Dienstag, 23. Februar 2016, 13:24 Uhr

Karriere einer Idee

Im Herbst saß ich mit dem Arzt meines Vertrauens zusammen und – wie immer – diskutierten wir auch über die aktuelle Politik, natürlich über die Flüchtlingskrise. Er sagte, man müsse den Menschen in Deutschland die größte Angst nehmen, die Angst vor dem sozialen Abstieg. Der Staat müsse eine Art Besitzstandsgarantie abgeben.

Mir leuchtete das ein und im Dezember bei Günther Jauch testete ich die Idee. Ich forderte eine „Sozialgarantie“, die Angela Merkel und Sigmar Gabriel – so wie Merkel und Steinbrück in der Finanzkrise für die Spareinlagen – öffentlich abgeben sollten. Dass Renten, Hartz IV, Wohngeld, Kindergeld usw. trotz der Kosten für die Flüchtlinge nicht angetastet würden.

Es gab Beifall, so richtig aber zündete die Idee nicht.

Im Januar saß ich bei Maybrit Illner neben der Vorsitzenden der „Linken“, Katja Kipping, und forderte noch einmal eine Sozialgarantie – allerdings ohne Details.

Nach der Sendung sprach ich mit ihr und sagte, vieles von dem, was sie fordere, sei gar nicht so unvernünftig. Was mich aber wirklich störe, sei, dass bei ihr in jeder Diskussion die Nadel immer wieder in dieselbe Rille der Schallplatte falle – Millionärssteuer, Waffenexporte. Sie antwortete sinngemäß, das müsse sie für ihre Leute tun.

Sie solle doch besser einmal die Idee mit der Sozialgarantie aufgreifen. Katja Kipping fand sie gut. Wie gut, erlebte ich bei der jüngsten Sendung von „hart aber fair“. Katja Kipping verlangte eine Sozialgarantie, öffentlich versprochen von Merkel und Gabriel.

So bin ich 14 Jahre nach Stoiber auch noch zum Berater der Linkspartei geworden.

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9 Kommentare

1) Jürgen, Dienstag, 23. Februar 2016, 13:43 Uhr

Mann oh Mann, das ich das noch erlebe!

Im Ernst, ohne solche emotionale Beruhigungspille wird kein noch so gut öffentlich-rechtlich inzinierter Moralappell die Demokratiezerfransung aufhalten, koste es neue Staatsverschuldung, was es will. Bis dahin nimmt die Entsozialisierung in der EU weiter zu, kommt die Zeit des Ehrlichmachens, wird der uralte Kern-EU-Vorschlag zur Überlebensstrategie

2) olaf, Dienstag, 23. Februar 2016, 15:33 Uhr

Hallo Herr Spreng, ich gratuliere mal nicht zum Karrieresprung. Eine aehnliche Geschichte habe ich auch schon im Fix&Foxi vor ca 40 Jahren gelesen. Sie endete dort in Haft. Mich stoert hier, dass Politik mit Politiktheater vermischt wird.

3) mac4ever, Freitag, 26. Februar 2016, 22:23 Uhr

Der Vorschlag klingt gut. Allerdings glaube ich nicht, dass er sehr viel Überzeugungskraft hätte. Die Renten galten auch mal als sicher und auch im Fall der Flüchtlingskrise wird es wohl auch wieder die allseits bekannten und berüchtigten alternativlosen Sachzwänge geben.

4) Anti-Berlin, Sonntag, 06. März 2016, 11:26 Uhr

Der Gesellschaftsvertrag isteinseitig von den Habenden gekündigt worden. Nun sollen Sie sehen wie sie im selbst angerichteten Chaos zurecht kommen. Uns Normalsterblichen geht es so wie immer, während den asozial privat Krankenversicherten und ihresgleichen nun ebenfalls -Schritt für Schritt- der Boden unter den Füßen wegbringt. Daher auch solche späten Selbsterkenntnisse, wie jenes des Herrn Spreng.

5) Rapunzel, Samstag, 12. März 2016, 12:11 Uhr

Jetzt werden die privat Krankenversicherten Schmarotzer u d Sozialbetrüger schon dahingehend beraten, wie sie aus dem selbst angerichteten Übel wieder aussteigen können:
http://m.spiegel.de/wirtschaft/service/a-1081878.html
Dabei sollte es privat Krankenversicherten verboten werden zu wählen oder politische Ämter auszuführen. Schließlich haben diese 10% asozialer Besserverdiener sich von dieser Gesellschaft bereits vor langer Zeit verabschiedet.
Wahlweise können diese Parasiten ja nach Sachsen in die „national befreite Zone“ ziehen.
Alle hätten was davon, wenn wir beide Gruppen (Assi-Bonzen und Naziterroristen) los wären.
Die wortbrüchige, privat versicherte Doppelmoralqueen Merkel könnte dort so lange mit ihrem Freund dem Kriegstreiber Gauck regieren, bis ihr selbst herangezüchteter und tabuisierter Mob dann zuschlägt.

6) Rapunzel, Samstag, 12. März 2016, 12:14 Uhr

@Herr Spreng
Ihre Überlegungen sind nachvollziehbar. Jedoch kommen diese viel zu (ca. 20 Jahre) spät und sind bei näherer Betrachtung ihrer Vita schlicht unglaubwürdig, wie so vieles aus ihrer Feder.

7) Rapunzel, Sonntag, 13. März 2016, 11:58 Uhr

Ihre Idee ist alt, die Einsicht zu spät und hat hierzulande keine Perspektive.
Die neue Idee lautet: Meidet den Osten. Trennt Euch vom Osten Deutschlands und seiner Nazibewoher. Beendet die Steuergeldverschwendung und Zwangssubventionierung Ostdeutschlands. Der Dank dafür, kostet uns jedes Jahr Milliarden. Baut die Maier endlich wieder auf, bevor es zu spät ist!
Lasst die Nazis in ihrem
Eigenen Sumpf verrotten. Schützt unsere Kinder, Frauen und Gäste vor den Ostdeutschen.
Es gibt mittlerweile viele Politiker die so denken, es sich aber nicht trauen öffentlich zu äußern.
Der Osten. Deutschlands ist inklusive Polizei, Politik und Justiz nicht mehr zu resozialisieren. Unsere ostdeutsche Führung tabuisiert und leugnet diese Fakten. Merkel und Gauck riskieren lieber alles und ziehen uns in ihren Untergang mit rein.
Freiheit statt Merkel, Frueden statt Gauck!
Meidet Ostdeutschland!

8) Udo Pist, Donnerstag, 17. März 2016, 01:06 Uhr

Warum dann nicht gleich Bedingungsloses Grundeinkommen?

9) Rapunzel, Freitag, 25. März 2016, 10:39 Uhr

Inklusion, Familienfreundlichkeit, Compliance, etc.
Das sind die Schlagworte/Werte die konservative Gutmenschen (in Wirtschaft und Politik) nur zum Schein verfolgen. In Wirklichkeit machen sie das Leben von Familien und Behinderten zur Hölle und Hinterziehen Steuern wir Uli Hoeneß.
Die Entzäuschung über die konservative Wertelüge ist überbordend und führt zu Terror, AFD und Co.
Doch hören, mag das keiner.
Alle hoffen mit ihre miesen Tour irgendwie durchzukommen.
Leider lassen sich die von den rechten Ideologen angerichteten Schäden nur sehr schwer, wenn überhaupt, beheben.
Rechte Politik ist die Hypothek für unsere Kinder.

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