf Grundrechte verzichten, wenn dafür mal wieder jemand “richtig” aufräumt. Offen sagen tut das kaum jemand wegen der Nazi-Keule, aber unter vier Augen merkt man diese Meinung.

Die CDU und besonders die CSU hatten es verstanden diese Leute an sich zu binden, ohne dass die aber wirklich etwas in dieser Hinsicht “aufräumen”. Jetzt gibt es neben der Alternative für Deutschland auch noch ALFA, Pegida, “Wir sind Deutschland” usw. usw. Am rechten Ende des Parteienspektrums ist so viel los, wie seit Kriegsende nicht mehr.

Wir müssen damit rechnen, dass die AfD bei den nächsten Wahlen immer über die Fünfprozent-Hürde kommt, auch zur Bundestagswahl.

Das könnte bedeuten, dass schwarz-gelb, rot-grün oder gar R2G in Berlin nicht mehr möglich sind. Das hieße: ewige große Koalition. Und was das heisst, kann man in Österreich sehen…

73) Politikverdruss, Montag, 23. November 2015, 18:43 Uhr

Das mit der Medienkrise ist leider wahr und hier in Hamburg an einem ganz anderen Beispiel zu erkennen: Die führende Lokalzeitung und die Lokalausgabe der BILD trommeln seit Monaten so für die Olympiade, dass es schon fast unheimlich wird… Kritik ist nicht erwünscht!

75) Michael Schmidt, Dienstag, 24. November 2015, 14:43 Uhr

@64) Erwin Gabriel

Überhaupt, wenn Sie schon am Pingeln sind: Den Guerilla-Krieg führen eher die Terroristen, als das der gegen Terroristen geführt wird.

Nix für ungut.

Ja. Die Terroristen führen ihn und zwingen ihn also den Besatzern auf. Die können das, weil sie da wohnen und die Unterstützung der Bevölkerung haben, die lieber unter dem IS leben als unter schiitischer Unterdrückung.

Der Besatzer kann das nicht; allein schon wegen Sprachbarrieren kann er sich nicht unter die Bevölkerung mischen und für den IS unsichtbar werden.

Also ein klassischer Fall asymmetrischer Kriegsführung.

Und was heißt Pingeln? Der zweite Golfkrieg wurde als Beispiel für das Scheitern der Nahostpolitik gebracht, Sie widersprachen dem und stellten den Krieg um Kuwait als vollen Erfolg auf allen Ebenen dar.

An der Oberfläche mag das so aussehen; wenn man aber mit in Betracht zieht, dass diese Kampagne zur dauerhaften Stationierung “von Ungläubigen im heiligen Land der Moslems” geführt hat, die wiederum den Terror der Al-Qaida gegen die USA nach sich zog, der dann im 11. September gipfelte, dann ist Ihrer These energisch zu widersprechen. “Pingeln” würde ich das nicht nennen.

Der Terror am 11. September kam ja nicht aus heiterem Himmel, sondern der Terror begann ja schon 1993 mit dem ersten Anschlag auf das WTC. Aus dem Gedächtnis kann ich noch die Anschläge auf die USS Cole 1998 und die Botschaft in Mombasa bringen; womöglich gab es noch mehr Al-Qaida-Terror.

Und überhaupt: Wieso macht Sie das nicht stutzig, dass der Krieg “um Kuwait” mit einer Lügengeschichte um Brutkästen angezettelt wurde?

Zum anderen ist der IS nicht mit Terror-Organisationen á la Al Quida etc vergleichbar: Eigenes Staatsgebiet

Sehen Sie, das war Nord-Vietnam auch. Man kann auch als staatliche Entität Guerilla-Krieg führen.

Man sieht an Ihrem Kommentar, dass Sie voll auf die Propaganda des “War on Terror” hereingefallen sind. Wie sagte Gerhard Baum kürzlich im Fernsehen über die RAF-Terroristen: “Ihr seid ja nicht bei Trost, ihr seid Kriminelle!”, als die RAF forderte, als “Kriegsgefangene” behandelt zu werden.

Die Verfolgung international gesuchter Schwerverbrecher erfordert ganz andere Methoden und Strategien. Stellen Sie sich mal vor, Helmut Schmidt hätte den “Krieg gegen den Terror” ausgerufen und hätte die Bundeswehr nach Italien, Frankreich und die DDR einmarschieren lassen, da diese Länder ja “Terroristen Unterschlupf gewähren”.

Die ganze Lächerlichkeit dieses Politikansatzes sollte hier klar zutage treten, und es wäre zum Lachen, wenn nicht Millionen unschuldige Opfer aufgrund dieses Wahnsinns zu beklagen wären.

Natürlich muss der IS ausgeschaltet werden, aber eben mit einer Strategie, die erfolgversprechend ist. Das wird man ohne Einbeziehung der Anrainerstaaten wohl kaum hinbekommen.

An Äußerungen wie “mit denen kann man sich nicht an einen Tisch setzen” kommt die ganze Dummbräsigkeit idealistischer Politikansätze zum Vorschein. Das hat mich schon während der Ukraine-Krise mächtig aufgeregt. So, als ob man durch Mobbing und Ausgrenzung ein Land von der Karte verschwinden lassen kann. Was für ein Blödsinn!

Sie sagen es doch selber: Die Entsorgung sunnitischer Baath-Funktionäre hat uns in der Folge den ISIS beschert. Wunderbar! Obwohl in jedem Handbuch über Staatsstreiche und Revolutionen drinsteht, dass man die alten Eliten einbinden muss, selbst wenn sie Dreck am Stecken haben, sonst fällt der Staat in sich zusammen.

Wir haben das in der Weimarer Republik erlebt, und Adenauer sagte, “Man schüttet kein dreckiges Wasser aus, solange man kein sauberes hat!” (Bitte das dicke rheinische Idiom dazudenken.)

Indem man die schlimmsten Verbrecher aburteilte und die “harmloseren” in Ruhe ließ, schaffte Adenauer die Tragfähigkeit unseres Staates.

Ja, mir dreht sich auch der Magen um bei dem Gedanken, dass ein Todesrichter Ministerpräsident in Baden-Württemberg wurde, oder Ärzte, die im KZ menschenverachtende Experimente an Häftlingen gemacht haben, völlig unbehelligt gelassen wurden. Da kann man nur auf eine höhere Gerechtigkeit hoffen, wenn man denn religiös ist.

Indem man aber die vielen Mitläufer der Nazipartei in Ruhe ließ, muss man im Rückblick konstatieren, dass das sehr zum Gelingen der Bundesrepublik beigetragen hat.

Im Irak meinte man, schlauer zu sein als der alte Adenauer, der im KZ gesessen hat, und hat jetzt den ISIS an der Backe. Nun denn, fragt sich, was das kleinere Übel gewesen wäre.

An diesen Beispielen zeigt sich, wie töricht es ist, in der Politik ohne Realismus Moralisieren zu wollen. Helmut Schmidt sagte anlässlich seines Kanzlersturzes am 1. Oktober 1982:

“Ohne Idealismus der Bürger gibt es keinen moralischen Staat; ohne wägende Vernunft kann blinder Idealismus in die politische Romantik und damit in die Gefahr führen.”

Ich hätte es nicht ansatzweise besser und klarer ausdrücken können als dieser große Staatsmann.

Daher bleibt mein Grundtenor in dieser Frage der Antwort auf den ISIS immer noch derselbe: Ich wünsche mir Besonnenheit, und verachte tatsächlich den blinden Idealismus, der nicht durch die wägende Vernunft eingehegt ist, denn er führt uns in die Gefahr.

Und die Nahost-Politik seit 2001 ist durch und durch idealistisch und komplett realitätsverleugnend gewesen.

Für das Vergessen dieser Einsicht aus dem Jahre 1982 durften die Pariser am 13.11.2015 einen hohen Preis zahlen.

76) Michael Schmidt, Dienstag, 24. November 2015, 15:03 Uhr

@73) Politikverdruss

Ihre Empörung über diese billige Polemik ist voll gerechtfertigt.

Dennoch beruht diese Polemik auf einem Körnchen Wahrheit. Wenn es nicht gelingt, größere Gruppen konstruktiv (!) in den Staat und die Gesellschaft mit einzubeziehen, dann wird es massive soziale Konflikte geben.

Das muss nicht allein Terrorismus sein, wie auf ungehörige Weise behauptet wird. Das kann sich, wie in den USA der 1990er, auch durch eine hohe Kriminalitätsrate und No-Go-Areas äußern. Das hat man dort ein wenig eingedämmt, leistet sich aber die größte Gefängnispopulation der Welt, und umsonst arbeiten die privatisierten Knäste wahrscheinlich auch nicht. Soziale Kosten also, so oder so.

Das ist ja auch der Grund, warum ich der völlig unkontrollierten Zuwanderung in unbegrenzter Anzahl so skeptisch gegenüber stehe.

Man mag sich für einen Augenblick fühlen wie der moralische Superman, und sich vorgaukeln, auf diese Weise die industrielle Vernichtung von unschuldigen Menschen mit “falscher” Religionszugehörigkeit ungeschehen zu machen und aus der deutschen Geschichte tilgen zu können.

Aber die Ernüchterung wird kommen, zumindest bei einigen.

77) Rapunzahl, Dienstag, 24. November 2015, 16:15 Uhr

Integration funktioniert dort, wo man sie beidseits will.
Blockiert eine Seite den Prozess, wie in Bayern, Sachsen, Duisburg, Dresden oder auch Berlin bleibt die dortige Gesellschaft dem Zerfall und Niedergang ausgesetzt. Konflikte inklusive.
Da braucht es keine rechten Sprüche und auch kein Bildungsbürgerliches Gelabere.
Für eine MultiKulti Stadt wie Frankfurt ist die derzeitige Situation eine Herausforderung.
Für Städte wie Dresden, München oder Berlin eine Überforderung.
Das liegt am jahrzehntelangen Schlendrian!

78) Rapunzahl, Dienstag, 24. November 2015, 16:16 Uhr

Die Integrationsverweigerer (“MultiKulti ist Tod”) stehen nun faktisch vor dem selbst angerichteten Scherbenhaufen.

79) Erwin Gabriel, Mittwoch, 25. November 2015, 10:56 Uhr

@ Michael Schmidt

Ich vermute, da liegt ein Mißverständnis vor.

>> Der zweite Golfkrieg wurde als Beispiel für das Scheitern der Nahostpolitik
>> gebracht, Sie widersprachen dem und stellten den Krieg um Kuwait als vollen
>> Erfolg auf allen Ebenen dar

Der erste Golfkrieg lief zwischen dem Irak und dem Iran.

Der zweite Golfkrieg diente der Befreiung Kuweits von iraksicher Besetzung und war ein sowohl politisch als auch militärisch erfolgreicher Einsatz. Das wurde, aus meiner Sicht zu Unrecht, bezweifelt. Daran hat sich die Diskussion entzündet.

Der dritte Golfkrieg war der Einmarsch der Amerikaner als Folge von 9/11 – aufgrund gefälschter Beweise, ohne jede völkerrechtliche Legitimation. Dieser Krieg hatte die Gründung des IS zur Folge, und war in jeder Hinsicht ein Unglück für die Welt. Wenn Sie sich auf den beziehen, stimme ich Ihnen gerne zu. Der Rausschmiss aller Baath-Mitglieder aus öffentlichen Ämtern, ohne Versorgungs- und Rentenansprüche, war ausgesprochen rachsüchtig von den Amerikanern. Wie schlimm ein Saddam Hussein auch gewesen sein mag – schlimmer als die Nazis hat er es wohl kaum getrieben.

Dass die Nahost-Politik der USA schizophren ist, wissen wahrscheinlich alle außer den USA. Dass die Saudis immer nach den Amis rufen, wenn es um ihre Sicherheit geht, während sie gleichzeitig den terror gegen die USA anzetteln, weiß inzwischern auch jeder. Und dass die Anschläge der USA spätestens 1993 begannen, also keine direkte Folge der dauerhaften Stationierung von US-Truppen in Saudi Arabien sein können, schreiben Sie selbst. da spielt wohl eher die Unterstützung Israels und die Billigung israelischer Maßnahmen gegen Palästina die grundsätzliche Rolle. Der Rest: ein Vorwand mehr.

Zum Brutkasten: Die Story war schäbig, aber nicht der Auslöser für den Krieg, sondern der Einmarsch selbst. Aber wie es so schön heißt: Das erste Opfer im Krieg ist immer die Wahrheit.

Es gibt hier kein Schwarz und Weiß in dieser Diskussion, also auch keine absolute Wahrheit. Und ich denke, dass wir beide die gleichen Themen (IS / Brutkasten / Terror / US-Nahostpolitik etc.) weitgehend gleich bewerten. Wenn ich den zweiten Golf-Krieg als politischen und militärischen Erfolg bewerte, mag das genauso stimmen wie Ihre Einschätzung, dass die Situation an für sich, also dass überhaupt Krieg geführt werden musste, das Scheitern der US-Nahostpolitik bestätigen. Das schließt sich meiner Einschätzung nach nicht aus, da brauchen wir nicht streiten.

Was das Pingeln angeht: Wenn ich das recht verstanden habe, sprachen Sie von einem Guerilla-Krieg GEGEN Terroristen. Nun, die USA, Frankreich und Russland greifen bislang nur aus der Luft an, keine Stiefel auf dem Boden. Dass man den IS mit Sprengfallen etc bekämpft, habe ich noch nicht mitbekommen. Sehen Sie mir diese kleine Rechthaberei bitte nach, war nicht bös gemeint.

>> Eine militärische Option muss auch durchführbar sein,
>> sonst ist sie nicht zu befürworten.

Das schrieben Sie an anderer Stelle, und dem kann ich mich nur anschließen.

80) Erwin Gabriel, Mittwoch, 25. November 2015, 11:04 Uhr

@ Michael Schmidt

Nachtrag

>> Daher bleibt mein Grundtenor in dieser Frage der Antwort auf den ISIS
>> immer noch derselbe: Ich wünsche mir Besonnenheit, und verachte
>> tatsächlich den blinden Idealismus, der nicht durch die wägende
>> Vernunft eingehegt ist, denn er führt uns in die Gefahr.

Da bin ich 100prozentig bei Ihnen.

Es grüßt

E.G.

81) Erwin Gabriel, Mittwoch, 25. November 2015, 11:08 Uhr

@ 74) Klaus, Dienstag, 24. November 2015, 14:12 Uhr

>> Die führende Lokalzeitung und die Lokalausgabe der BILD
>> trommeln seit Monaten so für die Olympiade, dass es schon
>> fast unheimlich wird… Kritik ist nicht erwünscht!

Das ist kaufmännisch zu sehen – mit Olympiade haben die mehr zu schreiben und mehr Leser als ohne.

82) Politikverdruss, Mittwoch, 25. November 2015, 13:30 Uhr

76) Michael Schmidt, Dienstag, 24. November 2015, 15:03 Uhr,

Ich teile Ihre Skepsis. Es ist unbegreiflich, wie man in Deutschland von „gelungener Integration“ sprechen und glauben kann, dass man die aktuell unkontrolliert hereinströmenden Flüchtlingsmassen wird integrieren können. Mit Zahlen und Fakten ist das nicht zu belegen. Ganz im Gegenteil!

2012 hat sich das BMI noch getraut, eine Studie über die „Lebenswelten junger Muslime in Deutschland“ erarbeiten zu lassen. Dabei kam z.B. heraus, dass sich 25 Prozent der jungen Muslime sich gar nicht integrieren wollen. Die wollen Salafismus und nicht „westliche Werte“!

Wenn man sich in Deutschland, dem „Integrations-Wunderland“, den Salafismus in Zahlen des BfV anschaut, wird einem Angst und Bange. 7300 Islamisten! Davon seien 680 zur Unterstützung des IS nach Syrien oder in den Irak „gereist“, um ihren Glaubensgenossen dabei zu helfen, bestialische Morde zu begehen. 420 „Gefährder“, also Personen, von denen „Straftaten von erheblicher Bedeutung“ ausgehen können, bedrohen unsere Sicherheit.

Wie man angesichts dieser Zahlen überhaupt auf die Idee kommen kann, man könne nun Millionen illegaler Migranten mal so eben „integrieren“ kann, ist überhaupt nicht nachvollziehbar. Ganz abgesehen von den Kosten, die Jährlich zwischen 15 und 30 Milliarden Euro liegen sollen. Viele von denen wollen sich hier auch gar nicht integrieren, sondern, wie der BfV-Präsident Maaßen feststellt, sogar einen „eigenen Staat in Deutschland“ http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/salafisten-wollen-staat-in-deutschland-errichten-13552496.html

Und um die Bevölkerung in Deutschland nicht zu „beunruhigen“, werden die Bürger von der Regierung und den Medien in gigantischem Ausmaß belogen. Flüchtlingsrouten haben nichts mit Terroristen zu tun, Grenzen seien nicht zu sichern und die Aufnahme von Millionen kulturfremder Menschen sei hinzunehmen wie ein Naturereignis.

Aber Lüge und Misstrauen werden eine große Macht entfalten. Sie wird die Grundlagen der Demokratie angreifen und den gesellschaftlichen Frieden im Land zerstören.

83) O.Wenig, Mittwoch, 25. November 2015, 17:59 Uhr

77) Rapunzahl, Dienstag, 24. November 2015, 16:15 Uhr

Zitat:
Integration funktioniert dort, wo man sie beidseits will.

Lesen sie einfach mal im Koran, dann wissen sie welche Seite die Integration nicht will.

Wir pflanzen Feindschaft unter denen, die sich selbst Christen nennen und hassen sie bis zum Tage der Auferstehung (Sure 5, Vers 14)

Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und an den Jüngsten Tag glauben bis sie eigenhändig den Tribut in voller Unterwerfung entrichten. (Sure 9, Vers 29)

Dieses ist nur eine kleine Auswahl der “Integrationshemmnisse”.

84) Erwin Gabriel, Donnerstag, 26. November 2015, 09:56 Uhr

@ 83) O.Wenig, Mittwoch, 25. November 2015, 17:59 Uhr

Dann lesen Sie mal die Bibel.

Der absolute Großteil der hier lebenden Moslems ist säkularisiert.

85) Michael Schmidt, Donnerstag, 26. November 2015, 16:54 Uhr

@ Erwin Gabriel

Ja, ich denke auch, wir haben uns in geringfügigen Punkten gegenseitig missverstanden.

Rein militärisch war der zweite Golfkrieg von 1991 sicher ein Erfolg. Da bin ich bei Ihnen. Politisch: Naja. Überlegen Sie, er hat nicht einmal die Wiederwahl George H.W. Bushs gesichert!

Sogar sein intellektuell teilweise stark herausgeforderter Sohn hat eine zweite Amtszeit gewinnen können. Und dabei halte ich seinen Vater für sehr viel fähiger als den Junior, der sich offenbar durch den Alkoholismus den einen oder anderen mentalen Defekt zugezogen hat. Sei’s drum.

Ich bewerte den zweiten Golfkrieg so: Seit dem Verlust Irans 1979 als US-Truppenbasis war es das strategische Ziel der Amerikaner, wieder eine Truppenpräsenz im Golf aufzubauen. Dazu brauchte es einen legitimen Vorwand, wie z.B. die vorgebliche Drohung der Besetzung Saudi-Arabiens durch Saddam Hussein. Ich kann mich noch sehr gut an die entsprechenden Nachrichtensendungen erinnern.

Also wurde “Desert Shield” ins Leben gerufen, eine “rein defensive” Mission zum Schutze Saudi-Arabiens. Der Rest ist Geschichte.

Das strategische Ziel der Truppenpräsenz wurde jedenfalls erreicht, und 2002 las ich einen recht kleinlauten Bericht auf SPON, demzufolge das US-Regionalkommando von Saudi-Arabien nach Katar umzieht.

Die Amerikaner haben also sehr wohl auf den Terror durch Al-Qaida reagiert, und deren Operation war demgemäß als voller Erfolg zu werten: Entfernung der “Ungläubigen” aus dem “Heiligen Land”.

Was den Guerilla-Krieg angeht: Ja, da habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Ich hatte nicht im Sinn, dass der Westen gegen die Terroristen einen Guerilla-Krieg führt, auch wenn es sich so liest. Mein Fehler, das nicht genauer zu formulieren.

Dass meine Befürchtungen in puncto mangelnder Besonnenheit leider nicht völlig unberechtigt zu sein scheinen, zeigen die Vorfälle an der Türkisch-Syrischen Grenze. Recht schnell entpuppten sich die Medienberichte, denenzufolge das russische Flugzeug 5 Minuten lang den türkischen Luftraum verletzt haben soll, während derer es 10 Mal zum Abdrehen aufgefordert worden sei, als pure Fiktion. Ich habe mich selbst auf Google Maps davon überzeugt, dass der überflogene Streifen 2km, maximal 3 km breit ist. Ein Kampfjet braucht keine 5 Minuten, diese zu durchqueren, sondern eher 20 Sekunden. Herrgott, als Schüler bin ich 2km in 7 Minuten gelaufen, wäre zu Fuß nur unwesentlich langsamer als ein Kampfjet gewesen!

Es ist schon unfassbar, was von türkischer, russischer und medialer Seite alles zusammenfabuliert wird. Ich glaube bis jetzt nur, dass ein russischer Jet über syrischem Gebiet abgeschossen wurde.

Aber eigentlich ist mir das egal, was da genau passiert ist, solange sich die Medienschaffenden sich nicht dazu prostituieren, die Massen zum Krieg einzupeitschen.

Ein neuer Krieg wäre der endgültige Abschied Europas aus der Weltgeschichte.

86) O.Wenig, Donnerstag, 26. November 2015, 22:37 Uhr

@ 84) Erwin Gabriel, Donnerstag, 26. November 2015, 09:56 Uhr

Zitat: Dann lesen Sie mal die Bibel.

Der Unterschied ist nur, dass in über 50 islamischen Ländern diese menschenverachtenden Suren so gelebt werden.
Zu glauben, dass mit der Grenzüberschreitung dieses sich aus den Köpfen löscht,
ist wohl reichlich naiv.
Siehe auch:
Ex-Muslime gegen die Islamisierung des Abendlandes
http://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/der-rat-der-unglaeubigen-ex-muslime-gegen-die-islamisierung-des-abendlandes/11925986.html

Zitat: Der absolute Großteil der hier lebenden Moslems ist säkularisiert.

Terror geht in der Regel immer von einigen Wenigen aus.
Wenn die alle so lieb wären, gäbe es dieses Thema gar nicht.

87) Erwin Gabriel, Freitag, 27. November 2015, 12:22 Uhr

@ 85) Michael Schmidt, Donnerstag, 26. November 2015, 16:54 Uhr

>> Ja, ich denke auch, wir haben uns in geringfügigen
>> Punkten gegenseitig missverstanden.

Haben wir wohl – nix für ungut

>> Rein militärisch war der zweite Golfkrieg von 1991 sicher ein Erfolg.
>> Da bin ich bei Ihnen. Politisch: Naja. Überlegen Sie, er hat nicht einmal
>> die Wiederwahl George H.W. Bushs gesichert!

Wenn ich mich recht erinnere, ist bei der Runde Bush sen. vs Billy the Kid mit dem Unternehmer Ross Perot ein dritter Kandidat dabei gewesen, der Bush wohl schon einige Stimmen gekostet hat. Sonst hätte Bush vermutlich seine zweite Amtszeit gehabt.

88) Erwin Gabriel, Freitag, 27. November 2015, 12:25 Uhr

@ 86) O.Wenig, Donnerstag, 26. November 2015, 22:37 Uhr

>> Terror geht in der Regel immer von einigen Wenigen aus.

Zutreffend. Und deshalb sollten dies einigen Wenigen auch hart verfolgt und betraft werden – der Rest aber nicht. Sonst könnten Sie mit der gleichen Argumentation alle Deutschen als Volk verurteilen, weil es die NSU gab.

89) O.Wenig, Samstag, 28. November 2015, 22:54 Uhr

@88) Erwin Gabriel, Freitag, 27. November 2015, 12:25 Uhr

Ich weiß ja nicht wie nah sie dran sind .
Nicht nur, dass ich Anfang der 70er Jahre “unsere” türkischen Gastarbeiter vom Bahnhof abgeholt habe,
haben wir inzwischen auch eine deutsch/moslemische Ehe in der Familie.
Es handelt sich um einen sehr höflichen und zuvorkommenden “jungen” Mann.

Nur wie sieht die Wirklichkeit aus ?
Die Frau sitzt immer alleine zu Hause.
Wo ihr Mann ist, das weiß sie nicht.
Der kleine Sohn hat ein Schwert geschenkt bekommen und ist jetzt ein Kämpfer.
Hand abhaken bei Diebstahl wäre als Abschreckung schon richtig
und ein islamischer Staat wäre das Optimale.

Wahrscheinlich einer dieser vielen Einzelfälle werden sie jetzt sagen
und mit dem Islam hat das natürlich auch nichts zu tun.

90) Michael Schmidt, Sonntag, 29. November 2015, 18:10 Uhr

@87) Erwin Gabriel

Stimmt, Ross Perot machte damals ziemliche Furore.

Mir graut vor dem nächsten Wahlkampf, der vermutlich diese offenbar unerträgliche Xanthippe in das Zentrum der Macht spülen wird.

Mir ist das ohnehin langsam sehr suspekt, dass die da drüben ständig Verwandte und Angehörige früherer Präsidenten ins Amt wählen.

91) Erwin Gabriel, Montag, 30. November 2015, 10:40 Uhr

@ 89) O.Wenig, Samstag, 28. November 2015, 22:54 Uhr

Ich bin ja schon bei Ihnen, dass der Islam grundsätzlich eine Religion ist, die zu Gewalt und Unterdrückung neigt, und die den Angehörigen dieser Religion gute Argumente liefert, sich gewaltttätig im Sinne der Religion zu verhalten (das ist vielleicht etwas ungeschickt formuliert, aber ich hoffe, Sie verstehen, was ich meine). Ich denke aber, dass das für das Judentum und das Christentum genauso gilt. Mir widerstrebt einfach, so vielen Menschen ein Etikett aufzukleben, dass nicht für alle zutrifft.

Wo liegen dann die Unterschiede zwischen “uns” und “denen”?

Meine ganz persönliche Meinung dazu ist, dass die Wurzeln für diese Unterschiede in Bildung und Wohlstand liegen. Eine meiner Nichten ist mit einem Perser verheiratet, die Familie floh vor Khomeni nach Europa. Kein Schweinefleisch, kein Alkohol auf dem Tisch, ansonsten aufgeklärt und in jeder Hinsicht hoch gebildet. Der Koran ist dort, wie bei den meisten von uns die Bibel, nur ein entfernter Verwandter, den man gelegentlich auf Familienfesten, bei Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen antrifft, aber nicht das Familienoberhaupt.

Wie ist Ihre Meinung?

Kommentar schreiben


Ihr Kommentar *


* Pflichtfelder


apparent media - iPhone Apps aus Berlin