Montag, 30. Mai 2016, 11:15 Uhr

Gauland – und die Verlogenheit der AfD

Hätte er doch nur Muslime beleidigt oder gegen Flüchtlinge gehetzt. Das werden sich viele in der AfD gedacht haben, als sie hörten, dass sich Alexander Gauland an Jerome Boateng vergriffen hat. Ausgerechnet an einem Nationalspieler, einem deutschen Leistungsträger – und das kurz vor der EM.

Das war wirklich unerhört. Und das stößt selbst eingefleischten Rassisten übel auf. Schwarze Fußballspieler sind gute Deutsche. So lautet die Regel. Sie will man selbst in Heidenau oder Freital als Nachbarn haben.

Selten hat sich der Rassismus der AfD so sehr selbst entlarvt wie im Fall Gauland. Aber der Fall zeigt auch die ganze Verlogenheit und Heuchelei der AfD. So schnell war Frauke Petry noch nie, um sich von Entgleisungen eines Parteifreundes zu distanzieren.

Jetzt gilt Gauland als Parteischädling, denn das kann Wählerstimmen kosten. Hätte er – wie üblich – gegen den Islam gehetzt, dann wäre die Welt der AfD noch in Ordnung.

Dabei hätte es schon öfter Gelegenheit gegeben, sich von dem Altherrenrassisten mit den eleganten englischen Jacketts zu distanzieren. Als er zum Beispiel Angela Merkel für die Anschläge auf Flüchtlingsheime verantwortlich machte. Oder als er offen mit Pegida als „natürliche Verbündete“ sympathisierte. Oder als er den AfD-Rassentheoretiker Björn Höcke als seinen „Freund“ in Schutz nahm.

Bei diesen Gelegenheiten aber hörte man nichts von der Parteispitze. Weil es ins Konzept passte, alles abzufischen, was am rechtsradikalen Rand an Wählerstimmen zu holen ist. Aber einen Nationalspieler anzugreifen – das geht den AfD-Nationalisten wirklich zu weit.

Man muss Alexander Gauland fast dankbar sein, dass er diese Verlogenheit offen gelegt hat.

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154 Kommentare

1) riskro, Dienstag, 12. Juli 2016, 12:16 Uhr

149)
Sie haben recht, es ist Kinderkram. Machen Sie sich um meine Gesundheit keine Sorgen. Ihre sollte Ihnen näher sein.

2) Rapunzel, Freitag, 15. Juli 2016, 07:23 Uhr

Und unser ostdeutscher Bundespräsident Gauck trifft sich in Chile „aus Versehen“ mit Angehörigen der Cologna Dignidad (!).
Mir fehlen die Worte!

3) Johannes Lamp, Dienstag, 19. Juli 2016, 09:40 Uhr

Zu 149) Michael A. Nueckel
So gern ich Ihnen, sehr geehrter Herr Nueckel, Recht geben würde, so einfach ist es nicht:
Warum sollte man Schulversagern nicht behilflich sein, auf eklatante Mängel in Orthographie, Zeichensetzung, Grammatik, Satzbau und Stil aufmerksam zu machen?
Mein langes Leben hat mich gelehrt, dass Schludrigkeit im Schreiben oft einhergeht mit Unordnung im Leben. Häufig meinen Versager, ihre Defizite im „Normalleben“ mit ihrer Ansicht nach geschliffenen, in Wirklichkeit holprigen, Wortbeiträgen kompensieren zu können…
Von Professor Brehm von der Wiener Universität stammt das Zitat (für Po: ich habe es jedenfalls von ihm gehört) : Man soll nicht tun, was man kann, man soll können, was man tut!

4) Jutta Bahnsen, Donnerstag, 21. Juli 2016, 07:08 Uhr

Ist Herr Spreng in Urlaub? Keine Kommentar von ihm, wo jetzt so viel los ist.
Ich sehe jeden Tag in seinen „Sprengsatz“.
Ich warte weiterhin
Jutta Bahnsen

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