Samstag, 16. April 2016, 12:49 Uhr

Verantwortung

Zwischen Jan Böhmermann und der Kanzlerin gibt es viele Unterschiede. Einer aber ist besonders aktuell: Böhmermann muss sich im schlimmsten, aber eher unwahrscheinlichen Fall dem Urteil eines deutschen Gerichts stellen, Angela Merkel aber täglich dem Urteil der internationalen Staatengemeinschaft. Jede ihre Handlungen hat Auswirkungen auf die Weltpolitik.

Die Kanzlerin muss nationale und internationale, strategische und geopolitische Gesichtspunkte berücksichtigen. Sie muss permanent die Folgen ihrer Politik bedenken und einkalkulieren. Sie kann und darf es sich bei ihren Entscheidungen nicht leicht machen.

Ein Komiker oder Satiriker dagegen kann es sich leicht machen. Er haut seine Witze, Beleidigungen und Verunglimpfungen raus, wie es ihm gerade passt. Er denkt nicht an die Folgen und berücksichtigt nicht die Reaktionen, wenn er die Provokationsspirale immer weiter dreht.

Das Duell Böhmermann gegen Merkel war ein Duell der Verantwortlichkeit einer mächtigen Politikerin gegen die Verantwortungslosigkeit  eines freischwebenden Satirikers.

Auch wenn die Kanzlerin das Duell nach Meinung eines Teils der Bevölkerung verloren hat, sie konnte nicht anders, als die deutsche Justiz zu ermächtigen, gegen Böhmermann wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes zu ermitteln.

Sie musste bei ihrer Entscheidung unter anderem die Bedeutung des EU-Türkei-Abkommens über die Flüchtlinge berücksichtigen, die NATO-Mitgliedschaft der Türkei, die Gefühle der in Deutschland lebenden türkischen Wähler Erdogans, eines frei und demokratisch gewählten Staatsoberhauptes.

Dabei spielt keine Rolle, dass uns seine Innenpolitik nicht passt und er dabei ist, die Türkei in einen autoritären Staat zu verwandeln.

Wer Merkel jetzt dafür kritisiert, macht es sich sehr leicht. Um sich mit Böhmermann zu solidarisieren, genügt ein Click im Internet. Merkel jetzt einen Kotau vor Erdogan vorzuwerfen, kostet nichts, gibt aber dem Absender das mächtige Gefühl, die Freiheit zu verteidigen.

Politik aber kann sich nicht an kurzfristigen Empörungsritualen orientieren. Sie muss immer auch die langfristigen Folgen berücksichtigen.

Frau Merkel kann auch nicht wie Böhmermann abtauchen und eine Sendung ausfallen lassen. Für sie gibt es keine Flucht aus der Verantwortung.

Deshalb hat sie richtig gehandelt. Bei der Justiz ist der Fall in den richtigen, unabhängigen Händen. Böhmermann hat mit seinem vulgären und rassistischen Gedicht nicht nur die Grenzen der Satire ausgelotet, sondern auch die Grenzen des Anstands überschritten. Dafür muss er sich verantworten. Was ist daran anstößig?

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

108 Kommentare

1) Erwin Gabriel, Samstag, 16. April 2016, 13:14 Uhr

Ich stimme zu.

Frau Merkel hat aus meiner Sicht an dieser Stelle alles richtig gemacht – vom Anruf bei Erdogan bis zur Freigabe des Verfahrens. Die meisten Bekannten von mir, die pro Böhmermann sind, sind es deswegen, weil sie den türkischen Präsidenten für reaktionär und undemokratisch halten, und weil sie über dessen erpresserische Flüchtlingspolitik erbost sind. Ob etwas eine Beleidigung ist oder nicht, darf aber nicht von Sympathie oder Antipathie abhängen. Gut, dass jetzt ein Gericht entscheidet.

2) Erwin Gabriel, Samstag, 16. April 2016, 13:47 Uhr

@ Politikverdruss, Samstag, 16. April 2016, 12:00 Uhr

Ich antworte mal in diesem Thread, weil es thematisch besser hierhin passt.

Präsident Erdogan hat unabhängig davon, ob er die Pressefreiheit unterdrückt oder nicht, ein Recht, sich über den Extra3-Beitrag zu ärgern. Und er hat ein Recht, den deutschen Botschafter einbestellen zu lassen; genau dafür ist der Botschafter vor Ort). Und er hat ein Recht, sich selbst damit so gut vor der gesamten Welt zu blamieren, wie er es eben kann.

Die böhmermannsche “Kritik” war nicht “edukatorisches”, sondern nur eine Aneinanderreihung übelster Beschimpfungen mit der Intention, zu provozieren und zu verletzen.

>> Die Übertragung dieser Schmähkritik auf andere „Lagen“,
>> ist meines Erachtens nach kaum möglich.

Wie kommen Sie darauf? Erst wenn solch eine derartige Schmähung als Satire gegen jeden zulässig ist, der die Pressefreiheit unterdrückt, andere Rechte beschneidet oder Leute ähnlich grundlos einsperrt, ihnen Gewalt antut oder derartiges nicht verhindert, obwohl er es könnte – also unabhängig von Geschlecht, Rasse, Religion oder (im Rahmen der Gesetze) sexueller Neigung – kann sie legal sein.

Gleiches Recht für alle.

3) Rainer N., Samstag, 16. April 2016, 13:58 Uhr

FALSCH!

https://www.lawblog.de/index.php/archives/2016/04/15/angela-merkel-dialektik-auf-die-spitze-getrieben/

Anders gesagt: Der Staatsanwaltschaft wird durch die Ermächtigung eine Verfolgung Jan Böhmermanns erlaubt, obwohl diejenigen, die die Verfolgung nun erlauben, den Straftatbestand abschaffen wollen. Hierzu sage ich nur: Finde den Fehler. Dann hätte es völlig unabhängig von der Frage, ob unsere Justiz nichts besseres zu tun haben sollte, als die Ehre eines überempfindlichen autoritären Regierungschefs zu schützen, doch sehr nahegelegen, wenn die Bundesregierung von ihrer gesetzlichen Entscheidungskompetenz nach § 104a StGB Gebrauch gemacht hätte: Keine Ermächtigung, weil Majestätsbeleidigung ohnehin bald obsolet. Und kein Interesse daran, dass die Meinungsfreiheit bei uns Schaden nimmt.

Zweiter Fehler: Ich denke, SIE kennen das “Gedicht” nicht einmal im Kontext. Nur so die “krassen Interpretationen”.

http://justpaste.it/svdv

Dort nachzulesen – aus dem Zusammenhang gerissen sieht es immer anders aus.

4) Johannes Lamp, Samstag, 16. April 2016, 14:26 Uhr

Was gibt es für Gründe, die causa Böhmermann so hoch zu hängen?
Ein Kasper, der jetzt hochgejubelt wird und der bis dato noch jeden Job vergeigt hat, hat sich gewaltig im Ton vergriffen und ein sodomitisches Fäkalwerk geschaffen, dass den Normalbürger grausen lässt…
Mein Fazit auf österreichisch: Noch net amal ignorieren!

5) nona, Samstag, 16. April 2016, 15:31 Uhr

Natürlich hat Merkel richtig gehandelt, und natürlich hat sie garnicht anders gekonnt. Ein Skandal wäre es gewesen, hätte sie sich in die Justiz eingemischt und qua Kanzler-Edikt befohlen, die Gesetze nicht zu befolgen.Wenn die Rechtslage so ist wie sie ist (Beleidigungsparagraph und besonderer Schutz von “Staatsoberhäuptern” vor Beleidigung, etc.), dann nehmen die Dinge eben ihren Lauf. An den wohlfeilen Kritiken daran kann man jetzt im Nachhinein sehr schön ablesen, wer sich als politische Luftpumpe und Phrasendrescher entlarvt. Was von Erdogan grundsätzlich zu halten ist, ist dabei dummerweise komplett irrelevant.

Aber wie es in der deutschen Medienlandschaft halt so ist, wird die Causa Böhmermann natürlich auch um ein Vielfaches zu hoch gehängt (für wieviele Schlagzeilen pro Tag sowas doch gut ist… bis die Sau durch’s Dorf totgetrieben wurde…). Er hat halt in seiner typischen arroganten Art naivst provoziert, und vergessen, dass der Provozierte sich eventuell auch tatsächlich provozieren lässt und entsprechend reagiert. Tja. Ihn deswegen “Satiriker” zu titulieren ist eigentlich ein Schlag ins Gesicht aller scharfzüngigen Satiriker der letzten knapp hundert Jahre. Ich musste neulich einem nicht der deutschen Sprache mächtigen Freund erklären, was da los ist und wer dieser Böhmermann denn überhaupt sei, und meine Antwort war “he’s little more than a prankster in a suit” – mir ist bis jetzt auf Deutsch noch nichts besseres eingefallen.

6) Bernhard Paul, Samstag, 16. April 2016, 15:42 Uhr

Einwand nur, Herr Spreng: Hätte Frau Merkel von Anfang an gesagt, das ist Sache der Justiz und nicht der Bundesregierung, wäre der Schaden gering und das Verständnis groß. Aber so …

7) Dietrich Franz, Samstag, 16. April 2016, 15:57 Uhr

Lieber Herr Spreng,
ganz richtig. Ich mich ähnlich bereits gegenüber dem Kanzleramt per Mail geäußert!

8) Marie Laub, Samstag, 16. April 2016, 16:33 Uhr

Ich bezweifle, dass Böhmermann nicht an die Folgen seiner Einlage gedacht hat. Der Mann ist ein Profi und der wusste genau, dass es darauf hinausläuft, dass die deutsche Politik dazu gezwungen wird, eine Position einzunehmen. Die extra3-Sache war zu einfach, offensichtlich Satire, Kunst und so. Also probieren wir mal aus, wie das in einem hässlicheren Fall läuft.
Merkel hat übrigens auch keine Verantwortung übernommen, im Gegenteil, sie hat sie ja explizit von sich gewiesen, mit der Begründung, dass das Sache der Justiz ist und sie damit überhaupt nichts zu tun haben will (womit sie ja auch Recht hat).

9) txxx666, Samstag, 16. April 2016, 17:54 Uhr

Die Kanzlerin hätte das Strafbegehren nach dem Paragraphen aus Kaiserzeit, den sie ja jetzt auch abschaffen zu wollen behauptete, einfach nicht stattzugeben brauchen; dann hätten sich deutsche Gerichte trotzdem damit beschäftigen müssen, allerdings wegen der einfachen Beleidungsklage von Erdoğan* als Privatperson.
So muss sie sich den vielfältigen Vorwurf gefallen lassen, aus Gründen der “Staatsraison” die Freiheit der Satire in Frage zu stellen.

* Übrigens: zu einem respektvollen Umgang würde auch gehören, türkische Namen korrekt zu schreiben: https://misanthrope.blogger.de/stories/2218867/

10) Christoph Matthes, Samstag, 16. April 2016, 18:05 Uhr

Der ganze Zirkus des Böhmermannschen “satirischen Gesamtkunstwerkes” (zu dem unfreiwillig alle Protagonisten der Gesellschaft bis zu jedem Einzelnen Intzernet-OKommentator beitragen) das sich zwischen Deutschland und der Türkei entfaltet und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nachhaltig absorbiert, lenkt von den den eigentlich dringend zu thematisierendenAktivitäten des Erdogan-Regimes ab:
Es ist bekannt, dass die Türkei die europäischen Islamistenhat ungehindert nach Syrien einreisen und sich dem sogenannten “IS” anschließen lassen. Die russischen Informationen und Vorwürfe, die Türkei unterstütze den IS durch Ölkäufe und Waffenlieferungen sind in der deutschen Öffentlichkeit kein ernsthaftes Diskussionsthema. Die Tatsache, dass die Türkei in Syrien und dem Irak faktisch Kriegspartei ist und was es bedeutet, Flüchtlinge in ein Land zurückzuschicken, welches (zum Teil) diejenigen unterstützt, vor welchen sie fliehen – kein Thema. Stattdessen streitet Deutschland genüsslich über ein freches Spiel mit vermeintlichen Schmähungen…das wird auch der türkischen Regierung nicht unrecht sein.

11) Michael Schmidt, Samstag, 16. April 2016, 18:12 Uhr

Dem Grundtenor Ihres Kommentars stimme ich durchaus zu.

Ich bin zwiegespalten: Einerseits hat es Erdogan nicht zu kümmern, was ein deutscher Komiker vom Stapel lässt, selbst wenn es ihm nicht passt. Da hat man ihm mit den eigenen Argumenten zu antworten.

Andererseits kann man einem Komiker keine Sonderrechte einräumen, während normale Bürger für Äußerungen auf Facebook von der selbsternannten Gesinnungs-Gestapo verfolgt und von regulären Staatsanwaltschaften belangt und manchmal auch von Gerichten verurteilt werden, oder zumindest ihren Arbeitsplatz verlieren. Da muss man schon eine einheitliche Linie fahren.

Aber schön, dass die Bundesregierung sich in diesem Falle an die Rechtstreue erinnert, während sie in anderen Fragen geltendes Recht wissentlich ignoriert, sei es in der Eurokrise oder in der Flüchtlingsfrage.

Gut, dass diese Bundesregierung die Prioritäten richtig setzt und z.B. endlich auch “sexistische Werbung” verbieten will – eine existentielle Frage, die schon seit der Antike berühmte Philosophen und Kirchenväter beschäftigt hat.

Im Kern konnte sie nicht anders, aber in diese Situation hat sie sich selber hineinmanövriert. Aus der DDR stammend und behauptend, dass eine Grenze nicht gesichert werden könne. Nicht, dass ich mir eine Mauer wünschen würde, aber unmöglich ist eine Grenzsicherung trotzdem nicht.

Jetzt kann man es so darstellen, als würde sie internationale Interessen berücksichtigen, und sich bloß an geltendes Recht gehalten habe, aber am Ende sieht es trotzdem so aus, dass Erdogan ihr den Reifen hingehalten hat und Merkel durchgehüpft ist.

Und das ist es, was hängen bleibt, so oder so.

12) Paul Breiter, Samstag, 16. April 2016, 18:43 Uhr

Sie musste bei ihrer Entscheidung unter anderem die Bedeutung des EU-Türkei-Abkommens über die Flüchtlinge berücksichtigen, die NATO-Mitgliedschaft der Türkei, die Gefühle der in Deutschland lebenden türkischen Wähler Erdogans, eines frei und demokratisch gewählten Staatsoberhauptes.

Herr Spreng, das ist ja unbestritten. Aus Frau Merkels Sicht, und in der aktuellen politischen Situation zwischen der Deutschland / der EU und der Türkei mag dieser Schritt die logische, richtige Folge sein.

Der Punkt der Kritiker ist aber: Warum hat Frau Merkel es dahin kommen lassen? Warum hat sie sich mit ihrer Politik in so eine starke Abhängigkeit zu der Türkei gegeben? Was doch jetzt offensichtlich ist – und Sie sagen es ja selbst: Deutschland ist quasi durch die Türkei erpressbar geworden. DAS ist doch der Kritikpunkt!

13) karel, Samstag, 16. April 2016, 18:55 Uhr

Werter Herr Spreng,
Heute haben Sie meine vorbehaltslose Zustimmung.

Sie bringen es mit einem Wort auf den Punkt: VERANTWORTUNG
Ein fremd gewordenes Wort in diesem Lande.

Ist in diesem Land nicht schon langst alles Linke “Satire”?
Satire als ein Synonym grenzenloser Verantwortungslosigkeit.?

Und ein “Böhmermann” DIE “grandiose Kultfigur”?

Nur zur Erinnerung:
Im Spiegel Nr. 36/2015, also 1 Woche vor dem Migranten-“Selfie” der Bundeskanzlerin und dem “Wir schaffen das”, ist zu lesen:
“Migration – Das neue Deutschland: 800 000 Flüchtlinge könnten in diesem Jahr in die Republik kommen, und der Zustrom wird nicht abreißen. Die Menschen sind eine Belastung, aber auch eine Chance: Sie zwingen das Land, weltoffener zu werden, großzügiger – und ein bisschen chaotisch. (S. 18)”
http://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2015-36.html
Empfehlung: einfach mal lesen……
Das war also die Stimmung “vor der Bundeskanzlerin”.
Und nun haben fast alle gelernt….. “Das war die Bundeskanzlerin”……
So funktioniert heute “Gehirnwäsche”.
Die SPIEGEL-Titelseite spricht Bände.
Über Facebook und Smartphones gingen die Bilder von den “Willkommensfeiern”
an den Bahnsteigen, im Print, auch im ÖR längst in die Flüchtlingsregionen.

Es jetzt machtvoll in die Verantwortung der Kanzlerin zu schieben,
jo, das paßt zum “neuen Deutschland”.
Eine Kanzlerin, die jetzt der “Links-Besoffenheit” politisch Rechnung zu tragen hat.
Es sind die Ereignisse, die ihr Handeln jetzt bestimmen, nicht mehr Ihre Überzeugung.
Und die Verantwortungslosigkeit meldet sich jetzt machtvoll zu Wort. BÖHMERMANN
Traurig, traurig……. dieses Deutschland.
Das Bild eines traurigen Deutschlands, welches diese Kanzlerin nicht verdient hat.

Weiter so.

14) Reinhold Herdler, Samstag, 16. April 2016, 19:42 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

Frau Merkel musste gar nichts berücksichtigen, sondern nur einmal ihr Hirn einschalten, um sich selbst aus dem Thema herauszunehmen. Das Problem besteht doch nur darin, das Frau Merkel ihren Posten geistig nicht gewachsen ist. Sie ist halt jemand, den die Zufälle der Zeit hoch gespült haben, mit dem Umstand, den Aufgaben ihrer Zeit nicht gewachsen zu sein. Nicht umsonst hat sie um sich ein Kabinett, welches von falschen Doktoren gereinigt werden musste und auch sonst nicht durch geistige Ergüsse auffällt. Der Einäuge ist halt unter den Blinden der König.

mfg

15) Politikverdruss, Samstag, 16. April 2016, 20:10 Uhr

Vor dem letzten EU-Gipfel mit der Türkei beschwichtigte Thomas de Mazière: „Wir sollten nicht Schiedsrichter bei den Menschenrechten sein.“

Die Bundeskanzlerin rief nach dem Schmähgedicht von Böhmermann den türkischen Ministerpräsidenten an und entschuldigte sich mit den Worten: Das war „bewusst verletzend“.

Und Bülent Bilgi, der Generalsekretär der „Union Europäisch-Türkischer Demokraten“, verwies in der Sendung M. Illner darauf, die Böhmermann-Satire sei eine Beleidigung aller Türken in Deutschland und könne die „Harmonie in der Gesellschaft in Deutschland ins Schwanken bringen“.

Was haben diese drei Aussagen miteinander zu tun? Sie zeigen, wie die Unabhängigkeit der deutschen Politik, zumindest in der Causa Türkei-Flüchtlings-Politik, langsam schwindet:

Ein Land, das in den Sonntagsreden seiner Politiker die Menschenrechte wie eine Monstranz vor sich herträgt, will in Menschenrechtsfragen nun plötzlich nicht mehr Position beziehen.

Eine bisher nicht als Satire-Kennerin aufgefallene Bundeskanzlerin teilt im vorauseilenden Gehorsam Herrn Davutoglu ihre unmaßgebliche Bewertung einer Satire-Sendung mit und ermächtigt anschließend die deutsche Justiz, gegen den Satiriker Böhmermann vorzugehen.

Und der türkische Generalsekretär einer AKP-nahen Vereinigung (Adalet ve Kalkınma Partisi) droht unverhohlen im Fernsehen mit von beleidigten Türken ausgehenden „Harmonie-Schwankungen“ in Deutschland.

Alleine diese beliebig zu vervollständigende Politik-Entwicklung in Deutschland zeigt die abnehmende Unabhängigkeit in der deutschen Politik und die gleichzeitig zunehmenden Anmaßungen(„Harmonie-Schwankungen“) auf türkischer Seite. Und alles, um die völlig verkorkste deutsche Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin mit „Hilfe“ eines Despoten in der Türkei und mit Unterstützung der „strategischen Berater“ von Herrn Soros weiter voranzutreiben.

Nun kommt Michael Spreng und stellt die verantwortungsvolle Aufgabe einer Bundeskanzlerin den Aufgaben eines Satirikers gegenüber und beklagt, dass sich die Kanzlerin im Vergleich zum Satiriker jeden ihrer politischen Schritte genau überlegen müsse, während der Satiriker seine „Beleidigungen und Beschimpfungen raushauen könne, wie es ihm gerade passe“. Dabei ginge es „um ein Duell der Verantwortlichkeit einer mächtigen Politikerin gegen die Verantwortungslosigkeit eines freischwebenden Satirikers.“

Welch ein absurder Vergleich!

„Satire ist eine Kunstform, mit der Personen, Ereignisse oder Zustände kritisiert, verspottet oder angeprangert werden. Die Satire bedient sich häufig der Übertreibung, kontrastiert Widersprüche und Wertvorstellungen in übertriebener Weise, verzerrt Sachverhalte, vergleicht sie spöttisch mit einem Idealzustand und gibt ihren Gegenstand der Lächerlichkeit preis.“

Soll sich nun, verehrter Michael Spreng, die Satire in ihrer „Arbeitsweise“ dem Arbeitsstil des Bundeskanzlerin annähern oder die Bundeskanzlerin den Methoden der Satire, damit das „Duell“ auf Augenhöhe geführt werden kann?

16) Frank Reichelt, Samstag, 16. April 2016, 21:32 Uhr

So ist es und nicht anders!
Treffend auf den Punkt gebracht, Kompliment Herr Spreng. Ich kann nur jedem wünschen, der die Kanzlerin in dieser Causa kritisiert, mal eine Woche mit ihr zu tauschen. Nicht wenige hätten schon nach drei Tagen genug und würden auf allen vieren aus dem Kanzleramt kriechen!

17) Ralph S, Samstag, 16. April 2016, 22:58 Uhr

Ist das wirklich so?
Muss Frau Merkel nicht in erster Linie die Interessen ihrer Bürger durchsetzen?
Hätte sie nicht ein klares Zeichen setzten müssen,besonders in Hinsicht dessen was in der letzten Zeit in der Türkei passiert.
Die Menschen in Deutschland fühlen sich durch die politische Klasse immer weniger repräsentiert.
Ich halte es sogar für besorgniserregend in welcher Verfassung sich unsere Gesellschaft befindet.

Und jetzt wenden sich noch mehr Menschen ab. Wenn man z. B im Internet verfolgt mit welchem Hass viele auf die Entscheidung von Merkel reagieren, dann hat man eine Ahnung wie verletzt diese Menschen sind. Allerdings war diese Entscheidung nur der Höhepunkt dessen was die politische Klasse vielen Menschen in den letzten Jahren angetan hat.
Nur so ist es zu erklären das so ein lächerliches Gedicht die wirklich wichtigen Dinge aus den Medien verdrängt, die sowieso nur als Randnotizen erscheinen.

Oder wo war der Aufschrei, als diese Woche die Meldung durchs Land ging, das 2030. also schon in 14 Jahren jeder zweite Rentner auf Grundsicherung (wie es neudeutsch heißt) oder sagen wir lieber auf Sozialhilfe angewiesen sein wird. Und das ist der wahre Skandal. Und das ist die wirkliche Beleidigung. Aber davon wird kein Politiker und kein Journalist und keiner derer die die Entscheidungen wirklich in diesem Land treffen betroffen sein.

Schreiben Sie doch mal über diese Dinge , über die Armut und Probleme der “einfachen” Leute in diesem Land. Über die 1 Million Menschen die in Deutschland zu den Tafeln gehen damit sie nicht hungern müssen.
Und stellen Sie sich mal vor es würden jetzt tausende von Menschen in Deutschland aufstehen ,und dieses, ( man muß es sagen, geschmacklose ) Schmähgedicht öffentlich vortragen das wäre eine neue Art der Revolution , des zivilen Ungehorsams . Merkel müsste zurücktreten.

18) Jakobiner, Sonntag, 17. April 2016, 08:57 Uhr

Sehr guter Kommentar auf der Achse des Guten, bei dem den deutschen Comedians eine “zunehmende Infantilisierung und Verrohung der politischen Diskurskultur”vorgeworfen wird.Man hat ohnehin den Eindruck, dass neben DEn üblichen Gewalten Exekutive, Legislative, Judikative, Medien und Wirtschaft diese unwahrscheinlich vulgären und seichten Comedians die sechste Gewalt im Staate wären. Und den Zuschauern scheint Politik nur noch als unterhaltender Konsum erlebbra–statt sich in Parteien oder andersweitig zu engagieren, kriegt man den Arsch von der Fernsehcouch und den neuesten Satirekonsum nicht mehr hoch und bejammert die politischen Zustände.Hier noch der Kommentar der AdG:

Verschont mich mit Böhmermann! Und: Meta-Ebene my ass.

Von Malte Fischer.

Ich bin auch ein Fan der Pressefreiheit. Trotzdem ertappe ich mich in letzter Zeit dabei, klammheimlich zu hoffen, mit Krummdolchen bewaffnete Schergen Erdogans würden Böhmermann in irgendeinen Kerker im Orient verfrachten. Nichts Persönliches. Ich kann einfach seine Fresse nicht mehr sehen. Ich traue mich schon gar nicht mehr auf Facebook. Keine Zeitung kann man aufschlagen ohne in das nicht übertrieben schöne Gesicht des ZDF-Manns zu blicken. Danke, es reicht!

Fast noch nerviger als Böhmermann selbst sind seine zahlreichen Fans in Deutschlands Redaktionen, die nicht müde werden, dem Normaldoof, der es womöglich selbst nicht checkt, die Genialität des Mannes und die 23 Meta-Ebenen seiner Aktionen zu erläutern. Und dann die Solidarität bekundenden Trittbrettfahrer: Döpfner, Didi, Varoufakis. Es weiß doch jeder inklusive Böhmermann, dass Böhmermann die Sache am Ende mehr nutzen als schaden wird. Solidarisiert man sich normalerweise nicht mit Menschen, denen Unrecht oder Leid zugefügt wurde?

Wenn Spiegel-Autor Cordt Schnibben der Kanzlerin auf Facebook schreibt, es „sei nun mal genug“ und er könne angesichts der Leisetreterei von Merkel im Fall Böhmermann „nun nicht länger schweigen“, erscheint mir das angesichts der seit Monaten andauernden brutalen Repressionen gegen Kurden, Oppositionelle und Journalisten in der Türkei und dem aggressiven Auftreten von Erdogans Anhängern auch in Deutschland, beinahe obszön. Es gibt tausend bessere und wichtigere Gründe, Erdogan und zu kritisieren als ausgerechnet dafür dass er sich von einem deutschen Fernsehheini nicht Ziegenficker nennen lassen will.

Herr Döpfner schreibt in der Welt, JB wolle „durch Maximalprovokationen die Leute verstören, um sie darüber nachdenken zu lassen, wie eine Gesellschaft mit Satire – und noch viel wichtiger – mit der Satire-Intoleranz von Nichtdemokraten umgeht. Ein Kunstwerk. Wie jede große Satire.“ Nun war ich für meinen Teil immer ganz zufrieden mit Fernsehunterhaltern, die ihr Publikum unterhalten und was eine geschmacklose Satire von einer Satire auf eine geschmacklose Satire unterscheidet, kann mir Herr Döpfner vielleicht mal bei einem Döner erklären. Ich hoffe jedenfalls, dass sich Herr Böhmermann über derlei Gesülze totlacht, fürchte aber, er hat Gefallen an der Rolle der supercoolen moralischen Instanz gefunden. So tief wäre Harald Schmidt nie gesunken.

Wahrscheinlich habe ich die genialen Meta-Ebenen einfach nicht gecheckt aber am Ende des Tages hat Böhmermann Erdogan einen stinkenden Ziegenficker und Päderasten genannt. Er hat damit weder der notwendigen Kritik an Erdogan noch der deutschen TV-Unterhaltung eine Sternstunde hinzugefügt. Er hat nur einen weiteren Beitrag zur Verrohung und Infantilisierung des politischen Diskurses geleistet. Meta-Ebene my ass. Das Gedicht bleibt eine Aneinanderreihung rassistischer antitürkischer Klischees. Hätte Akif Pirincci denselben Text auf seiner Homepage veröffentlicht, wäre niemand auf die Idee gekommen, ihn als Helden der Meinungsfreiheit zu feiern.

Es gibt Journalisten und Satiriker, die ihre Freiheit, ihre Gesundheit und ihr Leben riskieren wenn sie ihren Job machen. Böhmermann gehört nicht dazu. Daher sollte bei der Bewertung seiner Arbeit einzig ihr künstlerischer oder inhaltlicher Gehalt zählen. Der tendiert im Fall der „Schmähkritik“ gegen Erdogan gegen null, es sei denn, man würde die Fähigkeit, alle Medien der Republik tagelang mit seiner Fresse zu verstopfen, als künstlerische oder journalistische Leistung bewerten. Ich persönlich könnte einen Böhmermann-freien Safe Space im Internet gerade echt gut gebrauchen.

Malte Fischer (37) lebt in Berlin, ist seit 2000 Autor und Redakteur für RTL, Pro 7, RBB, WDR mag Bücher, Filme, Serien, Schallplatten und Spaziergänge mit seinem Hund.

19) Jakobiner, Sonntag, 17. April 2016, 09:12 Uhr

Hier noch der Link zur Achse des Guten, damit Politikverdruss nicht wioeder von Plagiaten schwadronieren kann:

http://www.achgut.com/artikel/freiheit_von_boehmermann_und_meta_ebene_my_ass

20) mac4ever, Sonntag, 17. April 2016, 09:44 Uhr

Erdogan hat versucht, mit der Causa Böhmermann sein vorsintflutlich autoritäres Herrschaftsmodell auf Deutschland auszuweiten. Das ist ihm nun gelungen, denn Merkel hat ihm dies mit ihrer Reaktion durchgehen lassen und ihn damit gestärkt, statt ihm Grenzen zu setzen.

So signalisiert Deutschland Schwäche, anstatt Stärke. Man hätte ihm klar machen müssen, daß seine Macht an der deutschen Grenze endet. Statt dessen ist das Gegenteil passiert. Das ist für mich der eigentliche Skandal, der eine logische Konsequenz des faulen Flüchtlingsdeals ist.

Und ja, selbstverständlich hat ein Satiriker keine Verantwortung. Das ist aber in etwa so relevant wie die Tatsache, daß Sir Simon Rattle keine politische Verantwortung trägt. Es ist nach westlichem Kulturverständnis einfach nicht sein Job.

Und genau das hätte Merkel mit einem Verbot deutlich machen können, sonst gibt sie nachträglich z. B. dem Furor gegen die Mohammed-Karrikaturen recht. Statt dessen versteckt sie sich hinter der Justiz.

21) Wolfgang Wegener, Sonntag, 17. April 2016, 12:57 Uhr

“Sie musste bei ihrer Entscheidung unter anderem die Bedeutung des EU-Türkei-Abkommens über die Flüchtlinge berücksichtigen,…”

Ohne die Schließung der Balkanroute und bei dann ungebrochen anhaltendem Migrantenzustrom würden die Kommunen schon längst quietschen, Herr Spreng. Das wäre ein absolutes Horrorszenario, welches die Unfähigkeit dieser Kanzlerin, nachhaltige Lösungen durchzusetzen, ja auch nur zu denken, überdeutlich machen würde. Das es jetzt anders gekommen ist, haben wir Österreich und Mazedonien zu verdanken. Bei den jetzt auf Basis der Merkelschen Vorschläge von Griechenland in die Türkei zurückgebrachten Migranten handelt es sich um zwei- maximal dreistellige Zahlen.

Deutschland braucht dieses Abkommen mit der Türkei nicht, Frau Merkel braucht es. Und das subsumieren Sie unter “verantwortung”svollem Regierungshandeln?

22) Michael Hofmann, Sonntag, 17. April 2016, 13:09 Uhr

Warum hat Herr Erdogan Herrn Böhmermann auf zwei verschiedenen juristischen Wegen angezeigt? Warum einmal als Staatsoberhaupt und dann auch noch als Privatperson? Möchte er Böhmermann doppelt verurteilt wissen? Am besten 2x lebenslänglich, so wie er es gerne mit türkischen Journalisten machen würde?
Ich hätte an Frau Merkels Stelle kühl darauf hingewiesen, dass der von Erdogan als Privatperson angestrebte Strafprozess einen weiteren Prozess aufgrund eines allgemein als veraltet und fast “vergessen” erachteten Spezialparagraphen entbehrlich macht. Ob Böhmermanns Gedicht eine strafbare Beleidigung ist, lässt sich genauso gut auf Basis von Paragraph 185 klären. Das wäre der normale juristische Lauf der Dinge. Die Politik, Merkel höchstselbst, mischt sich nun dadurch in diesen normalen juristischen Lauf der Dinge ein, indem sie die Justiz per Ermächtigung dazu zwingt, sich mit der Causa zusätzlich per Paragraph 103 zu befassen, ein Paragraph, den sie gleichzeitig abschaffen will. Das ist nicht nur absurd, sondern auch inkonsequent und scheinheilig.
Und allen, die jetzt mit den Befindlichkeiten Erdogans und der Türken argumentieren: diesen Befindlichkeiten wird ohnehin Rechnung getragen: es wird ohnehin gegen Böhmermann ermittelt, Erdogan bekommt ohnehin seinen Prozess, Erdogan bekommt ohnehin seine Chance, Böhmermann verurteilt zu sehen – das muss in einem Rechtsstaat reichen. Extrawürste für größenwahnsinnige Sultane nähren nur ihren Größenwahn…

23) Politikverdruss, Sonntag, 17. April 2016, 13:14 Uhr

2) Erwin Gabriel, Samstag, 16. April 2016, 13:47 Uhr,

Lieber Herr Gabriel,

Sie behaupten: „Die böhmermannsche “Kritik” war nicht “edukatorisch”, sondern nur eine Aneinanderreihung übelster Beschimpfungen mit der Intention, zu provozieren und zu verletzen.“

Das Wortprotokoll(http://justpaste.it/svdv) weist genau das Gegenteil aus. Die Sendung ist vor Ausstrahlung vom ZDF redaktionell geprüft und abgenommen worden und hat auch die Prüfung der Hausjuristen des ZDF bestanden. Die Beitragsentfernung durch das ZDF war allerdings ein schwerer Fehler.

Herr Gabriel, Satire verletzt, verspottet, provoziert und gibt der Lächerlichkeit preis. Dass das in Deutschland nicht gerne gesehen wird, hat lange Tradition: „Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz macht, dann sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel“, beschrieb Tucholsky 1919 die Situation der Satire, die von Staat, Kirche und den konservativen Parteien bekämpft wurde. Allerdings wundert mich nun doch, dass zwei Drittel der Deutschen die „Merkel-Ermächtigung“ ablehnen.

Zum Stichwort: „Übertragung der Böhmermann-Schmähkritik auf andere Lagen“. Es kam mir darauf an, zu verdeutlichen, dass es einen Unterschied macht, aus welcher politischen Richtung die Schmähkritik kommt. Darauf wollte auch G.de Lorenzo in seiner Sendung hinaus. Stellen Sie sich vor, Akif Pirinçci hätte das Böhmermann –Gedicht in „edukatorischem“ Zusammenhang vorgetragen. Ich überlasse es Ihrer Phantasie sich vorzustellen, wie das mediale Urteil ausgefallen wäre. Persona non grata ist P. ja schon.

Ich kann mich zuweilen nicht des Eindrucks erwehren, dass die Meinungsfreiheit in diesem Land einen Unterschied zwischen „links“ und „rechts“ macht. Schauen Sie, Herr Gabriel, da heuert der Justizminister eine ehemalige Stasi-Truppe an, um das „Netz“ angeblich von Hass und Hetze zu säubern. Und kaum jemand regt sich darüber auf.

24) Jakobiner, Sonntag, 17. April 2016, 13:29 Uhr

“Sehr guter Kommentar auf der Achse des Guten, bei dem den deutschen Satire-Comedians eine “zunehmende Infantilisierung und Verrohung des politischen Diskurses”vorgeworfen wird. Man hat ohnehin den Eindruck, dass neben den üblichen Gewalten Exekutive, Legislative, Judikative, Medien und Wirtschaft diese unwahrscheinlich vulgären und seichten Comedians die sechste Gewalt im Staate wären. Und den Zuschauern scheint Politik nur noch als unterhaltender Konsum erlebbar–statt sich in Parteien oder andersweitig zu engagieren, kriegt man den Arsch von der Fernsehcouch und vor lauter neuesten Satirekonsum nicht mehr hoch, lacht sich über die politischen Zustände nur noch zu Tode und findet das Ganze nur noch amüsant, womit diese Sendungen mehr eine sehr systemaffirmative Ventilfunktion haben, denn aufklärerisch und politisch inhaltlich oder gar aktivierend zu wirken.

Eine Nation lacht sich über sich selbst zu Tode und sieht darin ihr grösstes Menschenrecht. Wirkliche inhaltliche Auseinandersetzungen finden kaum mehr statt. Die Heute Show strotzt vor primitiv-vulgärer Fäkalsprache, die inhaltliche Kritik weitgehend ersetzt. Ihre Figur des cholerisch-aufbrausenden Wutbürgers, der dann immer wieder wie Rumpelstilzchen hochgeht, sich aufregt und rumgeifert ist als Stilmittel auch schon so ausgelutscht und die Form scheint auch auf die zunehmend fehlenden Inhalte abzufärben. Das ist so das Niveau, wenn der Titanic auch nicht mehr zum Antiklerikailsmus und der Relgionskritik einfällt, als den Papst Ratzinger in vollgeschissenem und volluriniertem Talar darzustellen.

Wer noch mehr Niveau hat, ist „Die Anstalt“. Hatte sie unter Priol auch die Tendenz Politiker aufgrund ihrer Äußerlichkeiten zu kritisieren (Behinderung Schäubles, runterhängende Mundwinkel von Merkel, gefärbte Haare Schröders ), so hat doch inhaltliche Kritik unter den neuen Machern mehr eine Aufwertung erfahren. Die Anstalt ist da mehr die Ausnahme in dieser inflationären Flut von Comedian-Satirikern, die sich in ihren Ausfällen zu übertrumpfen suchen.

Nuhr ist gemischt. Zwar hat er auch etwas Kritik zu wichtigeren politischen Fragen in seinem Programm, damit es nicht ganz so flach und unpolitisch daherkommt, aber sein Tenor ist immer: Uns geht’s zu gut und wir machen uns zuviel German Angst, sind zu pesssimistisch, jammern ganz unamerikanisch und urdeutsch viel zu viel herum, werden von den Medien hysterisiert und lassen uns gerne hysterisieren—eigentlich gebe es gar keine nennenswerten Probleme in Deutschland.Er ist also mehr ein Wellness-und Feelgood- Comedian, der zumal viele politischen Fragen auch ausklammert und sich mehr an Beobachtungen des Alltags und gewisser Modetrends von Veganertum bis Esoterik abarbeitet. Nuhr ist kein Gutmensch, aber ein Gutfühlmensch, der sich lieber mit menschlichen Macken und Wohlstandsproblemchen herumschlägt, um damit seine zentrale Botschaft rüberzubringen: Dass es gar keine realen Probleme in Deutschland gebe. Alles ist und wird gut!

Über Mario Barth, der sich neuerdings versucht investigativ gesellschaftskritisch zu geben, verliere ich hier lieber keine Zeile, da er das nicht wert ist. Es stünde einem guten Teil der deutschen Satirikerszene gut an, sich wieder mehr auf eine ernsthaftere inhaltliche Auseinandersetzung mit politischen Inhalten zu konzentrieren als der weiteren „Infantilisierung und Verrohung“der politischen Kultur, die mehr Wert auf eine knallig-vulgär-plakative Form legt Vorschub zu leisten.”

http://www.global-review.info/2016/04/17/die-causa-bohmermann-die-deutsche-satiriker-und-das-menschenrecht-sich-totzulachen/

25) riccardo borghese, Sonntag, 17. April 2016, 16:23 Uhr

Böhmermann ist deswegen ein Genie, weil es ihm mit einem lächerlich unterirdischen Beitrag gelingt, die Regierung mit runtergelassenen Hosen zu erwischen und die BK als lahme Ente zu demaskieren , die Erdogan jederzeit zu Willen sein muß. That´s all.

26) erika, Sonntag, 17. April 2016, 18:00 Uhr

In einer modernen Demokratie sind die Menschen vor dem Gesetz gleich. Egal, wen man beleidigt, es gelten die gleichen gesetzlichen Regelungen wie bei jeder anderen Person. Durch die Erteilung der Zustimmung von Frau Merkel hat ihre “Majestät Herr Erdogan” jetzt ein”besonderes Recht”, mehr als jeder andere Mensch in Deutschland.

Gleichzeitig kündigte Frau Merkel an, der “Beleidigungs-Paragraf 103” solle abgeschafft werden.

Den entsprechenden Bericht der Staatsanwälte also die Einschätzung der Justiz wollte sie nicht abwarten auch hier hat sie offenbar wieder in den Ablauf eingegriffen:
http://www.tagesspiegel.de/politik/streit-um-satiriker-boehmermann-merkel-traf-entscheidung-ohne-vorgesehenen-bericht-der-staatsanwaelte/13459332.html

27) Erwin Gabriel, Sonntag, 17. April 2016, 18:28 Uhr

@ 23) Politikverdruss, Sonntag, 17. April 2016, 13:14 Uhr

>> Das Wortprotokoll(http://justpaste.it/svdv) weist genau das Gegenteil aus.

Da mag ein jeder, auch ich, herauslesen, was ihm gerade passt. Ich habe die komplette Sendung gesehen, und mir sind die gequälten Bemühungen Böhmermanns aufgefallen, diesen vielzitierten “Kontext” zu schaffen. Ich halte es trotzdem für eine üble rassistische Beleidigung.

Und gebau da sind wior beim Unterschied zwischen unseren Betrachtungen: Ich denke, wenn es in vergleichbarer Situation nicht jeder über jeden sagen darf, sondern nur ein linker Medienmacher über einen missliebigen türkischen Ministerpräsidenten, kann es keine Satire sein.

Dann geht es nicht um Frau Merkel, nicht um Flüchtlingspolitik, nicht um Meinungsfreiheit (wie das geht, hat Extra3 gezeigt), sondern nur um rassistisch motivierte Beleidigungen.

Ich erinnere mich noch gut an die Plakate in Griechenland, die Kanzlerin Merkel mit Hitlerbärtchen zeigten, und an die dazugehörige mediale Aufruhr. Nun stellen Sie sich vor, es hätte außerdem ähnlich schäbige Beleidigungen wie gegen Erdogan gegeben – ein Skandal sondergleichen (an der Stelle soll auch die im Vergleich zu Erdogan sehr souveräne Reaktion der Kanzlerin nicht unerwähnt bleiben).

Dass Böhmermann ´darüber hinaus die Kanzlerin zu einem Kotau gezwungen hat (doch, den Anruf hat sie nach der Beleidigung machen müssen; alles andere wäre als Zustimmung zur Schmähung gewertet worden), und Erdogan im Rückblick ungeahnte Zustimmung erhält (wenn solche Schmähung das Ergebnis von Pressefreiheit ist, wollen wir die nicht – gut, dass Erdogan bei uns rechtzeitig eingreift etc.), ist sehr, sehr bedauerlich.

28) Dr. Dr. Joachim Seeger, Sonntag, 17. April 2016, 21:35 Uhr

Bernd Luckes Kritik ist gerechtfertigt!

Ich kann Bernd Lucke nur in besonderer Weise beipflichten. Das wahrlich „primitive“ Gedicht von Jan Böhmermann hat mit Satire wirklich überhaupt nichts mehr zu tun. Böhmermann verwechselt offensichtlich hier Satire mit persönlichen Beleidigungen! Das braucht Herr Erdogan, der vor allem wirtschaftlich in der Türkei große Erfolge nachweisen kann, sich nicht bieten zu lassen. Bernd Lucke spricht klare Worte, die man gut nachvollziehen kann. Auch in einer Demokratie bestehen Grenzen, die ethisch definiert sind. Eine freiheitlich demokratische Grundordnung hat die Würde eines jeden Menschen zu achten. Das ist Herrn Böhmermann offensichtlich nicht bewusst. Ich empfehle ihm, einen Nachhilfekurs in Ethik zu besuchen! Vielleicht werden dann so eklatante Fehler vermieden!
Dr. Dr. Joachim Seeger, Recklinghausen-Nord

29) erika, Montag, 18. April 2016, 08:18 Uhr

“Erdogan hatte bereits Strafantrag gestellt und damit den Weg für Ermittlungen nach § 185 StGB frei gemacht.
Nun macht die Kanzlerin aus einem Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung ein Ermittlungsverfahren wegen Majestätsbeleidigung.
Es wird für Böhmermann keine juristischen Konsequenzen haben- aber die Wirkung dieser politischen Entscheidung ist verheerend. Merkel hat sich öffentlich vor der ganzen Welt auf Seite von Erdogan gestellt und gegen die Kunstfreiheit in Deutschland.
Im Übrigen haftet § 103, § 104 a ein großer rechtsstaatlicher Mangel an.
Rechtlich hat die Ermächtigung die gleichen Wirkungen wie ein Strafantrag (§ 77e StGB).
Damit hat Merkel in ein Ermittlungsverfahren eingegriffen. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch das Gericht sind jetzt GEZWUNGEN, statt des § 185 des Strafgesetzbuches die Majestätsbeleidigung des § 103 StGB anzuwenden.”

Eine Juristin aus der Kommentarfunktion bei der Zeit.

30) Erwin Gabriel, Montag, 18. April 2016, 08:39 Uhr

@ 26) erika, Sonntag, 17. April 2016, 18:00 Uhr

>> In einer modernen Demokratie sind die Menschen vor dem Gesetz gleich.

Der Präsident einer Regierung ist außerdem Funktionsträger. Das ist nicht das Gleiche, und lässt sich doch nicht sauber trennen.

31) Erwin Gabriel, Montag, 18. April 2016, 08:40 Uhr

zu meinem Beitrag 27) Erwin Gabriel, Sonntag, 17. April 2016, 18:28 Uhr

>> sondern nur ein linker Medienmacher über einen
>> missliebigen türkischen Ministerpräsidenten

Es muss natürlich Präsident heißen – sorry.

32) erika, Montag, 18. April 2016, 08:46 Uhr

@ 27) Erwin Gabriel, Sonntag, 17. April 2016, 18:28 Uhr

Mit Verlaub, Herr Gabriel

es ist nicht Aufgabe einer Regierungschefin Satiresendungen zu kommentieren.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/washington-post-kritisiert-merkels-haltung-im-fall-boehmermann-14178582.html

Die Methode Böhmermann ist schon alt, wie meine Tagezeitung berichtet:

Tatsächlich gehört der Paragraf 103 des Strafgesetzbuches des Deutschen Kaiserreiches – 1953 dann ins Strafgesetzbuch der BRD aufgenommene Passus zum Verhindern der Beleidigung ausländischer Monarchen – zu einer ganzen Reihe von Einschränkungen der wilhelminischen Bürokratie, um die Freiheit von Kultur und Kunst auf die reine Ästhetik und Unterhaltung zu begrenzen.

So gehörte 1914 zu den Konzessionsauflagen für Münchner Brettl (Kleinkunstbühnen) neben 13 weiteren Vorschriften, dass die Vorträge, Gesangs- und Deklamationsstücke nicht gegen die Religion, Sittlichkeit, die staatlichen Einrichtungen, den öffentlichen Anstand oder die öffentliche Ruhe und Ordnungs verstoßen durften und auch alles Anstößige in Bezug auf Kleidung, Bewegung, Gesten, Mienen und auf sonstige Art des Vortrags und der Darstellung verboten waren.
Kleinkünstler, wie der legendäre Karl Valtentin (1882-1948) unterliefen diese Auflagen, indem sie den Humoristischen Vortrag in Form von kurzen Mono- oder Dialogen entwickelten: Sie debattierten auf der Bühne mit sich selbst darüber, was denn nun erlaubt sei und was nicht – und konnten so dann doch simpelste Bösartigkeiten auf die “Großkopferten” loswerden.”

33) Jakobiner, Montag, 18. April 2016, 11:19 Uhr

Wie meinte ein Kommentator: Hätte Böhmermnann sein Schmähgedicht gegen Netanjahu verfasst, gebe es wohl Lichterketten in Deutschland–aber nicht für Böhmermann. Man stelle sich eine Aneinaderreihung von antisemitischen Klischess vor und dann eben den zuivorgestellten Kommentar, dass man so was nicht vortragen dürfe. Da würde keiner von Metebene und gelungener Satire sprechen.

34) Ralf Nietzschmann, Montag, 18. April 2016, 12:07 Uhr

Das Schmähgedicht eines durchaus umstrittenen Satirikers auf Erdogan erregt seit Tagen die Gemüter. Es wird vom Fall Böhmermann gesprochen. Für mich Unsinn. Die Wortwahl seines Gedichts, in dem er Erdogan mit gewöhnungsbedürftigen Begriffen bedenkt, wäre oberflächlich betrachtet so, dass man sich abwenden müsste.
Bei genauerer Betrachtung hat aber hat Böhmermann den Majestätsbeleidigungs – Paragrafen 103 (StGB) und noch eindringlicher Artikel 5 des Grundgesetzes, freie Meinungsäußerung, Kunst und Wissenschaft auf den Prüfstand gestellt. Das ist für mich eine gewagte und mutige Leistung. Dafür sollte man ihm dankbar sein.
Die zum Politikum hochstilisierte Satire ist keine Causa Böhmermann, sondern ganz allein eine Causa Merkel. Merkel hat sich im vorauseilenden Gehorsam und unter Missachtung der deutschen Justiz als Entscheider, sowohl gegen Böhmermann, aber auch gegen die Justiz gestellt.
Merkel hätte schon im Fall von Extra 3 und der Einbestellung des deutschen Botschafters ganz klar Erdogan Kante zeigen müssen.
Nein, hat sie nicht gemacht. Sie ist durch Erdogan erpressbar geworden, weil sonst ihre vollkommen desaströse und menschenunwürdige Flüchtlingspolitik auffliegen könnte.
Warum werden die Verfehlungen eines Erdogans nicht thematisiert und wenn nur widerwillig?
Warum sind die über 1800 Verfahren gegen Oppositionelle, Journalisten, Künstler in der Türkei nur Randthemen in den Systemmedien?
Die schwerwiegenden Fehler, die Merkel macht, häufen sich.
Sie hat Ihren Amtseid mehrfach gebrochen. Sie zieht das Volk immer mehr in einen düsteren Sumpf.Man sollte lieber mal über Merkel nachdenken, ehe man Satiriker vorverurteilt.

35) Udo, Montag, 18. April 2016, 12:19 Uhr

Si tacuisses,philosophus mansisses,oder einfach gesagt:Schweigen ist auch eine staatspolitische Aufgabe in bestimmten Situationen.Eigentlichwar das mal eine der Kernkompetenzen von AM.Nach dem “Wir schaffen das” war dies schon ihr zweiter Fehler sich einzumischen statt abzuwarten und kurzfristig auch mal zu schweigen.
Frau Merkel verliert zunehmend ihre Souveränität.Kein gutes Zeichen

36) Politikverdruss, Montag, 18. April 2016, 13:07 Uhr

27) Erwin Gabriel, Sonntag, 17. April 2016, 18:28 Uhr

„…sondern nur um rassistisch motivierte Beleidigungen“.

Ach, lieber Herr Gabriel, nun verwenden sie selbst die “Keule“, die Sie hier sonst so vehement anprangern.

Böhmermann ist doch kein Rassist! Er kämpft seit Monaten gegen das Erstarken der AfD. Dazu drehte er zahlreiche Sketche und Musikvideos. Ich habe bei Böhmermann keinen rassistischen Hintergrund finden können. Es ist deshalb absurd, ihm nun plötzlich in seiner Motivation Rassismus unterstellen zu wollen.

Böhmermann selbst hat sich bisher dazu nicht geäußert. Das fand Bildherausgeber Kai Dieckmann offenbar so beunruhigend, dass er ein erfundenes Interview mit Böhmermann auf Facebook postete. Darin unterstellt er Böhmermann rassistische Ausrichtungen. So läuft das in Deutschland mit der Rassismus-Keule, Herr Gabriel, wenn kein Rassismus vorhanden, dann muss eben ein gefaktes Interview von BILD her.

37) Rainer G., Montag, 18. April 2016, 13:40 Uhr

Oliver Kalkofe hat wohl den treffendsten Kommentar überhaupt zu diesem Thema abgegeben und ich meine, dem gibt es überhaupt nix und in keiner Weise hinzuzufügen:

https://www.youtube.com/watch?v=4Gx-yZRnuZQ

38) wschira, Montag, 18. April 2016, 13:41 Uhr

@15) Politikverdruss

Volle Zustimmung. Ich wundere mich nur, dass das immer öfter passiert. Entweder gleichen Sie sich mir an oder ich mich Ihnen. Vielleicht steuern wir auch auf Konvergenz zu. 🙂

39) wschira, Montag, 18. April 2016, 13:52 Uhr

@18) Jakobiner

Was wollen Sie mit Ihrem Beitrag ausdrücken? Stimmen Sie dem von Ihnen zitierten Malte Fischer zu? Der sich als Autor und Redakteur von (ausgerechnet) Pro7 und Sat1 bezeichnet und sich über Böhmermanns “Fäkalsprache” erregt? Der selbst anderer Leute Fresse nicht mehr sehen kann – keine Fäkalsprache? Mein Erstaunen ist riesig!

40) erika, Montag, 18. April 2016, 14:29 Uhr

@30) Erwin Gabriel, Montag, 18. April 2016, 08:39 Uhr

<<Der Präsident einer Regierung ist außerdem Funktionsträger. Das ist nicht das Gleiche, und lässt sich doch nicht sauber trennen.<<

Aber Sie wissen schon, dass Frau Merkel den "Sonderparagraphen" bis 2018 abschaffen will?

41) Rainer N., Montag, 18. April 2016, 17:26 Uhr

Ich halte Böhmermann NICHT für einen Dummkopf. Die Stinkefingerdemonstration, mit Varoufakis war genial.

Und „Satire“, das fällt mir dann der Spruch ein – Tucholsky über Soldaten –

Das Lied von Hallervorden, nicht das neue, das „Ihr macht mir Mut“ … da denke ich jedes Mal an „WUT“ … ich gehe davon aus, so war es gemeint. Denn es macht Menschen wütend … wie mit Menschen umgegangen wird … wenn sie menschliche Regungen des MITLEIDENS haben. Würde ich auch als „Schmähkritik“, gegen diese „unmenschlichen Handlungen“ – also auch die Verträge mit Staaten, die es nicht so mit Menschenrechten halten, bezeichnen.

Diese Regung fehlt so einigen Kommentatoren nicht nur hier.

Böhmermann hat nun eben, das unterstelle ich ihm, nicht direkt auf Merkel gezielt. Er kennt ja die Werte – 60 % der Deutschen sind mit der Politik unzufrieden, 60 % waren für Merkel … wie Pispers schon so schön beschrieben hat.

Eine DIREKTE Schmähkritik an Merkel … wow, das wäre was geworden … befürchte ich. Also hat er den Umweg über einen unangenehmen Zeitgenossen, Erdo“wahn“gan genommen.

Warum hat Merkel nun die Klage zugelassen … ich denke, sie hat erkannt, dass SIE gemeint war. Denn es ist IHR WERK, Erdogan mit Milliarden … da gab es doch auch Briefkasten über Panama …

Der Rückzug von Böhmermann kommt für mich nicht überraschend. Anmerkung, ich sehe sehr, sehr selten TV. Habe nur die Löschung durch das 2DF – oder ist das wieder ZDF – erfahren. Irgendwann den Transkript gelesen, und dann Bekannten gegenüber gesagt, der braucht Polizeischutz. So kam es dann auch.

Der Überbringer der schlechten Nachricht … und Böhmermann hat eine schlechte Nachricht verbreitet … Erdogan ist nun einmal ein … oh, wenn ich das nun hingeschrieben hätte … wäre ich eventuell ein weiteres Beleidungsklageopfer …

Und wenn ich hier schreiben würde, was ich von einigen Schreibern halte … oha

Also zur freien Auswahl, jeder nehme den Schuh der ihm passt: ……. (passendes selber einfügen)

😛

42) riskro, Dienstag, 19. April 2016, 08:19 Uhr

An die Blog Administration bitte Beitrag 42 und 43 löschen. Danke!

Spreng schreibt: Zwischen Jan Böhmermann und der Kanzlerin gibt es viele Unterschiede……….

Was für eine Feststellung!

Spreng schreibt: Die Kanzlerin muss nationale und internationale, strategische und geopolitische Gesichtspunkte berücksichtigen. Sie muss permanent die Folgen ihrer Politik bedenken und einkalkulieren. Sie kann und darf es sich bei ihren Entscheidungen nicht leicht machen……..
Hätte sie mal die Folgen bedacht, bevor sie zum Hörer gegriffen hat. Es wäre ihr und uns vieles erspart geblieben.

Hätte sie auch die nationalen, internationalen und geopolitischen Folgen bedacht, als sie die Grenzöffnung Ungarns angestoßen hat. Ich halte dieses zwar für richtig.
Allerdings hätte sie sich mit den anderen EU-Ländern kurzschließen und unmissverständlich das Signal aussenden müssen, dass es sich hierbei um eine einmalige Sache handelt. Jetzt den moralischen Aspekt vorzuschieben ist schäbig. Indumeni ist genau so schlimm- wenn nicht schlimmer-, diese Menschen, mit Säuglingen und Kleinkindern, lässt man im Dreck sitzen lassen.

Und warum hat sie strategische Gesichtspunkte nicht mit einkalkuliert, als der Botschafter einbestellt wurde und sich vor ihm gestellt. Wenn jetzt behauptet wird, man hat von Seiten der Reg. interveniert, ist dieses für die Öffentlichkeit nicht nachprüfbar. Hat man im stillen Kämmerlein gesessen und vor sich hin geschwafelt.

Durch dieses Handeln hat sich Merkel selbst in die Situation gebracht eine Entscheidung zwischen falsch und verkehrt treffen zu müssen.
Sie entschied sich dafür, Erdogan nicht weiter zu reizen, um den Flüchtlingsdeal nicht zu gefährden. Realpolitisch mag das logisch klingen, doch nach innen kann es so verstanden werden:

Erdogan hat Merkel in der Hand, unsere Freiheitsrechte gelten nur solange,
wie sie nicht der Realpolitik geopfert werden.

Das ist für mich ein Kotau sondergleichen.

Spreng schreibt: Sie musste bei ihrer Entscheidung unter anderem die Bedeutung des EU-Türkei-Abkommens, die NATO-Mitgliedschaft der Türkei und die Gefühle der in Deutschland lebenden türkischen Wähler Erdogans berücksichtigen.

Als Bundeskanzerin der Deutschen, hat sie in erster Linie die deutschen Gesetze zu berücksichtigen.

Ein Spreng schreibt: Ein Komiker oder Satiriker kann es sich leicht machen. Er haut seine Witze, Beleidigungen und Verunglimpfungen raus, wie es ihm gerade passt. Er denkt nicht an die Folgen und berücksichtigt nicht die Reaktionen, wenn er die Provokationsspirale immer weiter dreht.

Das Böhmermann nicht die Folgen bedacht hat, ist eine Unterstellung ihrerseits, werter Sprengmeister.

Spreng schreibt: Deshalb hat Merkel richtig gehandelt. Bei der Justiz ist der Fall in den richtigen, unabhängigen Händen.

Richtig gehandelt hat sie in meinen Augen nicht. Das der Fall bei der Justiz in den richtigen Händen ist, dem stimme ich zu. Allerdings ob unsere Justiz immer unabhängig ist, damit habe ich so meine Probleme.

Er wäre aber auch in den Händen der Justiz, wenn Merkel nicht zugestimmt hätte, da Erdogan auch noch Strafanzeige nach 185 ff StGB gestellt hat.

Es liegen der Justiz also für ein mögliches Dealikt zwei Strafanzeigen vor. Das ist schon etwas merkwürdig Da §103, den höheren Strafrahmen ausweist, wird erst danach geprüft.

Jetzt will man diese Vorschrift schnellstmöglich abschaffen. Wenn jetzt der 103 abgeschafft worden ist, bevor die Prüfung des Antrages nach dieser Vorschrift abgeschlossen ist, was dann?

Nach meiner Meinung muss dann die Prüfung eingestellt werden. Mit dem Fazit, dass die Prüfung nach 185ff StGB aufgenommen wird.
Das hätte man gleich haben können, indem Merkel Erdogan klargemacht hätte, dass wir in Deutschland Gewaltenteilung haben und die weisungs- und unabhängige Justiz seine Beleidigungsanzeigen prüfen wird.

Spreng ist richtigerweise der Meinung, dass die Kanzlerin bei ihren Entscheidungen immer nationale und internationale, strategische und geopolitische Gesichtspunkte berücksichtigen muss. Im Falle Erdogan darf es dabei keine Rolle spielen, ob uns seine Innenpolitik passt oder nicht.

Es wäre wünschenswert und es würde die Glaubwürdigkeit untermauern wenn man z.B. Putin zugestehen würde, dass auch er bei seinen Entscheidungen nationale, internationale, strategische und geopolitische Gesichtspunkte im Sinne der russischen Bevölkerung zu berücksichtigen hat.

Zum Schluss möchte ich sagen, unabhängig davon in welchem Kontext Böhmermann seine Ausführungen gesendet hat. Er hat in meinen Augen die Grenzen des Anstandes überschritten.
Allerdings bin ich wie der Sprengmeister der Meinung, indem er schreibt:

Böhmermann muss sich im schlimmsten, aber eher unwahrscheinlichen Fall dem Urteil eines deutschen Gerichts stellen.

In diesen Sinne

43) Jakobiner, Dienstag, 19. April 2016, 09:10 Uhr

Zu Wrischa:

Zwar sollte man Böhmermann schützen, dennoch hat Malte recht, wenn er eine “Infantlisierung ud Verrohung des politischen Diskurses”attestiert, wie auch feststellt, dass es inhaltlich viel gewichtigere Punkte gebe Erdogan zu kritsieren als mit plumpen Beleidigungen. Der andere Beitrag beschäftigte sich ja auch einmal mit der deutschen Satirikerszene, die zunehmend von blödelnden Comedians dominiert wird.Oder ein anderes Beisopiel: Titanic fällt bei ihrem Antiklerikalismus und ihrer Religionskritik auch nichts mehr anderes ein als den Papst in vollgeschissener und vollurinierter Kleidung darzustellen. Das nenne ich Verrohung und Infantlisierung.Man kann Kritik an der Kriche, dem Papst und Religion auch anders als durch solche Geschmacklosigkeiten und Vulgaritäten machen.

44) Erwin Gabriel, Dienstag, 19. April 2016, 09:36 Uhr

@ 40) erika, Montag, 18. April 2016, 14:29 Uhr

>> Aber Sie wissen schon, dass Frau Merkel den
>> “Sonderparagraphen” bis 2018 abschaffen will?

Ja – und? Noch gilt er.

45) Erwin Gabriel, Dienstag, 19. April 2016, 09:40 Uhr

@ 28) Dr. Dr. Joachim Seeger, Sonntag, 17. April 2016, 21:35 Uhr

>> Bernd Luckes Kritik ist gerechtfertigt!

Grundsätzlich ja. Aber Böhmermann derart beleidigen darf er auch nicht.

Wäre Selbstjustiz 🙂

46) Erwin Gabriel, Dienstag, 19. April 2016, 09:55 Uhr

@ 41) Rainer N., Montag, 18. April 2016, 17:26 Uhr

>> Ich halte Böhmermann NICHT für einen Dummkopf.

So? Intelligenz ist wie eine gut sortierte Werkzeugkiste. Nützt nichts, wenn man zwei linke Hände hat (im Falle Böhmermann mit je sechs Daumen).

Wie sonst käme er dazu, in seine sogenannte Satire schwulenfeindliche Sprüche einzubauen?

” Von Ankara bis Aleppo
weiß jeder, er ist hetero”

Da hätte sich jeder gewundert, was das soll. Aber

“Von Ankara bis Istanbul
weiß jeder, Erdogan ist schwul”

ist einfach nur als Beleidigung gemeint. Satirisch “überhöht” oder nicht – Böhmermann hat Schwulsein in den gleichen Sack gestopft wie Päderastie, Ziegenfickerei und andere sexuelle Perversionen.

War das intelligente Absicht? Hat er nicht erkannt, was er da raushaut? Wie immer die Antwort lautet, ein Zeichen von Intelligenz wird sie nicht sein.

>> Diese Regung fehlt so einigen Kommentatoren nicht nur hier.

Ja, Sie sind gut, die (meisten) anderen nicht, hat hier jeder schon lange kapiert. Haben Sie wirklich nur diese eine Schallplatte?

>> Warum hat Merkel nun die Klage zugelassen

Weil es dazu ein passendes Gesetz gibt. Und weil sich die Kanzlerin nicht über Recht und Gesetz hinwegsetzen möchte wie einige andere Regierungschefs, lässt sie eben ein Gericht entscheiden.
Was sonst???

>> Und wenn ich hier schreiben würde, was ich von einigen Schreibern halte … oha
Ja, oha. Aber Sie haben da Problem schon richtig verortet: in Ihrem Kopf.
Immer wütend. Immer frustriert. Immer voller Hass. Wie schade…

47) Politikverdruss, Dienstag, 19. April 2016, 13:20 Uhr

37) Rainer G., Montag, 18. April 2016, 13:40 Uhr,

vielen Dank für das Video mit dem in der Tat „treffensten Kommentar überhaupt“ von Oliver Kalkhofe.

48) R. Dierke, Mittwoch, 20. April 2016, 10:10 Uhr

Eine Satire-Zeichnung in der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 19.04.2016 zeigte Angela Merkel auf den Knien vor Erdogan, um seine Füße zu küssen. Man staunt über diese Entwicklung! A. Merkel ist für uns am Ende. Egal, was sie macht, wie sie es macht, es geht schief. Die Böhmermann-Affäre offenbart die hilflose und unprofessionelle Politikerin Angela Merkel. Warum so spät, warum hat sie überhaupt telefoniert? Die EU-Politik, die Euro-Krise, die Energiewende, die Flüchtlingskrise: Es reiht sich seit mehr als 10 Jahren eine Krise an die andere, mit der sie nicht zurecht kommt. Den größten Fehler hat sie mit der Flüchtlingskrise zustande gebracht. Warum kann sie nicht offen bekennen: Jawohl, das war mein ganz großer Irrtum. Ich korrigiere ihn und stelle fest, dass wir keine syrischen und sonstigen Flüchtlinge aufnehmen können und wollen. .

49) wschira, Mittwoch, 20. April 2016, 10:42 Uhr

@43) Jakobiner

Mein Kritikpunkt geht auch dahin, dass dieser “Reporter” sich als RTL- und Sat1-Mitarbeiter outet, zwei Sendern also, die man gewiss nicht als argumentativ hochstehend bezeichnen kann, und sich auch noch über Fäkalsprache erregt, dabei aber selbst welche benutzt.

Übrigens haben Sie meinen Namen ganz schön verwürfelt. Auf der Tastatur ausgerutscht?

50) Paulus, Mittwoch, 20. April 2016, 10:57 Uhr

Michael Spreng will jene Sachverhalte analysiert wissen, die in besonderer Weise die politische Verantwortung von Frau Merkel markieren:

“Sie musste bei ihrer Entscheidung unter anderem die Bedeutung des EU-Türkei-Abkommens über die Flüchtlinge berücksichtigen,….”

Der Satz ist trivial oder redundant, geht es doch in der Böhmermann Kontroverse allein um die Frage, in welche Abhängigkeiten – mit welchen Konsequenzen – sich D gegenüber der politischen Führung der Türkei begeben hat. Worin zeigt sich jetzt eine besondere Verantwortung Merkels für eine Lage, in die sie D selbst erst manövriert hat und zu lange an die Wirksamkeit des Dublin Abkommen geglaubt hat. Sehenden Auges, dass die Sicherung der Außengrenzen des Schengen-Raumes nicht herzustellen ist und sie ihren Teil der Verantwortung dafür ablehnt, die Tür zum Schengen-Raum von innen zu schließen.

“..die NATO-Mitgliedschaft der Türkei, die Gefühle der in Deutschland lebenden türkischen Wähler Erdogans, eines frei und demokratisch gewählten Staatsoberhauptes.”

Was hat die Nato-Mitgliedschaft mit Merkels “türkischer Variante” vom Menschen- bzw. Migrantenhandel zu tun? Zählen die Gefühle deutscher Staatsbürger nicht, die sich mit schroffer Ablehnung bis hin zum erdrutschartigem Vertrauensverlust in die Künste einer deutschen Regierung, von der Politik ihrer Kanzlerin abwenden?

Gruß
Paulus

51) Rainer N., Mittwoch, 20. April 2016, 14:03 Uhr

Ach, Herr Gabriel, Sie haben den Transkript entweder nicht gelesen, oder nicht verstanden.

Ihre Vorurteile gegen Böhmermann werden immer deutlicher. Naja, Vorurteile sind ja eine Spezialität … nicht nur bei ihren Beiträgen zu erkennen. Und Dumm ist nicht das Gegenteil von Intelligent. Also bedeutet “nicht Dumm” nur, “nicht Dumm”.

Der S. P. ist ja wohl anderweitig beschäftigt.

Und auch Sie fallen auf den Trick von Merkel rein. Da befinden Sie sich ja in “großer Gesellschaft”.

Den Beitrag

https://www.lawblog.de/index.php/archives/2016/04/15/angela-merkel-dialektik-auf-die-spitze-getrieben/

haben Sie wohl auch nicht gelesen. Vielleicht lesen Sie diesen Beitrag mal:

http://www.cicero.de/berliner-republik/causa-boehmermann-der-rechtstaat-braucht-merkels-ermaechtigung-nicht/60795

Wenn Merkel ihre Entscheidung – wie der „Spiegel“ schreibt – auch als Signal an die Türkei verstanden wissen will, wie ein Rechtsstaat funktioniert, denn hätte sie auf die Erteilung der Verfolgungsermächtigung verzichten können. Erdogan standen – wie vorstehend dargelegt – andere Mittel zur Seite, um mit rechtsstaatlichen Mitteln seine Interessen durchzusetzen.

Da lobe ich mir die Briten:

http://www.bbc.com/news/world-europe-36086563

“The fact such a trial could even be contemplated demonstrates that Germany is becoming little more than a satrapy [province] of Erdogan’s.”

52) Rainer N., Mittwoch, 20. April 2016, 14:07 Uhr

Oh, einfacher geschrieben – alte Redewendung – man schlägt den Sack und meint den Esel.

Meine “Übersetzung” – ist das nun ein “Schmähgedicht?

Schläger = Böhmermann / Sack = Erdogan / Esel = Merkel.

Grund aus meiner Sicht – der Pakt mit dem “Teufel” um die Flüchtlinge zu vermeiden.

53) mac4ever, Mittwoch, 20. April 2016, 17:57 Uhr

@ 37 Rainer G. Dem schließe ich mich an. Respekt für Kalkofe! Dem ist wirklich nichts mehr hinzuzufügen, danke für den Link.

54) Klaus Barth, Mittwoch, 20. April 2016, 20:40 Uhr

Der Kommentar spricht mir aus der Seele

55) Politikverdruss, Donnerstag, 21. April 2016, 09:54 Uhr

51) Rainer N., Mittwoch, 20. April 2016, 14:03 Uhr,

vielen Dank für die interessanten Ausführungen im „Lawblog“: „ Ach ja, das alles sind keine theoretischen Erwägungen. Nach § 2 StGB gilt nicht das Strafgesetz am Tattag, sondern im Falle einer Gesetzesänderung immer das mildeste Gesetz zum Zeitpunkt des Urteils. Wenn ein Paragraf völlig das Zeitliche segnen würde, gibt es also keine Grundlage für eine Verurteilung mit der Folge, dass das Verfahren eingestellt werden oder der Angeklagte sogar freigesprochen werden müsste.“

Wissen Sie, was ich mir jetzt wünsche? Ich wünsche mir eine politisch unabhängige
Staatsanwaltschaft in Mainz. Leider sind unser Staatsanwaltschaften aber immer noch von der Politik weisungsabhängig. Vielleicht aber ist da ein Staatsanwalt, mit „Mut vor Königsthronen“, der nicht bereit ist, auf Grundlage eines Gesetzes ein Strafverfahren zu eröffnen, das abgeschafft werden soll.

Wenn dieser Wunsch nicht in Erfüllung geht, hoffe ich auf einen unabhängigen Richter. Noch ist die Richterschaft unabhängig. Sie wird aber auch zunehmend von den „Parteien“ okkupiert. Vielleicht aber sitzt ja in Mainz noch ein Richter, der Frau Merkel Mores lehrt.

56) Erwin Gabriel, Donnerstag, 21. April 2016, 11:50 Uhr

@ 51) Rainer N., Mittwoch, 20. April 2016, 14:03 Uhr

Ach, Herr N. Sie tun genau das, was Sie anderen vorwerfen: Nicht zuhören, nicht richtig nachlesen. Ich habe keine “Vor”-Urteile über Herrn Böhmermann (dazu gehört eine Verurteilung “vor” dem Vergehen), sondern ein Urteil über sein Verhalten geäußert – wie schon an anderer Stelle erwähnt, ein sehr subjektives Urteil, basierend auf meinen Vorstellungen vom Umgang miteinander. Böhmermanns Freiheit hört da auf, wo die der anderen anfängt – in einem Rechtsstaat auch denjenigen gegenüber, die sich selbst nicht ans Recht halten.

Und Ihre (nicht nur Ihre) Spezialität, Leuten mit abweichender Meinung immer wieder die geistige Befähigung abzusprechen, beschreibt Sie besser als über mich. Immerhin versetzt Ihre geistige Befähigung Sie in die Lage, auf Argumente gegen Ihre Vorurteile mit Beleidigungen zu antworten.

57) Erwin Gabriel, Donnerstag, 21. April 2016, 11:52 Uhr

@ 43) Jakobiner, Dienstag, 19. April 2016, 09:10 Uhr

Nach einem Autokorrektur-Durchgang würde ich Ihnen zustimmen 🙂

58) wschira, Donnerstag, 21. April 2016, 13:58 Uhr

@56) Erwin Gabriel

Gott, Herr Gabriel, Ihr Beitrag ist der Versuch davon abzulenken, dass Sie sich vergaloppiert haben. Etwas Selbsterforschung würde, glaube ich, nicht schaden.

59) Jakobiner, Donnerstag, 21. April 2016, 14:04 Uhr

Ganz interessanter Gedanke von Dieter Nuhr, der Böhmermann kritisiert:

“Böhmermann hatte in seiner TV-Show den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan verbal angegriffen, um nach eigenen Worten den Unterschied von erlaubter Satire und verbotener Schmähkritik zu zeigen. Satire dürfe aber nicht alles, schreibt Nuhr. Der Begriff “Ziegenficker”, der im Gedicht auftaucht, sei rassistisch.

Er gehe davon aus, dass der Moderator mit der Argumentation juristisch durchkomme, “auf der Metaebene der Metaebene der Kunst” tätig gewesen zu sein. “Dann werden vielleicht bald auch die Judenhasser, Holocaustleugner und Hassprediger Gedichte schreiben und behaupten, das Ganze sei ja nur Satire.””

http://www.welt.de/politik/deutschland/article154556988/Dieter-Nuhr-verteidigt-Ermittlungen-gegen-Boehmermann.html

60) Johannes Lamp, Donnerstag, 21. April 2016, 14:44 Uhr

Zu 56) Erwin Gabriel
“beschreibt Sie besser als über mich” ?
Was wollte der Dichter damit sagen?
Sie korrigieren in 57) Jakobiner und schreiben selbst Quark!
Sie kennen die Bibelstelle mit dem Splitter und dem Balken?
Frohe Pfingsten!

61) karel, Donnerstag, 21. April 2016, 14:48 Uhr

Verantwortungsethik braucht Realität, Gesinnungsethik nicht……

Realität ist,
daß Altkanzler Schröder in seiner Amtszeit die EU-Mitgliedschaft der Türkei wollte
und das Verhandlungsmandat dafür von Brüssel erhielt.
Und vorher das notwendige JA Griechenlands mit dem EURO-Beitritt “erkaufte”.
Nach seiner Ablösung durch Fr. Merkel wollte diese nur die “privilegierte” Partnerschaft und beendete damit die EU-Beitrittsbestrebungen.

Und nun wird Deutschland und somit Fr. Merkel mit den Folgen der “Multi-Kulti-Willkommenskultur” konfrontiert, nämlich dem “Erzwingen” des Beitritts der Türkei zur EU.

Interessant ist auch, daß der SPIEGEL-Artikel “Das neue Deutschland” plötzlich nicht mehr direkt “aufgerufen” werden kann. Der Artikel, der 1 Woche vor dem “Migranten-Selfie” der Kanzlerin schon von 800000 zu erwartenden “Flüchtlingen” in 2015 mit anhaltender Tendenz “wußte”

Zur Realität gehört auch, daß Altkanzler Schröder mit Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft in 2000 die Bundestags-Wahlen 2002 nur ganz knapp mit den 500000 Stimmen der “Türken mit deutschem Paß” gewinnen konnte.

Da frage ich nur mal nach: wer wird in der hiesigen Meinungsbildung vom wem “verkauft” ??

Gesinnung verdrängt Realität.
Das ist jedenfalls meine Schlußfolgerung.

62) Rainer N:, Freitag, 22. April 2016, 00:16 Uhr

Herr Gabriel. @56

Das war mir klar, Sie ziehen sich ja immer gewisse Schuhe an … dann sind Sie mal wieder beleidigt. Dachte ich mir. So Feindbilder zu haben, sagte Pispers mal, und der Tag hat Struktur. Sie haben nicht ein URTEIL über Böhmermann sondern ein Vorurteil gegen Böhmermann getroffen. So wie Sie auch gewisse “Vorurteile” gegen mich haben. Übrigens, ich habe nichts gegen abweichende Meinungen, nur etwas gegen Ignoranten von Fakten. Sie picken sich einen kleinen Teil von Böhmermanns Gedicht und ignorieren den Zusammenhang, in dem diese Aktion zu erkennen ist..

Was ist ein Vorurteil? Schade, da könnte ich hier einen von mir 1998 geschriebenen Text für die Zeitung des Diakonischen Werkes, der dann leider nie veröffentlicht wurde, einstellen. Aber ich fasse mich kurz. Vorurteile sind Fehlurteile, entweder hervorgerufen durch falsche Behauptungen, oder weil Informationen fehlen.

Auch ich, das gebe ich offen zu, habe mir ein Urteil über diesen Vorgang gebildet. Ob das mit der Absicht die Böhmermann hatte, in Übereinstimmung steht, ist mir jedoch nicht bekannt. Dazu müsste ich ja mit diesem Herrn erst einmal unter 4 Augen sprechen … aber was Sie da hineininterpretieren … sehe ich eben als Vorverurteilung an.

Ich habe eben den Verdacht, das mein unter @52 geschriebener Satz die Ursache von Böhmermanns Aktion war. Dann ergibt es für mich einen Sinn.

Denn was Merkel mit Erdogan verabredet hat … können (“” = sogenannte – nur damit sie es verstehen) “Hofnarren” wie Böhmermann oder Hallervorden nur so sichtbar machen. Auf einen groben Klotz … wie Merkel …

EOD

63) Erwin Gabriel, Freitag, 22. April 2016, 09:01 Uhr

@ 62) Rainer N:, Freitag, 22. April 2016, 00:16 Uhr

>> Sie ziehen sich ja immer gewisse Schuhe an
>> … dann sind Sie mal wieder beleidigt.

Nur weil Sie versuchen, mich zu beleidigen, bin ich nicht beleidigt 🙂

Der ständig Beleidigte und Leidende sind Sie, was ich angesichts des einen oder anderen klugen Gedankens von Ihnen immer wieder bedauere.

>> Dachte ich mir. So Feindbilder zu haben, sagte Pispers mal,
>> und der Tag hat Struktur.

Das erklärt schon mal viel – Sie schätzen den Herrn

>> Sie haben nicht ein URTEIL über Böhmermann,
>> sondern ein Vorurteil gegen Böhmermann getroffen.

Lesen Sie noch mal nach: Ein Vorurteil ist eine „vor“ dem Bekanntwerden von etwas gebildete, meist negative Meinung oder Haltung. Ein Urteil ist eine „nach“ dem Bekanntwerden gebildete Meinung.

QED

64) Erwin Gabriel, Freitag, 22. April 2016, 09:29 Uhr

@ 58) wschira, Donnerstag, 21. April 2016, 13:58 Uhr

>> Ihr Beitrag ist der Versuch davon abzulenken, dass Sie sich vergaloppiert haben.

Das Erdogan dabei ist, die Türkei in eine Präsidial-“Diktatur” á la Putin umzubauen, dass er hier geltende Grundrechte wie Meinungsfreiheit dabei nach und nach einschränkt und abschafft, dass er wieder mit Waffengewalt auf die Kurden losgeht, den IS unterstützt hat, uns in Sachen Flüchtlingen abkocht – alles unbestritten. Aber genau darum geht es eben nicht.

All das darf man sicherlich anprangern (selbst wenn ich der Meinung bin, dass Satiriker und Kabarettisten hier genug zu tun hätten, und die mögliche Beeinflussung hinter den Türen durch Politiker wie Merkel, Cameron oder Obama erfolgen sollte). Man darf m. M. nach aber nicht „alles“ sagen und tun, um einen Spacko wie Erdogan bloßzustellen (erst recht nicht, wenn er sich gerade derart gelungen selbst vorführt).

Wenn Herr Böhmermann entweder nicht in der Lage oder nicht Willens ist, die Wirkung seiner Worte bei anderen (damit meine ich nicht Erdogan) abzuschätzen, zu erkennen, wie er in einem fremden Land, in einer fremden Kultur für Zuspitzung, für Radikalisierung sorgt, wie er unfreiwillig Begründungen liefert für ein noch restriktiveres Vorgehen Erdogans oder einfach mal wieder die unglaubliche Arroganz des Westens über Völker wie die Türken demonstriert, tut es mir leid, da fehlt mir das Verständnis.

Herr Böhmermann handelt aus seiner deutschen Komfortsituation in offensichtlicher Verwechselung seiner Eitelkeit mit Brillianz. Seine “Satire” funktioniert vielleicht hier, wo sich so viele grundsätzlich auf der “guten” Seite wähnen, wo Einschränkungen der Pressefreiheit über Geld statt über offensichtliche Gewalt erfolgen, wo viele ihre endlich einen Vorwand haben, ihren Ressentiments endlich mal freien Lauf zu lassen, vielen, die sich freuen, dass endlich mal ein “Guter”, ein Linker, sagt, was sie alle denken. Vorurteil light, hübsch verpackt.

Solange die Gegenproben nicht gemacht und bestanden werden – was wäre passiert, wenn ein Pegida-Anhänger das Gleiche gesagt hätte; was wäre los, wenn Herr Böhmermann bei vergleichbarem Anlass so auf einen jüdischen Ministerpräsidenten losgegangen wäre; wie hätte die BILD reagiert, wenn so etwas in “satirischem” Umfeld über Frau Merkel gesagt worden wäre – sind diese Aussagen für mich untragbar, auch einem Despoten wie Erdogan gegenüber.

Wie schon öfter erwähnt, nur meine Meinung.

PS: Mir (und anderen) ist hier schon Fremdenfeindlichkeit vorgeworfen worden, weil ich mich in ironischer, satirischer Überhöhung auf der offenbar vergeblichen Suche nach einer für alle verständlichen Meta-Ebene als „bürgerlicher Spießer“ bezeichnet habe. Die Bürgerlichen, so hieß es nicht nur einmal, hätten schließlich damals den Adolf an die Regierung gebracht, also sei auch ich ein potentieller Nazi, und man wisse ja, wohin das geführt hat. Nun halte ich einen vielleicht satirisch gemeinten fremdenfeindlichen, rassistischen, schwulenfeindlich Beitrag für unangemessen, und es ist auch nicht recht.

Das, finde ich, ist ein gelungenes Beispiel für Satire. 🙂

Er grüßt
Rittmeister E.G.

65) Rapunzel, Freitag, 22. April 2016, 15:03 Uhr

Pseudo-Journalisten wie der Herr Spreng können es sich offensichtlich noch einfacher machen, als Komiker und Kabarettisten.
Sprengs Beleidigung der griechischen Regierung (“Dilettanten”), bleibt bis heute folgenlos.
Woran liegt das wohl?
An seiner Nähe zur Kanzlerin und ihrer “Klientel”?
Schluss mit der Doppelmoral dieser ethisch und moralisch völlig verkommenen Berliner Republik!
Es ist bedenklich, wenn die künstlerische Freiheit schon wieder in der Geschichte Deutschlands derartig eingeschränkt wird!

66) karel, Freitag, 22. April 2016, 15:32 Uhr

Böhmermann wirkt…… und das merken fast alle.

Merkel wirkt…… nur will es kaum einer merken.
http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingspolitik-geht-doch-14191689.html#/elections

67) Politikverdruss, Freitag, 22. April 2016, 20:13 Uhr

Michael Spreng überschreibt seinen Artikel mit dem Begriff: „Verantwortung“. Die Umsetzung des Begriffes Verantwortung ist auf gesinnungs-oder verantwortungsethischer Ebene möglich. Max Weber hat die Unterscheidung der Begriffe vorgenommen:

„Wir müssen uns klarmachen, daß alles ethisch orientierte Handeln unter zwei voneinander grundverschiedenen, unaustragbar gegensätzlichen Maximen stehen kann: es kann ‚gesinnungsethisch‘ oder ‚verantwortungsethisch‘ orientiert sein. Nicht daß Gesinnungsethik mit Verantwortungslosigkeit und Verantwortungsethik mit Gesinnungslosigkeit identisch wäre. Davon ist natürlich keine Rede. Aber es ist ein abgrundtiefer Gegensatz, ob man unter der gesinnungsethischen Maxime handelt – religiös geredet: ‚Der Christ tut recht und stellt den Erfolg Gott anheim‘ – oder unter der verantwortungsethischen: daß man für die (voraussehbaren) Folgen seines Handelns aufzukommen hat.“

Bezogen auf die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin lässt sich in diesem Zusammenhang folgendes feststellen: Frau Merkels Flüchtlingspolitik ist gesinnungsethisch ausgerichtet: „Der Herrgott hat uns diese Aufgabe jetzt auf den Tisch gelegt“, war sie überzeugt. Nur, hat sie sich auch einmal die Frage gestellt, was die vielen säkularen Bürger von dieser „göttlichen“ Inpflichtnahme halten?

Als die Flüchtlingsströme dann unbeherrschbare Formen annahmen, versuchte sie die entstehenden Lasten unabgestimmt auf die europäischen Partnerländer abzuladen. Auch dies misslang. Kein verantwortungsethisch ausgerichteter europäischer Regierungschef konnte sich darauf einlassen, von der EU „unbegrenzt Flüchtlinge“ zugewiesen zu erhalten.

Schließlich verfiel Frau Merkel darauf, die Türkei für den Schutz der südöstlichen EU-Außengrenzen anzuheuern, um so die Flüchtlingsströme einzudämmen. Inzwischen aber hatten Österreich und verschiedene Balkanstaaten verantwortungsethisch gehandelt, die Grenzen geschlossen und den Flüchtlingsstrom damit abrupt gestoppt. Etwas, was die Gesinnungsethikerin Merkel für unmöglich hält.

Nach außen hält Frau Merkel weiter an ihrer gesinnungsethisch motivierten Flüchtlingspolitik fest, tatsächlich aber hatte sie umgesteuert, indem sie sich mit Herrn Erdogan auf einen höchst fragwürdigen Flüchtlings-Deal einließ. Nun sind die „unschönen Bilder“ nicht mehr vor der eigenen Haustür, sondern in Griechenland zu beobachten. Damit ist Merkels Politik insgesamt an Heuchelei nicht mehr zu überbieten.

Dieses Übermaß an Heuchelei hätte eigentlich durch die Medien aufgedeckt werden müssen. Merkels „humanitärer Imperativ“ war nichts anderes als Gesinnungsethik, bei der „der Eigenwert des ethischen Handelns allein zu seiner Rechtfertigung dienen soll“ (Max Weber). Stattdessen blieb es einem Satiriker vorbehalten, Merkels Flüchtlingspolitik den Spiegel vorzuhalten.

Satire ist eine Kunstform, mit der Personen, Ereignisse oder Zustände kritisiert werden. Böhmermann nun vorzuwerfen, wie Michael Spreng das tut, er „denke nicht an die Folgen und berücksichtigte nicht die Reaktionen, wenn er die Provokationsspirale immer weiter drehe“, lässt ein höchst fragwürdiges Satire-Verständnis erkennen.

68) Rainer N., Freitag, 22. April 2016, 22:18 Uhr

So, und gerade gefunden:

https://www.youtube.com/watch?v=4Gx-yZRnuZQ

gerade AUCH für Gabriel.

69) Erwin Gabriel, Samstag, 23. April 2016, 07:56 Uhr

@ 68) Rainer N., Freitag, 22. April 2016, 22:18 Uhr

Kenne ich, verstehe ich, bin anderer Meinung.

70) Politikverdruss, Samstag, 23. April 2016, 12:32 Uhr

64) Erwin Gabriel, Freitag, 22. April 2016, 09:29 Uhr,

Ihre Kritik daran, dass sich Kritik in Deutschland im „politisch korrekten Rahmen“ bewegen muss, teile ich. Hier ein Beispiel im Fall einer Buchzensur durch ein deutsches Gericht:

„Spätestens seit dem Fall Böhmermann sollte dem Letzten klar geworden sein, wie es um die Meinungs- und Satirefreiheit hierzulande bestellt ist. Dass Kritik nur derjenige üben darf, der sich im politisch korrekten Rahmen bewegt. Und dass sie so zur Pseudo-Kritik verkommt. Kapitalismus- und Imperialismuskritik, Witze über “rechte Vollidioten” und die AfD – all das ist erlaubt und gibt einen schönen systemkritischen Anstrich, der zeitgleich heutzutage gar nichts mehr mit wirklicher Kritik zu tun hat, weil er längst in breiten Teilen der Gesellschaft konsensfähig, weil er Mainstream geworden ist.“

http://www.rolandtichy.de/daili-es-sentials/justizskandal-zensur-im-auftrag-der-radikal-islamischen-milli-goerues/

Dabei ist die von einem deutschen Gericht herbeigeführte Zensur des Buches von Sineb El Masrars „Emanzipation im Islam – Eine Abrechnung mit ihren Feinden“ schon ein starkes Stück. Erwirkt hat das der Erdogan-Anwalt Hubertus von Sprenger für die die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs. Milli Görüs gilt wegen islamistischer und antisemitischer Tendenzen als umstritten. Das Bundesamt für Verfassungsschutz kommt zu der Überzeugung, dass Millî Görüş ein antidemokratisches Staatsverständnis zeige sowie westliche Demokratien ablehne. (Wiki)

„In der geschwärzten Stelle ihres Buches beruft sich El Masrar auf einen 2010 in der “Welt” erschienen Artikel. Darin hatte Redakteur Martin Lutz über das Verbot der “Internationalen Humanitären Hilfsorganisation” (IHH) durch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) berichtet. Diese hatte sogenannte Sozialvereine der radikal-islamischen Hamas von Deutschland aus mit Spenden in Höhe von über 6,6 Millionen Euro unterstützt. Damals wurde auch die Kerpener Zentrale der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs durchsucht.

http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article154576209/Erdogan-Anwalt-erwirkt-Buchschwaerzung.html

Lieber Herr Gabriel, hier wird deutlich, wie stark demokratische Grundprinzipien bereits angegriffen sind. Kritik ist nur von der „richtigen Seite“ gestattet. Wenn also die AfD fragt, ob der Islam mit dem Grundgesetz vereinbar ist, ist das keine Frage, sondern „Hetze“. Dann spielt es keine Rolle, wenn islamische Gemeinschaften wie Milli Görüs nach der Überzeugung unseres Verfassungsschutzes ein antidemokratisches Staatsverständnis zeigen.

71) Wolfgang Wegener, Samstag, 23. April 2016, 13:08 Uhr

Also, Ziegenficker, Kartoffel, deutsche Schlampe, das ist doch heutzutage auf dem Schulhof überwiegend Standard, oder?

Die Drucker feiern zum Abschluss ihrer Ausbildung (Gesellenbrief) das sog. Gautschfest. Dabei werden sie in einen Bottich Wasser geworfen. Dadurch sollen sie von “allem Unfug, aller Fehlerhaftigkeit, Murkserei und Hudelei der Lehrzeit” befreit werden. Na ja, das ist das deutsche Handwerk, und nicht die deutsche Politik. Da gibt es bekanntlich keine Prüfungen, das kann jeder machen.

Ich finde, Frau Merkel gehörte auch mal in einen Bottich Wasser geworfen. Die Balkanroute ist geschlossen, Erdogan braucht eigentlich niemand mehr. Dafür bekommt er 6 Mrd. Euro und Visafreiheit? Die Migrationsströme werden sich wohl umorientieren. Denn Frau Merkel macht ja Deutschland nach wie vor zu einem Magneten. Daran wird auch die beabsichtigte Verteilung der Migranten auf Europa natürlich scheitern. Neulich hat Tschechien ein paar Migranten (natürlich christlich, Muslime wollen die da ja nicht haben) im Zuge dieser Kontingente aufgenommen. Die waren schnell wieder weg (Richtung Deutschland, nehme ich mal an). Kommentar eines Regierungssprechers: Wir sind doch kein Reisebüro.

72) erika, Samstag, 23. April 2016, 14:14 Uhr

Wann gibt es das schon mal bei Frau Merkel?

http://www.sueddeutsche.de/politik/fall-boehmermann-merkel-raeumt-fehler-ein-1.2963431

“Politik aber kann sich nicht an kurzfristigen Empörungsritualen orientieren. Sie muss immer auch die langfristigen Folgen berücksichtigen.”

73) erika, Samstag, 23. April 2016, 14:52 Uhr

@61)Karel

<<Jedenfalls ist es eine Pointe der Geschichte. Schließlich war es Merkel, die ihre außenpolitische Karriere als Kritikerin eines EU-Beitritts der Türkei begonnen hatte. Damals galt Erdoğan als hoffnungsvoller Reformer und Merkel als Irrtum der Politik, mindestens als Kuriosum der CDU-Geschichte. Heute ist Erdoğan ein ausgewachsener Autokrat, Kritiker sagen: auch wegen Merkel. Und die deutsche Kanzlerin und die EU sind in ihrer größten Krise auf eine Türkei angewiesen, die politisch weiter von Europa entfernt ist als in den vergangenen 15 Jahren.<<

Aus einem Artikel der Zeit zu dem Thema Merkel / Türkei:

http://www.zeit.de/2016/18/fluechtlingspolitik-tuerkei-angela-merkel-eu-beitritt-buendnis

<<Und doch gibt es da ein Paradox: Während Merkel sich der Türkei angenähert hat, hat Erdoğan sich radikalisiert und sein Land islamisiert. In den Jahren, als Erdoğan sich als vitaler Reformer präsentierte, trat Merkel auf die Beziehungsbremse. Heute, wo Erdoğan immer autoritärer, machtversessener und unberechenbarer agiert, Medien einschüchtert, Demonstranten verprügeln und Gegner ins Gefängnis sperren lässt, ist er zu einem sehr privilegierten Partner geworden. Ausgerechnet auf sein Land, das für Merkel immer außerhalb der europäischen Grenzen liegen sollte, muss sich die Bundeskanzlerin heute verlassen, wenn es um den Schutz der europäischen Außengrenzen geht. Als Angela Merkel vor Jahren mit ihrer Türkei-Politik begann, sicherte sie ihre prekäre Machtposition durch eine harte Haltung. Heute muss sie der Türkei weit entgegenkommen, um sich aus einer prekären Lage zu befreien.<<

74) Reinhold Herdler, Samstag, 23. April 2016, 15:34 Uhr

66) karel, Freitag, 22. April 2016, 15:32 Uhr

Merkel wirkt … ?
Also ich verstehe den Artikel genau anders herum. Er zeigt doch eher die Unfähigkeit unserer Kanzlerin auf. Den das weniger Migranten zu uns kommen und dieses als Erfolg der gesperrten Balkanroute zuzuschreiben ist, ist schon richtig. Nur war dieses niemals ein Plan von Frau Merkel, sondern wurde ihr von den souveränen Balkanstaaten in zusammenwirken mit Österreich aufgezwungen.
Man muss leider schon sagen, das unsere Regierung von Beginn an, dem Problem geistig überhaupt nicht gewachsen war. Der Deal mit der Türkei ist eine daraus resultierende logische Folge.
Der Fall Böhmermann zeigt doch nur zu deutlich, in was für eine hilflose Position sich Frau Merkel damit manövriert hat.

mfg

75) karel, Samstag, 23. April 2016, 23:06 Uhr

67) Werter Politikverdruß,

„Der Christ tut recht und stellt den Erfolg Gott anheim“ hat nun heute in der politisch eher atheistisch geprägten Zeit eine eigentümliche Anmutung. Darauf eine Argumentationslinie zu stützen, verrät einen Notstand. Sorry. Es an der Aussage „Der Herrgott hat uns diese Aufgabe jetzt auf den Tisch gelegt“ anzuknüpfen, verkennt, daß es politisch unklug sein kann, laut die Verantwortung zu adressieren.
An Ihrer Formulierung „als die Flüchtlingsströme dann unbeherrschbaren Formen annahmen“ vermisse ich eine Zuordnung der Verantwortung für die vom SPIEGEL schon avisierten 800.000 mit steigender Tendenz für 2015…. vor dem „Selfie“ …
Die Kanzlerin? Werter Politikverdruß, sie weichen aus. Diese Flüchtlingswelle ist eher der „Multi-Kulti-Besoffenheit“, den „Willkommens-Arien“ der Medien, insbesondere dem ÖR geschuldet.
Da frage ich mal nach: wer steht dahinter….. jedenfalls nicht der Kanzlerin, wie die „Lückenpresse“ dies seitdem nun „pflichtgemäß“ zu vermelden hat, weiszumachen versucht.
Von „Gehirnwäsche“ will ich im satirischen Stile eines Böhmermann nicht reden….

Es ist der Verantwortungs-Ethik geschuldet, die sich aus der Flüchtlingswelle ergebenden Probleme nicht den Partner-Ländern zu überlassen, eher an die „Verursachern“, nämlich der hiesigen „Träumergilde“ weiterzuleiten. Realität ist oft unschön. Genauso wie es die vielen „Idomeni`s“ entlang der Flüchtlingsroute in 2015 gewesen wären bei einer deutschen Grenzschließung

Was die Kanzlerin der EU und somit den Partnerländern zumutet, ist dagegen die Realität, daß Schengen nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten beinhaltet, nämlich die Sicherungen der Außengrenzen. Auch die Asyl-Gewährung nach Völker-Recht beschränkt sich nicht nur auf Deutschland, besser, auf die Kanzlerin. Und die der Kanzlerin vorgeworfenen Rechtsbrüche nach Dublin II begannen vor, nicht mit der Kanzlerin. Wieder ist da die Realität unschön.

Der Versuch, der Kanzlerin „Gesinnungs-Ethik“ zuzuordnen, geht fehl.
Das Handeln der Kanzlerin ist von Verantwortung, auch für Europa, bestimmt.

Die „Böhmermann-Satire“ als Kunstform zu bezeichnen, ja, das ist nach meinem Empfinden auch eine echte „Kunst“. Besonders vor dem Hintergrund, daß ein Altkanzler Schröder zu den zuverlässigsten Befürwortern eines türkischen EU-Beitritts, auch mit Erdogan, zu zählen ist. Auch heute noch.
Ein „Geschmäckle“ hat´s schon, diese „Kunstform“….. Sorry…..

76) Rainer G., Sonntag, 24. April 2016, 09:09 Uhr

@ 68) Rainer N. 22.04.2016 – 22:18 Uhr

Schauen Sie sich mal meinen Kommentar Nr. 37) vom 18. April 2016 an, insbesondere den Link.

77) Politikverdruss, Sonntag, 24. April 2016, 12:13 Uhr

75) karel, Samstag, 23. April 2016, 23:06 Uhr,

lieber Karel,

ich schätze die Standhaftigkeit in Ihren Positionierungen. Gleichwohl muss ich wieder ein wenig Wasser in Ihren „Merkel-Riesling“ schütten.

Erinnern Sie sich noch an Merkels letzten Auftritt bei Anne Will: „Ich schaffe das, wenn Ihr nur fest genug an mich glaubt.“ Diese und ähnliche Aussagen der Bundeskanzlerin deuten auf einen nicht geringen Realitätsverlust hin.

Altkanzler Kohl hat am 28.11.1989 vor dem Deutschen Bundestag den mittlerweile in die Geschichte eingegangenen 10-Punkte-Plan vorgestellt und nicht etwas von „Wir schaffen das“ gefaselt. Frau Merkel dagegen hatte nicht nur keinen Plan B, sondern überhaupt keinen Plan. Aktuell lässt sich die Bundeskanzlerin „strategisch von Gerald Knaus“(ZEIT), Mitarbeiter von George Soros, beraten. Und ihre Flüchtlingspolitik stützt sie auf den Despoten Erdogan ab. Tut mir leid, lieber Karel, aber auf diesem Hintergrund wird sie langsam zu einer Gefahr für Deutschland.

Der Altmeister der deutschen Historikerschaft, Heinrich August Winkler, gibt in der FAZ ein Urteil über Merkels Politik ab, mit dem sie sich zu recht in den deutschen Geschichtsbüchern wiederfinden wird. Winkler schreibt:

„Eine umfassende Prüfung der voraussehbaren Konsequenzen der Entscheidung vom 4. September aber fand offensichtlich nicht statt. Dass Deutschland sich innerhalb der EU isolieren würde, wenn es sich auf einen deutsch-österreichischen Alleingang einließ, war voraussehbar… Die Berliner Folgenabwägung vom Spätsommer 2015 war mithin zu fragmentarisch, als dass man, dem Vorschlag Herfried Münklers folgend, der Bundesregierung im Nachhinein eine durchdachte Strategie unterstellen könnte. Ebenso wenig plausibel wäre es, den starken Rückgang der Flüchtlingszahlen seit März 2016 als Erfolg einer zielgerichteten deutschen Politik auszugeben. Den Hauptanteil an dieser Entwicklung hat die von Österreich inspirierte Schließung der Balkanroute – ein Vorgehen, von dem Deutschland profitiert, das es aber nicht herbeigeführt und von dem es sich sogar offiziell distanziert hat. Glaubwürdig ist die deutsche Kritik an der neuen Wiener Linie aber nicht. Denn erstens ist der von Berlin initiierte “Deal” mit der Türkei kaum “moralischer” als die Schließung der Balkanroute, und zweitens wäre ohne das koordinierte Handeln der Anrainer der Balkanroute, ihren Druck auf Athen und Brüssel, die im März vereinbarte “EU-Türkei-Lösung” schwerlich zustande gekommen. Deutschland war also weder in der Lage, die im Prinzip von allen Mitgliedstaaten erstrebte Sicherung der EU-Außengrenze auf dem von ihm verfolgten Weg, der Offenhaltung der Binnengrenzen, zu erreichen, noch kann es davon ausgehen, dass sich die Verteilung von Flüchtlingen in der EU künftig an den Berliner Vorstellungen orientieren wird. Das aber heißt nichts anderes, als dass Deutschland mit seinem im Sommer 2015 begonnenen Alleingang in der Flüchtlingspolitik gescheitert ist.”

Frau Merkel ist gescheitert!

Und Ihre Behauptung, lieber Karel, „diese Flüchtlingswelle ist eher der „Multi-Kulti-Besoffenheit“, den „Willkommens-Arien“ der Medien, insbesondere dem ÖR geschuldet“, ist nun wirklich nicht nachvollziehbar. Sicher, bis heute unterstützen die links-grünen Medien die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung mit allen erdenklichen Mitteln. Sie aber dafür verantwortlich zu machen, geht mir dann doch zu weit. Lieber Karel, damit kommen Sie nicht durch.

Glaube, lieber Karel, so sagt man ja, könne Berge versetzen. Ich glaube, Merkel glaubt daran.

78) Erwin Gabriel, Sonntag, 24. April 2016, 18:08 Uhr

@ 75) karel, Samstag, 23. April 2016, 23:06 Uhr

Werter Herr Karel,

kein Ding, keine Entscheidung, keine Person ist mit schwarz oder weiß richtig beschrieben.

Frau Merkel hat in vielerlei HInsicht den Flüchtlingsstrom herauf geschraubt. Zum einen durch Ignoranz, als das Flüchtlingshilfswerk der UN immer wieder und immer wieder vergeblich um finanzielle Unterstützung für die vielen Flüchtlingslager warb, die syrische Flüchtlinge versorgten. Erst als dort Essen, Trinken, medizinische Versorgung ausblieb, setzten sich die Massen in Bewegung.

Und die Selfies haben (in Verbindung mit den “Welcome”-Schildern) die Flüchtlingsströme, die unterwegs nach Europa waren, nicht nur den Schleppern schlagende Argumente für ihr schmieriges Geschäft geliefert und somit die syrischen Flüchtlingsströme verstärkt nach Deutschland gelenkt. Sie hat auch in anderen Ländern (Afghanistan, Rumänien etc.) zusätzliche Zuwanderung angeregt. Ihre ständigen Beteuerungen, die deutschen Grenzen offen zu halten, wirkten verstärkend und trieben die Länder an der Route nach Deutschland über die Belastungsgrenze.

Und einmal mehr hat sie versäumt, eine Situation europaweit zu klären, ehe sie ihre Entscheidungen traf; sie hat so ein europäisches Problem zu einem deutschen Problem gemacht.

Nichts ist ihre Schuld allein, aber sie hat in vielfältiger Weise durch falsche, unüberlegte oder fehlende Entscheidungen eine kritische Situation spürbar verschlimmert. Das soll nicht heißen, dass Sigmar Gabriel als Kanzler irgendetwas besser gemacht hätte.

79) Erwin Gabriel, Sonntag, 24. April 2016, 18:18 Uhr

@ 36) Politikverdruss, Montag, 18. April 2016, 13:07 Uhr

>> >> „…sondern nur um rassistisch motivierte Beleidigungen“.

>> Böhmermann ist doch kein Rassist! Es ist … absurd, ihm nun
>> plötzlich in seiner Motivation Rassismus unterstellen zu wollen.

Sie haben Recht.

Ich halte die Äußerungen zwar für rassistisch. Aber die Unterstellung, diese Beleidigungen seien aus rassistischer Motivation heraus so gesetzt worden, habe ich zwar formuliert, aber nicht gemeint. Statt “rassistisch motivierte Beleidigungen” hätte es in meinem Kommentar “rassistische Beleidigungen” heißen sollen.

Ich bitte um Entschuldigung.

80) Erwin Gabriel, Sonntag, 24. April 2016, 18:25 Uhr

@ 60) Johannes Lamp, Donnerstag, 21. April 2016, 14:44 Uhr

>> >> “beschreibt Sie besser als über mich” ?
>> Was wollte der Dichter damit sagen?

Sorry, ein “über” zu viel. “Beschreibt Sie besser als mich” sollte es heißen. Wer Andersmeinenden immer wieder vorwirft, es nicht “verstanden” zu haben, ihnen also Intellekt abspricht, beschreibt sein eigenes Niveau besser als das des Beschimpften.

es grüßt
E.G.

Sie korrigieren in 57) Jakobiner und schreiben selbst Quark!
Sie kennen die Bibelstelle mit dem Splitter und dem Balken?
Frohe Pfingsten!

81) Rainer N., Montag, 25. April 2016, 06:52 Uhr

Ach, Herr Gabriel, @69 – Da werden die Fakten klar benannt, die passen Ihnen nicht in Ihr Vorurteil, also werden sie nicht beachtet.

Klasse Outing.

Da ist es in Zukunft überflüssig auf Kommentare von Ihnen überhaupt sachlich einzugehen, die Zeit kann man sich sparen.

82) Erwin Gabriel, Montag, 25. April 2016, 14:53 Uhr

@ 81) Rainer N., Montag, 25. April 2016, 06:52 Uhr

>> Da werden die Fakten klar benannt, die passen Ihnen nicht
>> in Ihr Vorurteil, also werden sie nicht beachtet.

Ach, Herr N…

Was nützen Fakten? Jeder weiß inzwischen, was Herr Böhmermann gesagt hat, jeder weiß inzwischen, was in den gesetzen steht – über diese “Fakten” wird nicht gestritten, und eine Diskussion darüber bringt niemanden weiter.

Herr Kalkofe verkündet nicht die absolute Wahrheit, sondern er hat eine klare Meinung, die er begründet. Mit seiner Meinung steht er nicht allein da. Auch ich verkünde nicht die absolute Wahrheit, sondern habe eine Meinung, die ich begründe, und auch ich stehe mit meiner Meinung nicht allein da.

Das Zauberwort hier heißt “Meinung”. Die gleichen Fakten, die alle gleich erkennen, werden von unterschiedlichen Leuten unterschiedlich interpretiert. Das dürfen die. Man nennt das Meinungsfreiheit.

Und noch einmal: Wenn ich ein Vorurteil gegen Herrn Böhmermann hätte, müsste ich das schon vorher gehabt haben. Aber ich (vor)verurteile nicht den Menschen Böhmermann, den ich dafür viel zu wenig kenne, sondern habe über das, was er sich da erlaubt hat, nur eine andere Meinung als Sie.

>> Da ist es in Zukunft überflüssig auf Kommentare von Ihnen
>> überhaupt sachlich einzugehen

Kein Problem, das haben Sie bislang kaum gemacht.

83) Politikverdruss, Dienstag, 26. April 2016, 18:16 Uhr

Was ist denn bloß in das “blöde Stimmvieh“ unserer Nachbarn gefahren? Ach so, die haben sich „verwählt“!

Rot-Schwarz in Austria hat sofort messerscharf erkannt: Man hat’s dem „Stimmvieh“ nicht genug erklärt. Das soll nun bis zum zweiten Wahldurchgang nachgeholt werden. Außerdem will man nun „näher beim Menschen“ sein und „die Sorgen endlich ernst nehmen“.

„Was ist verkehrt bei euch, liebe Nachbarn“, wollte man bei uns in der „heute-show“ wissen. Dazu gab’s auch gleich die Nazi-Keule in Form eines „Hakenkreuz-Schnitzels“.

http://www.krone.at/Oesterreich/Unsere_deutschen_Nachbarn_schwingen_die_Nazi-Keule-Nach_FPOe-Erfolg-Story-507290

Und was macht der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel? Der fordert „alle demokratischen Kräfte“ dazu auf, sich hinter den „demokratischen“ Präsidentschaftskandidaten Van der Bellen zu stellen. Den Sieger der ersten Runde, Hofer, erklärte der deutsche Vizekanzler damit ohne viel Federlesens zum Undemokraten – wie auch die Wähler, die für ihn stimmten.“

„Die ehemals bewährte Methode, Wettbewerber im rechten Parteienspektrum als undemokratisch zu stigmatisieren und damit für unwählbar zu erklären, funktioniert nicht mehr. Die Anwendung des alten Tricks, rechts mit rechtsextrem gleichzusetzen, wirkt vielmehr kontraproduktiv. Sie setzt einen Teufelskreis in Gang: Der Versuch, solche Kräfte politisch auszugrenzen, treibt ihnen eher noch mehr Bürger aus dem gemäßigten Lager zu.“

„Inzwischen wählen auch Arbeiter und Anwälte FPÖ oder AfD, weil sie ihre Interessen und Sorgen von der „Einheitspolitik“ der gar nicht mehr so großen Koalitionen in Österreich und Deutschland nicht mehr berücksichtigt sehen.“

„Endgültiger Scheidungsgrund war für viele aber erst die von Ultrahumanität und Ultrarationalität geprägte Linie Merkels, wonach die Masseneinwanderung ein Gebot der Werte Europas und zugleich der unvermeidliche Preis für die Vorteile sei, die man aus der Globalisierung ziehe.“ (B.Kohler, FAZ 26.04.16)

Ich bin gespannt, ob die „Versammlung der demokratischen Kräfte“ dazu führt, die „Undemokraten“ in Austria von der Wahl abzuhalten.

„Tu felix Austria“

84) Johannes Lamp, Dienstag, 26. April 2016, 21:18 Uhr

Zu 80) Erwin Gabriel
und wieder konnte er das Wasser nicht halten…

85) Johannes Lamp, Mittwoch, 27. April 2016, 14:15 Uhr

Zu 83) Politikverdruss
So langsam gehen mir die Pollutionen des vorgenannten Untergangspropheten und selbsternannten
Pseudophilosophen, des Erklärers der Weltenläufe gewaltig auf die Cojones (bringt der Zensor vielleicht, Eier hätte er gestrichen).
Überall wittert er Feinde seiner rechten Gesinnungsfreunde, ständig rechtfertigt er dämliche Argumente
pseudodemokratischer Randexistenzen. Keine rechte Äußerung ist ihm dümmlich genug, sie mit
Verve zu verteidigen und dabei einen Autoren des rechten Randes zu zitieren.
Was ich an seinem Hetzbeitrag vermisste, war , dass er den ehemaligen österreichischen Herrenreiterpräsidenten, mit dem später niemand mehr sprach, als wahren Demokraten pries, dann darauf aufmerksam machte, dass Kreisky halt eben aus Sinaitirol stammte – was vieles erklärte…

86) Horst Scharnhorst, Mittwoch, 27. April 2016, 19:36 Uhr

Dem gibt es nichts hinzuzufügen. Brillanter Kommentar.

87) Erwin Gabriel, Mittwoch, 27. April 2016, 22:11 Uhr

@ 84) Johannes Lamp, Dienstag, 26. April 2016, 21:18 Uhr

>> und wieder konnte er das Wasser nicht halten…

das eint uns

88) Rainer G., Samstag, 30. April 2016, 21:19 Uhr

@ 84) Johannes Lamp, 26.04.2016 – 21:18 Uhr

Wer konnte welches Wasser wieder nicht halten? Und wieso wieder?

89) Politikverdruss, Sonntag, 01. Mai 2016, 13:51 Uhr

Beeindruckendes Interview der ZEIT mit dem großen französischen Romancier und Essayisten Pascale Bruckner.

Bruckner: „Man begegnete in Merkel einem Narzissmus des Mitgefühls…Weil die Europäer Angst haben, dass mit den Flüchtlingen die Soldaten des “Islamischen Staats” (IS) schon bei uns sind. Dass wir uns einer zunehmend undemokratischen Türkei andienen. Erdoğan ist ein gefährlicher Mann. Er verstößt gegen sämtliche Rechte der Kurden, der Armenier, der Zyprioten – und der Journalisten in seinem Land. Er hat beim Aufbau des IS geholfen. Dass der neue Sultan und Merkel, Zynismus, gepaart mit Großzügigkeit, heute die europäische Flüchtlingspolitik diktieren, ist eine große Peinlichkeit.“

http://www.zeit.de/2016/17/pascal-bruckner-schriftsteller-frankreich-intelektuelle-europa

90) Politikverdruss, Sonntag, 01. Mai 2016, 18:36 Uhr

Leider ist unter den Kommentaren wieder ein Fall von Postpubertärem Zwangsvulgarismus zu beobachten. Der Betroffene kann seine Vulgarität schon wieder nicht steuern. Es scheint ein impulsiver Zwang zu sein, gegen den sich der Betreffende nicht wehren kann.

Sehr bedauerlich! Den bereits ans Herz gelegten Rat, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, scheint er nicht zu beherzigen. Stattdessen versucht er mit seinen nichtssagenden Kommentaren immer wieder Aufmerksamkeit zu erlangen. Dabei gleitet er fast regelmäßig in diese zwang- und krankhaften Verhaltensweisen ab.

Von Personen mit dem Tourette-Syndrom weiß man, dass sie häufig eine verlängerte Reaktionszeit benötigen. Bleibt in diesem Fall zu hoffen, dass in einem „lichten Augenblick“ doch noch so etwas wie Einsicht möglich wird.

Mich würde interessieren, wie die Mit-Kommentatoren darüber denken und ob es Therapie-Vorschläge gibt.

91) Johannes Lamp, Montag, 02. Mai 2016, 14:54 Uhr

Zu 90) Politikverdruss
Typisch diese Reaktion eines einsamen Einzelkindes, dem man ein Kotelett ans Bein binden musste, damit wenigstens der Hund mit ihm spielte…
Man kann von meinen Beiträgen sagen, was man will – nichtssagend sind sie jedenfalls nicht.
Besserwisserische, ständig nervig belehrende Kalenderspruchweisheiten aus dem rechten Nähkästchen, soziale Kälte verströmend, gebe ich nicht von mir und Tourette- Syndrom – da gibt es Genies. Es besteht zu keinem Zeitpunkt Gefahr, rechtslastige Vögel zu diesem Kreis zu zählen!

92) wschira, Montag, 02. Mai 2016, 16:31 Uhr

@90) Politikverdruss

Ich würde Ihnen ja gerne helfen, aber wer ein Tourette-Syndrom aus der Ferne diagnostizieren kann, braucht keine Hilfe 🙂

93) riskro, Montag, 02. Mai 2016, 18:25 Uhr

90) Politikverdruss

Kein Vorschlag! Da ist Hopfen und Malz verloren.

94) Johannes Lamp, Dienstag, 03. Mai 2016, 12:02 Uhr

Zu 92) wschira
Besser kann man es nicht ausdrücken!
Zu 93) riskro
Nichts anderes von Ihnen erwartet – Sie fühlen sich nur unter Gesinnungsfreunden wohl…

95) karel, Dienstag, 03. Mai 2016, 14:57 Uhr

Ein “dolles” Forum,
welches sich mehr mit sich beschäftigt
als mit den aktuellen Problemen.

Ein “tolles Haus” ???…..eher ein “Tollhaus”….

96) karel, Dienstag, 03. Mai 2016, 15:02 Uhr

“Toll-Haus”….
Verantwortung?
Hatten wir das nicht eben als Thema?
Dafür ist wohl nur der “Andere” zuständig…..

Diffamieren statt diskutieren……..
der Tod einer jeden Diskussion….
der Tod einer jeden Demokratie !!!!!

Nun denn….

97) Rainer G., Mittwoch, 04. Mai 2016, 07:04 Uhr

@ 89) Politikverdruss – 01.05.2016 13:51 Uhr

Vielen Dank für den Link zum Bruckner-Interview. Ausgezeichnete Aussagen aus der Sicht eines klugen Schriftstellers.

98) Rainer G., Mittwoch, 04. Mai 2016, 07:38 Uhr

@ 90) Politikverdruss – 01.05.2016 18:36 Uhr

Es lohnt sich nicht, sich über die Auslassungen einiger Mitkommentatoren zu echauffieren. Ob man sich an der Debatte oder den gewöhnungsbedürftigen Randbemerkungen einiger Diskutanten erhitzt, ändert nichts.
Ich persönlich bin dem Sprengmeister für dieses Forum sehr dankbar, lese mit großem Interesse die Kommentare und bilde mir zu dem einen oder anderen hier auftretenden Meinungsveröffentlichern (von dem wir nicht einmal den Klarnamen kennen) mein eigenes Urteil. Ich hatte an dieser Stelle vor längerer Zeit bereits einmal erwähnt, dass ich hoffe, dass der Zensor so wenig wie möglich aus den Kommentaren streicht, denn genau das hatte er einmal für den Fall, es ginge zu deftig zur Sache, angekündigt.

Deshalb, lieber Politikverdruss, ob man Sie nun für einen rechtslastigen Untergangspropheten oder selbsternannten Pseudophilosophen hält, ist völlig unbedeutend. Ich persönlich halte Ihre Kommentare für so ziemlich das Beste, was hier geschrieben wird, aber auch das ist nur meine Meinung und somit allemal völlig wurscht. Nach der Lesart des betreffenden Herren bin ich also auch rechtslastig? Eine völlig neue Erfahrung, wenn das stimmen sollte.

Der Unterhaltungswert der gescholtenen Meinungsäußerungen allerdings ist famos. Gelungene Folklore sozusagen…
In diesem Sinne wünsche ich allen einen unterhalt- und erholsamen Feiertag!

99) Jakobiner, Mittwoch, 04. Mai 2016, 08:49 Uhr

Zu Politikverdruss:

“Mich würde interessieren, wie die Mit-Kommentatoren darüber denken und ob es Therapie-Vorschläge gibt.”

Andersdenkende als psychisch krank zu erklären und quasi die Einweisung in die Psychatrie nahezulegen, passt ja wohl ins Weltbild des Politikverdruss. Alle geistesgestört, nur Politikverdruss der einzig mentale Gesunde und im Besitz der Monopolwahrheit. Solche Praktiken hatten wir ja schon mal in der Sowjetunion oder in China, wo Dissidenten in die Psychatrie weggeräumt werden. Aber als Putin- und AfDsympathisant dürfte Politikverduss damit ja keine Probleme haben.

100) Rapunzel, Mittwoch, 04. Mai 2016, 16:02 Uhr

Spreng ist sprachlos.
Die Eingestellte Meinungsfreiheit betrifft eben immer uns alle. Damit hat Herr Spreng wohl nicht gerechnet.
Nachdem Merkel (unter Sprengs Aplaus) den Künstler/Satiriker Böhmermann quasi kampflos an den Despoten ausgeliefert hat, ist nun auch Spreng stumm.

101) Walter Schmid, Donnerstag, 05. Mai 2016, 10:23 Uhr

Bei einem Kommentator ist Hopf und Malz verloren! Dem kann man nicht mehr helfen! Er ist gefangen in seiner Überheblichkeit und Selbsteinschätzung. Nur noch ätzend zu lesen. Er bringt meist keine Wertschätzung und Respekt gegenüber Mitdiskutanten auf. Der klügste Mann im gesamten Netz ist m.E., Herr Poltikverdruss! Ich hoffe, dass er noch lange hier schreibt.

102) karel, Donnerstag, 05. Mai 2016, 21:09 Uhr

Krishnamurti Aphorismen…..

Wenn der Geist sich vom Falschen befreit,
dann kann das richtige Umfeld für das Wahre geschaffen werden.

103) Erwin Gabriel, Freitag, 06. Mai 2016, 09:17 Uhr

@ 89) Politikverdruss, Sonntag, 01. Mai 2016, 13:51 Uhr

Auch von meiner Seite vielen Dank für das Interview!

104) Politikverdruss, Freitag, 06. Mai 2016, 15:01 Uhr

92) wschira, Montag, 02. Mai 2016, 16:31 Uhr,

bedanke mich für das in mich gesetzte Vertrauen! 🙂

93) riskro, Montag, 02. Mai 2016, 18:25 Uhr,

Zustimmung!

97) Rainer G., Mittwoch, 04. Mai 2016, 07:04 Uhr,

vielen Dank für die guten Wünsche zum Feiertag und für den Zuspruch.

Zielrichtung ist nicht Zensur. Mir reicht schon die Netzzensur von Heiko „Orwell“ Maas. Auch ich schätze den Freiraum, der uns hier im „Sprengsatz“ geboten wird. Aber von Zeit zu Zeit nimmt dieses hämische und beleidigende Persönlichwerden dieses „Polizisten a.D. in leitender Funktion“ ein wenig überhand.

105) Erwin Gabriel, Samstag, 07. Mai 2016, 08:41 Uhr

@ Rapunzel

Die Kanzlerin hat Böhmermann nicht “dem Despoten” ausgeliefert, sondern der deutschen Gerichtsbarkeit.

106) GSP, Sonntag, 08. Mai 2016, 08:56 Uhr

14) Reinhold Herdler
Mann kann es nicht treffender Sagen.
Schlimm nur, daß es zu wenige gibt, die das begreiefen.

107) Julian, Sonntag, 08. Mai 2016, 16:48 Uhr

Genau, dem ist nichts hinzuzufügen.
Vielleicht mal abgesehen von den, sich mir immer stärker aufdrängendem Gedanken, dass einem Großteil unserer Bevölkerung, insbesondere denjenigen, die sich begeistert dem Rechtspopulismus zuwenden, die Klugheit und die Hintergründe von Frau Merkels Aktionen, nicht recht ins Bewusstsein vordringen.

108) Politikverdruss, Sonntag, 08. Mai 2016, 18:25 Uhr

101) Walter Schmid, Donnerstag, 05. Mai 2016, 10:23 Uhr,

stimme ihnen ausdrücklich zu: „Er bringt meist keine Wertschätzung und Respekt gegenüber Mitdiskutanten auf.“

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