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Montag, 28. März 2016, 11:50 Uhr

“Der Spiegel” und seine Haltung

Es gibt schlechte Interviews und sehr schlechte. Eines davon ist im neuen “Spiegel” erschienen. Ein Interview mit Frauke Petry, der Vorsitzenden der AfD – geführt von Susanne Beyer und Jan Fleischhauer.

Es fand in sehr freundlicher Atmosphäre statt, wie das dazu veröffentlichte Foto zeigt. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn nicht auch das Interview besonders freundlich und schlecht vorbereitet geführt worden wäre. Freundlicher auf jeden Fall als Gespräche mit Politikern der Großen Koalition.

Frauke Petry kann unwidersprochen die geschönte Version ihrer menschenverachtenden Äußerungen  über Schusswaffengebrauch an der Grenze vortragen. Sie verweist mehrfach auf ihr Originalinterview, das den “Spiegel”-Redakteuren offenbar nicht vorliegt, um ihr mit Substanz widersprechen zu können. So erscheint Petry am Ende dieser Gesprächspassage im “Spiegel” als ein Opfer der Medien.

Deshalb an dieser Stelle das Original. Petry sagte im “Mannheimer Morgen”, ein Grenzpolizist “muss den illegalen Grenzübertritt verhindern, notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen. So steht es im Gesetz”. Anschließend sagte sie: “Kein Polizist will auf Flüchtlinge schießen. Ich will das auch nicht. Aber zur Ultima Ratio gehört der Einsatz von Waffengewalt”.

Die “Spiegel”-Interviewer erwähnen auch die AfD-Europaabgeordnete Beatrix von Storch mit dem geradezu niedlichen Einschub, diese habe Petrys Aussage noch “verstärkt”.

So weit Fleischhhauer und Beyer. In Wirklichkeit hat Frau von Storch auf ihrer Facebook-Seite auf die Frage “Wollt ihr etwa Frauen und Kinder an der grünen Wiese den Zutritt mit Waffengewalt verhindern?” mit einem brutal schlichten “Ja” geantwortet.

Die Interviewer sind auch schlecht vorbereitet, als Frau Petry SPD-Chef Gabriel vorwirft, “Menschen in Bürger erster und zweiter Klasse zu unterteilen, in Anständige und Unanständige, wie es Sigmar Gabriel getan hat, als er vom “Pack” sprach”.

Die “Spiegel”-Redakteure kennen offenbar den Kontext nicht, in dem Gabriel sich so äußerte, denn sie werfen nur allgemein ein: “Manchmal braucht es klare Worte. Man kann durch Beschwichtigungen und zu viel Verständnis ein Klima begünstigen, in dem Leute denken, es wäre okay, Brandsätze zu werfen”.

Tatsächlich hat Gabriel in Heidenau von “Pack” gesprochen, nachdem dort mehrere hundert Menschen die Straße zu einem Flüchtlingsheim blockiert, Flaschen und Böller geworfen und mehrere Polizisten verletzt hatten. Der teilweise alkoholisierte Mob schrie immer wieder “Ausländer raus”.

Aber das muss man beim “Spiegel” offenbar nicht wissen. Es hätte auch die schöne Atmosphäre des Interviews mit Frau Petry gestört, in dem es ansonsten von reinen Stichwortfragen wimmelt.

Zwei Seiten zuvor steht im “Spiegel” eine Geschichte über Sigmar Gabriel und die SPD. Sie steht unter der Überschrift “Eine Frage der Haltung”. Die scheint der “Spiegel” verloren zu haben.

P.S. Dazu passt auch der vorletzte “Spiegel”-Titel: Ein Merkel-Foto und die Zeile “Ihr da oben belügt uns doch alle”. Und der Satz in einem “Spiegel”-Kommentar: “Die AfD ist auch eine Partei der Mitte”. Wenn überhaupt, dann hat sie auch Wähler aus der Mitte.

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69 Kommentare

1) Jakobiner, Montag, 28. März 2016, 14:09 Uhr

Jan Fleischhauer ist ja bekannt für seine rechten, political inkorrekten Artikel. Wer einmal das Buch “Der Schwarze Kanal”von Fleischhauer gelesen hat, weiß, dass dieser Mensch einem Karl Eduard von Schnitzler ebenbürtig ist.Jacob Augstein hatte zudem auch noch den Blome in den SPIEGEL geholt, wohl um seinen defizitären Freitag als neues Fklakschiff der Linken zu pushen, indem man den SPIEGEL weiter rechts ansiedelt. Kein Wunder, dass Augstein auch auf ntv zusammen mit Blome eine Show hat.Umgekehrt auch kein Wunder, dass Aust zu Springer gewechselt ist. Die ehemaligen Frontenn werden immer weiter nach rechts aufgelöst, so eben auch der SPIEGEL. Dirk Ippen, Verleger des Münchner Merkur und der tz bezeichnete in seiner Kanzelrede vor der Evangelischen Akademie in Tutzing auch als “konservatives Blatt”. Da hat er inzwischen recht.

2) Hafez Fichte, Montag, 28. März 2016, 14:23 Uhr

Die Publikative kommt im allgemeinen ihrer großen Verantwortung innerhalb einer Gesellschaft als vierte Gewalt nicht nach.

Einen Politiker auch einmal hartnäckig, und durchaus aggressiv entgegentreten ( rhetorisch ) ist ein Kulturgut, dass wohl der Vergangenheit angehört.

Paradox bei der Geschichte ist, dass durch dieses erratische verhalten der Journalisten, beruhend auf die politische Bequemlichkeit (die sich darauf verlassen konnte), dazu geführt hat das eine Petry es überhaupt in den Spiegel schafft.

Menschen die sich im Gedanken schon damit beschäftigt haben, sich über die Würde eines anderen hinwegzusetzen, tun dies auch wenn die Geschichte ihnen dieses Instrument der einfachen Gedanken zur Entscheidung zuspricht./-( Klartext: Die Afd ist nicht abgeneigt….. )

Eben diese Faschistische Afd, ist der Grund weshalb sich meine Heimat schon spürbar verändert hat. Es spricht nicht für unsere intellektuelle Kultur, wenn 72 Jahre später, getarnte Faschisten dabei sind (wieder), einzug in unser Hohes Haus zu nehmen.

Nicht nur die Demokratie (Legislative) muss den Kampf endlich annehmen, sondern auch die Publikative sollte sich wieder dazu entschliessen ihre Angesprochene Verantwortung wahrzunehmen.

Journalisten hatten im letzten Jahrhundert die Aufgabe die Menschen aufzuklären. Hätte sie sich entwickelt, müsste sie in diesem Jahrhundert die Aufgabe haben, aufzurütteln.

Es fehlt, und der Politik kam es immer entgegen, dass sie fehlte.

-Mainz-

3) Jakobiner, Montag, 28. März 2016, 17:23 Uhr

Letztens war auch SPIEGEL-TV, das ähnlich verfuhr, wie Jan Fleischhauer im Spiegelinterview mit Petry. Der AfD-Kandidat führte die SPIEGEL-Reporter unkommentiert herum, traf ganz zufälligerweise immer Deutschem die seine Meinung bestätigten. Eigentlich die beste AfD-Werbesendung. Ganz zu Ende traf der AfD-Kandidat dann noch auf ein paar Arabturk-Rapper, die für die AFD rappen, um zu zeigen, dass man nix gegen Ausländer habe.Da kam dann nur noch ein SPIEGEL-Kommentar, dass die Rapper auch von Gaskammern singen un d das den AfD-Kandidaten nicht stören würde. Aber insgesamt: Besser hätte keine Werbe- oder PR-Agentur den Auftritt des AfDlers inszenieren können und SPIEGEL-TV liess dies willig geschehen. Danch folgte dann freilich noch ein Beitrag über Ausländerkriminalität. Man gewinnt den Eindruck, dass den Medien seit den Kölner Vorfällen die Lügenpressevorwürfe so zugesetzt haben, dass sie jetzt auf Anbiederungskurs fahren.

4) Jakobiner, Montag, 28. März 2016, 17:38 Uhr

Frauke Petry wird jetzt slaonfähig.Frauke Petry hat jetzt der BUNTEn ein Interview gegeben, das innerhalb der AfD für Unwohlsein sorgt. Von Fremdschämen ist die Rede. Auch greift sie Storch und Gauland an:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kritik-aus-afd-frauke-petry-droht-an-sich-selbst-zu-scheitern-14145262.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Schon eher zeigt Tim Serbastian, wie man AfDler interveiwen sollte–hier das Petryinterveiw von Danger Zone auf der Deutschen Welle, wobei schon interessant, wie eloquent Petry ist und Englsich kann:

http://www.dw.com/en/conflict-zone-with-frauke-petry-2016-03-23/e-19123093-9798

5) riskro, Dienstag, 29. März 2016, 08:22 Uhr

Jakobiner hat sein Thema gefunden!

6) theo, Dienstag, 29. März 2016, 08:33 Uhr

Ich habe das Interview mit Petry gelesen und war entsetzt. Einen solchen Weichspüler-Journalismus kann man aber nicht damit erklären, dass die beiden Redakteure es nicht besser gewusst haben. Der Spiegel möchte offenbar im Trüben (Leser) fischen und manövriert sich selbst auf die AfD zu.

7) StefanP, Dienstag, 29. März 2016, 09:48 Uhr

@1) Jakobiner

Sie haben also etwas dagegen, dass Journalisten konträr diskutieren? Sie haben etwas dagegen, dass Meinungsvielfalt in den Medien abgebildet wird? Doch war es nicht das Stromlinienförmige, wessen die Leser überdrüssig geworden sind? Darf ich in einem Wochenblatt nicht auf der einen Seite ein Pro auf Merkels Flüchtlingspolitik lesen und auf der anderen Seite Gründe finden, was die AfD für Millionen Wähler plötzlich attraktiv macht?

Jan Fleischhauer ist kein Ideologe. Er zeigt gerne Absurditäten auf, die vielen nicht mehr bewusst sind. Das ist eine journalistische Leistung.

Jan Fleischhauer und Michael Spreng schätzen sich nicht sehr. Das sollte man bei diesem Beitrag wissen.

8) Politikverdruss, Dienstag, 29. März 2016, 09:49 Uhr

Die Deutsche Welle (DW) hat Frau Petry in einem Interview, im Gegensatz zum SPIEGEL, ordentlich „rangenommen“. An einer Stelle sagte der Journalist Tim Sebastian, als ihm Petry sagte, dass sie lieber über andere Themen reden würde: „Ich möchte die Fragen stellen, die ich stellen will. Das ist es, was eine freie Presse tut.“

Nun schauen wir doch einmal nach, wie denn die „freie Presse“ in diesem Fall finanziert wird:
Die Finanzierung der DW wird maßgeblich mit einem Zuschuss aus Steuergeldern aus dem Bundeshaushalt sichergestellt. Die Deutsche Welle erhält ihren Zuschuss über den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der seinerseits im Bundeshaushalt dem Einzelplan der Bundeskanzlerin und des Bundeskanzleramts zugeordnet ist.

Das ist ja hochinteressant! „Maßgeblich“ mit unserem Steuergeld finanzieren wir also der Bundeskanzlerin ihren persönlichen Regierungsrundfunk, der die außerparlamentarische Opposition einer scharfen Befragung unterzieht und dann auch noch darüber schwadroniert, sie täten damit schließlich das, „was eine freie Presse tut“. Das ist wirklich dreist!

Was hielte die „freie Presse“ denn davon, die Kanzlerin mal so richtig ins mediale „Gebet“ zu nehmen? Da aber hält sich die „beste Truppe“ der Kanzlerin zurück. Dabei ist es doch geradezu die „Königsdisziplin“ der „freien Presse“, die Regierenden schonungslos zu befragen.

Hier aber im Merkelland ist das genau andersherum. Da wird die Opposition hart befragt! Besonders dann, wenn die Opposition die Chupze besitzt, die „alternativlose“ Regierungspolitik anzugreifen.
Nun beklagt Michael Spreng die schlechte Vorbereitung der SPIEGEL-Interviewer. Die Interviewer hätten den „Kontext“ der „Pack“-Aussage von Gabriel nicht gekannt und es wird unterstellt, die SPIEGEL-Journalisten hätten die „schöne Atmosphäre beim Interview mit Petry nicht stören“ wollen.

Na super! Jetzt endlich dringt man zu den wirklichen Problemen mit unseren Medien vor. Der SPIEGEL kennt nicht den Kontext der „Pack“-Aussagen des mit 76 Prozent gewählten Vorsitzenden der einstigen Volkspartei. Gut, dass das jetzt mal zur Sprache kam.

9) Erwin Gabriel, Dienstag, 29. März 2016, 10:22 Uhr

@ 2) Hafez Fichte, Montag, 28. März 2016, 14:23 Uhr

Ihrem Kommentar muss ich widersprechen. Mir ist diese Art, jemandem ein Etikett aufzukleben und den/die Betreffende dann aufgrund des Etiketts zu verurteilen, äußerst zuwider.

Die AfD ist sicherlich inzwischen eine Partei mit rechtsextremen Elementen, aber keine faschistische Partei. Dann kam Frau Petry auch nicht in den SPIEGEL, weil der sie tatkräftig unterstützen wollte, sondern weil die AfD einen gewaltigen Wahlsieg eingefahren hat. Das wiederum lag an der Unfähigkeit der großen Parteien, ihre Politik genügend Bürgern so zu erklären, dass diese zustimmen.

Dazu ist diese Art von Rechts-/Links-Schema, die Sie da bemühen, hinfällig. “Rechts”, “Mitte” oder “Links”, wenn man sich denn so definieren möchte, sind legitime politische Ausrichtungen (die man gut oder schlecht betreiben kann). Politischer Extremismus – ob “Rechts” oder “Links” – nicht.

Und wenn Sie so großspurig Ihr “faschistisch” herausklopfen”: In den Zeiten, in denen in Deutschland der Faschismus und in der Sowjetunion der Kommunismus herrschte, unterschieden sich die Systeme kaum voneinander. Die herrschenden Parteien dominierten den Staat, politischer Abweichler wurden verfolgt, eingesperrt, gefoltert und ermordet. Die Gestapo war in weiten Teilen vom NKWD abgekupfert, man lieferte sich gegenseitig die jeweiligen Feinde aus, und bis zum Einmarsch der Deutschen war man ein Herz und eine Seele. Wo also ist Ihr Punkt?

Und solange die Bundesregierung ihre Politik nicht vernünftig erklärt, solange sie Probleme wie mangelnde Sprachkenntnisse oder die sehr fremden Kulturen nicht durch Sprach- und Integrationskurse angeht, solange die Regierung nach außen die Illusion von offenen Grenzen und damit auch den Flüchtlingsdruck (zum Schaden der Transitländer) aufrecht erhält, während sie gleichzeitig versucht, die Flüchtlingsprobleme in die Türkei zu verlagern und so erpressbar wird, so lange sollte man sich als Bürger sorgen dürfen, ohne als Faschist oder Nazi beleidigt zu werden. Das ist entweder eine dumme oder eine böswillige Unterstellung.

Ein kleines Gedankenspiel: Die Türkei nimmt alle Flüchtlinge zurück, die über die Türkei nach Europa eingereist sind. Dafür erhält sie nicht nur drei Milliarden Euro (wie wir uns alle denken können, ist dieser Betrag wie bei der Griechenland-“Rettung” nur ein Einstieg, deren Hauptlast Deutschland als Auslöser der Situation zu tragen hat), sondern auch die Visa-freie Einreise aller türkischer Bürger in die EU, vielleicht sogar die Mitgliedschaft. Nun muss die Türkei nur noch alle Flüchtlinge eingemeinden, und schon hat Präsident Erdogan nicht nur sehr viel mehr Leute als nur die Flüchtlinge in die EU gelotst, sondern hat dafür außerdem sehr viel Geld kassiert.

Ist ein derartiges Vorgehen – bei diesem Präsidenten – wirklich auszuschließen? Fast keiner kann diese Frage eindeutig beantworten, da die Regierung – wie bei TTIP – alles hinter verschlossenen Türen ausfeilscht. Wen soll, wenn kann jemand Ihrer Meinung nach mit gutem Gewissen wählen, wenn er sich hier sorgt?

Und auch hier fehlt eine Presse, die “Haltung” zeigt, die vor Vorverurteilungen schützt, die denen da oben drängende Fragen stellt, die die Bundesregierung “aufrüttelt”. Das wiederum scheint Leute wie Sie nun überhaupt nicht zu stören, was mich sehr verwundert.

10) Erwin Gabriel, Dienstag, 29. März 2016, 10:22 Uhr

Sorry an alle – zu lang geworden.

11) Tropos Jungbluth, Dienstag, 29. März 2016, 11:34 Uhr

So ist das nicht, liebe Leute. Dem Spiegel dürfte mittlerweile dämmern, dass seine Rolle als aktives politisches Kampfblatt (“Stoppt Putin jetzt!”) die Leser weiter verscheucht. Bisher hat der Spiegel missioniert, nicht aber informiert.

Als rettenden Strohhalm im Abwärts-Paternoster besinnt sich die Spiegelredaktion auf ausgestorbene Rudimente des ernstzunehmenden Journalismus: Tatsachenberichte und Interviews nicht mit der eigenen Message zu übersteuern und zu verfälschen. Ob’s hilft?

12) Sven Schöling, Dienstag, 29. März 2016, 11:45 Uhr

Ich habe das Interview eher amüsiert gelesen. Es war für mich unvorstellbar, dass sich die Interviewer (im Gespräch zwei gegen einen) so an die Wand reden lassen. Dem ganzen Absicht zu unterstellen ist natürlich auch eine Interpretation.

13) Hans S., Dienstag, 29. März 2016, 12:31 Uhr

“Schon eher zeigt Tim Serbastian, wie man AfDler interveiwen sollte–hier das Petryinterveiw von Danger Zone auf der Deutschen Welle, wobei schon interessant, wie eloquent Petry ist und Englsich kann”

Ja, solche Interviews wünscht man sich auch von deutschen Journalisten öfters, bzw. überhaupt mal…

Englisch kann Petry sehr gut, kein Zweifel. “Eloquent” finde ich das alles aber nicht. Es sind die gleichen ausweichenden, vorgefertigten Antworten – nur eben in einer anderen Sprache.

Sebastian lässt Petry voll auflaufen. Man merkt richtig, wie unangenehm ihr das alles ist. Sie wirkt zunehmend nervöser je länger das Gespräch dauert. Dazu dieses debile Grinsen. Extrem peinlich dieser Auftritt…

14) W. Zimmer, Dienstag, 29. März 2016, 13:34 Uhr

hmmm, vielleicht sollten dann Susanne Beyer und Jan Fleischhauer die “Sommerinterviews” im ZDF machen? Dann ist vorzeitiges Einschlafen schon vorprogrammiert. Oder sollten wir Tim Sebastian ran lassen, um unsere Ikonen der GroKo zu befragen? Ich fürchte nur, dass das genau nicht stattfinden würde, weil dann unvorhergesehene, eventuell auch kritische Fragen gestellt würden, deren Beantwortungen die rhetorischen und intellektuellen Fähigkeiten einiger Politiker überfordern würde. Oder mit anderen Worten…..die Beantwortung kritischer Fragen würde die Bevölkerung noch mehr verunsichern.

Vielleicht sollten wir Megyn Kelly einbürgern. ;-)

15) Politikverdruss, Dienstag, 29. März 2016, 14:01 Uhr

9) Erwin Gabriel, Dienstag, 29. März 2016, 10:22 Uhr,

stimme Ihnen weitgehend zu. In einem Punkt widerspreche ich aber. Sie behaupten: „…sondern weil die AfD einen gewaltigen Wahlsieg eingefahren hat. Das wiederum lag an der Unfähigkeit der großen Parteien, ihre Politik genügend Bürgern so zu erklären, dass diese zustimmen.“

Sie unterstellen damit, die Bürger hätten der Politik der großen GroKo aufgrund „ungenügender Erklärung“ nicht verstanden und deshalb nicht zugestimmt.

Es lag nicht an „ungenügender Erklärung“. Die Bürger haben die Politik der GroKo, besonders aber die Migrationspolitik der Kanzlerin, sehr gut verstanden.

Deshalb sind sie auch in so großer Zahl zur Wahl gegangen. Was war daran auch großartig zu verstehen? Schließlich konnte ja jeder sehen, dass monatlich hunderttausende Migranten unkontrolliert ins Land strömten.

Gegen diese demokratisch nicht legitimierte Politik der Bundesregierung haben die Bürger abgestimmt!

16) Reinhold Herdler, Dienstag, 29. März 2016, 15:58 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

warum die Aufregung. Bei der Art von Hofberichterstattung die man über Frau Merkel tagtäglich erleben darf, ist diese Art des Journalismus über die AfD, doch nur angemessen. Schließlich sollte wenigsten der Anschein gewahrt bleiben, das gleichwertig berichtet wird und unsere Medien neutrale Beobachter des Geschehens sind.

Ich kann nur jedem empfehlen, sich zum Thema einmal bei Holger Kreymeier seiner Web-Seite “Fernsehkritik.tv”, die Folge 178 anzusehen. Er bringt, nach meiner Meinung, die Probleme auf den Punkt.

mfg

17) Boris Gold, Dienstag, 29. März 2016, 16:34 Uhr

Herr Spreng,
vielen Dank für Ihre klaren Worte – auch beim Spiegel sind mitunter Amateure und/ oder Dilettanten am Werk.
Es ist unerlässlich, die Dinge in Bezug zu den Tatsachen zu setzen und entsprechend zu erläutern.
Sie tun dies in vorbildlicher Weise!
Vielen Dank dafür,
Boris Gold

18) Walter Urli, Dienstag, 29. März 2016, 18:23 Uhr

Herr Spreng,

danke für Ihre treffende Analyse des Spiegelinterviews. Als Spiegelleser habe ich das Interview ähnlich empfunden wie Sie.
Allerdings widerspreche ich Ihnen hinsichtlich der Objektivität gegenüber anderen Parteien. Die Regierungsparteien werden ebenfalls nicht kritisch befragt. Oder sind Sie der Ansicht, dass die Bundeskanzlerin bei “Anne Will” “schwitzen” musste? Das war auch weit weg von kritischem Journalismus und zu viel Angst vor dem Amtsbonus.
Ich habe es hier im Blog schon einmal gesagt. Wer eine Partei “Die Linke” duldet, muss auch eine Partei “Die Rechte” (bei uns AfD) dulden. Gleiches Recht für alle. Auch gleiche Intensität der Nachfragen. Wie hätten Sie beim OB von Tübingen hinsichtlich Waffeneinsatz an der Grenze nachgehakt? Auch so knapp wie Ihre Kollegen?
Meine Wunschvorstellung wäre, dass die Presse im Sinne von uns Bürgern insgesamt kritischer und hartnäckiger bei Interviews wäre. Als Medium zwischen Politikern und Bürgern, im Sinne der Bürger klare Aussagen erhält und sich nicht mit “Blabla” abspeisen lässt. Vielleicht muss man dann jedoch seine Flugreise wieder selbst bezahlen und kann nicht im Regierungsflieger mit. Objektivität hat eben ihren Preis.

19) Jakobiner, Dienstag, 29. März 2016, 18:41 Uhr

Zu Politikverdruss:

Conflict Zone mit Tim Sebastian ist kein Programm der Deutschen Welle oder gar regierungsfinanziert, wie Sie fälschlicherweise behaupten. Die Deutsche Welle hat den Beitrag des britischen Conflict Zone nur gebracht. Zumal zeigt Sebastain eben, wie freier Journalismus, der nicht zwischen Verteufklung und Anbeiderung wie der SPIEGEL und andere Medien schwankt, funktioniert.Hätte die Deutsche Welle das Interview mit Frauke Perty den Hörern vorenthalten, hiesse es wahrscheinlich wieder, dass die Lügenpresse verschweige und Interviews unterdrücke.Gewissen Leuten kann man es nie recht machen.

20) Erwin Gabriel, Dienstag, 29. März 2016, 19:09 Uhr

@ 7) StefanP, Dienstag, 29. März 2016, 09:48 Uhr

>> Jan Fleischhauer … zeigt gerne Absurditäten auf, die vielen
>> nicht mehr bewusst sind. Das ist eine journalistische Leistung.

Sehe ich auch so.
.

@ 11) Tropos Jungbluth, Dienstag, 29. März 2016, 11:34 Uhr

>> Bisher hat der Spiegel missioniert, nicht aber informiert.

Zustimmung!

21) Erwin Gabriel, Dienstag, 29. März 2016, 19:09 Uhr

@ 13) Hans S., Dienstag, 29. März 2016, 12:31 Uhr

>> Dazu dieses debile Grinsen. Extrem peinlich dieser Auftritt…

Wieso – ich finde Frau Petry recht hübsch :-)

22) Marco Wagner, Mittwoch, 30. März 2016, 01:12 Uhr

Ich habe das Interview nicht gelesen, bin aber gerne bereit zu glauben, dass es zu wünschen übrig lässt. Aber ich habe den Eindruck, dass die meisten abgedruckten Interviews mit Politikern Werbeinterviews sind. Haben jene Politiker doch gewohnheitsmäßig das Recht, Unliebsames raus zu streichen und muss man doch fürchten, mit allzu unangenehmen und reflektierten Fragen sich die Interviewpartner zu vergraulen. Sonst könnte der Politiker wie jeder normale Mensch wenn es um schwierige Themen geht ja auch mal dumm aussehen. Und das geht ja gar nicht.

Und auch im Fernsehen muss das leider nicht besser laufen. Allzu kritisch war das Merkel-Gespräch bei Anne Will auch nicht, von dem was man so hört und ließt. Aber das ist man ja schon so sehr gewohnt dass es kaum noch auffällt.

Insofern handelt es sich hier für mich um die üblichen sehr bedauerlichen Probleme des Journalismus. Der Skandal ist wohl eher, dass nun auch Petry in den Genuss der Vorteile dieser Probleme kommen dürfte.

23) Hafez Fichte, Mittwoch, 30. März 2016, 08:44 Uhr

@ 9) Erwin Gabriel, Dienstag, 29.März 2016, 10:22 Uhr

Faschismus entsteht wenn man der Ideologie des Rechtsextremismus Macht zuspricht. – was auch den feinen Unterschied zum Kommunismus/Stalinismus erklärt.

-„ Die Afd ist sicherlich inzwischen eine Partei mit rechtsextremen Elementen“-

Sollten allein diese Elemente, trotz Unzufriedenheit und Sorgen nicht ausreichen? Sollten die Äußerungen der Parteiverantwortlichen, die sich im Bereich dieser Elemente stark orientiert, nicht ausreichen? Wieviele Nationalsozialisten hat diese Partei beruhend auf den letzten Satz schon adoptiert? Wieviel Prozentpunkte wird die Afd dann bei einer Bundestagswahl, mit seinen Adoptivkindern wohl erreichen, wenn wir diese Zeichen der Verachtung gegenüber dem Menschenrecht ignorieren?

Und mit diesem Verhalten, zu sagen- es sind unzufriedene Bürger, die sich nur sorgen, motivieren wir diese Gesinnung dazu sich als richtig anzusehen/hinzunehmen.

Ich bleibe dabei – Das meine Aussage des „ getarnten Faschismus“, nicht weit hergeholt ist.
Ich sehe das Endresultat dieser Partei, und dass wird der Faschismus sein. Die Afd hat noch bei weitem nicht ihr wahrhaftiges Gesicht gezeigt. Ob diese Meinung jetzt von Dummheit oder Böswilligkeit getrieben wird, überlasse ich Ihrer Meinung.

Um mein Kommentar noch einmal aufzunehmen.

Ich gebe der Publikative eine große Schuld an dieser Situation, weil sie sich der Bequemlichkeit der Bundesregierung angeschlossen hat. Sie es einfach nicht schaffen durch aggressive Berichterstattung, und hartnäckigen Journalismus ( nicht nur in der Flüchtlingspolitik ) die Bundesregierung „aufzurütteln“. Dieses Spiegel-Interview setzt nur einen drauf.

-Entschuldigen Sie bitte die leicht verspätete Antwort.

24) Rapunzel, Mittwoch, 30. März 2016, 09:05 Uhr

Wer Fleischauer gelesen hat, weiß das dieser Mann ein völlig betriebsblinder rechter Ideologe und zudem ein frustriertes Kind im Körper eines Erwachsenen ist. Die Abnabelung vom Elternhaus hat dieses MannKind nie vollzogen. Er schreibt heute noch rechte Hetze, unter dem Vorwand von seinen linken Eltern irgendwie bevormundet geworden zu sein. Fleischauer ist das Armutszeugnis deutscher Pseudointerllektualität schlechthin.

25) Politikverdruss, Mittwoch, 30. März 2016, 18:53 Uhr

Jetzt hat es unsere gröGroKoaZ den Türken im Satire-Streit aber gegeben. Der Vollstrecker Röttgen in aller Schärfe:

„Ich habe keinen Zweifel, dass die Bundesregierung die zweifelsfreie Geltung von Grundrechten in Deutschland auf ihren Wegen und ihren Kanälen zum Ausdruck gebracht hat“.

Oh jaaa, „die zweifelsfreie Geltung von Grundrechten in Deutschland“…. Da werden dem Erdowahn aber die Ohren klingeln. Eine „Parade Riposte“der Merkel-Truppe, die es in sich hat.

Aber auch Nils Annen, SPD Auswärtiger Ausschuss, hat sich mutig in die drohende Grundrechtslücke der deutschen Rechtsordnung geworfen: „Die Türkei schadet sich selbst“, drohte Herr Annen.

Dabei fällt mir jetzt auf: sowohl Röttgen als auch Annen gehören doch nicht der Exekutive an, sondern der Legislative. Wieso sprechen die eigentlich für die Bundesregierung? Die sollen die Regierung doch kontrollieren. So hätten die beiden Parlamentarier die Bundesregierung auffordern können, mal „etwas zu sagen“.

Ach so, im Merkelismus zählt das alles nicht mehr. Statt Gewaltenteilung, arbeiten die jetzt zusammen. Und die Medien machen auch mit. „Gemeinsam sind wir stark“, lautet die neue Devise. Das ist „Merkel-Demokratie“.

26) Michael Schmidt, Mittwoch, 30. März 2016, 22:20 Uhr

Ich war ein bisschen überrascht, als Sie bei “Unter den Linden” auf einmal gesagt haben, dass einige westliche AfD-Wähler in Wahrheit Konservative sind, die von Merkel vergrault wurden. Bis zu den Wahlen galt ja der journalistische Konsens, dass die AfD und alle ihre Sympathisanten überzeugte Nationalsozialisten sind, gegen die SA und SS harmlose Gesangsvereine waren.

Zweitens: Was wäre denn los gewesen, wenn jemand öffentlich die Meute, die in Köln Frauen belästigt und bestohlen hat, als “Pack” bezeichnet hätte? Würden Sie diese Person auch in Schutz nehmen?

Sparen Sie sich die Erwiderung, wir wissen alle die Antwort.

Ich kenne keine “Rassen” oder Nationalitäten, wenn es um Asoziale geht. Die sind mir alle zuwider, ob deutsch oder sonst woher.

Umgekehrt respektiere ich jeden anständigen, rechtschaffenden Menschen, gleichgültig woher. Ich denke, das habe ich hier mehrfach deutlich dargelegt.

Deswegen kann ich mit den doppelten Maßstäben, die die Lückenpresse an den Tag legt, ganz wenig anfangen.

27) Erwin Gabriel, Donnerstag, 31. März 2016, 09:03 Uhr

@ 15) Politikverdruss, Dienstag, 29. März 2016, 14:01 Uhr

>> Sie behaupten: „…sondern weil die AfD einen gewaltigen Wahlsieg
>> eingefahren hat. Das wiederum lag an der Unfähigkeit der großen Parteien,
>> ihre Politik genügend Bürgern so zu erklären, dass diese zustimmen.“

>> Sie unterstellen damit, die Bürger hätten der Politik der großen GroKo
>> aufgrund „ungenügender Erklärung“ nicht verstanden und deshalb
>> nicht zugestimmt.

Sie haben recht, ich habe unscharf formuliert.

Es hätte heißen müssen: “Das lag unter anderem an der Unfähigkeit der großen Parteien …
Es lag auch an der schlechten Bewältigung der Situation. Und einige werden immer gegen “Fremde” sein, ohne besonderen Grund.

Ich hatte an anderer Stelle schon geschrieben, dass ich weder die Zuwanderung an sich noch die Höhe verurteile, sondern die “Abwicklung” der Zuwanderung, die ohne Vorbereitung erfolgte. Ja, einen Großteil der Zuwanderer können wir dringend brauchen, einen Großteil sicherlich versorgen, ohne dass uns das aus den Latschen haut. Aber nicht so: Nicht ohne Vorwarnung, nicht ohne Vorbereitung in den Köpfen, nicht ohne Vorlauf bei Wohnungen, Lehrern etc, nicht mit fehlendem Integrations- und Deutschunterricht (was die eine oder andere kleine Katastrophe noch auslösen wird), nicht mit dem nun einsetzenden Verdrängungskampf am ungemütlichen Ende, nicht mit einem derart schwachen Staat. Und erst recht nicht mit dem dümmlich-überlegenen Gutmenschen-Impetus, mit dem jeder Kritiker als Nazi, als potenzieller Völkermord-Vorbereiter gebrandmarkt wird.

Dass diese Völkerwanderung stattfinden wird, dass die Leute kommen werden, ist keine Überraschung, sondern spätestens seit 2010 bekannt. Hätte man die Bevölkerung rechtzeitig eingebunden, mit eingespannt (auch durch bezahlte Jobs, nicht nur durch freiwillige Leistungen), die Vorteile vernünftiger erklärt (der von mir weiter oben angesprochene Punkt), hätte sich ein Großteil der jetzigen Zuwanderungsgegner erst garnicht gebildet. Da wurde eine gute Sache aus Unfähigkeit und Blödheit vor die Wand gefahren.

Ich sehe auf dieses Land, die Alterspyramide, die an vielen Stellen fehlenden Arbeitsplätze im Handwerk etc. Eigentlich könnten wir die Leute sehr gut gebrauchen, mit ihren Familien. Der Grund, warum ich trotzdem gegen weitere unbegrenzte Zuwanderung bin, ist, dass es die Regierung nicht hinkriegt, und dass wir uns mit dieser dilletantische Art riesige Probleme schaffen werden.

28) Rainer G., Donnerstag, 31. März 2016, 09:23 Uhr

@ 23) Hafez Fichte – 30.03.2016 08:44 Uhr

– Faschismus entsteht wenn man der Ideologie des Rechtsextremismus Macht zuspricht. –
was auch den feinen Unterschied zum Kommunismus/Stalinismus erklärt.

Dieser Logik kann ich nicht folgen, verehrter Hafez Fichte. Denn, wenn dem so wäre, dann müssten Sie beispielsweise dem Westen unterstellen, faschistische Strukturen in der Ukraine geschaffen zu haben, denn westliche Politiker hatten unbestritten einen immensen Anteil daran, dass der „Swoboda“-Partei in der Ukraine nach den Majdan-Protesten und der daraus resultierenden Regierungsneubildung „Macht zugesprochen“ wurde.
Bleibt nur noch die Frage zu klären, ob und wenn ja, in welchem Maße „Swoboda“ als faschistisch zu bezeichnen ist und ob diese Bewegung mit der AfD vergleichbar ist.

29) Politikverdruss, Donnerstag, 31. März 2016, 09:38 Uhr

19) Jakobiner, Dienstag, 29. März 2016, 18:41 Uhr,

Jakobiner, Sie werfen mir vor, ich würde fälschlicherweise behaupten: „Conflict Zone mit Tim Sebastian ist kein Programm der Deutschen Welle oder gar regierungsfinanziert, wie Sie fälschlicherweise behaupten.“

Der Tagesspiegel schreibt:

„Nun ist ein politisches Interview mit Petry von “Conflict Zone” veröffentlicht worden – einem englischsprachigem Kanal der “Deutschen Welle”.“ http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/frauke-petry-im-interview-antwort-offen/13368876.html

T-Online schreibt:

„Bei einem Interview in der Deutsche-Welle-Sendung “Conflict Zone” in Leipzig brachte sie der englische Journalist Tim Sebastian mit rigorosem Nachfragen in Bedrängnis.“

Die Deutsche Welle selbst schreibt:

„Conflict Zone ist eine englisch-sprachige Interviewsendung der Deutschen Welle. Gastgeber Tim Sebastian interviewt Politiker, Militärs und Wirtschaftsführer zu drängenden Problemen unserer Zeit. http://www.dw.com/de/conflict-zone/t-18841084

„Maßgebliche“ Finanzierung der Deutschen Welle(DW):

„Auch wenn die DW wie die übrigen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten eine Anstalt des öffentlichen Rechts ist, erhält sie keine Rundfunkgebühren. Die Finanzierung der DW wird maßgeblich mit einem Zuschuss aus Steuergeldern aus dem Bundeshaushalt sichergestellt. Die Deutsche Welle erhält ihren Zuschuss über den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der seinerseits im Bundeshaushalt dem Einzelplan der Bundeskanzlerin und des Bundeskanzleramts zugeordnet ist.https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Welle

Wie Sie sehen, Jakobiner, fällt Ihr Vorwurf, ich würde „fälschlicherweise behaupten…“, wie meistens in Ihren unleserlichen, oft plagiierten Beiträgen, völlig in sich zusammen. Nichts von Ihrem Geschwätz stimmt! Stattdessen überschütten Sie Ihre Mit-Kommentatoren mit haltlosen Vorwürfen. Sie sind und bleiben ein kleiner Schwadroneur. Nehmen Sie mal eine Auszeit und kommen Sie zu sich.

30) Erwin Gabriel, Donnerstag, 31. März 2016, 09:44 Uhr

@ 23) Hafez Fichte, Mittwoch, 30. März 2016, 08:44 Uhr

Vorab: Die “feinen” Unterschiede zwischen Nazis und Kommunisten waren, dass die einen braune Hosen trugen, die anderen rote. Sie und ich wären in beiden Regimes fällig gewesen, da hätten uns verquaste Feinheiten nicht interessiert.

Die die von Prof. Lucke gegründete AfD war nicht rechtsextrem. Diese Partei kämpfte gegen den Schindluder, den EU und EZB mit dem Euro trieben. Kernaussage war: Wenn der Euro nicht so wie ursprünglich vereinbart “hart” gehalten wird (und nur dann), sollten wir auf die DM zurückgehen. Sowohl Bernd Lucke als auch Olaf Henkel sind konservative Wirtschaftsmänner, nicht mehr, nicht weniger.

Das Anliegen der AfD fand genug Widerhall bei den Wählern, um die Mainstream-Parteien und -Medien aufzurütteln. Und einmal mehr hat man den Boten für die schlechte Nachricht hingehängt: Wer zur DM zurück will, sei “national” (die AfD hatte einem “harten” Euro den Vorzug vor dem Euro gegeben), wer national sei, sei “rechts” (ach nein, “rechtsextrem”; ein bisserl rechts – nur ein bisserl – war man ja selbst, um die rechte Flanke abzudecken).

Jeder Rechte, jeder Nazi kam gelaufen, und veränderten die Machtbasis der AfD. Nun sind Lucke und Henkel draussen, Petry, Höcke und Gauland drin – (bereits vorhandene) Geister, die Merkel und Co zusammenrief. Und Sie erklären nun allen, die damals gegen EU-Machtmissbrauch angetreten sind (die gibt es auch noch) und nicht schnell genug davon laufen, dass sie nun Nazis seien, verlustig der Mitsprache, verlustig der demokratischen Rechte? Mitgefangen, mitgehangen? Sorry – kommt Ihnen das nicht selbst dämlich vor?

Die von Ihnen gezeichnete Linie, die nach Ihrem Gusto zwischen Gut und Böse trennt, gibt es nicht (oder nur für Sie, und ist damit nicht allgemein gültig). Und auch da bleibe ich bei meiner Meinung: Anderen ein Etikett aufzukleben und sie dann nach dem Etikett zu beurteilen ist unseriös.

>> Ob diese Meinung jetzt von Dummheit oder Böswilligkeit getrieben wird,
>> überlasse ich Ihrer Meinung.
Bei Ihnen vermute ich weder das eine noch das andere, sondern eher Intoleranz. (Gegen Zuwanderung zu sein, ist legitim. Rechts oder links zu sein, ist legitim. Politisch ausgefallene Meinungen zu haben ist legitim. Gewaltanwendung oder Verstöße gegen das Grundgesetz sind – weder von rechts noch von links – keinesfalls tolerabel.

Zustimmen kann ich bei der Einschätzung, dass die AfD noch weiter nach rechtsaußen rücken wird, und dass die Medien ihre unsägliche Duldung der verfehlten Regierungspolitik genauso hart angehen wie die Entgleisungen von Leuten, die gewaltsam gegen Ausländer vorgehen oder dazu aufrufen.

31) Erwin Gabriel, Donnerstag, 31. März 2016, 09:47 Uhr

@ 24) Politikverdruss, Mittwoch, 30. März 2016, 18:53 Uhr

>> sowohl Röttgen als auch Annen gehören doch nicht der
>> Exekutive an, sondern der Legislative. Wieso sprechen
>> die eigentlich für die Bundesregierung?

Gute Frage. Nur um zu provozieren: DDR 2.0

@ 25) Michael Schmidt, Mittwoch, 30. März 2016, 22:20 Uhr

>> Ich war ein bisschen überrascht, als Sie bei “Unter den Linden”
>> auf einmal gesagt haben, dass einige westliche AfD-Wähler in
>> Wahrheit Konservative sind, die von Merkel vergrault wurden.
>> Bis zu den Wahlen galt ja der journalistische Konsens, dass die
>> AfD und alle ihre Sympathisanten überzeugte Nationalsozialisten sind,
>> gegen die SA und SS harmlose Gesangsvereine waren.

>> Zweitens: Was wäre denn los gewesen, wenn jemand öffentlich die
>> Meute, die in Köln Frauen belästigt und bestohlen hat, als “Pack”
>> bezeichnet hätte? Würden Sie diese Person auch in Schutz nehmen?

>> Sparen Sie sich die Erwiderung, wir wissen alle die Antwort.

Klare, harte, aber richtige Worte!

Ich kenne keine “Rassen” oder Nationalitäten, wenn es um Asoziale geht. Die sind mir alle zuwider, ob deutsch oder sonst woher.

Umgekehrt respektiere ich jeden anständigen, rechtschaffenden Menschen, gleichgültig woher. Ich denke, das habe ich hier mehrfach deutlich dargelegt.

Deswegen kann ich mit den doppelten Maßstäben, die die Lückenpresse an den Tag legt, ganz wenig anfangen.

32) Erwin Gabriel, Donnerstag, 31. März 2016, 09:50 Uhr

Programmentwurf der AfD – habe ich aber selbst noch nicht gelesen.

https://www.alternativefuer.de/wp-content/uploads/sites/7/2016/03/Leitantrag-Grundsatzprogramm-AfD.pdf

33) karel, Donnerstag, 31. März 2016, 11:30 Uhr

24) Jaja, lieber Politikverdruss
In der “Schröder-Demokratie” bestimmte der unbedingte Wille des Kanzlers, der Türkei den EU-Beitritt und damit auch den Euro-Beitritt herbeizuführen, seine Politik.
Auf diesem Wege brauchte er die Zustimmung Griechenlands, die er nach dessen EURO-Beitritt auch erhielt. Mit diesem Plazet wurde Schröder von der EU einstimmig beauftragt, die Federführung über die EU-Türkei-Beitrittsverhandlungen zu übernehmen. “Leider” endete dieses abrupt mit der Amtsübernahme durch Fr. Merkel, die dagegen nicht den EU-Beitritt der Türkei, eher die “priviligierte Partnerschaft” der Türkei favorisierte.
Haben Sie eine Erklärung, warum Schröder einst und auch heute noch so vehement für den Türkei-Beitritt war und ist?
Ich habe dagegen eine Erklärung, warum Fr. Merkel sich heute mit dem “Griechenland-Desaster” herumzuschlagen hat.

Da kann ich mich nur 25) Michael Schmidt anschließen, der auch mit den doppelten Maßstäben , die die Lückenpresse an den Tag legt, ganz wenig anfangen kann.
Übrigens, dieses “Wochen-Blatt aus dem hohen Norden” habe ich in den 70ern mal abonniert, bis mir die Lückenhaftigkeit schon damals dermaßen mißfiel, daß ich dieses Wochenblatt seitdem meide.

21) Ja, werter Herr Gabriel,
ich finde auch, daß sie nett anzusehen ist, diese Fr. Petry.
Und daß diese Frau auch noch ´nen Dr.-Titel hat, also eine Promovierte ist und zudem
schon Trägerin des Bundesverdienstkreuzes ist……..
na, welcher oder welche Linke kann da mithalten? ;-) ;-)
Ja, selbst unter den bisherigen Bundeskanzlern findet man die Promovierten nur aus den Reihen der CDU. Ich gebe zu, dies wurde mir auch erst bewußt seit dem “Problem Petry”…….
Tja, man lernt nie aus…….. ;-)

Nun denn……
PS, was die AfD angeht, lege ich hier die gleichen Maßstäbe an wie bei der Werdung der GRÜNEN.
Einst wurden die “UR-Grünen” um Petra Kelly von den marxistischen “Fischer-Grünen” okkupiert. Diese änderten dann maßgeblich die Gesellschaft.
Jetzt wurde die “UR-AfD” um Henkel/Lucke durch die “Petry-Truppe” okkupiert.
Und nun wollen auch sie die Gesellschaft ändern.
Da sollten auch die gleichen demokratischen Grundsätze gelten….
nämlich die des Diskutierens und Entscheidens, nicht des Diffamierens und Ausgrenzens.
Oder findet Politik jetzt und in aller Zukunft nur noch im medial geschützten links-grünen Biotop statt?

34) Wolfgang Wegener, Donnerstag, 31. März 2016, 11:37 Uhr

Ich hatte gestern einen Kommentar zu 13) geschrieben. Ist der verschütt gegangen? Wäre ja das erste Mal. Da zahlreiche der Kommentare 13)ff denselben Gedanken hatten, ist das ja mittlerweile vielleicht auch entbehrlich .

35) Paulus, Donnerstag, 31. März 2016, 14:28 Uhr

“Der Spiegel” ist kein Erzeugnis des deutschsprachigen Journalismus das ich mir zumuten möchte, von dem nicht zu erwarten ist, dass über alles – nach journalistischer Selektion – “was der Fall ist und in Tatsachen und Sachverhalte zerfällt”, leidenschaftslos und prägnant in ein “Wochenbuch” der Ereignisse eingetragen wird. Er fungiert als ein “Kampfblatt”, das gern wechselnden politischen Moden, Ideologien usw. eine Plattform sein will. So weit – so schlecht.

Gleichwohl wirkt die Analyse von Spreng, die ein Interview des Spiegel mit Frauke tadelt, merkwürdig gekünstelt in dem Bemühen, der Vorsitzenden einer Partei, die für eine scharfe Kritik der bislang von Merkel produzierten politischen Ergebnisse ihrer Kanzlerschaft ” steht, eins auszuwischen. Politisches Lager ist politisches Lager und Lagerzugehörigkeit verpflichtet. Spreng schlägt den Sack (die Spiegel Interviewer) und meint den Esel(in) in Gestalt von Frau Petry Ihre Aussage zu den rechtlichen Regeln des Schusswaffengebrauches der für deutsche Grenzer gilt und wie sie diesen gegen Flüchtlinge angewandt wissen will, ist nach meiner Einordnung nicht lang der Rede wert. Ein Kennzeichen vielleicht für Kritiker und deren Eifer, denen sonst nicht viel einfällt, ein Ablenkungsmanöver eine breitere Erörterung in unseren “Qualitätsmedien” nicht wert. “Was?? Das hat sie gesagt ….”, “Und sie will auf Flüchtlinge, Frauen und Kinder schießen lassen?? So sieht sie doch gar nicht aus….” etc., etc. und noch 2 oder 3 Umdrehungen der Gebetsmühle.

Sprengs “künstliche Aufregung” lässt erkennen, wie sehr “Merkel Funk” und “Merkel Presse” damit beschäftigt sind Stimmung zu erzeugen statt leidenschaftslos Fehlleistungen, Unterlassungen, Versäumnisse ihrer Kanzlerschaft zu bilanzieren. Die “Leitmedien” fallen durch einen eklatanten Mangel an Kontrolle und detaillierter Kritik der Regierungschefin auf. Dieser Logik folgt die kleinkarierte Wortklauberei der Kritiker(in) – in diesem Falle von rechts. Die Faschismus Keule muss immer in Reichweite liegen – mindestens muss man sie in die Höhe halten können.

Gruß
Paulus

36) riskro, Donnerstag, 31. März 2016, 17:50 Uhr

Vorausschicken möchte ich, dass ich kein Anhänger der AfD bin.

Äußern möchte ich mich zu dem Teil des Kommentars von M.S., in dem er meiner Meinung nach Petry zu Unrecht hinsichtlich des Schusswaffengebrauchs angreift und den Spiegel im Hinblick auf die Gesprächsführung kritisiert.

In den Augen von M.S. hat der Spiegel jede Haltung verloren. Das mag sein oder auch nicht.

In meinen Augen hat M. Spreng einen der tragenden Grundsätze des Journalistentum verloren, den der „OBJEKTIVITÄT“.

Wie ich gehört habe, sollen gute Berichterstatter die sein, die sich diesen Grundsatz zu Eigen machen und ihn beherzigen.

Über das Gespräch schreibt M.S.:

1) Es gibt schlechte Interviews und sehr schlechte. Eines davon ist im
neuen “Spiegel” erschienen.

Für mich eine Unterstellung, die objektiv betrachtet nur die subjektive Meinung von M.S. widerspiegelt. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Unterstellung aus Antipathiegründen erfolgte.

2) Es fand in sehr freundlicher Atmosphäre statt,………………………..

M.S vertritt also die Meinung, Interview mit der AfD müssen unfreundlich und wenn möglich in einer Gefängniszelle geführt werden.

Mit dieser Meinung stehen er nicht alleine dar. Kommentartor Hans S (13) macht aus seiner Antipathie gegen Petry ebenfalls keinen Hehl. Verkennt aber, dass Antipathie nachweislich den Blick für das wesentliche trübt.

Er stört sich an das debile Grinsen von Petry.

Ihm würde aber auch stören, wenn Petry Interviews sitzend oder stehend, mit geschlossenen oder offenen Augen, im Handstand oder wie auch immer geben würde.

3) Frauke Petry kann unwidersprochen die geschönte Version ihrer
menschenverachtenden Äußerungen über Schusswaffengebrauch an der Grenze
vortragen. Sie verweist mehrfach auf ihr Originalinterview, das den “Spiegel”-
Redakteuren offenbar nicht vorliegt, um ihr mit Substanz widersprechen zu können.
So erscheint Petry am Ende dieser Gesprächspassage im “Spiegel” als ein Opfer der
Medien.

Zur Wahrheit gehört, dass es:

-ein Gesetz gib, dass den Einsatz von Schusswaffen an Grenzen erlaubt (UZwG)

-Petry dieser gesetzlichen Norm, in dem Interview angeführt hat.

-Petry an keiner Stelle selbst einen Einsatz von Schusswaffen gegen Flüchtlinge gefordert hat.

Nachfolgend hierzu noch mal Perty im Interview mit der MMP:

Petry: Er muss den illegalen Grenzübertritt verhindern, notfalls auch von der Schusswaffe
Gebrauch machen. So steht es im Gesetz.

Weiter sagte sie:

Petry: Ich habe das Wort Schießbefehl nicht benutzt. Kein Polizist will auf einen
Flüchtling schießen. Ich will das auch nicht. Aber zur Ultima Ratio gehört der Einsatz
von Waffengewalt. Entscheidend ist, dass wir es so weit nicht kommen lassen und über
Abkommen mit Österreich und Kontrollen an EU-Außengrenzen den Flüchtlingszustrom
bremsen.

Inwieweit das Benennen einer Gesetzesnorm eine geschönte Version und menschenverachtend ist, erschließt sich mir nicht. Da Gesetze abstrakt sind, passt das Attribut geschönt nicht, und wie kommt der Gesetzgeber dazu, eine solche menschenverachtende Möglichkeit in Gesetzesform zu gießen.

Den Reportern der MMP sollte bekannt sein, dass Gesetze in der Regel weiterer Auslegungen bedürfen.

In §10 Abs 3 UZwG heißt es:

Das Recht zum Gebrauch von Schusswaffen auf Grund anderer Vorschriften bleibt
unberührt.

§12 UZwG enthält weitere besondere Vorschriften für den Schusswaffengebrauch an Grenzen..

Darüber hinaus gibt es den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit der Mittel.

In diese Richtung erfolgte von den Reportern keine Fragestellung. Die Aussage von Petry wurde einzig und alleine auf § 11 UZwG reduziert. Warum?
Wollte man Raum für Unterstellungen und Spekulationen schaffen.

Die Medien haben Petry vorgehalten, dass ihr das Gesprächsprotokoll zur Freigebe vorgelegt wurde und sie keine Einwendungen erhoben hat. Warum sollte sie? Es war für sie nicht abzusehen, dass die Lückenpresse zu solchen unlauteren Mittel greift.

Daraus ist auch zu erkennen -eine Meinung, die mittlerweile auch einige AfD- Kritiker teilen- dass Petry nicht meinte, dass der Einsatz von Schusswaffengewalt gegen Flüchtlinge, die Grenzbeamte nicht bedrohen, Rechtslage sei. Und sie tatsächlich ausschließlich den Wortlaut der gesetzlichen Norm zum möglichen Schusswaffengebrauch an der Grenze meinte.

Werter Herr Spreng, vielleicht ist darin auch der Grund zu sehen, warum Fleischhauer ihr nicht mit Substanz widersprechen konnte. Daran, dass den beiden Spiegelreporter das Originalinterview nicht vorgelegen hat, kann es nicht gelegen haben. Es wurde
doch in den Medien wochenlang in der unterstellten Fassung hoch und runter gebetet, dass man nicht umhin kommen konnte es nach einigen Tagen auswendig zu Können.

In diesem Sinne

37) Ockenga, Donnerstag, 31. März 2016, 18:11 Uhr

Ich lese ihn auch. Der Spiegel ist in den vergangen Jahren von seiner, noch in den 80gern verübten, sehr idealistischen Weltsicht abgerückt. Das begann 1990, als in Interviews die vorher stramm links gepolten Philosophen und Soziologen zugeben mussten, dass ihre sozialistische Weltsicht jämmerlich versagt hat. Bis heute sind von denen keine neuen Weltverständnisideen gekommen. Nur der Papst erneuert eine generelle Kapitalismuskritik. Von der Seite hat man die am allerwenigsten erwartet. Seither ist auch der SPIEGEL wesentlich vorsichtiger geworden, ohne allerdings die rechte Karte zu spielen. Die äußerst kritischen Kommentare der letzten Monate im SPIEGEL gegen die SPD und Gabriel sind marktbeherrschend. Selbst die CO2-Diskussion wird nicht wohlwollend, eher kritisch, begleitet. Allerdings ist auch sichtbar, dass der SPIEGEL gegenüber Frau Merkel eigenartig ambivalente Kommentare veröffentlichte. Die Redakteure, und beileibe nicht nur die beim SPIEGEL, ärgert vermutlich, dass keine persönliche Alternative besteht. Denn es ist allen bekannt, das in keiner der anderen Parteien eine persönliche Bereitschaft besteht, die heißen europäischen Kohlen aus dem Feuer zu holen. Noch größeren journalistischen Ärger bereitet Frau Merkel, weil sie so uneitel, so persönlich unangreifbar, so menschlich ist und so wenig parteipolitisch argumentiert. Mit Herrn Kohl haben die Journalisten das gleich Spiel begonnen und dann auch zu Ende geführt. Der hat den Fehler begangen, persönlich beleidigt zu sein. Frau Merkel hingegen macht den Eindruck einer sorgenden Umarmung und ist selbst gegenüber den Unhöflichsten noch achtungsvoll und ohne erkennbare Wut. Ganz im Gegenteil zu allen anderen Politikern. Vor der Wahl haben alle gegen die AfD getrommelt und nicht ins Kalkül gezogen, dass auch andere als die braune Soße und die tumben Hasser die AfD wählen könnten. Dann kam die wählerische Ernüchterung. Der SPIEGEL berechnet diese Entwicklung. Deshalb auch die immer mehr zu beobachtenden neutralen Kommentare. Allerdings würde es mich nicht wundern, wenn sich die alte Tendenz im SPIEGEL nicht wieder bemerkbar machen sollte.

38) Politikverdruss, Freitag, 01. April 2016, 08:56 Uhr

32) karel, Donnerstag, 31. März 2016, 11:30 Uhr,

Hallo Karel,

ich hoffe, Sie haben über Ostern auch, so wie ich mit meinen Enkeltöchtern, mit Ihrer Familie ein paar schöne Feiertage verlebt.

Zu Ihrer Frage, warum Schröder so sehr für den EU-Beitritt der Türkei „kämpft“: Als Nato-Mitglied an der Südost-Flanke des Bündnisses besaß die Türkei schon immer große geopolitische Bedeutung.

Nun stellt die Türkei die geopolitische „Brücke“ zwischen Europa und dem explodierenden Nahen und Mittleren Osten dar. Obama hat im Herbst 2015 erklärt, der Irak-Krieg (Ursache IS) sei ein Fehler gewesen und die Syrien- und Afghanistan-Strategien seien gescheitert. Nun kommt es auf eine politische Neuordnung der Region an.

Bei der Neuordnung des Nahen Ostens wird man an der Türkei nicht vorbeikommen. Leider verfolgt der große Osmanen-Herrscher Erdogan aktuell sunnitische Ziele, die den Großmächten momentan nicht genehm sind. Trotzdem ist die Türkei als Nato-Mitglied eng mit Europa verbunden.

Hinter all dieser geopolitischen „Schachbrett“-Politik verbergen sich aber meistens noch handfeste Interessen der beteiligten Akteure. Die Nachdenkseiten haben diese Interessen ganz gut unter dem Titel: „Europa und der kalte Pipeline-Krieg“ zusammen gefasst. http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=26163 (Lesenwert!)

Das alles weiß Schröder. Politische Weitsicht besaß er schon, als Frau Merkel noch für die Teilnahme am Irak-Krieg eintrat. Und er weiß auch, dass politische, ökonomische und energiepolitische Interessen besser mit Verbündeten durchsetzbar sind.

Mir sind interessengeleitete Politiker lieber, als Politiker, die nur am Machterhalt orientiert sind, ihre „Aufgaben vom lieben Gott auf den Tisch gelegt bekommen“ und sich dabei selbst wie eine aus den Fugen geratene moralische Monstranz gebärden.

39) Erwin Gabriel, Freitag, 01. April 2016, 10:39 Uhr

@ 32) karel, Donnerstag, 31. März 2016, 11:30 Uhr

FALLS (was ich nicht beurteilen kann) der kausale Zusammenhang besteht, dass Gerhard Schröder den auf Drängen der USA angestrebten (und von mir persönlich abgelehnten) EU-Beitritt der Türkei dadurch anderen schmackhaft machen wollte, dass er gleich Griechenland mit ins Boot holt, dann haben Sie in dieser Angelegenheit bei mir zumindest einen halben “Treffer” erzielt.

Nur halb deswegen, weil ich das vorgehen der regierung Merkel auch in der Rückschau unter diesem Blickwinkel für dilettanitisch halte.

40) Erwin Gabriel, Freitag, 01. April 2016, 10:44 Uhr

@ 35) riskro, Donnerstag, 31. März 2016, 17:50 Uhr

Zustimmung

41) Politikverdruss, Freitag, 01. April 2016, 10:50 Uhr

23) Hafez Fichte, Mittwoch, 30. März 2016, 08:44 Uhr,

bin erst jetzt über Ihre „feine Unterscheidung“ gestolpert: „Faschismus entsteht wenn man der Ideologie des Rechtsextremismus Macht zuspricht. – was auch den feinen Unterschied zum Kommunismus/Stalinismus erklärt.“

Ich würde Sie bitten, den „feinen Unterschied“ einmal zu erklären. Für mich gibt es keine Unterschiede. Beides, Faschismus und Stalinismus, sind totalitäre Systeme, von denen eine extreme Menschenfeindlichkeit ausgeht. Der Stalinismus hat ganze „Klassen“ und der Faschismus „Rassen“ vernichtet. Wo sehen sie da Unterschiede?

Mir wollte man mal erklären, dass der Kommunismus immerhin ein Rest von Humanitas enthalte. Ich habe dann gefragt, wo man z.B. in der „Entkulakisierung“ zwischen 1929 und 1933 noch ein Rest Humanitas finde.

Also, lieber Hafez Fichte, es gibt keine „feinen Unterschiede“. Totalitäre Systeme sind extrem menschenfeindlich, egal ob sie von rechts oder links kommen.

42) Norbert Stuhlfauth, Freitag, 01. April 2016, 11:36 Uhr

Ach Herr Spreng. Ich halte Sie seit Jahren für einen klugen Menschen.Lassen Sie doch das ständige Lamentieren über die Afd.Es gibt wichtigere Themen.Seit 45 Jahren habe ich meinen Stimme bei Wahlen abgegeben. Ja, ABGEGEBEN, denn es kam nichts zurück was ich prickelnd fand. Nun habe ich bewusst Afd gewählt, um meine Simmen zu zeigen. Was kommt zurück? Worthülsen von Frau Merkel: weiterso, die EU soll es richten. Der nächste Witz der deutschen Geschichte.

43) Rainer G., Freitag, 01. April 2016, 13:14 Uhr

@ 30) Erwin Gabriel – 31.03.2016 09:47 Uhr

– Gute Frage. Nur um zu provozieren: DDR 2.0

Wieso provozieren? Wie soll man das, was hier mittlerweile stattfindet denn anders bezeichnen?
Weiche Währung, lückenlose Überwachung der Bevölkerung durch eigene und fremde Geheimdienste, Staats- und Regierungsjournalismus, undifferenzierte Propaganda und Hetze gegen ein Land (früher Bundesrepublik, heute Russland), einsame Entscheidungen ohne demokratische Legitimation (früher aus dem Politbüro, heute aus dem Kanzleramt), alles wird mit zweierlei Maß gemessen und bewertet, wir sind immer die Sieger, immer die Guten, wir machen alles richtig – damals wie heute.
Was ist anders geworden? Ich weiß nicht, ob die Politbüroveteranen Teile des rebellierenden Volkes damals als Pack beschimpft haben. Bei Mielke kann ich es mir lebhaft vorstellen, von den SPD-Größen Gabriel und Maaß habe ich es gehört. Das ist aus meiner Sicht völlig unakzeptabel für einen führenden Politiker, auch wenn der Sprengmeister versucht, diese unwürdigen Auslassungen halbwegs zu relativieren.

44) Rainer G., Freitag, 01. April 2016, 13:37 Uhr

@ 32) karel – 31.03.2016 11:30 Uhr

– ich finde auch, daß sie nett anzusehen ist, diese Fr. Petry.
Und daß diese Frau auch noch ´nen Dr.-Titel hat, also eine Promovierte ist und zudem
schon Trägerin des Bundesverdienstkreuzes ist……..
na, welcher oder welche Linke kann da mithalten?

Promovierte Linke gab es einige im Bundestag. Dass eine oder einer von denen höhere Auszeichnungen erhalten hätte, ist mir unbekannt. Ist aus politischer Sicht auch nicht zu erwarten. Die Grünen sind für mich nicht links, sondern bedauernswert und nicht des Beachtens wert. Ob Frau Petry nett anzuschauen ist, oder nicht, spielt keine Rolle. Die CSU hatte auch einmal einen nett anzuschauenden Doktor, der zudem adelig war. Tolle Mannschaft…
Medial werden natürlich Figuren wie Höcke und von Storch dem GEZ-Zahler vorgeführt, oder von Welke gepflegt in die dumpfe Ecke gestellt, damit der gemeine TV-Zuschauer sich angewidert abwendet, aber auch die AfD hat promoviertes Personal und Professoren in der Führungsriege, die intellektuell so manchem Talk-Show-Politiker der „Volksparteien“ das Fürchten lehren würden, wenn man sie ließe.

45) Hafez Fichte, Freitag, 01. April 2016, 20:12 Uhr

@ 27) Rainer G., Donnerstag, 31. März 2016, 09:23 Uhr

Die Swoboda hat nicht die Macht zugesprochen bekommen die Richtlinien vorzugeben, sondern sie bildet einen kleinen Teil der Regierung. Wie hätte sich die Politik in der Ukraine dargestellt wenn die Swobodda-Partei die Mehrheit zugesprochen bekommen hätte. Glauben Sie nicht, das die Ukraine heute Faschistisch wäre. Putin bezeichnet die Regierungsbildung in der Ukraine schon so als neofaschistisch.

Es stimmt schon- Wenn Rechtsextremismus Macht zugesprochen bekommt sind wir beim Faschismus, wenn Linksextremismus Macht zugesprochen bekommt sind wir beim Kommunismus. Diese Logik zumindest, ist Absolut.

Bei Ihnen liest es sich zudem so, als ob der Westen noch nie Strukturen geschaffen/beholfen hat, die ihm später um die Ohren flogen, oder moralich verwerflich waren. Caligulas Pferd im Oval-Office, W. =Planloser Angriffskrieg =Islamischer Fundamentalismus (IS) =Flüchtlingsproblematik.

( ? )

@ 29) Erwin Gabriel, Donnerstag, 31. März 2016, 09:44 Uhr

Sehr nett von Ihnen, aber so Jung bin ich leider auch nicht, dass mir die Gründungsgeschichte der Afd entgangen wäre. Das Verhalten zu der Zeit, diese Politik als Rechts oder National zu bezeichenen empfand ich auch falsch. Nur stellt sich die Parteistruktur heute anders da, weil sie eben von Nationalsozalisten zum sehr großen Teil unterwandert wurde. Wenn ich doch weiß, dass dort Gegenwärtig die Partei von diesen dirigiert wird, und ich mich trotzdem anschließe, ist es dann so abwegig zu sagen, dies geschieht bewusst. Eben die, die das erkannt haben, sind schon ausgetreten. Wenn Sie damals aufgrund der Wirtschaftspolitik der Afd beigetreten wären, wie hätten sie sich heute verhalten bei diesem Zustand.

Synthese: Morgen wird eine Islamische Partei in Deutschland gegründet, die bei der Bundestagswahl auf anhieb, dank der muslimischen Gesellschaft es auf 15 Prozentpunkte bringt. Formulieren Sie dann auch so Tolerant. Volker Kauder würde stehend ins Koma fallen.

-“Gegen Zuwanderung zu sein, ist legitim. Rechts oder links zu sein, ist legitim. Politisch ausgefallene Meinungen zu haben ist legitim. Gewaltanwendung oder Verstöße gegen das Grundgesetz sind – weder von rechts noch von links – keinesfalls tolerabel.”-

eine Selbstverständlichkeit!

46) erika, Samstag, 02. April 2016, 01:54 Uhr

@ Ockenga

ambivalent, was für eine zutreffende Beschreibung für Angela Merkel

die “mächtigste Frau der Welt”, die an nichts Schuld hat und für nichts die Verantwortung trägt,

die “Standfeste”, die im September “Mutter Teresa” spielt und im März die Flüchtlinge an die Türkei verschachert,

die “Physikerin”, die wegen einem Tsunami in Japan in Deutschland Atomkraftwerke abschaltet,

die “Klimakanzlerin”, die für ein Vorrundenspiel der Fußballnationalmannschaft in Brasilien mal eben schnell den Regierungsjet aus der der Garage holt,

die “Euroretterin”, die bei näherem Hinsehen nur Zeit bis nach der nächsten Wahl gekauft hat.

Bei Angela Merkel, da werden die Dinge eher geheimgehalten, sei es die Geburtstagsfeier im Kanzleramt für Herrn Ackermann, oder es wird nicht weiter darüber berichtet, wie bei der PKW-Maut, oder Artikel verschwinden auf wundersame Weise aus dem Netz, wenn sie zum Thema haben, dass Frau Merkel die Flugbereitschaft für ein Kaffeekränzchen nutzt (untadelig, bescheiden). Chaoslage bei den Flüchtlingen, Angela Merkel urlaubt auf La Gomera, bei Schröder wäre dies sicher ein Riesenthema gewesen. Und wenn die Partei von Angela Merkel Wahlen verliert, dies geschieht seit Jahren, hat es entweder nichts mit Angela Merkel zu tun oder wird wie jetzt in RP und BW quasi zu einem Sieg umgedeutet (siehe auch Herr Spreng).

P.S. Über die Aussage von Frau Merkel bei einer vorbereiteten Pressekonferenz im Bundeskanzleramt: “Ich freue mich, dass es gelungen ist, Osama bin Laden zu töten.” hätte ich mir auch eine Diskussion gewünscht, wie bei Frau Petry und dem Schusswaffengebrauch an der Grenze. Immerhin handelt es sich bei Frau Merkel um die Bundeskanzlerin eines Rechtsstaates und Vorsitzende einer christlichen Partei. Aber da hies es dann: “Im Nachhinein jedes Wort auf die Goldwaage zu legen, ist nicht angemessen.”

47) Jakobiner, Samstag, 02. April 2016, 08:50 Uhr

“Sprengs “künstliche Aufregung” lässt erkennen, wie sehr “Merkel Funk” und “Merkel Presse” damit beschäftigt sind Stimmung zu erzeugen statt leidenschaftslos Fehlleistungen, Unterlassungen, Versäumnisse ihrer Kanzlerschaft zu bilanzieren. Die “Leitmedien” fallen durch einen eklatanten Mangel an Kontrolle und detaillierter Kritik der Regierungschefin auf. ”

Das stimmt schon. Die meisten Medien sind tendenziell sehr milde mit der Kanzlerin und ihrer Politik.Wenn Merkel zu einer Talkshow wie bei Anne Will geladen wird, dann immer allein, damit keine lästigen Gegenstimmen auftauchen können.

48) Erwin Gabriel, Samstag, 02. April 2016, 14:43 Uhr

@ 45) Hafez Fichte, Freitag, 01. April 2016, 20:12 Uhr

>> Das Verhalten zu der Zeit, diese [die AfD-] Politik als
>> Rechts oder National zu bezeichenen empfand ich auch falsch.

Jeder, der die AfD jetzt und früher gegenüber stellt, wird das ebenfalls als falsch empfinden. Aber wer wirft das den Parteien oder Medien vor? Stattdessen kommt jetzt Teil zwei der Nummer: Nach dem Motto “Aber jetzt sind es Nazis” werden die verurteilt, die nach dem moralisch fragwürdigen Eindruck der gleichen Spackos nicht schnell genug auf die Bäume gehüpft sind. Das ist äußerst fragwürdig und scheinheilig.

>> Synthese: Morgen wird eine Islamische Partei in Deutschland
>> gegründet, die bei der Bundestagswahl auf anhieb, dank der
>> muslimischen Gesellschaft es auf 15 Prozentpunkte bringt.
>> Formulieren Sie dann auch so tolerant?

Nein, keinesfalls.

Meiner Wahrnehmung nach ist die christlich-jüdische Religion eines der Fundamente, auf der die Kultur unserer Gesellschaft ruht – das sage ich als Atheist, dem jede Religion, jede Kirche, jede Konfession und jedes allzu öffentliche Bekenntnis (nicht aber der Glaube oder die Spiritualität an sich) sehr, sehr suspekt sind.

Alle anderen Religionen sind, wenn ich das mal so unscharf formulieren darf, Gast in diesem Land. Gern gesehen, durchaus bereichernd, aber nicht maßgeblich. Ihre Anhänger sollten sich von Herzen der hier gezeigten Toleranz, ihre Religion problemlos ausüben zu dürfen, erfreuen (was, wie ein rascher Blick in die Welt zeigt, keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist), und allen jeweiligen Nichtgläubigen gegenüber die gleiche Toleranz und Zurückhaltung erweisen.

Ich halte JEDEN Versuch, auf Basis einer beliebigen Religionszugehörigkeit (auch des Christentums) Macht auszuüben, für illegal (Trennung von Kirche und Staat). Man sollte dabei die “christlichen” Teile des Namens von CDU und CSU nicht überbewerten, weil zum einen viele Atheisten diese Parteien wählen, und zum anderen die Durchsetzung der in der Bibel vorgeschriebenen Lebensweisen und Rechtssprechungen nicht das Wahlziel ist.

49) Johannes Lamp, Samstag, 02. April 2016, 16:14 Uhr

Zu 47) Jakobiner
“Wenn A. Merkel zu einer Talkshow wie bei Anne Will eingeladen wird…” ( richtig: in eine)
Wie einfältig muss man sein, so einen Käse zu schreiben?
Angela Merkel, die deutsche Bundeskanzlerin, wird nicht eingeladen – sie lädt sich selbst ein!
Mir wird langsam übel, wenn Verschwörungstheoretiker von Merkel-Presse und Merkel-Funk phantasieren – allein die Veröffentlichung derartigen Käses bestätigt doch die Freiheit der Medien!

50) R. Dierke, Samstag, 02. April 2016, 17:48 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,
in Ihren letzten Blogbeiträgen haben Sie sich gründlich verhoben, wenn Sie zuerst Lindners “Liberalismus” und anschließend Frauke Petrys AfD aufs Korn nehmen.
Wenn jemand die “linken” im Bundestag vertretenen Parteien als da sind: CDU/CSU, SPD, Grüne, Linke-Kommunisten partout nicht wählen will oder kann, bleibt für ihn nur die FDP oder die AfD als Alternative, sofern er nicht bei den Nichtwählern bleibt. Natürlich gibt es bei der AfD einige kuriose Typen ( die gibt es doch in den anderen Parteien auch !! ), aber grundsätzlich ist Frauke Petry bei ihrer Aussage zum Schutz der europäischen Grenzen zuzustimmen. Solange es die FDP gibt, wählen wir die FDP. Wenn es sie nicht mehr gibt, dann wählen wir in keinem Fall die sog. etablierten Parteien, die unter Führung von A. Merkel auf fast allen Gebieten : EU, Euro, Energiewende und Flüchtlingspolitik versagt haben.

MfG Rüdiger und Frauke Dierke

51) Politikverdruss, Samstag, 02. April 2016, 18:16 Uhr

43) Rainer G., Freitag, 01. April 2016, 13:14 Uhr,
31) Erwin Gabriel, Donnerstag, 31. März 2016, 09:47 Uhr,

lieber Herr Gabriel, eine berechtigte Feststellung, die Rainer G. mit seinem treffenden Beitrag (43) untermauert. Die jetzigen Koalitionsverhandlungen zeigen doch sehr deutlich: Die etablierten Parteien koalieren sich eine Mehrheit zu recht und grenzen die AfD aus. Hauptsache an der Macht bzw. Machterhalt.

Grün-Schwarz in B-W wird der Union noch einmal ordentlich Stimmen kosten. Der scheidende SPD-Kultusminister Stoch gibt schnell noch den Bildungsplan zur sexuellen Toleranz und Vielfalt frei(Jugendliche sollen mit den Lebensweisen der LSBTTIQ vertraut gemacht werden). Und die Union als Juniorpartner der Grünen wird das nun in Regierungspolitik umsetzen. So läuft das!

Frau Merkel glaubt offensichtlich, die konservative Wählerschaft würde sich bei der Bundestagswahl 2017 auf eine schwarz-grüne Koalition einlassen. Das wird nicht der Fall sein. B-W wird als abschreckendes Beispiel wieder jede Menge Unionsstimmen Richtung AfD abwandern lassen.

Bedauerlich, dass nicht verhindert werden kann, dass die Schüler und Familien in B-W nun dieser verhängnisvollen Gender-Ideologie ausgesetzt sein werden.

52) CitizenK, Sonntag, 03. April 2016, 10:24 Uhr

@ erika

Immer wieder dieses Argument, meist von Technikern: Wegen eines Tsunamis in einem fernen, fernen Land. Mit uns hat das gar nichts zu tun?

Schauen Sie nach Frankreich und Belgien – dann werden Sie Merkels Entscheidung als weitsichtig erkennen.

53) Johannes Lamp, Sonntag, 03. April 2016, 21:30 Uhr

Zu 51) Politikverdruss
Langsam gehen mir die Prophezeiungen gewaltig auf den Senkel – sollte sich bei der Bundestagswahl 2017 ergeben, dass eine Mehrheit für Schwarz-Grün ist, wird Schwarz-Grün die Regierung stellen, egal was konservative Ultras für Illusionen haben…
Der Entwurf zum Programm der AfD beschäftigt sich an herausragender Stelle mit den Gender-Phantasien des Verfassers von 51) – man weiss nicht, ob man sich mehr davor, oder mehr vor dem
Demokratieverständnis (Koalitionen und Mehrheiten) ekeln soll…

54) Politikverdruss, Montag, 04. April 2016, 11:03 Uhr

Die Briefkastenfirmen in Panama sind das neue Aufregerthema. Die Leute sind so frech, und verschleiern ihr Vermögen durch Scheinfirmen. Alles legal, aber unmoralisch. Und, besonders skandalös, ein „Putin-Vertrauter“ soll auch dabei sein.

Eurokrise, Staatsschuldenkrise, Flüchtlingskrise, Terrorkrise und die Krise der etablierten Parteien, alles olle Kamellen. Die ÖR haben durch ihren „phänomenalen Rechercheverbund“ den größten aller denkbaren Skandale aufgedeckt.

Dass Herr Erdogan mal so eben den Berg-Karabach-Konflikt anheizt, oder dass die ersten „legal aus der Türkei einreisenden“ Flüchtlinge per Flugzeug in Hannover eintreffen, ist kaum der Rede wert. Nein, ein mit Putin befreundeter Cellist gehört zu den Scheinfirmeninhabern.

Auffällig ist, der „Westen“ ist unter den „Bloßgestellten“ kaum vertreten. Woran mag das liegen? „Die Auswertung und Veröffentlichung der Daten wird vom „Internationalen Konsortium investigativer Journalisten“ vorgenommen, das ICIJ“.

„Das ICIJ wird finanziert und betrieben vom amerikanischen „Center for Public Integrity“. Unter den Unterstützern und Finanziers dieses Instituts findet man Namen wie …
• Ford Foundation
• Carnegie Endowment
• Rockefeller Family Fund
• W K Kellogg Foundation
• Open Society Foundation (Soros)“ http://www.nachdenkseiten.de/?p=32707

„Als Partner des ICIJ war auch das OCCRP (The Organized Crime and Corruption Reporting Project) an der Auswertung der Panama Papers maßgeblich beteiligt. Das OCCRP wird von Georg Soros Open Society Foundation der amerikanischen USAID und dem Schweizer-Rumänischen-Kooperations-Programm finanziert.”

Wer hätte das gedacht? Und George Soros ist auch wieder überall dabei! Der managt schon die Flüchtlingsströme (ESI) und finanziert nun auch noch „investigative Rechercheverbünde“. Da können wir ja ganz beruhigt davon ausgehen, dass hier ohne Ansehen der Person „recherchiert“ wird.
Die Nachdenkseiten fragen zu recht: „Was soll man von einem „investigativen Netzwerk“ (Eigenbezeichnung) halten, das noch nicht einmal bei den einfachsten Sachzusammenhängen bei der Wahrheit bleibt?“

55) Hafez Fichte, Montag, 04. April 2016, 14:25 Uhr

@ 41) Politikverdruss, Freitag, 01. April 2016, 10:50 Uhr

Die Antwort auf Ihre frage, beantworten Sie selber. Ich stelle das Menschenunwürdige/verachtende Ausüben beider politischen Systeme nicht in frage.

Die einen Töten, um ihre Macht zu erhalten, und ihre Rassenpolitik durchzuführen, die anderen Töten, um ihre Macht zu erhalten, und ihre Klassenpolitik durchzusetzen. Der Unterschied, liegt in der Motivation. Nicht mehr, und nicht weniger.

@ 48) Erwin Gabriel, Samstag, 02. April 2016, 14:43 Uhr

Dann sollten Sie sich fragen, was eine gesetzlich formulierte Kirchensteuer in unserem Rechtssystem zu suchen hat. Wenn Religion und Staat getrennt sind, sollte es doch jedem Staatsbürger seiner Eigenverantwortung überlassen sein, welchen Beitrag er für seinen Glauben zu leiten vermag, und nicht gesetzlich verpflichtet sein. Da interessiert mich ( in dem Fall ) ein C bei der CDU/CSU recht wenig. Dazu kommt noch das unheimliche Vermögen, dass die Kirche vor sich rumträgt. ( Kunst, Antiquitäten, Bücher, Immobilien, Eigenkapital, Wertmetalle etc. Nun gut.

Was den Rest angeht, bin ich geläutert, habe mich ein wenig zu aggressiv/überheblich ausgedrückt. Die Ängste bleiben dennoch. Wir können immer noch den Plenarsaal verlassen, wenn nach der nächsten Bundestagswahl, einer der sich etablierten (offensichtlichen) Nationalsozalisten, dass Rednerpult betretet. Zumindest in diesem Fall, sollten Sie wie auch ich, eine leichte Scham empfinden. Ich ertrage das nur jetzt mit mehr Toleranz gegenüber der AfD.

56) Jakobiner, Dienstag, 05. April 2016, 09:29 Uhr

Ja, mir fiel auch auf, dass in ARD, ZDF und sonstiger Presse eigentlich daraus nur ein Putinskandal gemacht wurde.da wird schon sehr einseitig gefiltert. Und dass es im Westen aufgrund von Rechtsstaatlickeit keine Korruption und Steuerhinterzeihung geben soll, glauibe ich auch nicht.Interessant aber, dass die Veröffentlichung gerade zu dem Zeitpunkt kaommt, als unter dem Vorsitz Deutschlands und Schäubles eine Konferenz der Finanzminister gegen Steuerhinterziehung abgehalten wurde und der SZ, NDR und WDR die Papiere zugespielt wurden. Sieht fast nach einer konzertierten Aktion aus.

“„Das ICIJ wird finanziert und betrieben vom amerikanischen „Center for Public Integrity“. Unter den Unterstützern und Finanziers dieses Instituts findet man Namen wie …
• Ford Foundation
• Carnegie Endowment
• Rockefeller Family Fund
• W K Kellogg Foundation
• Open Society Foundation (Soros)“

Wäre mal interessant, ob diese Herrschaften , inklusive Soros auch Briefkastenfirmen unterhalten–vielleicht nicht bei Mossack-Foncesa, aber vielleicht bei einer anderen Gesellschaft.

57) Erwin Gabriel, Dienstag, 05. April 2016, 10:54 Uhr

((Hallo Herr Spreng,
können Sie bitte den ersten Beitrag löschen?
Merci im Voraus))

@ 52) CitizenK, Sonntag, 03. April 2016, 10:24 Uhr

wg. deutschem Atomausstieg:

>> Schauen Sie nach Frankreich und Belgien – dann werden Sie
>> Merkels Entscheidung als weitsichtig erkennen.

Auweia

Die “weitsichtige” Entscheidung hat die Regierung Schröder gefällt, und zwar in Abstimmung mit der Energieindustrie. Frau Merkel hat als fast erste Amtshandlung diese “weitsichtige” Entscheidung einkassiert, und einen nicht bezifferbaren Schaden bei der Entwicklung alternativer Energieversorgung angerichtet. Weitsichtig?

Dann hat sie aufgrund eines gewaltigen Erdbebens in Japan (so etwas haben wir hier nicht), das ebenda eine gewaltige Flutwelle auslöste (so etwas haben wir hier auch nicht), die zur Katastrophe bei einer Gruppe von Siedewasserraektoren (haben wir hier kaum) führte, ohne Warnung und unter Verstoß gegen geltendes Recht aufs Knöpfchen gedrückt. Diese spontane Entscheidung führte zu Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe und zu einem dramatischen Anstieg der EEG-Umlage. Weitsichtig?

Hab ich vergessen zu erwähnen, dass zum Zeitpunkt der Merkelschen Entscheidung gerade Wahlkampf in Baden-Württemberg war, und sich der damalige Ministerpräsident Mappus gerade hinter dem Rücken des Parlaments in die Atomenergie-Industrie eingekauft hat?

Schlimmer und kurzsichtiger ging es kaum.

58) Erwin Gabriel, Dienstag, 05. April 2016, 10:57 Uhr

@ 55) Hafez Fichte, Montag, 04. April 2016, 14:25 Uhr

>> Die einen Töten, um ihre Macht zu erhalten, und ihre Rassenpolitik
>> durchzuführen, die anderen Töten, um ihre Macht zu erhalten,
>> und ihre Klassenpolitik durchzusetzen. Der Unterschied, liegt in der
>> Motivation. Nicht mehr, und nicht weniger.

Wie Sie selbst feststellen: Beide Gruppen töteten aus Machterhalt. Kein Unterschied in der Motivation.

>> Dann sollten Sie sich fragen, was eine gesetzlich formulierte
>> Kirchensteuer in unserem Rechtssystem zu suchen hat.

Zustimmung – Nichts. Wir haben Trennung von Kirche und Staat.

>> Was den Rest angeht, bin ich geläutert, habe mich ein wenig
>> zu aggressiv/überheblich ausgedrückt.

Ja, tot sind Sie noch nicht, das konnte man merken. Da das fast allen hier gelegentlich passiert – den einen mehr (nicht wahr, Herr Lamp :-) ), den anderen weniger, sind Sie damit in bester Gesellschaft.

>> Die Ängste bleiben dennoch.

Das kann ich nachvollziehen. Mir gefiel der europakritische Kurs der AfD zu Prof. Luckes Zeiten, da mir die mafiösen Strukturen der EU-Politkfindung zutiefst suspekt sind. Die fremdenfeindliche Ausrichtung der aktuellen AfD unter Petry, Gauland, Höcke sorgt bei mir ebenfalls für sehr, sehr viel Unwohlsein. Ich habe zuviel von der Welt gesehen, um die Deutschen für die Krone der menschlichen Schöpfung halten zu können.

Dennoch ist die Zuwanderungspolitik von Frau Merkel schlampig, fahrlässig, scheinheilig, und wird in Zukunft zu gewaltigen Problemen führen. Wer diese Politk ablehnt, hat derzeit nur eine Partei. Traurig, aber wahr.

59) Jakobiner, Dienstag, 05. April 2016, 14:36 Uhr

Panama, so ein Mittelamerikanisches Dschungelgebiet und Steuerparadies, das seinen Kanal offenbar nicht voll kriegen kann, musste den Namen für diese Datensätze aus vermutlichen Geheimdienstquellen hergeben. Das klangt wohl so schön gesetzlos und verrucht
Ein wesentlicher Anteil, etwa die Hälfte nämlich, der in diesen Daten genannten Briefkastenfirmen, sitzen aber gar nicht in Panama sondern auf dem Britischen Übersee-Territorium, den zum UK(!) aber damit noch lange nicht zur EU gehörenden Virgin Islands, den Jungfrauen Inseln. Wie überaus praktisch für die Briten: Es regiert ein Gouverneur, aus London eingesetzt. Queen Elli II ist Staatsoberhaupt. Außen- und Verteidigungspolitik bestimmt London. EU-Recht, das ist ganz wichtig in dieser Konstellation, gilt natürlich nicht! Auf der Straße regiert der US-Dollar. Viele dieser Briefkastenfirmen werden in Wahrheit aus England, vermutlich die meisten aus der City of London gesteuert? Man stelle sich nach einem erfolgten Brexit das ganze UK als ein einziges Steuer-Paradies, direkt vor der Haustür der Kontinentaleuropäer gelegen, vor. Da brauchen die europäischen Nationalstaaten dann keine Steuern mehr zu erheben…

Nicht London-Papers, nicht UK-Papers, nein Panama-Papers heisst der Enthüllungs Gag, obwohl die Hälfte (113.648) der von Mossack Fonseca gegründeten Firmen ihren Sitz auf den britischen Junfrauen-Inseln haben

60) Johannes Lamp, Dienstag, 05. April 2016, 19:24 Uhr

Zu 55) Hafez Fichte
Der erste Absatz als Antwort zu 41) Politikverdruss klingt zwar plausibel, ist aber Unfug!
Es gibt kein Pendant zu den Untaten der braunen Barbaren – eine Tat, wie der Holocaust ist mit keiner stalinistischen Untat zu vergleichen und zu verniedlichen…
Der 2. Absatz als Entgegnung zum alten Gabriel (48) ist auch unüberlegt:
Einer der Lieblingssätze des FJS war: pacta sunt servanda!
Die deutsche Regierung hat einen Vertrag mit dem Deutschen Reich geschlossen, genannt Konkordat,
der neben diplomatischen Angelegenheiten, auch die Kirchensteuer regelte…
Wenn Sie, der ja den Plenarsaal verlassen möchte, das Konkordat aufkündigen will, müssen Sie wahrscheinlich auch eine neue Partei gründen… (Namensvorschlag: Orthographische Alternative?)

61) erika, Donnerstag, 07. April 2016, 07:56 Uhr

52) CitizenK, Sonntag, 03. April 2016, 10:24 Uhr

Ich persönlich bin seit den Siebzigern gegen Atomkraft was mich ärgert ist die Verlogenheit der Begründung und die unnötige Laufzeitverlängerung durch Angela Merkel (der ach so sicheren Atomkraftwerke – an dieser Sicherheit hat sich durch einen Tsunami in Japan nichts geändert) ein halbes Jahre zuvor mit den daraus resultierenden Kosten.

62) Erwin Gabriel, Donnerstag, 07. April 2016, 08:27 Uhr

@ 60) Johannes Lamp, Dienstag, 05. April 2016, 19:24 Uhr

>> Es gibt kein Pendant zu den Untaten der braunen Barbaren –
>> eine Tat, wie der Holocaust ist mit keiner stalinistischen Untat
>> zu vergleichen und zu verniedlichen…

Stalins Greueltaten als “Verniedlichung” zu preisen finde ich schon heftig. Ob Sie den Nazi-Holocaust, die stalinistischen Säuberungen samt Gulag-System, die kambodschanischen Killing Fields oder den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich nehmen – keiner dieser Vorgänge ist “verniedlichend”.

63) Erwin Gabriel, Donnerstag, 07. April 2016, 08:56 Uhr

@ 60) Johannes Lamp, Dienstag, 05. April 2016, 19:24 Uhr

Nachtrag:

>> pacta sunt servanda!
>> Die deutsche Regierung hat einen Vertrag mit dem Deutschen Reich
>> geschlossen, genannt Konkordat, …

Sie meinen sicherlich den Vatikan, der so erfolgreich mit dem Dritten Reich feilschte, nicht die deutsche (Bundes-)Regierung. Egal, das Glauben fällt mir bei beiden schwer.

>> …der neben diplomatischen Angelegenheiten, auch die Kirchensteuer
>> regelte…

Ja, eine gültige Vereinbarung, die aus genannten Gründen aufgelöst gehört. Aber ich stimme zu, dass man sich bis dahin an den Verträge halten sollte – wie an alle Verträge (etwa innerhalb der EU), die man so abschließt.

64) Johannes Lamp, Donnerstag, 07. April 2016, 10:43 Uhr

Zu 60) Johannes Lamp
Vertrag natürlich mit dem Vatikan (Fehler geschuldet dem Ärger über Absatz 1 von Hafez)

65) Ockenga, Freitag, 08. April 2016, 15:21 Uhr

Die ERIKA ist auch eine Heideblume.

Aber Blumen können etwas, was den Linken leider total abgeht. Sie können von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang beobachten und sich pragmatisch auf das Mögliche und Erforderliche anpassen. Frau Merkel macht zweifellos das, was möglich ist. Das beweisen eklatant täglich alle ihre Kritiker. Denn wo ist die linke “Figur”, der Aspirant, der jetzt noch laut sagt, dass er das Amt zu gerne übernehmen möchte? Wir und Frau Merkel sind das Opfer einer unfertigen EU. Einer auch 2004 sozialistisch motiviert gesteuerten EU, die damals auf einen Ruck 10 neue Mitglieder in die Arme nahm. Selbst die mit den höchsten Ansprüchen gesegneten Ideal-Linken können nicht erklären, warum die sozialistische Internationale akzeptiert hat, dass der EU nahezu alle demokratischen Rechte fremd sind. Kein Wunder, dass dann diese abenteuerliche Gemengelage die schon vorher immer pleiten Griechen als die idealen sozialistischen Freunde akzeptiert hat. Alles schon vergessen? Leider haben dann auch die unverbesserlichen rechten Brüder im Geiste mitgespielt. Aber wer will schon kein Beteiligter am politischen Spiel sein.

Und nun zur Frage der Verantwortung!

Neben den zahlenden Bürgern tragen allenfalls hauptamtliche Bürgermeister, Beigeordnete und hin und wieder auch Mandatsträger, wenn sie nach 4-8 Jahren nicht wieder gewählt werden und arbeitslos sind, eine persönliche politische Verantwortung. Aber für Beamte, Rechtsanwälte, Lehrer und hochkarätige Funktionäre gibt es immer genügend gestiftete und sonstige staatlich geförderte berufliche Auffangbecken. Lotto und Europa. Auch die Herren Beck und Stoiber, Mappus, Schröder und Trittin hatten keine persönlichen Nachteile für ihre politischen Fehler zu tragen. Sie werden noch mit Posten versorgt, bis sie die ungeschmälerte Rente kassieren können. Keiner von denen hat je einen Cent für grandiose Fehler gezahlt.

Auch Bürgerbeteiligungen machen die Frage der Verantwortung nicht logischer. Im Gegenteil! Mit der Bürgerbefragung als letzter Möglichkeit und der Zustimmung der Mandatsträger kommt es zur Rückdelegation des erst nach längerem Wahlkampf erworbenen Vertrauens und der daraus resultierenden Verantwortung.

Bürger zu befragen, ist der Inbegriff der Demokratie. Dennoch, die Verantwortung zurückzugeben, ist ein Schlag ins Gesicht der parlamentarischen Demo¬kra¬tie. Was noch mehr durch die Rückdelegation bedrückt, ist die Rücknahme bzw. das Fehlen der am Wahltag vom Wähler vermuteten Qualitätsmerkmale und Leistungsunterschiede von Parteien und Personen. Obwohl für alle Wahlen so unerlässlich, werden die gleich mit entsorgt. Und noch schlimmer: Eine Regierung oder ein Mandatsträger kann, wenn alles schief geht, auch noch sagen:“Verantwortung wir/ich? Ihr habt das doch so gewollt!“

66) Politikverdruss, Samstag, 09. April 2016, 13:01 Uhr

Die Reaktionen deutscher Politiker und der Medien auf das niederländische Referendum sind aus demokratischer Sicht nicht mehr nachvollziehbar. Die „Mehr-Europa-Befürworter“ sind derart außer sich, dass sie „Direkte Demokratie“ nun als „Perversion“ geißeln. Insbesondere die Heuchler-Grünen tun sich hervor!

Aber der Reihe nach. Noch im Bundestagswahlprogramm 2013 erklärten die Grünen: „Die öffentliche Mobilisierung zu Sachthemen bringt frischen Wind in die politische Landschaft. Bislang verweigert sich vor allem die CDU/CSU einer dafür notwendigen Grundgesetzänderung. Aber wir lassen nicht locker, bis eine dreistufige Volksgesetzgebung mit Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid Wirklichkeit wird. […] Auf EU-Ebene wollen wir zu gesamteuropäischen Volksentscheiden kommen.

Nun sieht Rebecca Harms, für die Grünen seit 2004 im Europaparlament, das anders: „Plebiszitäre Elemente zu europäischer Politik, die so angelegt sind wie die gestrige Abstimmung, können die EU in ihrem Bestand gefährden«, so die 59-jährige Grüne gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger. Darüber hinaus sei sie nun dagegen, „in einzelnen Staaten über Fragen abstimmen zu lassen, die die EU insgesamt betreffen.“ Da kann man nur feststellen: Bigotterie, Grün ist dein Name!

Medial hat Petra Sorge vom Cicero den Vogel abgeschossen. Unter dem Titel: „Referendum in den Niederlanden. Die Perversion der Demokratie“, stellt sie fest, dass “direkte Demokratie tatsächlich zu weniger Demokratie führt.“ Und Steffen Dobbert von der ZEIT diskreditiert die niederländischen Wähler gleich mal als Falschspieler und titelt: „Falsches Spiel im Namen der Demokratie“. Und nicht zu vergessen: an allem war natürlich Putin schuld.

Manfred Güllner von FORSA hat in seinem Buch, „Die Grünen: Höhenflug oder Absturz“, davor gewarnt, die „Grüne Diktatur gefährde den zweiten Versuch, die Demokratie in Deutschland dauerhaft zu etablieren.“ Damals, nach Erscheinen des Buches, wurde Güllner heftig kritisiert. Heute muss man feststellen, so falsch lag Güllner gar nicht. Die wahre „Perversion“ einer Demokratie besteht aus Parlamenten ohne Opposition und grünen Medien, die Politik machen.

67) Erwin Gabriel, Samstag, 09. April 2016, 21:42 Uhr

@ 64) Johannes Lamp, Donnerstag, 07. April 2016, 10:43 Uhr

>> Vertrag natürlich mit dem Vatikan (Fehler geschuldet dem
>> Ärger über Absatz 1 von Hafez)

Ja, immer die anderen.
Verstehe.
:-)

68) Herr Z., Donnerstag, 05. Mai 2016, 09:20 Uhr

Zunächst einmal hat Frau Petry natürlich recht. Der Schußwaffengebrauch an der Grenze ist im Gesetz geregelt und erlaubt. Zweitens hat sie klar gesagt, dass niemand auf Flüchtlinge schießen will. Weder sie selbst, noch Polizisten. Drittens hat auch von Storch nicht behauptet, man wolle auf Flüchtlinge schießen. Die Frage war nämlich, ob man Waffengewalt einsetzen wolle. Das ist ein gewaltiger Unterschied, denn Waffen sind nun mal nicht nur Schusswaffen, sondern bspw. auch Schlagstöcke, Wasserwerfer etc.

Die Verengung der Diskussion auf das Schießen geschieht ganz klar in manipulativer Absicht. Natürlich muss niemand auf eine Frau mit Kind schießen, denn eine Frau mit Kind kann von den Grenzbeamten problemlos anderweitig aufgehalten werden. Anders sieht es aus, wenn eine aggressive Gruppe von gewaltbereiten jungen Männern an der Grenze steht. Wir alle kennen die Bilder aus Mazedonien. Dort haben Flüchtlinge massenhaft faustgroße Steinen auf die Köpfe der Grenzbeamten geschleudert.

Was wir in der Debatte beobachten können, sind die emotionalen Ausfälle jener Leute, die sich nicht mit Sachpolitik beschäftigen wollen. Diese Leute wollen emotionalisieren, Ängste schüren und sich moralisch erhoben fühlen. Mit den u.U. hässlichen Bildern der Realität wollen sie nichts zu tun haben. BP Gauck hat diese Art Menschen in anderem Zusammenhang mal als Glückssüchtige bezeichnet. Das trifft es haargenau. Diesen Leuten geht es nicht um Menschenrechte oder Politik, sondern um ihr Seelenheil.

Generell lässt sich zur Grenzthematik festhalten, dass eine baulich geschützte Grenze – und genau _das_ war die fiktive Ausgangslage im Interview des ‘Mannheimer Morgen’ – natürlich auch durch Personal geschützt werden muss. Ein einfacher Zaun, den die Leute überklettern ergibt nun mal keinen Sinn. Wer den Einsatz von Gewalt an eben so einer Grenze von vornherein ablehnt, völlig egal, unter welchen Umständen, der kann die Grenze gleich offen lassen. Für eine geschlossene Grenze gilt daher: si vis pacem para bellum – wer den Frieden will, muss den Krieg vorbereiten.

69) Rapunzel, Sonntag, 15. Mai 2016, 08:32 Uhr

Ich würde behaupten, da verwechselt ein neidischer Ex-Springer Getzblatt Mitarbeiter die Haltung eines Alibi-MöchtegernKonservativen Fleischauer mit der Haltung des Spiegel.
Fail.

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