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Gefährliche Reise ins Ungewisse

Auslandseinsätze der Bundeswehr sind immer eine gefährliche Reise ins Ungewisse. Keiner kann die Reaktion der Gegner und die Entwicklung eines solchen Einsatzes vorausberechnen. So war es in Afghanistan, so wird es auch beim Anti-IS-Einsatz der Bundeswehr sein.

Afghanistan war und Syrien ist ein Kriegseinsatz. Auch wenn es die Politik im Fall Afghanistan lange leugnete und jetzt wieder leugnet. Solche Einsätze sind leider immer begleitet von politischer Vernebelung.

Im Fall IS gilt das besonders. Noch nie ging es so sehr ins Ungewisse. Bisher gibt es weder eine gemeinsame politische noch eine gemeinsame militärische Strategie der Staaten, die gegen den IS kämpfen. Erst die Strategie, dann der Kampf – so müsste eigentlich die Reihenfolge sein.

Und wenn es stimmt, dass der IS aus der Luft nicht zu besiegen ist, dann sind die Aufklärungsflüge der deutschen Tornados nur Teil eines aussichtslosen Kampfes. Am Ende wird man sich mit den Truppen des syrischen Massenmörders Assad verbünden müssen, um den IS zu vernichten.

Und bei den Bomben gegen die Ziele, die deutsche Tornados markieren werden, besteht die Gefahr, unbeteiligte Zivilisten zu töten.

Es spricht eigentlich alles gegen den neuen Auslandseinsatz der Bundeswehr. Und dennoch war er nach den IS-Anschlägen von Paris unausweichlich. Denn die Bundeskanzlerin hatte „jedwede Unterstützung“ versprochen und muss das Versprechen einlösen, wenn es nicht zu einem tiefen Riss zwischen Deutschland und Franbkreich kommen soll.

Die Bundesregierung sollte aber ehrlich sagen, dass es sich nicht um einen überlegten militärischen Einsatz, sondern um einen Akt politischer Solidarität mit militärischen Mitteln handelt. Und die Risiken ungeschminkt nennen.

Dieser Text erschien heute im Rahmen meiner Kolumne im „Berliner Kurier“.