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Die einzige Antwort: Weiter leben wie bisher

Schmerz, Erschütterung, Mitleid, ohnmächtige Wut. Jeder fühlende Mensch ist heute aufgewühlt. Jeder fühlende Mensch weint mit den Franzosen. Nous sommes unis – wir sind eins.

Die Terroranschläge von Paris senden eine neue, grausame Botschaft: Jeder Mensch, der in einer freien Gesellschaft lebt, ist das Ziel des „Islamischen Staates“(IS) und es kann jeden jederzeit treffen.

Den Tätern geht es nicht mehr um konkrete Ziele ihrer Verbrechen wie die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ oder einen jüdischen Supermarkt. Es geht um die totale Verunsicherung der freien Gesellschaften.

Jeder einzelne, gleichgültig, wie und wo er lebt und wer er ist, soll in lähmende Angst versetzt werden. Die IS-Mörder hatten nur ein Ziel: wahllos möglichst viele Menschen zu töten – in der Konzerthalle, in Cafés und Restaurants, am Eingang des Fußballstadions.

Die Politiker, wie die Bundeskanzlerin, antworten mit einem Satz, der universelle Gültigkeit hat: „Jedes freie Leben ist stärker als der Terror“. Das stimmt. Das heißt aber auch: Wenn die Demokratien ihre Freiheit bewahren wollen, dann müssen sie damit rechnen, dass es noch mehr Opfer geben wird. Auch wir Deutsche, die kurdische Kämpfer gegen den IS ausbilden, sind in Gefahr.

Und der Satz bedeutet auch, dass wir unser freies Leben nicht durch immer neue Gesetze einschränken dürfen. Gegen Selbstmordattentäter gibt es keinen Schutz. Da können wir Geheimdienste und Polizei noch so sehr aufrüsten.

Freies Leben heißt, die Gefahr zu kennen, aber weiter so zu leben wie bisher. Demokratisch, liberal, menschenfreundlich.